Nnterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 9. Sonnabend den 13 Januar 1906 s Schwärmer. lNachdvuck verboten) Roman von Knut Hamsun. Autorisierte Ucbersetzung von Hermann Kih. Rolandseu tritt in Macks Koittor ein und grüßt. Er ist vorkommen nüchtern. Vater und Sohn stehen jeder auf seiner Seite des Pultes und schreiben. Der alte Mack bietet ihm einen Stuhl an, aber Rolandsen setzt sich nicht, er sagt: „Ich wollte nur deswegen kommen: ich habe den Ein- bruch bei Ihnen verübt." Vater und Sohn starren ihn an. „Ich komme, uni mich anzuzeigen," sagt Rolandsen.„Es ist nicht recht von mir, noch länger zu schweigen: es ist ohne- hin schlimm genug." „Laß uns allein," sagt der alte Mack. Friedrich verläßt das Zimmer. Mack fragte:„Haben Sie Ihre Gedanken beisammen yente?" „Ich hab's getan," schreit Rolandsen. Und er hatte eine Stimme wie Gesang und kräftige Rede. Eine Weile vergeht. Mack blinzelte mit den Augen und dachte nach.„Sie hätten es getan, sagen Sie?" ..Ja." Mack dachte weiter nach. Sein starkes Gehirn hatte mehr als eine Aufgabe gelöst im Laufe seines Lebens, er war es gewohnt, eine Sache schnell zu überschlagen. „Werden Sie morgen Ihr Wort auch aufrechterhalten?" „Ja. Von jetzt ab gedenke ich meine Tat nicht länger zu verschweigen. Ich habe einen Brief vom Pfarrer bc- kommen, darum bin ich ein anderer Mensch geworden." Fing Mack an, dem Tclegraphisten zu glauben? Oder ließ er sich nur der Form wegen noch länger mit ihm ein? „Wann haben Sie den Einbruch begangen?" fragte er. Rolandsen nannte die Nacht. „Wie singen Sie es an?" Rolandsen beschrieb haarscharf, wie er zu Werke ge- gangen sei. „In dem Kasten lagen ein paar Papiere bei den Bank- uoten, haben Sie die gcseben?" „Ja. Es waren ein paar Papiere dabei." „Sie haben das eine mit aufgelesen; wo haben Sie es?" „Ich habe es nickit. Ein Papier? Nein." „Es war meine Lcbcnversicberungspolice." „Eine Lebensversicherungspolice, richtig, jetzt fällt es mir etil. Ich muß gestehen, daß jck sie verbrannt habe." „So. Aber daran taten Sic unrecht, es hat mir viel Mühe gekostet, eine andere zu bekommen." Rolandsen sagte:„Ich war so kopflos, ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Ich bitte Sie, mir alles zu ver- zeihen." „Es war noch ein anderer Kasten da mit mehreren tausend Talern, warum haben Sie den nicht genommen?" „Ich Hab ihn nicht gesunden." Mack hatte seinen Ucberschlag beendet. Mochte der Telegraphist die Tat verübt haben oder nicht, für Mack war er jedenfalls der prächtigste Einbrecher, den er überhaupt be- kommen konnte. Er würde die Sache gewiß nicht verschweigen, sondern sie vielniehr jedem beichten, den er träfe; die letzten Watenlcutc würden die Neuigkeit mit sich nehmen und sie den Händlern zu Hause längs der Küste übernntteln. Mack mußte für gerettet gelten. „Ich habe bis jetzt nie davon gehört, daß Sie unter die Leute gehen... daß Sic sowas tun," sagte er. Was Rolandsen mit nein beantwortete: nein, nicht unter die Fischer. Nester plündere er nicht. Er gehe zur Bank selbst. Da hatte Mack es! Er sagte nur in bedauerndem Tone: „Aber daß Sie das mir angetan haben!" Rolandsen erwiderte:„Fch machte mir Mut. Leider ge- schal) es in betrunkenem Zustande." Unmöglich- war es nicht mehr, daß das Geständnis auf Wahrheit beruhte. Dieser tolle Telegraphist fiihrte ein lärmendes Leben und hatte keine größeren Einnahmen: der Kognak von Roscngaard kostete Geld. „Und leider habe ich auch noch mehr zu gestehen," sagte Rolandsen,„ich habe nichts von dem Gclde übrig, um es Ihnen wiederzugeben." Mack niachte eine gleichgiiltige Miene.„Das spielt keine Rolle," erwiderte er.„Mich betrübt nur all das niedrige Geschwätz, das Sie über mich heraufbeschworen haben. Alle diese Kränkungen meiner Person, wie meiner Familie." „Ich gedenke, etwas zu tun nach der Richtung hin." „Was könnte das sein?" „Ich will Ihr Plakat vom Heckpfahl am Pfarrhofe herunternehmen und ein von mir verfertigtes an seiner Stelle ankleben." Das sah dem verwegenen Burschen wieder ähnlich.„Nein, das verlange ich nicht," sagte er.