Anterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 14. Sonnabend, den 20. Januar. 1906 (Nachdruck verboten.) 14Z Schwärimr. Roman von Knut Hamsun. Autorisierte Uebersetzung von Hermann Kitj. (Schluß.) Im Oktober kam Elise Mack nach Hause. Es hieß, sie sei fest verlobt, und ihr Bräutigam, Henrik Burnus Henrik- sen, Kapitän auf dem Küstenboot, sei zu Besuch bei Mack. Im großen Saale auf Rosengaard sollte nun ein Ball statt- finden: eine deutsche Musikertruppe, die Finnmarken besucht hatte und auf der Heimreise war, wurde zu Horn- und Flötenspiel gemietet. Das ganze Kirchspiel war zu dem Balle geladen, Rolandsen wie alle anderen, und auch die Küsters- tochter Olga sollte erscheinen und als künftige Gattin Fried- richs aufgenommen werden. Aber bei Pfarrers kam etwas dazwischen. Jetzt war der neue Pfarrer ernannt worden, und man erwartete ihn tagtäglich: der Stiftskaplan kam nun an einen anderen Ort im Norden, wo eine andere Gemeinde ohne Hirten war. Er hatte auch nichts dagegen, daß er in neuem Erdreich pflügen und säen sollte, hier war die Arbeit nicht immer vom Glück gesegnet gewesen. Auf e i n erfolg- reiches Werk konnte er zurückblicken: er hatte es durchgesetzt, daß Levions Schwester sich des einzigen Mannes erinnerte, der die Pflicht hatte, sie zu heiraten. Es war der Zimmer- mann des Kirchspiels, zugleich Hauseigentümer mit nicht wenigen Schillingen unter dem Kopfkissen. Als sie vor dem Altar standen und der Pfarrer sie traute, hatte er ein win- ziges Gefühl von Zufriedenheit. Durch unverdrossene Mühe- waltung besserte man doch hie und da die Sitten. Ach, es würde sich allmählich schon machen, Gott sei Dank! dachte der Pfarrer. In seinem Haushalt war nun wieder ein bißchen Ordnung eingekehrt, die neue Hausmamsell war gekommen und sie war bei Jahren und solid, er wollte sie mitnehmen und sie auch in der neuen Stellung behalten. Es glich sich ja Wohl alles aus. Der Pfarrer war ein ge- strenger Herr gewesen: aber man schien ihm deswegen nicht zu grollen: als er sich unten am Landungsplatz einschiffte, hatten sich viele zum Abschied eingefunden. Was Rolandsen betrifft, so wollte er sich diese Gelegenheit, den Höflichen zu spielen, nicht entgehen lassen: schon lag Macks Boot da und wartete mit drei Mann auf ihn, aber er wollte erst an Bord kommen, wenn die Pfarrersleute glücklich fort wären. Für diese Höf- lichkeit mußte der Pfarrer sich trotz allem, was geschehen war, bei Rolandsen bedanken. Und wie es dem Gehülfen Levion seinerzeit überlassen worden war, die Frau Pfarrer an Land zu tragen, so überließ man es ihm jetzt auch wieder, sie an Bord zu bringen. Auch insofern schien Levions Zukunft sich aufzuhellen, als der Pfarrer versprach, das seinige dazu zu tun, daß er wieder die Gehlllfenstelle bekäme. Es glich sich ja wohl alles aus. „Müßten Sie jetzt nicht nordwärts und ich südwärts, so könnten wir zusanimcn reisen," sagte Rolandsen. „Ja," erwiderte der Pfarrer.„Aber lassen Sie uns daran denken, lieber Rolandsen, daß zwar der eine nach Norden, der andere nach Süden zieht, daß wir uns aber alle einst treffen sollen an einem und demselben Ort!" Also legte er Zeugnis ab und war unverdrossen bis zuletzt. Die Frau saß am Bug in ihren alten traurigen Schuhen: sie waren geflickt, aber zugleich auch grausam häßlich ge- worden. Aber die Frau Pfarrer war deshalb nicht betrübt, sie hatte vielmehr funkelnde Augen und freute sich, an einen neuen Ort zu kommen, um zu sehen, was es dort gebe. Mit ein bißchen Wehmut dachte sie an einen großen Feldstein, an dessen Mitnahme der Pfarrer sie mürrisch gehindert hatte, trotzdem er so schön war. Dann stießen sie vom Lande ab. Und man winkte mit Hut und Südwester und Taschentuch, und vom Boot und vom Strande erklangen Abschicdsrufe. Und nun ging Rolandsen an Bord. Schon den heutigen Abend sollte er in Rosengaard zubringen, wo es eine Doppcl- Verlobung zu feiern galt. Auch diese Gelegenheit, den Höf- lichen zu spielen, wollte er sich nicht entgehen lassen. Da Macks Boot am Mast keinen Wimpel trug, entlieh er durch die Bootsleute einen prachtvollen rot und weißen Zehn- rudererwimpel, den er hissen ließ, bevor er abfuhr. Gegen Abend kam er an. Man konnte sehen, daß das große Handelshaus ein Fest feierte, in beiden Etagen waren die Fenster erhellt, und im Hafen an den Fahrzeugen unter- schied man nichts als Flaggen, obwohl es ganz dunkel war. Rolandsen sagte zu den Leuten:„Geht Ihr jetzt ans Land und schickt drei andere her: um Mitternacht will ich wieder zur Fabrik zurück." Rolandsen wurde gleich von Friedrich in Empfang ge- nommen. Friedrich war