Ur 362. Abonnements-Kedingungen: TbonnemenIZ-Preis pränumerando: vierleljährl. 3,30 3J!!., monatl. l,IOSJlt., lvöchenilich 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. EonnlagS- Nummer mit Illnfirierier EonnlagS- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: SL0 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungS- Preisliste für lvss unter Nr. 7U20. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Erscheint täglich«uftrr Donlag«. Nerltnev Volksblstt. 16. Jahrg. Die Inftrlions- Gebühr beträgt für die fechSgefpallene Kolonel- zeiie oder deren Raum so Pfg., für politische und gewerkschaftliche BeretnS- und BerfammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anfeigen» jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis s Uhr nachmittags in derSxpedition abgegeben werden. Die Erpcdttton ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abends, an Sonn- und gesttagen bis 8 Uhr vormittags geösfntt. Fernsprecher:»ml I, Nr. 1503. Telegramm-Adresse! „Sorialdemokrat Berlin" Csntrawrgan der socialdemokratifthen Partei Deutschlands. Kedaktivn: SW. 19, Veuttz-Skraste 2. Mittwoch, den 8. November 1899. Expedition: SW. 19, Veukh-Skrasze 3. Guitkung. Im Monat Oktober gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Augsburg, U., d. G. U. i. St. 20,—. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: i. Kreis Südost 1024,—(darunter Plätteiscn Neue Mühle 8,—, aufgelöste Hand in Hand S.Oö, Fackel Südost lö,-, Gonell 5,—, F. G. ö,—, Max2,—, Joseph 2,—). 5. Kreis 600,—. 6. Kreis, Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen, 500,—(darunter Klempner F. Kt. 1,—). 6. Kreis, Schönhauser Vorstadt 700,— (darunter alter Parteigenosse. Buchholzerstrasze, 10.—, A. B. Mister 1,—). Berlin, diverse Beiträge: Dr. L. A. 50,—. Rcinickcndorfer- straste 9,50. M. B. 75,—. I. B. 25,—. 3£., von neun Harmlosen 36,07. Cigarrenfabrik R. Schulze, Friedrichsfeldcrstr. 21, 5,—. Rote Buchbinder, Grünstrasze 5,—. P. S. 50,—. A. B. 50,—. I. H. 2,—. Stereotypeure 10,—. Ueberschutz einer Sammlung A. E. G., S. IIa 3,20. Von Mitgliedern der U.-Dr. 5,30. Buchdrlickcrci Wilhelm Wegner 15,—. Gebnrtstags- Fcicr bei Wählisch, Adalbertstr. 4. 2,71. Arbeiter und Arbeiterinnen der Buchbinderei von Babing 10,—. Bant, durch den Vertrauensmann R. S. 121,—. Bern 50,—. Breslau. Ucbcrschust einer Kranzspende von Pastor Wilhelm 11,70. Bamberg. Jäcklein Rohrbach 5,—. Breslau, rote Hochzeit bei Schaar 4,45, Freispräche eines Schriftgiesters 1,05: Sa. 5,50. Bamberg, durch den Vcr- traucnsmann 20,—. Crimmitschau. Aalreiteu 2,—. Falkenbcrg (Obcrschlesien) 2,—. Gicszcn. E. K. 10,—. Greiz, Wahlkreis Reust ältere Linie 50,—. Hastedt bei Bremen 10,—. Hamburg, Dt. von Cerdenzbau Eimsbüttel, 3,80, durch Berg von Bruhnsbau, Eppen dorfer Chaussee 10,—, Sa. 18,80. Hamburg, im„Echo" während des Monats Oktober eingegangen 313,12! Königsberg i. Pr., Parteibeitrag 100,—. Langenberg(Rheinland), amerik. Äukt. rote Kindtaufe 3,50. Langerfeld, von den Parteigenossen durch G. B. 10,—. Leipzig, P. H. I. 2,—. Lennep, rote Hochzeit Buchholzmühle bei L. 4,50. Lauschgrün, t Ueberschuh des auf gelösten Arbeitervereins 8,60. Magdeburg, durch den Vertrauens� mann 2000,—. M.- Gladbach, Partcibeitrag 7,—. Ober- langenbielau, von den Arbeitern aus dem Eulcngcbirge 100,—. 0.uedliuburg, 48er Geburtstagsb. 2,01. Ronsdorf, durch den Vertr. 10,—. Stuttgart, G. U. 10,—. Stockum, Kreis Bochum, Munition gegen die ZuchthauSvorlage 20,—. Sagau, K- 3,—. St. Ludwig i. Elf. durch I. M. für den allgemeinen Wählfonds 10.—. Tangermünde von den Parteigenossen 50,—.„Vorwärts" 3. Quartal 1899, 15 116,—. Württemberg 50,—. Wilkau, gesammelt auf A.s Kindtaufe 4,—. Die in der Quittung in Nummer 235 des„Vorwärts" vom 7. Oktober d. I. unter Altona-Ottensen quittierten 1000,—, sind ein Parteibcitrag des 6. schlcsw.-holst. ReichstagS-Wahlkreiscs(Ottensen Pinneberg.) Berlin, den 7. November 1899. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Katzbachstr. 9. Kriminalität und Ztrbeiterbewcgltng. Die bekannten Behauptungen der Zuchthausvorlage, die kritiklos niit den Gesamtzahlen der Kriminalstatistik auf- marschiert und mit ihnen die?totwendigkcit der vollständigen Knebelung der organisierten Arbeiter beweisen will, müssen immer wieder mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Treffliches Material hierzu hat erst dieser Tage wieder Professor Tönnies in einem Artikel der„Sociale Praxis", dessen wir in unserer Sonntagnummer gedachten, ge- liefert, indem er zeigt, wie vorsichtig einmal die scheinbar nachgewiesene Steigerung der Kriminalität hinsichtlich gewisser Delikte zu betrachten ist und wie wenig die etwa wirklich vorhandene Steigerung den Kämpfen der organisierten Ar- beiter um bessere Arbeitsbedingungen zur Last gelegt werden kann. Zu sehr beachtenswerten Resultaten kommt man auch, wenn man z. B. die Kriminalität in Beziehung auf die speciellen Roheitsdelikte nach einzelnen Landes- teilen betrachtet und sie in Vergleich setzt zu der hervor- stechcndsten Vethätigung der Arbeiterbeweguug, der social- deinokratischen Stinimabgabe zum Reichs- tage. Als specielle Roheitsdelikte behandelt die Kriminal- statistik Gewalt und Drohung gegen Beamte(§§ 113, 114, 117, 118, 119 Str.-G.-B.) und gefährliche!lörperverletzung (s 223a Str.-G.-B.). Nehmen wir Preußen. Bei der Reichstagswahl 1898 wurden in ganz Preußen auf 19(XX) eingeschriebene Wähler 1647 socialdemokratischc Stimmen abgegeben. Nach der Kriminalstatistik für 1896(für 1897 liegen die erforderlichen Berechnungen noch nicht vor) betrug die Zahl der Verurteilten aus den genannten Paragraphen aus 19999 strafmündige Civilpersonen in Preußen 267. In den einzelnen Landcsteilen stellt sich nun das Der- hältnis unter den genannten Voraussetzungen wie folgt: 1. Stadt Berlin 2. Prov. Schleswig-Holstein 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. Sachsen Brandenburg Hessen-Ngssau Hannover. Schlesien Westfalen. Ostpmistcn. Pommern. Rheinprovinz Westprentzen Posen Socialdcm. Stimmen 3914 2799 2473 2447 1920 1766 1473 1233 1175 1166 981 380 133 Kriminalität 186 153 233 241 202 181 323 285 332 275 262 415 362 Die Zahlen bedürfen keiner Erklärung, sie sprechen für sich selbst. Wo die Junker herrschen, da herrscht die Roheit. Die Stadt Berlin mit der größten socialdemokratischen Stimmenzahl, mit der lebhaftesten Arbeiterbewegung, mit fast unaufhörlicher Streikbewegung, sie hat fast die geringste Kriminalität. Nur Hannover und Schleswig-Holstein haben eine noch geringere, doch darf man nicht außer acht lassen, daß die Großstadt auch in ungleich höherem Maße von einem Lumpenproletariat be- lastet wird, das zur Erhöhung der Kriminalität wesentlich bei- trägt. Dagegen sehe man West- und Ostpreußen, Posen, Schlesien an: Kriminalitütsziffern, die doppelt so hoch und noch höher sind wie die Berlins. Die sieben Landesteile, deren socialdemokratische Stimmabgabe unter dem Durch- schnitt des Landes bleibt, stehen in der Kriminalität, mit einziger Allsnahme der Rheinprovinz, über dem Durchschnitt des Landes. Nicht anders ist es in den übrigen Teilen des Reiches. Folgen wir in der Gebietseinteilung der Kriminalstatistik, so sehen wir: Soc. Stimmen Kriminalität 1. Königreich Sachsen...... 3639 147 2. Die 11 norddeutschen Staaten.. 3137 207 3. Die 8 thüringischen Staaten.. 3071 181 4. Grosthcrzogtum Hessen 5. Elsast-Lothringen.. 6. Königreich Württemberg 7. Grosthcrzogtum Baden 8. Königreich Bayern.. Der Durchschnitt des 2080 287 1500 279 1402 264 1325 318 1103 457 Deutschen Reiches zeigt eine socialistische Stimmabgabe von 1841 und eine Kriminalität von 276. Das Königreich Sachsen, durch und durch social- demokratisch, wo die Hälfte aller abgegebenen Stimmen auf unsere Partei fielen, das unter 23 Abgeordneten 11 So- cialdemokraten in den Reichstag schickt, hat eine Kriminalität, die nur ein Drittel derjenigen Bayerns ausmacht, das unter 48 Abgeordneten nur 4 Socialdemokraten stellt. Socialdemo- kratische Stimmabgabe und Kriminalität der Roheitsdelikte verhalten sich also auch im außerpreußischen Reiche fast genau umgekehrt proportional. Wenn Kriminalität und Arbeiter- bewcgung irgend etwas mit einander zu thun haben, dann folgt aus ihrer Verglcichung nur das gerade Gegen- teil dessen, was die Zuchthausvorlage daraus beweisen will.—_ VolMsche Mebevfichk» Berlin, den 7. November. Zur Ankunft des Zaren in Potsdam liefert die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" mit offiziösen Gebcrden einen schivülstigen Be- grüßungsartikel: Der Besuch ist dem halbamtlichen Blatt„ein neues Unter- Pfand der zwischen dem deutschen und dem russischen Herrscher- hause wie dem deutschen und dem russischen Reiche bestehenden wertvollen Frcundschaftsbeziehungcn." Dann heißt es weiter: „Wir verehren in Kaiser Nikolaus dem Zweiten einen hoch- begabten, cdclsinnigen Monarchen, der die Geschicke eines mit Deiitschland in bester Nachbarschaft lebenden Weltreichs zu großen Zielen lenkt, und der, weit über die Grenzen Nnfilandö hinans, daö politische Lebe» und Denken aller Völker dcS Erdballes an der Grcnzscheide zweier Jahr- hunderte mit nenen verheisjUngSbolle» Anregungen befruchtet Stettin er Vulkan..... Howaldt-Werke...... Baroper Walzwerk..... Bismarck-Hütte...... Bochumcr Guststahl.... Charlotteuhütte...... Eschwciler Bergwerk.... Friedrich Wilhelmhütte,., Geiswcidcr Eiseniverk.... Hasper Eisenwerk..... Bergbau-Gesellschaft Hochdahl. Hördcr Bergwerk..... Laurahütte....... Westfälische Stahlwerke... Für einen Zeitraum von 2�/» Wochen sind das ganz ge- waltige Kurssteigerungen, wenn man erwägt, daß im Durch- schnitt pro Woche vom 2. Januar bis 26. Oktober dieses Jahres Bochumer nrnd'/a, Laura etwa 6h Proz. gestiegen sind. Interessant wäre es noch, im einzelnen zu verfolgen, wie die Hamburger Rede, wie der bereits am Tage der Ver- öffentlichung von der Börse fruktifizierte Flottenplan steigernd und dann wieder die daran geknüpften Diskussionen teil- weise abflauend gewirkt haben. So stieg z. B. Hasper Eisenwerk infolge der kaiserlichen Flottenrede innerhalb 24 Stunden um 19,59. Eine derartige Steigerung der Montan- und Schiffsbauwerte zeigt am besten, ein wie großes geschäftliches Interesse bei der Flottenvorlage in Frage kommt und erklärt zugleich in den patriotischen Enthusiasmus der Industrie- und Kapitalistenpresse für die neuen Pläne zur Genüge. Begreiflich ist es auch, daß unsere Hinweise der beteiligten Jndustriepresse sehr unbehaglich sind. Mit belustigender Naivetät schreiben die Kruppschen„Berliner Neuesten Nach- richten"— Krupps Interesse selbst läßt sich nicht ziffernmäßig darstellen, weil die Firma keine Aktiengesellschaft ist— heute folgendes: hat. Wir erblicken in dem erhabenen Vorkämpfer der besten menschlichen Bestrebungen zugleich den erprobten Träger der alt- überlieferten und oft bewährten Freundschaft zwischen Deutschland und Rußland. Auf dem durch die herzlichen Beziehungen der beiden Herrscher verbürgten und für beide Länder gleich segensreichen Einvernehmen zwischen Deutschland und Dhistland beruht es, daß die deutsche und die russische Macht in Europa friedlich neben einander wirken und sich, außerhalb dieses Weltteiles, vertrauensvoll weiteren Aufgaben zuwenden können. In der festen Zuversicht, daß sich an de» morgigen Tag für die Wohlfahrt und den Frieden der Welt glückliche Folgen knüpfen iverden, heißen wir den erlauchten Herrscher Rußlands und seine hohe Gemahlin als Gäste unseres Kaiscrpaares ehrerbietig und herzlich ivillkommen!" Mit gröberem Hohn und bissigerem Spott kann man unmöglich den Zaren begrüßen, als indem man an sein Friedensmanifest und dessen jämmerliches Fiasko erinnert, jenes Friedensmanifest, dessen Gedanken in den deutschen Vertretern auf deni Haagcr Kongreß dem Gelächter preisgegeben worden sind, dessen Anregungen in jedem Punkt von der Politik ver deutschen Regierung zuwider gehandelt wird. Der Zar trifft in einem Augenblick mit dem Kaiser zusammen, in der dem deutschen Volke angesonncn wird, eine gewaltige Schlacht flotte zu bewilligen. Was soll es also, daß man den Zaren als den Kündcr des Weltfriedens und der Abrüstung preist! Mit dem- selben Rechte könnte England unter Hinweis auf den Boeren- krieg den Zaren als den Urheber der Haager Konferenz feiern.—_ Flottenvorlage und Börse. Zu unserem gestrigen Hinweis auf den Zusammenhang von Marinismus und Spekulafion wird uns noch geschrieben: Es ist bezeichnend für die politische Situation in Deutsch- land, daß die Börse von der Allgemeingültigkcit des geflügelten Wortes: Des Königs Wille ist das oberste Gesetz, vollkommen überzeugt ist. Nachdem die Börse erfahren hatte, daß der Kaiser für die Flottenvorlage eintritt, rechnete man am Geld- inarkt schon fest mit dem Zustandekommen der Vorlage und ließ die Kurse der Jndustriepapiere in Erwartung neuer reich- licher Aufträge für die großen Gesellschaften stark in die Höhe gehen. Man schätzt den Widerstand des Reichstages nicht so hoch ein, wie er nach einem Teil der Presse, namentlich der- jenigen der Ccntrumspartci, in Aussicht gestellt wird. Man glaubt nicht an eine ernstliche Opposition derer um Lieber, der gerade in Flottenfragcn, ob als überlegener Marine- sachverständiger oder als blamierter Europäer, den Reichstag zur Bewilligung aller wesentlichen Flotten- Vorlagen geführt hat. Man ging an der Börse sogar in letzter Woche noch weiter und spekulierte auch schon auf neue Flottenbaliten des Auslandes, die, durch die Vermehrung der deutschen Kriegsmarine hervorgerufen, der deutschen Judustrie insofern zu statten kommen würden, als dadurch auf Jahre hinaus in einer Reihe von Gewerben, vornehmlich aber in der Schiffbau-Jndustrie selbst, jede fremde Kokurrenz außer Sicht gestellt würde. In welcher Weise die Flottenvorlage im Verein mit einer Reihe anderer günstigen Momente die Kurse der Jndustrie-Aktien im Laufe der letzten 21/2 Wochen gesteigert haben, zeigt nachstehende vergleichende Uebersicht: Es betrug an der'Berliner Börse der Kurs von „Wir haben kürzlich darailf hingewiesen, wie bedenklich das Vorgehen der„Konservativen Korrespondenz" sei, gegen die Kanalvorlage mit dem Motiv Stimmung zu machen, daß angeblich starke B ö r s e n i n t e r e s s e n dabei unt maßgebend gewesen wären. Vielleicht ersieht das konservative Parteiorgan'die Richtigkeit unseres Einivandcs daraus, daß jetzt der„ V o r w ä r t S" sich die konservativen Berechnungen betreffs der Cemcnt-Aktien und die konservative Taktik zu eigen macht und gegen die F l o t t e n p l ä n e ausnützt." Diese„Taktik" wird dadurch aber nicht nnberechfigt, daß einmal auch die Konservativen sie angewandt haben. Zahlen beweisen— auch den Wert der„nationalen" Großmacht- Phantasten.—_ Ein ncncc Kriegshafe». Die Flottenvorlage hat außer an Kosten für den Bau der Kriegsschiffe noch Ausgaben im Gefolge, die sich in Millionen be- laufen werden und heute noch gar nicht zu übersehen sind. Dazu gehört namentlich auch die Errichtung eines neuen KricgshafenS und einer Torpedoboot-Station. Obwohl die Flottenvorlage»och lange nicht Gesetz ist, so trifft doch die Marineverwaltung ihre Dispositionen gegenwärtig schon so. als ob die Vermehrung der deutschen Flotte oitf Gnmd des in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung' entwickelten Plaues eine vollzogene Thatsache wäre. Nicht erst gestern, sondern schon seit längerer Zeit sind nämlich LZorbcrcitungen im Gange, für die Vermehrung der Kriegsmarine noch die nötigen heimischen und überseeischen Stationen zu schaffen. Es interessiert im jetzigen Augenblicke wohl die breiteste Leffeutlichkeit zu erfahren, daß die Errichtung ciueS KricgS- hafcns auf der Reede von Danzig im Gange ist und daß der Militärfiskuö sich bereits ein Gelände in der Nähe von Gedingen gesichert habe. Weiter ist bei Plchnendorf die Anlage einer Torpedoboot-Station in Aussicht genommen. Die Taktik, unter der Hand Vorbereitungen für noch nicht von den gesetzgebenden Faktoren genehmigte Ausgaben zu treffen, scheint allmählich in der Militär- resp. Marineverwaltung üblich werden zu sollen. Wir wollen auf die staatsrechtlichen Folgen dieses Vor- greifens der Verwaltung gegenüber der Gesetzgebung nicht eingehen, vielmehr nur zeigen, daß die Flottenvcrgrösierungspläne in der Marineverwaltung schon seit einiger Zeit mit aller Energie verfolgt werden. Daß die Ausgaben für einen neuen Kriegshafen eine enorme Höhe erreichen werden, geht aus einer kurzen Aufzählung der Anforderungen hervor, denen ein moderner Kriegshafen zu genügen hat. Solch ein Kriegshafen muß zunächst selbst für die größten Kriegsschiffe genügende Waffertiefe besitzen und eine so große Reede haben, daß die Flotte in Schlachtordnung auslaufen kann. Auf der Secfeite müssen die Arsenale, Docks und Werften durch Küstenwerke und Sperren, auf der Landseite durch einen Fortsgürtel geschützt werden. Es müssen also außer den notwendigen Arsenalen, Lagerplätzen für Kohle, Docks von größter Dimension und entsprechende Wcrftanlagen errichtet werden. Dazu kommen aber dann noch die Ausgaben für Be- festigungen, Ausbaggerungen, Mauerungen, die Anlage von Schleusen und Hafeneinfahrten. Zu diesen einmaligen Ausgaben treten die laufenden für die Verwaltung und den Betrieb, die eine Menge neuen Materials erfordern, an deren Spitze ein Admiral als Statiouschef steht. Dazu kommt dann nockj die Anlage der Torpedostation, deren Herstellung auch einige Millionen erfordern wird. Man sieht, die Millionen und Milliarden für die Schiffe allein thun's nicht, wenn der Schlvcinburgkurs erst eingeschlagen wird.— EtummS Nationalökonom„berichtigt", Profcffor Wolf wünscht folgende Berichtigung: „1. ES ist thatsächlich unrichtig, daß ich in meiner Rede gegen die Gewcrkvereine Stellung genommen habe, viel weniger noch, wie Sie sagen,„gegen die Gewerkvcreine gelvütct' habe. Ich habe viel- mehr. Berichte wie den Ihres Herrn Berichterstatters voraussehend, wörtlich gesagt: „sZch will übrigens für joden, der cS darauf absieht, miß- zuvcrstchen, nochinalö ausdrücklich erklären: Ich bin kein Gegner der Gcivcrkvercinc, ich bin aber ein Gegner ihrer Theorie, der spccicllen Interpretation, die ihnen seit dein Eintrete» I. St. Mills für sie— es sind jetzt dreißig Jahre her— und gegenwärtig allgemein zu teil wird. Ich schätze sie als Mittel, de» Arbeiter an Angenblickskonjnnkiurcn teilnehmen zu lassen, deren Nutzen sonst dem Unternehmer-Kapitalisten allein verbliebe, ich schätze sie als Mittel kameradschaftlichen Zusammenschlusses für den Arbeiter, wo ihm sonst ein solcher fehlt, ich schätze sie vcnnöge der vielen Bethätigungen, die sie, abgesehen Von ihren, Kampfzweck, haben. 2. Im besonder» erklart Ihr Herr Berichterstatter:„Wolf be- streitet— und daS ist kennzeichnend für den Geist, von dem er beseelt wird—, daß organisierte Arbeiter den Unternehmern gegen- über einen Machtfaktoc bilden.' Auch daS ist thatsächlich unrichtig. Ich habe das Gegenteil gesagt, wörtlich: „Wenn der organisierte Arbeiter dem einzelnen nicht organi- siertcn Arbeitgeber ebenbürtig, so ist der organisiette Arbeitgeber dem organisierten Arbeiter zweifellos überlegen, und zwar ist er ihm in genau dem gleichen Maße überlegen, wie der nicht organisierte Arbeitgeber dem nicht organi- sierten Arbeiter." 3. Ebcnsoivcnig ist wahr, daß ich gegen die Socialrcform mich gewendet, Sie sagen wieder„gewütet" habe. Ich habe vielmehr das strikte Gegenteil gesagt, wörtlich: „Wie aiiS dem cbenerwähntcn einen konstitntioncllen Mangel unserer Wirtschaftsordnung(Städtische Bodenrente) schöpfe ich Ans- forderungen zur Socialpolitik noch aus hundert anderen W a h r n e h n, u» g e n." Dies wurde näher ausgeführt. Ich resümierte schließlich: _„Res sacra miser" gilt auch mir. Auch ich erkenne, ans meiner Anteilnahme für den Schwachen, daß er selbst im Zn- sammenschluß sich häufig nicht genügt und es dann eines Ein- fchrcitens des Staates zu seinem Schutz bedarf, in den ver- s ch i e d e n st e n Gestalten." »» Die Berichtigungen des Herrn Professor wiegen federleicht. Er reißt au» dem Zusammenhange einen Satz heraus und nennt Be- richtigung, was unser Berichterstatter im nächsten Satz selbst mit- teilt. Er ist für Gewerkschaften, wenn sie— nicht kämpfen; er ist für.Socialpolitik", wenn sie nach dem Herzen— StuuunS ist.— »• « Deutsches Weich. Polizeiliche Streikleitung. Eine Polizeibehörde— in Sachsen natürlich— in Zwickau, hatte den dortigen Maurerstreik für beendet erklärt und dem Streik- burcau jede weitere Thätigkeit, sowie dem Wirte des StrciklokalS die weitere Hergabe feines Lokals an das Streikbureau bei Strafe verboten. Man hat dagegen die Kreishauptiiiannschaft Zwickau— dieselbe, die erst kürzlich das famose Pfcffverbot begründet hat— angerufen und von dieser eine Rechtfertigung des Streik- p e r b o t s erzielt. Es heißt in der Entscheidung: „Denn so gewiß als nach§ 152 der Gewerbe-Ordnung den Gewerbetreibenden, gewerblichen Gehilfen, Gesellen oder Fabrik- arbeitern gestattet ist, zum BeHufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen insbesondere mittels Ein- stellung der Arbeit oder'Entlassung der Arbeiter Verabredung zu treffen und Vereinigungen zu bilden, ebenso gewiß muß auch, wie dies früher schon gelegentlich des Maurer- und Zimmererstreiks in hiesiger Stadt im Jahre 18S9 von dem königlichen Ministerium des Innen, und von der Kreishauptn, annschaft anläßlich dieses und des ZimmererstreikS hier in, Jahre 1898 ausgesprochen worden ist, das Recht der Polizeibehörde anerkannt werden, dann, wenn die vorher verabredete Arbeitseinstellung durch Wiederaufnahme der Arbeit ganz oder wenigstens in der Hauptsache sich erledigt hat und daher für eine weitere Thätigkeit des Streikkomitees und für Forterhaltung des sogenannten Strcikburcaus eine Veranlassung nicht mehr vorliegt, den Streik behördlicherseits als beendet zu erkläre» und den bisherigen Leitern und Begünstigern desselvcn, so wie in den an- gcfochtcnen Verfügungen geschehen, jede weitere auf den Fort- bestand des Streiks gerichtete, in den thatsächlichen Verhältnissen aber nicht begründete und daher unberechtigte, zur Beunruhigung der beteiligten Kreise erheblich beitragende Thätigkeit auS sicherhcits- polizeilichen Gründen zu untersagen." Wir vermessen uns natürlich nicht, einer königlich sächsischen Krcishauptmanuschaft sagen zu wollen, was Rechten» ist; für die Leser bemerken wir nur, daß das Recht der Polizei, über die Be- e n d i g u n g eines Streiks zu entscheiden, logischerweise auch das Recht in sich schließt, über den Beginn eines Streiks und den Beginn der Thätigkeit eines Streikburcaus zu entscheiden. Im Gesetz steht natürlich von dem einen so wenig, wie von dem andern; im Gesetz steht nur, daß die Arbeiter das Recht haben, nach Gefallen zu streiken und sich zu diesem Zivecke zu vereinigen, also auch Streik- bureaus zu bilden und in Thätigkeit zu setzen ganz nach Gefallen. Die Entscheidung der Kreishauptmannschaft ist ja ganz intereffant, selbst im Rahmen sächsischer Rechtshandhabung— rechtliche Be- deutung hat sie nicht. Ueber Vergehen gegen die KoalitionZ- bestimmungen entscheiden die Gerichte. In der Streikpraxis wird man also die Zwickauer und sonstigen sächsischen Behörden entscheiden lassen— nach den Gesetzen aber handeln.— Rekrutenvereidignng. Am Dienstag hat der Kaiser bei der Rekrutenvereidigung im Lustgarten eine längere Ansprache gehalten, von der nur wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist. Nach einer Lesart hat der Kaiser mit weithin schallender Summe die Rekruten an ihren Sckiwur erinnert, ihnen zugerufen:„Ein Mann I Ein Wort I" und sie aufgefordert, als gute Soldaten und gute Christen ihren Dienst zu thun. Bei den Rrkrutenvercidigungen in früheren Jahren kamen markantere Aeußerungen in die Oeffentlichkeit. So sprach der Kaiser 1881 das bekannte Wort aus:„Ihr habt nur einen Feind, und das ist mein Feind I Und müßte ich Euch einst vielleicht— Gott wolle es verhüten— dazu berufen, auf Eure eigenen Verwandten, ja Geschwister und Eltern zu schieße», so denkt an Euer» Eid." Am 16. November 1883 erklärte Wilhelm II. den Rekruten: „Ihr seid berufen, mich in erster Linie vor dem äußern und inneren Feind zu schützen." Und ein Jahr darauf äußerte er: „Haltet den Rock in Ehren und bedenkt, daß Ihr den Vorzug genießt, den Dienst unter meinen Augen zu thun, und daß Ihr mit' Eurem Eintritt in das Heer etwas Vornehmes geworden seid.... Vcrgcßt nie, daß Ihr berufen seid Zu Verteidigern unseres Vaterlandes, daß Ihr verpflichtet seid, Ordnung und Religion im Land zu schützen."— Der Flottenwahn. Die„Tägl. Rundschau" hat auf ihrem Wuuschzettel eine frei verfügbare und frei bewegliche Schlachtfiottc, bereit zur Entsendung in alle Meere. Der Vorsitzende der Berliner Abteilung der„Deutschen Kolonial- gcsellschaft", General v. Poser, schloß am Montag eine Ansprache mit den Worten:«Ein erstes Reich, eine erste Flotte". Was sollen gegenüber solckicn Anforderungen die„lumpigcii" vier Geschwader und die Z'/s Milliarden! Man setze doch lieber gleich das ganze Reich unter Wasser, und verwandele, zur Bevölkc- rung dieses größeren Ententeichs, die Land- in Mariiiesoldatcn, die Kasernen in Panzerschiffe. Es ist befremdend, daß die wehrhaste Hand der Germania auf der iicncn deutschen Marke nicht vcrhcißungs- voll mit Schwimmhäuten ausgestattet ist.— Zum ZnchthanSgesct;. Eine Versammlung des national- liberalen Centralkonntccs für Westfalen, die in Dortmund unter dein Vorsitz des Abg. Schmieding stattfand, befaßte sich mit dem ZuchthaiiSgesetz. Tic Regierungsvorlage wurde als ungeciguet verworfen, dagegen ein„Ausbau der 152 und 153 der Gewerbe- Ordnung" verlangt. Herr Bassennami erhielt wegen seiner scharfen Aeußerungen gegen die egoistische Großindnslrie ciiicu Tadel. Die„Germania" meint heut:„Die Auosichtc» dieses Gesclz- cntwnrfcs habe» sich inzwischen erheblich verbessert." Das mag �'cin— aber auch im E e n t r u m?— Nochmals Herr Bafferinann zur ZuchthanSvorlage. Herr Basseriiiaun sprach im iiaiionallideralen Verein in Frankfurt a. M. über die politische Lage. So geneigt er sich zur Flotten- Vermehrung stellte, so ablehnend blieb er gegenüber der ZuchthanSvorlage. Er sagte: „Niigcschicktcr wie die ZuchthanSvorlage ist selten ein Gesetz inscenicrt worden, wenige Gesetze erfuhren eine so vcniichtcudc Kritik seitens der Juristen nnd Socialpolitikcr. Eine Krisis in die national- liberale Partei hat sie aber nicht gebracht. Ein Teil unserer Partei meint, der 8 153 müsse verschärft werden, ein anderer hält die be- stchendcii Bcstiiiimuiigen für ausreichend. Eine gewisse Presse in Berlin und Hamburg hat die Tinge schärfer in die Erscheinung treten lassen, als sie ihatsächlich sind. Der Redner selbst wird die Vorlage glatt ablehnen wie früher; er hält die Stras- gcsctze für genügend, daran hat sich bei ihm nichts geändert trotz der Vorgänge in Herne und Augsburg. Schade, daß Herr Baffenuailn nichts davon sagt, wie viele seiner FrnktivnSkollcgcii noch zu feiner Ansicht stehen.