Anterhaltungsblatt des Borivärts Nr. 247._ Freitag, den 16. Dezember. 1904 (Nachdnlck verboten.) 13] Ich bekenne. Roman von Clara Müller-Jahnke. Berlin mit all seinen bitteren Erfahrungen lag hinter mir wie ein böser Traum. Und der Herbststurm rauschte durch die kahlen Eschenbäume im Dünenpark, und der Schnee legte sich auf die frierende Erde, weich und warm, fußhoch, meterhoch. Da machte ich mich für eine Stunde frei. Ich fühlte, daß ich das Leben nicht länger ertragen würde. Durch den hohen, hohen Schnee bin ich mit der armen, halbgelähmten Frau gegangen, um die Räumlichkeiten in einem Sommerpensionat zu besichtigen, das wir in der nächsten Saison übernehmen wollten. In dieser Zeit erschien eS mir wie eine Unmöglichkeit, mich jemals von meiner Mutter zu trennen. Himmelschreiende Grausamkeit wärs gewesen.... Und sie, die schwache, verlassene Frau, klammerte sich mit ihrer ganzen Seelenkraft an das Kind, von dem sie eine Hülfe für das Alter erwartete, das sie liebte mit der zitternden, selbstischen Liebe des nahenden Greisenwms. Als der Sommer kam, gab ich die letzten Privat- stunden auf. Eine große Freude war mir inzwischen zu teil geworden. Ich hatte nieine Gedichte an Familieublätter verschieden- artigsten Genres eingeschickt, und ich— wurde gedruckt,— ach Du: ich wurde gedruckt! _ Dies Bewußtsein war überwältigender noch, als der erste selbstverdiente Taler es gewesen war! Ich ging wie im wachen Traum umher und deklamierte meine Verse leise vor mich hin. lind hatte gar keinen Grund, so stolz zu sein! Der Fleischer schickte jetzt schon wöchentlich seine kleine Rechnung— und all' die schönen gedruckten Gedichte hatten mir keinen Pfennig eingebracht. Nicht einmal ein Pfund Karbonade könnt' ich bezahlen mit all' meiner Poesie.— So mußten wir denn doch in das Sommerpensionat. Trotz des geheimen Grauens, das mir dieser Wechsel meines Lebens einflößte. Im ersten Jahre hatten wir eine gute Köchin engagiert, und auch die Einnahme war gut, da sich die Saison vorzüglich anließ. Jni Winter hatte ich ebenfalls Gelegenheit, für unseren Unterhalt zu sorgen. Ich hatte aus Grund der von den Klassen- lehrcrn meiner ehemaligen Schüler mir ausgestellten Zeugnisse eine Anstellung als Hülfslehrerin in der Volksschule erhalten. Auch das ist mir nicht leicht geworden, dies Unterricht- erteilen in überfüllten Klassen. Ich habe nicht strafen können, Liebling, und jedes harte Wort tat mir am wehesten. Aber der Fleischer konnte bezahlt werden. Und dann im nächsten Sommer— hätte ich mich beinahe verlobt.» Hab' ich Dir schon erzählt von dem kleinen Gymnasial- lehrer aus Posen, Seele? Er war bei uns in Pension,— und am dritten Tage wußte ich, daß er mich lieb hatte. Ein Unwetter, wie ich noch keins erlebt, hatte die ganze Nacht getobt. Die Blitze tauchten den schtveigenden Garten in eine schimmernde, blaue Flut, und der Donner schmetterte seine furchtbare Predigt von Zerstörung, Tod und Vernichtung in gellenden Lauten auf die Häupter der Menschen herab. Und sie lagen mit den Stirnen im Staub, bebend, wimmernd und flehend zu der höchsten Macht um Gnade, um Errettung.... Aber alle Knospen, die da keimten, tranken die stürzenden Fluten mit unsäglichem Wohlgefühl. Ich wagte mich hinaus in die Lohe. Denn lichte Lohe war die ganze Welt. Ich schritt durch den flammenden Garten und hörte während des knisternden Krachens um mich her die Feuerglocken von den Türmen lärmen. Ich sah den Feuerschein am Horizont aufschlagen, sah von den Masten der Schiffe drüben im Hafen die lodernde Flagge wehen.