Nr. 268, Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BettungsPreisliste für 1899 unter Dr. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Wiedereröffnung des Reichstages. Mittwoch, den 15. November 1899. Lassen. Politische Ueberlicht. Berlin, den 14. November. Wir sind aber in der Lage, auch bei den hier in Rede stehenden Nein- der Reichstag war in keiner feierlichen Stimmung: Straftaten zahlenmäßig nachzuweisen, daß der etwaige Zusammenfie hätte wirklich etwas feierlicher sein können, als Herr hang zwischen Arbeiterbewegung und Kriminalität gerade das um v. Balleſtrem der toten„ Sollegen" erwähnte, die während gekehrte Bild dessen zeigt, was die Zuchthausvorlage der Deffentder langen Ferien gestorben sind. Die Schuld lag freilich lichkeit vorspiegelt. zum Teil an Herrn v. Ballestrem, der die Namen so mechanisch herunterlas, daß die meisten Abgeordneten es nicht " " 7 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. die wurden in die Wagschale fällt. 00 Deutsches Reich. Polizei und der Gendarmerie in Warschau oder unweit von Warschau versammelt; aller Aufmerksamteit in höchstem Maße angespannt und auf die Sicherstellung der heiligen Person des garen gerichtet, und doch fand in unmittelbarer Nähe desselben eine Kundgebung Der Reichstag trat am Dienstag sang- und klanglos zuDie Beweisführung der Zuchthausvorlage. statt, wie wir sie hier wohl noch nicht gesehen haben. Eine tausend fammen, gerade als hätte er sich gestern getrennt und wäre es eine Wir haben vor einigen Tagen durch Vergleichung der social- töpfige Menge mit entblößten Häuptern zog durch die Straßen der gewöhnliche Sigung. Es war aber die erste Sigung nach demokratischen Reichstagswahlstimmen mit den Roheitsvergehen ge- Stadt und unweit vom Kirchhofe, jedoch noch in der Stadt wurden fünf Monate langer Unterbrechung, und es war eine und bogen dann borausgetragen; Polizei dem Sarge Kriminalſtatiſtit iſt, wie gerade dort die Roheit grassiert, wo die Beste be Jubiläums.Sizung- die hundert fte seit Beginn zeigt, wie unzulässig die Berufung der Zuchthausvorlage auf die die Kränze vom Wagen heruntergeholt und trotz der heftigen des Kampfeslieder der Session. Das einzige Außergewöhnliche war ein riesiger Socialdemokratie, dank der geflisfentlich konservierten Unwissenheit deren jedes Wort eine schwere Majestätsbeleidigung oder Staats. Proletariats angeſtimmt, Chrysanthemum- Strauß, der neben einem prächtigen Bouquet der Massen und dank dem die Aufklärungsarbeit gewaltsam ver- verrat bedeutet, die mit lebenslänglicher Verbannung und Zwangsgelber Theerosen auf dem Präsidententisch emporragte und hindernden Polizeiknüppel, noch nicht genügenden Einfluß erlangt hat. arbeit bestraft werden. Dabei fand die Beerdigung an einem den Herrn Präsidenten verdeckte, daß man ihn nur Zum Beweise für die Notwendigkeit der Knebelung der Arbeiter- Wochentage statt, an welchem es den Arbeitern schwer fällt, sich frei vollständig sah, wenn er sich erhob. Sonst nichts Feier- bewegung beruft sich die Zuchthausvorlage aber auch auf die Zahl zu machen, abgesehen davon, daß dies ein materielles Opfer nach liches. Auch nicht auf den Gesichtern. Nicht einmal mit einer der Berurteilungen wegen einfacher Körperverletzung. Nötigung und sich zieht, welches bei den hiesigen Lohnverhältnissen nicht unbedeutend Thronrede wurden wir bedacht denn die Session, welche Bedrohung und Hausfriedensbruch. Man kann zwar mit gutem heute begann, ist ja formell gar keine neue Session, sondern Rechte sagen, daß auch nicht die Spur eines Nachweises dafür er beweisen deutlich, daß der Socialismus bei uns aufgehört hat ber Diese Kundgebung, wie einige frühere 1. Maifeier 3. B.nur die Fortsetzung der alten, die im Dezember des vorigen bracht worden ist, daß die Vermehrung dieser Delikte hervorgerufen Traum der Jugend von einer besseren Zukunft zu sein, daß er tiefe Jahres begonnen hat, und deren gesamte Geschäfts- Hinter- sei durch die Lohnlämpfe der Arbeiter. Man kann es als eine Leicht- Wurzeln im Bewußtsein der Arbeiterschaft gefaßt hat, lassenschaft wir übernommen und abzuwickeln haben. Zahlreich haben die Reichsboten sich nicht eingestellt fertigkeit bezeichnen, ohne den Versuch eines näheren Nachweises und daß er eine Elementarmacht geworden, der auch die russische Zahlreich haben die Reichsboten sich nicht eingestellt zu behaupten, an der Vermehrung der Körperverlegungen, der Regierung mit all ihrer Polizei- und Militärmacht auf die Dauer die Tagesordnung war feine verlockende- morgen Hausfriedensbrüche Die Regierung kann durch warum nicht auch irgend eines anderen feinen Widerstand wird leisten können. wird es schon voller sein. Ob Herr v. Stumm dann aber ein weniger mürrisches Gesicht machen wird als heute, das ist Delifts?- seien die streikenden Arbeiter schuld. Dann stände Be- Berbannung oder gar durch Vollstreckung von Todesurteilen( wie dies hauptung gegen Behauptung und nach dem Grundsage, daß dem im Jahre 1886 im Prozeß des" Proletariat" geschehen) die Andie Frage. Körperlich scheint er sich von seinem tragi Anschuldiger die Beweislast obliegt, tönnte man sich daran genügen für eine furze Spanne Zeit ins Stoden bringen; aber einen jeben führer von der Bewegung fernhalten und dadurch dieselbe vielleicht komischen Fall übrigens erholt zu haben, was seinen zahlreichen Freunden eine erfreuliche Botschaft sein wird. solchen Aufenthalt auf ihrem Wege wird die Arbeiterschaft zur inneren Sammlung und Verbesserung der erkannten Fehler in der Organisation benutzen, um dann mit frischen Kräften den Kampf aufs neue aufzunehmen. Jezt helfen keine Gewaltmaßregeln mehr. Die Bewegung wächst immer mehr und mehr an, und, unaufhaltsam wie eine Berglawine, alle ehrlichen oppositionellen Elemente mit Wegen Hausfriedensbruchs, einfacher Körperverletzung, Nötigung sich fortreißend, ruht sie nicht cher, als bis sie alle Schranken der und Bedrohung wurden im Jahre 1896 rechtsfräftig verurteilt Rechtschaft, sei es politischer, sei es ökonomischer Art, niedergerissen hörten und viele ahnungslos sigen blieben. haben wird, auf 100 000 strafmündige Civilpersonen im ganzen Reiche 161, in Die Tagesordnung umfaßte dreizehn Berichte der Petitions Preußen 188. Socialdemokratische Stimmen wurden abgegeben auf und zwei der Wahlprüfungskommission, denen dann die Poſt- 10 000 eingeschriebene Wähler im Reiche 1841, in Preußen 1647. gefeße folgten. Es war indes schon vor Beginn der Sigung Schon in dieser groben Einteilung deutet sich das Verhältnis an, ein stillschweigendes Abkommen getroffen worden, erst morgen das dann bei Betrachtung einzelner Landesteile ganz klar hervor unter Borsig des Präsidenten zu einer Beratung über die GeschäftsDer Seniorenkouvent des Reichstages trat am Dienstag in die Verhandlung der Postgefeße einzutreten. Die Petitionen sind die Stieffinder" des Reichstags wo die Junker herrschen, da ist die höchste Kriminalitätsziffer zu fident auf die Aenderung seines Stenogramms, die vor der Ver tritt. Ganz ebenso wie bei den Roheitsverbrechen ist es auch hier: einteilung zusammen. Vor der Diskussion hierüber kam der Prägenannt worden, und sie sind es. In den meisten Fällen finden; wo eine starke Arbeiterbewegung herrscht, da sinkt die tagung stattgefunden hatte, zurück und erklärte, daß nach seiner Ansind es hoffnungslose Prozesse und sonstige Sachen", die Kriminalität unter den Durchschnitt. Die Provinzen Bommern, sicht die Angelegenheit durch die von ihm erteilte Rüge für die schon alle Instanzen durchgemacht haben oder es sind Bosen, Schlesien, Westpreußen, Ostpreußen haben in dieser Reihenfolge unbefugte Aenderung und die nachfolgende Richtigstellung der Kormehr oder weniger berechtigte Wünsche, denen zu entsprechen Kriminalitätsziffern von 207 aufsteigend bis zu 264. Brandenburg, rettur erledigt jei. der Reichstag gar nicht die Macht hat. Allein oft verdienen Hannover, Westfalen, Hessen- Nassau, Schleswig absteigend von 180 die Petitionen entschieden ein besseres Schicksal, als ihnen zu bis 127. Und in der socialistischen Stimmabgabe stehen die erftteil wird. Von den dreizehn Petitionsberichten wurden zehn genannten Landesteile bekanntlich weit unter dem Durchschnitt des hinzu, daß die Aenderung des Stenogramms nicht etwa in zusammen nicht weit mehr als ebensoviel Minuten besorgt Landes und die letztgenannten, mit Ausnahme Westfalens, erheblich und aufgehoben. Nur drei gaben zu einer Debatte Anlaß, über dem Durchschnitt. in der auch unsere Genossen eingriffen: die Berichte über die Man blicke auf Sachsen: Kriminalität 60, socialistische Petitionen betreffend eines Reichs- Wohnungsgeseges, Stimmabgabe 3639; Thüringische Staaten: Kriminalität 102. die Petitionen betreffend Erlaß eines Trunfsucht socialistische Stimmabgabe 3071; Norddeutsche Staaten: Kriminali Truntsucht- socialistische gesetzes und endlich eine Petition betreffend eine Privat- tät 137, jocialistische Stimmabgabe 3137. Man vergleiche diese angelegenheit. Ueber erstere Petitionen schlug die Kommission vor, zur 1175 zeigt, und mit Westpreußen, das 380 socialistische Stimmen auf Bablen mit Ostpreußen, das eine socialistische Stimmabgabe von Tagesordnung überzugehen; von dem Freisinnigen Schrader 10 000 aufweist. und von unserem Genossen Schmidt Frankfurt wurde die Noch drastischer wird das Verhältnis, wenn man den HausNotwendigkeit eines Reichs- Wohnungsgefeßes aber so warm friedensbruch ausscheidet- was man mit demselben Rechte thun befürwortet, daß der Reichstag den Beschluß faßte, den Reichs- fann, wie ihn die Zuchthausvorlage beweislos gegen die organisierten Der Abg. Rintelen beantragte, die zweite Beratung der kanzler zur Niedersehung einer Kommission aufzufordern, Arbeiter ins Feld führt und nur einfache Körperverletzung, Aenderungen des Strafgesetzbuches vor der Gewerbe- Ordnungswelche die Materie prüfen und Vorschläge zu einem Gesetz Nötigung und Bedrohung berücksichtigt. Dann zeigt Sachsen 22, Novelle vorzunehmen. Abg. Singer stellte den Antrag, nach den ausarbeiten soll. Bei dieser Gelegenheit war wiederholt die Thüringen und Norddeutschland je 63, Posen, Schlesien, Ost- und Postgesezen die zweite Beratung des Arbeitswilligen Rede von Herrn von Miquel, der viel von Versöhnungs- Westpreußen aber 165 bis 176. Gesetzes stattfinden zu lassen und motivierte diesen Antrag mit der Wichtigkeit des Gesetzes und der Aufregung, in die das Land reform geredet, jedoch nichts gethan hat", wie Herr Schrader Mit Fug und Recht kann man sagen: Es ist eine dreiste Frre- durch die Vorlage versetzt ist. Dem Singerschen Antrage fich äußerte, und der, wie Genosse Schmidt erwähnte, führung der öffentlichen Meinung, aus den Zahlen der Kriminal. wurde und allseitig zugestimmt im Jahre 1848 und später auf dem dem Lande die statistit beweisen zu wollen, daß die organisierten Arbeiter in be- zuvor noch das Reichs Schuldverschreibungs Gefeß, welches radikalste Lösung der Wohnungsfrage geplant hat: näm- sonders starkem Maße die Geseze verlegten und deshalb unter zum 1. Januar fertig gestellt ſein müsse und voraussichtlich lich das Niederbrennen der Bauernhäuser, besonders strenge Gesetze, unter Ausnahmegeseze gestellt werden für die Beratung sehr wenig Zeit in Anspruch nehmen werde, zur die natürlich von von dem kommunistischen Nero neu müßten. hätten aufgebaut werden müssen, was gewiß eine„ radikale" Wohnungsreform. Auch Hize und Stöcker ließen in dieser Debatte ihr christliches Licht leuchten der eine katholisch, der andere protestantisch. Nicht so viel Zeit nahm Am 9. ds. Mts., am Tage der Ankunft des Baren mit seiner das Trunksucht- Gesek in Anspruch. Gegen ein solches sprachen Familie in Stierniewize( etwa 50 Kilometer von hier entfernt) zum mit Nachdruck der Freisinnige Bech und unser Genosse Sagdaufenthalt, bewegte sich durch die Straßen von Warschau ein Wurm, die beide ausführten, daß die Trunksucht eine Er- für hiesige Verhältnisse sonderbarer Leichenzug. Streng privat ist nach amtlichen Meldungen der Besuch des scheinung, der mit Polizei- Gesezen nicht beizukommen fei, ohne Geistlichen, ohne Lichter und ohne Kirchgesang trat der Zug, der welche nur zur Chifanierung der Armen dienen würden. aus einer tausendköpfigen Menge, hauptsächlich Arbeiter und Arbeite- Kaisers in England. Wolffs Bureau verkündet geschäftig, welche Sehr scharf betonte Wurm das sociale Moment. Aber rinnen, bestand, aus einem der hiesigen Hospitale auf die Straße. Einladungen Wilhelm II. abgelehnt habe, um diesen Charakter ber Der Sarg von Arbeitern getragen und der Leichenwagen ganz mit Reise zu wahren. bergebens der Reichstag nahm gegen uns und die Frei- Kränzen bedeckt, darunter mehrere mit roten Bändern, auf denen die Der Entel besucht die Großmutter die Kannegießer sollten finnigen den Antrag der Kommission auf Weberdie socialistischen wirklich aufhören, sich in diese Familienangelegenheit mit ihren Aufschriften zu lesen waren:„ Dem Genossen Daß der weisung an die Regierung zur Berücksichtigung" an. Arbeiter und Arbeiterinnen",„ Die jüdischen Arbeiter- dem Kämpfer für aufdringlichen politischen Kombinationen einzumengen. Die dritte Petition betrifft ein eigentümliches, nicht völlig die gemeinsame Sache"," Er ging den Samen der Menschenliebe jäend", Entel gerade das Bedürfnis fühlt, seine Großmutter in einer Zeit flares Geschäft, das die Militärintendantur in Straß- An Januß Tausti die Jugend", die Jugend",„ An Januß die Freunde" zu besuchen, wo sie durch ein provoziertes und arg mißglücktes burg mit zwei Privaten behufs Erbauung einer„ Offiziers- und noch andere mehr. Der Verstorbene, Januß Tanski, Ingenieur Striegsunternehmen schmerzlich getroffen sein muß, ist am Ende das Speiseansta It" eingegangen. Man wollte still über den und Mathematiker, verdiente vollauf die ihm erwiesenen Ehren. Er natürlichste Ding der Welt. heiklen Gegenstand meggleiten, allein Bebel erhob Einspruch, war f. 3. einer der thätigsten Socialdemokraten in Polen; hat auch zeigte, daß nicht alles in Ordnung war, und bewirkte, daß die Petition an die Budgetkommission verwiesen ward, vor die sie gehört. 0 " Die zwei Wahlprüfungs- Berichte wurden ohne Debatte erledigt. Herr v. Kardorff hat wieder einmal das Vergnügen, beanstandet" zu sein, woran er aber jo gewöhnt, daß es ihn nicht mehr rührt. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr: Postgesetze. Eine polnische Arbeiter- Demonstration. Warschau, den 12. November. Dem Hause gegenüber trage er die Verantwortlichkeit für den Borfall. Der Präsident fügte auf Anfrage des Abg. Bebel noch auf Anregung von außen her, sondern durch die allerdings unberechtigte. von dem Präsidenten nicht kontrollierte Initiative des Reichstags- Bureaus erfolgt sei. V W Der Seniorentonvent trat der Auffassung des Präsidenten bei und erklärte die Angelegenheit als erledigt. Hierauf schlug der Präsident als Arbeitsstoff für die nächsten Wochen folgende Gegenstände vor: 1. Zweite Beratung der Postdes Gefeßes betr. Schutz der Arbeitswilligen. gejege; 2. zweite Beratung der Gewerbe Ordnungs Novelle; 3. zweite Beratung der Reichs- Schuldenordnung; 4. zweite Beratung Der Etat für 1900 ist noch nicht eingegangen, soll aber nach Ansicht des Präsidenten möglichst noch vor Weihnachten in erster Beratung erledigt werden. mur befürwortet, daß zweiten Beratung gelange. Diesem Wunsch schloß sich der Abg. Singer an, und wurde nunmehr seinem Antrage entsprechend be schlossen, nach der Beratung des Posts und des SchuldverschreibungsGesezes in die zweite Beratung der Zuchthausvorlage" eins zutreten. Ob und wann die erste Beratung des Etats noch vor Weihnachten stattfinden soll, wurde weiterer Beratung des Seniorentonvents vorbehalten- seine Thätigkeit mit Gefängnis und Verbannung abbüßen müssen. Centrum und Flottenvorlage. Die Köln. Boltsztg." stellt Bis zu seinem legten Atemzuge blieb er seinen Ueberzeugungen treu, feft, daß fein Organ der Centrumspreſſe für die neuen Flottenpläne indem er unter anderm die hier in solchen Fällen sehr zudringliche fich ausgesprochen hat.„ Es wäre auch sehr verwunderlich, wenn es Geistlichkeit von seinem Lager schroff abwies und ohne Sakramente anders wäre, denn die Art und Weise, wie diese Pläne in die Erzu empfangen verschied. Die Pfaffen versagten ihm auch deshalb scheinung getreten sind, muß gerade im Centrum aufs peinlichste beeine firchliche Beerdigung, um so zahlreicher dagegen waren die rühren, unter deffen ausschlaggebender Mitwirkung das erst seit Arbeiter. Es wäre ja eigentlich nichts Sonderbares darin, daß die 11/2 Jahren in Kraft stehende Flottengesetz von 1898 zu stande geArbeiterschaft einem ihrer Genossen das letzte Geleit gab. Der tommen ist." Schwerpunkt der Sache liegt anderswo. Man darf mit einiger Neugier erwarten, in welcher Weise nun Am selben Tage war die ganze Strecke der Warschau- Wiener Herr Lieber diesmal den Centrums- Umfall arrangieren wird. Ganz Bahn, die der Zar passieren sollte, von einem ununterbrochenen leicht ist die Sache nicht, aber wozu wäre Herr Lieber Führer, StaatsMilitärkordon bewacht; sämtliche hohen und höchsten Beamten der mann und Diplomat! Centrum und Zuchthandvorlage. Zur Zuchthausvorlage wird Eine albern= in einer Uebersicht der„ Germania" über das Reichstagspensum aus-|, Schleswigschen Grenzpost". Sie lautet: geführt, daß seitens des Centrums Abänderungs- und Verbesserungsanträge bereits vorbereitet sind. Für die Centrumspartei liege ,, kein Grund vor, der Verhandlung über die Vorlage aus dem Wege zu gehen und der Regierung oder anderen Parteien den Gefallen zu eriveisen, diese socialpolitische Frage in der Versenkung verschwinden zu lassen. Das Centrum wird seine Stellung zum Koalitionsrecht der Arbeiter und zu den damit in Verbindung stehenden Fragen, wie die geset liche Anerkennung der Berufsvereine, der Arbeitskammern und der Ginigungsämter flar und bestimmt in positiven Anträgen zum Ausdruck zu bringen wissen. Ob damit bei dem Widerstreben einzelner Parteien und besonders der Regierung sogleich positive Erfolge zu erzielen sind, muß freilich dahingestellt bleiben. Jedenfalls fann das Centrum den weiteren Verhandlungen über die " Buchthausvorlage" freien Lauf lassen, und es braucht sich selbst auch vor einer Auflösung des Reichstags wegen der Zuchthausvorlage nicht zu fürchten, vorausgesetzt, daß die Regierung daran überhaupt noch denkt, was wir zu bezweifeln begründeten Anlaß haben." denunztatorische Notiz findet sich in der Auts Dänemark wird soeben berichtet, der deutsche ReichstagsAbgeordnete Liebknecht habe seine dortigen socialdemokratischen Parteigenossen ersucht, ihm Mitteilungen über diejenigen Ausweisungen aus dem nördlichen Schleswig zu machen, die seit dem Letzten Zusammensein des deutschen Reichstages vorgekommen seien. Als Zweck dieser Umfrage gebe Herr Liebknecht an, er beabsichtige aufs neue eine Erörterung der Ausweisungsangelegenheit im Reichstage herbeizuführen. Ob ihm das gelingt, bleibt mun ja abzuwarten. Daß die beiden parlamentarischen Führer der dänischen Los trennungsagitation im nördlichen Schleswig Fühlung mit der socialdemokratischen Partei des deutschen Reichstages besigen, steht allerdings wohl außer Zweifel. Von Herrn H. P. Hanssen waren derartige Beziehungen schon längst bekannt. Es dürfte sich empfehlen, den Herrn Liebknecht im Reichstage darüber zur Rede zu stellen, ob er wirklich in dieser Weise mit den Reichsfeinden im Auslande konspiriere. Die Münzgesetznovelle ist dem Reichstag zugegangen. Der Inhalt derselben ist schon vor längerer Zeit bekannt geworden. Danach werden die Reichs- Goldmünzen von 5 M. und die zwanzig pfennigftücke von Silber und Nickel demnächst außer Kurs gefeßt. An die Stelle des Artikels 4 des Münzgesetzes vom 9. Juli 1873 tritt folgende Bestimmung: Der Gesamtbetrag der Silbermünzen soll bis auf weiteres vierzehn Mart für den Kopf der Bevölkerung des Reichs nicht übersteigen. Bei Neuprägungen dieser Münzen sind Landes Silbermünzen insoweit einzuziehen und zu Nenprägungen sich ergebenden Münzgewinne Dedung finden. Dies die alberne Notiz. Der Verfasser derselben ist sich wohl feinden im Auslande konspirieren" ist hoch und Landesfaum der ganzen Niedrigkeit seines Handelns bewußt. Mit Landesverrat. und Landesverräter bemuzieren wollen? Num- dann würde Hat er Lichtnecht aside felbft Herr v. Stöller, in dessen Nähe er sich zu befinden scheint, ihn auslachen. Und es bedarf gar keiner Anfrage im Reichstag, um zu erfahren, ob Licbknecht Nachforschungen das weijungspolitifer auch in Dänemart angestellt hat. Das hat er selbstverständlich gethan und thut es noch, und es war und ist seine Pflicht, dies zu thun seine Pflicht als Abder bemüht ist, den in reiben deren Aus" Mitglied des Gemeind erates in Schlettstadt, sich um die Gunst des Wählerschaft bewarb. Sein kurzer, mit erfrischender Naivetät abgefaßter Appell an die Wähler hat folgenden Wortlaut: An meine Wähler! im Reichstage mit bekanntem Graef Des und Der wichtige Tag naht heran, wo ich Eure Interessen Offenherzigkeit zu vertreten gedente. Deswegen nehmet meine Worte in Schuh, denn dieselben kommen von einem Ehrenmanne, welcher bei den meisten Wählern unferes Streises persönlich bekannt ist. Als armer Junge in Barr erzogen, habe ich es soweit gebracht, daß ich heute als wichtiger Lederfabrikant und Reichstags- Kandidat auftrete. Ein Beweis der Ehrlich, Fähig und Thätig teit. Wie ich im stande war, bis daher meine Interessen und Vorteile zu suchen und zu schützen, werde ich auch, wenn immer möglich, die Eurigen schüßen und zu Herzen nehmen. Sei es Ackersman, Nebmann oder Geschäftsmann, vom fleinsten bis zum größten, stehe ich für alle. Ich bitte Euch, werte Wähler, laßt Euch nur diesmml kein Sand in die Augen streuen und wählet den praktischen Mann, welcher alles vom Kleinsten bis zum größten aus eigener Erfahrung kennt. Mein Princip ist: wenig versprechen, aber wenn möglich viel halten. Daß ich das Wohl unseres Kreises suche, ist selbstverständlich. Zum Beweise, daß ich die Arbeitsklasse unterstütze, diene der Um stand, daß ich während einer Geschäftskrisis im Jahre 1898 einen Monat und 4 Tage lang meinen Arbeitern 2 M. pro Tag auszahlte, obschon die Verhältnisse es nicht gestatteten, die Arbeiter damals zu beschäftigen. Nun, liebe Wähler, wer Ehrgefühl besigt, stimme mun den liberalen Kandidaten Karl Diriong, veräußern, als die hierdurch entstehenden Verluste in dem aus den geordneter und als wirklicher Patriot dem deutschen Namen Bis dahin wäre nun alles recht schön und gut; denn es ist ge„ Reichsfeinben wirty Nordschleswig, Unehre machen, das Handwerk zu legen. Leichtes Zusammenarbeiten. Die Grenzboten" hatten in cinem Artikel angedeutet, daß die Konservativen die WiedereinEin socialdemokratischer Schulvorsteher wurde wieder zurück- bürgers, fich um ein Mandat zum Neichstag zu bewerben und die wiß ein unveräußerliches Menschenrecht jedes wahlmündigen Staatss stellung einiger gemaßregelten Beamten ermöglichen könnten, wenn gewiesen in Ricklingen in Hannover. Genosse Mensing war von Mittel der Agitation dabei ganz nach eigenem Belieben und Gesie sich der neuen Vorlage gegenüber freundlicher stellen würden. dortigen Gemeindeausschuß in die Schulkommission gewählt worden. ſchmack auszusuchen. Was aber der Schlettstadter Wahl ihren Die„ Kreuz- Zeitung" nennt diesen Gedanken gefährlich": Darauf erhielt der Ausschuß vom Landratsamte Linden ein Schrift: charakteristischen Stempel aufdrückt, das ist die Thatsache, daß sich im nach der mit Hilfe der Konservativen erfolgten Amahme der veranlagt wird, eine Erjazzwahl für den nicht in die Schulkommission Dirionnichen Hauswurstiaden hereinfielen: etwa 2100 Stimmen Wenn damit gemeint ist, daß eine solche Wiederaustellung stück, worin Mensings Wahl beanstandet und der Gemeindeausschuß Streise mehr als 2800 Wähler fanden, die auf die Kornmannenen Kanalvorlage ins Auge zu fassen sei, so ist die bierin aufzunehmenden Mensing" vorzunehmen. liegende Zumutung für die Konservativen geradezu Der Menfing" muß sich trösten mit dem Bosse, dem Vater des wurden auf den Namen des wichtigen Lederfabrikanten", gegen beleidigend. Wir können uns nicht denken, daß die betreffenden Erlasses, der ja unterdeß auch schon faltgestellt 800 auf denjenigen des unnötigerweise ins Gefängnis geſtedten" Kornmann abgegeben. Taß derartiges heutzutage nur noch in worden ist. Staatsregierung ihnen eine solche zu stellen gewillt ist. Elsaß- Lothringen passieren fant, fonnt auf das Konto der Diese möge doch nicht vergessen, daß die Stärke, in Ans Westpreußen. Die Bewohner der Grenzbezirke machen Diktatur- und Entrechtungsmaßregeln, mit denen man in Elsaß in der Volksvertretung erscheinen, von der Erlaubnis, geringe Mengen Lebensmittel, hauptsächlich dem Volke die ernstliche Beschäftigung mit seinen staatsbürgerlichen von der Stimmung der Wählerschaft abhängig ist. Echweinefleisch. zollfrei über die Grenze zu holen, ausgiebigen Angelegenheiten verelelt und seine politische Erziehung nach Kräften Mit dem Augenblice, wo die parlamentarische Partei Gebrauch. Wie begreiflich, haben die Leute oft nicht nur Fleisch erschwert. der Parole folgt,„ Versöhnung mit der Staatsregierung für den eignen Bedarf über