— Kein Organ Basscrmauuö. Wie der Verlag der„Tägl. R ii ii d s ch a u" mitteilt, hat er weder mit Herrn Bassennann noch mit Herrn von Hehl jemals in Verkailfsverhandlungeii gestanden.— Kein Frieden. Wie der„Voss. Ztg." aus Detmold berichtet wird, sind die Folgerungen, die mau aus einigen im Kaniergdcii- kreise gesprochenen Worten des Bezirrskonimaudcurs gezogen hat, durchaus hinfällig. Nicht in einer Ansprache wurde von„Seiner Erlaucht", dem Sohne des Grafregenten, gesprochen, sondern diese Bezeichnung fiel unwillkürlich im vertraulichen Gespräch mit Kameraden. Bon einer Aciidcrung der Beziehungen zwischen den Höfen in Berlin und Detmold ist vorläufig keine Rede. Also geht der bluttge Hofkrieg weiter!— AuS Westprenhcn.(Eig. Ber.) Daß hier mit der Zeit ein Mangel an Arbeitern für die Landwirtschast und mit der Landwirt- zusammcuhängeiidcn Betrieben eingetreten ist. kann nicht be- i werden. Der Westen mit seinen höheren Löhnen und den doch etwas angenehmeren sonstigen Arbeitsbedingungen hat die Ar- beilcr in Scharen hinwcggelockt. Von den Landwirten wird behauptet, daß sie gezwungen seien, viel höhere Löhne zu zahlen, wie'früher. Man wird ermessen können, wie hoch die Löhne früher wären, wenn jetzt einem er- wachsencn Arbeiter 1,88 M. bis 2 M.' pro Tag gezahlt werden. Allerdings stellen in neucrer Zeit die Arbeiter auch schon etwas noch höhere' Ansprüche. Meist werden dieselben aber nieder- gehalten, weil die sehr erleichterte Einführung ausländischer Arbeiter den Arbeitgebern gestattet, die heiniische» Arbeiter zurückzuweisen. Die große Zuckerfabrik in S ch w e tz hat in diesem Jahre sehr mit Arbeitermangel zu kämpfen. Schwetzer Arbeiter wcigcrren sich, für den von der Fabrik gebotenen Lohn von 1,88—2 M. pro Tag zu arbeiten. Flugs ließ darauf die Fäbrikleitung 188 Leute aus G a l i z i e ii lonimeii. Nim geschah aber das merkwürdige, daß die Galizier, denen man allerlei Versprechungen gemachr hatte, nachdem sie kaum die Arbeit begonnen hatten, streikten, weil sie mit dem geringen Lohn nicht zufrieden waren. Als die Fabrik- leitinig keine Zugeständnisse machte, fuhr ein Teil der Leute sofort in die Heimat zurück. Diejenigen, welche ohne Mittel waren, lagerten sich auf der Straße und mußten, da sie sich weigerten, wieder an die Arbeit zu gehen, in ihre Heimat abgeschoben werden. Ob die Fabrikleitimg, welche die Leute ins Land lockte, die Kosten der Rückreise trägt öder ob öffentliche Mittel dafür ausgegeben werden mutzten, ist nicht bekannt. Von der ganzen Schar der Galizier ar- beitcn zwei Mann noch in der Fabrik. Da dieselben der Fabrik« leitinig erzählt hatten, daß heimische Arbeiter ihre Kollegen zimi Streik angereizt hätten, wurde eine hochnotpeinliche Untersuchung eingeleitet. Man glaubte auch einen„Rädelsführer" festnehmen zu müsse«, doch hat sich dann herausgestellt, daß sich zu einem Ein- schreiten keine Handhabe biete. Der Vorgang zeigt, daß auch in die westpmißische Arbeiterschaft zwar langsam aber doch immerhin merklich etivas Bewegung hin- einkommt.—- Der Antisemitismus hat in der Provinz Hesse» einen schweren Stoß erhalten durch das Eingehen seines Kasseler Partei- Organs, des dortigen„Antisemitischen VolkSblatteS". DaS Eingehen dieses Blattes ist ein Beweis dafür, daß der Autiseniitismus auch in seiner ehemaligen Hochburg überwunden ist. Noch vor fünf biS sechs Jahren erschienen in der Provinz Hessen zwei anuscmitische Blätter. In Marburg gab Dr. Böckel, der sich trotz seiner demokratischen Allüren gern den„Bauerukönig" nennen hörte, den„RcichSherold" heräns, welcher den linken Flügel des hessischen Antisemitismus vertrat. In Kassel erschien als Organ des Reichstags- Abgeordneten Werner das immer renkiiouär gewesene„Antisemitische Volksblatt". Böckels„Reichs- Herold" mußte zuerst ins GraS beißen und sein Inhaber suchte Unterschlupf bei dem im„Reichsherold" so oft bekämpften Bund der Landwirte. Nim ist auch das Kasseler„Antisemitische Volksblatt' dem doch so milden Herbst zum Opfer gefallen und völlig„eni- blättert" ragt der Baum des hessischen Antisemitismus in die Luft. In journalistischer Beziehimg hat die antisemitische Partei allerdings an ihreni Kasseler Organ nicht viel verloren. Stil und Taktik desselben waren noch niedriger als sein Abonncntenstand. Immerhin aber ist das Eingehen des Blattes ein Schlag für die Organisasion der Partei, der sich nicht verwinden lassen wird. Wurde däs Blatt auch von der Masse der antisemitischen Mitläufer nicht gehalten, so diente es doch dazu, die Vorstände der einzelnen Ortsgruppen unter sich und mit dem Parteivorstand in Fühlung zu halten und sie mit AgitationSmaicrial zu versehen. Fällt es jetzt an?, so muß diese Arbeit' ans dem ebenso zeitraubenden wie kostspielige» Wege des brieflichen Verkehrs gcthau werden. Die Antisemiten aber, die nicht einmal die Mittel für den Weiterbestand eines öffentlich erschciiiendm Organs aufbrachten, werden für diese öffent- lieh nicht sichtbare Arbeit noch weniger Geld übrig haben. Damit ist auch der Zerfall ihrer meist auf die Wohlgesimithcit der Herren Bürgermeister und sonstiger LrtSgcwaltiger aufgebauten Partei- Organisation in die Wege geleitet. Lic transit gloria rnundi!— Die nächsten Wahlen dürsten die Richtigkeit unserer Lcurtcilimg der Sachlage erivcisen. Die lachende Erbin aber ist die Social- demotratie.— Weimar, 6. November.(Eig. Ber.) Die vom Staatsmiiiistcr Rothe bei der Eröffnung des Landtags betonte Bekämpsimg der Socialdcmokratic ist schön seit längerem hier gehörig im Zuge. VersammlungSverboie ergingen iiiaffcnhaft und es wurde alles auf- geboten, um unsere Partei durch Polizcimittcl zu schädigen. Aber—ganz abgesehen von der Aussichtslosigkeit dieses Polizei- ciferS— die VerivaltungSbehörden holen sich dabei selbst mitunter arge Schlappen. So ist jetzt dem Gmosiett B aud ert, der sich wegen des Verbots einerKreiSkonferenz an das Staats- ministe rinnt bcschwcrdesührend gegen die Entscheidung des Bezirks- direktors gewendet hatte, folgender Bescheid zugegangen: «Nachdem das großhcrzoglisöhe Staatsniinisterium auf Ihre gegen meine Entscheidung vom 18. September d. I. erhobene Be« sch'wcrdo hin verfügt haß daß die angefochtene Entscheidung von mir zurückzuziehen und dem Beschwerdeführer eine au der weite, die materielle Seite der An» gelegenheit berührende Entscheidung z u erteilen sei, eröffne ich dem Gastwirt Herrn August Baudert in Apolda hiermit, unter Zurückziehung der Verfügung vom 28. September d. I., daß das von dem Gemeindevorstand von Stadtsulza verfügte Verbot der für den 17. September d. I. geplanten Kreiskonfereitz der VertraueiiSmäiiner des ersten weimarischen Wahlkreises als der genügende»» gesetzliche»» Be- grnndnng entbehrend, ausgehobei»»vird. Der großherzogl. sächsische Bezirksdirektor. Uiiterschrift unleserlich. Die unteren Behörden werden erstaunt fragen, wie sich denn daS StaatSministerlnm die geforderte energische Bitämpfung der Social- demokratie vorstelle, wenn so streng auf„gesetzliche Begründungen' gehalten werden solle.— Münchc», 7. November.(Depesche.) Inder Abgeordneten« k a m m e r begann heute die Generaldebatte über die Politik der bayrischen Regierung. Abg. Dr. D a 1 1 e r(C.) bekämpfte die Au« griffe aus die katholische Kirche und das Pap st- t n m, welche vop bcr Hauptversammlung des Evangelischen Bundes in Nürnberg unternoiiinien seien. Staats'iiiiiiister v. Crailsheim betonte, daß die Regieriing alle? thne. um die Parität und den kon- fcisioucllcii Frieden zu schätzen, sie mißbillige auch die Angriffe der Nürnberger Versamiiilung des Evangelischen Bundes und habe straf- rechtliche Nntersnchimg in dieser Angelegenheit eingeleitet. Gegen- über dem Abg. Wollmar, der sich unter anderem auch gegen die neuen Flottenplöne aussprach, betonte Abg. Dr. C a s s e l m a n n (liberal), das Flotteitgesetz müsse man erst abwarten, ehe man mit der Kritik beginne. Die verbündeten Regierungen seien zweifellos berechtigt, schon vor Ablauf des Sexennat's mit neiieu Forderungen zu konii'nen; in anderen Ländern stiunnteii auch die Radikalen solchen Forderungen zu.—_ Kein TerroriSuius? Die Beendigung des Streiks der Berliner Metallarbeiter giebt den«Berl. Neuest. Nachr." einen gewünschten Anlaß, der OrtSverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes eins auszuwischen. Die Angaben derselben beziehentlich der Re- sultate des beendeten Streiks werden als Lügen hin- gestellt. Gegen diese Anwürfe wird die Angegriffen» sich wohl selbst zu schützen wissen. Interessant aber ist, mit welcher Uiiverfroreiiheit das Unternehmerorgan zugesteht, in welcher Weise innerhalb deS Unternehmer-Verbandes gegen die Mit- glieder desselben der TerroriSmuS geübt wird. Eine Umfrage bei den Mitgliedern der Vereinigung Berliner Metallwaren-Fabriranten. so heißt eS dort, habe ergeben, daß„kein einziges Mitglied den Neunstundentag bewilligt, nicht habe bewilligen können und auch nicht dürfen." „Denn sämtliche organisierten Fabrikanten sind durch Konventioiial- strafen— durch in Händen des Vorffaudes befindliche Solawechsel — verpflichtet, unter keinen Umständen gegen den Beschluß der Vereinigung z n handeln, respektive eine Verkürzung der Arbeitszeit eintreten zu lassen." Damit ist chuischster Weise— fast, als wolle man den Staats- anwalt verhöhnen— zugegeben, daß der Verband seine Mitglieder zwingt, an Vcrabrcduiigcu tcilzimehmcn bezw. sie hindert, von diesen zurückzutreten. Wenn die Arbeiter solches unternehmen würden, sie würden zweifellos den Strafgesetzen verfallen. Freilich würde ein Unternehmer wohl gegen die betreffenden statutarischen Bestimmungen verstoßen köniicn, ohne daß deswegen der Wechsel von ihm eingetrieben werden könnte. Die gegen einen Hamburger JiinuiigSmeister angestrengte Klage wegen dessen Zurück- treten von derartigen Vereinbarungen wurde zu Ungunsten des Verbandes entschieden. Aber man hört nur äußerst selten von solchen Klagen; am allerwcitigsten wird es ein Unter- uehmer der Metallbranche darauf ankommen lassen. Er weiß, daß die VerbandSgenosscu mächtige Mittel haben, Mittel, die viel wirk- iamer sind, als die Wechsel, und die da heißen: gesellschaft- liche Acchtuitg, Boykott, wirtschaftlicher Ruin durch die Großen. Wie bei dem 13S7cr Formerstreik, so auch jetzt wieder wäre mancher namentlich der mittleren und kleineren Fabrikanten von dem Ring zurückgetreten und den Arbeitern entgegengekommen— sie wagen cS nicht, sie wissen, daß die großen Unternehmer die Mittel haben, sie zu ruinieren. Und dazu bedarf es keiner öffentlichen Versammlungen und Beschlüsse, keiner Vcrrufserklärung oder sonstiger strafbarer Handlungen: der Staats- aulvalt vermag sie nicht zu fassen. Und weil die Unternehmer über eine so viel größere Gewalt über ihre Berufsgenossen verfügen, weil sie alle die Hemmnisse nicht zu überwinden haben, die den Arbeitern bei ihren Organisation-- bestrebungen entgegen stehen, so ist das Unrecht, das den Arbeitern durch die ZuchthanSvorlage angcthan werden soll, um so größer. Vordcllwcsen«nd Polizei» Aus Kiel wird uns berichtet: Scheu verschiedeuklich Hut der„Vurluürt-Z" über duS BordcH- wcscu Kiels Mitteilimizen gebracht, welche das berechtigte Erstaunen der Leser hervorriefen. Wir erinnern du nur an die Mitteilung. daß ans Anlaß der Kanalfeitr in Kiel drei weitere Bordelle er- richtet seien, welche Mitteilung in dem deswegen gegen unseren Redactcnr Dierl angestrengten Prozeß, der mit Freisprechung endete, als den Tbatsachcn entsprechend festgestellt wurde. Und im November 1897 Mr. 273) berichteten wir die Eröffnung eines weiteren Bordells. lind üppig wie nie zuvor ist das Bordellwesen in Kiel noch in Flor. Seit dem 1. April 1898 ist Kiel mit einer königlichen Polizei beglückt lvordcn und strenge Moralprediger hofften, daß mlmnehr dem Bordellwesen ein Ende bereitet werde. Aber welch inniges Händedrücken zwischen Bordcllwirt imb einzelnen Polizei-Organen Platz gegriffen hat, wurde dieser Tage in einer Kieler Gerichts- Verhandlung festgestellt, über die wir heute Mitteilung machen können. Ztvar hat die Polizei, die königliche, auch in das Bordellwcscn eingegriffen: in ihrer Weise, so wie cS in Preußen üblich ist. Nach außen ist jetzt das Dekorum gewahrt. Die unter den Augen der städtischen Polizei sich fast vor den Thören anpreisenden Mädchen ivnrdcn durch die königl. Polizei durch strenge Polizcistrafcn gezwungen, s!ch nicht vor den Thürcn sehen zn lassen und selbst die Hans- Wirte wurden hierfür mit vcranttvortlich gemacht, die sich ihrerseits durch angestellte Portiers, die von abends 8 Ilhr bis zum frühen Morgen mit silberbetrcßtcr Mütze das Amt eines Kasernen- wärtcrS versehen, deckten. DnS preußische Ideal der Kascrnierung war erreicht. Ilnd das Bordellwescn florierte besser denn zuvor. Die Bordell- Wirte suchten die ihnen entstandenen größeren Ausgaben wieder zu decken und fanden sich auch Wege hierzu. Bisher waren die Mädchen verpflichtet gewesen, von ihren Beherbergem täglich so und so viele Flaschen Bier zu horrenden Preisen zn entnehmen. Dieses fiel jetzt zum Teil fort, dafür wurden von den Bordclllvirteu Trinksalons eingerichtet, wo»billig" Getränke zu haben waren, die Flasche Bier z. B. zu öl) Pf. uno Wein zu ähnlich horrenden Preisen. Dies geschah jedoch ohne Konzcssion und in diesen„Salons" wurden bis zum frühen Morgen von den Bordcllbcsnchern Trink- gclagc veranstaltet. Und dieses, obgleich die Polizei sonst unnach- sichtlich den schwer um seine Existenz ringenden Spciscwirt oder Höker, der ohne Konzcssion Bier verschänkt, zum Kadi schleppt. Diese Zustände gaben dann zu allerlei Gerüchten Anlaß. Sollte das, was der ganzen Stadt bekannt ivar, wirklich den betreffenden Polizei-Organen nicht zur Kenntnis gekommen sein? Oder sollte es Polizei-Organe geben, welche---? Aber man konnte nichts sagen, weil man nichts Genaues wußte. Jetzt weiß man aber mehr. Und diese Kenntnis ist durch die angeführte Gerichtsverhandlung gekommen. Angeklagt waren zwei Kellner, die beiden Kriminalbeamten D. und H. durch die Behauptung, sich von Bordellwirten haben bestechen zu lassen, beleidigt zn haben. Und diese Behauptung ist vor dem Gericht erwiesen worden. Durch Zeugen- aussage wurde festgestellt, daß die beiden Kriminalschntzlrute von dem Bordellivirt B., welcher, wie wir hinzufügen, früher Zuhälter war, zu Weihnachten mehrere Flaschen Wein, eine Flasche Eier- cognac und eine Kiste Cigarren als Geschenk bekommen hätten. Durch das energische Eingreifen dcS Präsidenten mußte der dieses zuerst bestreitende Beamte D. es zögernd eingestehen. Wenn das Gericht die beiden Beklagten doch zu 19 M. Geldstrafe verurteilte, so deshalb, weil eine iveitere Aenßernng, daß auch der Kieler Gastwirte» Verein die Beamten bestochen habe, nicht nachzu- weisen war. Ein interessantes Bild fürwahr, der frühere Zuhälter, jetzige Bordellwirt als Geschenkgeber zweier Polizeibeamten.— Eamoa. Wie jetzt verlautet, soll eine Aufgabe von Samoa keineswegs in der Absicht der deutschen Regierung liegen. Bielmehr soll ent- schieden sein, daß Deutschland die Vorherrschaft auf Samoa erhalten werde. Ueber etwaige Gegenleistungen an Ena- land ist nichts bekannt.— Ausland. bestreich-Ungar». DaS internationale Wettrüsten. Der.Pcstcr Lloyd" schreibt: Der Heeresvoranschlag für 1990 wird keine Forderimg für neue Feldgeschütze enihalten. Es ist noch kein bestimmtes Modell für das neue_ Feldgeschütz festgestellt; jedoch wird Ocstreich- Ungarn mit Rückficht auf daS Vorgehen anderer Staaten in Verhältnis- mäßig kurzer Zeit vor der Notwendigkeit stehen, die Bc- schaffnng ncncr Grschiitze in Angriff zu nehme».— Wien, 7. November. Der Prcsiausschnst des Abgeordneten- Hauses nahni einstimmig die Regierungsvorlage, betreffend Ans- Hebung dcS ZeitungS- nnd KalendcrstcmpclS an. Der NotstandSanSschuß nahm die Regierungsvorlage betreffend die Bewilligung von Notstandskreditcn für die. durch die jüngste Hochwasserkatastrophe betroffenen Länder an. Wien, 7. November. l.Boss. Ztg.") In elf massenhaft be- suchten Versammlungen der Wiener sorialdcmokratischc» Ar- beiterschaft kam e» gestern zu stürmischen Kundgebungen gegen die Luegersche G c m e i n d e- W a h l r e f o rm und, wie eS auf der Tagesordnung hieß, gegen die n eu e st e n Schandthaten der Eh ristlich-Socialen. Unter Pfuirufen der Anwesenden Iviesen die einzelnen Redner daraufhin, daß es heute keinen § 14 niehr in Oestrcich gäbe, wenn nicht die Christlich-Socialen im Abge- ordnetenhaiise mit den Polen nnd der katholischen Bolkspartei gestimmt hätten. In der Versammlung herrschte bei dieser Mitteilung nn- beschrciblichc Erregung. Die Kundgebungen fanden sodann auf der Straße ein Nachspiel; die Polizei schritt ein und verhaftete einige Socialistcn.— Frankreich. Major Estcrhazy, über den einst der Gcneralstab seine schützende Hand hielt, dessen verbrecherische Rolle aber längst erkannt ist, ist jetzt als Betrüger vom ordentlichen Gericht verurteilt worden. Das Znchtpolizeigericht verurteilte den ehemaligen Major auf die von seinem Letter Christian Estcrhazy angestrengic Klage wegen Betruges in contumaciam zu drei Jabrcn Gefängnis nnd zur Wiedererstattung von 33 509 Frank an den Kläger.— An der Grenze der LristnngSfähigkcit ist man in Frank- reich bei den Truppen anshebuitgen angelangt: das beweist wiederum eine Veröffentlichung des bekannten Bndgctredners Camille P e l l e ta n im„Eclair" Pclletan hat am 19. Oktober die Ziffern erhalten, auf welche sein Bericht über das Militärbtidget sich zu stützen hat. Ans diesen crgiebt sich, daß i m nächsten Jahre 14 000 Mann weniger eingestellt werden, als man annahm. Dieser Fall steht nun nicht vereinzelt da, vielmehr ist die thatsächliche Rekrntenzahl in den letzten Jahren stets hinter den Voranschlägen zurück- geblieben. Interessant sind aber die Mitteilungen, wonach unter dem KrtcgSniinifter Mercier ausdrücklich auch die Heranziehung der Schwächlichen nnd Kränklichen zum Heeresdienst angeordnet wurde, so daß. nach PcllctnnS eigenen Worten, die Kranken- Häuser sich mit Dien st untati glichen füllten trnd daß nach amtlichen Dokumenten stellenweise bis zu 29 Proz. der eingezogenen Mannschafteii entweder nach wenige» Monaten ent- lassen oder fast ganz vom Dienst befreit werde» mußten.— England. Eine Nachwahl. Bei der Parlaments-Ersatzwahl in E x e t e r am Montag wurde Sir Edgar Vincent kkons.) nnt 4939 Stimmen gewählt. Der Gegenkandidat Bright erhielt 3371 Stimmen. Die konservative Mehrheit zeigt gegenüber der letzten Wahl eine Zu- »ahme von 165 Stimmen. Die Wähler dieses Wahlkreises scheinen weder durch Chamber- lains Ranbpolitik noch durch die afrikanischen Mißerfolge in ihrer regierungstreuen Gesinnung erschüttert zu sein.— Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: Ans Bebels Vergangenheit. Verlin, 6. November. Die soeben erschienenen Vorlesungen über Socialismns und Socialpolitik von Professor Karl Biedermann enthalten nach dem „Leipziger Tageblatt" eine interessante Reminiscenz aus dem Vorleben des Herrn August Bebel. Auf Seite 196 des genannten Buches befindet sich eine Note, in welcher folgendes'mitgeteilt wird: „Einer der gegenwärtigen Hauptwortfnhrer der Social- bemokratie, Herr August Bebel, that zn einer Zeit, Ivo er noch nicht im Banne des Herrn Liebkneckit lag, in einem Kreise von Arbeitern und Arbeiterfrcunden(zu welchen letzteren auch der Verfasser dieser Schrift gehörte) den Ausspruch:„Es sei nicht bloß eine Thorheit, sondern ein Frevel, wenn man die Arbeiter als einen besonderen Stand dem Bürgertum feindlich gegenüberstelle." Herr Bebel'wird sich dessen vielleicht' nicht mehr erinnent, jedenfalls nicht gern daran erinnert sein mögen." Zn dieser Notiz schreibt uns Bebel: „Ob ich die angeführte Aeußerung, die, wie es scheint, ich in einem kleineren Kreise gemacht haben soll, wirklich gethan habe, kann ich nach Verlauf von 36 oder 37 Jahren unmöglich mehr wissen. Daß ich aber in der ersten Hälfte der sechziger Jahre ein entschiedener Gegner des Socialismns war, ist eine von mir selbst sckion so oft hervorgehobene Thatsache, daß sie allmählich auch der „Deutschen Tageszeitung" bekannt geworden sein konnte. Will die „Dt. Tagesztg." ihr Redaktionsexemplar meines Buches„Die Frau" zur Hand nehmen, so findet sie ans S. 275(Jnbilänms-AnSgabc) von mir selbst erzählt, tvie ich 1863 noch ein Gegner des allgemeinen Stimmrechts war. aber vier Jahre später ihm' meine Wahl in den Norddeutschen Reichstag verdankte. Komme ich gleich Prof. Biedermann einmal dazu, meine Er- inncrnngen niederzuschreiben, woran ich lebhaft denke, so dürfte dieser, falls er. wie ich wünsche, dann noch am Leben ist, finden. daß ich seiner in einer Weise gedenke, die nur der reinen Wahrheit entspricht.—_ Mit den Beschlüssen deö Parteitages erklärten sich durch Beschluß einverstanden Parteivcrsammlungcn in Wilhclmsburg, Gera, Osterwick nnd Breslau. Gcmcindcwahlcn. Bei der Gcmcindcratswahl in Weida(S.-W.) gelang es unseren Genossen, einen ihrer Kandidaten dnrchznbring«». Pnlizrilichrs, Grrichklichcs Usw. — Wegen Beleidigung eines LehrcrS wurde Genoffc Block in Dresden als verantwortlicher Redactcnr der„Sachs. Arbciterztg." am Montag zn 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Auch Genosse H a e n t s cb hatte sich am selben Tage ivegen Beleidigung eines Bürgermeisters zn verantworten. Dieser wurde zu 1 Monat Ge- fängnis verurteilt. — Titchsrn in Preußen. Ueber eine in ihrer Weise recht lustige Episode wird uns aus Halle a. S> berichtet: Eine Volts- Versammlung nach sächsischem M u st e r, die sich sehr amüsant nnd heiter gestaltete, fand Sonntag im Dorfe Dieskau bei Halle statt. Als der Liefereut Genosse Hab erkor n aus Leipzig, der cincn Vortrag über Bekämpfung der Lungentuberkulose hicl'r, auf die socialpolitischen Gesetze zu sprechen kam und diese als Mangel- Haft bezeichnete, erhob der überwachende Gcntcindedicncr die Hand und erklärte, dieses gehöre nicht zum Thema. Der Vorsitzende. Gc- nosse E b e l i n g, wies den Beamten in seine Schranken zurück. Als dann Ebcling ans die schlechten Lohn- nnd Arbeits- btdingnngen nnd die dadurch entstehende Schlvindsnchts« gcfahr für die Arbeiter hinwies, griff der Beamte wiederum ein und erklärte, wenn nicht zum Thema gesprochen werde, so werde er die Versammliuig auflösen. Unter großer Heiterkeit wurde dem Beamten zum zweitenmal erklärt, daß er kein Recht habe, in dieser Weise vorzugehen. Die Versammlung tage nicht i» Sachsen, sondern in Preuße». Nnmnchr sprach ein Arbeiter über die.Beschäftigung der Äindcy bei den Gutsbesitzern nnd der Beamte erhob sich zum drittenmal und ersuchte nuter schallender Heiterkeit zum Thema zu sprechen. Um die heitere Versammlung nicht zn gefährden, bat der Vorsitzende dann'jeden Redner, möglichst viel über Schwindsucht zu sprechen. Der Bcnniic nickt« mit dem Kopse und nun war alles in Ordnung. J» Nr. 830 dcS„Borwärtö" erschien eine Korrespondenz über eine Versammlung des sechsten sächsischen Ncichstags-Wahl- krciseS. Genosse Ledcbour beschwerte sich über die Korrespondenz und stellte eine Berichtigung in Aussicht. Da er im Einvernehmen mit dem Bertrauensmann dcS sechsten sächsischen Wahlkreises, Genossen Höppner, handeln wollte, so verzögerte sich die Berichtigung. Dieselbe ist nun heute eingelaufen, mit cincni zustimmenden Schreiben Höppners und lautet wie folgt: Der„Vorwärts" hat in seiner Nr. 259 einen tendenziös gehaltenen Bericht über die P a r t e i v e rs a m m l u n g im sechftensächsischeu Rcichstags-Wahlkreise, Dresden- Land, gebracht, gegen den ich genötigt bin, mich zu verwahren. ES werden mir darin„beweiSloie Unterstellungen" vorgeworfen, weil ich erwähnt hatte, daß Aliens persönliche Angriffe ans einige allgemein geachlcte Genossen— auf welches Verfahren ich übrigens nicht den im„Por>värts"-Bericht gebrachten Ausdruck absichtliche Ehrabschnciderci" angewandt hatte— eine ticsgchchcndc Mißstimmung bei vielen Parteimitgliedern hervorgernfen hätten. Die Beweise für das, was ich über Auers Verhalten ans dem Parteitage gesagt habe, sind indes von mir direkt durch den Hinweis ans die jedem Parteigenossen z n g ä n g- lichcn Berichte über die Partcitagsverhand- lungen erbracht worden. Wenn ferner der Korrespondent des„Vorwärts"«behauptet, die Stimmung der Versammlung in Potschappel sei„geteilt" gewesen, so vergißt' er leider hiitzuzusügen, daß von den ciiva 299 Anwesenden nur ein vcrschivindcnd kleiner Teil ans feiten FleißnerS stand. Daß das nicht in der Absiinimung zu Tage trat, erllärt sich daraus, daß die angenommene Resolution ans Grund einer vorherigen Abmachung festgestellt war, der beide Delegierten ihre Zustimmung gegeben halten. Es ist in der Resolution,' für die auch ich gestimmt habe, die Berührung der Differenzpnnkte absichtlich vermieden worden. Aus diesem Grunde war es niemandem unangenehmer als mir, daß der in dem ,.Vor>värtS"-Bcricht erwähnte junge Mann jene zweite Resolution einbrachte, die indes überhaupt nicht zur Abstimmung zngelasscit iverde» konnte. Meine Vermutung, daß man versuchen würde, das Auftreten jenes jungen Mannes gegen mich auszunutzen, ist durch den dem„Vorwärts"' zugesandten Bericht vollauf bestätigt worden. Die Bemerkungen über meine Uebereinstimmnng mit dem an- geblichen„Opportunisten" sind, da die T h a t s a ch e n. um die cS sich dabei handelt, gar nicht erwähnt werden, augenscheinlich darauf berechnet, den Anschein zu erwecken, als ob meine eigene Ausfassung vom Opportunismus unklar sei. Derbe- treffende Redner hatte sich einen„Opportunisten" genannt, weil er ebenso eifrig für seine Gewerkschaft wie für die socialdemokratische Partei eintrete. Ich er- widerte ihm, das sei doch kein OpporttmiSinns. In dieser einen Hinsicht stinmtten wir völlig nbercin. Denn auch ich sei stets eifrig für die Gewerkschaftsbewegung eingetreten. Auch in meinen Augen fei die Gcwerlschafisbrwcgimg ein kaum minder wichtiger Bestandteil des proletarischen Emancipationskampfcs wie die politische Bewegung. G. Ledcbour. GvZVvvkMÄflliifxvs. Berlin und llnigrgcnd. Die orgaitisierten Barbier-«nd Frisciirgehilfen hatten seil einigen Jahren mit der„Freien Vereinigung selbständiger Barbiere" gemeinsam einen Arbcitsnachsveis, der seinen Sitz bei Schiller, Roscnthalersiraße 57, hatte. Seit kurzem haben sich aber die Prin- zipale von dem gemeinsamen Nachweis getrennt, ivcil sie ans den Vertrag, den ihnen die Gehilfen vorlegten, nicht eingehen wollten. Der Vertrag enthielt die sogenannte Streikklausel, wonach die Ver- mittelung für diejenigen Geschäfte zn ruhen hat, in denen die Ge- Hilfen sich im Ausstand befinden.