-- In allen Dörfern ringsum hatte der Blitz gezündet. Die Mastbäume hinab war er gefahren wie ein ripgelnder Schlangenleib. Und ich hatte— seit jenem Blitzschlag in Berlin zum erstenmal wieder— die Schauer des Triumphgefühls in- mitten der Raserei der Naturkräfte gespürt. Am andern Morgen war der Himmel rein. Mit zwei großen Körben am Arm ging ich zum Einkaufen auf den Wochenmarkt. Da kam der kleine Gymnasiallehrer hinter mir her. Ich fühlte seine Nähe, bevor ich ihn sah: aber ich blickte mich nicht um. „Fräulein Wilma, sind Sie wohlbehalten? Das war ein Wetter in der Nacht! Ich habe mich geängstigt um Sie!" Halb erstickt kamen die Worte aus seiner Kehle. Die kalten, kalten Worte! Aus seiner Seele aber züngelte der Blitz.... Mit einem freundlichen Lächeln drehte ich mich zu ihm herum und sagte mit leicht bedeckter Stimme: —„Und ich habe die ganze Nacht an Sie gedacht--" Sieh mich nicht so strafend an. Du Lieblings Eine be- wußte Lüge war da? nicht. Ich hatte wahrhaftig in dieser Wetternacht an den kleinen, sympathischen Menschen im Neben- hause gedacht, der so lieb von seiner alten Mutter und von seiner Schwester zu plaudern wußte, die er mit seinem knappen Lehrergehalt zu versorgen hatte. Die Art und Weise aber, in der ich ihm das sagte, der Zweck, den ich dabei verfolgte, der stempelte mich zur Lügnerin! Heraus aus der Enge, aus der Oede heraus wollte ich — um jeden Preis! Ich liebte den Mann nicht, und dennoch hätte ich ihn gern geheiratet. War doch die Heirat die einzige standesgemäße Zuflucht für mich! Und kein Franz Leonhard durfte an mich herantreten mit seinem gleißenden Lächeln, sobald ich den goldenen Ring trug! Und dieser Mann war lieb und gut, war wie Wachs in meiner Hand. Das fühlte ich. So wurde ich kokett. Ich ging mit ihm spazieren in den schattigen Strandwaldungen meiner neuen Heimat: ich fuhr mit ihm auf schwankendem Bretterboden durch die tobenden Wogen des baltischen Meeres. Am vorletzten Tage seines' Aufenthaltes Hab ich sogar meine kleine Cousine, die meine getreue Begleiterin war, vom Strande heimgeschickt, weil ich allein mit ihm sein, weil ich eine Erklärung aus ihm herauslocken wollte. O Du: Gott hat mich bewahrt. Derselbe Gott, der Dich an mein Herz geführt hat! Todunglücklich wäre ich geworden mit diesem weichen, guten Menschen. Das weiß ich jetzt. Die Schwüle des ungesprochenen Wortes lag zwischen uns an jenem Tag. Wir standen Hand in Hand an Bord des Dampfers und verfolgten den Flug der Möven hoch über unserem Haupt. Und unsere Gedanken flogen rascher und flatterten ängstlicher als die Boten des Sturmes. Fühlst Du die Bretter schwanken? Schon brandet dumpf das Meer. Ain Horizonte lagern Die Wolken schwül und schwer.., Ha: Wogen und Blitz und Stürme I Mir wird so froh zu Mut: Ich führe mit Dir zusammen Durch die wildeste FlutI Ueber Wogen und Blitz und Stürme hinaus flogen unsere Gedanken in ein enges, trauliches, dämmerungumjponnenesl Zimmerchen. Da flackerte das Kaminfeuer hell auf, und ein Mann saß da im gepolsterten Lehnstuhl, ausruhend von des Tages harter Last. Mit friedetiesen Blicken sah er in die wogende Glut. Und ein Weib trat zu ihm und bot ihm den wärmenden Trank in kunstvoll getriebener Schale und bot ihm den Mund mit seligem Lächeln zur Labe dar.... Und die Schale war ein Hochzeitsgeschenk. Ja, Du� eine Hochzeit mit Myrtenkranz und Tüllschleier, mit Braut- jungfern im rosa Tarlatankleid und künstlichen Granatpuffs im hochtoupiertcn Haare Hab' ich mir damals erträumt! �zch habe sogar an den Vrantwagen und die Lendemaintoilette gedacht. Ob der kleine Gymnasiallehrer auch an den Hochzeits- frack und den Myrtenstrauß im Knopfloch gedacht hat?— Gott weiß es allein! Als aber das Schiff von der kurzen Vergnügungstour zurück dem heimatlichen Ufer näher und immer näher kam, da sog er den Atem aus tiefster Brust empor und sagte: „Fräulein Wilma, ich muß nun heim——" Sein Blick ging über mich hin, bange fragend, irren» fast. „Warum müssen Sie?" „Die Pflicht. Zum erstenmal die harte Pflicht. Wer—" und mit festem Druck legte seine Hand sich um die meine— „ich komme wieder, sobald ich ein freier Mann geworden bin." Das war ein Eid, von seiner Seite. Mir wollte er keine Fessel um den Arm legen, als er ging— Ich habe drei, vier Jahre lang gewartet auf seine Wieder- kehr. Ich habe zwei, drei Jahre lang geweint um meinen Sommertraum. Ich habe diesen Mann