Nnttthaltungsblatt des vorwärts Nr. 106. Donnerstag, den 1. Juni. 1905 (Nachdruck verboten.) 2ZZ flammen. Roman von Wilhelm Hegeler. Seitdem Marie Luise verstummt war, hatte die l?r- schöpfung sich mit tausend Fältchen auf seine Züge gelagert. jZr wehrte sich nicht mehr gegen seinen Schmerz, es war förmlich ein tiefes Ausruhen, als er sich ihm ganz hingeben konnte. So hatte er eine lange Weile gelegen, mit der Hand seine Augen verdeckend. Dann aber, als wenn er fürchtete. das; seine Frau ihn beobachtete, hatte er sich aufgerichtet, llnd nie glaubte er sie in solcher Schönheit gesehen zu haben, wie in diesem Augenblick. Ein Glanz umgab sie, der. nicht vom Kerzenlicht noch vom Widerschein des Feuers kommen konnte. Ganz still saß sie da, schien kaum zu atmen, wie in wachem Schlummer, die Lippen waren leicht geöffnet, die Augen be> netzt voil feuchtein Schimmer, unbewegt war der AusdruN ihres Gesichts, fast ernst, und doch schien ein inneres Lächeln darüber zu spielen. So jung war sie, so jugendvoll und schön. Und init einem Weh, bitterer als alle körperlicheil Schmerlen, ergriff ihn der Gedanke, daß er dalag, kraftlos und krank und alt. Das Mädchen öffnete sacht die Tür und trug die Zeitung herein. Marie Luise erhob sich. Als ihr Mann die Hand nach ihr ausstreckte, setzte sie sich auf ein Polster neben ihn. „Kind, Du warst so schön! An was für Schönes hast Du gedacht?" Sie atmete langsam auf und schüttelte leise den Kopf. „Wie geht's Dir, Liebster?" fragte sie. „Mir?-— Ehrlich gestanden— erbärmlich schlecht." „Heute ist aber auch ein zu schlechter Tag." „Heute ist es nicht anders als gestem. Nur spüre ich's heute mehr. Aber da ist es immer und— geht auch nicht mehr fort." „Du mußt Dich nur bis zum Frühjahr gedulden." „Ja— dann gibt's ein paar Monate Schonzeit. Aber sobald dann der Herbst kommt--- Kind, es ist so schwer, und doch muß ich mich drein finden— ich bin ein lahmer Krüppel und Tu— Du bist noch jung." „Wenn Du doch bloß so nicht sprechen wolltest. Du weißt doch, wie mich das aufregt!" Er ergriff wieder ihre Hand. „Hör mal ruhig zu. Du weißt doch noch, was ich Dir voriges Jahr sagte, nach meiner ersten Krankheit. Tu hast es ja nie glauben wollen—" „Ich glaub's auch jetzt nicht." versetzte sie heftig.„Ich will's nicht hören. Sprich nicht davon." „Aber ich muß davon sprechen. Es beschäftigt mich immerzu.— Wenn Du's mal nicht mehr mitmachen kannst — wenn-- dann keine Rücksicht, keine Schonung!" Sie schüttelte sich in jähen Schauern. „O Gott, wie Du mich quälst— wie Du mich quälst!" Da legte sich das schmerzvolle Lächeln des Kranken um seine gefurchten Züge, und er strich ihr die Tränen aus den Augen. „Quälen will ich Dich nicht. Nur will ich wissen, daß Du gern bei mir bleibst.— Wenn ich Dir mal zur Last ge worden bin—" „Du nur zur Last!" „Ach, Kind, kranke Menschen fallen endlich immer zur Last." „Ach, wenn Du mich nur verstehen wolltest! Es ist doch gerade meine Natur, Dich so zu lieben, wie Du bist. Tu weißt doch, ich hab's Dir doch gesagt, daß meine erste wirkliche Liebe mein Vater war, und daß ich nie glücklicher war, als wenn>ich ihn pflegen konnte. Ich kann nur lieben, wo ich niederknien kann. Und alle die Männer, die- ich sonst getroffen habe— alle— alle--" „Aber wenn nun eines Tages ein anderer kommt?" Sie bäumte sich zurück und schrie fast auf in ihrer Leidenschaft. � „Und wenn er käme! Wenn er käme, der andere.— und ich liefe Dir davon, was wäre dann ans mir geworden?. Wo wäre dann das geblieben, was ich geglaubt, wofür ich gelebt habe? Wo wäre dann Ehrlichkeit, Treue, Würde? Das alles gäb's dann ja nicht—" „Das alles gibt es, nber es gibt noch etwas Stärkeres." „Für mich nicht.