Mnterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 42. Dienstag, den 28. Februar. 1905 (Nachdruck verbaten.) 0 Molfgang MUfling. Erzählung von Nikolaus K r a u ß. 1. Er bog den Ast der Jung-Föhre zur Seite und stand vor dem Moor. Noch sah er die Becassine, um die er den Sprung iiber den Graben getan: nach dem Zick-Zack war sie in der steil aufschießenden Bahn.,. „Nein!".. Tie Hand fiel vorn Kolben, der Hörster verhofste. Ein paar Atemzüge, dann suchten seine Augen... Ins Moor einspringender sliefernbestand deckte das Sud- Haus. Ein mählich nach Süd-West zergehender Rauchbatten wies die Stelle, an der man das Salz gewann, das die Franzensbader Moorbäder ersehen sollte. Wenn er das früher gewußt hätte! Auch das wäre noch versucht worden!..... Gerade gegenüber die Stöhr-Michle. Das Gehöft verkroch sich hinter den Damm des Stau- teiches, verschwannn noch mehr im flirrenden Dunst. Auch so ein Krippenreiter! Wasser für ein Paar Wochen nur im Jahr, im toten Herbst, und wenn der Schnee schmolz' im Soinmer sog's der Riesenschwamm, das Moor. Zur Linken auf leichter Lehne Felder, in wenigen Wochen sensenreif, da und dort ein grüner Streifen Krallt oder Hafer. Danil die Bauenigehölze. Wie ein Pelz, in den die Motten gekoinmen. Zweitausend Schritte mochten es sein bis hinauf. Und doch glaubte er das 5lrähengeschrei in den Ohren zu hören. Gleich nach Pfingsten war er drüben gewesen. Sie hatten ihn zum„Krähenschweilkeil" eingeladen, und gar keine Ruhe gegeben. Und er war hingegangen, wenn auch widernnttig. Sie hatten viel Wald hier, die Bauern, und da ließ sich etwas verdienen. Als er kam,»aar die Schlächterei schon im vollen Gange. Aus dem ganzen Bezirk war alles zusanunengeströmt, was eine Flinte besaß oder auftreiben konnte. Und viele Neugierige, denen hernach das Bier schmecken sollte. Und Weiber und Kinder. Zistel, Tragkörbe, Heukörbe zogen sie hinter sich her. Da hinein flogen die geschossenen jungen Krähen. Später ivandcrten sie alle in Tagelöhnermägen, nachdem man ihnen die Haut mit den Federn abgezogen. So viele Saatkrähen hatte er noch nie gesehen. Ueber zwanzig Nester oft auf einer Föhre. Ueber den Wipfeln, wie eine quirlende, schwarze Wolke, die alteil Vögel. Jmiiler wieder schössen einige schreiend herab, uin im Schrothagel der Bauern- flinten zu enden. Gelächter, Geschrei unter und über den Kronen, das Kracheil der alten Schrotbüchsen, man verstand fein eigenes Wort nicht mehr. Weiter ging das Morden. Vier, fünf Knechte schleppten einen Wiesbaum daher, an dem ein Bindseil schlängelte. Die glatte Stange wurde an den Kiefernstamm gelegt, ein paar Schwinguilgen mit dem Seil, und die Schlinge saß fest, knapp unter den Aesten. Eifrige Hände griffen zu. Ein scharfes Anziehen des Seiles, ein schnelles Nachlassen, die Krone sauste her liiid hin, mit einem Ruck schnellten die jungen Vögel aus den Nestern. Zwanzig, dreißig Flintenlänfe zugleich fuhren empor. Ein Knatteni, Krachen, Prasseln: aus dem Pulverdampf regneten Federn, Blutstropfen, ganz zerschossene Vogelleichen. Er war bald gegangen. Aasjäger, wenn nicht mehr! Aber man wußte nicht, wie lind wann man sie brancheil konnte... Wie fernes Gepolter... Ach ja!... An zwanzig Stellen wohl drangen hier Säuerlinge hervor,„wilde" zumeist, deren-Wasser inail nicht trinken konnte. Einer kam alle fünf Minitten. wie sie sagten, mit dumpfem Mlirren, zu einer Srnile aufsteigend und dann wieder gänzlich versiegend.„Den Polterer" nannten sie ihn, und von weit und breit kamen sie, lim ihn zu sehen. Der Blick des Försters ging wieder geradeaus ziir Mühle. Der Dunst war verronnen. Im milden Schein der absteigenden Sonne glänzten die Schindeldächer. Das ganze Moor unter dem Walde lag im Licht. Da und dort stieß aus dem graueil, braunen Grunde etwas Fahles: Baumgerippe. Noch standen sie. Aber kejne Spur von Rinde war mehr an ihnen; wenige Aststümpfe wiesen sie noch. Auf einigen saßen große Vögel, ohne sich zu rühren. Weiter her spannen die Sonnenfäden um aufgeschichtete Torfhaufen, polierten die Flächen dunkler