Anterhaltungsblatt des Vorwärts Nr. 124. Sonnabend, den 30. Juni. ( Nachdruck verboten.) ner Mutter Sobn. Toman von Clara Viebig. Kate e die Achseln, und das Abendrot, das im Schei Sen noch einen leßten Schimmer durch das hohe Fenster warf, gab ihrer Wange ein überhuschendes Not. Ich weiß es nicht," fagte sie leise. Und dann sah sie so verloren hinaus in den Herbstabend, daß der Mann fühlte, sie war mit ihren Gedanken ganz abwesend, die irrten draußen suchend umber. Räte, sagte er ein wenig empfindlich, und der Aerger, den er über des Sohnes Abwesenheit empfand, mischte dem Ton noch eine besondere Schärfe bei, ich bin eben aus der Stadt nach Hause gekommen müde, hungrig, es ist ja schon acht Uhr- wir wollen effen. Und nicht mal ein freundliches Gesicht?!" Sie stand rasch auf, um nach dem Abendbrot zu klingeln, und versuchte zu lächeln. Aber es wurde kein rechtes Lächeln. Er sah's, und das verstimmte ihn noch mehr. Laß nur, Iaß! Tu Dir feinen Zwang ant" Müde setzte er sich zu Tisch. Aber sein Hunger schien doch nicht so rege zu sein, denn als die Speisen aufgetragen waren und vor ihm dampften, langte er nur lässig zu und aß lässig, ohne zu wissen, was. Das Eßzimmer war viel zu groß für die zwei einsamen Menschen; ungemütlich leer erschien heute an dem kühlen Herbstabend der schöne Naum. Fröstelnd schauerte die Frau zusammen. ,, Wir müssen die Heizung in Gang bringen lassen," sagte der Mann. Das war das einzige, was während des Effens gesprochen wurde. Nachher stand Schlieben auf, um in fein Arbeitszimmer hinüberzugehen. Dort wollte er rauchen, dort war's fleiner, gemütlicher; er bemerkte es nicht, daß seine Frau ihn förmlich mit den Blicken verfolgte. Wenn Paul ihr doch nur sagen möchte, was er von Wo Wolfgang nur wieder 1906 Dritte, der brachte sie zwei auseinander! O, wie kläglich fielen alle ihre Theorien von Erziehung, Beeinflussung, vom Geboren werden im Geifte über den Haufen! Wolfgang war doch nicht das Kind, in dem sie beide sich mit Leib und Seele einten er war und blieb fremdes Blut. Und er hatte eine frenide Seele. Armer Sohn! Im Herzen der Frau, die Tage, Wochen, Monate, die Jahre lang nichts als Bitterkeit und Kränkung, sogar manchmal etwas wie Empörung gegen den empfunden hatte, der ihre Tage also berstörte, feimte plöglich ein einsichtsvolles Mitleid. Wie konnte sie ihm, den es nicht mit hundert Banden an das Elternhaus fesselte, so sehr zürnen?! Es war eben nicht fe in Elternhaus. Unbewußt mochte er es fühlen, daß der Boden hier für ihn nicht Heimatboden war- nun suchte er, nun irrte er! Den Kopf schwer in die Hände stüßend, grübelte Räte: was sollte sie beginnen? Sollte sie ihm gestehen, woher er kam? Ihm alles erzählen? Vielleicht daß es dann besser wurde! Ach, würde es besser, so würde sie gern alles tun! Aber ach, es war so schwer! Doch es mußte sein. Sie durfte nicht länger schweigen! Sie fühlte ihr zitterndes Herz erstarten in einem festen Entschluß: wenn er nach Hause fam, würde sie sprechen. Was sie gehütet hatte als größtes Geheimnis, über dem sie zitternd gewacht hatte, was ihr, wie fie glaubte, nichts hätte entreißen können, das war sie nun bereit freiwillig zu offenbaren. Sie mußte. Mie konnte es sonst je besser werden, wie je zu gutem Ende kommen, überhaupt zu einem Ende?! Mit inbrünstigem Suchen schauten ihre Augen um sich; 23 war ein angstvolles Blicken in ihnen. Aber da war kein anderer Ausweg. Mit einer Entschlossenheit, deren Käte Schlieben vor einem Jahr noch nicht fähig gewesen wäre, bereitete sie sich auf das Geständnis vor. Einen Augenblid fam ihr der Wunsch, sich Paul zu Hülfe zu rufen. Aber rasch verwarf sie den Gedanken hatte er denn Wolfgang ie so geliebt wie sie? Es würde ihm vielleicht gleichgültig sein. Oder nein, es würde ihm vielleicht ein Triumph sein, er war ja immer anderer Meinung als sie gewesen. Und zuvorkommen, Wolfgangs Ausbleiben da sich ganz in ihre suchenden, es selber Wolfgang sagen, und das durfte nicht sein. Ste, sein mochte?! Sie vertiefte irrenden Gedanken und merkte es kaum, daß sie allein blieb in dem falten, leeren Zimmer. sie allein durfte das, mit all der Liebe, deren sie noch fähig war, damit er's weich hörte, schonend und zart! Hastig lief sie hinüber in den Salon. Da bewahrte fie in ihrem Schreibtisch seinen Taufschein und die Abtretungsurkunde aus seinem Heimatdorf; diese Papiere hatte sie selbst ihrem Manne nicht anvertraut. Nun holte fie fie hervor und legte sie bereit. Sie würde ihm doch zeigen müssen, daß alles fich so berhielt, wie sie sagte! aber sie zwang ihre Aufregung nieder. Nuhig mußte sie sein, ganz ruhig und verständig; in vollem Bewußtsein dessen, was fie tat, das Luftschloß umstoßen, das sich sich erbaut hatte und das nicht so geworden war wie in ihren Träumen. Aber wenn auch dieses Luftschloß zusammenfiel, fonnte nicht aus feinen Trümmern etwas gerettet werden, doch noch etwas Gutes erstehen?! Er