— Der Arbeitsnachweis der orga- nisierten Gehilfen befindet sich nach wie vor in obigem Lokal. Spandau, 7. November. Bei der heutigen Gcwcrbegerichtslvahl siegte die Liste des Gewerkschaftskartells. Bon den Arbeitgebern beteiligten sich an der Wahl 12, von 246 ein- schriebcncn ArVeititchmerit wählten 291, die sämtlich ihre Stimmen für unsere Liste abgaben. Deutsches Reich. „Werden die obcrschlcsischcn Berg- nnd Hiittenlettie streiken t" Erneute Ableugnungen der Lohn- belvegung unter den oberschlcsischen Berg- und Hütt etil enteil bringen ans unsere Notiz � mit obiger lieber- schrift(Nr. 257) obcrschlcsische bürgerliche Blätter, obenan die„Kattow. Zeitung". Demgegenüber sei nach dem unwidcriprochen gebliebenen und von Augen- und Ohrcnzcngen bestätigten Bericht der„Praca" festgestellt, daß am vorigen Sonntag neben einigen unbedeutenden drei große Berg- und Hüttenaröeiter-Bcrsamiulungeit in Königsbntte und Zabrze stattgefunden haben. KönigShütie und Zabrze sind die Haupt- orte der oberschlcsischen Kohlen- und Eisenindustrie, gerade in ihnen bc- finden sich die besten großen fiskalischen Kohlenbergwerke, ans denen die Arbeiter besonders kurz gehalten werden, so daß eS umso eindrucksvoller ist, wenn ca. 5999 Borg- und Hutten lente an diesen drei Versammlungen teilgenommen haben. Einstimmig st e l l t e n die Versammeitc n die Forderung einer 25 p r o z e n t i g e n Lohnerhöhung auf. Eine offizielle Bestätigung der großen Bedeutung der Lohn- bcwcglnig liegt n. a. in der Vcanfsichtignng der Versammlungen durch den konigl. Grenzkommissar Mädler in Benthe», der sonst die Versammlungen dcS Benthencr Verbandes nicht zu besuchen pflegt, sondern nur die Socialdcmokratcn mit seiner Anwesenheit beehrt. Die beste offizielle Vcstätignng der Wichtigkeit der Lohnbewegung ist jedoch der Besuch ObcrschlesieiiS durch' Ober- Verghauptniann Freund ans Berlin und Lcrghanpimann Pimio ans Breslau. Daß man versucht hat. auch den Besuch dieser Herren so darzustellen, als ob er mit der Lohnbewegung nicht zusammenhänge, ist nur dadurch erklärlich, daß gewisse Leute noch immer glauben, Obcrschlcsien sei für das sonstige Deutschland eine Rerra iricogiuta, ein Gebiet, aus dem mau ungestraft die ungchcnerlichsteit Dinge berichten könne, weil man ja im Innern Deutschlands nichts von ihm wisse. Oborschlesicn ist nicht mehr die alte dunkle und verdunkelte Ecke, nnd die socialdcmökratische Presse wird weiter dafür sorgen, sie in immer hellere Beleuchtung zn rücken, wenn das auch den obcrschlcsi- scheu Grafen und Grafengcnosscn nnaugcnchm ist. Am allerwenigsten werden wir dabei auf die Leute Rücksicht nehmen, die an der Höhe der Kurse der obcrschlcsischcn Montanakticn interessiert sind. Die„Kattolu. Ztg." verrät ihr teilnehmendes Herz für diese Leute, indem sie bemertt, daß unsere Nvtiz die Berliner Börse beeinflußt habe. Wir ivnhrcn lediglich die Interessen der obcrschlcsischen Berg« und Hüttcnlcnle. Ihre jetzige Bewegung ist iveder unser Werk noch das dcS Bochnmcr Verbandes. Wir fühlen unS aber verpflichtet, ihnen in ihrem Ringen um Befreiung aus dem Oberschlesiertum des alten Systems, d. h. ans der nirgends sonst in Deutschland erhörten Knechtschaft unter einem a l I e r ch r i st l i ch st e n Adel, wenigstens dadurch beizustehen, daß wir ihren Klagen, die früher nicht' erst im Innern Deutschlands gehört wurden, ein donnerndes Echo in Deutschland verschaffen. Wer die seit Jahrhunderten bestchende materielle und geistige Not dcS obcrschlesischen JndnstrwproletaricrS kennt, wird unsere Absicht loben:»ul das Lob und den Beifall anderer Lente haben wir nie gerechnet. » lieber die Lohnbelvegnug liegen heute folgende tclcgraphische Meldungen vor: Be'uthen, 7. November. Privatdcpcsche des„Vorwärts". 199 Pnddlcr ans Aöingshütkc haben 25 Proz. Lohnerhöhung gc- fordert; dieselbe ist von der Direktion abgeschlagen. B i s m a r ck h ü t t e, 7. November. Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß die auswärts verbreiteten Nachrichten über eine AnsstandSbtwegniig in Obcrschlcsien, soweit sie die ViZmarckhütte betreffen, durchaus jeder Begründung entbehren. Wegen«ucrlanbtcn 5lollckticrctiS wurden von dem Schöffen- gcrirtit zu Halle vier Arbeiter zn je 3 M. Geldstrafe verurteilt. Es handelte sich um Sammluiigen gelegentlich des letzten Bau- hilsSarbeitcr-Streils: drei der Verurteilten waren als die Heraus- gebcr der Sammellisten zur Anzeige gebracht worden. Maurer- Aussperrung. In Frankfurt a. M. sind 1299 Maurer von dem llntcrnehmcr-Vcrband ausgesperrt lvordcn. Der Konflikt ist dadurch entstanden, daß die Unternehmer die im September 1898 getroffenen Vereinbaniiigen zn durchbrechen suchten. Einige Firnien vcrsnchien die llstündige Arbeitszeit, andere die Accordarbcit wieder einzuführen. Schon während dcS Zimmerer» strciks drohte cS fortgesetzt zn Differenzen zn kommen, weil die Unternehmer verlangten. daß die Maurer Zimmererarbciten machen sollten. Jetzt aber stellten die vereinigten Unternehmer gar das Verlangen, daß die Maurer den Anstritt ans der Organisation ertlärcit sollten. Dieses Ansinnen ist natürlich nnt Entrüstung abgewiesen worden nnd darum min der Kampf. Den Untcrnehmcrn ist es um die Zerstörung der Organisation zn thirn; das wird ihnen aber nicht gelingen. In seckis Versammlungen haben die Maurer zu dem Willkürakt der Unternehmer Stellung genoninicn. ES wurde beschlossen, daß auch diejenigen die Arbeit niederlegen, deren Nebcnkvllegcn geinnßregclt sind. In der Umgebung von Frank- furt fanden außerdem nenn Versammlungen statt. Bei Unter- nchmern, die den» Ringe nicht angehören, arbeiten etwa 1999 Maurer. AnS Leipzig wird bürgerlichen Blättern gemeldet, daß der Streik der L o ch in a n n s ch c n Arbeiter zu Ungunsten der Arbeiter beendigt sei. In einer Versammlung, die am Moittagabeitd stattgefunden, sei die Beendigung wegen Anssichtslosigkeit beschlossen worden. Ausland. Der zehnte Kongreß deö dänischen ManrcrverbandcS sprach sich für die Accordarbcit aus,„so lange der Stundenlohn nicht hoch genug sei, ein gleich hohes Einkommen zu ermöglichen". Ferner soll für die Einführung der Nennstunden-Arbeitszeit gewirkt werden. Der nächste Kongreß findet in zwei Jahren statt. Der bor sieben Monaten anögebrochene Streik in der große» Hutfabrik Tallberg in Halmstadt ist noch immer nicht beendigt. Die Fabvik hat 299 Streikbrecher eingestellt, aber die meisten sind arbeitslos, weil die Fabrik nicht nur von den Arbeitern boykottiert ist, sondern auch der Staat seine Bestellungeit zurückgehalten hat. Der Fabrik kostet der Streik schon 299 999 Kr., aber der Chef ist unbengjain. UcbrigcnS baut ein anderer� Fabrikant in Stockholm eine neue Hutfabrik, in der die Dallbergschcn Arbeiter Stellung finden sollen und die bald eröffnet werden kann. Aus dev Fvtturubcweguttg. Bcschrünkntig der Frauenarbeit. Mit den Erhebungen über die Frage der Beschränkung der Fabrikarbcit verheirateter Frauen beschäftigte sich eine Gcwcrlschnstsvcrsammlung in Gmünd(Schwaben) Frnu gctfin, die bort rekerierte, betcnte, bah die Beschränkungen auch auf die lcdigen Arbeiterinnen ausgedehnt werden miißlen. Die auch von vielen Mitglieder» des taiholischen Arbeitervereins und der Volkspartci besuchte Versammlung sliimnie folgende» Forderungen zu: 1. Absolutes Verbot der Nachlacbcil süc Frauen. 2. Verbot der Vcrivcudung von Frauen bei allen Beschästigungs- arten, welche dem weiblichen Organrsnrus besonders schädlich sind. 3. Einführung des gesetzlichen Achtstundentags für die Ar- beiterinnen. 4. Freigabe des Soniiabendiiochmitlag- sür die Arbeiterinnen. ö. Ausdehnung der Schutzbesliinmungen für Schwangere und Wöchnerinnen auf mindestens einen Monat vor und zivci Monate nach der Entbindung; Beseitigung der AuSnahmebewilligungen von diesen Bestimmungen aus Grund eines ärztlichen Zeugnisses 6. Ausdehnung der gesetzlichen Schutzdeftimmungen auf die Hausindustrie.' � 7. Anstellung weiblicher Fabrikinspelioren. S. Sicherung völliger Koalitionsfreiheii für die Arbeiterinnen. 9. Aktives und passives Wahlrecht der Arbeilerinnen zu den Gewerbcgerichten._ Sociolles. Museum für ltnsallbcrhiitung ec. Nach einer Miiteiliing der ministeriellen„Berliner Korrespondenz" wird im Etat sür 19lX> die Errichtung eines„Museums für Arbeiterwohlfahrl" vorgesehen. daS zunächst und hauptsächlich zur Förderung der llnsallverhüiuiig bc- sliniml ist, daneben aber auch der WohuungShygiene und der Nahruiigsmittclhygicnc dienen soll. Grast ist der Plait, der im vorauS für die Ziikuiist dieses Unternchmcus verkündet wird, aber sehr bescheiden der Ansang, wie es sich für solche, dem Wohle der Arbeiter dienende Einrichtungen zicint. Es soll in der Nähe der Technischen Hochschule errichtet werden. Da wird ein Hörsaal für populäre Vorträge und Demonstrationen ge- plant sowie Räumlichkeiten für eine zur Benutzung für die Jnteressenleii bcsliniinte Bibliothek. Im übrigen, so schreibt die„Korrespondenz", „sollen auf dem Grundstück nach Bedarf einfache Gebäude nach dem Pavillonsystem zur Ausnahine der AlisstclluiigSgegeitstände errichtet lverdeil. Tie Beschassung dieser Gegenslnndc ivird im allgemeinen ohne Kosten für die Verwaltung in der Weise erfolgen lbmien, dast ciiizelncn Arbeitgebern, Erfindern oder Fabrikanten neuer Ein- richtuiigen für Uufallverhütiiiig unentgeltlich Räume zur Verfügung gestellt werden, in denen sie die von ihnen eingeführten oder her- gestellten Einrichtunge» dieser Art zur öficntlichcn Kenntnis bringen kvunc». De» Fabrikanten oder Erfindern wird auf diese Weise eine Gelegenheit geboten, brauchbare Uiifallverhütungs-Einrichtiingen vor eine»! Publikum solcher Jntcressenten zurAnschauiiiig zu bringen, die als Käufer der Ausslelluiigsgegenstände in Betracht kommen In ähnlicher Weise wird auch den BernfSgcnossenschaften Gelegenheit zur Ausstellung geboten werden. Diese Einrichtung bietet für die Verwaltung des Museums den grostcu Vorteil, dast sie nicht einen Bestand von Maschinen und Modellen anhäuft, die naturgcmätz mit der Zeil überholt werden.- und veralten, vielmehr können, sobald dieser Fall eintritt, die Gegenstände dem sie ausstellenden Eigentümer zurück- gegeben und durch neuere Erfindungen ersetzt werden. Für eine sorgfältige Austvahl der auszustellenden Gegenstände, Ivobei ins- besondere ihre Zweckinästigkeil und die Anschaffungskosten zu er- wägen sind, würde durch die Verwaltung gesorgt werden. Die Ein- richtung einer Kraftstelle ivird es ermöglichen, Modelle und Maschinen in gcbrauchSfähigcni Umfange auch im Betrieb vorzuführen. Nach ähnlichen Gesichtspunkten sollen auch die Ausstellungen für Wohnungs- und Nahrungsmittel-Hhgiene angelegt und fortlaufend nach de.n neuesten Stande der Praxis und der Wissenschaft entwickelt werden. Nach Mastgabe der verfügbaren Mittel lnstt sich die Pflege ivcitcrer Zivcige der Arbciterwohlfahrt angliedern". Abgesehen davon, dast auch mit nicht allzu hohen Aiifivcndungcn ans öffentlichen Mitteln und mehr mit dein guten Willen oder dem Geschäftsinteresse der Unternehmer gerechnet wird, ist dies doch alles nur Zukunftsmusik. Gefordert wird für 1900 nur das Geld für Er- Werbung des Grundstücks und für' Errichtung eineSj„kleinen einfachen" Verwaltungsgebäudes. Man wird noch nicht das nllerkleinste der vielen Schiffe, die man wahrscheinlich fordern wird, für das hierzu nötige Geld bauen können. Die Aufgabe von Coleuso. Die Annahme, dast die Engländer auch die wichtige Position von Coleuso ränineii mustien, bestätigt sich nun endgültig. Natürlich schmücken die englischen Meldungen den Rückzug mit allerlei tapferen Thaten. So wird den„Daily News" aus Estconrt ssüdlich von Coleuso, nächste gröstere Bahnstation nach Pietermaritzburg) vom Z.November gemeldet: Bevor die Näumung von Colcnio beschlossen wurde, machte der Feind den Versuch. einen Infanterie- Vorposten abzuschneiden. Die kleine Truppen- Ab- teilung erhielt aber rechtzeitig erfolgreiche Unterstützung. Das Feuer der britischen Geschütze tvar wirksam. Viele Bocren fielen und ein Dutzend derselben wurden als tot auf dein Kainpfplatzc zurück- gclasfen. Dem Feinde wurden ansterdem 20 Pferde getötet, die übrigen gingen durch. Der Rückzug der britischen Streitkräfte von Coleuso wurde hauptsächlich dcstvegcn beschlossen, tveil der Feind eine lauge Reihe von Geschützen auf- gestellt hatte, welche die Stellung unhaltbar »rächten. Der„Natal Advertiscr" in Durban incldct voin 3. November: Tie Garnison von Coleuso rettete alle Vorräte. Zelte, alles Hand- Iverkszcug usw. Der Feind war ctlva bOlXl Mau» stark, darunter eine ncuhiuzugckommene Abteilung Freistaat-Boerc». Ein gepanzerter Zug leistete glänzende Dienste, indem er eine Abteilung des Dublin» Reginients zum Entsätze eineS von Freiwilligen gchaitcnen Austen- forts herausbrachte. Kämpfe um Ladysmith. DaS„Reutcrsche Bureau" meldet vom 4. d. MtS., mittags aus Estcourt: Hier ist soeben ein glaubivürdigcr Bote auS Ladysniith eingetroffen, welcher wöhrcnd der letzten Nacht durch die Linien der Bocren gedrungen ist; derselbe berichtet, dast anr Donnerstag ein heftiges Gefecht rund um Ladysmith stattgefunden hat. Am hcistesten war der Kämpf bei T a t h a m s Farm, im Westen von Ladysniith. Die Engländer trieben die Bocren, ivclche schlvere Verluste erlitten, in ihr Lager zurück; dreistig berittene Boeren wurden zu Gefangenen gemacht. Am Freitag wurde das Gefecht wieder aufgenommen. Die Boeren feuerten vom Nosdwathsnna-Bcrg, in der Nähe von Pcptvorth Farm, aus. Der Feind wurde wiederum in i t Verlusten nach dem Loger zurückgetrieben. Ein starkes Kommando mit Artillerie hat an der linken Seite des Lages eine Stellung ciugcnommcn. tvclche drei Farmen gegenüber Bcstcrs Station beherrscht. Ein kleines Kommando hat an der Südseite bei PieterS Station ein Lager be- zogen, welches die Eisenbahn beherrscht. Bei Coleuso sind keine Verluste erlitten. Eine Abteilung Marineniannschaften mit Geschützen kehrte heute zum Schutze der Einivohncr nach Pietermaritzburg zurück.— Die Verluste der Bocren an Toten, Verwundeten und Ge- sangcncn in dem Gefecht bei Tathams Farni sollen 8(X> Mann be- tragen. London, 7. November. AuS Ladysmiih, Mafcking und Kimberleh fehlt bis heute abend jede offizielle Nachricht. Mau glaubt immer mehr an die Ucbcrgabc von Ladysmith, obwohl General Buller es für nötig erachtet hat, das schwere Geschütz des Kriegsschiffes „Ternible" auszuschiffen, um den Versuch zu machen, dasselbe nach Ladysmith zu bringen. Auch kleinere Geschütze ivurden aiiSgeichifft. Die telegraphischcn Verbindungen ztvischcn Estcourt und Pieter- niaritzburg sind vollständig abgeschnitten. London, 7. November. DaS Kriegsmiiiisterium hat heute folgende Depesche des Generals Bullers ans Kapstadt erhalten. Heute nachniiltag, 1 Uhr, ist mir durch Vermittlung des Gouverneurs von Natal folgendes von gestern datiertes Telegramm des in Estcourt Verantwortlicher Nedacteur: Paul John in Berlin. Für den Inst kommandierenden englischen Generals zugegangen:„Als am Freitag die Feindseligkeiten bei Ladysmith eingestellt waren, wurde noch an diesem Tage auf Verlangen deS Bürgermeisters von Lady- smilh von dem General White an Joubert eine Mitteilung ge- sandl. in tvclcher Joubert ersucht wurde, zu gestatten. Last die Nicht- konibalianicn. die Kranken und die Verwundeten nach Süden abziehen dürften. Joubert lehule dieses Ansuchen ab. gestaltete aber, dast sich die Leute in ein besonderes Lager in vier Meilen von Ladyshmilh enlfcriil begeben dürften. Die Bevölkerung der Stadl weigerte sich dieses Angebot Jouberls anzunehmen, somit verliesten gestern nur die Kranken, die Verwundeten und wenige Ortsansässige die Stadl Gestern wurden nur wenige Schüsse zivischen den Vor- posicn gewechselt. Bei dem Bombardement vom Freitag fielen einzelne Granate» in das Hospital, auch in das Hoict fiel eine Granaie zur Frühstückszeit und platzte. eS wurde jedoch niemand verletzt, llcberhanpi ist bisher durch die Granaten in der Stadt nur ein Kaffer am Mittivoch getötet worden. Am Freitag führten die Truppen unter General Brocklehursl in der Richtung auf Dewdrop eine schneidige Aktion aus, sie trieben die Boeren eine beträchtliche Strecke zurück und brachten ein Geschütz derselben zum Schweigen. Ein Iveiteres Gefecht fand am Jsimbul- wana-Berge stall. Die englischen Verluste belaufen sich tnsgcsainl aus S Tote und etiva 20 Verwundete. 98 Maiin, ivelche bei Dundee verwundet und uns zugesandt wurden, sind am Sonnabend hier eingetroffen. Sie befinden sich alle wohl. Unsere Position wird hier jetzt sür vollkoininci» sicher gehalten, sie ist in den letzten 24 Stiiiiden noch erheblich verstärkt ivorden. Die Bevölkerung hat ihre Wohnungen verlassen und hält sich in bombensicheren Räumen auf Vorräte aller Art sind reichlich vorhanden. Hauptmann Knapp »iid Lieutenant Bratant sind bei der Aktion am Freitag gefallen. Dos vorstehende ist der Wortlaut enieS Telegramms des PrcstcensorS, welches ein Kaffcrnläufcr nach Estcourt gebracht hat." Weitere amtliche Nachrichten liegen nicht vor. Estcourt, 6. November. sMeldung des„Reuterschen Bureaus") Der Panzerzug, der gestern über die Tugcla-Brücke fuhr, fand, dast Colenso. sowie die Chaussee- und die Eisenbahn-Brücke über die Tugela unbeschädigt waren. Eine starke Abteilung Frcistaat-Bocren wurde sechs Meilen nördlich von Colenso bcincrkt; cS waren ver- mutlich solche, die am Freitag mit englischen Truppen aus Ladysmith im Gefecht gewesen waren und schwere Verluste erlitten hatten. Gerüchtweise verlautet, Afrikandcr aus Natal hätten an diesem Gefecht auf feiten der Boeren teilgenommen. Ans Pietermaritzburg, der Hauptstadt von Natal wird gemeldet: Der Gcmcinderat hat sich zu dem Gouverneur der Natalloloiiie begeben, um ihn über die Verteidigung der Stadt zu befragen. Derselbe versicherte, dast alles zur Verteidigung der Stadt Nottveudige geschehen sei. Die Mitglieder der Schützcngcscllschaftcn sind zu einer Verteidiguugs- koloinie zusamniengetrclcn Auch ein Arlilleriecorps und ein Kraiikcnwärtercorps sind gebildet worden Der telcgraphische Verkehr mit dem Gebiet nördlich von Estcourt ist völlig unterbrochen. Vorrücken im Süden. Kapstadt, 7. November. sB. H.) Die Boeren rücken auf Aliwanworth nach Süden vor; sie wurden durch die Boeren von Bcthulie und diese wiedcruni durch Holländer verstärkt. London, 7. November. iB.H.) Den letzten Meldungen ans Ladysmith zufolge, ist General Joubert mit einem Teile seiner Trnppeu nach Süden aufgebrochen, allem Anschein nach, um einen Vorslost ans Pietermaritzburg zu»rächen. Er hält die Brücke über den Tugelaslust und steht im Begriff, die Stadl Estcourt anzugreifen. Vom Kriegsschauplatz im Westen. London» 7. Novbr. Das„Ncutersche Bureail" meldet auS Kimberley vom 1. d Mts.: Die Kimbcrley belagernden Bocren sind durch loOO Mann verstärkt worden, die von Mafcking her kanren. Die Belagerer sind hauplsächlicb dannt beschäftigt, die Baulichkeiten austerhalb der Stadt zu zerstören. Heilte brachten sie das der DebeerS-Gesellschast gehörende Dhnamitlager, das sich 7 Meilen von der Stadt entfernt befindet, zur Explosion; 35 TonS Dynamit explodierten mit fürchterlichem Knall. Kuruman(Betschnanaland), 3. November. Heute morgen traf auS Mafeking ein Depeschenreiter ein. Er berichtete, Lbcrst Baden- Powell habe de» Boeren eine Anzahl Maulesel und Pferde weggenommen. Täglich kämen Gefechte vor, in denen die Garnison von Mafcking immer erfolgreich sei..Eingeborene berichteten, die Kolonne des Obersten Plnmer rücke vor auf ihrem Wege nach Mafcking. Schiff gescheitert. Kapstadt, 7. November.(B. H.) Mehrere englische Truppen- tranSportschisfe sind seit drei Tagen überfällig. Tas Schiff „Urania", an dessen Bord sich Artillerie befand, ist gescheitert. Haltung der Mächte. Der Londoucr„Morning Post" wird aus Petersburg vom 9. November gemeldet: R u h l a n d, Frankreich und Spanien hatten über die Frage bezüglich einer Intervention zwischen Grostbritannicn und Transvaal verhandelt und hatten sich darüber geeinigt, eine g c m e i» s a nr e Note abznscndcn, in welcher ein Schiedsgericht in Vorschlag gebracht werden sollte. Die Vor- bcdingniig ihres gemeinsamen Vorgehens war aber die Mitwirkung Dcntfchlandö gewesen, ivelches ablehnte. Hierzu bcnicrlt„W. T. B.": lieber gemeinsame Aktionspläne von Rnstland, Frankreich und Spanien in der Transvaalfrage ist hier nicht das Geringste bekannt. Jedenfalls können wir auf das bestimmteste erklären, dast keine derartigen Pläne von irgend einer Seite zur Kenntnis der deutschen Regierung gebracht worden sind. Letztere war daher auch nie in der Lage, solche oder ähnliche Vor- lge abzulehnen. Der„Figaro" will anS Berlin erfahren, die deutsche Rcichsrcgicruiig werde aiif eine englisch- portugiesische Abmackiung wegen DclagoaS mit der Angliedentiig der Tigerbai an Damaraland antworten. Der frühere Ilnterstaatssekretär im französischen Kolonialamt Etienne empfiehlt im„Figaro", Englands derzeitige Verlegenheit zu benutzen, um alle schivebenden iranzvsischen Forderungen geltend zu machen, sich jedem cnglisckicn Ilnternchnien gegen Delagoa iin Hinblick auf die Sicherheit Madagaskars zu widersetzen und sich in Nordwest- Afrika und Asien Vorteile zn sichern. Brüssel, 7. November.(B. H.) Anlästlich der Meldung, die Regicrung Transvaals beabsichtige Kaperbriefe auszustellen, wird von autoritativer Seite erklärt, dast die Tra»svaal-3tcgicrung nicht im nündcstcn daran denke, sich durch einen solcki völkerrechtlich an- achtbaren,»iilitärisch aussichtslosen und politisch unklugen Akt die Syinpathie der Mächte zu verscherzen. Petersburg, 7. Novbr. lB. H.) Infolge eines Verbotes seitens der Regierung unterbleibt die Abreise des russischen Freiwilligen- corpS nach Transvaal. VevlÄtttNtlttngen. Die Maurer der centrale» Richtung ivaren gestern, Dienstag. sehr zahlreich im grostcn Saal von Keller in der Koppcnstraste ver- sammelt, um endgültig über die allgenieine Durchführung der mit dem Arbcitgebcrblmd vereinbarten Arbeitsbedingungen Bcichlnst zu äffen. Folgende Resolution wurde eiustinimig angenommen: „Die Versammlung erklärt. dast sie au der Forderung für Erkämpftmg guter Baubuden und Aborte, sowie an der festgesetzten Arbeitszeit, überhaupt an den von der Achtzchner-Kommission astgelegten Arbeitsbedingungen unter allen Uinständen fest- zuhalteii geivillr ist. Die Versammlung erkennt in der Bewilligung guter Baubuden, Aborte, einer geregelten Arbeits- ratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max zeit usw. ein Mittel, die Gesundheit der Arbeiter zu förderit und die unheilvollen Wirkungen unserer Berufskrankheiten um ein Bedeutendes zu vermindern. Die Versammlung erwartet nun gerade von den Mitgliedern des Arbeitgeberbundcs, dast sie ihrer Pflicht eingedenl sind und die Arbeitsbedingungen vollinhaltlich auf ihren Bauten durchführen. Die auf den Bauten der Bundesmilglicdcr arbeitenden Kollegen werden nochmals aufgefordert, jeden Verstost gegen unsere Rechte der Lohnkommission schleunigst zu melden. Aus den Bauten derjenigen Unternehmer, welche nicht Mitglieder deS Bundes sind und auch die neuen Arbeitsbedingungen noch nicht eingeführt haben, sollen am morgigen Tage(Mittwoch) unsere Kollegen zuni wiederholte» Male die Forderung auf Anerkennung der Besliminungen stellen. Ruch die mündliche Anerkennung unter Beisein eines Zeugen, sowie die sofortige In« angriffnahme der Beseitigung der gerügten Miststände gilt als Be« willigling. Wo' diesen berechtigten Wünschen der Versammlung nicht statt- gegeben wird, verpflichten sich unsere Kollegen, am Freitag, den iO. d. M., früh die Arbeit so lange einzustellen, bis Anerkennung unserer Forderung erfolgt ist. Jedoch wird den betreffenden Kollegen zur Pflicht gemacht, die Weigerung der Uiiternehmer schon vom Mittwoch av der Lohnkommifsion zu melde», so dast ivenir irgend möglich.«ine Verhandlung der Arbeitsniederlegung voraiisgehen kann." Die Ersetzung cec Lohnniaurcr auf verschiedenen Baiilcn durch Accordmaurer gab Anlast zu einer Debatte, die mit der Annahme einer Resolulion endete, in der gefordert wird, dast die Achlzehner- Kommission cinc Enlscheidung der Differenzen bei Zaar, Vahl. Leist iliid Drägcr herbeiführen soll. eventuell wird»iaii das Geiverbe- gericht anrufe». Schöncbcrg. Eine öffentlich? Äersammliing fand gestern (DicnStag) abend in der Schlostbrauerei statt. Genosse A u g u st Bebel hatte das Licserat übcrnonmien und sprach anlästlich der heule starlsindcndeii Stadtpcrordnetcn-Wahlen über:„Die Wich- tigkeit der Stadtveeordneten- Wahlen". Schon lange vor Bcaimi der Versammlung waren Saal und Vorraum gefüllt und immer neue Scharen kamen herbei- geströmt, um vergeblich Einlast zu begehren, da das Lokal abgejpcrrt Ivurde. In portresilicher l'/sstiiiidiger Rede kritisierte Redner mircr häufigem Beifall der Anweienden an der Hand eines reichen Materials daSVerhalten miserer Gegner Erweistauf die Wünsche der Regierung in Bezug der Eiiisetzniig eines sog. Präfckteii hin. schildert die Wankelnilltigkeit der Bllrgcrschast. der es zu danken sei. dast diese trauxigcn Verhältnisse sich immer mehr zuspitzen. Indem Redner auf die ciiizcllicn Pinikte unseres Gemeindcprogramms eingeht, erbringt er den Beiveis der mmmstöstlichen Berechiiguiig unserer Forderiingen. In eindringlichen Worten fordert er die Wähler Schönebergs ans, am Tage der Wahl ihre Schuldigkeit zu thun, um Misere Kandidaten zum Siege zu verhelfen.