nicht geliebt, aber an meines Lebens Horizont hat er gestanden wie die Fata Morgans der Wüste. Und als die Jahre gingen und kamen und er nicht wieder- kehrte, da— ach Gott, Du, da.... Als er wiederkam, war es zu spät. vr» Du, ich habe Sehnsucht nach Dir. Eine rasende, fiebernde, schütternde Sehnsucht habe ich. So stark und gewaltig, daß sie mich fast nicht schreiben läßt.... Was soll ich Dir auch schreiben? Wie soll ich Dir den blassen, kühlen Zuknnftstraum meiner vierundzwanzig Jahre schildern in dieser flammenden Herbstabendsonnenpracht? Die lügen, die da sagen, daß die heißeste Glut in der Jugend loht. Die heißeste Glut ist ein vollbewußtcs, reifes, rasendes Verlangen, das alle einengenden Fesseln zersprengt. Und die Jugendliebe? O, die Jugendliebe, Du! Das sind Phantome, blasse Schatten, die nicht Blut und nicht Leben haben, die ganz Ahnung sind, ganz Stimmung nur: eine lilafarbene, bleiche, sezessionistische Frübsommcrabendstimmung. Und all ihre Fonnen sind verzerrt. Ueberschlanke, gespensterhafte, sehnsuchtkranke Gestalten sind es: die heben ihre müden Arme in den sterbeirden Himmel empor, und ein feiner blauviolctter Flor legt sich leise, leise und lautloS über das erste, knospende Grün. Das ist noch alles Träumen und Ahnen nur, ein Träumen, dessen Erfüllung niemals kommen wird,— so eine müde, sterbensselige Glücksahnung. Ein Hauch von Reif webt durch die Dämmerung. Du aber: mein Leben, mein Fleisch und mein Blut—! Hast Du den Septemberlnmmel gesehen in seiner fiebernden Glut? Den Septemberhimmel über dem Meere? Tief unten flutet das Leben. Es flutet, Seele, es wogt nicht. Alles ist still; ein leises, ruhiges Atmen hebt die See. Ein befriedigtes Atmen. Sie hat sich ausgetobt an diesem leuchtenden Tage— und sie weiß, was kommen wird. Sie weiß, was kommen wird. Sie braucht ja nur die Augen aufzuschlagen, sturmdunkel, Du, und sehnsuchttief— Und sie sieht geradeaus in den lodernden, flammen- gepeitschten Himmel über sich. Leg' Deine Hand auf meine Brust— und steh: Weithin über der atmenden See dehnt sich die Ferne. Die Ferne, die Dir und mir erschlossen ist. Granitene Felsen, sturmtrotzig, titanengewaltig türmen sich hochauf— bis über die Wolken empor. Auf diesen Felsen bauen wir unser Schloß. Und siehst Du, wie es wächst? Schlanke Säulen streben aus felsigem Grunde empor, und goldene Kuppeln wölben sich über dem marmornen Unterbau. Wände aber, die uns decken könnten. Wände, die unser Glück umschließen, die uns begraben wollen, die siehst Du nicht.... Zwischen den Marmorsäulen hindurch schaust Du gerade in den Himmel. Ter flammt wie lauter Blut. Oder wie lauter Feuer. O Blut und Feuer, Du— das hätte der Himmel »licht?!— Doch! Falte nicht so fromm die Hände. Frieden ist der Tod. Blut und Feuer hat der Himmel! In gewaltigen Flammen loht es empor. Und Du. der Du aus dem Feuer stammst. Du willst das himmlische Element nicht erkennen? Wirf das Alltagsgewand ab! Stehe nackt da als ein Mensch in diesem wundervollen Sonnenuntergang! Denn sie kommt, die Nacht. Und weißt Du noch, was Du mir einst gesagt? Du sprachst zu-mir mit den Worten eines Gewaltigen: „Wie das Weib dem Mann gegeben Lieblich zur Gespielin war, Ist die Nacht das halbe Leben—- Und die schön'« Hälfte zwar.* Und nun hebe die nackten Arme in diesen Sonnen« Untergang empor! Erwarte den Blitz!— Das ist keine müde, sehnsuchtblasse Ahnung mehr. Das ist Erfüllung. Die Garben ruhen in der Scheuer, und die junge Saak ist gesäct. Mag denn der Winter kommen. Die Ernte ist uns ein» gebracht. . Und in der Glut dieses Herbstsonnenunterganges soll ich Dir reden von meinen bleichen Hoffnungen?