die Grenze geholt, fondern auch die Leutenot auf dem Lande soll in Elsaß- Lothringen un jeden Preis", ist es um ihre parlamentarische Zukunft für Bekannte, ferner ist auch Fleisch mit einem geringen Rugen jetzt durch gefeßliche Wittel bekämpft werden, die dem preußischen vorläufig vorbei. Dann werden ihre Erbschaft andere weiter verkauft worden. Der Regierungspräsident zu Marienwerder Osten entlehnt sind, wo die Landflucht der Arbeiter bekanntlich eine Gruppen einnehmen, mit denen die Staatsregierung hat dem jetzt ein Ende gemacht. Er hat eine Verfügung erlassen, mindestens ebenso große ist, wie im Kleinbäuerlichen Süden. Im weniger leicht wird arbeiten können. Der Kampf für die daß die zugelassene Einfuhr von Freimengen- Schweinefleisch aus reichsländischen 2andwirtschaftsrat stand die Regelung des Monarchie, für Sitte und Ordnung gegen den Umsturz wird aber Rußland nur unter der Bedingung stattfinden darf, daß die Einfuhr ländlichen Arbeitsvertrages fürzlich zur Verhandlung, nachdem die dann nicht mehr viel Aussicht auf Erfolg haben." auf einer 3oIlstraße und innerhalb einer festgesetzten Es iſt unübertrefflich naiv, aber auch für die wirklichen Ver- Tageszeit erfolgt. Ferner müsien die eingeführten Mengen Agrarier des Landesausschusses im Laufe der beendigten Seſſion des hältnisse sehr bezeichnend, daß die Partei, die der Regierung die lediglich für den eigenen Haushalt eines Bewohners des Grenz Städten" hatten ertönen lassen. Es entspricht durchaus dem reaktionären öftern ihre beweglichen Slagelieder über den„ Drang nach den schwerste Niederlage bereitet hat, die sie jemals erlitten, darin eine begirts bestimmt sein, es darf für jeden Haushalt nicht mehr als die wirksame Drohung sieht, wenn sie ihre parlamentarische Schwächnung gejezlich zulässige Höchstmenge an ein und demselben Tage ein- ug, durch den gegenwärtig die innere Politik der Reichslande bein Aussicht stellt. Jede Regierung kann keinen dringenderen Wunsch haben, geführt werden. Ein täglich mehrmaliges Ueberschreiten der Grenze, timmt wird, wenn man das Heilmittel für den erwähnten ſocialen als die Parteien in ihrem Einfluß zurückzudrängen, die ihre Pläne um Fleisch zu holen, darf nicht mehr stattfinden. and nicht etwa in der ökonomischen Beſſerſtellung des ländißstand nicht etwa in der ökonomischen Befferstellung des länddurchkreuzen. Die von dem Junkertum schmählich zu Boden ge- Die Verfügung ist natürlich von der Grenzbevölkerung mit lichen Arbeiters, in der Erweiterung und dem erhöhten Schuze ſeiner worfene Regierung aber läßt sich von ihren schlimmsten Feinden mit nichts weniger wie freudigen Gefühlen begrüßt worden und wird Rechte erblickte, sondern zu Zwangsmitteln glaubte greifen ihrem möglichen zu müssen, um den ländlichen Arbeiter an seine Arbeitsstelle zu Rückzug einschüchtern. Besiegte, die vor der sicher dazu beitragen, die schon vorhandene Unzufriedenheit noch zu müssen, um den ländlichen Arbeiter an seine Arbeitsstelle zu Gefahr zittern, daß die Sieger ihr weitere Niederlagen ersparen steigern. feffeln. Als solche wurden die Einrichtung einer Gesinde fönnten,- das sind, nach der„ Kreuz- Zeitungs"- Anschaung, die Die Maßregel bedeutet ein Entgegenkommen Agrariern, die es am liebsten sähen, wenn Ordnung nach preußischem Muster, die dein Ministerium offenbar masochistische Neigungen, die Lust am es überhaupt verboten würde, daß Freimengen über die Grenze ge- strenge Bestrafung des Kontraktbruches in Vorschlag torische Führung von Arbeitsbüchern obliga. Gepeinigt- Werden, zuschreibt, die Männer der preußischen Regierung. bracht werden. Und Leicht- Zusammen- Arbeiten nennt es das Blatt, wenn die Kon gebracht. Zwar fehlte es nicht an Stimmen, die vor einer Uebereingeweihten ganz unvermittelt wurde in der heutigen Sitzung der wiesen, daß sie sich auch als zweischneidiges Schwert erweisen und, Dresden, 14. November.( Eig. Ber.) Landtag. Für den Nicht- schäzung der Wirkung dieser Zwangsmittel warnten und darauf hinzweiten Kammer nach Erledigung der regulären, weiterhin nicht anstatt den ländlichen Arbeiter festzuhalten, ihm das Leben auf dem besonders interessierenden Tagesordnung in Form einer Inter- Pande noch mehr verekeln und die Flucht in die Städte Pellation eine wichtige Frage angeschnitten. Der national- noch verstärken könnten. Auch der reichsländische LandInterpellation ein: Ist die hohe Staatsregierung geneigt, Waffer in den agrarischen Wein, indem er durch den Hinweis auf liberale Abgeordnete Dr. Schill- Leipzig brachte folgende wirtschaftsminister, Unterstaatssekretär Zorn v. Bulach, goß etwas in Berhandlung über eine Abänderung der diesbezüglichen Be- die weit günstigeren Lohn, Arbeits- und allgemeinen Lebensſtimmungen der Revidierten Städte Ordnung, sowie der Städte bedingungen des industriellen Arbeiters der Leutenot auf dem Lande Ordnung für mittlere und fleine Städte einzutreten nach der Rich- eine natürliche Erklärung zu geben versucht und die ländlichen tung hin, daß gerichtliche Untersuchung gegen einen Stadtverordneten Arbeitgeber an die erhöhten Pflichten erinnerte, die ihnen aus den nicht den Verlust, sondern nur Suspension vom Amte zur Folge hat. gegen frühere Zeiten total veränderten Verhältnissen erwüchsen. Die fraglichen gesetzlichen Bestimmungen enthalten thatsächlich Schließlich gelangte der Landwirtschaftsrat trotz alledem zu dem eindemokratische Vertreter getroffen wurden. Die Veranlassung zu der Arbeitsbüchern und den Erlaß einer allgemeinen Gesindeoffenbar ungerechte Bestimmungen, von denen besonders auch social- stimmigen Beschluß, sich für die obligatorische Einführung von Interpellation ist natürlich nicht hierauf, sondern auf einige Fälle Ordnung auszusprechen. zurückzuführen, in denen bürgerliche Gemeindevertreter davon betroffen wurden. Die Interpellation wird am Freitag zur Verhandlung kommen und sicher Anlaß zu eingehender Diskussion geben. forb werfen. servativen die Entwürfe der Regierung mitleidlos in den PapierMan kann bei solcher Auffassung von leichtem Zusammenarbeiten den anderen bürgerlichen Parteien in der That den Vorwurf nicht ersparen, daß das Zusammenarbeiten mit ihnen für die Regierung schwieriger ist; denn sie apportieren in der Regel heißhungrig die Vorlagen der Regierung. Bekehrte Junker. In der„ Krenz- Zeitung" macht ein Graf Reichenbach folgenden Hurra- Vorschlag: In der Flottenfrage ist der beste Sachverständige Se. Majestät der Kaiser. Deutschland ist also wohl beraten, wenn fein Reichstag der Regierung die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt, ohne durch breite Vesprechung des Flottenplanes in Kommiffion, Plenum und Presse diesen zur Kenntnis des gesamten Auslandes zu bringen." Das hätte der Herr Graf seinen Leuten bei der Kanalfrage ans Herz legen sollen! " " " gegenüber # Bayrischer Landtag. und München, 13. November. die Die ,, Krenz- Zeitung", der das Gewissen schlug, weil sie die Bei der Gelegenheit fei bemerkt, daß der konservative Abgeordnete In der heutigen Generalbiskussion zum Justiz- Etat tamen eine militärische Züchtigkeit der Boeren zu sehr gelobt, hat Dr. Schober- Leipzig in Rücksicht eines gegen seine Wahl" er- Reihe von Dingen zur Sprache, die schon seit geraumer Zeit die jezt entdeckt, daß die Boeren doch einen großen militärischen Fehler hobenen Protestes sein Mandat niedergelegt hat.-ing Oeffentlichkeit lebhaft beschäftigen, so der ambulante haben: nämlich schlecht organisierte Stäbe" und Stämme". Mit Heiteres im Wahlkampf. Im Wahlkreise Schlettstedt, Gerichtsstand der Presse, der Grobe Unfug der Miliz sei es also doch nichts. Der Kreuz Zeitung" ist hierbei wo am legten Sonntag die Reichstags- Ersatwahl stattfand, waren paragraph, die Verschleppung von Prozessen, die Thätigkeit ein kleines Unglück passiert. Sie hat nämlich vergessen, daß die neben den beiden ausgesprochenen Parteikandidaturen Wonderscheer der Amtsanwälte, die Belehrung der Geschworenen durch die Boeren gar keine reguläre Miliz haben, und daß da, wo( flerikal) und Brustewicz( Soc.) noch zwei Bewerber in der Wahl Schwurgerichtspräsidenten, die Verwendung von Rechtspraktikanten eine reguläre Miliz besteht, wie in der Schweiz, auch für Stäbe" arena erschienen, die ganz auf eigene Faust in den Kampf zogen, als Offizialverteidiger, die Wiedereinführung der Berufung usw. und Stämme" gesorgt ist. Also militärisch neben die Scheibe ge- zwei richtige Wahlfreibeuter, deren ganze Agitationsarbeit in der Unser Genosse Oertel erhob zunächst die principielle Forderung schossen! möglichst prononcierten Herausstaffierung der eigenen Persönlichkeit unserer Partei nach einer Verbilligung der gesamten Rechtspflege, bestand, ohne eigentliches Wahlprogramm und ohne Anlehnung an da es unter den heutigen Verhältnissen vielen geradezu unmöglich Ueber die Führung des Vereinsregifters, das nach dem eine bestimmte politische Parteirichtung. Welcher Art diese fonder- sei, zu ihrem Rechte zu kommen, da sie nicht über die nötigen Mittel Bürgerlichen Gesetzbuche bei den Amtsgerichten anzulegen ist, sobald baren Schwärmer waren, deren Auftauchen auf dem Kampffeld verfügen. Der Grobe Unfugparagraph gelte heute als Mädchen für Meldungen auf Eintragung vorliegen, hat der preußische Justiz einer politischen Wahl mur möglich tvar unter den alles. Die Verurteilung einiger Versammlungsredner, welche die minister eine allgemeine Anweisung erlassen. Danach erfolgt die ganz besonders rückständigen politischen Verhältnissen eines Buchthausvorlage als ein Echandgeses bezeichneten, wegen groben Eintragung eines Vereins auf Grund einer Verfügung des Amts- Teiles des zur Neuwahl berufenen Kreises, das geht am deutlichsten Unfugs bilde keineswegs das Ideal einer Rechtsprechung. gerichts. Es müssen eingetragen werden 1. der Tag der Er- aus den Wahlaufrufen hervor, mit denen sie vor die Wählerschaft Durch den Ausdruck Schandgesetz" fei keine Erregung und Benn richtung der Satzung, 2. die Bestimmungen der Sagung, die den traten. Der eine, Pflugfabrikant Sornmann in Barr, leitet sein ruhigung hervorgerufen worden, im Gegenteil: der Juhalt der Umfang der Vertretungsvollmacht des Vorstandes beschränkten Mandat für die Bewerberschaft um das Ehrenamt eines Bolts- 8uchthaus vorlage habe bei Hunderttausenden bis tief in die oder die Beschlußfassung des Vorstandes und der Liquidatoren vertreters im Reichsparlament von einem vermeintlich schweren Un- weitesten bürgerlichen Kreise hinein die größte Erregung und Beun abweichend von den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches recht her, das ihm jüngst in einer Gerichtsverhandlung seines Wohn- ruhigung erzeugt, so daß man eigentlich den Urheber regeln, 3. der Tag der Wenderung der Statuten und allgemeine Be- ortes widerfahren. Sein Wahlaufruf läßt sich darüber folgender der Vorlage darüber folgender- der Vorlage wegen groben Unfugs bestrafen zeichnung des Gegenstandes der Aenderung, genaue Angabe der maßen aus: müßte. Auf dem bisherigen Wege dieser Art von Aenderung aber, wenn sie sich auf die unter 2 erwähnten Fälle beWenn ein Bürger bei einer politischen Wahl von seinem Rechtsprechung fönne nicht mehr weiter gegangen werden. zieht, 4. die Mitglieder des Vorstandes nach Fainilicimament, Wahlrecht Gebrauch macht, so hat kein Gendarm und kein Beamter Bezüglich des ambulanten Gerichtsstandes der Presse seien ja in Bornamen und Wohnort und jede Aenderung jede Aenderung im Vor- die Befugnis, fich da hereinzumischen. Wenn ein Bürger, wie mir Bayern allerdings schon verschiedene Urteile gefällt worden, der stande, 5. Auflösung des Vereins, Entziehung der Rechts- dies vor furzem vor dem Barrer Civilgericht passierte, aus Ver- Redacteur könne gerechterweise doch nur an seinem Wohnort verfähigkeit, Eröffnung des Konkurses, Namen der Liquidatoren. sehen seinen Hut im Gerichtsjaale, unmittelbar an der Thüre, an- antwortlich gemacht werden, nicht aber an jedem Orte, wo seine Für jeden eingetragenen Verein sollen besondere Atten an- statt außerhalb des Gerichtssaales auffeßt, so sollte man einen Beitung hinkommt, da er ja mit der Verbreitung nichts zu thun gelegt werden. Gehört ein Ort oder eine Gemeinde zu den solchen Bürger nicht sofort verhaften und in das Gefängnis ab- bat. Solche Zustände führen notwendig zur vollen Rechtlosigkeit Bezirken verschiedener Registergerichte, so hat jedes Registergericht führen, wie man mir das that. der Presse. Es wäre höchste Zeit, daß diese Dinge endlich die Namen der in dem Orte oder in der Gemeinde errichteten auch einmal im Bundesrate besprochen würden. An der Hand einer Vereine, die in das Vereinsregister eingetragen werden, sowie die Reihe von Urteilen führte unser Redner den schlagenden Beweis, Namensänderungen und Löschungen, die bei solchen Vereinen eindaß man sich nicht darüber wundern dürfe, wenn das Volk zu der getragen werden, den anderen beteiligten Registergerichten un Ueberzeugung komme, daß eine selaisen justiz geübt werde. verzüglich mitzuteilen. Das zeige allein schon die Zusammensetzung der Geschworenen- und Schöffengerichte, bei denen die Arbeiter von der Mitwirkung gänzlich ausgeschlossen sind. Weiter kritisierte unser Freund noch die militärische Schneidigkeit mancher Richter und forderte zum Schlusse die endliche Abstellung des Mißstandes, daß in Nürnberg die Gefangenen durch die belebtesten Straßen geführt werden. Harmlosigkeiten. Aus Wiesbaden meldet die Frankfurter Beitung": Zwei Träger befannter Adelsnamen haben sich in einer Prosceniumsloge des hiesigen Residenztheaters während der Sonntage nachmittags- Vorstellung unge bührlich betragen. Nicht allein, daß ihre Heiterkeit" die übrigen Theaterbesucher störte, sie begannen anch unter Mißachtung der Hausordnung in dem feuergefährlichen Raume zu rauchen und in bedenklicher Weise mit Streichhölzern zu operieren. Die polizeiliche Namensfeststellung ergab als Missethäter einen Herrn v. Bennigsen und den im, harmlosen"-Prozeß unlängst vielgenannten Herrn v. Recum. Beide wurden aus dem Theater gewiesen und werden fich demnächst wegen Gefährdung cincs öffentlichen Etablissements 2c. zu verantworten haben. Führer der Nation! Landwirte! Ich habe Ench seit 15 Jahren redlich bedient. Ihr werdet nicht billigen können, daß redliche Arbeit unnötigerweise ins Gefängnis gesteckt wird. Ja, ich appelliere an Euren Mut, unsere Landesehre zu verteidigen, indem Ihr in geschlossenen Reihen an die Urne geht und mir wie ein Mann Eure Stimme gebt. home Die Justiz muß mit dem Voltsbewußtsein in Uebereinstimmung bleiben. Ich bin daher gegen jeden diktatorischen Geist in der Rechtspflege, gegen imberechtigte Beamtenübergriffe. Es giebt wohl eine Beleidigung der Beamten. Aber es giebt leider keine Strafe für die Beleidigung des Volkes, durch die Beamten. Diese Strafe follte es für Beamte geben, welche fich einer Beleidigung der Bevölkerung schuldig machen. Die Beamten sind der Bevölkerung wegen da, nicht die Bevölkerung der Beamten wegen. Ich werde meine Stimme dagegen erheben, daß man einen Beamten, welcher feine Befugnisse überschritten, auf einen höheren Posten versezt.. 44 Noch weit reicher an echten Perlen unfreiwilligen Humors ist die Selbstempfehlung, mit welcher der Leberfabrikant Dirionn. Minister v. Leonrod verwahrte sich natürlich gegen den Vorwurf der Klassenjustiz, die von vornherein eine Verdächtigung der Richter in sich berge. Bezliglich bes ambulanten Gerichtsstandes der Presse und des Groben Unfugparagraphen wünsche auch er, daß etwas geschehe, doch sei das nicht so leicht wie man glaube. Für die Wiedereinführung der Berufung in Straffachen sei die bayrische Regierung stets eingetreten, allein so rasch lasse sich die Sache nicht machen. Ausland. Das Nätsel von Polna. -st- Wien, 13. November. Gebrauchs Der Komplottprozeß. Buruhen in Schantung. Ein aus Beting eingegangenes räte gewählt, und zwar außer ihm Wullschleger- Basel, Vogelsangers| Es wäre sinnlos, einem Mann 75 Kronen zu geben, wenn er nu amtliches Telegramm behandelt die augenblickliche Lage in den Zürich und Gschwind- Basel- Land, In Basel unterlag gestern um etwas Brot oder Holz bittet. deutschen Missionsgebieten in Schantung. Danach be- Genosse Schweizer mit 2246 gegen 3439 Stimmen, mit denen der Zum Schluß sprach unser Genosse BorIjänz. Er freut sich, finden sich in jener Provinz die Anhänger der roten Faust- Sette" Konservative Tholin gewählt wurde. In Bern wurde mit daß auch der Minister eine Reformbedürftigkeit anerkenne. Die ganze und der großen Messer- Sette" in Aufruhr gegen Beamte und Volk 5894 gegen 4280 Stimmen der Konservative Wyß gewählt; Linte stände auf ihrer Seite. Und er wies nach, daß durch das und plündern und rauben an vielen Orten. Darunter litten die ein letztere Stimmenzahl fiel auf Sourbeck, dessen wohlverdienten Gesetz die Landgemeinden nahezu so viel an Armenhilfe sparen, als heimischen Christen nicht minder als die übrige Bevölkerung. Meist wurde Durchfall die Socialdemokraten herbeiführten, indem sie ihre eigene ihr Beitrag ausmacht. Er hofft, daß der Folkething den Antrag an von ihnen Geld erpreßt, auch wurden ihre Häuser vielfach geplündert Kandidatur zurückzogen und für Wyß stimmten. Hoffentlich ist dieser nehmen wird. Widersetzt sich der Landesthing, dann würde eine oder zerstört. In den benachbarten Gebiet der italienischen Mission, Vorgang eine Warnung für alle charakterlosen Drehscheiben- Politiker Boltsbewegung entstehen, die gegen diese reaktionäre Körperschaft wo eben erst eine Kapelle niedergebrannt wurde, ging es nicht besser. und Streber. Die anderen Wahlen haben für uns fein Interesse. Nachdem jedoch Front machen würde. jedoch infolge infolge des des unablässigen Drängens des Dem türkischen Sultan genügt das vor Jahresfrist deutschen Gesandten die chinesische Regierung einige Seltierer in Genf errichtete Generalkonsulat nicht für die polizeiliche Ueberdurch die Lokalbehörden hat einterfern lassen und weiter wachung und Bespizzelung der Jungtürken, er errichtet mun in Bern eine in der Richtung vorgeht, ist es ruhiger geworden. An Gesandtschaft und der Bundesrat mußte dazu aus internationaler Paris, 12. November. einzelnen Orten haben die Christen zusammen mit ihren Höflichkeit seine Zustimmung geben, obwohl zweifellos auch ihm gut Was an dem Komplottprozeß am meisten auffällt, ist die fast andersgläubigen Landsleuten die Rebellen mit Waffengewalt bekannt ist, daß es sich hierbei in der Hauptsache nur um Bolizei eisige Gleichgültigkeit des Publikums gegenüber den Prozeßverhandvertrieben. Von dem Provinzialgouverneur ist der Missionsleitung spigelei handelt. Als neuer Gesandter sei der gegenwärtig in lungen. Die geräuschvollen Auftritte der Entlastungszeugen" im voller Ersatz des der Mission wie auch den Christen erwachsenen gleicher Eigenschaft in Brüssel amtierende Karatheodori Effendi in und um das Palais Luremburg- Auftritte, die übrigens nur durch Schadens versprochen, auch sind bereits mehrere Zahlungen geleistet Aussicht genommen. worden. Bischof v. Anzer macht zur Zeit auf Grund besonderer, topfloſe Anordnungen und die gemütvolle Waschlappigkeit des HochDie Föderalisten im Kanton Waadt haben beschlossen, in gerichtsvorsitzenden ermöglicht wurden waren ein mißlungener Bervon dem Gesandten ihm ausgewirkter Schutzbefehle der chinesischen Sachen des Kranten und Unfallversicherungssuch, die Quantität durch die Qualität der Schreihälſe zu ersetzen. Die Regierung eine Rundreise durch das Missionsgebiet." Gesezes das Referendum zu ergreifen. Die Referendums Beugen" sind ja in der großen Mehrzahl die Kerntruppen und die frist läuft bis zum 9. Januar 1900, bis zu welchem Termine die Werkzeuge der auf der Auflagebant sigenden Staatsstreichler. Daß erforderlichen 80 000 Unterschriften aufgebracht sein müssen, wenn es die arbeitende Bevölkerung zu Hause bleibt, wie sie auch in den erzur Boltsabstimmung kommen soll. regtesten Tagen des Zola- Prozesses zu Hause blieb, ist selbstverständBasel, 13. November.( Eig. Ber.) Der Große Rat hat mit lich. An ihre Werkeltagsarbeit gebunden, hat sie überhaupt feinte An demselben Tage, an 73 gegen 30 Stimmen beschlossen, auf die Detailberatung des von Beit zu verlieren, folange ihr Intereffe nicht bis zu einer revolutionären dem der verrückte Mechaniker der betreffenden großrätlichen Kommission bereits vorberatenen Stimmung gesteigert ist. Aber auch dasjenige Publikum, welches Schneider im Abgeordnetenhause seine Hetzrede gegen die Juden Geseßentwurfes betreffend die staatliche Arieden Tag über Mußestunden verfügt, bleibt fühl zu Hause oder hielt, ist die Broschüre des Professors Masaryk erschienen, worin beitslosen Versicherung einzutreten. der bekannte Gelehrte mit zwingenden Gründen die Notwendigkeit ultramontanen, der Advokat Dr. Fingemointer, hatte den Entwurf Der Führer der anderswo. Dementsprechend ist auch die Haltung der Presse. Nur die der Revision des Unkulturprozesses von Polna beweist. Masaryks belämpft und dessen Ablehnung beantragt. Katholische Social- nationalistischen, die weiland generalſtäblerischen Organe bemühen sich Broschüre, die vom Prager Staatsanwalte tonfisciert wurde, durch politik! eine Interpellation des Abg. Kronawetter aber nun auch dem im Schweiße des Angesichts, beim Lesepublifum eine tragische Stim Frankreich. mung zu erzeugen, Gefühle des Zornes wider die böse gesegesdeutschen Publikum zugänglich gemacht worden ist, enthält absolut Picquart fordert in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten verachtende republikanische Regierung wachzurufen, die so dreist war, keine" Enthüllungen"; im Gegenteil, es ist darin nicht ein einziges Walded- Rousseau, vor Gericht gestellt zu werden; die Feinde der Republik unter das Gesetz zu beugen, und Gefühle der Ergebnisse des Beweisverfahrens des Prozesses selbst; als solche Befehl des Pariser Militärgouverneurs mich wegen Fälschung, aber sich mit der Beseitigung der socialistischen und republikanischen neues Faktum angeführt. Sie ist lediglich eine scharfsinnige Stritit es heißt darin:„ Es ist bald ein Jahr her, daß ein des Mitleids für die armen Opfer von Staatsstreichlern, die ja mur aber von vernichtender Wirkung. Professor Masaryk tommt auf im Falle des Widerstandes eine Massenmezelei veranstaltet, sonst Grund einer Analyse des Prozeßmaterials zu dem verblüffenden des Spionagegesetzes in Anklagestand versezte. einer Fälschung und verschiedener Uebertretungen Schluß, daß der Mord nicht an dem angenommenen Orte, wo der Gericht hat Das Höchste Führer begnügt hätten. Und nun sollen diese Unschuldslämmer den allerdings Leichnam gefunden worden war: in dem Walde Brezina, sondern dieses Befehls vernichtet, es bleiben jedoch zwei angebliche Vergehen: urteilt werden!... Was die republikanische Presse betrifft, so bes größten Teil der Folgen von ihren politischen Feinden" zu einigen Jahren Gefängnis verwurde, in den Wald aber erst der Leichnam über- tauben- Angelegenheit an Maitre Leblois. am wahrscheinlichsten in einer Wohnung verübt die Mitteilung der Sachschriften des Falles Boullot und der Brief- wahrt sie ihre ruhige Haltung. Sie reagiert nicht einmal mit führt worden ist. Folgendes find die Gründe für diesen Auf- bürgerlichen Gericht außer Verfolgung gesetzt, das Militärgericht Dieser ist bereits vom gebührender Schärfe auf das heuchlerische Gezeter der Staatsstreichsfehen erregenden Schluß: Erstens die Lage, in der das ermordete aber hat dieses Beispiel mir gegenüber nicht befolgt. freunde. Mädchen aufgefunden war. In diesen Stimmungen fommt wohl nicht nur die allgemeine Wie aus dem Verhör der Sach- fann verständigen in dem Prozesse gegen Hilsner hervorgeht, wurde die einem Antiage befehl bleibe, nicht geduldet werden, daß ich endlos unter Müdigkeit nach den zweijährigen Kämpfen zum Ausdruck. Noch entTote so aufgefunden, daß beide Füße des auf dem Bauche mit dem die dessen Absichten durch scheidender ist der Umstand, daß der Komplottprozeß nur mehr ein Gesicht zur Erde liegenden Leichnams neben einander Ereignisse der letzten Monate eigentümlich eigentümlich beleuchtet Nachspiel ist, ein Nachtlang nach beendeten Kämpfen und keine liegend, in den Knien im scharfen Winkel u mt= Ich fordere Richter! Ich fordere dringend, Kraftprobe. Die Kraftprobe war an dem Tage zu Gunsten der gebogen" waren. Da die Erstarrung eines Leichnams nicht sofort Beschuldigungen gegen mich auf Betrug und Lüge beruhen. heroischen Seltenheit gewordenen Mut hatte, daß mir gestattet sei, öffentlich nachzuweisen, daß die Republik entschieden, als sich eine Regierung fand, die den an sich eintritt, sondern es mehrere Stunden dauert, bevor der Körper erstarrt, so wei der Zengen gegen mich, Gonse und Gribelin, find noch streichlern das offen und straflos betriebene Handwerk zu legen. sehr billigen, aber in den gegebenen Umständen zu einer ist durch die Lage der Leiche mit großer Sicherheit bewiesen, unangefochten in ihren militärischen Stellungen, keine Untersuchung Die Kraft der Déroulède und Konsorten bestand allezeit lediglich den Staatsdaß mit dem Leichnam mehrere Stunden nach der hat noch Gonses verdächtige Rolle in der Henryschen Fälschungsfache aus der Schwäche bezw. aus der wohlwollenden und verräteriſchen