Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 73. 401 401 Mittwoch, den 13. April. 1904 „ Ah ha; da seid Ihr ja endlich; der Zug hat wohl Ver( Nachdrud verboten.) spätung gehabt?" Elther Waters. Roman von George Moore. ,, Nein; nächsten Sonntag gehe ich nach Dulwich, mein Kind besuchen," bekam Fred von Esther zur Antwort. Können Sie nicht nach der Bibelstunde dorthin gehen?" ,, Nein, denn ich kann nicht vor- und nachmittags gehen." ,, Darf ich Sie begleiten?" " Wohin? Nach Dulwich?" Dies ist Esther, Vater." Sie sollten den Tag im Hause von Freds Eltern verbringen, und Esther war schon neugierig, wie es dort aussehen würde. Sie sollte Freds Schwestern und auch seine Brüder fennen lernen. Diese aber interessierten sie weniger; sie mußte bloß an seine Mutter denken. Fred hatte seiner Mutter viel von Esther erzählt. Als sie von Jackies Eristenz gehört hatte, aus- war sie zuerst natürlich sehr traurig gewesen; aber als sie Esthers ganze Geschichte vernommen hatte, hatte sie gesagt: ,, Wir sind alle der Versuchung ausgesetzt, und wenn Deine Esther wirklich bereut und Gott um Vergebung gebeten hat, Ja. Bis Sie gehen, ist unsre Bibelstunde zu Ende; ich so müssen auch wir ihr vergeben." könnte Sie an der Station treffen." ,, Wenn Sie wollen!" Während sie zusammen heimgingen, erzähite Either Fred die Geschichte ihres Unglücks. Er bezeugte das tiefste Interesse und viel Mitgefühl für sie. Ich liebe Sie, Esther. Es ist nicht schwer, denen zu vergeben, die wir lieben!" sagte er. Sie sind sehr gut; ich hätte nie geglaubt, daß es so gute Männer geben könnte." Sie stand da, ihre Hand lag schon auf der Thürklinke, sie blickte in sein Gesicht, und in diesem Augenblick hatte sie bei nahe das Gefühl, ihn zu lieben. XXIV. Mrs. Humphreys, eine ältliche Frau, die zwei Häuser weiter in derselben Straße die Wirtschaft eines Junggesellen führte, besuchte Esther mitunter zur Theestunde und begann bald von Fred zu sprechen und ihn einen sehr netten jungen Mann zu nennen, der wohl im stande wäre, eine Frau glücklich zu machen. Ehster hörte sie ruhig an, ging dabei in der Küche hin und her, antwortete aber kaum mit einer Silbe. Plöglich erzählte sie Mrs. Humphreys eines Tages, daß Fred sie nach Dulwich begleitet habe und daß er und Jackie einander riesig gefallen hätten. Ach was," schrie die würdige Dame, na, es ist ja nett, zu hören, daß diese frommen Menschen nicht ganz so hartherzig sind, wie man meistens glaubt." " Mrs. Humphreys war der Meinung, daß Esther von nun an beginnen sollte, sich Jackies Tante zu nennen. ,, Es glaubt's ja allerdings keiner," sagte sie, aber es Klingt doch reputierlicher, und ich glaube, Mr. Parsons würde das als eine persönliche Aufmerksamkeit gegen ihn ansehen." Esther gab feine Antwort darauf, aber sie mußte noch viel über diese Worte nachdenken. Vielleicht wäre es in der That besser, wenn Jackie sie nicht mehr Mütterchen" nannte, sondern statt dessen„ Tante". Aber nein, nein, sie hätte das nicht ertragen können. Wenn Fred sie haben wollte, mußte er sie ganz so nehmen, wie sie war, oder gar nicht. Sie famen jegt sehr gut miteinander aus, und er verdiente schönes Geld, dreißig Schilling die Woche. Sie war achtundzwanzig Jahre alt; wenn sie überhaupt heiraten wollte, begann es die höchste Zeit zu werden. Eines Tages bat Fred sie, mit ihm hinauszufahren nach Kent, um sie feinen Eltern vorzustellen. Es war dies im Oktober, und während der Zug langsam aus der Station herausdampfte, sagte sie: " Wie wird bloß die liebe, gute Seele dort später ohne mich fertig werden?" O bitte, und wie soll ich ohne Dich fertig werden?" Esther lachte. Ach, ein Mann! Der vergißt sein liebes Jch niemals!" „ Aber meine Alten werden doch wissen wollen, wann es mun sein wird; was soll ich ihnen denn sagen?" ,, Ueber ein Jahr von jetzt; das ist früh genug. Wer weiß, ob Du mich dann überhaupt noch wirst haben wollen!" Sagen wir doch nächstes Frühjahr, Esther!" Der Zug hielt. " ,, Da ist Bater; er ist mit dem Wagen gekommen. Vater!" rief er. Er hört uns nicht," sagte er zu Esther, er ist in der legten Zeit ein bißchen schwerhörig geworden. Water!" rief er noch einmal, Troßdem aber war Esther nicht ganz ruhig und bedauerte fast, daß sie eingewilligt hatte, sich Freds Familie vorstellen zu lassen, bevor sie seine Frau geworden war; nun aber war's zu spät, daran zu denken; das war schon das kleine, alte Haus. Fred wies mit dem Finger darauf, und die alte, graue Mähre, die den Stall witterte, trabte vergnügt den Hügel hinauf. Vor einem niederen Gartenzaun machten sie Halt. Herbstrosen standen steif und halb verdorrt da in dem kleinen Garten, und die eine Seite des Hauses war von einer hellfarbigen Schling. pflanze so überwuchert, daß es fast aussah, als wäre das