Unterhaltungsblatt des Torwarts Nr. 121. Mittwoch, den 22. Juni. 1904 (Nachdruck verboten.) iß] Im Vaterbau Fe. Socialer Roman von Minna K a u t s k y. In der japanischen und alt-assyrischen Kunst hatten die Künstler jene schlichten einfachen Linien gefunden, die man brauchte, jene grasten Flächen, welche nur durch einige schlanke hochaufragende Stengel der Lotosblume, durch Halme usw. unterbrochen waren. Dort fand man die ruhigen Ornamente, von vorne gesehen, flach, ohne Schatten, in wenigen Farben ausgeführt, kurz alle.Eigenschaften, welche der Herstellung durch die Maschine Vorschub leisteten. Ein neuer Stil war aufgekommen und die Großindustrie scheute keine Kosten, ihn durchzusehen. Niemals war so viel Druckerschwärze verbraucht worden, niemals mit so viel Geist und Geschick die Reklame insceniert worden als jetzt, wo es galt, die Secession auf den Thron zu heben, und den Profit zu erhöhen. Man emancipierte sich rasch von dem Formen- und Farbenreichtum der Renaissance und des Barock. Auch die Tierstücke und Schäferscenen a la Watteau, selbst die naturalistischen Blumen wollte man von Teppichen und Möbelstoffen verbannt wissen. Man schrieb lange Essays über die Geschmacklosigkeit, sich auf Menschen, Tiere und Blumen zu setzen oder sie mit Füßen zu treten. Die Mode diktierte, das Publikum wehrte sich, schimpfte und liebäugelte doch mit ihr, um schließlich, wie imnicr, zu kapitulieren. Die Fabrikanten hatten sich darauf einzurichten. Auch Witte erhielt Ordre, sich dem neuen Stil anzu- passen. Er bemühte sich, sccessionistisch zu komponieren, es wollte ihm nicht recht gelingen. Es fehlte ihm Auffassung und Empfindung dafür. Der Chef wies die Muster zurück, sie mußten geändert werden. Witte war außer sich. Er nahm es persönlich, sah Bosheit, absichtliche Chikane darin— und versicherte seiner Frau, er werde sich das nicht gefallen lassen, er werde gehen, er könne leicht was Besseres finden. Elise bat ihn mit aufgehobenen Händen, seinen Unmut zu bezwingen und unter allen Umständen sich den Posten zu erhalten. Er grollte nun auch mit ihr. Er wußte wohl, daß jeder Uebergang zu neuen Betriebs- formen stets und überall eine Menge Arbeiter und zwar die alten, die ausgedienten, aufs Pflaster warf, aber er identi- fizierte sich nicht mit ihnen, er glaubte nichts mit Fabrik- arbeitern gemeinsam zu haben, er war ein Künstler, man hatte seiner Eigenart Rechnung zu tragen. Er versuchte durch Herabsetzung des Neuen seineu Chef eines Besseren zu belehren, aber wo der Profit mitspricht, giebt's keine Belehrung. Es kam zu einer erregten Scene, das Wort Kündigung fiel von beiden Seiten und wurde wieder zurückgenommen. Witte mußte sich fügen. Er that es, seiner Frau, seinen Kindern zuliebe. * Während die Witte Mädeln im Schutze des Vaterhauses verblieben, wo man aus der Not eine Tugend machte und sie in jener Passivität erhielt, von der man auch heute noch be- hauptet, daß sie der Natur des weiblichen Geschlechts am besten entspreche, hatte die kleine Schlosserstochter, nachdem sie den ersten Schritt gethan, um ihre Selbständigkeit anzubahnen, ihre Pläne mit aller Entschiedenheit weiter verfolgt. Sie durfte sich nicht offen dazu bekennen, sie mußte heim- liche Wege gehen, sie heuchelte und log. Auf einmal hatte sie die Lust angewandelt,„ins Nähen" zu gehen. Der Vater war damit einverstanden, aber zahlen wolle er nichts mehr dafür, ihre Lernerei habe ihm schon genug Geld gekostet, behauptete er, und sie solle daher als Lehr- mädchen eintreten und für's Geschäft arbeiten, da erwüchsen ihm keine Kosten und sie würde ordentlich eingespannt, was ihr not thäte. Tini war darauf eingegangen und schien große Freude an der Arbeit zu haben. Besonders die Nachmittagsstunden pflegte sie pünktlich einzuhalten. Nur im Hochsommer, wo die Geschäfte schlecht gingen, wo die Wohlhabenden aus dem Lande und die Theater geschlossen waren, hatte auch sie Ferien. Um so eifriaer war sie im kolaenden Gerbst und Winter. „Bin nur neugierig, wenn Dir die Lehrfrau, dieser Drache, was zahlen wird," brummte der Vater sie an.