Ermordung noch manipuliert worden ist, wodurch aufgedeckt, kein Gericht hat ihn noch für seine Ränke gegen mich zur Neutralität der offiziellen Hüter der Republik. die Füße in einem Winkel erstarrten. wurde, so folgert Masaryk, während der Starre in die Lage ge- Eperanza- Fälschung. Auch Gribelin ist weder verurteilt noch selbst oder minder nackten materiellen Gewalt beruht, sind dazu verurteilt, Die Leiche Verantwortung gezogen, namentlich für seine Machenschaften mit der bracht, in der sie aufgefunden wurde, und zwar mehrere Stunden verfolgt. Nur volksbedrückende Staatsformen, deren Prestige auf der mehr nach dem Tode. Masaryk unterstützt diefen Schluß durch weitere unabweisbar, daß auch Gonses und Grivelins Stolle flar festgestellt auch den besiegten Feind mit blutiger Rache zu verfolgen. Eine auf an der Leiche wahrgenommene Thatsachen, die alle zu der Annahme werde. Ich bitte also um die Einleitung einer gerichtlichen inter- dem Bolkswillen beruhende Republik kann großmütig sein, und fie drängen, daß in den Wald die erstarrte Leiche gebracht fuchung. Halbamtliche Gerüchte sprechen von einer Amnestie, die muß es, wenn sich ihre Feinde so total ohumächtig, lächerlichDafür, daß der Mord in einem Zimmer verübt wurde, voraus- niederschlagen würde. Ich stoße jeben Amnestie gedanken Schwindelgenerals Boulanger. Wahrlich, dieser Talmi- Diktator wächst Dafür, daß der Mord in einem Bimmer verübt wurde, voraus. alle Untersuchungen gegen in der Dreyfusiache bloßgestellte Personen ohnmächtig gezeigt haben, wie die schwindelhaften Nachäffer des sichtlich als das Mädchen beim Entkleiden war, spricht vor allem mit allen Kräften zurüd. Beschwichtigung ist nur durch zu einer achtungswerten historischen Gestalt empor im Vergleich mit der Umstand, daß das Jäckchen, mit dem bekleidet die Er- regelmäßiges unparteiisches Walten der Gerechtigkeit zu erlangen. feinen Nachäffern von heute. mordete aufgefunden wurde und das nach der Anklage Einen ungerecht angeklagten Mann anmestieren heißt, ihm die von der Anwendung bestehender Gesetze auf unschädlich gemachte Aber freilich darf die Republik die Großmut nicht so weit treiben, über die Ellenbogen hinaufgestreift" fittliche Genugthuung vorenthalten, die zu fordern sein Recht ist, Feinde abzusehen. Um diesen Bunkt drehten sich die bisherigen war augeknöpft war. Danach hätten ihr die Mörder heißt, das Unbehagen und das Jädchen ausziehen, es dann zuknöpfen und auf die Arme streifen längern." die Unzufriedenheit endlos ver: Berhandlungen des Staatsgerichtshofes. Die tapferen Angeklagten, müssen Ueberdies war das Hemd nicht zerrissen, sondern zer schnitten! Ebenso anfechtbar sind die Angaben über die Art, wie Paris, 13. November. Der Staatsgerichtshof hat die An- einschließlich des„ ritterlichen" Déroulède, ließen die Unzuständigkeit der Mord vollführt worden ist; Masaryk weist nach, daß der Erträge des Generalberichterstatters unter Ablehnung der Anträge des Duyny hatte den Amtsfre vel begangen, das Attentat Dérouléde des ihnen unbequemen Gerichtshofes plädieren. Ministerpräsident mordeten der Hals nicht durchschnitten ward, sondern daß sie erAdvokaten Déyin mit 212 gegen 31 Stimmen angenommen. stochen wurde. Damit schon wäre einer der stärksten Stützpunkte" General Roget als ein Preßvergehen vor ein chauvinistisches für die verbrecherische Annahme eines Ritualmordes aus der Welt Schwurgericht zu verweisen, welches denn auch unter der Mithilfe geschafft. Madrid, 14. November. Deputiertenkammer. In der Be- spruch vollständig zu sichern, hatte Dupuy den weiteren Amtsfrevel der Staatsanwaltschaft die Putschmacher freisprach. Um den Freis der Republikaner By i Margall und Sagasta, der Führer begangen, die bündigsten Schuldbeweise in seinem Ministerpult zu sprechung der Politik der Regierung verlangen der Führer der Liberalen, die Aufhebung des Belagerungszustandes in behalten. Diese Beweise wurden erst von Waldeck- Rouſſeau an den Barcelona. Ministerpräsident Silvela jezt auseinander, die Tag gefördert und der Untersuchungskommission des StaatsgerichtsRegierung habe alles gethan, um Spanien zahlungsfähig zu machen. lungen der Kommission. Die Vorkommnisse in Barcelona zielten darauf ab, die Regierung hofes übermittelt. übermittelt. Dazu kamen noch die eigenen Ermitte Trotzdem wurde die Attentatszu zwingen, der finanziellen Autonomie zuzustimmen. Wenn die auflage aus formal- juristischen Skrupeln von der Kommission fallen Steuerverweigerung in Barcelona andauern werde, werde die gelassen, weil das Verbrechen bereits einmal abgeurteilt worden Regierung Geduld zeigen; wenn der Widerstand in Gewaltthätig- fein soll. Diese übertriebenen Rechtsstrupeln boten nur den Ankeiten ausarten sollte, werde die Regierung mit Anwendung von geklagten die Handhabe zum Aufwerfen der Unzuständigkeits- Frage, Gewalt antworten, aber sie könne den Belagerungszustand in indem sie dem Senat das Recht abstritten, über die einzig beiBarcelona nicht aufheben. worden ist. an beiden Armen werden. Spanien. Italien. Es ist behaltene som plott Anklage zu urteilen. Professor Masaryk ſagt nicht, wen er für den dörder hält, aber zwischen den Zeilen kann man es leſen, daß der bei vielen rege gewordene Verdacht: der Bruder der Ermordeten wäre der Berüber jenes scheußlichen Verbrechens, auch bei ihm Fuß gefaßt hat. Es ist in Bien ein öffentliches Geheimnis, daß der Untersuchungsrichter in Kuttenberg die Nachforschungen auch auf diese Spur erstreckt hatte. daß aber der Staatsanwalt diese Untersuchung beharrlich durchkreuzt hat. In der Verhandlung vor den Geschworenen ist der Person des Bruders nur flüchtig gedacht worden. Obwohl es bekannt war, daß er der Schwester binnen kurzer Zeit ihr väterliches Erbteil auszuzahlen hatte und trotzdem es erwiesen war, daß er in der Zeit der Auf findung der Leiche von Polna abwesend war, wurde sein Alibi nur nebenbei erwähnt. Allerdings läge, wenn die Leiche in den Wald Hätte der Senat ihren Wunsch erfüllt, so wäre- bei der Zus geschafft und der Anschein eines Ritualmordes" künstlich erivect sammensetzung der französischen Jury nicht nur ihre Freisprechung Das Parlament wurde am Dienstagvormittag eröffnet. In sicher, sondern auch die Regierung hätte eine schwere Niederlage erworden wäre, ein so ausgemachter Schurkenstreich vor, daß sich das der vom König verlesenen Thronrede steht geschrieben, daß der litten, und das am Vorabend der Wiedereröffnung der Deputiertenmenschliche Bewußtsein gegen seine Annahme schaudernd sträubt. Monarch wieder freudigen Herzens und voll Bertrauen sei", daß kammer. Die abgekarteten Standalscenen in der Freitagfizung Das Urteil gegen Leopold Hilsner, der von dem Kuttenberger das Parlament die Zwangsgefeße doch annehmen möge, und daß waren vor allem darauf berechnet, die Senatoren einzu. Gericht des Mordes alt der Anna Hruza schuldig erkannt einige fleine Härten des Striegszustandes, z. B. der Zwangswohnfis, fchüchtern, wie denn die physische Einschüchterungsmache stets und zum Tode verurteilt wurde, liegt dem Kaffationshofe zur beseitigt werden solle. Nota bene, wenn ganz Italien die beliebteste Rampfmethode der reaktionären Demagogen war. Revision vor. Die Zeiten, wo sich die östreichischen Gerichte nur durch das Knebelgefez zu einem großen Zwangswohnsitz ge-- Zum Glück ist der nette juristisch- politische Plan an den vom Geseze leiten ließen, find längst dahin; jetzt spielt bei Aus- macht ist. Ferner, daß der König die Beschlüsse der Haager republikanischen Gefühlen der senatorischen Mehrheit gescheitert. legung und Anwendung der Gesetze die politische Opportunität keine Friedens Konferenz angenommen habe fleine Rolle. Und daß es in Oestreich nicht opportun ist, den Anti- Kriegs flotte brauche, und endlich, daß das Land in eine Beriode Gebrüll der Entlastungszeugen" haben den Senat von seiner Pflicht eine größere Weder die rabulistischen Haarspaltereien des Verteidigers," noch das femiten unrecht zu geben, das zeigen viele Erscheinungen unseres wirtschaftlicher Erholung" eingetreten sei- wovon das abgelenkt. Es erübrigt sich, auf die juristische Frage einzugehen. öffentlichen Lebens mit abschreckender Deutlichkeit. So ist also auch Land bisher leider nichts verspürt hat. bie Hoffnung gering, daß das Rätsel von Bolna feine volle AufEs genügt die Erwähnung, daß der Senat 1889 im Prozeß Boulanger und Konsorten, wo von vornherein und thatsächlich Ilärung jemals finden werde. Es wird dem Aberglauben als unnur eine Komplott- Anflage erhoben werden konnte, sich für zuständig veräußerliche Legende einverleibt werden, denn das Schredliche war erklärt hatte. der Phantasie der Ungebildeten allezeit das Glaubwürdigste. * Eine solche arm- und trübselige Thronrede ist mit lächelndem Gesicht selbst in Italien noch nicht gehalten worden. An einigen Stellen soll sie mit Beifall" begrüßt worden sein meldet der Telegraph und der Telegraph lügt bekanntlich nicht. Prag, 13. November. Stubenten wollten heute im HörDänemark. faale des Professors der czechischen Universität Masaryk, dessen Fortschung der Beratung des Altersversicherungs- Gesetzes Broschüre über die Notwendigkeit der Revision des Polnaer Prozesses im Folkething. Auch diesmal wurde die Debatte nicht zu Ende foufisziert worden ist, eine Rundgebung veranstalten. geführt und mußte wieder vertagt werden. Aus dem einen Tag, Da aber der Professor nicht erschien, zogen sie nach dem Hof vor den der Präsident für diese Anträge in Aussicht genommen hatte, dessen Wohnhause und lärmten dort, bis die Polizei fie zer- dürfte eine Woche werden. Streute. Daß der Zuständigkeitsbeschluß diesmal mit 157, gegen 91 Stimmen gefaßt wurde, während im Prozeß Boulanger von der demonstrativ sich der Abstimmung enthaltenden flerial- monarchistischen Rechten abgesehen die Minderheit nur 9 Stimmen betrug, zeigt lediglich, wie weit der reaktionäre Mauserungsprozeß des rechten Flügels der Bourgeoisrepublikaner vorgeschritten ist. Die Melinefcheit Senatoren machten nämlich gemeinsame Sache mit den Klerial- Monarchisten. Bemerkenswert ist ferner, daß die paar radikalen" Senatoren, die in der Dreyfus- Sache mit den Generalstäblern gingen, auch mit der reaktionären Minderheit gegen die Zuständigkeit votierten. Diesmal tam zuerst ein Vertreter der Rechten zum Wort, Oestreich Ungarn. Soavenius und später Ellinger. Der erstere meinte, der Wien, 14. November. Der Ausschuß für die Revision des Antrag wäre recht schön, wenn nur in der Staatskasse das nötige § 14 hielt heute vormittag eine Sigung ab. Beschlüsse wurden wie behauptet wird. Das Verlangen sei nicht zu erfüllen, wenn Gunsten des verbrecherischen Generalstabes den beispiellosen RechtsGeld vorhanden wäre und wenn er der Bevölkerung soviel Gutes brächte, Jin übrigen kann es nur anekeln, wenn dieselben Leute, die zu noch nicht gefaßt. Im Abgeordnetenhaus beantragt bei Beginn der heutigen Branntweinsteuer, die aber so wie so durchgeführt werden müsse, hatten, nunmehr sich auf die strengen Wächter der juristischen Form man nicht neue Steuern einführen will. Und da wäre nur die bruch gegen die Kriminalkammer des Kassationshofes durchgesetzt Sigung Jaworsti, alle Ausgleichsvorlagen einem Ausschusse von aber nicht genug einbringt, sodann die progressive Einkommensteuer, hinausspielen, wo es sich um die Anwendung eines bestehenden 48 Mitgliedern zu überweisen. Der Präsident erklärt, da fein Ein- die der Landtag nie annehmen wird. Nugen wird der Antrag auch und bereits in einem gleichen Falle angewendeten Gesetzes handelt. wand erhoben wurde, werde er diesem Antrag nachkommen. Hierauf nicht stiften, fondern die Leute vom Sparen abhalten, da sie ihre Hinter den angeblichen juristischen Strupeln steckte einfach die geht das Haus zur Tagesordnung über, deren erster Punkt Fort- alten Tage für gesichert halten werden. Ein Gesez, dem er zu- politische Absicht, die Aftion des Ministeriums gegen die Verfegung der Beratung über die Ausschreitungen in Währen ist. stimmen fönne, dürfe mur die Invaliden umfaffen, aber nicht alle schwörer zu vereiteln und damit einem reaktionären Kabinett die Socialdemokrat Verkauf erklärt, seine Partei ändere ihren alten Leute, die noch arbeiten können. Dringlichkeitsantrag dahin ab, daß die Vorgänge in Graßlig Wege zu ebnen. gleichfalls dem zu wählenden Ausschuß zur Untersuchung überwiesen habe viel genügt. Er wäre allenfalls für einen Prämienzuschuß des presse, der Senat hätte die Justiz der Politik geopfert. Jn WirklichEllinger, der später sprach, erklärte, das bisherige Gefeß Jetzt heißt es natürlich in der Justizmord- und Staatsstreichswerden sollen. Zwischen den Vorgängen in Graßlig und in Mähren Staates bei einer freiwilligen Versicherungskaffe. Der Minister feit wäre Frankreich die zweijährige Krise erspart geblieben, wenn bestehe ein großer Unterschied. In Graßliz sei nicht geplündert des Innern, Bramsen, hat auch finanzielle Bedenken und die ordentlichen Justizorgane in der Dreyfussache auch nur halb so worden, auch sei es zu feinen antisemitischen Ausschreitungen geglaubt nicht, daß jetzt schon eine Alenderung angebracht fei, jedenfalls viel Unparteilichkeit gezeigt bätten, wie das politische Senatstommen; es sei gegen die von der damaligen Regierung begangene feine so weitgehende. Der Antrag sollte einem Ausschuß überwiesen gericht im Komplottprozeß. Noch nie hat ein politisches Gericht so Verlegung des Nechtes und der Verfassung demonstriert worden. werden, der vielleicht etwas Brauchbares zu stande bringen könnte. rücksichtsvoll die Rechte der Angeklagten gewahrt, weil noch Auch er meint, daß solche Gefeße den Drang zur Selbsthilfe ber nie ein politischer Prozeß sich in einer so ruhigen Atmosphäre Schweiz. nichten, das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern beeinträchtigen. und unter einer so friedlichen Stimmung der siegreichen Parteien Bald würden alle alten Leute die Unterstügung verlangen. abgespielt hat. Bern, 13. November.( Eig. Ber.) Ueber die Wahl des Genoffen Triquet in Genf zum Nationalrat wurde schon telegraphifch berichtet. Mit Triquet find nun vier socialdemokratische National Aus der Partei der Moderaten sprach man sich auch gegen den Antrag aus; wenigstens sei vorläufig jede Reform überflüssig. find, weil sie sich mit wenigem zufrieden geben müffen, d. h. Es mag auch freilich sein, daß diese Parteien friedlich gestimmt weil sie fein übermäßiges Vertrauen zu ihrer eigenen Kraft besigen. Doch das gehört in ein anderes Kapitel. Der Ausgang des Komplott prozesses wird jedenfalls ausschließlich vom juristischen Beweismaterial abhängen. Und der Senat kann nichts dafür, daß die erdrückenden Schuldbeweise eine Freisprechung unmöglich machen. Partei- Machrichten. Zn den Verhandlungen des Parteitages nahmen Stellung Parteiversammlungen in Barmbed, Einbeck, Brackwede, Vegesack, Marburg, Münden und im 1. sächsischen Kreise. Teils durch Beschluß, teils auch ohne solchen wurde in allen Versammlungen das Einverständnis mit dem Barteitage festgestellt. A Ein socialdemokratischer Bürgermeister. Wie wir gestern nach der Frankf. 3tg." berichteten und heute bestätigen können, wurden in dem Arbeiterdorfe Höchberg bei Würzburg die socialdemokratischen Gemeinderats Kandidaten glatt gewählt. Sie erhielten 131 Stimmen gegen 106, die auf die Centrumsliste fielen. Damit ist die ganze Gemeindeverwaltung socialdemokratisch, und da auch die Wahl des Bürgermeisters gleichzeitig damit vorgenommen wird, so wurde als Bürgermeister der Schuhmachermeister Genosse Adam Langhirt gewählt. Gemeindewahlen. Bei der Stadtverordnetenwahl in weißen fels wurden in der dritten Klasse die vier socialdemokratischen Kandidaten gewählt. Sie erhielten 283 Stimmen, die absolute Mehrheit beträgt 255. Jn Oberursel( Hessen) kommen unsere beiden Kandidaten in die Stichwahl. In Rathenow errangen wir in der dritten Klasse von vier freien Mandaten eins, Die sächsische Parteileitung erläßt einen Aufruf an die Parteigenoffen, angesichts der beginnenden Reichstags- Verhandlungen den Kampf gegen die Zuchthauvvorlage nochmals energisch aufzunehmen und bittet außerdem noch um die Einsendung von aftenmäßigem Material gegen die Vorlage. Eine Kreiskonferenz für den bremischen Wahlkreis beschäftigte sich unter anderem auch mit der Frage der Agitation gegen die Zuchthaus vorlage. Sämtliche Redner bemängelten die Agitation der Generalfommission überlassen habe. Es wurde folbisherige Agitation und bedauerten, daß der Parteivorstand die gender Beschluß gefaßt: Die Wahlkreis- Konferenz beschließt, daß die Agitation gegen die Zuchthausvorlage in der nächsten Zeit vom Kartell nur in Gemeinschaft mit der Parteileitung betrieben werden soll. Eine Konferenz socialdemokratischer Gemeindevertreter wurde am Sonntag in Stuttgart abgehalten. Sie stellte einen programmatischen Zeitfaden für die Gemeindewahlen auf. Ein aus führlicher Bericht über die Verhandlungen und Beschlüsse liegt noch nicht vor. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Gewerkschaften Berlins! Von den Disten,' bie für oie ausgesperrten dänischen Arbeiter von der Berliner Gewerkschaftsfommission herausgegeben worden sind, stehen noch folgende Nummern aus: 16, 19, 21, 29, 44, 59, 61, 63, 67, 74, 75, 223, 284, 482, 574, 584, 688, 689, 694, 751, 834, 835, 838, 843, 848, 854, 856, 858, 871, 903, 930, 952, 1023, 1025, 1026, 1028, 1029, 1030, 1031, 1119, 1263, 1271, 1282, 1308, 1425, 1553, 1554, 1658, 1662, 1679, 1706, 1709, 1711, 1744, 1783, 1850, 1851, 1852, 1854, 1862, 1894. Die Inhaber werden hierdurch ersucht, dieselben unverzüglich an das Bureau der Berliner Gewerkschaftskommision, Annenftr 16 1, abzuliefern, widrigenfalls in acht Tagen die Namen der Restanten veröffentlicht werden müssen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts: ommission. J. A.: Rud. Millarg. Deutsches Reich. reden und im Laufe der Unterhaltung meinte E., er( H.) wisse ja geschlagen und es dann den Czechen zur Last gelegt hätten.( Gelächter, von dem ersten Streit, daß er nicht estimiert worden sei; in Widerspruch bei den Deutschen.) Sileny schließt seine 4, stündige 14 Tagen sei der Streif beendet und dann würden die entlassen, die Rede mit einem Appell an die Deutschen, sich mit den Czechen zu während des Streits arbeiten, und dann müßten wir uns ja auch einigen zum Wohle des Volkes und Oestreichs.( Beifall bei den vor den Mädchen schämen, die in den Streit mit eingetreten waren. Czechen.) Der Generalredner pro Dr. Menger weist zunächst die Zum Schluß meinte er, er wolle ihn nicht aufheben, er folle thun, Angriffe Dr. Silenys gegen den Kardinal Fürstbischof Kopp zurück, was er wolle, aber er schneide sich ins eigene Fleisch. Die ganze Unter- und widerlegt sodann die Behauptung, daß die czechischen Bürgerhaltung war in freundschaftlichstem Tone gehalten und in gleicher Weise meister überall bestrebt gewesen seien, die Ruhe und die Ordnung erfolgte der Abschied. Der Angeklagte bestritt entschieden, daß er wiederherzustellen. Dr. Menger schließt unter dem Beifall der Linken die Absicht gehabt, H. zu beleidigen, er habe lediglich in dessen mit den Worten:" Ginigen wir uns in zwölfter Stunde, um ein Interesse gesprochen. Der Amtsanwalt stellte die Entscheidung in Staatswesen zu schaffen, welches troz großer Hindernisse und Schwierigs das Ermessen des Gerichts; der Verteidiger beantragte Freisprechung. feiten hier in Mitteleuropa im Bündnis mit Deutschland und Italien Das Gericht erkannte wegen Beleidigung auf fünfzehn Martjeine großen Kulturaufgaben erfüllt." Die Verhandlung wird Geldstrafe oder eine Woche Haft. wurde ausgeführt, daß man die Beleidigung in der Aeußerung ge tag angejezt. In der Urteilsbegründung sodann um 9 Uhr abgebrochen und die nächste Sigung auf Donnersfunden habe, man müsse sich vor den Mädchen schämen. Das sei zweifellos ein Angriff auf die Ehre des Zeugen. Bei der Straf ausmessung habe man berücksichtigt, daß die Aeußerung nahe an ein Vergehen nach§ 153 der Gewerbe- Ordnung streife. Der Streif in der Nürnberger Pinselfabrit von Rosenfeld dauert noch immer fort. 90 Personen des aus ständigen Personals sind nunmehr in Konfurrrenzbetrieben beschäftigt. Der Streit bei Drechslermeister Pröschel dauert fort. der Reißzeug- Industrie ist der Ausstand noch nicht beigelegt. Auch in Zuzug von Arbeitern und Arbeiterinnen der genannten Branchen nach Nürnberg ist strenger denn je fern zu halten. Tudland. Die Tarifverhandlungen zwischen den östreichischen Prinzipal und Gehilfenvereinigungen im Buchdruckgewerbe sind durch Vermittelung des deutschen Tarifamts wieder angeknüpft worden. Die Borverhandlungen sollen vom 15. bis 19. November, eine allgemeine Delegiertenkonferenz soll am 26. November stattfinden. wurde am Dienstag unter großen Andrang des Publikums wieder Die französische Deputiertenkammer eröffnet. Der Vorsitzende Deschanel verliest zunächst zahlreiche Jnterpellationsanträge. Ministerpräsident Walded Rousseau verlangt, daß alle Jnterpellationen bezüglich der allgemeinen Politik der Regierung in eine einzige zusammengezogen und daß mit der Debatte darüber sofort begonnen werde. Die Kammer giebt ihre Zustimmung. Als erster Redner nimmt dann Cochin das Wort. Paris, 14. November.( W. T. B.) Cochin wirft der Regierung vor, sie habe, indem sie Millerand sich als Mitglied erwählt, den Socialisten Thor und Thüre zur Macht geöffnet. Grand maison( Rechte) tadelt den Kriegsminister Galliffet, weil er es nicht verstanden habe, das Heer zu verteidigen und wendet sich gegen die Maßregeln, welche Galliffet gegen die Genräle ergriff. 36 vaès( Socialist) verlangt, die Regierung solle die Machenfchaften des Klerikalismus und Militarismus unterdrücken; er fordert Trennung der Kirche vom Staat und Stellung der Krankenhäuser unter Laienverwaltung. Ferner folle an die Stelle des gegenwärtigen Heeres ein aus Milizen bestehendes Volksheer treten. ( Widerspruch auf verschiedenen Seiten) Darauf ergreift Lasies ( Nationalist) das Wort. ( Nationalist) das Wort. Streif am Simplon. Aus Zürich wird uns geschrieben: Nachdem vorige Woche 500 Erd- und Bauarbeiter beim Simplon tunnel wegen Lohndifferenzen die Arbeit einstellten, ist es infolge der schroffen ablehnenden Haltung der Unternehmer zum General Paris, 14. November.( W. T. B.) Lasies tadelt lebhaft die streit gefommen. Die Forderungen lauten: 1. Abschaffung der den in den vergangenen Monaten gezahlten Löhnen und zwar für gierung ist die Schande."( Widerspruch auf mehreren Seiten; Lafies Accordarbeit. 2. Lohnerhöhung um 50 Cts. für den Tag gegenüber gegen verschiedene Offiziere ergriffenen Maßregeln und fügt hinzu, die Offiziere wären sehr im Recht, wenn sie sagten:„ Diese Realle Arbeiter. 3. Verminderung der täglichen Arbeitszeit von acht auf sechs Stunden für alle im Förderstollen Arbeitenden. 4. Re- wird zur Ordnung gerufen.) Lasies fährt fort: Seit zwei Jahren duftion des Arbeitstages von acht auf vier Stunden für die im wird das Heer angegriffen, jedoch nicht verteidigt. Einer solchen Wasser arbeitenden Leute. 5. Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit Regierung gegenüber ist Disciplinlosigkeit Pflicht!( Widervon zwölf auf acht Stunden für alle außerhalb des Tunnels Be- pruch von verschiedenen Seiten; die Censur wird über Lasies verschäftigten. 6. Beseitigung der im Tunnelinnern errichteten Sprenghängt.) Kriegsminister Galliffet erhebt gegen die Ausstofflager. Die Zahl der Streifenden beträgt ca. 2000. Der italienische socialistische Kammerdeputierte Morgari, der Genfer führungen Lafies schärfsten Widerspruch. Er sagt, das Heer, habe Arbeitersekretär Sigg und der Sekretär des schweizerischen Ge- gar nicht das Recht, zu sprechen( Wiederholter Beifall auf werkschaftsbundes, Calame, sind bei den Streifenden. Bürgerlichen Blättermeldungen zufolge ist die Zahl der Streifenden auf 2000 gestiegen; in dieser Zahl sind die Streifenden der Nebenunternehmungen mit einbegriffen. In den letzten Tagen soll es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen sein; die Streiforte sind von Truppen besetzt worden. Der Krieg. der Linken); cr bedauere feines seiner Worte und feine seiner Amtshandlungen. Unter Unterbrechungen seitens der Rechten und der Nationalisten rechtfertigt Galliffet die Maßregeln, General Roget habe zuviel geredet.( Beifall links.) Was General welche gegen verschiedene Offiziere ergriffen wurden und sagt. Négrier betreffe, so habe derielbe vor den Offizieren die Aeußerung gethan, die Regierung lasse Angriffe auf das Heer zu; wenn aber das Maß dieser Angriffe voll wäre, würden andere seine Verteidigung in die Hand zu nehmen wissen.( Stufe rechts: Hoch Négrier!") Er, Galliffet, habe seine Schuldigkeit gethan, als er Bedeutende englische Truppenmassen versammeln sich nun in gegen Négrier vorging.( Wiederholter Beifall auf der Linken.) Kapstadt und Durban. Vom 13. November wird aus Kapstadt Galliffet schließt seine Ausführungen mit den Worten: Ich bin für gemeldet, daß die Transportschiffe Oriental"," Armenian" und die Manneszucht im Heere verantwortlich, wenn ich auch mit den " Nubia" mit 3500 Mann und 600 Pferden eingetroffen seien. Ueber- innersten Gedanken jedes Einzelnen mich nicht zu befassen habe." frieben aber erscheinen die Meldungen der Londoner„ Daily Mail".