Haus in einen farmeſfinroten Mantel gehüllt. Der alte Vater führte Pferd und Ma en in den Stall hinein, und Fred und Esther gingen den tieinen, mit roten Ziegelsteinen ausgelegten Gartenweg zum Hause hinauf und traten ein. Während sie durch die Küche gingen, stellte Fred Esther seinen beiden Schwestern, Mary und Lily, vor. Beide waren beim Kochen beschäftigt. Mutter ist in der guten Stube," sagte Mary,„ sie erwartet Euch schon." Am Fenster in einem breiten hölzernen Lehnstuhl saß eine große, etwa sechzigjährige Frau in schwarzem Kleide. Zu beiden Seiten ihres hageren, weißen Gefichts hingen ihr zwei Storfzieherlocken herab, die ihr auf den ersten Blick ein etwas komisches Aussehen verliehen, aber als sie sich nun erhob und ihren Sohne mit ausgestreckten Händen entgegenfam, um ihn 3 begrüßen, da ich sie nichts eniger als tomisch oder licherlich aus, denn ihr ganzes Gesicht strahlte vor Freude, und ihr Willkommengruß flang wie ein Segenswunsch. " ,, Ah, mein lieber Fred, wie geht es Dir? Ich freue mich fehr. Dich zu sehen. Das ist schön von Dir, daß Du zu uns herauskommst. Komm, set Dich hierher!" ,, Mutter, dies ist Esther!" „ Guten Tag, Esther und wie geht es Dir? Auch von Dir ist es lieb und freundlich, hierher zu kommen; ich freue mich sehr, Dich zu sehen. Komm, lege Deine Sachen ab, mein Kind, und setz Dich hierher zu mir!" Sie bestand darauf, Esther selbst Hut und Mantel abzunehmen, legte die Sachen aufs Sofa und holte eigenhändig Stühle für beide herbei. Rommt, setzt Euch und erzählt mir etwas! Ich komme ja nicht mehr viel heraus, aber ich habe meine Kinder gerne un mich. Hierher setze Dich, Esther." Dann wandte sie sich zu ihrem Sohne. „ Nun erzähle mir, Fred, wie es Dir die ganze Zeit über gegangen ist! Wohnst Du immer noch in Hackney?" " Jawohl, Mutter; aber wenn wir verheiratet sind, wollen wir uns in Mortlake ein Häuschen mieten. Dort wird es Esther besser gefallen als in Hackney, es ist dort hübscher und ländlicher.' „ Ah, und Du liebst das Ländliche wohl auch immer noch? Mortlake liegt am Fluß, nicht wahr? Würde es Euch dort nicht zu feucht sein?" " Ich glaube nicht, Mutter, und die Häuschen dort sind sehr niedlich. Ich glaube, es wird uns in Mortlake gefallen. Ich habe auch viele Bekannte dort, mehr als fünfzig, die jeden Sonntag zusammenkommen. Auch in politischer Hinsicht ist dori viel zu thun. Ich weiß, Mutter, Dur liebst die Politik nicht, aber wir Männer müssen uns damit abgeben; die Zeiten sind derart, daß jeder Mann thun muß, was er kann." „ Mein Sohn! Solange wir Gott in unserm Herzen tragen, ist alles, was wir thun, wohlgethan. Aber Ihr habt eine lange Fahrt hinter Euch; Ihr müßt eine Erfrischung be 290 tommen. Mein lieber Junge, bitte, klopfe doch mal an jene Thür! Deine Schwester Klara ist dort drinnen und zieht sich an; sage ihr, sie möchte sich beeilen." Ich komme schon, Mutter!" rief eine Stimme hinter der Thür, und gleich darauf trat eine Person von etwa dreißig Jahren ins Zimmer. Sie war hübscher als die andern Schwestern und modischer gekleidet. Auch die Art und Weise, wie sie ihren Bruder füßte und Esther die Hand reichte, bezeugte, daß sie in der großen Welt lebte. Klara war Directrice in einem großen Puzwarengeschäft in London. Den Sonnabendnachmittag und den Sonntag verbrachte sie stets zu Hause. Heute war sie etwas früher nach Hause gekommen als sonst. Mrs. Parsons bot den Besuchern ein Glas Johannisbeervein an, und Lily brachte eine Flasche davon sowie Gläser zusammen auf einem Tablett herein. Klara fragte: ,, Wann wird heute das Mittagessen fertig sein?" wundern, der jenseits der Hügel langsam heraufgezogen fam und an dem dunklen, bleifarbenen Himmel stehen blieb. Als sie ins Haus zurückfamen, sahen sie den alten Farmer, der ganz heimlich vor ihnen dorthin zurückgekehrt war. Er faß neben feiner Frau, hielt ihre Hand in der seinen und streichelte sie in einer rührenden, zärtlich altmodischen Weise. Die ganze Haltung des greisen Ehepaares drückte einen so be feligenden Frieden, ein so vollkommenes Glück aus, daß das Bild sich tief in Esthers Seele eingrub und sie zeitlebens nicht wieder verließ. Es wollte ihr scheinen, als hätte sie noch nie zuvor etwas so Schönes gesehen! So hatten die beiden Leute vor vierzig Jahren zusammengesessen, und so würde es zwischen ihnen bleiben bis an ihr Ende. Unwillkürlich mußte sie denken, ob wohl in vierzig Jahren von heute Fred auch so neben ihr ſizen würde?! Als sie fort mußten, zündete der alte Vater eine Laterne an und ging selbst nach dem Stall, um Pferd und Wagen Mary sagte, sie müßte noch ein wenig warten. Lily aber herauszuholen. Dann fuhren sie zusammen dahin über das flüsterte ihr zu: " In einer kleinen halben Stunde." Nachmittags meinte der alte Bater, daß sie im