Ar. 274, AdLMtmeilts-Kedingungen: Abonnements-PretS pränumerando: vierteljährl. 3.30 Ml., inonatl. 1,10 Ml., wöchentlich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer ö Pfg. TonntagS- Nummer mit lüuNrierlec Sonntags- Lcilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Ilbonnement: 3,30 Mari pro Quartal, Eingetragen in der Post- ZeltungZ- Preisliste für IIISS unter Hr."1)20. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da! übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erscheint täglich aulfer Monlag«, Vevlinev VolklsblÄkt. 16. Jahrg. Die Inftrtions-GcliLhr beträgt für die scchsgespaltene Koloncl- jetle oder deren Slauin SO Pfg., für politische und gewerlsckiaftliche Aereins- und Versammlung!-Anzeigen LO Pfg. „Kleine Anielgen" jede! Wort ö Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi! 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Tie Expedition Ist an Wochen- tagen btS 7 Uhr abend!, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittag! geöffnet. Fernsprecher:»mi I, Hr. 1308. Telegramm-Adresse: „Sorialdemokrat Berlin« Centralorgan der socialdemokratiMen Itertei Deutschlands. Lsdaktion: SW. 19, Bcntlz-Stvasze 2. Expedition: SW. 19, Beullz-Steafze 3. Des preußischen Bußtages wegen kann die nächste Nmumer nnseres Blattes erst am Freitag erscheinen. Regierungsstarre. Das Recht auf Ungeduld, von dem bei der Er- ledigung der Zuchthausvorlage der Reichstag einen so eilt- schiedencn und höchst sördersamen Gebrauch niachte, gehört zu den besterworbenen Rechten unseres Parlaments. Will der Reichstag nicht seine Zeit und Straft in der Beschäftigung mit gesetzgeberischem Trödelkram vergeuden, den irgend ein Ungefähr aus die Oberfläche gespült hat, so muß er wenigstens die gänzlich untauglichen und sinnlosen Entwürfe, mit denen die� Rcgicrungsschreiber ihren Fleiß beweisen, mit möglichster Beschleunigung unschädlich machen. Fast könnte man wünschcil, es gäbe eine Art parlamentarischer Aufnahmcjury, die befugt wäre, die schlimnisten Pfuschereien gleich an der Schwelle abzuweisen. Es ist ein unleidlicher Zustand, daß jeder, aber auch jeder plötzliche Einfall der Regierung, mag er noch so vernunftwidrig, kulturfeindlich undunbegründetsein. die Möglich keit hat, für Wochen, Monate und Tage die politische Aufmerk sanikcit des Volks zu beanspruchen, ja zu erschöpfen. Wenn heute irgend eine einflußreiche Persönlichkeit, ein Stumm oder ftriipp auf den Gedanken verstele, die Wiedereinführung der Leibeigenschaft, die Abschaffung der Civilche, die Aufhebung der Freizügigkeit, die Zeitungscensur. die obligatorische Kirch aangspflicht, die Hexenverbrennung, die Demolierung der Maschinen oder ein Eigaretten-Rauchverbot für ein dringendes nationales Bedürfnis zu halten— kein Zweifel, die Regierung würde durch ihre Geheimräte alsbald eine entsprechende Vor- läge ausarbeiten lassen, die Offiziösen würden tagtäglich solch eine Vorlage für die dringendste Notwendigkeit, für eine Lebensfrage des Volkes erklären, und die Agitatoren würden im Lande herumreisen und beweisen, wie die ganze Zukunft des Reiches von der geforderten Reforni abhänge. Was heute ein kaum beachteter absurder Einfall ist, wird ans diesem Wege bald eine politische Angelegenheit und schließlich eine ernste Gefahr. Nichts ist bei uns so thöricht, daß es nicht allmählich zu dem Range eines gesetz- gcberischeu Versuchs sich auswachscn könnte. Darum ist es eine parlamentarische Selbsterhaltungspflicht, diesem Treiben endlich ein Ende zu machen, das alle fruchtbare Arbeit verwehrt und eine verödende Stagnation zur Folge hat. Beklagt sich die Regicnlng und ihr Zeitungsgcsindc über das„Zü- sammcngchen" bürgerlicher Parteien mit der Socialdcniokratie, so trägt sie selbst die Schuld. Die eigentlichen scharfen und unversöhnlichen Gegensätze zwischen der proletarischen Politik und jeder bürgerlichen Partei können vorerst gar nicht zum Austrag kommen, weil das heute herrschende Regiment weit unter dem Stand der Slulturentwicklung zurückbleibt und immer wieder Grundlagen und Freiheiten in Frage stellt, die durch die politischen Slänipfe der Vergangenheit zum nicht mehr zerstörbaren Allgemeingut der Gesellschaft geworden sind. So ist die Koalitionsfreiheit gar kein socialifti- sches, sondern ein bllrgerlich-liberales Princip, ein Kampf- mittel der bürgerlichen Selbsthilfe, ein Recht, das gerade die bürgerlichen Klassen mit dem größten Eifer sichern und er- weitern müßten, um dadurch den Beweis zu führen, wie es auch unter dem Kapitalismus für die Besitzlosen möglich wäre, Wirtschaftlich vorwärts zu komnien. Und dieses einzige Beweis- mittel gegen den Socialismus niuß heute die Social- dernokratie gegen die Verteidiger der bürgerlichen Ge- sellschastsordnung schützen— eine Verkehrung aller natür- lichen Verhältnisse, die nur durch eine jeglichen Denkens ent- bläßte Staatsleitung, durch die Anarchie wirrer, kurzsichtigster Regiererei möglich geworden ist. Diese wohlweisen Retter der Gesellschaft erstreben die reinliche Scheidung zwischen Proletariat und Bourgeoisie, und zu diesem Zwecke gefährden sie unablässig— die bürgerlichen Freiheiten. Gerade wem daran liegt, die notwendige welthistorische Aus- cinandersetzung zwischen dein Proletariat und Bürgertum, zwischen Socialismus und Kapitalismus herbeizuführen— und dieser Wunsch sollte auf beiden Seiten bestehen—, der muß ein Gegner dieser reaktionären Atavismen, Rückfälle, sein, die unterhalb unserer Kultur zurückführen. Gesetzentwürfe von der Art der Zuchthausvorlage sollten überhaupt nicht mehr diskussionsfähig sein, und gerade die Abenteurer solcher Rückwärtsereien sind es, die an den Grundlagen des Staates rütteln, es sind Barbaren, die in den allgemeinen Kulturbestand einbrechen. Man sollte hoffen, daß die bei der zweiten Beratung der Zuchthausvorlage den Posadowskys erteilte Lektion heilend auf die Regierungsstarre einwirken könnte; indesien gegen das Leiden scheint es kein Mittel mehr zu geben, es ist un- heilbare Leichen st arre eines Systems, das längst gestorben und das man bisher nur vergessen hat zu begraben. So werden sich nach dem Umsturzgesetz, der Schulvorlage. der lex Recke und dem Zuchthausnionstrum in Bälde weitere Ausströmungen dieser verrotteten Politik bemerkbar machen und einen frischen, fröhlichen Kampf um große Fragen und hohe Ziele vereiteln. Bereits wird angekündigt, daß das Staatsministerium in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen habe,„weitere Maß- nahmen" in der Richtung der Zuchthausvorlage zu treffen, und die Söldner der Scharfmacher drohen mit weiteren Agitationen. Erfolg kann ja solch armseliges Mühen nicht haben, aber es ist traurig, daß man überhaupt sein Augenmerk auf die Abwehr einer derartigen Moderpolitik richten niuß. Es wird unsere Aufgabe sein, unsererseits eine ins Freie und Helle führende Gegcnagitation nicht rasten zu lassen, eine Agitation, die dem Volke kulturelle Förderung schaffen soll. Die Anträge, die wir heute zur Sicherung der Skoalitions- frcihcit veröffentlichen, sind die erste positive Fort- setzung der R e i chs t a gs b es ch lü sse zur Zuchthaus- vorläge. » r • Aus dcm Wust der Preßäußerungen über die Niedcimctzclung des Gesetzes zur Vernichtung der Koalitionsfreiheit lvollen linr nur ein paar Stichproben hervorheben: In einer sehr wehleidigen Betrachtung schreibt die offiziöse „Norddeutsche Zlllgemciuc Zeitung": „Daß die Frage des Schutzes der Arbeitswilligen gegen den socialdeniokratischcn TerrorismuS mit den gestrigen Beschlüssen de-5 Reichstages nicht erledigt ist, diese llcbcrzeuguug drängt sich auch weit links stehenden Organen auf. Die„National- Zeitung" spricht bereits von„einer späteren Wiederaufnahme der Frage, die wohl kaum ausbleiben werde,— eS müßte denn sein, daß die Socialdcmokratie auf die Vergewaltigung der in- dividucllcn Freiheit verzichtete, deren Schutz der Abg. Büsiug in seiner gestrigen Rede mit Recht für eine Pflicht der staat lichen Gesetzgebung erklärt hat." Möge sich bis dahin der von feiten der„Ärenz-Zeilung" ausgesprochene Wunsch erfüllen. daß„diejenigen, die der Socialdeniokratie gestern zn einem Freudcnausbruch vcrholfcn haben, nicht einmal allzuschmcrzlich an die gestrige RcichStagssitzung erinnert werden möchten." Auch die Schwcmburg-Miquclschcn„Berliner Politischen Nachrichten" suchen die Regierung zu neuen Niederlagen auzu reizen: „Wenn der Reichstag ihren Vorschlägen jetzt die Zustinnmmg versagt hat, so werden die vekbiindeten Regierungen sich mit der ihnen erteilten Quittung nicht begnügen können, es vielmehr als eine ihrer dringendsten Aufgaben ansehen müssen, sobald sie sich davon irgend Erfolg versprechen, ans den für jetzt gescheiterten gesetzgeberischen Plan zurückzukomme», inzwischen aber durch planmäßige Aufklärung der Bevölkerung über die wahre Sachlage cincn künftige» Erfolg ans dem hier in Rede stehenden Gebiete vorzubereiten. Man sieht, Herr Schwcinburg, der Organisator der planmäßigen Aufklärimg. bringt sich für dieses ihm gewinnbringende Geschäft wieder in empfehlende Eriimerung, und wir dürfen dank diesem rührigen Alifklärungs-Halisicrcr darauf rechne», daß die blöden Gasicnhaucr von den ruchlosen Strcikbriidern nnd den vergewaltigten Arbeitswilligen so bald nicht aufhören werden. Schweiuburg wird gleichzeitig über die Herrtichtcil der Wellflotte und den Segen des Zucht- Hauses dem im Dmikelir tappenden Volke Licht bringen. Tie Stummsche„Post" zerreißt in ibrer Verziveiflung ihr Gc- wand und mgn sieht sie in schöner Nacklhcit ihre allcrgcheimften Sehnsüchte feil bieten: „Die gestrige Verhandlung des Reichstags bot in der That ein geradezu grauciicrivcckcudcS Bild, wie geringe Widerstands- fnhigkcit die Parteien gegenüber dcm socialdcmokratifchen TcrroriS- inuS bieten. Sie erleuchtete auch den Weg, den ivir mit Hilfe deö allgemeinen Stimmrechts noch zurücklegen werden. Der Redner' der ReichSpartci betaute mit Recht. daß noch vor fünf Jahren ein solcher Beschluß des Reichstags unmöglich gewesen wäre. Wie wird es nach abermals 5 Jahren aus- sehen? Die Regierung hat den ernsten Willen gezeigt, den socialdcmokratischcn Ausschreitmigen auf dem ArbeitSmarkte ent- gegeiiziitretcn. sie hat ihre glatte Quittung. Wir hoficu aber dringend, daß auch der Reichstag von dem deutschen Volke die entsprechende Quittung erhalten wird. „Wie lange der gegenwärtige Reichstag am Leben bleiben wird, ist noch ungewiß. Jedenfalls hat von ihm das deutsche Voll im Kampfe gegen den Umsturz nichts zn erwarten. Den wachsenden Aufgaben und schwieriger werdenden Zuständen auf socialem Gebiete ist er nicht gewachien, z» einem eiiergischcn Bor- gehen gegen den Umsturz findet die Mehrheit nicht den moralischen Mut und die Kraft des Willens. Angesichts solchen VersageuS eines der gesetzgebenden Faktoren ist es um so ernstere Pflicht der Regierung, darüber zu wachen, daß der Staat keinen Schade» erleide, indem sie überall dort, wo sie maß- gebend eingreifen kann, daS Umsichgreifen socialdemokratischcr und verwandter Gesinnung im Keime erstickt." DaS ist der Scharfmacherweisheit letzter Schluß: Fort mit dem Reichstags- Wahlrecht. Das Echo des Volkes aber ant- wartet: Fort mit dem Regier ungSfy st em.— Socialdemokratischcr Gesetzentwurf zum Schutze des Koalitionsrechts. Die socialdemokratische Fraktion hatte einen Gesetzentwurf aus- gearbeitet, der dem Zuchthausentwurfe des ScharstnachertumS die Forderung eines wirklichen Koalitionörechts entgegen- stellt. So lange aber das Zuchthansgcsetz nicht endgültig beseitigt war, konnte dieser Entwurf picht eingebracht werden, denn dem Zuchthausgesctz durste unter keinen Uni- ständen die Ehre einer eingehenden Beratung mit Verbesserungs- vorschlägen erwiesen werden. Jetzt hat die Fraktion sich entschlossen, die Bestimmungen ihres Entwurfs als Anträge bei der Beratung der Gewerbc-Ordilung einzubringen. Wir lassen den Entwurf im Wortlaut folgen: Gesetz, betreffend Abänderungen der Gcwerbe-Ordnimg und des Straf- Gesetzbuchs. Artikel I. -ff 152 der Gctverbe-Orduung erhält folgende Fassung: Personell, Ivelche gegen Vergütung die Leistung von Diensten oder die Herstellung von Werken übernehmen, haben das Recht/ Vereinigungen zn bilden oder Verabredungen zu treffen, die eine Einwirkung auf Arbeits-, Gehalts- oder Lohn» Verhältnisse, für die Teilnehmer oder für Dritte, bezwecken. Dies gilt insbesondere für Gewerbetreibende, Beamte. Angestellte und Arbeiter des Reichs, des Staats, der Gemeinde» und öffentlich rechtlicher Korporationen, solvie der für deren Neihmmg geführte» wirtschaftlichen Betriebe, Handlungsgehilfe», Gcwerbegehilfen, Lehr- lingc, Tagelöhner, Heimarbeiter, Hausindnstrielle, Gesinde. Hof» gäuger, Landarbeiter, Forstarbeiter, Jnstlcnte, Eiiilicgcr, Seeleute und von Berciniguugen und Verabredungen, ivelche die Wahruehimiiig von BerusSinteresscn. die Erlangung günstiger Lohn- und Arbeits- bcdiiiguiigcn durch Enistellung der Arbeit oder durch Entlassung der Arbeiter, sowie die lluterstützuiig Arbeitsloser und Hilfsbedürftiger bezwecken. Jedem Teilnehmer steht der Rücktritt von solchen Vereinigungen und Verabredungen frei, und es findet aus letzteren weder Klage noch Einrede statt. Alle cntgcgciistchcndcn Verbote und Strafbestimmmigen sind aufgehoben. Artikel U. Hinter§ 152 der Gewerbe-Ordnung werden folgende Para» graphen eingeschaltet: H 152 a. Vereinigungen mid Versaminlungen der in Z 152 genannten Art unterliegen nicht den landesgesetzlichen Bestimmungen über daS Ver- samnilUNgö-, Vereins- lind VcrsicherniigSwcscn. Insbesondere dürfen solche Vereinigungen mit anderen in Verbindung treten und Vcr» sammlungcn veranstalten und in denselben zur Förderung der in § 152 gedachten Zwecke politische Gegenstände erörtern und auf die Verwaltung und Gesetzgebung einzuwirken suchen. 8 152 d. Aufforderungen zur Förderung der in Z§ 152 und 152 a ans» geführten Zwecke oder Uuternchnnmgcn, Gcldsammlimgen, welche diesen Zwecken oder Untcrnehmnngcn dienen, Mitteilungen und Er- Huldigungen, welche dieselben betreffen, die Verbreitung oder Vcr» teilung von Druckschriften, welche diesen Zwecken dienen, sind jeder- mann gegenüber zulässig und unterliegen keinen landcsgesetzlichen Bestimmungen, dürfen auch nicht als grober Unfug oder als Vcr- lctzung der Bestimmungen über Soiuitagsruho erachtet werden. Der Anfciilhalt auf öffentlichen Plätzen, Straßen und an anderen öffentlichen Orten zum Zwecke solcher Aufforderungen, Mitteilungen oder Erkundigungen darf nur untersagt werden, wenn durch den Aufenthalt der Thatbestand der in den 8Z 115, 116, 123—125, 127 Str.-G.-B. gedachten Handlungen erfüllt ivird. 8 1520. Das Verlangen, einen Arbeitsvertrag zn schließen, andere in Arbeit zn nehmen, andere Arbeitsbedingungen, insbesondere höhere Löhne kürzere ArbcitSzcitzn gewähren, oder bestimmte Bedingungen als Voraus» setzungen für Fortsetzung oder Aufnahme der Arbeit zn erfüllen, solvie das Verlangen, einer Wohlthätigkcitsaustalt, einer öffentlich recht- lichen Korporation oder einer politischen gewerblichen oder gemein« nützigen Vcreiliigmig eine Zuwendung zu machen, ist nicht als rechts- widrig im Sinue irgend ciucs Gesetzes zn erachten. Artikel III. § 153 Gcivcrbc-Ocdmmg wird aufgehoben. Artikel IV. In 8 151 a der Gewerbe-Ordnung wird statt der Worte§8 152 und 153 gesetzt§§ 152, 152a, 152b, 152o. Artikel V. In das Strafgesetzbuch für daS Deutsche Reich ist als§ 167» einzuschalten: § 107 a. Ein Arbeitgeber oder Stellvertreter cincS solchen, der sich mit einem anderen Arbeitgeber oder dessen Stellvertreter verabredet oder vereinigt, Arbeitern deshalb, weil sie an den in 88 132 und 152 a" der Gewerbe- Ordnung genannten Vereinigungen, Versammlungen, Gcldsannnlungen, Auffordcrmigcn, Mitteilungen oder Erkundigungen teilgenommen haben, ihr fernere» Fortkommen oder die Arbeitsgelegenheit zu erschweren, sie nicht in Arbeit zn nehmen oder sie au» der Arbeit zu entlassen, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten bestraft, sofern nicht nach dcm allgemeinen Strafgesetz eine höhere Strafe eintritt. Der Versuch ist strafbar. Urkundlich ic. Gegeben?c._ K>olikische Mvbevstchk. Berlin, den 21. November. Der Reichstag nahm von den drei ihm zur dritten Lesung vorliegenden Gesetzentwürfen zwei: den über die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen und den über Fernsprech- gebühren, unverändert an. Der andere: das P o st r e f o r m- Gesetz, erfuhr ebenfalls keine wesentlichen Aendernngcn. Wiederhergestellt wurde der in der zweiten Lesung abgelehnte Beschluß der Kommission, daß bei Feststellung der an die Eigentümer der Privatposten zu zahlenden Entschädigungs- summen das schiedsrichterliche Verfahren zu beobachten sei, das allerdings einfacher und kürzer ist. als der in der zweiten Lesung beschlossene Rechtsweg. Interessant war noch, sowohl nach Inhalt wie nach Ausgang eine Debatte, die ein Nachzucken des gestrigen Gewitters war und durch den socialdemokratischen Antrag hcrvorgcrusen ward, daß die Verbreitung von Zeitungen und sonstigen Druckschriften statt- finden kann auch an Sch nn» und Feiertagen während der Stunden, in denen die Post bestellt. Wie man sieht, ist dieser Antrag nur eine Modifikation des, durch die bekannten mccklen- burgischcn Vorgänge veranlagten Antrags Herzfeldt, der in zweiter Lesung[ nicht durchging. Diesmal waren wir glücklicher. Vergebens wandte und krümmte sich Herr von Podbielski. Vergebens berief er sich ans die Landes- gesetze, in die einzugreifen der Reichstag nicht berechtigt sei. Vergebens deutete er sogar an, daß das ganze Gesetz an der Annahme dieses Antrags scheitern könne. Das Haus lachte nur. Herr Lieber trat entschieden für den Antrag ein. Das Centrum hat unter seinen zahlreichen Seelen jetzt wieder einmal der demokratischen den Vorrang, eingeräumt. Und als dann nun Herr v. O e r tz e n.. das mecklenburgische Bundesratsmitglied, sich von seinem üblen Genius verlocken ließ, in die Hofmeister- Schuhe der Herren Posadowsky und Mirbach zu schlüpfen, da war der Weg unseres Antrags gesichert und die Schar der betrübten Lohgerber, d'cnen die Felle davon geschwommen sind, hat einen Zuwachs erhalten. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. Zweite Lesung der Gewerbe-Ordnungs-Nvvelle.