Wasserlöcher. Der Förster trat vorsichtig hinaus. Vor einem ausgestochenen Viereck setzte er sich auf einige Torfstücke. Das Wasser erschien ganz schwarz. Aber plötzlich glaubte er, es wiminle von Fischchen. Er neigte sich vor: kleine Blasen, wie runde Silberblättchen anzusehen, rollten mit vielen blitzenden Wendungen aus der Tiefe empor, um mit leisem Glucksen an der Oberfläche zu verpuffen. Er schöpfte von dem Wasser; hell- gelb stand es in seiner Hand. lieber dem Moor, das weite Tal zwischen dem Wald hinauf, zur Mühle hinab,, kein Laut. Aus der Tiefe aber schienen dem Förster, wie er so dasaß und auf den dunklen Wasserspiegel blickte, Stimmen zu kommen mancherlei Art. Eill Raunen und Flüsteril, als ginge der Wind durch Schachtel- Halme; ein Knistern, wie von Salzkörnern, die vor Hitze zer- springen: ein ersterbendes Aechzen, ein halbes Glucksen, das sich selbst einschlürft, und ein beständiges Ziehen unter dem verbrannten Rasen: Wässer, die über weißen Sand rollen, an- schlagen, als stände eine harte Zementschale gegen sie. Zwischen- durch das„Poltern". Er spürte das leise Zittern, und die Sohle des Schaft- stiefels schien wechselweise einzusinken und dann»nieder frei zu wippen. Der Kolben des Gewehres rieb sich an einem Halm, es knirschte. Und der Mann begann auf den dunklen Spiegel zu starren, mählich zu träumen... Wohl, wohl! So sah er alls... Der langschießende Vollbart noch immer braun, nur bei den Schläfen herunter etwas Gran-Weißes... Krähenfüße um die Augen. O, das linke! 5tam von der Abschußjäger-Zeit!... Die Nase wie schnuppernd... Wie sein Vater! Er mußte beinahe lachen... Aber der war ja Schnnpfer gewesen... Fünf- ziger... Kerngesund und doch zu einem Leben verdammt wie ein Pfaff!... Ein Wort nur... Aber er hatte es gesagt. Es band. Ihn, solange er lebte. Da erschien ja das feine, schmale Gesicht... Unsinn! .,. Die lachenden Augen der Ntargaret waren es!... Der Mann sprang auf. Mit beiden Händen schob er den Hut über die Stirn zurück. Im nächsten Augenblick hätte er sich am liebsten die Augen gewischt. War denn heute alles verhert? Die Sonne stand vorm Sinken. Ueber dem Moor lag's »vie ein feiner, bunter Schleier. Und darin flimmerte, flirrte und glitzerte es, rot, blau und gelb, als stüi»de Regenbogen air Regenbogen; nur reiner und leuchtender waren die Forben. Im Wintenvald hatte er etwa? Aehnliches- gesehen, droben im Gebirge; Rauhfrost war, und ain kleiirsten Zweig hing ein gefrorener Tropfen. Der farbige Hauch mußte vom Salze-stanunen, mit dem hier alles gesättigt»var. Einige Minuten, und. kaltes Licht lag»nieder über dem Moor. Weit-draußen hüpften einige Elstern ihre possierlichen Tänze.--- Der Förster»vandte sich heiinwärts. An einem ai»gefangenen Abzugsgraben traf er zwei Waldarbeiter. Der eine stand, hatte die mit der Haue zu- sammengebnndene Schaufel auf der Achsel und schien auf den andern einzureden. Der saß ain Rande der Böschung, ließ die nackten Beine baumeln, und gab nb und zu scinein Kopf einen abwehrenden Ruck. Als der Förster näherkam, grüßte de» eine und verschwand in den Büschen. Ter Kleine blieb gleichinütig sitzen. „Na, Bartel! Feierabend ist doch schon lange!... „Freilich, Herr Förster!... Schon seit einer halben Stuiwe... Haben nicht darauf vergessen... Man wird doch nicht sich»md den andern die Arbeit verderben!.. Das verwuzelte, gelbe Gesicht»nit dein buschigen, eis- grauen Schnurrbart, der den ganzen Mund verhing, tat ungeheuer wichtig. Ter Förster sah ihn an und lächelte. Schnell zofl Bartel das rechte Bein in die Höhe, der- schlang die Hände um das Knie und blickte von der Seite wie eine Henne. Und während es in seinen Augen lichtelte, sagte er: „Ich will alles heraussagen, Herr Förster... Ich mag noch nicht heim... Ich furcht' mich!.. „Fürchten?... Aber Bartel!..." Der sah noch mehr von der Seite. „Herr Förster, kennen S' mein Weib, die Eva-Kathl?" „Das ist ja das Semmelweib!... Gesehen Hab' ich sie schon..." „Na alsdann... kennen tuen Sie sie nicht!" Er sprang auf und stand auf seinen krummen Beinen neben