„So. lange Zeit arbeitet man nicht umsonst." „Von Lichtmeß an bekomm' ich Gehalt, der Drache hat mir's versprochen." versicherte Tini, mühsam das Lachen verbeißend. Sie war jetzt überhaupt stets guter Laune und selbst gegen ihre Mutter weniger ungezogen als sonst. Die Thätigkeit in der Nähschule übte einen günstigen Einfluß auf sie, innerlich und äußerlich, und das war eigentlich seltsam. Während andre Mädchen von diesem Metier eine schlechte Haltung und blasse Wangen davontrugen, währeird ihre Augen, von dem ewigen Sticheln den Glanz verloren und die Lider sich röteten, wurde ihre Haltung freier und anmutiger, ihre Geberde ausdrucksvoller und ihre Augen gewannen ein eigen-, tümliches Feuer. Auch ihre Sprache suchte sie zu verfeinern� sie vermied die derben Ausdrücke, wie sie im Hause Schön» brunner gebräuchlich waren, und wenn sie mit Wittes bei» sammen war, bemühte sie sich Hochdeutsch zu sprechen, was be? ihr allerdings etwas geziert herauskam. Sie hatte jetzt häufig Freikarten, einmal für dieses, ein» mal für jenes Theater, und lud ihre Freundinnen ein, mit ihr zu gehen. Als Frau Witte fragte, woher sie sie hätte, erzählte sie, ihr dieselbe Geschichte, die sie schon dem Vater vorgelogen? von einem Lehrmädchen, das einen Bruder beim Theater habe. der Freikarten bekäme, so viel er wolle. Frau Witte glaubte es, so wie es der Vater geglaubt hatte, der keine Einwendungen machte. Wenn sie die Karten geschenkt bekam, konnte sie feinet- wegen ins Theater gehen, so oft sie wollte, und wenn der alte Witte die Mädeln begleitete, war's ihm auch recht, wenigstens brauchte sie der Lehrbub' nicht abzuholen. Damit war die Sache zur allgemeinen Zufriedenheit in Ordnung gebracht. Das Jahr 1897 war angebrochen. Die Theater ließen ihre Novitäten aufmarschieren, von denen keine einen Kassen- erfolg hatte, der für ein Bühnenwerk einzig maßgebend ist. Auch ein Goethe-Cyklus, wobei Reich hervorragend beschäftigt war, niachte keine Häuser. Man wußte es im voraus, man kannte sein Publikum. Aber die Pflege des klassischen Schau« spicls war eine Konzessionsbedingung für diese Bühne, und vor der Generalversammlung hatte mau rasch einen solchen Cyklus angesetzt, um den Schein zu wahren, als sei das Theater— eine Pflegestätte der Kunst. Die Stücke wurden einmal gegeben und dann zu Nach- mittagsvorstellungen degradiert. Tini hatte für den Cyklus ihre Freikarten, und die Wittes ermangelten nicht, Vorteil daraus zu ziehen. Die Wirkung, die Goethes Meisterwerke auf Luise übte, war ungeheuer. Das Höchste lind Tiefste, das Menschen bewegt, stürinte in warmblütiger Sinnlichkeit auf sie ein. Es war die Offem- barung des Lebens selbst, das ihr in diesen Gestalten entgegen- trat, und der Künstler, der sie ihr verkörperte, war Reich. Wie männlich schön erschien er in der gehaltenen Kraft, mit der er sich selbst bezwang, seine Leidenschaft in sich ver- schloß, um sie dann in einem Augenblick der Erregung mit elementarer Macht, wie eine Sturmflut, hervorbrechen zu lassen, die alles mit sich fortriß. Sie saß im Parkett und rührte sich nicht. Aber ihr Herz klopfte zum Zerspringen und ihr seelisches Entzücken war ungehmer. Reich stand in voller Künstlerglorie vor ihr, groß und unnahbar. Was war sie doch für ein eitles Kind gewesen, dast sie seine flüchtige Huldigung ernst genommen und geweint hatte, als er sich nicht weiter um sie gekümmert. Es war verzeihlich, weil sie damals so jung gewesen, aber als der Zufall sie wieder zusammenbrachte und er, sich ihrer er» innernd, ihr ritterlich den Arm bot, um sie vor der daher- stürmenden Menge zu schützen, hatte sie kein Wort des Dankes dafür gefunden: sie hatte kühle Zurückhaltung geheuchelt, und als er sie fragte, ob sie nie den Wunsch gehabt, ihn spielen zu sehen, hatte sie mit einem kurzen Nein ge- antwortet, das ihm ihre Gleichgültigkeit und ihre Un- gnade verraten sollte. Wie unartig, wie abgeschmackt und lacherlich war das gewesen, wie albern mußte sie ihm er- schienen sein! Wenn sie daran