Nnterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 86� Sonnabend� Den 5 Mai 1906 (Nachdruck verboten) 4i Einer JVIuttcr Sohn. Roman von ClaraViebig. Keine Antwort. Aber an den zuckenden Bewegungen von Kätes Schultern sah Schlieben, daß sie heftig weinte Ach, was war denn das nun wieder?! Bekümmert war sein Gesicht, als er hinter ihr drein rannte übers öde Venn. Sollte es denn nie besser werden? Da sank einem ja wahrhaftig jeglicher Lebensmut! Es war auch eine Torheit gewesen, sie hierher zu bringen— geradezu eine Verrücktheit! Hier war ja keine Heiterkeit zu finden. Eine Trostlosigkeit lauerte in dieser unbegrenzten Weite, eine schreckhafte Härte in dieser herb duftenden Luft, eine unerträgliche Schwermut in dieser großen Stille! Schlieben hörte nur das eigene erregte Atmen. Immer rascher lief er, eine heftige Angst um seine Frau erfaßte ihn plötzlich. Jetzt hatte er sie beinah erreicht— schon streckte er die Hand aus, sie am flatternde» Kleid zu haschen da drehte sie sich um, warf sich ihm an die Brust und schluchzte: „Ach, hier ist beides: Blüte und Frucht! Aber unsere Myrte ist abgeblüht und hat nicht Frucht getragen— nicht Frucht — wir armen Leute!" Also das— das tvar's wieder?! Verwünscht! Er, der sonst so Gemäßigte, stampfte heftig mit dem Fuß auf: Zorn, Scham und eine gewisses Schmerzgefühl jagten ihm das Blut zu Kopfe. Da stand er nun in einer Oedenei, hielt seine zum Erbarmen weinende Frau in den Armen und kam sich selber höchst kläglich vor. „Sei nicht böse, sei nicht böse," bat sie und drückte sich fester an ihn.„Siehst Du, hier hatte ich gehofft— ach, so bestimmt gehosft— gewartet— ich weiß selbst nicht recht auf was, aber immer gewartet— und heute— eben ist mir's klar geworden: es war doch alles, alles umsonst! Laß mich weinen!" Und sie weinte wie jemand, den, alle Hoffnung ge- storben ist. Was sollte er ihr sagen? Wie sie trösten?! Er wagte kein Wort, strich ihr nur sacht übers heiße Gesicht und fühlte, wie auch ihn ein Gefühl beschlich, das Gefühl, das er nicht immer die Kraft hatte, beiseite zu schieben. So standen sie lange stumm, bis er, sich zusammen- nehmend, in einem Ton, der gleichgiiltig-ruhig zu klingen bemüht war, sagte:„Wir müssen zurückgehen, wir sind hier ganz in die Wildnis geraten. Komm, nimm meinen Arm! Du bist übermüdet, und wenn wir---" „Still," unterbrach sie ihn und ließ hastig seinen Arm fahren.„Wieder wie vorhin! Es klagt was!" Nun hörte er's auch. Sie horchten beide: war das ein Tier? Oder die Stimme eines KiitdeS, eineD ganz kleinen Kindes?! „O Gott!" Weiter sagte Käte nichts, aber sie machte, kurz entschlossen, eine Wendung nach rechts und lief eilig, ohne acht zu haben, daß sie mehrmals stolperte im schier undurchdringlichen Beerengestrüpp, zu einer kleinen Boden- senkung hinunter. Ihr feines Ohr hatte sie recht geführt. Da lag das Kind auf der Erde. Es hatte kein Kissen, keine Decke, war recht erbärmlich eingebündelt in einen alten, zerschlissenen Frauen- rock. Sein Köpfchen, das dunkel behaart war, lag im be- reiften Kraut: mit den großen, klaren Augen guckte es starr in die Helle, die zwischen Himmel und Venn flimmerte. Da war kein Schleier, keine schützende Hülle: auch keine Mutter— nur das Venn. Sie hatten sich doch getäuscht: es weinte nicht, es grahlte nur so vor sich hin, wie stillzufriedenc Kinder zu tun pflegen. Seine kleinen Händchen, die nicht mit eingebündelt waren, hatten um sich gefaßt, einige der roten Beeren gegriffen und zerquetscht. Dann waren die Fäustchen zum hungrigen Mündchen gewandert: die Sänglingslippen waren betropft mit Beerensaft. „So allein?!" Käte war in die Knie gesunken, ihre Hände umfaßten zitternd das Bündel.„Um Gottes willen, das arme Kind! O wie reizend es ist! Sieh nur, Paul! Wie kommt es hierher? Es wird erfrieren! Verhungern! Ruf mal. Paul! Das arme Würmchen I Wenn jetzt die Mutter käme, der würde ich es aber gehörig sagen— es ist schändlich, das hülslose Wesen so liegen zu lafsen! Rufe — laut— lauter!" Er rief, er schrie:„He. holla! Ist niemand da?!" Keine Stimnie antwortete, kein Mensch kam. So still lag das Venn, als sei es eine ausgestorbene, längst ver» gesscne Welt. „Es konimt niemand," fliisterte Käte ganz leise, und es war Angst und zugleich zitterndes Frohlocken in ihrer Stimme.„Die Mutter künimert sich nicht— wer weiß, wo die hin ist?! Ob sie kommt?!" Spähend sah sie umher, reckte den Kopf nach allen Seiten, um ihn dann mit einem Seufzer der Befriedigung wieder auf das Kind herab zu neigen. Was gehörte dazu für ein unverzeihlicher Leichtsinn— nein, was für eine unsagbare Roheit, solch ein Würmchen hier preiszugeben! Wenn sie nun ein paar Stunden, nur eine Stunde später gekommen wären?! Da konnte es be- reits von einer Schlange gebissen, am Ende gar von einem Wolf zerrissen worden sein! Nun mußte Schlieben doch lachen, obgleich ihn ein leises Mißvergnügen beschlicken hatte beim Anblick ihrer Exaltation. „Nein, mein Kind, Giftschlangen gibt es hier nicht, und Wölfe auch nicht mehr, da kannst Du Dich beruhigen. Aber wenn die Nebel erst steigen, so hätten die genügt!" «O— I" Schaudernd preßte Käte den Findling an sich. Sie kauerte jetzt auf den Hacken und hielt das Kind im Schoß. Ihr Zeigefinger titzelte schäkernd unter dem kleinen Kinn: sie streichelte die rosigen Bäckcken, das flaumige Köpfchen, er- schöpfte sich in Liebkosungen und Sä meichelnamen, aber un- verwandt iah das Kind niit den großen, dunklen und doch so hellen Augen in die flimmernde Helle. Es lächelte nicht, es weinte aber auch nicht: es schenkte den Fremden gar keine Beachtung. „Glaubst Du, daß inan's mit Absicht hier ausgesetzt hat?" sragU' Käte plötzlich und machte die Augen weit auf. Eine beiße tz'lut �'e schoß ibr zu Kopf.„O dann— dann" — sie tat einen zitternden Atemzug und preßte das Kind an sich, als möchte sie es nicht wieder lassen. „Die Sache wird sich schon irgendwie aufklären," sagte Schlieben ablenkend.„Die Mutter wird schon kominen!" „Siehst Tu sie— siehst Du sie?" forschte sie fast ängstlich. „Nein!" „Nein!" Sie wiederholte es erteicmerr und lächelte dann. Ibr Auge und Ohr gehörte nun ganz dem hülfloseu Wesen. „Wo ist das liebe Kindchen— ei, wo ist es denn?! Lach doch mal! Sieh mich doch inal an mit Deinen großen Guck- äugen! O Du liebes Geschöpf, o Du süßes Kind!" Sie tändelte mit ihm und preßte Küsse auf seine Händchen, ohne zu achten, daß diese schmutzig waren. „Was machen wir nun?!" sagte der Mann betreten. „Wir können es nicht hier liegen lassen. Selbstverständ- lich nehmen wir's mit!" Die zarte Frau hatte plötzlich etwas fehr Energisches.„Glaubst Du, ich werde das Kind im Sticke lassen?!" Ihre Wangen glühten, ihre Augen glänzten. Mit einer gewissen Scheu sah Schlieben seine Frau an: wie war sie schön in diesem Augenblick! Schön, gesund, glücklich! So hatte er sie lange nicht gesehen. Nicht mehr, seit er sie als selige Braut in die Arme geschlossen hatte! Ihre Brust hob und senkte sich rasch unter bebenden Atem- ziigen, und an dieser Brust lag das Kind, und zu Füßen blühte die Myrte des Venns. Eine seltsame Bewegung überkam ihn: aber er wendete sich ab: was ging sie das fremde Kind an?! Und doch gestand er zögernd zu:„Freilich, hierlassen können wir's nicht! Weißt Du was? Wir wollen es bis zur Baraque mitnehmen. Gib her, ich will es tragen!" Aber sie wollte es selber tragen, sie ließ sich nur von ihm auf die Füße helfen.„So— so— komm, mein liebes Kindchen I" Behutsam hob sie de.'. Zus zum ersten Schritt — da bannte ein Ruf sie an die Stelle. „Heela!" Eine rauhe Stimme hatte das gerufen. Und nun kam ein Weib auf sie zu: die Gestalt im flatternden Rock hob sich groß und scharf ab von dem sie umflutenden lichten Aether. Woher kam die so plötzlich? Dort, hinter dem Erdwall her. den man bei der Torfgrube ausgeworfen hattet Sie war auf allen Vieren gekrochen und hatte Beeren gepflückt: ein fast gefüllter Eimer hing ihr am Arm, und in der Rechten trug sie das hölzerne Maß und den großen, knöchernen Pferdekamm, mit dem die Beeren abgestreift werden. Das war die Mutter! Ein tiefer Schreck überfiel Käte, sie wurde blaß. Auch Schlieben war betroffen: aber dann atmete er er- leichtert auf: so war's entschieden die beste Lösung! Natür- lich, man hätte es sich ja gleich denken können, wie sollte das Sind wohl ganz allein ins öde Venn komnien?! Die Mutter hatte Beeren gesucht und es derweilen hier nieder- gelegt! Die Frau schien ihnen übrigens gar nicht Dank zu wrssen, daß sie sich während ihrer Abwesenheit des Kindes so freund- lich angenommen hatten. Mit einer ziemlich unsanften Be- Wegung nahmen die starkknochigen Arme das Kind der Dame ab. Mißtrauisch musterte der Blick des Weibes die Fremden. »Ist es Ihr Kind?" fragte Schlichen� Es hätte der Frage nicht bedurft: das waren ganz dieselben dunklen Augen, nur daß sie bei dem Kinde glanzvoller waren, noch nicht vom Staube des Lebens getrübt, wie bei der Mutter. Die Frau gab keine Antwort. Erst als Schlieben noch- mals fragte:„Sind Sie die Mutter?" und zugleich� in die Tasche griff, fand sie es der Mühe wert, kurz zu nicken: „C'est 1' mi'n!"*) Ihr Gesicht blieb finster, ganz ohne Regung von Stolz oder Freude. Mit einem gewissen empörten Staunen sah es Käte. Wie gleichgültig das Weib war! Hielt sie nicht das Kind, als wäre es ihr eine überflüssige Last?! Ein Neid kam sie an. ein quälender Neid, und zugleich ein heftiger Un- Wille: die da verdiente wahrhaftig das Kind nicht! Aus dem Arm hätte sie es ihr reißen mögen. Wie roh das Gesicht war, grob die Züge, hart der Ausdruck! Die konnte einem ja ordentlich Angst mächen mit ihrem finsteren Blick. Nur jetzt � jetzt leuchtete etwas darin auf: aha, sie sah das Geldstück, das Paul aus seiner Börse genommen hatte! Pfui, wie gierig jetzt der Blick wurde! Die Veerensucherin streckte die Hand aus— da war ein großes, blankes Silbcrstiick— und als es ihr nun gereicht war, als sie's hielt, atmete sie tief: ihre braunen Finger schlössen sich fest darum. „�lorei!" Ein Lächeln huschte flüchtig über das un- freundliche Gesicht, dessen Mundwinkel verdrossen hingen: die Stumpfheit des Ausdrucks belebte sich für Augenblicke. Und dann � das unförmlich eingebündelte Kind auf einem Arm. am anderen den schweren Eimer— schickte sie sich an, davonzutrotten. Jetzt sah man erst, wie armselig ihr Rock war, er hatte Flicken in allen Farben und Größen. In den Zöpfen, die, verfilzt und unordentlich unter dem buntbetupften Kattun- tuch vorhingen, hafteten dürre Heide und Tannennadeln: sie ging in alten schwergenagelten Männerschuhen. Mau wußte nicht, war sie schon bejahrt oder noch jung: der starke Leib, die schlaffen Brüste entstellten sie, aber daß ihr Ge- ficht einmal nicht unschön gewesen sein mußte, das sah man noch. Das Kleine glich ihr. „Ein hübsches Kind haben Sie," sagte Schlieben. Seiner Frau zuliebe fing er noch einmal die Unterhaltung mit der Unzugänglichen an.„Wie alt ist der Knabe?" Die Veerensucherin schüttelte den Kopf und sah teil- nahmlos am Frager vorbei. Mit der war wirklich nichts anzufangen, die war ja entsetzlich stupide! Schon wollte Schlieben sie endgültig gehen lassen, aber Kate drängte sich an seinen Arm und raunte ihm zu:„Frage sie, wo sie wohnt! Wo sie wohnt—- hörst Du?!" „He. wo wohnen Sie denn, gute Frau?" Sie schüttelte wieder stumm den Kopf. „Ich meine, wo sind Sie her? Aus welchem Dorf?" „Je ne co'prö aay,"**) sagte sie kurz. Aber dann, zu- gänglicher werdend— vielleicht daß sie noch ein zweites ') Das ist meinS. ") Versteh' nicht! Almosen erhoffte � Hub sie in weinerlich klagendem Ton an:„Us n'ava nay de pan et tat d's e'fa'ts „Sie sind wohl Wallonin?" „Ay**)— Longfaye!" Und sie hob den Arm und zeigte in eine Richtung, in der man nichts sah als Himmel und Venn. i Fortsetzung folgt, l tNachdruck verboten.) 41 JVIartin Solch* Erzählung von Nikolaus Krauß. Mählich kamen auch andere Gäste. Sahen zu und redeten in das Spiel hinein. Wurden angeschnauzt und verzogen sich. Die Spieler schrien und schlugen auf den Tisch. Ein Glas wurde umgestoßen. Das Bier schwappte über die Platte und tropfte auf die Dielen. Gleich kam die Wirtin mit einem Hadern. „Patzer, elendiger!" „Raus mit der Ziegen auf'm Teichsdamm!" „Eine Karten oder ein Scheitel Holzl" „Männer, jetzt komm' i dran." „Trumpf und Trumpf und aus ist's!" Das Gesicht des alten Zimmermann glühte wie ein rotes Tuch. Malitz, den sie den„Komotauer" nannten, holte bei jedem Trumpf- stich aus, als wollte er einen Pfahl mit einem Hieb in die Erde schlagen. Der Viertel hatte sich schon lange verzogen. Nach einer Stunde tat der Flaucher, der gerade zum Mischen kam, einen Häscher, legte die Karten hin, sah nach seinem Gelde und nach dem der anderen. „Rentiert sich net!... Keiner hat noch was g'wonnen. So ein Taglöhnerg'spicl!... Fangen wir was anderes an!" „Einundzwanzig-spiel' ich net. G'sagt Hab' ich's, und dabei bleibt's!" „Ist schon recht, Zimmermann; ich tue da auch net mit." Flaucher wandte sich Stingel zu. Um seinen Mund stand Wieder das höhnische Lächeln. „Was spielt denn Ihr in Prag, wenn Tu als„Kulturrat" dort bist?" Stingel fühlte sich geschmeichelt, das Wort„Kulturrat" tat es ihm jedesmal an. „Nun, was die Herren sind, und ich und einige anderen Odo- nomen, wir spielen meistens„Makao", auch„Färbel"." „Färbel!... Wer färbclt mit?" Die anderen waren einverstanden. Auch der alte Zimmer- mann. Färbeln war riskanter als Hoppen, aber das Spiel hatte er nicht„vcrredct". Um ungestörter zu sein, setzte man sich an den kleinen, vier- eckigen Tisch in der Ecke. Die Wirtin hing eine frischgefülltc Lampe hin und brachte ein leercS Schnapsglas für die„Pinke". Beim Hasard fiel mehr für sie ab als so ein lumpiges Kartcngcld. Natürlich war um acht Uhr das Spiel noch lange nicht zu Ende. Stingel und die Wirtin saßen einander an dem mittleren Tische gegenüber. Jetzt, nachdem die Tür und alle Fenster eine Viertelstunde offen gestanden, war die Luft wieder halbwegs er- tröglich. Der Bauer reichte ihr eine Banknote hinüber. „Für das, was Du mir geborgt, und für die Zech'. Ist was übrig, gehört's Deinen Buben." „Tank schön! Sie werden eine Freud' haben." Die Frau wickelte die Banknote uni den linken Zeigefinger und glättete mit der Rechten das Papier. „Wie war des Spiel? Hast gewonnen?" „Alle ausgesäckelt!... Mit so Tröpfen Hab' ich immer Glück, aber..." „Aber?" „Nichts!... Reden wir von was anderm." Die Frau nickte und sah ihn dann voll an. „Hast wieder Geld auf Wechsel genommen, von dem Solch?" Er sah zur Seite, das linke Augenlid zuckte. „Schau mal, Schorsch, was soll denn daraus werden?... Du hast doch gesagt. Du willst mich heiraten." „Ja, das will ich auch, wenn ich nur ein bißl besser stünde." „Hast denn gar so viel Schulden?" „Ich weiß selber kaum mehr, wie viel. Manchmal bin ich ganz z'wirrt." „So treib doch Dein Holz ab! Hast gleich wieder Luft." „Das leid't der Sölch net. Und die Obervormundschaft hat er hinter mich g'hetzt, der Lenz ist noch net majorenn. Ja, wenn der Bub wenigstens heiraten tät, dann käm Geld ins Haus! Aber er trifft keine Anstalten. Ob er was in Kaaden drunten hat, wo er studiert hat... er sagt nichts, er ist ganz ein Verdruckter." „Ja, dann weiß ich wirklich net, wie's werden soll." Die Wirtin faltete die Banknote und steckte sie in ihre Brief- tasche. Dann legte sie beide Arme auf den Tisch. ") Kein Brot im Hmis und so viele Kinder... -) I-'. 343 „ Du, Schorsch, sich mich einmal an, ich muß Dir was sagen. Schau, ich muß auch an meine Buben denken. Zugrund g'gangen bin ich schon einmal... mit meinem Erften. Der Hof war groß, aber Schulden waren drauf. in ein paar Jahren war er fertig. Wenn ich das g'wußt hätt', wär' ich beim Vater in Eger und in seinem Wirtshaus blieben... Man soll keinem Toten was nachfagen, aber er hat sich dann tot trunken. So was möcht ich net mehr erleben. Siehst und. der Zimmermann nimmt mich wie ich geh und steh." Stingel hatte es einen Riß gegeben. Er tat, als hätte er nur genidt. " Zimmermann? Der alte Zimmermann?" " Ja, der Zimmermann. Die Rosel, was das Geschwisterkind ist, kriegt den Hof; sie will den Malik heiraten. Mir tauft der Zimmermann das Wirtshaus. Du weißt doch selber, daß bei einer Bachtschänt so gut wie nichts herausschaut. Kurzum, ich brauch' nur Ja" zu sagen." Stingel trommelte mit den Fingern auf der Tischplatte. Plözlich hob er den Kopf. " Ich will Dir net im Weg stehen, Marie." Aber, Schorsch! Ich hab ja noch net" Ja" g'sagt. Kannst mir denn gar nichts versprechen? Bis drei Wochen vor'm Advent will ich ja gern warten." Der Bauer war aufgeftanden. „ Einen großen Schlager hätt' ich noch gewagt. Teicht ist es besser so. Gute Nacht, Marie!" aber viel Sie ging mit ihm nach der Tür. Jm dunklen Vorhaus fiel fie ihm um den Hals und küßte ihn ab mit der Kußwut eines jungen Mädchens. " Schorsch!. Ich wart... Hörst Du, ich wart' auf Dich!" Als sie die Haustür hinter ihm doppelt verschlossen hatte, fuhr fie sich mit dem Schürzenzipfel über die Augen. Nur einen Augenblick sann sie, dann wurde es wieder ruhig in ihr. Und es wird doch nichts!... Wenn ich erst auf das Kartenglück warten soll..." 3. Kirchweihsonntag! Den Dienstboten und dem jungen Bolt der liebste Tag im Jahr. Heute hatte sich jeder an Fleisch allein satt essen können, und in aller Früh hatte es schon zwei Sorten Kuchen zum Kaffee gegeben. Morgen wird man sogar gebackene Karpfen essen, und der Dienstag ist auch noch ein Feiertag. Und an allen drei Tagen wird getanzt. In allen Dörfern des Egerlands, die ein Wirtshaus haben. Die Fiedel klingt, die Klarinette schrillt, bergnügt brummt und quieft der Dudelsac. „ Herrgottsakra, wer da Geld im Sacke hat!" Und die„ Stodterer" kommen heraus aus ihrem rußigen, rauchigen Eger, zu ihren Verwandten und Bekannten, essen und trinken, als hätten sie mit Absicht acht Tage gefastet, jubelieren, wollen in allem die Gescheidtesten sein und schleppen zum Schluß ganze Bündel Kuchen mit fort, damit die Daheimgebliebenen auch was haben von der Kirwah". Manchem juckt dann noch ein paar Tage lang der Buckel. Er ist aus Versehen" einem Mädel zu nahe gekommen, und da hat es gleich Fäuste geregnet. Einige Zeit nach dem Mittagessen war's. Martin Sölch saß an dem großen, vieredigen Tisch der Eßstube, den Rüden gegen die Stirnseite des Hauses gewandt, und zahlte seinen Dienstboten das „ Kirwahgeld" heraus. Vor sich hatte er das Wirtschaftsbuch, in dem er jeden Posten vermerkte. Die meisten waren schon abgefertigt und sofort aus der großen Stube verschwunden. Jetzt war die erfte Magd dran, die„ Große". „ Na, Liesel, Du hast ja schier noch den ganzen Lohn stehen! Wie viel willst denn?" wär' " It's zu viel, wenn ich fünf Gulden sag?" " Zu viel? Wie man's nimmt, Liesel... Wenn Jahrmarkt " Wißt's Bauer, i möcht' mich wieder einmal austanzen." " Ja dann!" Er gab ihr das Geld. Bist denn auch g'stellt?" " Ordentliche Schuh hab' ich... Recht schöne, rindslederne." Der Bauer blidte zur Seite, sein Gesicht verzog sich. Mischte sich der Großknecht drein: „ Liesel, ich an Deiner Stell, ich tät gleich zwei Tänzer nehmen. Einer, schäß' ich, derschwenkt Dich net." Sie blikte ihn zornig an und wandte sich. " Steig mir auf'n Budel!" .Recht gern!... Wenn sich's grad amal schickt." Draußen war sie. Bauer und Knecht lachten. Adam!... Andres!" schrie Sölch. Aus der Nebenstube polterten seine Buben herein. Burschen so an die Zwanzig, mit dicken Nasen in den breiten Gesichtern, schwarzem Haar und funkelnden Augen. Die Glieder erschienen wie ausgerentt " Da habt's Euer Feiertagsgeld!" Der Bauer schob jedem zwei Gulden hin. So wenig?" maulte Adam, der ältere, griff aber mit der großen, ausgearbeiteten Hand sofort nach den Silberftüden. " Für Bier, einen Tanz und ein paar Zigarrln wird's wohl langen. Ich hab das net g'habt. Macht mir keine Dummheiten. Von Schulden will ich nichts hören! Und jetzt macht, daß Ihr fortkommt! Zum Abendessen seid Ihr wieder da!" Die Tür war hinter den Burschen ins Schloß gefallen. Sölch hatte den Söhnen nachgeblickt... Diese Knieschieber!... Und das Ungelenke!... Nein, das war nicht die Rass, auf die er stolz gewesen wär'! Er wandte sich dem Großknecht zu. ,, Und Du, Vitus?" Der Knecht trug dasselbe kleine Bartel unter den Ohren wie der Bauer, auch die schmalen Gesichter und scharfrüdigen Nasen ähnelten einander. Aber Vitus' Haar war noch braun, in den Augen blinkerte es. " Bauer, wie viel hab' ich denn noch stehen?" " Das wirst Du so gut wissen, wie ich... Zwanzig Gulden find's." ,, Richti, richti • jett fällt's ma ein." Er zählte an den Finger herum und tat, als machte er einen Ueberschlag. Endlich meinte er mit einem Seufzer: nung " Ja, da wird wenig übrig bleiben!... Nach meiner Rech nig." 11 Gar nichts?... Aber, Vitus! der Michaeli- Markt und Weihnachten!" " Bauer,' n Kalender tenn' i schon!" • Nach der Kirwah kommt Bitus begann wieder zu zählen. Mit der Rechten faßte er drei Finger der Linken zusammen. Nummero eins: das tost't der Rausch." A Rausch?... Pfui Teufel!" ( Fortsetzung folgt.) Kleines feuilleton. er. Flicken und Nähen.„ Wenn wir stören, fehren wir gleich wieder um", sagte die Schwiegermutter. Allein Frau Liesbeth wehrte lachend ab:„ Warum solltet Ihr denn stören? Nein, nein, tommt nur herein, immer rein in die gute Stube." Sie ging ihnen boran nach dem Wohnzimmer und stieß die Tür auf. 11 Du machtest aber doch so ein Gesicht", bemerkte die Schwiegermutter noch etwas im Zweifel. " Ach, das war ja wegen ganz was anderem, davon nachher. Ich freue mich riesig, daß Ihr mal hier seid. Auguste soll uns gleich Kaffee besorgen." Sie flingelte, gab dem Mädchen ihren Auftrag und wandte sich dann wieder dem Besuch, diesmal aber der jüngeren Dame zu: Und Du läßt Dich auch endlich mal sehen Sophie? Das ist ja lange nicht dagewesen." " 1 " Du weißt ja, daß ich zu arbeiten habe." Und wenn ich nicht gewesen wäre, wär' fie heute noch nicht hier," lachte die Schwiegermutter." Ich hab' fie aber bei Bendas getroffen und einfach mitgebracht." ,, So, zu Bendas gehst Du?" sagte Frau Liesbeth verwurfsvoll." „ Das ist doch auch ein Ausnahmefall," verteidigte sich Sophie. Man muß doch mal sehen, wie es ihnen geht und man ihnen nicht helfen kann. Die arme Trude Benda ist ja ganz verzweifelt." " Ja, fagt mal, was macht denn die nun?" fragte Frau Lisbeth interessiert. So plötzlich aus allem Glanz heraus, das ist ja schrecklich! Den Mann verlieren und das Einkommen dazu, denn die Pension reicht doch nicht für fie und das Kind." Sie hat Natürlich, reicht sie nicht," sagte die Schwiegermutter. ja aber reiche Verwandte, die werden ihr schon was geben. Sie wird's aber nur nehmen, so lange es nötig ist," warf Sophie ein. Die kleine Frau hat auch ihren Stolz, sie will selbst berdienen." H ,, Dann wär' fie dumm genug,," meinte Liesbeth wegwerfend, Wenn sie ihre Pension hat und Unterstützung von den Verwandten und friegt noch was aus' ner Stiftung dazu, ihr Onkel will ihr ja was aus' ner Beamtenstiftung besorgen, na ja, wenn sie das alles hat, kann sie sich ganz gut einrichten und durchkommen. Und was tann fie denn groß verdienen? Womit denn? Für' n Geschäft langt ihr Geld nicht, und was arbeiten?' ne Dame, die was arbeitet, hört gleich auf' ne Dame zu sein." Du bist ja liebenswürdig!" Sophie lachte auf.„ Also bin ich für Dich auch keine Dame mehr?" Aber Sophiechen, mit Dir ist doch das was anderes!" Frau Liesbeth war empört. " etwas. , Deine Malerei ist doch Kunst! Kunst zählt nicht mit. Ja, wenn Trude Benda so was könnte! Die hat ja aber nichts gelernt." Nein allerdings, fie hat nichts gelernt." Sophie seufzte ,, Sie ist bloß eine gute Hausfrau und das ist das höchste!" sagte die Schwiegermutter. Aber lassen wir jetzt endlich Trude Benda, es wird sich ja schon etwas für sie finden. Ich möchte jetzt erst mal wissen, was hier los war. Du machtest wirklich ein Brummgesicht vorhin, Liesbeth. Hast Du Aerger gebabt?" " Aerger Ach Aerger!" Die junge Frau verzog den Mund. gerade nicht, oder doch, es ist nur' ne Lappalie und macht einem trotzdem das Leben schwer. Ich hatte gerade meinen Flick taften nachgesehen, er ist voll bis an den Rand und dabei be 344 kommt man keine Ausbesserin, es ist wirklich, um aus der Haut zus nur schimpfen" zu können, und nicht einmal der Heiterkeit ihr Recht fahren." zu lassen. Und daraus folgt die Versuchung, alle Achtung aufzuAch so, das war's? Ja, das ist ja der alte Born." Die bieten, daß nächstens doch noch etwas mehr Licht verkündet werden Schwiegermutter nickte. Die, die was können, sind immer besezt, und die, die nicht besetzt sind, können nichts. Ich bin auch auf der Suche." Du auch?" rief Frau Liesbeth.„ Ach und ich dachte schon so an Eure alte Müllern. Ist denn die. H " „ Nach außerhalb verzogen," fiel die Schwiegermutter ein. " Na das ist ja gut! Und die war meine letzte Hoffnung. Kinder, was mach ich denn bloß? Ich habe ja soviel zerissene Wäsche zu liegen, und Kinderkleider sind auszubessern, nein ich sage." Annoncier doch mal", sagte die Schwiegermutter. Vielleicht friegen wir denn beide eine; ich gebe Dir die Hälfte zum Inserat zu!" „ Ach, das hab ich ja schon getan, aber was kommt denn? Die Weiber sind ja so dämlich. Flicken und Nähen, sollte man meinen, müßte jede Frau aus dem Volk können; aber frag' mal, wie viele Dir' ne saubere Flide untern Hermel fezzen können? Es ist unerhört! Was macht man blog?" 17 Man macht es sich selber," sagte Sophie troden. " Ja, das wär allerdings das einfachste." Frau Liesbeth lachte nervös.„ Das heißt, wenn man es kann. Nicht wahr?" " " Was, Du fannst es auch nicht mal?" In Sophies Stimme zitterte etwas Spott. Und molierst Dich über die Dummheit der Arbeiterweiber? Nicht wahr, das willst Du doch sagen?" Liesbeth recte sich in die Höhe.„ Nein, ich kann es auch nicht mal. Solche untergeordneten Arbeiten lernt man nicht in unserm Stand, doch nur beaufsichtigen, nicht machen." „ Ach so, ich dachte eigentlich, Flicken und Nähen gehörte mit zur Erziehung der guten Hausfrau." Jawohl, dazu gehört es auch 1" Die Schwiegermutter setzte fich gleichfalls in Positur." Dreh' einem doch nicht das Wort im Munde um! Wie es gemacht wird, muß sie wissen, wenn sie' s auch natürlich nicht selber zu machen braucht." anderen." " Du weißt doch auch, ob Dein Kleid figt, trotzdem Du selbst nicht schneidern fannst", sagte Liesbeth belehrend. Wie' ne gute Flide aussehen muß, weiß ich schon, das Flicken selbst überlasse ich Ich bin ja auch schon ganz still", wehrte Sophie die Vorwürfe achend ab. Aber hört mal, ich hab'' ne Idee. Wenn solch ein Mangel an Ausbesserinnen ist, dann wär ja das ein famoser Beruf für Trude Benda. Die kann das alles und schneidert auch' n bißchen, die könnte ja damit ein Heidengeld verdienen." " Womit?" fragte die Schwiegermutter, und riß die Augen weit auf." Auch Lisbeth starrte die Cousine an, dann zuckte sie die Achseln und wandte sich ab. „ Sophie, das ist doch nicht Dein Ernst. Trude Benda hat zwar Tein Geld mehr, aber sie ist doch immer noch' ne Dame. Und die sollte ausbesserarbeiten machen? Nein, Sophie, das kannst Du ihr nicht raten, das ist doch bloß ein Beruf für Arbeiterweiber und so was; dann kami ja kein anständiger Mensch mehr mit ihr vertehren. könne. Wenn aber dann das Gegenteil eintritt; wenn noch tief unter jenes Niveau hinabgestiegen wird: wie soll da der Referent den übelsten Meinungen entgehen? Wenn wir vorgestern von der Lustigen Witwe" Lehárs wenig Günstiges zu berichten hatten: was sollen wir erst vom Narrenhaus" sagen?! " " Am Donnerstag wurde diese burleske Operette" im Ben traltheater" als Novität gegeben. Sie ist von F. Hopp", Musik nach den( sol) Motiven von Johann Strauß ( Bater)". Eine ähnliche Ausschlachtung des Johann Strauß Sohn war vor kurzem über die Bühnen gegangen. Man kann sich gegen ein solches Heraus- und Herumreißen aus vorhandenen Materialien nicht scharf genug wehren, zumal wenn gar keine Andeutung gegeben wird, was und wieweit es benützt ist, und wenn nun die Flickarbeit so nachlässig gemacht ist, wie hier. Da versöhnt auch nicht einmal eine Geschicklichkeit der Mache. Der Text ist ungefähr das, was eine verendende Schmiere auf einem abgelegenen Dorfe bieten kann. Gin Wäschermädel und ein Schornsteinfeger; vertauschte Schuhe; ein polternder Amtmann, dessen Tochter im Institut einen Maler liebt und mit ihm durchbrennt, und dessen Hausknecht andere über Nach dem zweiten Aft war für unsereinen die Bühne jagt usw. Ende.„ Der dritte Aft wird wohl nichts mehr bringen?" fragte ich meinen Nachbar; der bestätigte es mit dem Zusah:" Im Gegen teil!"" Da ist ja nicht einmal höherer Blödsinn", sagte ich zu meinem anderen Nachbar; auch er antwortef:" Im Gegenteil!" Ginige der bedauerungswürdigen Künstler gaben sich sogar Mühe. Jenny Wilms sang aus jener Tochter so viel heraus, wie möglich war, und unsere guten Bekannten unter den Sängern brachten sogar einige Feinheiten. Aus dem Tierleben. SZ. - Ueber die Lebensweise und die Bekämpfung des Rebenstechers veröffentlicht die Landwirtschaftskammer der RheinRebenstecher( Rhynchites betuleti), im Volfamunde" Bigarrenproving in ihrer Korrespondenz folgende Ausführungen: Der wickler" genannt, gehört zu der Familie der Rüsselkäfer. Der Käfer ist etwa 6-8 Millimeter lang, unbehaart, von glänzend blauer oder Männchen trägt auf jeder Seite der Brust einen nach vorwärts gegoldgrüner Farbe, oft auch in beiden Farben spielend. Das richteten Dorn. Der Käfer erscheint im Laufe des Jahres zweimal, und zwar das erstemal Ende Mai bis Anfang Juli und zum zweitenschvellenden Knospen an, schabt die entwickelten Blätter auf der mal von August bis September. Er frißt die jüngeren an Oberseite in Längsstreifen ab und bohrt die Stiele an, so daß die Blätter welf werden. Das Weibchen wickelt die nun welken Blätter zigarrenartig, unregelmäßig, d. h. nicht nur nach einer Seite auf und legt dazwischen 6-8 und mehr Eier ab. Die Käfer sind sehr scheu und lassen sich bei drohender Gefahr zu Boden fallen. Aus den etiva Millimeter großen, hell und durchsichtigen Eiern der ersten Generation schlüpfen nach etwa 14 Tagen fleine, weiße Larven aus, die sich von den welken Blattwickeln ernähren. Nach etwa Sehen die Dunkelängigen besser als die Hellängigen? Wie sechs Wochen verkriecht sich die etwa 8 Millimeter lang gewordene die vom Berliner Lehrerverein herausgegebene" Pädagogische Larve in die Erde, um sich in eine schmubigweiße, stark gekrümmte Beitung" mitteilt, wurden zur Feststellung des Sehvermögens der und zum Schutz gegen Bodenteilchen mit Borsten versehene Buppe Schulkinder im vergangenen Schuljahre 18 324 Schüler, also etwa zu verwandeln. Mitte August bis Anfang September erscheint wieder zwei Drittel der die Volksschulen in Hannover besuchenden der Käfer, bildet jezt aber feine Wickel mehr, sondern zieht sich nach Kinder mit einem von Prof. Dr. Cohn in Breslau erfundenen einigen Wochen zur leberwinterung in die Erde zurück, um im Apparat geprüft. Dabei ergab sich, daß auf allen Stufen die Seh- Die Bekämpfung kann durch Vernichtung des Käfers und durch die kommenden Frühjahr wieder mit dem Brutgeschäft zu beginnen. Leistung der Knaben größer ist als die der Mädchen. Schon beim Eintritt in die Schule hatten die Mädchen im Durchschnitt 1,85 Meter Bernichtung der Brut vorgenommen werden. Die Bekämpfung des weniger Sebleistung als die Knaben. Der Grund dafür ist unschwer Käfers geschieht durch Abklopfen der Rebstöde, wobei gleichzeitig zu finden Schon im vorschulpflichtigen Alter sitzen die Mädchen um den Stock ein blechener Fangtrichter gehalten wird. Der Trichter mehr in den Stuben als die Knaben, und auch in diesem Alter muß einen Durchmesser von etwa 50 Zentimeter baben und einen beschäftigen sie sich bereits mit kleinen Handarbeiten, die schädigend bis gegen die Mitte reichenden, etwa pfahlstarken Einschmitt, so daß auf die Schleistung einwirken. Um nun zu prüfen, ob die Annahme Stoß an den Stock fallen die Käfer in den Fangteller hinein. Dieses er bis an den Rebfchenfel gebracht werden kann. Bei leichtem Prof. Cohns richtig sei, daß die Dunkeläugigen besser sehen können als die Helläugigen, wurde zwischen beiden Kategorien scharf unter Mittel hat nur dann Wert, wenn das Abfangen vor der Eierablage schieden. Es wurden auf ihre Schleistungen geprüft: helläugige erfolgt, also sofort nach dem Auftreten der Käfer. Die andere BeStnaben 6520, helläugige Mädchen 6569, zusammen 13 089 Schüler wideln in den Monaten Juni und Juli. Die gesammelten Blattfämpfungsart beruht auf dem Absuchen der Rebstöcke nach den Blatt. oder 71,4 vom Hundert; dunkeläugige Knaben 2623, dunkeläugige wideln müssen dann verbrannt werden, damit hierdurch die Eier Mädchen 2612, zusammen 5235 Schüler oder 28,6 vom Hundert. Folgende Sehleistungen wurden berechnet: Belläugige: Schleistung bernichtet werden. Durch diese. Bekämpfungsart wird die kommende 12 723 Meter; Dunkeläugige: Schleistung 12 818 Meter; also ein Generation des Schädlings vernichtet. Plus von nur 0,095 Meter; helläugige Mädchen: Schleistung 11,922 Meter; dunkeläugige Mädchen: Schleistung 12 069 Meter, also ein Plus von nur 0,147 Meter; helläugige Knaben: Schleistung Arztes( den ersten Patienten meldend):... Und jung ist er -In der ersten Freude. Diener eines jungen 13,523 Meter; dunkeläugige Knaben: Schleistung 13,567 Meter, noch, Herr Doktor... Den können wir lang' haben!" also ein Plus von nur 0,044 Meter. Dadurch ist der Beweis erbracht, daß der Unterschied zwischen der Sehleistung Helläugiger und Eine Praktisch e.„ Meine Frau macht alle Einkäufe Dunfeläugiger so gering ist, daß man ruhig sagen kann: Hell- selbst- nur die Postmarken und Theaterbilletts darf ich laufen, äugige und Dunkeläugige haben gleiche Schleistung. weil sie dabei nichts abhandeln kann!" Musik. " Sumorikisches. Au' a' Schillerverehrer.„ No, Jörgle, worom ist am leita Sonntig gar neamand von lirem Ort bei der Vorstelling von Wallastoi's Lager" g'wea?' s hot doch älle Leut' so guat g'falla!" Was brauchet miar Hummelsbacher Ulier' Schillervorstelling?! Miar hant z' Hummelsbach selber a' Karussell g'het!" ( Fliegende Blätter.") " Es ist ein traurig Ding, eine Operette nach der anderen besprechen zu müssen, wenn die eine der anderen im wesentlichen so gut wie gleich ist. Einmal läßt sich ein Duett, ein andermal etwa ein großes Finale als Lichtblick hervorheben, und beide Male ist der Rest dunkel. So kommt der Kritiker in den Verdacht immer Verantwortl. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u.Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. -