Obstgarten weiter arbeiten müßten. Esther bot vergnügt ihre Hilfe an; aber als sie eben dabei war, den andern aus dem Zimmer hinaus zu folgen, hielt die alte Mutter sie zurück. jetzt in abendlicher Dunkelheit daliegende Land, an den vereinzelten Lichtern des Dorfes vorüber. Ein Bauer kam ihnen aus der Dunkelheit so lautlos entgegen wie ein Geist. Er trat zur Seite und rief:„ Gute Nacht!" rief in hellem, freudigem Tone zurück: Der alte Vater brummte nur eine Erwiderung, Fred aber „ Gute Nacht!" Der Zug raste dahin, zuerst durch Feld und Thal, dann durch Vorstädte, dann über eiserne Brücken, tiefliegende Straßen und an endlosen Lichtreihen vorüber. ,, Willst Du nicht ein paar Minuten bei mir bleiben, mein Noch nie zuvor hatte Esther einen so langen, schönen Tag Kind? Es dauert nicht lange." Und sie zog einen Stuhl verlebt; einen Tag, in dem so alles und alles in vollster heran, und Esther mußte fich an ihrer Seite niederfezen. Ich Harmonie mit ihren Principien und ihrem Charakter gewesen werde Dich vielleicht eine lange Zeit nicht wiedersehen, ia war. Und das alles zusammen diente dazu, eine seltsame Bevielleicht niemals, denn ich bin eine alte Frau, und jeden wegung in ihrer Seele hervorzurufen, und freundlicher, zärtAugenblick kann es Gott gefallen, mich zu sich zu rufen. Darum licher als je zuvor horchte sie auf Freds Liebesworte. wollte ich Dir fagen, mein liebes Kind, daß ich das vollste Vertrauen zu Dir habe. Du wirst meinem Fred eine gute Frau sein, davon bin ich überzeugt, und Fred wird Deinem Kinde ein guter Vater sein; und wenn Gott Euch mit noch mehr Kindern segnen sollte, so wird er Dein erstgeborenes sicherlich niemals weniger gut behandeln, als die andern. Das hat er mir gesagt, und Fred ist ein Mann, der sein Wort hält. Du bist der Versuchung und der Sünde unterlegen, aber Du hast es bereut. Wir sind alle der Versuchung preisgegeben, und wir müssen unablässig zu Gott beten, daß er uns führe und leite, damit wir nicht straucheln." „ Ich bin sehr zu tadeln, o, ich weiß es, aber-" ( Fortsetzung folgt.), Ein ,, bakatiftifcher" Roman? " den Der ihrem großpreußisch angehauchten Soldatenroman„ Die Wir wollen jest nicht mehr darüber sprechen; wir sind acht am Rhein" allzu reichlich von der bürgerlichen Kritik gealle Sünder, selbst die besten unter uns. Du wirst die Frau lassen. Hatte sie dort das stetige Hineinwachsen der rheinischen Bestreute Lorbeer hat Klara Biebig nicht mehr schlafen meines Sohnes werden, darum bist Du jetzt schon meine völkerung in das 1870/71" geeinte" All- Deutschland auf einer Tochter und mußt dies Haus als Dein Heim betrachten und Art fultureller Basis zu schildern bersucht, fo sehen so oft hierher kommen, wie es nur irgend geht. Ich hoffe, daß wir die Schriftstellerin im neuesten Werke ihrer fräfdas sehr oft sein wird; ich habe meine Kinder gern um mich; tigen Feder: Das schlafende Heer") auf ähnund ich selbst kann nicht mehr viel hinausgehen, also müßt Ihr lichen Bahnen wandeln. Der befestigte Ruf einer unserer schon zu mir kommen. Es ist sehr traurig für mich, daß ich bewährtesten Heimatsdichterinnen genügte Frau Biebig nicht. nicht mehr zur Bibelstunde gehen kann. Seit letzten Weih- Sie strebte im Gefühl reicherer Gebekräfte weg von nachten bin ich nicht mehr dort gewesen; aber vom Küchen- Bezirken der rauhen Eifelberge, um neues Land zu suchen. Nach fenster aus kann ich die andern alle hingehen sehen und kann Observanz ihren Herensabbath feiert, äugte ihr Blid. Da winkte dem Osten, dorthin, wo die preußische Polenpolitik hakatistischer auch sehen, wie glücklich sie aussehen, wenn sie zurückkommen. brachliegender Acker. Da Harrten eines Epifers größeren Man sieht es ihnen dann so recht an, daß sie bei unserm Gott Stils würdige Probleme, die, mit schöpferfrohem Sinne gewesen sind. Die Heilsarmee kommt auch mitunter hier aufzusaugen und fünstlerisch zu gestalten sehr wohl reizen vorüber. Dann bleiben sie drüben auf dem Feldwege stehen konnten und um ihrer Aktualität willen gleichzeitig auch die und singen; ich kann die Worte nicht hören, die sie singen, aber Aussichten auf neuen schriftstellerischen Ruhm zu vermehren ich sehe es ihren Gesichtern deutlich an, daß sie mit unserm Gott geeignet schienen. So unternahm es denn Klara Wiebig, jene sozusammen waren. So, nun habe ich Dir alles gesagt, was ich wohl antipreußischen als antipolnischen Kräfte und Strömungen, die auf dem Herzen hatte, und nun lauf zu Fred hinaus, er wartet besonders in der Provinz Posen gerade jetzt im Werke wären, das " geeinte" Volt zu trennen", durch einen Roman aufzuzeigen. Es schon auf Dich." läßt sich nicht leugnen: sensationellen Stoff gab es da genug, wie ja der Fall" Willich, die Androhung einer Gewaltpolitik im preußischen Herrenhause