— Mirbachs Rechtfertigung. Es hat ziemlich lange gedauert, bis Mirbachs, des Ober- Hofmeisters der Kaiserin, Leibblatt seinem frommen Patron zu Hilfe eilt. Am Dienstag hat das„Kleine Journal" — denn natürlich ist das Organ der Harmlosen auserwählt— Erläuterungen zu dem Schreiben an die Stadtverordneten veröffentlicht, die gar nicht übel sind. Zunächst wehrt das Blatt die hasenherzigen liberalen Organe ab, die ihr Mütchen an dem doch nur vermittelnden Oberhofnieister kühlten: „Herr v. Mirbach ist der Vertrauensmann des Kaisers und der Kaiserin für alle kirchlichen Angelegenheiten, für die mild- thätigen Stiftungen und das christliche Liebcsiverl, welches sich die Kaiserin zur Lebensaufgabe gestellt hat. Mit keinem Schritt ist der Oberhofmeistcr aus seiner streng umgrenzten Berufssphäre heraus- getreten, ebensowenig hat er sich auf eigene Faust einer Privatpolitik unterfangen. Jenes Schreiben mit der Rüge an einen Teil der Stadtverordneten ist vielmehr im Auftrage der Kaiserin und auf Befehl dcS Kaisers an die richtige Adresse gelangt." Die Stadtverordneten-Mehrheit habe, so wird weiter aus- geführt, die besten Absichteifi die hochherzigsten Unternehmungen durchkreuzt. Aber nicht dadurch allein sei die„bündige Absage an die Stadtverordneten" hervorgerufen worden, sondern„durch den befremdlichen Ton ihres Huldigungsschreibeus" an die Kaiserin. Die Mehrheit der Stadtverordneten haben das Mirbackffche Kompromiß zur Ablösung der Konsistorialordnung von 1573 verworfen; sie haben den drei Gcdächtniskirchen gegenüber„einen provozierend verneinenden Standpunkt ein- genommen"; die Stadt habe nicht einmal den Bauplatz für die Kirche in Rummelsburg, die aus eigenen Mitteln der Kaiserin erbaut werden soll, unentgeltlich hergeben tvollen: dafür hat man die Märzgefallenen verherrlicht, wobei hinter der »idealistischen Maske''„das politische Eselsohr hervorgeguckt habe": „Und nun unterfängt sich die Stadtverordneten-Versammlung. die»ach Kräften und in purer Böswilligkeit alles gcthan hat. die hochherzigen Unternehmungen der Kaiserin zu erschweren und zu durchkreuzen und den religiösen Frieden zu stören, vor das Antlitz der Kaiserin zu treten mit einer Adresse, deren schwülstig frömmelnder Ton geradezu wie ein Hohn auf die gesunde Vernunft der Thatsachcn erscheint. Wie reimt sich die feindselige Haltung im werkthätigen Leben zu dem Wortlaut des Glückwunsch- schreibens? Man achte auf den Ton dieser Tiraden: „In aufrichtiger Treue und Anhänglichkeit sieht an dem heutigen Tage das ganze deutsche Vaterland auf zu dem Throne, auf welchem an der Seite des Erhabenen Gemahls die hohe Fürstin waltet, welche hilfreich und Segen spendend ihre Kraft in den Dienst werkthätiger Liebe stellt und allezeit Förderin des Guten und Edlen ist. Uns, die Vertreter der Bürgerschaft der Reichshauptstadt, mutz diese hingebende Arbeit im Dienste der Barmherzigkeit mit um so größerem Danke erfüllen, als wir das Glück haben, unmittelbare Zeugen dieser aufopfernden Thätigkeit zu sein und uuS an deren Flüchten zu erfreue». Das abge- laufene Jahr ist nicht in allen Beziehungen ein ungetrübtes ge- Wesen. Teilnahmevoll und schmerzcrfüllt vernahmen wir die Nachricht von dem Unfall, der Euere Kaiserliche und Königliche Majestät betroffen, und uns tröstete nur die Hoffnung, dafi der Allmächtige, der die Geschicke der Menschen lenkt, alles zum besten tuenden werde. Heute danken ivir Gott, daß er Euerer Kaiser- lichcn und Königlichen Majestät die Gesundheit wiedergegeben hat; heut bitten wir den Herrn, daß er in dem neuen Lebens- jähre seine Hand schützend und behütend über Euerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät und über Allerhöchst deren Familie halten möge." � Kommt der Wolf im Schafspelz, dann ist es Pflicht, ihn un- schädlich zu machen, ihn an den Pranger zu stellen. Nach den reichlich gemachten Erfahrungen haben sich die von Ergebenheit triefenden Worte der Stadtverordneten als eitel Lug und Trng er- wiesen, und so geschieht eS nach dem Willen dcS Kaifers und der Kaiserin, das» der Stadtvcrordnctcn-Majorität die Maske der Heuchelei dort» Antlitz gerissen wird. Das war der Zweck des Schreibens des Herrn v. Mirbach, der darin lediglich einen Befehl des Kaisers zur Ausführung gebracht hat." Wir müssen gestehen, daß Herr v. Mirbach keinen glück- kicheren Verteidigungsgrnnd geltend machen konnte, als diesen Hinweis auf den"frpmmen Schwulst der kommunalen Huldigungsadressen. Hat man sich oben durch den byzantinisch- salbadernden Ton djeser Schreiben verletzt gefühlt, so bewiese dieser Unmut, daß man in jenen Kreisen einen besseren Ge- schmack besitzt als im freisinnigen Bürgertum. Ja, wir geben ohne weiteres zu, daß die moralischen Urheber und Ver- antwortlichen dieses Bertram-Bombastes die Abfertigung ebenso wohl verdient haben, wie Herr v. Mirbach mit einem Schein von Recht seine'Handlungsweise entschuldigen darf, wenn ihn wirklich jenes reinliche Motiv des Widerwillens gegen die Heuchelei veranlaßt hat. Indessen der Rechtfertigungsversuch des„Kleinen Journals" leidet an einem Fehler,, der das Zutreffende in ihm wieder zu nichts macht. Der mit Fug empörende Ton der Glück- Wunschadressen ist gerade durch jene„guten und treuen Ele- mente" verschuldet, auf die sich Herr v. Mirbach beruft; denn unsere Kommunalfreisinnigen halten sich durchaus für„gute und treue Elemente". Dagegen haben die entschiedensten Gegner der Kirchenbauerei ans städtische Kosten, die Social- demokraten und die Demokratisch- Gesinnten, stets sich dieser Gratulations-Geschmacklosigkeiten»vidersetzt. Zwischen ihrem Thun und ihren Worten giebt es keinen Widerspruch. Für die Adresse und ihren Ton sind also die guten und treuen Ele- mente haftpflichtig, oder es giebt überhaupt in der Stadt- Verordneten-Versammlung keine Mitglieder, auf die sich das Lob des Oberhofmeisters beziehen könnte. Jedenfalls gönnen wir den Loyalsreisinnigen eine derart begründete Abfertigung. Herr v. Mirbach hätte sie noch wirksamer gestalten können, wenn er die Adresse richtig gewählt hätte und seine Entrüstung über die Frömmelei auf d i e Stadtverordneten beschränkt hätte, die sich mit Lorliebe als die guten und treuen Elemente bezeichnen. »« Iemsches Hierch. Weiteres aus dem„goldenen Buch". Der Leipziger Verlag, der in einem„goldenen Buch" den deutschen Geist am Ende des neunzehnten Jahrhunderts ewzufangcn beanipnicht, hat namentlich die mehr oder minder dicken Nullen der Reaktion veranlatzt, Geist von sich zu geben. Man findet eine Reihe von dunklen Parlamentariern in diesen» Saminclsnrinnl verewigt, die die Gelegenheit des Jahrhlmdertivcchsels wahrnehmen, um ihre HerzcnSgeheimilisse entweder zu offenbaren oder zu ver- hüllen. Graf Limburg- Stirnm» der Führer der Kanalrebcllen. der wie kein zweiter zur Erschütterung der königlichen Autorität bei- getragen hat, schreibt boshaft: „Trotz des Parlamentarismus glaube ich an eine großartige Entlvicklung' des Deutschen Reiches, iveil in seinen bedeutendsten Staaten ein starkes Königtum regiert." Clemens Graf Klinckotvström-Korklack, der Ehrenbürger der Stadt Gerdauen schreibt bereits dem 20. Jahrhundert sei»! Pro- granim: „Aeutzere Politik— nur deutsch! Wirtschaftspolitik— gesunder EgoiSmus! Socio lpolitik— christliche Liebe! Gegen socialdcmokratische Führer und Verführer� Gewalt?! Nur dam» ivird das kommende Jahrhundert bewahren und mehren, was das scheidende an politischer Einsicht und Macht, Kultur, Kunst, Wissenschaft und nationaler Arbeit geschaffen." Diese Mischung von Deutschtum, gesundem Egoismus, christlicher Liebe und Gelvalt ist ein wunderbarer Salat, den mir ein Ehren- bürger von Gcrdaucn zu verdauen im stände ist.— Mit einem Fluch für das allgemeine Wablrecht auf den Lippen scheidet der konservative Führer Graf Mirbach aus dem Jahr- hundert: „Das allgemeine, geheime und gleiche Wahlrecht ist der Nährboden der Socialdemokratte. Fast alle Erscheinungen in unscrin politischen Leben, die wir heute beklagen, lasten sich auf das NcichStagS-Wahlrecht zurückführen. Alle staat- erhaltcndcn Parteien bis zu den Linksliberalcn werden durch dasselbe gefährdet. Die gemäßigten Elemente ivcrdcn überall durch radikalere verdrängt. Wer am meisten verspricht, und sei es noch so unerfüllbar, bleibt überall da der Sieger, wo den ge- mäßigtcri» Elementen nicht ganz besonders starke Autoritäten zur Seite stehen." Zu den Gcisteshcldcn der Gegenwart zählt endlich das„goldene Buch" auch den durch die Einkominenstcuerlosigkeit berühmten Vor- sitzenden des Bundes der Landwirte, Freihcrrn v. Wangeuhcim, der also kohlt: „Der Ivcrkthätige Mittelstand ist des deutschen Volkes Jung- brunnen. Ihn gesund und stark erhalten, heißt Deutschland un- überwindlich machen." Herr v. Waiigcnbeim als werkthätiger Mittelstand ist sicherlich ein besonders prächtiges Bild in diesem goldenen Buch der un- bewußten Karikaturen. Aber wo bleibt Ahlivardt, der doch mich ein Vertreter reich?- deutscher Intelligenz am Ausgang des Jahrhunderts ist?— Der gcmiffbilligte Dr. Preust. Die DiSciplinarnntersuchung gegen den Stadtverordneten und Privatdocciitcn Dr. Preuß ist in ganz nngelvöhnlich schneller Weise erledigt wordei». Die Fakultät hat Dr. Preuß vernommen und sofort ihre Entscheidung getroffen. Diese lautet auf Mißbilligung der gebrauchte» Ans- drücke. Es ist dies die mildeste Form des Tadels. Da Dr. Preuß selbst keine Appellation amnelden wird, so wird eS voin Ober» Hof n» ei st er v. Mirbach abhängen, ob der Kultus- minister eine schärfere Bestrafung durch Einlegnng der Berufung verlangen wird.— Zum Verfahren gegen Dr. Arons. Wie die„Bcrl. Ztg." erfährt, hat Arons am Sonnabend vor dein Disciplinarhofe erklärt, daß er seine Freisprechung beantrage; sollte aber das Gericht zu einem verurteilenden Spruche kmnmen, so bitte er jedenfalls, nicht e t Iv a auf eine Verwarnung zu erkenne». Von seiner Ucberzcngung»verde er niemals lassen, ui'id ebei»so»venig»verde er sich sein staatsbürgerliches Recht einschränken lassen, dieselbe frei zu bekennen»md auch agitatorisch zu bcthätigei». Eine Verwarnung in dieser Beziehung»vürde also ihren Zlveck vollständig verfehle»».— In der Mirbachiade sieht die katholische„Kölnische Volkszeitung" eine einpfindliche Schädigimg des monarchischeil Gefühls nnd des kaiserlichen Anseheiis. Das Blatt schreibt: „Es»väre»vüiischensivert, tvenn die Herren,»velche der Kaiserin zu diesem Schritt geraten habe»», nicht mehr in der Lage blieben, politische Einflüsse ailsziiüben. Was köi»i»te entstehen, ivenn sie die hohe Frau nock» öfter in die unangenehme Situation brächten, solche öffentliche Zlirückiveisungen hinnehmen zu müsseil! Die Kaiserin hat ihren Zweck nicht erreicht, aber eine Abweisung erfahren, deren Eindruck im Volksgcmüt lange haften bleiben wird. Zugleich ist das Verhältnis zwischen dem Hofe und dem liberalen Bürgertum durch diesen Konflikt— denn dieser Ausdruck ist gewiß nickit zu weitgehend— jetzt unheilbar vergiftet; der Gegensatz Ivird sich um so stärker geltend mache», als es eine Dame, die erste Dame des Landes,»st, gegen die sich die AuSsührungel» des Stadtverordneten-Vorstehers wandten, und der Kaiser mit seinem impulsiven Temperament sich in dieser Sache schwerlich auch»entral verhalten wird. Wie die menschliche Natur einmal beschaffen ist, sind erfahrungsmäßig gerade solche kleinen„Zivischcnfälle" oft die Ausgangspunkte großer politischer Aktionen. Um so schärfer sind die b ö f i s ch e n Diplomaten zu beurteilen, welche zu diesem Vorgehen geraten haben. Sie haben der Kaiserin zu einer Nieder- läge vcrholfen, welcbe um so enipfiudlichcr ist. als selbst der ent- schiedenste Monarchist zugeben muß. daß die Stadtverodneten- Versammlung sich auf einen unanfechtbarei» Staildpunkt gestellt hat." Die iliiveräntivortlichcn höfischen Diplomaten, wie Herr v. Mirbach, haben eben dasselbe Pech, wie die verantivortlichen höfischen Undiplo- maten von der Posadowsky-Art.— Wessen Pelz? Zu derNotiz Ahl Wardts Pelz wird uns aus Halle a. S. geschrieben: Der Verleger der konservativen „Halleschen Zeitung", Otto Thiele, giebt in seine», Blatte die Erklärung ab, daß nicht Ahl Wardt, sondern ein anderer antisemitischer Abgeordneter derjenige gewesen sei, der ihn solvohl um IVO M. Geld als um einen Pelz angepumpt hat. Zugegeben wird jedoch, daß der Zeuge Tischler-Jiiiuingsmeister Glirth— ein antisemitischer Draufgänger— in der Verhaiidlung unter dem Eide gesagt habe, daß er wohl wisse, wer dieser Ab- geordnete gewesen sei, nämlich Ablwardt. Herr Thiele ver- wahrt sich heute mit Entrüstung dagegen, daß er jemals mit Herrn Ahlivardt irgendwie in Verbindung gestanden habe. Wer ist nun das Pump- und Pelzgenie? Eine Andeutung, die man uns von anderer Seite macht, scheint mit zur Aufklärung dieser Frage beizutragen. Danach soll der AnfaiigSbilchstabe von Ahllvardts Namen im Alphabet sich brüderlich neben dem des eigentlich schuldigen Herrn befinden und dieser außer durch die Pelzgeschichte in Antisemitenkreiseli namentlich durch den Entwurf von„urteutschen"" Stammseideln bekannt sein.— Unterm Fahneneid. Folgende Anzeige bringt eine Provinz- Zeitung: Vornehme israel. Heirat. Ein junger, schneidiger Kavalier aus bester Familie, mittelgroße schöne Figur, tücht. Kaufmann, auch wissen- schaftl. u. musik. geb.. Unter-Offizier d. Res., alleiniger Inhaber eines gutgch. Eng'ros-Geschäfts in einer Groststadt der Rhcinprov., sucht ein sehr hübsches, junges Mädchen im Alter v. 18—23 I., ebenfalls aus tadelloser Familie bchufs Heirat.— Eltern u. Ver- wandte von Damen, die eine Mitgift von über 100 000 M. erhalten, wollen sich u. 33740 an die Exped. d. Vl. weuden. Photographien Werden envüiischt. Strengste Diskr. nach jeder Richtung hin beim Fahneneid zugesichert. Das große und das kleine Ehrenwort wird jetzt zeitgemäß durch die Berufung auf den Fahneneid abgelöst. Das ganze militaristisch- kapiralistische Zeitalter wird durch dieses unter dem Fahneneid mar- schierende Heiratsgesuch des jungen schneidigen Kavaliers mit der Schniucht nach dem Hundert-Tausend-Marl-Mädchen, wenn auch jüdischer Herklinft, blendend und erschöpfend charakterisiert.— Bom Polizcikommissar Gottschalk. Aus Kiel wird unS 6. d. 21. Novemver telegraphiert: Vor der hiesigen Strafkammer kam heute die Beleidigungs- klage des Koiilmissars Gottschalk gegen Professor L e h m a n»« Hohenberg Wege» der Aeiißerung. daß Eottschalk in schlechtem Ruf gestanden, zur Verhaiidlinig. Die Acußerung erfolgte in einem Zeitungsartikel über den Prozeß des Schriftstellers Landauer in der Zietensache. Das Gericht beschloß die kommissarische Vernehmung von fünf Zeugen, darunter Land- gerichtsrat Uhdcs in Berlin, Kreisphysikns Berger in Elberfeld und Sanitätsrat Bock in Gera— Hauptsächtich darüber, ob Gottschalk ilgovt provocateur bei dem Niederwald- Attentat gewesen. Dies das Telegramm. Wer den Prozeß Landauer im Ge- däcbtnis hat, weiß, daß es sich in deniselben darum handelte, den Nachweis zu führen, daß Gottschalk wohl einer Handlung, ivie der von Lalidaner ihm imputierten, fähig sei. Damals wurde der Be- weis, soiveit die Niederwald-Atteutats-Gcschichte in Frage war, ab- geschnitten. Das Kieler Gericht hat iuin den Beweis zugelassen. Die Zahl der zu vernehmenden Zeugen ließe sich jedenfalls ver- mehre n.— Praktische Arbeit. Aus Elsaß-Lothringen schreibt man uns: Die Vertreter des arbeitenden Volkes in den verschiedenen staatlichen und kommunalen Körperschaften sind auch bei uns eifrig tbätig. Im Bezirkstage für U n t e r e l s a ß hat das einzige socialistische Mitglied. Böhle- Straßburg, den folgenden An- trag eingebracht: Mit Rücksicht auf die bestehende F l e i s ch t e u e r u n g soll die Einfuhr von Schiveinen auS Holland und Frankreich seitens der Regierung unter der Bedingung gestattet»Verden, daß dieselben, um jeder Austeckungsgcfahr bei Seuchenverdacht vorzu- beugen, in geschlossenen Waggons dirctt in die Schlachthäuser geliefert und dort bis zur Verwendung untergebracht werden. Dabei muß besonders auf die große Bedeutung hingeiviesci, »verdcn, die den, Schweinefleisch für die Ernährung der minder- bemittelten Klassen zukommt. Der Antrag wurde vom Bezirkstag nach lebhafter Dislussion mit allen gegen 5 Stimmen abgelehnt. Im Vorjahre hatte derselbe Bezirkstag den Autrag einstimmig angenommen, allerdings ohne den gcivünschten Erfolg zu erzielen. Die beiden sociali»tischc» Mitglieder dcS Gemeinderats der Stadt Mülhausen. Blieb und Hickel, haben beim Bürgcnncistcr- amt den folgcuden Antrag eingereicht: In Erwägung, daß die Mehrzahl der Feucrversicherungs- G e i e l l s ch a s t c ii culen Ring gebildet haben zu dem Zwecke, die Verfichernngsprämie auf eine uilnatürliche Höhe zu schrauben, in fernerer Erwägung der Schädlichkeit eines solchen Beginnens solvohl für den Einzelnen wie für die Gesamtheit, wolle der Ge- meinderat beschließen: Die Versicherung der städtischen Immobilien hat künftig»nr bei solchen Gesellschaften zu erfolgen, die dem er- wähnten Syndikat nicht angehöre». Ein Antrag mit derselben Tendenz ist von Bueb bereits im Bezirkstag für Oberelsaß eingebracht und dort zum Beschluß erhoben »vorde».— Zwei Urteile. Aus Straßburg i. E. schreibt man unS: Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts hat dieser Tage zlvei Urteile gefällt, die sich das Rcchtsgefühl des Volkes nur schwer zusammenreimen kann. Im ersteren Falle hatte sich der Magrer Sa m s e l ivegcn Vergehens gegen die reichsländischen Vorschriften über die K o l p o r t a g e von D r u ck s ch r i f t e n zu verantivorten. Die Verhandlung ergab, daß der Angcllagte, ohne im Besitze der hierzu erforderlichen Polizei- lichcn Genehmigung zu sein, am 2S. Juni d. Js. die von der Geiieralkommission der Gciverkschaften Deutschlands herausgegebene Flugschrift gegen die Ziichthmisvorlage in mcbrcren Fällen ö f f e n t- Uch verbreitet hatte. Das Gericht erblickte hierin einen Verstoß gegen die erivähliten Gesctzesvorschriften nnd verurteilte Samscl zu einer Gelb strafe von 40 Mark.— Im zweiten Falle war der Angeklagte ein Polizcibeamter. der P o l i z e i d i e n e r Metzger in Weitbruch. Am 24. September hatte er sich auf seinem nächtlichen Rniidgniige durch das Dorf mit einem Taschenrevolvcr ausgerüstet, da in der Zeit vorher von den jungen Burschen des Ortes wieder- holt schwere Exccsse verübt»»d mancherlei Schaden an Gebäuden zc. angerichtet worden war. Als Metzger auf seinem Gange an das Ende des Dorfes kam. sah er dort zlvei Personen ruhig beisammen stehen. die er in der Dunkelheit zlvar nicht genau erleiincn komtte, aber für Burschen aus dem Dorfe halten zu müssen glaubte. Er nahm,»vie er vor Gericht erklärte, an, daß die beiden etlvas Böses im Schilde führte» und feuerte deshalb ohne weitere Veranlassung zlvei Schüsse aus seinem Revolver auf die beiden Gestalten a b. um— wie er sagte— ihnen zu zeigen, daß er sie gesehen nnd daß er sich nicht vor ihnen fürchte. Alsbald stellte es sich herans, daß die also Bedrohten ein harmloses Liebespaar waren, die sich draußen ein nächtliches Stelldichein gegeben hatten. Der erste Schuß hatte den einen der beiden jrnrgen Leute, den Maurer Rubrecht. in den Rücken getroffen und blieb nur deshalb ohne schlimmere Folgen,»veil er auf dem Schulterblatt des Verletzten abprallte; imincrhin war die Verletzung des Getroffenen eine nicht unerhebliche. Das Gericht konnte in der Handlungsiveise des An- geklagten eine Bedrohung nicht erblicken, verurteilte ihn dagegen wegen fahrlässiger Körperverletzung beim Gebrauch einer Schuß- »vaffe ohne polizeiliche Erlaubnis an einem von Menschen besuchten Orte zu einer Geldstrafe von 50 Mark.— Also 40 Mark für die Verbreitung eines jeden strafbaren Inhalts entbehrenden Flugblattes und 50 Mark für frivoles Anschießen eines hannlosen Menschen durch einen„Sicherheitsbcainteu"! Unter solchen Um- ständen wundere man sich nicht, wenn das deutsche Volk über die Thaten der deutschen Justiz manchmal bedenklich die Köpfe schüttelt.—_ Wegen Majestiitsbeleidiguug wurde vom Landgericht Ham- bnrg am Montag der vielfach wegen Bettelns und Eigentums- Vergehens bestraste Lederarbeiter Die'drich Karl Dtterbom aus Berlin zu' drei Monaten Gefängnis verurteilt. Derselbe war Anfang September nach Hamburg gekommen und lumpte hier in allerhand Kneipe» niedrigster Sorte runher. Am 15. September, als er sich arg beirunkcn hatte, schrieb er an daS Berliner Polizeipräsidium einen Brief, in dem et um Uebersendimg eines Auslandspasses nach St. Francisco bat. Der Brief enthielt eine Begründung, die von Belcrdignngen Wilhelms II. strotzte und im ganzen üveraus albern war. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlicbkcit statt. Der Angeklagte Ivar ge- ständig und erklärte, er müsse fürchterlich„einen sitzen gehabt" babcn, als er den Brief geschrieben habe. Dieser Ansicht»var auch da» Gericht, jedoch zog es den Umstand nur strafnrildernd in Betracht.— Der Wert von Kamerun. Der„RciSs-SInzeiger" veröffentlicht einen Vertrag zwischen der K o l o n i a l a b t e i l u n g des Auswärtigen Amtes und der „Handelsgesellschaft Nordwest- Kamerun.' Diese Gesellschaft erhält einen Teil der Kamerunkolonie im Umfang von ca. 80 000 Quadratkilometer. 3000 Quadratkilometer größer alS das Königreich Bayern, ohne eigentlich eine» Pfennig bar dafür zu zahlen. Die einzige Barzahlung ist eine„einmalige bare Beihilfe von 100 000 M. zu der geplanten Expedition über Görna zum Tschadsee". Sonst ist ein geringer Teil des künftigen Neingewinns an den Landcsfiskus vonKamerun zu entrichten. Die Gesellschaft istferner verpflichtet, jährlich wenigstens 100 000 M., binnen 10 Jahren aber drei Millionen Mark auf das Vertragsgebiet zu Gesellschaftszwellen thatsächlich zu verwenden. So wird ein gewaltiger Fetzen dcS vielgerühmten Kolonialbesitzes für rein nichts an eine Privatgesellschaft losgeschlagen. Eine so fabelhaft niedrige Einschätzung des Wertes von Kamerun hätten seist wir nicht für möglich gehalten und wir wollen zur Ehre der Kolonie annehmen, daß die Gesellschaft Nord- wcst-Kamernn bei solchen„Kauf"-Bedingungen immerhin doch ein nettes Geschäft machen wird. Diese Verschcnkung— denn anders ist es nicht zu nennen— des Kolonialgcbietcs ist aber nicht die erste ihrer Art. Schon 1898 wurde ein ungefähr ebenso großes Stück von Kamerun an die „Gesellschaft„S ü d- K a m e r u n" verschleudert. Die Macher dieser Gesellschaft, die Herren Schölts Douglas- Berlin und Rechtsanwalt D a r l a ch- Hamburg haben den vom Kolonialnmt als Geschenk übernommenen Besitz schleunigst für 180. Millionen Franks ander Brüsseler Börse untergebracht. Diese selben Herren sollen auch hinter der jetzigen Nordwest-Kamerun-Gesellschast stehen, während Für st Christian Kraft zu Hohenlohe- O e h r i n g e n und Dr. Max Schölter, mit denen der Vertrag geschlossen ist. nur vorgeschoben erscheinen. Diese Landverschenknngen in Kämerun werden in den Blättern erregt besprochen und Herr Dr. v. Buchka wird im Reichstage böse Tage erleben, sobald der Kolonialetat zur Beratung gelangt.