( Wiederholter Beifall links, Lärm auf der Rechten und bei den welche versichert, daß spätestens Donnerstag 11000 Mann Nationalisten.) britischer und Kolonialtruppen unter Lord Methuen Darauf besteigt Cassagnac die Rednertribüne. Er führt in Estcourt versammelt sein werden, um sofort zum aus, die Begnadigung Dreyfus' sei für das Heer ein Schlag Entsag von Ladysmith vorzurüden. Sollte Ladysmith indes ins Gesicht gewesen. Die Regierung nehme das Heer, welches nicht in ernster Gefahr schweben, so dürfte der Vorstoß verschoben verleumdet und beleidigt werde, nicht in Schutz. werden, bis Kavallerie, reitende Artillerie und mehr Infanterie angekommen sein werden. Aus Estcourt An die Parkettleger Deutschlands! Da in unserem Berufe die Arbeit nur eine periodische ist, welche durch verschiedene Umstände an verschiedenen Orten nicht zu gleicher Zeit stattfindet, haben die Dresdener Parkettleger beschlossen, einen Arbeitsnachweis zu errichten. Wir ersuchen die Kollegen allerorts, diesem Beispiel zu folgen. Bekanntlich werden, während des sogenannten Drucks, immer wird gemeldet, daß ein Panzerzug eine halbe Meile von Colenso Kollegen eingerichtet, welche dann nicht mehr am Orte beschäftigt gesehen wurde; derselbe konnte nicht weiter fahren, weil die werden können. Diesem abzuhelfen ist das Ziel der Dresdener Schienen aufgerissen waren. Eine Abteilung Truppen verließ den Parkettleger. Wir hoffen, daß die Kollegen aller Orts uns unter- Zug und begab sich nach Grollershill. Da eine Abteilung Boeren stüßen und wenn sie Arbeitskräfte brauchen, sich an den unter- vordrang, eröffneten die Engländer ein Salvenfeuer in einer Entzeichneten Arbeitsnachweis zu wenden. Wir versichern im Bedarfs- fermung von 1300 Metern auf die Boeren und begaben sich dann falle dasselbe als Gegenleistung. Der Arbeitsnachweis be- wieder nach Estcourt. findet sich Kaulbachstraße 16, Adams Restaurant. Aus Durban Die Kommission. berichten die„ Times": Das Panzerschiff Terrible" ist hier ein Der chriftliche Bergarbeiter Verein für Oberschlesien getroffen. Die Mannschaften haben Tag und Nacht gearbeitet, um richtete an die tönigliche Centralverwaltung in 8aborze eine die schweren Geschüße zur Verteidigung von Durban Eingabe um Erhöhung der Löhne für die fiskalischen Bergans Land zu bringen. Andere Verteidigungsarbeiten sind ebenfalls arbeiter. Der Vorsitzende der Centralverwaltung hat sofort ge- ausgeführt worden. Eine Abteilung von 100 Mann wurde ausantwortet, er müsse aufs bestimmteste alle Verhandlungen, mündlich geschifft. wie schriftlich, über die Löhne der bergfiskalischen Arbeiter ablehnen. Jede weitere Frage werde unbeantwortet bleiben. Das ist gewiß sehr schneidig; ob es flug ist, das ist eine andere Frage. Uns fann es aber recht sein, wenn die christlichen" Arbeiter auf diese Weise darüber aufgeklärt werden, daß sie durch Bitten nichts erreichen werden, daß sie jede, auch die geringste Verbesserung ihrer elenden Lage erkämpfen müssen. Der Streit bei der Firma Mauk u. Gerstenberger( Möbelfabrit) in Frankfurt a. D. dauert noch unverändert fort. Ein großer Teil der jüngeren Kollegen ist bereits abgereift. Zuzug von außer halb war fast nicht aufzuweisen und haben die wenigen Zugereisten, nachdem sie von der Sachlage unterrichtet, Frankfurt wieder verlaffen. Arbeitswillige aus den eigenen Reihen sind nicht zu verzeichnen. Der Geist der Kollegen ist ein guter. In die Wohnung unserer Kollegen sandte der Chef seine Getreuen ohne Erfolg, wes halb auch die Aussichten günstig. Die Kommission. in An sonstigen Nachrichten liegen nur folgende vor: Kimberley, 7. November. Der Feind schleudert jetzt Geschosse die Wasserwerke. Tuli( Rhodesia), 31. Oktober. Die Boeren haben die Nordgrenze Transvaals mit Ausnahme eines in Pontsdrift zurückgebliebenen Kommandos verlassen. Basutohäuptling Joël sich den Boeren anschließen wird. Die andern Maseru, 8. November. Es sind Anzeichen vorhanden, daß der Häuptlinge verhalten sich den Engländern gegenüber loyal. Loudon, 14. November. Der Boerenführer Nathan Marts wurde in Ladysmith als Spion verhaftet. Der Präsident Krüger hat gedroht, 6 gefangene englische Offiziere erschießen zu lassen, wenn Marks hingerichtet wird. London, 14. November. Das Kriegsministerium bezeichnet die Blättermeldung, daß Präsident Krüger gedroht habe, in Prätoria Abgeblikt. Von seiten der Hannoverschen Staats- gefangene britische Offiziere erschießen zu lassen, falls die Enganwaltschaft war beantragt worden, gegen vier Parkettbodenleger länder einen gefangenen Spion der Boeren erschießen würden, als wegen Verrufserklärung auf Grund des§ 360 11 das Verfahren absurd. Zum Kommandeur der fünften Division, welche jetzt für einzuleiten; sie sollten in einer Versammlung eine Firma in Verruf den Dienst in Südafrika mobil gemacht wird, ist General Sir erklärt haben. Das Amtsgericht hat jedoch diesen Antrag a b= Charles Warren ernannt worden, welcher bereits Erfahrungen in gelehnt mit der sehr vernünftigen Begründung, daß eine der Kriegführung in Südafrika besitzt. Störung der öffentlichen Ordnung oder eine Beunruhigung der London, 14. November. Das Transportschiff ,, Britannic" Allgemeinheit nicht erfolgt und auch nicht zu erwarten gewesen sei. ist heute in Kapstadt eingetroffen, somit sind seit Donnerstag zwölf Schutz den Arbeitswilligen. Der Maler R. aus Giebichenstein Transportschiffe mit insgesamt etwa 15 000 Mann Verstärkungen am war vom Schöffengericht in Halle von der Anklage, gegen den§ 153 Kap angekommen. gefündigt zu haben, freigesprochen worden. Er sollte an einem NeuViviani( Socialist) äußert, seine Partei sei bereit, die Regierung zu unterstützen, deren Vorgehen sie als das Minimum ihrer Forderungen acceptierten. Daranf wird die Sizung aufgehoben; nächste Sizung: Donnerstag. Frankfurt a. M., 14. November.( B. H.) Die Frankfurter 8tg." berichtet aus Madrid: Gestern ist ein Franzose unter dem Verdacht, in die Entwendung des Wechselbriefes aus Berlin verwickelt zu sein, berhaftet worden. Stuttgart, 14. November.( W. T. B.) Die Kammer der Abgeordneten hat ihre Beratungen wieder aufgenommen und das Gesetz über die Wandergewerbesteuer einstimmig angenommen. Das Centrum hat einen Antrag auf Einführung einer Umsatzsteuer für Warenhäuser eingebracht. Wien, 14. November.( W. T. B.) Der zur Untersuchung des pestverdächtigen Todesfalles nach Triest entsandte Professor Weichsel baum ist hierher zurückgekehrt. Wie die Hochschul- Korrespondenz" meldet, liegt für die Bevölkerung nicht der geringste Anlaß zur Beunruhigung vor. Anläßlich dieses Falles ist jedoch in Aussicht genommen, alle aus dem Mittelmeer fommenden Schiffe einer gesundheitlichen Beobachtung zu unterziehen. An Bord der auf der Fahrt von Santos nach Triest begriffenen Berenice" ist nach telegraphischen Meldungen ein vierter Bestfall vorgekommen. -Budapest, 14. November.( W. T. B.) Nach einer Versamm lung von Arbeitslosen versuchten mehrere hundert Personen, welche an derfelben teilgenommen hatten, auf der Straße Kundgebungen zu veranstalten, wurden aber von der Polizei zerstreut. Eine Person wurde verhaftet. Triest, 14. November.( B. H.) Ein weiterer Pestfall ist auf dem Lloyddampfer Berenice", welcher sich an den Kap Verde- Inseln befindet, festgestellt worden. Antwerpen, 14. November.( W. T. B.) Di Schiffsbefazung des belgischen Dampfers" La Belgique", welcher auf den Needles strandete, gilt munmehr bis auf die acht als gerettet Gemeldeten verloren. Brüffel 14. November.( B. H.) Bei der heutigen Parlamentseröffnung wurde in der Kammer Bernhardt und im Senat der Herzog von Uwel zu Präsidenten gewählt. Petersburg, 14. November.( B. H.) Die Gerüchte, daß russische Truppen Herat besetzt haben, werden als erfunden bezeichnet. In Regierungstreifen wird erklärt, daß eine derartige Absicht auch nicht bestehe. bau am Harz einem arbeitswilligen Maurer beleidigende Worte zu Lehte Nachrichten und Depeschen. über ein Gefecht, das am 12. d. M. bei San Juacinto avischen gerufen haben. Wegen Beleidigung war aber fein Strafantrag gestellt, so daß das Gericht zu einem Freispruch gelangte. In der Berufungsinstanz wurde Rt. jedoch zu einem Monat Ge fängnis verurteilt. In den ausgestoßenen Worten wurde eine Drohung und Ehrverlegung des Arbeitswilligen gefunden. Oestreichisches Parlament. Washington, 14. November.( W. T. B.) Ein Kabeltelegramm des Generals Otis übermittelt den Bericht des Generals Wheaton dem 33. Freiwilligen- Regiment und 1200 Filipinos stattfand. Die legteren hatten eine verschanzte Stellung inne und wurden in die Flucht geschlagen. Auf seiten der Amerikaner fielen ein Offizier und sechs Mann; ein Offizier und elf Mann wurden verwundet. Der Feind ließ einundachtzig Tote in den Verschanzungen zurüd; man glaubt, daß sein Gesamtverlust 300 Mann betrug. Wien, 14. November.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus.( Forts.) Verkauf schließt mit der Erklärung, es müsse Rache genommen werden für die begangene Ungefeßlichleit, um solche für die Zukunft Die Ehre der Arbeitswilligen. Um die Ehre des Arbeiters zu verhindern.( Beifall bei den Socialdemokraten.) Hierauf wird pflegt sich die bürgerliche Gesellschaft sonst herzlich wenig zu bie Debatte geschlossen. Der Generalredner contra Abg. Dr. Sileny Washington, 14. November.( W. T. B.) Admiral Watson telefümmern. Wenn dagegen das Ehrgefühl des„ Arbeitswilligen", der führt aus, Oestreich gehe der Herrschaft durch Minoritäten sowie der graphiert, der amerikanische Kreuzer ,, Charleston" sei am 2. No,, besten Stüßen des Staates", verlegt oder angeblich verlegt ist, so- Germanisation entgegen. Die Beamten in Mähren seien haupt- vember früh auf einem nicht auf den Schiffstarten verzeichneten fort rühren sich Unternehmer, Polizei und Staatsanwalt, dieselbe zu sächlich bestrebt, das Land zu germanisieren, zahlreiche Beamte ver- Korallen- Riff drei Meilen nordwestlich von den Guinapat- Felsen im reparieren. Der Mechanifer E. in Leipzig sollte den Mechaniker H. da- ständen nicht czechisch, was gefezwidrig sei. Außer der Bureaukratie Nordosten von Luzon aufgelaufen. Die an Bord befindlichen durch beleidigt haben, daß er zu ihm gesagt haben soll: Sie be feien es in Mähren hauptsächlich die Juden, welche dem Germanisations Mannschaften seien, mit Gewehren bewaffnet, wohlbehalten auf der gehen einen Streitbruch, wenn Sie weiter arbeiten! Sie sollten sich werke dienen, man hasse dieselben in Mähren als Feinde des Czechen- Camiguin- Infel gelandet. Die Eingeborenen seien ihnen freundvor den Mädchen in der Fabrit schämen!" Der Direktor der Loch- tums, nicht als Juden. lich entgegen gekommen. Infolge des zur Zeit wehenden mannschen Musikwerke erfuhr von dieser Aeußerung und machte Im weiteren Verlaufe seiner Rede bespricht der Generalredner Nordost Monsums und der infolge dessen hochgehenden See der Polizei davon Mitteilung. Diese bestellte H. und nun stellte contra Dr. Sileny die Sprachenfrage und betont, daß die Gleich sei der Heizraum des" Charleston" völlig Wasser dieser gegen E. Strafantrag wegen Beleidigung. In der Ver- berechtigung beider Sprachen in Mähren auch von hervorragenden gesetzt. Das Schiff liege hinten feft, jei aber porn aus dem Bereich handlung konnte der Zeuge den ersten inkriminierten Sag über- deutschen Politikern anerkannt worden sei. Alle Germanisations- des Wassers. Vorräte seien für zehn Tage ans Land geschafft haupt nicht bestätigen, sondern es wurde festgestellt, daß E., als er bestrebungen würden nichts nügen. Die Deutschen hätten einen worden. Das Kanonenboot Helena" sei nach der Camiguin- Insel mit seiner Frau am 11. September spazieren ging, den Zeugen H. preußischen Bischof zu Hilfe gerufen. Redner behauptet, es feien abgegangen. Er( Watson) habe in Hongtong auf telegraphischem traf. Sie fingen in ganz freundschaftlicher Weise vom Streit an zu Fälle vorgekommen, wo die Deutschen sich selbst die Fenster ein Wege Hilfe bestellt. W Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. unter Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Nr. 268. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 15. November 1899. Reichstag. 100. Sigung vom 14. November 1899, 2 Uhr. Am Tische des Bundesrats: Graf Posadowsky. Der Sitz des Präsidiums ist mit Blumen geschmückt. Präsident Graf Ballestrem: Nach der längeren Unterbrechung der Sizungen erlaube ich mir, die Herren Kollegen hier wieder aufs herzlichste zu begrüßen.( Beifall.) Der schöne Blumenschmud auf diesem Plaz zeigt uns an, daß heute eine bedeutungsvolle Sigung ist; vielleicht nicht so bedeutungsvoll nach der Tagesordnung, als nach der Zahl der Sizungen. Wir halten heute die 100. Sigung in dieser Session ab, und die Herren Schriftführer haben daraus Anlaß genommen, das Bureau so schön zu schmücken.( Bravo!) Der Abg. Gander( natl.) ist gestorben. Sein Andenken wird in der üblichen Weise geehrt. Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst stehen Berichte der Petitionskommiffion zur Beratung. Eine Petition betreffend Abänderung der Gewerbe- Ordnung und eine weitere betreffend Abänderung des Krankenversicherungs: Gesetzes wird dem Reichskanzler als Material überwiesen. Durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wird eine Betition, betreffend die Reform des Frrenwesens und des Entmündigungsverfahrens. Eine weitere Petition geht aus von dem Pfarrer v. Bodel. schwingh Bielefeld für den deutschen Verein Arbeiterheim" und Pfarrer Lic. Weber- München Gladbach als Vorsißenden des Gesamtverbandes der Evangelischen Arbeitervereine Deutschlands und verlangt Erlaß eines Reichs- Wohnungs- Gesetzes. M Die Kommission beantragt llebergang zur Tagesordnung, weil die Regelung dieser Angelegenheit Sache der einzelnen Bundesstaaten sei. Daß Reformen auf diesem Gebiete durchaus notwendig scien, hat die Kommission anerfannt. Abg. Dr. Hafse( natl.): Das Reich muß helfen, wir dürfen die Sache nicht auf die lange wirte, die die Böllerei fördern, an Minderjährige berauschende Ges Bank schieben. Der Nationalökonom Schäffle, der doch auch eine tränke verkaufen usw. Der Kampf gegen den Alkohol ist dringender Zeitlang Minister war, und auch Herr v. Miquel haben das erkannt. meiner Ansicht nach, als eine neue Flotten oder MilitärUebergang zur Tagesordnung darf hier nicht beschlossen werden. vorlage. Auch andere Länder haben den Kampf gegen Ich bin bereit, für den Antrag Hasse oder den Antrag Schrader zu den Wolfsverderber Alkohol aufgenommen. Folgen ivir stimmen. Die Arbeiter verlangen vom Reich sociale Hilfe. Wenn ihrem Beispiel! Der Beschluß der Petitions Kommission wir ihnen diese Hilfe gewähren, tragen wir zur Erhaltung des viel drückt die Mißstimmung darüber aus, daß die Regierung noch immer besungenen deutschen Hauses, des deutschen Familienlebens, wesent nichts zur Bekämpfung der Trunksucht unternimmt, wie es im lich bei. Interesse unserer Arbeiterbevölkerung geboten wäre. Ich bitte Sie, Abg. Wurm( Soc.): den Kommissionsantrag anzunehmen. Ich möchte nochmals darum bitten, dem Antrag Schrader auf Einsetzung einer Kommission zustimmen zu wollen. Es sind nicht fanitäre Nücksichten allein, welche für eine baldige reichsgefeßliche Regelung der Wohnungsfrage sprechen. Es fommen auch nicht allein die Bestrebungen in Betracht, welche, wie es beim Invalidengesetz geschehen, darin gipfeln, den Arbeitern ein eigenes Heim zu schaffen. Es ist noch ein anderer Grund vorhanden. Wir beschäftigen uns in dieser Seffion mit gefeggeberischen Vorschlägen auf Einschränkung bezw. Beseitigung der Hausindustrie. Wie will man die Haus: industrie beseitigen ohne gleichzeitige Regelung der Wohnungs: frage. Ich halte deshalb die Einsegung einer Kommission für dringend notwendig. Daß Mißstände vorhanden sind, ist überall anerkannt worden. Die Herren rechts haben geschwiegen, wohl weil ihnen die industriellen Verhältnisse nicht so genau bekannt sind, aber auch für sie giebt es in dieser Frage ein weites Bethätigungsfeld. Ich meine die Arbeiterwohnungen auf dem Lande. Es wird ferner in der Kommission die Frage zu erörtern sein, wie der Verteuerung vom Grund und Boden entgegengewirkt werden kann, wenn die Kommunen sich daran machen, neue Straßen anzulegen. Es wird sich fragen, ob die Kommunen nicht selbst vorgehen müssen, um sich größere Bodenstrecken rechtzeitig zu sichern. Ad 2 ist zu beachten, daß die Wohnungen den Arbeiter nicht feffeln. Mein Kollege Schmidt hat bereits darauf hingewiesen. Es war wirklich keine willfürliche Annahme von ihm, daß die Meine politischen Freunde haben den lebhaften Wunsch, auf Arbeiter durch die Wohnungen oft an Händen und Füßen gefeffelt Meine politischen Freunde haben den lebhaften Wunsch, auf sind. Selbst wenn sie die Wohnungen nicht sofort räumen müssen, diesem Gebiete baldigst zu Reformen zu gelangen, und bedauern daher den Beschluß der Kommission. Wir beantragen heute in dieser macht sie doch der Hang am Heim, das sie doch früher oder Sache keinen Beschluß zu fassen, um so Zeit zu gewinnen, der später verlassen müssen, den Wünschen des Unternehmers gefügiger. Regierung beffer vorbereitetes Material vorzulegen. Ein Reichsgesetz vorschen. Und ein Unternehmer, von dem man es eigentlich nicht Aber es giebt Kontrakte, die eine fofortige Räumung der Wohnung ist hier jedenfalls notwendig, da die landesgesetzliche Regelung zu erwarten sollte, hat solche Kontrafte gehabt: der preußische Staat; lange auf sich warten lassen würde. die Bergwerksverwaltung des preußischen Staates hat bei dem Abg. Schrader( fr. Vg.): legten großen Streit im Saarrevier die Arbeiter ich glaube noch dazu mitten im Winter glatt auf die Straße gesetzt. Das ist inhuman, das ist grausam.( Sehr richtig! bei den Socialdemofraten.) Sie sehen, welche Gefahren für den Arbeiter darin liegen, wenn der Arbeitgeber in irgend welchen Beziehungen zur Arbeiterwohnung steht. Die Regelung der Wohnungsfrage muß Sache der Einzelstaaten bleiben; das Reich kann höchstens gewisse allgemeine Grundsäße festlegen. Vor allem fehlt es an dem nötigen Interesse der Arbeitgeber selbst. Nur einige große Unternehmer sorgen für Arbeiterwohnungen, weil sie sich mir so einen Stamm von Arbeitern erhalten fönnen. Um zuverlässiges Material zu erhalten, dürfen wir nicht auf weitere Petitionen warten, sondern müssen die Sache selbst in die Hand nehmen. Ich beantrage daher in einer Resolution an den Reichskanzler das Ersuchen zu richten, eine Kommission zum Zwecke von Erhebungen in dieser Sache einzuseyen, an der auch Witglieder des Reichstags beteiligt sind. Abg. Dr. Hitze( C.) Drittens muß darauf Bedacht genommen werden, daß der Arbeiter nicht ausschließlicher Besizer eines eigenen Hauses wird. Der Arbeiter muß frei sein, darf nicht an die Scholle gefesselt sein, wenn er seine Ware Arbeitskraft so gut wie möglich verkaufen soll. Wir haben das größte Interesse au gefunden Wohnungen, da wir sowohl geistig wie förperlich den Arbeiterstand heben wollen. Nur ein törperlich und geistig gesunder Arbeiter kann sich bessere LebensSocialdemokraten.) Geh. Oberregierungsrat Gruner schließt sich dem Antrage der Kommission an. Daß von Reichsbedingungen erringen. Wir unterstützen deshalb den Antrag wegen große Kapitalien zur Beseitigung der Wohnungsnot flüssig Schrader und hoffen, daß er angenommen wird.( Beifall bei den gemacht werden, halte ich für unpraktisch und unmöglich. Das ist Sache der Einzelstaaten. Im preußischen Abgeordnetenhause hat man sich auch schon eingehend mit dieser Frage beschäftigt. Dem Herrn Abgeordneten Hasse gebe ich darin recht, daß es nicht den Anschein haben darf, als ob der Reichstag eine so wichtige Frage obenhin behandelt. Abg. Schmidt- Frankfurt( Soc.): Abg. Wurm( Soc.): 4 langt wird, würde nicht den geringsten socialen Nugen stiften, sondern Ein Gesez gegen die Trunksucht. wie es in den Petitionen ver nur dazu dienen, einzelne Personen zu chikanieren oder zu be strafen, ohne daß das furchtbare lebel der Trunksucht, das auch wir als solches anerkennen, dadurch eingedämmt oder gar beseitigt würde. Die Trunksucht tritt überall da am stärksten auf, wo die socialen Verhältnisse die Bevölkerung veranlassen, sich durch betäubende Mittel über ihr Elend hinwegzuhelfen.( Widerspruch im Centrum.) Nehmen Sie eine Landkarte von Europa zur Hand, dann werden Sie finden, daß die Gegenden, wo am meisten getrunken wird, gerade Die Gegenden sind, wo die Arbeiter auf der fiefften socialen Stufe stehen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) ja besonders gut bekannt ist. Denken Sie an die Lage der Arbeiter, Ich erinnere gerade an Oberschlesien, das meinem Herrn Vorredner der armen Bergarbeiter dort, an die färglichen Löhne, die sie beziehen und an ihre traurigen Werkstätten, wenn Sie wiffen wollen, was die Leute dazu treibt, zum Schnaps zu greifen.( Sehr richtig! links.) schwindet die Trunkfucht von selbst. Bessern Sie die sociale Lage der Arbeiter, dann Wenn der Arbeiter anskömmlichen Verdienst hat, dann ist er fein Trinker mehr. Vor 30-40 Jahren war die Zahl der Schnapsdestillen in Berlin weit größer als heute im Verhältnis zur Bevölkerung. Ihre Verminderung ist nur dadurch zu erklären, daß die sociale Lage der Arbeiter dank ihrem Kampf um bessere Lebenshaltung sich gehoben hat. Auch die Wohnungsfrage spielt bei der Bekämpfung der Truntsucht eine große Rolle. Wenn der industrielle Arbeiter gegen Ausbeutung geschützt wird, so hilft das mehr als alle Strafgefeße gegen die Trunksucht. Gewiß mitverschuldet; wer aber ist schuld daran, wenn der jugendliche wird die Trunkfacht auch durch den Mangel an Selbsterziehung Arbeiter vorzeitig industriell thätig sein muß und sich geistig nicht auch durch daran, wenn der jugendliche ausbilden fann? Wer ist schuld daran, wenn ihm die Hilfsmittel zur Weiterbildung nicht leicht zugänglich gemacht werden? Wer schafft denn die schlechten Schulen und wer läßt die Schüler Formelfram sinnlos answendig lernen? Die Verbesserung der Volksbildung, die weitere Ausbildung der Volksschule sind notwendig, um diesen Mangel an Selbsterziehung zu beseitigen, nicht aber ein neues Polizeigefet. BE des Alkohols aufspielen. Schnapstrinken ist ein Verbrechen, wer Merkwürdig, daß die Herren Agrarier sich als solche Gegner aber Schnaps brennt, bekommt Staatsprämien.( Große Heiterfeit.) Wiel ivenn wäre schon gewonnen, Schnapses ein anderes anregendes Getränk treten würde, das zum an Stelle des Ausgleich der übernervösen Anspamung, die die moderne Industrie hervorruft, benutzt werden könnte: das Bier. Im Princip hält jeder vernünftige Mensch den Alkohol in jeder Gestalt für einen überflüssigen Lurus: die notwendige Anregung fann in idealerer Form gewonnen werden. In der Praxis aber sollten wir darauf achten, daß an Stelle des absolut verderblichen Schnapses das harmlosere Bier tritt. Das ist aber nur bei socialer Besserstellung des arbeitenden Volkes möglich. Andrerseits sollten Sie mit uns dafür sorgen, daß die Bierstener abgeschafft wird.