(Stürinijcher Beifall.) An der sich anschliestenden Diskussion, an welcher sich die Genossen Obst und Schubert beteiligten, stimmle man de» trefflichen Ausführungen Bebels zu. Mit einem lräfligen Appell und einem Hoch auf die Socialdemokratie schlost Genosse Schubert die Ver- amimung._ Sociale Vechtspflegv. Verjährung eineS Anspruchs auf Unfallrcnte. Der Arbeiter Müller verlangte im April 1893 eine Rente wegen der Folgen eines Unfalles, den er nach Zeugenaussagen bereits im Jahre 1393 erlitten hat. Nachdem das Schiedsgericht seinen Anspruch wegen Verjährung abgewiesen hatte, legte M.' Rekurs ein und machte geltend, dast er bestlmnite Schmerzen erst im Jahre 1897 als Folgen des Unfalles von 1893 erkannt habe. Vorher sei ihm ihre Ursache mi- bekannt gewesen. Das Reichs-Versicherungsamt wies den Kläger ebenfalls ab, indem es zur Begründung ausführte: Es»iüstte hier selbst dann die Verjährung an- genommen werden, wenn M, erst im Jahre 1897 die Folgen des Unfalles als solche erkannt hätte. Allerdings wäre M. in diesem Falle nicht schon durch das Verstreichen der gesetzlichen zweijährigen Frist seit dem Unfälle seiner Rechte verlustig gegangen. Auch nach dem Erkennen des Znsammenhanges zwischen seinen Beschwerden und dem Unfälle hätte er seine A n sp rü ch e noch geltend machen können. Er hätte dies nun aber innerhalb einer angemessenen kurzen Frist Ihun müssen, nicht erst im April 1898, d, h. nach mehr als einem halben Jahre. Das sei entschieden zu spät. Resultat der Stadtverordnetenwahlen in Charlottenbnrg. Bei der heutigen Wahl für die dritte Abtcilnng errang unsere Partei einen glänzenden Erfolg. Gewählt wurden Vaake und Hirsch, letzterer mit grostcr Majorität. Beide Bezirke sind neu erobert. Die Parteigenossen Vorchardt, Sellin und lvahrscheinlich auch Tcharrnbcrg slchcn in auSsichtsvollcr Stichwahl. Die Sliiiimeuzahl für die Partei hat sich fast verdoppelt. Uclzke MÄchrichken ttnd Depeschen. Tie ReichötagSuachwahl in Etzlingen. Eßlingen, 7. November.(Privatdcpcsche deS„Vorwärts".) Vci dcr heutige» Stichwahl erhielte» Schlegel (Toc.) 112G3, Gest 10 457. Endresultat noch nicht vor Händen. Sieg scheint sicher. Barnten, 7. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Arbeiter dcr Dampfkcsscl-Fabrik Sillcr u. Jammert in Barmen sind heute, 120 Mann stark, in den Ausstand gctrelcn. Zuzug ist streng fernzuhalten. Kiel, 7. November.(W. T. B.) Die hiesige Sirafkainmer bei- urteilte den dänisch gesinnten Redaeteur Jessen ans Flensburg wegen schwerer Beleidigung dcr Richter der Strafkammer in FlenS- bmg, begangen durch Veröffentlichnng eines Artikels über die nord- schleöwigschen Zustände in einer Kopenhagcner Zeitschrift, zu sechs Monate» Gefängnis. Frankfurt a. M., 7. November.(B. H.) Die..Franlf. Ztg." melder aus Madrid: Die latcilonische Kommission bcschlost, angesichts der ergcbiiisloscn Bemühungen nach Barcelona zurück- zukehren. Sie veröffentlicht eine Mitteilung an die Presse, ivclche besagt, sie sei stets mit Versprechungen abgespeist worden.— Die Lage in Barcelona wird immer bedenklicher, Ter Statt- Halter koiisiaticrt, dast trotz des drakonischeu Erlasses öOOV Gewerbetreibende ihre Steucrn nicht entrichtet hälrcn. Er kündigt an, dast, iveiin binnen 48 Sluiideil die Steuern nicht entrichtet wären, er die betreffenden Geschäfte werde schliesten lassen.— Silvcla hielt gestern im Unterhaus eine ivilde Rede; er erklärte: Koste es. was es ivolle, und seien es Ströme von Blut; dem Gesetze werde er Geltung verschaffen. Budapest, 7. Novbr,(B. H.) Nach Szclls Rede beendete da? Abgeordneteiihalls die Debatte über daS Budget- Provisorium und nahm den Entwurf mit austcrordentlich grostcr Majorität an. Dnndce(Schottland), 7. November.nit plötzlichem Frontwechsel desgleichen. Glänzend also ist die Legende wider- legt, daß VolkSanfgcbote leine Manövrierfähigkeit besitzen, während in Märschen und taktischen Evolutionen sich diese ungci'lbtcn Scharen den britischen Söldnern sogar überlegen zeigten. Wer etwa von Minderwertigkeit englischer Soldateska„eben kontinentaler fabeln sollte, zeigt mir, daß er sie nicht kennt. Britische TronpicrS sind denen jedes anderen Drillhccrcs gewachsen, mir eben dem Volksanfgcbot erliegen sie, wie so ost schon ähnliche Beispiele der Geschichte lehren. Daß größere Fiihrcrbcgabung meist bei letzteren vorwaltet, steht gleichfalls fest. Gleichwohl glauben wir die außerordentlichen Erfolge der Boeren nicht aus Talent einzelner Führer herleiten zu sollen, sondern ans der innerlich treibende» Spannkraft jedes Volksanfgebots mit entschlossenem moralischem Faktor. Davon will man natürlich nichts hören, sondern verschleiert mit allen Mitteln der Lüge»nd Entstellung die Wahrheit, was ja bei so mangelhafter Ehrenhaftigkeit, wie wir sie aus Erfahrung z. B. an der„Kreuz-Zeitung" kennen,— die jüngst wieder Berichtigmigcn ihrer Verlcumdcrei laut 8 11 des PreßgezetzeS ignorierte— nicht wunder nimmt. Selbst das rühmliche Monumcntalwcrk des russischen laatsrats Bloch gegen den Krieg erübrigt kein Sterbenswörtchen für diese mögliche Lösung durchs Milizsystem, statt seiner lösch- papiernen Schiedsgerichte. Dagegen hat der Artillerichauptniaim vinfton Moch seinem soeben erschienenen Buche„I/nrmee d'une dörnocratie" unsere Äuöführiingcn mehrfach zu Grunde gelegt mit ausführlichen Citaten, auch aus Bebels Broschüre. Zweifellos gewährt die gewohnheitsmäßige Dienftgenanigkeit festgefügter Hierarchie gewisse Vorzüge, aber es haftet ihr allemal ein Hang zur Pedanterie an, der beim Deutschen besonders ver- hängnisvoll wird, den daS staatliche BevormundimgSsystem und sein Autoritätsglaube noch nicht zur Selbständigkeit des Angelsachsen erzogen. So lange die Dinge nicht schief gehen, raspelt die Maschine ivcir'cr, doch die erste Erschütterung zeigt ihre Gebrechlichkeit. Es steht noch in böser Erinnerung, wie jämmerlich sich im Oktober 1806 das Weimarifchc VerpflegSwesen blamierte. Und doch stand an seiner Spitze in dem so musterhaft verwaltete» Kleinstaat kein Geringerer als Goethe, der aber wie alle anderen den Kopf verlor. Nur im Volke selbst, in den Bürgern von Colberg. entwiiteltci, sich Elemente des Widerstandes, der Wiederbelebung, wie die französischen Volksausgcbote von vornherein viel schneidiger ihre Ausgabe erfaßt hatten. Wenn Boguslawski erklärt. Milizen würden im Laufe des Krieges besser, um sich mit meinen unleugbaren Ueberführungen abzufinden, daß sie bald wie Veteranen ihr Handwerk verstehen, so vergleiche Friedrich II. an Fouqnct:„Unsere Infanterie, die sich nur ver- s ch l e ch t e r n kann, je mehr der Krieg sich in die Länge zieht". Daß ein Volkskrieg die Kräfte eines regulären HeercS viel rascher verbraucht, giebt sogar da«„Mtl. W.-Bl." in einem gut orientierenden Aufsatz über die Transvaal-Laae zu. Stehende Heere verschlechtern sich im Lauf des Krieges. Milizen verbessern sich— beides aus inneren zureichenden Gründen. Vorzüglich stellte übrigens Bloch l.Der Krieg", Band VI, p. 206—8) die Ursachen zusammen, ans denen die Nutzlosigkeit, ja Schädlichkeit der Manöver hervorgeht. Solche Theatereffckt« als Spielerei für hohe Personen erwecken dje falschesten Illusionen, täuschen über jede praktische Realität. Nach Lagnenu und anderen französischen Statistikern sind in den Kriegen des Kaiserreichs 2 Millionen Menschen nmgcloinmen; dagegen blieben von der MilizauShebnng seit 1793— nicht in diesem Jahre allein, wie Bloch irrtümlich citicrt— nach zehn Jahren noch 667 558 Mann unter Waffen von ursprünglich 1,330 000. Somit verschlangen die Kriege der Revolution trotz nngenügender Ausrüstung lwovon wir in verschiedenen kisrorignes der Regimenter lehrreiche Proben ianden) nur ein Drittel der Einbuße, die das stehende Heer Napo- lcons dem Lande kostete. 1793 rückten thatsächlich kaum 700 000 Mann ins Feld bei einer Bevölkerung von 27 Millionen; 1870 be- waffiicte Frankreich, dessen Bevölkerung nur um 10 Millionen gestiegen war. ungefähr 3 Millionen Menschen(laut Kunz „Die Probinzialarmcen"), woraus erhellt, daß die Mittel zur Wehrfähigkeit sich vervierfachten, somit Milizimprovisationcn heut viel leickner und zweckmäßiger wurden. Deutschland mit seiner viel stärkeren Bcvölkcnmgsziffer stellte 1870 nur 1 184 000 Mann ins Feld, woraus man den Unterschied der numerischen Wehrfähigkeit einer Volkserhcbimg ermessen mag. Im amenkanischcn Bürgerkrieg lieferten die Nordstaaten 2 360000 Milizkrieger. wovon nur 13Proz. umkamen. Napoleon verlangte ain 27. Mär, 1816 vom KriegSimmstcr Davout. er solle ihm eine genaue Denkschrift über die einstige Sambon- und Maas-Arinee von 1794 aufsetzen lassen, um ihn für die kommende belgische Campagne vorzuberettcn. Treffend bemerkt hierzu General Pierron: dies rastlose Wciterlernen nach 20jähr>gen Feldzügen sei gerade ein Beweis für die Größe dieses Genie«,— von dem ein Russe richtig sagt, daß alle deutschen Strategen zu- sainmcu noch nicht heranreichen. Aber wenngleich der Siratege durch angestrengtes Denken und Studieren sich wesentlich starken wird, so bleibt die natürliche Begabung doch immer die Hauptsache. Sonst würden ja nicht in Revolutionen echte Feldherr« und Organisatorcn ohne jede Vorbildung emporgewachsen sein. Ihr Emporkommen wäre in Milizshstcme» ungleich rascher und wahrscheinlicher, als im Schlendrian stehender Heere. Wenn aber Coiimis„La tactique de dernain" urteilt:„Die Civilisation hat gleichzeitig den Krieg kompliziert und die Änfordernngen ans Talent der Heerführer ver- ciufgchl". so bedeutet dies nichts anderes, als daß hent die Masse, das Volk selber, die Entscheidung in sich trägt: seine wirtschaftliche und moralische Svannkraft. Und so würde sich Napoleons klassisches Wort mehr denn je bewahrheiten:„Zu Zeiten dcS Unglücks kann es den Staaten an Soldaten fehlen, nie aber an Leute« zur Ver- teidiguug des eigenen Territoriums." Uokttles« Dritter Wahlkreis. Den Parteigenossen»nd deren Angehörigen die Mitteilmig, daß am Sonntagabend 6 Uhr in Cohns F e st sä l e n, Bcnthstr. 20, I, eine V c r s a m m l u n g mit darauf- folgendem gciiiiitlichcn Beisammensein stattfindet. Den Vortrag wird Herr Ingenieur G r e m p e halten. Stegen Besuch erwartet Die V e r t r a u e n s p e r s o n. Die Stadtverorducten-Wahlen voni Mantag haben bei unsereil Gegnern das zu erwartende Schütteln des Kopfes verursacht und sie zu den gewohnten Kannegicßcreien verleitet, die immer verrichtet werden, wenn man sich sonst vor Ver- legenhcit nicht zu helfen weiß. Die liberalen Blätter trösten sich über die socialdcnrokratischcn Siege und die Niederlage ihrer Partei zum großen Teil niit dem woljtfcilcn Hinweis, daß die Antisemiten erst recht schlecht ab- geschnitten haben. Das für das Sinnen und Denken des Fortschrittsphilisters am meisten charakteristische Blatt, die„Voss. Ztg." findet ferner Trost in dein D r c i k l a s s e n lv n h l- U n r e cb t, das dem FreisinnSrina, aller Mißstimmung des Volkes zum Trotz doch die Herrschaft sichert: „Es kann auch nach Maßgabe der ReichStagSwahlcn für die Liberalen nicht beschämend sein, daß sie von ihren bisherigen nenn Mandaten nur sechs behauptet haben und in zivei hoffnungsvolle Stichwahlen mit Socialdcmokraten ionimcn. Eine Verstärkung der sacialdcmokrntischeii Fraktion in der Stadtverordneten- Ver- sammlimg ist nicht von Belang, da nach wie vor die Liberalen in der Vcrsainmlniig über eine große Mehrheit verfügen werden." Die„ N a t i o n a l- Z t g." konimt durch die socialdemokratischcn Siege zu der Einsicht, daß es nicht ohne Nutzen für die K o mmun a I v c r Iva ltun g sei.„wenn eine in der Gemeinde vorhandene st a r k e s o c i a l d c m o k r a t i s ch e Partei unter den Stadtverordneten vertreten ist". Im übrigen baut das Blatt auf die Gewaltspolitik des Liberalismus: „Angesichts der bei den ReichstagSwahlen festgestellten Stärke der Socialdemokratie in Berlin wird man cS nicht zu bcdnncrn branchen, wenn sie in der Stadtverordneten-Ber- sammlimg durch eine Minderheit vertreten ist; 21 oder 24 Mitglieder unter 144 werden keinen Schaden anrichten können, sofern die Mehrheit solchen Zumutungen gegenüber, welche das „Endziel" fördern oder die„revolutionäre Taktik" zu Ehren bringen sollen, in e n e r g i s ch e r A b w c i s u n g zuscnnmcnhält; läßt' sie es hieran fehlen, so wird der Magistrat ergänzend eingreifen müssen." Vielleicht versteht die„Rat.- Ztg." unter der Abweisung des „Endziels" auch de» traurigen Erfolg, den der Magistrat gestern vor dem Bczirtsausschnß errungen hat. Drollig gcbcrdet sich die linksfortschrittliche„Berliner Z e i t u n g". Wie sie bei den Stadtverordneten- Wahlen vor zwei Jahren trotz des großen Stimmenzuwachses, der unseren Kandidaten zu teil wurde, von einer Niederlage der Socialdemokratie schwärmte, so ist es ihr heute ein Scelcntrost, unseren Sieg in anderer Faoon als vollkommen belanglos umzndichten: „Von den bisher im Besitze der Liberalen befindlichen sieben Wahlbezirken, die am Montag zu verteidigen waren. haben die Socialdemokraten«inen einzigen gewoimcn, zum Teil infolge der Veränderung der Zusammensetzung des Bezirkes, zum Teil auch, weil der unterlegene Gegenkandidat den Liberalismus in seiner größten Bermaschcnhcit repräsentiert." Solchem trostlosen Verstcckspiel gegenüber mutet der klare Blick der. B o l k s- Z c i t u n g" einem alö ein Stück wirklichen Fort- schrittS an. Das Blatt beschäftigt sich vornehmlich mit den Miß- erfolgen der Antisemiten; es erinnert ferner an die Unterstützung, die Herr Richter bei der Reichstagswahl der Reaktion zu teil werden ließ und meint dann in Bezug ans die zwischen unserem Parteigenosse» Glocke und dem Antisemiten Ulrich stattfindende Stichwahl: »Wir wollen hoffen, daß die Aussicht, gleich den sächsischen Freisinnigen von den Organen der Krupp- und Swmmgruppcn und des AhlwardtiSmnS als„staatserhaltcnd" belobt zu werden. die Freisinnigen des 45. Bezirks nicht dazu verleiten wird, durch die Wahl deS Antiseniiten den Staat retten zu wollen. Im Gegenteil halten wir es für ihre dringende Pflicht, mit allen Kräften für die Wahl des socialdemokratischen Kandidaten einzutreten, selbst auf die Gefahr hin, daß sie sich dadurch die Ungnade der freisinnigen Partei-Obrigkcit zuziehen." Wir wollen abwarten, ob die„VolkS-Ztg." der Einsicht deS Freisinns nicht zuviel zutraut. Die reaktionäre Presse hat sich nur erst unvollständig geäußert. Das Blatt der Herren Krupp ec. sieht mit demselben Geschäfts» blick, der es bestimmt, durch Propaganda der Flottenpläne seinen Auftraggebern Profit zuzuschanzen, auch daS kommende Fallissement des Konnmmal-LiberaliSmus sich vollziehen: .Denjenigen, welche die Bewegungen in den breiten Massen der minder wohlhabenden großstädtischen Wählerschaft unbefangen verfolgen, liefert auch der gestrige Wahltag nur einen neuen Beweis dafür, daß die Ablösung der in diesen Massen früh« allein herrschenden bürgerlichen Demokratie� durch die Social» d e m o k r a t i e sich in immer rascherem Tempo vollzieht." Im entsetzlichen Katzenjammer wehllagt die, S t a a t s b ü r g e r» Zeitung" im Hinblick auf die parteilose Maskerade ihrer Partes» genossen: „Die Berliner Bewegung ist antisemitisch, und wenn sie es nicht ist, so wird sie auch nicht sein. Der Antisemitismus soll aber immer beiseite geschoben weiden; man denkt, ohne ihn weiter zu kommen, und da liegt der Fehler I Diesmal hat nun kein ausgesprochen er(!) Antisemit kandidiert; die Antisemiten haben sich vollständig im Hintergründe gehalten; und die Folge? Nun sie liegt jetzt klar zu Tage! Und die Lehre daraus ist die alte: Sknr durch den Antisemitismus ist der U m st u r z er- folgrcich zu bekämpfen! Wie lange noch wird es dauern, bis diese Einsicht Platz greift?" Es gehört Mut dazu, nach dem vollkommenen Bankrott deS reinen'«»tisemitismus noch solche Phantasien zu dichten. Bemerkt sei noch, doß die katholische„Märkische Volks- Zeitung", die ihre Partei durch die bekannten Terroristcnliigen so geflissentlich in Miszkredit zu bringen sucht, den katholischen Wählern im 45. Bezirk den Rat giebt, in der Stichwahl für den Antisemiten Ulrich zu stimmen. Es wird sich wohl kaum ein katholischer Arbeiter finden, der diesen thörichten Rat befolgt. Auch dürfte es nuseren Genossen ein leichtes sei», diese Arbeiter von der VolkSfeiudlichkcit eines solchen Ratschlages zu überzeugen. Mit ganzer Kraft ist dahin zu wirken, daß im 6., 7. und 45. Wahlbezirk bei den am Montag, 27. November stattfindenden Stichwahlen die Socialdemokratie zu ihren jetzigen 21 Mandaten noch drei neue hinzu eroberel Die städtische» Heimstätten für Genesende haben im letzten Jahre wiederum erheblich mehr Genesungsuchende aufnehmen müssen als im Vorjahre. 1898/39 sbeztv. 97/93) wurden aufgenommen von der Heimstätte für genesende Frauen in Blankenburg 634(621), von der für genesende Männer in Heinersdorf 539(474), von der für tuberkulöse Frauen in Blanken- felde 414(390), von der für tuberkulöse Männer in Malchow 689 (687), überhaupt 2276(2172) Personen, und zwar 25(23) auf eigene oder der Angehörigen Kosten, 1693(1514) auf Kosten von Krankenkassen, 37(19) auf Kosten von Unfall- Berufs- gcnossenschaften oder Altersversicherungs- Anstalten, 394(477) auf Kosten der hiesigen oder auswärtigen Armenpflege, 44 (55) auf Kosten von Stiftungen oder Wohlthätigkeitsvereinen, 78(84) auf Kosten des städtischen Frcistetten-Fonds. Die Frequenz stellte sich im täglichen Durchschnitt in Blankenburg auf47(43). in Heiners- dorf auf 36(30), in Blankenfelde auf 56(53), in Malchow auf 85(83), zu- fammen auf 224(209). Die Zahl der Aufnahmen wie die Durch- schnittsfrequenz zeigten die geringste Steigerung in Malchow; aber hier ist auch kaum noch eine Steigerung möglich. tveil die An st alt seit lange in fast das ganze Jahr hindurch voll belegt ist. Die Frage der Vermehrung der H e i m st ä t t e n ist ihrer endlichen Lösung näher gebracht durch den im März 1899 von der Stadtverordneten- Versammlung gefaßten Beschluß, auf dem Rieselgnte Buch eine nerie Heimstätte für brustkranke Männer zu errichten. Man wird sich erinnern, daß ein Antrag der socialdemokratischen Fraktion der Stadtverordneten- Versammlung bereits im Jahre 1897 eine Vermehrung der Heim- stätten gefordert hat. Wie notwendig es gewesen wäre, schon damals darauf einzugehen, belveisen die Angaben des Jahresberichts pro 1898/99 über die W a r t e z e i t, die vom Eingange des ärztlichen Attestes bis zur Aufnahme des Antragstellers in die Heimstätte der- strich. Sie betrug im Maximum, wenn von einigen Fällen be- sonderer Art abgesehen wird, in Blankenburg 28 Tage, in Heiners- dorf 14 Tage, in Blankenfelde 67 Tage, in Malchow 63 Tage; sie dauerte aber in den Fällen besonderer Art, wo die leidige Kosten- frage vorher geregelt werden mußte oder um Aufschub gebeten worden war und freiwillig gewartet wurde, in Blankenburg bis 42 Tage, in Heinersdorf bis 35 Tage, in Blankenfelde bis 84 Tage, in Malchow bis 114 Tage. Die Anzahl der Vormcldungen war am größten in den Sommermonaten und stieg z. B. in Malchow Ende Juli 1893 bis auf 149.— Zu solchen Zuständen hat die Gleichgültigkeit geführt, mtt der die städtischen Behörden diese Angelegenheit so lange be- handelt haben! Sie hat sich bitter gerächt, aber die Folgen werden natürlich nicht von der städtischen Verwaltung, sondern nur von den Kranken empfunden, die auf diese Anstalten augewiesen sind. Ohne jenen Antrag unserer Genossen in der Stadtverordncten-Versammlung wäre in der Sache wahrscheinlich noch weniger geschehen. Sie stände wahrscheinlich noch heute so wie vor 2 Jahren, wo trotz des bereits damals sehr bedeutenden Antrages angeblich zur sofortigen Vermehrung der Heimstätten„kein Bedürfnis vorlag."_ Zur Reorganisation des städtische» Armcnwesens kann der letzt erschienene Bericht der städtischen Armendirektion pro 1893/99 nur melden, daß die Angelegenheit sich noch im Stadium der Vorberatungen befindet. Wie lange sie sich noch darin befinden wird, mutz abgewartet werden. Der Bericht verheißt, im nächsten Jahre werde den städtischen Behörden der Entwurf einer neuen Verordnung über die Verwaltung des Armen- Wesens vorgelegt und eine umgearbeitete Geschäftsanweisung beigefügt werden können. Ueber die bereits iin Jahre 1896 erfolgte Schaffung von zwei Armenämtern, die als Einleitung einer Reform der Armenverwaltung gedacht waren, sagt der Bericht, daß sie sich der ihnen gesetzten Aufgabe gewachsen gezeigt und für die bessere Fühlung dep Armenkommissionen unter- einander sowie für die Aufstellung allgemeiner Verwaltungsgrundsätze günstig gewirkt haben. Neue Armenämter sind aber bisher nicht ge- schaffen worden. Der Bericht erklärt das aus dem Wechsel im Vor- sitz— im Juli 1898 wurde Stadtrat Münsterberg Vorsitzender der Armendirektion— und aus den in der Sache liegenden Schwierig- leiten.— Auf die ausführlichen Angaben des Berichts über die Vcr- Hältnisse der städtischen Armenpflege kommen wir noch zurück. Kommunale Socialpolitik. Aus gewerkscbaftlichen Kreisen schreibt man uns: Wie wenig socialpolitisches Verständnis die heute maßgebenden kommunalen Kreise bcfitzen, geht unter anderm auch aus dem losen Arbeitsverhältnis hervor, in dem sich der größte Teil der in den Betrieben der Stadt Berlin beschäftigten Arbeiter befindet. Die Mehrzahl der Arbeiter, welche in städtische Dienste treten, thun dies in der Hoffnung, dauernd bei der Stadt befchäftigt werden, und es kommen ja auch naturgemäß in den meisten Betrieben Ent- läsfungen wegen Arbeitsmangels nicht vor. Trotzdem ist bisher dem größten Teile der städtischen Arbeiter eine Kündigungs- f r i st nicht eingeräumt worden, sondern sie können zu jeder Zeit und Stunde auf der Stelle entlassen werden. Die städtischen Kanalisationswerke machten nun bis vor kurzem in dieser Beziehung eine Ausnahme, indem hier für die Arbeiter 8- resp. 14tägige Kündigungsfristen existierten. Jetzt hat jedoch die Deputation der Kanalisationswerke und Rieselfelder be- schloffen, die bestehende Kündigungsfrist gänzlich zu be- fettigen und dasselbe Verhältnis' einzuführen, wie es in den meisten andern städtischen Betrieben besteht. Schon im März d. I. versuchte die Direktion der Kanalisationswerke, gelegentlich der Ein- führung einer neuen Arbeitsordnung, die Kündigungsfrist zu be- seifigen, wogegen die interessierten Arbeiter energisch protestierten. Die Deputation hat jetzt jedoch das Vorgehen der Direktion für gut befunden und die Kündigungsfrist ist bereits aufgehoben worden. Maßgebend dafür soll der Ilmstand gewesen sein, daß gekündigte Arbeiter unter Umständen dem Betriebe Schaden zu- fügen könnten! In Süddeutschland und in der Schweiz stellt man in letzter Zeit die städtischen Arbeiter nach einer bestimmten Beschäftigungszcit mit einer 4— 6 wöchentlichen Kündigungsfrist an, in Berlin dagegen macht man auf kommunal-socialpolitischem Gebiet keinen Fortschritt, bleibt auch nicht auf dem alten Standpunkt stehen, sondern wendet fich nach rückwärts. Dies zeigt wohl zur Genüge, wie notwendig es ist, daß die Socialdemokratie in: Stadtverordneten-Kollegium eine entsprechende Vertretung erhält. Ter Stadtverordneten-Vorstehcr Dr. Langerhans ist ge- ncsen und hat sein Amt wieder angetreten. Nauck u. Hartman», als Ccnsorc». Auch im südafrikanischen Kriege übt die Firma Nauck u. Hartniann ihr Censorenamt aus. Wie die englischen Behörden in Kapstadt mit den Depeschen, so verfährt die Berliner Firma mit den Plakaten/ die ihr als Pächterin des städtischen Anschlagivesens übergeben werden. Von interessierter Seite Ivar ihr der Auftrag erteilt, einem Aufruf durch die Säulen Ver- breituug zu verschaffen, der auf Sammlung von Geldbeträgen und Verbandsstoffen für die verivnndeten Stammesgenosien in Südafrika abzielt. Das haben Nauck u. Hartmaun kurzer Hand abgelehnt. Unsere Parteigenossen im Roten Hause haben alle Veranlassung darauf zu drängen, daß die Herren bei der sich darbietenden Gelegenheit von den Anstrengungen ihres zerrüttenden Ccnsorenamtes erlöst werden. Im großen Sitzungssaal der Rcichsbank ist in Gegenwart des Präsidenten Dr. Koch und des Direktoriums eine Marmor- b ü st e von Dr. Ludwig Bambcrger aufgestellt ivordei», die der Berliner Bildhauer Hugo Rein hold geschaffen hat. Das Werk ist nach der Todtenmaske ausgeführt, die der Künstler gleich nach dem Hinscheiden Bambergers abgenommen hatte. Ein Komitee von Freunden hat die Büste der' Reichsbank als Geschenk dargebracht. Für die mächtige Hochbahubrücke, welche über die Gclcis- anlage der Potsdamer-, Wannsee- und Ringbahn hinweg von der verlängerten Schöuebcrger-»»ach der Bülolvstraße geführt lverden soll, ist jetzt mit dem Spannen der Eisen- k o n st r u k t i o n begonnen worden. Auf dem Bahnkörper erheben sich zwischen den Geleisen in gewissen Abständen hohe Mauerpfciler, die vor kurzem fertiggestellt worden sind. Die beiden mittleren von diesen Pfeilern werden augenblicklich durch eine Eisenbrllcke verbunden, auf der später die Geleise der Hochbahn gelegt werden. Nach dem ursprünglichen Plane soll diese Brücke hinter dem Hause Bülowstr. 70, Ecke Dcuncwitzstraße, enden, durch welches dann mittels eines großen Bogens, der in dem Hause herzustellen ist. der Viaduktbau weiter und an der Lutherkirche entlang bis zur Mittel- Promenade der Bülolvstraße geführt werden soll. Nach einem anderen Projekt beabsichtigt man bekanntlich, die Hochbahn von dem genannten Hause aus als Untergrundbahn weiterzuführen. Die Temperatur der letzten Tage hat eine Höhe erreicht, die für den November beispiellos ist. Schon am 3. betrug die mittlere Tagcstemperatur in Berlin 12,4 Grad C. und war damit so hoch, daß sie nur von zwei Novembertagen in den letzten 51 Jahren übertroffen wurde, nämlich vom 1. November 1867, der 12,9 Grad, und vom 6. November 1881, der 12,8 Grad Mittel- tcmperatur hatte. Am Sonnabend, 4. d. M., stieg die mittlere Tagestemperatur aber auf 14,7 Grad und betrug äuck, noch am 5. 13,8 Grad, so daß diese beiden Tage um 0,9 und 1,3 Grad wärmer innren als der bisher wärmste Tag im November. Die Tages- temperatur des 4. November entsprach der für den 23. Mai und den 13. September normalen, die des 5. November der für den 17. Mai und 20. September normalen. Die absolut höchste Temperatur, die an diesen beiden ungewöhnlichen warmen Tagen erreicht wurde, be- trug am 4. 18,4 und am 5. 