gut gelaunt: jetzt hatte er die größte Aussicht, Steuermann auf dem Küstenboot zu werden, so daß er heiraten und es selbst zu etwas bringen konnte. Auch der alte Mack war zufrieden. Weder Elise, noch Kapitän Henrik- sen waren zu sehen: aber die kosten wohl in einem Räume für sich. Rolandsen trank ein paar Gläser und weihte und wapp- nete sich. Mit dem alten Mack hatte er eine Unterredung über geschäftliche Dinge: da hatte er nun den Farbstoff erfunden. Was für eine Bagatelle schien dieser Farbstoff zu sein und doch sollte er vielleicht das Hauptprodukt werden: Rolandsen brauchte Maschinen und Apparate zur Destillation. Elise kam gegangen. Sie blickte Rolandsen voll ins Gesicht, sagte laut Guten Abend und nickte. Er erhob sich und grüßte, aber sie ging vorbei. „Sie ist so beschäftigt heut abend," sagte der alte Mack. .„Dann heißt es also fix und fertig sein, wenn der Fang in den Lofoten anfängt," sagte Rolandsen und setzte sich wieder. Hoho, wie wenig ihm dergleichen anhaben konnte. „Ich meine weiter, wir mieten einen kleinen Dampfer, den Friedrich führen kann." „Friedrich bekommt jetzt vielleicht einen anderen Posten. Aber das besprechen wir noch näher: es hat Zeit bis morgen." „Um Mitternacht fahr ich zurück." „Na, hören Sie mal!" rief Mack. Rolandsen stand auf und sagte kurz:„Um Mitternacht!" So fest und unbeugsam wollte er sein. „Ich hatte wirklich gedacht, Sie würden hier übernachten.. Bei einem solchen Anlaß. Ich kann denn doch wohl sagen, daß ein kleiner Anlaß vorhanden ist." Sie gingen umher, nuschten sich unter die anderen und plauderten bald hier, bald da. Als Rolandsen den Kapitän Henriksen traf, tranken sie wie gute Bekannte zusammen, trotzdem sie sich nie gesehen hatten. Der Kapitän war ein gutmütiger, etwas dicker Herr. Daun fing die Musik zu spielen an, in drei Zimmern ging man zu Tisch, und Rolandsen richtete es geschickt so ein, daß er an einen Platz kam, wo niemand von den Vornehmen saß. Der alte Mack fand ihn bei seinem Rundgang und sagte: „Sitzen Sie hier? Na ja. Ich hätte sonst.. Rolandsen antwortete:„Tausend Dank, wir können Ihre Rede auch von hier hören." Mack schiittelte den Kopf.„Nein, ich halte keine Rede!" Mit gedankenvoller Miene entfernte er sich: es schien etwas nicht zu stimmen. Das Essen ging vorüber, und es floß viel Wein, und das Getöse der Menschen war groß. Während des Kaffees setzte Rolandsen sich hin und schrieb ein Telegramm. Es war an die Jungfer van Loos in Bergen: ihre Zeit sei durchaus nicht abgelaufen. Komm in den Norden, sobald du kannst. Dein Ove. Auch so war es gut, alles war gut und herrlich! Er brachte das Telegramm selbst auf die Station und sah, wie ctz abgeschickt wurde. Dann kehrte er zurück. An den Tischen ging es jetzt lebhafter her, man wechselte die Plätze. Elise kam zu ihm hin und reichte ihm die Hand. Sie entschuldigte sich, daß sie vorher an ihm vorbeigegangen sei. „Wüßten Sie nur, wie schön Sie heut abend wieder sind," sagte er und tat überlegen und höflich. „Meinen Sie?" „Das Hab ich übrigens immer gemeint. Ich bin doch Ihr alter Anbeter gewesen, wissen Sie noch. Nein, besinnen Sie sich doch auf voriges Jahr, wo ich Ihnen gerade einen An- trag machte!" Der Ton mochte ihr wohl nicht gefallen an thm, sie ging zunächst fort. Aber kurz darauf traf er sie wieder. Friedrich hatte mit seiner Braut den Tanz eröffnet, der Ball war im Gange, so daß niemand Notiz von den beiden nahm, wie sie zusammen sprachen. Elise sagte:„Richtig, ich kann Ihnen einen schönen Gruß bestellen von einer guten Bekannten von Ihnen, von der Jungfer van Loos." „So?" „Sie hat gehört, daß ich heirate, und möchte Hausmamsell bei mir werden. Sie soll sehr tüchtig sein. Ja. Sie kennen sie ja besser als ich." „Sie muß sehr tüchtig sein, ja. Aber Hausmamsell bei Ihnen kann sie nicht werden." „Nicht?" „Weil ich ihr soeben telegraphiert und ihr eine andere Stelle angeboten habe. Sie ist meine Braut." Betroffen starrte das stolze Fräulein ihn an.„Ich dachte, es wäre vorbei zwischen Nnen." sagte sie. „Na, Sie wissen ja, alte Liebe... Freilich wars einmal vorbei, aber—" „Ja so," sagte sie weiter. „Ich muß es Ihnen sagen, Sie sind nie so schön gewesen wie heute abend I" sagte er und war von grandioser Höflich- keit.