-- Ach, Du: wir sind auf Erden. Und der kleine Gymnasial» lehrer aus Posen hat keinen Schatten geworfen in mein Leben. Und dennoch hat auch er einen Teil zur Erfüllung meines Daseins beigetragen. Er hat zum erstenmal den Gedanken in mir erweckt an Mannesliebe und Mutterseligkeit. Ja, Du: damals Hab' ich daran gedacht, wie süß es sein müsse, am eigenen Herde zu walten als Herrin des Hauses. Eine treue Seele zu haben, der ich alles sagen und alles an» vertrauen dürfte. Ein Kind zu hegen und zu herzen— und einen Menschen aus ihm zu erziehen! Aus den immer fester sich schlingenden Banden des Alters, aus Mutterarmen sehnte sich die Jugend hinaus auf ein Feld, das sie beackern und besäen konnte nach Gottes Geheiß. Des Gottes, der in ihr wohnte.... Und das war nicht der Christengott, der auf dem Altar seine gemarterten Arme in die stummen Lüfte streckt. Ja. Tu, ich habe geträumt von einem bürgerlich geordneten Haushalt. Und ich habe mich damals gesehen, im Junge- Frauen-Kapottchütchen und im hellen Seidenkleid an meines Mannes Arm durch die Straßen gehen, begafft und beneidet von meinen Altersgenossinnen, denen kein Erlöser aus Posen gekommen war, ich babe mich bürgerlich-behäbig in einer Fensternische sitzen gesehen, meines Mannes Strümpfe stopfend und meinem Jungen die erste Deklination überhörend: mensa, mensire, rneiisae, rnensam. Aber da war eine alte Mutter und eine unversorgte Schwester um ihn. Er konnte kein mittelloses Mädchen heiraten. Und ich konnte nicht warten auf seiner Mutter Tod. Mein Lieb! Wenn ich glaubte an einen Gott, der unsere Schicksale nach seinem jjroßherrlichen Willen lenkt, so würde ich heute in die Knice sinken und in den flammenden Herbst- Himmel hinauf jauchzen:„Dank Dir. Höchster, daß Du mich bewahrt hast! Schöpfer, Erhalter, Vernichter. tausendfachen Dank Dir!" Aber ich glaube nicht an die Willkür. Und deshalb fasse ich heute Deine Hand und jauchze Dir zu: „Schöpfer, Erhalter, Vernichter! Der Himmel loht, und der Winter kommt! Und weißt Du auch. Allwissender, daß wir rot loderndes Blut in den Adern haben, das flammt und pocht und fordert in rasendem Takt.... und daß der Winter anch für uns kommen wird, wie für alle, für alle....?" Und der Blitz fällt. In der schweigenden, schwülen Septembernacht— Und die Jahre gingen und kamen. Aus dem Schnee er- wuchsen Veilcfyön, und die Chrysantemen brach der Sturm. Im Sommer stand ich am Herde und kochte für die Vielen, die da Genesung suchten in den Fluten der Soole, im Frisch- hauch der See. Im Winter tat ich nichts.... Ich lag im Bette, bis die Sonne in mein Zimmer schien. Und sah in den blassen Himmel hinauf oder starrte in den wirbelnden Schnee.... Der Schnee war mir lieber als die Sonne. Der deckte wenigstens all' das zitternde, frierende, kümmerliche Leben mit seinem schönen weißen Laken zu. so daß man den trostlosen Todeskampf nicht zu sehen brauchte. Und in einem der vielen Spätsommer, die ich in unserem Pensionat verlebte, kam Marie. Sie kam mit ihrem Manne, um im Soolbade Kräftigung zu suchen. Die Jahre hatten eine duldsame, blasse Frau aus ihr gemacht, so wie ich ein alterndes, blasses Mädchen geworden war.... Ihr Mann war Geistlicher. Ich sagte es Dir schon: der junge Vikar aus ihrem Heimat» dorf, der ihren Vater in seinem letzten Lebensjahr per- treten hatte. Das erste Kindchen war ihnen gestorben; dann hatte sie zweimal Fehlgeburten gehabt, die ihr die Frische von den Wangen genommen und den Glanz in den Augen gelöscht hatten. Und nun wollte ihr Mann so gerne einen Sohn haben, einen Erben.... Er wollte noch mehr. Die kranke Frau hielt zitternd meine Hand, und der alte, süße Schimmer wollte noch einmal in ihren Augen aufglänzen, als sie draußen in der dunkel umbuschten Jasminlaube zu mir sprach, mir das Elend ihrer Ehe enthüllte. Er wollte noch mehr: Befriedigung. Eine volle Be° friedigung seiner starken Sinnentriebe. Eine Befriedigung, die er als Geistlicher außerhalb der geordneten Bahnen nicht suchen durfte, und die er nun suchte bei dem blassen Weibe, das sich, zitternd vor seiner Gier, in die entferntesten Ecken ihrer ehelichen Wohnung flüchtete.... Ihrem Gatten zu gehorchen, war ihre„Pflicht". Und sie wäre kein braves, christliches Eheweib gewesen, wenn sie sich ihm verweigert hätte. „Nimm die Faust und schlag' ihm ins Gesicht!" schrie ich auf. Da erlosch der flüchtige Schimmer in ihren vergrämten Zügen. Ein scheuer, gehetzter Blick flog an mir vorbei.... „Sei still, sei füll," bat sie leise.