dem Förster, nicht viel größer als ein halbwüchsiger Bub. Seine Stimme klang vertraulich. „Sehen S', ich mag net so zestlich schlafen gehen. Sie aber will gleich ins Bett, kaum daß ich gessen Hab'... Sie hat doch noch ganz kohlschwarze Haar und noch so viel Hitz! ... Und wir haben doch nur ein Bett!... Und das paßt mir net und ich mag net... Und da laß ich sie erst recht schläfrig werden, eh' ich komm.. Er ließ beide Hände, mit denen er seine Rede unterstützt, am Körper herabfallen und lachte wie ein schadenfroher Junge. Auch der Förster schrie auf. „Gute Nacht, Bartel!... Ihr seid ja..." Noch aus den Büschen klang sein Lachen. Der Kleine saß mit einem Sprunge wieder am Graben- rand, ergriff die Schaufel und hieb und stach in die weiche Wrde. Pfiff dabei, schimpfte und krähte ab und zu hell auf.— 2. Tie Abrechnung war gemacht. Tie Bötin schob den leeren Kaffeetopf über den Tisch hin und streifte das erhaltene Geld in die Ledertasche, die sie unter der Schürze trug. Margaret hakte den kleinen Finger in den Henkel des Topfes und jagte: „Das nächstemal wieder drei von den großen Butter- Hörndl'»!..." „Ißt er denn die gar so gern?" „Ja. Jeden Nachmittag, eh' er noch einmal in den Wald geht, muß er eins zum Kaffee haben." „Sua!... Sua!..." „In Neuhaus Hab' ich sie immer für die Frau aus der Ctadr mitbringen müssen, und da hat er sich, scheint's mir, daran gewöhnt..." Das Semmellveib faßte die Junge am Rock und zog sie auf die Wändbank neben sich. „Da setz' Dich nieder, Mädel! Was war sie denn für eine Frau? Man hat schon Verschiedenes g'hört.... War sie wirkli so lang krank?..." „Ich war über ein Jahr bei ihr. Von früher weiß ich nichts... Aber sie soll schon jahrelang bettlägerig g'wesen sein. Zuletzt hat sie sich kaum mehr rühren können., „Wie war er denn zu ihr?" „Gut!... Wirklich seelensgut... Uxira für sie ist gekocht worden... was sie haben wollte... Aber sie hat ja nur genascht..." Die Alte schob die Unterlippe vor. „Na ja!... Freundliche Augen hat er ja. So recht schöne, braune." Magaret sah vor sich hin. „Und ordentlich freudig ist sie gestorben... Ich Hab' nach ihrem Tode abziehen wollen, aber sie hat net g'niht, bis ich ihr versprochen Hab', zu bleiben." (Nachdruck verboten.) &] Der ßaumcirten Roman von Felix Holländer. (Schluß.) Kescher knirschte mit den Zähnen, wenn er an den Alten dachte, der ihn wie ein Spielzeug in den Händen hielt... Nun, der sollte ihm die Rechnung begleichen, daß ihm Hören und Sehen verging! Ein böses Lächeln glitt über sein Gesicht. Dieser Hund sollte merken, daß er sich grausam in ihm getauscht hatte! Und auf einmal erkannte er sich deutlich. Sein ganzes Inneres schien ihm plötzlich wie durchleuchtet. Er wußte, daß er in den ihm aufgezwungenen Kämpfen siegen— daß er Frenze! den Herrn und Meister zeigen würde! Die Augen sollten diesem Fuchs in der Erkenntnis übergehen, was für einen gelehrigen Schüler er sich großgezogen! Langsam richtete er sich auf. Er zog einen Taschenspiegel vor und betrachtete sich prüfend. Wie vergrämt und verstört er aussah trotz seiner jungen Jahre! Er strich mit der Hand über sein Gesicht, als wollte er seine Züge glätten. Dann ordnete er mit einer kleinen Bürste sein wirres Haar, streckte die Arme aus und beschrieb mit ihnen einen Kreis, als wollte er mit dieser Bewegung die ganze Vergangen- heit abtun... Frenzel war vielfacher Millionär. Ihm war es eine Kleinigkeit, das Theater zu halten und seinen Wert ins Un- geahnte zu steigern___ Jedenfalls gab es für ihn dann keine Sorgen mehr., Er konnte seine künstlerischen Träume verwirklichen. Grete Anders... Wie ein Verbrecher zuckte er zusammen... Sollte er ihr alles sagen?!... Nein, das vermochte er nicht-- er hätte ihr nicht in die Augen sehen können! Schreiben... ihr einen verzweifelten Brief schreiben ... vor welcher Alternative er gestanden... wie sie ihm das Messer an die Kehle gesetzt— diese Bluthunde!... Er wußte, sie würde ihn verstehen—— ihn nicht richten... Mit den edelsten Vorsätzen begann er sein Gewissen zu beruhigen und