„Und dann dieses Kleid, dieser dunkelrote Samtl" Auch mit diesen Worten war er zufrieden; wer hätte Unruhe da- hinter gewittert? „Uebertrieben grün waren Sie ihr doch nicht," sagte sie. Er bemerkte, daß ihre Augen feucht waren, und stutzte, auch die verschleierte Stimme machte ihn verwirrt, und sein Gesicht nahm einen anderen Ausdruck an. „Wo ist ihre große Ruhe nun?" rief sie und lächelte. Er murmelte:„Sie nehmen sie mir." Ta streichelte sie plötzlich seine Hand ein einziges Mal und ging. Sie stürmte weiter durch die Zimmer, sah niemand und hörte nichts, lief nur, lief. Jni Flur stand ihr Bruder, der sie anrief; sie drehte ihm ihr lächelndes Gesicht voll zu, und von ihren Wimpern tropften Tränen nieder; dann lief sie die Treppe hinauf in ihr Zimmer. Eine Viertelstunde darauf kam ihr Dater zu ihr.„Sie fiel ihm um den Hals und sagte:„Nein, ich kann nicht." „So. Dann nicht. Aber Du mußt wieder herunter- kommen und tanzen; man fragt nach Dir. Und was war das, was Du zu Rolandsen gesagt hast? Er ist so verändert. Warst Du wieder unhöflich zu ihm?" „Nicht doch, nicht doch. Ich war nicht unhöflich zu ihm." „Denn dann mußt Du's gleich wieder gutmachen. Um zwölf Uhr reist er wieder." „Um zwölf?" Elise machte sich sofort fertig und sagte: „Ich komme jetzt." Sie ging hinunter und sprach mit Kapitän Henriksen. „Ich kann nicht," sagte sie. Er antwortete nicht. „Vielleicht tu ich unrecht, aber es ist mir nicht möglich." „Ja, ja," war alles, was er sagte. Sie konnte es nicht weiter erklären, und da der Kapitän sich so wortkarg verhielt, war es damit zu Ende. Elise ging zur Station und telegraphierte an die Jungfer van Loos in Bergen, sie dürfe Ove Rolandsens Anerbieten nicht annehmen, da er es wieder nicht ernst meine. Brief folgt. Elise Mack. Dann kam sie zurück und nahm wieder am Tanze teil. „Ist es wahr, daß Sie um zwölf Uhr nach Hause fahren?" fragte sie Rolandsen. „Ja." „Ich reise mit Ihnen zur Fabrik. Ich Hab da etwas zu tun." Und wieder strich sie ihm über die Hand.— (Rachdruck verboten.) Bin JVftßvcrrtändme, Von M. B e s n a r d. Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen. Ein Gerichtssaal. Auf der Anklagebank sitzt eine sehr korpulente Dame mit hochrotem Gesicht, deren majestätische Formen in eine blaugeblümte Seidenrobe gepreßt find; auf ihrem Haupte prangt ein ungeheurer, mit roten Blumen und grünen Federn garnierter tut. Die Dame spielt mit gemachter Gleichgültigleit mit ihrem onnenschirm und betrachtet scheinbar gelangwellt den verräucherten Plafond des Gerichtssaales, während ihre Füße nervös auf den Boden klopfen. Der Gerichtshof tritt eil». Die Sitzung beginnt. Der Präsident:„Angeklagte Prötavoine, stehen Sie aufl Sie find sechsundvierzig Jahre alt..." Die Angeklagte:„Fünfundvierzig, Herr Präsident I" Der Präsident:„Schön I Sie find in zweiter Ehe mit Herrn Onöfime Prätavoine, seines Zeichens Stock- und Regenschirm- fabrikant, verheiratet. Die Anklage wirft Ihnen vor, den Anstreicher Antoine Baranlon in einer das Leben und die Gesundheit ge- fährdenden Weise mißhandelt zu haben, eine Mißhandlung, die eine zwölftägige Arbeitsunfähigkeit des p. Baranton zur Folge gehabt hat.(Zum Gerichtsdiener): Führen Sie den Zeugen herein I" In den Saal tritt Herr Antoine Baranton, ein kleiner furcht- samer Mann mit leidendem, eingeschüchtertem Gefichtsausdruck und nähert sich dem Gerichtstisch. Der Präsident:„Zeuge Baranton, erzählen Sie uns kurz den Hergang der Sache I" Baranton:„Ich bin von dieser Dame(er zeigt auf Madame Prötavoine) geschlagen worden, ohne zu wissen, warum.. Die Angeklagte(unterbrechend);„Ich hielt ihn für meinen Mann, und da ich gerade dazukam, wie er einer jungen Person der- liebte Augen machte, packte mich die Eifersucht, so daß ich nicht mehr wußte, was ich tat, sondern blindlings mit dem Sonnenschirm auf meinen vermeintlichen Gatten.. Der Präsident:„Aber man sieht sich doch die Leute an, bevor man sie mißhandelt I(Zum Zeugen): Fahren Sie fort l" Baranton:„Wie Madame soeben bemerkte, plauderte ich mit einer jungen Person— ich habe wohl das Recht zu plaudern, mit wem ich will; umsomehr als diese junge Person meine Richte war, als ich plötzlich einen Schrei höre, der nichts Menschliches an sich hat, und sehe, wie eine Furie sich aus mich stürzt..." Die Angeklagte:„Na, seien Sie mal em bißchen Höf- licher. Siel" Der Präsident:„Ruhe I" B a r a t o n:„Madame stürzt sich also auf mich und schlägt mich halbtot mit ihrem Regenschirm..." Die Angeklagte:.Sonnenschirm l" B a r a t o n:„Meinetwegen auch Sonnenschirm I. Sie schlug mir mit einer solchen Vehemenz auf Kopf und Rücken, daß der Schirm zerbrach. Und auch der rechte Arm bekam sein Teil ab: vierzehn Tage lang war er wie gelähmt, so daß ich keinen Pinsel zu halten vermochte 1" Der Präsident(zum Zeugen):„Weiter haben Sie nichts zu bemerken?" Baranton:„Nichts, Herr Präsident. Ich möchte aber noch hinzuiügen, daß mein Rechtsbeistand mir geraten hat, ich solle die Zivilklage einleiten und Schadenersatz verlangen, weil ich infolge eines unglücklichen Mißverständnisses, einer bedauernswerten Per- sonenverwechselung, ohne jeden Grund körperlich mißhandelt worden bin und.. Der Präsident:„Schön l Der Gerichtshof wird Ihre An« spräche prüfen..