( Sehr richtig! Tints.) Bier- Trunksucht ist in Arbeiterfreisen nicht vorhanden, dazu ist das Bier viel zu teuer. ( auf der Tribüne sehr schwer verständlich) wiederholt die schon in der Kommission vorgebrachten Bedenken gegen eine Regelung der Materie von Reich 3 wegen. Es herrsche wohl auf allen Seiten Sympathie für Abhilfe bei den Wohnungsmißständen, aber fonkret sei man sich noch nicht über die Wege der Abhilfe im klaren. So gut wie wir ein Reichs- Seuchengesetz haben, so gut fönnen größere Schwierigkeiten stellten sich für eine reichsgesetzliche Regelung nur noch größere Möglichkeit geben, einzelne Gastwirte zu chikanieren Je mehr man dieser wichtigen Frage auf den Leib rücke, desto Ein Polizeigeseß gegen die Trunksucht würde der Polizeibehörde tvir auch ein Reichs- Wohnungsgefeß machen. Wie arg es überall mit den Wohnungsverhältnissen und nicht nur in den großen Städten heraus. Hand in Hand mit einer Wohnungsreform müsse eine Regelung und die Arbeiterlokale noch ungünstiger als bisher zu behandeln. bestellt ist, beweist das Material, das speciell von Arbeitervereinen der gesetzlichen Regelung durch die Einzelstaaten. Ohne Auf- feine Exzesse dort paffieren, während solche Beschränkungen für die der Wohnungspolizei und der Baupolizei gehen. Beide aber unterlägen Schon jetzt sind die Arbeitslokale auf Bolizeistunde gesetzt, obwohl gesammelt ist. Namentlich in den Induſtriedörfern findet sich oft wendung vieler Millionen sei eine Lösung der Wohnungsfrage über- Lokale, in denen andere Bevölkerungkreise verkehren, nicht vorhanden derselbe Wohnungsmangel wie in den großen Städten. Vor allem läßt auch die Beschaffenheit der Wohnungen sehr viel zu wünschen werden, ob es sich nicht empfehle, die Regelung anderen Faftoren Bacchus und Gambrinus noch anderen Gottheiten gehuldigt wird. haupt nicht möglich und es müsse schon deshalb genau geprüft sind, obwohl in manchen dieser bürgerlichen Lokale neben dem übrig. Vielfach find die Leute zusammengepfercht mit nicht zur Familie gehörigen gehörigen Abmietern. Auch in Bezug als dem Reiche zu überlassen. Der Antrag Schrader sei( Heiterkeit.) Der Gastwirt aber, bei dem Arbeiter verkehren, auf die Sittlichkeit ergeben sich hieraus die größten Nachteile für die wohl verfrüht, denn ehe man eine Kommission einfege, müsse hat den Spizel vor der Thür, der aufpaßt, ob das Lokal Bevölkerung. Sogar Herr Dr. Miquel hat im Jahre 1888 darauf man sich doch über Wege und Mittel zur Reform einigermaßen nicht etwa noch eine Minute nach 11 Uhr offen ist. Die Polizeihingewiesen, daß für das Bauwesen Normativbestimmungen seitens flar sein. deftunde existiert z. B. nicht für die Cylinderdeftillen( Heiterkeit), des Reichs geschaffen werden müßten, denn, sagte er, in den Abg. Fischbeck( frs. Bp.): die doch auch nichts besseres als Branntiveinschänken sind, wenn der Kommunen, von denen die Bauordnungen erlassen werden, Wir stehen auf dem Standpunkt des Professors v. Liszt, der Schnaps dort auch 50 Pf. oder 1 M. pro Glas foftet. Nur das sind nicht alle Klaffen der Bevölkerung ver- in seiner Antrittsvorlesung neulich gesagt hat, eine verständige Publikum, das dort verkehrt, ist ein anderes. treten. Ganz ähnlich verhält es sich mit der Ver- Wohnungsreform ist besser, als ein Dutzend neuer Straf: Das Uebel der Trunksucht kann mit solchen scheinbaren socialen tretung der Bevölkerungsklassen in den Einzellandtagen. Vor paragraphen. Wir treten deshalb gern auf den Boden der Gesetzen nicht erfolgreich bekämpft werden. Das vermag allein die Bodener in Preußen ist es bei dem herrschenden Drei- Anträge Schrader oder Hasse. Der Regierungskommissar fociale Besserstellung der Arbeiterklasse. Ein Polizeigeses muß ver klassen Wahlsystem unmöglich, alle Klaffen im Landtag zur bezweifelte heute die Möglichkeit der Regelung von Reichswegen. fagen einem Mißstand gegenüber, der in der socialen Konstruktion Bertretung zu bringen. Weiter hat Herr v. Miquel darauf hin: Bei Beratung der Gewerbe- Novelle fam die Reichsregierung mit der Gesellschaft begründet ist. gewiesen, daß auch in Bezug auf das Mictsrecht die Reichs- dem Vorschlage, das Vermieten von möblierten Zimmern 2c. unter gesetzgebung zuständig sei. Inzwischen ist ja durch die Schaffung Polizei- Aufsicht zu stellen. Ich meine, wenn die Reichsregierung des Bürgerlichen Gesetzbuchs hier teilweise Wandel geschaffen ganz abrupt zu einem solchen Vorschlag tommt, fönnte fönnte sie worden. Auf einen Punkt muß ich noch besonders hinweisen, eines auch die Regelung der ganzen Wohnungsmaterie in Angriff die Berbefferung der Lebensverhältnisse der Arbeiter wesentlich geIch bin vollkommen der Ansicht meines Herrn Vorredners, daß der größten Krebsschäden, der bei diesen Reformbestrebungen zu Tage nehmen. Der Regierungskommissar meinte, ehe man die getreten ist. Herr Schrader befürwortete das Bauten von Arbeiter Sommission einsetzt, müßte man sich über die Wege flar sein, schlecht sind, steigert sich der Verbrauch an Alkohol. Ich habe aber eignet ist, die Trunksucht zu beseitigen. Wenn die Lebensverhältnisse wohnungen durch die Unternehmer. Hier besteht nur der Mißstand, die man einschlagen will. Gerade umgekehrt meine ich, es wird die Beobachtung gemacht, daß wenn die Löhne plöglich besser wurden, daß die Arbeiter durch diese Wohnungen direkt zu Sklaven der Sache einer solchen Kommission sein, solche Wege zu finden.( Beifall.) die Leute trotzdem einen großen Teil Thres Arbeitsverdienstes in Unternehmer werden. Sie müssen die Wohnungen verlassen, Die Diskussion wird geschlossen. sobald sie aus der Arbeit entlassen werden, meist innerhalb 14 Tagen, Unter Ablehnung des Antrages Hasse wird der Antrag fohol anlegten. Wir müssen also auch auf anderen Wegen dem manchmal sogar sofort. Der Arbeiter ist vollkommen an die Schrader auf Einsetzung einer besonderen Enquetekommission mit Biele der Bekämpfung der Trunksucht zustreben. Vor allem ist ein Scholle gebunden und muß alles thun, was ihm der Unter- groper Mehrheit angenommen. Damit ist der Kommissions- einheitlicher Ausbau der Schantgesetze notwendig. nehmer vorschreibt, um nach Jahren in den Besitz eines Häuschens antrag gefallen. Abg. Dr. Stephan( C.): zu gelangen. Eine Anzahl Petitionen, die ein Gesetz zur Bekämpfung der Trunksucht allent ( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Abg. Quentin( natl.): Meine Partei ist durchaus nicht der Ansicht, daß lediglich mit Polizeigefeßen die Trunksucht bekämpft werden könne. Ich gebe frage noch viel zu thun ist. Er exemplificierte aber namentlich auf Oberschlesien und erweckte gewissermaßen den Anschein, als ob dort Abg. Beckh- Koburg( frf. Bp.): bos lo obesondere Mißstände im Wohnungswesen beständen. Viele Millionen Ich leugne nicht die Notwendigkeit einer Bekämpfung des find ausgegeben worden, um die Arbeiter durch gute Wohnungen Wie gesagt, Herr Miquel ist gewissermaßen Bahnbrecher auf Alkoholismus, aber die Strafgesetzgebung fann gegen die Trunksucht den Unternehmern zu erhalten. Ich mache Herrn Wurm darauf diesem Gebiete. Heute wird er ja wohl als Freund der Agrarier nichts ausrichten. Es wäre ein Unglück, wenn Strafrichter und aufmerksam, daß auch z. B. in den Bestimmungen über die Sontagsauch der Hausagrarier anderer Meinung sein. Früher war er Bolizei gegen die Trunksucht mobil gemacht würden. Wie milde die ruhe der Polizei große Befugnisse eingeräumt werden, für die ganz radikal, er wollte das thun, was aller Wohnumgsnot ein Ende Trunkſucht in höheren Kreisen beurteilt würde, dafür ein Beispiel: jedenfalls auch Herr Wurm eintreten wird. Es ist aber macht, er wollte die Bauern organisieren, damit sie sich bessere Im Herrenhause hat Herr v. Beelow- Saleste gesagt: Gin fräftiger falsch, vont vornherein jedes Gesetz abzulehnen, das den Existenzbedingungen verschafften. Das ist in der That das einzige Trunk gilt auf beiden Seiten des Rheins als männliche That. Ein Polizeibehörden die Entscheidung in die Hand giebt. Mittel zur Beseitigung der Wohnungsnot, die Hebung der untersten Gefey gegen die Trunksucht würde ein lassen gefeß große Gefahr, welche in dem Ueberhandnehmen der Trunffucht liegt. Klaffen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) der schlimmsten Art werden. Schwankende hohe Herren fann doch nicht geleugnet werden. Nach einer Enquete vom Jahre 1876 Abg. Franken( natl.) würden von den Schutzleuten forgsam zum Wagen geleitet.( peiterfeit.) waren von 348 wegen Totschlags Verurteilten 63,2 Proz. Trinker, Ein derartiges Gesetz würde auf das schlimmste nach unten und gar nicht von 773 wegen Körperverlegung Verurteilten 74 Proz. Trinker, von nach oben angewendet werden. Die Annahme des Kommissionsantrages 954 wegen Rot- und Unzucht Verurteilten 60,2 Broz. Trinker. Da würde großen Mißmut im Wolfe erregen, weil er einem solchen fehe ich wirklich nicht ein, weshalb wir nicht dem Beispiel so vieler Klassengefeß die Wege zu ebnen geeignet ist. Deshalb schlage ich Böller folgen und ein energisches Gesetz gegen die Trunfsucht ere, vor, den Kommissionsantrag abzulehnen und über die laffen sollen. Petitionen zur Tagesordnung überzugehen.( Bravo! Tints.) Jedenfalls werden wir bald ein reiches Material zur Wohnungsfrage zuſammen haben, auch der Verein für Reichs- Wohnungsreform fordern, beantragt die Kommission als Material oder zur Berück- dem Herrn Kollegen Wurm zu, daß auf dem Gebiet der Wohnungsin Frankfurt wird in kurzem solches Material einsenden. Doch alle sichtigung dem Reichskanzler zu überweisen. diese Untersuchungen von Privaten und Vereinen können nur Stüdwerk bleiben; eine umfassende Untersuchung, wie sie Herr Schrader empfahl, ist durchaus notwendig. hält auch eine reichsgesetzliche Regelung der Wohnungsfrage für dringend notwendig. Er ist mit dem Abg. Schrader einverstanden, fürchtet aber die Ablehnung seines Antrages und wird deshalb für den Antrag Hasse stinimen. Abg. Stöcker( wildt.): Abg. Dr. Stephan- Beuthen( C.): Die Abg. Beckh- Coburg( frs. p.): Es geschieht gegenüber dem Wohnungsnotstand nicht genug, Maßnahmen gegen die Trunksucht sind natürlich nötig, aber weder von den Einzelregierungen noch von Privaten. Deshalb ist nicht in dem Sinne der Petition. Lesehallen, Wärmestuben, das find. die Errichtung eines Reichs- Wohnungsamts und reichsgesetzliche Ich stehe auf einem ganz anderen Standpunkt als der Vor- die geeigneten Mittel, um die Truntsucht zu beseitigen. Gegen die Regelung der Materie notwendig. Der Notstand besteht darin, daß redner. Die Petitionskommission wollte durch ihren Antrag der Truntfucht können Sie auch gar nichts mit Strafen machen. Die der Arbeiter den vierten, ja oft den dritten Teil seines Regierung begreiflich machen, daß endlich zu gefeggeberischen Maß- Truntsucht ist eine Eigenschaft, die der Mensch an sich hat.( Große Lohnes für die Wohnung zahlen muß. Dabei sind die nahmen gegriffen werden muß. Zu der Petition wird verlangt, daß Heiterkeit.) Strafen können Sie mur wegen der Trunken Wohnungen noch nicht einmal reichlich. Der Arbeiter muß die Trunksucht bestraft wird, wenn sie an öffentlichen Orten heit, und auch nur, wenn sie sich öffentlich zeigt. Aber Aftermieter aufnehmen und damit wird die Wohnung Mergernis erregt. Ich gebe zu, daß man über eine solche Bes es giebt auch Lente, die sich zu Hause bezechen und moralisch verfeucht, oft auch hygienisch. In den Arbeiterwohnungen ſtimmung geteilter Meinung sein kann. Der Regierungsentwurf darunter leidet die Familie oft weit mehr. Denten entstehen die verheerenden Seuchen. Die Privatwohlthätigkeit kann eines Gejeges gegen die Trunksucht im Jahre 1891 enthielt aber Sie doch auch daran, wvie verschieden die trunkenen nicht helfen, die Erfahrung haben wir bei der Stadtmission gemacht. I noch eine ganze Reihe weiterer Bestimmungen, z. B. gegen Gast- Leute behandelt werden je nachdem es Arbeiter oder Leute aus den besseren Ständen sind. Je nach der Klaffenangehörigkeit des solche Einrichtung ist? Mit anderen Worten, wenn einer das Ver- oder dem Geschäftsinteresse der Unternehmer überlassen bleibe. Trunkenen wird das Gesetz zur Anwendung kommen und gegen eine halten Millerands lobt, hat er feinen Grund, Galliffet nicht Träten wir doch sonst immer dafür ein, daß die Unternehmer in folche Klassengesetzgebung verwahre ich mich auf das entschiedenste. Sanonen zu bewilligen". Die Minister haben sich eben folierster Linie zu den Wohlfahrtseinrichtungen zu Gunsten der Arbeiter Außerdem verwahre ich mich auch dagegen, daß wir etwa überhaupt darisch erklärt, und man kann nicht einen unterstützen ohne die heranzuziehen seien." eine Maßregeln zur Bekämpfung der Trunksucht wollen; nur auf andern. diesem Wege kann nichts erreicht werden. Erstens thun wir das gar nicht und zweitens werden im vorDas gerade vergessen diejenigen, welche die Anwesenheit und die liegenden Falle die Unternehmer auch gar nicht herangezogen, Thätigkeit Millerands im Ministerium begrüßen und seine Reformen sondern es ist ihnen nach den Mitteilungen der„ B. K." überlassen, aufzählen, auf die ich gleich zu sprechen komme. Sie vergessen, daß Modelle von Schuhvorrichtungen usw. einzuschicken. Wir wollen die alle Vorwürfe, die man Galliffet macht, sei es wegen des Prozesses Einrichtung eben nicht vom guten Willen der Unternehmer abhängig in Rennes, sei es wegen Erhebung der Anklage gegen Urbain Gohier sein lassen, sondern verlangen die Aufwendung genügender öffentauf Beschimpfung der Armee, in voller Schwere auch seinen Kollegen licher Mittel, wenn auch keineswegs soviel, wie nur eines der vielen treffen, der gegen diese Maßregeln protestieren könnte, indem er Panzer- Schlachtschiffe kostet, die man dem Reichstag demnächst wieder seine Entlassung gäbe, was er aber bis jetzt noch nicht gethan hat. abfordern wird. Der Antrag Beckh wird hierauf gegen die Stimmen der Socialdemokraten und Freisinnigen abgelehnt und der Kommissionsantrag angenommen. Es folgt eine Petition betreffend Einführung eines Bolles auf Feld- und Gartenfrüchte, Heu usw. Der Berichterstatter Abg. v. Oneis beantragt Ueberweisung als Material. Abg. Brömel( frs. Vg.) weisen. Wort. Der Berichterstatter Abg. Jacobskötter( f.) verzichtet aufs Abg. Bebel( Soc.): Alle von den Bewunderern Millerands aufgezählten Reformen Die B. K." sieht eine Herabsetzung der geplanten Einrichtung giebt namens seiner politischen Freunde die Erklärung ob, daß sie sind unbestreitbar; indessen würde, wenn es ihrer auch zweimal so darin, daß wir sagten, es würde nur ein kleines einfaches" Vermit der Zustimmung zu dem Antrag der Kommission feineswegs die viele wären, ihre Summe noch nicht die der Reformen des letzten waltungsgebäude errichtet; sie verweist uns da auf den Etat, in dem Frage, ob die Einführung eines Bolles auf Feld- und Garten- liberalen Ministeriums in England erreichen. Ich erinnere an den als erste Baurate 90 000 m. gefordert würden, und meint, das gäbe früchte zu empfehlen sei oder nicht, sachlich entschieden wissen Achtstundentag für die Arbeiter von Woolwich; und, um doch ein genügend großes Gebäude. Die" B. K." vergißt dabei wollten. ganz von Lord Rosebery zu schweigen, haben wir es nicht erlebt, mur, daß wir uns lediglich ihrer eigenen Worte bedienten bei KennDie Ueberweisung als Material wird beschlossen. daß selbst Chamberlain, ein konservativ gewordener Liberaler, im zeichnung des Gebäudes. Eine Petition betreffend die Abänderung eines Antrages über Parlament das Unfallgeset mit all seinen weitgehenden die Ausführung eines militärfiskalischen Gebändes beantragt Schutzbestimmungen durchſezte und dabei erklärte, daß der Unter dem bei einer unlängst im Ministerium des Innern abgehaltenen Bankontrolle in Bayern. Bayrische Offiziöse melden: Nachdie Petitionskommission der Regierung zur Berücksichtigung zu übernehmer immer verantwortlich und haftbar sei. Aber weder Lord Besprechung mit den beteiligten Kreisen Einverständnis darüber erRosebery noch Mr. Chamberlain haben sich auf das Programm zielt worden ist, daß zur Verminderung der Unfallgefahr bei Bauten von Saint- Mandé berufen und es bescheiden abgelehnt, die polizeiliche Baukontrolle durch Beiziehung von befähigten AufsichtsSocialisten genannt zu werden. Untersuchen wir nun einmal die Streiks. Der von Creuz otorganen aus dem Arbeiterstande zu verstärken sei, werden über die Es ist sehr bedauerlich, daß der Herr Berichterstatter auf das wurde als ein Triumph des socialistischen Ministeriums gefeiert. hiernach zu treffenden Maßnahmen im Ministerium des Innern einWort verzichtet hat, denn die Angelegenheit, um die es sich hier Herr Waldeck- Rousseau, der Gründer des Unternehmer Vergehende Erwägungen gepflogen, die demnächst zum Abschlusse ge= handelt, ist immerhin wichtig genug, um ihr einige Worte zu aber es scheint sehr, als ob der Spruch für den Herrn Schneider bandes unter dem letzten Ministerium Meline, war Schiedsrichter, langen dürften. widmen. Es handelt sich um eine Summe von 99 900 m., die der Die bayrische Regierung scheint demnach ernstlich gewillt, auf Petent von der Intendantur des 15. Armeecorps in Straßburg nicht nicht gerade hart und bindend war, da dieser seine Arbeiter aufs diesem Gebiete einen Schritt vorwärts zu thun. erhalten kann. Diese Intendantur hat nämlich mit dem Betenten Pflaster warf, nicht als Mitglieder des Gewerkvereins, sondern Die erste badische Volksheilstätte für Lungenkranke wurde einen Vertrag geschlossen, wonach er auf einem dem Militärfistus als„ Läftige"( génants). Es handelte sich darum, den geplanten Marsch am Sonntag in Badenweiler im südlichen Schwarzwald feierlich ergehörigen Grundstück ein Gebäude für ein Offizierskasino gegen werden mußte, zu verhindern, und man muß anerkennen, die Anstalt mit einer Staatshilfe errichtet worden. der Streifenden nach Paris, der für das Ministerium höchst unbequem öffnet. Die Anstalt ist von der badischen InvaliditätsversicherungsMiete entrichten sollte. Der Petent ist bei dem Bau in finanzielle ministeriellen Socialiſten haben diese Aufgabe mit Erfolg gelöst. Schwierigkeiten geraten, da er für sein Gebäude, das auf einem Uebrigens lehnt es Waldeck- Rousseau ab, dauernder Schiedsihm nicht gehörigen Grund und Boden errichtet war, keine Hypotheken richter zu ſein; die Streikenden in Carmaux und Avignon können bekam. Vom Kriegsministerium ist sein Gesuch, ihm den Bauplatz also nicht mehr auf ihn rechnen. zu verkaufen oder das Gebäude abzukaufen, abgelehnt worden. Ich meine, es liegen hier sehr starke etatsrechtliche Bedenken vor. Es fragt sich, ob die Intendantur überhaupt berechtigt war, einen der artigen Bertrag zu schließen, und ich beantrage, die Petition zur weiteren Aufklärung noch einmal an die Kommission zurück zu verweisen. Abg. Jacobskötter( f.): Ich habe einen schriftlichen Bericht erstattet und deshalb auf mündlichen Bericht verzichtet. In der Kommission ist von etatsrechtlichen Bedenkeit keine Rede gewesen, dort ist nur die Notlage des Petenten erörtert worden und die Kommission war einstimmig der Ansicht, daß hier irgendwo ein Fehler begangen worden ist, der in irgend einer Weise wieder gut zu machen ist. Deshalb hat die Kommission die Ueberweisung der Petition der Regierung zur Berücksichtigung empfohlen. Abg. Dr. Sattler( natl.): Mir ist immer noch nicht klar, was die Kommission mit ihrem Antrag will; sollen wir bezahlen oder nicht? Ich meine, der Herr Abg. Bebel hat mit seinen Bedenken vollkommen recht. Schon der Umstand, daß in dem Vertrage die Bedingung enthalten ist, daß die Summe von 99 900 nicht überschritten werden darf, legt den Verdacht nahe, daß man die Angelegenheit der Beschlußfassung des Reichstags entziehen wollte, denn bekanntlich müssen Ausgaben in Höhe von 100 000 Mart dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Am besten wäre es gewesen, wenn sich die Petitionsfommission Rat bei der Budgetkommission geholt hätte. Ich schließe mich dem Antrag Bebel auf Zurückweisung an die Petitionsfommission an. Geheimer Kriegsrat Rasch = lich bei sich empfangen, weil niemand in der socialistischen Partei Zweifellos hat die Arbeiterpartei von Lille Millerand freundauf Millerand persönlich erzürnt ist, der, wie Jaurès schrieb, heute und recht socialistisch für einen Radikalen. noch ist, was er gestern war: recht radikal für einen Socialisten Devernay und Delory haben den Eintritt eines Socialisten ins Ministerium getadelt, jedoch gesagt, sie würden Reformen annehmen, aus welcher Hand sie auch Socialisten, daß eine Kluft ist zwischen dem Socialismus, der auf fämen. Das ist alles. Aber sie wissen, wie alle zielbewußten dem Boden des Klassenkampfes steht, und dem„ Ministerium nach der Mode( à la Mode) von Saint- Mandé", wie Lafargue es nennt. " Aus der Frauenbewegung. berg, wie die„ Schwäbische Tagwacht“ aus zuverlässiger Quelle erAls Assistentin für die Fabrikinspektion soll in Württemfährt, die Fran eines Fabrikdirektors angestellt werden. Ob damit den Wünschen der Arbeiterinnen gedient wäre, muß billig bezweifelt werden. Eine solche Beamtin muß vor allen Dingun vom Unternehmertum unabhängig sein; daß dies die Frau eines Fabrikdirektors nicht ist, der noch dazu, wie die„ Schwäb. Tagw." vermutet, bei Wenn die württembergische Regierung die neue Einrichtung von einem Scharfmacher erster Güte in Stellung ist, liegt auf der Hand. vornherein diskreditieren will, dann hat sie hierzu den besten Weg eingeschlagen. Kommunales. einigen Reformen, die dem Ministerium durch die Gegenwart eines Sicherlich find die Bourgeois mit einigen Konzessionen, mit Socialisten entrissen wurden, nicht zufrieden, und russische Zeitungen wie die Nowoje Wremja" verlangen, daß man sich desselben ent- verordneten- Versammlung am Donnerstag, den 16. November, Auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Stadtledige. Aber, wunderbar, was ihnen als Socialismus erscheint, ist nachmittags 5 Uhr, sind unter anderem folgende Gegenstände gein unsern Augen nur ein nachgemachter Artikel" eine contre- fezt: Berichterstattung des Ausschusses für Rechnungssachen über façon" das heißt, um mich des englischen Ausdrucks zu bedienen, 33 Rechnungen, über die Jahresabschlüsse für das Etatsjahr 1898, nicht der genuine article", nicht die echte Ware ebenso betreffend die Gaswerke, den Viehmarkt, den Schlachthof, die Fleischwenig wie zur Zeit des ersten Ausstandes in Carmaux, wo wir schau auf dem Schlachthofe und die Fleischschau für das von außerhalb einnicht Sieg! gerufen haben, weil Loubet- heute Präsident geführte Fleisch, die Markthallen- Verwaltung, die Hauptkasse der städti der Republik, damals Minister zwischen den Unternehmern und fchen Werte über die Kassenverwaltung und den Gesamtabschluß Arbeitern vermittelt hatte. dieser Kasse, die Verwaltung der städtischen Abladeplätze und den Uebrigens giebt es Leute, die niemals zufrieden sind; aber es Verwaltungsfonds 2c. der Sparkasse sowie über die Notaten- Beantist charakteristisch, uuter den ministeriellen Socialisten fängt man an, wortung zum Jahresabschluß der Stadt- Hauptkasse für das Etatsdie Wahrheit zu erkennen, daß, wenn wir mit der Bourgeoisie einen jahr 1879. Vertrag schließen, wir immer die Betrogenen sind. Der Fall war schon Rieselland im Administrationsbezirke Blankenfelde für den Bau einer Vorlagen, betreffend die unverzinsliche Abtretung von einmal da für die Socialisten, welche vor 10 Jahren Constans gegen Nebenbahn von Reinickendorf- Rosenthal nach Groß- Schönebeck, Boulanger unterstützt haben; er wird ohne Zweifel bald die wegen der Beschädigung einzelner Nebenfiguren zu den Denkhat gegen den Antrag auf Rückverweisung an die Kommission nichts wieder für diejenigen Socialisten, französische und ausländische, ein mälern in der Sieges- Allee erlassene Bekanntmachung sowie die einzuwenden. treten, die den Eintritt Millerands ins Ministerium billigten und ganznächtliche Beleuchtung der Denkmäler in der Sieges- Allee, Abg. Bebel( Soc.): begrüßten. Selbst diejenigen, die am hartnädigsten die Intervention Sen Vorentwurf zum Erweiterungsbau des Friedrich Wilhelmu Gunsten von Dreyfus, so wie sie geschah, gefeiert haben, können so bald wiederholen sollte. Die Erfahrung ist zu teuer erkauft worden, als daß man sie Orford, 9. November. Herr Kollege Dr. Sattler hat recht, die Sache kann gründlich heute nicht umhin, die Frucht bitter zu finden. Charles Bonnièr. Sociales. nur in der Budgetkommission erörtert werden. Der hier in Rede; stehende Fall legt die Vermutung nahe, daß noch mehr solcher Verträge geschlossen worden sind, ohne daß wir gefragt worden sind. Darüber soll die Militärverwaltung Aufklärung geben. Ich will dem Kriegsministerium vorläufig feine Vorwürfe machen. Ich möchte aber heute schon der Intendantur eines Armeecorps das Recht bestreiten, solche Verträge ohne Einwilligung des Kriegsministeriums einzugehen. Dies scheint mir aber nach der ganzen Sachlage hier der Fall Zur Durchführung der Invalidenversicherung erläßt der gewesen zu sein. Ich beantrage jetzt ausdrücklich, die Sache der Bundesrat nene Bestimmungen über die Einrichtung der QuittungsBudgettommission zu überweisen. farten und die Entwertung und Vernichtung der Marken. Danach sind für die Selbstversicherung besondre Quittungskarten von grauer Farbe zu verwenden. Die unbefugte Verwendung andrer Starten hierfür ist strafbar. Die Karten für die Zwangsversicherung sind gelb. Alte Quittungskarten dürfen nach dem 1. Januar 1900 nicht mehr ausgegeben werden. Die in diesem Jahre noch ausgegebenen alten Quittungskarten dürfen noch zwei Jahre lang, vom Tage der Ausstellung an gerechnet, benutzt werden. Ueber die Markenentwertung sind die folgenden Vorschriften zu einverstanden. Abg. Dr. Sattler( natl.) erklärt sich mit dem Antrage Bebel Der Antrag Bebel- Sattler wird gegen die Stimmen ber Konservativen angenommen. Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahl des Abg. v. Kardorff( Rp.) wird nach dem Antrage der Kommission beanstandet und Beweiserhebung über einige Brotest punkte beschlossen. Die Wahl des Abg. Smalatys( 1. Königsberg, Littauer) wird für gültig erklärt. Hierauf verta gt sich das Haus. nennen: Arbeitgeber und Versicherte, welche Marken in die Quittungsfarten einkleben, find zur Entwertung dieser Marken, soweit Nächste Sigung: Mittwoch 1 hr( Postgefez- Novelle, Fernsprech- fie nur für eine Woche gelten, befugt, soweit sie aber für mehr als eine Woche gelten, verpflichtet. Gebührenordnung, beides in zweiter Beratung.) Schluß 6 Uhr. schrieben: = Ministerial- Socialismus. Durch die Landes- Centralbehörde kann angeordnet werden, daß bei der freiwilligen Versicherung die Versicherten auch zur Ents wertung der Einwochenmarken verpflichtet sind. Die die Beiträge einziehenden Stellen sind verpflichtet, die den eingezogenen Beiträgen entsprechenden Marten zu entwerten. Werden Quittungskarten zur Verlängerung ihrer Gültigkeitsdauer vorgelegt, so ist die Verlängerungsstelle verpflichtet, alle noch nicht entwerteten Marken zu entwerten und zugleich auf der Innenſeite der Karte Handschriftlich oder durch Stempel die Gesamtzahl der in der Karte befindlichen Marken zu vermerken. Diejenigen Organe der Versicherungsanstalten, Behörden oder Beamten, welche die Kontrolle der Beitragsentrichtung ausüben, sind befugt, alle noch nicht entwerteten Marten zu entwerten. Die Entwertung darf nur in der Weise erfolgen, daß auf den einzelnen Marken Handschriftlich oder durch Stempel der Entwertungstag in Ziffern, z. B. für den 15. März 1900 15. 