„Du verstehst es nicht. Wilma; o Gott, das verstehst Du nicht!" „Doch," sagte ich empört,„Ihr wollt nur nicht verstehen. Laßt Euch aussaugen bis auf den letzten Tropfen Blut! Mit den Nägeln wehr Dich, wenn es nicht anders geht!" „Der Skandal, Wilma,— und— und siehst Du: ich würde ihn aus dem Hause treiben!" Nun kam mir ein Lachen in die Kehle. Ja, schluckte es aber hinab. Da gab es keine Hülfe mehr. Die Soole hat denn auch die erhoffte Wirkung gehabt. Marie hat einem Knaben das Leben gegeben nach neun- monatlicher Frist. Und nach abermals Jahresfrist einem Mädel. Und nach abermals Jahresfrist ist sie gestorben. An Entkräftung, an allgemeiner Auflösung. Sie hat noch einmal an die See gewollt, die ihren ersten Mädchen- träumen ein so süßes Lied gesungen. Aber die Aerzte haben sie nach Franzensbad geschickt. Aus dem Böhmerlande kam sie als eine Sterbende heim. Und fern in Schlesien lebt ein kleiner Junge, für den mein Name als Schutzengel in das dickleibige Kirchenbuch ein- getragen steht. Ich habe Mariens Sohn noch nie gesehen. Wenn aber mein Weg mich einmal an Rübezahls Gebiet vor- beifiihren sollte, so will ich einen Veilchenstrauß auf das Grab der Frau legen und dem Knaben weich, wie mit mütterlicher Hand über das blonde �Haar streichen. Ehe noch Marie hinüberging, hatte ich einen Anderen zu Grabe zu geleiten: Albrecht. Sie sagten, er sei am Säuferwahu gestorben. Sie brachten ihn in die Heimat seiner Frau und begruben ihn auf dem Dünenfriedhof am Ostseestrand. Hinter einem blätterlosen Dorngcstrüpp, am Wege stand ich, als sie ihn vorbeitrugen. Militärmusik voran! Dann ein lorbeergeschmückter Sarg, von dem lange weiße und schwarze Atlasschleifen herabwallten... und das alles: die Trauerspitzen, die Atlasschleifen, die Kreppschärpen und Lorbeerkränze, raschelten und flatterten und flogen im schneidendeil Oktobersturm. Und all die Jahre, die ich durchkämpft oder vegetiert hatte, verwehten wie die Blätter von dem Eichenbaum über mir. Als habe eine Fee mich mit dem Zauberstabe berührt, so däuchte mir's: ich war ein fünfzehnjähriges Kind ge- worden. Ich hätte die Reihe der Leidtragenden durchbrechen, hätte mich auf den Sarg stürzen und den Toten herausreißen mögen an meine heiße, verlangende Brust; in die Ohren, die nicht mehr hörten, hätte ich ihm schreien mögen: „Du, ich habe Dich geliebt! Warum hast Du es nie gewußt?" Ach, ich war so zahm geworden, daß ich derlei Unschick- liches nicht tat; ich griff nur heimlich in das Dorngestrllpp und riß mir die Finger blutig. Das sah niemand,— das durfte ich tun. Dann ging ich heim. Ich hatte meine Kinderliebe bc- graben. ( Fortsetzung folgt.) Die Schmerzensreichen� Vin lautes, jammervolles Klagen drang zu mir, wie vieler Wogen wilder Klang. AuS weiter Ferne kam es zu mtr her, als trriigs auf weißem Wellenschanm das Meer; tief aus dem Bode» stieg es himmelwärts, aus Mutter Erdes riesengroßem Herz; die ganze Welt schien voll davon zu sein, die Lust rings um mein einsam Kämmerlein; mit Schatten drang es ein und Swrineswehen, vor Angst und Schrecken glaubt ich zu vergehen; und jene Stimme, die in» SturnNvind sprach, klingt ewig mir in tieffter Seele»mch. „Das Kind empfingen freudlos wir, verzagt/ das Mütter träumend schau'n in Lilienpracht. Jin Schöße trugen»vir die Kreatur mit Mühsal, Hunger, Angst und Sorge nur. In Kanimern ohi»e Lust, hoch untern, Dach, im Reisfeld, wo Malaria lauernd lag; in Fluren, Ivo voll grauser Majestät die Pellagra mit irren Augen geht, an Orten voller Sklaverei und Not, wo wir unr Kraft und Mut gefleht zu Gott, und uns, erliegend, nur ein Fleh'n durchbr't: „Ninnn uns das Kind, o Gott, noch eh es lebt—." • „In krankem Mutterschoße trugen wir armselige Wesen, nur zum Weinen hier, das Blut aus uisiev» Adern, matt, verblaßt, erhielten sie, und