und letthin der Major Endell- Prozeß zur Genüge lehrten. V " die, Esther küßte die alte Frau herzlich und ging in den Obstgarten hinaus zu Fred; dieser stand auf einer Leiter und schüttelte die Zweige der Bäume; aber als er Esther sah, kam Wer nun vermeinte, im Viebigschen Roman diesen angedeuteten er herunter, und sein Bruder Harry ging nun an seiner Stelle träften" und" Strömungen" zu begegnen, würde aber doch sehr im hinauf. Esther und Fred füllten zusammen einen Korb mit Irrtum sein. Den strittigen Kernfragen der reaktionären preußischen Alepfeln, dann aber, wie von einem gemeinsamen Impulse ge- Solonisations"-Politik im polnischen Osten ist Klara Biebig aus dem Wege gegangen. Sie begnügte sich mit dem Anschneiden trieben, wanderten sie Hand in Hand durch den Garten und des Rassen Problems, infotveit die Verschiedenheit der blieben auf der kleinen hölzernen Brücke stehen. Sie sprachen Sprache, der Konfession sowie mancherlei oberflächliche Volks wenig, Worte schienen zwischen ihnen nicht nötig zu sein. Sie anschamugen in Frage kommen, ohne indessen die ursächlichen waren beide glücklich, so zusammen zu sein. Sie hörten das Zusammenhänge oder das innerliche Wesen des Polen- und DeutschWasser unter ihren Füßen plätschern, und von weitem hörten tums aus der Tiefe her aufzuhellen. Farbig das soll nicht be fie das dumpfe Geräusch der zu Boden fallenden Aepfel. Ein stritten werden ist das gegebene Bild trotz alledem. Die Ver Leichter Wind fuhr durch die Kronen der Bäume, und welfe fafferin hat sich mit Liebe und Eifer dem Studium von Posens Blätter flogen in Mengen herab. Die Stimmen der Obst- suggestible Schilderungsgabe und Dialektit, so daß es ihr wohl gelang, Land und Leuten hingegeben. Zudem verfügt sie über erstaunliche ſammler ertönten laut in der Stille der abendlichen Dämmerung; fie riefen einander zu, daß ihre Körbe nun voll wären. Dann kamen sie auch auf die kleine Brüde zu dem Brautpaar heran, und alle zusammen blieben noch einen Augenblick dort stehen, um den vollen, roten Mond zu befreise für sich einzunehmen. Auch die Stunst äußerst geschickten alle dem Schauplatz jener aufgeworfenen Vorgänge fernstehenden LeserLawierens zwischen gefährlichen Angriffspunkten sei ihr zugesprochen. *) Egon Fleischel u. Co. Berlin. Preis 6 M. Sich selber möglichst zu„objektivieren", so zwar, daß auf den ersten Blick alle persönliche Parteinahme verschleiert bleibt, das ist Klara Viebig ebenfalls gelungen. So dürste denn oberflächliche Kritik leicht geneigt scheinen, in diesem Buche auch wieder die Darstellung eines „Kulturbildes" zu erblicken. Dazu fehlen doch aber die hauptsächlichsten Vorbedingungen. Gewiß, der Leser macht Bekanntschast mit einer bunten Reihe lebensvoller Gestalten, als da sind: deutsche und polnische Großgrundbesitzer, Ansiedler und Landarbeiter, Beamte und Geist- liche, Töchter und Frauen, so daß er meinen könnte, das„ganze" Volk in seiner Vielgestaltigkeit, in seinen gemeinsamen und seinen widerstreitenden Interessen zu sehen. Ein Blick auf die„Handlungen", in die jene Personen verstrickt wurden, lehrt aber erkennen, daß die ersteren doch zu unbedeutend erscheinen, um auf den Namen eines kulturellen Spiegelbildes Anspruch erheben zu können. Was geht denn vor? Da sind zwei deutsche Rittergutsbesitzer. In dem einen— Kestner auf Przhbo- rowo— wird ein in xoliticis gleichmütiger, um nicht zu sagen in- differenter Landwirt gezeichnet, dem lediglich am eignen Wohlbestande gelegen ist und der in der Besorgnis guter oder schlechter Ernten schließlich darauf baut, daß ihm, Ivenn's dann nicht mehr geht, dem Bodew iveitere Erträgnisse abzugewinnen, die LandeSkominission sein Gut abkaust. Er ist ein realer Praktiker. Die Polenpolitik läßt ihn kalt. Er lebt mit den polnischen wie deutschen Nachbarn in friedlichem, wenn auch scheelsüchtigem Einvernehmen. Der andre— Baron v. Doleschal auf Niemczyce-Deutschau— ist das gerade Gegenteil: Großdeutscher, enragierter Patriot hakatistischer Färbung, ist sein einziges Sinnen und Trachten auf die Germani- sicrung der Polen gerichtet. Er will sie dem Schnapsgeuuß ent- wohnen und sie nicht bloß zu besserer Existenz, sondern auch zu deutscher Sitte, Sprache und Denkweise heranziehen. War' er nur nicht eine so hypersensible, verweichlichte, empfindsame Kreatur. Aber da sitzt das llebel. Er will überall kolonisieren, verstrickt sich mit den Nachbarn wie mit sich selbst in allerhand Fährlichkeitcn, macht eine ganze Skala un- nötiger Leiden durch, bis er sich, von allen als„.Kneifer" ge- schnitten, als aussichtsloser Reichstags- Kandidat aus Verzweiflung über seine Deutschtums- Bestrebungen eine blaue Bohne ins Hirn schießt. Geschieht ihm ganz recht. Dekadente Schwächlinge und Schwärmer müssen zu Grunde