würde ihr ja dankbar sein, er mußte ihr ja dankbar sein. Und das war das Gute! Sie hatte ein Buch vor sich liegen, ein Buch, das alle Welt interessant fand eine Bekannte hatte ihr gesagt: Sch fonnte gar nicht aufhören damit, ich hatte so viel im Kopf, aber ich habe alles drüber vergessen," sie bergaß nichts darüber. Wie in einem großen Kummer, der stumpf macht, fühlte sie sich. Noch stumpfer, abgestorbener gegen alles Aeußere, wie damals nach dem Tode ihres Vaters und ihrer Die Papiere fnitterten unter ihren zitternden Händen, Mutter. Gerade in diesen Trauerjahren hatte sie so biel gelesen, so mit besonderem Interesse, als seien ihr alte Dicht werke neu geschenkt und neue eine tröstende Offenbarung. Nun konnte sie nichts lesen, den Gedanken eines anderen nicht folgen. Sie flebte an ihren eigenen Gedanken; ihr Auge überflog wohl die Seite, aber wenn sie unten angelangt war, wußte sie nicht, was sie gelesen hatte. Es war ein unerträglicher Zustand. Ach, wie gern, wie gern wollte sie fich für etwas intereffieren! Was gäbe sie darum, könnte sie doch. einmal recht herzlich lachen; früher hatte sie nie die gleiche Sehnsucht gehabt nach Frohsinn, Heiterkeit und nach Humor. Ah, welche Erlösung wäre es für sie gewesen, hätte sie lachen und weinen können! Jetzt fonnte sie nicht lachen, aber ach!- auch nicht mehr weinen, und das war das schlimmste: ihre Augen blieben trocken. Jedoch innerlich brannten die ungeweinten Summertränen und fraßen an ihrem Leben mit dem undergoffenen salzigen Naß. Nein, der Tod war das schrecklichste nicht! Es gab Schrecklicheres. Es war schrecklich, wenn man sich fagen mußte: all Dein Leid hast Du Dir selber heraufbeschworen. Warum ließest Du Dir nicht genügen, warum mußtest Du erzwingen, was die Natur Dir versagte?! Es war schredlicher, wenn man fühlte, wie häusliches Glück, eheliches Glüd, Liebe, Treue, Einigkeit, wie all das, was zwei Menschen innig zusammenhält, ins Wanken geriet fühlte fie's denn nicht alle Tage, wie ihr Mann Tälter und fälter wurde, und wie auch sie gleichgültiger gegen ihn ward?! Ach, der Sohn, dieser Sie faltete die Hände über den Dokumenten aus grobem Papier, und aus ihrer Brust stiegen bebende Seufzer. Wenn er sie nun aber nicht richtig verstünde, wenn sie vielleicht nicht die Worte fand, die man finden mußte?! Wenn sie ihn dadurch verlieren würde?! Ein Schred überfiel sie, sie erblaßte und griff tastend um sich, wie jemand, der eine Stütze braucht; aber sie hielt sich aufrecht: dann lieber ihn berlieren, als daß er sich verlor! Denn und Tränen, wie sie sie lange, lange nicht mehr hatte vergießen können, tropften ihr erlösend aus den Augen denn sie liebte ihn doch noch, lichte ihn mehr, als sie es selber für möglich gehalten hätte. So wartete sie auf ihn. Und wenn sie warten sollte bis morgen früh, und wenn er wieder betrunken nach Hause fäme betrunkener noch als das erstemal sie würde ihn doch erwarten. Heut noch mußte fie es ihm fagen! Es brannte förmlich in ihr. Schlieben war längst zur Ruhe gegangen; er war ärgerlich auf seine Frau, hatte nur flüchtig den Kopf in ihr Zimmer gesteckt, hatte genickt:..Gute Nacht" und war hinaufgegangen. Sie aber ging mit langsamen Schritten unten im Zimmer auf und ab; das ermüdete sie körperlich, gab aber ihrem Geist Ruhe und dadurch Kraft.— Als sei ihre zarte Gestalt gewachsen, so gerade und auf- recht trat sie in der Vorhalle Wolfgang entgegen, als sie ihn hatte die Haustür schließen hören. Das Haus schlief mit allen, die darinnen waren, nur er und sie waren noch wach: so allein, so ungestört waren sie sonst nie mehr auf der Welt. Jetzt galt's I Und sie gab ihm die Hand, wie sie es sonst nicht getan hätte, wäre er so spät gekommen— Gott sei Dank, er war nicht betrunken!— und näherte ihr Gesicht seinem Gesicht und küßte ihn auf die Wange:„Guten Abend, mein Sohn!" Er war wohl etwas verdutzt über diesen Empfang, aber seine dunkelumrandeten und tiefliegenden Allgen sahen gleich- gültig an ihr vorbei. Er war entsetzlich müde— man sah es ihm an— oder war er krank?! Mit erwachter Hoffnungsfreudigkeit ergriff Käte wiederum seine Hand und zog ihn hinter sich her in ihr Zimmer hinein. Er ließ sich ziehen, ohne zu widerstreben, er fragte nur gähnend:„Was ist denn los?" „Ich muß Dir etwas sagen!" Und dann, rasch, als könne er ihr entgehen oder sie den Mut verlieren, setzte sie hinzu: „Etwas Wichtiges— was Dich betrifft— Deine— Deine Herkunft betrifft!" Was sagte er nun— unwillkürlich hatte sie innegehalten — was würde er nun sagen?! Seine Herkunft, um die er gerungen chatte, in Sehnsucht, in Kämpfen— ach, was waren das für Szenen gewesen!