— Handelsverkehr mit den Schuhgebiete». Nach der heute veröffentlichten amtlichen Statistik des deutschen Handels für 1893 sind aus sämtlichen deutschen Schutzgebieten nach Deutschland eingeführt im Jahre 1898 Waren im Werte von 4 617 000 M. Ausgeführt wurden aus Deutschland nach den deutschen Schutzgebieten Waren und Silbermünzen im Werte von 10149000 M. Der Gesamthandel Deutschlands mit den deutschen Schutzgebieten hatte also 1898 einen Wert von 14 766 000 M. Da der Gesamtwert des deutsche» Handels mit dem Auslande sich 1898 auf 10 Milliarden belänft, so macht der Handelsverkehr Deutschlands mit den Schutzgebieten noch nicht ein Sechstel Prozent, nämlich 0.14 766 Proz. von dem Werl des Gesamthandels aus. Der ReichSzufchnß aber für die vorerwähnten Schutzgebiete, abgesehen von Samoa, hatte, tvie die„Freisinnige Zeitung" fest- stellt, nach dem Etat von 1899 14 788000 Ml betragen, wozu noch 1200 000 M. für Dampfersubvcntion kommen, ferner große Zuschüsse für Post- und Telcgraphenvcrwaltung, für die Marine- ftationen, für die Kosten des Auswärtigen Amts. Ter Rcichszuschuß ist also beträchtlich größer als der Wert dcS gesamten Handels der Schutzgebiete mit Deutschland. lind um diese Kolonialherrlichkeit zu schützen, soll eine Flottcnvermchrnng angenommen werden, die lvicdcrnm Hunderte, ja Tausende von Millionen kostet!— Ausland. Oestreich- Ungarn. Wien, 21. November. Der Kaiser empfing die Führer der meisten größeren Parteien. Durch dieses ungewöhnliche Vorgehen soll die Arbeitsfähigkeit des Parlaments herbeigeführt werden.— Wien, 21. November. Da? Abgeordnetenhaus verhandelte über die Ministeranklage. Es sprachen die Abgg. Zcller, Schönerer und der Czeche Dyk. Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt. Ein- gegangen ist ein Antrag Schönerer betreffend die strafgerichtliche Ver- folgnng der an dem Zusammenbruche der galizischen Sparlasse Schuldigen. Der Antrag wird von den Polen, Czechen und Social- deniokraten unterstützt. Frankreich. Komplottprozcß. Paris,_ 21. November. Das Verhör G n s r i n S wird fortgesetzt. Derselbe giebt Auskunft über die Antiscmitcnliga in Paris und in der Provinz und führt aus. die Liga mache keine Politik, sie verteidige nur die Arbeiter gegen die Macht der Juden, auch habe sie keine Beziehung zu den Royalisten. Er habe an ver- schiedencn Kundgebungen teilgenommeii, um gegen die Angriffe der Dreysusfreunde auf die Armee zu protestieren. Er habe aber nicht im Einvernehmen mit Deroulede gehandelt, dessen Absicht, nach den: Elhsee zu marschieren, er nicht gekannt habe. Er habe niemals ein Komplott gemacht und von keinem Komplottplan etwas gewußt. Das Verhör wendet sich dann zu der Affaire des„Fort Chabrol". Spanien. Madrid, 21. November. Die Militärverwaltung von Barcelona verhaftete gestern elf Geschäftsleute wegen Stcurrvcrwcigcrung. Afrika. Russische Mission nach Abessynicn. Den„Times" wird aus Qdcssa vom 16. November gemeldet: Eine neue besondere Misston nach Abessynien unter der Leitung zweier Offiziere der Leibgarde, der Lieutenants Dawidow und Dragomirow, wird von Odessa am 19. November abgehen. Man bringt diese russische Mission in Verbindung mit den Ab- sichten König Meneliks, den Engländern im Sudan Schwierig- leiten zu bereiten.— Asien. Aufgabe der italienischen OccupationSpläne. Die Wiener „Politische Korrespondenz" meldet, wie sie mitteilt, auf Grund bester Informationen aus R o m: Die italienische Regierung hat den Ge- danken einer Besitzergreifung chinesischen Bodens v o l l st ä n d i g aufgegeben, teils wegen des Wider st rebens der öffentlichen Meinung in Italien, teils aus Rücksicht auf England. Italien beschränkt fortan sein Vorgehen in China auf gewisse Forderungen handelspolitischen Charakters.— Bei der Gemcindcwahl in Nürnberg siegte noch einmal die Liste der Mischmaschparteicn gegen die mit der Volkspartei ver- einigte Socialdemokratie. Letztere erhielt 3601, der Mischmasch 6770 Stimmen. Berücksichtigt man die Machinationen des Magistrats, gerade den Arbeitern die Erwerbung des Wahlrechts zu erschweren durch Erhebung einer hohen Bürgerrechtsgebühr, so ist unser Erfolg ein sehr großer, denn wir haben gegen 1896 unsere Stimmenzahl nichr als verdoppelt. Noch eine Wahl und die Macht des Freisinns ist in Nürnberg auch auf dem Rathause gebrochen. Dankend quittiert. Stach bekannten Mustern plant man in Erfurt eine große Aktion. Der Redacteur unseres dortigen Partei- blatteS wurde vernommen unter der Beschuldigung, unerlaubte Sammlungen veranstaltet zuhaben, weil er Quittungen über irgendwo eingezahlte Gelder zu Strcikzwecken veröffentlicht hat. Nachdem er dies in seinem Blatte gebührend bekannt gemacht hatte, fand er am andern Morgen in seinem Redaktionsbriefkastcn ein Couvcrt mit 61 Pf. und dem folgenden, zwar nicht sehr poetischen, aber in An- betracht der Umstände sehr lustigen Gedicht: Die Welt wird schöner mit jedem Tag! Noch schöner werden die Zeiten! Jetzt will die Staaisanwaltschaft sogar Das Recht zum Quittieren bestreiten! Als dies ich heut gelesen Hab', Fiel's Herz mir in die Buxen! Soll ich den Skatgewinn vielleicht Von gestern abend verjuxen? Nein! Unsere. Arbeit wird nicht ruh'», Und nimmer werden wir rasten. Was wir erhalten zum guten Zweck Fliegt in den Redaktionsbriefkasten l Und darüber muß er nun wieder dankend � quittieren. Ist das nun auch eine„unerlaubte Kollekte", die den grimmen Staatsanwalt auf den Plan ruft? Die östreichische Parteipresse ist wieder um einen neuen Streiter reicher geworden. In Mährisch-Schönberg ist die Nr. 1 der „Volksmacht"(deutsch) herausgegeben worden, die den Kampf für die Befreiung des Proletariats in Mähren führen helfen will. DaS Blatt erscheint zunächst dreimal monatlich. Wir wünschen ihm besten Erfolg._ GemevkflszÄftliches. Berlin und lliugcgcnd. Der Streik der Kistenmacher bei der Firma D r e ch s e l Barnimstr. 22, dauert bereits drei Wochen; die Situation ist für die Arbeiter dauernd günstig. Der Ausstand ist nicht, wie der Unter- nehmer behauptet, deshalb entstanden, weil er einen früheren, krank gewesenen Arbeiter wieder einstellen wollte, sondern weil der Unter- nehmer versuchte, Lohnabzüge zu niachen. Zuzug von Kisten machern und Holzarbeitern ist fern zu halten. Die Lohnkommission. Zwischen dem Verband deutscher GastwirtSgehilfe», Orts- verwaltung Berlin, und dem Gastwirt Herrn Stochert. Andreas- Festsäle, AndrcaSstr. 21, sind wegen des Arbeitsnachweises Differenzen ausgebrochen. Herr Stcchert hat es vorgezogen, seine Arbeiter durch einen Untcrnehmcr-Nachweis zu beziehen'; infolgedessen lehnen wir es bis auf weiteres ab. ihm bei späteren Anlässen organisierte Arbeitskräfte für sein Geschäft durch unseren Nachweis zu überweisen. Berlin, den 21. November 1899. Der Vertrauensmann. Die Rohrcr beschlossen in ihrer letzten Versammlung, die Arbeitszeit von 7 bis 6 Uhr festzusetzen. Ferner wurde beschlossen: Rohrcr, welche jetzt in Berlin oder den Vororten beschäftigt sind, haben, wenn sie erst später dem Verein beitreten, sämtliche seit der Gründung des Vereins eingezogenen Beiträge nachzuzahlen. Deutsches Reich. Die Hamburger Maurer und Zimmerer hatten schon vor längerer Zeit Uiiterhandlungcn mit der Bangewcrks-Jnnnng„Bau- Hütte in Hamburg" angeknüpft bezüglich der Regelung der Arbeits- zeit und des Lohnes vom nächsten Frühjahr ab. Die Unternehmer haben ihren Beschluß bekannt gemacht, der dahin geht, vom 16. März 1900 ab auf eine Zeitdauer von zwei Jahren, also bis zum 13. März 1902, die 90sstündige Arbeitszeit mit einem Stundenlohn von 63 Pf. einzuführen. Beide obengenannten Gewerkschaften haben hierzu Stellung genommen; beide haben beschlossen, der Jirnnng insoweit eingcgenzukommen, daß sie die Vorschläge für das Jahr 1900 an- nehmen. Im Jahre 1900 sollen aber nach dem Beschluß der Z i in m e r e r von neuem Verhandlungen gepflogen werden über die 9 stündige Arbeitszeit und 70 Psi Stundenlohn. Die Maurer er- klärten sich ebenfalls für die zweijährige Festlegung und stellen die Forderung auf, daß vom 16. März 1901 an die 9 stündige Arbeits- zeit bei 70 Pf. Stundenlohn zur Durchführung gelange. Bei den am Dienstag vorgenommenen GcwcrbegcrichtS- Wahle» in Freiburg i. Br. siegte trotz äußerster Anstrengung der evangelischen und katholischen Arbeitervereine die Liste des Gcwerk- 'chaftskartellS mit 960 gegen 876 Stimmen. Ausland. Die Diamantarbeiter Antwerpens haben, 2500 an der Zahl. wegen Mangels an Rohmaterial die Arbeit einstellen müssen; es wird eine große Preissteigerung der Diamanten erwartet. Vevsammlungen. Polizeilich abgesperrt war am Sonntagvonnittag der„Feen- Palast". In diesem Lokal tagte eine P r o t e st v e r s a m m l u n g von Mitgliedern der Neuen Maschinenbauer-Krankcnkassc. Es galt Stellung zu nehnien gegenüber einer Verfügung des Ober- Präsidenten, nach der die von der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft beschäftigten krankcnversicherungspflichtigen Personen aus der Neuen Maschinenbauer- Krankenkasse ausscheiden solle und nach der ferner die Neue Maschinenbauer- Krankenkasse der von genannter Gesellschaft neugcgriindeten BctricbSkasse ungefähr eine Viertelmillion Mark herausgeben soll. Durch diese Verfügung, wenn sie rechtsgültig ist, würde das Bestehen einer der ältesten leistnngsfähigsten Kassen gefährdet und der Allgemeinen ElektricitätS- Gesellschaft ein Geschenk von einer viertel Million gemacht werden. Im Versammlungslokal waren etwa 6000 Personen anwesend, während noch reichlich 1000 Personen, die keinen Einlaß mehr fanden, auf der Straße sich bewegten. Referent war ReichstagS-Abgeordneter Stadthagen. Der- 'ebbe machte etwa folgende Ausführungen; Zunächst fragt es sich, ist rein juristisch beträchtet die Genehmigung der neuen Bctriebskasse, das Verlangen, daß sie aus der Neuen Maschinenbauer-Krankciikasse ausscheiden soll, und ist endlich die Anweisung auf eine Viertclmillion wemder Gelder eine durch Gesetz begründete? Ist, wie ich annehme, jede dieser drei Fragen zu verneinen, so handelt es sich weiter darum, welche Schritte sind gegenüber der obrigkeitlichen Ver- rigung zu ergreifen. Vor allem dürften Sic selbst aber Ich über die Frage schlüssig machen müssen, ob die Gründung der neuen Betriebskasse einen socialen Vorteil oder einen Nachteil für rund 12 000 Arbeiter bedeutet. Die Rechtslage ist scheinbar nicht einfach. Die Neue Maschinenbauer-Krankcnkasse ist eine Kasse, wie äe nach dem Krankenversicherungs- Gesetz als Zwangs lasse nicht mehr gegründet werden kann. Es ist eine Vereinigung von 67 verschiedenen Betrieben, die zusammen eine Kasse bilden. Solche Bildungen waren zur Zeit der Gründung der Kasse, dem 1. Oktober 1878, gestattet. Das Krankenversicherungs- Gesetz stellt sich auf den Standpunkt, daß BctriebS-Krankenkassen tets mir den Betrieb eines Unternehmers umfassen dürfen. Eine Ausnahme wird nur für den einzigen Fall zugelaffen, daß e i n Unternehmer mehrere Betriebe besitzt' und daß einer dieser Betriebe durch Kauf, Erbschaft oder dergleichen auf einen andern Eigentümer übergeht. Lediglich für einen solchen Fall kann die Vereinigung mehrerer Betriebskasscn nach Zustimmung der Gencralversammlnug beschlossen, und ebenso die Treimung solcher Kassen wieder herbei- geführt werden. Es liegt auf der Hand, daß eine analoge An- Wendung von Bestimmungen, wie sie für solchen Fall im ß 67» des Kranken'versicherungs-Gesctzcs gegeben sind, auf andere Gebilde aus- geschlossen ist. Der Obcrpräsi'dent irrt, wenn er glaubt, die Be- timmung des ß 67» finde sinngemäß Anwendung, und er übersieht vor allen Dingen, daß Ihre Generalversammlung keineslvegs das Ausscheiden genehmigt hat. Ihre Kasse hat ihre Statuten den« Kranken-Versicherungsgesetz anpassen müssen. Das Bestehen ihrer Kasse ist durch besondere Bestimmungen des Kranken-VersichernngsgesetzeS gesichert. Maßgebend� für Umbildung der Kasse/Ausscheiden von Betrieben usw., ist lediglich ihr Statut. Danach kann aber kein Betrieb ausscheiden, wenn nicht vier Fünftel der Generalversammlung dem zustimmen.� Ihre Gencralversainm- lung ist aber garnicht gehört. Die Verfügung hat daher, auch wenn sie vom Minister bestätigt werden sollte, keine Nccbts- kraft. Die Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft ist nach wie vor an den voii ihr geschlossenen Verlrag gebunden. Wenn sie den Vertrag dadurch bricht, daß sie sich etwa weigern wird, die auf sie entfallenden Mitgliederbeiträge zu zahlen, so hätten sie die ver- lragsbrüchige Gesellschaft auf Einhaltung ihrer statutarischen Ver- pflichtungcn zu verklagen. Diese werden trotz aller behördlichen Verfügungen sich an das Gesetz halten und dementsprechend die Gesellschaft verurteilen müssen. Ganz unerheblich ist hierbei, daß die Gesellschaft, wenn sie den Vertrag mit den übrigen 66 Belrieben, der durch ihr Statut ausgedrückt wird, nicht geschlossen hätte, eine Bctriebskasse für sich selbst nach§ 60 des Kränlcnversichcrungs-Gesetzes errichten könnte. Mag sie. wenn sie will, eine Znschnßkasse errichten, Geld genug steht ihr zur Verfügung. Betrug doch ihr Reingewinn im letzten Geschäftsjahr 9 999 261 M. Eine juristische und moralische Ungeheuerlichkeit ist es aber, wenn dieser Gesell- schaft gar für ihren Vertragsbruch noch eine Prämie von einer Viertelmillion zugewendet werden sollte. Kein Gesetz gestattet der- gleichen. Das übersieht die Verfügimg des Oberpräsidenten. Der § 67» findet lediglich Anwendung auf Betriebe, die ursprünglich einem Unternehmer gehört haben, und wäre auch mir in solchem Falle moralisch zu rechtfertigen. Ganz anders liegt die Sache in Ihrem Fall. Die Allgemeine Elcktricitäts-Gescllichaft ist Kost- gäiigcrin Ihrer Kasse in ganz erheblichem Maße bis in die letzte Zeit gewesen. Der Betrieb der Allgemeinen Elcktricitäts-Gcsellschaft umfaßt zur Zeit etwa 12 000 Arbeiter. Verschiedene Ursachen haben dazu geführt, daß diese Arbeiterkategone die größte Anzahl von Kranken stellt. Ich will nicht untersuchen, inwieweit die Länge der Arbeitszeit, rigorose Arbeitsbedingungen und der Umstand diese traurige Thatsache gezeitigt haben, daß von der Allgemeinen ElektricitätS- Gesellschaft. im Gegensatz zu den 66 anderen Betrieben, eine große Aiizahl nicht qualifizierter Arbeiter beschäftigt werden. Würden die anderen 66 Betriebe einen gleichen Nährboden für Krankheiten bieten, so hätte Ihre Kasse längst ihre Leistungen herabsetzen oder mit Deficit arbeiten müssen, statt 760 000 M.' Kapital aufweisen zu können. Ihre Kasse hat rund 36 800 Mitglieder. Hiervon sind etwa 12 000 in den letzten Jahren der Allgemeinen Elcktricitäts-Gescllschaft angehörig. Die Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft fing viel kleiner an. Im Jahre 1833 trat sie als Edison- Gesellschaft mit 10 Arbeitern bei. Im Jahre 1384 stieg die Mitglicdcrzahl bereits auf 384. Wieviel Lasten sie der Kasse aufgebürdet hat, mögen Sie ans einigen Zahlen entnehmen, die sich auf die letzten drei Jahre beziehen. Rechne ich das 1896, 1897. und 1898 gezahlte Kranken- gcld ans'/w der Beiträge als Reservefonds als Leistungen Ihrer Kasse, und stelle dem gegenüber, was an Krankengeld für die Mit- glicdcr der Allgemeinen Elcktricitäts-Gescllschaft hat gezahlt werden müssen, so kommen folgende Summen heraus, die Ihre Kasse niehr für die Allgemeine Elcktricitäts-Geiellschaft hat aufwenden niüsscu, als sie von dieser empfangen hat: Im Jahre 1896 22 246 Mark, im Jahre 1897 63 776 Mark, im Jahre 1893 40 041 M. Die Allgemeine Elcktricitäts-Gcsellschaft hat also in drei Jahren rund 126 000 M. von Ihrer Kasse mehr erhalten, als sie gezahlt hat. Vom rein pekuniären e-tandpunkt aus könnten Sie ja erklären: Fort nnt diesem lästigen Kostgänger! Selbst wenn wir noch eine Viertclmillion nachwerfen, haben wir ja einen Vorteil. Aber dieser engherzige Geldstandpunkt ist bei Ihnen nicht maßgebend und darf nicht maßgebend sein. Die gcsnndheitlichen Verhältnisse der Arbeiter der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft werden sich ja auch bessern. Die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschnft wird bessere Arbeits- bcdingnngcn gewähren müssen. Maßgebend für Sie dürfte der Rechrsstandpinikt sein, daß die Allgemeine ElcktricitätS-Gesellschast weder reckitlich, noch moralisch einen' auch nur entfernten Anspruch auf die Viertelmillion hat, und ferner daß Sie, so weit es in Ihrer Kraft steht,«verhindern wollen und verhindern werden, daß 12 000 Arbeiter rechtlich und social durch eigenmächtige Abzweigung der All- gemeinen Elcktricitäts-Gesellschaft schlechter gestellt werden. Nur wenige Punkte möchte ich hervorheben, in denen schon jetzt nach den Satzungen der Krankenkasse der Allgemeinen Eleltricitärs-Gcselljchaft die Arbeiter dieser Gesellschaft schlechter gestellt wären, als wenn sie Mitglieder Ihrer Ilasse blieben. Die vcrtragsbrüchig errichtete Kasse, deren Geburt der Obcrpräsidcnt auf den 27.' November festgesetzt hat, zahlt für die ersten drei Tage der Krankheit nichts— Ihre Kasse zahlt vom Be- ginn der Krankheit ab. Würde Ihre Kane eine gleiche, die Krankheiten außerordentlich förderndeKarcnzzeit eingeführt haben, so würde sie allein im letzten Jahre etwa 38 000 M. erspart haben. Mit Recht betrachtet Ihre Kasse es als Hauptaufgabe, nicht Finanzknauserei zu treiben, sondern Kranke möglichst schnell zur Gesundung zu bringen und der Erwcrbsnnfäbigkeit vorzubeugen. Die neue Kasse setzt im Gegensatz zu Ihrer Kasse ferner Kassenmitgliedcr, welche der Kasse noch nicht 13 Wochen angehören, auf die gesetzlichen Mindestleistungen. Hätte das Ihre Kasse gethan. so hätte sie längst statt 9 M. 16 M. Kranken- gcld zahlen können. Sie würde dann aber ihren Grundsatz, in erster Reihe den wirtschaftlich Bedrängtcsten zu helfen, verletzt haben. Ihr Statut kennt keine Kürzung der Krankennnterstütznng bei Doppel- Versicherung. Das Statut der Vcrtragsvrnchskasse schreibt solche Kürzung vor. Und wie wird erst in wenigen Jahren das Statut der neuen Kasse zu Ungunsten der Arbeiter geändert sein. Dafür ist durch die Organisation der Kasse gesorgt, die dem Unternehmer große Macht verleiht durch daS Institut der Vertrauensärzte usw. Der Vorstand Ihrer Kasse, die doch aus 67 Betrieben zusammen- gesetzt ist, besteht ans 2 Arbeitgebern und 8 von der General- Versammlung gewählte» Kassenmitgliedern. Er hat, wie Freund und Feind anerkennen, vorzüglich funktioniert. Der Vorstand der neuen Kasse besteht ans 3 Vertretern des Betriebsunternehmers und 6 von der Generalversammlung gewühlten Kassenmitgliedern. Ihre Kasse befindet sich an der Spitze der Bewegung, die Hei lnng an der Tuber- kulose und anderen Krankheiten Erkrankter durch besondere Einrichtungen erstrebt. Diese der VolkSgcsnndung dienende Bewegung ivird ge- fährdet durch das wider Recht und Gesetz erfolgte Untcrnchmen, welches wohlerworbene Rechte, Vertragstreue und die Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit mit Füßen tritt. Wehren Sie sich gegen dieses gesetzwidrige Verhalten. Rufen Sie die Gerichte bis in die letzte Instanz dagegen an, daß der Vertragsbruch der kapitalkräftigen Gesellschaft gut geheißen und gar noch niit einer Viertelmillion be- lohnt wird. Der Vortrag dcS Referenten wurde mit allseitigem lebhaftem Beifall aufgenommen. Dann folgte eine Diskussion, in der ein Redner Bedenken darüber äußerte, ob die rechtlichen Voranssetzungen. auf die sich der Protest stützt, zutreffend seien. Wenn durch de» Protest das Verbleiben der Arbeiter der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft in der Neuen Maschinenbauer- Krankenkasse erreicht werden könnte, dann«vürde auch er(Redner) sich demselben an- chlicßen. Mehrere andere Redner traten den Bedenken des Vor- rcdners entgegen, sie traten den Ansführungen Stadlhagens in vollem Umfange bei und brachten weiteres Zahlenmaterial bei zum Beweise, daß das Ausscheiden der Arbeiter der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft ein socialer Nachteil für diese Arbeiter ist. Es wurde auch hervorgehoben, daß bereits eine große Versammlung von Arbeitern der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft sich für ihr Ver- bleiben in der Neuen Maschinenbauer-Krankenkasse erklärt hat. Zum Schluß gelangte folgende Resolution einstimmig und unter stürniischem Beifall zur Annahme: Die ani 19. November im Fccnpalast versammelten Mitglieder der Neuen Maschinenbauer-Krankenkasse(Fabrikkasse) zu Berlin sind, unter Bezugnahme auf die von dem Borstands dieser Kasse gegen die Verfügung des Herrn Oberpräsidente» vom 24. Oktober d. I. erhobene Beschwerde vom 16. d. M., deren rechtlichen Ausführungen wir in allen Punkten beitreten, folgender Ansicht: 1. Das Ausscheiden der in dem Betriebe der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft beschäftigten Personen ans der Neuen Maschinenbauer-Krankenkasse(Fabrikkasse) und die Verteilung des Vermögens dieser Kasse ist unzulässig. Wir Arbeiter können cZ nicht begreifen, dah über unser lind Wehe und iiber daS ans unseren Beitragen ersparte Vermögen siegen unseren Witten und ahne das; man unS nur fragt, auf den durch nichts begründeten Antrag eines Unternehmers hin'dnrch einen Federstrich verfügt werden kann. Die Nene Maschinenbauer Krankenkasse ist die leistungsfähigste Krankenkasse in Berlin, wie schon daraus erhellt, dah' das' von ihr ausgesparte Vermögen 750000 M. beträgt. Infolgedessen sind auch ihre Kasseneinrichtungen rmd ihre Krankcnsürforge. die sich ans volle 02 Wochen seit dem Eintritt des Untcrstiiitzitngsfalles erstreckt, mustergültig und als vor giiglich allgemein anerkannt. Darüber sind alle hier Versammeltem insbesondere auch die im Betriebe der Allgemeinen EIckricitäts Gesellschaft Bcschäftiglcii, einig. Gerade die letzteren empfinden es hart, das; sie alle diese Vorteile gegen Ungewisse Hoffnungen ei» tausche» sollen. Die in den übrigen Betrieben beschäftigten Personen aber sehen es als eine durch nichts zu rechtfertigende Härte an, wenn ihre Kasse in dem Augenblicke, wo endlich vielleicht die Aussicht bcstchr, das; die Beiträge der Mitglieder der Allgemeinen Elektricitäts Gesellschaft den an ihre Mitglieder gewährten Unterstützungen zu entsprechen beginnen könnten, an die neue Kasse 200 000 M. Hcransgcbeii soll, zu denen die bei der Allgemeinen ElcktricitätS Gesellschaft beschäftigten Personen gar nichts beigetragen haben. 