einzuschläfern. Er würde sie nie vergessen... Er würde ihr treuester Freund und Berater bleiben.., Ihr und dem Kinde sollte es an nichts fehlen... Und nun erinnerte er sich auch, daß Grete Anders immer und immer seine Freiheit betont und nie an eine eheliche Ver- bindung mit ihm ernstlich gedacht hatte. Dieser Gedanke wirkte befreiend auf ihn. Am Ende hatte er die ganzen Verhältnisse überhaupt zu schwer genommen. Er tat ja nur, was jeder andere an seiner Stelle auch tun würde... Und die Welt beurteilte diese Dinge von einem freien, natürlichen und gesunden Standpunkt aus... Aber er liebte ja Grete Anders-- sie war der ein- zige Mensch, an dem er reinen Herzens hing. Was half das alles?... Früher oder später wäre es ja doch zur Trennung gekommen... Dann besser schon jetzt! ... Sollte er sie in sein Elend mit hineinziehen?... Konnte er ihr auf diese Weise nicht ganz anders zur Seite stehen?! Wie er auch die Sache wendete und drehte— es war für beide Teile so das Beste!... Wenn er nur erst die Auseinandersetzung mit Steinert hinter sich hätte! Das war auch noch eine bittere Nuß, die er knacken mußte.. Zum Teufel noch einmal— den Kopf würde es nicht kosten... Was für Verpflichtungen hatte er eigentlich Steinert gegenüber?... Wenn er's im Grunde überlegte— gar keine!... Und dann fiel ihm ein, daß er durch die Unvorsichtigkeit und Waghalsigkeit dieses Menschen, dessen Gewissen dehnbar wie Kautschuk war. um ein Haar auf der Anklagebank gesessen hätte... Hatte der Mensch bei seinen gepfefferten Transakttonen überhaupt an ihn gedacht?! „Transaktionen"... Frenzel brauchte mit Vorliebe dieses Wort--- Wie seltsam, daß es bereits in sein Lexikon übergegangen war!... Nein— ohne jede Rücksicht auf ihn hatte Steinert sich in all die schmutzigen Geschäfte eingelassen!�— Mit seiner Ehre, mit seinem Namen hatte er Würfel gespielt!... Mit dem brutalsten Egoismus hatte er gehandelt.., Das vergaß er ihm nie... Nie!... Er hatte ja nichts auf das Spiel zu setzen gehabt... er war ja schiffbrüchig und gestrandet ge- wesen, bevor er noch in seinen Gesichtskreis getreten... Wenn er sich's überlegte-- wie eine Klette hatte sich der Bursche an ihn gehängt!.,, Durch ihn wollte er hochkommen!... Nun gut— das tvar menschlich!... Daß er sich aber nicht gescheut hatte, ihn in den Kot hinabzuziehen und beinahe zu ruinieren-- darin lag die Gemeinheit!... Nein— Steinert gegenüber lag nicht der mindeste Anlaß zur Sentimentalität vor!... Und' wie unfähig sich der Kerl erwiesen hatte!... Frenze! hatte vollkommen recht.-. Für die EntWickelung des Theaters war der Mensch geradezu eine Gefahr... Mit dem elendesten Personal hatte er ihn reingelegt— mit Schmierenkomödianten die unmöglichsten Kontrakte abge- schlössen... Die faulsten Stücke erworben, die von sämtlichen Direktoren abgelehnt worden waren... Es gab ja über- Haupt keine Dummheit, die er nicht gemacht hatte!.,. Und dabei dieses Maulwerk!... Allmählich geriet er in den hellsten und ehrlichsten Zorn gegen Steinert... Doch was war denn das?-.. Wie kam ihm auf einmal und ohne jeden Zusammenhang dieser blödsinnige Canelli in den Sinn?... Was hatte er mit dem zu schaffen?... Vielleicht würde sie wieder in den Blumenladen zurück- kehren, und der Italiener würde ihr mit demütiger� Miene Blumen und Blätter reichen, um Sträuße und Kränze zu winden. Eine namenlose Angst befiel ihn... Sie wand mit tveißen Händen Totenkränze..- Und dabei starrte sie träuenlos in die Luft... Er las in ihrer Seele... Jeden Gedanken— jeden Wunsch— jede Sehnsucht las er in ihrer Seele... Von draußen wurden Schritte vernehmbar. Er fuhr auf und nahm eine kerzengerade Haltung an. Und jetzt öffnete sich die Tür. Frenze! trat ein. Steinert folgte ihm auf dem Fuße. „Ah, da sind Sie ja, Herr Baumeister!,., Sie haben wohl die Güte..." jEr brach ab und machte nur eine bezeichnende Hand- bewegung. In diesem Moment ging in Keßler etwas Seltsames vor. Er fühlte klar, wie eine kalte Grausamkeit über ihn kam— er fühlte, daß jeder Funke von Mitleid in ihm erloschen war. Er fühlte, daß