— nun wurde sie ihm offenbar. Sie hatte sich unwillkürlich zu ihm geneigt, bereit, ihn zu stützen. Da gähnte er wieder:„Muß es jetzt gerade sein, Mama? Morgen ist doch auch noch ein Tag. Ich bin nämlich tod- müde. Gut' Nacht!" Und er machte kehrt und ließ sie stehen und ging zum Zimmer hinaus und die Treppe hinauf und oben in seine Stube. Sie stand ganz starr. Tailn griff sie sich nach dem Kopf: was, was, sie hatte wohl nicht recht verstanden, war taub, blind, nicht ganz mehr bei sich?! Oder er war taub, blind. nicht ganz mehr bei sich! Sie war ihm entgegengetreten, das Herz auf den Lippen, sie hatte die Hand ausgestreckt, sie hatte ihm von seiner Herkunft sprechen wollen— und er?! Er hatte gegähnt— war gegangen, es interessierte ihn äugen- scheinlich gar nicht. Und hier, hier, in diesem selben Zimmer — noch nicht vier Jahre wareil's her— fast auf diesem selben Fleck, da hatte er doch gestanden im schwarzen Einsegnungs- rock— fast so groß schon wie jetzt, mir runder, kindlicher von Gesicht— und hatte laut ausgeschrien:„Mutter, Mutter, wo ist meine Mutter?!" Und jetzt wollte er nichts niehr wissen?! Es konnte nicht sein, sie hatte ihn wohl nicht recht ver- standen oder er sie nicht! Sie mußte ihm nach, gleich auf der Stelle! Ihr war, als dürfte sie keine Minute verfäunien. lQfortsetzung folgt.). tRaihdnlck vnbolen.) deber die pafteurllieruiig der Milch. Die in den Großstädten täglich verbrauchte Milch beträgt viele hundert Millionen Liter. Wenn diese Milch ungefähr innerhalb einer Stunde von der Zeit an, wo sie gemolken ist, den Konsumenten abgeliefert würde, wäre wenig Gefahr vorhanden, daß sie Krank- heitcn hervorrufen könnte, vorausgesetzt, daß sie von gefunden Kühen stammt und mit der nötigen Vorsicht behandelt würde. Aber leider ist unser Veförderungssystem noch nicht so entwickelt, daß es eine derartig schnelle Ablieferung ermöglicht. Die Milchzentralen großer Städte erhalten ihre Milch oft nieilenweit vom Lande her. Selbst wenn sie sauber verladen wird, was nicht immer der Fall ist, begünstigt die lange Reise das Ge- deihen von Millionen von Bakterien, so daß sie, wenn sie durch die Milchzentrale geht und endlich den Konsumenten ausgeliefert wird, von Keimen aller Art wimmeln kann. Natürlich find viele dieser Keime harmlos. Nichtsdestoweniger ist die Milch ein vorzüglicher Nährboden für alle Bakterien, und wenn irgend welche ansteckenden Keime Zugang bekommen hätten, würden sie sich in wenigen Stun- den zu einer erstaunlich großen Anzahl vermehrt haben. Die Milch einer gesunden Kuh enthält im Anfang nur sehr wenig Bakterien pro Kubikzentimeter, aber zu der Zeit, wo sie in der Stadt an. kommt, enthält sie selten weniger als 400 000 Bakterien, mit Aus- nähme der pasteurisierten Milch, und oft 6 oder 7 000 000 Bakterien pro Kubikzentimeter. Hiernach mögen noch viele Stunden vergehen, bis die Milch ausgeliefert wird, und dann ist fie vielleicht noch stundenlang einer wenig reinlichen Mietwohnung ausgesetzt, ehe sie endlich irgend einem kranken Kinde zur Nahrung dient. Es ist demnach kein Wunder, wenn die Sterblichkeitsziffer in manchen Distrikten so hoch ist. Vielerorts verlangt die Behörde eine größere? Handlung der Milch, und alle Milch, die zur St"'« muß vor der Ablieferung pasteurisiert sein. S zwei oder drei Jahre sind eine ganze Anzahl schaftswescn entstanden, und deren vorzügliche> dienen allgemein bekannt zu werden. Im nachfolgenden will ich versuchen, dem Les..•.» cinWicI in eine derartige Milchwirtschaft zu verschaffen. Bei der Pasteurisicrung wird die Milch durch Zerstören der Bakterien und Ausscheiden von Schmutz und fremden Substanzen gereinigt. Die Milch, die in 20—45 Liter-Kannen von den Ge- Höften kommt, wird in ein dazu bestimmtes Gefäß geschüttet, und dann zu einem erhöhten Reservoir hinaufgcpumpt. Von hier geht sie infolge der Schwere durch den Filter und Pasteuriseur. Die Pumpe, die zum Heraufholen der Milch dient, ist von einer be- sonderen Konstruktion. Alles, was mit der Milch in Berührung kommt, ist aus Messing, nickelplattiert, und die Pumpe ist so kon- struiert, daß sie bequem auseinandergenommen und gereinigt werden kann. Der Filter enthält drei Siebe, von denen jedes mit einer 10 Zentimeter hohen Schicht reinen Quarzsaudcs bedeckt ist, welcher alle in der Milch befindlichen fremden Substanzen zurück- hält. Der Sand wird jeden Tag in einer besonderen Maschine gewaschen und sterilisiert. Aus dem Filter kommt die Milch in den Pasteuriseur, welcher nach der sogenannten„Acgcnerativ''-Methode gebaut ist. Der Pasteuriseur besteht aus einem eisernen Hohl- Zylinder, in dessen Inner«» ein Dampfstrom zirkuliert, welcher die zur Erbitzung der Milch und Tötung der Bakterien erforderliche A'ärme liefert, lieber diesen Hchlzylindcr ist ein Gehäuse aus geripptem Blech geschoben, zwischen diese, Gehäuse und dem inneren Zylinder ist ein ringförmiger Zwischenraum von mehreren Zenti- meiern frcigelasien zur Aufnahme einer Glocke. Mit dieser Glocke hat es eine eigene Bewandnis. Ihre hohlen Wände sind mit Wärme isolierendem Material gefüllt, um zu verhindern, daß die Wärme von der inneren Seite der Glocke zur äußeren übergeht. Es