3. 00" oder für Entwertung ist Tinte oder ein ähnlicher festhaltender Farbstoff zu verwenden. Für das Einzugsverfahren, das Berichtigungsverfahren, die Berlängerung und die Beitragskontrolle kann die Landes- Centralbehörde eine andere Art der Entwertung vorschreiben oder zulassen. Andere Entwertungszeichen sind unzulässig. Hospitals in der Pallisadenstraße 37, den Ankauf von Ländereien auf Tegeler und Dalldorfer Gebiet zum Zwecke der späteren Errichtung einer städtischen Gasanstalt, die gewerbliche Beschäftigung schulpflichtiger Rinder, den Jahresabschluß der städtischen Wasserwerke für das Etatsjahr 1898 und die Festsetzung von neuen Baufluchtlinien vor dem Grundstück Breitestraße 20 und 20a( Köllnisches Rathaus) sowie den Verkauf der der Stadtgemeinde Berlin gehörigen, zwischen Scharrenstraße, Breitestraße, Gertraudtenstraße und Betriplaz gelegenen Grundstücke. Lokales. ,, Sparsamkeit ein Lafter". " Peter Rojegger ist ein Dichter, der uns allen, seien wir Hand- oder Kopfarbeiter, durch seine herrlichen Erzählungen manche Stunde reinen Genusses verschafft hat. Und so weit wir Socialdemokraten sind, schulden wir ihm auch Dank für den unserer Partei zu würdigen gewußt hat. offenen Blick, mit dem er zuweilen die die Tüchtigkeit Vielleicht ist manchem den Arbeiter= unserer Lefer noch Rofeggers Brief an willen" in Graz in Erinnerung, worin der Dichter bekennt: " Deine schneidigen Artikel, wenn sie auch manchmal über die Schnur hauen, lese ich mit Bergnügen." Bekannt ist auch ein von Rosegger im diesjährigen Märzheft der Deutschen Revue" veröffentlichter Aufsatz, er die östreichische Socialdemokratie nicht bloß die zielbewußteste, sondern auch die kligste und ta ktvollste Partei nennt. Dies Urteil ist um so intereffanter, als Rosegger, wie aus dem ganzen Inhalt des Artikels hervorgeht, ein Gegner der Socialdemokratie ist und zum mindeſten kaum einen Hauch socialistischen Geistes empfangen hat. worin " 1 Einem solchen Manne kann es von seiten der Arbeiter schon zu gute gehalten werden, wenn er, um uns gut deutsch auszudrücken, einmal recht dumm daherschwätt. Türmer" veröffentlichten Artikel, mit dem jezt die staatserhaltende Und das thut er offenbar in einem in der Monatsschrift„ Der Bresse hausieren geht. Ju„ Türmer" schreibt Rosegger: ber= „ Die Socialdemokraten soweit ich sie fenne achten die Sparsamteit. Ja, es sogar einer ihrer Grundsäze, nicht zu sparen, sich weder Haus noch sonstigen Besitz zu gründen, sondern alles, was der Tag einbringt, auch wieder für den Tag auszugeben. auszugeben. Erstens meinen die Führer, mit dieser Taktik die Arbeiterschaft zu einem vom heutigen Staate unabhängigen lentsamen Heere gegen diesen zu bilden, und zweitens ist ein allerdings nur mehr geringer Teil der Arbeiter noch immer so findisch, zu glauben, daß ohnehin die allgemeine Gleichteilung aller Reichtüiner bevorstehe, wo sie ihr gut gemessenes Stück abbekommen würden. Wozu sich also etwas versagen, wenn man's haben kann: man lebt nur einmal, man ist nur einmal jung, und bis wir alt werden, wird der große Trumpf die Gleichheit ja hergestellt haben." Bon dem unterzeichneten französischen Genossen wird uns geDie Umfrage, welche die Petite République" soeben beendet hat, hat drei verschiedene Resultate gehabt, und unter den Antworten, bie einliefen, findet wie in einem russischen Salat jeder Geschmad feine Rechnung. Zwei Fragen waren gestellt; die Mehrheit der Socialisten hat auf die erste mit ja geantwortet, auf die zweite mit nein, aber unter Bubilligung mildernder Umstände, wie in Rennes ein Urteil, welches so wenig befriedigend wie nur möglich für die jenigen ist, welche eine Streitfrage endgültig entschieden ſehen wollten: nämlich die, ob in der tapitalistischen Periode ein Socialist in ein Bourgeois Ministerium eintreten darf, oder mit anderen Worten, ob Millerand eine Re- den 10. Februar 1901 10. 2. 01", deutlich angegeben wird. Bur gierungs Rooperativgenossenschaft mit Waldeck Rousseau und Dem General Marquis de Galliffet gründen durfte. Es ist zwedlos, auf die Erörterung zurüdzukommen, mit Aus nahme dieses einen Punktes. Mir scheint es nicht möglich, der ersten Frage zuzustimmen, wenn man die zweite verwirft; denn sie hängen im Geiste derer, die sie stellten, eng zusammen. Hat doch Genosse Jaurès offen erklärt, er billige den Eintritt Millerands ins Ministerium. müssen entwertet werden, sobald die Quittungskarte zum Umtausch Marken, welche nicht bereits anderweit entwertet worden sind, Für ihn war das die unumgängliche, unabweisbare Folge der Intervention eines Teils der Socialisten zu Gunsten von Dreyfus. eingereicht ist. Diese Entwertung liegt den Vorständen der VerMan hätte also entweder alles annehmen oder alles ablehnen müssen, ſicherungsanstalten oder anderen von der Landes- Centralbehörde beund deshalb haben nur die, welche das eine oder das andere gethan haben, zeichneten Stellen ob; sie iſt, ſofern sie etwa versäumt sein sollte, ihn in flarer Weise auf die Umfrage geantwortet. Die übrigen haben von jeder Behörde, an welche die Karte nach dem Umtausche gelangt, mehr oder minder geschickt versucht, den Verantwortungen auszu- nachzuholen. weichen und sich um die Schwierigkeit herum zu drücken. Bei der Entwertung dürfen die Marken nicht untenntlich gemacht Es giebt einen ministeriellen Socialismus; und die werden, insbesondere müssen der Geldwert, die Lohnklasse und der Verbindung dieser Worte ist nicht ungeheuerlicher, als der im Name der Versicherungsanstalt sichtbar bleiben. perialistische Socialismus" der in England vom Zuwiderhandlungen sind strafbar. Redacteur des Clarion", Genossen Blatchford, erfunden wurde. Museum für Unfallverhütung. Der„ Berliner Korresp." verIn der That, wenn man den einen zuläßt, so ist es sinnlos, den ursacht die Kritik Mißbehagen, die wir an ihre Mitteilungen über anderen nicht anzunehmen; wer eine Einrichtung der Bourgeoisie, das von ihr so genannte Museum für Arbeiterwohlfahrt geknüpft warum der Arbeiter nicht durch Sparen zu Reichwie das parlamentarische Ministerium, annimmt, warum soll der sich haben. Sie meint, wir fielen aus der Rolle, wenn wir es be- tümern gelangen kann, daß andererseits aber in der weigern, im Schlepptau des Militarismus zu fahren, der eine andere mängeln, daß die Durchführung des Planes mehr dem guten Willen Litteratur der Partei sowohl als auch in ihrer Geschichte nichts . = In dieser Art geht der Artikel zur Freude der mit Begier über hergefallenen Scharfmacherpresse noch eine gute Weile weiter. Wir mögen einem Dichter ungern etwas zumuten, was ihn von Aber wie die Sachen sich nun seinem Beruf abbringen könnte. einmal bei Rosegger entwickelt haben, müssen wir wirklich das Verlangen an ihn stellen, sich doch die Muße zu nehmen und einige der auch für ihn gewiß erreichbaren hauptsächlichen Schriften der socialdemokratischen Parteilitteratur zu lesen. Dann wird er einsehen lernen, daß einerseits zwar schon vor einem guten Menschenalter von Lassalle nachgewiesen worden ist, zu finden ist, was auf einen Wirtshaus lumpen Standpunkt"| Naturalisierten befinden sich 36 Oestreicher, 9 ehemalige preußische Ein sehr bekannter hiesiger Maler hat durch das bisher wie der Dichter sich ausdrückt, und auf Förderung eines Familien Staatsangehörige, 6 Russen 2c. noch völlig unaufgeklärte Abhandenkommen von vier wertvollen Lebens, wie es die Wilden führen", schließen ließe zum mindesten viel weniger, als unter den Verfechtern der alten Ordnung. Das Kaiserliche Postcheckamt Berlin wird seine Diensträume aquarellen einen empfindlichen Verlust erlitten. Die Bilder, welche socialdemokratischen Arbeiterschaft nach, so wird er sehen, daß umfangreiches Grundstück vom Verein der Wasserfreunde erworben, Schirm), 2. Aegyptischer Brunnen( Schöpfrad, links 2 dunkle Ochsen, Geht Roſegger dann noch etwas weiter den Bestrebungen der in der Kommandantenstraße erhalten. Der Reichsfiskus hat dort ein seit dem Februar d. J. verschwunden sein dürften, stellen dar 1. Qurortempel( große Säulen, unten Fremde mit einem roten fie neben anderm, um nur ein Beispiel zu nennen, in den Räumen des Nenbaues soll das Bostamt SW. 19 untergebracht vorn rechts 2 helle, in der Mitte ein Eſel, der das Rad dreht), errichten befliſſen ist, daß sie aber an diesem trotz allen Hindernissen werden, das jetzt sich in Mietsräunen im sogenannten Induſtrie- 4. Italienische Landschaft( zwischen Mauern fährt ein Ochsengeſpann). mermüdlich fortgesetzten Streben nicht von ihrer Partei, wohl Neubaues sind für das fünftige Postchedamt vorgesehen, das in Berlin Etwaige Nachrichten werden an die Kriminalpolizei zu den Aften Gewerkschaften Sparkassen im besten Sinne des Wortes zu aber von Staat und Unternehmertum mit allen möglichen Mitteln gehindert wird. Er wird bei genauerer Betrachtung der Dinge finden, daß eine Gewerkschaft, der es dank den von den Mitgliedern aufgebrachten Beiträgen gelingt, die und den 2ohn um 50 Pfennig zu erhöhen, für Arbeiter die Arbeitszeit im Berufe um eine Stunde täglich herabzusetzen beste Sparkasse von der Welt ist. Herr Roſegger wird dann auch die etwas derben Worte von vorhin als im Grunde berechtigt anerkennen und außerdem einsehen, daß er mit ſeinen ins Gelach hineingeschleuderten Vorwürfen nicht der vorwärtsstrebenden Arbeiterschaft, wohl aber der Unkultur und ihren im Besiz haufenden Interessenten einen von ihm selber gewiß nicht gewollten Dienst geleistet hat. Er wird vollauf begreifen, daß die„ klügste und tattvollste Partei" in ihrem eigenen Interesse alles fördert, was die Arbeiter vom Wirtshauslumpen- Standpunkt fern um ein großes Postgebäude daselbst zu erbauen. In den unteren gebäude in der Beuthstraße befindet. Die 3. Schloß Tarasp( Schloß auf einem Berge, vorn mäht eine Frau), 8154 IV/ 19. 99 erbeten. neben zwölf anderen im Reiche errichtet wird. Der Fernsprecher Berlin- Kopenhagen ist fertiggestellt und Geisteskranker Dieb und Brandstifter. Am 28. Juli d. J. wird dieser Tage dem Verkehr übergeben werden. Bisher war die brach in der Wohnung des Schneiders Podack in der Schüßenstr. 4 burg, Storför und Roskilde verbunden. Infolge der vielen zwischen erbrochen, Kleidungsstücke mit Petroleum getränkt, umhergeworfen deutsche und die dänische Hauptstadt durch eine Leitung über Ham- ein Feuer aus, das durch mehrere Züge der Feuerwehr rasch gelöscht wurde. Da die Wohnungsthür und die Behältnisse mit einem Beil stationen war der Verkehr zwischen den beiden Endpunkten vielfach gehindert. Dies wird jezt anders, nachdem eine unmittelbare und ein Sparkassenbuch und ein Zwanzigmarkstück der Witive Doppelleitung zwischen Berlin und Kopenhagen hergestellt ist. Ihre Marquardt, die mit Bodack die Wohnung teilt, gestohlen waren, länge beträgt mur 500 Kilometer. Die neue Verbindung ist technisch so unterlag es keinem Zweifel, daß ein Brandstifter das Feuer anvon besonderem Interesse, als sie die längste interseeische Fernsprech- gelegt hatte, um einen Diebstahl zu verdecken. Der Verdacht verbindung darstellt, die bis jetzt zur Ausführung gelangt ist. Tentte fich gegen einen Neffen der Frau Marquardt, einen 28 Jahre alten Techniker Karl Ochler. Dieser wurde in der die folgende Zeitungsmeldung richtig ist, oft mit sträflicher Leicht- ständnis ab. Er hatte gewußt, daß seine Tante auf Arbeit ausfertigkeit vorgenommen werden. Die Trichinenschau auf dem Berliner Schlachthofe muß, wenn Wohnung seiner Eltern verhaftet und legte schließlich auch ein GeIn einem hiesigen Blatte lesen gegangen und Podack ebenfalls nicht zu Hause war, und diese Ges wir:" Für trichinös befunden wurde gestern auf dem städtischen legenheit zur Ausführung des doppelten Verbrechens benutzt. Da Berliner Bummler als Nachtwächter. Von Prof. Gustav hof geschlachteten Schweines, das für völlig gesund erklärt und des- der junge Mann am 2. Oktober zur Beobachtung der Charité überSchlachthof in Spandau die Hälfte eines auf dem Berliner Schlacht- fich Zweifel an seiner geistigen Gesundheit herausstellten, so wurde Eberlein geht der„ N. Allg. 3tg." eine wunderliche Zuſchrift zu. halb in den Verkehr gebracht worden war; wo die andere Hälfte wiesen. Von dort wurde er gestern in das Untersuchungsgefängnis Der Herr ist offenbar indigniert darüber, daß das baare und un- des trichinösen Schweines hingekommen ist, weiß man nicht. In zurückgebracht, nachdem festgestellt worden ist, daß er an hochgradiger baare Bummlertum, deren schönste Exemplare uns der Harm Berlin hatte der Schlächtermeister Sander in Spandau, Schön- Kopfnervosität leidet und nicht zurechnungsfähig ist. losen Prozeß vorgeführt hat, an sich so gar keinen muß walderstr. 94, die Hälfte gekauft. bringenden Zwed erfüllt. Nun will der Herr Professor, von dem Bestehen des Spandauer Schlachthofes, daß Trichinen inwalderstraße bis zur Winsstraße wird behufs Impflasterung vom Es ist dies der fünfte Fall seit Straßensperrung. Die Heinersdorferstraße von der GreifsMitleid über die Nichtsnugigkeit dieser Menschengattung be- Schweinen vorgefunden wurden, die in Berlin als gesund freigegeben 16. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. feelt, fie als Nachtwächter in der Sieges Allee an 1) ber 5. und zwar wird Herr Geheimrat Professor Dr. Fritsch sprechen über„ Ein In der Urania findet hente( Mittwoch) der 5. Centenarvortrag statt, halbes Jahrhundert der Lichtbildkunst". hält. = stellen. Seinen Gedanken spinnt er folgendermaßen aus: waren." Alle diejenigen, welche in nächtlichen Spaziergängen Er Ein Transport außergewöhnlich billiger Zugesel ist gestern holung suchen, Theaterbesucher, aus Gesellschaften spät zurück- wieder in Berlin eingetroffen und im Depot des Deutschen Thierschutzkehrende Bewohner des Westens, Radfahrer, Sportbeflissene u. a., vereins zum Verkauf gestellt worden. Es handelt sich um einen furz alle, welche ihr Weg durch die Straßen in der Nähe führt, fie Gelegenheitskauf füdungarischer Tiere, die vorwiegend an Kleinfollen den kleinen Umweg nicht scheuen und durch die Siegesallee händler, die eines Zugtieres bedürfen, abgegeben werden sollen. reiten, fahren, wandern, bummeln, radeln, Auge und Ohr gespannt, Wir glauben nicht, daß nach dem Wunsche des Tierschutzvereins der mit ihren Gedanken förmlich wie seelische Wächter die Ejel den Hund als Zugtier ablösen wird. Denn welcher der in Denkmäler umkreisen. Schon das Wissen der Nation, daß Betracht kommenden Kleinhändler ist im stande, die Miete für einen Tausende und Abertausende einen engen Verband geschlossen zum Schutz Stall aufzubringen, dessen der Grauchen doch im Gegensatz zum dieser Werke, schüßt dieselben. Es soll nunmehr die Aufgabe der Deffent Hunde bedarf? lichkeit sein, diese Jdee weiter auszuspinnen, mit Borschlägen hervor zutreten, die ihr eine feste Form geben. Beispielsweise könnten die Beitungen die Namen derjenigen Personen in einer Liste veröffentlichen, die diesem Verbande beitreten wollen." Eine Empfehlung durch die Zeitungen an maßgebender Stelle mag den Mitgliedern des neuen Treubundes schon behagen. aber nur nicht den Schuhleuten ob der konkurrenz bange wird. Es giebt so manche Beispiele von Erempeln, welche zeigen, wie fatal es werden kann, wenn man den Bock zum Gärtner macht. Wenn Glektricitäts- Gesellschaft laut ihrem jetzt heraus9 999 251 Mark Reingewinn hat die Allgemeine gegebenen Geschäftsbericht im letzten Geschäftsjahre erzielt. Die Verwaltung ist in der Lage, ohne Einschränkung der bisher üblichen Rückstellungen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 15 Prozent vorschlagen zu können, trotzdem 47 Mill. Mark gegen durchschnittlich 30 Mill. Mark im Vorjahre an dem Gewinne teilnehmen. Für die Unternehmer bringt die jetzige Zeit ungeheure Gewinne, für die Arbeiter den Zuchthauskurs! Der Zudrang von studierenden Franen zur Berliner Universität ist im gegenwärtigen Winterhalbjahr ganz besonders start. Bis jetzt sind bereits 372 Frauen als Gastzuhörerinnen zugelassen, gegen 241 im vorigen Winter und 186 im legten Sommer. Nach den vorliegenden Gesuchen ist zu erwarten, daß die Zahl bald auf 400 steigen wird. Zum Ueberfluß sind die Verdächtigungen, daß Arbeiter bie Beschädigungen an den Marmorfiguren in der Sieges= allee vorgenommen hätten, jetzt auch noch von fachmännischer Seite zurückgewiesen worden. Diejenigen Bildhauer, welche die verstimmelten Büsten in Marmor hergestellt haben, untersuchten nämlich Hirzlich unter Begleitung von Kriminalbeamten die Bruchstellen an Ort und Stelle, um der Polizeibehörde ein Gutachten an die Hand geben zu können. Gestern hielten sie eine gemeinsame Besprechung ab. Dabei wurde zunächst nochmals gegen die Unter- erfährt, daß die Erteilung der ärztlichen Approbation an eine Dame, Eine Reform bei der Sittenpolizei? Die„ National- 3tg." stellung Einspruch erhoben, als hätten deutsche Steinmegen" die ihre medizinischen Studien in Zürich gemacht hat und in der Konkurrenzneid" die Verstümmelungen verübt. Alle Schweiz schon einige Jahre approbiert sei, bevorstehe. Die Dame Anzeichen sprächen vielmehr dafür, daß die Verstümmelungen soll eine Stelle als Untersuchungsarzt bei der Sittenpolizei erhalten. nicht von fachkundiger Hand herrührten, sondern von mut Aus " willigen zerstörungslustigen Burschen ausgeführt worden seien. Fenerbericht. Ein größerer Brand kam Dienstagnachmittag 22 Uhr Elisabetstraße 63 zum Ausbruch. Ein Teil der Dachkonstruktion, sowie der Inhalt einer Dachstube wurden eingeäschert. Die Entstehungsursache ist nicht ermittelt. Zur selben Zeit machte sich 3 immerstraße 55 im Atelier des Photographen Grust Hering eine starke Rauchentwicklung geltend, deren Ursache, wie die alarmierte Feuerwehr feststellte, in dem schadhaften Schornstein zu suchen war. ein Alarm nach Memelerstraße 45. Montagabend 8 Uhr mußte Früh 9 Uhr ging Andreasstraße 66 Gerümpel im Steller in Flammen auf. Kurz vorher erfolgte aus geringfügiger Veranlassung Brunnenstraße 27 ein Schaufensterbrand abgelöscht werden. Gleichzeitig wurden Markgrafenstraße 15 Riſten und Verpackungsmaterial eingeäschert. Eine Stunde später wurde die Wehr nach Kabachstraße 5 gerufen, wo ein Zimmerbrand Gardinen und Möbel zerstörte. Aus den Nachbarorten. Stadtverordneten Wahl in Spandan! Parteigenossen! Heute abend fällt die Entscheidung darüber, ob" Freisimm" oder Socialdemokratie von den Wählern dazu berufen sein soll, für sechs Jahre in das Stadtparlament einzuziehen; am heutigen Tage wird deshalb von dem bürgerlichen Wischmasch gegen die flassenbewußte Arbeiterschaft der Hauptkampf geführt werden! Sorget unserer Kandidaten ein solch glänzender werde, dafür, daß wir nicht nur standhalten, sondern daß der Sieg daß den freisimmig- patriotischen Schwächlingen ein für allemal die Lust vergeht, durch ihre Kandidaten„ Arbeiterinteressen" im Stadthause vertreten zu wollen. Wer von unsern Parteigenossen bisher aus taktischen oder andern Gründen gesäumt hat, seine Stimme Kupplerinnen und reiche Lüftlinge. Eines der verschleppten für die Arbeiter Kandidaten in die Wagschale zu werfen, Das Gutachten stellt ferner den für die weitere Untersuchung nicht Mädchen, die durch Kupplerinnen den Ihrigen entführt worden sind, der darf nicht länger zögern, wenn er einen Verrat an den unwichtigen Satz auf, daß die Verstümmelungen nicht von einer ist am Sonntag zu den Eltern zurückgekehrt. Es ist dies die Interessen der Gesamtheit begehen will, heute sein Wahlrecht Person, sondern von mehreren, und zwar mit ver- 16 jährige Marie F. die Tochter eines Maschinenarbeiters, die von den auszuüben. Unsere bürgerliche Gegnerschaft hat schon längst fchiedenen Instrumenten vollführt worden seien. Dafür Gelegenheitsmacherinnen Fischer und Stein an einen Lüstling aus den Boden unter der Arbeiterschaft Spandaus verloren, niemand pricht die Verschiedenartigkeit der an den Bruchstellen sicht geliefert worden ist. Das junge Mädchen hatte sich vor etwa drei glaubt mehr an den„ Liberalismus", deshalb buhlen die Herren baren Spuren. Nach Ansicht der Gutachter sind zu dem Bubenstreich Wochen auf Grund eines Zeitungsinserates bei der in der Wilhelm" Freisimmigen" für ihre Kandidaten um die Unterstützung durch alle Höchst wahrscheinlich benutzt worden: ein scharffantiger Hammer und straße 17 wohnenden Frau Stein gemeldet, um Modell zu stehen. Dort großen und kleinen amtlichen Machtmittel. Diese wird ein spizig- runder, eiserner Gegenstand, beim Zerschlagen der feiner traf sie auch die Malerin", eine ältere Dame, Fräulein Fischer, die ihnen heute in ganz besonders reichlichem Maße zu teil werden! ausgeführten Objekte, z. B. der Federpose, wohl auch nur ein ein- fie als passend erachtete und sie aufforderte, schon am Nachmittag in Parteigenossen! Arbeiter! Laßt Euch durch nichts von der facher Stock. Des weiteren dürfte die Bemerkung Beachtung ver- der Steinschen Wohnung zur Sigung zu kommen. Es wurde ein Ausübung Eures Wahlrechts zu Gunsten Eurer Interessen abhalten; dienen, daß die Schläge nicht alle in der üblichen Schlagrichtung von Honorar von 8 M. pro Tag ausgemacht, die Eltern des Mädchens je schrankenloser von jener Seite das niedere Beamtentum dazu rechts nach links, sondern einzelne auch von links nach rechts geführt hatten auch nichts dagegen, daß ihre Tochter Modell stehe. Um terrorisiert wird, für die„ Gewerkvereinler" zu stimmen, desto worden sind. Dies ist deutlich nachweisbar an einer der durch 4 Uhr nachmittags traf die F. wieder in der St.'schen Wohnung ein. nnerschrockener und machtvoller wird von unserer Abschlagen der Nase verunstalteten Büste. Hier zeigt der Marmor Die Malerin war wieder anwesend und forderte das Mädchen Seite der Verteidigungskampf geführt. unterhalb des rechten Nasenbeines den Aufprall eines eisernen Gegen- auf, sich zu entkleiden. Als dies geschehen, verließ die F. Besonders Ihr Arbeiter in den Staatswerkstätten, Euch besonders standes, der die Nase ziemlich rechtwinklich abtrennte, während die das Zimmer und riegelte die Thür ab. Dann trat durch eine gilt die Mahnung: Seid eingedenk Eures prole= Bruchfläche sich nach der linken Gesichtsseite zu abschrägt und erheb- zweite Thür ein Herr ein und vergewaltigte das vor Schred tarischen lassenstandpunttes! Die Ehre der Arlich verbreitert; in dieser charakteristischen Weise aber konnte der halb ohnmächtige Kind, das sich vergeblich zu wehren versuchte. beiterschaft erfordert es, daß auch Ihr nicht länger säumt, Ener Marmor sich nur spalten, wenn der Schlag von links nach rechts ge- Die Gelegenheitsmacherinnen schenkten der F. mun zwanzig Mark, Stimmrecht gemäß Eurer innersten Ueberzeugung auszuüben! führt wurde. Das Gutachten trägt die Unterschriften der Bildhauer bestellten die Unglückliche für den nächsten Tag wieder und trösteten Auf Arbeiter! 3um Kampf für Eure Sache, zum Franz Lange, Fr. Ochs, F. Richter, P. Steffens, Fr. Volfe, P. Men sie. Der Herr sei ihr von Herzen gut und würde sie gewiß heiraten. Sa mpf gegen die Reaktion! Das Wahlkomitee. rath und Fr. Backhaus. Nur dürfe sie zu Hause davon nichts sagen. Sie traf auch mit dem Maler" noch mehreremals bei der Stein zusammen, bis derselbe des Das gestrige Wahlresultat lautet: Schröer, 154 Stimmen; Konfessionen verstummt." schlüpfen wird. des Verkehrs. Frömmigkeit. Das Land seiner Väter preist der fromme mädchens überbrüssig wurde und nicht mehr erschien. Jetzt hatten Pieper, 150 Stimmen; Scholz, 153 Stimmen: Rieger, Christ und Chefredacteur des Organs der Harmlosen in einem von die Kupplerinnen auch kein Juteresse mehr an dem verführten 140 Stimmen; Holleder, 152 Stimmen; Kunkel, 131 Stimmen möge zeigen, daß bei einem Konkurrenzlauf um die Palme wahrer Anstatt nun ihren Eltern alles einzugestehen, zog die BedanernsMädchen und erklärten ihm, daß es nicht wiederzukommen brauche. Religiosität selbst der Kreuz- Zeitung" die Buste ausgehen müßte: Charlottenburg. Den Mitgliedern des Wahlvereins hiermit " Auf dem Delberg, auf Golgatha und an der Krippe in werte es vor, aus dem Elternhause flüchtig zu werden. Sie fuhr zur Kenntnis, daß die Versammlung am Donnerstag der StadtBethlehem weht auch uns moderne Menschen ein heiliges und nach Potsdam, mietete dort eine Schlafstelle und wollte Stellung verordneten- Wahlen wegen ausfällt. Der Vorstand. Altvordern, und was wir da in einer Stunde der Einkehr und weisen hatte. Am Sonntag wurde fie in der Nähe des Oranien sich am Montag vorerst mit der„ Nachbewilligung von 1400 M. zur demütiges Erschauern an, wir werden ergriffen wie nur je unsere suchen. Es gelang ihr dies jedoch nicht, da sie keine Papiere aufzu Schöneberg. Die Stadtverordneten- Versammlung beschäftigte Weihe an Tröstungen, Vorsätzen und Gelübden in unser Herzburger Thores von einer Nachbarin getroffen und nach Hause ge- Einrichtung einer Sicherheitsschaltung bei der einschließen, das bleibt uns Stab und Stecken auf dem ganzen Fischer, ſeit etwa 14 Tagen flüchtig. Sie verließ ihre Wohnung in Dann wurde nach eingehender Debatte auf Vorschlag des Magiftrats bracht. Leider ist die Hauptanstifterin dieses Frevels, das Fräulein euermelde Anlage". Dicje Position wurde genehmigt. Lebenswege. Wenn wir noch nicht vorher dazu beguadet waren, der Hirtenstraße 21 in Begleitung so werden wir gewiß in der heiligen Stadt jene Läuterung des Hirtenstraße 21 in Begleitung eines hübschen jungen religiösen Empfindens im innersten Herzen erleben, jene Ver- Mädchens, das die Tochter eines höheren Regierungsbeamten aus beschlossen, der Markt- und Straßendeputation folgende flärung am unversiegbaren Urquell des einen und unteilbaren F. der Stadtgemeinde mit den Kleinbahn Gesellschaften bereits ab flärung am unversiegbaren Urquell des einen und unteilbaren Hannover sein soll. Die F. ist eine auffallend starte Blondine mit neue Obliegenheiten zu übertragen: Die Ueberwachung der seitens Christentums, vor welchem jeder Zwiespalt, jede Eifersucht der erschwommenen Gesichtszügen. Den Wüstling schildert die Marie& geschlossenen und etwa noch abzuschließenden Verträge hinsichtlich als einen Mann von ungefähr 35 Jahren mit blondem Schnurr und Knebelbart. Nach den Angaben der Marie F. sind auch noch Insbesondere: 1. rechtzeitige Eröffnung und Bemerkt sei, daß es das gestern auch von uns kurz erwähnte mehrere andere Mädchen, so eines aus der Stallschreiberstraße, ein Einhaltung der festgesetzten Linien. 