er mit der Vergangenheit gebrochen hatte, und daß ihm keine Spur von Scheu zurückhielt, um mit Steinert die große Abrechnung vorzunehmen. Uird kühl, trocken und geschäftsmäßig sagte er: „Ich wollte Ihnen nur mitteilen, daß Sie mit dem heutigen Tage entlassen sind?... Entlassen sind," wieder- holte er mit gesteigerter Stimme und blickte hart und verächtlich in Steinerts weit aufgerissene Augen. Eine Sekunde schien es. als ob Steinert unter diesem Schlage zusammenbrechen würde. Keßler sah, wie er gleich einem Ertrinkenden nach Luft schnappte. Dann aber stieß er ein krampfhaftes, kurzes Lachen aus. „Das haben Sie ja fein hcrausgetüftelt mit dem Herrn da!" brachte er mühsam und keuchend hervor. Und plötzlich im Ton umschlagend, setzte er hinzu:„Lassen Sie doch die Narrens- possen, Herr Baumeister!..." Der Baumeister zuckte mit keiner Wimper. „Sie werden heute noch die Kasse und sänitliche Bücher abliefern," erwiderte er mit befehlcrischer Stimme. „Ja, bilden Sie sich denn ein, daß Sie... daß Sie mir gegenüber kontraktbrüchig werden können?.. „Ich verzichte auf jede weitere Auseinandersetzung!.,. Erheben Sie ruhig gegen mich Klage— und warten Sie es ab, ob nicht inzwischen der Staatsanwalt mit Ihrer Person sich befassen wird!..." Und sich an Frenze! wendend, der den ganzen Vorgang mit äußerster Spannung und Ueber- raschung verfolgt hatte, sagte er:„Ich denke, wkr sind hier fertig?!..." Ehe sich Steinert noch zu fassen vermochte.waren die beiden auch schon aus der Tür und hörten nur noch vom Flur aus ein gebrochenes Aechzen.--- Auf der Straße sagte Frenzel in aufrichtiger Be- ' wunderung: „Donnerwetter— Sie haben mir imponiert! Hut ab! Ich habe Sie immer für einen großen Baumeister gehalten. ober daß Sie auch so viel persönliche Schneid besäßen, war mir unbekannt!.. Mit einem wunden Lächeln antwortete Keßler auf dieses .Kompliment. Im stillen aber dachte er wieder: Warte nnr, Du sollst noch etwas an mir erleben!.., Sie schwiegen eine lange Weile. Endlich meinte Keßler: „Wenn der Kerl in seiner Aufregung nur keine Dummheiten macht!..." .Pah! Was kann er tun?.. «Sich— und mich reinlegen!" „Er wird sich höllisch in acht nehmen!.,. Wenn wir nicht nach dem Staatsanwalt rufen— und wir werden es schon des Skandals willen hübsch bleiben lassen— er für fein Teil wird sich hüten!..." „In jedem Falle wird er mich verklagen!" Frenzel setzte eine ironische Miene auf. „Lassen Sie sich darüber kein graues Haar wachsen-., Ich besitze einen Anwalt, der es aus dem ff versteht, einen der» artigen Prozeß mindestens drei Jahre in die Länge zu ziehen. Unsere Zivilprozeßordnung ist für solche Fälle einfach tadellos!" „Schade, daß ich für Ihre Witze jetzt nicht aufgelegt bin!..." „Witze?!... Ich spreche im vollen Ernst.,. Inner» halb von drei Jahren macht mein Anwalt den Mann mürbe.., Ter ist glücklich, wenn wir uns dann vergleichen und ihm ein Almosen hinwerfen!" „Sie scheinen ja reiche Erfahrungen hinter sich zu haben!" Frenzel ging auf diese Worte nicht ein. Was der Mann nicht hören wollte, hörte er nicht. „Mein Nechtsanivalt ist, was man in Berlin einen „Dreher" nennt!" meinte er schmunzelnd.„Ein geradezu genialer Kerl!... Nun, Sie werden ihn ja noch bei uns kennen lernen!.. „Ich sehe in diesen Mitteilungen ein Zeichen Ihres großen Vertrauens," entgegnete Keßler in leicht sarkastischem Ton. Frenze! legte vertraulich seinen Arm in den Keßlers, ohne daß dieser sich wehrte. „Wir werden ausgezeichnet miteinander auskommen— Sie sind ein kluger Kopf!... Wissen Sie, was ich immer behaupte?... Ich behaupte, Dummheit ist das größte Ver- brechen!... Gott soll einen davor bewahren, mit Dumm» köpfen Geschäfte machen zu müssen!" „Sie hatten mich wohl auch in die Kategorie eingereiht?" Frenzel lachte laut. Es war ein joviales, herzliches Lachen. „Ach. mein Lieber," sagte er aufgekratzt,„wofür halten Sie mich?" Keßler antwortete im tiefen Ernst: „Das kann ich Ihnen nicht sagen!.. „Nun will ich Ihnen etwas verraten," nahm Frenzel das Wort wieder auf.