ist dies eine sehr praktische Anordnung, durch welche viel Wärme erspart wird. Die aus dem Filter kommende Milch wird in einen über dem gerippten Blcchgehäuse befindlichen Behälter geleitet, von wo die Milch an der Außenseite des gerippten Gehäuses herunterfließt und in einen unterhalb des Gehäuses befindlichen Behälter gelangt, aus welchem sie durch eine der oben beschriebenen sanitären Pumpen durch eine Röhre in den oberen Teil des inneren Raumes des Pasteuriseurs geleitet wird, den ringförmigen Raum zwischen dem Dampfraume und der Glocke herunter und wieder herauf zwischen der Glocke und dem äußeren faltigen Gehäuse fließt. Die Milch erreicht in dem unteren Teile deS letzteren ihre höchste Temperatur» und das hier befindliche Thermometer zeigt 73 Grad Celsius an. Dann tritt ein Tempcraturwechscl ein zwischen der heißen Milch, die an der Innenseite des faltigen Zylinders aufsteigt und der kalten Milch, die an seiner Außenseite herunterfließt. Die letztere. welche im oberen Behälter ungefähr 4— 5 Grad Celsius hat, wird dort, wo sie den unteren Sammelbehälter erreicht, auf 49— 50 Grad erhitzt; während die heiße Milch im Inneren auf ungefähr 32 Grad abgekühlt ist, wenn sie den Ausgang erreicht. Man hat berechnet, daß durch diese Konstruktion im Verhältnis zu den alten Er- wärmern 60— 65 Proz. Dampf gespart wird. Die Ansprüche an die zu pasteurisierende Milch sind nickt überall dieselben. Durchschnitt- lich wird die Milch im Pasteuriseur auf eine höhere Temperatur gebracht wie oben angegeben, nämlich auf 86— 90 Grad Celsius, wodurch die Milch gründlich sterilisiert und alle Bakterien zerstört werden. Dieses Verfahren hat jedoch eine chemische Verbindung von Milch und Rahm zur Folge, was viele bewährte Meiereien zu ver- meiden suchen. Ihre Kundschaft wünscht, daß die Milch einen „Rahnistrich" zeigt, deshalb sind 76 Grad die höchste Temperatur, auf welche sie mit Sicherheit gebracht werden kann, und dann muß die Hitze direkt vermindert werden. Bei dieser Temperatur werden die meisten Bakterien getötet, aber ungefähr 20 000 pro Kubikzenti- meter bleiben. Jedock ist diese Milch so rein wie die. welche als gut befunden verkauft wird. Die Abneigung gegen die Pastcurisierung des Rahms ist aber durch nichts gerechtfertigt, denn es läßt sich durch dieses Verfahren viel gutes erzielen. Jetzt gehen auch immer mehr Meiereien zu dieser Methode über und empfehlen es weiter, weil die Vorteile tat- sächlich hervorragende sind. Der Gärungsprozeß wird in richtige Bahnen geleitet und durch regelrechte Hitze die Tötung der Bakterien erzielt. Die genaue Bestimmung der Hitze bietet heute keine Scliwierigkeiten mehr, so daß ein Kochgeschmack auf die Produkte nicht übertragen werden kann. Schließlich ist noch darauf hinzu- weisen, daß das Pasteurisieren der Vollmilch weit bequemer und weniger kostspielig ist. Zudem bieten die indirekten Erfolge mit Pasteurisieren des Rahms eine bedeutend sichere Grundlage für den allgemeinen Aufschwung der Produktion und der Preise. Vom Pasteuriseur wird die Milch zum Zkühler geleitet, der eine große kühlende Fläche besitzt und so eingerichtet ist, daß zu schnelles Fließen der Milch verhindert wird. Er besteht aus gewundenen 495 Röhren von dreifantigem Querschnitt, mit der platten Fläche nach Opfern fordern und dann nach wenigen Tagen plöklich wieder oben und stufenförmigen Lagen, über welche die Milch fließt. Saltes spurlos erlöschen. Biele Chronisten berichten, daß dem Ausbruch Wasser läuft durch die obere Hälfte der Röhren und eine gefrierende des Englischen Schweißes meist starte Nebel und eine lange RegenMischung aus einer Kühlmaschine durch die untere Hälfte. Aus periode voraufgegangen seien, woraus man dann den Schluß zog, dem Kühler tommt die Milch zu einer Flaschenfüllmaschine, welche daß die Miasmen der Krankheit wohl in feuchter Witterung die eine große Anzahl Flaschen zu gleicher Zeit füllt. Die gefüllten günstigsten Daseinsbedingungen finden müßten; im übrigen aber Flaschen werden in ein faltes Vorratszimmer gebracht und harren fand man keine greifbare Spur des unsichtbaren lebeltäters und hier der Verladung, um zu den Kunden gebracht zu werden. In ersah daher auch keine Möglichkeit, sich gegen die Seuche, die unters diesem Raum herrscht eine Temperatur bon 1 Grad, damit sich schiedslos alt und jung, reich und arm vernichtete, irgendwie wirksam teine Batterien bilden können. Die leeren Flaschen werden gespült zu schüßen. Wer dazu in der Lage war, floh vor dem drohenden und vermittels eines eigenartigen interessanten Aufzuges in das Gespenst, so König Heinrich VIII., der anläßlich einer im Jahre Hauptstockwerk gebracht. Die Milchtannen werden, nachdem ihr 1518 in Südengland auffladernden furchtbaren Epidemie in TodesInhalt in das dafür bestimmte Faß geschüttet ist, in einer beson angst mit wenigen Getreuen von einer Stadt zur anderen eilte und deren Maschine gespült, ehe sie den Molkereien zurückgeschickt werden. den Boden seiner Residenz erst wieder betrat, nachdem die Seuche Abgesehen von dem direkten Gebrauch in der Stadt, wird die ausgetobt hatte. Im englischen Volke lebte die Erinnerung an diese Milch in großen Mengen zur Bereitung von Butter, Käse usw. ge- entsetzliche Katastrophe, die die schlimmsten Todeszüge der Best ins braucht. Zur Bereitung von Butter wird die Milch zuerst erhitzt Gedächtnis zurüdrief, noch viele Jahrzehnte hindurch. Als es im oder pasteurifiert und geht dann bei Bluttemperatur, das heißt Jahre 1529 im ganzen Königreich England zu einem neuen Aus37 Grad Celsius, durch eine Absonderungsmaschine. Dieselbe bringt bruch des Englischen Schweißes tam, fanden leider auch deutsche die Milch bei 6000 Umdrehungen pro Minute in schnelle Rotation, Aerzte die unerwünschte Gelegenheit, mit der gefürchteten Epidemie fie durch die Zentrifugalfraft in Rahm und abgerahmte Milch auf heimatlichem Boden Bekanntschaft zu machen. Ein von London trennend, wobei die letztere bermöge ihres größeren Gewichtes zur heimfehrender Hamburgischer Schiffer, Hermann Evers, brachte Peripherie des sich umbrehenden Behälters geworfer wird. Die mit seiner Barke das verhängnisvolle Gaftgeschent zu seiner Vaters fleineren Separatoren machen sogar 11 000 Umdrehungen pro stadt hinüber, und kaum hatte die Krankheit auf dem Kontinent Minute, De Laval, der bekannte schwedische Ingenieur und Er einmal Blab gegriffen, so erschien fie damals ein epidemiologisches finder der De Laval- Dampfturbine, ist einer derjenigen, die diese Rätsel unter Ueberspringung und Verschonung weiter Länder Maschine vervollkommneten. Nach vielen Versuchen ist es gelungen, striche schon nach wenigen Tagen oder Wochen in einer Reihe von einen vorzüglich wirkenden Absonderer mit der Turbine zu ver- Städten im Herzen Deutschlands bis nach Wien hin, Angst und einigen. Die beschriebenen Maschinen und Apparate sind eine Er Schrecken um sich verbreitend. Die Erscheinungen, unter denen fie findung von Josef Wilman. hier auftrat, waren ganz die gleichen wie in ihrem Ursprungslande: einige Stunden nach erfolgter Anstedung erkrankten die Opfer der Seuche unter schwerem Fieber und dem quälenden Gefühl heftigster Herzensangst an ungeheuren Schweißausbrüchen, denen sich bald ein bläschenartiger Hautausschlag anschloß. Dreiviertel der Kranken, ja in einzelnen Städten 90 Broz, erlagen der furchtbaren Jnfeftion; wer glücklich den ersten Angriff des Würgengels übera stand, blieb auf Monate schwach und zu jeder Tätigkeit unfähig. Die Epidemie glich, wie sich der medizinische Geschichtsschreiber Hecker bor 70 Jahren treffend ausdrüdte, einem fengenden Brande, doch gingen die Flammen nicht von einem Herde aus, sondern sie schlugen, wie von selbst entzündet, überall empor und begegneten sich allerorten. Wenn der Rahm aus dem Absonderer tommt, wird er zunächst abgekühlt und dann in ein Faß getan, wo er vermittels eines besonderen Gärungsstoffes, aus abgerahmter Milch hergestellt, leicht gefäubert wird. Am nächsten Morgen wird er in ein Butterfaß gefüllt und zu Butter verarbeitet. Um die Buttermilch abzusetzen, wird fie in einen Butter- Berarbeiter gebracht und mit zwei bis drei Prozent Salz gesalzen, dann in einen talten Borratsraum gestellt und am nächsten Tage wieder bearbeitet, um das Salzwasser zu entfernen. Die abgerahmte Milch wird, nachdem sie aus dem Separator tommt, gefühlt und den Bächtern zugeschickt, welche sie zum Füttern der Kälber, Schweine usw. gebrauchen, oder sonst wird fie mit Säure behandelt und Käsestoff davon gemacht. Die abgerahmte Milch kann auch in pulverifierte Form gebracht werden, welche in großen Mengen in den russischen und japanischen Armeen verbraucht wird. Die Fehlerquellen ungünstiger Meiereiprodukte sind in den meisten Fällen auf Mängel bei der Gewinnung der Milch oder fehlerhafte Behandlung derselben bei der Verarbeitung zurückzuführen. Auf größte Reinlichkeit ist stets befonderer Wert zu legen. R, Pöthe, Ing. Kleines feuilleton. Und noch ein fünftes Mal follte England die Schrecken der Schweißsucht durchtoften. Im Jahre 1551 zeigte fie fich in Shretos bury, während undurchdringliche Nebel über der Stadt lagerten, und verbreitete sich in der alten Weise während eines halben Jahres durch das Land, Scharen von träftigen jungen Leuten dahinraffend. Aber damit war die Nelle des Englischen Schweißes in der Leidensgeschichte der Menschheit vorläufig ausgespielt, und nur ein einziges furzes Auffladern der Seuche, allerdings in ihrer gangen früheren Bösartigkeit, medte volle 251 Jahre später die Erinnerung an ben unheimlichen Feind. Es ist die rätselhafte zehntägige Epidemie in dem bayerischen Städtchen Röttingen, die die Brücke schlägt von dem Englischen Schweiß des Mittelalters zu dem Schweißfriesel der Neuzeit. Aber dieser verhält sich zu seinem Whn wie der