2. Wir sind überzeugt, das; cm so ungerechtfertigter Akt die Zustimmimg dcS Ministers nicht finden kann. 3. Wir erwarte», das;, falls dies dennoch geschehen sollte, die Anszahluiig verweigert und die Allgemeine ElenricitätS- Gesellschaft zur Zahlung der ans sie fallenden Leistungen veranlaßt wird. Die Gerichte können nicht gegen das Gesetz zum Schade» der Kasse ent scheiden. Wir erwarten, daß der Kassenvorstand die Rechte der Kasse energisch bis zur letzten Instanz ivahruehmeii wird. Eine öffentliche Malcrversammlung, die am Montag in de» Arminhallcu tagte, nahm eine» Vortrag des Kollegen L i n k über die LuchthauSvorlage entgegen. Unter..Gcwcrkschaftiichcs" wurde mitgeteilt. daß der GesellcnaiiSschnß mit dem JmiungSvorstand ivegen Festsetzung cincS LohntarifS in Verhandlung steht.' Wenn diese Ver baiidlnnge» abgeschlossen sind, soll das Ergebnis derselben in einer öffentlichen Verinnunlung besprochen werde». Die Schneider und Schneiderinnen der Kostiimbranche hielten am Montagabend eine gut besuchte Versammlung ab. Der bisherige BcrtraiicnSuiann St u b b e erstattete zunächst den Bericht iiver seine Thätigkcit in der Zeit vom 1. April 1893 bis zum 1. Ol tober 1899. in der etwa 60 Versammlungen aller Art stattfanden. Die Lohnbewegung im Frühjahr 1899 war insofern erfolgicich, als für die Kostimischueider höhere und günstigere Tarifsätze er- .rungeil wnrden. Im übrigen ivar'und ist die Agitation seitens der Arbeiter auch darauf gerichtet, daß die Unternehmer verpflichtet werden, die von ihnen beschäftigten HanSindiistriellen gegcii Krankheit zu versichern. Diese Forderung soll in nächster Zeit ganz energisch betrieben werden.— Für die fernere Thätigkcit wurde nunmehr Ritter als Vertrauensmann gewählt. Letzterer referierte hierauf über die Lohn- und Arbeiterverhältnisie in der Kostiimbranche unter lebhaftem Beifall der Aliwescnden. Wie Redner unter anderem betoute, sei das Bestreben der Arbeitgeber, besonders i» letzter Zeit, daraus gerichtet, die im Frühjahr 1899 crrmigcucn Tariffordcrmigcn wieder zu vereiteln. Der gegenwärtige Zuchlhaiislnrs schien ihnen dazu besonders günstig, die in Aussicht stehende Erhöhung der Stossprc ise durch Herabsetzung der Arbeitslöhne wieder auszugleichen. In dieser Hin ficht habe mau auf die Zwischeiimcister fortwährend einzuwirken versucht, die Löhne ihrer Arbeiter herabzusetzen, was mibedingt verhindert werden müsse. Wie die Unternehmer auch sonst bestrebt sind, durch Mampnlationen aller Art die Arbeiter zu scbödigcn und zu terrorisieren, ergebe sich am besten ans den erst jetzt bekannt gewordenen Satzungen der.Bereinignng Berliner Mäntel- und Kostüm- Dctailgcschäfte." Der§ 12' dieses Statuts lautet wörtlich wie folgt:„Nach Aushebung eines allgemeinen AnSstrnideS dürfen die Mitglieder Arbeitnehmer, die bis zum Beginn desselben bei einem anderen Mitglied beschäftigt wurden, nicht vor Ablauf von vier Wochen annehmen, sofor» nicht der frühere Arbeitgeber erklärt, den oder die Arbeitnehmer in seiner Wcrkstatl nicht beschäftigen zu wollen." Diese Satzungen datieren vom 4. Juli 1899. Mit der Mahnung a» die Arbeiter, diese Bcstrebiingc» der Unternehmer entschieden zu vereiteln, empfiehlt Redner nachstehende Resolution:„Die Versammlung crklärl sich mit dem Beschluß der Ortsverwaltung dcS Verbandes, bctrcfsend die Sperre über die Firma Löwe, Kochstr. 55, einverstanden. Die Versammlung er- klärt ferner, in allen Kollegxiikrciscn darauf hinznivirken. daß ei» Zuzug so lange nntcrbtcibt, bis die früheren Vercinbarniigen und die Aushängimg des neuen LohntarifS iir der Arbeits- statte wieder erfolgen. In Anbetracht lcr Zeit und Umstände, welche eine Veschrnnkimg dcS Koalitionsrechts befürchten lassen, die eine RechtloSmachniig der Arbeiterschaft bedeutet, erachtet es die Bcrsanimliing für Ehrenpflicht aller Kollegen, sich derOrgani- sation dcS Verbandes anzilschließc». um dadurch um so that- kräftiger den Kampf mit dem llntcrnehinertum durchführen zu können." lieber die� Zustände bei der Firma Löwe wnrde berichtet. Ivie dieser eS versucht habe, alle bereits früher schriftlich bewilligten Forderungen wieder rückgängig zu machen, durch Wiedcrcinführimg des Zehnstnndentagcs und Verkürzung der Löhne. Alle Arbeiter, welche sich dagegen sträubten, wurden entlasse», wofür sich leider auf kurze Zeit einige Streikbrecher fanden. Als ein Arbeiter ein Zeugnis verlangte, meinte Herr Löwe, daß er darüber erst beim Ober meister anfragen müsse!— Die Resolution fand e i» st i m in i g c An n ah nie. Da die neu errichtete Zwaiigsimiung in jüngster Zeit versucht bczw. anfgcfordett hat. daß Meister, die weder Gesellen noch Lehrlinge beschäftige», für solche Beiträge entrichten, ivozu sie nicht verpflichlet werden können, ersucht Ritter, ihm als Vertranensmami darüber Mitteilungen zu machen, resp. Namen zu nennen. In Beziig auf die im Dezember stattfiiidendeu Tclegicrlcnivahlcn zur OrtS- Krniikciikasse der Schneider wurde zum Schluß dazu ermahnt, nur organisierte Kollegen vorzuschlagen beziv. zu wählen und die hierzu vorgeschlagenen Kandidaten rechtzeitig dem Bureau der Schneider, Lniienftr. 9 part., initzuteilem_ linder wird bisher schon geübt als ein schwacher Anfang der social- politisch notwendigen Einrichtung der Speisung bediirsiiger Schulkinder ans öffentlichen Mitteln. Noch nirgends hat man daran gedacht, dies als Armcnuntcrslützung gegenüber den Eltern auf- zufassen, obwohl in vielen Gemeinden die Einrichtung schon in anerkennenswertester Weise ausgebaut worden ist. In Rlünchcn aber, da diel Gcmeindewahlen heranrücken, will man jetzt den ärmere» Fännlienvätern ihre polnischen Rechte um einige Teller Suppe ablaufen. Nach einer an die Armenvorsteher er- gangencn Weisung soll in Zukunft Suppe an Schulkinder nur ver- abreicht werden, wenn daS Familienhaupt ein Gesuch darum einreicht und ausdrücklich anerkennt, daß ihm damit eine„Armenuntcrsiützung im Sinne des Armcpgcsetzcs mit all ihren nachteiligen Folgen"(so lautet wörtlich der Vordruck des Formulars) gewährt wird. Das ist ein schönes Dokument ultramontauer christlicher Liebes- thäligkeit. Gevllszks-Äeikung. Graf Günther von Köingsuiarck. Eine drastische Vorhand- lung fand gestern vor dem Schöffengericht am Amtsgericht II statt. Der i» seiner Eigenschaft als Zeuge im„H a r m I o s e n- P r o z e ß" be- kannt gewordene Graf.Gunther von Königsmarck spielte in dieser Verhandlung' die Hauptrolle, wenn auch nur in der Eigen- schaft als unentschuldigt ausgebliebener Zeuge. Der Herr Graf hatte lange Zeit mit einem bildhübschen Fräulein»ainens Löwe ein Verhältnis unterhalten und dieses Fräulein in den gescllschaft- kichen Kreisen, in denen er verkehrte, als seine Frau Gemahlin, die ..Gräfin von KömgSmarck" vorgestellt und eingeführt. Er hatte dem Fräulein„Frau" deren Vrillautcn„emlchnt"und„versetzt" und nachdem sie lange vergeblich die Rückgabe ihrer Brillanten verlangt hatte, er- hielt sie endlich die verfallenen Pfandscheine. Er bcschlvichtigie das Fräulein dadurch, daß er ihm einen Ehreiischein gab. laut welchem er ihm 90 060 M. zusicherte, falls er sie nicht heirate. Im Mai dieses Jahres reiste er„dringender Geschäfte' halber nach Dresden. versprach aber dem nun„Braut" geivordcncn Fräulein, daß er in acht Tagen zurück sein»verde. Er kam auch zur festgesetzten Zeit, erklärte nun aber der Braut kategorisch, innerhalb zivei Stunde» müsse sie seine Villa verlassen haben, denn er habe sich in Dresden mit einer Schauspielerin verheiratet— ivas tbatsächlich der Fall gcivcsen ist— und seine Frau Gcinahlin»verde sofort eintreffen. Die aics allen Himmeln gestürzte Braut verließ iiun zivar am 22. Mai die Villa des Herrn Grafen, kehrte jedoch am 18. Juni noch einmal nach Groß-Lichtcrfclde,»vo sich die gras- lichc Villa befand, zurück, um mit dem Herrn Grafen Abrechnuiig zu halten ivegen ihrer Brillanten und seines in ihren Händeii be- findlichcn Ehrciischciiies. Als sie sich dem früheren Heim näherte, a»S dem sie lvic einst Eva anS dem Paradiese jählings verstoßni »vordcn war. lvcim cS auch nicht gerade ei» Cherub»var, der sie verstieß, da bemächtigte sich ihrer eine begreifliche Wut, die Dicitstmagd iki als aus ihr Kliitgclir Socinlco. Offizielle Armenpolltik. AnS vielerlei Gründen fordern unsere Vartcigenossc» dort,»vo sie sich aktiv an der Landespolilik beteiligen. meist die Uebernahme der Armenlaste» auf de» Staat oder doch auf größere Verbände. Einer der Gründe ist mich die Thatsackc. daß bei der jetzigen Gemeinde-Anilenpflege das Bestreben»amentlich kleinerer Gcincindcii darauf gerichtet ist, sich die Armen möglichst vom Halse zu schaffen und sie infolge dessen von Ort zu Ort gehetzt Ivcrden. Ein sehr instruktives praklischcs Beispiel für diese Art der Armcnpolitik wurde jetzt durch eine Verhandlung in dem Gcmeiiidcrate Iliilennhalis bei Gera aufgedeckt. Ein Gemeinderats-Mitglied. das durch Zufall in den Besitz einer von den Hausbesitzern aufgestellten schlvarzcn Liste unsicherer Mieter gekomme»»var. interpellierte den Bürgermeister Über seine Bezichungeii zu dieser Liste. Der antivortete darauf, daß er,>v i e dies in allen größeren Gemeinden der Fall sei, im Einvcrstäiidiiiö mir der Armenkommission dem Hausbesitzer- verein die Personen iianihaft mache, die schlechte Steuerzahler sind und bald oder später der Gemeinde zur Last fallen köimen. DaS geschehe auch gleichzeitig in der Absicht, die Hausbesitzer vor Verlusten zu schützen. Nachdem aber der Gemeinde- vorstand gesehen, i»»>v e I ch u n k l u g e r W e i s e der Hausbesitzer- verein mit diesem Material umgehe, würden in Zukunft solche Mit- teilungei» nicht mehr gemacht»verden. Diese AbschieblingSpolitik gegenüber den Armen kann, abgesehen davon, daß sie an sich höchst inhuman und dar»»» verwerflich ist. doch nur dazu führe», daß Notleidende noch rascher und tiefer ins Elend geraten und der öffentlichen Armenpflege noch mehr zur Last fallen. Moderne Tocinlpolitik treibt man in München. Dort will man die Verabreichung von Suppe an Schulkinder zur Armen- Unterstützung stempeln. Die Verteilung von Suppe a» arme. Schub die sich»»och steigerte. W> des Herrn Grafen die Pforte öffnete und bei ihrem Anblick schnippisch rief:„Der Herr Graf ist nicht zn Hanse!" Frl. L. aber rief die Magd an:„Was, Di» dninme Gans. Bisher hast Du mich stets mir„gnädige Frau Gräfin" angeredet und jetzt »vagst Du, mir in dieser Weite entgegenzutreten?" Die Magd 'ürchtctc jedoch um ihre schönen Augen,»vars schleimigst die Pforte ins Schloß und Frl. L. blieb draußen. Nninirchr begab sich Frl. L. nach dem Hose, ergriff dort mit ciiier Kraft, die nur der Parox»s»»iis der Wut dein schwachen Weibe verleiht, ciuc lauge Leiter und rannte damit säiutliche Fensterscheiben der Villa in» Parterre isivoljl lvic in der Bclletage ein. Als der Lärm zahlreiche Zllschancr herbeiführte nild ailch der Herr Graf dazu kam, da schrie sie den Leuten zn:„Wollt Ihr wissen, »ver der g r v ß t e L u n> p a n f E r d e u i st? Da st c h t er. der. H e r r G r a f!" Wegen dieses Vorfalles ivnrdc Frl. L. aiif Antrag des Herrn Grafen ivegen Sachbcichndigimg und Beleidigung »mier Anklage gestellt. Graf Königsmarck»var als Zeuge geladen, hatte cS aber vorgezogen, sich der ihn» wahrscheinlich intbcqncmci» Zcngcnpflicht durch Nichterscheinen in der Hnilplvcrhaudlimg zu cut- ziehen, dem» ctjivar trotz ordnungsmäßiger Ladung i-ickt crichienci». Die Terhaiidliliig weckte ganz den Anschein, als richte sich die Anklage gegen den Herrn Gräfe». RechtSanivalr Bunge als Verteidiger der Au- geklagten geißelte das Verhalten des Gräfin der Angekiaglcil gegenüber mit beißender Ironie und auch der Scaalsänwalt ging mit dem Grasen streng ins Gericht. Die Anffassiing des öffentlichen Anklägers von der Sachlage prägte sich in seinen Anträgen veziiglich der Strofabinessung anS. er beantragte nämlich für die Angeliagtc »vcgen beider Vergehe» 20 Mark und für den ohne Entschuldigung auLgebliebeilen Zeugen, den Herrn Grasen Günther v. Königsmarck 50 Mark Geldstrafe. Der Gerichtshof schien mit dcuv Ver- leidiger und dem Staatsanwalt gleicher Ansicht zu sein, denn die gestellten Anträgc bezüglich der Strafznmcssiiiig ivurdc» zum Be- schlnß erhoben. Man»vird ja»vobl bald davon hören, das; die Staatsanwalt- chaft mit dem edlen Grusen ein Wort redet. Zn den» Thcma dcv schulpflichtigrii Kitidcr,»veicheS die Berliner städtischen Behörden zur Zeit beschäftigt, veröffentlicht die Dt. Jnristeitzig." ein Urteil dcö Kanimergcrichts, wonach eine Polizei Verordnung,»vie sie jetzt vom Magistrat angestrebt»vird, rechtsgültig ist. da sie ihre gesetzliche Gnnldiage in§ 6a und 7 des Gcictzcs vom 11. März 1850 findet. Der Eimvand, daß eine solche Verordnung im Widerspruche um der Neichs-Gewerbe-Ordiiung stehe, insbesondere mit den Bestimmungen der§8 120 a bis o und 135 bis 139 treffe nicht zu..Denn diese Be- sliinmtliigen»viirden nur dann mit der Polizei- Verordnung im Widerspruch stehen, wenn schulpflichtige Kinder,»reiche allein mit dem AnSlrageii von Backlvare» vcschäftigt»verde»», stets als „ge»verbliche Arbeiter" anzusehen»värcii. Zweifellos ist dies nicht der Fall, iveiii» nur ein Händler, der das Bnckcreigeivcrbe selbst nicht betreibt, schulpflichtige Kinder zum Austragen von Back- tvarci» benutzt: insolvcit»vürde die Polizelvcrordnniig zwcifilsfrcie Gültigkeit haben, da die Gewerbc-Lrdnuiig ans diesen Fall keine Anwendung finden kann. Aber die Pvlizcivcrordniing ist auch gnitig in dem Falle, wenn der.»vclcker selbst das Backe rge»verde betreibt, durch schulpflichtige Kinder die Bock- »vare ansiragcn läßt,»reiche nickt seine Lehrlinge sind. Enlicheidend hicrsiir ist die Ucbcrsicht des 7. Tiicls der Rcichs-Gcivcrbe-Ordnung, welche laulct:„Gclverbliche Arbeiter(Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Bctriebsbcamle, Werkmeister, Techniker, Fabrikarbeiter)." Durch diese Parcnihcse hat das Gesetz selbst die Rubriken der„gcivcrb- lichcn Arbeiter" erschöpft. Es fragt sich nun. ob schlllpflickitige Kinder, lvelcke zum Ansiragcn von Backlvaren verlvcndct»Verden, herunter fallen. Daß ist zu verneinen. eS sei denn, daß diese schul- Pflichtigen Kinder gleichzeitig Lehrlinge sind, dann würde aller- dings die Polizciverordlinng unanwendbar sein." Don Rekord in der Handhabung des Groben Unfug- Paragraphen mag augenblicklich der A mtS v o rst e h er R. Hasse zu Warmbrunn erreicht haben. Eine hiesige Zeitniigs-Korrespondenz hatte sich am 13. September Nachrichten über daS Hockuvasser im Nielengebirge telephonieren lassen, die nach der Meinung des Amtsvorstehcrs übertrieben»varen. Man mag es glauben oder»licht, aber thatsächlich hat der Amtsvorsteber darauf gegen den Verbreiter der Nachrichten ein Strafmandat über 20 M. erlassen, in dem das Ferngespräch als Grober Unfug bezeichnet wurde. Nebenher erlvähnen»vir, daß das Aintsgericht zu Hirschberg, an das der Betroffene appellierte, dieser Tage in der Sache auf Freisprechung erkannt hat. Die NugSburgcr Krawalle, die bekanntlich von der Scharf- macher-Presfe als gefundenes Fressen für den Wechselbalg der Zucht- hanSvorlage betrachtet wurden, finden seit gestern ihr trauriges Nachspiel vor der Strafkammer zn Augsburg. Zunächst handelt es sich um 33 Personen, während eine andere Reihe Angeklagter wegen Landfriedensbrnchs vor das Schlvurgcricht gestellt wird. Die Ver- Handlungen dürslen acht Tage in Anspruch nehmen. Der Anklage liegt nach Ausfassung des Staatsanwalts folgender Thatbestaiid zn Grunde: Am 18. April 1899 brach in Augsburg ein Maurer- ausstand anS. Ein Teil der Baumeister Ivar infolgedessen gc- nötigt. Arbeiter von auslvärts hcraiizlizieheir, ivogcgen ausständige Maurer das selbstverständliche Bestreben hatten, cinci» derartigen Zuzug von Arbeitswilligen zn verhindern und die Zugezogenen zur Teilnahnre am Lbhnkaii'ips zu veranlassen. Am 13. Juni fand vor einem Neubau der Wertachvorstadl. an dem italienische Maurer be- schäftigt waren, eine größere Meiischenansammlimg statt,»velche die Italiener zur Arbeitsniederlegung veranlnßte. Aehnliche Ansammlungen wiederholten sich, es»vurde der Polizei immer schivercr, sie zn zerstreuen und von Angriffen abzuhalten. So kam eS nach und nach zu den bekannten Ausschrcitimgen vom 18., 19. und 20. Juli d. I. An diesen Tagen»vurde eine Reihe von Gclvaltthätigkeitcn gegen die zur Herstellimg der Ruhe aufgebotene Pvlizciiiiaimschaft, gegen Mannschaften der zur Uiitcrstützilng herbeigerufenen be- »vaffnete» Mackt. soivie gegen Sachen mit vereinten Kräften verübt. Erst nachdem Militär zur Hülfe aufgeboten»vor, gelang es all- »nählich, die Ruhe»vicdcrhcrzuftcllen. Die Anklage lautet ans Vergehen des Aufruhrs, der B c l e i d i g u>» g der Polizeimannschaft und des Widerstandes gegen die Staatsgcivalt. Die Beschnldigniig geht dahin, daß sie sich' in der Aiifriihrmenge, ans deren Mitte mit Steinen geivorfen wurde, befundc», gejohlt oder gepfiffen, der Ans- sordernng, sich zu ciitferiicn, nicht Folge geleistet oder ihrer Verhaftung Widerstand entgegengesetzt haben. Im ganzen sind 123 Zcngeil ge-- laden. Sämtliche unter den Zeugen befindlichen amtlichen Personen sind voin Amtsgeheimnis entbunden. Der Beginn der Zeugen- veniehmnngen ist aus DicnStag nachmittag ins Aussicht genommen. Die Personalerhebungen