— Ich will bei Dir bleiben. Mein ganzes Leben liegt in Dir. Ich würde mir selbst untreu, wenn ich Dir untreu wäre. Und nun sei still! Sei still!" Er hielt ihre Hand umpreßt. Ihrer beider Augen waren ineinander versunken, und angswoll schien sie mit stummen Blicken ihm immer wieder zu beteuern, was er nicht glauben konnte, und was zu hören ihm doch so süßes Labsal war. Draußen fauchten die Stimmen weiter. Der Wind fuhr in den Kamin und schien bald die Flammen zerdrücken und bald sie mit sich in die Lüfte hinaufreißen zu wollen. Aber zwischen den beiden im Zimmer war es ganz still geworden. Es war beinah, als schämten sie sich ihrer leidenschaftlichen Erregung, in der ihr Innerstes sich enthüllt hatte, und suchten ihre reine Menschlichkeit so schnell wie möglich unter dem All- tagsgewand der Banalität zu verstecken. Ruhige, alltägliche Worte wechselten sie nach einer kleinen Weile. Da der Major das Liegen auf dem Sofa nicht mehr er- tragen konnte, nahm er in dem Lehnstuhl am Kamin Platz. Marie Luise rückte einen Schemel zurecht, auf dem er die Füße ausruhen konnte und breitete init aller Vorsicht eine Decke darüber. Dann las sie ihm wie gewöhnlich die Zeitung vor, und nur an einem kann? hörbaren Beben in ihrer Stimme, die dunkler und weniger voll klang als gewöhnlich, hätte man das letzte Slachzittern ihrer inneren Bewegung spüreir können. Da kam das Mädchen wieder herein und brachte die Abendpost, eine ganz Hand voller Briefschaften, die es dem Major überreichte, „Man merkt, daß Weihnachten in Sicht ist," sagte dieser. „Hier, Herz, der ist für Dich." Dabei schob er, ohne weiter einen Blick darauf zu tun, seiner Frau den Brief hin.„Eigen- tünilich, daß Berger nicht schreibt wegen der Ländereien.— Diese Lose sind die reine Landplage.— Aha, das ist Berger, Nun werden wir sehen." Er schnitt das Kuvert auf und legte das Messer wieder auf den Tisch, so daß Marie Luise es erreichen konnte. Aber diese streckte nicht die Hand danach aus, sondern starrte mit blassem Gesicht den Brief au, dessen Handschrift sie auf den ersten Blick erkannt hatte. Alles, was sie soeben gesagt hatte, fiel ihr ein. llnd während sie dem wilden Herzschlag in ihrer gepreßten Brust und dem verworrenen Raunen dumpfer Stimmen lauschte, war sie sich selbst eilt finsteres, verhaßtes Rätsel. Endlich nahm sie sich zusammen, schnitt den Brief auf und begann zu lesen, langsam, indem ihre Blicke sich auf jedes Wort hefteten, als wenn sie seinen Inhalt prüfte und alles von vornherein feindselig von sich abwehrte. Eine lange Weile verging. Der Major rechnete halblaut die vielstelligcu Zahlenreihen nach und machte auf einem Blatt dann und wann kurze Notizen. „Ja, Kind, wir müssen das mal überlegen. Einige Land- stellen sind sehr gestiegen. Es scheint mir wirklich eine günstige Zeit zum Verkaufen." Als sie nicht antwortete, wandte er sich um. Da sah er. daß sie weinte. Zuerst bekam er einen Schreck, weil er glaubte, in dem Brief hätte irgend eine traurige Nachricht gestanden. Aber als er sie schweigend betrachtete, wie aus ihren weit- geöffneten Augen die Tränen über ihr ruhiges und wie aufgelöstes Gesicht flössen, da schien noch stärker als vorhin der Glanz eines leuchtenden Glücks von ihr auszustrahlen. Er rief sie leise bei Namen, ohne daß sie hörte. „Kind— Marie Luise— was hast Du?" wiederholte er. Da sah sie ihn an und schien sich zu besinnen. Sie trocknete ihre Tränen, ihr Gesicht nahm einen grüblerischen. finsteren Ausdruck an, dann reichte sie ihm den in ihren Schoß gesunkenen Brief.. Verwundert nahm er das Schreiben und begann netigierig zu lesen. Sie hatte aufgehört zu weinen und starrte mit gequälter Miene vor sich hin. Nur wenn sie an dem Knistern des Papiers hörte, daß er die Selten um- wandte, stieß sie einen kurzen, gepreßten Atemzug aus. Endlich hatte er geendet. Seine über die Stuhllehne hängende Hand hielt die zerknitterten Seiten. Sein zurück- gesunkenes Gesicht lag kaum erkennbar tief im Schatten.. „Sag doch was!" stieß sie hervor. Aber die Zand zuRe nur kurz zusammen. Da erhob sie flch erschauernd, als wenn sie fröre, und kniete neben seinem (Stuhl nieder. „Bernhard, sag doch ein einziges Wort!" Er hatte sich vorgebeugt. Das Weiße in seinen Augen war ganz fahl, und zwischen den zahllosen Fältchen der gelbm Taut sickerte kalter Schweiß hervor. „Schick ihm den Brief zurück und schreib ihm. daß er nie wiederkommen darf." Da zog er die Stirn hoch und schüttelte den Kopf. „Doch! Doch!— Ich will ihn nicht wiedersehen!" sagte sie flüsternd, mit klangloser, doch fester Stimme. „Kind, Kind,— das— wie handelten wir dann—? Wenn jemand anders— aber der hätte eben ganz anders ge- schrieben. So schreibt doch kein— Verführer." Er lachte kurz und trocken bei diesem Wort.