2. Fahrpläne und FahrDankschreiben der Kaiserin war, welches den im Lande der anderes aus der Neuen Hochstraße dorthin verschleppt worden. Wir geschwindigkeit. 3. Haltestellen und Wartehallen. 4. Personenwagen Gojim selber zum Gojim gewordenen Herrn Dr. Leipziger zu solcher find gespannt, ob der reiche Wüstling am Zuchthause vorbei-( Sommerwagen, Personenzahl, Heizung, Beleuchtung). 5. Fahrpreise. Berzückung animiert hat. vorbei- Omnibus, Droschtenwesen. Borschläge und vorbereitende Schritte Die Schiedsgerichte der Jnvalidenversicherung werden laut zur Herstellung neuer Verkehrslinien. Der Name der Deputation einer vom Oberpräsidenten soeben zur Kenntnis gebrachten, auf ein Grubenunglück in große Trauer versezt worden. Aus Hausham die Schaffung von 4 Oberlehrer- und einer Vorschullehrer- Stelle an Ein Mitglied der hier gastierenden Schlierseer ist durch foll fortan Straßen- und Verkehrsdeputation lauten. Ferner stand Grund des neuen Invalidenversicherungs- Gesezes erlassenen meldet nämlich die Münch. Post": Als Sonntag Nacht der ver- dem städtischen Reformgymnasium auf der TagesMinisterialverfügung vom 1. Januar für den Stadtkreis Berlin heiratete Fahrhäuer Herr Gg. Nail in Ausübung seines Dienstes ordnung. Von diesen Stellen werden drei durch Entstehung der sowie den Regierungsbezirk Potsdam ihren Sig in Berlin auf der Förderschale durch das Gesent 9 Ost fahren wollte, rieß beiden Untersekunda erforderlich. Es wurde jedoch empfohlen, und für den Regierungsbezirk Frankfurt in Frankfurt a. D. plötzlich das Seil und Nail ſauste samt der Förderschale in die zur Deding des dann noch verbleibenden Unterrichtshaben. Dadurch kommen mit Beginn des neuen Jahres die jetzt grausige Tiefe. Zu einer formlosen Masse zerschmettert wurde der bedarfs eine weitere Oberlehrer Stelle zu errichten, bestehenden Schiedsgerichte der Invaliditäts- und Alters- Berunglückte heute morgen zu Tage gefördert. Rail war ein bei dem jetzt herrschenden Mangel an wissenschaftlichen Hilfslehrern versicherung, deren für die Provinz noch einige besondere mehr, Ehrenmann in des Wortes vollster Bedeutung. Pflichttreue, gepaart die Gewinnung von solchen sehr fraglich ist. Auch diese Vorlage wie z. B. auch ein solches für die Stadtkreise Charlottenburg und mit Humanität, zeichnete ihn besonders aus. Als Komponist und wurde angenommen. Dann nahm die Versammlung eine Resolution Spandau nebst den Landkreisen Telto: v, Nieder- Barnim und Ost Musikdirigent war sein Name über Bayerns Grenzen hinaus be- des Inhalis an, daß der Magistrat thunlichst eine Vorlage einHavelland, gebildet worden waren,( in Fortfall, daß durch die kannt und seine Frau ist eines der befähigtsten Mitglieder des bringen möge, in welcher die Wahl einer gemischten Neuregelung eine Centralisation des Schiedsgeruhtswesens der Schlierseer Bauerntheaters. Sie gastiert zur Zeit in Schuld eputation" vollzogen werde. Ein Antrag, den Invalidenversicherung eintritt. Berlin und wurde telegraphisch herbeigerufen. Rail hinterläßt Magistrat zu ersuchen, für seine Thätigkeit bei Abwicklung der Staatssteuergeschäfte eine angemessene Entschädigung von Naturalisations- Gesuche sind bei der Gewerbe- Deputation des eine zahlreiche Familie. Magistrats im letzten Jahre 108( gegen 90 des Vorjahres) ein- Durch einen Sturz and dem Fenster hat sich in der ver- der königlichen Regierung zu erlangen, fand seine Erledigung durch gegangen; 12 Gesuche waren aus dem Vorjahre übernommen. Von gangenen Nacht die 61 Jahre falte Witwe Dorothea Hartung, die die Erklärung des Stadtrats Leonhardt, daß der Magistrat sich mit Diesen 120 Gesuchen wurden 95 befürwortet, eins nicht befürwortet, bei ihrem Schwiegersohne in der Stralsunderstr. 29 wohnte, das dieser Sache bereits befasse. 20 auf das nächste Jahr übernommen und 4 anderweitig erledigt. Leben genommen. Die alte Frau war nerventrant, und ihr Leiden Ueber die erfolgte Aufnahme in den preußischen Staatsverband sind steigerte sich noch durch viele Besuche der Heilsarmee der Gewerbe- Deputation von dem Polizeipräsidenten in 182 Fällen Versammlungen. In der vergangenen Nacht schrie fie, daß ( darunter 67 Aufnahmen neiels Naturalisations- Urkunde) gegen sie vom Teufel besessen sei, und stürzte sich aus dem zweiten Stock 131 Fälle im Vorjahre Anzeigen zugegangen. Unter den 67 auf den Hof hinab. Nach zehn Minuten war sie tot. " = da Rigdorf behält seine freiwillige Feuerwehr. In einer Konferenz des Magistrats und der Polizeidirektion, an der auch der Oberführer und acht Mitglieder der Feuerwehr teilnahmen, erkannte der Polizeidirektor v. d. Gröben rückhaltlos an, daß die Einrichtungen der freiwilligen Wehr den Verhältnissen Nixdorfs durchaus ent prächen und daß von der Schaffung einer Berufsfeuerwehr nicht die Rede sein könne. Die Selbstverwaltung der Feuerwehr solle in keiner Weise vertünmert werden. Feuermeldungen werden von jezt ab auch in den Polizeibureaus entgegengenommen, Adlershof. Die Sammellisten Nr. 47 und 53 des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storkow sind verloren worden. Auf Liste Nr. 47 find angeblich 2,95 M. gezeichnet, während auf Liste Nr. 53 nichts gezeichnet war. Sollten die Listen vorgezeigt werden, so bitten wir, sie anzuhalten und beim Genossen Wadepuhl, Adlershof, Genossen schaftsstr. 20, abzugeben. Die Carlshorfter Spieleraffaire dürfte nach den Ergebnissen der bisherigen Untersuchung ebenfalls einen harmlosen" Verlauf nehmen, da bisher ein Beweis für ein etwaiges Falschspielen in der Tellschen Spielhölle nicht zu erbringen war. Tell bestreitet entschieden, sich beim Spielen beteiligt zu haben. Es wird infolge deffen gegen ihn nur wegen gewerbsmäßigen Duldens von Glüds spielen vorgegangen werden können, weil er für die Hergabe seiner Wohnung an die Spieler eine Gebühr genommen hat. Uebrigens betrieb Tell sein Geschäft schon seit längerer Zeit und er hat auch schon in Berlin Spielhöllen unterhalten. Eine Beguadigung. Aus Potsdam schreibt die Potsd. Korr.": Die Schreiberin der anonymen Schmähbriefe, durch die in Potsdam im vorigen Jahre verschiedene Militärpersonen und Damen beun ruhigt wurden, die unverehelichte Margarethe Billert, war, wie seiner Zeit gemeldet, am 22. März d. J. wegen Urkundenfälschung zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden; eine Anzahl beleidigter Berfonen hatten die Strafanträge zurüdgezogen. Diese Strafe ift jetzt, nachdem ein Gnadengeſuch an den Kaiser gerichtet worden war, auf 50 M. Geldstrafe oder eine Woche Gefängnis ermäßigt worden. Gerichts- Beitung. Wie Arbeiter bestraft werden. Der Bauunternehmer Pernet hatte auf dem Bau Kurfürstenstraße 146/147 den Maurer Friedrich Bar zurechtgewiesen, als dieser einer Anordnung des Poliers nicht Folge leistete. Pernet beleidigte den Maurer dann, wie dieser gestern vor der 2. Straffammer am Landgericht I hervor hob, durch den Ausdruck halten Sie den Schnabel", und versetzte dem Arbeiter überdies einen Stoß vor die Brust. Bark nannte auf diese, dem Zuchthauskurs gemäße Behandlung den Maurermeister einen Lumpen und erhob dann unter der Drohung, daß er ihn vor den Stopf schlagen werde, einen Hammer gegen den Pernet. Zu einer thätlichen Entgegnung auf die von dem Meister ausgeübte Roheit fam es jedoch nicht, da die Kollegen des angegriffenen Maurers sich ins Mittel legten; einer derselben rief dem Pernet zu: Meister, Sie haben kein Recht, einen Maurer auf der Rüstung au stoßen!" Dem Meister geschah nichts wegen seiner That, wohl aber wurde der Maurer Bark unter Anklage gestellt. Trotz der entlastenden Zeugenaussagen hielt der Staatsanwalt die Anklage auf recht und beantragte unter der Motivierung, daß die Ausschreitungen des Maurers strenge bestraft werden müßten, zwei Monate Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auch wirklich auf diese harte Strafe! Aus Weimar wird uns vom gestrigen Tage berichtet: Der Gewerbetreibende bis zur sechsten Einkommensteuerstufe sollen 2 M. Raubmörder Hoffmann, welcher die Familie Müller in Oldisleben zahlen. Für mehrsizige Räder ist die Steuer auf 10 und für ein ermordete, wurde heute vom Schwurgericht zu 152 Jahren Zucht- Motorrad auf 18 2. festgesetzt. Die Diensträder von Reichs-, haus und zur Todesstrafe verurteilt. Staats- und Gemeindebeamten bleiben steuerfrei. Auch für Warnes münde soll dieses Gesez mit dem 1. Januar 1900 in Straft treten. Von den einkommenden Steuerbeträgen soll ein Teil zur Anlage von Radfahrerwegen verwandt werden. Versammlungen. Die Reise mit der sibirischen Bahn ist infolge häufiger bunden. Die Verwaltung der sibirischen Bahn hat nun sich vers Raubüberfälle für die Passagiere mit beständiger Lebensgefahr vers anlaßt gesehen, zum Schuß der gefährdeten Reise ganz außerordents liche Maßnahmen zu ergreifen. So werden sämtliche Zugführer, Maschinisten und Schaffner mit Revolvern bewaffnet und das Zugs personal auf den meisten Strecken der Bahn wird verdoppelt werden. Die Warenvagen werden ferner mit großen Blendlaternen versehen, die das Licht nach allen Seiten hin verbreiten, und schließlich werden auf allen Stationen Polizeiposten stationiert. Marktpreise von Berlin am 13. November 1899 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 15,00 13,80 Schweinefleisch 1 kg 14,40 13,60 Kalbfleisch *) Weizen *) Roggen Futter- Gerste Hafer gut im Lokal von Haferland eine öffentliche Parteiversammlung, in der Ober: Schöneweide. Am Sonntag, den 12. November, tagte Genosse Stoßfe in trefflicher Weise über die politische Lage referierte. Die rapide Entwicklung unseres Ortes hat es nötig gemacht, daß sich die Versammlung mit der Wahl eines Vertrauensmannes für den selben beschäftigte. Als solcher wurde Sielof gewählt. In die Lokalfommission wurden John, Ofzarec, Road delegiert. Beranlaßt durch das Verhalten des Amtsvorstehers Rottmeier, der den Gastwirten, die ihr Lokal zu Parteiverfammlungen hergeben, die Konzession auf 10 1hr herabfegt, hatte man an alle Gastwirte zu dieser Verfammlung Einladungen ergehen lassen. Mit einer Ausnahme war von den Eingeladenen niemand erschienen. Die Versammlung beschloß trozdem, in der Lokalfrage entschieden vorzugehen. werden: Die Versammlung war auf 2 Uhr angemeldet und dem Als Vorgeschichte der Versammlung mag folgendes erwähnt Einberufer dies auch ordnungsmäßig bescheinigt. Jedoch erhielt mun der Gastwirkt eine Verfügung, wonach unter Anführung eines Paragraphen bestimmt wurde, das vor 3 Uhr in dem Saale keine Bersammlung stattfinden dürfe. Es war nun vorauszusehen, daß wenn etliche Minuten nach 3 Uhr die Versammlung eröffnet würde, diese Dieser Verdacht bestätigte sich auch. Um 2 Uhr erschienen zwei Gen als eine neue, nicht angemeldete, sofort aufgelöst worden wäre. barmen und überzeugten sich, daß der Saal auch fest verschlossen war, und gingen dann auf die Straße. Ein paar Minuten vor Rindfleisch, Keule 1 kg 1,60 1,20 Krebse 3 Uhr, jedenfalls konnte man die Zeit gar nicht erwarten, trat dv. Bauch 1,20 1, einer derfelben an Genossen John heran und bedeutete ihm, daß es*) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirtschon 3 1hr durch wäre. Nun waren die Parteigenossen aber vor- schaftskammern- Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium fichtig gewesen und hatten die Versammlung um 1/43 Uhr in einem für den Doppel- Centner.+) Kleinhandelspreise. Nebenraum eröffnet und auf eine Stunde vertagt. Es war mithin nichts zu machen. vember 1897, abends 81/2 Uhr, Geschäftliche Sigung in G. Feuersteins Fest Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Mittwoch, den 15. No fälen, Alte Jakobstraße 75.' Aufnahme neuer Mitglieder. Geschäftliches. Verschiedenes. Landsleute, auch Damen sind willkommen und werden als Mitglieder aufgenommen. Magnetische Gesellschaft"( Naturheilverein) Rixdorf, Vereinsbrauerei, Hermannstr. 214. Mittwoch, den 15. November, abends 8/2 Uhr: Großer Projektionslichtbilder- Vortrag von Naturarzt G. Lindenau, nicht approbiert, fiber: Die Entwicklung des Menschen und die Trennung der Herren haben Zutritt. Geschlechter"." Was ist es mit der Schenkschen Theorie?" Damen und Verein zur Vorbereitung einer Konsumgenossenschaft im Süden und Südwesten Berlins. Agitationssigung bei Hellmuth, Mariendorferstr. 5. 1 Eingegangene Druckschriften. 7. Heft des 18. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dies' Verlag) ist soeben das Der Zarenbesuch in Potsdam. Der Krieg in Südafrika. Von K. Kautsky. Die Entstehung der radifalen Partei in Serbien. Von Zivoin Balugd: gitsch. Zur jocialen Lage der deutschen Steinarbeiter. Von Hans Marc wald. Das Verbrechen als socialpathologische Erscheinung. Von Hans Leuß. Litterarische Rundschau: Dr. Julius Port, Den Kriegsverwundeten ihr Recht! D. Hübner, Geographisch statistische Tabellen aller Länder der Erde. Notizen: Berichtigung von Professor Masaryk. Feuilleton: An der Schwelle des neuen Jahrhunderts. Eine naturwissenschaftliche Umschau von Dr. Friedrich Knauer.( Schluß.) " Dermischtes. " " 1,60 1,10 " 1,80 1, " 14,10 13,- Sammelfleisch 1,60 0,00 " 15,20 14,60 Butter " 2,80 2, mittel " 14,50 13,90 Eier 60 Sínd 4,80 2,40 gering " 13,80 13,20 Karpfen 1 kg 2,20 1,20 " 4,16 3,50 Aale " 2,80 1,20 " " 7,20 40, 25, 4, Zander " 2,40 1,10 Hechte 1,80 1, " # Barsche " 1,80 0,80 " " 2,80 1,20 " per Schod 12, 1,40 0,80 3, Richtstroh Hen †) Erbsen †) Speisebohnen Linsen Kartoffeln, neue 50, 70, 25, 30, 7, 5, Schleie Bleie Produktenmarkt vom 14. November. Die schon seit längerer Zeit währende Stille am Getreidemarkt führte, da jegliche Kaufluft fehlte und von außerhalb nicht die geringste Anregung gegeben war, zu einer förmlichen Yorter Weizenbestände um mehr als 1/2 Millionen Bushels schreckte die Stagnation der geschäftlichen Thätigkeit. Die starke Zunahme der New Stäufer in so hohem Grade ab, daß am Frühmarkte thatsächlich nicht ein einziger Abschluß zu stande tam. Mittags wurden einige geringfügige Ums fätze in Weizen und Roggen zu etwas billigeren Preisen als gestern vollzogen. Hafer lag ziemlich feſt. Rüböl weichend. Spiritus lag still aber fest auf niedrigerer Produktionsziffer der Statistit. Loco 70er 47,50 m.(+0,10 m.) Kartoffelfabrikate. Feuchte Kartoffelstärke 10,60 m. Ia reine Kartoffelstärte disponibel und Dezember Januar 20,00-20,25 M. Ia Stärte und Mehl, Mittel Qualität 19,00-19,50 m. per 100 kilogramm. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 6-8 1hr abends statt. N. O. Tabes heißt Schwindsucht. 2. K. 983. Fragen Sie doch in einer Vogelhandlung an. A. E. H. Darf nicht älter als dreißig Jahre sein. Der Kursus dauert sechs Monate, foſtet 300 m. Sostenfreie Ausbildung giebt es auch; wenden Sie sich an die Direktion der Charité. Eine Million. Vielleicht kann Ihnen das der verflossene See handlungs- Präsident, Herr v. Bedlig, Vertrauensmann der Post", verraten. Uns fehlen nicht nur der Mietermaßstab, sondern leider auch die betreffenden bunten Papierchen. Kleine Ursachen, große Wirkungen traten wiederum in einer Verhandlung zu Tage, die gestern vor der vierten Straffammer des Landgerichts I stattfand. Der Schantwirt Scharlie in der Koppen straße bejizt einen Hund, auf den die Delikatessen, die der in der Oestreicher. Sie sind hart, aber gerecht dafür bestraft worden, daß Nachbarschaft wohnende Kaufmann Köhler an der Thüre zu seinem Sie sich haben verleiten lassen, den Thorheiten der Heilsarmeeler beizus Laden ausgestellt hatte, eine besondere Anziehungskraft ausübten. wohnen. Dem Herrn Köhler waren diese Besuche keineswegs angenehm. Am Zwei Wettende fragen an, ob der Mond größer sei wie die Erde. Wer weiß es? 6. September v. J. packte der Hund ein Stück Gänsepökelfleisch Schiffsunfälle. Der Dreimastschoner" Bohemian Girl" N. D. S. Handlungsgehilfen und Lehrlinge unterliegen der Krantens und wollte damit fortlaufen. Röhler beobachtete dies und unter Kapitän Gray, mit einer Kohlenladung von Sunderland nach versicherungspflicht nur, wenn durch Vertrag vereinbart ist, daß der Anwarf dem vierfüßigen Dieb einen schweren Gegenstand Wick unterwegs, ist bei den Shetland- Inseln gefunken und voll- spruch auf Gehalt und Unterhalt ihnen für die Dauer einer Krankheit ganz mit solcher Wucht gegen den Rücken, daß das Tier heulend ständig verloren.. Die Besagung des Schiffes ist ertrunken. Zwei oder teilweise verloren geht. Dem versicherten Handlungsgehilfen steht zusammenbrach. Es schleppte fich dann winselnd nach dem Hause Leichen sowie ein Schiffsboot wurden auf der Whalsay- Insel an- neben feinem Gehalt das volle Krankengeld zu. Es liegt demnach für Sie seines Herrn und soll dem Berenden nahe gewesen sein. Stöhler getrieben. Die Leiche des Kapitäns ist bereits identifiziert. fein Grund zum Austritt vor. B. D. 39. Ihre Tochter fann zur Nach Rückkehr in die Stelle nicht gezwungen werden, weil erstens fein Gesindes erhielt eine Anllage wegen Mißhandlung eines Hundes in ärgernis einer Depesche aus London hat ferner der belgische Dampfer verhältnis vorliegt und ferner Ihre Erlaubnis fehlt. M. M. War erregender Weise und wurde dieserhalb vom Schöffengericht zu einer Belgique" auf den Needles Schiffbruch gelitten. Von der Be- Ihr Junge am 4. November noch nicht 7 Jahre alt, so müssen Sie die Geldstrafe von 15 W. verurteilt. Er legte Berufung ein. Vor der jagung sich acht Mam mit dem zweiten und dritten Offizier auf der Fensterscheibe vollständig, sonst garnicht ersetzen. 2. Y. 3. Nein. zweiten Instanz standen sich die Be- und Entlastungszeugen Themse eingetroffen. Als dieselben das Schiff verließen, waren acht K. Dbg. Die Anmeldung ist nicht erforderlich, aber zweckmäßig. Gewerbeschroff gegenüber. Der Gerichtshof hielt die Sache nicht für Mann der Besagung ertrunken, während der Kapitän und mehrere steuer ist nach dem Gewerbesteuer- Gesetz in Ihrem Falle nicht zu zahlen. genügend aufgeklärt, Köhler wurde freigesprochen. Aber seine Mann noch an Bord verblieben. Nicht Sie, sondern ihr Auftraggeber betreibt das Gewerbe". Ein Gewerbe Der Bremer Segler" Johanne" liegt auch auf seiner Seite nicht vor, da von ihm keine Erwerbsthätigkeit als Zeugin vernommene Ehefrau zog sich eine Ordnungs- wurde, wie aus siel gemeldet wird, vom Flensburger Dampfer ausgeübt wird, falls nicht etwa für die Einzelfälle Zahlung genommen wird. strafe von 10 M. zu. Als die Zengin Hagemann eine belastende Gemma" in den Grund gebohrt. Die Mannschaft rettete mit 5. S. 3. 1. War für das Kind, nicht für die Mutter das Geld gezahlt, Aussage machte, unterbrach Frau Köhler sie mit den Worten:" Das größter Mühe das nackte Leben. so ist es von der Mutter und dem Großvater im Klagewege zurück zu vers ist eine freche Lüge!" Gegen die Verfügung der Straffammer legte Institute haben Frau Köhler Beschwerde beim Kammergericht ein. Zu dem Schrift Ueber eine faft unglaubliche Ausschreitung von Rad: langen. 2. Nur private Erkundigung ist zweckdienlich. feinen Wert. M. M. 96. Ihr Einverständnis kann nur durch einen stück behauptete sie, daß nicht sie, sondern die Zeugin Hagemann die fahrern wird aus Graz berichtet: Um Mitternacht feuerten Rad- Rechtsanwalt erklärt werden. Ist die klage auf andere Ehescheidungsgründe gerügte Aeußerung gethan habe. Zur Bekräftigung ihrer Behaup- fahrer auf der Göstinger Straße in der Nähe von Graz nach einem als die gegenseitiger Einwilligung gestützt und nicht ohne weiteres hinfällig, tung fügte sie ihrer Beschwerdeschrift drei eidesstattliche furzen Streit, der sich des Ausweichens wegen entsponnen hatte, auf so ist Ihre Anwesenheit nicht erforderlich. Es wird dann neuer Termin an Charlottenburg. Ja. Versicherungen von anderen Zeuginnen, ihrer Verkäuferin einen Grazer Fiaker Schüsse ab, töteten einen Fahrgast und beraumit und von Amts wegen Beweis erhoben. 5. 3., Mainz. Das Bürgerliche Gesetzbuch ist ohne Einfluß auf Emma Richter, einer Frau Emma Teichert und deren verwundeten zwei andere und den Kutscher schwer, worauf sie davonIhren Stassenverein. Sie fönnen den Auflösungsbeschluß und die AuflösungsTochter Emma Teichert bei. Diese eidesstattlichen Ver- fuhren. modalitäten treffen, wann Sie wollen. Ihr Statut hat im übrigen zwei ficherungen sollen wissentlich falsche sein. Die drei Weltuntergangsfurcht in Belgien. Der für Dienstag an- fehr erhebliche Fehler. Zunächst fehlt eine flare Bestimmung darüber, was Abgeberinnen standen deshalb gestern vor Gericht, während gesagte Weltuntergang hat in Belgien mehrere Opfer gefordert. Die aus dem Vermögen im Falle einer Auflösung stattfinden soll. Ferner fehlt die Ehefrau Luise Köhler sich wegen Anstiftung zu verantworten Furcht vor dem großen Kladderadatich hat die Damenwelt jo auf die Bestimmung, daß keinem Mitglied ein klagbarer Anspruch auf Krantenhatte. Es waren nicht nur alle in den früheren Prozessen ver- geregt, daß einige Vertreterinnen des schönen Geschlechts, besonders geldzuschuß zustehen soll und der Ersatz eines Rechtsanspruchs durch demonommene Zeugen, sondern auch der gesamte Gerichtshof, aus höheren Semestern, in Irrenhäuser gebracht werden mußten. fratische Organisation. Die von Ihnen gewählte Instruktion giebt habgierigen fistalischen Gentütern gar zu leichte Handhabe, aus dem Verein Staatsanwalt und Gerichtsschreiber der Berufungs- Solche Fälle werden aus Brüssel, Verviers und Charleroi gemeldet. eine nicht genehmigte und verbotswidrige Vereinbarung zu konstruieren und straftammer als Zeugen geladen worden, so daß die Verhandlungen dieser Straftammer eine Beitlang Die Freunde des Imports chinesischer Kulis werden von das Vermögen aufzuschlucken. Alendern Sie die Statuten. ausgesetzt werden mußten. Die Zengen fonnten sich des Borfalles natürlich Transbaikal Gebiet: Ein blutiges Drama hat sich kürzlich in der selben die freie Aussicht verkümmern, und eventuellen Schadensersatz gegen folgendem Fall sehr erbaut sein: Russische Blätter berichten aus dem Die Civilliste des Königs von Preußen beträgt 15 719 216 Warf. E. E. Volta. Sie können auf Beseitigung der Röhren, soweit dienur dunkel entfinnen, sie behaupteten aber, daß die Ordnungsstrafe Niederlassung Schiwia am Flusse Kureltscha abgespielt. Der wohl den Wirt flagen. Mit einem Anspruch auf Aufhebung des Vertrags würden damals jedenfalls über die richtige Person verhängt worden sei. Der habende Kosat Jwanow war eines Tages mit seinem erwachsenen Sie nicht durchdringen. Neuhaus. Da das Arbeitsverhältnis nicht ge= Staatsanwalt hielt alle vier Angeschuldigten im Sinne der Anklage Sohne und einem seiner Arbeiter in eine benachbarte Ansiedelung löst war, so war Strankengeld zu zahlen. für überführt. Die Anstifterin, Ehefrau Köhler, müsse besonders gefahren und fand, als er gegen Abend nach Hause zurückkehrte, seine zum Bezirk des Landgerichts Berlin II, Hallesches Ufer 29/31. P. L. 25. scharf angesehen werden, gegen diese beantrage er sechs Monate, Fran nebst Tochter, einen bei ihm wohnenden Lehrer und zwei bei Eine gleichlautende Frage ist bereits vor einer Woche in bejahendem Sinne gegen die Ehefrau Teichert und deren Tochter je je chs Wochen ihm nächtigende Schüler, ferner zwei Theehändler und eine Nach- Wollen Sie Ihren Zweck erreichen, so müßten Sie 7b der Bedingungen und gegen die Richter, die unter dem Einflusse ihrer Dienst barin, die zu Besuch gekommen war, und noch zwei Personen von ausfüllen oder schriftlich bei Lebzeiten Ihre Forderung mit Genehmigung herrin gestanden habe, eine Woche Gefängnis. Der ruchloser Hand ermordet vor. Am Leben geblieben waren nur sein der Gesellschaft der Betreffenden übertragen. W. W., Nixdorf. Nein. Verteidiger der Frau Köhler stellte nun den Antrag, den Profeffor vierjähriger Sohn, welcher sich in einen Schrant gerettet hatte, und 2. S.. 39. 1. Ein solches Bureau giebt es nicht. Sie werden die Mendel sowie noch zwei andere Aerzte zu laden. Dieselben der Säugling in der Wiege. Das graufige Verbrechen ist von Chi- Anmeldestube des Amtsgerichts I, Neue Friedrichstraße 13, meinen: dort würden bekunden, daß die Köhler zu der fraglichen Zeit so hoch nesen begangen worden, bie bei dem Rojaten in Arbeit tönnen Klagen usw. zu Protokoll erklärt werden. 