ergaben, daß die meisten Angeklagten ver- heiratet sind und im Alter von 30 biß 50 Jahren stehen. Die übrigen sind um 20 Jahre herum. Nicht vorbcstrafc sind 10. Die Strafen sind meist Polizeistrafiii oder geringere GefäiigiiiSstrafc», vornchiiilich ivegen groben llnfiigs und dergleichen, 8 bis 9 sind ivegen Dieb- stastls, jedoch zu geringen Strafen, verurteilt. Ein Angeklagter ist »vicdcrholt schiver mit Zuchthaus bestraft»vegcn Diebstahls. Urkunden- fälschuug. Betrug je. Ein zweiter Angeklagter hat ebenfalls eine schwere Zuchthausstrafe, die einzige angellagtc Francilsperso». eine Viktnalienhändlerin, ist nicht vorbestrasl. Nur 11 der Angeklagten sind Maurer. Ei»» Edclstcr:md Poster, ein ehemaliger Oberlientenant. der jetzige Lazarctt-Verwaltuugs-Jnspcktor Gram m in Brieg, ist»vcgen II n'te rs ch la g nn g von 4500 M. vom Vriegcr Schwurgericht zu zwei Jahren G e f ä»» g n i s verurteilt»vordcn. Er beraubte Tauscnd-Markrolleir, in die er 10 Psennig-Stücke steckte und verwandte daS Geld zur Bezahlung der Lientcnants-Sckmlde»». Viel- leicht stammten diese Schulden' ailS des Oberlicuteuants.harmloser" Zeit._ Krieg. �er Der Bcrichicrstaltcr deS„Standard" meldet aus Ladysmith vom 17. November: Die Ankinift eines Teils der Ersatzkriippc»»» Estcourt habe die Pläne der Pocre» gänzlich geändert. Joubcrt habe sich»«ach Siidcu getvendet, um die Verein ig i»»ig der Entsatzkoloiiiie uuter General C l c r y in i t W b i t e s T r n p p c i» z u v e r h i»» d e r n; die Be- »atzniig von Ladyiiiuth sei im Besitz genügender Mundvorräte und Munition. Das Boinbnrdcmcnt nehme seine» Fortgang, richte aber verhältnismäßig»vcnig Schaden an. Ein Znsaulmcnstost ziviichcu Jonbert und den neu angekommenen englischen Truppen ist also bald zu erwarte». Kämpfe nm Iliinberlel). Ter„Daily News"»vird aus Äimbcrlcy vom 18. November gemeldet: Eine kleine Kavallerie- Abteil«»ig»vnrde ans einem Nckognesciernngsrilt honte von den Boeren ange- griffen. Der Feind»vnrde geschlagen»nid verlor 12 Mann. Die britische» Truppen hatte»» zivei Bcrivimdcte. Ein zivcites Gefecht fand heute ctivas später bei Carters Farm statt. Tie Engländer verloren zivei Main» und zogen sich dann zurück. Die Beschießniig der Stadt dauert mit kurzen Zwischenräumen den ganzen Tag fort. Ein Eingeborener ivnrdc getötet. Tic Boem» im Kapland. London, 21. November. Das„Reutersche Bureau" meldet aus Naanivpoort vom 15. d. M.: Zur Verstärkung der 1300 Boeren, »velche EoleSberg bereits besetzt baben.»verden noch 1500 er- wartet. Die Boe'rcN sind vorziiglich beritten, haben genügend Munition und ztvnnzig Wagen mit Proviant. Die Boeren sind begleitet von beivaffneten schivarzen Dienern. Tie Boeren bei Bclmoiit jollcn 1200 Mann stark sein. Betrieb der Goldmincil. Ter in Johannesbiirg erscheinende„Standard and DiggerS NcwL" erklärt die Meldung, daß die Regierniig der Südafrikanischen Republik die Goldmiiien zerstöre, f»"» r unbegründet und be- merkt, die Minen seien im Betrieb»md das Gold»verde für den Ziveck der Verteidigung der Unabhängigkeit des Landes benutzt. Nach Acciidignng des Krieges»verde das Geld zurückgezahlt,»md die Aktionäre in Europa könnten beruhigt sein, daß dann keine Minen zu Grunde gerichtet seien. LorkmUtol zum Kriegsdienst. London. 21. Nov.(B. T.> DaS Kricgsamt setzt eine Prämie vo» 200 M. für die Reservisten der Garde, der reitenden »md der Feldbattericn ans, die lvährend des jetzigen Krieges aktiven Dienst nehmen»volle»._ Urtzke Nerchvichkett ttnd Depeschen« Tcinonstricrcitdc Arbeiter. Bclfort, 21. Novcmvcr.(W. T. B.) Etiva 1000 Streikende anS Audincoillt trafen beute iiachinittag ans dem Wege»lach Paris hier ein. Da der Präfckt sie hinderte, die Stadt z»» betreten, so zerstreuten sich die Streikenden in die Umgegend, zündeten Freuden- fcuer an nild verbrachten den Nachmittag' mit Bcrgniigungen. Um den K 14. Wie»«, 21. November. Der Ausschuß für die Abänderung des ß 14 beschloß heute Abend nach längerer jpcbattc mit 23 gegen 8 Stimmen die Einsetziliig eines aus 7 Mitgliedern bestehenden Unterausschusses zur Piüfimg sännlichcr im Gesamtausschntz ge- stellten Anträge. Der Unterausschuß soll ain nächsten Dienstag Bericht erstatten. Komplottprozcst. PariS, 21. November.(W. T. B.) Etaatsgerichtshof.(Schluß.) Gllärin berichtet, ivas er und seine Gefährten bei der Belagerung deS „Fort Cbabrol" erlitte» hätten. Er versichert, er habe niemals mit einem scharf geladeneuRevolver auf die Polizeiagcntcn geschossen. Darauf»vird Dubnc, derPräsidcnt der.AntiscmilischenJugcnd", verhört; crcrklärt. er habe nur eine Kundgebung gegen die Revision des DrcysnsprozcsscS organisiert. Als der Advokat Evain den Gcncralprokurator un» Aufklärungen über einen der gegen Dubnc erhobene» Anklagepuiiktc ersucht, verweigert der Gcneralstaatsanivalt die Antivort. Mehrere der Rechten angehörende Senatoren und die Angeklagten erheben dagegen heftigen Widerspruch. Die Sitzung wird unter Lärm aufgehoben. Nächste Sitzung morgen._ Potsdam, 21. November.(Privatdepcsche des„Vorwärts".) Bei der heute stattgehabten Stadtvcrordnetcnwahl ist es unseren Genossen trotz Verdreifachung ihrer Stimmen gegen die letzte Wahl nicht gclungeir, im ersten Wahlgange ein Mandat zu erringen; doch ist die Wahl einiger Genossen in der Stichwahl gesichert. Frankfurt a. M., 21. November.(B. H.) Die„Franks. Ztg." mcldcl ans Nclv Dork: Der Viccpräsidcnt der Vereinigten Staaten Garctt A. Hobart ist heute früh in Paterson gestorben. Fiilme, 21. November.(B. H.) Dem Dampfer„Memphis"»vnrde die Ausfahrt gestattet, da sich die Erkrankung an Bord des genannten Schiffes als geivöhnlicheS Fieber herausgestellt hat. London, 21. November.(W. T. B.) Die Samoa-Konvention ist hier heute amtlich veröffentlicht»vordcn. Verantwortlicher Redakteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke m Berlin. Drilck mid Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen und tlntcrhaltnngsblatt. St. 274. 16. IMMg. 1. jlfilfljjf iiLim»—...»!». mmm VeichskÄg. 106. Sitzung vom 21. N o v e mb c r 1396, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrats: Nieberding, b. PodbiclZü. Zunächst steht auf der Tagesordnung die dritte Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die gemeinsame« Rechte der Besitzer von Tchnldvcrschrcibilnge». Der Gesetzentwurf wird ohne Debatte angenommen. Es folgt die dritte Beratung der Novelle zum Postgesctz. Zu Art. I, Ziffer III, die die Zeitnngsgebiihr bestimmt, bcanlragtcn die Zlbgg. Marcour, Dasbach sC.) und Genossen wieder die Einführung des Zonentarifs, und zwar soll bie Zeitnngs- gebühr a) 2 Pf. für jeden Monat der Bczngszeit(in zweiter Lesung angenommen), d) für jedes wöchentliche Erscheinen jährlich 12 Pf. in der ersten, 18 Pf. in der zweiten Zone betragen, c) für jedes Kilogramm des Jahresgcwichts, unter Gewährung eines Freigcwichts von je 1 Kilogramm jährlich für soviel Ausgaben, wie der Gebühr zu b) unterliegen, 10 Pf. in der ersten Zone, 16 Pf. in der zweiten. Die erste Zone umfaßt 75 Kilometer Umfang vom ErschcinungS- ort der betreffenden Zeitung aus gerechnet. Ein zweiter Antrag Da Sbach-Marcour will in b) statt„Erscheinen"«Auflieferung zur Post" setzen. Abg. Daöbach/z Uhr. tvcrlincr. Die Herren Sühne. An- fang 7>/, Uhr. Schiller. Die Jungfrau v. Orleans. Anfang 8 Uhr. NcncS. Ein nnbcschrichcneS Blatt. Anfang 7'/, Uhr. Westen. Martha. Anfang 7>/, Uhr. Thalia. Der Platzmajor. Äniang 7'/, Uhr. Residenz. Jagdfreudcn. Vorher: Fauiilicn-Soupcr. Auf. 7:/, Uhr. Luisen. Molly Carrs. Anfang 8 Uhr. Ecntrnl. Die Geisha. Anfang 7>/, Uhr. Carl Weist. Der Weltuntergang. Ansang 8 Uhr. Friedrich. WllvclniftädtischcS. Ein gestmder Junge. Anfaitg 8 Uhr. Bictoria. Die Chanfonnctte. Anfang 8 Uhr. Belle- Slltiance. Gastspiel deS Schliersecr Bauem- Theaters. Liserl vom Schtierfee. Anfang 8 Uhr. Mctropol. Specialitätcn- Vor- ftellnng. Rnnb um Berlin. An- sang 8 Uhr. Apollo. Frau Lima. Specialitätc» Vochelliing. Anfang 7>/, Uhr. Re chstatle». Stcttiner Sänger. Ansang 8 Uhr. Palast. Snianne im Bade. Spceiali tätcn-Vorfteltuug. Ans. 8 Uhr. Pastogr• Panxptit»,,,. Speciaii- läten-Vorilcllnng. Urania. Jiivalidenstr. t>7.> enntiasnnv 48 4!» Im Theater abends 8 Uhr: TrnnstvttaJ. Vorher: Der«Imiklc Criltcll. Hörsaal: Herr Viani Görke; „Strcifzüfte durch Meckleiibnig". Donnerstag, abends 8 Uhr: „Der Sicji des Menschen (Iiier die Katiir." Hörsaal: Prof, Mtlller;„Kakao und Chokolade". Inviiildenstr. 5J/0'i: icüll. Sternwarte. Nachmittags 5—10 Uhr. CarlWelss-Theater Gr. Franktnrterstrastc 13*4. Heute geschlossen. tetite Woche! letale Woche! Morgen: Zum ök>. Male: Der WeMlntttgilllg. Großes AiiSstattnngsstück mit Gciong in 3 Asien(lö Bildern) von Dir. Carl Weif; und Jos. Dill. Musik von M. Fall. Ansang 8 Uhr. Sonnabcndnachm. 3>*, Uhr: Kinder- voi steNnng: TornröSche». Kl. Prciic. Sminaheiid: Gastspiel der riifs. Hvsschaiispirl. Cliiab. Gorcwa: Johanna von Casillie». Drama in 5 Akien. Novität. 'Passage-Panopticii. Ken! Anatomisch. Museum. Dienstags für Damen. Passage- Theater. Voi-stcllun-r v. 7— lOVj l'hr. 15 erstklass. Dob, gdjillfi'lljfiitfr (Wallner- Theater). Mittwoch(Bußtag): tiCHChloiiSCIl. Donnerstag, abends S Uhr: Dte>lnnxKr«n von Orleans. Romantische Tragödie in 1 Vorspiel und ö Atlen von Friedrich Schiller. Montag, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Ohrprlenne._ Crnfvn l-tC ficnf c v Direktion: Jose Ferenciy. Heute(Bußtag); Geschloffen. Morgen und folgende Tage: Dio Grish«. Anfang l/s8 Uhr. Sonntag, abends>/z8 Uhr(Toten- lonntag), nur einmalige Ausführnng: Die Glocke» von Corncvillc. Romantische Oper in 3 Alten, Vdatta-'kkeatkr. ket.Zmt lVa 8440, Dretdenerttr. 73/73. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag, zum 75. Matt: Der Platzmajor. Thomas, Thtelacher, Helmerding, Junkermann. Im Z.Akt: Gr. Mutofkup> Terzett. Anfang 7»/, Uhr. Freitag«nd Sonnabend: Der Plalimajor. Sonntag, den 26. d, M.: Einmalige Aufsührnng: Der Milliollcnblüler. Mpke...... Emil Thomas. Vom Montag, den 27, November, täglich: Ter Plastinasor. � CASTANS � PANOPTICUM Präsident von Transvaal „Ohm" Krüger und General Jouhert mit kriogsgerüsteteu Boeresi. aup In ntcresso! American-Tlieatpr. DrcSdenerslr. 96. Dir.: Emil Schnabl Heute, Bnsttag: Geschlossen. Morgen, Donnerstag den 23. Novbr.: „8erlm vlkt!" 12 erstklassige Debüts. vsio Uhr- Jirrftor CAabl m seinem Couplet„Der Schwärmer". Ansang 8 Uhr. Kanencröffch,� 7 Uhr. Palast-Theater früher Fccn-Pnlnst, Bürgst f. 22. Donnerstag: Berlin lacht Thränen Uber die zum.'iß. Male aufgeführte unverwüstliche GefangSburleske Süfluntt im Bade. Neu: Slldcrti. Akrobatentruppe. Neu: Kästorfs Pantomime. Berlin staunt um 10 Uhr über die trefflichen Meifter-Hochtunier MF- Drei Vssitllesen.*-IZZj Georgette Duvels Dlldergsletie. Auf. Uhr. Kassenöffniing 0>/2 lthr. Billel-Borv erkauf von Ii— l Uhr. Sonnabends: Nach der Vorstellung: Gcfellschaftsadend und Tanz. Bc- fucher der Vorstellung: Frel-Tanz. S*r Vorzug starten sind gültig' W und tu alle» Cigarr-Gesm. zu baden. Iiattdnserstr. 4n. Heute. Mittwoch, keine Soiree. Donnerstag: Soirtt und Tilnz. Sonntag zum erstenmal: VIS IM Palilt. <-:r»?z<4keif«q»reKt» iZÜt»<.'r O.ireui-i nrv VVeM.." ; //n. Circus Renz Mittwoch, den 22. November, �Cf Keine Borftelliing. töB Donnerstag, den 23. d. MtS., abends präc. 7V, Uhr: Eltte-Xdend. Gata-Progrsrnm. BiegeleS- Polo Team.— Die be- liebten Clowns Rapvo 11. Reade.— Mstr. Joe Hodgini, Genleman-Jockev. — Möns. Sascha Gerard, Saltomortal- reiler.— Miß Ella, Ladv-Jockey.— The 7 Eugens, Elite Parterre-Akro- baten,— ic. Zum Schluß zum 5. Male: Koloesaler Erfolg. Stürmischer Beifall. --erschumze».».mißt«'»«• Große hydrologische, pbantastisch- romantifche AiiSsiatwngS-Pantomtme. Besonders hervorzuheh, im Wasser-Aft die phänomenalen Welt- Champion- Waffer-Tropez-Taucher_ MM- Andree and Golden."98 Mr. Heaton, Amerikas bester Kuiist- tancher. Sprung ans einer Höhe von 125 Fuß, Die verwegene Fahrt durch das i Meter tiese GtrstsII-GIas-Basstn. ges. gesch. Ferner Vorsührniig der neuesten Orlg.»Dressuren d. Dir. Alb. Schumann. Auftreten der NiMl-Tmsml-VKM. Äpolio- Theater. Heute, Busstag; Goschlossen. Morgen, Donnerstag, 23. Kovbr.: U m 3 8 Uhr abends: Frau Leina m..CrlgotaUs' n. Cilclllc Carola Ferner: Robert Stcidl. The GotlinniB.» Itarrn*. Kvallnllcr. Tille. Rottnllin. I'rof. Roncdy. KornGattl. Franklinn. Der Kosmogrsph. Anfang 7'/, Uhr. Vorverksnf täglich(111 Theater, heil»„KflnsUerdank", Unter den Binden 69, und beim„Invallden- dank", Unter den Linden 24 I. ! Maurer. Wuilg! DolllltrStag, den ZZ. d.M., nbends 8 lljr, in Kellers Festjiilcn, KWtnstrnßeZg: Grotze Mitgliederversammlung der Zahlstelle Berlin II des Cel»tralverbat»des der Maitrer. TageS-Ordnung: 3. Verschiedenes. Crgänziingswahl zum Ausschuß. 137/!9 Abrechnung vom dritten Quartal. Tic Berbaiidsleitung�__ Metropol-Tlisatcr. Eehrenstr. 55 57. Dir.: Rieh. Schultz. Telephon Amt I. 2126. Heute(Bußtag): Geschlossen. Morgen, TonncrStag, den 23. Novbr.: ISlls. Mitilte. Carmen Roccas. Georg Kaiser. Familie Klein. TarlakofF. Zal?a Trio. Caharel. Mary Wolf. Die Piccolos. Um',',10 Uhr: Rund um Berlin. Anfang i Wochentags 8 Uhr. au Tonn- und Festtagen 7>, Uhr. Sonntag, 26. Novbr.(Totensonntag): �iilinal. W?. d. Siporiim Prevosti mit dem Ensemble d. Theat. d. Westen?. Der Trondailour. Leonore: Signorina Prevosti. Villet-Vorvcrkanf zu dieser Bor- stellnng findet im Metropol-Theatcr statt. llp.mell. Scliasier, sp.Äztrfu; u.tswr/li l-'r»Uvii-lärIc»«cr, die iamose Soubrette, und andere Tpeciaiitätcn. LolT WSISSU � LrLtrtSri Am KOnlgsthor. Sonntag, den 26. November(Totensonntag); Gr. Vokal- und liistniontal-Konzort arrangiert von den Eestiigvertillkl! Lielltttastl Freier Tanger nnd Lorbeerkranz (Mitgl. d. A.-S.-B.) —— �»rssnir prtlcl»« S l.lir.--------_ Mo y RlipniS Fest-Säle, UlaA Altem Hasenheide 13. 14,15. Zur Mitteilung, daß ich meinen«cneu Fcstsanl, Hascnhcide 13, circa 1500 Perivnen tastend, am I. Wrihnachtöscirrtag eriifine. Stelle den- selben den geehrten Vereinen, Geiellschastcn k. zu Fcstltchkciten zur Ver- sügiing. Gleichzeitig cmpfchtt meine übrig«: Festsäle zu Versammlung«: und Festlichkeiten jeder Art, Einige Sonnabende sind noch zu vergebe,:. 29241!' Max Kllcm. Wein «am Aaaachnnk ■ehr geeignet! 3103L» «Um«, rat, sv-ie Partwcla, ausgezeichnet im Gc«cbmack, garantiert rein, lOLtr. M. 7,—, lOOLtr. 65,—, Oxhoft M. 120,—. Eugen Heumann A Co.. Die verwöhntesten Gaumen befriedigt Carola-Kaffee. 1 Theelöffel genügt vollständig, um sich 2 Tassen vorzüglichen gesundheitlich zuträglichen Kaffees herzustellen. Halb Bohnen- und halb Carola-Kaffee liefert in Stärke und Geschmack ein nn«- gezeichnete« Getrilnk, trotz dieser Vorzüge kostet V: Pfund Carola-Kaffee nur SO Pfg. IJeberall zu haben-'|2634LU Aililttiig! INoobit. Achtung! Freitag, den 24. Noticinber, abcndS 8 Uhr: Oaffantl. Köfflinunalwällar-L,.. im Artushof, Perlebergcrstraste 20. Tagesordnung: I. Vortrag des NcickiStagS-Abgeordnetei: I'aal Singer über: Tic bevorstehende Stichivaht. 3. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet D»s Wafalltomltce. Charlottegaibui'g. »nnerStag. 23. Nov.. abends 8 Uhr. in der Gambrinns-B Wallstraste 2!): asWIÄ Kommiinalwäiiler-Versainiiung. TageSordunng: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Stichwahlen im 4. und 5. Bezirk. Referent Schtiststeller C»rt Baake. 2. Dislusno». Ter liberale Kandidat Pen zig vom 6. Bezirk ist zu dieser Ver- sammiiing eingeladen.. MMkl KlUBlOkittr- Nkl dlUld. Diorgc», Tvnncrstag, ab. 8>z Uhr, bei tloh». BcntHstr. 20-21, KitxuiiK»' dei' AlMlg! Zl I1I111©!"©!*» Alytung! Mittwoch, den 22. November, nachmittags 2 llhr für Osten und Tiid-Ostc» bei 4Vllhc, Zlndreasstraste 23. TageS-Ordnung: I. Die Beschlüsse deS Zlrbeitgeberbiuideö für d.:S Baugewerbe und die Vcrcinbariingen zwischen den Berliner Zimmerern und ihren Arbeitgebern. 2. Diskussion und VersckiicdcncS.=./ Zahlreiches Ersdieinen erwarten_ Die BezirkS-BertraueiiSleiite. WMKrWil- mili Lterlie-Hilsskasse dtr Ta?tzitrer und Vcrnfsgeuogcu. Toniicrötag. den 23. d. 2JttS., abends 8V: Uhr� Devi'nlltlltluzlg in de» Arminhallen. Koinmaiidantenftr. 20. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Lennhof über Tuberkulose und Tuberkiiioic-Äougrcß. DiSlnssion. Verschiedenes. ä36b Damen und Gäste willkommen.». lalot«. lliitof! fSixdorf. Kirtorf! Donnerstag, den 23. Noveinber, abends S'/j Uhr; Grosze öffentliche Versammlung lirr Fabrii-, Laiiii-, Hils'sarbtiter uilti-Arbtitttimltll in der„Germania"(oberer Siaal), Berliner und Jägcrstraßen-Ecke, Eingang Hvigerstraße. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Genoffen I'»»I Jahn über: Arbeitrrschutz- Gesetze. 2. DiSkntsion. 3. Die Mißstände in der Rirdorser Linolcum-Fabrit. 4. Ber- schicdcncS.— Zur Deckung der Uniosten findet Tellersammlung statt. 97ub_ Der Ginderufer. Verein für Praoen n. Mädclien der Meitertilässe. JUtlsvoch. den 22. Kovcmber, abends 7 l'hr, im I.okalc ,.Arininhallcn". Konunandantcnstr. 20: Vortrag des Herrn I>r. Frietleberg über: „Weichen Schädigungen ist die Frau in ihrem Berufsleben ausgesetzt?" Gäste willkommen.__[55/18]__ Per Yor«t«nd. Naturheil-Verein„Zukunft". Mittwoch» den 22. November, abends 7 Ulir, im Saale deS Herr» fisebvn, Benfselstr. 0: keUeallielies VeM Iiis iniier und Frauen über: G-snndlicitsPslegc deS Arbeiters. Referent Gen. veorg V-glwr. Um zahlreichen Besuch bittet Itl)02b]_ Der Vorstand. Verband aller im Handels- u. Transportgeverbe beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Bureau und Arbeitsnachweis: Kommandantenstv. 85 � Telephon: Amt IV Vo. 8073. Heute» Bnsttag, in Kellers Festsälcn, Koppenstr. 29: Grosser estronomisclier Projektions-Yortrag mit zahlreichen Licht- und Drehbilder« vom OieeUUsi' F. S. Archenhold(Treptower Sternwarte): „Die Bewohnbarkeit der Welten". Bor dem Vortrag und während der Pausen: Gn. Instrumental- u. Vokal-Konzert. Stach dem Vortrag: SV* TAXZ.-WW Herren, welche daran teilnehme», zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung S Uhr. Anfang deS Konzerts« Uhr, des BortragS 7 Uhr. Billets a 25 Pf. sind an der Kasse zu haben. Um zahlreichen Besuch bittet [75/20] Das Komitee. Kakao-FrOhstück GemQse« und Kraftsuppen Bouillon-Kapseln Suppen-Würze stets vorrätig bei J. Jonas, NW, Zn'lnglistrussc 14c. MAGGI Dr. Mampes bittere Tropfen(Marke Elefant) sind nur echt in dieser O r i g i n a l f l a s ch e. Preis für eine ganze Literflasche Mark 1,75, für eine halbe Literflasche Mk. I,—. tw NeberaU zu haben. vis Selbstbereitong von Cognac Rlllll den köstlichsten und edelsten "Ulli und llranntwclncn mit Liqueuren LV Comblnlerten Orlgrlnal-Reichel-Essenzen-HW Deutscher Eeichs-Patent-Schutr. Vorrätig in höchst vollendeter Vollkommenheit für ca. 60 Sorten, sämtlich von jodermann sofort höchst einfach und leicht selbst herzustellen wie AMasch, Boonckamp, ä la Benedictlner, Chartreuee, Cherry Brandy. Curagao, Genevre, Halb und Halb, Marasqulno, Pepermunt, Cacao, Bosen, VanMIe, Steinhäger, Stonsdorfer, Ananas-, Kaiser-, Sehlummer-, Schwedischer Punsch-Extract u. a. m. Misslingen unmöglich! Jeder Versuch ein Meisterstück! Die geradezu wunder- baren Erfolge sind mehr als überrasch. u. eine wahre Freude. Slan macht eich vorher keinen Beerlir:!! Die Getränke sind sofort ganz klar und zum Genüsse fertig und an Feinheit deu Ezp. 1 Origfl. Reichels Echte Jamaica-Rum- Basis f. 75 Pf. 1 Liter feinsten Weingeist (Spiritus vini) zu 1,40 Mark und 1 Liter Wasser. Die Mischung ergiebt einen feinen kräftigen Rum v. wundervollem Aroma u. köstlichem Geschmack, eine naturgetreue Wiedergabe des echten Ja- maica-Rums mit den eigenartig. Vorzügen •und Merkmalen desselben u. eignet sich "g! und Grogbereitung. teuren in- und aus- ländischonFabrikaten völlig gleich. (üarnntlo: Rein und natürlich! Wahrhaft nn- achütrhare Vorteile. Ganz enorme Erapnrnisae. In tanaenden Familien, In hüch- aten Urclacn im Gcbrnnch. Jede mit genauer Gebrauchsvorschrift versehene Originalflascho giebt bis 2Vz Liter Liqueur und kostet je nach Sorte 40, 50, 60, 75 und 100 Pfennig. Elitc-KollcUUon': 7 Origlnalflaschen sortiert Mk. 4,50 franco gegen Nachnahme oder Voroinsedung. Auf Wunsch jede Sorte einzeln. Nur in Origlnalflaschen und garantiert echt nur mit meinem Namenszug. Für Berlin und Vororte frei Haus.