18,7 Grad im Schatten. In den letzten zwölf Jahren hat das Thermometer im November niemals die Höhe von 15,0 Grad überschritten. In der Siegcsallce ist gestern abermals die Marmorfigur, wir wissen nicht welches mittelalterlichen Markgrafen in Gegenwart des Kaisers enthüllt worden. Bei dieser Gelegenheit bekam der Ver- fertiger des Bildwerks, Professor Herker, einen Orden 3. Klasse. Ferner wird gemeldet, daß Wilhelm II., als alles vorüber war, auch den anwesenden Bürgermeister Kirschner bemerkt habe. Dann heißt es weiter in dem uns vorliegenden Bericht:„Ter Kaiser reichte dem Bürgermeister freundlicki die Hand und plauderte mit dem Stadt- oberhaupt in liebenswürdiger Weise. Die Unterhaltung berührte ganz allgemeine Fragen, insbesondere ancki gewerbliche Augelegen- heiten."' Zu dem Bildhauer foll der Kaiser noch gesagt haben: „Hoffentlich versucht man sich nicht wieder an den Nasen." Mit der Fabel vom Weltuntergang beschäftigt sich der Direktor der Berliner Sternwarte, Prof. F ö r st e r, in einem im „Neichs-Auz." veröffentlichten Aufsatz, der folgende» beachteuswertcn Beitrag zur Geschichte des Berliner Aberglaubens bringt: „Die gegenwärtige Weltuntergangsfabcl ruft aber eine Er- inncruug an ähnliche Vorgänge wieder wach, welche die Menschen im Juni 1357 mir ängstlicher Spannung erfüllten. Es war da ein Komet entdeckt worden, dessen Bewegung am Himmel derartig verlief, daß die astronomischen Fachblätter für den 13. Juni 1857 die größte Annäherung an die Erde voraus- berechnen konnten, wobei jedoch der kleinste Abstand von der Erde noch viele, viele Millionen Kilometer betrug und somit gar keine besondere Bedeutung für die Erde haben konnte. Dieser Angabe des Zeitpunkts der größreu Erdnähe eines Kometen hatten aber damals belgische Zeitungen die sensationelle Wendung gegeben, daß der Komet überhaupt außerordentlich nahe an die Erde heraukonmien werde,»md die nächste Stufe der Weitererzählung hatte sich natürlich zu der Ansage eines Weltunterganges ausgebildet. Auch Berlin be- schäftigte sich damals, trotz aller' Einsprüche der Fachmänner, sehr lebhaft mit dieser Angelegenheit. Es hatte sich das Gerücht verbreitet, daß der Ucbelthäier bereits in dem großen Fernrohr der Berliner Sternwarte gegen Eintrittsgeld zu sehen sei, und Scharen von Leuten kamen damals vergebiich mit gesteigerten Auerdietungen von Eintrittsgeld(über dessen Verwendung au- gesichts des bevorstehenden Wellunterganges die Meinungen auseinandergingen) zu uns, um den schrcckeuverkündcudcn Anblick schon genießen zu können. Am Nachmittag dieses 13. Juni ereignete sich aber in Berlin wirklich eine Katastrophe. Der be- kannte Kunstfeuerwerkcr Dobermont ging mit seinem ganzen Laboratorium unter ungeheurem Donnergetöse in die Luft, und viele Leute auf den Straßen und Plätzen glaubten, daß es nun mit dem Weltuntergange losgehe. Man erzählte sogar, daß auf dem Werderschen Markt Scharen von Menschen auf den Knien ge- legen hätten." Die Schwiinmhalle der städtischen Bade-Anstalt an der Sfch i lli n g s b rü cke ist von jetzt ab wieder den ganzen Tag geöffnet, nachdem die Bauarbeiten nahezu vollendet sind. Bis auf weiteres kann die Halle aber nur von männlichen Personen benutzt werden, mit Ausnahme von Montaguachmittag 4—8 Uhr, während welcher Zeit die Halle den weiblichen Personen zur Verfügung steht. Der Polizeipräsident von Wil,dheim veröffentlicht die neue Strom- und Schiffahrts-Polizeiverordnung, die mit dem 1. Januar 1900 für die dem Polizeipräsidenten zu Berlin unterstellten Wasserstraßen eintritt. Eine schreckliche Wahrnehmung machten am Sonntagabend die Sattler Bärschen Eheleute aus der Buttmannstraße, als sie von einem kurzen Ausgange zurückkehrten. Frau Bär hatte gegen 9 Uhr ihr einziges, ein Jahr altes Kind Anna zu Bett gebracht und sich überzeugt, daß es eingeschlafen war. Da das Kind stets ruhig schlief, so ließen die Eltern es eine Weile allein, um sich in der Nähe des Hauses noch etwas zu ergehen. Nach kaum einer Stunde kehrten sie zurück. Frau Bär eilte gleich ans Bett, um sich nach der Kleinen umzusehen. Diese lag regungslos unter der Decke, Leichen- blässe bedeckte daS in die Kissen gedrückte Gesicht. Das Kind war tot, alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Es war ver- mutlich unruhig geworden und beim Umherwälzen unter die Decke geraten und erstickt. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Mit der Festnahme dcS angeblichen Mörders der Louise Günther scheint man einen Mißgriff gethan zu haben. Der in Bonn verhaftete Holzbildhauer Nonn kann nach Ansicht der Behörde mit dem Berliner Lustmorde in keinerlei Zusammenhang gebracht werden. Es gilt vielmehr als sehr wahrscheinlich, daß Nonn einer jener sonderbaren Renommisten ist. die. um ihrer Umgebung zu imponieren, oder Schrecken einzuflößen, keinen Anstand nehmen, sich 'elbst in unsinniger Weise zu bezichtigen, ohne die Folgen einer wichen Thorheit zu bedenken. Zur Zett des Mordes ist Nonn aller- dings in Berlin gewesen, doch paßt auf ihn das Signalement jenes Mannes, der mit der Günther eine halbe Stunde vor ihrem Tode gesehen wurde und der mit Sicherheit als ihr Mörder angesehen werden muß, ganz und gar nicht. Die nächtliche Fernsprrch-Vcrbindliug bat sich in d-".» wenigen Tagen ihres Bcsiehcus für manche Teilnehmer bcrcils r s eine recht zweifelhafte Neuerung erwiesen, woran indessen die Pvn- bchörde nicht schuld ist. Verschiedeue Personen haben es sich in vorgerückter Nachtstunde und in animierter Stimmung nicht nehmen lassen, von ihrer Stammkneipe ans bei guten Freunden oder Be- kannten anzuklingeln, ohne daß auch nur ein einigermaßen wichtiger Grund dazu vorlag. Wenn dam» der Teilnehmer schnell aus dem Bette sprang und ängstlich fragte, wer denn da sei. so tönte ihm zum Beispiel die von einer wohlbekannten Stimme gerufene Gegenfrage zu, wie er denn bis jetzt geschlafen habe? Und wenn er dann etwas ärgerlich antwortete, bis jetzt ganz gut, so er- hielt er die Versicherung, daß der ganze(noch recht zahlreich vcr- sammelte Freundeskreis ihm eine weitere angenehme Ruhe wünsche. Natürlich darf nian sich solche oder ähnliche„Witze" nur einem guten Bekannten gegenüber erlauben, da man sonst wegen„groben Unfugs" bestraft werden könnte. Indessen sind diese Scherze unter allen Umständen schlecht angebracht, da sie den ernsten Zweck der Nacht- Fernsprechverbindung diskreditieren. Von der Sittenpolizei. Zu Unrecht in den Listen der Sittenpolizei geführt worden ist längere Zeit hindurch die Tochter eines in der Königgrätzer Straße wohnhaften Beamten, ein durchaus ehrenwertes Mädchen. Die Thatsache ist, wie ein hiesiges Blatt berichtet, lediglich durch einen Zufall bekannt ge- worden; eine Dirne hatte sich des Namens und der Adresse der jungen Dame bedient, die so ganz ohne ihr Zuthun in einen höchst peinlichen Verdacht gekommen ist. Folgende Einzelheiten sind zu dem Vorfall, der zweifellos nicht geringes Aufsehen erregen wird, zu berichten: Bei einem in der Königgrätzer Straße wohnenden Hauswart der Militär-Pensionsanstalt B. erschien vor kurzem eine barmherzige Schwester, um bei der Tochter des B. Besserungsversuche anzustellen. Hierdurch erfuhren die B.'schen Ehe- leute zu ihrer nicht geringen Ucberraschung und Bestürzung die Thatsache, daß ihre älteste Tochter unter sit'tenpolizeilichc Kontrolle gestellt worden war, wiewohl die junge Dame als hochachtbar all- gemein bekannt ist, und fast nie ohne Begleitung ihrer Eltern ans- zugehen Pflegte. Tie sofort angestellten polizeilichen Recherchen ergaben, daß Fräulein B. gegenüber ein ganz nichtswürdiger Streich verübt lvorden war. Eine Dirne, namens Hedwig Hübner, hatte sich den Namen der B. beigelegt und sich desselben bei ihren regelmäßigen polizeilichen Gestellungen bedient; nur durch den Um- stand, daß sie einmal die Slellungsfrist versäumte und daß deshalb zunächst die Schwester die vermeintlich Gefallene aufsuchte, lvnrde der Betrug entdeckt. Die Hübuer, die ermittelt und festgenommen ist. gab an, daß sie die falsche Eintragung veranlaßt habe, um sich an Fräulein B. zu rächen. Schiverc Brandtvintden zog sich Montagabend der Arbeiter Paul Thomas, Thacrstr. 56 wohnhaft, bei einer Lampeucxplosion zu. Das aus der umgeworfenen Lampe ausgelaufene Oel fing Feuer, wobei die Lampe in Stücke sprang und der brennende Inhalt sich über den Mann ergoß. Glücklicherweise eilten auf sein Hilfe- rufen alsbald Nachbarn herbei, die die Flamme durch Austuxrfen von Decken erstickten, doch hat Th. schwere Brandwunden am ganzen Körper davongetragen, so daß seine Uebcrfiihrnug nach dem Kranken- Hause am Friedrichshain erforderlich wurde. Der Schnellzug Berlin— Warnciuiiudc erlitt am Sonntag auf dem Bahnhof Grausee eine Verspätung von 15 Minuten dadurch, daß der Postwagen mit lichterloh brennender Achse eintraf. Der Brand konnte bald gelöscht werden. Die Post wurde in einem Personenwagen dritter Klasse untergebracht und die Pakete, ungefähr 500, mußten in einen Güterwagen verladen werden. Der aus dem Spielcrprozest bekannt gewordene Regiernngs- refercudar v. Kayser ist nicht, wie es hieß, auf seinen Antrag, sou- der» auf Veranlassung des Fiiiauzministers aus dem Staatsdienste entlassen worden. Ei»» schwerer Unfall, bei dem ein Arbeiter lebensgefährlich verletzt wurde, ereignete sich gestern kurz nach Mittag auf dem Holz- Hofe von Franke. Schmidstr. 25. Dort sind große Posten starker Eichenbloche aufgestapelt, die als Nutzholz Verwendung finden. Am Mittag waren mehrere Arbeiter damit beschäftigt, einem Bloch eine andere Lage zu geben. Hierbei verschoben sich mehrere, fast einen Meter im Durchmesser haltende Stämme und kamen ins Rollen. Der 32 Jahre alte Arbeiter Heinrich Liberra, Mariannenstr. 52 wohnhaft, wurde von den Stämmen erfaßt und zwischen zwei Bloche cingc- klemmt. Die vorhaiidcucn Arbeitskräfte reichten nicht hin. die schweren Eichen auseinanderzurücken, und so mußte der Unglückliche so lange in seiner qualvollen Lage verharren, bis die alarmierte Feuerwehr erschien und ihn befreite. Er hat sehr schwere Verletzungen davongetragen und wurde nach dem Krankenhanse Am Urban ge- bracht. Ein schlvercr Zusaiinncnstosi zwischen einem elektrischen Straßenbahn-Wagen und der Taxameter-Droschkc 2915 fand gestern mittag kurz vor zwei Uhr an der Ecke der Potsdamer- und Bülow- straffe statt. Die Droschke wollte den Fahrdamm der Potsdamer- straße passieren, geriet aber dabei zwischen einem Omnibns und einem von Schönebcrg her kommenden elektrischen Wagen, so daß cS dem Droschkenkutscher nach Versicherung von Augenzeugen nicht möglich war, rechtzeitig auszubiegen, und der elektrische Wagen das Pferd erfaßte. Es wurde eine Strecke mitgeschleift und erlitt verschiedene Verletzungen am ganzen Körper. Auch der Wagen wurde beschädigt und der Kutscher im Ge- ficht leicht verletzt. Einen häßlichen Eindruck machte es auf das zahlreich augesammelte Publikum, daß von den Führer n und Schaffnern der kurz nach dem Unfälle an der Stelle vorüberfahrenden Straßenbahnwagen viele dem Kutscher, der toten- bleich neben seinem vor Schmerz am ganzen Leibe zitternden Pferde dastand, mit lachendem Munde höhiicude Worte zuriefen und ihre Schadenfreude über den Zusammeustoß äußerten. Ztvci Bau-Ilnfälle werden vom Montag gemeldet. Auf dem Abriß au der Ecke der Tnucuzienstrage und des Kurfürstendammes wurde der 37 Jahre alte Arbeiter Paul Mein aus der Swine- mündcrsttaße 48 gestern nachmittag beim Aufladen von einem Balken ö schwer am Kopfe getroffen, daß er bewußtlos zusammenbrach und durch die nächste Unfallstation in die Charits gebracht werden mußte. Der Verunglückte hat sich einen Schädelbruch zugezogen.— Auf einem Abbruch in der Lcipzigerstraße, bei dem Tag und Nacht ge- arbeitet wird, stand gestern abend spät der 43 Jahre alte Arbeiter Karl Wolf aus der Dennelvitzstraße 27 auf dem Balkon, als andere Arbeiter dessen Stützen entfernten; Wolf stürzte mit ihm herab und wurde schwer verletzt. Durch die nächste Unfall- station wurde Wolf der Charits zugeführt. Hier stellte man mehrere Kopfwunden und einen Schlüsselbeiubruch fest. Schwer verbrannt ist vorgestern abend die 45 Jahre alte Arbeiterin Witwe Quilitz vom Häfenplatz Nr. 3. Die Frau stellte für ein Mädchen, das bei ihr wohnt, jeden Abend kurz nach 10 Uhr ihre Petroleumlampe zur Beleuchtung des Aufgangs auf einen Treppenabsatz; gestern abend fiel sie dabei hin und schlug sich ein großes Loch in den Kopf. Die Petroleumlampe explodierte mit einem starken Knall, ihr brennender Inhalt ergoß sich über die bewußtlos daliegende Frau und entzündete ihre Kleider am Ober- körper. Hausbewohner sahen den Flammenschein und holten die Feuerwehr, während andere Wasser hcrbcibrachten und eS über die Unglückliche gössen. Die Feuerwehr, die die Flammen bereits ge- löscht fand, brachte die Unglückliche in das Elisabeth-Kraukeuhaus. Tie Neue freie Volksbühne veranstaltet cr.tt 12. November, nachmittags 21/i Uhr, im Thalia-Theater, Dresdenerstr. 72, ihre zweite ordcnt- liche Vereiusvorstellung. Zur Aufführung gelangt:,„Doppelselbstinord", Bauernkomödie von L. Anzengruher. Die Regie vegt in den Händen des Herrn Friedr. Moest. Mitglieder werden außer in den bckaniuen Zahl- stellen auch beim Kassierer H. Nest, Georgenkirchstr. 24a, aufgenommen. Orgelkonzert. Mittwoch, den 8. November, mittags 12 Uhr, wirken außer Herrn Musikdirektor Otto Dienet beim Orgelvortrag in der Marien- kirche mit: Frau Anni Jvhu-Rösel, Frau Agnes Pajeken-Winkelmaun, Fräulein Sonja-Beeg, die Violiniftcu Herren Hermann Gerlach, Haus streq und Franz Lachmaun und der Organist Herr Paul Heuer. Der Eiutntt ist frei. Arbeiter, Parteigenossett in Schöneberg! Heute finden an unserem Orte die Stadtverordneten» Wahlen dritter Abteilung statt, und Ihr habt zu beweisen, dag r Eure durch das reaktionäre Gcldsack- Wahlsystem spärlich genug deuiesseuen Rechte zu wahren ivigt! Der Kampf wird nicht leicht sein. Alle Gegner stehen als TZer- tretcr des Gcldsacks geschlossen dem Proletariat gegenüber. Alle Partei- Unterschiede sind vcrivischt, damit das vcrhasztc Proletariat völlig aus dem Rathause verdrängt werde, ja man hat die Mahlzeit noch überdies so bemessen, daß es dem Arbeiter schivicrig wird, seiner Pflicht zu genügen! Arbeiter, Handwerker. Parteigenossen! Solche Praktiken müssen Euch dazu drängen, nun doppelt Eure Pflicht zu thun. Wirkt mit aller Kraft heute unter den Massen, sucht den letzten Manu trotz alledem an die Wahlurne zu bringen, damit die Uebermacht der Gegner zu Schanden lvcrdc und der S., 12. und 13. Bezirk uns gehöre. Nur Eure Gleichgültigkeit bringt den Gegnern Gewinn! Frisch auf zur SSakjlfch lacht und der Sieg ist Unser! Die Wahlzeit ist von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends. Wahllokale: 5. Bezirk: Goltzstr. 10 bei Neumann. Kandidat: Klempner Friedrich Masuch. 12. Bezirk: Klubhaus, Hauptstr. 5/6. Kandidat: Buchdrucker Hcrinauu Schubert. 13. Bezirk: Hilgert, Sponholzstr. 26/27. Kandidat: ZcitnngSspeditcur Will). Bäumlcr. Aus de» Nachbarorte». lieber die Landgemeiude- Ordnung wird Mittwochabend SV» Uhr in der bei Michlcr, Ecke der Ernststrabe und Maricnthaler- sirafie stattfindenden Versammlung des Vereins Vorwärts zu Treptow referiert. Auch erfolgt die unentgeltliche Ausgabe der Parteitagsprotokolle. Die Tchöuebcrger Stadtvcrordnctcn-Vcrsattlittlnug beschloß gestern mit allen gegen eine Stimme, an den Magistrat das Ersuchen zu richten, für Schöneberg eine städtische höhere Töchterschule zu errichten und die Vorlage dazu den Stadtverordneten so rechtzeitig zu unterbreiten, daß die Anstalt möglichst schon mit Beginn des neuen Etatsjahres: zu Ostern 1S00 ins Leben treten kann.' Rixdorf. Den Bctriebsarbeitern der hiesigen Gasanstalt soll auf Beschluß der städtischen Gasdcpntation der bisherige Tage- lohn von 4 Vi. auf 4.ö0 M. erhöht werden. Der Stundenlohn der jüngeren und vorübergehend beschäftigten Hofarbeiter wurde auf 33 Pf., der für ältere Leute auf 35 Pf. festgesetzt.— Die Deputation für den öffentlichen Arbeitsnachweis hat beschlossen, den Beitritt des städtischen Arbeitsnachweises zum Verbände deutscher Arbeitsnachweise zu befürworten. Der Magistrat hat sich jetzt mir dem Beitritt eiuverstandeu erklärt.— Die Wählerlisten für die Geiverbegerichtswahlen werden demnächst aufgestellt werden.— Der Verein deutscher Kaufleute hat, ivie in Berlin, so auch hier beantragt, die Sonntagsruhe für alle Ladengeschäfte von vormittags 10 Uhr ab beginnen zu lassen und fiir alle anderen Geschäfte, Fabriken zc. gänzliche Sonntagsruhe einzuführen. Der Magistrat beschloß, die Beschlüsse der Berliner Gemeindebehörden abzuwarte». Zum Polizcidircktor von Rixdorf ist Landrat v. d. Gröben in Lyck und zum Polizcirat bei der Polizeidirektio» Kriminal kommissar Bösel in Berlin ernannt worden. Herr v. d. Gröben ge hörte, wie die„Staatsb.-Ztg." bemerkt, zu den Landräten, die sich an dem Entscheidungstage vom Minister v. d. Recke„belehren" ließen und für die Kanalvorlage stimmten! Reinickendorf. Iii der letzten Sitzung der Gcmeinde-Vertretung wurde der bisherige Schöffe auf sechs Jahre wiedergewählt. In der Angelegenheit der Errichtung eines Amtsgerichtes Berlin- Reinickendorf bemerkte der Vorsitzende, daß die Justizverwaltung vor sechs Jahren geplant babe, sogenannte Vorortsgcrichle zu erbauen; jedoch sei man später davon abgekommen. In jlingstcr Zeit ist zum Bau des Amtsgerichtes in Berlin den, Fiskus eiii 4000 Quadrat- nieter großes Terrain unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden. Der Gemeindcvorstand wurde beauftragt, durch eine Deputation dem Justizmiuister ein Terrain von' 5000 Quadratmeter zur Erbauung des Amtsgerichtes unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und wenn nötig, noch weitere Konzessionen zu machen. Reinickendorf hat zur Zeit 400 öffentliche Gas- und 149 Petroleum- laterncn; letztere werden im ganzen durch 276 elektrische Laternen ersetzt. � Die Bedienung der 276 elektrischen Laternen soll den Nachtwächtern gegen eine Vergütignng von 50 Pf. pro Laterne und Monat übertragen werden. Dem Eiscnbahn-Fiskus, welcher zur Er- Weiterung des Geleises der N o r d b a h n etwa 650 Quadratmeter von dem der Gemeinde gehörigen Terrain bei der Scebcckstraße zu erwerben beabsichtigt, soll der erforderliche Grund und Boden zum Preise von 15 M. pro Quadratmeter überlassen werden. Ferner wird noch beschlossen, das erforderliche Terrain zur Erbauung einer Klärftation in der Teichstraße im Umfange von 7 Morgen zu erwerben. Ein Baumfrevel eigener Art ist in Paulo w verübt worden. Dort steht an der Ecke der Berliner- und Mühlenstraße eine Linde mit einem eigentümlichen Astgebilde, aus dem mau ans einer bc- ftimmtcn Richtung mit einiger Deutlichkeit ein Bild des alten Fritz mit denr Dreimaster heraussah. Dieser Baum gab bisher einen be- liebten Borwurf für Ansichtspostkarten ab. Jetzt haben Frevler Aeste und Zweige so ivcit abgebrochen und abgeschlagen, daß das Bild vollständig zerstört ist. Zlnö Spandau wird uns geschrieben: Nicht tvenig erstaunt waren die freisinnigen Eiubcrufer der„öffentlichen' Wähler- Versammlung", welche Montag im„Roten Adler" in Spandau tagte, als in das Bureau der Versammlung drei Social- Demokraten gewählt wurden. Die Mehrheit der etwa 70 Vcr- saminlnngsbesucher bestand uämlich aus unfern Partei- genossen! Nach einer längeren Diskussion, in welcher von iniscrcr Seite die Genossen Ducksch, Rieger und Pieper die wahre„Arbeiterfreundlichkeit" der bürgerlichen Stadtverordneten im allgemeinen, und der ans den freisinnigen Gcwerk- vereinen hervorgegangenen Stadtverordneten im besonderen recht treffend beleuchtet, verwarf die Versammlung die von den„ver- einigten Bezirksvcreinen" und der erschienenen„Gewerkvereinlern" vorgeschlagenen Kandidaten; einzig der Arzt Dr. Kalkstein tvurde von der Versammlung acceptiert. Zum Morde in Alt-Buchhorst. Wie eine Korrespondenz be- richtet, hat die 16jährige Bertha Schröter ihr Geständnis, daß sie die Witwe Ficlitz ermordet habe, jetzt abermals widerrufen und behauptet, daß sie nicht die Mörderin sei. Wenn diese Meldung sich bestätigen sollte, so dürfte sie nach der ganzen Sachlage als neuer Beweis für die Richtigkeit der Vermutung gelten können, daß die Schröter eine unglückliche Geisteskranke und keine Verbrecherin ist. Geuilszks�eikung» AuS Anlast der Flugblattverbreitung hatten sich unsere Parteigenossen Tapezierer F r e i w a l d und Maurer Horn aus Pankow vor dem Schöffengericht am Landgericht 1l zu verantworten. Die Anklage lautete auf Beleidigung und groben Unfug und das Vergehen soll begangen sein in einem Flugblatt, das sich mit der auch jetzt noch aufrecht erhaltenen Mühlenbecker Lokal sperre beschäftigte. Die unter Sperre stehenden Gastwirte F. Müller und A. M e y e r solvie die Wirtin Emilie G r o t h e fühlten sich beleidigt und der Staatsanwalt nahm sich eifrig der Gekräuklen an. Die Angelegenheit fand ein seltsames Ende. Das Gericht sah in dem Flugblatt auch eine Gotteslästerung und vcrivicS die Sache an die Strafkammer, obgleich der Staatsanwalt selber er- klärte, daß er von einem Rcligioüsvcrgchen nichts in dem Flugblatt finden könne. Irren ist menschlich. Der Arbeiter Wilhelm Schmidt stand gestern unter der Anklage des Diebstahls vor der achten Strafkammer deS Landgerichts 1. Gelegentlich eines Umzuges, den der Angeklagte in Gemeinschaft mit anderen Arbeitern für eine Witive Richter zu bewerkstelligen hatte, war eine goldene Damcnuhr abhanden gekommen. Verschiedene Zeugen hatten gesehen, daß die Uhr aus der Schublade eines Tisches gefallen war, als der An- geklagte ihn im Wagen unterbrachte. Er hatte die Uhr aufgehoben und in die Tasche gesteckt. Der Beschuldigte leugnete mit großer Hartnäckigkeit. obgleich die Zeugin Richter im vorige» Terininc erklärte, daß sie ihre Uhr be reits bei einem Pfandlcihcr ausfindig gemacht habe. Zun gestrigen Termine war der Pfandleiher geladen, der die Uhr mit zur Stelle gebracht hatte. Wiederum nahm die Zeugin die Uhr genau in Augenschein und mit aller Bestimmtheit blieb sie dabei, daß es die ihr gestohlene sei. Jetzt bequemte der Angeklagte sich zu einem Geständnisse.„Aber"— setzte er hinzu—„die Zeugin hat doch einen Meineid geleistet, ihre Uhr ist hier." Und dabei holte er die Uhr aus der Tasche hervor. Die Zeugin be- trachtete die Uhr genau und erklärte dann:„Ja, das ist die mir gestohlene, ich kenne sie mit Bestimmtheit wieder." Ans Vorhalten des Vorsitzenden, daß sie die erste Uhr mit derselben Bestimmtheit als ihr Eigentum bezeichnet habe, entschuldigte die Zeugin sich mit dem Sprichwort:„Irren ist mensch- lich." Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten wegen Diebstahls eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Der Vcr- tcidigcr Rechtsanwalt Dr. Davidsohn führte anS, daß nur eine Unterschlagung vorliege, denn bei einem Umzüge befänden sich die zu verladenden Sachen während dieser Zeit in dem Gewahrsam der Zichlcutc. Der Gerichtshof trat dieser Anschauung bei und vcr- urteilte den Angeklagten wegen Unterschlagung zu liier Monaten Gefängnis. Die evangelische Kircheugenicinde in Schöneberg war für die Schöncberger Pfarrländercicn, die jetzt mehr als 2 Millionen Mark wert find, zur Grundwcrtstcucr herangezogen worden. Auf ihre Klage stellte sie der KrciSanSschnß frei, weil die Diciisiländcrcicn der Geistlichen nach dem Konimunalabgabcn-Gcsetz nicht zur Gc- mcindc- Grnndstencr heranzuziehen seien. Der Bezirksausschuß er- kannte aber zu Ungimstcu der Kirchcngcmeindc, indem er ausführte: Allerdings seien die den Pfarrern zur persönlichen Nutzung übcrlasscncu Ländereicn von der Gcmcindc-Grnndstcucr befreit. Hier lägen die Dinge etwas anders. Als die Schöncberger Pfarrländercicn infolge ihrer günstigen Lage vor den Thoren Berlins kolossal im Werte gestiegen seien, habe sich die Kirchen gemein de die Er- träge daraus vertraglich gesichert und den Pfarrern ein cnt- sprechendes festes Gehalt ausgeworfen. Da Nim die direkte N ii tz n n g durch den Geistlichen die Voraussetzung der Be- frciung sei, so müsse die Kirchengcmeinde jetzt die Grundstücke versteuern.— Das Ober-Vcrwaltungsgericht stellte sich ini Priucip auf denselben Standpunkt, es war aber im übrigen der Meinung, daß der Vordcrrichtcr nicht genügend festgestellt habe, ob die Nutzung jener Grundstücke dem Pfarrer dauernd entzogen sei. Da» Gericht hielt eine solche Feststellung für erforderlich und verwies des- halb die Sache nochmals in die Vorinstanz zurück. VevsnmurUtttsgott. Im Cculralvcrci» der Vnrcait- Angestellte» sprach am 2. November Herr vr. meck. Siegheim über:„Die Verhütung der Schwindsucht bei den Vurcauarbcitcr»." Redner zeigte, daß die Gefahr der Infektion durch die Tiibcrkclbacillcu in dicjcni Berufe in besonderem Maße vorhanden sei, und erörterte die nach dem heutigen Staude der Wissenschaft gebotenen VorbeugungS- Maßregeln. An den Vortrag knüpfte sich eine lebhafte Diskussion, in welcher unter anderem darauf hingewiesen wurde, daß der von dem Ncfcreuten geforderte Ausschluß der für die Schwindsucht besonders disponierten Personen von jeder Berührung mit ihren Mitarbeitern kaum durch- sührbar sein werde. Bauer sprach hierauf über die bevor- stehenden OrtSkrankenkasscn- Wahlen und forderte zu zahl- reicher Beteiligung auf. Hieran schlössen sich die durch den Rücktritt des ersten und des zweiten Bevollmächtigten notwendig gewordenen Ersatzwahlen. Als erster Bevollmächtigter wurde Frick, als zweiter Dcrcddcr gewählt. Das infolge der Wahl des letzteren vakant gewordene Amt des zweiten Kassierers wurde durch Fischer besetzt. Den zurückgetretenen beiden Bevollmächtigten sprach die Versammlung den Dank für ihre anfopscrnde Thätigkeit durch Er- heben von den Platzen aus. Schließlich wurde noch das Vcrgnügnngs- komitee neu gewählt und eine Reihe weiterer geschäftlicher An- gelcgenheiten beraten. Die Bau-, Erd- und gewerbliche» Hilfsarbeiter, Zahl- stelle I, nahmen in ihrer letzten Versammlung die Konfercnzbcschlüssc au. Zwei in Not geratenen Mitgliedern wurde die Summe von 12,10 M. ausgehändigt. Tapczierervcrbaud. In der letzten Versammlung der Filiale Nord wird nach einem Vortrag des Genossen Martwaldt über „Littcrarische Strömungen" die Abrechnung vom Stiftungsfest gc- geben i dieses hat einen Ueberschuß von 112,12 M. ergeben. Den Samaritern werden 10 M. überwiesen. Stralau. Am 5. November fand hier eine leider nur schwach besuchte Parteivcrsammlnng statt. Der Vertrauensmann erstattete zunächst Berilbt über seine Thätigkeit im verflossenen Jahre. Danach betrugen die Einnahmen 569,79 M., die Ausgaben 525,40 M. Hierzu kommt der Bestand vom 31. Oktober 1898 64,34 M., ergicbt Bar- bestand am 31. Okt. 1899 108,73 M. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Vertrauensmann einstimmig Dccharge erteilt. Da der biSherigeBer- tranensmann C. Scitz nüt derMoliviernug, daß er das Amt lange genug verwaltet habe, auf eine Wiederwahl verzichtete, so wurde Schoos au seine Stelle gewählt. Zu Revisoren wurden H. Krumm und Alb. Zander gewählt. Von der Lokalkommission erstattete E. Girbig Bericht. Neu gewählt wurden: E. Girbig, G. Mütze und Aug. Beut- ling. Hierauf wurde von Markwaldt-Bcrlin ein interessanter Vor- trag über„Das Problem der Frauenfrage" gehalten, tvclchcr von der Versammlung beifällig aufgenommen wurde. Zum Schluß forderte der Vorsitzende die Parteigenossen auf, dafür rege zu agitieren, daß in Zukunft die Versammlungen besser besucht würden. Die Maler und Anstreicher CharlottcnburgS hielten am Sonntag, den 5. November, in Hoffmanns Volksgarren eine öffcut- liche Versammlung ab, in der Link- Berlin über„Das heutige JnnungSwesen" sprach. An der regen Diskussion nahmen Flemming, Schiller. Opitz, Hermann und Winter teil. Die vom Vertrauens- mann Jost gegebene Abrechnung der verausgabten Marken ergab die Summe von 131,80 M.) davon sind bereits 80 M. den dänischen Bauarbeitern überwiesen worden, bleibt mithin ein Bestand von 51,80 M. Auf Antrag Flemming wurden 30 M. der Charlotten- burger Bauarbciterschutz-Äommission und die übrigen 21,80 M. dem Verlrauensmaim zur Bestreitung der Agitation zuerkannt. Mariendorf-Tcmpclhof. Am 1. d. M. hielt der Rechtsanwalt Fräukl im Arbcitcr-Aildungsvcrcin einen mit Beifall aufgenoninienen Vortrag über„Das Bürgerliche Gesetzbuch".