dachte, und sie mußte jetzt osi daran denken, röteten sich ihre Wangen und sie biß sich auf die Lippen in Beschämung und heißem Unwillen über sich selbst. Die Abende, an denen die Mädchen nicht im Theater Earen, pflegte Tini bei Wittes zu verbringen. Sie fand es dort sehr gemütlich und alle sahen sie gern. Wenn sie mit ihrem lustigen Gesicht zur Thür herein guckte mit der Frage, ob sie nicht störe, und, ohne die Antwort ab- zuwarten, hereintänzelte, brachte sie, wie sie selbst sagte, Leben in die Bude. Sie sprach fast nur vom Theater. Wie viel Drolliges wußte sie nicht zu erzählen, und die Suada, die sie entwickelte, die merkwürdigen Ausdrücke, deren sie sich bediente, die leb- haften Gesten, mit denen sie ihre Worte begleitete, hätte minder harmlosen Leuten wohl auffallen müssen. Während die Witte Mädeln ganz naiv, ohne zu deuteln, sich deni Kunstgenüsse Hingaben, kritisierte sie alles. Sie fiel über die Schauspieler her und„vermoppelte" sie. Keiner konnte es ihr recht machen. Sie ließ nur den einen gelten, den einzigen, der ein wirklicher, wahrer Künstler sei: Reich. Die andern waren Gaukler, Komödianten, Possen- reißer— die ihr auf die Nerven gingen. Ter eine soff zu viel, er war immer verkatert, ein andrer sprach die Verse wie ein Schwein. Kurz, man glaubte einen alten Schauspieler zu hören, der an seinen Kollegen kein gutes Haar ließ. Aber je mehr sie sich erhitzte, um so drolliger wirkte sie. Man lachte aus vollem Halse, und nachdem sie diesen Effekt erreicht, änderte sie plötzlich Ton und Stimme und lachte mit. Als sie sich einmal tief in ihr Thema verrannt hatte, ließ sie Bemerkungen über Reichs private Verhältnisse einfließen. Er lebe als Junggeselle, habe eine Köchin und einen Diener. Er sei vertrauensselig wie ein Kind und werde betrogen. Sie wußte, daß er furchtbar viel geladen werde, in die feinsten Häuser, man mache sich ihn ordentlich streitig. „Ob denn die Brandts noch immer zu seinen Freunden gehören," bemerkte Witte, ohne eine Frage daraus zu machen. Tini bejahte lebhaft, sie seien befreundeter als je; wenn Reich nicht beschäftigt sei, kämen sie nachmittags zu ihin, um Karten mit ihm zu spielen. Gusti lachte.„Was die alles weiß, sie thut grad so, als ginge sie als seine gute Freundin bei ihm aus und ein." „Nun, und wenn es so wäre?" Tini zog das Näschen hoch und sah ungeheuer verwegen aus. Die Mädchen klatschten in die Hände.„Bravo, Tini, bravo! Nur zweiter!" „Hüten Sie sich, so etwas zu sagen," mahnte Frau Witte, „es könnte Leute geben, die es glauben würden." „Nein. Mutter, das glaubt ihr niemand." versicherte Witte,„das ist ein zu großer Schwefel." Das Wort zündete. Die Mädchen lachten sie aus und wiederholten:„Ein Schwefel, ein Schwefel!" Dieser Provokation gegenüber verließ Tini die Selbst- beherrschung. Die Fessel des Schweigens, die sie so lange ge- drückt, war gesprengt, ihre Augen leuchteten auf im Triumph, die Worte stürzten förmlich von ihren Lippen: „Kein Schwefel, alles wahr— seit einem Jahre gehe ich bei ihn! aus und ein, ich bin seine Schülerin— demnächst seine Kollegin— ich habe Talent, viel Talent! Reich sagt es— ich gehe zum Theater!— So lacht doch, Mädeln, warum lacht Ihr denn nicht?" Das unerwartete Geständnis hatte ein Staunen erregt, das an Bestürzung grenzte. (Fortsetzung folgt.)! (Nachdruck verboten.) Die Dirnenernte. Von Michel Thivars. Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen. I. Nach dreißig langen Jahren, während welcher sie unverdrossen von früh bis spät Heringe, Petrolenm und Syrup verkaust hatten, sahen Herr und Madame Chamoiseau sich endlich am Ziel ihrer Wünsche, sie verkauften ihr Geschäft und zogen sich aufs Land zurück, d. h. sie erwarben in einem Vororte ein paar Quadratmeter steiniger Erde und ließen darauf von einem Maurermeister eine Art Domino- schachte! erbauen, welche sie in ihrem Enthusiasmus.Blumenvilla" tauften. Blumenvilla— des Gartens wegen, auf den sie ganz be- sonders stolz waren. Dieser Garten war aber auch m der That prächtig. Er enthielt einen Baum, einen wirklichen Baum mit wirklichen Blättern, die im Frühling sproßten und im Herbst fielen. Jin Sommer war dieser Baum wegen des Schattens, den er spendete, einfach unschätzbar. Der Garten enthielt ferner einen Wasserfall und einen See, in den sich elfterer ergoß. Freilich war der See nur ein bescheidener. spucknapfgroßer, von vier Backsteinen umgebener Tümpel, und der Wasserfall— wenn er ging!