„Wir wollen ihm kein Un- recht tun. Nicht wahr?" Seine schwere Hand streichelte nervös ihr Haar, während sie von fortwährenden Schauern geschüttelt vor ihm kniete. „Nicht wahr, Kind, das wollen wir doch nicht? Er soll nur ruhig wiederkommen. Das soll kein Stein des Anstoßes Zwischen uns sein. Wir verdanken ihm doch manche gute Stunde. Nicht wahr, mein Herz?" Sie hatte ihr Gesicht erhoben, sah ihn mit großen Augen an und schien etwas sagen zu wollen. Aber ein Stärkeres als sie selbst schien in ihren Augen zu flehen, daß sie dies Wort nicht sagen sollte. „Ja— nun— nun geh, mein Herz. Lies den Brief nur nochmal, für Dich. Ich möchte auch mal einen Moment allein sein. So'ne Art— Ncrvenchok hat einem das doch verseht. Geh, Marie Luise— bitte!" Er richtete sie auf und drückte ihr den Brief fest in die Hand. Sie trat damit an den Kamin, wo sie versunken und zögernd stehen blieb, als wenn sie ihn in die Flammen werfen wollte. „Nicht doch!— Glaub mir, er selbst wird nie wieder von diesem Brief sprechen. So etwas— das bricht einmal durch und wird dann wieder für immer begraben.— Noch einmal drückte er rasch ihre Hand. Dann ging sie. Aber als sie schon die Türklinke in der Hand hielt, wieder- holte sie noch ihre letzten Worte: „Schreib ihm, daß ich ihn nie wieder sehen will." Ganz still, bewegungslos und mit geschlossenen Augen hatte der Major gelegen. Das Mädchen kam herein und schichtete in dem Kamin neues Holz auf, mit matten Blicken schaute er zu. „Liegen der Herr Major auch gut?" fragte die Alte. „Wenn man krank ist, liegt nian nie recht gut. Aber Sie könnten den Stuhl'n bißchen näher ans Feuer rücken." Nachdem sie das getan, war sie hinausgegangen und hatte facht die Tür hinter sich zugemacht. Und der Major hatte wieder bewegungslos und mit geschlossenen Augen dagelegen. In seinem dumpfen, schmerzbetäubten Kopf kreiste es gleich einer sich wiegenden Melodie immer:„Alter Mann— junges Weib. Alter Mann— junges Weib!" Das mußte er ohne Unterlaß wiederholen. Aber zwischendurch tauchte«och etwas anderes auf, gewissermaßen wie aus einem trüb wogenden Wasser etwas auftaucht, das ein Glied sein kann, von dem man nicht den Rumpf gewahrt, das jetzt wie eine Hand, jetzt wie ein nackter Fuß, jetzt aber plötzlich wie ein alter Weiden- strunk aussieht. Ehre— Ehre— auch dies Wort wiederholte sich im chaotischen Wogen seines Hirns, ohne daß er wußte, was es ihm in diesem Augenblick bedeuten sollte, lFortsetzung folgt, j. (Nachdruck verboten.) Oie Smlaäung. Von LZon Souvestre. Autorisierte Ucbersetzung aus dem Französischen. Madame Bertines:„Wer hat geklingelt, Julie?* Julie:„Ein Herr, der den gnädigen Herrn oder Madame zu sprechen wünscht. Er heißt Parrouche." Madame Bertines:„Parrouche?... Kenne ich nicht." Julie:„Isidor Parrouche.... Anfänglich wollte er seinen Namen nicht nennen, um die Herrschaften zu überraschen." Madame Bertines lsilcheud):„Parrouche? Parrouche?.. Ich glaube... Julie:„Ich habe den Herrn in den Salon geführt." Madame Bertines:„Wie sieht er denn aus?" Julie:„Wie ein Bauer l" Madame Bertines:»Parrouche?... Na, wir werden Jft sehen.,. Sie begibt sich in den Salon. Julie hat durchaus richtig beobachtet. Der Besucher, ein kleiner, untersetzter, breitschultriger Mann mit sonnengebräuntem Gesicht, ist ganz gewiß kein Boulevard- flaneur. Mit seinem breiten Umlegekragen, seiner geschmacklosen Krawatte, seinem vorsündflutlichen Bratenrock und seinem alt- modischen Zylinderhut ist er der Typus eines Bauern im Sonntags- staat. Parrouche:«Na, wie geht's Ihnen, meine liebe Madame Bertines?" Madame Bertines:„Entschuldigen Sie..." Parrouche(halb mit Gewalt ihre Hand ergreifend und kräftig schüttelnd):„Nach dem Aussehen zu schließen, vorzüglich I.. Wissen Sie, Sie sind dick geworden in diesen fünf Jahren I" Madame Bertines(verletzt):„Aber mein Herr I" Parrouche:«Doch! Doch! Sie haben Fülle bekommen, hehehe I... Und wie geht's Herrn Bertines?" Madame Bertines:„Verzeihung, mein Herr, aber..." Parrouche:„Es geht ihm doch hoffentlich gut?... Sagen Sie schnell, daß es ihm gut geht!" Madame Bertines:„Es geht ihm gut. indessen.. Parrouche:„Und Fräulein Henriette?" Madame BertineS:„Fräulein Henriette?" Parrouche:„Oder ist sie nicht mehr Fräulein? Ist sie vielleicht schon verheiratet?" Madame Bertines:„Allerdings I" Parrouche:„Ja, ja, man wird nicht jünger... Denkt sie noch manchmal an die Spritze?" Madame Bertines(erstaunt):„An die Spritze? An welche Spritze?" Parrouche:„Ich erinnere mich, sie lachte, als ich ihr den Mechainsnms erklärte..." Madame Bertines:„Aber bitte, mein Herr, mit wem habe ich die Ehre?" Parrouche:„Wie? hat Ihnen das Mädchen nicht gesagt?... Parrouche I Isidor Parrouche I" Madame Bertines:„Sie hat mir allerdings Herrn Parrouche gemeldet, aber ich erinnere mich nicht, unter welchen Um- ständen..." Parrouche:«Sie erinnern sich nicht?...(gekränkt): Ohl" Madame Bertines:„Haben Sie also die Liebenswürdig- keit.. Parrouche(nachdenklich):„Das nimmt mich übrigens nicht wunder I Die Frauen haben ja in der Regel ein kurzes Gedächtnis!.. (Bestimmt): Aber Sie werden sich sofort erinnern!...(Er sammelt. sich, hustet und beginnt) Es war an einem warmen, sehr warmen Junitage..."(Er zieht ein großes, buntgewürfeltes Taschentuch heraus und trocknet sich die Stirn.) Madame Bertines:„Ist Ihnen hier zu heiß?" Parrouche:„Nein... Es ist nur die Erinnerung... Ich ging in der Umgegend von St. Just en Camargue spazieren..." Madame Bertines(lebhast):„St. Just en Camargue!" Parrouche:„Aha I Sie beginnen sich zu erinnern... Ich ging also dort spazieren, als ich einem Herrn, einer Dame und einem Fräulein begegnete. Der Herr war der Gatte der Dame, das Fräulein ivar ihre Tochter... Sie erzählten mir, sie seien fremd in dieser Gegend, in die sie einen Wagenausflug gemacht hätten. Auf der letzten Station hätte sich ihr Kutscher derart be- trunken, daß er nicht weiterfahren könnte, und nun wüßten sie weder aus noch ein." Madame Bertines:„Ah I jetzt..." Parrouche:„Ich half ihnen aus der Verlegenheit. Ich führte sie nach St. Just en Camargue und zeigte ihnen dessen Sehens- Würdigkeiten. Sie bewunderten unsere alte Kirche und unser Museum, das eine Klapperschlange enthält.... Der Herr und die Dame ge- rieten in Begeisterung vor der Feuerspritze, deren Mechanismus ich ihnen erklärte... Nur daS Fräulein war nicht sonderlich auf- nierksam. Des öfteren schien es mir sogar, als ob sie nicht übel Lust hätte, zu lachen...(nachsichtig) die Jugend I" Madame Bertines(freundlich):„Jetzt bin ich orientiert... Sind Sie noch immer Maire, Herr Parrouche?" Parrouche:„Noch immer, meine gute Madaine BertineS l Noch immer!... Nur bin ich jetzt Radikaler!" Madame Bertines:„Ah!" Parrouche:„Früher war ich Royalist. Aber als meine Mitbürger ihren politischen Standpunkt wechselten..." Madame Bertines:„... folgten Sie ihrem guten Beispiel?" Parrouche:„Selbstverständlich! Ein guter Maire muß immer die politischen Anschauungen seiner Wähler haben I" Madame Bertines:„Wissen Sie, ich hätte Sie nicht wiedererkannt I" Parrouche:„Habe ich mich verändert?" Madame Bertines:„Ja... Sie sagten vorher, ich set stärker geworden..." Parrouche:„Aber ohne Frage I" Madame Bertines:„Und ich finde im Sie Gegenteil magerer..." Parrouche:„Ohl" Madame Bertines:„Ich finde Sie auch stark ge- altert..." Parrouche:„Ahl" Madame BertineS:„(sie sehen, ich Bin offen I* Parrouche:„Ich liebe die Offenheit!" Madame Bertines:„Aber es ist nett von Ihnen, daß Sie fich nach so langer Zeit noch unserer erinnern I Meinem Mann wird es gewiß sehr leid tun, daß er Sie nicht gesprochen hat 1� Parrouche:„Er wird mich sprechen i" Madame Bertines:„Wie?" Parrouche:„Ich werde ihn erwarten!" Madame Bertines:„Bleiben Sie längere Zeit in Paris?" Parrouche:„Acht Tage voraussichtlich." Madame Bertines:„Wohl in geschäftlichen Angelegen- heilen?" Parrouche:„Keineswegs I... Ich bin lediglich gekommen, Sie zu sehen!" Madame Bertines:„Oh I zu liebenswürdig!" Parrouche:„Ja. ja, eine Einladung vergesse ich niemals! ... Als wir uns vor fünf Jahren trennten, sagte Herr Bertines: „Hier ist meine Kartei Wenn Sie einmal Gelegenheit haben, nach Paris zu kommen, versäumen Sie nicht, uns zu besuchen!" Madame Bertines(unruhig):„Oh!"... Parrouche:„Aber diese Gelegenheit wollte und wollte sich nicht bieten. Da las ich zufällig vorige Woche in der Zeitung, die Südbahngesellschaft lasse einen Extrazng nach Paris ab. Sofort kam mir die Idee: wie wär's, wenn ich die Bertines besuchen möchte?" Madame Bertines(ohne sonderliche Begeisterung):„Eine sehr glückliche Idee!" Parrouche:„Warten Sie! Ich komme nicht allein.. Madame Bertines:„Wie?" Parrouche:„Morgen treffen meine Frau und meine beiden Jungen ein." Madame Bertines:„Ah I" Parrouche:«Ich weiß, was sich schickt! Ich konnte doch nicht gut mit meiner ganzen Familie Ihnen ins Haus platzen, ohne Sie zu benachrichtigen?" Madame Bertines:«In der Tat I" Parrouche:„Ja. ja. ich weiß, was sich schickt I... Sicherlich hätte Ihnen das Ungelegcnheiten bereitet! Sicherlich hätten Sie im Augenblick nicht gewußt, wie eine Einquartierung von vier Mann anständig unterzubringen!" Madame Bertines(beiseite):„Nanu? Was soll das heißen?(laut) Ich bin entzückt... ich bin wirklich entzückt, Sie zu sehen, aber ich bin untröstlich, einfach untröstlich, daß Sie uns Ihre Ankunft nicht früher mitgeteilt haben." Parrouche:„Warum denn?„ Madame Bertines:„Weil... weil wir gerade heute abend Verwandte erwarten I" Parrouche:„Oh!" Madame Bertines:„Einen Onkel meines Mannes mit seiner Frau." Parrouche:„Oh!" Madame Bertines:„Ich bin wirklich untröstlich I... Ja, aber warum haben Sie nicht auch ein paar Zeilen geschrieben? Das wäre doch so einfach gewesen I" Parrouche:„Ich wollte Ihnen ja angenehme Ueberraschung bereiten I" Madame Bertines:„Wir hätten Ihnen dann zurück- geschrieben:„Lieber Herr Parrouche, verschieben Sie Ihre Reise I Kommen Sie in einen: Monat I" Parrouche:„Das nennt man Pech I" Mad ame Bertines:„Wahrhaftig!" Parrouche:„Halt I Ich habe eine Idee I" Madame Bertines(unruhig):„Sagen Sie schnell I" Parrouche:„Die Sache ließe sich vielleicht doch noch arrangieren?" Madame BertineS(sehr unruhig):„Und zwar?" Parroache:„Schicken Sie Ihre Verwandten ins Hotel I" Madame Bertines:„Wie?" Parrouche:„Mit Verwandten braucht man doch keine Um- stände zu machen!... Schicken Sie sie für ein paar Tage ins Hotel I" Madame Bertines:„Aber..." Parrouche: Wir kürzen dann unseren Aufenthalt hier ab: statt einer Woche bleiben wir nur vier Tage. Sie sehen, an uns liegt's nicht..." Madame Bertines:„Ihre Idee ist genial.. Parrouche:„Nicht wahr?" Madame Bertines:„Aber sie kann uns unter den ob- waltenden Umständen nichts nützen." Parrouche:„Warum nicht?" Madame Bertines:„Der Onkel und die Tante meines Mannes sind von einer Empfindlichkeit!... Sie können sich gar nicht denken, wie...1 Wenn wir sie Ihnen zu Gefallen verletzen würden, könnte das die ernstesten Folgen für uns haben!" Parrouche:„Nanu?" Madame Bertines(vertraulich):„Sie sind reich und haben keine Kinder." Parrouche:„Aha! Ich verstehe l"(Er kratzt sich ratlos den Kopf.— Pause.) Madame BertineS:„Ich glaube, da ist schon mein Mann i" Parrouche:„Ich wette, e r wird mich erkennen l" Herr BertineS tritt in den Salon. Parrouche:„Guten Tag, mein lieber Herr Bertines I" Bertines:„Guten Tag, mein lieber...(suchend) mein lieber... Merkwürdig! Ihr Name liegt mir auf der Zunge..' Parrouche:„Sie erkennen mich also wieder?" Äertines:„Aber natürlich I" Parrouche(triumphierend zu Madame Bertines):„Hatte ich es Ihnen nicht gesagt?" Bertines:„Aber merkwürdig l Ihr Name ist mir total entfallen!" Parrouche:„Isidor Parrouche." Bertines:„Ach ja! Richttg! Isidor Parrouche!... Na, wie ist es Jhuen in diesen sechs Monaten gegangen?" Parrouche:„Sechs Monate?... Fünf Jahre wollen Sie sagen!" Vertines:„Ach! ich verwechsele das.. Parrouche(vorwurfsvoll):„Sie auch?...(erklärend) Parrouche I Isidor Parrouche! St. Just en Camargue!" Bertines:„Der Mann mit der Feuerspritze!" Parrouche(befriedigt):„Richtig!" B e r t i n e s:„Wie gehts Ihnen? Sind Sie für längere Zeit in Paris?" Madame Bertines(zu ihrem Gatten, sehr schnell): „Denk' Dir bloß, Herr Parrouche hat die glückliche Idee gehabt. uns für eine Woche zu besuchen... Herr Parrouche hat die Ein» ladung nicht vergessen, Ivelche.. Parrouche:„Nein, wirklich nicht!" Madame Bertines:„Du hast ihn eingeladen— er kommt I Allein er kommt unangemeldet. Und das ist sein und unser Pech! Wir empfangen heute ja(ihrem Gatten verstohlen einen Wink gebend) Deinen Onkel Dupont!" B e r t i n e s:„Ach richtig I... Das ist aber wirklich Pech I... (schmerzlich bewegt): Warum haben Sie uns nicht benachrichtigt?" Parrouche:„Ja, ich bedauere eS unendlich!" B e r t i n e s(freundschaftlich-vorwurfsvoll):„Ich bin Ihnen recht böse, mein Lieber! Wir wären so glücklich gewesen, meine Frau und ich!" Madame Bertines:„Um so glücklicher, als Madame Parrouche mit den Herren Söhnen morgen gleichfalls nach Paris kommt I" BertineS:„Oh I.. Oh I... Und ich[kann mich nicht einmal dadurch schadlos halten, daß ich Sie bisweilen bei mir zu Tisch sehe.... Mein Onkel und meine Tante Dupont sind nämlich komische Leute. Wenn sie bei uns sind, verlangen sie, daß wir niemand sonst empfangen." Parrouche(entsetzt):„Oh!" B e r t i n e s:„Ja, ja, die kinderlosen Leute I... Es find Egoisten, Sonderlinge.... Und dennoch müssen wir auf ihre Launen Rücksicht nehmen!" Parrouche:„Wegen der Erbschaft?" Bertines:„Ganz recht, wegen der Erbschaft.... Da ich Sie zu meinem unendlichen Bedauern nicht zum Diner hierbehalten kann, müssen Sie wenigstens jetzt eine kleine Erfrischung nehmen... Doch I Doch I... Ich bestehe daraus l... Ein Glas Bier vielleicht?" Parrouche:„Von Herzen gerne!" Madame Bertines(füllt die Gläser). Parrouche:„Wissen Sie noch... Ihr Kutscher...?" Vertines:„Mein Kutscher?" Parrouche:„Der sich damals in St. Just en Camargue be» trunken hatte..." BertineS:„Ach ja, richtig I" Parrouche:„Den habe ich einsperren lassen." Bertines:„Bravo I" Madame Bertines:„Auf Ihr Wohl l Auf daS Wohl Ihrer Familie!" Parrouche:„Auf Ihr Wohl!" Bertines: Sie können sich garnicht vorstellen, mein Lieber, wie leid mir das tut! Wirklich, ich bin Ihnen recht böse!" Parrouche:„Na, beruhigen Sie sich l... Dem Uebel ist abzuhelfen. Ich habe eine Idee I" Bertines:„Und zwar?" Parrouche:„Ich bestehe nicht darauf, bei Ihnen zu wohnen, wenn es nun einmal doch unmöglich ist!" Bertin eS:„Leider!" r. Parrouche:„Ich begreife das ganz gut... Und ,ch bw nicht zudringlich!" B e r t i n e s:„Wir wissen es." Parrouche:„Aber alles läßt sich arrangieren... Sie werden uns ein kleines, billiges Hotel bezeichnen..." B e r t i n e s:„Sofort I Mt dem größten Vergnügen I" Parrouche:„Wir werden dort eine Woche bleiben..." BertineS:„Ausgezeichnet!" Parrouche:„Und ich schicke Ihnen dann die Rechnung!--- Aus diesem Grunde habe ich nach einem billigen Hotel gefragt... Sie sehen, ich bin nicht unbescheiden I"— Kleines feuilleton» rd. An der Wiege.(E i n e L e g e n d e a u s H o l l a n d.) An der Wiege des Knaben standen die drei Göttinnen, die über das Geschick der Welten sowohl wie über das der einzelnen Personen be- stimmen. Auch seine Mutter stand an der Wiege und fragte voller Angst: „Was wird aus meinem Kinde werden? Welches LoS wird ihm be- schieden sein?" Da sagte die eine— man nannte sie die„Vergangenheit"—: „Was sollte ich ihm wohl geben können? Zu mir wird er oft unter grübelndem Schmerz zurückblicken, wenn er friedlos durch das Leben irrt. Trost wird er vielleicht bei mir suchen, aber ich, was habe ich ihm wohl zu bieten, denn alle die Gaben, worüber ich verfiigte, sind vor langer Zeit verschenkt und vernichtet worden." „Und Du?", fragte die Mutter, wdem sie sich an die andere Göttin wandte. Diese— die„Gegenwart" nannte man sie— trat an die Wiege und strich mit der Hand leicht über des Knaben Stirn und Gesicht: „Stets bin ich Dir nahe, doch wenn Du mich zu greifen suchst, bin ich vergangen und spurlos werde ich an Dir vorübergehen." Das sprach sie, indem sie von der Wiege zurücktrat. Da trat die Göttin der„Zukunft" vor. Ein Schleier verbarg ihr Gesicht, und als sie sich über die Wiege beugte, hörte man durch ihre Stimme gleichsam einen Klang von Schluchzen mid Tränen: „Kind, Du wirst danach streben und streben, mich zu ergründen. Doch niemals wird Deine Hand meinen Schleier lüften, niemals wird es Dir gelingen, zu mir zu kommen. Bitter wirst Du werden und schwermütig, und Deine Schwermut wird zu einem Leiden für Deine Nächsten werden. Du wirst den Hohn auf Deinen Lippen tragen und im Herzen die Sorge Scheinbar wirst Du die Welt verachten, aber in Deinem Innern wirst Du nach der Liebe der Welt dürsten. Dein Leben wird ein beständiger Kampf sein, und Deiner Sehnsucht nach Liebe wirst Du unterliegen." Da rannen hciste Tränen an den Wangen der Mutter herab, und sie fragte:„Was soll er denn werden, da solche Leiden und Kämpfe, solche Sorgen in sein Los fallen werden?" Die Görtin der Gegenwart, die stets gegenwärtige, gab ihr Antwort auf ihre Frage: „Er ist mit tausend anderen... ein Kind seiner Zeit." Aber die Güttin der Zukunft blickte in ihren Spiegel und sagte: „Ja, gewijj! Wie tausend andere, ein Kind seiner Zeit. Doch wird er wie keiner von ihnen für m i ch leben und wirken." „Aber dann ftihr die dritte, die Göttin der Vergangenheit, fort, gehört er für lange Zeit keiner andern als mir." lind so war es. Spurlos ging die Gegenwart an ihm vorüber. Die Zukunft erst erkannte, was er gewesen war. Und da— hatte er bereits lange der dritten Göttin angehört, die über das gebietet, Ivas niemals wiederkehrt.— gr. Jasmin. Gewöhnlich etwas später als der Flieder beginnt ein anderer wohlriechender Zierstrauch zu blühen: der Jasmin oder vielmehr der falsche Jasmin. Denn dem schönen Strauche ergeht «S ebenso wie der Akazie, sie haben beide Namen erhalten, die schon an andere Pflanzen vergeben waren. Die Akazie oder vielmehr Robinie gleicht aber innncrhin den Gewächsen, nach denen sie benannt ist, und sie steht ihnen verwandtschaftlich nahe. Unser sogenannter Jasmin aber hat mit der wahren Pflanze dieses Naniens nichts mehr geniein, als dah beide„ähnlich riechen", und daß das JaSminöl mit der Essenz, die aus den Blüren unseres Gartenzierstrauches gc- Wonnen wird, häufig verfälscht wurde. Der wirkliche Jasmin ist ein Strauch, der in Südasien heimisch ist, in Südeuropa aber häufig in Gärten angepflanzt wird. Er macht mit seinen gefiederten Blättern den Eindruck einer Esche, namentlich einer Blütenesche, der er verwandtschaftlich auch am nächsten steht. Dieser echte, sogenannte genieine Jasmin verträgt unseren Winter nicht, dagegen werden einige andere Jasminarten bei uns bisweilen angepflanzt. Mit dieser Gattung JaSmin hat nun der bei uns so verbreitete Zier- strauch nichts zu tun. Er besitzt gar nichts eschenartiges, er hat nicht gefiederte ,. sondern einfache Blätter. Er gehört zu den Stcinbrechgewächsen und bildet mit anderen Artgenossen die Gattung der Pfeifensträucher. Gemeiner Pfeifenstrauch wird er nämlich wissenschaftlich genannt, aber nur selten hört man diesen Namen, der ihm deshalb verliehen worden ist, weil aus seinen langen Ruten Pfeifenrohre gemacht werden. Die Verwendung ist sehr prosaisch,.denn uns erscheint der Strauch mit seinen schönen reiuwcifien, berauschend duftenden Blüten als das Sinnbild begehrlicher Liebe. Mit Jasmin werden Lauben häufig unipflanzt, wo die . Blüten namentlich zur Abendzeit einen schweren Dust aushauchen. Die Dichter reden oft von Jasmin und von JaSminlauben, aber sie sind doch wenig über die Blütezeit des Strauches orientiert. Gewöhnlich ist die Zeit des Flieders schon vorbei, wenn die Blüten des gemeinen Pfeifenstrauches sich öffnen, und die Blütezeit währt .nur kurze Zeit im Juni. Es gibt zwar auch eiinge Arten, die noch im Juli blühen, aber sie sind in der Regel geruchlos. Der Pfeifen- strauch sieht mit seinen breitelliptischen Blättern, die leicht gezähnt sind, auch ohne Blüte ganz gut aus. Seine Knospen regen sich sehr früh, oft schon im Februar, sie erfrieren aber dann bisweilen, wenn noch ein strenger Nachwinter folgt. Im übrigen erträgt Verantwortl. Redakteur: Franz Rehbein. Berlin.— Druck u. Verlag: der Strauch, der in Südeuropa, mich im Kaukasus, einheimisch ist, unseren Winter sehr gut. Aber er beansprucht einen guten Boden, den? es nicht an Fruchtbarkeit fehlt. Darum sieht man ihn selten in ländlichen und wenig gepflegten Gärten, in denen doch ?iirgends ei» Fliederbusch fehlt. In feinen Gärten dagegen ist er fast iinincr vertreten, da gehört es zum guten Ton, den Strauch zu besitzen, von de?» jeder angehende Lyriker redet, wenn er auch nie einen gesehen hat. Der Strauch macht übrigens seinem Besitzer ??icht inimer gerade Freude, im Schatten oder inirten unter anderen Sträuchern pflegt er wenig zu blühen. Er gehört zu den anspruchs- vollen Gewächse??, die ei>?en gute» sonnigen Platz haben wollen?n?d dabei ausserdem immer bewässert und besprengt Werden müssen. Das ist etivas für de?? kleine?? Garte?? ei??es Re??tiers oder für die Villengärte??, die mittels Schla??chspritze jederzeit????ter Wasser gesetzt lverdei? kö>?nsn.— Geographisches. t. D i e A?? s t r o ck n u n g von Afrika. Der bekannte ftanzösische Forsch??ngsreise??de, Kapitän Lucien Fo??rnea?l, der in den letzte?? Jahren die Flottille auf dem unteren Niger befehligt hat, macht jetzt in der Zeitschrift der Pariser Geographischen Gesellschaft Angaben, die von?ienem die fortschreitende AuStrockming des mittleren Afrika belveise??. Räch Mess????gen und Beobacht?ingen. die in den Jahre?? IVOS?n?d KI 04 stattgefunden habe??, sinkt der Spiegel des Nigerstroines fortgesetzt. Der Dainpfer der Niger-Companh ka???? jetzt??ie>nals???ehr bis Djebba hi??aufgela??gen, eii? Platz, der??och vor 15 Jahren leicht zu erreichen Ivar. Die Veri??inder??ng der Wassermasse des Flusses ist besonders in? oberen Nigertal auffällig. All' die zahlreiche?? Zeugi?isse der Eii?gebore??en, die Fo>?rneau über diesen Pu??kt befragt hat, st?n?n?cir?nit sei??en eigenen Wahr??e.hm?n?ge?? übereil?. Der fortgesetzte Rückgang des Stron?s, schreibt dieser Offizier, ist derart, daß er schon zu Ve?l??r?lhigll??gen Vera??lass?u?g gibt. Es besteht jetzt wohl Sicherheit darüber, daß die Mehrzahl der J??sel??, die den Niger zivischen Sansa??, Hansa?l??d Anso??go in viele Arme teile?? und noch vor 40 Jahre?? zu geivissen Jahreszeitci? regelmäßig ganz mit Wasser bedeckt ivaren, so daß ihre Belvohi?er sich a??f das Festland flüchten???nßte??. he?lte nichts ???ehr von Ueberschwen?>???>ngeir z?? fürchten haben, sogar in den Jahren, in denen die Wasscrz?lnah?ne des Fl?iffes während der Rege??- zeit besonders groß ist. Diese Beobacht?i??ge?? über die zrmehmende Trockenheit im Gebiet des Niger sind die erste??, die bisher von Europäer?? gemacht worden sind.— HunioriftischeS. — Aus der Schule. Kind(lautiert):„Maus, lail-be, hau-be..." Lehrer(einfallend):„Weißt D??, was eii?e Hailbe ist?" K i n d(nickt ver??cinei?d>. Lehrer:„Was setzt Dei>?e Mutter de??n auf, ehe sie zu Bett geht?" Kind(srelldig):„Die Mausefalle!"— — Ein Wiederfinden.„Mein Frä??lein, haben Ivir uns ??icht schon einmal i??? Zoologische?? gesehen k" „N? Ivelchem Käfig haben Sie gesessen?"— — Die a?nerika nische ilhr:„Haste geseh'n", sagt A a r o n Hers ch zu Leib I n l i ch t,„iach hob?i?er eppes gckooft ä neue a?nerekanische Uhr. Dodanach geh' iach ii?S Kaffeehaus und zeig' se mehreren Bekani?te??. Wie ich fortgeh', is de Uhr Liveg. Denk' ich, daß ich hätt' de Uhr liegen lassen oder daß mer ä Fre?l??d se hätt obgezivickt. Ich renn' eiligst zurück ins Kaffeehaus, aber dort lvor ka Spur???ehr zu fi??dcil vi'??? ihr. Ga??z betriebt geh' iach zu Ha?ls'?l??d krällk m?ch über den Verlust: doch wer beschreibt lnei' Freud'? Wie ich zu Haus' kümm', liegt de scheene,??eue Uhr rnitte?? af'n Tisch!" „Wie lvar' dei?n das möglich?" fragt Leib I n l i ch t. „Gol?z anfach", e??tgeg??et Hersch,„de Uhr is eppeS um ä halbe Stund' vorausgegangen!"— („Lustige Blätter.") Notizen. — Richard Wagners Gedichte iverden in nächster Zeit erscheinen. Herausgeber ist C. Fr. Glasenapp, der Biograph WagnerS.— — O. I.' B i e r b a n?n hat seinen Ro???an„ S t i l p e" in zwei Komödien Verschnitten.— — Der Einakterzyklus„Der Kampf un? den Mann" von K l a r a V i e b i g ist voin Direktor Jarno in Wien erlvorbcn Worden. In jede??? der kleii?en Stücke wird Hm?si Riese die Ha?lpt- rolle spielen.— Der Zyklus gelangt diesen Monat auch im N ü r n- berger Apollo-Theater'zur Aufführung.— — Franz R u??? p l e r s„Nymphe" ist für die Moden?« Galerie in Prag angekallft Ivorden.— c. In Paris wurde ein??el?es Museum, das Museum für Kunstgewerbe im Pavillon Marsani des Louvre, eröffnet.— — Nach den Beobachtungen de? russischen Meteorologen Weikow, ist neben Tscherray????dschi ii? Assan?(Indien) Debundscha in Kamerun der rege??geseg??etste Ort der Erde.— Vorwärts Buchdruckerei u.VerlagSa??stc?lt Paul Singer LiCo., Berlin