— Zn'„Gemeinde- Angelegenheiten" teilte Kersten mit, daß eine Polizeiverorduung, weiche die Kinderarbeit regeln soll, in Vorbereitung sei: die Vorlage betreffend die Straßenbeleuchtung sei dem Gemcindevorstand über- wiesen.— Scharf getadelt wurde es von der Versammlung, daß am Sonntag an einem Bau in Tcmpelhof von den Maurern gc- arbeitet worden sei. Am Sonnabend, den 11. d. Mts., findet bei Groth in Tempelhof die nächste Versammlung statt; der Vorsitzende ersucht, für besseren Besuch der Diskussionsabende zu sorgen. VevtnifLzkes- AuS Hamburg wird berichtet: Die auf Montagvormittag 8 Uhr angesetzte Hinrichtung deS Raubmörders Fischer ist laut Beschluß des Hanseatischen Ober- Landesgcrichts einstweilen si stiert worden. Da das Gerüst für die Guillotine bereits ans dem Hofe des UiitcrsiichimgSgefäugnisses aufgebaut worden war, wurde sofort mit dem Wiederabbrüch bcgoniien. Dieser Fall, daß nämlich das Schafott wenige Stunden vor der Hinrichtung wieder abgebrochen wird, dürfte in der Kriniinalistik wohl einzig dastehen. Der Verteidiger des zum Tode Verurteilten hatte am Sonnabend in Bcrgcdorf die Pstindleiherin Frau Jung aus- findig gemacht, die äußerst wichtige Aussagen zu Gunsten Fischers gemacht hat. Von dem Ergebnis der weiteren Ermittelungen wird es abhängen, ob eine neue Vcrhandlnng anberaumt werden wird oder nicht. Der Verteidiger begab sich nach dem Beschlüsse deS Obcr-Landcsgcrichts sofort in die Zelle des seine Ilnschnld fortgesetzt beteuernden Verurteilten, wo er ihm mitteilte, daß er die Zeugin Jung gesprochen habe. Der Verurteilte, in dessen Zelle gerade der Gefängnisgeistliche anwesend war, jauchzte und weinte wie ein Kind bei der Entgegennahme der Mitteilung. Die provcnhalischc Dichterin Frau Nögre, die unter dem Psendonym Lazarinc de Manosque bekannt war, ist in der Nähe von Marseille gestorben. Lazarine de Manosque— so nannte sie sich zur Erinnerung an ihre Heimat— hatte noch vor zwei Jahren eine Wild- und Geflügelhandlung i» Marseille. In ihren Muße- stunden schrieb sie dnfiige Verse und hübsche Erzählungen, die in einem provenyalischcn Blatte erschienen. In ihrem kleinen Laden wurde die Dichterin oft von den berühmten Dichtern Paul Arsne und Frederic Mistral besucht. Nachdem sie ihr Geschäft verkauft hatte, lebte sie mit ihrer Schwester auf dem Lande, wo sie im Alter von 50 Jahren gestorben ist. Marktpreisc von Berlin am k, November iincli ErilliNclungkli deS fql. PolizeipriisidilllnS. "iWelzen D-Elr. »)!>!oqqeil siiitler-Gersle Hafer gilt „ niillel„ „ genug Richlstroh Heu t)Clbseu siiSveisebohneii DLiiisei! Kartosselii, uc»e Nindslcisch, fl etile 1 kg 6o, Bauch„ •) lkimillelt pro Touiie von der Cenlralstelle der Prenb. Landwirt- schastsl«»n>icru— Nolicruiigdiitll-— und iinigcrcchnet vvui Polizeipräsidium für de» Toppel-Eeiiliicr. st) KleiiihaudelSpreise. P r o d ii k t e n in a r k t vorn 7. November. Heute verkehrte Getreide trotz der»ilveränderteii, die Eiitwickanig der Saaien fördernden WitteruiigS- Verhältnisse in fester Haltung, da sich besserer Warenbedarf geltend machte. Das Wcizeiiongcbol ans den Provinzen blieb ohne Euiflusi ans die Preis- gesialtuiig, ebenso die Roggenoiserten Südrutzlaiids, welche trotz coulanter Bedingungeii noch immer nicht rentabel erscheinen. Weizen und Roggen zogen bei cinigei» Handel etwa 0,59 M. an. Auch Haser war befestigt, Rüböl unverändert, gcschästSIos.- Am S p i r i t u ö m a r t t war wenig Geschäft bei nomineii unveränderten Preisen. Loco 70cr 47, ZO. Termine blieben wiederum ohne Frage. Kartofselsabrikate. Feuchte Kartoffelstärke 19,75 M. Ia reine Kartossclsiärlc disponibel und Noveniber-Dezeinber 29,25—29,59 M. Ia Ltärle und Mehl, Mittel. Qualität 19,59-10,75 M. per 199 Kilogramm. Briefkasten der Kedaklivn. Die juristische Sprcchsiuude findet Montag, Ticnstaz und Freitag von<»-8»hr abends statt. Ztvci wettende Stockarbeiter. Wir haben genug mit der Gegen- wart zu thun und löiincn uns unmöglich ans die Bcantwortinig der Frage einlassen, wie es zukiiiiilig bei einem eveiitiielleii Streik der GaSarbeiter mit der Gasversorgung aussehen würde. P.(9. Bitte, sprechen Sie einmal aus der Redaktion zwischen 19 und 12 Uhr vormittags vor. DaS Nähere dann mündlich. Zluglicus. Das Citat teilte die„Nation" aus den von R-ike heraus- gegebcncii Nachladblättern Kants mit. C. E. 1. Die Frage ist strittig. 2. Der russische Zar. 3. Der Papagei. Z. 20. Mittel gegen Haarausfall köiineii nicht im Briefkasten einer Zeitimg einpfohleii werden. Gehen Sie zu einem Spcctalarzt sür Haut- krankhciie» oder suchen Sie die Polillinik der Charit« Dienstags und Frei- tagS von 12—1 Uhr auf. Sl. I. In der Charit«, Unterbaninstr. 7, können Sie die Poliklinik für Nervenkrankheiten Montags, MitNvochs und Freitags von 19—11 Uhr ohne Umstände und unentgeltlich koiisnlticicn. Paris. 1. Sind uns nicht bckanni. 2. Nein. P. 107. Die genaue Adreffe der Redakiion der„Neuen Welt" steht am Schlüsse jeder Nummer. Nrslanratcur T. Im Jahr 1871 oder 1872 halten wir noch nicht die Goldwährung und solglicti auch noch nicht das neue Geldsystcm. Dieses wurde erst durch daS Rcichsminiz-Gesetz vom 9. Juli 1873 eilige- führt.' M. Schutte, Hier. Derartige Notizen pflegen wir nur dann auszu- nehmen, wenn sie»uS durch den Vertrau eiiSiiiann zugehen. Turnverein„Fichte". In Ihrer Bckaiiiitmachinig fehlt die Angade deS Lokals. F. B. 31. Petitioncii an daS AbgeordiictenhanS bedürfen keiner be- sonderen Form.- C.?). 0«. Die VeiteidigiiiigSgebühr beträgt, faNS kein höherer Satz vereinbart ist, in Schöffensachen l2 M., in PnvalbclcidignngS- sachen sür den Fall einer Bewcisaiifiiahme 18 M. Hierzil treten KM. fiir daS Vorverfahren.- Jnv.». Zllt.-Vers. Der Uebcrschich wird mit ausgezahlt. — C. D. 1. Wer einen anderen mit der Begehung eines Verbrechens bedroht, wird mit Geiängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 399 M. bestraft. 2. Körperverletzung mtttelS eincS Stuhle? pflegt man al» Körperverletzung mittels eines gefährlichen Werkzeugs zu betrachten. Eine solche ist mit AcsäiigniSstrasc von 2 Monaten biS 5 Jahren bedroht. 3. Enipfchluiigen bringen wir nicht.— A. G.. Grüna». Allerdings halten Sie die AbineldinigSpflicht. Da aber die Sache länger als 3 Monat zurück» liegt, so ist eine Strasversolgiing wegen Verjährung ausgeschlossen.— »vellcr.Prbftnole für Mittwoch, de» 8. November 180». Ein wenig wärmer, teils heiler, teils nebelig, bei mäßigen südlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wctterbnrea». >»»»>»»»> VttllzhcrndlttNA Vovwiivts Berlin S�V.»». -c» Soeben erschienen: Vvokokroll des Parteitags zu Hannover. 304 Seiten stark. PrciS S0 Pfg., geb. 7« Pfg. Porto»0 Pfg. Die Verhandlnngcn über Taktik und Grimdanschauiingen der Partei, sowie die Erörterungen über den Militarismus haben dem Parteitage zu Hannover eine Bedeutung verliehe», die für die EmwicklungSgeschichte der Partei bleibend ist. Die VerHand- lungen sind anssührlich, mlt stenographischer Treue wieder- gegeben und ein ausführliches Sachregister erhöht de» Wert des Protokolles für Nachschlagezwecke. Für jede» Genossen, der an dem geistigen Leben und Streben der Partei Interesse nimmt, ist das diesjährige Parteitags-Protokoll unent- behrlich. s» »»»»>»»»» Für fern Inhalt der Jnierate «l>«rni»init die Rcdatli»» dein Vnblikiim grgtiiiibrr keinerlei Bernutworiung. Dl,entrv. Mittwoch, 8. November. VpcrnhanS. Tannhövser. Ansana Uhr. SchnnspielhoiiS. Der Knufmonn von Venedig. Anfang 7V, Uhr. Deutsches. Der Meister v. Palmyra. Anfang 7>/z Uhr. Lessing. Als ich wiederkam. Anfang 7Vj Uhr. Berliner. Die Herren Söhne. An- fang 7l/z Uhr. Schiller. Nor«. Anfang 8 Uhr. NeneS. Ein nnbeschriebenes Blatt. Anfang 7l/z Uhr. Weste». Carmen. Anfang 7Vz Uhr. Thalia. Der Platzmaivr. Ansang 7'/. Uhr. Residenz. Jagdfrenden. Vorher: Familien-Sonper. Ans. 7Vz Uhr. Lniseii. Molly Carro. Ansang 8 Uhr. Eentral. Die Geisha. Anfang 7-/,«Hr. Carl Weist. Der Weltuntergang. Ansang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Ein gesunder Junge. Anfang 8 Uhr. Victoria. Die Chansonnette. Anfang 8 Uhr. Belle- Zilliance. Gastsvicl des Schliersetr Bauern- Theaters. Jiigerbiut. Anfang 8 Uhr. Aterrvvol. Rund um Berlin. Im Reiche der Secession! Ansang 8 Uhr. Apollo. Frau Luna. Spccialitäten- Vorstellung. Anfang 7V2 Uhr. Reichshalle». Stettiner Säuger. Ansang 8 Uhr. Palast. Susanne im Bade. Speciali- täten-Vorstellnng. Auf. 8 Uhr. Pasjage> Panoplitmn. Spcciali- tälen-Vorstellung. Urania. Jnvalidenfir. 5>7/liii. Täglich abends von 5— 10 Uhr: Slernwarlc. Tanbcnstr. 48/4». Im Theater: Der Sieg des ivlenjchcn über die Natur. Anfang 8 Uhr. Rene freie Bolksbiihne. DM- Sonntag, den lS. November, nachmittags TV» Uhr, im„ThaHa-Thcatov", Treddenerstr. 7s: Zweite ordentliche Vereins-Vorstellung: � Doppelselbstinoel». � BanernloniSdie von L. A n z e n g r u b e r. Mitglieder werden in folgenden Zahlstellen aufgenommen: 150/18 Norden: Fritz Schräder, Slralfunderstr. KZ; E. Diele, Rest., Ackerst»'. 12»; I. Krech, Rest., Chauisccstr. 04; E. Knapp, Rest., Grün- thalcrstr. 5; E. Schmidt, Rest., Treockowstr. 22; M o h r m a n n, Rest., Ackerst». 03; Ad. Löhe, Ackerst». 38, II; C. Kovacowis, Vcgetar. Speiiehans, Müllerstr. 5. Nord-Ost: W. Sch rolle, Friieur, Landlvehr- slrahe 3; Karl Spät, Restaurant, Georgenlirch- Strohe 05. H. Nest, Georgonkirchstr. 24a, 2. Seitenfl. I. Rord-West: Hern». Becker, Gotzkowskystrahe S; H.Gebauer, Restauraut, Pirkenstr. 25. Süd-West: C. W erlin g, Cigarrengesch., Zossenerstrahe 32; H. Land- gras, Neuenburgerstr. 15; J.Pech, Schuhgeschäft, Möckernstraße 120. Süden: Th. Pähl, Rest., Dresdencrstr. 71; H e r m. B o b s i en, Kom- uiandantenftrahe 02; Bruno T ü b e k e, Matthieustr. 10, i Tr.; Arbeiter- Konsuingcuosseuschast„Befreiung", Skalitzerstr. 6 im Laden. Siid-Dst: T h. S l a ni p c h l, Mariannenstraße 20; H. Söhn, Restaur., Ztaunyu- slraße 83; H.K aus hold, Wrangelstr. 52; M. Heerde, Mariannen- User 2; A. Elmann, Schinidtslraße 34. part. Ost»»: C. Oilardcr, Wallncrthraterstr. 17, IV.; W. Tabert, Markusstr. 14. Eingang Gruner Weg; Aug. Bälle, Rüdersdorserstr. 18, Ecke dcrKoppenstraßc. Ecntrnin: I. Rüg er, Leget. Speisehaus, Gontardslr. 1. Johaniiisthal: Aug. Krause, Parlstr. 3. Steglitz: A. Dur eck, Schildhornstr. dl. Friedrichshage»:Sllbcrt Weidner, Kaiferstr. 4. Erukral Thestev Direktion: lo«o fsrouory. Div Gvishcr. Anfang r/z» Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntagnachinittag 3 Uhr zn halben Preisen: vor 2!geunerd»ron von Joh. Strauß. SllMfl'Äpl«' (Wallner-Thcalcrl. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jf o r a. Schauspiel in 3 Alten von H. Ibsen. Donnerstag, abends 8 Uhr: Viel LiUrme» um niclits. Freitag(Schillers Geburtstag): Zum erstenmale: Die Suilß;l'l-a„ vs» Deiean«. Netssplil-�liestei'. vedrenetr. 55/57. Direktion: Itleliar',1 lßiellnl». Unstreitig das beste und amüsanteste November- Programm Berlins. Liebreiz, Schelmerei, Kunst und « Grazie vereinigen sich in Mslfem. Miede der reizenden Pariser Straßcusängerin. Feuer, Temperament, Leidenschaft in Lsnnell Roeeas der besten spanischen Tänzerin. Humor, Eleganz, Schneidigkcit in Georg Kaiser dem besten Berline�Salonhumoristenl Gewandtheit, Kunstfertigkeit, Fröhlich- keit in der Familie Klein den kleinsten und besten Radfahren» der Welt. Cju'lWelss-Tlieatei' Gr. Frnuksurlerslraste l!tS. Ser Wettmlterglttlg. Eiroßes Ausstattmiasslück mit Gesang in 3 Akten(15 Bilden») von Dir. Carl Weiß iiud Jos. Dill. Musik von M. Fall. Anfang 8 Uhr. Sonnabciidnachiilittaa: Schülcr- Vorstclluug: Tic Räuber. Freitag, 10. November: Graste WohlthätigkeitS-Borstelliiiig zum Besten unserer deutschen Bruder in Transvaal: Dm» IVclt- untci-gang. Vorverkauf zu dieser Vorstellling schon von heute au. T'dAÜA-TIieatkr. Tel.AmtlVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. Der Platzmajor. Thomas, Thiclscher, Helmerding, Jnnkcrmann, Im 2. Akt: Gr. Mntoskop-Terzett. Ansang Ii/, Uhr. Morgen: Dieselbe'LorsteNung. Raiast-IilögtLi' DM- früher Feen- Falnwt. Burgstrastc 22. äjjp- Berlin amüsicrt sich über das neue erfolgreiche Kovemlier- l*ro�i,aniiii. Tlerli» lacht Thräncu zum 41. Male über die Zwerchfell- erschütternde GesaugS-BurleSke Susanne im Dade. Berti» staunt um 10 Uhr über die _ Mcistcrhochtiiriicr DM- Drei Va-cilonou."VN Ansang 7'/, Uhr. Oestiinng 6l/t Uhr. Billct-Vorverlauf von 11— l ühr. Sonnadendö nach der Vorstellung: Gesellschastsabeud und Tanz. Bc- suckier der Vorstellung: Irel-Tanr. Vorzugs- und Frcitartcn sind gültig. Urania TaubcntitrnKSc Im Theater abends 8 Uhr: „Der Sieg des Menschen über die Natur". Invnlldcnstr. 57/03: Tagl. Stewiwarte. _ Nachmittags 5—10 Ulir. 'Passage- Theater. Meli! Anatomisch. Museum. Dienstags für Damen. Passage- Theater: Vorst, v. 7—10»/,. »5 erstklassige Debüts. UirkiiN Itnscli. Heute Mittwoch, den 8. November, abends 7»/, Uhr: Oala Sports-Abend. O l y m p i sch e Spiele aus der Zeit des Kaisers»Nero. Die Rltter- turnlere des Mittelalters. Unsere Marine. Gr. Ballett. Die Seelöwen. Wunderdressur! Frl. Manha Mohnke, Schulreiterin. Direktor Busch mit scineu Original- Meister- Dressuren. Gigerl-Clown Daniels, der Original- August Mr. Cheevers, der französische Clomn Deldesq und der italienische August Magrlnl. iviorgen adeudS 7»/, Uhr: Bor- stelluiig. alilefiesli liiesisp. viroktion: Emil Sclmabl Mesdenerstrahe 96. Eröffttttttg diese W o ch e. Pracht, Schönheit, Raffe in den den besten russischen Nationalsängern und Tänzern. tlnverivegenheit. Kühnheit, Sicherheit in dem Zalva Trio den Meistern des Drahtseils. Drolligkeit, Niedlichkeit, Folgsamkeit in Osks�e�s dressierten Miniawrhunden. Chic, Pikanterie, Eleganz in Mary Wolf der reizenden deutschen Soubrette. Um 9 Uhr 30 Minuten der Schlager der Saison: Da» lustigste! tvitzigstc! aninsaiitcste l bunteste! was Berlin gegenwärtig bietet! Rmuhim Berlin! Berliner Revue in 2 Akten. Anfang: Wochentags 8 Uhr, an Sonn- und Festtagen 7»/, Uhr. Vorverkauf: Jnvaltdeudant und Küustlcrdank. Telephon Amt I 2120. Jeden Sonntagnachmitiag 3 Uhr: Promenaden- Specialitäten- Bor- stell»»«. Cirkus Alb. Schumann. liiritsKlcr cquestrlKcixer Cirkus der Welt im eleganten neu renovierten Cirkus Iteiue. Heute, Mittwoch, den 8. d. M., abends präc. 7»/, Uhr: Gala- Vorstellung. Ganz exquisites Programm Auf- treten der besten Kunstlräfte, Damen und Herren in ihren Glaiizleistungeu. Aus der blauen Orette auk der Insel Daprl. Großes Ballcttdivertiffcmcnt, in pompöse» Kostümen getanzt von 80 Damen.— Vorführimg der ueuestcn, unerreilht dastehenden Original- Dressuren des Direktors Albert Schumann.— Alles übrige siehe Tageszettcl. In Borbercitung: Graste N»S- statinugs< Paiitamimc,»velchc überall»en grästten Erfolg errang. erst jetzt in Hamburg AM- drei Monate-WW ausverkaufte Häuser erzielte und alles bisher Gebotene bei weitem übertrifft. Stau«««»«» Kottbnscrstr. 4 a. Täglich außer Sonnabends Mmanns Norddeutsche Sänger. Anfang wochentags 8 Uhr. Sonntags 6»/, Uhr. Donnerstag»nd Freitag nach der Soiree: Tau-. Hoffmann mlt'ü Leierkasten. Reichshalle»,. tettiner Sänger. «Metzsel. Plelro, Britton. Sleidl. Krone, K i r ch i» a>» c r. Schneider »nd Schräder). Heute zum Schluß: Ein iierptzttr Wuhltilg. Burleske von Mcgsel. Anfang präcise 8 Uhr. Tageskaffe 11 bis 1 Uhr. Maehrs Theater Oranienstr. 34. Grüne Jungs. Gesangspoffe in 1 Akt von Elp. Bugen Bosses, Mimiker. Bisa Messer (prolongiert). Franziska Held. Gertrud Bürgel. Freitags: Familienabeud. Ansang 8 Uhr. Sonntags« Uhr. Vorzllgslarlen an Wochentagen gültig. Apollo-Ihkkltei'. Um'/fi Uhr beginnt FranLuna mit dem Luftballett„Crloolatls" und Cltcllle Carola. Ferner: Dressiert« Füchse von Prof. Bonetty vorgeführt. Robert Kteidl. The Gothams. das wunderbare New Yorker Vokalquartett. Mlle. Rosalba. Eva Haller. S9~ Barra-Troupe."W Franklins. Kosmograph Meister. Anfang?»/, Uhr. Vorverkauf täglich im Theater, beim„KDnstlerdank", Unter den Linden 69, jund beim„Invalidendank", Unter den Linden 32 I. Achtung! Achtung! Mn sttzin strnnrenten Arbeiter. Mittivoch, h\ 8. Növtüiber, lideuhs 8� llhr, bei Titlhcl't, Aiihttos-Ztrllße ZI: OskSRtti«!»« VcKWai»»»!«»�. Tages-Ordnung: 1. Die gewerkschaftlichen Bestreblingei» nnd die Znchthailsvorlage 2. DaS Ergebnis der Siluaiionsberichte. Tie Kvllcgcu werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Vertraueusiunuu der Bolsarheiter Berlins. Otto Klinger. Der Nesmiit: Theodor Glocke. 277/20 Allitililg! Kletallarbeiter. Alütnilg! Tonnerstag, de» v. November, abends 8 Uhr: Große öffentliche Uersammlnng im»Moabiter Gesellschaftsbaus-, Alt-Moabit 80—81. Tages-Ordnung: 1. Der Ausstand in der Motorfahrzeilg- und Moiorenfabrik vormals Altmann t Co., Maricufelde, die Berliner Arbeiterschaft und der öffentliche Fonds. 2. Diskussion. 280,0 Zu dieser Versammlung sind speciell die Kollegen von Siemens u. Halske, Liidioig Löwe, Union, Anhaltische Maschinenfabrik, Freund, Gebauer zc. ciilgeladeil.____ Der Ginberuser. Arlriuno!- MG" Achtung! Mittwoch, de« 8. November, abends 8V2 Uhr: Gr. öffentliche Verfammlnug der Pro!>ilkteiihsiili>lcr lilld-Kiiiliilel'iüileil Berlins n. Ilmg. bei M i l b r 0 d t, Müllerstr. 7. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Gewerbekrankheiteil- mit besonderer Berückstchiigung unseres Berufes. 2. Dlskiisston. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammluug statt. 000b Um zahlreichen Besuch bittet_ Der Einberufer. Orts-Krankenkaffe für das Gewerbe der AUer- li. PiaVforte-Arlieittt zu Berliit. Donnerstag» den 16. November» abends 8 Uhr: General-Versammlung kl Vertreter der KOllmtglieder i»i!> her Arbeitgeber in den„Arminhallen", Kommandantenstr. Äv. Tages-Ordnung: 1. Bericht deS Vorstandes. 2. Wahl cincS Kassierers. 3. Wahl von 5 Vorslandsmilglicdcrn der Arbciinehmer 4. Wahl von 2 Vorstands- liiitglicderi» der Arbeitgeber. 5. Bericht deS Rendantcn-Stcllvertrcters über den Tiiberlniose- Kongreß. 6. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfling der JahreSrechnnn«._ 6886_ Der Borsloud. Zäinie 2 M. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen I M. Plomben 1,50 M. Tcilz. wöchnetl. IM. Kalinarxt Wolf, Lelpzlgerstr. 130. Spiechst. 9-7. W. Koaclis Tlieater, Brnniienstrab« 16. Vorsteitiing. Morgen am Toiiiierstagi Ter Verschwender. Original- Zaubirulärchen in 3 Auf- zügen(8 Bildern) v. Ferd. Raimund. Musik von Kreutzer. »»-Wer Gelo »vill sparen. Durch Ginkauf von grosteu Posten nuf Sluktionci» und von.Eoutlirsmasse» verkaufe ich Hochrlegaute Winter- Paletots von il M. 50 Pf. an Hohenzollcrn- unb Pelerinnen- Mäntel von 5 M. 25 Pf. an Kaiser- Mäntel und Joppen von Ii M. 75 Pf. an Hochfeine Rock- nnd Jackett- Anzüge von 12 M. 50 Pf. an. Leder- und Arbeitshosen von 2 M. 25 Pf. an. Burschen- u. Kliabcii-Palctots, Knaben- und Bursche»-'Anzüge. Herren- Jacketts,'Westen und Röcke in alle» Grösteu, Hüte. Schirme, Stöcke, Wäsche. Gar- binen, Tischdecken. Portieren. Teppiche. Stiefel. Koffer, Opern- gläscr. Kessel. Rcvolner. Tcschings, Harmonikas, Geigen, Zither». Rcgulatcure. Uhren. Kette». Ringe. Kassette», Geld- schränke usw.{2902Ü* zu ftottbilligen Preise« IsAAvike, Gelegeusieitskäuse, Benw.>21 orsmellstr.>21. li.rau»>»iuderel». Blumen iiaudluus von[24740 Robert Meyer, \<». 3. Dariuiiiicnstr. Xo. 2. Widmungö-Kräiize, Guirlaudc», Ball fträußcheu, BouquetS zc.»verde,» sehr geschmackvoll und preislvert geliefert. Blnmenhandlttitg und Kranzbinderri von s2932L* Iva �diulz-al- �»ti-asse Iva cinpffehlt WidniungSträiizt, Sträuße, Kotillons, Topfgewächs« aller Art. tRoii�Iinyser! Görtilier Bahnhof, Platz K. Billigste Bezugsquelle für ("ress- ii. Hteiukolilen. Selbslspielende XusiKveciv». zum Preise«iin( 20HK. aufwärts liefern gegen Msnatsraten ni3Klun< SMonate{ Garantie Cataloce l gratis" BiaL Freund� B reslau. Filzhüte für Herpen neueste Fagon 1,—, 1,45, hochfeine 2.—, extra feine 2,60 im Engros- l axer. Prenzlauers traese 20, 2 Tr. Knaben- und Klndcrliiite in großer Auswahl. 6896 KWMM CO i>s. pr. pffc.(gröbere zum Reißen). Lchlachtfedcftt, wie sie v. d. Gans fallen, mir allen Daullcn m. I.Kl), füUferticier Gänscrupf IN. 2,00, hefieze"daunige Zvaare IN. 2.50, 3.00, beste schneeweiße IN. 3.50, russische Daunen Hl. 3.50, weiße votzlu. Tauuerr N«. 5.00, ge- rissene Gedern IN. 1.50, 2.00, 3.50. Prima gerissene M. 3.00, 2.50» Versand gegcn Nachnahme. Liistz, luztig, Erste Bettfedernfabrik m. rlectr. Betriebe, viele Ilncrfennungsfchrcib, fort mit den Warzen l Mein Warzenstift beizt nicht u. schmerzt nicht, wirkt aber wunderbar, wie aus solcirn- der Aacrkennung zu ersehe» ist. Au beziehe» p.a«mit».u Psg., Porto lu Psg.von Panl Koch, Neuenrade Nr. 4 UV? t- W rr*~*rnr- Lieferant in Deutschland. Preislisten über Neuheiten gratis und frank». Freiwillige Anerkennung. Gladbach, 26. 9. 1899. Geehrter Herr Paul Koch! Ich danke Ihnen recht schön für Ihren wunderbaren Warzenstift. Ich habe eine Warze 21 Jahre gehabl und seitdem ich den Stift ge- braucht Hab- ist die Warze weg. AchtangSooll Dom. Dolinschek. Anyiinp*•» i« rilli"yD»ra(IKta6H Grusitc Zlnstvodl in in- und nnS- ländische» Stosscn für PnletotS. Sliizügc. Bcintleider zc�»verde» nuter Garantie deS gute»» Sitzes zu Überaus billige»» Preise» schnellsteus nugcfcrtigt im Tilchgeschäst b« A. Kalle. WaldemarstP. 66. Meine Verlobung mit dem Metalldreher Herrn Alexander hchmann erkläre ich hiermit für aufgehoben. Berit», den 8. November 1899. � n i» n\V c i g 1 c, 6S7D]_ Reichcubcrgcrstr. 43. 1'odcs- Auzielge. Allen Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, daß am 6. d. M., abends 9'/, Uhr, mein lieber Manu, der Tischler 705b Ziokert Scliiiniaclier verstorben ist. Die Beerdigung findet Freiing, den 10. d. M., nachmiltagtz 4 Uhr, von der Leichenhalle der Ziono- geuiciude in Weißensee aus statt. Tie irauerude Witwe Martha Schumacher und Tochter nebst Ellem und Aeschwistem. Todes-Anzeige. Allen Kollegen und Bekannten meines Mannes, des Bildhauers Gustav Kühn zur traurigeii Mitteilung, daß der» selbe Sonntag früh sauft cutschiafen ist. Die Beerdigung findet Mittwoch- nachmittag 3 Uhr vom Trauerhauje Friedrichöbergerslr. 16 aus nach dem Friedhof in Wilhclmsberg statt. Ties zeigt tiesbetrübt au f(03b Witwe Kühn nebst Kindern. inksagung. Beweise der Teil- D, Für die vielen »ahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Böttchers Matthäus Hee9 sage allen meinen besten Dank. 693bf Wlllieliuine Hee. Ordentliche General-Nersammlung der Delegierten der Orts-Krankettkasse der Kiirslsiiitt u. vtrw. Ceiverbe zu Berlin am Sonntag, den 12. Novbr. 18SS. vonnittags 10 Uhr, in der Brauerei Biltnow, Prenzlauer Allee 247. Tages-Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls und der Delegierten-Präsenziiste. 2. Wahl von 3 Vorsiaiidsmitgliedern, 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer. Ersatz- wähl eines Arbeitnehmers. 3. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechuung. 4. Definitive Anstellung des HiifS- arbciters bczw. HilfSarbeiterin.- 6. Eiureihuug der Nachträge in das Statut. Aendcruug des ß 14 Abs. s. Aeudcruug des K 20. 6. Siatur-Aerzie. 7. Kasscnaugelegcnheiten. Um pünktliches Erscheinen der Dele» gierten wird ersucht. 193/15 Der Verstand. I. A.: 0. Seidenkranz, Vorsitzender, Gcorgenlirchstr. 14. Jede» Sounabeiid:[0946 Stöjjeä Giiilse.Mösßielell.' Hndolf II» In IT. ChamiffopiatzS. AlhtNg! Vereine. Sonnabend 13., 27. Jaunar, UM-!tz»>» I Frei!' WfiK 3010L») Alexanderstr. 27c. Fiikliseliei» Carten. «cue8 ciublmus, 73. laeniinandantenstr. 73. Sind noch einige Sonntage zu vergeben._ 9026 Burhenholz nnd 190b Fiel» eu- Abfall holz ist als OsenheiZNUg besser wie Kehlen, Zu den hilligsten preisen liefert W. Joneiit/,, Bärwaldstr. 64, Kiiaheiiaiiziige a. Paletots, Mädchenkteider u-Mäntel preiSW, 2VI0L' o. Hvtkmann, Veternucustr. 14. as,.ui-mmui z Treppen rechts Speciatarzt f.Haut-ii.HaruIcid.:». 10— 2, 5—7. Soimtags 10—12, 2—4.» Künstliche Zähne, 3 M. au, vor- zügiich, setzt schiuerzl. ei». Piombiereu, ichmerzl. Hahnziehcn, Zahnschm. bes. Rep. sof. Goldsteii». Orauieustr. 1U, 6s-. rnecl. Setiapsp. f»r 'mt-uwarnmam Frauen- Krankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1. 4-7, Homöopatli. Poliklinik: Montag, Mittwoch, Sonnabend, Ab. 7—8: Fricdrlchslrasse 114, I. Iiiiren u. Oaldwaren neueste Muster, billigste Preise. Goldene 1> a»u e n- C h r c n v. 10, 30. 35 M etc. Silberne, Nickel, Stahl-Uhren O. 13, 15 M. flOOOL» Regulator t>. 14, 30 M. eto. Wagner Skalitzerstr. 136, nahe Kottb. Thor. Reparaturen gut u. schnell.... Verantwortlicher Redacteur: Paul John m Berlin. Für den Jnskratentcil verantwortlich: Th. Glockr in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. St. 262, lß. Inlirpii}. 2. KlllZge Gegen das Wahlrecht der Schlafburschen. In der Streitsache des Magistrats gegen die Stadtverordneten- Versammlung über die Wahlberechtigung der sogenannten„Schlaf- barschen" stand Dicnsiagvormittag vor dem Be�irksauss chust unter Vorsitz des Präsidenten K a y s e r Verhandlungstermin an. Bei der Prüfung der gegen die Nichtigkeit der Stadtverordneten-Wählerlistc erhobeneii Einsprüche har sich über diesen Punkt bekanntlich ein Zwiespalt zwischen Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung ergeben. Der Magistrat hatte diejenigen, die keinen„eigenen Haus- stand" hatten, aus der Wählerliste gestrichen, die Stadrverordnetcn- Versammlung hatte dagegen beschlossen, diejenigen Schlafburschen in der Wählerliste zu belassen, die ihre wirtschaftliche Selb- ständigkeit nachweisen konnten. Der Magistrar halte als- dann den Klageweg betreten. Sein Vertreter vor dem Bezirks- ausschnß, Stadtrat Böhm, führte aus, das; es nach Ansicht des Magistrats darauf ankomme, ob jemand Chambregarnift oder Schlaf- bnrsche sei. Der Unterschied zivischen beiden liege darin, daß ein Chambregarnift die freie und ausschließliche Verfügung über einen oder mehrere Wohnräume habe. Deshalb habe der Magistrat die als Schlafburschen polizeilich Gemeldeten ans der Wählerliste weg- gelassen, wobei er jeden einzelnen Fall darauf hin geprüft habe, ob der Betreffende als Chambregarnift oder als Schlaf- bnrsche aufzufassen sei.