unirer Ketten Last. Gern wären wir an» Tag für sie bereit; doch ist der Tag kurz, lang die Arbeitszeit; der Lebensunterhalt hält uns mit Krallen fest, indes die Straße uns das Kind verderben läßt. Uns Müttern drückt nur Sorge das Gemüt, an ros'gen Wiegen singen wir kein Lied; sing' du, damit die Welt zum Mitleid auf sich rafft von dieser Marterqual der Mutterschaft I... „Du, die mit der gefallnen Brüder Blut du schreibst, beseelt von der Empörer Glut; du. deren Kühnheit Trotz dem Schicksal bot, besing' den Schmerz, der stärker als der Tod. Erinnre dich, erinnre dich; solch Leid trug deine Mutter in vergangner Zeit. Erinnre dich, erinnre dich; dein Schrei gleich dem des Vogels aus dem Waldnest sei; dem Volke gleich, das einbricht in die Schlacht, der Flamme gleich, die einen Wald entfacht; kein Heil gibt's, ruf der Welt eS zu voll Kraft, wenn so erniedrigt ist die Mutterschaft I.. Sie schwiegen,— doch wie unterm Himmelsdom, Dem sternenlosen, braust ein wilder Strom. so stürmisch rauschend noch die Luft durchdrang der Klagen und der Seufzer Widerklang. O. so lang noch in schwachein. ird'schem Kleid mein Jimerstes erglüht bei frenrdem Leid, bei jedem Pulsschlag düstrer LebenSqual, in Gegenwart und Zukunft, überall hör ich der Klagen endloses Gestöhn, der Schwesterseelen unerhörtes Flehn, und immer töi»t in» Herzen»nir der Schrei, voll Vorwurf und Verzweiflung: Steh' uns bei!.». *) Aus dem soeben erschienenen Buche:„Mutterschaft Gedichte von Ada N e g r i. Ins Deutsche übertragen von Hedwig Jahn. Berlin. F. Fontane u. Co. Geh. 3 M.,geb. 4M.— Ein schönes Buch, dem wir viele, recht viele Leser wünschen. Kleines feirilleton.- »— DaS„Pferde-Ei". Zu der Zeit, als das hillige Köl,� noch eine Universität im alten Stil hatte, also vor 1801, war das Dorf Leuscheid an der Sieg wegen der törichten Geschichten seiner Bauern ebenso bekannt im Rheinland wie Schilda, Schöppenstedt und Laien- bürg. LeuscheiderAnschläge war eine in der ganzen Gegend geläufige Bezeichnung für recht unsinnge HanNungcn. Einer inter- essantcn Sammlung von„Leuscheider Aaschläg", die Christ. Wierz im 4. Heft der„Zeitschrift des Vereins für rheinische und westfälische Wolkskunde" mitteilt, entnimmt die„Kölnische Zeitung" folgenden Streich, den ein Kölner Student einem Leuscheider Bürgermeister gespielt hat, der nach Köln auf den Markt gekommen war. Auf dein Alten Markt sah das Oberhaupt der Leuscheider Gemeinde einen großen Riesenkürbis. Da ihm dies eine unbekannte Erscheinung war, fragte er einen Studenten, der zufällig da stand, was das wäre. Der Student sagte, das wäre ein Pfcrde-Ei, wenn das richtig aus- gebrütet würde, bekäme man ein Fülle»; das Ausbrüten aber habe seine Schwierigkeiten, an dem Abhänge eines möglichst steilen Berges müsse man drei Wochen lang auf diesem Ei sitzen. Der Bürger- mcister war ein großer Pferdeliebhaber und wollte sich die Gelegen- heit nicht entgehen lassen, bald ein schönes Füllen zp bekommen. Er kaufte daher für vieles Geld das vermeintliche Pferde-Ei, brachte es mühsam nach Hause, wählte an einen» Abhänge eine passende Stelle aus und gab sich dein Brutgcschäft hin, indem er sich auf den Kürbis setzte. Mit großer Geduld hielt er aus Tag und Nacht, ließ sich Essen bringen und sich überhaupt durch nichts stören. Der un- gewohnte Sitz wurde ihm aber schließlich sehr unbequem; er erhob sich deshalb, um sich etwas besser zu setzen. Dabei aber geriet der Kürbis ins Rollen und lief den Berg hinunter. Der Bürgermeister lief ihm nach, um sein Ei wiederzuholen. Da sprang plötzlich ein Hase, der durch den Kürbis aufgeschreckt worden war, eiligst davon. Der Bürgermeister aber dachte, es wäre das Füllen aus seinem Pferde-Ei und rief: Hans da, Hans da, kennst du deng Moder XMutter) net miehl— Literarisches. c. Die Märchensaminlung, die Leo Berg unter dem Titel „Deutsche Märchen des 19. Jahrhunderts" bei Hüpede»» u. Merzyn(Berlin) herausbrachte, verfolgt einen ganz bestimmten Zweck. Sie will nicht, wie viele Zusammenstellungen gleicher Art, eine beliebige Anzahl ausgewählter Stücke aus der Märchcnliteratur zu einem äußerlichen Ganzen vereinigen. Leo Berg unterzieht sich der interessanten Aufgabe, die Entstehung, den Charakter des modernen Märchens in seiner Auswahl zu skizzieren. Es ist dies beinahe eine»vissenschaftlich-kritische Arbeit, die für später dauernden Wert behält. Berg hielt sich vor allem an die guten Namen, bei denen wir sicher sind, Originelles zu finden. Er wollte nicht durch Fülle und Buntheit verblüffen. Der Faden, der sich durch das Ganze zieht, sollte iinmer sidhtbar bleiben. Reizvoll steht dieser Straffheit des inneren, logische» Gedankens die Fülle der Geschehnisse, die bunte Schönheit des Erlebens gegenüber, die in den einzelnen Märchen sich vor uns wie ein farbenprächtig gewebter Teppich mit tiefen, bedeutsamen Bildern ausbrelten� Vierzehn Märchen. Von Wieland, Goethe, Benzel-Sternau, Novalis, Tieck, Arndt über Gothels, Hebbel, Plate»», Hoffmann, zu Musäus, Hauff. Jmmerinann, Brentano. Von jedem eine volle Probe, charakteristisch de», Ton anschlagend, der bedeutsam ausklingt um, sich dem Ganzen einfügend, das Gesamtbild so abwcchselungsreich zu gestalten. Fröhlich gestaltendes Fabuliertalent, das ein Er- lebnis ausspinnt in allen Details und launigen Erörterungen. Phantastische Szenerien und Gedankengänge, denen ein spukhaftes Wesen anhaftet. Pantheistische Ergüsse, die iin Einzelschicksal ein Symbol des großen Wcltwerdens erblicken. Dazwischen das gc- tvöhnliche roinantische Ritterinärchen, die satirische Lebensbetrach- tung, Trauinstücke, die voin Leben berichten— das alles zu eiller leuchtenden, glitzernden Kette aufgereiht, in schöner, marka»»ter Fassung, so daß uns in diese»» Abbild das Werden der Kultur des 19. Jahrhunderts verkleinert entgegentritt. Und so erhebt sich über dem wissenschaftlichen Wert der poetische Zweck. DaS Buch ist vor- zugsweise für Erwachsene bestimmt, die seinen Wert erst ganz werden übersehen können. Aber da es ja hinreichend Märchensammlungen für die Kinder gibt,»nit Illustrationen und buntem Schinuck, woran die jungen Gemüter sich erfreuen, so mag eS angebracht fein, in einer vornehincn Publikation den tiefen, künstlerischen Gehalt des»nodernci» Märchens eininal den Erwachsenen zu unterbreiten und dainjt auf diesen» bisher noch wenig erforschten Gebiete Klärung anzubahnen. Alle»»lsere großen Dichter hohen sich auf diesem Gebiet versucht und fühlten sich frei von den Banden der gesetzmäßigen, nachrechnen- den Vernunft, wenn sie lustig und guter Dinge fabulierend ins Märchenland ritten, und jeder offenbart hier seinen Charakter, seinen Stil, seine Anschauung, seine Welt. Dainit bahnt Berg auch zugleich den Weg zu der modernen Märchendichtung, für die der Siim bei uns wieder neu erwacht. Er gibt dainit eine feste und geslMde Grundlage, und von diesem Standpunkt, dem Stand- Punkt iicuschöpfcrischcr Zukunft aus. die zu neuen Zielen fortschreitet, ist der Wert der Publikation sehr hoch anzuschlagen. Dein alten Volksmärchen stellt sich so das Kunstmärchen gegen- über. In den Volksmärchen finden wir all das erhalten, was den Rest des Ueberkommenen in Sage, Geschichte und sonstiger bolklicher Eigentümlichkeit darstellt. Im Kinde ersteht diese alte Welt iminer wieder von neuem. Und die Landbevölkerung und die alten Frauen pflanzen diese alten Triditionen, die vo»n Volksmärchen ins Kindermärchen hinühergerettet werden, fort. Das Kunstmärchen bedient sich dieser früheren Geschichten als Material, als Stoff. Es formt aus dem Alten ein Neues. Wir verzichten in diesen Schöpfungen auf reale Gültigkeit und tauschen dafür eine höhere Wahrheit ein. Wenn wir näher zusehen, schlummert überall dieser Märchen- geist. Fremde Gegenden, in denen wir die Ereignisse spielen lassen, der Orient z. B. und Griechenland, die Borstellung fremder Rassen, haben an und für sich schon eine Tendenz zum Märchenhaften. Auch drücken wir»nit