„An dem Theater werden Sie Hundert- tausende... ein Vermögen iverden Sie an dem Theater ver- dienen!... Es braucht bloß erst seine Krisis überwunden zu haben?..." Sie waren vor dem Hause am Kursürstendamm angelangt. Frenzel schloß mit strahlender Miene das Portal auf, und leichtfüßig hüpfte er die� Stufen voran. „Was, meinen Sie, werden die Damen für Augen machen!..." In der Entreetür rief er mit schmetternder Stimme: „Doris!... Toris!.,. Toris, rate'mal, wen ich Dir bringe!..." Dann schob er Keßler eilig in den Salon. Ter Baumeister dlirchmaß mehrere Male mit großen Schritteil das Zimmer. Noch einmal drängte eine Flut widerstrebender Gedanken auf ihn ein. Es war ihm, als ob er auf der Zunge einen bitteren Ge- schmack hätte. Als er aber auf dem Gange Toris' Schritte hörte, setzt? er unbewußt eine feierliche Miene auf... Und nun wußte er, daß er für seine Werbung den schlichten, warmen Ton finden würde... kleines feuiUeton. k. Ein Dollar für das Wort. Für die erste Veröffentlichung eines namenlosen und nicht vollendeten Romans von Lord Bcacons- field wurde unlängst ein Honorar von 48 000 M. gezahlt. Die New Yorker„Times", die das Fragment zum Abdruck brachte, konnte die Neugier ihrer Leser durch die Mitteilung anstacheln, daß für jedes Wort der Rekordpreis von«inen Dollar gezahlt worden sei. Natürlich waren die nenn kurzen Kapite� mit ihrem belanglosen Inhalt an und für sich nicht dazu a»getai>, eine so hohe Bezahlung verständlich erscheinen zu lassen. Aber der Name des berühmten Staatsmannes und Duchters sprach gewichtig mit. und dann hatte man angedeutet, daß hinter der Geschichte eine scharfe und beißende »atire auf die Londoner Gesellschaft versteckt sei und heimliche An» griffe gegen andere Staatsmänner, die mit Disraeli zusammen» gewirkt, sich in der Erzählung fänden. Dem liebevollen und neid- losen Gemiit b#r Zeitgenossen wurden hier ein paar herabsetzende Bemerkungen über Gkadstone vorgesetzt, und sie behagten dem Publi- luni sehr gut. Es ist überhaupt eine neue Reklamemcthode gewisser amerikanischer Zeitungen, die gewaltigen Preise, die sie für manche Werke zahlen, laut zu verkünden und in den Lesern die Meinung zu erwecken, es müsse nun das, was so glänzend bezahlt worden sei, äüch hervorragenden Wert besitzen. Für Rudyard Kiplings Ge- schichten wurden in der Zeit seines höchsten Glanzes so große Preise gezahlt, wie sie selbst Dickens früher nie erhalten. Die New Aorker „Post" findet eine Mark für ein Wort gar nicht zu viel, Ivenn man bedenkt, wieviel Freude. Belehrung dadurch vermittelt werde. Der Ssekordpreis von vier Mark das Wort ruft nun auf dem New Dorker „literarischen Markt" andere große Honorare in die Erinnerung. So erhielt Conan Doyle, als er die interessanten und spannenden Detektivgeschichten seines Sherlock Holmes um zwölf neue vermehrte, von der Zeitschrift„Colliers Weekly" 18t) 000 M. dafür, wobei auf das Wort 2.60 M. kominen. Mrs. Humphreh Ward hat für manchen ihrer Romane 60 000 M- bekommen und dabei 1,50 M. für das Wort erlangt.„Colliers Weekly" hat auch dem Schriftsteller Richard Harding Davis 1,30 M. für das Wort bezahlt, und 50 Pf. bis eine Mark für das Wort erhalten so manche Dichter mit berühmtem Namen. Eine angestellte Umfrage hat ergeben, daß angesehene tind tüchtige Romanschriftsteller, die eines größeren Leserkreises sicher sind, 50 Pf. für das Wort beanspruchen können. Alle Herausgeber von Zeit- schriften und die Verleger konnten feststellen, daß das Honorar für einen guten Zeitschriftcnartikel— ganz abgesehen von Werken der Genies, nur Arbeiten geschickter und talentierter Männer— in den letzten fünf Jahren um das Doppelte gesttegen ist. Sie erklärten alle, daß ein Honorar von 1,50 M. für das Wort als Maximum anzusehen set, wenn nicht außergewöhnliche Umstände vorlägen. So bezahlen z. B. die Zettschriften für einen Artikel von höchstens 1000 Worten von Clcveland oder Hah 4000 M. und mehr.