— stammte aus einer über dem See angebrachten Gießkannenbrause, die sorgfältig zwischen zwei Steinen versteckt war. Diese Gießkannenbrause war der Niagara, ein Niagara en miniature. Er wurde durch ein Eisenblechreservoir gespeist, das man mit Hilfe eines Eimers füllen mußte, wenn man die Wasser» künste spielen lassen wollte. Es war auf die Dauer ermüdend, deu Niagara zu speisen, aber Chamoiseau, dem diese Pflicht oblag, tröstete sich mit dem Gedanken, daß es kein Vergnügen ohne Arbeit gäbe. So sah das irdische Paradies aus, welches das Ehepaar Chamoiseau sich geschaffen hatte in der Absicht, seinen Lebensabend in Behaglichkeit und Freude zu verbringen. Und sie gingen wacker ans Werk, ihre Absicht in die That umzusetzen. Sie saßen im Schatten ihres Baunies— erst einer, dann der andre, denn der Baum war noch z» jung, um zwei Personen gleichzeitig Schatten gewähren zu können: sie ließen den Niagara spielen(die Vor- vcreitungen dazu machten Herrn Chamoiseau todmüde): sie harlten ihre Alleen: pflanzten allerlei Gemüse: begossen ihre Beete; kurz, sie stürzten sich in einen Ocean ländlicher Freuden. Und dann... ja, dann begannen sie in rührender Uebereinstimnumg herzhaft zu gähnen. Zum Teufel! man erschöpft nicht ungestraft den Kelch der Hochgenüsse I „Wenn wir die Gripponets für nächsten Sonntag zum Frühstück einladen möchten?" schlug Madame Chamoiseau eines Morgens vor. „Das ist ein Gedanke!" pflichtete Chamoiseau bei.„Das wird uns wenigstens die Langeweile vertreiben. Und dann können sie uns auch Lei der Birnenernte helfen." „Birnen" war etwas prätentiös ausgedrückt. Die Ernte bestand nämlich nur aus einer Birne, und diese eine Birne war überdies noch angefressen. Aber ihr krankhafter Zustand machte sie nur noch interessanter. Die Einladung wurde abgeschickt. Die Gripponets antworteten, sie nähmen mit Vergnügen an und würden am folgenden Sonntag um 11 Uhr erscheinen— natürlich wenn es schönes Wetter wäre. II. Keine Kleinigkeit, die Gripponets zu empfangen. Sie waren berühmt als die ärgsten Klatschmäuler weit und breit. Man mußte dafür sorgen, daß sie keine Gelegenheit erhielten, ihre spitzen Zungen an der„Blumenvilla" zu üben. Chamoiseau erklärte, die Geschichte dürfte kosten, wieviel sie wollte. Es käme nicht aufs Geld an. Hauptsache sei, daß man die Gripponets blendete, sie durch einen wahrhaft feenhaften Luxus zermalmte, um ihnen die tiefe Kluft begreiflich zu machen zwischen den Besitzern einer herrschaftjichen Villa und Mieten» einer Wohnung im fünften Stock der Rue Beanbourg. Und Ivenn wirklich infolge eines bösen Zufalles etwas schief gehen sollte, könnte man sich immer noch mit der billigen Ausrede helfen: „Na, Sie wissen ja! Auf dem Lande..." Endlich brach der Sonntag an. Schon beim Morgengrauen waren die beiden Gatten auf den Beinen und befragten den Himmel. „Es wird sehr schönes Wetter werden," prophezeite Madame Chamoiseau.„Die Gripponets werden kommen." Und sofort machten sie sich an die Toilette. Nicht an ihre. sondern an die des Gartens. Madame Chamoiseau stäubte den Rasen und die Blumen ab»ind behandelte den kostbaren Birnbaum, der die„Ernte" trug, mit einer wahrhaft mütterlichen Sorgfalt. Sie ging sogar so weit, ihn Blatt ftir Blatt mit Insektenpulver zu bestäuben, einem alten Ladenhüter, den sie noch aus ihrer Ge- schäftszeit zurückbehalten hatte, um die Blattläuse zu bekänipfen. Chamoiseau schleppte in Hemdärmeln Wasser heran für den Niagara. Er arbeitete mit einem lobenswerten Eifer. Die Waffer- eimer folgten einander in schwindelnder Eile und ergossen ihren In- halt in das Reservoir, welches sich zusehends füllte. Chamoiseau loar in Schweiß gebadet. Ganz gleich— die Pflicht vor allem! Es würde ja eine unsterbliche Blamage sein, wenn dem Niagara mit einmal das Wasser ausginge! Inzwischen hantterte Agathe, die dicke Köchin, rot wie ein Krebs in der Küche hermn. Als Herr und Madame Chamoiseau ihr Werk vollendet hatten, umfaßten sie mit einen» letzten, zufriedenen Blick den peinlich sauberen Garten, der frisiert und gep»cht mtssah wie ein Bräutigam; dann bettachteten sie einander mit einem leisen Lächeln befriedigter Eitelkeit. Die bösen Zungen der Gripponets würden gewiß nichts mlszusetzen finden. „Vorausgesetzt, daß sie konimen", nmrmelte Chamoiseau. „Und warum sollten sie nicht kommen?" entgegnete Madame Chamoiseau, schon ärgerlich bei dem bloßen Gedanken, daß die mühevolle Arbeit seit dem frühen Morgen ganz umsonst gewesen ein könnte. „Warum nicht? Die Wolke da hinten"... bemerkte der Gatte, auf den Himmel zeigend.„Wenn wtt nur keinen Regen bekommen I" »Du bist Verrückt, Chamoiseau l Einfach verrückt mit Deinen Ideen l* Der Zwischenfall hatte keine weiteren Folgen: Die Besitzer der .Blumenvilla" mußlen sich mit ihren respektiven Toiletten beschäftigen, hatten also keine Zeit zun. Zanken. Die Toilette des Gatten war schnell gemacht. Eine Leinwand- jacke und einen Pflanzerhut— was braucht man auf dem Lande noch weiter? Madame Chanioiseau hatte mehr Zeit nötig, um sich würdig herauszuputzen. Erst nach einer Stunde verliest sie ihr Zimmer mit der Majestät einer Juno, welche in ein zu enges Korsett ge- prestt ist. Ihr Gatte erwartete fie bereits im Garten unter dem Birn- bäum, wo er mit unruhigen, sorgenvollen Augen den Himmel be- trachtete. „Die Wolle ist gröher geworden," sagte er, sobald er seine Juno bemerkte. „Du bist lächerlich mit Deiner Wolke!" erwiderte diese in ge- reiztem Ton.„Wo flehst Du denn eigentlich eine Wolle?" „Wo? Dort meine Liebe! Ueber dem Dach I" „Das ist keine Wolke, sondern Rauch." „Rau...?"« „Jawohl, Rauch I" erklärte Madame Chamoiseau herausfordernd. „R— au— ch!... Dir wär'S natürlich lieb, wenn es eine Wolke wäre, wenn es Regen gebe, und wenn die Gripponets nicht kämen.... Natürlich, weil ich vorgeschlagen habe, sie einzuladen!... Aber es wird nicht regnen!"... Und auf ein Achselzucken ihres Gatten wiederholte sie mit er- höhter Stimme, indem sie jede Silbe unterstrich: „Es wird nicht reg— neu!" „Meinetwegen!" entgegnete Chamoiseau ruhig, indem er seine Uhr zog.„Aber jedenfalls kommen sie nicht gerade pünktlich, dir Gripponets. Es ist 11 Uhr." Wie als Antwort schlug in diesem Augenblick die Glocke an. „Na, sind Sie pünktlich oder nicht?" fragte Juno mit höhnischem Lächeln. „Teufel!" erschrak Chamoiseau.„Der Niagara geht ja noch nicht!" Er öffnete eiligst einen Hahn und die Giestkannenbrause begann sofort ihre Wasser mit einer Schnelligkeit von mindestens zwei Litern in der Stunde in die Tiefe zu schleudern. Dann erst ging er öffnen. Er kam fast augenblicklich zurück. „Wie? Nicht die Gripponets?" „Nein. Ein Hausdiener mit einer Nähmaschine. Hast Du denn eine Nähmaschine gekaust?" „Jawohl, ich habe eine Nähmaschine gekauft. Habe ich vielleicht nicht das Recht dazu?" „Ja doch I Ja!" „Du willst mir wohl gar die Nähmaschine vorwerfen?" „Aber nein! Ich denke ja gar nicht dran!" „Jeder andre Mann würde sich steuen, dah seine Frau eine solche Maschine gekauft hat!... Der gnädige Herr sieht es viel- leicht lieber, dah ich nur Diamanten kaufe? Schön! Ich werde mir Diamanten kaufen!... Jawohl, das werde ich! Ich werde mir Ringe, Broschen, Armbänder..." „Aber liebe Hortense... I" „Hat sich was— liebe Hortense! Hier.. „Donnerwetter!" rief Chamoiseau aufspringend.„Der Niagara! Er läuft immerfort! Ich vergast den Hahn zu schliesten... Man braucht doch nicht das kostbare Wasser zu vergeuden, bevor die Gripponets da sind!" Er lief, den Niagara abzustellen, und blickte dann wieder prüfend in die Höhe. Der Himincl verfinsterte sich mehr und mehr. Die Sonne war jetzt ganz hinter tintenfarbigen Wollen verschwunden. „Der Rauch wird immer stärker," sagte er ironisch. Madame lächelte verächtlich, zuckte die Achseln, erwiderte aber kein Wort. in. Eine halbe Stunde später erschien Agathe auf der nach dem Garten führenden Treppe. „Es ist zwölf Uhr!" rief Sie.„Das Frühstück ist fertig. Ihre Gäste werden sicher nicht kommen. Es regnet ja schon!" „Ob es regnet oder nicht," erwiderte Madame Chamoiseau trocken,„Sie werden erst in einer halben Stunde servieren." „Das ist aber doch zu stark!" rief Chamoiseau, dessen Geduld zu Ende war.„Agathe, servieren Sie sofort!" .„Agate, ich verbiete Ihnen, zu servieren!" „Agathe, ich befehle Ihnen, zu servieren!" Die beiden Gatten hatten sich erhoben und standen einander wütend wie zwei Kämpfer gegenüber. Nur einen Augenblick, dann räuinte Chamoiseau den Platz, stürmte ins Haus und schleuderte der dicken Agathe den Befehl zu: „Sofort! Hören Sie? Sofort servieren Sie!" Madame Chamoiseau hatte es sich in den Kopf gesetzt, im Garten zu bleiben, aber awch sie wurde durch den Regen bald in die Flucht gejagt. Als sie das Speisezimmer betrat, fand sie ihren Gatten mit der Serviette um den Hals bereits bei Tisch. „Da bist Du ja!" höhnte er.„Hat Dich der Rauch ins Haus betrieben?" Und spotflsch imes er durch's Fenster auf den Platzregen, der fliL über den Garten ergoß. Madame Chamoiseau bekam fast einen Nervenanfall. Sie mutzte an fich halten, um fich nicht mit ihren spitzen Nägeln auf ihren Hern, und Gebieter zu stürzen. Aber da fie notwend, gerweise an irgend jemand ihre Wut auslassen mutzte, so war es, wie so oft, Agathe, die unschuldige Agathe, über dere* Haupt fich die volle Schale ihres Zornes entleerte. Die unglückliche Köchin servierte gerade den ersten Gang, einen prachtvollen Hecht. „Agathe, ich habe Ihnen doch verboten, zu servieren!" „Verzeihung, Madame, aber der Herr..." „Verlassen Sie auf der Stelle..." „Bleiben Sie, Agathe!" brüllte Chamoiseau.„Ich verdoppele Ihren Lohn!" „Es soll nicht heißen, daß diese... diese Person mir hat trotzen dürfen I" rief Madame Chamoiseau, bleich vor Wut. Damit entriß sie den Händen der Köchin die dampfende Schüssel, öffnete das Fenster und warf Schüssel samt Fisch in den Garten. „Ei sieh' mal an! Fängst Du so an...!" Im Nu hatte Chamoiseau seinerseits eine Schüssel mit Vanille- crsme, dem Lieblingsgericht seiner Frau, ergriffen und fie dem Hecht nachgeschickt. Seine bessere Hälfte replizierte damit, daß sie eine Ärebspyramide zu den Resten des Hechts�und der Creme spedierte, und zwischen den beiden Gatten entspann fich ein Kampf, dessen Kosten das Tafelgeschirr und die Etzwaren zu tragen hatten. Schüsseln, Teller, Karaffen und Flaschen— alles nahm den Weg durchs Fenster!... „Da I... So I... Jetzt dies!... Und nun das I... Ich werde Dir schon zeigen, ob ich Charakter habe I... Ich auch I... Da I... Da I... Die Köchin war zunächst starr vor Schreck und Bestürzung, aber bald wurde auch fie vom nämlichen Wahnsinn ergriffen wie ihre Herrschast. Um sich für die bösen Worte, die man ihr soeben an den Kopf geworfen hatte, zu rächen, lieferte sie voll boshafter Schadenfreude den Kämpfenden immer neue Munitton, indem sie die saftigen Speisen, welche sie mit soviel Mühe und Fleiß zubereitet hatte, hereintrug. Rehkeule, Lerchenfrikassee, Apfeltorte, Ragout usw. usw.— alles nahm den Weg durchs Fenster. Und drautzen fiel immer noch der Regen... IV. Schließlich hörte er aber dennoch auf, dieser Regen, der die Disharmonie zwischen den beiden Gatten veranlaßt hatte, und die kriegerische Stimmung der Helden verrauchte niit ihm. Die Sonne strahlte wieder am Himmel, und der Friede in den Herzen der Kämpfenden. Gott! wenn die Gripponets jetzt kämen! dachten die beiden Gatten gleichzeitig, indem sie den Haufen zerbrochenen Geschirrs und verdorbener Eßwaren betrachteten, welcher sich vor dem Niagara türmte. Zum Glück kamen die Gripponets nicht. Aber als der Zorn dem Hunger gewichen war, einem grimmigen Hunger, noch ver- schärft durch die körperliche Bewegung, der fie sich soeben hingegeben hatten, waren die Chamoiscaus froh, in der Speisekammer ein kleines Stück Käse zu finden, das sie mit einem Stückchen harten Brotes melancholisch vor den Trümmern des feinen Frühstücks ver- zehrten, des Frühstücks, das Agathe mit soviel Muhe und Fleiß zubereitet hatte. Am Schluß dieses frugalen Mahles wollten sie als eine Art Deffert wemgfteiis die famose Birne verzehren. Aber als man sie entzweischnitt, fand sich im Innern ein großer dicker Wurm. Ach! „Schadet nichts!" philosophierte Chamoiseau.„Auch dieser Regen hat seine guten Seiten gehabt: er hat das Reservoir des Niagara bis kum Rande gefüllt. Und die Gripponets... na, die können wir ja das nächste Jahr wieder zur Birnenernte ein- laden!"— KUims fcuUUton. — Reisen vor 75 Jahren. Die zunehmende Beschleunigung des Personenverkehrs zwischen Brüssel und Berlin veranlaßt die„Etoile Belge" zu einigen Betrachtungen über die Neiscverhältnisse früherer Zeit. Die Brüsseler sahen den ersten Eisenbahnzug am 5. Mai 1831. Bis dahin mußten sie sich mit der Schnellpost begnügen, die durch- schnittlich zwei Meilen in der Stunde zurücklegte. Im Jahre 183lZ hedurftc man zur Reise von Brüssel nach Ostende— wenn, wie der Postkondukteur im Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit regelmäßig zu erklären pflegte,„alles gut ging"— 13 Stunden. Eine Fahrt nach London war ein Ereignis, und der Herr, der dort gewesen war, galt sür einen unerschrockenen Reisenden. Der Brüsseler, der sich nach England wagte, fuhr in aller Frühe ab und traf nach dreizehn- stündiger Schnellpostfahrt abends gelähmt in Ostende ein. Einige Entschädigung brachte ihm ein reiches Abendessen im Hotel de la Couronne, dem einzigen anständigen Gasthof, den die Stadt damals besaß. Hiernach machte er einen kleinen Gang mn Strande, und zwar mit einer Laterne in der Hand, demi eine Straßenbeleuchtung kannten die Ostender noch nicht; dann ging's zu Bett. Das einzig Mittel zur Ilcberfahrt zwischen Belgien und England war ein kleiner Segler, der jede Woche zweimal die Reise machte. Das Vorderteil des Schiffes war für das schwere Gepäck bestimmt, die Reisenden hielten sich in einer nack hinten gelegenen Kabine auf, die ungefähr 12 Personen fassen konnte, aber selten besetzt war. Waren Wind und See günstig, so dauerte die Ueberfahrt an zehn Stunden, andern- falls oft doppelt so lange. Die Qualen der Reisenden kann man sich denken. Der elende Ltutter wurde derart hin- und hergeworfen, daß schon nach viertelstündiger Fahrt alles seekrank war. Die Ankunft in Dover wurde denn auch mit allgemeiner Begeisterung begrüßt. Man stürzte nach dem Gasthaus zur Kanone, der dem Landungs- platz gegenüberlag, und wartete bei einem guten Mahl auf die große Post(msil-coscb), die, was für die damalige Zeit ein wahres Wunder war, die 25 Meilen von Dover nach London in sechs Stunden zurücklegte. Die Reise von Brüssel aus umfaßte also, abgesehen von der Nacht im Gasthof und der Zeit, die man auf das unregelmäßig abfahrende Schiff warten mußte, mindestens 31 Stunden. Das erste Dampfboot, der„Pyroscaphe", erschien in Ostende erst am 17. Oktober 1834, und es bedurfte noch mehrerer Jahre, bis man von Brüssel nach Ostende mit der Bahn fahren konnte.— — Londons Wasserversorgung. Der„Frankfurter Zeitung" wird aus London geschrieben: Am 24. Juni nimmt London Äc Wasserversorgung seiner Bürger in eigne Regie und wird damit in die Reihe der größten existierenden Betriebe rücken. Eine Ein- Wohnerschaft von rund 6V- Millionen Köpfen ist zu versorgen, deren Wasserverbrauch gegenwärtig ungefähr hunderttausend Hektoliter per Tage beträgt. Außer der Themse und dem Flusse Lea liefern noch KV tiefe Brunnen das erforderliche Wasser, das in 122 Reservoirs angesammelt wird. Das Filtrieren des Wassers beschäftigt 233 Motore mit 33 000 Pferdekräften! es beansprucht einen Flächenraum von 143 Acker und die Schläuche haben eine Länge von 6.000 englischen Meilen. Dadurch, daß die Wasserversorgung bisher sich in den Händen von Privat-Handelsgesellschaften befand, die sehr große Gewinne erzielten, ist die Erwerbung der Betriebe für die Stadt London sehr teuer geworden. Die an die bisherigen Aktionäre zu zahlenden Kompensationen dürften allein ungefähr 600 Millionen Mark betragen. An Obligationen hat die Stadt über 200 Millionen Mark zu übernehmen, und diese und die übernommenen Bestände bringen eine jährliche Zinsenlast von rund 20 Millionen Mark mit sich. Dagegen wird die Stadt nicht annähernd die 640 000 M. jähr- lich auszugehen brauchen, welche die acht Direktoren der Wasser- Gesellschaften bisher bezogen. Das Schiedsgericht, das die Heber- nahmsp reise der Betriebe festsetzte, hat etwa IV. Millionen Mark verschlungen, die zunächst in Gebühren für Schiedsrichter und Sach- verständige aufgingen. Die langen Verhandlungen und die hohen Preise, die schließlich gezahlt werden mußten, machten andre englische Städte stolz auf ihren alten Besitz des Wassers. So liegt zum Beispiel Southamptons Wasserversorgung, die im Jahre 12g0 von Mönchen eingerichtet wurde, schon seit dem Jahre 1420 in städtischen Händen. Noch älter sind die Wasserwerke in Tiverton. Sie wurden im Jahre 1240 von Amieia, Gräfin von Devon, errichtet und der Stadt zum Geschenk gemacht. Die Tiverton-Wasscrwerke sind die ältesten in Großbritannien.— Archäologisches. ie. Die letzten Ausgrabungen in Theben haben sehr wichtige Entdeckungen zu Tage gefördert. Die Forschungen ge- schahen auf Kosten des seit 20 Jahren bestehenden Egypt Exploration Fund und standen unter Leitung von Professor Naville aus Genf und Dr. Hall vom Britischen Museum in London. In der Umgebung des großen Tempels von Deir el Bahari auf den westlichen Hügeln des alten hundertthorigcn Theben lag ein Durcheinander von Schutt- Haufen, in dem man entweder einen weiteren Tempel oder eine alte Totenstadt vermutete. Professor Naville nahm die schon seit 5 Jahren an dieser Stelle geplanten Ausgrabungen im vorigen Winter in An- griff und entdeckte unter dem Schutthaufen m, sehnliche Ruinen eines kleineren Tempels, die sich wegen ihres Alters als ein Fund von großer archäologischer Bedeutung herausgestellt haben. Es handelt sich um die Grabkapelle oder den Leichentempel des größten Monarchen der 11. Dynastie, der etwa 2S00 Jahre vor Christi geherrscht hat. Ein Tempel aus dieser Zeit ist in Aegypten eine große Seltenheit, obgleich immerhin durch die deutschen Ausgrabungen in Abusir bei Kairo noch ältere Grabtempel aufgedeckt wurden, die der 5. Dynastie angehören und noch etwa 600 Jahre älter sind. Der neue Tempel aber ist immerhin der nächstältcste, zwar nicht so prächtig wie jene, dagegen von ebenso großem, allgemeinem, baulichem Interesse und noch wichtiger sogar in seiner Bedeutung für die Geschichte der ägyptischen Kunst, lieber den Zustand der Kunst zu Beginn des Mittleren Reiches unter der 11. Dynastie war bisher noch außer- ordentlich wenig bekannt, man hielt sie für roh und stillos. Die Entdeckung von Hunderten bemalter Reliefskulpturen in dem jetzt ausgegrabenen Tempel wird diese Anschauung durchaus ändern, denn darunter finden sich Geräte von höchster Meisterschaft. Der Brni des Tempels ist hauptsächlich aus Sandstein und Granit errichtet und stellenweise mit größter Sorgfalt und mit hohem Geschmack zu- sammengefügt. Besonders fesselnd wirkt eine Säulenhalle aus schmalen, viereckigen Sandstcinpfcilern, während die Haupthalle des Tempels sich auf achteckigen Pseilern erhebt. Wie in dem großen Temvel von Deir el Bahari, so sind auch hier in der Bauart Ab- weichungen von den andren Tempelbauten Aegyptens zu bemerken, und schon hinsichtlich des großen Tempels wurden verschiedene Mut- maßungen darüber angestellt, was die merkwürdige Anordnung von Plattformen, geneigten Ebenen und Säulenhallen zu bedeuten haben könnte. Jetzt lätzr sich als sicher annehmen, daß diese Kolonnaden, Plattformen und Rampen Kennzeichen für den älteren Stil des ägyptischen Tempelbaues gewesen und später außer Mode gekommen sind. Uebrigens hatte Norman Lockyer bereits vorausgesagt, daß auf den Westhügeln von Theben ein alter Tempel gestanden haben müsse, der für die Verehrung des Hundssterns