gehen. Als dritte kommt eine Kolonistenfamilie aus Rheinland in Bewacht. Man quält sich ein, zwei Jahre mit den, wenig ergiebigen Boden ab. Man verzehrt sich in Sehnsucht nach der schonen Heimat, weil die deutsche Art mit der polnischen nimmer Verschmelzbarl Der Sohn ist zwar schon anpassungsfähiger, er heiratet eine Polin, die er jedoch bald auf konspirationistischen Wegen wie bei Untreue er- kennt und die ihm dann wegläuft. Eines Tages ist der die lieblose Frau Suchende auf Nimmerwiederfindcn verschwunden. Im Moor fand er — zufällig oder gewaltsam, wer kann's sagen— den Tod. Die Eltern vcr- kaufen und ziehen wieder der Heimat zu. Den Deutschen stellt Klara Viebig ein überwältigendes Polentum gegenüber. Da ist ein Vikar, beseelt vom ganzen Fanatismus ftir sein Volk wie für die Hoffnung auf den einstigen Sieg des weißen Adlers. Er hat die Gläubigen in seiner Gewalt. Seine Agitation gegen die Deutschen fällt stets auf guten Boden. Da ist der polnische'Großgrundbesitzer v. Gar- czynski auf derHerrschastChwaliborczyce. zwar ein echter Edelmann, aber doch auch ein pfiffiger Zweiseelenmcnsch, der den deutschen Landrat in der Tasche hat, sogar Reichstags-Abgeordnetcr wird und weiter die sichere Gewähr besitzt, daß ihm sein Gut von der Ansiedelungs- kommission behufs Parzellierungszlvecken abgekauft werden dürste. Frau und heranwachsende Tochter nebst dem polnischen Inspektor nehmen'S in puncto„Moral" nicht gar genau und scheinen das Schlagwort von der„polnischen Wirtschast" zu illustrieren. Ein alter Schäfer bildet gewissermaßen die lebendige Tradition des Polentums. In seinem Gedächtnis haften allerlei legendäre und historische Erinnerungen an Polens ehemalige Macht und Herrlichkeit. Prophetenhast ist sein Ansehen beim Landvolke. Einst, so verkündet er, mutz der weiße Adler über die deutschen Hunde siegen.„Freue dich, Land, mit deinen Wogen deS Korns, mit deinen blinkenden Sensen I Freut euch, ihr Männer, steut euch, ihr Weiber! Ihr Kinder des großen Polen, freuet euch!" Ist ein Berg auf Baron Doleschals Grund, Lysa-Gora geheißen. Dadrinnen schlafen, nach polnischem Glauben, dreimalhimderttausend gewaffnete Krieger. Einst werden ihre Waffen klirren. Dann wachen sie auf und entsteigen dem Berge, um Land und Volk von allen Feinden Polens zu säubern.... Wie ein mystisches Wahrzeichen spukt der Lysa Gora durch alle Handlungen des Romans. Dorthin zog's Doleschal; ihn sieht er gespenstig gleich einem Verhängnis aufragen; auf seiner Höhe erschießt er sich. Damit soll doch angedeutet sein, daß Doleschal am Polenvolke zu Grunde ging? Es scheint so. Denn auch Peter Bräuer, der rheinische Kolonistensohn, der damals im Luch verschwand, wurde ja ein Opfer seiner Polinncnliebe. Fiel er vielleicht durch einen Mordanschlag? Klara Viebig überläßt diese Deuwng dem Leser. Auf wessen Seite sie also steht, dürfte unschwer zu erraten sein. Polnisch' Volk hat ihre Sympathie nicht. Es müßte beim weniger unerfreuliche Charakterzüge tragen, als ihm die Verfafferin zumutete. Schnaps- brüderliche Verkommenheit, List und Tücke, lästerliches Ge- schimpf und Gefluche, ekelhafte Unsauberkeit haben, wenn Frau Viebigs Milieu- und Wesenszeichnung � als richtig hin- genommen wird, alle Vertreter der polnischen Nation an sich. Des Guten und Edelmütigen verblieb so wenig, daß es verschwindet. Wohin hat sich da die„Objektivität" der Epikerin ver- flüchtigt? Aber es find auch sonst noch der UnWahrscheinlichkeiten viele. Zu dick aufgetragen, ja unglaubwürdig scheinen die Sccnen, wo die Verfafferin schildert, loie die Gutsleute zu nächtlicher Stunde einen Sturm auf Doleschals Herrenhaus versuchen, wie eine Rotte, ebenfalls nachts, den Baron auf der Heimkehr von einer Wählcrversammlung durchprügelt, wie sie den Laden des Krämerjuden plündern. Nirgends zeigt sich ein«behelmter Vertreter des Gesetzes", der doch sonst immer gleich zur Stelle zu sein pflegt. Wieviel mehr erst, wenn es sich um„groben Unfug", um„Aufruhr" handelt? Ist es serner denkbar, daß ein preußischer Landrat, als exekutives Organ der Regierung, ungestraft so offen- fichtige Polenfreundlichkeit an den Tag legt, wie dieser da? Kurz, es ließen sich leicht noch andre Verzeichnungen nach- weiseir, aus denen hervorginge, daß das Viebigsche„Kultur- bild" vom Osten in einem Vexierspiegel aufgefangen wurde. Dessenungeachtet besitzt der Roman doch auch unbestreitbare Vorzüge. Alles ist, bei perspettivistischer Räumlichkeit, mit realistischer Kraft gestaltet und voll dichterischer, wenn auch schwer atmender Stimmung:— So etwa? wie„Erdgeruch" entströmt dem Ganzen. Desgleichen entspricht es nur der„poetischen Gerechtigkeit", wenn Klara Viebig ihr Opus mit der zuversichtlichen Hoffnung auf das Erwachen einer neuen Aera des Deutschtums, welche die Sünden der Väter wieder gut zu machen, dem Land und dem Volke Glück und Frieden zurückzugeben berufen sein werde, stohgemut beendigt. Ob diese Hoffnung durch die zur Zeit offenbar unumschränkt Herr- schenden Hakatistischen Machtfaktoren nicht doch kläglich vereitelt wird, dürfte die Zukunft lehren.— E r n st K r e o Iv s k i. Kleines feialleton. sin. Der kriegerische Mut. Wenn die Völker„weit hinten" auf- einanderschlagen, dann pflegen fixe Berichterstatter dem Mangel an sicheren Nachrichten durch starke Anspannung ihrer regen Phantasie abzuzhelfen. Grandiose Schlachtgemälde entrollen sie vor den Augen der erstaunten und zum angenehmen Gruseln aufgestachelten Leser, von Heldcnthaten wissen sie zu singen und zu sagen, die, wenn sie nicht gethan sind, doch gethan sein könnten. Das Gewerbe nährt seinen Mann und ist nicht eben schwer, denn alles kann nach Schema F gearbeitet werden und man kann alte Cliches sonder Zahl vertuenden. Am dankbarsten sind die Leser immer für die packende Schilderung kriegerischer Heldcnthaten derjenigen Partei, der jeweilig die all- gemeinen Sympathien zugewandt sind. Kriegerische Heltenthaten, kriegerischer Mut— wir lernten es ja alle schon in der Schule, dies seien die edelsten Blüten des tollen Würgens, um sie ersprießen zu lassen, sei der Krieg als ein bedeutsmnes Glied der göttlichen Welt- ordnung eingefügt worden. Die Schulmeister, denen von einer hohen Behörde zum mehreren Ruhme des Militarismus derartige blut- rünstige Aufsatzthemen anbefohlen sind, scheinen mir selbst daran zu glauben und leiern mit dem Brusttone der Ucbcrzcuguug die Phrasen- reichen Schillerdtake jahraus jahrein ihren Zöglingen vor. Sach- kenne r sind fleptischer. Marschall Villars, der im Dienste des fran- zösischen Sonnenkönigs tvahrlich genug Gelegenheit hatte, den Krieg kennen zu lernen, hatte seine eignen Gedanken über den„kriegerischen Mut" und sagte:„Man sagt, jeder Mensch sei tapfer, aber wenn es an Kopf und Kragen geht, dann merkt mau nur nichts davon!" Und mehr als ein moderner Offizier glaubt nicht daran, daß man im Zeitalter der Magazingewehre imd des rauchlosen Pulvers eine lang auseinandergezogcne Schützenlinie un feindlichen Feuer zum Auf- stehen und Vorwärtsstürmen bringen könne. Der„Ernstfall" ist doch ein wenig anders, als ihn sich der Bürger beim Zeitungslesen am behaglichen Jrühstückstisch auszumalen pflegt, und alle wahrhcits- liebenden Feldzugstcilnehmcr berichten uns übereinstimmend, daß der Mut und die Zuverlässigkeit des Durchschnittssoldaten im Kriege recht weit hinter den Illusionen bleibe, die man geflissentlich wachzurufen bemüht ist. Uebrigens war in den Kriegen der Neuzeit, über die wir genaue statistische Nachweise besitzen, für die Teilnehmer die Gefahr, ein Opfer der Ueberanftrengungen und der Krankheiten zu werden, stets vielfach größer, als die Wahrscheinlichkeit, von einer feindlichen Kugel zu fallen.„Süß und ehrenvoll ist der Tod fürs Vaterland," sagt ein lateinischer Spruch: es erscheint indessen sehr zweifelhaft, ob ein Typhusanfall für einen Krieger angenehmer ist als für einen Civilisten, oder ob dem Tode zwischen Cholerakranken in einem primitiven Feldlazarett irgend welche Süßigkeit innewohnt. Ein- mal muß jeder Mensch sterben, und manchem mag es gleich sein, Ivo und wie der Tod ihn ereilt; aber die meisten pflegen einen andern dem an einer Krankheit im Felde vorzuziehe». Lacombe, der ein gutes Buch über die Psychologie des Krieges geschrieben hat, unterscheidet beim Kampfe mit modernen Feuer- Waffen drei Phasen: den Fernfeuerkampf, den Bajonettangriff und den zwischen beiden liegenden Zeitraum. Dieser erscheint als der wichtigste und über ihn sagt der Autor: wenn das Feuer des Gegners wenig wirksam ist und der Soldat einige Deckung hat, dann pflegt er fortwährend zu schießen und ist nur schwer hervorzubringen; ist er dagegen dem feindlichen Feuer ausgesetzt, dann ist er schwer zu halten und späht nach einer Gelegenheit zum Fliehen aus, nach hinten oder — nach vorne! Um die Gefahr aus der Welt zu schaffen, muß erden Feind aus der Welt schaffen. Und häufig weicht dieser vor einem heftigen Ansttirm zurück, ohne daß eine zwingende Notwendigkeit für ihn vorläge. Die Furcht vor Vernichtung wirkt im Kriege oft- 292 27 mals genau so wie die Vernichtung selbst. Ardant du Pica sagt in tüchtigsten Landwirte, die mir in meiner 30jährigen Praxis bekannt feinen Studien über den Kampf: Gegen Eisen und Blei hat sich der geworden sind, warnte mich vor dieser frühzeitigen Erbsenbestellung, moderne Mensch nicht mehr in der Gewalt. Der Selbsterhaltungs- indem er mir sagte:„ Sie werden die ganze Ernte durch den Käfer trieb beherrscht ihn vollkommen. Zwei Wege zur Rettung aus der einbüßen!" Es schien mir aber unglaublich, daß die frühzeitige BeGefahr stehen ihm offen: die Flucht oder der Ansturm nach vorn. stellung dies verursachen sollte, und ich bestellte nun erst recht die Also, vorwärts! Aber so klein auch der Zwischenraum zwischen unserm Erbsen, ich hielt die Sache für ganz unmöglich. Die Erbsen Aufspringen und dem Einhauen der Selbsterhaltungstrieb zeigt gingen sehr gut auf, wuchsen ohne Stillstand kräftig weiter, blühten sich auch hier wieder. Wir stürmen vorwärts, aber die meisten von gut und setzten ausgezeichnet an. Die reifen Erbsen hatten wohl ams mit einiger Vorsicht, mit einem Hintergedanken, sie lassen die jede einen dunklen Fleck; als sie gedroschen wurden, waren Eifrigen, die Unerschrockenen vor... und unsre Reihen ziehen sich sie unverkäuflich, in jeder saß der Erbsentäfer! Da man immer weiter auseinander, je näher wir an den Feind kommen." damals, Anfang der achtziger Jahre, noch wenig über die Tötung Und an einer andern Stelle:" Die Zahl derjenigen, die sich beim des Käfers bezw. Entfernung desselben wußte, so verfütterte Sturmangriff absichtlich niederwerfen und sich, eine Art ich die ganze Ernte an die Lämmer. Während der nächsten sieben Deserteure, verwundet stellen, ist außerordentlich groß. Mindestens Jahre bestellte ich die Erbsen wieder erst Ende April und habe nie die Hälfte der Leute fällt, manchmal mehr als die Hälfte. Bei wieder den Käfer gehabt. Die Ernte fand stets nach drei Monaten Wagram wurden 22 000 Mann gegen eine Position vorgeführt, 5000 statt. Ich erkläre mir dies folgendermaßen: In der Mulden- Aue kamen dort an. Waren die fehlenden 17 000 fampfunfähig? Keines waren damals viele alte Dämme von früheren veralteten Eintvegs, höchstens ein Drittel von ihnen war verletzt. Wo steckten also deichungen der Mulde; auf diefen, die als Grasnugung dienten, die andern 12 000? Sie hatten sich unterwegs hingeworfen und wuchsen viel Vogelwicken und ähnliche, diese waren wohl die BrutTote„ marfiert", um nicht den ganzen Sturmanlauf mitmachen zu stätten des Käfers. Wurden die Erbsen nun Ende April erst bemüssen." Uebrigens haben die 5000 die bestürmte Stellung gestellt, so war, wenn dieselben blühten, die Eierlegungsperiode des nommen; auf der andern Seite standen nämlich auch mur Käfers vorüber und er konnte nur die wilden Wicken, die früher Menschen. Wäre der kriegerische Mut so verbreitet und so felbft blühten, mit seinen Eiern versehen. Ich vermied in den späteren verständlich wie man nach dem Phrasengeschmarr der Krieger Jahren die frühzeitige Bestellzeit und habe in diesen sieben vereinler annehmen sollte, dann müßten die Bajonettkämpfe viel zahl Jahren niemals wieder den geringsten Schaden durch den Käfer reicher und viel blutiger fein als die Kriegsgeschichte zu melden weiß. gehabt." Schon Clausewitz, der größte Kriegstheoretiker, den Deutschland hervorgebracht hat, schätzte den thatsächlichen Effekt der blanken Waffe fast gleich Null. Der französische Arzt Chenu hat in dem französischen Feldzuge in Italien 1859 die Wunden der Verwundeten klassifiziert: die Zahl der durch Säbel und Bajonett Verletzten war verschwindend gering. Handgemenge kommen vor, sind aber bei weitem nicht so häufig wie man gemeinhin annimmt. Auch im Altertum war nicht sowohl die persönliche Tapferkeit und die Kraft des Einzelkriegers im Handgemenge ausschlaggebend als die taktische Kunst der Leitung, die durch geschickte Umgehungsmanöver eine Panik beim Gegner hervorzurufen wußte, die dann die Schlacht in ein einfaches Gemezzel ( caedes) ausarten ließ. Nur so sind die oft überraschend hohen Verlustziffern einzelner Parteien in den Schlachten des Altertums erklärlich. Aus Humoristisches. einem Briefe. an eine Redaktion. .... und so hoffe ich, daß Sie meine Beiträge acceptieren werden. Karl Mayer, Hochachtungsvoll Dichter, ( Mit einigen bescheidenen Anlagen.) Das unterbrochene Wiegenliedchen. Water ( singend):" Schlaf, Kindlein, schlaf, Dein Vater" Mutter( hinzukommend):- ist ein Schaf! Da schau nur, wie Du' s Kind hältst!" " Der verschämte Meggerssohn. Ihr Vater ist wohl Meger?" ,, Nein, er schlachtet nur dann und wann zu seinem Vergnügen!" Bäuerin:„ Mei' Maun foll Wirt:„ Dös is net so einfach... eben wird g'rauft, Verwickelte Sache. " Notizen. („ Meggendorfer Blätter.") Die Beispiele, die Ardant du Picq beibringt, möchten deutsche Patrioten" vielleicht damit abzuthun suchen, daß sie sagen:„ Ja, das waren eben Franzosen!" Dagegen möchten wir aber auf die Erfahrungen verweisen, die Prinz Krafft zu Hohenlohe in seinem glei' heim femma." Buche über die Infanterie angemerkt hat: der Selbsterhaltungstrieb ist eine allgemein menschliche Eigenschaft und äußert sich bei An- un' er liegt ganz z'unterst!" gehörigen der verschiedenen Nationen unter gleichen Umständen im allgemeinen gleich. Aber da die Umstände natürlich nur selten gleich sind, so wechselt das Bild fortwährend. Die Spanier haben ein gutes Wort geprägt: Jener war ein Held an jenem Tage," d. h. mit dem Heldenmute und dem Heldentume ist es nicht immer gleich. General Bayerleins 3apfenstreich" wandert, sobald das Trochu, der Verteidiger von Paris, hat lesenswerte Erinnerungen an Lessing- Theater von Brahm übernommen ist, nach dem Berliner den Krieg geschrieben und auch gerade auf diesen Punkt aufmerksam Theater. gemacht: sogenannte forsche Serls" verloren im Feuer die Haltung, Gustav Wieds neue Komödie, Die Abrechnung" Spielten die Drückeberger und eilten zu Dußenden zu den verwundeten fiel bei der Erstaufführung im& openhagener Hoftheater Offizieren, um sie zur Ambulanz zurückzuschaffen, mit andern Worten, durch. um sich selbst in Sicherheit zu bringen; schlappe Kerls" dagegen, Goethes Iphigenie auf Tauris" erzielte, in die im Frieden über die Achsel angesehen worden waren, entwickelten der Uebersetzung von Hadjopoulo, im Hoftheater zu Athen einen eine bemerkenswerte Bravour und stürmten vorwärts. Waren sie starken Erfolg. tapfer? Oder waren sie nur besinnungslos? Wer kann das sagen! Achtzehn hervorragende dänische Künstler sind einDie große Masse ließ sich bald einmal zu einem Wageſtück vorreißen, geladen worden, an der diesjährigen Berliner Secessions bald floh sie in wilder Panik. Der Zufall treibt ein tolles Spiel; der ausstellung teilzunehmen. Soldat tappt während der Schlacht wie im Dunkeln, nicht einmal feine Zwei neue Sonnenflede sind, nach der Frankfurter Offiziere bis zu den Generälen hinauf können den Stand der Dinge Zeitung", am 10. April, mittags, in der Nähe des südöstlichen übersehen. Wer schließlich den Rücken des Feindes gesehen hat, ist Sonnenrandes beobachtet worden. Ihre schwarzen Kerne( Schlünde) tapfer", wer das Feld räumte, ist„ feige". Der Erfolg bestimmt sind so groß, daß sie bequem ein Paar Erdkugeln verschlingen diese Werturteile, die dann wieder forrigiert werden durch das Be- tönnten. Die Flecke sind an Größe denen gleich, die am 31. Oktober Streben des Siegers, den Feind als bedeutend und tapfer erscheinen zu vorigen Jahres die heftigen Störungen im internationalen TeleCaffen, um dem eignen Siege eine höhere Bedeutung zu geben. In graphen- Betrieb verursachten und merkwürdigerweise gleichen sie den ungeheuren Massen der modernen Heere geht die Individualität ihnen auch auffallend in der ganzen Konfiguration. Ob sie auch Spurlos unter und die Masse hat eine andre Psychologie als der in der heliographischer Lage mit ihnen übereinstimmen( 16 Grad Breite einzelne. Und morgen wird sie eine andre haben als gestern und 311 Grad Länge), ist noch nicht berechnet, doch ist es möglich, heute. da seitdem gerade sechs synodische Rotationen der Sonne verflossen Aus dem Tierleben. sind. " Her Frau S. Die ersten Niebigeier sind in diesem Jahre am 25. März Ueber eine Maßnahme, um das Auftreten des auf den Berliner Markt gekommen. Das Stück loftete 1,80 M. Erbsentäfers zu verhindern, teilt Ed. Fritze in der Heute wird das Ei mit 15 f. bezahlt. Illustrierten Landwirtschaftlichen Zeitung" folgendes mit:" Der-Rätselhafte Inschrift. Wie die„ Neue Zürcher Zeitung" Unterzeichnete baute auf einem Rittergute der Provinz Sachsen in mitteilt, benachrichtigte ein Italiener eine Familie in Basel über seine. der Muldenaue während etwa 15 Jahren jedes Jahr 25 Morgen Aunft mit folgendem Kärtchen: Wiktoria- Erbsen. Da der Boden wegen Tonuntergrund schwierig zu C.... li 20 Genaio. bearbeiten war, so wurden die Erbsen stets erst Ende April bis 1. Mai bestellt. Die Erträge waren wechselnd, aber niemals hatte Ih et andre man coma in Basel. cit 5 Februar. Saga. Sini ich Schaden durch den Käfer, er eristierte gar nicht. Nachdem ich so Zimer. oba frei oder nit. C nit coma. Fil Saluti a Cans etiva acht Jahre lang die Erbsen immer erst in den letzten Apriltagen Familia. Macansi pet parat. Ih pini com gratt. bestellt hatte, trat ein sehr günstiges Frühjahr ein; das für die Erbsen bestimmte Etüd war trop gebreiteten Schafdüngers schon Ende Bei einigem Nachdenken wird man bald herausfinden, worauf es März so abgetrocknet, daß ich denselben unterpflügen und sofort die dem Briefschreiber ankommt. Schwierigkeiten fönnte allenfalls der Erbsen drillen konnte, also 4 bis 5 Wochen früher als sonst. Ein Satz verursachen:" Macansi pet parat"( Machen Sie Bett bereit") Nachbar von mir, Pächter eines größeren Rittergutes, und einer der und Ih pini com gratt"( h bin gekommen grad“).— Xerantwortl. Redakteur: Paul Büttner, Berlin.-Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruderei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Adie. S.