— — Sonnenschein und Influenza. Die städtische Wetterwarte in Nürnberg macht in ihrem Bericht über den Januar eine inter- essante Feststellung. Im Januar erreichte die Wolkendecke statt der für diesen Monat durchschnittlichen 74 nur 55 Proz., die Besonnung war also sehr kräftig. Nach der von ärztlicher Seite aufgestellten Behauptung, daß Influenza eine Trübwetterkrankheit sei, hätte also der heurige Januar eine geringe Zahl von Jnfluenzaerkrankungen aufweisen müssen, aber das Gegenteil ist der Fall: es kamen in Nürnberg im Januar, der 128 Sonnenscheinstunden hatte, 5719 Jnfluenzafälle in ärztliche Behandlung, während z. B. der gleiche Monat im vorige» Jahre bei nur 59 Sonnenscheinstunden bloß 194 Fälle hatte. Auch wenn man weiter zurückgeht, so ist nirgends eine gesetzmäßige Abhängigkeit der Jnfluenzaerkrankungen von den Sonnenscheinstunden zu erkennen. Ebensowenig zeigt sich, daß etwa eine längere sonnenarme Zeit Ursache für eine stärkere Ausbreitung der Influenza wäre. Dagegen zeigt sich aus einer Statistik der letzten sieben Jahre, daß die größten Zahlen an Jnfluenzaerkrankungen sich vom März gegen den Januar vorschieben, sowie daß die Heftigkeit des Auftretens im heurigen Januar vorher aüch nicht einmal an- nähernd je erreicht worden ist.— en. Künstliche Pflaiizenabdrücke. Es sind viele Mittel ersonnen worden, um möglichst genaue Abdrücke von Blättern, Farnen oder anderen natürlichen und auch künstlichen Gegenständen zu erhalten. Das neueste Verfahren ist der sogenannte Physiotyp-(Naturdruck-) Prozeß, der von dem Engländer Sheridan erfunden worden ist. Das Verfahren zeichnet sich durch Einfachheit und sehr dauerhafte Ergebnisse auS. Man kann mit seiner Hülfe Blätter, Gräser, Farne, Schnitte von Holz und Zwiebeln, Fruchtschalen, außerdem auch Ab- drücke von Fingern, von Federn, von Spitzenmustern, und was man noch sonst wählen wollte, in schärfster Weise abbilden. Der ab- . zudrückende Gegenstand wird zwischen zwei oder mehr Blätter eines besonders zugerichtete» Papiers gelegt und in einer gewöhnlichen Kbpierpressc gepreßt. Tann kommt er auf einen Bogen des Druck- Papiers und wird zwischen zwei oder drei Blättern Löschpapier fest und eben angepreßt,, wodurch ein fast unsichtbarer Abdruck entsteht. Ferner wird die Oberfläche des Druckpapiers mit einem dunkel- farbigen Entwickelungspulver bestreut. Wenn man das Pulver vom Papier abrieselu läßt, so wird der Abdruck in voller Schärfe sichtbar. Das überflüssige Pulver wird abgeschüttelt und der Druck zur Säuberung mit einem reinigenden Pulver bestäubt. Nunmehr wird das Blatt in eine Fixierlösung getaucht, die den Abdruck dauerhaft mawt und auch noch verstärkt. Die Leistungen des Verfahrens werden als ganz hervorragende bezeichnet und dürften sowohl in der Botanik wie in der Medizin, außerdem aber auch auf anderen Ge- bieten wesentliche Dienste zu leisten berufen sein Ter Druck sann übrigens auch auf Stein, Zink oder Aluminium übertragen locrden. Leider ist die allgemeine Ausnutzung der Erfindung für Wissenschaft- «icbc Zivecke durch ein Patent beschränkt.— Sprachwissenschaftliches. de. Entrinnen— A b t r ü n n i g. Es gibt im Deutschen eine Anzahl starker Tätigkeitswörter, die allein schon geniigen, einen Vorgang zu bezeichnen, der von unserem BegrisiSvornlögen als in sich geschlossen angesehen wird. Die Sprachlehre nennt diese Tätigkeits- Wörter nicht besonders glücklich neutral, d. h. zu keiner von zwei Ab- Berantwortl. Redakteur: Paul Büttner, Berlin.— Druck und Verlag: teilungen. weder zu den transitiven noch zu den intransitiven Verben, gehörig. Nehmen wir eines von ihnen, z. B. schwimmen und bilden einen Satz damit, so sehen wir die soeben ausgesprochene Behaupttmg be- sichigt:„die Fische schwimme»" ist ein in sich abgeschlossener Ge- danke. Der Mensch ist aber ein Wesen, das seinen Willen geltend zil machen sucht und unter Umständen den Wunsch hegen kann, daß sine Sache, die von selbst nicht schwimmen will, mit seinem Zutun schwimme. Gehen Pferde, die beim Pflügen oder auf den morastigen Landwegen schmutzig geworden sind, nicht von selbst ins Wasser, um sich zu reinigen, so ist man gezwungen� sie hineinzutreiben und sie schwimmen zu lassen, wofür die