fümmerliche Strauchbieb zum bösartigen Wegelagerer, der mit seinem Opfer nicht lange fadelt, sondern ganze Arbeit verrichtet. Der moderne Schweißfriesel, von dem besonders Frankreich, aber auch unsere süddeutschen Staaten und Desterreich alle paar Jahre einmal heimgesucht werden, zeigt zwar noch die Krankheitserscheinungen, jedoch, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, nicht mehr die ungeheure Bösartigkeit der alten sweating sickness und t. Die Verwertung der Brennessel. Die Brennesseln werden zu den nichtsnubigften Unfräutern gerechnet, und nicht nur Kinder haben den Glauben, daß sie nur dazu seien, einer unvorsichtigen band mehr oder weniger empfindliche und hartnädige Schmerzen zu bereiten. Troßdem tann Mutter Natur quch von dieser Anflage zum großen Teil entlastet werden, denn die Brennesseln können infoweit zu den nützlichen Pflanzen gerechnet werden, als es für ben Landwirt nicht der schlechteste Einfall sein würde, wenn er schlechte Teile des Bodens geradezu mit Brennesseln befäen würde. Zunächst ist die Brennessel eine ganz hervorragende Futterpflanze, die über die Luzerne zu stellen ist. Nach einer vergleichenden chemischen Analyse, die der Cosmos veröffentlicht, enthält an bera daulichen Stoffen eine Luzerne von sehr guter Qualität 12,3 Eiweiß, 22,1 fiärtemehlartige Verbindungen, 11,4 Bellulose und 1,2 Fett; die Blätter von Brennesseln dagegen 12,8 Eiweiß, 30,0 stärkemeh artige Verbindungen, 6,0 Zellulose und 4,9 Fett. Außerdem ist die Brennessel als Gespinstpflanze verwertbar, die zwar dem Hanf ent schieden unterlegen ist, aber immerhin zur Herstellung von Seilen Garn und auch von Papier gebraucht werden faan. Die Stenge von jungen Brenneffeln tonnen als Spinat gegeffen werden un bilden überdies eine treffliche Streu, die in mancher Hinsicht beffe ist als Stroh; ferner sind sie auch als Dungstoff wegen ihres stoffgehaltes verwertbar. Die Wurzeln der Brennesseln eme Farbe, die in der Liförfabrikation Verwendung finde ölhaltigen Samen find ein sehr geeignetes Geflügelfutter, lich für Truthühner und junge Gänse, denen auch Blätter vorzüglich befonumen. Schließlich hat auch di die Brennessel verschiedentlich in Cebrauch fotohr Der Englische Schweiß". Der Köln. 8tg." wird geschrieben: Aus den beiden Departements der Charente tommt die Kunde von einer bösartigen Seuche, die während der kurzen Zeit ihres Auftretens nicht weniger als 2000 Menschen ergriffen und bereits eine Anzahl von Todesfällen im Gefolge gehabt hat. Der ganze Körper der Erkrankten bedeckt sich mit sehr kleinen, hirfetornartigen Bläschen, die starken Schweiß absondern und dadurch einen außerordentlich schnellen Sträfteverfall herbeiführen, so daß zu- kommt daher als Boltsseuche taum noch in Betracht. weilen schon nach wenigen Stunden der Tod eintritt. Schon einmal im Jahre 1887 soll sich nach der Angabe des Berichterstatters die rätselhafte Epidemie, die von den französischen Aerzten suette miliaire( Schweißfriesel) genannt wird, in Poitou gezeigt haben. Handelt es sich nun hier, wie der Uebermittler der Hiobspost anzunehmen scheint, um ein neues berhängnisvolles Geschent aus der Büchse der Pandora, von dem auch andere Länder für die nächste Butunft vielleicht Schlimmes zu erwarten haben? Diese Frage darf glüdlicherweise verneint werden; in der Geschichte der Medizin spielt vielmehr der Schweißfriesel, oder wie er in seiner früheren Form nach dem Lande seines ersten Auftretens genannt wurde, der Englische Schweiß, schon seit mehr als vier Jahrhunderten eine ebenso interessante wie verhängnisvolle Rolle. Hätte Shakespeare seinem berühmten Drama Richard III., das bekanntlich mit der Schlacht bei Bosworth und dem Siege Nichmonds über seinen teuflischen Gegner endet, einen sechsten Att oder wenigstens einen historischen Ausblid in die Zukunft angehängt, so würde er uns von einer damals wirklich neuen mörderischen Seuche erzählt haben, die die streitbaren Scharen des jungen Helden in Massen dahinraffte und, sehr bald nach London überspringend, so entsetzliche Berheerungen in der Hauptstadt anrichtete, daß angesichts der allgemeinen Trauer die Strönungsfeierlichkeiten Richmonds aufgeschoben werden mußten. Das war im Jahre 1486, und seit dieser Beit lesen wir von Zeit zu Zeit von neuen epidemischen Ausbrüchen der swetynge sykenesse( sweating sickness), die im Gegensatz zu den meisten anderen seuchenartig auftretenden Volkskrankheiten stets das eigentümliche Verhalten zeigen, daß sie wie ein Blig aus heiterm Himmel ganz plöblich einen fleineren oder größeren Länderstrich heimsuchen, eine außerordentlich große Zahl von 496 von Gicht und Rheumatismus als auch von verschiedenen Haut- unter dem Blatt anbrachte, wurden die Tiere verschiedentlich zur Flucht frankheiten. Aus diesen Angaben ergibt sich die merkwürdige Tat- nach oben veranlaßt, meistens allerdings ließen sie sich dann einfach sache, daß von