(zur Angeklagten): Wollen Sie noch etwas zu Ihrer Verteidigung vorbringen?" Die Angeklagte:„Herr Präsident, ich habe nur zwei Worte zu sagen. Wenn dieser Dummkopf. Der Präsident:„Keine Beleidigungen, oder ich entziehe Ihnen das Wort!" Die Angeklagte:„Wenn dieser Herr nicht da« Pech gehabt hätte, meinem Mann zu gleichen, wie ein Wasiertropfen dem airderen, brauchte ich heute nicht hier zu fitzen." Der Präsident:„Das entschuldigt aber nicht Ihre tadelns- werte Handlungsweise. Gewalt ist nicht erlaubt." Die Angeklagte:„Verzeihung, Herr Präsident, ich habe wohl das Recht, meinen Mann zu schlagen, wenn eS mir beliebt?" (Lachen im Publikum.) Der Präsident:„Rein, Madame." Die Angeklagte:„Doch!... Wenn mein Mann hier wäre, könnte er eS Ihnen bestäligen: nicht einmal, nein hundertmal hat er von mir Prügel bekommen I(Erneutes Gelächter im Publikum.) Der Präsident:„Angeklagte, Sie verschlimmern Ihre Sache. Uebrigens Ihr Gatte ist hier. Sie haben ihn als Eist» lastungszeugen laden lassen. Wir werden ihn sogleich hören.(Zum Gerichtsdiener):„Führen Sie den Zeugen Prstavoine herein I* Unter ironischem, spöttischem Tuscheln und Flüstern des Auditoriums betritt der Stock- und Regenschirmsabrikant Onäfime Prstavoine den Gerichtssaal. Er hat dieselbe leidende, ein- geschüchterte Physiognomie wie der Anstreicher Baranton. Bon hinten betrachtet, gleichen die beiden Männer einander vollkommen, so daß der Irrtum der Angeklagten begreiflich wird. Nach Erledigung der Personalien schreitet der Präsident zum Verhör. Der Präsident:«Zeuge Pretavoine, was haben Sie aus- zusagen? Prätavoine:„Sehr tocnijj, Herr Präsident. Sie begreifen, eS ist für einen Mann überaus peinlich, seine Frau auf der Anklage- bank zu sehen, und ich bedauere unendlich..."(Er bricht in kon- vulsivrsches Schluchzen aus.) Der Präsident:„Ja, aber... so fahren Sie doch fort. Zeuge I" Prötavoine(beginnt noch heftiger zu schluchzen.) Der Präsident:„Na. na... so beruhigen Sie sich doch I... Da Sie nicht von selbst sprechen wollen, werde ich Sie anSftagen. Ist es wahr, daß Ihre Frau Sie bisweilen schlägt?" D i t Angeklagte(uutcvCvedjcnb):„Es ist nicht wahr, Onöfime! Sage ihnen, dost es nicht wahr ist!" Der Präsident(zur Angeklagten):„Schweigen Sie! Lassen Sie Ihren Mann reden 1" Prötavoine(das Haupt erhebend und seine Tränen trocknen):„Es ist wahr. Herr Präsident."(Heiterkeit in, Publikum.) Der Präsident:„Was ist wahr? Daß Ihre Frau Sie schlägt?" Prötavoine:„Ja. Herr Präsident.� Die Angeklagte(ihrem Gatten die Faust zeigend): „Lügner! Schurke I Verbrecher I Ach I wenn ich Dich jetzt.. Der Präsident(zur Angeklagten):„Schweigen Sie, oder ich lasse Sie hinausführen I(Zum Zeugen): Und geschieht das oft?* Prstavoine:.Recht oft I" Der Präsident: Sind Sie Augenzeuge der Szene gewesen, welche der Anklage zugrunde liegt?" Prstavoine:.Ja. Herr Präfident. Die Geschichte trug sich folgendermaßen zu: Ich stand auf der Straße vor einem Laden, den ich gerade betreten wollte, um einige Einkäufe für mein Geschäft zu machen; als ich plötzlich meine Frau vorübergehen sehe. Nanu? wundere ich mich. Was hat Aurelie hier zu suchen? Aber da ihr Gesicht nichts Gutes verkündete, hütete ich mich wohlweislich. ihr nachzulaufen. Ich betrete den Laden.... nein, ich bleibe auf der Schwelle stehen... Der Präsident:.Kürzer I Kommen Sie zur Sache!" Prstavoine:.Ich bin ja schon innner dabei... Ich bleibe also auf der Schwelle stehen und beobachte verstohlen meine Frau, die sich in einer allerliebsten Laune zu befinden scheint...." Die Angeklagte:„Na, Du.... Dir will ich schon zeigen!" Der Präsident(streng):„Schon wieder I(Zum Zeugen): Fahren Sie fort!" Prstavoine:.Ich beobachte meine Frau. Plötzlich— was sehe ich? Aurelie stürzt sich auf diesen Herrn(er zeigt auf den Zeugen Baranton) und beginnt ihn mit ihrem Sonnenschirm zu be- arbeiten. Ick war starr. Ich begriff nichts von der ganzen Ge- schichre und ich begreife auch heute»och nicht, warum..." Der Präsident:„Es ist absolut gleichgültig, ob Sie etwa? begreifen oder nicht. Die Hoiiptiache ist das. was Sie gesehen haben.(Zur AngeNagten): Sie köunen nicht länger leugnen. Die Aussage Ihres Mannes erdrückt Siel" - Die Angeklagte:.Nein, ich leugne nicht, aber dieser Kanaille da werde ich eS schon besorgen!"(Sie droht zu ihrem Gatten hinüber, der ob dieser Perspektive nicht sonderlich erfreut aussieht.) Prstavoine:.Herr Präsident, wird meine Frau zu Ge- fängnis verurteilt werden?" Der Präsident:„Das wird von ihrem Verhalten abhängen. Wenn sie ihre Roheit bedauert, wenn sie sich bei Herrn Baranton entschuldigt und dieser mit einer Entschuldigung zufrieden ist und seine Klage zurückzieht, kann der Gerichtshof auf die niedrigste Strafe erkennen: eine Buße." Prstavoine:.Offen gestanden, Herr Präfident, das Ge- fängnis wäre mir lieber als die Buße; denn die Buße muß doch schließlich ich bezahlen, während ich bei einer Gefängnisstrafe wenigstens in dieser Zeit Ruhe und Frieden im Hause habe I" Die Angeklagte(mit den Zähnen kninchend):„Elender I Feigling I Na. Du sollst mir noch einmal unter die Finger kommen I" Der Präsident(zum Zeugen Baranton):.Sie halten also Ihre Klage und das Verlangen nach Schadenersatz aufrecht?" Baranton:.Ja. Herr Präsident." Nach den PlaidoyerS des Herrn Duroseau für die Angeklagte und des Herrn Filandreau für den Zeugen und Nebenkläger Baranton verurteilt der Gerichtshof Frau Prstavoine zu acht Tagen Haft, 50 Frank Buße und 150 Frank Schadenersatz. Bei Verkündigung dieses Urteils fällt Madame Prötavoine in Ohnmacht; ihr Gatte ruft:„Acht Tage Ruhe und Friede I Dank, Ihr guten Richterl" Und der Zeuge und Nebenkläger Anloine Ba- ranton verläßt, zufrieden mit diesem Erfolg, leise pfeifend den Gerichtssaal.—- Machdruck verboten.) Die Cdardfchcn pflanzenkaftcn. Es war im Sommer des Jahres 1829, als der englische Natur- forscher N. B. Ward durch Zufall eine für die Fortentwickelung der Pflanzenkunde und deL internationalen Pflanzenbaues höchst wichtige Entdeckung machte. Um die Metamorphose einer Schmetter- lingspuppe zu beobachten, hatte er dieselbe in feuchte Erde gelegt, die er in einer weithalfigen großen Glasflasche mit einem Teckel verschloß. In der Nähe des Fensters verfolgte Ward tagtäglich mit der größten Aufmerksamkeit jede Bewegung der Puppe. Dabei siel ihm auf, daß die winzigen Wasserdämpse, die während des Tages aus dem feuchten Erdhäufchcn emporstiegen, sich an den Seiten- flächen der Glasflaschc zu Tropfen verdichteten und als solche«gel- mäßig wieder in die Erde zurückkehrten. Der Forscher erkannte, daß dadurch die Erde andauernd in demselben Feuchtigkeitsgrade erhalten wurde, ohne daß man sie beivässertc. Ungefähr eine Woche vor der endgültigen Metamorphose der Puppe erschienen plötzlich ein Farn- und ein Grassämling an der Erdoberfläche. Ter Glas- flasche wurde darauf außerhalb des nach Norden gelegenen Fensters ein Platz angewiesen, die Sämlinge gediehen zu Ward? großer Freude vortrefflich weiter. Ja noch mehrl Sobald der Farn- sämling oder Farnvorkeim seine Geschlechtsfunktionen verrichtet hatte, entwickelte sich aus der befruchteten Eizelle des Vorleims ein Fariikraut, das der Forscher als eine Farnart erkannte, die er jahrelang vorher vergeblich zu kultivieren versucht hatte. Der Gras- sämling hinwiederum wuchs zu einem stattlichen Exemplar heran. Beide Pflanzen ersordertc» in der verschlossenen Flasche keinerlei Pflege und blieben dort beinahe vier Jahre, bis sie durch Zufall in Wards Abwesenheit zugrunde gingen, nachdem der Deckel durch- gerostet war. und Regeuwasser freie» Zugang gefunden hatte. Lange vorher hatte sich Ward die Frage vorgelegt, woher«S komme und wie es möglich sei, daß gerade in dieser verschlossenen Flasche Pflanzen, und noch dazu ein sonst so schwer zu kultivierender Farn zur gedeihlichen Entwickclung kommen konnten? Augen- scheinlich mußten die Gewächse ihre natürlichen Lebensbedingungen in der Flasche gefunden haben� die da sind: eine feuchte Atmosphäre, frei von jeder schmutzigen Beigabe, Licht, Wärme, Bodenseuchtigfeit, Luftwechsel und Perioden der organischen Ruhe. Und in der Tat. alle dies« Bedingungen fanden sich in der verschlossenen, freilich nicht ganz luftdicht verschlossenen Flasche erfüllt vor. Ter Forscher beschloß, die erkannten Wahrheiten auf ihre Trag- weite hin zu untersuchen. Zu den ersten Pflanzen, die er willkürlich verschlossenen, mit feuchter Erde versehenen Glasbehältern ein- verleibte, gehörte Tridiomsnig radicans. Diese Pflanze konnte zu jener Zeit von niemand künstlich kultiviert, ja nur am Leben er- halten werden. So hatte z. B. die Firma Loddiges in London, die größte Gartenbaufirma in der:rsten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Pflanz« wohl zu verschiedenen Malen besessen, aber es war ihr trotz peinlichster Mühe und Vorsicht niemals gelungen, sie wachs- tumsfähig zu erhalten, alle ihre Exemplare waren über kurz oder lang eingegangen. Es erregte deshalb die Tatsache, daß die Trieb omanig radicans in dem Wardschen Glasbchälter vortrefflich gedieh, die größte Aufmerksamkeit in allen fachmännischen Kreisen. Diesem gelungenen Experimente folgten andere. Bald genügte Ward zu seinen Versuchen ein einfacher Glasbehälter nicht mehr, er konstruierte sich eine Glaskiste, deren ausziehbarer, mit einem Loche für Drainagezwecke versehener Boden jeweilig mit solcher Erde versehen wurde, in der vordem die betreffenden Pflanzen in der freien Natur ihr Gedeihen gefunden hatten. Auf solche Weise wurden nach und nach Hunderte von Pflanzenarte» von der äuge«» Atmosphäre abgeschlossen, den Wardschen Pslanzcnkästev einverleibt, Und es stellte sich heraus, daß sie alle, ganz gleich in welchen Breitengraden ih« Heimat war, auf solche Weise bebandelt, ein fröhliches Dasein führten. Diese erkannten Wahrheiten, die dem Laien beim Lesen dieser Zeilen vielleicht recht unbedeutend erscheinen mögen, sollten ein kaum für möglich gehaltenes Resultat zeitigen. Ihre praktische Ausnützung revolutionierte nämlich die bis in die dreißiger Iah« des 19. Jahrhunderts geltenden Transportmethoden von Pflanzen über See, von einem Erdteil nach dem anderen von Grund aus. Es ist unnötig, an dieser Stelle auf eine genaue Beschreibung jener Methoden einzugehen, die in dem Transport von Pflanzen von und noch entfernten Ländern bis dahin gang und gäbe waren. Sie zerfallen in zwei Hauptartcn. Die eine Richtung beschäftigte sich mit dem Transport von Pflanzen in passivem Zustande, die andere Hauptmethode mit dem Transport von Pflanzen in aktivem Zustande. Die beste Methode, Pflanzen in passivem Zustande, d. h. in einem Zustande der Ruhe für lange Seereisen zu präservieren, war jene, die noch heute ihren Wert nicht verloren hock und die zuerst bei der schon genannten Firma Loddiges in Anwendung kani. Ei« bestand darin, die verschiedenen Pflanzen in aufeinanderfolgenden Lagen sogenannten Baymooses(SpKagnum) zu verpacken. Bei Koniferen, mehr noch aber bei allen laubabwerfenden Gehölzen, genügte dies« Methode notdürftig: hauptsächlich dann, wenn die Gehölze am End« ihrer aktiven Tätigkeit versandt wurden, fand sie allseitige Anwendung. Andere Pflanzen wiederum, wie z. B. die Kakteen, verpackte man für den Versand im trockensten Sande, da Feuchtigkeit die Gewächse faulen ließ. In solch passivem Zustande ließ sich aber nur ein Verhältnis. mäßig geringer Prozentsatz der Pflanzen von einem Teil der Erde nach dem anderen schicken. Und selbst bei solchen Pflanzen, die sich dafür eigneten, hatten die Botaniker und Pflnnzciczüchtcr große Verluste zu verzeichnen. Da die Dampfschisfahrt kaum begonnen, so kamen als Ueberseetransportmittel nur Eegelschisfe in Betracht, die bei der Durchkreuzung der einzelnen Entfernungen so viel Monate brauchten, als heute dem gewöhnlichsten Schraubendampser Wochen genügen. Die Pflanzen waren deshalb eine lang« Zeit auf der Reise. Auch der Landtransport bcschränite sich noch auf die ge- wöhnlichsten Beförderungsmittel, wie Wage», Schlitten, Boote. Reiter oder Fußgänger. In weniger durchforschten und zivilisierten Gegenden galt es außerdem oft unglaublich« Schwierigkeiten zu übenvinden, um bloß die Küste zu erreichen. So summierte sich Land- und Seetransport in den meisten Fällen zu einem Zeitraum, welcher nur zu oft das passive Stadium selbst jener Gehölze über- stieg, die in der nördlich gemäßigten und arktischen Zone fremder Länder zu Hause waren. War das aber der Fall, so ging der größte Teil einer solchen Sendung, wenn nicht gar alles, zu- gründe. 56 Hatte die passive Methode schon ungeheuere Verluste zu ver-| wieder zurück nach den botanischen Gärten in Met, vollgeladen mit zeichnen, so war die alte attive Transportmethode das reine Hasard- den Pflanzenschätzen aller Erdgegenden. spiel. Hier gab es unter hundert Versuchen oft kaum einen Treffer. In furzer Zeit berallgemeinerte sich die Benußung der WardUnter dem Einfluß der verschiedenen klimatischen Unterschiede, schen Kästen in einer Weise, die beispiellos ist. Bald gab es keinen welche eine Reise von Ostasien, Indien, Australien, Südamerika usw. einzigen Teil der zivilisierten Erde, der nicht mehr oder weniger mit sich brachte, und welche die Pflanzen bald brennenden Sonnen- durch ihre Einführung wirtschaftlich gewonnen hatte. Die franzö strahlen, bald arktischer Kälte ausseßte; unter dem Einfluß bald zu fische und englische Regierung befahl zuerst ihre Benutzung bei starfer, bald zu geringer Bewässerung; unter dem Einfluß heftiger allen ihren Entdeckungsexpeditionen an, ihnen folgten die New Stürme und übersprißenden Seewassers oder unter dem Einfluß gierungen anderer Staaten, und heute hat der Einfluß der Ward. zu starker Beschattungging in der Regel der größte Teil der aktiv fchen Kästen einen Austausch der Erbflora mit sich gebracht, der den versandten Gewächse naturgemäß zugrunde. Vegetationscharakter ganzer Erddistrikte von Grund aus umge A. G. Grant. staltete. In Kleines feuilleton. Medizinisches. Bei einer geistigen Revue all dieser Tatsachen erkannte Ward, daß seine Kästen wie geschaffen seien, all den alten Uebelständen abzuhelfen. Um diese Erkenntnis auf die Probe zu stellen, baute er im Jahre 1833 zwei besonders starte Kästen mit dicht verglastem Deckel und füllte dieselben im Juni mit Farnen, Reben u. a. die Zwischenräume säte er außerdem verschiedene Gasarten. Unter hr. Störungen des findlichen Schlafes. Schleif der Obhut seines Freundes, des Kapitän Mallard, wurden die Kästen auf Deck des nach Sidney gehenden Seglers unterge bracht. losigkeit und unruhiger Schlaf sind bei Kindern nicht gar so selten Und siehe dal Auch dieses Experiment gelang vortrefflich. Alle und sollten stets beachtet werden; es sind aber nicht immer KrankPflanzen tamen nach beinahe sechsmonatlicher Reise in erstklassigem heiten, welche Schlafstörungen hervorrufen, sondern gar oft mangel. Zustande in Australien an, und die mittlerweile zur Entwickelung hafte hygienische Bedingungen oder unzweckmäßige Pflege anzugekommenen Gräser hatten sich zu solch kräftigen Exemplaren aus- schuldigen. So erzeugen ungenügende oder unvernünftige Ergewachsen, daß sie die Deckel der Kästen zu sprengen drohten. nährung, zu heißes Schlafzimmer, ein zu warmes Bett oder zu Im Februar 1834 wurden dieselben Kästen in Sidneh mit warme Kleidung schlechten Schlaf. Bei größeren Kindern sind australischen Gewächsen gefüllt und begannen ihre Rückreise nach nervöse Erregungen, wie Aufregung der Phantasie, Furcht, zu viel London, auf der sie dem mannigfachsten limatischen Wechsel aus- Lektüre oder Lesen von aufregenden Büchern vor dem Bubettgehen Bei ihrer Bepflanzung in Sidney stand der Thermo- oft die Ursache der Schlaflosigkeit. Bei sehr nervösen Kindern kann meter auf 90 bis 100 Grad Fahrenheit im Schatten. Bei der Um- sich dieser Zustand bis zum nächtlichen Aufschrecken steigern. Die Segelung von Kap Horn fiel die Temperatur auf 20 Grad Fahren- tinder erwachen bei diesem Zustand plöblich mit großer Angst, heit, und das Verdeck, also auch die Kästen, waren einen Fuß hoch mit springen auf und schreien um Hülfe gegen vermeintlich sie vers Schnee bedeckt. In Rio Janeiro stieg das Thermometer wieder auf folgende Menschen oder Tiere. Am anderen Morgen wissen die 100 Grad und bei der Kreuzung des Aequators gar auf 120 Grad. Sinder gewöhnlich von dem Vorgefallenen nichts mehr. Die eigent Acht Monate nach der Abfahrt erreichte das Schiff endlich den eng- liche Veranlassung des Anfalles ist meist ein angstvoller Traum, wolischen Kanal, wo das Thermometer auf 40 Grad herunterging. Ob- bei die Kinder sich oft an eine Gespenstergeschichte erinnern, oft ist gleich die Kästen während der ganzen Reise auf dem lichten Deck der Traum auch durch den Genuß schwerverdaulicher Speisen hervor. fein einziges Mal ihren Standpunkt gewechselt hatten, obgleich die gerufen. Derartige Kinder müssen milde und reizlos ernährt werden, Glasdeckel nicht ein einziges Mal gelüftet, die Pflanzen nicht ein fie follen ihre Abendmahlzeit wenigstens eine Stunde vor dem Sie müssen in einem erhellten Schlafeinziges Mal bewässert worden, zeigten die letzteren bei ihrer An- Schlafengehen bekommen. kunft in Tock das gesündeste und üppigste Wachstum. zimmer schlafen, und es ist strenge zu vermeiden, ihnen vor dem Das nächste Experiment galt einer Sendung von kleinen Kaffee- Schlaf oft in ganz charakteristischer Art verändert. Sie schlafen oft Schlafengehen Geschichten zu erzählen. Bei franken Kindern ist der pflanzen und verschiedenen anderen Gewächsen, die Ward in sechs nicht gleichmäßig und ruhig, vielmehr oft oberflächlich und wenig verglasten Kästen im Jahre 1834 zu Jbrahim Pascha nach Aegypten anhaltend. Schlafen mit offenem Munde und Schnarchen findet und Syrien sandte. Auch hier gelang der Versuch über Erwarten gut. Es war deshalb nicht zu verwundern, daß einsichtsvolle Männer ich bei Kindern mit Nasenverstopfungen und Rachenmandelan= die koloffale Tragtveite dieser so einfachen Neuerung praktisch aus kommt bei gehirnkranken, oft aber auch bei gefunden Kindern vor. schwellungen, Knirschen mit den Zähnen und Lächeln im Schlafe zubeuten beschlossen. Die Firma Loddiges marschierte in dieser Beziehung als Pionier voran. Zwischen 1835 und 1842 waren durch fie nicht weniger als 500 Kästen nach und von fremden Ländern mit Pflanzen verschickt und empfangen worden. Humoristisches. Schrecklicher Verdacht. Patient:„ Der Arzt hat gefagt, für mein Leiden sei er nicht Spezialist trozdem hat er mir etwas verschrieben!... Will er mich vielleicht damit auf sein Gebiet hinüberfurieren!?" Fragmentarisches Vorbild. Lehrer( der seiner Klaffe den Bocksprung vorturnen will, dabei aber kaum bis zur Mitte des Geräts gelangt):... Und so weiter!" - Raffiniert." Ihr Kollege soll ja ein ausgemachter Und ob! Der streut dem Chef sogar Schnupftabat aufs nur damit er recht oft zur Gesundheit!" rufen kann!" ( Fliegende Blätter".) Kurze Zeit darauf erhielt der berühmte Pflanzenjäger Fortune von der Gartenbaugesellschaft Englands den Auftrag, nach China zu reisen, um von dort mit Hülfe der Wardschen Kästen neue Pflanzenvarietäten zu importieren. Auf solche Weise wurden 250 Exemplare in Kästen verpflanzt nach England gebracht, von denen 215 in boller Gesundheit landeten. Diese Tatsache zog die besondere Aufmerksamkeit der Ostindischen Gesellschaft auf sich, die vordem mit dem Versuch, lebende Teepflanzen von China aus nach Ostindien zu Streber sein?" bringen, recht traurige Erfahrungen gemacht hatte. Kaum war deshalb der Pflanzenjäger Fortune nach seiner lebten erfolgreichen Pult Chinareise in England warm geworden, erhielt er von der Ostindischen Compagnie den Auftrag, abermals nach China zu gehen, um daselbst die verschiedenen Teepflanzensorten zu sammeln und dieselben in großen Quantitäten auf den Landbesißungen der Ostindischen Compagnie an den Abhängen des Himalaya- Gebirges anzupflanzen. Ueber das Resultat dieser Expedition schrieb Fortune seinerzeit felber:„ Wir haben mit Ihren Kästen in Indien Wunder verrichtet. Wenn ich Ihnen sage, daß beinahe 20 000 Teepflanzen mit der größten Sicherheit und in perfekter Gesundheit von Schanghai aus nach den Himalaya gebracht wurden, so gibt das eine Idee von unserem Erfolge." Diese Teepflanzen aber waren der Mutterstock fämtlicher ostindischen Teeplantagen; ihre Stultur entwidelte sich zu der wirtschaftlich wichtigsten landwirtschaftlichen Industrie Ostindiens. Notizen. -Winter Sonenwende. 1. Sonderheft der Monat 3hefte für graphisches Kunstgewerbe.( Herausgeber: Albert Knab, Schriftleiter: Karl Matthies, Verlag Karl Flemming A. G., Glogau.) Dem Hefte sind 20 bisher unveröffentlichte Studien aus den Mappen norddeutscher Maler( Bracht, Corinth, Dettmann, Hof mann, Kallmorgen, Leistikow, Liebermann, Vogeler usw.) beigegeben. Preis 5 Mark. Kleines Theater. Die Erstaufführung von Gorkis Schauspiel Kinder der Sonne" ist auf Donnerstag, den 25. Januar, verschoben worden. Das Moskauer tünstlerische Theater wird in der zweiten Hälfte des Februar im Berliner Theater mit seinem gesamten Personal und dem vollständigen Bühnenapparat ein auf mehrere Wochen berechnetes Gastspiel beginnen. " = Die Hohentwiel Festspiele gelten, nachdem ein Garantiefonds von 50 000 Mark gezeichnet worden, für gesichert. Die Festspiele werden nicht im Freien, sondern in einer geschlossenen, etwa 2000 Sig- und 400 Stehplätze umfassenden Halle aufgeführt. Die größten Triumphe jedoch sollten die Wardschen Kästen feiern, als sich das Direktorium der weltberühmten botanischen Gärten zu Ket bei London ihrer als Transportmittel zu bedienen begann. Kurz zuvor hatte man hier mit der alten Methode des attiven Imports recht traurige Erfahrungen gemacht. Pflanzensammler hatten im Auftrag der botanischen Gärten Neu- Holland und das Kapland besucht, jedoch der größte Teil der Pflanzen, die fie nach England sandten, war tot bei ihrer Ankunft, als Folge des ungenügenden Schußes während der Reise. Das sollte jetzt mit einem Schlage anders werden. Unter Aufsicht des Sir William Hooker, des größten botanischen Genies, das den Gärten zu Kem je vor gestanden, wurden von Seto aus vom Januar 1847 bis Dezember 1850 Deni Landschaftsmaler Richard Piepsch in Grünwald 2722 Pflanzen in Kästen verschickt, außerdem noch vier Kästen mit bei München wurde vom Deutschen Künstlerbunde ein Atelier Para- Gras. Diese Säften aber verbreiteten gewisse Nutzpflanzen in der Villa Romana bei Florenz für 1906 zur Verfügung nicht bloß über verschiedene Breitengrade, sondern tamen auch gestellt. Verantwortl. Redakteur: Haus Weber, Berlin. Mar Regers, Gefang der Verklärten" hatte bei der Uraufführung in Aachen großen Erfolg. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.