Sprache mit erstaunlicher Sparsamkeit das Wort schwemmen gebildet hat. In der Sprachlehre heißt schwemmen das Bewirkungswort zu schwimmen. Von diesen Wörtern gibt es eine ganze Anzahl, schwenden zu schwinden, rennen zu rinnen usw., wenn auch manche mit der Zeit auf den Gebrauch in der Provinz und auf die Anwendung bei Handwerkern zurückgegangen sind. Ein solches Bewirkungswort liegt auch in dem Worte kennen vor, wozu das betreffende neutrale Verbum trinnen heißen müßte. das jetzt als solches ausgestorben ist, früher aber vorhanden war und im Mttelhochdeutschen: auseinandergehen, davongehen bedeutete. Trennen heißt also: auseinandergehen lassen, den Zusammenhang eines Dinges aufheben. In der Bedeutung„entfliehen" ist ent- rinnen keineswegs eine Zusammensetzung von ent und rinnen, sondern von ent und trinnen, es lautete althochdeutsch � iutrinnan, mittelhochdeutsch enttrurnen lind entrinnen. Einige Beispiele: daß ihm niemen enttran(Jwein 1093): David aber floh und enttann (1. Sam. 19, 10): mit dem Leben entrinnen(davonkommen)(Sim- plicissimus von Grimmelshansen). Nehmen wir das Beispiel: Tränen entrannen seinen Augen, so gewahren wir darin das bekannte rinnen, das vom Ablaufen des Wassers und anderer Flüssigkeiten gebraucht wird. Weil die Bedeutung und die Form beider Wörter ähnlich sind, hat man sie mit der Zeit zusammengeworfen und niemand, außer er kenne unsere Sprache genauer, ahnt den richtigen Sachverhalt. Bei dieser Gelegenheit wollen wir zugleich das Wort abtrünnig heranziehen, das auf den ersten Blick kaum mit einem bekannteren Bestandteil der Sprache in Verbindung zu bringen ist. Auch ab- trünnig hat mit trennen den Stamin gemeinsam, es ist das Eigen- schaftswort zu dem weiblichen mittelhochdeutschen Hauptwort abe- trnnne oder abetrünne, Abfall, und bedeutet: sich treulos trennend.— Humoristisches. — Der Bureaukrat.„Aber, ich bitte, wie können Sie den neuen Dezernenten einen Anarchisten, einen Revolutionär nennen, Herr Rat?" „Nun, denken Sie sich doch— der Mensch hat eine dienstliche Sache— mündlich erledigt I"— — Zeitgemäße Erkundigung.„Sag' mal, lieber Freund, was für eine Religion und Weltanschauung hast D u h e u t e?' („Jugend.") — Ein kleiner Schlaukopf. Ter„Tägl. Rundsch." wird aus Mittelfranken geschrieben: In Ermatzhofen hatte der Lehrer angeordnet, daß die kleinen Schüler am Montag früh in der Schule frische Taschentücher vorzeigen müssen: er hatte seine leicht begreif- lichen Gründe dazu. Da bringt nun ein Junge ein altes und ein frisches Sacktücherl zum Vorschein. Ans die Frage des Herrn Lehrers, was es denn mit dem alten Taschenttlche für ein Bewandnis habe, antwortete der kleine Knirps, dem der Unterschied von„Sie" und„Du" bisher nicht beizubringen war. schlagfertig:„Dös weis i Dir mm d a nei schneuz i mi, vastegst?"— Notizen. c. Eine f e m i n i st i s ch e Z e i t s ch r i f t gibt Frau Asmundson in R e i k j a to i k auf Island heraus. Das Journal hat eine Anflagc von 2000, eine für Island außerordentlich hohe Zahl, und erscheint einmal monatlich, aber nicht an einem bestimmten Tage: die Herausgeberin richtet sich vielmehr nach der Ankunft der Handels- schiffe, damtt die Kaufleute in der Zeitschrift ihre Annoncen erscheinen lassen können. Mit Politik beschäftigt sich die Zeitschrift allerdings nicht, sie handelt nur von den Interessen der Frau, der Erziehung der Kinder, von der Organisation der Schulen usw.— — Neue Zeitschrift. Von den„Blättern de« Vereins für B a d i s ch e Volkskunde" ist das 1. Heft erschienen. Herausgeber ist Professor Psaff in Freiburg i. Br.— — Klara Viebigs Einakterzyklus„Der Kampf um den Mann" ist bei E. Fleischet u. Co., Berlin, als Buch heraus- gekommen.— — Das Schiller-Theater hat das Drama„Königs- glaube" von Hermann S t o d t e erworben.— — Ohorns Schauspiel„Die Brüder von St. Bern- h a r d" wurde in Pilsen infolge Einschreitens des Abtes Helmer vom Stifte Tepel verboten. Ohorn hatte dem Orden der Cisterzienser in Tepel angehört.— Vorwärts Buchdruckerei u.VerlagSanstaltPaul Singer L-Co., Berlin