„Es wird Sie so schon hart genug treffen, Sie unglücklicher Mann. Aber wollen Sie statt dessen hier eine Erklärung niederschreiben!" Und Mack nickte zu Friedrichs Platz hinüber. Während Rolandsen schrieb, saß Mack und spekulierte. Diese ganze ernste Angelegenheit hatte sich zum Guten ge- wendet. Es würde Geld kosten, aber das war gut auge- wcudetes Geld, sein Name würde zu Ehren konimen im Lande. Mack las die Erklärung und sagte:„Ja, es ist gut so. Nun, ich denke selbstverständlich nicht daran, Gebrauch davon zu machen." „Das steht bei Ihnen," antwortete Rolandsen. „Ich habe nicht vor, etwas von der Geldangelegenheit zu verraten. Das bleibt unter uns." „Tann muß ich selbst mit der Sprache herausrücken," sagte Rolandsen.„Im Briefe des Pfarrers steht ausdrücklich, daß man bekennen soll." Mack schloß seinen feuerfesten Schrank auf und nahm eine Menge Banknoten heraus. Jetzt bot sich ihm die Gelegen- heit, zu zeigen, wer er wäre. Und niemand wußte Wohl, daß unten in der Bucht ein fremder Watenmeister lag, der gerade auf dieses Geld wartete, ohne das er nicht heimreisen wollte. Mack zählte vierhundert Taler ab und sagte:„Ich will Sie nicht kränken, aber ich bin es gewohnt, mein Wort zu halten. Ich habe vierhundert Taler ausgesetzt, sie sind Ihr Eigentum." Rolandsen ging zur Türe.„Ihre Verachtung verdiene ich," sagte er. „Meine Verachtung!" rief Mack.„Ich will Ihnen etwas sagen..." „Ihr Edelmut tut mir weh. Sie fordern nicht einmal meine Bestrafung, Sie belohnen mich." Damit konnte Mack keinen Staat machen, daß er zwei- hundert Taler durch einen Diebstahl verlor. Erst wenn er den Dieb mit der doppelten Summe belohnte, erhielt die Affäre den rechten Glanz. Er sagte:„Sie kommen jetzt ins Unglück, Rolandsen. Sie verlieren.Ihre Stellung. Ich verliere an diesem Gelde nichts, aber für Sie kann es vom praktischen Werte sein in der ersten Zeit. Bedenken Sie das doch." „Ich kann nicht," sagte Rolandseu. Da nahm Mack die Banknoten und steckte sie ihm in die Tasche seiner Jacke. „Lassen Sie's ein Darlehn sein," bat Rolandsen. Und der ritterliche Handelskönig ging darauf ein und erwiderte:„Gut. es soll ein Darlehn sein!" Aber er wußte genau, daß er dieses Geld nie wiedersehen würde. Da stand Rolandsen und sank in sich zusammen, als trüge er heute die schwerste Bürde seines Lebens. Es war ein trauriger Anblick. „Und nun niachcn Sic, daß Sie wieder ins rechte Gleis kommen!" sagte Mack aufmunternd.„Dieser Fehltritt kann sich ja wieder gut machen lassen." Rolandsen bedankte sich in tiefer Demut für alles und ging.„Ich bin ein Spitzbube!" sagte er schon zu den Fabrik- mädcheu, als er an ihnen vorbeikam. Und er gestand alles. Er schlug den Weg zur Pfarrhofecke ein. Dort riß er Macks Plakat herunter und ersetzte es durch sein eigenes. Da stand es nun, daß er und kein anderer der Dieb sei. Und morgen war Sonntag; es würden viele Kirchengänger vorbeikommen. 10. Rolandsen schien reuig in sich zu gehen. Nachdem sein Plakat von dem ganzen Kirchspiel gelesen worden war, hielt er sich allein und vermied es, den Leuten zu begegnen. Das machte einen versöhnenden Eindruck, der schuldbeladene Tele- graphist beharrte doch nicht bei seiner Lasterhaftigkeit, ohne zur Besiunung zu kommen. Die Wahrheit war die, daß Rolandsen jetzt keine Zeit hatte, müßig auf den Wegen um- herzuschlendern, er entfaltete in den Nächten eine rastlose Tätigkeit auf feiner Kammer. Viele große und kleine Arznei- gläser mit Proben waren in Kisten zu verpacken und mit der Post nach'Ost und West zu versenden. Auch den Telegraphen benutzte er früh und fpät. Es hieß fertig werden, bevor man ihn zur Station hinauswürfe. Rolaudsens Skandalgeschichte war auch im Pfarrhofe be- kannt geworden, und Jungfer van Loos, die einen solchen Bräutigam gehabt hatte, wurde allgemein von den Leuten bedauert. Der Pfarrer beschied sie zu sich in sein Amts- zimmer und hatte eine lange, milde Unterredung mit ihr. Jungfer van Loos würde sich nun aller Gedanken an den Telegraphisten entschlagcn, sie würde zu ihm hingehen und ein Ende machen. Sie traf Rolandsen in niedergeschlagener und verhärmter Stimmung, aber es rührte sie nicht.«Schöne Dinge hört man von Dir," sagte sie. „Ich hatte gehofft, daß Sie kommen würden, ich wollte Sie bitten, Nachsicht mit mir zu haben," antwortete er. „Nachsicht? Nein, weißt'Du was! Ich will Dir sagen, Ove, ganz wirr im Kopf bin ich durch Dich geworden. Und ich duld es ganz und gar nicht mehr, daß Du überhaupt noch bekannt mit mir tust in dieser Welt. Ich will nichts zu schaffen hoben mit Spitzbuben und Gaunern, ich geh meinen graden, ehrlichen Weg. Und Hab ich Dich nicht gewarnt in der besten Absicht, und Du hast nichts wissen wollen? Führt sich so ein Verlobter Mann auf, daß er fremden Frauen- zimmern nachläuft und sich anbietet wie ein köstliches Juwel? Und Hintennach, dann stiehlst Du den Leuten ihr Geld und mußt an einer offenen Weghecke zur Beichte gehen. Ich schäme mich so, daß ich mich nicht zu lassen weiß, und wie kann ich mich denn rechtfertigen! Halt Du nur den Mund, ich kenne Dich wohl, Du wüßtest doch nichts zu sagen, als verstockt zu sein und Hurra zu schreien. Meine Liebe ist auf- richtig gewesen von meiner Seite, aber Du bist akkurat wie ein Aussätziger zu mir gewesen und hast mein Leben besudelt mit einem Diebstahl. Es nützt alles nichts, was Du jetzt sagen willst. Gott sei Dank, alle Menschen, die sagen es, daß Du mich verlockt und mißbraucht hast. Der Pfarrer sagt, ich soll nur gleich von Dir fortreisen, so ungern er es auch sieht. Versuch jetzt nur nicht. Dich zu verstecken, Ove; denn Du bleibst ein Sünder vor Gott und den Menschen und bist wirk- lich ein rechter Abschaum und Finsterling. Und wenn ich noch Ove zu Dir sage, so niein ich es nicht so, und Tu sollst nicht glauben, daß wieder alles gut werden wird zwischen uns. Denn ich meine, daß wir uns nicht mehr kennen von jetzt an, und ebensowenig duze ich mich mit Ihnen noch länger. Denn niemand kann mehr für Dich getan haben, als ich getan habe, das weiß ich bestimmt: aber Dich hat der Leichtsinn nicht ruhen lassen mir gegenüber, und hast mich mißbraucht spät und früh. Aber leider bin ich nicht ohne Schuld ge- Wesen, ich auch nicht, da Hab ich Dir durch die Finger gesehen die ganze Zeit und habe die Augen nicht aufgemacht." Da stand nun dieser klägliche Mensch und konnte sich nicht rechtfertigen. Eine so verwirrte Rede wie heute hatte er nie von ihr gehört, so sehr hatte feine beispiellose Misse- tat sie erschiittert. Als sie fertig war, war sie ganz matt. „Ich will mich bessern," sagte er. „Du? Dich bessern?" erwiderte sie und lachte bitter. „Aber auch dann gäbe es keine Hülfe mehr. Denn Du kannst die Tat nicht ungeschehen machen, und sintemalen ich aus ehrbarer Familie bin, will ich mich nicht besudeln lassen von Dir. Ich sage es genau, wie es ist. Uebermorgcn reise ich mit dem Jpostboote: aber ich will nicht haben, daß Du Dich bei den Schuppen einfindest, um Abschied von mir zu nehmen, und der Pfarrer sagt das auch. Ich sag Dir heute auf ewig Lebewohl. Und ich danke Dir für die guten Stunden, die wir zusammen verbracht haben: an die bösen Will ich nicht denken." Sie wendete sich energisch um und ging. Dann sagte sie: „Aber Tu kannst oben im Wald liegen gegenüber vom Boots- schuppen und winken lvenn Du das willst. Aber mir liegt Vichts dran." „Reich mir die Hand," sagte er. „Nein, das tu ich nicht. Du weißt wohl selber am besten, was Du getan hast mit Deiner rechten Hand." Rolandsen neigte sich zur Erde.„Aber wollen wir uns nicht schreiben?" sagte er.„Bloß ein paar Worte." „Ich schreibe nicht. Nie in diesem Leben. Wie oft hast Du im Scherze gesagt, daß es aus sein sollte, aber jetzt bin ich Dir gut genug. Aber jetzt soll es Lüge sein! Und gehab Dich wohl, das ist niein Wunsch. Meine Adresse ist Bergen, bei meinem Vater, für den Fall, daß Du schreibst: aber ich bitte Dich nicht darum." Als Rolandsen die Treppe zu seiner Kammer hinauf- ging, hatte er das deutliche Gefühl, daß er nicht länger verlobt war. Wie merkwürdig, dachte er, vor einer Sekunde stand ich unten im Hof. Es wurde ein heißer Tag für ihn, er hatte die letzten Proben einzupacken, damit sie mit dem Postboot übermorgen verschickt würden: und dann galt es, die Habseligkeiten zu- sammenzulesen und für die Uebersiedelung bereit zu halten. Der allmächtige Telegrapheninspektor war im Fahrwasser. Natürlich würde Rolandsen seinen schlichten und schnellen Abschied bekommen. Im Dienste war nichts an ihm auszusetzen, und Handelsherr Mack, der zu allein mächtig war, würde ihm sicherlich nicht im Wege sein: doch die Gerechtigkeit würde ihren Lauf nehmen. (Fortsetzung folgt.) (Nmbdriick veebole».) Künftlicbcs 6iwciß. Während man in früheren Zeiten, ja noch bis zum Anfange deS 19. Fahrhunderts, der Meinung war, daß die Welt der Lebewesen, der Tiere und Pflanzen, sich in chemischer und physikalischer Hinsicht grundsätzlich von der gesamten übrigen, der toien anorganischen Natur unterschiede, daß in jedem Organismus eine besondere, im- erkennbare Lebenskraft tätig sei, und besondere Lebenseleineme den Körper der Lebewesen aufbauten, so wissen Ivir beule, datz eine so durchgreifende Trennungsliaie nicht mehr zu Recht besteht. Mit jedem Fortschritte der naturivisscnschafilichen Erkenntnis werden die mechanisch, physikalischen Gesetze, denen auch die Lebcnscrsclieinungen unterivorfen sind, immer strenger nachgewiesen, und bereits seit langem hat die Chemie den Beweis erbracht, datz anorganische und organische Naturkörper letzthin ans den gleichen chemischen Elementar» stoffen sich aufbauen. Alle Elemente, welche sich im Körper eines TiereS oder einer Pflanze nachweisen lassen— hier seien nur die wichtigsten geiiaimt: der Kohlenstoff, Wasserstoff. Sauerstoff, Slickstoff, Schwefel, Phosphor, Chlor. Magnesium, Eisen— und noch einige andere finden sich aucb in der toten Narnr. So setzt der Kohlenstoff au Sauerstoff gebunden die Kohlensäure der Lnft zusamiilen, der Wasserstoff bedeckt ebenfalls in der Verbindung mit Sauerstoff als Waiier den grötztcn Teil der Erde, der Stickstoff bildet den luichugsten Beiiandteil der atmosphärischen Lust, daS Chlor findet sicli in wellweiter Verbreitung an Natrium gebunden als Kochsalz, PhoSnhor und Siiuvefel werden in Form von Phosphor- respektive schivefelsaneren Salze» überall auf Erden gefunden.--und so lietze sich leicht von jedem einzelnen der genannten Elemente sein Vorkommen in freier Natur nachweisen. Einen tiefgreifenden Unterschied gibt es aber in der Tat dennoch, der Lebeivelt und anorganische Naturkörper weit von ein« ander trennt! Die» Eine ist die Anordnung, die Verbindung der einzelnen Elemente mit einander. Wir finden nämlich, datz ein Teil der Elemente des lebenden Körpers zu sehr eigentümlichen und höchst komplizierten Verbindmigen zusammentrstt. die sich außer in der lebenden Substanz nirgends in der Natur wiederfinden. Man be- zeichnete diese Verbindungen daher als organische Verbindungen, und es sind vorzüglich drei Gruppen und deren Umietzungsprodukte, die sich hier unterscheiden lassen, nämlich die Kohlehydrate, die Fette und die Eiweitzkörper. Von diesen drei Gruppen sind eS jedoch anS- schlietziich die Eiweitzkörper, welche sich regelmätzig in allen pflanz- lichen und tierischen Zellen stets nachweisen lassen und für da» Leben überhaupt unentbehrlich scheinen. Lange Jahre hatte es den Anschein, datz nur der lebende Körper im stände sei, solche organischen Verbindungen zu bilden. Ja, man mutz dieses noch einschräicken, denn im letzten Grunde ist sogar nur die pflanzliche Zelle befähigt, aus einfachsten anorganischen Sub« stanzen organische Verbindungen aufzubaue», ivährend die Tiere zu ihrem Leben auf bereits vorgebildete organische Nahrung angewiesen sind. Oder, mit anderen Worten, die Tiere brauchen zu ihrer Er- nahrung enttveder andere Tiere oder pflanzliche Stoffe. Der Ort im Pflanzenlörper, an dem sich hauptsächlich diese Nahrungsausnahnw und chemischen Umsetzungen vollziehen, sind die grünen Teile der Pflanze, vor allem ihre Blätter.— Eins der wichtigsten Nahrungsmittel der Pflanzenwelt ist die Kohlcniänre. ES dürfte zweckmäßig sein, wenigstens in großen Zügen die chemischen Veränderungen durchzusprechen, welche durchlaufen werden müssen, um die Kohlensäure für das Leben der Pflanze nutzbar zu mache», daS heißt aus ihr organische Verbindungen auf- zubauen. Ter erste Schritt, der hierzu notwendig getan werde» muß, be- ginnt stets mit einer Zersetzung der aufgenommenen Kohlensäure. Diese Zersetzung kann jedoch nur in den Zelle» vollzogen werden, in deren Zellleibe(Protoplasma) Blattgrünkörperchen oder Chloro- phhll vorhanden sind. Nur mit Hülfe dieser merkwürdigen winzigen Gebilde vermag die Pflanze diese Arbeit zu leiste», und so haben wir in dein Blattgrünkörperchen dasjenige Organ vor uns, auf dessen Tätigkeit die Entstehung aller organischen Verbindungen berühr und das somit die wahre Quelle alles Lebens auf Erden ist. Gesetzt den Fall, wenn er auch eine Unmöglichkeit darstellt, daS Chlorophyll würde seine Arbeit einstellen, so wäre der Tod alles Organischen die schnelle, unvermeidliche Folge. Doch wenden wir nnS wieder dem Schicksale der Kohlensäure im Pflnnzenkörper zu. Der erste Schritt bestand, wie schon erwähnt. in einer Spaltung der Kohlensäure in Kohlenstoff und Sauerstoff, die unter dem Einflüsse des Sonnenlichtes in den grünen Pflanzen- zellen vor sich geht. Den Sauerstoff scheidet die Pflanze zum größten Teile wieder aus, während aus dem zurückbehaltenen Kohlenstoff, in Verbindung mit dem aus der Erde durch die Wurzeln den einzelnen Zellen zugefübrtcn Wasser, durch bestimmte Zusammensetzung der einzelnen Atome die erste sichtbare organische Verbindung, die Stärke, gebildet wird. Natürlich sind die verschiedenen Vorgänge dabei weit komplizierter, als ich es hier ausführeit konnte. Die Stärke nun ist das erste und einzige sichtbare Assimilationsprodnkt, aus dem alle übrigen orga- niichen Verbindungen der Pflanze durch chemische Umwandlungen (Metamorphosen) hervorgehen. Aus der Stärke bilden sich alle übrigen Kohlehydrate, ans ihr entstehen die Fette und endlich auch die so koniplizicrren Eiiocißstoffe. Bei den Tieren, die bereits geformte organische Nahrung ans- nehmen, vollzieht sich natürlich die Entstehung des lebenden Eiweißes die einfacher und kürzer, denn alle Tiere oder richtiger alle Lebe- Wesen, die kein Blattgrün besitzen, bedürfen schon fertiger Eiweiß- körper zu ihrer Ernährung. Seit langen Jahren ivar es nun das Bestreben der Chemie, die Vorgänge, welche sich hier im pflanzlicheil und tierischen Körper vollziehen, künstlich in der Netorte nachzuahmen, künstlich organische Verbindungen zu erzeugen. Lange blieben diese Versuche ohne Erfolg, bis endlich im Jahre 1823 dem berühmten Chemiker Möhler der große Wurf ge- lang, de» Harnstoff, ein Endprodukt des tierischen Stoffwechsels, das sich in erheblicher Menge im Harn der Säugetiere zc. findet, im Laboratorium durch Synthese herzustellen. Erwärmt man nämlich in der Retorte eine Lösung von cyansaurem Amoniak, so geht dieses durch eine Uinlagerung seiner Atome direkt in Harnstoff üver. Das cyaniaure Amnion ist nämlich dem Harnstoff isonier, das heißt, es ist eine Verbindung, welche die gleiche Anzahl derselben Atome, jedoch in verschiedener Anordnung besitzt. DaS cyansaure Amman seinerseits wird aus rein anorganischen Stoffen dargestellt. Durch diese für die Weiterentwickelung der Wissenschaft hoch bedeutsame Entdeckung fand die lange herrschende Lehre, daß es zur Bildung organischer Verbindungen einer besonderen rätselhaften, nur im lebenden Tier- oder Pflanzenkörper vorhandenen Lebenskraft bedürfe, ihre endgültige Erledigung. Nach dem Harnstoff gelaug es allmählich, noch eine ganze Reihe anderer organischer Verbindungen künstlich durch Synthese her- zustellen. Aber die Erzeugung der ivilbtigstcn aller dieser Stoffe, der Eiweißkörpcr, widerstand allen Bemühungen. Es ist dieses auch gar nicht iveiter ivunderbar, wenn nian den ungeheuer komplizierten Bau der Eiweißkörper in Betracht zieht. Hat es doch langer, auS- dauernder Arbeit bedurft, ehe wir wußten, welche Atome in ihnen enthalten sind. Ich niuß hier schon etwas weitschweifiger werden. Bekanntlich bezeichnet man als Moleküle den kleinsten Teil einer Verbindung, in den dieselbe ohne Störung ihrer chemischen Eigenschaften zerlegt werden kann. Die Moleküle wiederum denkt inan sich ans Atomen zusammengesetzt, den kleinsten, weder aus mechanischem noch chemischem Wege zerlegbaren Teilchen der chemischen Elemente. Sehen wir uns daraufhin mal eine einfache chemische Verbindung, zum Beispiel das Wasser an. Es entsteht ans einer Vereinigung der beiden Elemente Wasserstoff und Sauerstoff, die eS in einem ganz bestimmten Ver- Hältnisse enthält; und zwar setzt es sich zusammen aus zwei Volumen Wasserstoff und einem Volumen Sauerstoff. Wenn wir dieses Ver- hältnis in der gebräuchlichen chemischen Formel ausdrücken, wobei wir den Wasserstoff als L und den Sauerstoff als O bezeichnen, so lautet die Formel Uz O. Oder, mit anderen Worte», um ein Wassermolekül herzustellen, muß man zwei Atome Wasserstoff mit einem Atom Sanerstoff verbinden. Das Eiweißmolckül ist uns seiner Atomverkettung nach auch heute noch unbekannt, aber wir wissen wenigstens aus einer ganzen Anzahl angestellter Spalwngsprozesie(Analysen), durch die das Ei- weißmolelül selbst noch in eine große Reihe immer noch sehr kom- pliziert gebauter anderer Moleküle gespalten wird, daß eS einen höchst komplizierten Bau besitzen muß. Wie weitere Analysen er- gaben, setzt sich das Eiweißmolekül aus den fünf Elementen: Kohlen- stoff(C), Wasserstoff(H), Stickstoff(N), Sauerstoff(0) und Schwefel(S) zusammen, die aber in einer gewaltig hohen Atomzahl in ihm vereinigt sind. So läßt sich nach Grüblers Untersuchungen die Zusammen- setzung des kristallisierten Eiweißes, wie eS in dem Same» de Kürbis gesimden wird, in folgender Formel ausdrücken: ... �>2 �83 Sz Wenn nur diese Formel in uniere gewöhnliche Sprache über» setzen, so würde sie lauten: 712 Atome Kohlenstoff, 481 Atome Wasserstoff, 90 Atome Stickstoff. 83 Atome Sauerstoff und 2 Atome Schwefel sind nötig, um ein Molekül Eiweiß zu erzeugen.— Noch Verivickelter gestaltet sich die Formel eines anderen Eiweißkörpers, des Hämoglobins, des Stoffes, dem unser Blut seine rote Farbe verdankt, und das nach Zinoffskys Berechnung eine Atomzahl von mehr als 2 fangen genommen und mitgeschleppt, wenn sie zu zweien oder dreien ihrer Beschäftigung nachgehe». Zuweilen Iva gen die Stlavcnhändlcr auch förmliche Ueberfälle auf kleine Niederlassungen, wo dann alles, Männer, Frauen und Kinder, zu Sklaven geniacht wird. Tic Frauen werden von den Männern getrennt und die Kinde« von den Eltern. Man bindet ihnen einen Strick um den Hals, einen unter die Achseln und einen um die Hüften; die drei Enden werden dann auf dem Rücken in einem Knoten zusammengebunden. Von dem Knoten läuft wieder ein langer Strick aus, der dann um einen Baum oder irgend einen anderen festen Gegenstand geschlungen wird. Genau wie man einen Hund oder ein wildes Tier festbindet. Wenn es Abend wird, werden die Gefangeneu noch fester an- einandcrgekoppelt, damit ihnei ein Entweichen unmöglich ist. Alan bindet' ihnei die Hände und oftmals auch die Fütze zusammen. Viele Sklavenhändler führen einen Holzklotz mit sich, in dem sich zwei Löcher befinden, durch die die Hände der Gefangenen gesteckt werden. Hände und Arme werden dann an dem Klotz so fest- gebunden, dag jede Bewegung unmöglich wird. Hände und Arme bleiben nun steif in den Klötzen befestigt bis zum Morgen. Die Nahrung für die armen Geschöpfe ist die erbärmlichste. Nur selten bekommen sie etwas Reis. Man überläßt es den künftigen Herren, die Sklaven wieder herauszufüttern. Flores ist ohne Zweifel die Wiege des indischen Sklaven- Handels. Von hier aus wird der ganze indische Archipel versorgt. Namentlich die Bewohner von Malassar(im südlichen Teil von Celebes) machen aus dem Sklavenhandel ein glänzendes Desel�äft Sie sorgen dafür, daß die Sklaven möglichst weit entfernt von ihrer Heimat geschafft werden, damit ein späteres Entweichen aus- geschlossen ist. Für einen kräftigen Sklaven beträgt der gewöhnliche Kauf- preis 75 bis Ivb Gulden. Für eine Sklavin, besonders wenn sie noch jung und kräftig ist und Aussicht hat, noch viele Kinder zu bekommen, werden Ivb Fl. und mehr bezahlt. Aeltere Frauen sind wenig begehrt. Auch Kinder nimmt man gern. 50 bis 55 Fl. sind der gewöhnliche„Kursstand" für Knaben und Mädchen." Weiter wird in dem Bericht ausgeführt, daß die Makassarcn, die sich zum Sklaveneinkauf nach Rioeng(Hafenstadt im Norden von Flores 1 begeben, sich in der Regel mit alten Gewehren und Schießmaterial ausrüsten, um dafür Sklaven einzutauschen. Für ein altes Gewehr und Sckicßpulver, das zusammen etwa 15 Fl. wert ist. kann man einen erwachsenen Sklaven erhalten. Ter Händler verdient also bei diesem Tauschgeschäft rund 85 Fl., ein Gewinn, der es begreiflich erscheinen läßt, wenn sich viele Bewohner des indischen Archipels auf dieses einträgliche Geschäft werfen. „Um diesem Menschenraub und Menschenhandel zu steuern," schreibt das„Soerabaya Haudelsblad",„wird von der Regierung Niederländisck-Jndiens nicht das geringste geb-' Und der„Java- Bode" bestätigt all diese Angaben mit dem �..mzufühen, daß man im Gouvernementsschloß ganz genau unterrichtet sei von dem Be- stehen dieser modernen Sflavenjagden. Aber an eine Abhülfe sei unter dem jetzigen System nicht zu denken. Wenn der Resident von Timor, unter dessen Verwaltung sich die Insel Flores befindet, oder einer seiner Unterbeamten auch nur den Versuch machen würde, gegen die Sklavcnjäger vorzugehen, die niederländische Regierungs- presse würde sofort ein Geschrei erheben über die Unfähigkeit des betreffenden Kolonialbeamten, weil sein Borgehen geeignet sei, Reibungen mit den selbständigen inländischen Fürsten hcrbeizu- führen. „Reibungen mit den inländischen Fürsten". Es ist das die- selbe Redensart, die einst bestimmend war für die Entlassung Multatuli-Tckkers auS dem holländischen Kolonialdienst. Vergcb- lich war der Empörungsschrci HavelaaoS. Ucber allem steht fest und dauernd das„System".—• Paul Rache. o. Wetterberichte für den Atlantischen Ozean. Wie ans New Dork berichtet ivird, hat das Wetterbureau in Washington jetzt mit Hülfe der drahtlose» Telegraphie eine Verbindung mit den Schiffen auf dem Atlantischen Ozean eingerichtet, um ihnen meteorologische Be- obachtniigcu mitzuteilen. Da? System des Wettcrbureaus ist bereits recht weit cmivickelt. Man glaubt, dadurch, daß inan über weite Gebiete gleichzeitige Berichte erhält, alle wesentlichen Veränderungen der Atmosphäre über dem Atlantischen Ozean wie über den Kontinenten feststellen zu können. Der Leiter des Bureaus in Washington, Professor Moore, glaubt zwar nicht, daß die Zeit schon nahe wäre, in der man das Wetter für Wochen voraus- sagen kann, aber er hat großes Vertrauen auf die Vorher- sagung für kurze Zeiten, wenn sie sich auf gleich- zeitige Beobachtungen der Almosphäre über Land und Meer in geuügeud große» Flächen stützt. Das Bureau hat nicht nur die systematische Sammlung meteorologischer Beobachtungen von Schiffen auf hoher See mittels der drahtlosen Telegraphie untemomiiien, sonders will gleichzeitig Wetterprognosen und Sturmwarnungen an diese Schiffe ausgebe». soweit sie auf Grund des gesammelten Materials möglich sind. Es ist ein besonderer Telcgraphenkodcx vorbereitet, durch den Man in vier Worten eine genaue Benach- richligung über Datum und Stunde, Länge und Breite des Auf- enthaltsortcs eines Schiffes, atmosphärischen Druck und Temperatur, Stärke lmd Richtung des Windes und Charakter der Wolkenbildung be- richten kann. Tic Telegraphistcn an Bord des Schiffe? können nüi Hülfe des Kodex eine solche Depeiche vermitteln. Welchen Wert eine Bericht-- erstatwiig über das Wetter haben kann, zeigte sich z. B. bei dem Sturm am 11. Oktober 1905, bei dem der Dampfer„Eampania" schwer niit- genommen ivurde. Dieser Sturm war auf ein kleines Gebiet be- Ichränkl, und wenn das Schiff rechtzeitig gewarnt worden wäre, so hätte e?, ivie auch mehrere andere, das Sturmzentrum leicht vcr- meiden können. Das Bureau in Washington kann auch Ozean« dampfer über die Grenzen des Nebels und Eises auf den großen Sandbänken unterrichten, sodnß sie durch kleine Kursänderungen diesen Gefahren aus dem Wege gehen können. Ebenso wird es von Wichligkeil sein, daß Dampfer, die auf ihrer Fahrt an den ge- fürchteten schwimmenden Eisbergen voriiberkoimnen, sofort Meldung darüber an das Bureau erstatten, das dann seinerseits die anderen Schiffe warnen kann.— Medizinisches. br. Wassersucht durch übermäßigen Salz- genuß. Vor dem zu starken Salzen der Speiscir ist schon oft gewarnt worden. Mäßiger Zusatz von Kochsalz zur Nahrung schadet bei Gesunden gewiß nicht, denn das Salz wirkt auf die Verdauungs- säfte wie ein Gewürz, es bewirkt stärkere Absonderung derselben und trägt auch zur Bildung der Salzsäure im Magen bei, zu starkes Salzen ruft dagegen Uebelkeit, Appetitlosigkeit und Verdauung?- stvrungcn hervor. Ja es kann noch schwerere Störungen bewirken, indem es in d-en Geweben zurückgehalten wird, dieselben durch- wässert und demnach zur Bildung von Wassersucht Veranlassung gibt. Ein englischer Arzt mußte dies an seinem eigenen Leibe ver- spüren. Derselbe war nämlich ein so eifriger Salzeffer, daß er sogar zum Pökelfleisch und zu den marinierten Heringen nock Salz zusetzte. Bei jeder Mahlzeit leerte er das Salzfäßchen. Da stellten sich bei dem sonst gesunden Manne mit einem Male Schwellungen der Füße und Beine ein, so daß er bereits für Herz und Nieren fürchtete. Diese Organe wurden jedoch bei der Untersuchung gesund befunden. Man fand die Ursache in der Störung vielmehr in dem überreichen Kochsalzgenuß. Ter Arzt wurde gezwungen, jeden Salz- genuß zu meiden; nach drei Wochen schwanden die Schlvellungcn. wobei das Körpergewicht um 4 bis 5 Pund sank. Humoristisches. — Hübsches Wort. Dame: Ich möchte gern einen Um- hang— wie ihn nnsere erste Tänzerin vom Theater trägt!" Verkäufer:„Ach so, eine P r i>n a b a l l e r i n e u- Pelerine!"— — Reklame im B a l l s a a l.„Seh'n Sie sich doch diesen unbeholfenen Menschen an! Der tritt ja jeden Augenblick einen andern auf den Fuß I" „Der unbeholfen? Da kennen Sie ihn schlecht!... Wiste» Sie, lv e r er ist?" „Nun?" „Reisender für eine Hühnerauge»mittel- Firma!" — Durchschau t.(Im Wirtshaus.) Vater:„Du, Peperl, wenn die Mutter nachher fragt, wieviel GlaS Vier ich getrunken Hab', so sagst Du vier I... Verstanden?" Peperl:„Ja, Vater I" (Daheim.) Mutter:„Wiepiel Bier hat denn der Vater ge- trunken. Peperl?" Peperl(stockend):„Vier, Mutter I" Mutter:„So. also vier?!... Wieviel GlaS hat er denn bezahlt?" Peperl:„Zehn!"—(„ Fliegende Blätter") Notizen. — Carl Voll möllerS fiinfaktige Komödie„Der deutsche Graf" ist bei der Uraufführung im alten Stadt-Theater z» Köln durchgefallen.— —„Die vier Grobiane", Wolf Ferraris»cne Oper, geht im Februar im Theater des Westens zum ersten- mal in Szene.— — Die D ii s s e l d orfer Künstlerschaft hat beschlossen, im nächsten Jahre eine retrospektive KiuistauSstellung in Verhindung mit einer deutschnationale» KmistanSstellimg zu veranstalten.— — Zur Erforschung des P i l c o in a y o, eines mächtigen Nebenflusses des Paraguay-Stromes in Südamerika, soll demnächst eine deutsche Expedition ausgerüstet werden.— — Lebenskraft der D i st c l s a ni e n. In den Fabriken Balsa» in Chütcanronx ivurde nach dem„Prometheus" beobachtet, daß Hauken aus iveißcr flockiger Wolle, die eine Zeitlang der freien Lust ausgesetzt waren, sich mit einer grünlichen Vegetation bedeckten. Diese Wollinnssen, die ans La Ptata bezogen wurden, ivarcn mehrere Stunde» hindurch zur Beize in einer Mischung von Kalinmbichromat und Schwefelsäure aufgekocht worden. Der sich dann später zeigende grünliche Uebeizug wurde von keimenden Samen einer Distclart gebildet, die der rohen Wolle anhafteten und auf diese Weise mit derselben eingeschleppt winden. Die Keimkraft dieser Samen hatte also längere Zeit einer Temperatur von 100 Grad in einer Flüssig- keit widerstanden, die Chrom- und Schwefelsäure enthielt. Man mag sich bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß man versuchsweise zur Erhöhung der Kcimkrafl geivisser Samen auch verschiedene Oxydationsstoffe(besonders Chlorwasser) verwendet hat.— — Ein neues meteorologisch-magnetische? O b s e r v a t o r i n m als Hülssstation für da? Observatorium ans dem Telegraphcnbergc bei Potsdam ivird im Walde an» Seddinec See erbaut,«in die Abweichung der Magnetnadel durch elektrisch« Ströme der Stadt Potsdam und des Teltolo-Kanals mehr als bishel zu verhüten.— Verantwortl. Redakteur: HanS Weber. Berlin.— Druck u. Verlag: VorwärtsBuchdruckcrei u.BcrlagsanstaltPaulSingeröeCo..Berlin51V.