— Jnstizrat Friedemann als Vertreter der� Stadtverordneten- Versammlung führte dagegen ans: Es sei schwer die Grenze zwischen einem Chamlirc- garnisten und einem Schlafburschen zu ziehen. Der vom Magistrat hervorgehobene Unterschied, daß ein Chambregarnift allein über einen Wohnraum verfügt, treffe auch nicht immer zu, denn es komme» Fälle vor. in denen mehrere ein Zimmer zu- famnicn mieten und daß ein Chambregarnift seinen Wittsleuten das Recht zuspricht, während des Tages das Zimmer zu benutzen. Der Stadtverordneten- Versammlung koninic es im wesentlichen auf das Princip an. Nach ihrer Meinung sei nicht das rein äußerliche Moment der Wohnungsverhältniffe das Entscheidende, es müsse viel- mehr das Hauptgewicht auf die Unabhängigkeit und Selbständig- keit des Wählers gelegt werden. Der ganze Gedanke der Städte- Ordnung und des Wahlgesetzes'sei der, daß die Selbständigkeit und Unabhängigkeit des Wählers notwendig sei. Die Städte- Ordnung sage im Z 5, daß„jeder selbständige Preuße" Ivahlbcrcchtigt sei, und füge b c i s p i e l s- weise hinzu, daß als selbständig anzusehen sei, wer einen eigenen Hausstand habe. Keineswegs sei anzunehmen, daß jeder Schlaf- bnrsche unselbständig sei. Die Stadtverordnclcn-Vcrsamnilung glaube daher mit Recht die vier Schlafburschen, welche der Magistrat'in die Wählerliste nicht aufgenommen, als wahlberechtigt anerkannt zu haben.— Der Bezirksausschuß entschied, wie nicht anders zu er- warten, nach kurzer Beratung dahin, der Anschauung des Magistrats recht zu geben und die in Frage stehenden vier Personen nicht in die Wählerliste auf zu- nehmen. In dieser Beziehung sei der Beschluß der Stadt- verordneten-Versanimluiig aufzuheben. Der Wert deS Streitobjekts wurde auf 200 M. festgesetzt. Mit dieser Entscheidung hat der Bezirksausschuß sich gleich dem Magistrat auf einen Standpunkt gestellt, der vor einem halbe» Jahrhundert selbst den Konservativen deS preußischen Abgeordnetenhauses bedenklich erschienen war und der dem Geist des Gesetzes sotvie dem Willen der Gesetzgeber schnurstracks widerspricht. In Nr. 182 unseres Blattes machten wir bereits auf die Be- ratungen der Gemeindc-Ordnung vom Jahre 1850 aufmerksam und führten folgende beruhigende Aenßcruiig des Abg. v. Seckendorfs aus der Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses vom 11. März deS genannten Jahres an: „Dem geehrten Abgeordneten ist bereits entgegnet worden, daß ein Schlafbursche, der Steuern bezahlt und alle übrigen Be st im mungen des§ 4 erfüllt, ebenso s e l b- st ä n d i g in jeder Bedeutung des Wortes ist, auch mit Recht an de» Gemein de Wahlen teilnehmen darf." Auch führten wir folgende Aeußerung des damaligen Ministers V. Manteuffel an: „Daß solche Leute, die in S ch I a f st e I l e liegen, durch die Bestimmung der 300 Thaler Einkommen ausgeschlossen sind, möchte ich bestreiten. Ich glaube, daß es in Berlin eine sehr große Anzahl von Leuten giebt, die mehr als 300 Thaler jährlich haben und dennoch in Schlafstelle sich befinden." Die Folge dieser Interpretation deS„Hausstandes" war, daß der auf Streichung solcher Boraussetzung gerichtete Antrag mit 136 gegen 120 Stimmen fiel. Die citierten Worte zeigen deutlich die Ilnhaltbarkeit der gestern vom Bezirksausschuß getroffenen Entscheidung. Eine zweite, gleichfalls auf das Gemeinde-Wahlrecht bezügliche Streitfrage, die der Magistrat im Klagewege der Entscheidung des Bezirksausschusses unterbreitet hatte, betraf die Nichtaufnahme solcher Personen in die Gemeinde-Wählerliste, welche K r a n k e n- U n t e r- st ü tz u n g im letzten Jahre in der Form der Aufnahme in ein Krankenhaus empfange» haben. Der Magistrat steht auf dem Stand- punkte, daß solche Personen des Wahlrechts verlustig gehen, er hat auch bereits iu dieser Beziehung ein obsiegendes Erkenntnis des Bezirks- ausschuffeS und des Ober-Verwaltungsgerichls erfochten. Die auf entgegengesetztem Standpunkt stehende Stadtverordneten-Versmnmlung hat in einem Beschlüsse jenen Personen das Wahlrecht zugestanden und so ist die Frage noch einmal dem Bezirksausschüsse unterstellt worden. Justizrat Friedemann führte zur Sache in einem längeren Vortrage die historische Entwicklung der betr. Bestimmung des Wahlgesetzes vor Augen, berief sich auf die Beschlüsse des Deutschen Vereins für Armenpflege über diese Frage, aus die Verhandlungen der preußischen' Kammern und auf zahl- reiche Autoritäten, um zu beweisen, daß es nicht in der ratio des Gesetzes liege und auch der Billigkeit nicht entsprechen würde, Leute, die in geordneten Verhältnissen' leben, ihre Stenern zahlen und ihre sonstigen Pflichten der Kommune gegenüber erfüllen, nur deshalb ihres Wahlrechts zu berauben, weil ein'einzelncr, besonderer und vorübergehender Notstand über sie gekommen sei. Eine solche Aufnahme iu ein Krankenhaus sei keine„Unterstützung" und keine„Hilfsbedürftigkeit" im Sinne der Städte-Ordnung vom Jahre 1853 und des Wahlgesetzes, sondern nur ein Vor- schuß und das Gesetz über den Unterstützungs-Wohnsitz finde keine Anwendung auf das Wahlrecht. Nur eine ständige Unter- stützung solle nach der ratio lexts von dem Wahlrecht ausschließen, denn das wesentliche, worauf es ankomme, sei die wirtschaftliche Abhängigkeit. Unter Hervorhebung der socialpolitisch verderblichen Folgen,'welche ein solcher Ausschluß vom Wahlrecht nach sich ziehen müßte, kam Justizrat Friedemann zu dem Schluß, daß der Gesetz- geber die Gesetzesbestimmung unmöglich im Sinne des Magistrats habe verstanden wissen wollen und beantragte Abweisung der Klage des Magistrats.— Der Bezirksausschuß entschied auch in diesem Falle dahin, daß die in Frage stehenden Personen nicht in die Wählerliste aufzunehmen seien und der entgegengesetzte Beschluß der Stadtverordneten-Versammlnng aufzuheben seil Der Magistrat mag sich seines auf solche Weise errungenen Triumphes freuen!_ Fort mit der Schleppe! Oder vielmehr, ganz so radikal dachten all die Damen und Herren, die auf den Ruf des Allgemeinen Vereins für Verbessern n g der Frauen kleidung am Montagabend sich im würdevollen Auditorium des Langcnbcckhauses zusammen- Seftmden hatten, freilich nicht. Aber doch: Fort mit der Straßen- hlcppe l So lautete der Schlachtruf, auf den man sich allgemein des JmTOls" f ttlinct| einigte. Das ist ja nun keine Parole, die unser Gefühlsleben be- sonders zu revolutionieren geeignet ist. Immerhin: sie ist uns recht. Jede Verbesserung in der Frauenklcidung muß all denen will- kommen sein, die in der uns überkommenen Art, wie die Frauen mit diversen Röcken und Untenröcken, mit Korsett und Bändern ihren Körper belasten und einengen, mit Recht eines der Hemmiiisse für die Mitwirkung des weiblichen Geschlechtes an allen Kulturarbeiten erblicken. Die Schleppe bildet da ja nun freilich einen sehr untergeordneten Bestandteil. Schon aus dem Grunde, weil sie nur für den allcrkleinsten Teil der Frauen- weit überhaupt in Bewacht kommt. Doch hat deren Beseitigung auch für uns mancherlei Interesse. Einmal liebt es auch die Frau des Proletariats, wenn sie sich einmal„fein macht", die Klein- bürgerin zu kopieren, statt eigene Wege zu gehen. Dann aber führt die Swaßenschleppe, selbst, wenn sie nur von einer kleinen Anzahl von Frauen getragen wird, mancherlei Nachteile auch für die übrigen mit sich. Der bekannte Hygicniker der hiesigen Universität, Herr Professor R u b n er,' führte das in der erwähnten Versammlung sehr schön aus. Die Schleppe wühlt den Staub und Schmutz der Straße auf und wirkt so direkt als Verbreiterin der Tuberkulose. Sie trägt die Krankhcits- keime auch ins Haus: das Mädchen, das die Schleppe der gnädigen Frau reinigen muß, schluckt all die verunreinigte Luft ein usw. Der Herr Professor plaidicrte daher sehr mit Recht dafür, daß man die Schleppe dem XIX. Jahrhundert zum Andenken überlassen möge. Dies Ziel sollte durch den fußfreien Rock erreicht werden. Die weitergehende Maßregel, die Abschaffung des Rockes über- Haupt, enipfahl er nicht. Sie hätte vielleicht zu„radikal" geklungen. Und doch bildet die Beseitigung des Frauenrockcs, wie noch unlängst eine medizinische Sachverständige ersten Ranges, Frau Dr. H. B. Adams-Lchmann betont hat, den K a r d i n'a lp u n k t d e r F r a u e n k l e i d u n g s- R e f o r ni. Es ist freilich keineswegs ein so einfaches Problem, einen voll- wcrtigen Ersatz für den Frauenrock zu finden, vor allem vom ästhetischen Gcsichtspuiütc aus, der gerade hier durchaus nicht von oben herab behandelt werden darf. Indessen, man wird sich auch hier wohl dazu entschließen müssen, zunächst dem praktischen B e d ü r f« n i s Rechnung zu tragen und dann aus diesem heraus sich eine neue Schönheit bilden zu lassen. Die moderne dekorative Kunst hat mit all den früher so beliebten Verkleidungen und Inn- tationcn gründlich gebrochen: Man denkt beini Bali eines Hauses nicht niehr zuerst daran, eine möglichst„schöne" Front hinzustellen, man denkt zuerst an die Bestimmung des Hauses, au das Innere desselben; daraus ergicbt sich dann die Front. So wird es wohl auch mit der Fraucnkleidung werden. Zunächst müssen alle Forderiingen der Hypiene und der Praxis erfüllt sein, daraus formt sich dann der neue Stil in der Kleidung. Der Herr Maler B r o ck m ü l l c r, der nach Prof. Rubner über die Schleppe voni künstlerischen Gesichtspunkt aus sprach, ließ alles Weitergehende freilich unberücksichtigt. Sein Referat war überhaupt herzlich unbedeutend. Von den ästhetischen Wirkungen und Nach- teilen der Schleppe wußte er schon wenig auszusagen; von dem, was an ihre Stelle treten sollte, gar nichts. Nachdem noch die Frau eines Professors S c e I e r über die praktischen Vorzüge des fnßfrcicn Rockes gesprochen hatte, folgte eine kurze Diskussion. Ein Herr„vom Fach", ein Konfektionär, suchte die Institution der Mode in Schutz zu nehmen, indem er darauf hinwies, daß die neueste Pariser Mode cincn kurzen Rock und seidene Beinkleider(keine Unterröcke!> vorschreibt. Es wurde ihm aber entgegnet, daß man die neue Tracht aus Princip einführen, daß man nicht der wechselnden Mode unterliegen solle. Eine Dame, die die Mode scharf bekämpfte, rief ans:„Die Kleidung soll der Ausdruck des Innern sein!" Sehr richtig I Sie soll es I Aber kann sie es? Die meisten Frauen tragen doch nicht, was sie tragen wollen, sondern was sie nach ihren Geld- Verhältnissen tragen können. Und es ist sehr schwer, in abgelegte Kleider anderer Personen, die man auftragen muß, oder in billige Ramschware, die man in„Ausverkäufen" er- steht, den Ausdruck des Innern hineinzulegen. Die Kleider, die die Prolctarierin anlegt, tragen sänitlich ihren Klassen charakter; der Bcthätigung der I n d i v i d u a l i t ä t ist da kein Spielraum geboten. Auch wir billigen die Resolution, die in jener Versammlung zur Annahme gelangte und die die Schleppe scharf verurteilte. Aber wenn die Damen und Herren von der Schleppe aufwärts denken wollten, so kommen sie schließlich doch noch auf ganz andere Uebel- stände; und gegen die ist noch schivcrer anzukämpfen, als selbst gegen die tyrannische Mode. ib. VevlÄnmtlungen. Eine Mitgliedcr-Vcrsaniuilung der Putzer tagte am Sonn- tag in den„Arniinhallen". Nach dem Bericht des Kassierers betrugen die Einnahmen im letzten Quartal, inkl. des alten Bestandes von 832,43 M., insgesamt 3848,54 M., die Ausgaben 2386,64 M., so daß ein Bestand von 1461,90 M. verbleibt. Der Mitgliederbestand der Filiale betrug am Schluß des III. Quartals 964.' Die Abrechnung wurde von den Revisoren als richtig bestätigt und dem Kassierer auf deren Antrag die Entlastung erteilt. Dem Bibliothekar überwies die Versammlung 75 M. zur Neuanschaffung von Büchern. Außerdem wurde der UnterftützungSkommission 100 M. aus der Lokalkasse überwiesen. Der Vorsitzende gab sodann bekannt, daß auch in diesem Jahre wieder Kalender angeschafft worden sind und daß der Ueberschuß wie üblich für den ilnterstützuiigsfonds bestimmt ist. Ebenfalls soll der Ueberschuß von der Matinee, die am 2. Wcihnachtsfeiertag statt- findet, zur Unterstützung kranker Kollegen verwandt werden. Außer- dem wurde ersucht, für den Vertrieb der noch vorhandenen Stern- warte-Billets zu sorgen, da dieselben nur in diesem Jahre noch Gültigkeit haben. Wie mitgeteilt ivurde, werden auf verschiedenen Bauten immernoch die Lanipen zur Lichtarbeit von den Putzern geliefert, trotzdem die Unternehmer sich verpflichtet haben, selbst für Beschaffung der Lampen und auch Brennmaterial zu sorgen. In mehreren Fällen ist auch die festgesetzte Arbeitszeit überschritten worden. Von allen Rednern wurde das Verhalten derjenigen Putzer, die in dieser Weise verfahren und dadurch ihre Kollegen ganz erheblich schädigen, einer herben Kritik unterzogen. Der Kommission soll von allen diesen Vorkommnissen Mitteilung gemacht werden, die dann die weitereu Maßnahmen treffen wird.'— Schulz gab bekannt, daß die Streik« und Klebekarten mit einem Schlußstcmpel zu versehen sind und daß dieselben zu diesem Zweck an die Kommission eingeliefert werden müssen. Weißensee. Am 31. Oktober hielt der socialdemokratische Ar- beiter-Verein für Weitzensce und Umgegend seine Vierteljahrs- Generalversammlung ab. Wegner gab den Bericht über die Thätig- keit des Vorstandes und Batnes als Kassierer den Kassenbericht. Denselben wurde auf Antrag der Revisoren Decharge erteilt. Aus der Wahl zum Vorsitzenden ging Peuckcrt hervor. Zum Schluß forderten Coppelmann und Zempe die Genossen auf, sichsdem Arbeiter- Turnverein anzuschließen. �Der Vertrauensmann machte bekannt, daß am 19. November eine Agitationstour stattfindet und fordert die Genossen zur regen Beteiligung auf. Friedrichsfelde. Am l. November fand Hierselbst im Lokal von Bube eine öffentliche Parteiversammlung statt. Genosse Jahn referierte über„Die Klassengegensätze der bürgerlichen Gesellschaft". Diskussion fand nicht statt. Kette gab den Bericht von der Kreis- konferenz, Hauschild erstattete Bericht vom Parteitag. Letzterer konnte, da die Polizeistunde bereits herangerückt war, nicht beenden und wird diesem Punkt sich eine der nächsten Versammlungen be- fassen. Sodann gab Henschel als Vertrauensmann seinen Bericht. Es haben vier Versammlungen stattgefunden, gleichfalls wurde ein IlKSlUllll. Mtwch. 8. Nmiiiber 1899. Flugblatt und einmal der„Märkische Volksbote" verteilt. An Ein- nähme waren 248,30 M.> der eine Ausgabe von 222,55 M. gegen- übersteht. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Vertrauensmann Decharge erteilt. Als Vertrauensmann wurde dann Genosse Pinselcr, zu Revisoren Bredercck und Hcbold gewählt. Genosse Schilling gab den Bericht der Lokalkommission. Hierauf erfolgte die Neuwahl derselben und wurden Franz Wcdcmeyer und Kette gewählt. Lese- und Diskntierttiibs. Mittwoch.„Gleichheit", abends 8>/,Uhr, Stramm, Ritterstr 123.—„Heine". Nirdorf, abends 8>/z Uhr, Prinz Hand- jerystr. 60.—„Einigkeit", abends 8i/z Uhr, Zeige, Trifistr. 1.—„Morgen- rot", abends 9 Uhr. Dicke, Lothringerstr. 67.—„Socialdemokr. Agitations- klub Osten", abends 8i/z Uhr, Jauer, Frnchtstr. 52.—„Freigeist Arkona", abends 8 Uhr, Wcsener, Arkonaplatz 3.—„Friedrich Engels Norden", 9 Uhr abends, Aeisten, Voltastr. 34. Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorsitzender Rich. Schate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Alle Aenderungen im Vereins- kalender sind zu richten au O. Jsaack, Strelitzerstr. 15, Hof II. Mittwoch. Uebungsstunde abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern.—„Liedcsfrciheit I", Nebelin, Langestr. 108.—„Norddeutsche Schleife", Lübbke, Melchiorstr. 15.i —„Freya I"(Gemischter Chor), Schiller, Nosenthalcrstr. 57.—„Lorbeer- kränz", Späth, Weinstr. 28.—„Licderkust I(1865)", Roll, Adalbertstr. 21.— s „Spandau", in Spandau, Radtke, Neiiuieiflerstr. 5.—„Detltsckie Eiche I"/ Zimmermann, Grüner Weg 29.—„Allegro", Wetzel. Wrangelftr. 136.— s „Freier Männerchor„Nord-West", Lautsch. Stephanstr. 31.—„Kupferschmiede",. Feind, Weinstr. 11.—„Gleichheit". Ewald. Bcrnaucrstr.95.—„Schneeglöckchen 1"� Ripdorf, Köpke. Hermann- u. Karlsgattenstrahen-Ecke.—„Hoffnung I", Branden- bürg a. H., Wuthcnow, Wredowstr. 17.— Arbeiter-Gesangverein„Britz" iir Britz. Dorn, Bürgerstr. 4.—„Maicngrust", Charlottenburg, Bartsch, Seesen- hcimcrstr. 11.—„Heimatklänge", Köpenick, Meyer, Roscnstr. 101.—' „Wacht auf". Dambeck, Dauzigerstr. 71.—„Vorwärts X", Nauen/ Hobusch, Marktstr. 16.—„Treu und Fest I", Grunow, Grüner Weg 110.—' „Bruderbund", Fickinger, Uscdomstr. 22.—„Ost- u. Wcstprenben". Zimmer- mann, Alexanderstr. 30.—..Keramik", Charlottenbitrg, Prestcl, Osnabrücker- straste 1.—„Zaget nicht", Steglitz, Kaiserhallcn, Albrechtstr. 130.—„Liedes- Inst II", Potsdani, Voigvs Blumengarten. Spandaucrstr. 33.—„Weltcnrus", Schiller. Rosenthnlerstr. 57.—„Enterbten", Tollkühn, Putbuser- straße 22.—„Frohe Stunde", Schulz, Maiitcuffclstr. 72.—„Treu und Fest II", Schöneberg, Krahayn, Grunewaldstr. 116.— Zukunft III".! Niedcr-Schönhausen, Settekoni, Lindenstr. 1.—„Vorwärts I", Roll, Adalbert- straffe 21.—„Linde", Schebera, Schönhaus. Allee 65.—„Eichenkranz II", Knobkick/ Soldinerstr. 36.—„Friedrichshagener Sängerchor", Fricdrichshagen, Conrad/ Fricdrichstr. 138.—„Frisch auf II", Bornim 6. Potsdam, Fähnrich, Mittel- straffe 12.—„Trchcrschcr Gcsangv", Schulz, Zorndorserstr. 8.—„Diana", Moabit, Kausch, Rostockerstr. 53.—„Freundschaft", Restaurant Ecke Jnstcr- burgcrstraffe u. Weidenweg.—„Zimmerer", Fricdrichsberg, Gorzas, Warten- bergstr. 68.—„Melodia II", Hinze, Dauzigerstr. 29.—„Freiheit-Nord", Franke. Schnlstr. 21.—„Süd-West", Ladewig(Klosterglockc). Kommandanten- straffe 66.—„Fortschritt". Fürfteuhof, Köpnickerstr. 137/138.—„Rixdorser Männerchor I", Ripdorf, Klemke. Bergstr. 136/137. Gesang-, Turn- und gesellige Bereine. Mittwoch t Skatklub „Revolution", Golz, Grüuauerstr. 3.— Gesell. Verein„Hoffnung", Dieseler/ Lebuserstr. 14.— Artistenvereiu„Neu- Cölln", Stocke, Kottbuserdamm 103. Mittwoch abends und Sonntag vormittags.— Athlctenv.„Atlas", Dase, Bnmnenstr. 152.— Gesell. Verein„Türkische Pfeife", Hansen, Dauzigerstr. 93.— Tambourv.„Froh-Frei". Bolz, Wicscnstr. 27, Mittwochs u. Sonnabends.— Musikv.„Knaatsch", Mathcs, Hussitenstr. 40.— Pfropsenv.„Nord-Ost", Jonas, Elbingerstr. 9.— Nauchkl.„Schmoke's Werke". Hegencr, Krautstr. 39.—, Gesangv.„SangcStreue". Spreeterraffe an der Jannowitzbrücke.— Gesangv. „Lerche", G. Gerber, Schöiihanser-Allec.—„Vereinigung der Turn freunde", Demminerstr. 56/57, 8>/z— IG/- Uhr abds.— Turuv.„Osten", Männerabt., Blumeustr. 63a, SVa— 10 Uhr abds.— Musikv.„Vorwärts". Nebelin, Langestr. 108. — Zitherkl...Alpenglöckcheu-Edelweiff", GipSstr. 11.— Theatcrv.„Proletariat",' Dresdener Garten, Drcsdcucrstr. 45.— Skatkl.„Pique Bube". Jost, Adalbert- straffe 99.— Artisteukl.„Freiheit", Schulz, Dunckerstr. 90, Mittwochs und Sonn- abends.— Skatkl.„Naturstock", Wittwer, Markusstr. 31, Mittwochs und Sonn- abends.— Skatkl.„Namenlos". Gumlich, Neichcnbergerstr. 149.— Theatcrv. „Freier Wille", Märkischer Hof, Admiralstr. 18c.— Anglerverein„Freundschaft",! jeden Miitwoch nach dem 1. und 15. im Monat. Vereinslokal Wilhelm- straffe 27.— Skatllnb„Oller ehrlicher Seemann", Dicke, Ackcrstr. 123.— Thcaterverein„Violctta 1886", Linder, Danzigerstr. 23.— Gesangverein „Stern". Ramlow, Schönhauser Allee 135.— Bläserkorps„Harmonie", Lokal„Zur Hütte", Skalitzcrstr. 31.— Mundharmonikaverein„Symphonie", Ml, Anton- und Prinz Eugenstraffen-Eckc.— Thcaterverein„Felsenfest", Kühne. Bimerstr. 48.— Verein„Moabtter Zithersrcunde", Bürger- Klause, Bandclstr. 42.—„Nymphaea alba", Verein für Aquarien- und Terrarien- lunde zu Berlin. Jeden Mittwoch nach dem 1. und 15. des Monats, Tettcn- dorn, Wallstr. 91.— Tambour-Vercin„Frei-weg", Kuschle, Linienstr. 241a.— Musilverein„Adagio", Berwig, Fllrstenstr. 13.— Jezek-Verei» für biologische Reform, jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat Sitzung im Vegetarijchcn Speiichaus, Elsasserstr. 44, I. Arbeiter-Turnerbiiud. Mittwoch: Turnv.„Uchte", Berlin, abdS. von 8HlO fthr: 1. Männer- Abt. Friedenstr. 37. 3. Männer-Abt. Böckh- straffe 17/20. 8. Männer-Abt. Höchstestr. 36/37. 2. Lehrlings-Abt. Skalitzer- straffe 55/56. 4. Lehrlings-Abt. Stephanstraffe 3.-„Freie Turner- schaft Ripdorf-Britz", 2. Schüler-Abt. von 6�— 8Vz. 2. Männer» und Lehrlings- Abt. von 8l/z— IG/z Uhr abends, Bethge in Britz, Chauffeestraffe 39. Schülerinnen- Abt. von 6i/z— 8'/,, Frauen- Abt. von SV2— lO'/j Uhr abds.. Wicrstng, Knesebcckstr. 113.—„Freie Turnerschast Johannisthal", abdS.8— 10Uhr, Senftlcben.—„Arbeiter-Tnrnv. Adlershos", Uebungsstunde von 8>/z— lO'/z Uhr abends, Schniauser, Bismarckstr. 16.— „Turnerschaft d. B. Nereus"(Gegründet 1882), Lehrlings-Abtcilung von 8—10 Uhr Rcichenbergerstr. 131/132. Arbciter-Roiichcrbnnd Berlins und Umgegend. Aenderungen im VcrcinSkalcndcr sind zu richten an Eugen Raschle, Ripdorf, Mahlowerflr. 1, IV Mittwoch:„Arkona", Armer Konrad, Rcichenbergerstr. 16.—„Suniatra Süd-Lst", Manegold, Liegilitzerstr. 18.—„Waldcsgrün", Kunze, Forster- straffe 36.—„Virginia", Schnicber, Admiralstr. 21.—„Frei Weg", Schöne- bcrg, Klein, Merseburgerstr. 7.—„Fidcle Raucher", Ripdorf, Klimke, Nansenstr. 1.—„Intelligenz", Liebisch, Manteuffelstr. 66.—„Granate", Engel, Fvrstersir. 58.—„Fidcle Brüder", Friedrichsselde, Lohse, Luisen- straffe 20.—„Frohsinns-Heimat", Schcbora, Emdenerstr. 12.—„Deutscher Michel", Pankow, Griffel, Kaiser Friedrichstr. 15.—„Ohlauer", Ripdorf, Elias, Bcrlincrstr. 14.—„Abguff I", Gorn, MarkuSstr. 23.—„Die Dampsendcn", Jeratsch, Rcichenbergerstr. 160.—„Weihe Nelke", Felske, Lausitzerstr. 26.— „Zufriedenheit", Nixdorf, Karras, Kopf- und Lesfliigstr.-Eckc.—.Apfelblüte", Schmidt, Pankstr. 36.—„Flicderdust", Kutsch, Fruchtstr. 61.—„Weichsel- duft", Görlitz, Stargarderstr. 17.—„Kein Ton", Necket, Ryke- straffe 13.—„Note Fahne", Sicvert, Görlitzerstr. 50.—„Kam- blume I", Menzel, Gneisenaustr. 71.—„Einigkeit II", Peukert. Köpnickcr- straffe 38.—„Guter Zug", Prell, Odcrbergcrstraße 34.—„Kräftiger Zug", Fürstenau. Reichenbcrgcrstr. 39 b.—„Alter-Stanmr", Ruppel, Böckhstr. 49. —„Bolldampf", Werder a. H., Martin, Kugelweg 58.—„Lebensblüte", Ebeling, Grüner Weg 120.-„Ftdclibus" Zimmermann, Petersburger- str. 56.—„Rote Nelke", Neu-Weiffcnsee, Matzcwöki, Sedanstr.l.—„Ohne Furcht", Schmidt, Wicnerstr. 44.—„Einfach", Kltemke, Cuvrystr. 27.—„Frisch gewagt", Häusler, Memelerstr. 61.—„Flotte Raucher", Ripdorf, Engelyardt, Jägerstr. 64.-„Kolumbus S.-O.", Löwert, Oppelnerstr. 19.-„Veilchen- duft", Gandt, Hussitenstr. 24.—„Verzaget nie", Schöneberg, Kreyer, Sedan» straffe 43.-„Pseifendeckcl", Tichter, Fruchtstr. 69.-„Vorwärts", Görlitzer- straffe 65.—„Bulgarien". Weidenweg 12.—„Eintracht", Franke, Zorn« dorferftraffe 9.—„Granium", Lenz, Frankfurter Allee 104. Arbeiter-Schwimmerbund. Aufragen stnd zu richten an E. Bratke, Schnlstr. 24. Mittwoch: Schwinnnverein„Nord". Uebungsstunde abends 7 Uhr im Adniiralsgarten-Bad, Friedrichstr. 102. Rummelsburg. Heute. Mittwoch, Parteiversammlung im„Cafs Bellevue". Vortrag deS Reichstagsabgeordneten Wurm über das Programm der Socialdemottatie.__ Eingegangene Druckschriften. Von der„Nene» Zeit"(Stuttgart, Dietz' Verlag) ist soeben da? 6. Heft des 18. Jabraanges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Eine dreischwänzige Katze.- Karl Marx über Karl Grün alö Geschicht- schreibe! des Socialismus. Aus dem Marx-Engelsschen Nachlast.(Schlug.) — Arno Holz. Von Dr. John Schikowski.— Ursprung der Idee dcS Guten. Von P. Lafargue.(Schlust.)- Eine Amendicrnng der Zuchthaus- vorläge. Von A. Bebel.— Notizen: Wahlverwandte Seelen. Franz Deritz, Bebel, v. Boguölawski, Bleibtreu. Bon A. Bebel.- Feuilleton: An der Schwelle des neuen Jahrhunderts. Eine naturwiffenschaftliche Umjchau von Dr. Friedrich Knauer.(Fortsetzung.) Von der„Gleichheit". Zeitschrift für die Jntereffen der Arveiterlnncn (Stuttgart, Dietz' Verlag) ist uns soeben die Nr. 23 des 9. Jahrgangs zu- gegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Gesetz- licher Arbcftertnnenschutz.— Wie wollen wir sür den gesetzlichen Arbeiterinnen- schütz agitieren?— Arbeitslohn und Arbeitszeit des Berliner Proletariats. Von?. H.— Die Fraucnsrage auf dem Parteitag der Socialdemokratie Oesttcichs.(Schluß.)— Aus der Bewegung.— Beschlüffe des Parteitags zu Hannover.— Feuilleton: Ebbe. Novelle von Adele Gerhard.(Fort- setzung.)— Notizenteil von Lily Braun und Klara Zetkin: Arbeits- bedingungen der Arbeiteriimen.— Dienstbotenstage.— Socialistischc Frauenbewegung im Auslande.— Frauenbewegung. Ca. 400 Elektromouteure wurden von mir persönlich ouSgcbildet. Glänzende Resultate. Ausbildung in allen Fächern der Elettrotechnit. Abendkurse, Beteiligung aller Berufs- zweige. Stellennachweis. Anmeldung 11— l. 3—9, Sonntag 8—1. Beginn des neuen Kursus Dienstag, den lt. November, abends 8 Uhr. .Ari«U-«svn, Ingenieur, Leiter des sZOISL» yoHa-ESektrotechnikumy Fischerstraße 10, nahe dem Köllnischen Fischmarkt. Si! W. wt SVW. 2«. �Idrvvdt'« stildtvl'vl* Wraugelstr 9. Krautstr. 19. FalSensteinstr. 28, Laustherstr. 2. Teilzahlung'; monatlich 10 M. liefert elegante Nerrengaräerodo u. Maß, TomporoweKI, Schncidermstr., Neandcrstr. 16, II, an der Annenstr. (Auch bar Kassa billigste Preise.)* Alle Wünsche sind erfüllt, die Sie an Kaffee stellen, wenn Sie Carola- Kaffee kaufen. 1 Theelöffel genügt vollständig, um sich 2 Tassen vorzüglichen gesundheitlich zuträglichen Kaffees herzustellen. Halb Bohnen- und halb Carola-Kaffee liefert in Stärke und Geschmack ein ans- gezelchnetes Getränk, trotz dieser Vorzüge kostet Vz Pfund Carola-Kaffee nur 30 Pfg. Ueberall zu haben.(2631L* GomQse« Gliitcn>Kakao und Kraftsuppen Bouillon«Kapseln Suppen-Würze auch zu haben bei Herrn. Käsig, Sichlngeastrasse 42. ri-N.■ i 5'. MAGGI NW., Hostockorotr. 41, Filiale W. TS.Zlthil»kd.4.M,issc2YI..ssnl.Preuß.Lotttrle. f>M» K?'eLun0 November 1899, vormittaq». • fiar btc«ewu.ne über 220 Warf sind den betreffegdt» stummern in Parentheje deiaefüat. TOHne Aewohr.) 6Z« lIMl SS8 425 so S57»oss SZ[500] 401 rwni m- m r.