Anterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 1. Dienstag, den 1. Januar. 1907 (Nachdnick verboten.) ,] JVIadamc d'Ora. Roman von Johannes V. I e n-s c n. Tic Mittagsglocke an Bord des„Bacharach" hatte die Paffagicre hinabgenifen, die Decks lagen leer da. Oben ans dem oberen Promenadendeck wanderte ein Mann allein zwischen den Rettungsbooten und den großen Ventilatoren umher. Er trug eine Tasche in der Hand. Er ging nach vorne und stühte sich auf das Geländer, stand da und sah zu den Zwischendeckpassagieren hinab, die in ihre groben Kojen- decken gehüllt, rings umher auf dem Vorderdeck lagen. Es war ruhiges Wetter, aber die Fahrt des Dampfers erzeugte einen starten Zug; die Schornsteine heulten laut in einem sehr tiefen Ton: die farbigen Fenster in der Kuppel über dein Speisesaal wären ein wenig geöffnet, von Zeit zu Zeit konnte man Violinen da unten hören. Ein Herr kam die Treppe hinauf und stellte sich an das Geländer, nicht weit von dem mit der Tasche entfernt� er stand eine Weile da mit eincr�beobachtenden Haltung, machte dann unbemerkt noch einen Schritt, so daß er dicht neben dem anderen stand. ..Guten Abend, mein Herr," sagte er, und es klang genau so, als wenn er eine Tame auf der Straße anredete. Der andere wandte langsam das Gesicht zu ihm herurg, ant- wortcte aber nicht. „Schönes Wetterl" fuhr der sprcchlustige Herr einen Grad befreiter fort.„Ja, es locht ei» wenig, aber das schiff geht ja ruhig. Ha— da wäre der Hut beinahe hingegangen!" „Dann sollten Sie ihn festhalten!" sagte der andere. Der kleine breitschultrige Mann lachte sehr hierüber und so nichtsahnend gutmütig, daß den anderer: seine Kälte ein wenig gereute und er, ohne sich zu räuspern, etwas vor sich hinmurmelte. daß es wirklich stark wehe, daß aber das Schiff trohdem reckst ruhig gehe... Lebhaft entgegnete der breite Herr:„Ja, ist es nicht sonderbar! Zu anderen Zeiten kann es gerade umgekehrt fein. Ich reiste von Shanghai nach Honolulu, und obwohl sich kern Wind regte, tauchten wir fast die ganze Zeit die Rettungsboote obwechsclrid ein. Jesus Christus wie»vir rollte«!— eine Dünung vermute ich. Aber gestatten Sie, daß ich mich vorstelle, nicin Name ist Mafou, Thomas A. Mason, London..Wir haben uns bei Tische gesehen, nickst uxchr... Herr Edmund Halt..." „Das ist mein Name." „Wundert es Sic, daß ich da? weiß?" sagte Herr Mason in einer anderen, niederen Tonart, die er jedoch gleich wieder in leichten Scherz übergehen ließ.„Wir sind cinundsiebzig in der ersten.Kajüte, und die neunundsechzig habe ich mir uach der Passagierliste und de« Nummern bei Tische gemerkt. Der Siebenzigste, das bin ich... Herr Edmlind Hall. Hm. Sie sind auch»licht seekrank: ich sehe, Sie rauchen. Aus See rauchen kann ich nun doch nicht, obwohl ich nicht eigent- lich feekrank werde: ober der Tabak schmeckt mir nicht. Das ist eine Entbehrung. In gilt drei Tagen sind wir in New Nork. Gestatten Sie mir eine Frage..." Edmlind Hall hatte dagestanden lind ganz leise den Kopf gewiegt und an andere Dinge gedacht, er unterbrach Mason und fragte gedämpft: „Können Sie die Maschine hören?" Mason lauschte höflich einen Augeichlick. „Ja— a. Ja! Sie sind Geschäftsmann, Herr Edmund Hall?" Hall antwortete nicht.„Sic reisen für ein Haus, Herr Edmund Hall? Ich habe die Idee——" „Hören Sic doch einmal," sagte Edmund Hall leise, fast stehend, und beugte sich in der hereinbrechenden Dunkel- hert vor.„Können Sie die Kolben hören? Das klingt wie ein großes Herz... und da ist ein Nebengeräusch. Ein Klappenfehler..." „Sie sind Ingenieur?" fragte Herr Mason mit einem liastigen Blick.„Ein Klappenfehler, sagen Sie— ist etwas an der Maschine in Unordnuitg?." Hall richtete sich auf und sah den kleinen Mann zum erstenmal an, leise schüttelte er den Kopf. „Ich hoffe doch, daß Sic Ihr Leben versichert haben," äußerte er mit trübem Lächeln...... Herr. t, entschuldigen Sie, ich habe Ihren Namen vergessen." „Wie beliebt!" sagte Herr Mason und stützte.„Sie meinen, daß Gefahr im Anzüge ist? Einer der Kolben leckt ein wenig, so viel ich hören kann. Ob ich mein Leben der- sichert habe— was wollen Sie damit sagen? Mein Name ist Mason..." „Hören Sic seht wieder," bat Hall und neigte dä? Obr nach der Richtung der Schorilsteine.„Hören Sie, welch eine gute, gründlich zuverlässige Maschine! Die ist beinahe so lebendig wie ein Mensch, Herr Mason, und sie ist ehrlicher. Seien Sic ganz ruhig, Sie sind völlig sicher. Wir andere» haben Ihretwegen schlaflos dagelegen." Mason sehte die Beine auf das Teck, richtete sich stramm auf.„Hm! Sie sagen, ich bin sicher. Vorhiu fragten Sie. ob ich versichert sei. Schlaflos sagen Sie.... Gut. Um von etwas anderem zu reden. WaS sage« Sie zu unserer berühmten Reisegefährtin d'Ora? Keimen Sie sie nicht? Nein, Sie kennen die Tame nicht, Herr Hall. Sehe ilh Ihnen zu gut?" Herr Mason lachte still und anspruchsvoll, brach aber ab und begann von ncuciu: „Finden Sie cS übrigens nicht ausfallend, daß eine Tame aus der ersten Kajüte sich in dem Maße mit den Passa- gieren der zweiten einläßt? Finden' Sic nicht? Sie schweigen, Herr Hall. Ja, Schweigen ist bei einer solchen Gelegenheit vielleicht am allerbercdctsten. Haben Sic den großen Laienprediger da hinten, achtern, in der zweiten Kajüte beobachtet, der sich wie ein Hahn spreizt? Tie schöne Diva scheint Sorge um daS Heil ihrer Seele zu haben..." Hier schlug sich Herr Mason mit einem Knall auf de» Schcntel und lachte ausgelassen. Aver er brach wieder ab und fragte tastend: „Finden Sic vielleicht, daß Madame d'Ora zu schön und zu gut ist... Sie lachen nicht. Herr Edmund Hall." „Wollen Sie nicht hinunter und Mittag essen, Herr Thomas A. Moson?" fragte Hall mit leisem Tadel. „Ich bin überzeugt, Madame ist eine bezmidernde Frau gewesen, so vor fünf, sechs Jabren." fuhr Mason langsam fort,„aber seht ist sie zN stark. Nach meinem Geschmack. Jesus Evristiis! ich will mit Ihnen wetten, daß sie die ersten zweihundert Pfund hinter sich bat. Aber Leben ist da, weiß Gott, in dem Körper! Ter Kapitän hat auch ein Auge ans sie geworfen. Wenn ich der Kapitän wäre, würde ich Madame einen Wink geben, sich in passende m Abstand von der zweiten Kajüte zu halten... Sie scheinen nicht zuzuhören, Herr Hall." '„Da unten mif dem Vorderdeck ist einer, der alif der Mundharmonika spielt," mnrnlclte Hall und drehte den Kopf vorsichtig nach Mason herum. Dann beugte er sich wieder vor lind sah auf das Deck hinab, wo Haufen von Menschen im Schuh des Backs lagen. Tie Dunkelheit gestattete nicht, die einzelnen zu erkennen. „Hören Sie? Klingt es nicht sonderbar?" sagte Hall beinahe zuvorkommend. Er erhob die Stimme mit einer lächelnden Schwärmerei:„Dieser jämmerliche Ton! Hören Sie doch, wie die kleine Melodie so süß gegen den Wind und die Wellen anweint. Nun schwimmen die Fische ein paar Seemeilen unter unseren Stiefeln lind schnüsseln. Hören Sie nur. wie er spielt!— Ah, wie flüchtig und fein c �.spielt. Wie fliegender Sommer, Sie wissen, im September! Wild- gänsc oben unter den Tanwolkeil... ich bilde mir ein, der Kerl ist Vicrfahrcr oder Totengräber..." „Er hat Talent, sagte Mason,„freilich hat er'Talent. Was spielt er doch?... Nach dem Ball." Mason wiegte sich ergriffen und fing an, die Melodie zu summen. Hall wandte sich ungeduldig um, fixierte de» Mann, dann wandle er sich wieder ab und sah in die See hinaus, wo die Schaumfurchen, die der Bug zog, sich von den Kuhaugen des Schiffes beleuchtet, kräuselten.�„Ach ja, ja!" rief Hall mit einem Seufzer aus. der wie Weinen klang. Sie schwiegen eine Weile. „�err CNmunb Hall." sagte Mason endlich mit einem Mchitstsmäßigen Nebengeräusch in der Nase,„Herr Edmund Hall, Sie scheinen nicht wohl zu sein. Sie machen einen nervösen Eindruck. Herr Edmund Hall." „Wollen Sie nicht hinunter gehen und essen?" fragte Hall müde und brutal. Milder fügte er hinzu:„Es ist ja schon lange her, seit es geläutet hat. Ich will nicht hinunter, falls Sie aus dem Grunde warten." „Keinen Appetit, Herr Hall?" fragte Mason.«Sagen Sie mir doch— ganz offen— lassen Sie uns zur Sache kommen— was meinten Sic vorhin mit der Frage, ob ich mein Leben versichert habe? Sollte das eine Drohung sein, eine freundliche Aufforderung an mich. Ihnen vom. Leibe zu bleiben? Sie scheinen ein wenig arifgeregt zu sein... Was meinten Sie damit? Beschäftigen Sie sich mit dem Gcdauten, daß mein Leben oder das Leben irgend eines anderen, aber hier speziell das meine, auf dem Spiel stehen könne? Wie, Herr Edmund Hall? Welchen besonderen Grund haben Sie, die Tasche, die Sie da in der Hand halten, nie von sich zu lassen? Warum gehen Sie umh«r wie ein Mann, den irgend etwas bedrückt, warum sprechen Sie nicht mit Ihren Reise- gefährten? Ich habe Sie beobachtet, Sic können sich darauf verlassen, daß ich Sie beobachtet habe. Sehen Sie die Sache einmal ganz ruhig an— ist es schlimm für Sie, guält es Sie? Sehen Sie es immer vor Augen?" Jetzt wurde Hall ärgerlich, wie es schien, er wollte Ruhe haben vor diesem Menschen, dessen Gerede er wohl kaum ge- hört hatte. „So schweigen Sie doch endlich." bat er ohne irgend- tvelches Kolorit in der Stimme.„Was reden Sie eigent- !ich? Gehen Sie hinunter zum Essen und lassen Sie mich in Frieden." Mason trat einen Schritt zurück und brachte einen knurrenden Laut im Halse hervor. Und lvährcnd er ein paar Handeisen aus der einen Rocktasche in die andere steckte, nickte er Halls Rücken zu und ging die Treppe hinab. 2. Hall blieb allein zurück. Er ging langsam auf dem ganz kurzen Ende des Decks auf und nieder, als suche er in seinem Gedächtnis nach irgend etwas. Es war jetzt ziemlich dunkel, aber der Himmel leuchtete in kalter Klarheit. Die See hatte sich ein wenig beruhigt. Ein Heizer, der in Schweiß und schwarzem Oel gebadet war. kam aus einem Loch hervor und wandte sich teif atmend nach dem Horizont um, wo ein leichter Schimmer den Mond verkündete. Tann drehte er die Ventile besser in den Wind. Hall stand still und versuchte, dem Blick des Heizers zu begegnen, aber sie hatten einander nichts zu sagen, und der Heizer kroch tvieder hinab und ließ eine kleine eiserne Luke über seinen Kopf zufallen. Hall ging ganz vorne auf die Konmiandobrücke, die gleichsani in einem Altan endete, wo man fast frei in der Luft stand, haushoch über der See. Der Schaum da unten glitt leise dahin in großen marmorierten Figuren, kühl und leise. Alles war dunkel. Wie das Schiff bebte, und wie die ganze nervöse Masse trotzdem sich ruhig ihren Weg bahnte I Es kam jemand die Treppe hinauf. Hall wandte sich mit einem Ruck um und sah einen großen Damenhut mit nickenden Federn, er zog sich weiter auf das Teck zurück, richtete seine Schritte nach einem der großen Schornsteine, wie um sich dahinter zu verbergen, blieb aber stehen. „5romm doch und hilf mir die schreckliche Treppe hinauf, Edmund." ertönte eine Stimme halb ängstlich und halb keck. Die Stimme an sich war tief und schön wie ein Cello, von wundervoller Wärme im Klang. v.St!" sagte Hall kurz und machte eine Bewegung mit Eer Hand.„Der Kapitän geht oben auf der Brücke!" Madame d'Ora blieb oben an der Treppe laut keuchend flehen und sah sich um. ...Nein, wie frisch es hier weht! Warum bist Du nicht gum Eessen hinuntcrgekomnicn? Ter Kapitän kann uns hier nicht hören." „Freilich kann er es," entgegnete Hall kühl.„Schrei Loch nicht so laut. Ich weiß, daß er französisch versteht." „Beruhige Dich, mein Freund. Ich werde flüstern." Sie blieb stehen, ohne die Arme zu rühren und drang mit ihrem Blick förmlich zu ihn hinein, während ihre Worte. die einen hoffnungsvollen Klang gehabt hatten, die Lust mit Getön erfüllten. (Fortsetzmig folgt.) 8cKnee unter den Stiefeln. Von Dr. H. G e r st m a n n. TaS wahre Wetterzeichen des Winters ist der Schnee. Schon wenn er vom Himmel herunterfällt, gibt er dem, der den Schnee- von, fall warmen, gemütlichen Zimmer aus betrachtet, durch seinen Anblick die Empfindung des Winterlichen; wer freilich zur gleichen Zeit im Freien sein»inb, bat oft ein recht ungemütliches Gefühl, wenn ihm scharfe, stachlige Schneeflöckchcn ins Gesicht fliegen, oder wenn itzm die sencht-kalten Flocken von oben her in den HalSkragen hinein- stieben, aber doch sagt er sich mit einer gewissen Befriedigung: Das ist das rechte Wetter für diese Jahreszeit. Wenn sich der Schnee aus der Erde gelagert hat, ist er allerdings für den Grotzstädter auch bald geschlvnnden; hier ist es nicht die Sonne, die nichts Weißes duldet, sondern der starke Verkehr, der die weiße. saubere Decke schnell in einen häßlichen, schlüpfrigen und un- angciiehnicn Brei umlvandclt. Wo aber nur wenig Verkehr ist, oder auch in verkehrsreicher Gegend, wenn ausnahmsweise der Schnee in solchen Massen gefallen ist, daß er der Reibung der vielen Füße trotzt, niacht die weite Schneefläche den großartigen Eindruck des Friedlichen, des aller leidenschaftlichen Erregung Entrückten, und das ist ja gerade der Charakter des Winters. Aber durch EincS wird man, wenn man einige Zeit durch Schnee gehen nmß. unerfreulich gestört: Der Schnee ballt sich unter den Sticselsohlen, und hauptsächlich unter den Absätzen zu einer festen Masse zusammen, die den schnell»!, Wanderer in, Gehen stark belästigt; und die den Versuchen, sie durch kräftiges Ansstampfeii zu beseitigen, einen eben so kräftigen Widersland eiitgegensetzr und nur mit vieler Mühe zu zerstören ist. Die Mühe, die man daran setzen nmß, den unter den Stieseln zu- sanimen geballten Schnee zu löse», versetzt die Menschen in nicht ge- rade freundliche Stimmung, vielleicht wird der Aergcr geringer sein, loenn man weiß, daß man es hier mit einer merktvürdigen Natur- erscheiunng zu tun hat, die bei anderen Gelegenheiten großartige Naturschönheitei, zuwege bringt, nämlich mit der N e g e l a ti o u des Eises. Das Wort„Regelation" hat nichts zu tun mit einer Regel, sonder« ist abzuleiten von den lateinischen Wörtern ro--- wiederum, und Gelatiou— Gefrieren, starr werden. Wasser gefriert oder geht aus dem tropfbar-flüsfigen in den festen Zustaild über bei einer ganz bestimmte» Temperatur, die durch allgemeine Uebereinkunst als Anfangspunkt, als Nullpunkt bei allen Tcmpcraturmcsftuigen angenommen ist. Ucberhanpt geht jeder Körper bei einer für diesen Körper ganz fest bestimmten Teiiiperatur aus dem einen in einen andere,� Aggregatzustand über. Wasser wird stets und überall bei der Tcnipcratur, die wir als Siedepunkt be- zeichnen und die bei 1 Grad-Celsius oder 80 Grad Reaumnr liegt, dainpfförmig, wie es überall bei null Grad ssowohl Celsius als auch Reaumnr) zu einem fcstenKörper wird: Butter schmilzt bei 31 Grad shier sind in»»« Eelsiusgrade gemeint). Wachs bei 32 Grad, Blei bei 322 Grad, Silber bei W0, Gold bei 1144, Eisen bei 1687 Grad. Die Temperatur, bei der alle diese Substanzen in Dampf übergehen, ist noch nicht bestimmt; z» erreichen ist sie mit irdischen Mitteln sicher, denn in, eleltrischen Lichtbogc» z. B. hat man die meisten Metalle Ver- dainpfci, töimeii, und bei außerirdischen Erscheinungen weiß man, daß in ihnen Metalle ohne weiteres als Dampf vorkommen, z. B. gibt es auf der Sonne Eisendampf. Quecksilber ist bei den auf der Erde meist vorkomniendci, Teinperaturen, wie jeder weiß, flüssig, eS gcftiert erst bei 39 Grad unter Null und verdampft bei 354 Grad über Null. Eine ganz eigenartige"Stelliliig nimmt die Kohle ein; in, elektrischen Lichlbogci, sprühen feine Stäubchen von ihr ab, und darauf beruht gerade die Existenz der elektrischen Bogenlampen mit ihren Kohlcnbogen. Man könnte also vielleicht sagen, daß man hier derjenigen Teinpcratur recht nahe gekommen ist, bei der Kohle ver- dampft. Andererseits ist eS aber noch nicht gelungen, Kohle zu schmelzen, wenigstens hat man cS noch mlcht beobachten können. Möglicherweise wird bei den Versuchen des ftanzösischen EhemikcrS Moissan, der in diesem Jahre durch den Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, Kohle flüssig. Moissan hat nämlich durch die ungemein große'Hitze eines elektrischen Ofens, und dann durch außerordentlich starken Druck, Kohle in die Form des Diamanten übergeführt, das heißt künstlich wirkliche Diamanten hergestellt, und vielleicht gelangt bei diesen Prozeduren die Kohle auch in den flüssigen Zustand; aber man konnte es eben noch nicht feststellen, noch viel weniger war man im stände, die Temperatur zu messen, bei der dies sich ereignete. Wenn nun gesagt wurde, daß dieser Körper bei dieser bestimmten Temperatur flüssig wird, bei jener dampfförmig, so sind dazu mehrere Bedingungen zu erfüllen. Zunächst muß der Körper, um den cS sich bandelt, reu» sein, d. h. er muß ftei sein von anderen Zusätzen. Wenn man einem Metall einen anderen Körper zusetzt, so bekommt es dadurch einen anderen Schmelzpunkt; Eisen z. B., dem Kohle beigemischt ist. schmilzt schon bei etwa 1100 Grad, als» erheblich früher, als reines Eisen. Eine Legierung von mehreren Metallen schmilzt bei einer Temperatur, die sich von der Schmelztemperatur jedes einzelnen der in der Legierung enthaltenen Metalle wesentlich unterscheidet, und zwar liegt dies« Legierunasschmelzpunkt stets unter dem Schmelzpunkt jedes Bestandteils. Man hat recht merkwürdige Legierungen zusammengesetzt Das sogenannte Rosesche Metall z. B. besteht aus 2b Proz. Blei, 36 Proz. Zinn und 60 Proz. Wißmuth, es schmilzt schon bei 95 Grad'. die Woodsche Legierung besteht cmS ILV» Proz> Cadinium, 12'/� Proz. Zinn, 2S Proz. Blei und bO Proz. Wißniuth— sie schmilzt schon bei 65 Grad, also diese beiden Legierungen schmelzen schon, ivenn man sie in siedendes Wasser legt. Wenn man ae- wisse Salze, zum Beispiel gewöhnliches Kochsalz, in Wastcr auflöst, so gefriert diese Lösung auch bei einer Temperatur, die niedriger ist als diejenige, bei der Wasser gefriert. Nun ist aber die Temperatur, bei der eine Flüssigkeit fest wird, dieselbe. bei der dieser feste Körper in den flüssigen Zustand zurückkehrt, eS ist eben die Grenztemperatnr für den Uebcraang zlvischen festen: und flüssigem Zustand. Also wird auch die gefrorene Salzlösung schon bei einer Temperatur unter null Grad flüssig, d. K. bei null Grad kann sie nicht als fester Körper bestehen. Darauf beruht es. dasi man durch Zusatz von Salz zum Schnee diesen zun, Schmelzen bringen kann; das zugesetzte Salz hat die Neigung, sich mit dem Wasser, das als Schnee vorhanden ist, zu einer irgendwie, flüssig oder fest, beschaffenen Lösung zu verbinden. Der Schnee hat die Temperatur von Null Grad oder doch im allgemeinen von wenig unter Null Grad; bei dieser Temperatur kann die Mischung von Salz und Wasser nicht in festem Zustand bestehen, sie wird flüssig, d. h. der Schnee schmilzt, und das war es ja eben, was man beabsichtigte. Das zweite Erfordernis dafür, das; ein Körper bei einer be- stimmten Temperatur aus einem in einen anderen Aggregatzustand übergeht, ist, dah er unter einen, bestiminten Druck steht. Man kann sich diesen Uebergang so vorstelle», dah bei», Flüssigwerden die sehr nahe an einander gelagerten Moleküle deS festen Körpers sich etioas von einander entsenien, sich auflockern, und bei», Verdampfen entfenien sie sich völlig von einander. Wenn man nun den Körper zusammendrückt, so ist die Entfernung der Moleküle von einander erschwert, sie kann nicht bei der Temperawr eintreten. bei der sie vorkam, bevor der große Druck ausgeübt wurde, sondern ,nan nmß den Körper noch Weiler erhitzen, dann erst bekonm»en sie die Kraft, den Außcndruck zu überwinden und sich von einander loszureißen. Auf diese Weise konnnt eS, daß der Schmelzptmkt und der Siedepunkt bei einer um so höheren Temperatur liegt, je größer der Druck ist. Die vorher angegebenen Siede- und Schmelz- tencherawrcn gelten unter der Voraussetzuna, daß der siedende oder schmelzende Körper unter deinjenigen Druck steht, unter den» sich alles besindet, was auf der Erde existiert, nämlich unter dem Druck unserer Atinosphäre, d. h. unter einen, Druck, der ebenso groß ist wie der, den eine Quecksilbersäule von 766 Millimeter Höhe ausübt. Wenn man alio Wasser einem bcstimniten Druck aussetzt, so ist sein Siede- Punkt nicht inehr 166 Grad Celsius, sondern das Wasier muß, um z» verdampfen, noch mehr erhitzt werden, und zwar umsomehr, je größer der auf ihm lastende Druck ist. Will man nun Eis, das unter einen, größeren Druck steht als unter de», einer Atmosphäre, zun, Schmelzen bringen, so tritt eine ganz außerordentliche Ausnahme ein. Nach der all- gemeinen Regel müßte dies Eis über null Grad er- wärmt werden, damit seine Moleküle den Ueberdnick überwinden und in den flüssigen Zustand aufgelockert werden können. Aber Wasser, das sich in der Nähe des Gefrierpunktes befindet, und Eis in der Nähe des Schmelzpunktes bilden überhaupt eine große Aus- nähme in der Natur. Während sich sonst die Körper bei der Er- wärmung ausdehnen, bei der Abkühlung zusannnenziehe», dehnt sich Wasser, das 4 Grad über Rull warm ist. bei weiterer Abkühlung aus, auch wenn eS zu Eis gefroren ist und noch etwas abgekühlt wird, dehnt«S sich auS; erst bei noch weiterer Abkühlung des EueS tritt wieder die gewöhnliche Zusammenziehuug ein. Mit diesen, Ausnahmeverhalten in enger Verbindung steht nun die Tatsache, das; Wasser, daS unter einem größeren Druck steht, nicht bei größerer Wärme gefriert, sondern bei größerer Kälte. Und ebenso wird Eis, das unter einen, größeren Druck steht, als unter dem einer Atmo- sphäre, nicht bei größerer Wänne zur Verflüssigung aufgelockert, also schmelzen, sondern schon bei größerer Kälte; bei null Grad kann also daS gedrückte Eis nicht mehr bestehen, sondern eS schmilzt. Wenn nun bei null Grad, oder selbst noch ein wenig unter null Grad, ein Mensch auf de» Schnee tritt, so steht dieser Schnee, der bekanntlich aus lauter kleinen Eiskryftallcn besteht, unter dem Druck der Luft, und außerdem noch unter dem Druck des über ihn gehende» Menschen; unter diesem Neberdruck kann das Schnee-Eis nicht fest bleiben. eS schmilzt. Aber um zu schmelzen, müssen die EiSmoleküle auSeinandcrgerifle» werden; dazu bedarf eS einer gewissen Kraft; diese Kraft kann nicht auS den, Nichts erzeugt werden, sondern sie muß irgend woher genomnien werden. ES ist keine andere Kraftquelle' in der Nähe, als die dem Schnee oder dem schmelzenden Schnee innewohnende Wärme; denn eine bestimmte Wärme hat ja auch der Schnee, waS wir schon daher wissen, daß man ihn noch abkühlen kann, nnd Wärme ist ja eine Bewegung der Moleküle; wenn man etwas dieser Kraft entzieht, wie cö hier geschieht, so behalten sie nur so viel Kraft, daß sie kleinere Bewegungen vollziehen können, daS heißt, sie werden kälter, und zwar kühlen sie sich, während sie schmelzen, so sehr ab, daß sie nunmehr die tiefe Temperatur, die Kälte, haben, bei der das gedrückte Wasser gefriert. Also indem der Schnee schmilzt, und schon durch diesen Vorgang selbst, gefriert er wieder unter dem einherschreitenden Menschen— welch' eine_ komplizierte und interessante Erscheinung I Der Schnee ist wieder gefroren, und zwar, während er früher lockere Kristalle bildete, ist er jetzt zu der feste» Masse geworden, die unter dem Stiefel fest ansitzt, sich mir schwer löst und den Menschen in die Gefahr de? Umfallens bringt. Bei großer Kälte hat auch der Schnee dW Kälte, bei der er selbst unter dem Druck des Menschen fest bleibt und nicht schnnlzt. Daher kommt es, daß bei großer Kälte die rnt» angenehme Regelation des Schnees unter den Stieselsohlen nicht be- obachtet werde» kann, bei dieser Kälte geht man bequem und un» gehindert durch den Schnee. Wenn auf hohen Bergen der Schnee einen Einschnitt zwischen zwei Felsen ausfüllt, so wird er von diesen Felsen so zusainmen- gedrückt, daß er bei null Grad nicht fest bleiben kann; er schmilzt, aber zum Schmelzen braucht er Wänne, er kühlt sich so stark ab, daß er zum festen Eis wird, es entsteht daS prachtvolle Gletschereis. Der Gletscher besindet sich in einen, fortwährenden Schmelzen und Wiedergefneren, er gerät in Fluß und schmiegt sich dabei stets den ihn umgebenden Felswänden an. Das sonst so spröde Eis ist durch die Regelation Plastisch geworden, ähnlich dem Wachs, es kann be« liebige Formen annehmen und dadurch die bewunderswerte Er« scheinung bilden, die wir in, Gletschereis vor uns haben— nnd im Grunde genouimen ist der Vorgang derselbe, wie der beim Schnee unter den Stiefeln.— Kleines feiiilleton* Eine Erinnerung an die Kommune. Ein merkwürdiger Zufall hat es gefügt, daß am Tage nach dem Auszug des Pariser Erz- bischoss auS seinem Palast ein Mann zu Grabe getragei, wurde, der beim tragischen Ende eines seiner Vorgänger eine hervorragende Roll« gespielt hat. Emile F o r t i n war der Führer des Exe- kutionspelotons, das am 24. Mai 1871 den Erzbischof Darbey füsiliert hat. Tie Vorgeschichte dieses Ereignisses ist bekannt. Tie Verhaftung des Priesters am 4. April, das vergebliche Angebot der Kommune, ihi, gegen gefangene Föderierte auszutauschen, das feige Auskneifcn des mit den Verhandlungen betrauten General- Vikars La�ar de, der trotz des crzbischüflichen Befehls nicht nach Paris zurückkehrte, das tückische Ausweichen Thiers, der durch PreiSgärnng des den Ultramontanen verhaßten liberalen nnd galli- kanischen Kirchenfürpe,, die Jesuiten verpflichten wollte. Am 21. Mai dringen die Versailler in Paris ein irnfc der Todeskampf der Kommune beginnt. Am 22. wird eine Anzahl Geiseln, darunter der Erzbischof, aus dem Gefängnis von Mazas nach der Roquette übergeführt. Zwei Tage später schlägt die aus dem brennenden Stadthaus fliehende Kommune ihren Sitz in der ganz nahe gelegenen Mairie des II. Arrondisscments auf. Tie Teroute aber greift mu sich, die Schrecken des Verzweiflungskampses. die Berichte über die Greueltaten der siegreichen Soldateska wecken die wildesten Ver» geltnngsgedankcn in den fiebernden Gemütern. Da erscheint— so e�ählt der ehemalige Kommunard Maxime V u i l l a u m e in der „Aurore"— in der den Place Voltaire erfüllenden Menge ein Mann mit roter Schärpe, den Säbel an der Seite. Er besteigt eine Bant nnd schreit: Wer kommt mit mir? Und ein Blatt Papier schwingend erklärt er: Hier ist die Order, sechs Geiseln zu er- schießen, zur Vergeltung für sechs der Unseren, die bei der Made- lcinelirche füsiliert worden sino. Wer kommt mit?— Alle, alle... auf, nach der Roquette. Und das Peloton, von dem Mann mit der roten Schärpe geführt, setzt sich in Bewegung. Der Man» war Fortin, der Selretär Ferres, des Delegierten deS©icherheitS» irescns. Fortin präsentiert den Befehl dem Gcfängnisdirektor F r a n c o i s. Sechs Geiseln sind genannt. Die Namen werden vor den Föderierten laut verlesen. Ter Befehl wird gegeben, sie ans den Zellen zu holen, als ein Schrei ertönt: Und der Erzbischof. Warum ist nicht der Erzbischof aufgeschrieben?— Die Order wird in die Mairie zurückgebracht. Ferro fügt der Liste die simpel» Worte bei: Und in besonderem der Erzbischof.— Es ist das Todes« urteil des Prälaten. Man lehrt zum Gefängnis zurück. Tie Ge- fangenci, werden herabgcholt und vor dem Peloton, das Gewehr bei Fuß aufgestellt ist, erscheinen die Opfer: der Erzbischof, der Pfarrer der Madelcinekirche Deguerry, drei andere Geistliche und der Präsident Bonjean. Der Erzbischof' mit müden Züge», den Bart fast ganz weiß, stützt sich mühselig auf das Geländer einer kleinen Treppe, die zum Postcngang führt. Auf der Brust des Erz« bischofs sieht man das Kreuz leuchten, das ihm einst der Erzbischof Affre vermacht hat, der im Juni 1848 bei einem Versöhnungs- versuch auf den Barrikaden erschossen worden war. Darboy bemerkt zum aniocsenden Revolutionär Flotte, dem Freunde Blanquis, der ihn im Verlauf der Austauschvcrhandlungen oft in Mazas auf- gesucht hat, mit trauriger Stimme: Ich sterbe mit diesem Kreuz auf der Brust. Sehen Sie, Herr Flotte, wie Monseigneur Affre, als Opfer des Bürgerkrieges.— Die Geiseln werden zu einer bohen Mauer geführt. Zwanzig Meter davor stellt sich das Peloton auf, das der Ooerst Sicard vom Generalstab der Polizeipräfektur kommandicrt. Fortin steht bei ihm. ES wird totenstill. Sicard will Feuer kommandieren, da bemerkt er, daß er seinen Säbel nicht bei sich hat. Fortin reicht ihn, den seinen— t>c„ in Wirklichkeit der Ferres selbst ist.„Feuer!" Fünf der Verurteilten fallen. Der Erzbischof bleibt aufrecht. Er ist nur an der Hand verwundet. Ein Feuerwehrmann in der ersten Reihe, den, die Versailler einen Bruder erschossen haben, ladet sein Gewehr von neuen,. Ein an« derer schreit:„Ist der Mensch gepanzert?..." Der Prälat sinkt tötlich getroffen nieder... Als die Leute des Hinrickstuiigs-zMes in den Ge;ängniShof zurückkamen, schlug es acht. Die Leichen wurden in der Nacht nach dem nahen Pere Lachaise gesckiafft und in ihren Kleidern begraben, ganz nahe der Mauer, die bald andere, gahlreicvere Opfer fallen sehen scllte— der„Mauer der Föde- rierten". Tue Erschieduna der Geiseln iilieb nicht ungerächt. Nach«der Grftürmung der Mairie des 11. Arrondissements wurden, eine ganze Woche lang. Hunderte von Kommunarden zur Mauer der Sioquctte geführt. Auch sie starben mutig—„mit Frechheit", wie die Sieger sagten. Emile Fortin gelang es, sich den ersten Vcr- folgungen zu entziehen und so sein Leben zu retten. Er wurde zu 10 Fahren Zwangsarbeit verurteilt, die er in Kalcdonien vcr- brachte. Räch der Amnestie kehrte er zurück und verlebte den Rest seiner Tage als gewissenhafter, bescheidener Arbeiter, den Fdeen. für die die Kommune gekänipft hat. ergeben, ohne jedoch irgendwie hervorzutreten. Aus seinen Mitteilungen hat Vuillaume die De- tails seiner Erzählung gewonnen. Theater. Freie Volksbühne(im Berliner Theater):„Die Häuser des Herrn Sartori us". 5loniödie in drei Akten von Bcruard Shaw. Daß diese Satire auf die englische Geld- moral in London wütend niedcrgezischt wurde, ist ja einig drei klassische Streichquartette gespielt, in jener klassischen Vortragsweise, mit der sich die Kritik bereits oftmals auseinandergesetzt hat. Ein entgegenkommendes Hören belohnt sich durch die austerordrntlichen Femheiten, in denen das Spiel Joachims und der Seinigen lebt. Dast daneben auch stark abweichende Vortragsweisen möglich und bekannt sind, bedarf hier am ehesten deshalb der Erwähnung, weil wir es als interessant begrüßen würden, wenn der Berliner Volischor uns später auch mit anderen Kammermusikern bekannt mache» wollte.— Zwei Tage vorher hatte die genannte Gesellschaft. die sich allmählich zu einer eigenen Bedeutung im Berliner Musikleben aufschwingt, einen Eiuführuugsabcnd der- anstaltet; es sprachen Dr. Leichte»tritt über Kammermusik" mid Dr. Guttmann über Joachim. Wie dankenswert solche lehrhaste Hülsen find, haben wir selbst mehrmals angedeutet. S2. Notizen. — D ie m c i st g e I e sie neu Bücher d e S l e tz t c n I a h r e S suchte„Das Literarische Echo", wie alljährlich, durch eine Umfrage bei den Lcihbibliothclcn zu crmittelu. Für die Zeil vom Oktober 1905 bis Oktober 1906 werden von Iii Leihbibliotheken als am meisten gelesen angegeben: Frensjen, Hilligeulei....... 121 mal Vicbig, Einer Mutter Sohn....„ Bödme, Tagebuch einer Verlorenen. S3„ Herzog, Die Wiskottcns..... 69„ Heer, Der Wctterwart...... 48„ Stilgebaucr, Götz Krafft..... 38„ Seesteru, 1906......... 36„ OnyKeda, Herze Wide....... 32„ Als meistgelesene Autoren ergeben die Tabellen in nahezu der- selben Reihenfolge: G. Frenssen.......... 128 mal C Vicbig........... 91„ M. Böhme.......... 84„ R. Herzog.......... VI„ I. C. Heer.......... 43„ G. v. Ompteda......... 46„ E Stilgebaucr......... 38„ „Seestrrn"(Dr. F. Grautoff).... 36. Das Ergebnis ist nicht gerade erfreulich, wenn es auch kein all« gemeines Urteil zuläßt, dadaS Leihbibliothekeilpubltlum nur eine» Teil des Lesepnblikums darstellt. Der literarische ivertlose Stoma» von Stilgebauer und da? wohl meist des SwffeS wegen gelesene Tage- buch einer Verlorenen waren schon in der vorjährigen Statistik cnt- halten und zivar an erster und zlveiter Stelle. Bemerkenswert ist. wie schnell Modebüchcr wieder außer KurS gesetzt werden. Frenssen» „Jörn Uhl" und�„Buddenbrooks" von Mann wurden in dem ver» flofienen Jahr mir noch wenig begehrt, auch Beyerlcins„Jena oder Scdan" ist zieinlich von der Bildfläche verschwunden. Bon der Kritik vielfach anerkannte Bücher fehlen unter den»neistgeleseuen. Das ist auch bezeichnend. verantwortl, Redakteur: Hans Weber, Berlin,— Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u.VcrlagsanjtaltPaulSlnger LcCo., Berlin 8 W,