unserer Hinneigung zum Märchen so etwas»vie eine Philosophie au?, eilte Ueberlegeicheit, ein Zugeständnis Wir dünken uns nicht so unendlich lveit gckoinmen und ineinen, tiefe Dinge lassen sich in so anschaulicher Form sagen, daß auch das ein- fachste Gemüt sie versteht. Darum verlangt gerade die Meisterschaft im Märchen eine Freiheit der Bewegung, wie sie nur den größten Gestaltern gegeben ist. So spricht sich in�dem»nodernen Märchen oft ein kulturelles Bekeirntnis aus, eine Sehns»»cht nach Rückkehr zur Natur. Es ent- stehen die Idyllen und die»itopistischcn Romane, die in kühnem Flcige vorwegnchtm'i», was der langsame Gang der Wirklichkeit ver- fagt. So haben wir auch technische, naturwissenschaftliche Märchen und das innerste Sehnen der Zeit spricht sich hier aus. Jndein die EntWickelung unseres Zusammenlebens in die Tiertvelt verlegt wird, entstehen die Tiermärchen, die zur Satire und ironischer Dar- stellung der menschlichen Gesellschaft beuutzt werden. So dreht sich denn hier der Spieß um und das Märchen setzt sich selbstherrlich auf den Thron, gegen die Natur, um deren wirtliche Gefetze es sich nicht kümmert. So finden wir auf diesem Gebiete reiches Material zur Ver- Wendung. Das moderne Kunstmärchen ist»naiftiigfaltiger als das Volksmärchen, da ihm»nehr kulturelle Möglichkeiten und künstlerische Mittel zur Verfügting stehen. Das innere und äußere Leben ist mannigfaltiger geworden. Aus dem Grunde des Volksmärchens ist ein viclverzweigter Baum erwachsen. Hier sind aber all die alten Kräfte noch lebendig, nur bewußter, reifer, geklärter geworden als sie es früher, in der Zeit der anfänglichen Volksgestaltung waren. Dumpfe Sehnsucht wird zur Klarheit. Aus dem Sichverse>»ken in tote Kulte und vergangene Geschichsperioden entwickelt sich der Drang, der in die Zukunft weist. Der alte Erzählertrieb entfaltet in neuen Mitteln seine Verführungskünste.— Hnmoristisches. — Revanche. Gattin:„Denk Dir. der Hausherr hat unsere Wohitung um jährlich hundert Mark gesteigert." Arzt:„Macht nichts, der Broi»chialkatarrh. den ich bei seiner Frau behandle, wird von jetzt ab einfach chronisch."— — JmZeitalter derDenkmalswnt. Serenissimus: „Die Trüffelpastete ist ausgezeichnet,— man setze den» Leibkoch dafür ein Deilkmal!"— — Auf einem O z e a n d a>n p f e r.„Nu»», Herr Nteyer,»vie geht es?— Schon gefrühstückt?" „Ach nein, gefrühstückt habe ich nicht— im Gegenteil!"— l.Meggendorfer-Blätter".) Notizen. — Von dem Verlag Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart ist un? zugegangen: Peter Rosegger. Ein Charakterbild von Theodor K a p p st e i n. 333 Seite»». Mit einem Bildnis Roseggers, 7 Ab- bildungen und einen» Manuskript-Faksimile. Preis 3 M., gebunden 6 M.— —„Der undankbare Sohn", ein Einakter von Georg H i r s ch s e l d,»vird im Januar an» Hoftheater in Stuttgart die Uraufführung erleben.— — Mar Marter steig dürfte ain 1. August 1903 die Leitung der beiden Kölner Theater übernehmen. Die Zustimmimg der Stadtverordneten zu den» Antrag der Theaterkommission steht aller- ding? noch aus.— — Paris erhält eine V o l k s o p e r. DaS Gebäude wird vier Millionen Franken kosten und 4000 Plätze haben. Eigentümerin des Hanfes wird die Stadt Paris, die auch für die Unterhaltungskosten anfkoinmt. Dreimal in der Woche werden Vorstellungen mit der Truppe und den Dekorationen der Komische»» Oper veranstaltet.— — Ii» Dresden soll die berühmte Käfersammlung des verstorbenen Entoniologen v. Hopffgartcn zum Verlauf gelangen. Sie enthält 14 000 Arten, darunter 100, die nach Hopffgarten be- »»mint sind.— — DaS älteste Gasthaus inDeutschland dürfte„Der Löwe" zu A d o r f im Vogtlandc sein. Er befindet sich seit dem Jahre 1440 im Besitze der Familie Klariter.— Di« nächste Nummer des Unlerhaltungsblattes erscheint am Sonntag, den 13. Dezember. Perautwortl. Redakteur: Paul Büttner, Berlin.— Druck und Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.VerlagSanstalt Paul Singer LcCo., Berlin LW.