®„ ai6fi 305 574'85 3158 54 531 S} I?? ,98 AM] 819 67 76 976 4104 80 498 532 «mi'fis IS01 744 51 66 80 85 803 59 73 5«? rwi o.'a �8„ 86 828 906 81 7007 840 11900] 470 nos 84,9 G 35»002 461 86 659 784 77 810 53 94 � 117 89 44 1 13 22 93 607 98 771[500] 865 975 S7S w? 73,,4'8„503 M 84 896 940 ÜÖOO 12 13 1R 65 ian77 7«™ l03 316 472 559 777 856 S? 962 13000] �9-i 264 488 578 80 671 714 975[1000] 14023 157 416 2? S �„«Ml80 220 27 303 403 29 42[500] 93 709 47 J1"!38 58 63 677 832 69 915[300] 17121[1000] 328 523 5' 37«7 926 82 1 8006 136 264 332 46 580 922 83 47 J o JS 830 33 83 374 458 64[500] 640 59[300] 742 '«e« 94 589 662 747[1000] 49 908 111445 645 84 M 69 87.02 969 182002 44 60 133 81 236 408 78 84 519 905[500] 83004 879 l3««! 777 886 94 24035 k?q« 325®8„®7 788 55 822 26160 211 47[1000] 451 b43 29 5o 686 762 76 844 923[1000] 20047 142 46 87 231 490 538 50 747 992 2 7397 417 645 778 826 85 2 8023 33 l3004 152 631 714 824 56 2«234 342 46[300] 443 802 67 995 U0127[300] 291 329 68 598[1ÜOOÜJ 609 964 31022 4 38 70 276 92 95 461 053 726 855 32127[300] 72 238 409 «4[300] 586 653 79 810 58 62 929 3 3085 148 73 284 386 418 511 62 630 847[1000] 96 920 41 94 34151 257 557 642(60 835 96 941 35073 204 390 410 566 644 623[500] 948 •EL 30185 80 855 78 376[3000] 450 61 79 805 36 931 44 •-<165 217 411 40 563 069 75 902 3 8067 103[500] 46 203 ?L 440004 577 539 998 31)250 368 455 74 78 99 619 70 815 1300] 970 92 40017 70 126 47 201 84 88 97 406 14 686 900 41002 118 74 213 30 86 471 635 83 820 935 43128 274[1000] 817 89 74 454 69 733 824 54 90 922 50 4 3353 69 438 60 80 643 (706[500] 44106 205[300] 362 406 61 627[3000] 798 45065 |S2ö 280 367 444[500] 40227 52 79[300] 491 520 66 83 737[3000] 87 826 906 4 7083 200 21[5000] 434 96 735 P43 48092 134 320[1000] 417 537 80 678 778 97 807 VM 854[SMW] 72!,055'" t500J 84 261 509 689 60035 99 147 90 238 401 705 52 929 55 75 51076 98 427 83 667 747 610 955 53075 121 370 620[3000] 97 779 804 |7 S*40®? 80 4 22[300] 41 474 608 34 788 97 898 937 54123 64 88 288 91 371 442 602 763[300] 940 63 65067[8000] 479 212 43[500] 617 803[3000] 60)33 44 200 2 44 76 345 488 545 671 727 951(lOODO) 81 57185 398 413 25 90 501 M«3» 780 897"a80"2 08078 l500J 459 004 888 08156 C0277 344 94 401 75 512 23 603 34 35 52 71 99 726 86 877 0X069 71 294 391 477 608 43 728 805 OiSOlS 475 519 652 68 71 850 914 86«3312 67 678[3000] 710 824 33 56 •»4282 421 CO 542 620 734 0« 879 05056 231 61 93(~4 811 «26 OC060[500] 188 203 332 593 747 868 915 0 7041 108 45 287 435[300] 84 520 55«S110 22 52 65[3000] 251[500] 82 559 70 654 876«1)064 378[1000] 80 603 861 976 I 7*0245 97 579 602 3 56 57 745 930 T1 120 60 63 67 306 651 73 831 71 72126 214 501 5 650 793 820 983 7 3449 559 69 744 996[3000] 74278 380 472 606 835 75152[300] 75 206 66 499[500] 553 64 78[300] 925 76106 246»19 71 608 39 82 85 91 740 818 7 7019[1000] 206 65 300 670 709 817 927 78029 32 314 34 65 60 440 858 925 41 51 71)053 69 139 79 228 321 71 410[300] 92 583 601 34 830 59 999 S0378[51)00] 482[300] 554 635 744 81090 110 370 (1300«) 420 62 594[300] 629[1000] 820 82105 41 235 41 1492[500] 723 58 860 999 8 3001 91 143 90 247 420 98 573 655 707 76 885 96 84102 14 200 418 43 85 805 735 46 47 TS 831 85389 494 513 647 742 80151[500] 79 225 305[500] 425 54 619 770 635 87250 68 789 806 88003 116 35 91 825 96 418 591 663 799 830 79 81)050 180 255 318[300] 585 1300] 652 86 794 871 »0058 274[300] 450 570 627 28 731 973 91331 406 561 622 736 60 98 900 12 25»2007 40 225 69 98 642 931 03127 92 98 532 890 925 46 04156 259 S5 331 79 504 42 94 884 922 92»3122 63 78 203 332 78 427 691 725 863 88 067 »6022 69 196 202 77[300] 518 635 76 96 730 07124 65 235 74 468 743[1000] 917»8008 24 141 94 730[1000] 800 ifSOO) 15[500] 86 914 22 51»0057 90 188 220 30[500] 60 81 56 393 630 651 M[300] 710 35 806 15 ( 100062 80 154 375 417 19 507 603 II 33 1O1204[3001 66 70 361 63 421 91 793 863 82 1 0U024 151 270[500] 95 96 634 773[300] 818 956 10MI3 83[3000] 149 2« 394 421 633 77 790 977 1 04020 25 288 90 351 463 89 702 900 12 1 05038 101 375 591 678 711 90 100012 35 39[300] •196 253 540 47 695 704 838 45 906 28 1 07000 514[300] «SC Oft OX TO OOO 1 nuoon(VTA rn/vAl rrn-x Ar rc�/M aa- JW UtU fl KH'O I Jt OOO«Kl WVO CO JLVsUW Ol1» IOWI 15 30 25 72 822 1 08096 670[300] 720 95[500] 835(3001 100013 123 49 297 11000] 350 461 653 825 45 85 906 27 »21 100013....w«, o___ 11O034 61 136 37 266[1000] 323[500] 39 87 618 690 ro o 945 73 111080 143«45 605 794 920 1X2006 867 699 823 18 947 TS 113003(tOOOO) 498 548 752 1140S7 83 107 38 445[3000] 658 116087 143 228 73(8000) 76 84« 88 444 56 688 603 4 751 921 110111 374 86 408[300] 51« TO 77.771 842 79 930 41 117068 112 37 72 288 415 17(IfloOl 44 505£1000] 628 747 995[-80000] 118080 213 378?« 408 500 721 34[300] 869 952 110118[300] 98 341 495 516 19 729 52 962 120064 280 547 910 52 121031 310 36 435 572 636 44 67 702 922 1 22114 19 20 34 257[3000] 439 506 655 790 99 123019 45 278 328[300] 29 420 91 97 634 93 851 965 7» 124038 93 275 80 439 611 62 72 78 633 91 938 50 126038 52 104 461 621[500] 714 60 77 957 120003 122 219 401 666 784 42 63 883[300] 127059 90 518 632 33 128060 883 484 i300! 523[3000] 85 602 81 88 756 894 120207 57 41» 68 747 800 130038 77 172 453® 549 660 710 34 80 811 044 64(500) 13X377 657 761 70(500) 98 930 132042 178»47[500] 58» 099 870 952 1 33086 130 249 826 868 938 134234 363 47» 71 734 807 15 907 14 39 135211[1000] 878 76 602 667 7» 43 971 130036 66 629 761 137066 228 45 53 518 62 7« 93»3 980 138000 10 87 203 95 615 17 84«7 977[1000] 754 827 931 130000 131 66 91 328 77 912 24 140004 6 64 278[1000] 551 600 767»8 851 141054 800 561 666 791 850 914 142-219 322 50[300] 430 00 606 712 810 11 966 1 43110 26 55 60 218 352 87[300] 401 592 624 749 943 92 144018 203 99 316 60 484 694 940 145074 203 70 311 418 59 68 572 716 1 40096 309 554 90 621 74 803 903 68 147082 405 567 76 721 826 911 49 148150 216 315 37 92 723 40 75 915[500] 20 140153 79 259 305 54[500] 494 637 61 82 617 751 829 945 70 100223 300[1000] 707 29 822 1B1028 39 77 103 96 383 413 19 509 14 86 641 746 884 93 904 1 53127 62 74 299 307 413[500] 570 641 42 57 1 53084 187[300] 263 383 432 737 61 840 1 54121 225 409 514 19 49 615 25 710 83 837[300] 93[300] 97 996 1 55113 263 347 74 621 840 43 48 920 15«0öl 159 204 333 635 720[1000] 85 834 97 157107 44 [300] 200 28 46 419 66[500] 549(300) 631 736 843 957[500] 158008 58 104 228 350 446 504 93 810[300] 27 969 154)10» 275 303 401 79 533 88 653 703 54 100092 153 345 56 60 453 527 6»4 735 99 867 977[3001 98 1 0 1 089 223»2[300] 440 881 1«44305 6 28 48 406 519 74 98 613 14 729[300] 54 833 76 1«3265 399 641 655 1U40« 705 903 17 105114 97[3000] 623 1OU026 85 361 446[3000] 597 700 987 1 0 7042 166 233 75 80 665 752 62[1000] 94« 1O8023 104«16 742 864 78 1OU030 58 158 207 45 593 891 929 78 170020 109 205[300] 495 529 73 98»48 923 72 17 1325 87 725 78 95 865 97 933[300] 172057 120 222 423[1000] 45 501 608 35 82 1 73384 411 58 603[1000] 174024[1000] 20[,500] 61 199 222 89[500] 351 495 600 851 59 976 1 75231 [1000] 735 917 170006 50 73 201 84 363 539 815 177001 09 192 311 43 803 30 1 78411 92 1300] 550 53 94 899 985 170049 71 226 480[300] 002 35[3000] 67 79 81 802 5 180116 220 441[3000] 551 615[300] 831 903 62[3000] 181015 229 584[300] 688 729 79 90 879 964 182004[500] 19 26 213[300] 385[300] 930 18-4133 253 316[3001 488 590 692 833[1000] 184049 852 933 61 185094 129 212 357 614 29 36 807 49[1000] 180111 215 47 98 440 665 90 777 877 1 87113 411 48 527[300] 936 53 188079 100 332 624 189155[500] 73 594 870[1000] 100242 492 757 952 11)1005 38 42 64 262 459 50« 83 629 59 975 90 11)2052 95 177 202 377 824 40[300] 82 10.4045 269 316 642 860 1U4018 100 345 411 503 733«70 74 96« t» 195022 67 132 97 521 86 968 100079 222 59 372 82 491 62» 708 936 99 107264[300] 831 93 108157 203 98 3»4 401 41 592 752 814£1000] 1OO201 61 332[300] 75 613 95 751 840 200125[1000] 83 543 82 697 733 62 852 56 77 986 9« 201155 224 418 81 84 632 714(3000) 22(500) 48 93 91* 20 2073 114 24 77 257 419 537 618 70 948 65[3000] 20207» 156 93 239[300] 49 508 684[500] 775 956 204117 243[300] 323 630 717 816 35 62 976 2 0 5030 69 137 92 535 41 93 705 15 82 20(4187 210 93 322 465 98 554 803[500] 38 2O7080 102 229 92 338 66 97 490[300] 591 735 72 808 84 937® 208902 2OU0G2[500] 158 94 331»5(3000) 21O0I9 149 96 219 311 47 420 96 644 765 957[300] 211653 67 69 205 33 317 423 64 649 59 722 58 840 212558 91 631 725 928 21-4453[3000] 664 974[1000] 214023 54 142 225 47 430 69 670 811[3000] 904 215319 89 440 602«3 82 93» [300] 21(l?24 80 611 87 95 015 952 2 1 7234 94 311 16 30 51 09 512 803 934 57 69 2 18113 64[3000] 208 327 479 613 713 983 92 2 14)088 282 408 551 719 30 37[500] 62 942 22O029 78 374 435 757 894 919 22 1013 64 73 182 447 96[500] 516 25 93 94 700[300] 222010 42 298 311 427 30 601 36 783 931[500] 223254 74 347 90 670 71 931 2244)27 49 52 89 153[1000] 98 271 492[300] 805 225178 262 67 99 (300) 395 422 537 603 13 16.Zith»ngd.4.Kll]sst201.Kkl.Prenß.Lotterle. Hiehmig vom 7. November IMZ, nachmittag«. Nur die Aewinae über Sit« Marl sind den dllregente» Nummern in klammern delieiügt. (Ohne wewShe.l «9 393 541 620 859 SS V6I 1004 III 209 371 573 809 911 68 79 2054 372 635 69 729 803 3004 34 171 213 322 84 535 4134 430 885 5555 86 615 54 852 972«120 2=9 1300] 802 49» [1000] 96 596 624 710 96 7213[300] 462 512[3000] 803 64 927 8358 435 87 591(3000) 865 917 64»005 99[1000] 142 tl 86 370 442 664 735 809 988 10029 48 71 147 201 46 403[3000] 58 648 76 11085 99 804 456 649 715 12102 397 415 531»5 95 643 779 930 1 3163 SIT 30 52 54 462[3000] 832[500] 947 14046 147 877 405 (500] 93 582 600 60 54 82 730 903 16083 105 261 463 734 62 *2 812 1(4076 91 142 52 200 325 409 24 36 92 730 905[500] 17076 138 201 16 484 97[300] 668 774[300] 919 30 18045 97 176 582 918 63[300] 73 1»086 149 346[300] 99[3000] 403 592 628 876[3000] ) 20379 86 590 637 83» 915 21041 82 68 275 872 447 86 607 643 721 63 832»7 971 22032 125 37 201 367 96 426 641 703 7 1500] 28 956 73 2 3034 67 219 29 79 302 509 614 942 2 4085 102 28 265 307 98 485[300] 628 946[3000] 25014 201 93 (3000) 423[500] 509 21 58 71 682 718 33 70 2Ö063 315 425 605 27 610[300] 980 27103 218[300] 316 94 749 61 957 28244 97 428 95 684 730 916 82 24)024 78 286 332 454 598 634 833 c 30059 201 26 373 97 668 87 765 851 903 71 31011 92 III 68 81 90 351 74 546 95 32095 311 24[300) 411 19 537 74 744 33020 117 93 310 52 67 412 530 858[3000] 918 34053 [300] 80[500] 147 65 521 6D4 841 82 930 87 3 5061 164 231 76 493 587 618 42 97 751 3«020 60 85 207 506 751 880[1000] 905 37054[300] 253 464[500] 597 715 42 994 3 8003 22 4-4 72 169[1000] 234 45 362 82 647»»007 61 388 614 709 53 73 1 40001 65 83 211 948 41101 36 202 51 374 477 616[1000] 13 623 740 45 60 838 68 988 98 43225 471 534 37 63 773 432(0[1000] 435 43 589 600[1000] 94 966 44066 63 80 347 508 95 729 834 928 68 81 84 46251 310 54 83 416[500] 504 717 60 66 836 71 058 4«206 325 93 554 86 604 730 910[3000] 83 4 7070 172 227 90 323 90 657 742 49 973 4 8010 23 219 [300] 60 64 88 363 402 620 62 702[800] 28 965 41)003 16 252 58 910 21 23 70 50007 III 260 843[3000] 61 634 961 51018 120 24 79 477 637 717 55 854 91 52025 47 68 78 120[3000] 208 27 58 518 54 58 704 59[1000] 858 98 934 5-1034 57 96 176 509[3001 748 5 4089 577 741 65206 27 87 320 452 62[500] 656 86 (500] 88 89 5 6344 443.582 57027 34 76 305[5000] 409 SB 61 735 79 836 68062 264 820[500] 68103 55 369 657 762 [500] 876 905 «0134 390 410 49 543 85 701 874 95 Sil 76 61363 585 635 709 31 51 820 26 SN 02026 113 24 30 56 535 608 815 «3123 25 419 581 618 96 810 979«4095[8000] 225 88 571 «2 967«5140 213 397 609 848 87[3000] 903[300] 21««033 [3000] III 479 567 87 814 36 93 940 89[30Ü]«7174[300] 303 486 652 70[300] 79 931«8034[500] 130 298 479 594 606 18 57[500] 723[500] 916 90«»019 29 395 534 40 648 726 58 97 811 31 33 97 967 70206[500] 383 90 571 799 949 53 70[3000] 71004 21 34 45 60 425 67 548 50 824 72004 235 366[1000] 410 61 569 686 799 885 95 7 3003[5000] 66 459 506 619 71? 68 835 [500] 946 7 4014[500] 95 IST 397 656 704 55 818 61 95 75139 73 454 92 684 759 73 964 77[1000] 70023 45[3000] 190 97 231 300 4 497 663 777 804[3000] 9 900 68[500] 77002 133 46 485 664 604 745 66 804 95 944 78163(300) 99 393 631 60 766 78 946[300] 73 7U0I5 176 318[500] 43 439 604 84 97 794 80031[1000] 58 108 202 312 51 400[500] 43 t6 94 646 81107 33 88 450 681 631 94 838 41 944 82065 24« 56 Im«leluinnrade verblieben: 1 Sewlnn za 100000 Ml. 1 zu soooa Ml. 6 ,,, uooo Ml. 11 ,a 10000 Sir, 31 ,u 6000 Sif, WS zu 3000 Ml, 343 zu 4000 Sil. 34« ,» WO 89 504 695 702 95 806 56 75 8 3004 161 206 333 62 444 507 74 92 95 762 849 75 99 909 31 84002 107 44 419 511 720 43 896 995 8 5061 140 46 94 292 872 473[500] 736 885»«105 77 78 387 503 729 83 910 40 88 91 87154 362 68 83371 371 459 585 749 86 95 909 89 80117 230 36 64 611 20[500] 875 »0015 62 134 218 36 327 57 522 65 657 734»1193 232 307 [300] 64 84 458[3000] 94»2183 244 Sil 15 86[8000] 464 99 514 44 832 48 944 83»3008 19 129 31 36 60 209 80 48 377 409 12 55 588 615 26 55 770»4048 330 411«7 905»5174 505 79 638 66 716 808»0020 192 76 360[600] 413 556 59 665 785 880 96 900»7243 384 416 612 763(300) 998»»223 57 346 454 695 796 851 976«»032 168 1500] 99 305 751 855 945[500] 100350[300] 54 349 61 101396 486 533 723 833 102010 78[1000] 263[1000] 4©[500] 663 993 103163 292 379 417 607 624 49 806 1O4007 146 286 308 29 406 542 89 681 918 105077 113 42 59 239 63[300] 669 730 79 822 100006 121 234 422 20(500) 47 624 812 68 107028 8! 173 267 320 35 [.500] 419 57 545 56 67 71 602 816 960 1 08152 320 39 454 547 92 920 80 lü»039 41 69 134 61«7 290 349 574 855 936 11031 4 53 485 544 964 111011 378«55[300] 564 915 »13055 199 203 34 411 96 929 113015 324 59 563 79 637 73 945 53 114091 166 84 309[500] 416 24 732 66[500] 825 9» 943 61 96 115119[500] 74 201 11 351 5?1 97 774«67 904 57 110339 85 420 20 509 623 790 117096 102 633 M[300] 23 90 118039 66 93 489 733 11D051 90 265 159 566 12O013 18 81 147 64 213 354 740 890 11-1034 9« 181 28» [300] 440 531 97 660 727«10 35 37 49 56 83 1NU072 97 123 68 242 303[3000]«04 9 553[500] 678 748 85 887 14-3139 275 350 464 522 07 72 806 923 81 124156 60 77 220 93 448 833 906 125087 4.50 528 973 120300 416 43 563 725 78 97 953 12 7218 83 435 86 888 12S00.5 224 50 328 34 439 522 98 720 865 901 28 97 12U0I1 181 289 351 649 96[500] 885 130004 243 49 353 431 46 70 90 632 743 31 927 131934 61 144 61 258 373 447 513 19[1000] 42 1500] 966[»/)] 77 132008 237 315 64 427 701 81 830 133362 522 78«39 40 929 1 34 054 74 538 606 64[5000] 707 822 52[1000](3 [300] 76 913 1 35489 572 617 85 969 130371 223 359 404 [300] 27 28 598[300] 874[1000] 137079[500] 303 18 440 528 734 836 138011 65 310 785 873 903 13O060 65 463 503 69 682 921 140250 326[1000] 31 79 80 81 559 727 141001 106 86 8» 753 868 96 903 79 84[1000] 144-164 375 545[ 300] 704 882 61 915 143232 322 82 573 680 716 85 804[3000] 144029 48 98 126 361 73 717[500] 69 892 922 146102 61 231 383 470 595 886 98 140137[3000] 420 21 65 86 758 823 147042 69 100 35 247 307 433 550 87 974 14S005 15 201 78 413[500J 13 99 561 806 985 1 4UOO0 44 65 251 350 420 55 548 606 710»6 150071 74 393 475 1300] 83 788 820 1 5 1086 113 97 230 37 351 86 500 611 98 733 855 995 157-059 99 140 719 29 853 54 944 153185 382 99 478 541 678 87 916 76 154119 23t [500) 345[300] 623 783 929 155378 515 606 26[500] 754 70 8" 325 902[1000] 87 150014 237.V) 436 39 839 939 167094 433 509 96 739 82 872 903[1000] 150046 287 811 14 929 44 159113 79 87 365 495[300] 788 100023 582 94[10 OOO] 823 60 923 25 101020 193 431 [500] 58 670 764 896 l«!-072 214 453 552 601 22 83 725 44 834 948 160070 100 729 955 65 81 104214 44 443 583 [300] 601 8 802 29 1O5108[500] 41 319 66 440 50 97 691 733 81[1000] 899 922 1O6063[500] 247 335[3000] 64 463 [500] 529 724 55 70 979 1O7056 99 359 424 664 71 761 85» 63 1CST01 891 100227 334[500] 470 500[3000] 75 88 812 63 170067 73 88 178[300] 263 327 31 36 84 418 46 605 61 869 1 71028 219 83 95 460 583 801 36[51)00) 17:4016 154 [6000] 260 406 520 85[300] 863 926 61 81 173015 117 40 200 91 310[300] 27 38 423 672 713 54 1 74090 113 60 221 60 79 310 25 529 92 659 737 869 952 82 1 75039[300] 230 33 50 315 403 565[1000] 694 728 39 833[1000] 42[1000] 76 97 170186 206 78 624 774 76 79 975 1 77078 103 558»1 713[3300] 864 90«[300] 178223 30 87«06 705 12 170149 284 807 tl» 658 837 53 963 94, 180002 214[300] 305 58 517 62 89 639[500] 767 82 833 972 1 8 1010 373 464[500] 512 620 1814127 68 351 418 80 96 (10 000] 542 643 63 953 1 83031 53[1000] 85 124 60 63 22« 70 87 355 57 84 89 503 84 637 80 762 858 1 84026[1000] 31 40 103 49 239 316 58 83 440 674 819 64 88 955 1 85086 198 [300] 475[500] 96 618 721 805 58 1814197 221 381 448 644 [100 000] 753[3000] 67 933 97 187016 33 288 308 745 889 985 188087 163 288 319 28 444 94 603 756 952 73 180013 15 77 99 193 276[1000] 398 404[300] 40 639 75 747 848 100233 315 79[3006] 630 1»1148[500] 78 209 848 78 420 81 310 62[500] 93 10230-4 488 684[300] 87 937 88 91 103078 233 312 27 443 559 652 705 15 61 1»«21 370 466 75 532 633 44 95 770 817 48 1O5004 8 144 217 477 755 859 939 8» 100032[1000] 78 91 173[500] 211 18 873 622 82 79«[8001 99 834 909 43 75 1OT010 213 418 99 578 647 870 91[SOOOJ 10S175 218 568 654 713 29 835 971 1»»207 68 86 669 200018[3000] 396 535 904 201 101 29[500] 234 49 95» [300] 498 524 23 80 633 55(1000) 913 202304 62 431[500] 52 59 513[300] 49 95 959 92 2 0 3035 141[500] 278 84« 490 674[1000] 861 98 934 79 2 04237[10 OOO] 82[8000] 1f9 519 728 31 915 2 0 5003 150 621 768 73 831 20 0025 138«S 243 378 419 662 893[500] 2070.56(300) 78 108 16[500] 40» 208(543 82 89 291 566 662 990 2()»003(1000) 4»[1000] 29» 53 78 317 434 73 524 641 711[300] 90 210113 77 333 411 616 52 55 853 75»11068 78 179 90» 29[3)0] 62 97 574 81 760 73 84 893 928 54»12310 95 529 94» 213020 47 101 345 650 613 Sil 214172 223 46 54 96 4» 542 6(5 864 2 1 5038 354 406 22 26 75 558 948 21(426»[500] 93 444 631 814 73 Sil 54 2 1 7212 17 502 720 25 811 952»1314» 48 205 50 413 571 864 99 905 45 21U105 42 178 91 92 484 513 634 995 220085 130 38 263 368 411 25 632 41 808 89 9»»2111« 83 346 510 75 650 709 81 222088 235 Sl 75[500]»7» 44)4 WO 830[3000] 904 72 8 2 3025 59 94 297 317 442 49[500] 18 647 68 600[300] 78 2 2 4559 89 616 46 93 738[900] 832 929 85 223255 73[1000] 82 306 493 510[300] 91 809 ?m tvewinnrade verblieben! 4(bewina zu 30000 Wik 6 IN 15000 Ml. 3 zu 10000 Sil. 35 zu 6000 Kti 3U U IOOO Sit, Sil tu 1000 Sit,<10 i» 600 SKI Jedes Wort.' s 21"� a fCieinB AnzGiuBn* Wort fett, Worte mit mehr als flL Ä JSL Jm Ai mkm Mk i»• 16 Buchstaben zählen doppelt, JSk AM Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uh r, für d ie Vororte bis I Uhr, in der Haupt expeditioii Beuthstr,3 bis 4 Uhr angenommen._ rden JH ün ■* £M Verkäufe. Winterpaletots. Anzüge, Regulatoren, Remontoiruhren, spottbillig Pfandleihe Neanderstraße S.[119/20* Betten. Teppiche, Gardinen spottbillig Neanderstraße 6. Steppdecken, Psaudleihc 119/201 Kaffcelokal nebst Restaurant krank- heitshalber zu verkaufen Wenden- straße 3, Görlitzcr Bahnhof. 7006 Damenmiintel, Jacketts, wirklich billig, verkaust Stranz, Alexander- straße 15/ L01K' Möbel, bar und Teilzahlung, billigst. Frankfurter Allee 110, I, Ecke Köuigsbergerstraße._ 137ß* Bettsalkrohr, Stuhlrohr, Bambus C. H. Kramer, jetzt Wallstrahe 10. Fahrradhnndler kaufen sämtliche Zubehör- und Rohtetle, sowie Gestelle, gefpaunte Räder sehr vorteilhast. Fahrradartikel en gros, jetzt Luckauen fi raße 3. Ossenberg._ 113/5' Naturbutter, 10 Pfund- Colli, b,50 Mark, Bienenhonig 4,— Mark, H. Spitzer, Probuzna, via Krakau. Räucherwaren, Obst( und Ge- müse-Geschäft mit Rolle, gutgehend, zu verkaufenBergmannstraße 103.[5726 Kanaricnroller-Verlauf Schrämet, Koeckh straße 50._ 1-95» Teppich, prachtvoller, Mauerhoff, Große Frankfurterstraße 9._ t58» Gardinenhans Große Frankfurter- straße 9, parterre._ t58* i Halbrenner und Damenrad, fast neu, für jeden Preis Choriner- straße 46/47, Seitenflügel parterre. Schankgeschäft. Verkaufe, wetl alleinstehend, mein gutgehendes, in «orzüglicher Lag« des Centrums be- legenes Geschäft für 750. Erforderlich 350 Mark. Erfragen Comptoir Holzmarktstraße 40.+66 Möbel, peichcr. Möbelverkauf Oranienstraße 2a. Nußbaum founiierle Kleiderspinden mit Muschelaufsatz 36,00, Ruhebetten, Küchenspinden 18,00, Rohr- lehnstühl« 5,00, Poneelsosas 75,00, AuSzugtische, Verbindungstische 12,00, Marmortotletten 25,00, Muschclbctten, Säulentrumeaux 35,00, Plüschgarnituren 95,00, eventuell Teilzahlung. Fahrräder. Teilzahlung, mäßige Anzahlung, direkt aus Fabrik. Lager von 400 Maschinen, gebrauckiie Fahr- räder stets vorrätig. Imperial radwerkc, Dicffcnbachstraße 33. -Fahr Grosser Möbelverkanf. Muschel- betten, Muschclspindcn 27. Hochcle gante Säulenspiiiden, Trumcaux mit geschliffenem GlaS 50. Wunderschöne Paneel-, Taschen-, Stoffsofas. Voll- ständige WohnungS- Einrichtungen, Küchcnuiöbel in großer Auswahl zu den billigsten Preise». Hirschowitz, Mariannciiftraße 7a._ s261K Singer-Maschine, wie neu nähend, 15. Moll, Memelerstraße 7, II. sj-öS Restanration lrankheitshalber an Selbstzahler zu verkaufen. Auskunst- Pascwaldt, Wicuerstraße 56, abends 6-8 Ahr._ 7046 Bettstellen. Malratzen, Kletder- spind, Wäschespind, Säulen-Trumeau, Schlafsofa. Ausziehtisch, Stühle, Spiegelspindchen, Mufchelspiegel, Paneelbrett, Teppiche, Federbetten, Fahrrad, Küchen-Einrichtung sofort spottbillig verkäuflich, Waldemar- straße 27, vom I. 135/7 Bettstellen mit Muschelaufsatz 18, einfache 8, Schlafsofa, gut erhalten, sowie aufgearbeitet niit neuen Bezügen. Möbelgeschäft Anklamerstmße 20. Halbrenner, elegant, fast neu, verkauft spottbillig Schuhmann, Wal- demarstraße 27, vom I. sl35/6» Strickmaschinen von Walter, Mühlhausen, unverwüstliches Fabrikat, [Uter Erwerb für Frauen, Erlemen eicht, gratis, Arbeit wird nach- gewiesen, Teilzahlung gestattet, billigste Preise. Vertreter Homburgcr, Klosterstraße 63._ 158k» Bettstellen 9 Mark, Paneeltaschen- Sofa 80 Mark, Säulensplegel 70 Mark, Schlafsofa 23 Mark, Küchenspind 8 Mark, Mnschel-Kletderspind 28 Mark. Anklamerstraße 20, Laden.[167ffl* Waldvögel, gut etngefüttert, billigst, bestes Vogelfutter empfiehlt Weinast, Wtmerstraße I— ö. flOO Tochtcuhageus elegante Hcrrm- stiefel 5,00, Damenstiefcl 4,00, Kinder- stiefel spottbillig. Wunderschöne Filz- schuhe. Lübbenerslraße 20. chlOl Böttcherei und Sägenichärfcrei verkauft sofort Voigt, Neu-Cölln am Waffer 2. g96b Dabersche Speise- Kartoffeln a Centner 2,25 sendet frei HauS Flnke, Reichenbergerstraße 114. 135/9» Vermlsedle inzeigen. Elektrotechnik. Ausbildung zum Elektropraktiker in siinsmonatlichem Abendkursus. Beginn 14. November. Keine Vorkenntnisse. Jackson, Alte Jakobstraße 24. 616b Elektro, Prinzenpraße 55. Neuer Abendkursus und Praktikum für Elektromouteure 15. November. s2l8K» Ilnfallsachc», Klagen, Eingaben. Putzger, Sleglitzerstraßc 65. 57lb* Mcpcrlexikoils, Brackbaus, Brehm und andere wissenschaftliche Bücher kauft und beleiht Antiquariat Koch- straße 56 I. 257K» L.iiittu»gs-Marken und Kautschuk- Stempel liefert seit 20 Jahren silr taufende Kassen und Vereine Jean Holze, Hamburg, Große Drebbahn 45. Fllilstrierte Preislisten gratis. il34/l Geübter Siegcllackkocher zu niög lichft baldigem Antritt gesucht. Müh. Haber, Engel-Nfer 16._ 6856 ffarbigmacher und Farbigmachc- rinnen verlangt Max Leonhard, Schlcfflchestraße 31._ 7016 Backofeubau. sowie Feuerungs- Anlagen und Reparaturen werden ausgeführt. Carl Schmidt, Maurer, Soraucrstraße 9. 113b Polstermöbel werden zu billigsten Preisen gearbeitet sowie neu aus- gepolstert. Tapezicrermeister Lazarus. Anklamerstraße 20. 237K» Privat- MittagStisch von 12-3 Portion 35 Pf. Oranienstraße 178, I Damen separate Zimmer._[23451' Brrschcuke 6 Marl zur Anzahlung auf Nähmaschine. Melden„Künstler" Postamt 28. 692b Lokalgcsuch. Centralverein der deutschen Böttcher sucht Saal, 300 bis 400 Personen fassend, zum ersten WeihnachtS- Feiertagabend. Reflek- tauten bitte Adresse abzugeben an Gramberger, Grünthalersttaße 19. �rdeitsmarkt. Stellenangebote. Rcchtöbureau. Straf-, Militär-, Civilprozeb-, Ehescheidungs- Sachen, Gnaden-, AnstellungS-, Schanikon- zesstonS- Gesuche, Verträge ferttgt L. Fidorra, Rixdorf, Bergstt. 154 III. Sprach- Unterricht, Französtsch- Feldzeugmetsterstraße 7 m, geradezu Vergolder(verheiratet) für dauemd beschäftigt, nach Auswärts gesucht. Reisevergüwng. Offerten unter E. 5 an die Expedition dieses Blattes erbeten. 262K» Graveur auf Schwarzdr. oder Stempelschn. verlangt Alb. Woller, Kommandantenstraße 53. 698b Klempner verlangt I. Hirschhorn, Köpnickerstraße 149._ 697b Kochfrau. tüchtig, empfiehlt sich. Lichtenberg(FttcdrichSscldc), ilhelmstraße 84.__ 695b Franke, Wilheli StepPdecken-HauduSherinuen sucht Lewy, Mcndelssohnstraße 1. 148/7' Plätterin, Wilhelmstrabe 3. tüchtige, verlangt 686b ammsmes&zs&smssmsBm Im Nrbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Auzeigen kosten 4.0 Pf. pro Zeile. Eisendreher event. auch für Nevvlverbänke für dauemde Arbeit sofort gesucht. Fahrradwerke„Weltrad", vorm. Hoyer& tilabn, Schönebeck a. E.» Ein tüchtiger, intelligenter RWm-WM, der amerikanische Präcistons-Wcrkzeug- Maschinen genau kennt, wird als Monteur k. für ein hiessgcs Maschinenlager gesucht. Gest. Offenen mit An- gäbe der Gehaltsansprüche, des Wirkungskreises zc. unter l?. 5 an die Exped. d. Bl._[7026 Modelleur, tüchtiger, der auch figürlich arbeitet, sowie ttichttge 148/3 LipsbildKotaer finden sofort Beschäftigung bei gutem Lohn. Dresden, K a u l b a ch st r. 23, C. Roch, Kgl. Hofblldhauer. Attnahmc- Stelleu für„Kleine Anzeigen". Osten: Robert Weugels, Fruchtstr. 30, H. L. Bogel Wwe., Kopvenstr. 33. Ehr. Schultz, Blumcnstr. 14. iVordosten: I. Reul, Bamimstr. 42. Korden: W. Gahma»». Grliuthalerstr. 65. ttarl Mars, Kastanien-Allee 95/08. Emil Stolzcnlmrg, Wiefeustr. 14. L. Dechaub. Ruheplatzstr. 24. H. Bogel, Demmwerstr. 32. A. Tietz. Jnvaltdenstr. 124. BTordn-esten: Karl Anders, Salzwcdelcrstr. 8. Miidivciüten: F. Ohncsorge, Bergmamistr. 23, H. II. H. Schröder, Krcuzbergstt. 15. Süden: F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8 Südosten: Fritz Thiel, Skalitzcrstr. 35. W. Geschc, Wrangelstr. 53. Marlin Mescha,«dalbettstr. 24. . Ccntram: P. Harsch, Gipsstr. 27. A. Tietz. Breitestr. 23. Charlotteubnrg: Gnst. Scharnberg. Schillerstr. 941. Friedenau: H. Bernsee, Kirchstr. 15. »'rledrlchftlierg: Auto« Kopp, Friedrich Karlstr. 4. il'unhow: Kümmert, Flora str. 48. Itixdorf: ffi. Ostermaiin, Erckstr. 6. ®. Retzerau, Hermaunstr. 50. Schüneberg: Wilh.Bänmler.ApostelPanluSstr.lA Welsi»cn«ee: Heinrich Bachmann, Lehderstr. 1. Julius Schillert, Königchauffee 39a. Rod. Liebschwager. Gustav-Adois- straße 16. Verantwortlicher Redacteur: Paul Johu w Ä erlin. Für de» Zsnseratentetl osrantwottlich: Th.»locke w Berlin.' Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin.