726 Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 6. 6] Niobe. Freitag, den 8. Januar. ( Nachdruck verboten.) Noman von Jonas Lie. Sie sind also Fräulein Minka?" fragte Thekla. So habe ich Sie mir nicht vorgestellt- ein wenig bleicher und-" Den Mund zum Gruß ein wenig mehr zusammenziehend, nigte sie sich bei diesen Worten, indem sie sich ein wenig vorn äiberbeugte, in das Wohnzimmer hinein. Das Fräulein schien die freundlicheren Präliminarien zu verschmähen; sie sah sich schweigend um und behielt sich ihre eigne Meinung vor. „ Nun, hier auf dem Lande wohnt man auf alle Fälle geräumig!" war das Resultat ihrer Betrachtungen. Man merkt sofort, daß man in ein andres, unschuldigeres Zeit alter eingetreten ist, wo man noch Birkenholz brennt anstatt Coaks und Kohlen." Wie können Sie sich aber eine Vorstellung von unsrer Minka gebildet haben?" rief die Dokterin aus. Fräulein Feiring zwinkerte und lächelte dem jungen Mädchen zu: Ich kenne sie eigentlich durch und durch. Ihr Sohn der Bestimmung nach soll er ja Philolog werden- hat mir so viel von seiner Schwester erzählt. Er versteht sie so voll " and ganz." Minta machte sich, immer mehr errötend und immer geschäftiger werdend, in der Ofenwärme zu thun. " So? Sie fennen also unsren Sohn Endre fogar ganz gut?" fragte die Doktorin vorsichtig. vielleicht 1904 ersten Tunnel, durch den wir mit der Eisenbahn kamen, daß es jetzt in die Höhle hinein ging, wo alles nach Essen und Sorge um des Leibes Nahrung riecht." Also haben das gnädige Fräulein bei der Fahrt aufs Land ja höchst angenehme Empfindungen gehabt," entgegnete Sjel, sich überlegen in seinen Stuhl zurücklehnend. „ Und als ich dann von der Eisenbahn direkt in eine Wolfspelzschlittendecke gepackt wurde, hatte ich ein Gefühl, als müsse mich dies alles verschlingen. Ich wagte anfänglich nicht einmal, das Pelzwerk zu berühren; ich meinte, es müsse ein wirklicher Wolf sein." , Ganz pifant," meinte Sjel und zog eine elegant an gebräunte Meerschaum- Cigarrenspize aus der Westentasche. So ein zum Tode Verurteilter wird abgeſtumpft, wissen Sie. Bei all dem grauen Schneetreiben, das mir von den bewaldeten Hügeln entgegenwehte, und dem endlosen, melancholischen, weißen Fluß, an dem ich entlang fuhr und fuhr, faß ich schließlich so gemütlich halb schläfrig da und bildete mir ein, daß ich herunterschneite und erfröre, bis ich einstmals wieder im Himmelreich bei meinen Freunden in der Hauptstadt erwachte." ,, Nun ja, Sie müssen sich aber auch nicht allzu übertriebene Vorstellungen von der Unschuld unsres ländlichen Daseins machen," bemerkte Stiel. Wir sind denn doch auch nicht von gestern. Sie können mir glauben, so ein Holzregt auf. Ja, die Summen will ich gar nicht nennen, Sie geschäft, wo es sich oft um ein ganzes Vermögen handelt, das und was das Leben und Treiben so ganz im Privaten anwürden vielleicht auf den Nüden fallen, gnädiges Fräulein. langt, so sind wir durchaus nicht hinter unsrer Zeit zurüdgeblieben. Und in Bezug auf mich selberia, leider Gottes- nun ja, von so etwas reden wir in der Familie nicht." Mein Gott, welch ein geistreicher Mensch! Und wie Herrlich er fingt! Ich habe ihn in dem letzten halben Jahr beinahe jeden Tag zusammen mit dem Sänger Figer getroffen. Wenn der vom Gesang spricht, so kann man nie genug hören, Frau Doktor. Auch in Bezug auf die Kunst ist eine ganz an. In ihrem Blick lag die unverkennbare Ansicht, daß er Minka sah den Bruder mit weit aufgerissenen Augen aeue Zeit angebrochen; es handelt sich darum, daß der Eindruck ein Tölpel und Wichtigthuer sei.„ Aber Sie brauchen wohl lebendig gemacht werden soll, um der Persönlichkeit dramatisch auch nicht immer hier zu bleiben," tröstete sie gutmütig. einverleibt zu werden." Die Doktorin sah nervös aus und schaute unruhig nach Sem Studierzimmer hinüber, aus dem sie ihren Mann jeden Augenblick erwartete. „ Ein Duett von ihm und Figer, der eine Tenor und der andre Baß, das ist ein Genuß, der jeder Schilderung spottet, and sie üben stets neue Sachen ein." " Dürfte ich bitten, mein Fräulein- ich fürchte, das Essen möchte kalt werden," rief die Doktorin beinahe hastig aus. ,, Danke, danke schön! Und Figer und er sind ungertrennlich, stets sieht man sie zusammen." Herz zusammenschnürte, und hätte ich nicht die Korrektur " Ich versichere Sie, es war mir, als wenn sich mir das eines entzückenden kleinen Artikels für das Zwanzigste Jahrhundert" zu lesen gehabt das war ein letter SommenHände wärmen konnte." strahl aus der Hauptstadt, an dem ich meine erstarrten Sie richtete ihre Worte noch immer an Minka als die einzige, von der sie Verständnis erwarten konnte. ,, Er hatte einen so einnehmenden Titel" Sie sagte das so leichthin, während Frau Baarvig einAber jetzt müssen Sie wirklich kommen und essen" trat, und fab gleichgültig zum Fenster hinaus. Können Sie Und der follte kein Stünstler werden! Sein ganzes den Titel wohl erraten?" Naturell atmet etwas so Großes, Warmes, daß man nicht irren kann. Ich versichere Sie, Figer ist nicht der einzige, der das glaubt." Während das Fräulein die guten Speisen genoß, die man für sie zurückgestellt hatte, fuhr sie, ohne sich im geringsten um die ablenkenden Unterbrechungen zu bekümmern, ungestört fort, sich mit dem größten Eifer über dasselbe kitlige Thema zu unterhalten. Nun, wie denken Sie denn über uns hier ich hätte beinahe gesagt, hier auf dem Lande?" begann Kjel die UnterHaltung, als seine Mutter das Zimmer einen Augenblick verlassen hatte. Ich glaubte wirklich, Sie wollten mich auch fragen, wie mir die Fischklöße gefielen!" lacht sie. „ Die Fleischflöße, wenn ich bitten darf." Ja, ja, die Fleischklöße, hier auf dem Lande muß man sich in erster Linie dem Studium der materiellen Genüsse widmen. Und Krammetsvögel in Gelee," fie sah mit einem mitleidigen Blick erst zu der Schüssel, dann zu der Thür hinüber, durch die die Doktorin verschwunden war.„ Wenn ich an all die Mühe denke" fie hob einen Krammetsvogel mit der Gabel auf ihren Teller hinüber so ein Gericht holt man in der Stadt von einem Restaurateur, wenn man Anhetit darauf hat. Das ist all das Nachdenken und all die Arbeit nicht wert, die uns so etwas verursacht.- Ah," wandte sie fich plöblich von Kjel zu Minta, ich fühlte cs gleich bei dem Minka erbleichte und fah sich hastig um, wer im 3immer fei. „ Das Erwachen der Frau".- Die Redaktion war sich ganz einig darüber, daß der gedruckt werden müsse." Minka sah sie bebend an; der falte Schweiß trat ihv auf die Stirn. diese vorzüglichen Citate aus der Geschichte! ,, Es gärte so eine herrliche Empörung darin. Und alle Nein, aber besten Dank, Frau Baarvig, soll ich nun auch noch Eingemachtes und Suchen haben?- Ich versichere Sie, sähe ich die Verfasserin, ich würde ihr die Hand reichen und sie so drücken, wie ich jetzt die Ihre drücke, Fräulein Minka," sie hielt thr die Hand hin und that, wie sie gesagt hatte ,, und sie bitten, nur fortfahren zu schreiben, nur immer mehr zu liefern # Etwas in dem Ton der einen und in dem erglühenden Gesicht der andern erregte die Aufmerksamkeit der Doktorin; sie ließ ihren Blick mit einem gewissen prüfenden und forschenden Stuten langsam über die beiden hinschweifen. wolle sie etwas Peinliches herunterwürgen, sagte sie plöglich mit Nachdruck: ,, Nein, es ist keine leichte Aufgabe, die Sie da über. nommen haben, Fräulein Feiring, zwei halb erwachsene Mädchen zu leiten und zu erziehen eine große Aufgabe, so schwierig, wie die Zeiten jetzt für Eltern und für Kinder geworden sind!" 22 Bräulein Feiring fegte ihr frommstes Gesicht auf und gemacht werden dürfe oder solle". Sum Unterschiede von der machte ihren allerkleinsten Mund. Beatifitation besteht die Kanonisation, die Heiligsprechung, in dem Wenn die Eltern so lange an dem Alten festhalten, so endgültigen Ausspruch des Papstes, daß jemand in den Kanon geschieht das oft, weil sie fühlen, daß das Neue noch keinen rechten Halt gewonnen hat," fuhr Frau Baarvig fort. Fräulein Feiring warf der kleinen Frau einen forschenden Blick zu. Hier war sie wohl an die richtige ländliche Hansfrau mit soliden Schlössern und Gründen für ihre vernagelten Anschauungen geraten. Aber sie wich unwillkürlich zurück vor den festen, durchdringenden Augen. „ Es ist wohl nicht ganz so leicht," warf sie gleich gültig hin. Nein, es ist nicht leicht, das können Sie mir glauben. Eine Mutter hat heutzutage ihre eignen Gedanken, Fräulein Feiring." Der Doktor fam hastig herein. Er war von Patienten zurückgehalten worden. Guten Tag, Fräulein Feiring! Nun, sorgt man auch gut für Sie? Sie wollen also zu Voigt Preuß? eine famose Schraube der, das können Sie mir glauben." " So, originell? Das freut mich!" Er hat eine fire Idee. Wenn Sie so recht voll und ganz daran glauben und ihn tüchtig ausfragen fönnen, dann haben Sie ihn für sich gewonnen." „ So? Wirklich? Ein Mann von Ideen?" Das heißt, er hat eine einzige Jdee! Aber die beherrscht ihn gründlich. Er glaubt an Leichenverbrennung, schwärmt geradezu dafür. Im nächsten Jahre sollen wir sie ausschließ lich benützen. Das hat er mich min diese achtzehn Jahre, seit ich hier wohne, versichert." „ AH!" " Sonst ist er ein biederer Mann, altmodisch, konservativ wie ein Stamm, legt sich aber keinen Zwang auf. Bekommt einen Susten, sobald er aus dem Dunst der Stadt und allen den schlechten Anschauungen, die dort herrschen, heimkehrt, und braucht, wie er selber sagt, eine ganze Woche, um sie wieder herauszuhusten." Da muß ich aber doch protestieren, Herr Doktor, daß die Luft, die mit Interessen angefüllt ist, weniger rein sein sollte als die, welche ohne Interessen ist." Kommt ganz darauf an, welcher Art diese Interessen find, Fräulein Feiring, kommt ganz darauf an. Da unten in den Städten steigt wahrlich ein schlimmer Dunst auf von alledem, was sie unter die Maschinerien feuern, in jederlei Verstand." Da ist nun zum Beispiel das Interesse für eine Welt erweckt, die kein Brennmaterial hat," warf sie spis hin, und für die man dort ein offenes Auge bekommen hat- für das Proletariat, meine ich." " Sie meinen die Welt, die die ganze menschliche Gesellschaft als Brennmaterial aufs Feuer werfen will," wehrte der Doktor ab. ( Fortsetzung folgt.). ( Nachdruck verboten.) der Heiligen förmlich aufzunehmen und demzufolge in der ganzen Kirche zu verehren und anzurufen fei. Die Selig Diözese, ein Land oder einen Drden. sprechung erfolgt nur für einen Teil der Kirche, eine der Heiligsprechung voraus. Der zu Beatifizierende soll durch Sie geht jest immer mindestens zwei Wunder" vom Himmel beglaubigt sein. Nach Benedict XIV. pflegt man diese in solche supra, contra et praeter naturam zu unterscheiden, sofern sie ganz außerhalb des Rahmens alles Natürlichen liegen, oder der Natur zuividerlaufen, oder das Maß des Natürlichen bloß überschreiten. Es genügt nun, wenn zwei blidliche Heilung von Krankheiten u. a., also im Grunde Vorgänge, „ Wunder" der beiden letzten Klassen vorliegen, wie z. B. die augens denen die medizinische Wissenschaft längst alles wunderbare" abgestreift hat. Zur Heiligsprechung soll nach der Beatifikation erst dann geschritten werden, wenn sich mindestens zwei weitere Wunder" eingestellt haben. Die Heiligenverehrung unterscheidet sich von der der Seligen nach flerifaler Auffassung wesentlich. Die letzteren dürfen nur an Orten verchrt werden, für die ihr Kult ausdrücklich gestattet ist. Dieser kann nur soweit gehen, als altes Herkommen es mit sich bringt oder ein päpstliches Duldungsschreiben Bildnisse der Beatifizierten in den Stirchen nicht angebracht oder über es bestimmt. Ohne Genehmigung des römischen Stuhles dürfen den Altären aufgehängt, ihre Reliquien nicht in Prozessionen herum getragen und ihre Namen nur in die Kalenderverzeichnisse derjenigen Orte oder Klassen von Personen aufgenommen werden, für welche die Verehrung gestattet ist. Eine bestimmten Orten oder Personen erteilte Erlaubnis kann auf andre Orte oder Personen nicht übertragen werden. Demgegenüber werden die eigentlichen Heiligen in der ganzen Kirche gleichmäßig verehrt und in den öffentlichen Kirchengebeten sowie bei der Messe angerufen. Es dürfen Kirchen und Altäre zu ihren Ehren errichtet, ihre Bildnisse mit einem Schmuck oder einer Krone sowie dem pflegt man besondere Feste zu ihren Ehren zu begehen. ihre Reliquien öffentlich zur Verehrung ausgestellt werden. Außers der Bischöfe; bei der Heiligsprechung scheint jedoch die Zustimmung Früher ruhten Beatifikation und Kanonisation in den Händen eines Stonzils erforderlich gewesen zu sein. Eigentlich päpstliche Kanonisationen lassen sich vor dem Ende des. 10. Jahrhunderts nicht nachweisen. Die erste dieser Art scheint die des Bischofs Ulrich von Augsburg gewefen zu fein, die 933 auf dem Konzil vom Lateran durch Papst Johann XV. ausgesprochen ward. Von da an mehren sich die durch Päpste vollzogenen Heiligsprechungen, doch waren auch sie zunächst noch an die Zustimmung der Konzilien gebunden. ein beliebtes und meist sicher wirkendes Mittel, zumal um neuDagegen dauerte die Beatifikation durch die Bischöfe fort; sie war gegründete Bischofssige emporzubringen. Dies war z. B. mit dem von Bamberg der Fall, wo man den Stifter, Kaiser Heinrich II., und seine Gemahlin Kunigunde bald als Selige und Heilige ver ehrte. Standalöse Mißstände waren bei dieser Braris natürlich unausbleiblich. Unter Papst Alexander III. ereignete es fich sogar, daß die Mönche eines Klosters in der Diözese Lisieng einen im Bus stande der Trunkenheit von zweien der ihrigen erschlagenen Bräfetten Befehl vom Jahre 1170 den Grundsatz auf,„ daß ohne Genehmigung als Heiligen verehrten. Demgegenüber stellte der Bapst in einem der römischen Kirche niemand als Heiliger verehrt werden dürfe". Damit war in dem Streben des mittelalterlichen Papfttims nach der Universalmonarchie den Bischöfen ein wesentliches ökonomisches Machtmittel entwunden und in die Hände der Kurie gespielt. Es fam zwar auch später noch vor, daß einzelne Personen in den Diözesen zur Verehrung gelangten. Die Päpste nahmen jedoch in der Folge Beatifitation wie Sanonisation als ein ausschließliches im Jahre 1634 jede Erteilung der Beatifikation anders als durch den Papst bei schwerer Kirchenftrafe verbot. Sed dig Die katholische Heiligfprechung. Reſervatrecht des römischen Stuhles in Auſpruch, bis Urban VIII. Zeitungsmeldung: Rom, 6. Januar. Der Papst verfündete heute mittag im Saale des Konsistoriums die Heilig sprechung der ungarischen Märtyrer Marius Grifino, Stefan Poncracz und Melchior Grodecs und gleichzeitig einen Erlaß, durch den der Heldenmut und die Tugenden der Jungfrau von Drleans anerkannt werden. Angesichts der fortschreitenden Befreiung immer breiterer Massen bon der firchlichen Denkweise hat das Papsttum in den letzten Zeiten Wert darauf gelegt, durch die eine oder die andre Seligoder Heiligfprechung seinem mystischen Heiligen und Wunderglauben entschieden Ausdrud zu geben. Bei Pius IX. und Leo XII. war dies der Fall, und Pius X. ist gegenwärtig dabei, die Selig sprechung derselben Jeanne d'Arc, eben jener Jungfrau von Orleans zu betreiben, die der Generalvilar der französischen Inquisition und die Theologen der Pariser Sorbonne 1431 tegen Zauberei und Kegerei zum Feuertode verdammten. Der fatholische Heiligenkult beruht auf der Annahme, daß die für heilig" Erklärten im Jenseits durch ihre besondere Fürbitte die Menschen hienieden unterstützen. Die Heiligen werden in solche höherer und niederer Ordnung eingeteilt. Neben ihnen giebt es dann noch„ Selige". Die Seligsprechung oder Beatifikation ist die vom Papste vorläufig gegebene Erklärung, daß jemand um feiner besonderen heroischen Tugenden und der durch ihn gewirkten Wunder willen für felig gehalten und als solcher öffentlich angerufen und zum Gegenstande einer besonderen Verehrung Formalien sehr langtvierige. Zunächst hat der Bischof der in Die Prozesse der Selig- und Heiligsprechung find in ihren Betracht kommenden Diözese förmlich festzustellen, daß der zu Beatifizierende thatsächlich in weiten Kreifen der Gläubigen im Rufe der Heiligkeit und der Wunderkraft gestanden habe; ferner daß ihm im Widerspruch zum Defret Urbans VIII. noch feinerlei öffentliche Verehrung in der Kirche zu teil geworden. Die hierüber ausgefertigten Aften gehen an die römische Nitentongregation zur Prüfung. Hat der zu Beatifizierende Schriften irgend welcher Art hinterlassen, so ist nach vollzogener Prüfung der Aften der Nachtveis zu erbringen, daß jene Schriften nichts dem Glauben Anstößiges ent halten. Daraufhin fällt dann die Kongregation ihren Ausspruch und nun erst wird die Angelegenheit beim päpstlichen Stuhl selber anhängig, wenn nämlich der Papst durch die sogenannte Signatura commissionis der Ritentongregation die förmliche Ermächtigung erteilt, einen Prozeß in der Angelegenheit zu eröffnen. Die Signatur soll nicht vor Ablauf von 10 Jahren nach Beginn des ganzen Verfahrens erfolgen, es sei denn, daß der Bapst von dieser Bestimmung dis pensiert. Es tritt nunmehr ein Bischofsgericht zusammen, das noch mals die Vorfrage des Wandels und des öffentlichen Rufes des zu Beatifizierenden eingehend prüft. Der Nachweis vor demselben wird durch Zeugen, Geschichtsschreiber und Urfunden, wie Schenkungen, Botivtafeln u. dergl. geführt. An Zeugen werden stets 6-8 erfordert. Auch die hierüber ausgefertigten Aften gehen an die Riten 23 „ Na ich dachte " Genieren? Jch? Warum denn?" Marthas Augen öffneten sich verwundert. Ein rascher Blid streifte ihr schlichtes, schwarzes Wolltleid- ach komm nur. Ohne noch eine Erwiderung abzuwarten, schob sie die Cousine nach vorn in den Salon. An der Gastrone brannten alle fünf Flammen, im blendenden Glanz lag die gute Stube" da. tongregation, um durch eigens delegierte Richter wiederum geprüft die ganze pooplige Berwandtschaft.". Eie fchloß mit einem hellen zu werden. Darauf wird in die Kritif des Thatsachen Lachen und trat vor den Spiegel, um ihren breiten Sammetgürtel materials eingetreten, mit der man sich der man sich freilich schneller noch tiefer zu schieben. abzufinden weiß. Auch diesmal wird der Nachweis" Ist Dir wohl nicht recht?" fragte sie dann plötzlich; sie hatte in der Hauptsache durch die Aussagen von Zeugen geführt, für deren ein Zuden in Marthas Gesicht gesehen: Komm nur, tomm, Du Vernehmung die Grundsätze des Kriminalverfahrens Anwendung brauchst Dich ja nicht zu genieren." finden. Soweit es sich um wunderbare" Vorgänge handelt, soй bas Urteil wissenschaftlicher Autoritäten eingeholt werden; wenn ein solches nicht zu erlangen ist, kann jedoch auf päpstlichen Dispens Davon Umgang genommen werden. Hat die Nitenkongregation die neuen Akten auf die formelle Richtigkeit des Verfahrens hin geprüft, so wird in die Erörterung ihres Inhalts eingetreten. Zwischen diefer und der Prüfung der Aften soll ein Zeitraum von fünfzig Jahren liegen, doch kann der Papst auch von der Einhaltung dieser Bestimmung dispensieren. Die Erörterung geschieht in drei Kongregationen. Endlich findet eine General Kongregation statt, die das Urteil fällt. Der Papst pflegt dasselbe anzuhören und sich den endgültigen Entscheid vorzuhehalten. Dieser erfolgt in Form eines päpstlichen Defretes, worauf noch eine zweite General- Kongregation sich mit der Frage beschäftigt, ob nun ohne Bedenken zur Publizierung der Seligsprechung geschritten werden könne. Jezt erst wird der Tag für den öffentlichen Aft festgesetzt. Die Weitläufigkeit des Verfahrens, das das Schwergewicht auf den öffentlichen Ruf des zu Beatifizierenden legt, findet seine Erflärung in dem Umstande, daß die Seligsprechung als auf das engste mit der kirchlichen Doktrin, der Frage der Rechtgläubigkeit zusammenhängend betrachtet wird. Soll später der Beatifizierte heilig gesprochen werden, so erfordert dies ein nochmaliges Verfahren Betreffs der inzwischen produzierten Wunder", über die ein neues Defret verfaßt werden muß. Ein eigens dazu bestellter Anwalt hat alle etwaigen Bedenken geltend zu machen, er führt daher den Namen advocatus diaboli, Advokat des Teufels. Die Beatifikationsfeierlichkeit besteht in der Verlesung des über die Seligsprechung ausgestellten päpstlichen Breves, die in Anwesenheit der Kardinäle und Konsultoren der Ritenfongregation, des Kardinal- Grzpriesters, der Kanoniker und Kleriler der vatikanischen Kirche in dieser letteren vollzogen wird; zugleich wird das verdeckt auf dem Altar liegende Bildnis des Seliggesprochenen enthüllt und dreimal beräuchert, worauf ein feierliches Hochamt folgt. Die Heiligsprechungen finden in der Basilika des Vatifans statt. Der Papst, die Kardinale, Bischöfe, Prälaten und die Beamten der Kurie wohnen der Feier bei. Nach ziveimal vergeblicher Aufforderung zur Kanonisation, die die Wichtigkeit des Attes symbolisieren soll, thut der Papst erst bei der dritten seinen Ausspruch, in dem er zur Ehre der heiligen Dreieinigkeit, zur Verherrlichung des fatholischen Glaubens und zur Förderung der chriftlichen Religion in der Gewalt unsres Herrn Jesu Christi, der heiligen Apostel Petrus und Baulus und aus eigner Macht" erklärt und verordnet, daß der Selige in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen werden solle. In dem nachfolgenden Hochamt werden beim Offertorium noch cine Anzahl von Gaben dargebracht, denen man jegt eine ausschließlich finnbildliche Deutung unterlegt, die jedoch die ursprüngliche Bedeutung jenes Teiles der Messe noch dentlich erkennen lassen. So bringt der erste Kardinal zwei Wachskerzen, der erste Gesandte oder an seiner Stelle ein Kardinal eine Wachsterze und zwei lebende Turteltauben in vergoldetem Bauer dar. Der zweite Kardinal opfert zwei große Brote, das eine vergoldet, das andre versilbert; der zweite Gesandte oder statt feiner wieder ein Kardinal eine Wachsterze und zwei weiße Turteltauben in versilbertem Bauer. Der dritte Kardinal legt zwei Fäßchen Wein, das eine vergoldet, das andre versilbert, auf den Altar; der dritte Gesandte, bezw. ein Kardinal, eine Wachsterze, sowie ein buntbemaltes Bauer voll verschiedenartiger lebender Bögel. In früheren Zeiten war die Feier der Kanonisation beträchtlich einfacher. Der Papst pflegte nach Abfingung eines Hymnus das Wort zu ergreifen, um die Heiligkeit des zu Kanonisierenden zu preisen und den Tag, an dem sein Gedächtnis begangen werden sollte, zu bestimmen. Dagegen wurde häufig der Leichnam des Kanonifierten erhoben und öffentlich zur Verehrung ausgestellt. Heute geschieht dies nicht mehr. Dafür pflegt die KanonisationsBulle das Leben des neuen Heiligen und den Prozeß der Heilig sprechung umständlich zu erzählen. H. Laufenberg. Kleines feuilleton. ot. Bei den Zanten. Na, Martha, endlich! Ich dachte schon, Du kämst wieder nicht." Frau Emmy hatte selbst geöffnet, sie nahm die Cousine gleich am Arm und zog sie beinah stürmisch in den Korridor hinein. Martha lachte:" Ich werde nicht kommen, wenn Tante Marie hier ist, so oft fährt doch die nicht von Tresden nach Berlin." " Nicht wahr? Und auf ihre alten Tage. Nun zieh Dich aber rasch aus, wir warten schon alle." " Alle? Ja, hör mal, Du hast wohl große Gesellschaft?" Mit einem bestürzten Blid maß Martha die elegante Toilette ber jungen Frau, irisblaue Scide mit breitem Cremefpißenbesaß: " Du schriebst doch nur von einem Kleinen verwandtschaftlichen Kaffee." " Na weiter ist doch auch nichts. Tante Käthe ist da und Tante Liese mit ihrer Lotte, und Tante Hedwig und na und überhaupt Es blendete überhaupt alles hier; die weiße Tafel, das weiße Porzellan und die schweren Seidenkleider der Damen, die von Spizzen und Juwelen strohten. Und mitten in all dem blendenden Glanz stand Martha in ihrem schmucklosen Wollfleide, wie ein dunkler Kler. Tisch, nidte hier und gab da die Hand. Ach Tante Liese"" Lag Sie fam fich aber gar nicht„ flerig" vor. Sie trat an den Lotte" und trat dann zu der alten Dame auf dem Sopha:„ Tante Marie, wie ich mich freue, Dich einmal wiederzusehen. 41 " " ihr Stiel- Lorgnon von oben bis unten. Du bist nicht gerade häßlich Also das ist Martha!" sagte die alte Dame und maß sie durch geworden. lang plöblich getünstelt. Mit hastigem Dank nahm sie die Kaffee„ Hübsch aber gerade auch nicht." Martha Tachte, aber ihr Lachen tape, die Emmy ihr bot. Buckerts waren alle nicht hübsch." „ Sie schlachtet nach ihrer Mutter," sagte Tante Hedwig,„ die " Martha." einem gravitätischen Nicken:" Na Deine Eltern sind nun auch tot, Gutmütige Durchschnittsgesichter," bestätigte Tante Marie mit " Jaivohl, Tante Marie, seit drei Jahren." Mariha hielt die Augen gesenkt. bemerkte Tante Hedwig zu Tante Marie. „ Es ist recht traurig, daß sie ihr nichts hinterlassen haben," " Gar nichts?" Tante Marie schlug die Hände zusammen. ,, Gott Tante, was ich danach frage. Martha richtete sich auf: " Ich verdiene, was ich brauche, und überhaupt die schönen Bücher und Sammlungen, die Papa getauft hat und. Jawohl, Bücher und Sammlungen Tante Liese nickte, sie lächelte mit heruntergezogenen Mundwinkeln: Gott, daß ein Lehrer nicht viel sparen kann, weiß man ja; aber dann noch Bücher und Zeichenmappen kaufen... da hätte er doch lieber das Geld binlegen sollen, dann hättest Du wenigstens tausend Mark gehabt, für die alten Scharteken bekommst Du das noch gar nicht mal wieder." " Will ich auch gar nicht. Was denkt Ihr denn? Die alten Scharteten sind mir unbezahlbar, wie kann ich die für meine Arbeiten und Studien gebrauchen." " Martha schreibt nämlich für Zeitungen," erzählte Emin, Ja sie verfaßt Schriften," sette Tante Hedwig hinzu. Ach was," sagte Tante Marie. " Ich übersetze Englisch und Französisch, Tante," erklärte Martha, und jetzt schreibe ich auch Kunstberichte. " Da kommst Du wohl mit sehr vielen Herren zusammen?" fragte Tante Liese spibig. " Ja, das ist wohl nicht zu vermeiden, Tante." In Marthas Augen blikte es ironisch. " Ist Dir denn das nicht furchtbar genant? Da würde sich meine Lotte genieren." " Dann geniert sie sich wohl auch auf Bällen und Kränzchen?" „ Aber erlaub' mal, das ist doch ganz etwas andres, da bin ich doch dann auch immer dabei." „ Das zu vergleichen," entrüstete sich Tanie Stäthe,„ nein Mariha, Du hast wirklich Ansichten." " Dies haben alle die, die Schriften verfassen," nidie Tante Hedwig. " Du müßtest heiraten, Martha," entschied Tante Marie,„ Du müßtest wirklich heiraten." " Run Tante, vielleicht macht es sich noch; ich habe aber vorläufig noch keine Lust." ,, und wohl auch keinen Mann dazu?" fragte Tante Liesens Lotte. Ja, der war da gewesen," schrie Emmy; der lange Braus meister Beter hat sie haben wollen." Aber Emmy," Martha fuhr auf. Die junge Frau ließ sich in deffen nicht beirren:" Gewiß hat er Dich haben wollen, Marthal ' n Mann mit Geld, der heut ne eigne Brauerei hat, und da jagt das dumme Schaf nein!" " Aber Eminy, das gehört doch hier nicht her." Marthas Stimme zitterte. Ich hab Dir gesagt, daß ich ihn hochschäße, aber wir passen nicht zusammen." Mit' nem Mann, der Geld hat, paßt man immer zusammen," warf Tante Käthe ein. Und das war also wirklich ernsthaft?" Tante Marie schüttelte den Kopf: Das ist unverzeihlich, liebe Martha, tönnte man es nicht wieder zusammen bringen?" „ Er nimmt Dich heute noch," rief Emmy.„ Na, Martha, überlege, dann hast Du Deine Billa, Deinen Wagen und schöne Toiletten." 24 „ Na, Du hälft wohl nicht viel auf Toiletten?" fragie Tante vollkommen gebrauchsfertig und man hat nur nötig nach Marie und fab wieder durch ihr Stiellorgnon. dem man auf dem Stuhl Platz genommen hat, die vordere Seite des Kabinetts zu schließen. Ein fleiner Spiritusapparat vermag das ,, Ach Tante, warum nicht?" Martha errötete von neuem. " " Weil sie gewöhnlich kein Geld dazu haben," meinte Tante widelt. Mit einem solchen zusammenlegbaren Badekabinett lassen Hedwig spöttisch. Ein seidnes Kleid kannst Du Dir wohl nicht kaufen bei Deiner Arbeit?" fragte Tante Marie. Das ist doch traurig, Marthchen." Und wenn ich mir eins faufen könnte, werde ichs jedenfalls nicht zum Kaffee anzichen und zu einem kleinen Tantenfaffec" aufgedonnert kommen wie ein Pfingstochfe." Vielleicht wußte Martha felber nicht, woher sie den Mut zu folcher Antwort hatte, sie hatte ihn aber. Und ehe noch einer ein Wort der Erwviderung gefunden, war sie mit einer raschen Werbeugung hinaus. „ Na, ich dachte nur..." sagte Tante Marie. Die emanci- Kabinett in fünf Minuten für ein heißes Luftbad geeignet zu machen; pierten Damen halten doch niemals auf Toiletten." in sieben Minuten ist genügend Dampf für ein Dampfbad ent sich auch Schwefels. Salz und ähnliche Bäder leicht verabreichen. Wünscht man Gesichtsbäder zu nehmen, dann bringt man auf die Decke des Badekabinetts über den Kopf des Badenden einen Gesichts. dampfer. Dies ist ein oben geschlossener Cylinder, der mit cinem Mundstück zum Einatmen der Außenluft versehen ist, während die im Innern aufsteigende heiße Luft oder der empor steigende Dampf die gewünschte heilsame Wirkung auf die Gesichts haut ausüben. Der aus vier Klappen bestehende Deckel des zusammenlegbaren Badekabinetts ist so eingerichtet, daß er bei Boll bädern oberhalb der Schultern des Badenden geschlossen wird, während er, sobald halbe Körperbäder gewünscht werden, ebenso leicht und gut an der Taille geschlossen werden fann. Die Kosten für Brennstoffverbrauch stellen sich für ein gewöhnliches heißes Luftoder ein Dampfbad auf ungefähr zehn Pfennig. Das zusammen Klappbare Badekabinett hat den großen Vorteil, daß es während des Nichtgebrauches fast keinen Raum einnimmt und daß man es sogar auf Reisen leicht mit sich führen kann. Humoristisches. Fünf Minuten Pause und starre Gesichter. Dann rief Frau Emmy: Was habe ich gesagt? So ist diese Marthal Man fann nicht mit ihr auskommen. Es ist eine unausstehliche Person." Aus dem Tierleben. - Die Frau des Sittlichkeitsapostels. Aber das allein gehst Du nicht in die„ Salome"! auch kein Mensch, daß Du es aus Ent- Das Tauchen und Schlafen der Wale. Wir lesen im Prometheus": Walfischfängern und Naturforschern ist der Glaube gemeinsam, daß die Wale, wenn fie tauchen, zu enormen Tiefen hinabschießen. Dr. W. Stükenthal, einer der namhaftesten Walforscher unsrer Beit, hat z. B. die Tiefe, in welche die größeren Glieder dieser Gruppe hinabtauchen auf etwa 1000 Bards geschäßt, fag' ich Dir, Mann: obwohl die Grundlagen für solche Annahme sehr unsicher find. In Sonst glaubt Dir ja dem Bericht über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Belgischen rüstung thust!" Südpol- Expedition von 1897/99 diskutiert Dr. Racoviga jenen- Kathederblüte eines Professors der Technik. Glauben und stellt Stüfenthals Ansicht die eigne Schägung gegen Ja, meine Herren, die Parabel ist eben für manchen das Mädchen über, daß jene Tiefe statt 1000 wohl nur 100 yards betragen dürfte. für alles!" Die meisten Arten von Walen würden auch diese Tiefe kaum crreichen, und man darf zunächst fragen, was sie in so großen 3 Kraut mit die Finger! Wie oft muß i Dir noch jag'n, daß Erziehung. Jez' ißt dös Schweindl scho wieder Tiefen zu suchen hätten. Alle Wale tauchen zum Zwede der Futtergewinnung, und in der tiefen Dunkelheit, in die ma' s G'müas mit'm Messer ist!" ( Jugend.") Notizen. Beschlagnahmt wurden dem Leipziger Magazin Berlag" die Vorräte von Camille Lemmoniers Roman Die Liebe im Menschen". Das Werk war nur für Subskribenten gedruckt worden. " " fie bei faft 3000 Fuß gelangen, würden die meisten von ihnen fein für sie geeignetes Futter mehr finden. Die jenigen Arten, welche von kleineren Tieren leben, fönnten vielleicht dort noch Nahrung antreffen, aber solche, die von Fischen und Kopffüßlern leben, würden dort ihre Rechnung nicht mehr finden, selbst wenn man die leuchtenden Fische und Cephalopoden in Anschlag bringen wollte, die aber erst in noch größeren Tiefen häufiger werden. Aber gegen die Aufsuchung solcher Tiefen spricht auch der Ein noch nicht aufgeführtes Lustspiel von Diderot: dort herrschende große Druck. Es ist bekannt, daß schon ein Drud, Ist es gut, oder ist es schlecht?" wird nächstens in einer der über drei Atmosphären hinausgeht, dem menschlichen Leben ge- Separatvorstellung des Pariser Odeon Theaters auf fährlich wird, und wenn wir auch annehmen wollten, daß Wal- geführt werden. fische, die doch zu den heißblütigsten Tieren gehören, noch Ein neuer Parsifal Darsteller für Bayreuth einen dreimal größeren Druck, also von neun Atmosphären, wurde in