2. Das iſt fein Scheis gradig nervös gewesen sei, daß sie die Thatsachen leicht verwechselte it and en. Von den Mördern, die nach vollbrachter That die Flucht dungsgrund, vielmehr nur ein Grund auf Herstellung des ehelichen Lebens und irrigen Auffassungen unterworfen war. Der Gerichtshof konnte ergriffen, sind bereits sieben in der Nähe der Ansiedelung Tontoistoje folche Bermittelung des Grundstücskaufs thatsächlich stattgefunden hat. diesen Antrag nicht ablehnen. Zum nächsten Termine sollen alle eingefangen worden. Zeugen wiederum und außerdem die drei Aerzte geladen werden. Und dies alles, weil Scharlies und eine Gänse teule stahl! M Das tann man noch Terrorismus nennen. beantwortet. 100.. 2. Auguit Seidel. Erfner gehört Kluck. Briefliche Antwort zu erteilen lehnen wir ab. zu flagen. 3. Nein. Sch. 87. Der Anspruch ist einflagbar, falls eine B. W., 2 Wettende. Das Kind fann nur Ihren Namen tragen. Sie haben aber das Recht, auf Unehelichkeitserklärung gegen das Kind zu Rauchplage und Winternebel. Die Bekämpfung der Winter- lagen. Eine solche Klage hat aber wenig Aussicht auf Erfolg. Denn es nebel in den Großstädten scheint auf das Engste mit der Bekämpfung genügt zum Erfolg der Klage nicht, daß nachweislich Ehebruch getrieben ist. Aus Ostpreußen. Ein recht eigentümliches Urteil hat dieser der Rauchplage zusammen zu hängen. Im nebelberüchtigten London Bielmehr müßte nachgewiesen werden, daß das sind unmöglich von Tage die Straffammer in Allenstein gefällt. Der Amtsvorsteher hat man jetzt zum erstenmal die Probe auf diese Theorie machen ist dieser fruchtlos verlaufen, dann wenden Sie sich an den Armenvorsteher Ihnen gezeugt fein fann. E. 1. Erst veranlassen Sie den Sühnetermin, Käsewurm in Groß- Bartelsdorf hatte an den Schmiede- tönnen. Ende Oktober lag die Stadt wieder einmal im Nebel, aber mit dem Antrag, Ihnen zu bescheinigen, daß Sie zur Tragung der Kosten meister Braun in demselben Ort ein Schreiben gerichtet, in dem er zum erstenmal zeigte dieser Zustand eine wesentliche Besserung. Der unvermögend sind. Diese Bescheinigung reichen Sie unter Darlegung der forderte, daß eine vor der Schmiede auf der Straße stehende Dreschmaschine Rebel war nämlich weiß, und führte er wegen seiner Dicke zwar lagethatfachen an das Landgericht ein und beantragen, Ihnen das ruteninnerhalb 12 Stunden entfernt werde. Der Schmiedemeister antwortete M. W., Charlottenburg. Sie sind im Unrecht. ebenfalls in einem Schreiben, daß er keine Veranlassung habe, der auch diesmal zu einer völligen Lahmlegung des Eisenbahn- und recht zu bewilligen. Wagenverkehrs. Er zeigte doch nicht die sprichwörtlich geAufforderung Folge zu leisten. Da der Amtsvorsteher sein Schreiben wordene Erbssuppenfarbe, hüllte London nicht in eine solche Witterungsübersicht vom 14. November 1899, morgens S libr. an den Schmiedemeister Braun" gerichtet hatte, schrieb Braun ägyptische Finsternis wie sonst, so daß man nicht einmal fünstliche an den Amtsvorsteher Käsewurm in Groß- Bartelsdorf." Käsewurm Beleuchtung zu verwenden brauchte. Diese Befferung wird ausfühlte sich getränkt, weil auf der Adresse das Wort„ Herr" fehlte schließlich den Erfolgen zugeschrieben, die das Vorgehen gegen die Stationen und strengte eine Beleidigungsflage gegen Braun an. Ranchplage gezeitigt hat, wozu die heutige Technit die Mittel an Die Allensteiner Straffammer nahm auch wirklich an, daß Käsewurm die Hand giebt. Es hatte sich in London eine besondere Gesellschaft beleidigt sei und verurteilte Braun zu 10 M. Geldstrafe. Sein Eingebildet, die alle Fabriken unter Aufsicht hielt und eine übermäßige Ewinemde 769 3 wand, daß er doch nur gleiches mit gleichem vergolten habe, blieb tauchentwvidelung in jedem Falle zur Anzeige brachte. Die Londoner Hamburg unberücksichtigt. Berlin Wien 771 W 770 Still Wetter 2 Dust 2 bedeckt Regen 2Nebel heiter Stationen Winds 8 Haparanda 766 SW richtung Winditärfe Wetter 2 bedeckt 8 Petersburg 766 NW 1 bedeckt 8 Gort 759 SW 5wolfig 4 lberdeen 1 Paris 771 WNW 3 bedeckt 6 Temp. n. 6. costs 15° 5.= 4° R. 9 761 SW 3hlb. bed. 10 77150 1 bedeckt 3 Dem Manne wird wohl nun der nötige Respekt Luft soll seitdem wirklich schon reiner geworden sein. Allen vor der hohen Obrigkeit beigebracht sein. Schade ist, daß die Straf industriellen Städten ist Londons Beispiel zur Nachahmung zu Wiesbaden 773 23 tammer in Allenstein nicht gleich festgestellt hat, wer bei uns in empfehlen. Auch in Berlin find schon ähnliche Vorkehrungen ge- München 773 SO Ostpreußen Anspruch auf die Bezeichnung Herr" erheben darf. troffen worden, aber man merkt noch nicht viel davon. Bom Amtsvorsteher Käsewurm ist das festgestellt; ein Dorfschmiedemeister scheint nach Ansicht des Gerichts auf das Prädikat teinen Gegen das Fahrrad. Die Einführung einer Fahrradsteuer etter. Prognose für Mittwoch, den 15. November 1899. Mild und zeitweise heiter, vielfach nebelig bei schwachen südöstlichen Anspruch erheben zu dürfen, da er sonst nicht verurteilt worden ist in Rostock beschlossen. Für jedes Vergnügungsfahrrad ist eine Winden; teine erheblichen Niederschläge. jährliche Steuer von 6 M. zu zahlen. Arbeiter und selbständige| Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. wäre. Jr. 268. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 15. November 1899. Zum Boerenkrieg. sucht " Versammlungen. nicht der kommandierende General, der praktisch" seine Für die selbständigen Herren- und Knaben- KonfektionsZum Kreuz- Zeitungs"-Artikel über Boerenmiliz und social die meisten deutschen 1870 über den Krieg belehren dürfen, weil ihre er- rechts Lokal in der Frankfurterstraße statt. Riesel, der das einNichtkunst bethätigt. Hätten uns etwa die französischen Generale und schneider fand am Mittwoch eine öffentliche Versammlung in Habesemokratische Milizforderung, den wir bereits in einer Notiz ab- probte Kriegserfahrung sie zu den unglaublichsten Schnißern gegen das leitende Referat hielt, führte den Anwesenden unter Bezugnahme fertigten, sendet uns Herr Karl Bleibtreu folgende Bemerkungen: ABC gesunder Führung begeisterte? Freilich, das Feldherrntum selber auf die elende Lage der Konfektionsschneider den Wert einer guten " Jezt werde natürlich für die Miliz Reklame gemacht, in gewinnt man noch nicht mit der Theorie, worunter wir nicht blasse Organisation vor Augen. In der regen Diskussion wurden von oieſen Streisen herrsche ja die Phrase", lesen wir soeben. Dem Dogmatit, noch bloße zerjeßende Kritit, sondern festgefügten Ge- verschiedenen Seiten die Mißstände geschildert, unter denen dringenden Bedürfnis, für stehende Heere Reklame zu machen, wird dankenschatz eines positiven Systems verstehen, das durch Erkenntnis die Konfektionsschneider zu Leiden haben. Man gedachte a genugsam entsprochen; auf wessen Seite aber die hohle, unwissende der Dinge die Lösung für alle nur möglichen Fälle bereit hält. In der unwürdigen Behandlung, welche die Konfektionäre den Schneidern Phrase ertönt, verdient kurze Erörterung. der Krisis selber entscheidet der Charakter des Feldherrn und und deren Frauen bei der Ablieferung der Arbeit zu teil werden Gegen unsere Ausführungen hilft sich die„ Kreuz- Zeitung" in sein natürliches Genie". Nicht das Gelände überschauen" soll lassen, ferner wurde hervorgehoben, daß die infolge des 1896er ihrer tödlichen Verlegenheit durch Schimpferei auf das deutsche der Feldherr, sondern die Operationskarte, und„ tagieren" die Streits getroffenen Vereinbarungen schon lange nicht mehr beachtet Volk, das mindestens dreijährigen Kasernendrills bedürfe und tief lebendig wirkenden Kräfte. Und das thun die Boeren- Führer reich- werden und daß die Löhne heute geringer seien wie vor dem unter den Boeren stehe. Bei diesen Patrioten besteht eben die lich mit Vorbedacht. Streif. Es sei dringend notwendig, daß sich die Herren- und Vaterlandsliebe in Anbetung der Regierenden, während man die Knabenkonfektions- Schneider der Organisation anschließen, damit sie misera plebs contribuens des eigenen Volkes nach Herzenslust verächtlich machen darf. Sie neckt: Die Feldherren" der Socialdemoetwas für die Verbesserung ihrer Lage thun können. Man müsse die Forderung stellen, die jetzigen Löhne um 25 Proz. zu erhöhen. fratie würden, weil ihnen sicher die Pferde durchgingen, sich wohl Eine Mitgliederversammlung der Stockarbeiter tagte am So lange in der Konfektion die Hausindustrie herrsche, sei an eine des Automobils bedienen". Beiläufig kein unebener Vorschlag, da 7. November bei Stechert. Genosse Rein referierte über„ Die erfolgreiche Bekämpfung der Mißstände nicht zu denken. Deshalb so in Zukunft die traurigen Frrungen vermieden werden könnten, die Gewerkschaften und die Arbeiterschutz- Gesetzgebung". Auf eine Dis- müsse auch die Einführung von Betriebswerkstätten durch die 1870 das greise deutsche Hauptquartier infolge mangelnder tussion wurde verzichtet. Zum dritten Punkt führte Liebe aus: Es Konfektionäre gefordert werden, und wenn die letzteren sich weigern, Bewegungsfähigkeit vom 15. bis 19. August lähmten. Natür- machen sich seit einiger Zeit Anzeichen bemerkbar, daß von bis zu einer festzusetzenden Zeit Werkstätten einzurichten, lich geht im übrigen solch hinterhältiger Schuß des Kreuz- feiten der Celluloid Fabrikanten Bestrebungen dahin ge- müsse man sie zur Durchführung dieser Forderung veranlassen, ritters in leere Luft; denn von den Reitkünsten einer richtet werden, die Verhältnisse in der Celluloidbranche zu ver- indem man für die Hausindustrie 25 Broz. mehr Lohn fordere gemeinten Perion, die in ihrer Jugend tagelang zu Pferde saß und schlechtern, daß es deshalb Pflicht der Kollegen wäre, durch desto wie in den Betriebswerkstätten. Im Laufe der Debatte fam sogar einen Fluß durchritt, weiß er ungefähr ebensoviel wie von festeres Zusammenschließen diesem Drud einen starten Gegendruck auch die Organisationsfrage zur Sprache. Ritter, der Verstrategischer Wissenschaft, nämlich nichts. Aber seine dummen Leser entgegen zu setzen. Im weiteren tamen die Verhältnisse in der trauensmann der Schneider, vertrat die Ansicht, die selbständigen lachen, das genügt. Besagte Feldherrn hätten noch nie„ Gelände Fabrik von Remmert zur Sprache, es sollen dort geradezu traurige Konfektionsschneider würden ihre Forderungen nicht durchsetzen können, tariert", hätten überhaupt nichts als ihr so vielfach gepriesenes Bustände herrschen. Nach eingehender Diskussion, in der das Ver- wenn sie nicht mit den Arbeitern und Arbeiterinnen der Branche Genie". Um fich von diesem geschmackvollen Scherz zu erholen, wird halten der Remmertschen Kollegen aufs schärfste verurteilt wurde, Hand in Hand gehen, auch halte er die Sonderorganisation der als einziger ernsthafter Einwand betont, daß Milizen doch nie ohne gab man dem Vertrauensmann mit auf den Weg, in Zukunft mehr selbständigen Herren- und Knaben- Konfektionsschneider nicht für ein Tangen Dienst aus Kanonen schießen könnten und die Boeren ihre in der Werkstatt zu agitieren und für nächste Zeit eine Werkstatt- geeignetes Mittel zur Förderung der gewerkschaftlichen Interessen. zahlreiche Artillerie lange Zeit fleißig ererciert hätten. Schade, versammlung zur Orientierung der Agitationskommission einzuberufen. Da bei einer Lohnbewegung in der Konfektions- Industrie mit den daß man die Kreuzritter auch aus diesem Wahne reißen muß. Die Hierauf beschäftigten sich die Anwesenden mit der Firma Noa und billigen Arbeitskräften in der Pfalz, Aschaffenburg usw. zu rechnen Staatsartillerie" der Boeren besteht nur aus 16 Geschützen und wird der Vorstand ersucht, in nächster Zeit dort weitere Schritte zu sei, so könne nur im Anschluß an die Centralorganisation eine Lohn300 Mann, welche aber leider nicht fleißig erercieren konnten, da thun, um dort wieder geregelte Zustände zu schaffen. Ebenfalls bewegung mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden. Diese Auss das Material erst spät aus Creuzot eintraf. Außerdem berichtet eine wurden die Zustände in der Ludwigschen Werkstatt näher beleuchtet. führungen Ritters wurden von einem Teil der Versammlung mit Johannesburger Korrespondenz der Köln. 8tg.", daß die richtigen Der Fabrikant wollte dort einen Hausdiener, 30 Jahre alt, den er Beifall aufgenommen, ein Redner trat auch rückhaltlos für den Boeren von Artillerie nichts wissen wollten. Alle übrigen Geschüße mit 10 M. Wochenlohn eingestellt hatte, an der Polier Anschluß an den Centralverband der Schneider ein, andere waren wurden von absolut unerfahrenen Neulingen bedient. Ünd das soll bank zum Polieren benutzen. Dies ließen sich jedoch die dagegen der Meinung, die Interessen der Herren- und Knabenetwas Neues sein? Wie oft betonte man schon, daß die Pariser und Kollegen nicht gefallen, und durch ihr einmütiges Zusammen- Konfettionsschneider könnten besser durch eine besondere Organisation Gambettasche Artillerie unvergleichlich besser schoß, als die weiland kaiser: stehen mußte Herr Ludwig denselben wieder entfernen. derselben vertreten werden, und aus diesem Grunde sei auch seiner liche Berufsartillerie; General Trochu selbst aber nennt in seinen Me- Unter Verschiedenem wurde darauf aufmerksam gemacht, daß sich die Zeit der Verein selbständiger Herren- und Knaben- Konfektionsmoiren diese plögliche Volksartillerie noch improvisierter als unsere Wiener Kollegen zur Erringung der neunstündigen Arbeitszeit im schneider gegründet worden. Infanterie". Danach mag man sich das übrige denken. Bei Streit befinden und werden die Kollegen ersucht, nach Wien keine St. Quentin hielt eine Bürgerwehr Batterie, die noch keinen Schuß Stellung anzunehmen. Im weiteren wurde der Kollege Felix Eine Versammlung der Kistenmacher beschäftigte sich am nach der Scheibe that, heldenmütig gegen drei deutsche Batterien Schmidt wegen seines Verhaltens in dem Kontraktbruch- Prozeß gegen 9. d. M. in den„ Arminhallen" mit dem Ausstand bei Drechsel. Der stand und die Leistung der Pariser Geschüßimprovisierung die Firma Noa aus dem Verband ausgeschlossen. Inhaber der genannten Firma war eingeladen, hatte es aber schriftin der zweitägigen Schlacht von Champigny übertrifft an Der Verband deutscher Barbier, Friseur- und Perrücken- lich abgelehnt, in der Versammlung zu erscheinen. Noack erstattete Opferfähigkeit und Ausdauer jede berühmte artilleristische machergehilfen, Zweigverein Berlin, hielt am 9. d. M. feine regel- hierüber Bericht. Aus demselben ging hervor, mit welchen ManiThat der Kriegsgeschichte. Wäre übrigens der Kreuzritter mit der mäßige Mitgliederversammlung ab. Wermle gab eine furze Schilde- pulationen der Unternehmer sucht, die organisierten Arbeiter nach ballistischen Technik fortgeschritten, so würde er wissen, daß rung der Vorgänge, die zur Trennung des bisher mit der Freien und nach aus seiner Fabrik zu bannen, um die in diesem Jahr heut das Einschießen mit Gewehr und Geschütz viel leichter Vereinigung selbstständiger Barbiere" gemeinschaftlich geführten errungenen höheren Löhne wieder reduzieren zu können. Ferner fällt als früher, aus einer Reihe mechanischer Gründe. Außer- Arbeitsnachweises führten. Wie schon bekannt, wurde von den organi- wird bekannt gegeben, daß sich auch hier wieder Arbeitswillige finden, dem bedingt das heutige Fern- und Schnellfeuer ein sofortiges fierten Gehilfen jener Vereinigung ein Vertrag vorgelegt, der die um den im Ausstand befindlichen Kollegen in den Rücken zu fallen. Lodern jeder Feuerdisziplin, lediglich die Massenhaftigteit fogenannte Streiftlaufel enthielt. Dieser Vertrag wurde abgelehnt Hierauf wurden noch Vereinsangelegenheiten geregelt und bekannt des Geschoßregens als solche schlägt durch. Mehr denn je und auch Verhandlungen darüber ausgeschlagen. Die„ Freie Ver- gemacht, daß am 27. d. M. eine außerordentliche Generalversammlung entscheidet also nur die strategische Anlage, die ermöglicht, einigung" sab sich bald nach einem Lokale um und als in bei Stechert, Andreasstr. 21, stattfindet, mit der Tagesordnung: größtmögliche Ueberzahl an Gewehr und Geschütz am passenden einer gemeinsamen Sigung der Arbeitsnachweis Kommissionen Statuten- Aenderung". Buntte einzusehen. Die Mechanit des Feuerkampfes verbürgt dann von unserer Seite Bericht gegeben werden sollte, war schon alles für schon die taktische Entscheidung für den Stärkeren. Aber das denkt einen eigenen Nachweis der Selbständigen fertig. In der Reklame wie ein Seifenfieder und enthält die ganze lächerliche Unreife für ihr Unternehmen gingen die Herren so weit, von einer Ver- Seite einberufene Voltsversammlung im Luisenstädtischen KonzertMit polizeilicher Auflösung endete eine von anarchistischer berufsmilitärischer Anschauung, d. h. das Wertlegen auf Neben- legung ihres Nachweises aus der Rosenthalerstr. 57 zu sprechen. Hause, die sich mit der Gedächtnisfeier des 11. November beschäftigte. fachen. Das Gelände tarieren?!" Eine schöne Aufgabe Die dadurch hervorgerufenen Untlarheiten sind wohl durch die Notiz Da der angemeldete Referent nicht erschienen war, ließ der Einfür den Feldherrn! So sieht sich der Krieg an im Vorwärts" vom 8. d. M., daß sich der Nachweis nach wie vor berufer die Versammlung sofort in die Diskussion eintreten. Einige bom Standpunkt eines Compagnieführers!! Und derlei Rosenthalerstr. 57 befindet, richtig gestellt. albernes Gewäsch Nach lebhafter Debatte Anwesende hielten Reden über die Chikagoer Märtyrer, wird dann natürlich noch von der un- wurde folgende Resolution angenommen:" Die heutige Mitglieder- auch wurde die Frage der Propaganda der That erörtert. wissenden Als der Menge als tiefsinnige Weisheit eines" Fach- versammlung tadelt das rigorose Vorgehen der Freien Ver- Vorsitzende noch einmal das Wirken der für die Revolution Gestorbenen mannes" nachgebetet! Wie der berühmte preußische Theoretiker, einigung" bei der Trennung des Arbeitsnachweises, ganz besonders pries, und die Anwesenden sich, um das Andenken derselben zu ehren, General Willisen, es zugab: Strategischer Fachmann ist der Ge- das Verhalten einzelner Personen. lehrte, der mit prüfender Denkkraft die Erfolgsbedingungen unter- werden beauftragt, sich dieser Sache weiter anzunehmen. Die Gewerkschaftsdelegierten von den Plätzen erhoben, löste der überwachende Polizeilieutenant nach etwa einstündiger Dauer die Versammlung auf. Donnerstag, 16. November, abends 81/2 Uhr, bei Köhler, Teltowerstr. 38: 211/9 N " " Zu dem heutigen Wiegenfeste des Kupper Buditers" Carl Clemens ein dreifach donnerndes Hoch.[ 846b 2. B. sen., 23. B. jun., N. H. A. T. Atung! Metallarbeiter. Atung! Kommunalwähler- Bersammlung Rittwod, den 15. Rov., abends 6 Uhr, in Friedrichstädt. Kasino, Friedrigör. 238: für den 6. und 7. Bezirk. Tages Ordnung: Oeffentliche Versammlung 1. Die Stichwahlen. Referent Stadtverordneter Dr. Curt Freudenberg aller bei der Firma Siemens& Halske( Stadtgeschäft) beschäftigten 2. Ansprachen der Kandidaten. 3. Diskussion. Das Wahlkomitee. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Achtung! Parteigenossen! Achtung! 45. Kommunal= Wahlbezirk. Donnerstag, den 16. November, abends 8% Uhr, bei Maul, Perlebergerstr. 13: Versammlung. Tages Ordnung: Die bevorstehende Stichwahl. Referent Th. Glocke. 248/8 Der Vorstand. Parteigenoffen, um den Sieg in unserem Wahlkreis zu einem vollständigen zu machen, ist es notwendig, daß die Genoffen bis zum Tage der Stichwahl unablässig agitieren, damit der Genosse Glode am Tage der Wahl als Sieger hervorgeht. D. D. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Mittwochabend, 8 Uhr bei Cohn, Beuthstr. 20-21: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tagesordnung: 278/10 1. Lohn und Accordarbeit. 2. Einsetzer- Tariffrage. 3. Werkstatt: ftreits und Differenzen. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Westen und Südwesten: Bezirks- Versammlung. Mittwoch, den 15. November, abends 8/4 Uhr, im Lokale der Brauerei von Habel, Bergmannstraße 5/7 ( nicht wie in der Sonntagsnummer irrtümlich angegeben bei Goffe, Kreuzbergstr.) Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen A. C. Täterow über: Die Bedeutung der Arbeiterbewegung für die sociale und politische Entwicklung. 2. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Frauen haben Zutritt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Versammlungen stets in Habels Brauerei stattfinden; es wird ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Berichtigung. In dem Inserat, Orts Krantentaffe Natur- Heilverfahren. Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Die 10-50 Proz. Abzüge bei der Firma Siemens u. Halske und wie ver halten sich die Kollegen hierzu. 2. Diskussion. Die Direttion sowie Herr Obermeister Rehfeld find besonders eingeladen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller dort Beschäftigten unbedingt notwendig. Genossinnen und Genossen! Mittwoch, den 15. November, abends 8/2 Uhr: Volks- Versammlung in Stecherts Festsälen, Andreasstr. 21. Tages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauensperson und Neuwahl derselben. Der Einberufer. 8386 Wir geben hiermit zur gefl. Kenntnis, daß sich unsere Buchdruckerei jest PrenzlauerAllee 23 ( nahe Heinersdorferstraße) befindet. J7066 Golm& Taubmann. Vom Schwein Achtung! Kösliner Hof. uri, auch Gisbeine, Wellfleisch zc. Köslinerstr. 8. Sonnabend, den 10. Februar, zum Maskenball frei. [ 30552* Saal empfehle den Parteigenossen für Versammlungen, Gesellschaften und Vereine. A. Busekow, Krautstr. 6. 8066 Telephon VII, 3555. 1/17 Achtung! Vereine. 2. Vortrag der Genossin Emma Jhrer über: Die Frau in der Socialdemokratie. 3. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen besonders der Frauen ersucht Die Vertrauensperson. Achtung! Achtung! Sonnabend 13., 27. Januar, Saal frei! 30102* 1 Alexanderstr. 27c, Englischer Garten. monatlich 10 M. liefert elegante Herrengarderobe Arbeiter der städtischen Gaswerke. Teilzahlung: Donnerstag, 16. November, abends 8 Uhr, in Buskes Salon, Grenadierstraße 33: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Lohntommission betreffs unserer Lohnerhöhung. 2. Wie stellen sich die Accordarbeiter zur Beseitigung des Accords resp. Erhöhung der Preise. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 270/9 Pflicht eines jeden Kollegen ist es, eifrig für den Besuch der Versamm lung zu agitieren. Die Lohnkommission. Achtung! Putzer. Achtung! Am Mittwoch, den 15. November, abends 6 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: Oeffentliche Versammlung der Puter Berlins und der Vororte. Tagesordnung: 1. Das Verhalten der Kollegen nach dem Streit. 2. Wahl der Delegierten zur Konferenz der Maurer der Provinz Branden burg. 3. Wahl der Revisoren zur Streitabrechnung. der Maschinenbau Arbeiter u. verw. Haut, Harn: und Blafenleiden, Buchenholz und Gewerbe" muß es im Absatz 2 der ebensolche Frauen Krankheiten. dritten Zeile der Tagesordnung statt: Schelnig", Rendanten Scheling" heißen. " 1966 192/1 Dr.Simmel Moritzplatz, Eichen- Abfallholz t.Haus v.Aschinger ohne Berufsstörung.[ 30592* ist als Ofenheizung besser wie Kohlen. 2 Treppen rechts R. Wagner, Wallstr. 23. 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Verschiedenes. 124/19 Wegen der Wichtigkeit des ersten Punktes werden die Kollegen zum Er: scheinen dringend aufgefordert. Der Obmann: W. Berndt. Töpfer Charlottenburgs! Mittwoch, den 15. Nov., abends 6 Uhr, in der Gambrinus.Braueret. Wallstraße 94: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Was lehrt uns der lette Streit? Den Kollegen ist Gelegenheit geboten, in dieser Versammlung dem Verband beizutreten. Der Einberufer: Kundi. 194/6 Für den Inhalt der Inserate den Inhalt der übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 15. November. Opernhaus. Der Apothefer und der Dottor. Borher: Vergißmeinnicht. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der Herr im Hause. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Gustav Adolf: Festspiel. Anfang 7 thr. Central Cheater Direftion: José Ferenczy. Die Geisha. Anfang 28 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr zu halben Breisen: Die Fledermaus bon Johann Strauß. Thalia- Theater. Tel. Amt IVa 6440. 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Für die herzliche Teilnahme und die reichlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Schlossers und Bau- Anschlägers Albert Graf fage ich allen Betetligten, Freunden, Bekannten und Ge Wave. Marie Graf geb. Fraußat. noen meinen herzlichsten Dant. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme bet der Beerdigung meines geliebt. Mannes Rudolf v. Flemming, sowie für die reiche Kranzspende spreche ich allen Freunden und Genossen, besonders dem Personal der Bitherfabrit Wegen Privatfestlichkeit keine neuen Johannistirchhof am Biogensee Menzenhauer& Schmidt unb bem es Borstellung. Donnerstag: statt. Uni rege Beteiligung bittet Der Vorstand. J. A.: Hermann Holz. fangberein Carthaus meinen innigsten Dant aus. 8745 Die trauernde Gattin. Der Trompeter von Säkkingen Pichelswerder. Mittwoch, 22. November Romantisches Schauspiel mit Gesang in 3 Aften( 7 Bildern) von Hildebrandt und Keller. Reichshallen. Stettiner Sänger. Heute zum Schluß: Cavalleria schufticana. 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