— Weingeist, Ltr. Mk. 1,40 excl. Keine Niederlagen.— Alleinversand nur direkt von der Fabrik Otto Reichel� Berlin. Eisenbahnstr. 4 Prospekte mit Rezepten u. ehrenvollen Attesten gratis u. franko. Vornicht vor\nchalimiinigon mit ttlinllclicn Vamcn. Das best« und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel derVJ<|* , �tirluliweiii-Extrakt »1, a» J 1 8= es" c. «3 g=- i aSlK" ausgezeichnet im Geschmack»»b Aroma. a Lt. M. 1.20, 5 Lt. M. 5,50, 10 Lt. M. 10.-. Ii RR IIA Nr. Z Fa?. 50 Proz. slark, a Lt. M. 1, 5 Lt. M. 4,50, 10 Lt. M. 9, 100 Lt. M. 85 Jamalca-Rimi, echt und echt Verschnitt, a Literflasche M. 1,60, 2,10, 2,50, 3,10, 4,50. Lugen Neumann& Co.»«™. »erlmMii»«: SSKSEKT Ä/RA?? Neue Friedrichstraße 8t.— Oranienftr. 190.— GenlHinersir. 28.— Sommandantenstr. 67.— Grüner Weg 56.— Slsaisersir. 19. Schönebcrg, Hauptstr. 129.— Lharlottenburg. Kaiser flriedrichslratze 48. Niederlagen: Pulbuserstr. 35. Potsdam: Bäckersir. 7. Kinderwagen« und Schiafmöbel• Bazar Baby* I. Invalldenstr. lOO, an dor Brunnenstrasso. II. Gr. Frankfnrtcrstr. 115 Ecke Andreasstrasso. III. OranienatrasHC 81, Ecke Adalbertstrasse. � | IV. CbanHaceittrasae 8, Ecke Schlogelstrasso. von(,00— 150,00 von 6,00-80,00. Riesen- BbMZiiT* DBPj« IM w P®#. 1,00— 150,00 & von 5,00 an m Betlfedepn Stand v.1Q>100.oa V. Rclnlckendorferstr. X d, am Weddingplatz. VI. Brnnncnstr.bS(Humboldhaln)"»»»0,00 an VII. Charlottcnbnrff, Wllmersdorferstr. 58. Scj delstr. 38, am Spittelmarkt, AaMTorkaaf von 5,50 an der von mir daselbst erworbenen Konkorsmasse. Lieferant des Post-»dop- and Vorschnss-Vereln». z ahnschmerz hohler Zahne beseitigt sicher sofort„Krop ps Zahnwatte" (20 Proz. Carvacrol watte) a Fl. 50 Pf. nur echt in plomb. Flasche. In allen Drogorion zu haben. Nimm nichts anderes, nur Kropp hilft sicher. 1 Kislchcn GlaS- Ehrisibanm- schiniick mit 300 Stück mir grüß, fein versilb. und beuialtc Neuheit, a. Reflex, Perl., Ku- geln, Glocken, Bög.?c. Als Gratisbeilage füge einen Engel mit bewegl. GlaSflügeln sowie eine Eigarrcn spitze anS Bernslein» glaSmiteiiigebrannl. Photographie Bebels od. Liebfnechts bei. Sämtl. Satden Vers, für den hiß. Preis ooii 5. M. 30 Pf. per Nachnahme. Ernst Weschenfelder Tädel, 957b Lauscha t. Thür. Für 36 Mark fedige feine ZÄtntcr-PalctotS nach Mab, für 50 Mark hochfein« Anzüge nach Mab, für 8— IS Mark seine Hasen nach Mag. ZlOVL't Ricscn-Stasslagcr. taseilstUU, keiil Laden. �erSohq ftjiJSSttStr-?*''?5' Brückensfdl- Gr frankfarteestr Zg fl—|_4m4a Vielseitigste und präch-_ Winter-Paletots i?.*;» Sut. allervomehmsten Geschmack 65, 50, 40, 30, 24, 18, 15 50 Pf. 1 Tuch, Düffel, Che- Hohenzüllernläntels�EEi?? te Glocken-Pelerine Innger weitfaltig. 63,—, 50,—, 40,—, 30,- Mk. Winter-Joppen Dicke Loden- Arten mit molligem Futter. Prakt. 0 Mk. Fafons mit breitem Brnst- überschlag. Schutz gegen Erkältung. 18, 15, 10, m« sm Kam mg., Diagonale,._ Schwarze Anzfine Ksr 10>»-. _ GO,—, 40,—, 30,—, 18,-,_ Winter-Hosen äuSs; css 3 garne usw. in geschmack- O Mk. 50 Pf. vollen Streifen..... 15,—, 12,—, 9,—, 6,—, Knaben-Mäntel, Jönglings-Mäntel, sehr billig, Hochmodemo Mass-Anfertignng. Feil# Preise. Billigste Preise. Torlangen Sie die Ute Preisliste. Jeder auch toilwoisor Nachdruck wird strafrechtlich verfolgt lieferanten an y.frgros-hdeki/'� .frforl'Jmpor/.� � > L jjj � Vi v mm\- � Mim. i r/ Cardcroben- '( Geschäfte, i vi Vereine, |( Jnstitute, /)| yj und lyausländischel Gesellschaften. � Lt Zenith« Cigaretten! Eochfeine, mlkle Qualitäten! In den Cigarrengeschäften käuflich! L ■QBBTOBiraaiKsa ßichtePS*...................... Anker-Steinbankasten sind durch völlig neue Zusammenstellung derart vei-vollkommnot worden, das» jetzt bei denselben Proisen des Kasten« bedeutend schönere und grössere Bauten damit aufgeführt werden können. 203 fertig« Bauten stehen zur Besichtigung. Torratij) In 81 verscliiedenen Hnmmern la Preis« ron 90 Pfg. an. Ergänzungskasten, Banvorlagen, einzelne Steine! Verkauf zu Fabrikpretaen. Zinn-Sioldaten gOK" Lager in allen ezlstlersndon Artsn und Pralslagen. Auf feinste flache Soldaten bei 3 Mark Einkauf 50 Pfc* Rabatt. 'fg. t__________ _ zum Aufstellen von Schlaolitfoldern, brennenden Häusern, Windmühlen, Zäunen etc. 3008L Hpiihpjfßn in Festungen, Hiiusorn. Windmühloti. Grosse Auswahl gekleideter n. nngckleldcter Pnppcn-Rcparatnrcn werden schnellstens ausgeführt. Einlieforang frühzeitig erboten, da kurz vor Weihnachten die Berge von Puppen-Reparaturen nicht zu bewältigen sind. Grösstes Lager Deutschlands von Spiel-Waren Kein Bazar. nnr Spielwaren. Besser and bllllcor wie in Raaaren. Meine diesjährige Weihnachts-Ausstellung umtasst 57 Fenster Front meines Hauses und wird jedem Besucher, Gross oder Klein, viel Vergnügen bereiten. An Iß türhanfAnatAI*«>ne grosso SehenswUrdlgkelt. Die Aus- io acnauiensier steUmi- ist von morgens 10 bis abends Nichtkäufer, gern gesehen.(Kinder sich bieten schon meine__ 8 Uhr geöffnet und ist Jeder Besucher, auch nur in Begleitung Erwachsener.)" Gcschiiftsprlnclp; Beste Ware in sehr grosser Auswahl zu niedrigen Preleen. Bernhard Keilich 6r. Hamburgerstr. 22/23, Eckhaut der Oranlenburgeretraeaa. Belm Meabljeuplatz n. Hackeichen Markt Bahnhof Börse. Warenbans Fr. Pfingst& Co. Ecke' Neue FriedtuMasse, direkt am Bahnhof Alexanderplatz* 33a Könlgstr. 33. Ecke Neue Friedricfistae, direkt am Bahnhof Alexanderplatz, Wirtschafts-Artikel. Klielienrahmeu m Haken... 1,75 Kliehenralimeu init B,75 SUilIenbreller, S. 8, 9, 1! � Holz- u. Kolilenkaslen 1,85, 2,45, 3,10 iuskloprer;;;;. 10, 25, 45 Pk Abstäuber 6, 12, 25 � Steingut. Teller, CaeK uns tief.• i■ i i i 5 Pf Dessertteller 3 pf Kompoltteller 2 p� Satz Seliüsseln, bestück im Satz 98, 1,15 SatZ SCbÜSSelD, blau, Zwiebelmuster 1,20, 1,45 Kaffeebeeher,; 8. 10 p- kalleebeeber. biau, ztvisdsimustsr 8. 10. 12 pf Lauerntische, «oliS gearbeitet, pr� Stück 2,05. Dekoratiollssäulev, schwarz poliert 2,85 Holz und Nusshaum L a m p e na Säiileiilaiii|>eii mit Tulpe 5,75*7,50 9*00 Tischlampen, Majolika• 3,95 Tischlampen..• Korriclorlampeii•. Kücheiilampen... �tachtlampen... Klas. Di'erbeeber, i-iter a stück... 4 pf Olerbeeber m Goisrans» 3 stuck 20 pf Wasseryläser»« stück.... 10 pf Diasteller....... G, 8, 10 pf Butterdosen 25, 38 pf Salz- u. Pfefferstreuer vt�iwut 8 pf Bambustische mit reichbemalter Schals..... 38 Pf Dekorationspalmen �. 03, 1,50 Bronze- u. Stahlwaren. Tafelanfsalz-WKsi»" 95, 1,85 Konfeklkörbeben Ä 95, 1,85, 2,85 Dekorations-Kannen, farbig 95, 1,95, 2,85 LÖffel, Br>tann'a'mStahIeinl 5, 7, 8, 18 Pf Messeru.Gabel,paar25,85,45,65 pf Gemüsemesser.... 5, 10, 15 pf Wiener StUble mp- Rohrgeaecht 3,85 Wiener Stühle� sepresstcmHoizsitz 4,80 Porzellan. Teller, f�f uns aacs»,,»15 pf Dessertteller, �u-schusz,. 4 pf Kompottteller, Ausschuss.. 2pf- Kaffeekannen.. 38, 80, 75 pf Tassen... 15, 18, 20 pf Kaffeebeeber m.Bcrlincr Ansichten 18 Rf. Milehtöpfe, dekoriert.. 9, 10 Pf. Salzlöpfe...... 45 pf Blech- u. Emaille-Waren timer, neublau und marmoriert,£5 Pf Theeslebe.... 5, 20 pf. Weissblecb-Tabletls 10, 15, 25 pf. Scbneescblag-Masebineu 28, 30 pf KOUSOie mit Mass, neublau u. mann 38 Pf. Calfiinnf zum Anhängen, neublau IQ r,, dClillujJI marmoriert... iL Ft. Kehrschaufeln gros,... 52 pf. Reibeisen.... 5, 10, 22 pf Vernickelte Dekorationstische mit 2 Platten 4,50 Eisenbronzierte Schirmständer ■Heilig 3,25 7nknf« QU 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahn- LO Üllla L. In riehen I M. Plomben 1,50 M. Tellz. wöchentl. IM. " Zahnarzt Wolf. Lelpzigerstr. 130. Sprechst. 0-7. Gustav Schmidt l-iniensti'. eta, ä». RoscnIHaler- u SchöiiHmiserslwve, empfiehlt Freunden und Bekannte» seine Restauration Reichhallige» Früh- studstisch, Tchullheih Verfand, Pilsener, fst Weihbier Tel.-Amt III. No, 2419. PhotogWhischtg Atelier. Adalbertstn 07«Eckhaus an der Adalbert-Brücke). Bislt 13 Stck� und 1 Poslkarle mii eigner Photographie 3 M, 7 Siiihhictt mit Postkarte O M BereinsauiuaHmeii ohne Anzahlung 50 X VC a Bild 2 M 75 Pf[30232* Or.SimmelÄ'Ä » 2 treppen rechts Spi'cinliu'zt f..Hn»t-». Harnleiden. 10—2, 5—7. Soiiulags 10—12, 2—4* Knadenaiizüge it. Paletots, Mädchenkletder u.-Mäntel preisw. 29162*] 0. Hoffmann, Beteraneustr. 14. Arbeiter-Bernfsartikel n. Wäsche ansichkieblich eigenes Fabrikat.— Lpecialitiil: Arbeiter- Berufs- kleidung: Bla» sloper-Jacke» M. 1,05, steigend je nach Größe um 10 Pi., blau Köper-Hoieu, in alle» Längeli, M. 1,65. Arbeiterliciude», Bluieu, ivlaler- tittel u. Montcnrhcindcn. V. W■■ r z u I& Co.. Wrangelstr. 17 W&äiStA Weine Anzeigen. K SkllSKtf/Clt.Viimiuer werden in den Anna/imesteflcn für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 U/tr, in der Ha uptexpeä ition Benthstr.3 bis 4- Uhr an�enoonnen. iste � rden lin A m Verkäufe. Gardinenhaus Grobe Franksurter- strabc 9, parterre. 1-58* 4Zur>ictgeset,tc Herrenhosen aus feinsten Stoffen 9—12 Mark, Verkauf nur Sonnabend»nd Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21 II. 7501, Aorjährige elegante Winter- Paletots und Herrenanzüge aus feinsten Stoffen 25—40 Mark. Ver- kauf nur Sonnabend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unier den Linden 21 II. 74gb Bcttsalkrohr. Stuhlrohr. Bambns. T. H. Kramer, jetzt Wallstrabe IC. Winterpäletots, Anzüge, Rc- niontoiruhre», Regulatoren spottbillig Pfandleihe Neanderstraffe 6. 137/1- Bette». Teppiche, Steppdecke», Gardinen spottbillig Pfandleihe Neanderstrabe O. 137/1* Gomptoirmöbel. gebrauchte, neue am bittigsten. Hülb, Oraniensttahe 35. KanarienroUer-Verkaus Schramel, Boeckhstrabe 50. 1-95* Kanorienrollcr, 20, Gesangs- fpinde, prima, verkauft Thiele, Barnim- straße 32. 904b Ma»opnh»-„Leierkasten" verkauft oder vertauscht gegen Fahrrad, Wege, Fichtestrabe 20. 984b Herrenrad, Damenrad, 99 Mo- delle, verkauft fpotlbillig Loewe, Iernsalemerstrabe 44/45._ 977b Bettstellen mit Federmalratzen 15,00, Schlasfofa, Kleiderspind, Wäsche- svind, Sanlentrumeau, Ansziehttich, Speisetisch 7,00, Taschensosa, Muschel- betten, Spiegelipindchen, grober Muschelspiegel 13,00, Stühle, Schlag- regnlalor, Paneelbrett, Teppiche, Federbetten. Küchenmöbel spottbillig verlänslich Waldemarstrabe 27, vorn I, Fahrrad, hochelegant, Pracht- Maschine, schenswert, sofort dringend spottbillig Eigarrengeschäst Königs- bergcrstrabc 7.__ 149/5 Bettstelle» mit Mnschelaussatz 18 einfache 8, Schlaksosa, gilt erhalten, sowie aufgearbeitet mit neuen Bezügen. Möbelgeschäft Anklauierftraße 20. Möbclverfaus, Oraiiienstrabe 73, zwischen Moripplatz und Alepaiidriiien- sirabe, in meinem vier Etagen hohen Fabrilgebäiide, grobes Möbel-Speeial- geschäst für WohunngS-Einrichiungen. Vraiitlente, welche eine dauerhafte nnd billige Einrichtung kaufen wollen, bitle ich, ohne jeden Kanfzwaitg mein koloffaleS Lager vor Einkanf zu befich- tigen. Verlangen Sie mein größtes Musterbuch gratis und sranco. Durch gröbere Maijcneinkänse und Ersparung der teure» Ladcnmieie bin ich im stände, hübsche und geschmackvolle Wohiinngöciiirichiungen schon für 150, 200, 300, 400 Mark, hochelegante von 500 vis 10000 Mark zu lieser». Fertige Miifterzimmer zur Ansicht. Wohnnngscinrichlniigcii ans Teilzah- lung»»tcr den conlantestcii Bcdin- gungen. Beamten ohne Anzahlung. Eigene Tapezier- und Dekorateur- wcrlstatt. Brantlciite erhalten hübsches Lnrus-Möbelstück als Zugabe. Kleider- spi»d20, Waschtoilette, Küchenspind 18- Kommode 15, Spiegel 7, Muschel, Kleideripind 35, Sofa 30, Bettstelle mit Matratze 1s Mark, Nuhbanm und Mahagoni finlrnierle Kleiderspindc», Veriikow 32 Mark, Muschclbcttst-N- mit Sprnngsedcrbodcn 40, elegante Trmncaus 45 Mark, Salou-Ganiitnr 60, 75 und 105 Mark. Paneelsofas mit Saiteltafchcn 75 Hcrreufchreibtisch 45, rcichgcsckmitztes Büffelt 100 Mark. Zu ganz billigen Preisen werden die groben Vorräte verliehen Gewesener, zum Teil sehr wenig benutzter Möbel verlaust, darunter ganze Speisezimmer, Salons und Schlafzimmer. Täglicher Eingang gebrauchter, einfacher und feiner Möbel. Gekaufte Möbel werde» 3 Monate lostenfret aufbewahrt, durch eigene Gespanne in die Wohnung ge- bracht iiud nnfgcstcstt, auch anbcrhatb. Fahrräder. Teilzahlung, mähige Anzahlung, direkt aus Fabril. Lager von 400 Maschinen, gebrauchte Fahr- räder stets vorrätig. Imperial-Fahr- radwerke, Dteiienbachstrabe 33. Lädeiicinrichtiing für Restaura- tion, Eigarrcn-, Seifen-, Material- waren-, Grünkram-, Bäckerei-, Pofa- rnentiergeschäft, spottbillig, eventuell Teilzahlung Hülb, Oraiiienstrabe 35. Ladeneinrichtung, für alle Ge- schäfte, Eomptoirmöbet, gebraucht u»d neu, spottbillig Elsasierstraße 52.* Gasheizöfc», Sparsystem, 9,00, Reflektor, Gaskocher, Zwciloch 0.00, Dreiloch 10,00, Gasbratofcn, vor- züglich, 12,00, GaSplätteiscu sehr billig! lKein Laden!) Wohlauer, Wallncr- theaterstrahe 20/27. 9g3b Billige Möbel habe aus Lager. Klciderspinden 17, Kommoden 13, Säulenspindcn, Truineaus 48, Wasch- toilette mit Marmorplatte 20, sowie ganze Wirtschaften Bru»nettsirabe30, Möbelspeicher. 99tb Pianinu Gipsstr. 8/9. verkäuflich. Langsritz, 994b ivtödclsiichendc kaufen Mahagoni sowie Nuhbamnmöbcl, darunter Sänleuspinde, Triiincau, geschliffenes Glas 50, hochelegante Paneel- Eiageren-Taschen-Stoissosas, hochfeine Muichclbcttc», Küchemnöbcl sowie vollständige Wohiinngscinrichtungen zn billigsten Preisen. Hirschowitz, Mariannenstrabc 7a. 277X* Rähmaschiuen sämtlicher Systeme, Speciatität: Ringschiffchen, Adler- Schnellnäher Elastic ohne Anzahlung. Bestellung Postkarte Leusch, Schön- Häuser Allee 103. 149/4 SofaS billig zu verkaufen, Köpe- nickersirabe 491 beim Tapezier. 1-140 Harzer Kanarienvögel, Hohf-, klingelroller, Kommaiidantenstrabe 52, Grundiuann. 1003b Materialwaren», Gemüse-, Kohlen- geschäst, 9 Jahre besitzend, gutgehend, uerkauilich Adalbertsirabe 24. 1-79 (Ligarrenfabrik A. Tietz, Inva- lidenstrabe 124 und Breitestratze 23. Empfiehlt seine Hauptnummern t 6 Pf. Nr. 21, 6 Pf. Nr. 27 und 23, 7 Pf. Nr. 22. Auch WeihnachtSpackung jeder -Art. 1-70* Fahrradhändler lausen sämtliche Zubehör- und Rohteile, sowie Gestelle, gespannte Räder sehr vorteilhaft. Fahrradartikel en gros, jetzt Luckauer- strabe 3, Ossenberg. 135/13* Vermisebte Anzeigen. Elektrotechnik. 5. Dezember neuer Abendkursus für Schlosser, Mecha- niker usw. zur Ausbildung als Ma- scksinist, Elektroniouteur, Werksührer Man informiere sich durch Prospeklc und erkundige sich bei Schülern dcr Austalt. Jackson, Alte Iakobstr. 24. ' Bcroiiisziuinicr Flick. -imeonstrabe 23, s245K- Elcktra, Prinzeustrabe 55. Nenn- Zlbendkiirfus und Praktikum für Elektromonteure 1. Dezember. jülSK■ Ilnfallsachc», Klagen, Eingaben. Putzger, Steglitzerftrane 65. 57 lh- Polstermöbel werden zu billigsten Preisen gearbeitet sowie neu aus- gepolstert. Tapeziereruieister Lazarus, Anklamerstratz« 20. 237K' OcnittnngS-MarkeN und Kautschuk- Stempel liefert seit 20 Jahren für taniendc Kassen»nd Vereine Jean Holze, Hamburg, Grobe Drehbahn 45. Illustrierte Preislisten gratis. sl34/l Privat Mittagstisch von 12—3 Portion 35 Pf. Oranienstraße 178, I. Damen separate Zimmer.__[234K Empsehle mein Familien-Restan- rant, Psefferberger Ausschank, 3/l0 Liter 10, Weibbier 10 und 20 Psennig. Rosenberg, Brnckenstratze 2. 995b Vereiiisziiiiincr zu 50 Personen zu vergeben, Psefferberger Ausschank, Brückenstratze 2._ 997b Bücherspind, gut erhalten, zu kaufen gesucht. Offerten an Wenzel, Expedition dieser Zeitung. 27011 Ehrenerklärung. Die Beleidi- gung, die ich gegen Frau Grnh», Berlin, Euvristrabe 35, ausgesprochen, nehme hiermit zurück. Otto Brache. Agenten bitte um genaue Offerte für Lebensversicherung. Schadebach, Nixdorf, Hennaunstrahe 52.[1-22 Vermietungen. Wohnungen. Elektrotechnik. Gründlichste Aus- Wohnung, zwei Zimmer, Küche, bildnug zum praktischen Elektro- auf l. Januar gesucht im nördlichen monieur. 1. Dezember. Bolta-Elektro- 1 Stadtviertel. Robert Ren, Tieck- technikum, Fischerstrabe 10.' 207K*| straffe 4, n links. fW Zimmer. Gesucht ans sofort eveiitnell 1. De- zember grobes, möglichst einfach möbliertes Zimmer ohne Frühstück mid Most, für einen Zeichner geeignet. Gegend der Jischerbrücke bevorzugt. Offerten erbeten unier I». 5 an die Expedition. ScMafstenen. Eine Schlafstelle zu[vermieten, Hoffmann, Lübbenerstratze 25, vorn 2 Treppen. 1000b Mädchen mit Bett findet Schlaf- stelle. Kästner, Stallschreiberstrabe 55, Onergebäude 2 Treppen. 137/ N 'Schlafstelle Ziosiizstrabe 17, Hof I rechts. 989d .■Kleine Stube, alleinige Schlaf- stelle, 7 Mark, Lausitzeiplatz 3, Hos IV, Krause. 990b Fenudliche Schlafstelle für Herren Grünauerstraße 35, vorn IV. Simon. Saubere Schlafstelle für Herren. Schenk. Boeckhstrabe 50, Hos IV.[983h Freundliche Schlafstelle, separat, Herren, Fürbringersiratze II, Ho« 4 Treppen rechts. 980b Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Tüchtige Farbigmacher Engeluser 9._ verlangt 903b Klavierspieler für Sonnabend und Sonntag verlangt Elisabethstrabe 4, Schwante..__ 990b Kostiimroek-Arbeiter stoben lohnende Beschäftigung. Gebrüder Rüben, Post- straffe 9. 137/13 Lehrling verlangt Alsenidewaren- sabrik Auerbach, Prinzenstrabe 71.__ Junge Leute werden ans meiner Musilschule bei freier Station gesucht. Angebote erbittet H. Krüger, Kapell- meister, Bielefeld, Wittekindstrabe 47. Schürzeiinäherin verlangt Paeple, Bredowstraffe 27, I.+135 Geübte Falzerinnen verlangt Walter, Wattstrabc 21—22. 958b Answärterin. vormittags, bei gutem Loh», sucht Gutstadt, Burg- straffe 1c._ 9826 Schirmnäherin verlangt Löwen- stci», Wallstrabe II. Dauernde Arbeit, yohe Löhne. 981b Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigeu koste» IC Pf. pro Zelle. Bei der Oris-Kiaukcnkanc n'ir das Tapey.terer-Gesverbe zu Berlin ist die Stelle eines[975b Bareaa-Bllfisavlivitrrsi nnd Kranken- Controlenra mit einem Jahresgehalt von 1000 M. zum 2. Januar 1900 zu besetzen. Ge- eignete Bewerber wollen sich bis zmu 5. Dezember 1899 bei dem Vorsttzen- den M. Oest, Charloitenburg, Kaiser Friedrichstr. 53, schriftlich nieideu. Kaffenmitglieder werden bevorzugt. «*1 Holzarlieiter! Der Streik bei den Firmen Karl üliiller. Schönhauser Allee, und Adrl»& Co. dauert fort. In der Tischlerei von 278/IZ Keofg Moabit. Berläugerte Hnttenftr.. haben 27 Tischler die Arbeit niedergelegt. Zuznq fernhalten. Tie OrtSverwaltung. Achtung! Vergolder. Tie Sperre bei der Firma Am Königsberger (Jnh. Davidsohn), Gr. Fraukfnrterstr. 119, dauert unverändert fort. Zuzug streng feruzuhalten 226/5« Die OrtSverwaltung. Veraiilwvrtltchcr Redactcur: Paul John in Berlin. Für den Jnscratciileil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badina in Berlin. «-» a mw. 2. KeW i>cs„Wmiirls" Kerlim WsM Zlrbeiter, Parteigenossen! Nur wenige Tnge trcinicn uns noch vom Termin der am 27. November stattfindenden Stichwahlen zur Berliner Stadt v c r o r d n e t e n- V e r s a m nr I ri n g. In drei Wahlbezirken haben wir noch einmal zum Kamps anzutreten, Im G. Bezirk, Wahllokal Denncwitzstr. 13, steht unser Partei- genösse Gastwirt Ferdinand Ewald, Schönlcinstr. 6, mit dem liberalen Richard Barth in Stichwahl. Im 7. Bezirk, Wahllokal Teltowerstr. 3, ist zu wählen zwischen dem Parteigenossen S ch n h m a ch crm eist er Karl Lankow, Zossciicrstr. 11, und dein Liberalen llllstein. Im 45. Bezirk endlich soll entschieden werden, ob ein Per- trctcr des Antisemitismus, der Rechtsanwalt Ullrich, oder unser Parteigenosse Expedient Th. Glocke, Lansitzcrstr. 