dem Karlsruher Hofopernsänger Fris Rémond ge= zu ertragen vermöchten, so tritt ein solcher doch bewonnen. reits bei ungefähr neunzig Yards Tiefe ein, und c8- Der Glodenguß zu Groningen", eine dreiaftige ist sehr fraglich, ob sie den zehnfachen Drud( 90 Atmosphären) bei Oper von Roberto Catolla, hatte bei der Erstaufführung am der Tiefe von annähernd 1000 Yards ertragen würden. Und ebenso Stettiner Stadttheater einen starten äußeren Erfolg. muß bezweifelt werden, ob ein Walkörper, der doch nur um ein geringes spezifisch schwerer ist als Seewasser bei gewöhnlichem Drud, eine folche Muskelkraft ausüben kann, um seinen Körper in 1000 Yards Tiefe zu schleudern. Auch die verbreitete Annahme, daß die Wale nicht schlafen, bedarf der Erwägung. Als Beweis für ihr stetes Wachen hat man angeführt, daß Die Wale manchmal Seeschiffen tagelang folgen, was sie doch nicht könnten, wenn sie inzwischen schlafen müßten. Auch ist darauf hingewiesen worden, daß man nur selten Wale an der Oberfläche bewegungsLos treiben sieht. Andrerseits ist aber auch mit Recht darauf auf merksam gemacht worden, daß Tiere mit so hoch entwickelter Gehirn thätigkeit doch schwerlich des Schlafes ganz entbehren lönnten, zumal man doch weiß, daß selbst die Fische schlafen. Es giebt also hier noch mancherlei Dunkelheiten in der Lebensweise dieser großen Seefäugetiere. Technisches. " Eine Ausstellung von Buch titeln ist zur Zeit im Stuttgarter Landesgewerbe- Museum zu sehen. Emil Schöttle aus Stuttgart hat sie gesammelt; vom Jahre 1502 bis 1903 ist fast jedes Jahr mit einem Titel oder Primblatt vertreten. - Volkstümliche Hochschulkurse werden im laufenden Vierteljahre zum erstenmal in Nürnberg veranstaltet. Sechs Erlanger Professoren halten Vorträge aus dem Gebiete der Rechtsund Staatswissenschaften, der Philosophie, Geschichte und Medizin. Die Stadt giebt die Unterrichtsräume unentgeltlich her und trägt die Nebenkosten. c. Nach einer Universitäts- Statistit, die die Negierung der Vereinigten Staaten beröffentlicht, besuchen 6468 Studenten die Harvard Universität, 4296 die Universität von Chicago, 5352 die Universität Columbia; darauf folgen die Univer sitäten von Michigan, Stalifornien, Minnesota, Yale usw. In Harvard lehren 533 Professoren, in Columbia 504, an der John -In Edmonton( Kanada) lieferte unlängst ein Belzjäger die Felle von vier Schwarzfüchsen ein, die per Stück von 1500 bis 4000 Dollar geschäßt wurden. em. Dampfbadekabinett zum Busammenlegen. Die heißen Luft- und Dampfbäder erfreuen sich immer größerer Be- opkins- Universität 147, in Indiana 65. liebtheit. Zweifelsohne würden auch die russischen oder türkischen Bäder noch vielmehr Anwendung finden, wenn man dazu recht bequeme Einrichtungen hätte. Diesem Bedürfnis sucht nun das zuDer Forschungsreisende und Ethnograph Felig Kanig fammenklappbare Badekabinett zu genügen. Die Vorrichtung besteht ist, im 75. Lebensjahre, in Wien gestorben. Kanig war Specialist aus einem Rahmen von galvanisiertem Stahl, der in zwed für die Ethnologie der südslavischen Länder. Sein Hauptwerk entsprechender Weise mit Gummiwänden bezogen und auch mit" Donau- Bulgarien und der Ballan" hat mehrere luflagen erlebt.. einer verschließbaren Gummidecke verfchen ist. Bis Bis auf Wird er sich's hinter den Spiegel steden? welch geringe Dimensionen man diese praktische Neuheit zu In Wien wurde dieser Tage ein Drama, Der neue Tag" fammenlegen fann, geht am besten daraus hervor, daß von Franz Serbaes, dem Kunstkritiker der Neuen freien ein folches Stabinett im zusammengeklappten Zustande feines Patet von nur 1,10 Meter Länge, 75 Centimeter Breite und vier Genfurcoupons: ein Brefie", vorgelesen. Zum Schluß der Vorlesung erhielt jeder Zuhörer Meisterhaft, zur Aufführung dringend 5 Centimeter Stärke bildet. Selbst ein Kind ist in der Lage, das empfohlen",„ Talentprobe"," Mittelmäßig",„ Berfehlt". Als alle Badekabinett durch entsprechendes Aufklappen der einzelnen Teile Stimmen abgegeben waren, und man das Resultat des Plebiscits schnell herzustellen. In den so gefchaffenen, nach allen Seiten hin erwartete, verkündete der Vortragsleiter, daß die Abstimmung vorderabgeschlossenen Raum wird nun ein Stuhl gestellt, auf den sich der das Hand Geheimnis des Autors bleibe. Dampfbad Nehmende sezt. Unter den Stuhl bringt man vorher die zum Bade gehörige Heizvorrichtung. welche die Entwick- Die nächste Nummer des Unterhaltungsblattes erscheint am lung des erforderlichen Dampfes bewirkt. Das Bad ist nun Sonntag, den 10. Januar. " " Berantivoril. Redakteur: Julius Kalisti, Berlin.- Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.