einer so viel verleumdeten Pflanze faft alle Teile fallen. Nicht selten findet auch ein Zurückkriechen an dem schon gebenutzt werden können. In einigen Ländern hat man das auch zogenen Faden statt, namentlich dann, wenn die Entfernung vom schon früher erkannt, namentlich in Schweden werden sowohl die Boden allzugroß ist. Der Schleimfaden wird dabei durch die Bebiocische Nessel( Urtica dioica) wie die eigentliche Brennessel wegungen des Fußes an deffen Hinterende geschoben, wo er mit dem ( Urtica urens) fcit underflichen Zeiten angebaut, freilich aus- frisch abgesonderten Schleim zusammenklebt. schließlich als Vichfutter, dem sie zu ein Sechstel beigemischt werden. Bei den Wasserschnecken lassen sich zwei Formen des Faden Die Samen der kleinen Brennesseln werden Ende August gesammelt, ziehens unterscheiden, denn das Wasser ermöglicht sowohl das indem man die Stiele abschneidet und trocknen läßt, worauf der Herablassen wie das Aufsteigen. Während sich die Tiere beim Gamen von selbst ausfällt. Die große Nessel wird am besten im rudweise erfolgenden Absteigen ebenso wie die Landschnecken September oder Oftober gepflanzt und erfordert freilich eine sorg- hin- und herwinden und um ihre Achse drehen, wodurch der fältigere Bestellung und reiche Düngung, indem sie dem Boden Faden unter dem Mikroskop spiralig gedreht erscheint, erfolgt durchschnittlich auf 1000 Kilogramm 29 Kilogramm Stickstoff, das Aufsteigen fast immer ruhig, mehr stetig und langsam. 38 Kilogramm Kali, 9% Kilogramm Phosphorsäure, 34 Kilogramm Der Faden kann auch beim Aufsteigen eine ziemliche Länge er Stalt entnimmt. Die fräftigsten Nesselpflanzen werden ausgerissen reichen, Lindiger maß bei Amphipeplea 20 Zentimeter. Pohl oder an der Wurzel beschnitten, der Stiel bis auf eine Höhe von beobachtete, wie Blasenschneden( Physa hypnorum) teils ferzen höchstens 20 Zentimeter gekürzt und dann in Abständen von gerade, teils in schräger Richtung nach der Oberfläche rutschten, aber 30 Zentimetern eingepflanzt, worauf der Boden mit den Füßen mer in gerader Linie, und entdeckte eine ganze Anzahl feiner festgetreten wird. Im nächsten Jahr brauchen die Zwischenräume Spinnfäden nach der Oberfläche des Waffers, welche die Seilfahrt nur etwas gejätet zu werden, und man kann schon eine kleine der Tiere ermöglichten, um jeweils einige Sefunden zu atmen. DaErnte entnehmen. Im zweiten Jahr wird diese schon ziemlich nach scheinen die Wasserschueden denselben Schleimfaden öfter oder reichlich ausfallen, im dritten aber erst die volle Höhe erreichen. dauernd zu benutzen, von den Landschnecken wird ein und derselbe Vom vierten Jahr an läßt man in gewissen Abständen einige Faden nur einmal benugt. Pflanzen bis zur Reife der Samen stehen, damit sich die Nesseln ( Prometheus" nach dem„ Zool. Anzeiger".) bon selbst wieder ausfäen. Die Düngung ist alle drei oder vier Jahre zur Winterszeit zu wiederholen. Der erste Schnitt geschicht im Mai oder Juni mehrere Wochen vor der Luzerne, und gewöhnlich fönnen noch 2 weitere Schnitte Mitte Juli oder August geschehen. Als Futter kann die Nefsel nie allein verabreicht werden, sondern muß mit anderen weniger erhibenden Nährstoffen gemischt werden. In; manchen Gegenden tocht man auch die Nesseln mit Kartoffeln und Kleie zu einem Schweinefutter. Aus dem Tierleben. Humoristisches. Bedingte Freundschaft.„ Kannst Du mir nicht zehn art borgen, Schulze?" Das wohl. Ich verborge aber prinzipiell nicht. Es verdirbt die Freundschaft!" Du haft recht aber so sehr sind wir doch eigentlich noch gar nicht befreundet!" -Nobler Ausweg.„ Eduard, es geniert mich, der Köchin, die noch für fünf Monate Lohn bekommt, jeden Tag unter die Augen zu treten reisen wir doch in die Sommerfrische!" Verschnappt. Gast: Ich war ja einverstanden, Spinnende Schnecken. Alle Mollusken sondern einen zähen Schleim ab, der stets an der Unterlage haftet und bei den sich fortbewegenden Tieren ununterbrochen ersetzt wird, wodurch z. B. die bekannten filberweiß glänzenden Kriechipuren der Schnecken entstehen. Der Schleim spielt bei der Fortbewegung der Tiere eine derartige Herr Wirt, daß Ihr Sohn die Forellen für mich erst holt! Aber Rolle, daß man behaupten kann, die Tiere friechen auf ihrem das dauert mun volle zwei Stunden jetzt wird's mir zu dunum!" Schleim. Die flebrige Oberfläche der Schnecken könnte fast vermuten Wirt: Hm... das werden s' ihn halt erwischt haben!" laffen, daß bei der Fortbewegung auf fandigem oder mulmigem ( Fliegende Blätter.") Boden jedes Sandkörnchen, jede Koniferennadel, jedes trockene Grass hälmchen, jedes lose Pflanzenteilchen an den Tieren haften bliebe. und somit die Fortbewegung in noch höherem Grade gehemmt werden müßte; aber ganz das Gegenteil ist der Fall: Der Schleim Kittet erst alle losen Partikel zu einem relativ festen Ganzen zu fammen, und das Tier gleitet unbebelligt wie auf einer glatten Brücke dahin. Auf diesem