52. ins Stadt- Parlament einziehen soll. Die Notwendigkeit, nur entschiedene Vertreter dcS freiheitlichen Gedankens in die Stadtvcrordlicten-Versammlung zu senden, ist erst vor wenigen Tagen durch das bekannte Schreiben des Frhrn. v. Mirbach auf das schlagendste dargcthan worden. Mehr wie je bedarf dieVcrtre- tung der Bürgerschaft solcherMänncr. bei denen von vornherein jegliche Möglichkeit ausgeschlossen ist, daß sie nach oben hin den Rücken nicht steif zu halten wissen. Mehr wie je sind aber auch Männer not- wendig, die den bisher stark vernachlässigten Forderungen der A r b c i t e r s ch a f t Geltung zu verschaffen wissen. Einzig die Kandidaten der Socialdcmokratie bieten eine absolut sichere Gewähr für die Erfüllung dieser vornehmsten Aufgaben. Arbeiter, Parteigenossen! Agitiert in den drei fii Betracht kom- Menden Bezirken für unsere Sache. Benutzt namentlich den Heu- t i g e n Tag zur Aufklärungsarbeit. Keine schönere Anwendung der Euch heute aufgezwungenen ArbcitSnmsze als die Propaganda für die Socialdenrokratie! Auf zur Agitation! Auf zum Wahlkampfl Nonnrnmctkes» Sluf die Tagesordnung der nächste» Sitzung der Stadtverordneten- Bersaiumlimg am Donnerstag, den 23. November, sind ii. a. folgende Gcgenslände gestellt: Berichterstattung über den Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Beschäftigung von Gehilfen. Lehrlingen und Arbeitern im H a n d e l s g c w c r b e an Sonn- und Festlagen; Vorlage, betr. die der Stadtgcmcindc au fcejii Nachlasse der Witwe Vartikow, geb. Fischbach, zugefallenen Beträge: Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Ein- aeniciüdung der Südseite der Straffe Hasenheide in Berlin, sowie die Vorlegung des Entwurfs eines OrtsstatutS zwecks Gleichstellung der Beamten der städtischen Vctriebsverwaltnngcn mit den übrigen städtischen Beamten; Vorlagen betreffend die" an die Kanzlisten als Zulage zum Kanzlcivcrdicnst zu zahlenden Ver- giitigungen, eine Rückzahlung an den ArbeitSausschuff der Berliner Gcwcrbc-Ausstcllnng ILM: die Beschaffung von 25 neuen Spreng- wagen, 12 neuen Kehrmaschinen und 10 neuen Handsprengwagen; die Bewilligung von EinrichtnngSkostcn für das OpcrationShans und den Diphtherie-Pavillon des Kraukenhaufes am Urban; die Ein- stcllnng der Erhebung der G e m e i n d e- E i n k o m m e n st e u e r nach dem Steuersätze von 4 M., die Einkommen von mehr als liö0 M. bis etnjchlicfflich S00 Ri. umfassend, vom 1. April 1S00 ab Ualmles. Achtung Parteigenossen. Am 26. November halten die Gesangvereine„Deutsches Herz",„Germania",„Ehemaliger 20cr" und„SlcSwigia" eine Festlichkeit aw und zwar im Deutichen Hof, Lucka ncrstraffc. Dieses Lokal steht uns bekanntlich zu Versammlungen nicht zur Verfügung. Ebenso veranstaltet der Mänucrgesaugvcrcin „Frohe Sänger" am 26. November sein Stiftnngsfcst und zwar im Lokal Bclvedcre an der Jannowitz-Brücke. Auch dieses Lokal ist für uns zu Versammlungen nicht frei. Zu beiden Vergnügungen werden Billets in Arbeiterkreisen zu vertreiben gesucht. Die Lokalkommission. Znr Lokalliste. H a b e r e ch t S F e st s ä l e, Gr. Frankfurter- straffe 30, stehen der Arbeiterschaft zu allen Versammlungen znr Verfügung. Dagegen ist das Lokal von Fritz Znbeil von der Liste zu streichen, da derselbe sein Lokal aufgegeben hat. Die Lokalkommission. Die Parteigenossen dcS fünften Kreises niachen wir darauf aufmerksam, daff am Sonntag, den 26. d. Mts., die Gesangvereine „Liedertafel Freie Sänger" und„Lorbeerkranz" im Schweizer- garten ein Konzert veranstalten. Das Programm verspricht einen genuffreichen Abend. Näheres im Inserat des heutigen„Vorwärts". Studentische Ungezogenheiten. Die studentischen Flegeleien, über die wir am Sonntag berichteten, nehmen ihren Forlgang. Eine hiesige Korrespondenz wciff in der Angelegenheit zu melden, daff wie früher schon so auch bei der Vorlesung, die am Montag von Professor A e h r e n d über Prostitution gchaltcii wurde, beim Erscheine» der genannten Dame gelärmt wurde. Länger als 10 Minuten Ivurde gescharrt, gezischt, gepfiffen und nur vereinzelt getrampelt. Auch als Prof. Bchrend das Katheder bestieg. hatten die Gemüter sich noch nicht beruhigt, und wieder entstand ein heftiger Spektakel. Als der Sturni sich ein wenig gelegt hatte, erhob sich Prof. Behrend und sagte: Er, der Lehrer, habe der Dame gestattet, den Vorlesungen beizu- wohnen, die Studenten sollten sich diesem Beschlüsse fügen und nach Möglichkeit ruhig sein. Hingegen wären das letzte Mal eine g r o ff e A n z a h I T u r n l e h r c r, K a u f l e u t e und andere Personen erschienen, die kaum ein wissenschaftliches Interesse au seinen Ausführungen haben dürften. und daher seien diesmal Pedelle an den Saalthürcn aufgestellt, welche den Eintritt nur gegen Vorzeigung der Studentcnkarte gestatteten. Hierauf ging der Professor zu seinen äuffcrst sachlichen Ausführungen über, in denen er weit mehr die sociale Seite der Prostitution be- tont und ihre historische Entwicklung darlegt, als medizinische Aus- cinandrrsetzungcn bringt. Trotzdeni ivurde er auch im weiteren Verlauf dcS Vortrages von Acuffernngen des Beifalls und Miff- fallcnS unterbrochen. Die Korrespondenz bemerkt noch, daff die Dame, die derart da-Z Miffsallen der Studenten erregt. S ch u I v o r st e h e r i n ist und dem Alter nach fast die Mutter der jungen Kommilitonen sein könnte. ES ist eine ernst strebende Frau, wofür schon ihr Beruf uollkönuncn bürgt; sie hat an der Universität volkswirtschaftliche Vorlesungen gehört und will sich min auch über die sociale Frage der Prostitution belehren, eine Frage, die eine Frau und im Besonderen eine Berliner Schulvorstehcrin wohl mindestens ebenso viel angeht wie die jungen Berliner Studenten. Die Herren können sich also beruhigen und ihre sittliche Entrüstung dort bekunden, wo sie— besser am Platze ist! Die Berliner Stadt- und Ringbahn soll, nach einem Projekt, wie es die Union- EleltrieitätS- Gejellschait zu Berlin ausgearbeitet hat, wesentlich mehr leiste». Ein wesentlicher und für Lolalverlehr sogar der größte Vorteil des elektrischen B e t r i e b e S ist die Möglichkeit, schnell anzufahren. Während bei Dnmpfbahnen im Lokal verkehr eine Beschleunigung von höchstens 0,15 Meter und bei Schnell zügen noch erheblich weniger erzielt>vird, kann bei elektrischem Be trieb ganz gut eine Beschleunigung von 0,5 Meter und mehr mit Sicherheit erreicht werden. In dem Projekt der Union- ElektricitätS-Gesellschaft ist eine Beschleunigung von 0,455 Meter), das ist dreimal soviel als die jetzigen Dampflokomotiven erzeugen können) angesetzt worden und man erreicht dahei eine enorme Steigerung der Lcisinngsfähigkeit der Bahn, ohne daff die maximale Fahrgeschwindig kcit ungebührlich erhöht zu werden braucht. Durch das Projekt würde sofort der FassungSraum eines Zuge um 60 Proz. erhöht werden, eine Erhöhung, die beim Dampfbetrieb wohl auSgcschlosseii erscheint, Ueberdies wurde noch eine LcistungS stcigcrinig bis 260 Proz. erreicht werden können. Jeder der elektrischen Züge soll vorläufig ans acht vicrachsigcn Motorwagen bestehen, deren Fafsnngsraum je um 80 Proz. größer ist als derjenige der vor- handcncn Personenlvagcn. Jeder Wagen soll selbst durch Motoren angetrieben werden, welche aber gemeinsam vom ersten Wagen uus von einem Führer automatisch reguliert werden. Der vorläufige Verkehr mit acht Wagen kann bis auf zwölf Wagen erhöht werden, wobei allerdings die Perrons der Stadlbahnhöfe etwas verlängert werden müßten. Abgesehen von den bereits erwähnten Vorteilen des elektrischen Betriebes kann man die erheblich ruhigere Fahrt, die bessere. Beleuchtung, die Beseitigung des Dampfes und Rauches, sowie die Vermeidung des Geräusches als angenehme Zugabe be trachten. Rl» Tcncfelder-Dcnkmal hat sich die Senkung des Fundamentes über die kürzlich berichtet wurde, als so bedeutend herausgestellt, daff das ganze Denkmal abgenommen und neu untermauert werden muff. Nachdem das Standbild vom Sockel losgelöst und mit Flnschcnzügeu auf ein starkes Balkengerüst gestellt worden ist, wird jetzt der Sockel ausciiiandergenommen. Die' Arbeit muff mit großer Vorsicht ausgeführt worden, um Beschädigungen der an dem Sockel angebrachten Kindcrfignren zu vermeiden. Wohl in keiner GescllschaftSschicht der Rcichshauptstadt, so berichtet man nnS. ist die Schamlosigkeic zu solcher Virluofität cnt ivickclt worden, wie unter den Konfektionären. Als Beispiel für die Frechheiten, die diese Herren sich ihren weiblichen An gestellten gegenüber zuweilen herausnehmen, möge eine„Scherz karte" dienen, die man wie unversehens dem. jungen Mädchen zu spielt. Die Karte hat folgenden Inhalt:„Verehrtes Fräulein! Sind Sie vielleicht geneigt, mit mir unter Vcrschwiegcnhcil auf einige Zeit in eheliche Berbindung zu treten?" Die proletarischen Väter thäkcn gut, sich zehnmal zn bcfimicn, bevor sie ihre heraiixcifcnden Töchter in die ost für begehrenswert gehaltene Ktellnng eines so „verehrten Fräuleins" hineinbringen. Die beide» Gasanstalten in der Gitschinerstraffe nnd an! dem Wcdding werden in den nächsten Jahren, verschivinden und mir ein kleiner Teil des Hinterlandes zum Zwecke von GaSvehälter- Anstalten im städtischen Besitze vervlciben. Es-werden an Stelle dieser Gasanstalten neue Anstalten auf Tegeler nnd Rcinickendorfcr Gebiet crrichlsi werden.-' Der Raubmörder Josef Gönczi und seine Ehefrau Anno treffen voraussichtlich am nächsten Freitag hier ein. Der Danivfcr „Jtaparicä" der Hainburg-Amcrika-Linie mit Gönczi und seiner Frau an Bord ist heute früh in Cherbonrg angekommen und wird morgen die Reise nach seinem Bcsliminungsor't Hamburg fortsetzen. Der Dampfer ist am Donnerstag in Hamburg still jg/ Entinündigt worden ist der hier domizilierte Jaslizrat F c i ch t m e y e r. Dieser Herr war früher Bürgermeister der Stadt Lanban. Bekanntlich wurden seinerzeit in der Kämmcreiknsse der Stadt Ilnregclmäffigkeiten entdecht und ein Verschulden hieran wurde dem Biirgcnncistcr.' Herrn Justiztat F. zur Last gelegt, indem hem Stadt-Kierhaupt vorgeworfen wurde, daff er eS an der nötigen Anfsicht habe mangeln lassen. Er wurde gezwungen, seine Stellung anfzngebcn nnd zog nach Berlin, um von hier aus ein Prozeß verfahren gegen den Magistrat der Stadt Lanban einzuleiten. In dem Verfahren wurde festgestellt, daff dem früheren Bürgenneister weder ein direktes noch ein indirektes Verschulden an den Ver- nntreiningen treffe und er gewann die sämtlichen Prozesse in allen Instanzen. Die fortgesetzten Aiifregniigen, in die Jnstizrat F. durch die Streitsache versetzt wurde, haben ans seinen' Gcsiiiidheitsznslaiid erschütternd gewirkt; es stellte sich bei ihm eine hochgradige Nervosität ein, daff dnS EntmündigiingLvcrfahrc» gegen den früheren Bürgcruicislcr eingeleitet werden muffic. Wegen Verausgabung falschen Geldes wurde Montagabend bei dem Hanie Petersbnrgerstr. 6 eine Frau festgenommen. Falsch- münzer und ihre Helfershelfer treiben in jener Gegend schon länger ihr Unwesen. Wiederholt haben sie bei Geschäftsleuten Falschstiicke an den Plann gebracht. Die Festgenonimene, eine Fron Sinnig aus der MiiSkanerstraffe. wurde gestern>der Kriminalpolizei zugeführt. Woher das falsche Geld stammt, weiß man noch nicht, wabrichcinlich ist jedoch, daff eS nicht in Berlin, sondern in der Provinz hergestellt wird. Die Verhaftete ist wegen Münzverbrechens schon zweimal vorbestraft und hatte erst bor acht Monaten das Zuchthaus ver- lassen. Die alte Sünderin gicbt zu. schon längere Zeit wieder ulschcs Geld durch junge Leute und Kinder, die von den Fälschungen nichts wußten, in de» Verkehr gebracht zu haben. 28 Schntzlrutc bewachen jetzt die Marmorfiguren in der Siegcs-Allce. Im Znchthause irrsinnig geworden! Der frühere Buch- Händler Fritsch ans Berlin, welcher vor etwa zwei Jahren vom hiesigen Schwurgericht wegen zahlreicher Sittlichkeitsverbrcchcn zu drei Jahren Zuchthaus veriirtheilt und zur Berbüffung dieser Strafe in die Moabiter Strafanstalt eingeliefert wurde, zeigte schon seit cinigsr Zeit Spuren von geistiger Störung. Er wurde daraufhin in die BcobachtüngSstation der Anstalt übergeführt und kürzlich durch den AustaltSarzt. Sanitätsrat Dr. Leppniann, für unheilbar geistes- krank erklärt. Jetzt ist der Verbrecher in die Jrrciiaiistalt zu Dall- dorf transportiert worden. Fritsch hatte, wie wohl noch erinnerlich 'ein dürfte, für sein in der Friedrichstadt belegenes BiichhcmdlungS- Geschäft junge Damen als Reisende engagiert und sich dann an ihnen in sittlicher Hinsicht schwer vergangen. Einbrecher haben in der Nacht zum Dienstag daS Hygienische Institut in der Rloslerstraffe besucht. An der Sicberstraffc kletterten ie über eine hohe Mauer und gelangten so in den zweiten Hof. Von hier anS gelangten sie durch ein Fensier. dessen Scheibe sie ein- schlugen, in den Seitenflügel und durch das Trachtenmuseum hindurch in die oberen Räume. Ihre Mühe hat sich aber kaum gelohnt, denn te fanden nicht viel, das für sie geeignet gewesen wäre. Nur zwei Mikroskope nahmen sie aus dem Laboratorium mit. Den Rückweg nahinen sie wieder durch ein Fenster, ans dem sie gleich in die ieberstraffe hinabsprangeir. DaS Passage- Theater wird im uichsien Monate den Kleinen eine Wcilmnchtssrciidc bereiten. Das Schwiegerlingsche Marionetten- Theater, welches soeben ans Amerika eingetroffen ist, wird am 1. Dezember in dem miovierteil Theatersaale des Paffagc-Panoptikums icine Vvrstellüngcn er- öffnen, welche für Klein nnd Groi; gleiche Anzicbuiigskrast haben dürsten. DaS Spccialitäten-Programm erleidet hierdurch keine Einschränkung, auch die gegenwärtige, ans nicht weniger als IS mttlasi'igeii Rnminvm bestehende Bai ietö- Vorstellung findet allabendlich Beisall.'' crgclton.ert. An Stelle'deS Mittwoch, den 2?. November, Bußtag, nsf allen den QrgeloortragS wird Herr Mlisildirektor Otto Diencl einen solchen Freitag, den 24. November, nbcndS"V* Uhr, in der Mancli- kivche bei freiim eintritt halten. Die Konzertiängermnen Jraiil. Willy Arendts, Fräul. Marie Albrecht und Fräul. Hanna Hirschhoff, die Violinistin Fräul. Else Thomas und Herr Ad. Bolte werden mitwirken. Die Thören ind nicht vor 7 Uhr offen. Der Gcfliigclliebhabcr-Vcrein von Weistcnsee veranstaltet in den Ränineii des Schlogrestaurant Weibensce am 22. und 2Z. November seine diesjährige Ausstellung, an der sich auch der Kaiiinchenzuchtvcrein an- geschlossen hat, der ca. 30 Kaninchen sowie Pelzsachen zur Schau stellt. � In der Urania wird henie, Mittwoch, abends 8 Uhr, Herr Franz Görke noch einmal sciiicii durch herrliche Lichtbilder illustrierten Vortrag „Strcifziige durch Meckleiibnrg" halten. Im Theater wird der Vortrag „Transvaal" wiederhalt, dem die Aussührung des dekorativen Vortrags „Der dunkle Erdteil" vorangehen wird. Fcucrbericht. Dieustagnachmitiag ivurdö die. Wehr Nach dem Nord ha fen gerufen, wo ein NrbeitSlvagen beim Wenden in den Kqnal geraten>var.-Die. Züge 13 und 16 hatten' längere Zeit zu 'thiin, um Wagen nnd Pferde wieder unversehrt aufs Trockene zu bringen. Montag gegen Abend war L a n d s b er g e r st r a ff c 101 ein Schornstrinbrand zu beseitigen. Gleichzeitig hatte am K ü st r i n c r Platz Teer auf offener Straffe Feuer gefangen. Gegen Mittcr- »acht wurde S w i Ii e m ü» d e r st r a ff e S2 die Dachkoiistriiktion des Hauses teilweise eingeäschert. Ein Alarm nach Groffbecren- straffe 19 war ans versetzten Rauch zürückznführcn. Aus den Nack, barorten. Arbeiter, Parteigenosse» CharlottcnbnrgS!, Am Montag, den 27. November, finden von 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends die Stichwahlen zur Stadtverordneten-Bersammlung im 4. und 5. Bezirk statt. Im 4. Bezirk haben Uns bei der Haiiptlvah! mir 7 Stimmen, int 5. Bezirk- nur 20 Stimmen zum endgültigen Siege gefehlt. Be- iilitzt die kurze Frist, die uns noch von dem Wähltermin trennt! Rüttelt die Säumigen auf, ermuntert die Lässigen»nd lveist überall Enre Arbeitskollegen auf die Wichtigkeit der Wahlen hin! Keiner unterlasse eS, das Wahlrecht, sein wichtigstes Bürgerrecht, auszuüben! Erscheint Mann für Mann am Wahltisch! Dann wird der Wahltag ein Ehrentag für die Arbeiter Charlottcnbnrgs sein. Unsere Kandidaten sind für den 4, Bezirk: Spediteur Gustav Schar uberg, 5. Bezirk: Cigarrenhändlcr August Sellin und Schriftsteller Dr. Bruno Borchardt. Natürlich brauchen wir am Wahltage z a h l r e ich e K r ä s t c, d i e s i ch o v s e r w i l I i g i n d c n D i e n st d o r g u t e n S a ch e stellen. Wer bereit ist, niit thätig zusein, stelle sich möglichst früh zur Verfügung. A Ii f z n r Agitation! Vorwärts zu' Kampf und Sieg! Für das Gcwcrbcgcricht der Stadt Nixdorf werden schon jetzt Klagen a n f*g e n o m m e n, obwohl die Konstitiiierung des Gerichts erst nach den am 8. und 0. Dezember stattfiudendou Wahle» erfolgen kann. Die Klagen können in der bereits eingerichteten Gc- richtsschrcibcrci des künftigen GewcrbegerichtS, Berlinerstr. 41, 2 Tr., Zimmer fix. 11, mündlich mifgcgcben werden. Will der Kläger seine Klage schriftlich anbringen, dann muff er dicS in zwei Exemplaren thiin. Auch die Lohnklagc», die bisher das Rixdorfer Amtsgericht erledigte, gehören jetzt vor daS Gcwerbcgericht. Die Rixdorfer Magistratsbeamten beabsichtigen eine Sterbe- lasse zu begründen. Es hat bereits eine Besprechnng, an der auch Vertreter der Lehrerschaft teilnahmen,»ntcr dem Vorsitz des Rcndanten Granzow stattgefunden. Sänitlickie Redner, erklärten sich für die Errichtung einer Stcrbckasse für Magistratöbcamte und Lehrer. Ein Aiisschuff fpll die vorhereiteiideil Schritte thuii. Frmicnspcvsone«. In E r k n e r hat der dortige Am t s- v o r st eher v. B n s s c eine der wenn auch nicht mehr in Berlin, so doch in den Vororten noch geübten kleinen Staatsrettercien be- gangen, indem er dein Vorsitzenden des A r v e i t e r- B i l d u n g s- vereinö am Orte, unserem Parteigenossen Richter in einer Zuschrift„cröffiicte", daß„Frauenspersonen" an dem ge- planten.Stiftungsfest nicht tcilnchmeu dürften. Dem Amtsvorsteher wird, wie jedem anderen Menschen bekannt sein, in lv e l ch e m Sinne dieser Ausdruck meistens gebraucht wird. Die Arbeiter fühlen sich an Gesittung zwar viel zu hoch stehend, als daff sie" durch das in dem amtlichen Schreiben angewendete Wort ihre Frauen, Bräute und Schwestcru als herabgesetzt oder beleidigt betrachten könnten. Auch glauben wir'nicht, daß der Amtsvorstcher das Wort Frauenzimmer im herabwürdigenden Sinne hat gebrauche» wollen. Aber so ein preuffffchcr Beamter sollte doch erwägen, ob er durch die amtliche Anwendung dieses im Sprachgebrauch meist gemiedeucn Wortes seine efi g en e B i l d n u g gerade in vorteilhafte Bclciichtniig rückt. Was würde er sägen, wenn er von dem.Borsitzendeu des Bergnügnngs- Vereins, dem er ctiva angehören mag, ein Schreiben empfinge, in dem er ersucht wiitdc, am nächsten Festabend seine„Frauenspersoiien" gefälligst zu Hause zu lassen? Schöncbcrg. Die Stadtvcrordnctcn-Vcrsammliing beschäftigte sich am Montag vorerst mit dein Antrage des Ausschusses für Petitionen, die Petition dcS Vereins selbständiger Handwerker zu Schönebcrg mn Bewilligung einer Summe- zum Besuch der Wecktaus'- st e l l u n g i n Pari s im Jahre 1900 mit dein Magistrat in gc- mischtcr Dcpntation zu beraten. Es wurde beschlossen, den Magistrat zn ersuchen. Über diese Angelegenheit den Stadtverordneten eine .Vorlage zugehen zn lassen.— Zum VertraucnSmann für die Aus- lvahl von Schöffen nnd Geschworenen für den Amtsgerichtsbezirk Berlin II wnrbe Stadtv. Speck gewählt. Die Beratung über die Verbreiterung der Ä na u s str a ff e rief eine ai'iSgedehnte Debatte hervor. Diese für die Entwickcluitg Schölicbcrgs nach dem Süden- hin so wichtige VcrkchrSstraffe hat die Stad'tverordneten wiederholt beschäftigt. Die Gemeinde Steglitz soivohl als die Stadt Schöncbcrg haben neue Flnchtlinicii für diese Straffe und die Anlegung ciiicr ncucii Straffe auf der Schöncberg-Steglitzcr-Grenze zw.ischvt Knaus-, und Rnbensstraffe festgesetzt. Folgende Haupt- griiiidlageit sind dafür maffgebend: die Geincindc befürwortet bei der städtische» Straßenban-Polizeivcrlvältung die Genchiuigung einer provisorische» Eintcilniig, nach welcher' die Straffe je 5 Meter tiefe provisorische Vorgärten,.� 3�20 Meter breite Biirgersleige nnd ciiicii' 10 Meter breiten Damin erhält. Die Gesellschaft lritt daS Straffenlaich niientgeltlich und lastenfrei au dft Gemeinde ab nnd stellt das Plamim der Straffe her. Die Geinciiibc stellt die Kanalisation im Frühjahr 1900 her. Die Kosten ind von der Gesellschaft vor Beginn der Arbeiten cfiiznzahlcn. Es st indessen statt des ortöslarutarischcn Beitrages von 50 M. mir ein Beitrag von 30 M. ftir das laufende Meter Strnffciifront zu entrichten. Für den Fall, daff dis Gemeinde Eigentümerin des jetzt Herrn Architekten Hoffmaim gehörigen Grundstücks an der iienen Brücke Ecke Knaus-, und Becker-straffe) wird, erbietet sich die Gesellschaft. >er Gemeinde von dem neben diesem Grundstück liegenden Termin zu einem Preise von 450 M. für die Quadratrute fregiiliert) so viel und zivar bis ni 40 Quadratrutcn zu verkanfcn, als die Gemeinde znr Ergnnznng derjenigen Parzelle beansprucht, welche von dem Hoffmaim- 'chcn Grundstück als Bauland hinter der neuen Bauflucht noch iivrig bleibt. — Nach ziemlich langer Diskussion, in welcher die Meinnngcn weit anseiliaudcr gingen, gelangte die Vorlage des Magistints zur Annahme..— Weiter beschloß inan die Wahl eines„Kuratoriums iir V o I k s b i b l i o t h c kc n", bestehend aus zwei Stadtverordneten und einem Viirgcrdcputicrten.— Ohne Debatte winden' die Gehälter bewilligt für die Errichtung einer Rektor-, 2 MittelschuL ehrer-, 5 evangelischer Lehrer-, 3 evangelischer wisicitschaftlichcr Lehrerinnen- nnd 2 katholischer Lchrerstcllen zum 1. April und mindestcus 3 Lehrer- stellen zn Michaelis 1900. Im Vorort Wilmersdorf hak die Gcincindcvertretiiiig dem 'ofortigen Erlaß einer Polizcivcrordiiung ziigestinmit, wodurch die Errichtung von Fabriken nnd anderen gewerblichen Anlagen, die durch ihren Betrieb Belästigungen der Nachbarschaft herbcisiihrcn, in Wilmersdorf möglichst beschränkt wird. Dcvfnnttnlungctt. Eine öffentliche Versammlung der Holzarbeiter für die Dczirke Süd. West und Südwest teilte am Montag im Saale der Habelscheu Brauerei. Bergmannstraße. Wie berichtet wurde, hat die Firma Schulz u. Z e r b a n nach niehrmaligen Verhandlungen und nachdem der Boykott längere Zeit gedauert hatte, sich bereit erklärt, wieder die früheren Preise in der Holzbearbcitungsfabrik ein- zuführen, die vor einigen Wochen auf Kosten der Tischlerges'cüeu, die da- selbst arbeiten ließen, ganz erheblich erhöht worden sind. Da nun eine Einigung erzielt worden ist. beschloß die Versammlung, den Boykott über die Holzbcarbeitungsfabrik von Schulz». Zerban aufzu- heben. In derselben Weise ist auch in der Holzbcarbeitungsfabrik von H o f f m a n n, Bliicherstr. 33. verfahren worden. Aiich dort sind die Preise, die vordem schon sehr hohe waren, für die ver- schiedencn Maschinen ganz bedeutend erhöht worden, und werden hier- von besonders die Bautischler betroffen. Nach längerer Diskussion ge- langte ein Antrag einstimnug zur Annahme, wonach über die Holz- bearbeitungsfabrik von Hoff mann der Boykott verhängt wird, um möglichst einheitliche Preise für die Be- nntznng der Holzbearbeitungsmaschinen im Bezirk zu erzielen. Die Versammlung erwartet, daß jeder Tischler für die strenge AuS fiihrung des Boykotts eintritt. Sämtliche Tischler, die in dieser Fabrik schneiden und hobeln lassen, sosern dies nicht aus Kosten des Meisters geschieht, werden als Streikbrecher bc trachtet. Im Laufe der Diskussion wurde darauf hingewiesen, daß überhanyt die Kosten für die Beimtznng der Maschinen zu Unrecht den gesellen ausgebürdet worden sind und daß in nächster Zeit, wahrscheinlich im Frühjahr, allgemein die Forderung aufgestellt wird, daß die Arbeitgeber die Kosten für die Maschinenarbeit übemehme» sollen. Außerdem wurden die Schäden der Accordarbcit beleuchtet, für den festen Zusammenschluß und für recht rege Bethötigung in der Organisation plädiert, damit auch der geplanten Lohnbewegung im nächsten Frühjahr, welche die allgemeine Einführung der Lohn- arbeit zum Ziele hat, der Erfolg gesichert ist. Laudsmaiiiischast der Schlcswiz-Holsteiner. Mittwoch, den22. No- vember 1899(Buhtag), abends 7 Uhr, in G. Feuersteins Feslsälen, Alte Jakobstrahe 75: Vortragsabend. Hypnotischer Vortrag des Herrn I. Groll über:„Der Hypnotismus, seine Gefahren und Verwertung". Nachher Experimente.— Aufnähme neuer Mitglieder.— Landsleute sowie Gäste sind sehr willkommen. Barbiere und Friseure. Oefsentlichc Versammlung für Arbeitgeber und Gehilfen des Barbier- und FrifeurgewcrbeS am Donnerstag, den 25. No- vember 1899, abends IG/- Uhr, im Lniscnstädtischen Äonzerthaus, Alte Jalobstr. 37. Tagesordnung: Arbeitsnachweise des BarbiergewcrbcS. (kharlottenburg. I. Verein für Naturlicilkunde und Gesund hcitspflege. Mittwoch, den 22. November(Buhtag), abends 7l/z Uhr, in Eckmanns Salon, Scharrenstr. 31: Grober Vortrag des Naturarztes Herrn Rud. Geist über:„Die Versündigung der Männer an den Frauen". Bor- trag für Damen und cherreu. Gäste sind willlomnien. Vevmifchkes« Zur Katastrophe auf der Grube Ludwigsglürk bei Z a b r z e wird noch folgendes gemeldet: Nach Ausbruch des Brandes wurden der Steiger Kleinert und der Obersteiger Mnschalik betäubt aus dem Schacht geholt. Berginspcktor Kirschuik befuhr die tiefste Sohle und ließ die dort arbeitenden Bergleute herausschaffen. Bcrgdirektor Moll und Obersteiger Thun gelangten nur bis zur 85. Uutcrfohle. wo ihnen die Flammen entgegcnschlngcn. Beide wurden ohnmächtig und schwer verbraunt zu Tage gefördert. Als die Hänge sowie der WasserhaltungSschacht nunmehr zugedeckt wurden, entzündeten sich plötzlich die Grubengase und das Feuer äscherte mehrere Gebäude über Tage ein. An die Bergung der Leichen kann erst in einigen Tagen gedacht werden, wenn einer der beiden Schächte befahren werden kann. Die Verwaltung richtet ihr Augenmerk darauf, die Anlagen unter Tage nicht ersaufen zu lassen;' es muß zu diesem Zweck die Verbindung mit der unterirdischen Wasscrhaltungsmaschine hergestellt werden. Ueber eine Strandung, bei der mehrere Menschenleben zu Grunde gegangen zu sein scheinen, wird aus Pill au berichtet: An der Frischen Nehrung, in der Gegend von Strauchbucht, ist am Sonn- abend ein großer L a ch s l u t t e r gestrandet. Vom Mast war nur noch die untere Hälfte vorhanden, auf dessen Spitze, jedenfalls, um das Fahrzeug eher bemerkbar zu machen, ein Blecheimer aufgestülpt tvar. Im Innern des Fahrzeuges fand man eine Fraucnleiche. Die übrige Besatzung, nach den vorgefundenen Pässen drei Brüder Eich- Horst aus Stolpmünde, haben vermutlich den Tod in den Wellen gefunden. Ob der Kutter von einem größeren Fahrzeuge überfahren oder im Kampfe mit den Elementen wrack geworden, ist nicht bekannt. Im Fahrzeuge befanden sich ein größerer Posten Leibwäsche, Eß- Vorrat und Ängelgerätschaften. Briiekeneinsturz. In Oberstein stürzte am Sonntag die Nahe-Brücke ein. Es sollte eine elektrische Straßenbahn über diese gelegt werden und man war mit der Legnng des Geleises be- schäftigt.'Die auf der Brücke befindlichen Personen konnten sich noch rechtzeitig retten. Die Bremer Bark„Hansa" rettete 28 Personen von dem an der afrikanischen Küste gesunkenen Schiffe»Fort Stuart", und landete die Schiffbrüchigen iii der Delagoabay. Die belgische Kohlengrube von Bcrnissart, dicht an der französischen Grenze, ist durch einen Dammdruch überschwemmt worden. Die Arbeiter konnten sich retten, doch sind 26 Pferde er- trunken. Der Schaden ist sehr bedeutend. Ueber 1000 Arbeiter sind arbeitslos geworden, die meisten werden tvohl in den frau zösischen Gruben Beschäftigung suchen. Die Grube wird monatelang stillstehen. Einen für den Verkehr zwischen Deutschland und Däne- mark wichtigen Beschluß hat die dänische Volksvertretung gefaßt. Die Vorlage betreffend eine Dampffähren- Verbindung zwischen Gjedser und Warnemünde wurde nämlich im Folthethiug einer Kommission von 15 Mitgliedern überwiesen, nachdem der Wort fllhrer der linken Reformpartei dieselbe für durchführbar erklärt hatte. Die Vorlage wurde freundlich aufgenommen. Auch nicht übel! Im Landtage von Sachsen-Weimar hat jetzt ein bäuerlicher Abgeordneter, Herr Hoffmaun aus Heygendorf, bei der Regierung angefragt, ob sie„den unschuldig wegen Mord- Verdachts in Untersuchung gehaltenen Schmied Börner in Oldisleben entschädigen wolle". Gleichzeitig bat er um die Erlaubnis, zu diesem Zweck eine Sammlung im Landtage vorzunehmen', und che die Regierung antwortete, ging Hoffmaun im Sitzungssaale herum und sanimelte milde Beiträge. Es sind idyllische Zustände, wenn ein Abgeordneter im Landtage für einen Zweck sammelt, wo es Pflicht des Staates ist, für den Geschädigten einzutreten. Marktpreise von Berlin am 2l. November I8VÄ nach Eniiittelnngcn des kgl. Polizeipräsidiuiiis. D.-Ctr. YWelzen !)Roftgcn Fnltcr-Gcrste» Haser gm, „ mittel» „ gering, Richtstroh„ Heu» DErblen, -ihSpeisebohutN» t)Siiiiffii, Kiirtoffeln, neu« Sliudtteijch, Keule 1 kg 5o. Bauch„ ) Ermittelt pro ifcs 60 Stück 1kg 13,90 13,50 13,- 14,50 13,70 13- 3,50 4,20 25,— 25- 30,- 5,- 1,20 1,- vvu der Ccnlralstelle der Preutz. Laudwtrt- schaftStammern— NotieniugSstclle— und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Toppel-Cenliicr. ch) KleinhandclSvrcnc. ro dukten markt vom 21. November. Die kältere Witterung brachte heute weniger Leben in den Gctreidcvcrkchr, und die Tendenz des Marktes war etwas scster. Trotzdem bliebe» die Hm atze noch sehr gering- 15,- 14.40 14,- 15,20 14,40 13,60 4- 6,70 40,- 50- 70,- 7- 1,60 1,20 Touue Tcknveiiicflcisch Kalbllcncki Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Bariche Sckucie Biete Krebse per Schock 1,60 1,80 1,60 2,80 5,60 2,20. 2,80 2.50 1,80 1,60 2,80 1,20 12- 1,10 1,- 1- 2.- 2,80 1,20 1,20 1- I.— 0,80 1,20 0,80 3,- fügig. Namentlich vordere Liefcnmgsfristcn wurden noch wenig gehandelt; per Mar zeigte sich einige Rachfrage. Im Preise stellten sich Weizen und Roggen 0,50 M. über gestern. Im späteren Verlaufe unternahmen hiesige Mühleu einige Dezemberkäufe in Roggen, Hafer war behauptet, Nüböl auf vermehrten Konsumbedarf 0,20 M. auzieheuo. Am S p i r i t u s in a r k t wurde 70cr loco mit 47,30 M.(-ff 0,30 M.) gehandelt. Termine waren iiiiilatzlos, nominell befestigt. Städtischer Schlachtvieh markt. Berlin, 21. November 1899. Amtlicher Bericht der Dircknon, Zum Verkauf standen: 152 Rinder, 1528 Kälber, 628 Schafe, 8858 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Püind oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Für Rinder: Ochsen: o.) vollslcischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00— 00, b) junge fleischige, uickit ausgemästete und ältere ausgemästet« 00- 00; c) rnässig geuälirte iimge und gut genährte ältere 00— 00; 6) gering genährte jeden Alters 00— 00.— Bullen: a) vollfleifchige höchsten Schlachtwcrtes 00—00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00—00; o) gering genährte 50—53.— Färsen und Kühe: a) vollfleifchige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00—00; b) vollfleifchige, ausgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren 00—00; e) ältere ansgeinästete Kühe nud wenig gut ennvickelte iiiligere Kühe uiid Färsen 00— 00; ck) mäßig genährte Kübe und Färsen 51—53; e) gering genährte Kühe und Färsen 48— 50.— Kälber: a) feinste Mastkälber(Vollmilchmast) uiid beste Saugkälber 80—82, b) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 74—78, c) geringe Saugkälber 60— 66, d) ältere, gering genährte Fresser 46— 48.— Schafe: a) Mastlämmer mib jüngere Maslgomuiel 62—65, b) ältere Masthammel 54—58, c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzschafc) 46—52, d) Holsteincr NiederuttgS- fchafe(Lebendgewicht) 00—00.— Schweine: a) vollfleischige der seineren Nassen und deren Kreuzungeil im Alter biS zu!>/« Jahren 00— 50, b) Käser 00— 00, c) fleischige 48—49. d) gering entwickelte 45—47, e) Sauen 44— 45, Verlaus und Tendenz. Der Riüderatiftrieb wurde glatt geräumt. Der Kälberhandel gestaltete sich glatt. Bei den Schafen blieben ungefähr 150 Stück ullvcrkaust. Der Schweinemarlt verlies ruhig und wird voraus- sichtlich geräumt._ Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprcchstiiiide findet Moutlig, Tieustag und Freitag von 0-8 Uhr abends statt. R. I. SV. Neuer Berliner Schachklub. Sitzung: DienZtag, Stralauer- straße 3—6. D. H. 24. Der Ueberzieher kostet mich 40 M. Kunstfreund. ES kommt ganz darauf au, wozu der Schauspieler sich nach Individualität, Bildmig und Organ am besten eignet. Viele eignen sich nur nach einer Seite, wenige nach beiden. 147 232. Eine Anfrage an die Reicboban?— mündlich oder schriftlich— verschafft Ihnen die gewünschte Auslunst. Wer Geld aus der Reichsbanl zu iegen hat, braucht eine solche Anfrage nicht zu scheuen. Wir gehören nicht zu den Glücklichen. H— ii. Kausen oder leihen Sie sich das neue Postgesetz. Es sagt Ihnen alles, was Sie sragen und mehr. R.vbers!cht vom 21. November I8»i». morgen» 8 Uhr. Kvctier-Prognose knr Altittwoch. den 22. November I8!ltl. Envas wärmer bei mäßigen lüdwestiichcii Winden, zunehmender wölkung und geringen Niederschlägen. Berliner W e t t e r b» r e a u. Be- 0rt5'KmiIleiilH88e für die in den Geschäftsbetrieben der Anwälte, Notare und Gerichtsvollzieher, d. Krankenkaflen. Berusögeiiosfen- schatten u.Verfichernngöaiistalten beschäftigten Personen zu Berlin. Zu der am Mittwoch, den 2S. November er.. abends 8'/, Uhr,- in den„Arminhallen", Kommandanten! straße 20 stattfindenden General-Versammlung werden hiermit die für das Jahr l8SS gewählten Herreu Vertreter ergebenst eingeladen. Tages- Ordnung: I. Wahl deS Ausfchuffes zur Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2. Wahl von Vorstandsmitgliedern. ES sind zu wählen: ») bis zum Ablauf des Jahres 1900 1 Arbeitgeber- und 3 Arbeit- nehmer-Vcrttetet; d) für die Zeit von 1900 vis 1901 2 Arbeitgeber u. 4 Arbeitnehmer; e) 1 Arbeitnehmer- Vertreter für daS Jahr 1900.- 3. VerwaltniigS-Angelegenhetten. 4. Anträge Bauer u. Gen.: ») Berichterstattung über den Tuberkulosekongrcß; d) Beschwerde über die Geschäfts- führung des Vorstandes. ß. Beschwerde Ohse gegen den Vorstand. Anfragen oder Beschwerden über die Geschäfts- oderKasienfsihruiig; zu deren Erledigung die Einsicht der Kassen- registcr oder Kassenakten erforderlich ist, köiiuen nur beantwortet werden, wenn dieselben bis zum 25. Novbr. er. im Kassenlokal schriftlich angemeldet worden sind.— Als Legitimation dient die Bestallung. Berlin, den 20. November 1899. Der Vorstand. Scliw«rcktn»r, Vorsitzender. Die 5. Abänderung zum rev. Kassenstatut(betr.§ 12 Abs. 1 Ziff. 2, s 39 Abs. 1,§ 40 Abs. 1 und tz 44 Satz 1) ist vorn Bezirksausschuß genehiiügt und am 7. d. Mts. in Kraft getreten. Druckexemplare werden demnächst ausgegeben. Berlin, 20. November 1899. g79bj Der Borstand. _ Sehwerdtim, Vorsitzender. Wlllg! Vereine. Sonnabend 13., 27 Januar, aar- Saal frei!"W 3010Ü4] Alexanderstr. 27°. EngHacher Ciartcn. Todcs-Anzeige. Am 18. d. M., nachm. 2 Uhr, ver schied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Zimmermann 19856 Karl Senwitz. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachm. 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Neuen Thomas-KirchhofcS in Britz aus statt. Die trauernde Wwe. Wllhelmi« Senwitz und Kinder. WrgnuMgsve reine! Vereiiisziiiimer, zum Tanzen geeig- net, Sonntags frei geworden.(Kleine Bühne.) Neue Hochstr. 49. 952b- Großes Schlachtefest. Frische Blut- un» Leberwurst am Busttag b. Hermann Streckcnbach, Weidmannstuft a. Nordb. Vereinen und Herrenpartien bestens empfohlen. llevl8edei' HelMrdetter-Verdnoli (Verwaltungsstelle Berlin). Todes• Anzeige. Am Montag verstarb nach mehr- jährigem Leiden unser langjähriges Mitglied, der Metallarbeiter 1«. Schwarz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag- nachmittag 3 Uhr von der Leichen- halle des Rixdorfer KirchholS auS statt. 117/10 Die Ortsvcrwaltung. AIIe» Kranken- n. Sterbe- kasso der Metallarbeiter (Filiale Rixdorf». Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Endsvle Schstarz am 20. d. M. verstorben ist. slOOlb Die Beerdigung findet am Donners- tag, den 23. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Rix- dorser Kirchhofes ans statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltting. Danksagung. Allen Kollegen und Kolleginnen der Posamenteii-Braiiche, sowie allen meinen Benvandten für die zahl- reichen Beweise aufrichtiger Teilnahiiie, wie für die herrlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner innigst- geliebten Frau Bllsabetb Witsche! sage hiermtt meinen herzlichen Dank. 999b lilax Witschcl. ZonaldkmolU'Mcher Mahlomm für den V. Veriiner Pejchstags- Dahlürels. Den Vorftandsiintgiiederi! zur Nacbricht, daß die«itzung Mittwoch (Vnsttag), abends 0 Ilbr bei Krause, Müllerstr. 7a. stattfindet, i Die bisucrtgen Vorstandsmitglieder weihen gebeten, zu erscheinen. 248,9 I. A.: M K k e i e l, Schulstr. 22. Berichtigung. In dem Inserat vom 18. d. M. soll eö in beiden Fällen nicht Arbeit- gcbcr sondern Arbelt nebe» er Heißen. 998b Berlin, den 21. November 1899. Her Vorstand cker Orti-Krankonkasse der Gelb- und Zinngleeeer. Orts-Krankenkasse d-s Töpfergewerbes zu Verlin. Mittwoch, den 29. November, abends 0 Uhr. bei Herrn Eanxe, Tragonerstraste 16: Vi'lleMI.lZenei'glvel'LgnWlung der Mitglieder(»rbeltgeder und Arbeitnehmer). T.-O.: 1. Wahl von 17 Delegierten (Arbeitnchuicr)§ 47 des Statuts. 2. Anträge zur Generalversammlung. 3. BerschiedencS, 194/8 Mittwoch, den 2S. November, abends 7 Uhr. bei Herr» l-angc, Dragonrrstrastc 15: Ordentl.Generalversammlung der Delegierten(Arbeitgeber und Arbeitnehmer). T.-O.: 1. Neu- bezw. Ersatzwahl des Borstandes(2 Arbeitgeber, 6 Ar- beittichmer). 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung pro 1899. 3, Anträge von Mitgliedern und des Vorstandes Z§14 und 15 deö Statuts. 4. Verschiedene Aassenangelegenheiten. Der Vorstand. seilnliliin� monatlich 10 M. liefert elegante Herrengarckerode u. Maß, Tomporowskl, Schneiderinstr., Reanderstr. 16, II, an der Aiuienstr. (Auch bar Kassa billigste Preise.)* Von der Reise zurück. 78/3* Dr. Streeker. geben hiermit zur gefl. Kenntnis, daß sich unsere Luedäruekkrei jetzt ErenzIauerAlleeLJ (nahe HitnerSdorferstraßc) ve- fiiidct. j706b (Zolnt& Taubmann. Bei den bekannten Zuständen und Mißerfolgen der Operationen bei Krsbssrkrankruigsir zeigt in dem Werte: „Operiersn oder Jfichtoperie- ren bei Krebserkrankungen und andere zoitgemässe, insbesondere therapeutische Fragen, v5: Bobinski(Berlin)",(5 M.) eine neue 23Je l t der Therapie diese: und anderer ichw cren Erkrankungen Verlag: Robinski& Co., Berlin W. 62. 55 29751'» Irv HaiisKayNer Görliücr Balinhof. Platz S. Billigste Bezugsquelle für > I*r«ss- n. Steinkohlen.{ Zum Bußtag wird das Schwein ge'ckilacht', Da wird auch ftilche Wurst gemacht lind Wellflcsich gicbt es pik und sein, DHum kehret atic bei mir ein! .? a sv o<1 e n ii? Bei t'arl Erankc, Wiltieanstr 84, am Balm- hos Lichtenberg> FriedrichSseide. fln7iifip miil ™'tuyö6emi«lad(i Griisite Answalil in in- uud aus- ländifche» Stoffen für Paletots, Anziigc. Vciilkicidcr ze. werden »nier Garantie de�- guten Silies zu überaus billigen Preise» s schnellstens angefertigt im Tiichgejchäst b-i A. Karle. Walriemarstr. 66 Kinderwagen- Bazar Max Brinner, Jernsalcincrst.42 Brunne» str. 6, GwßartigcAuswahl hin Kinder- Sport- . Puppenwag., best. Fabrikat, billigst. -La.suv.ulig gestattet.[27132* Natur- | hellverfahren.> _ Ich heile_ ahiie Berufsstörung alle Männer- 1 und Frauenleiden, ebenso Rieren-I und Bläievteiden. Naturgemäße! Behandlung. 3045L» I fr. c.»enlie, Rathenowerstr. 49, I. Ecke Perlebergerstrasse. Sprechstunden 9—2, 3—9, Sonntags 9—2. Bei Vorzeigung] der Verbandötarteii 10 Proz. Zahn-liinik Ir. SS «[iiii Olga Jacobson, 75/19*] Jiivalidcnktr. 143. ktao Xstür-Htilvtmhrell. � Künstliche Zähne, 3 M. an, vorzüglich, fetzt schmerzl. ein. Plombieren, ichmcrzl. Zahiizieheii, Zahnschm. bes. Rep. sof. Goldftein. Oranienstr. 123. selbstspicleud. neuestes n. reichhaltiges Programm, für Familien sehr amüsant, werden bei nur geringer Teilzahlung vergeben. Für Festlichkeiten leihweise. .1. Kurzberg, Landsbergerstr. 13. Haut-, Harn- u Blasenleiden. � w Frauen Krankheit., heilt sicher« S otme Bcrnfsslörnng.[30592* k J B- i Wegen Liquidation der Firma AUSVERKAUF des gesamte n von and Specialürztl. Institut Dr. B. Lasker 42 Alexanderistr. 42 (am Alejanderplatz). Spec: opcrationSloseö Heil-Ber- fahren oh»c Bcrufsstörung Veiuleide». Erprobte Methoden bei Flechten, l-upus und anderen 24018* Hantleiden. Tägl. 9-12, 3-6. Freitag und Sonntag 9—12. Warenlagers etc. etc. zwar m WÜ1UU5 sowie in Damen BiaseQhemdeQ U. Jnpons, Sveli derjenigen Artikel, welche bereits abgeschlossen waren n. noch eiugehen, MG" zu Taxpreisen. Verkauf nur gegen Kasse* Master- und Aaswahl-Sendangea werden nicht gemacht. Gebrüder Körner, Berlin C., Mtin zstrasse 7, Ecke Rochsirassea Zwei Minuten von den Bahnhdren Alexanderplatz nnd Börse. Slerantwortlicher Redactcur: Paul Job« in Berlin. Für den Jnicratettteil vcralitwortlich: Th. Glocke in B-rii». Druck und Verla» von Max Badiug in Berlin.