Reinigungsprozeß der Schnecken beruht auch das bekannte Mittel, die Tiere durch mehrmaliges Ausstreuen bon Salzen oder Asche zu töten, indem dieselben durch die wiederholt notwendigen starken Schleimabsonderungen zum Zwecke der Entfernung der unwillkommenen und wahrscheinlich auch ägenden Salze so geschwächt werden, daß sie alsbald eingehen. Notizen. -Unveröffentlichte Briefe Henrik Ibsens an eine junge Freundin enthält eine Studie des dänischen Schriftstellers Georg Brandes, die dieser Tage bei Bard, Marquardt u. Co. in Berlin erscheint. Der Sully Prudhome Preis ist dem französischen Lyriker Paul Hubert für seine Gedichtsammlung„ Goldener Horizont" verliehen worden. Bon der Schleimbrüde zum Schleimstrang der jungen Schnirkel Das Karl Weiß- Theater ist in Vejiz des Theaterunterfchneden( Heliciden) und den Arten der Gattungen Hyalina nehmers Bernhard Rose übergegangen. und Vitrina( Glasschnecken) ist nur ein Schritt. Bei ihnen Die Jahrhundertausstellung( Nationalgalerie) hat der Schleim, falls falls das Gewicht der Tiere noch nicht schließt mit einem Defizit. zu groß ist, genügende Festigkeit, um sich in furze, das Tier tragende Das Städtische Kunstinstitut in Frankfurt a. M. Fäden auszuziehen. Der kurze dice Schleimstrang von Vitrina hat ein Meisterwerk( breiteiliges Altarbild) Lutas Cranachs d. A. Steigert sich bei der Egelschnecke( Limax und Agriolimax) zur Faden für 100 000. erworben. bildung. Um sich zu haltbaren Fäden ausziehen zu lassen, muß der Für die besten Entwürfe zu einem Empfangsgebäude haben. D - Die Linzer Sektion des Desterreichischen Touristenklubs hat beschlossen, an dem Großen Priel einen allgemein zugänglichen alpinen Pflanzengarten anzulegen. Schleim äußerst zäh sein und rasch erhärten und in der Tat finden auf dem künftigen Leipziger Bentralbahnhofe fich im Schleim der genannten Arten byssusähnliche Fäden. Aller werden vier Preise ausgefchrieben. Der erste Preis beträgt dings ist das Fadenspinnen der Schnecken im Freien wohl noch sehr 15 000, der zweite 10 000 und zwei dritte je 7500 W. Weitere drei selten beobachtet worden; daß die Tiere aber in der Kunst erfahren Entwürfe werden für je 3000 M. angekauft. find, geht daraus hervor, daß sich durch das Experiment jederzeit Zuchtversuche mit Wasserbüffeln( Karabanen) sollen. diese Art des Ortswechsels hervorrufen läßt. Zum guten Gelingen im Schutzgebiet Neu Guinea ein günstiges Resultat ergeben des Versuchs ist es erforderlich, die Entfernung des Tieres von der zu erreichenden Unterlage anfangs nicht zu groß zu wählen, ein Abstand von etwa 15 Zentimeter genügt. Ist einmal ein Stück Faden gebildet, so ist die Entferming meist belanglos. Zum Versuch fezt man die Schnecke auf ein an einem dünnen Faden hängendes e. Die Sommergarderobe eines fashionablen" Blatt, welches man von oben intensiv beleuchtet oder erwärmt, Hundes. Zur Sommertoilette des Lieblingshundes einer Bostoner Fr das einfach den direkten Sonnenstrahlen ausgesetzt wird. Die Dame, der Bulldogge Tic, gehören folgende unentbehrliche Stücke: agres, daß ihnen und Weise, wie sich die Tiere alsbald verhalten, läßt Ein Halsband, das mit Steinen verziert ist, im Werte von 11 Dollar, der Weg durch die Luft nicht sehr ein Fußband und ein Halsband aus Granaten für 14% Dollar; ungewohnt vorkommt, und daß das Herablassen an einem eine gleiche Garnitur, mit Türkisen geschmückt, 20 Dollar; ein halbes Schleimfaden zu den normalen Fähigkeiten vieler Schnecken Dutzend Gazekleider, 6 Doflar; ein halbes Dutzend Spigentaschenzu rechnen ist. Die Tiere machen nämlich gar nicht erst den Ver- tücher, 6 Dollar; zwei Paar Stiefel aus feinstem Ziegenleder, nach fuch, etwa an dem das Blott haltenden Faden hinaufzuklettern, Maß. 5 Dollar; ein Paar Gummischuhe, 2 Dollar; ein schottischer sondern verlassen das Blatt nach unten an ihrem zu einem Faden Mantel mit rotem Lederriemen, 5 Dollar; zwei Staubmantel aus erhärteten Schleim. Ballerstedt beobachtete das Spinnen eines Leinwand für staubige Wege, 10 Dollar; ein Regenmantel, 3 Dollar; adens von 147 Bentimeter Länge, wozu das Tier( Agriolimax zwei japanische Jädchen als Besuchstoilette, 9 Dollar; ein Automobil tis) eine halbe Stunde Zeit gebrauchte. Auch unter normalen fostüm, bestehend aus Jacke, Müze und besonderer Brille, 10 Dollar; tnissen suchen die Landschnecken ihre Schlupfwinkel nach ab- ein Toilettenetui, an goldener Kette um den Hals zu tragen, das auf, wenn ihnen Licht oder Wärme lästig werden der Reispuder und Puderquaste sowie verschiedene Parfüms enthält, Faftor wirkt eben stets von oben. Wenn L. Lindinger 12 Dollar. Für besondere feierliche Gelegenheiten befigt Did ein t und Wärmequelle in Form einer elektrischen Glühbirne penceaurotes Seidenhalsband mit einer Diamantenschnalle. ery dalfeur: Hans Weber, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u.Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW.