Ar. 6, Abemttinent»-Dcdwgungcn: ftbonnement«- Prei» ptänumeranbo: vi-ri-ljährl. 3,30 Sit, monatt 1,10 Sit, wochemlich 28$Tg. fiel in» Haut. Einzelne Nummer S Pfg, Sonntag», Nummer mit tlluilrlcrier Sonntag»- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post, Abonnement: 3,30 Marl pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung», Preisliste für 1900 unter Bt, 7971. Unter Kreuzband für Deulfchland und cesterrelch- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland s Marl pro Monat. Arsch, iui»glich»icher Moniig». Vevlinev Volksblatt. Vi. Jahrs. Die Insertion»-Gebühr beträgt für die lechtgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum»0 Pfg., für notitilche und g-wertschaftliche Versin»- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kieine Zinieigeu" jedes Wort 3 Pfg. . vermittelte und weil nach der Natur dieses Verkehrs ein Wechsel in der Person des Vcr- Mittlers vielfachen Jnteresseii widersprechen würde.— ES ist erreicht? Ter verantwortliche Rcdactenr der Erfurter „Tribüne", Genosse Map in Erfurt, wurde mit einem polizeilichen Strafmandat über 15 M. beglückt wegen Veranstaltung einer nicht gcnchiiiigtcn Kollekte. Die That soll dadurch begangen sein, daß er die regelmäßige Moiiatsqilittnng des Hauptkassierers unserer Partei, des Genossen Gerisch, von diesem unterzeichnet, veröffentlichte. Oder es ist auch noch nicht erreicht. Erst muß wegen dieser ohne sein Zuthnn geschehenen Veröffentlichung in der Erfurter „Tribüne" Genosse Gerisch von dem strebsamen Erfurter Zolizciniann einen Straszettel bekomnien, der sich übrigens unter Zuhilsenahme des fliegenden Gerichtsstandes ancki so recht- ftrtigen ließe, daß Gerisch die Quittung im„Vorwärts" vcröffciil- lichte und intndesteiiS ein Exemplar dieses BlattcS in Erfurt, in der Redaktion der„Tribüne� gelesen wird.— Also aus zu ncucn Siegen, Herr Polizeimann! Dann wird's erreicht sein, daß die Social- demokratic keine Eiimahme» mehr hat, weil sie natürlich zu ihren „Kollekten" keine Genehmigung bekommt. Welch schlauer Gedanke, die Socialdeinokratie so im' Vorbeigehen, durch ein Strafmandat von Erfurt aus, zu vernichten!— Parteitage in Württemberg. In Stuttgart hielten die süd- dentschc Vollspartci am Sonnabend und die deutsche Partei �National- liberale) am Sonntag ihre Parteiversammlungen ab. Bei den Dciitschpartcilcrn begeisterte man sich für die Schlachtflotten- Verdoppelung, während Konrad H a u ß in a n n bei den Volks- parteilent gegen die„Weltpolitil" sprach. Hanßmann führte unter anderem ans: „Die Weltlage sei heute nicht ungünstiger für Deutschland als vor zwei Jahren. wo uns mit der ruisisch- französischen Allianz gedroht wurde. Heute lönne die französisch-russische Allianz nicht mehr als offensiv gelten: auch habe der Dreysuß- Prozeß gezeigt, daß Frankreich doch nicht so gefährlich sei. wie man glaubte. Was England anlange, so sei geradein den zwei Jahren viel geschehen, um einen Konflikt mit England zu verhüten. Allerdings habe Englands Politik das Land in einen frivolen Krieg gestürzt. aber gerade dieser Krieg zeige die innere Schwäche Ciiglands, daß den„Weltprotzen" spielen wollte. Herr Ehainberlain habe uns eine wichtige Lehre gegeben, wie man Politik nicht machen solle. Die Engländer, die den Krieg widerrieten, seien die wahren Patrioten gewesen. Bülow habe gesagt. Deutschland müsse größer sein. Demgegenüber sage er im Sinne UhlandS: Deutschland müs s e frei e r' sc in, d a n n w e r d c e» a u ch g r ö ß dastehen."— Ans Baden.(Eig. Der.) Ein eigenartiger Vorgang macht in den badischen Zeitungen gegenwärtig viel von sich reden. Bei dem großen Ordensregen, der am Neujahrs tag>vie üblich erfolgte, flog auch dem bekannten VolkSschiiftsteller und Frciburgcr katholischen Stadtpsarrer Dr. Hansjakob ein Vogel ins Knopfloch. Ein Ritterkreuz 1. Klasse war' eS. mit welchem der demokratische Pfarrer dekoriert werden sollte. Da nun besogter Herr von solchen dekorierten Knopflöchern nichts wissen will, sich in seinen Büchern auch mehrfach in gerade nicht schmeichelhafter Weise über diese„Skiiszeichrningen" und Ordcnsjägerci ausgesprochen hatte, konnte es die Eingeweihten kaum überraschen, daß Dr. Hansjakob die ihm zugedachte Dekorierung dankend ablehnte. Für die Byzänticncr aller Grade und Schattiermigen war dieser Vorfall allerdings etiva« Unbegreifliches Wie kann es auch Menschen geben. die sich für Orden und dergleichen Dinge nicht begeistern. Im„Bad. Beobachter dein führenden CcntrumSorgan, benutzte nun ein Korrespondent— man vermutet hinter demselben den CeutrumS- fiihrer P f a r r e r W a ck e r— die Gelegenheit, die Frage auszuwerfen. vb der katholische KlcruS die Annahme solcher Orden nicht prineipiell ablehnen soll. Es hatten nämlich neben'H a n S j a k o b noch zwei andere katholische Geistliche Orden erhalten und angenommen. Die nationalliberale Presse ist über die Äufwerfung dieser Frage ganz ans dem HauSchen geraten: sie erblickt darin eine Gehässigkeit gegen die Krone. Man darf auf die weitere Preß- Polemik in dieser Angelegenheit gespannt sein, um so mebr, als die nationalliberale Presse bereits den Erzbischof inS Treffe» führt. Wir haben also in Baden zwei„OrdenSsragen". Voraussichtlich dürfte die oben besprochene früher erledigt sei» als die andere, die den Landtag in jeder Session einige Tage beschäftigt. Die Regierung hat nun doch, trotz allem Geschrei der national« liberalen Presse, die im letzten Landtag verhandelte Petition der „deutschen F r i c d e n s g e sie I l s ch a f t" betr. einer Revision der Volksschnl- Lesebücher berücksichtigt. In der Petition war u.a. dem Wunsche Ausdruck gegeben, alles, was das ästhetische u Ii d s i t t l i ch e G e f ii h l der Kinder ungünstig b e e i n- flusscit könnte, als Schlachteubcrichtc, Gedichte, in welchen der Massenmord verherrlicht wird, zn entfernen. Die Mehrheit der Kammer befürwortete die Petition. Eine un- würdigere, gcinciucre Hetze wurde noch niemals vom Zaune gc- brachen, als dies die nationalliberale Presse nach Annahme dieses Beschlusses that. Die„Lesebiichreimger" sollten vor aller Welt an den Pranger gestellt werden. Nun kommt plötzlich die Kunde, daß das K n l t u S m i n i st e r i u in beschlossen bat, bei der bevorstehenden Umarbeitung der Lesebücher die Wünsche der„Fricdensgescllschaft" gebührend zu berücksichtigen. Einen solchen„Erfolg" von ihrer Hetze hatten sich die Nationallibe- ralen natürlich nicht versprochen. Heulen und Wehklagen ertönt aus dem Lager der Hurra- und Waffcrpatrioten. Doch mit dem Prestige der natloiiallibcralcn Partei in Baden ist eS ans und die Regierung lvird gut daran thun, sich mit der oppositionellen Kammermehrheit auf halbwegs gutem Fuße zu halten. Hoffentlich lvird sie nun bald auch die anderen Beschlüsse dieser Mehrheit„gebührend bc- rücksichtigen".— „Ter Bocrcnkricg und die Miliz." So betiteln die„Berk. Neuesten Nachrichten" einen zuiiftmiljtaristischcil Artikel, der unsere Ausführungen in der letzten Nummer des„Vorwärts" zu widerlegen versucht. Ilm zu zeigen, wie vollständig die Zunft- und Zopfmilitärs am Ende ihres Lateins sind, sei hier nur erwähnt, daß die Argumente gegen uns in folgenden vier Bchanptmigcn bestehen. E r st e n S: im Landkrieg seien die Spanier den Amerikanern überlegen.gewesen.— Offenbar hat die Redaktion der„B. N. N." während des Krieges g e s ch l a f e n. Zweitens: bei Elandslaagte seien die Engländer in zehn- a ch e r II e b e r in a ch t gewesen.— Anfangs, wie nach jedem militärischen Mißerfolg, wurde daö gesagt, ist aber durch die amt- lichen Berichte von beiden Seiten seitdem widerlegt worden. Drittens: die Siege der Schweizer Bauern bei S e in p a ch und Moorgarten bedeuten nichts, weil— die deutschen Bauern später von den Landsknechten besiegt worden sind.— Die Logik des ZunstzäpflerS der„B. N. N." ist ebenso stupcnd, wie seiiie Un- wisseiihcit. Ter gute Mann hat offenbar nicht einmal gehört, daß die Taltik der Landsknechte, der die deutschen Bauern erlagen, den schweizer Bauern abgelernt war. Viertens.„Die deutschen Proletarier sind an körperlicher Tüchtigkeit nicht mit den Bocrcn zu vergleichen."— Aber wer hat demi das je bchaiivtct? Deshalb verlangen ivir ja gerade Er- ziehnng zur Wchrhaftigkcit von I u g e n d' a u f, und v e r n ii n st i g e Gesetze und Einrichtung em, die der Lcr- knippelting des Volks durch Schlot- und Kratitjimker vorbeugen, und das Heranwachsen eines kräftigen, gesunden Menschenschlags g« w ä h r I e i st e ii. Hoffentlich schafft der Zimstmilitarist der„Verl. Ncnestcn Nachr." sich etwas Logik und Wissen an, ehe et wieder schulmeistert.—_ Zur Frage der Todesstrafe. In der sonst so vortrefflich redigierten populärwissenschaftlichen Wochenschrift„Mutter Erde" ffnden wir unter dem Titel„Der Tod nach der Enthaiiplung" den Aussatz eines Dr. Wurm, für dessen Aufnahme die Redaktion nur die Entschuldiguitii hat. daß sie ihn als Erwiderung auf eine« früheren, dasselbe Thema behandelnden Artikel nickit zurückweisen wollte. Gegenüber der Behauptung, daß das Köpfen eine d ex grausamsten Todesarten sei, führt Herr Dr. W n r m sich als„Sachverständiger".damit ein, daß er mitteilt:„Ich selbst hatte mehrere solche Köpfe rasch nach der Erekutfon in der Hand".— Und mqr legt der so Legitimierte los! Seinem wissenschaftlichen Gegner, Dr. Tin el? Paris, wirft er „unhaltbare Behmiptungen".„Phrasen"-c. bei seiner«eweiSführung vor? er selbst aber beruft sich für seine.Wisseilschaft" auf die abeutenerlichstc» Anekdoten aus dem gern fabulierenden Mittelalter. Nack, diesen soll man„begnadigte" Verbrecher mit Waschlappen inS Genick geschlagen und so durch den. Ncrveushok getötet baben, schon Geköpfte sollen aufgestanden und davongelaufen sein. n.'a. m. Eine dieser Fabeln ist 1688 vcröffentlickit. wahrend der Tlmtbcstaiid selbst sich 1337 zugetragen haben soll; das bietet Herr Wurm dem Zeitalter exaftcr Forschung als Wissenschaft. Doch ob Herr Dr. W n r m an derartige Fabeln glaubt oder nicht, ist für die Wissenschaft so gleichgültig, wie für das praktische Leben: geradezu Grauen und Ekel muß es aber in jedem gebildelen Menschen erwecken, wenn er schreibt: „Hochinteressant aber wäre die Prüfung der Rückenmark«- selbständigleit beim enthaupteten Menschen. Es ist ja wohlbekannt, daß die niederen Tiere eines Gehirnes ganz wohl entbehren und daß selbst geköpfte Frösche. Hühner, Enteil, Kaninchen noch ganz zweckmäßig koordinierte Bewegungen auszuführen vermögen, wie z. B. Kratzen einer gereizten Hanlstelle, Anziehen einer fest- gehaltenen Extremität, Lauf-, Schwimm- und Galoppbewegnngen und dcrgl., und G o.l tz' des Großhirnes beraubter Hund fraß. heulte, biß wie ein normaler, wennschon ivie traninbesangeii." Ter Herr Doktor fährt dann fort: „Ov man heutzutage derartige Versuche an Verbrechern gestatten würde, weiß ich nicht.l Sie würden offenbar niemand schaden und unsere Kenntnisse von der Funktion der einzelnen Abschnitte dcS Nervensystems erheblich bereichern." Bei solchem Gedankengange kann es uns wahrlich nicht ver- wundern, wenn der Herr Bersasser an anderer Stelle sagt: „Hoffentlich werden die obigen C i n e l scheu Phrasen unsere, ohnehin oft zu weichherzige I u st i�.st) keineswegs ab- halten, die Todesstrafe durch Enthaupten, wo angebracht, auch ausführen zu lassen. Die nachdrücklichste Krieg- s ü h r u n g smit Lyddit, Dynamit rc. vermutlich. R. d.„V.") i st st e t s auch die humanste, weil sie die Leide» des Krieges abkürzt: das gleiche läßt sich den Verbrechen und den Verbrechern gegenüber mit den Shakespeare scheu Worten sagen:„Wer Mördern Gnade übt, begünstigt Mord". Man mutz zngestehe»:' weichherzig sind diese Phrasen des Herrn Dr. Wurm allerdings nicht: aber Phrasen bleiben» doch! Die Gerechtigkeit soll der Erhaltung der Gesellschaft und deS Meiischru- gcschlcchts dienen. aber nicht R a cki c üben. Erfolge nach dieser Richtung hin hat aber die Todesstrafe nicht onfziiweiicn. In Zeiten ökonomischeii und politischen Zerfalls haben immer die Verbrechen— auch die durch die Justiz begangenen— zu'gcnon'.men; wirtschaftlicher Ämschwüng brachte Gesiindling. Hohe Strafen, selbst die T o d e s st r a f e, brachten solche nie, Iin Mittelalter und im Altertum wog ein Menschenleben leicht fiir die, Justiz, nichtsdestoivcuiger blühten Straßenraub, Mord und Totschlag, Wurde Rom mehr von Schand- thatcn besudelt in den Tagen seines Ruhmes, als Lex Porcia die strengen, von den Königen und Tcccmvircn eingeführten Strafen abgeschafft hatte, oder unter S g 1 1 a, der sie wieder aufbrachte, und unter Tibcrius und Caligula? Und wie stchts mit der Anwendung der W u r in scheu Moral dem Henker gegenüber, der kalten Blutes sich und in sich, die Menschheit besudelt mit dem Blute anderer, die Gleiches vielleicht nur iin Affclt thatcn? Wir verlangen von niemanden Mitleid gegen Mörder; aber gegen die Todesstrafe sind wir trotzdem aus Gründen der Verminst, Ein wahres Glück ist eS schon, daß die verrohende Oeffciitlichkcit der Hiurichtuugcu ausgehoben ist. Wie schlimm solche Schauspiele in dieser Hinsicht selbst auf nach ihrer Ansicht gebildete Menschen ein- wirken, die ihnen nur„mehrcrcinale" bciwohucns, beweist Herr Dr, Wurm selbst, indem et über das„Material" für seine Ber- suche schreibt: „Dies inüßte aber ein Meusch von klästigcn Nerven und von mutiger Energie sein, denn die gewöhnlichen Ver- brecher sind vor der Exekution zumeist die c r b ä r m I i ch st c n Waschlappen, so daß sie der Gerichts- arzt mit Acther und dergleichen aufrecht erhalten muß," Vicllcicht versucht sich Herr Dr. Wurm einmal als Kultur- träger in Afrika, wpzu ihn seine offenbare„Schucidigkcit" in der Auffassung solcher Dinge befähigt. Wir sind überzeugt, daß er bei den blutigen Festen der Dahomchcr beispielsweise genügend Opfer finden wird, die— durch die Sitten ihres Landes abgehärtet— bcm Tod mit mehr Ruhe ins Auge sehen, als europäische Verbrecher, die doch auf dem letzten Gange immerhin vor ctivas Ungcwöhn- lichcm und Grauenhaftem stehen und gerade nach Meinung der Ver- tcidiger der Todesstrafe doch auch stehen sollen!— Wieder ein Schiff beschlagnahmt. Auch der deutsche Dampfer.„Herzog" mit einigen deutschen und niederländischen Abteilungen des„Roten Kreuzes" an Bord, ist beschlagnahmt worden. Man telegraphiert aus Durbau an der Delagoabai: Ter von Hamburg nach der Delagoabai bestimmte, der „Deutschen Ostafrika-Linie", gehörende Dampfer„Herzog" ist von ciucin englischen Kriegsschiff aufgebracht und hierher geführt worden, Die Fälle der Beschlagnahme deutscher Schiffe häufen sich in einer Weise, die auf die SBotlSstimmung den Engländern gegenüber nicht ohne Wirkung bleibt. Dies Fortsetzen der.Bcschlaguahmctaktik seitens Englands ist u»l so befremdender, als aus den bisherigen Aktionen gegen deutsche Schiffe nicht viel hcräuSzükonnnen scheint/ Nach einem der deutschen Ostafrika-Linie zugegaugeucii Telegramm sind die bisher zurück- gehaltenen Passagiere des„Bundesrat" jetzt freigegeben und gehen mit erster Gelegenheit nach der Delagoabai. Tie Post des„Bundesrat" ivird von dem deutschen Kreuzer„Condor" nach der Delagoabai befördert, Und ebenso ist a»S Aden an die deutsche Ostafrika-Linie tele- graphicrt worden, daß der.Postdampfcr„General" freigegeben worden ist. Derselbe ist mit Uebernahme von Ladung beschäftigt und hofft Mittwoch seeklar zu sein. *» „llc&er die Gründe, die vielleicht zur Beschlagnahme des„Bundes- rat" geführt haben, bringt die„Franks. Ztg." eine seltsame Mitteilung. Das Blatt meldet än'S Darmstadt: Die Beschlagimhme der deutschen Postdampfer„Bundesrat" und „General" durch die Engländer soll bekanntlich angeblich auch erfolgt scnt, weil sie Kriegsmaterial, darunter zerlegle Geschütze, an Bord gehabt haben. Testern erhielt nun der Korrespondent von zu- ständiger Seite eine Benachrichtigung, die geeignet erscheint, einiges Licht über die angeblich vorgefundencu Geschützteile zu verbreiten. Auf den beschlagnahmten Dampfern bcsiudct stch nämlich eine von der„Darmstäder Aktien- Maschinenbau- Anstalt" � gelieferte und für Ostasrika bestimmte m a s ch i- nclle Einrichtung einer großen Spiritusbrennerei; dazu gehören auch mehrere unverpackte, starke, s ch m i e d e i s c rn c Rohre von großem Durchmesser, Sollten die Engländer etiva diest für Geschützteile angeschcn haben? Haag, 7. Januar. Die niederländische Regierung hat bei der englilchen Regiermig Schritts gcthan, um für die zivcitc nieder- läudische Abteilung des Roten KreuzeS, welche sich an Bord des dclitschen Dampfers„Herzog" befindet, freie Passage zu sichern. Ausland. Rußland in Ccntralasien. So bedenklich für die Engländer die russische Probc.Mvbilniachung an der afghanischen Grenze ist. so demütigend sind für sie die AuS- lassungen, mit welchen die russische Presse jenen Vorstoß begleitet. Der„Herold" bezeichnet voll Ironie die betreffende Eut- schließung der russischen Regierung als cinen handgreiflichen B e- weis für die F e st i g k e i t der rufsifcheii Friedens- liebe und als eine Bürgschaft für die Fortdauer dcS Friedens. Das Blatt meint, die Friedensdemonstration gelte nicht allein für die afghanische Grenze, sondern auch für Pcrsien. Dontlichcr wird die deutsche St, Petersburger Zeitung": Bei der DiSlociernng der Avantgarde des kaukasischen ArnicecorpZ von Tiflis nach Knschk hat cS sich selbstverständlich nur um die Lösung einer akademischen Ausgabe gehandelt, in der keine Drohung gegen England erblickt werden soll. Falsch- Meldungen aus Afghanistan und Alarmbcnchte aus Indien haben wohl den uniniltclbarcn Anlaß gegeben, rnssischeil Truppen diese interessante Aufgabe zn stellen, deren Lösung allseitig mit Genugthuung aufgenommen wurde. In anderen Zeiten würde die englische Regierung eine ähnliche Meldung mit unberechtigtem K r i e g S s ch r e i begleiten, heute lvird sie eine Lehre daraus ziehen und begreifen, daß daS Poche» auf ihre un- bestrittene Secherrschaft Rußland gegenüber so wenig nützt, wie gegen die beiden Republiken i» Südafrika, und wird sich gegenüber der russischen Regierung in Verhaiidlmige» gefügiger zeigen, als» sonst zu cnvartc» gewesen wäre. Es versteht sich, daß Rußland ans diese Wirkung nicht abgezielt hat. daß es aber England überlassen bleibt. die nötigen Folgerungen aus der Sache zu ziehen.— Ocstreich-tttigarn. Tie Bildung dcS Nene» Kabinetts, die für diese Woche «Nvartet wurde, ist nach der„Neuen Freien Presse" bis nach Schluß der Delegationen hinausgeschoben worden. ES verlautet, daß in die neue Regierung auch ein czcchischer Landsmannministcr aufgenommen werden soll.' Als solcher wird Sektionschef Rczek genannt. Alle sonstigen Namen, die für die Besetzung der Ressorts genannt werden, sind vorläufig verfrühte Koistbiliationen. Bndapcst, 7. Jcknnar. Zwei Protest- Meetings, die von der iocialdemolratischen Partei einberufen waren wegen des polizeilichen Verbots, für das Pariser Grabdenkmal dcS Kommunisten Leo F r a» k l, eines geborenen Ungar», Sammlungen zu veranstalten. wurden aufgelöst,—• Frankl war bis zn seinem Tode sahrelang der Pariser Korrespondent dcS„Vorwärts". Während der Kommune lvar er Minister in Paris.— Frankreich. PariS, 8, Januar.(„Boss. Ztg.") Der morgen beginnenden KammcrtagilNg geht lebhafte Erregung vorauf. Brisso» tritt der früheren Annahme entgegen als Bewerber um den Kannner-' Vorsitz auf, und der Ausgang des Wahlkampfcs zwischen ihm und Dcschanel wird auf die Gesinnung der Mehrheit sichere Schlüsse ge- statten. Die Regierung wünscht übrigens selbst über ihr Schicksal rasch Klarheit zu gewinnen, und falls ihre Feinde nicht von ihr über die Berschivörnngs-StrafsachefNecheiischaft verlangen, wird sie es durch ihre Freunde thun lassen, um die Vertrauensfrage stellen zu können.— Spanien. Madrid, 8. Januar. Ministerpräsident Silvela erklärte, nächster Tage werde der Entwurf eines Frrundschasts- und Friedens- Vertrags mit Amerika dem hiesigen nordamerikanischen Vertreter überreicht werden, damit dieser ihn behufs Durchsicht nach Washington schicke.— Türkei. Allerlei Türkisches. K o n st a n t i n o p e l, 6. Januar. Neueren Nachrichten aus Dibre zufolge bestätigt es sich nicht, daß Oberst Ali Bey ermordet worden ist. Die letzten getroffenen An- ordnmigcn beschränkten sich darauf, daß der Bazar, iveil sich 1800 Albanesen auf der Straße ansammelten, gesperrt wurde. Es kam jedoch nicht zum Blutvergießen, Seitdem herrscht in Dibre und Jpck völlige Ruhe. Der Mulcssarif versieht ungestört feine Amts- geschäfte. Ein in dem in Paris erscheinenden j u n g t ü r k i s ch e n Organ „Meschvcrct" veröffentlichter Brief Darnat Mahmud Paschas. welcher Angriffe gegen den Sultan enthält, rief im Dildiz- Palast „peinlichen Eindruck" hervor. Die Rückkehr Mahmuds wird nunmehr für umiiöglich angesehen.— Wien, 8. Januar. Unter dem Verdacht, mit dem Herausgeber des in Paris erscheinenden jungtürkischen Blattes„Meschveret", Ahwcd Riza, in Verbindung zu stehen, wurden ein DiviffoiiSgcneral, ein Adjutant des Sultans, zivei Offiziere der kaiserlichen Palastgarde und ein Vorleser des Sultans verhaftet. Scbarfe Ucberwachnng wurde für die Offiziere und Zöglinge der Militär- schulen und hervorragenden lllcmas angeordncl. Bezüglich der amerikanische» Partciwirrcn schreibt uns Genosse D e r o s s i einen längere» Brief, der sich gegen einige von uns veröffentlichte Mitteilungen richtet. Wir können uns in diesen Streit nicht einmischen. Was wir veröffentlichen, rührt von Genossen her, deren Zuverlässigkeit ebenso wenig zu bczivcifclu ist, wie ihre Kenntnis der Parteiverhältnisse. Aus der Erklärung Derossis glauben wir aber folgendes bringen zu müsse»: Zu den Bebanplungeu, daß sich„fast die Gesamtheit der alten Mitgliedschaft", die„hervorragendsten Propagandisten und Agitatoren" des„modernen wissenschaftlichen SocialismuS" sowie die„aktivsten amerikanische» Pärteiutitglicdcr" auf scite der„ersten" Fraktion bc- fänden, vcrivcise ich darauf, t, daß bei der Neuwahl des Partei- Vorstandes Ende März— also zur Zeit, als die Zwietracht zwischen den beiden Frakiionni schon im vollen Gange war(oder richtiger gesagt, als die„Polls- ZcituugS"- Fraktion schon alle Hebel in Bciveguug gesetzt batte, um die Parteileitung in die Hände zu bcköiumc») der alte Parteisekretär mit S7S gegen 234 Stimmen wicdcrgcirählt und der übrige Borstand bis auf ein einziges Mitglied ans Vertretern der„zweiten" Fraktion zusammengesetzt worden; 2. daß bei der Neuwahl des Geucralkomitces(cinc aus Delegaten der Scttioucn und Branchen der Partei von Grotz-Ncw Dork be- stehende Körperschaft) im Juni von ca. 70 dieser Partei-Abteilnuge» 4g solche Delegaten gewählt hatte», welche auf dem Boden der alten Partcitaktik standen; 3, daß die Abstimmnng in der Gcsomtpartei über die Lösung des Verhältnisses zwischen der Partei und der V- Z,-Publik. Asioc. bezüglich der Partei-Organe eine Neunzehnter- Majorität zu Gunsten dieser Lösung ergeben hat; 4, daß jene„hcrvarragcndstcii Propagandisten und Agitatoren" an den zehn Fingern herzuzählen sind und, gut gerechnet, nur circa zwei Dutzend der über 130 anglo-amcrikanischeii Agitatoren„abgesprungen" sind; sowie 5., daß von einer„angto-amcrikanischen Miiglicdschnft" der„erste»" Fraktion, ein paar Platze ausgenommen, gar nicht die Rede sein kann. Im übrigen möchte ich die Leser ersuchen, einmal die Vorrede zur letzten Ausgabe von Engels'„Lage der arbeitenden Klasse" aufzuschlagen uiid den Passus über die socialistische Bewegung in Amerika dnrchznnehme»; n e werden dann die„inneren Grün de" dafür finden, weshalb ich und so viele, viele andere, die doch sozusagen auch zu den „alten d c li t s ch e n Genossen" zählen, zur r e- g u l ä r e n S. L. P, h a l t e n! E. D e r o s s i. Ueber das Urteil im Komplottprozeß wird uns von unserem Pariser Korrespondenten unterm 5. Januar noch geschrieben: Das Urteil muß recht gemischte Gefühle erwecken. Dessen außerordentliche Milde kann ebenso sehr als ein BcivciS der innerlich sicheren Kraft der Republik gelte», jener Kraft, die eine großmüligc Behandlung der besiegten Feinde gestattet, wie umgekehrt als ein Beweis der iniieren Unsicherheit der Sieger, die sie zwingt, den be- siegten Feind möglichst wenig zu reizen. Beide Rücksichten werden Ivohl das Urteil beeinflußt haben. Der Abstand zwischen den blutigen StaatSstreichSplänc» niid dem thatsächlichen kläglichen Fiasko war zu groß, um die volle Strenge des Gesetzes walten zn lassen. Andrer- scitS aber treten die prätori cniischen Parteien noch immer so heraus- fordernd ans, daß es als ein Gebot politischer Klugheit erscheinen mochte, ihnen den Agitationsstoff eines strengen Urteils nicht zu verschaffen. Und gegen diese Klugheit ließe sich' schließlich nichts ein- wende», wäre sie nicht demselben Boden entsprossen ivie der Amnestie- Vorschlag der Regiernng, wäre sie nicht eine Teilerscheiiiiing jener „Beschwichtigung" um jeden Preis, die die Republik um die Früchte ihres SiegcS prellen möchte. Endlich thut man wohl dein als Slaatsgcrichtshos fnngicrcndcil Senat kein Unrecht, wenn man an- nimmt, daß ancb die Rücksicht ans die nahen Senatswahlen manchen enatorischen Ricktcr milde gcstimint hat. Bei den» immerisch schwachen mid incist erzbonrgeoisen scuatorischen Wahlkörpcr fällt die Rücksicht ans die klerikal-militärischen Elemente der Wählerschaft doppelt ins Geivicht. Es laffeii sich aber auch rein rechtliche Gründe für die Milde dcS StaatsgerichtSbofcS geltend»nzchen. Ein linksstehender Senator be- gniiidctc sein Votum für die„mildernden Umstälide" damit, daß das Kabinett Dupny durch seine verräterische Fahrlässigkeit erst die Staatsstreichlcr zu ernsten Plänen ermuntert habe. Das trifft ins Schwarze. Ein weiterer, im Senat von niemand freilich ausgesprochener Grund der Milde ist die Schoming der militärischen Komplicen der Angeklagten. ivodurch dem ganzen Prozeß von vornherein das Genick gebrochen iverde. Jedenfalls wird man in de» Annale» der politischen Justiz ver- gcbens nach einem zweiten so milde» Urteil gegen überführte Ver- ichwörer suche». Selbst der Komplottprozcß gegen General Bonlanger und Konsorten, der juristisch auf sehr schwachen Füßen ruhte, endete mit einem Dcportationsurteil. Daß es ein Kontnniaz- Urteil lvar, bildet keinen Uitterschicd, indem ja auch Lar-SaluceS, einer der vier Verurteilten des gegenwärtigen Prozesses, in oon- turnaciarn nur zur Verbannung verurteilt wurde. Die nationalistische Presse treibt daher einfach ihr gewöhnliches demagogisch-vcrlogcnes Handwerk, wenn sie gegen das„tyrannische" Gericht zetert und die Verurteilten zu Märtyrern aufzudonnern sucht. Der StaatSgerichtshof hat nicht einmal um das Haupt DeroitledeS die Doriienkronc gewunden. Der„große Che; der nationalen Partei" geht ans den» Prozeß als der hirnverbrannte Hansivurst hervor, der er sei» Lebe» lang war, als die Karrikatnr des Talmi-DiktatorS Boulanger. als eine Karrikatnr zweiten Grades. Der StaatSgerichtshof hat' ihm selbst die Verurteilung zn zwei- jährigem Gefängnis wegen seines tollen Geschimpfes auf die Richter ebenso großmütig wie geistreich erlassen. Uebrigens verwickelt sich die Demagogenpresse, Ivie gewöhnlich. in grobe Widersprüche, die nur ihren unheilbar verblödeten Lesern entgehen können. In einem Atem erklärt sie das Urteil für cinen Akt der Liebedienerei de? Senat? gegenüber der Regierung und für eine Verurteilung derselben Regierung, für einen Borboten de? nahen Sturzes der„Tyrannen", Die regierungsfreundliche Preise, die während der ganzen Dauer des Prozesses eine lühl-rescrvjerte Haltung beobachtet hat, erklärt sich mit dem Urteil in ebenso kühler Weise zufrieden. Der links- stehende Teil jener Presse knüpft au die Erledigung des langwierigen Prozesses Hoffnungen ans die Inangriffnahme der rcformcriichen Arbeit, der rechte Flügel der Ncgiernngsfrcimde betont einzig den„Besch>vichtiguiigS"-Standpnnkt, Ob aber die Bc- schwichtignngs- Hoffnungen auch in Erfüllung gehe», das erscheint ebenso zweifelhaft, wie die Berwirtlichimg der Reform- Hoffnungen. Denn die prätorianischcn Parteien wyllen sich nicht beschwichtigen lassen und die bourgcoisrcpublikanischc» Elemente des Rcgiermigs- lagcrs sinnen ihrerseits auf ein neues, vollkommen„beschwichtigendes" Ministerium, wie es dem Wcltansstcllungsjahr geziemen tvürde, um damit zugleich die Resormentwürfe des gegenwärtigen MinistcrininS los zu werden.—_ Ltnkevm neneften Vnvs. Dezember 1. Fraukenberg. Zwei Metallarbeiter an? Leipzig je 4 Wochen Gefängnis wegen Vergehens gegen ß 153 der Gewerbe- Ordnung.— Genosse S ch ö p f l i n- Chenmitz 30 M. Geld- strafe wegen Beleidigung eines Baumeisters, 2. Skrasibnrg i. E. Die Genossen Bohle und Schulze 150 bezw. 250 lW. Geldstrafe wegen Beleidigung des Ministeriums. ff. Karlsruhe. 20 M, Geldstrafe Genosse Schätzte wegen Beleidigung eines Bürgermeisters. „ Erfurt. Wegen Richterbeleidigung Genosse Rudolf zwei Monate Gefängnis, „ Leipzig. I» der Revisionsinstanz Genosse R e i ch e I t- Burgstädt«inen Monat Gefängnis wegen Richterbeleidigung. 6. Hamburg. 100 SW. Geldstrafe Genosse W a b e rs k y wegen Beleidigung eines Bürgermeisters. , Frankfurt a. M. Genosse Z i e l o w s k y wegen Beleidigung 1 Monat Gefängnis. 7. Stendal. Kutscher N e l d n c r wegen Meineid 1 Jahr und 3 Monate Gefängnis, und Schuhmacher K ö h n wegen Ver- leitung zum Meineid 3 Jahre und 8 Monate Zuchthaus. 8. Mylau. 4 Monate Gefängnis Genosse N i k l a S wegen Bürgermeister-Beleidiguiig. 11. Berlin. Tischler Spillmann wegen Vergehens gegen tz 153 der Gewerbe-Orduuiig eine Woche Gefängnis. 12. Dresden. Wegen Beleidigung eines BuchdruckereibesitzerS Genosse H ä n i s cb 200 M, Geldstrafe.— Derselbe wegen Lchrerbclcidigung 150 M. Geldstrafe. , Hamburg. 1 Woche Gefängnis ein Kutscher wegen Vergehens gegen das Preßgcsctz, „ Strasburg. Genosse Schulze 10 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Bauunternehmers. 13. Leipzig. Der Schlosser Heßler wegen Vergehens gegen ij 153 ver Gewcrbc-Ordnung 4 Tage Gefängnis, »(»lörlitz. Genosse L ö b e, Breslau, wegen Beleidigung eines Maurermeisters 50 M, Geldstrafe, » Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse L e b i u s- Dortmund 3 Wochen Gefängnis wegen Beleidigung einer Grubenverwaltung. , Kiel. Wegen Beleidigung Genosse Korn 30 M. Geldstrafe. „ Kassel. Wegen des gleichen Vergehen» Genosse Thiel 50 M. Geldstrafe. 14. Frciberg. Zwei Genossen wegen VerÜbung groben Unfugs je 8 Tage Haft, „ Saga». 6 Monate Gefängnis Genosse H a e ck e l wegen Be- Icidiguna eines Polizeibcamtcn. 15. Magdeburg. Genosse Meyer- Halberstadt wegen VerÜbung groben Unfugs 10 M, Geldstrafe. , Mainz. 40 M. Geldstrafe Genosse Ha a S wegen Beleidigung eines Polizcibeamlen, IS. Wilstcr. 30 Lederarbeiter wegen Streikpostenstehens je IS M. Geldstrafe. 16. Bochum. Die Genossen Wolf und Le bin s wegen Be- Icidigung 200 bezw. 100 M. Geldstrafe. * Krefeld. Ei» Färber ivegen Vergehen? gegen§ 153 der Gcwerbc-Ordnnng 1 Woche Gefängnis.— Wegen Beleidigung von Streikbrechern der Vorsitzende des GewerkschaftSlartells 3 Wochen Gefängnis. Der Drucker des Flugblattes 30 M. Geldstrafe. y Berlin. Sattler K e l s ch wegen Vergehens gegen Z 1S3 der Geivcrbc-Ordnung zwei Wachen Gefängnis. A TreSdrn. Wegen Beleidigung von Streikbrechern drei Maurer und zwei Zimmerer zusammen zwei Wochen und acht Tage Gefängnis,— Genossin I in l e wegen Bcriibung groben Unsngs sieben Tage Haft. 19. Breslau. Genosse Lobe wegen Beleidigung eines Maurer- Poliers 200 M. Geldstrafe. , Bcrnburg. 100 M, Geldstrafe Genosse Günther- Dessau wegen Beleidigung eines KommerzieuratS. y Bamberg. Wegen Beleidigung Genosse Straub 20 M. Geldstrafe. 21. Rostoek. Genosse Schmidt 200 M. Geldstrafe wegen Be- leidigung eines Gutsbesitzer». 22. Leipzig. Der Former B i r l i g t wegen Vergehens gegen � 153 der Gewerbe- Ordnung 1 Woche Gefängnis.— De» Schneider Her m a n n wegen Beleidigung eines Streikbrechers 14 Tage Haft. 20. Chemnitz. 6 Wochen Gefängnis Genosse S ch ö p f l i n wegen Beleidigung der Kreishanptmannschaft. , Dresden. In der BeruftuigSinstniiz Genosse Hönisch wegen Richterbeleidigung 2 Monate Gefängnis. , Berlin. Genosse Pedzikowski wegen Beleidigung eines Amtsvorstehers 150 M. Geldstrafe. y Elberfeld. Ein Maurer wegen Bedrohung 3 Tage Ge- fängnis. 30. Arnstadt. 15 M. Geldstrafe Genosse Gilek wegen un- erlaubten SammelnS. » Magdeburg. Wegen Beleidigung des preußischen Ministeriums Genosse Haupt 200 M. Geldstrafe. Insgesamt wurden erkannt ans 3 Jahre nnd 8 Monate Zucht- ha»S, soivie 3 Jahre, 1 Monat, 9 Wochen und 3 Tage Gefängnis und 2555 M. Geldstrafe. Berlin, den 6. Januar 1900. Der P a r t e i v o r st a n d. Amerikanische Lohnverhältnisfe. N e w D o r k. 29. Dezember, Seiten» de» Vertreters der„Sozialist Labor Party" im Stadtrat der„Papicrstadt" Holyoke, Rüther, ist eine Erhebung über de» Ans- und Niedergang der Löhne in de» dortigen Papierfabriken angestellt worden, aus der man sich ein treffendes Bild über die Entivickelung der industriellen Verhältnisse des ganzen Landes machen kann in Bezug ans diejenigen Industrien, in denen durch Berbesserung der Produktionsmethode oder Einführung arbettsparender Maschinen mehr oder weniger„Hände" überflüssig gemacht worden sind. Vor dem„großen• Krach" von 1873 betrug der Durchschnittslohn in jene» Fabriken 5,00 Dollar täglich, welcher Lohnsatz auch in den meisten andern, nach Bcciidigmig des Bürgerkrieges zur Entwicklung ge- langten Industriell mit Maschiiiciibclricb der gebräuchlichste war, während die qualifizierten Arbeiter bedcatcnd höhere Löhne bezogen. In jenem Jahre trat, wie in allen übrigen Industrien, auch in der Papierindustrie ein längerer Stillstand ein. und nach Wieder- cröffnung der Fabrilen ward den Arbeitern eine Lohnreduktion von S0 Prozent„offeriert", welche von denselben in der Hoffnung auf baldigen besseren Geschäftsgang acceptiert wurde. Ais ein solcher eintrat, die Unternehmer aber keine Miene machten, die alten --ojöite wieder herzustellen, kam eS zum allgemeinen Streik, dessen Resultat ein Komproniitz auf 20 Proz. war so dast der Lohn nur Dollar 3,50 betrug. Seitdem ging es im Lause der Jahre folgender- mästen auf und nieder, die L o h u r e d u I t i o n e u meistens ohne, die Erhöhung mit Streiks verbunden: Reduktionen von IS Proz., Lohn Dollar 2.07; Erhöhung von 10 Proz., 3,27; Redul- tion 15 Proz., 2,78; Erböhnng 10 Proz., 3,06; Reduktion 25 Proz., 2,30; Erhöhung 5 Proz. 2,42; Reduktion 15 Proz,. 2.06; Erhöhung 5 Proz.. 2,16; Reduktion 20 Proz., 1,73; Erhöhung 5 Proz., 1.82; Reduktion 15 Proz.. 1,55; Erhöhung 5 Proz., 1.63; Reduktion 20 Proz., 1,30; Erhöhung 5 Proz.. 1,37; Reduktion 15 Proz., 1,16; Erhöhung 5 Proz,, 1,22; Reduktion 20 Proz., 0,98; Erhöhung 5 Proz.. 1,03'; Slebiittioii 20 Proz,, 0,82; Erhöhung 10 Proz.(autzergewöhnlicher Aufschwung!) 0,00. Somit ist der Durchschnittslohn dieser Arbeiter in den 25 Jahren trotz allen, �manchmal lange Zeit dauernde» Widerstandes, auf noch nicht den fünften Teil des damaligen Betrages gesunken. Und das gleiche Bild zeigt sich in allen übrigen Industrien, Man kann die„ProspcritätSzci'tcn" dieser Periode eigentlich die Kerben nennen, welche den RückgangskurS der Arbeitcrlagc resp. den Anfgangskurs ihrer Ausbeutung bezeichnen. Sie verschleierten aber auch die Thatsache des stetigen Niederganges und erweckien bei de» Arbeitern immer wieder neue'Hoffnungen; sie wirkten„gleich den kühlenden Flügelschlägen des BaniphrS mrf denjenigen, dessen Blut er saugt", und sie sind der eigentliche Grund, weshalb das Proletariat Amerikas in seiner großen Masse noch nicht zur Erkenntnis seiner Klaisenlagc gekommen ist und' daß es sich bisher von den interessierte» Führern noch immer die Melodie von der„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" vor- spiele» � läßt. Und daher konnte auch ein Fahey. damaliger Organisator deS Bcrgarbeiter-Vcrbandes und spaterer Vizepräsident der Federation of Labor, auf seiner Agitationstour für die republikanische Partei bei der Präsidcntcnlvahl-Kampagne, also gar nicht lange nach dem„Massakre von Hazleton", diese» Arbeitern sagen:„Laßt Euch wegen dieses unglücklichen Ereignisses.kein biitereS Gefühl gegen Eure Arbeitgeber äufkommen", ohne daß man rhu von der Tribüne heruntergezerrt hätte! Ob eS noch lange dauern wird, ehe ein Umschwung in dieser Hinsicht eintritt? Dies ist kaiiiir anzunehmen. Die Lebenshaltung der großen Masse deS arbeitenden Volkes ist schon auf' die denkbar niedrigste Stufe hcrabgcdrückt sein verschwindend kleiner Prozentsatz nur. die„slillcd laborers", gelernte Arbeiter, macht eine Ausnahme), und es m u ß sich daher in kurzer Zeit die Erkenntnis bahubrechen, daß der bisherige einseitige Kampf zwecks Hebung der Lage, derjenige auf nur ökonomischem Gebiet, zn keinen Resultaten führen kann, sondern mit dem Kampf auf politischem Gebiet ver- bnnden werden muß. Die Gewerkschaften Englands hatten zur diesjährigen Konvention der Federation of Labor ein paar sonderbare Exemplare von Dele- gaten entsendet. Der eine derselben, Wilkie, gratulierte der Federation zu ihre»„Erfolgen"„nicht nur vom Standpunkte der Shmpgthie, sondern auch von dem höheren(l) des geschäftlichen Stand- pnnktes aus". Ferner erzählte er, in England herrsche zwischen de» Arbeitern und Unternehmern die schönste Hannonie, die so weit gehe, daß die Fonds der Gelverkschaften in den Geschäften der Korporationen angelegt seien.— Der andere Delegat, Haslam, empfahl zwar die„unabhängige politische Aktion", aber seinen ganzen sonstigen Ausführungen nach meinte er damit diejenige, welche die Föderation heute schon praktiziert: die„unabhängige" Schivanzpolitik. Des weiteren sagte er, die englischen Unions hsilten seit ueun Jahren alljährlich Zusammenkünfte mit denen des Fest- landes gehabt, welch letztere zuerst„sehr wilde Ideen" hatten, aber nach und nach unter dem Einfluß der englische» Delegaten sich abkühlten l! GemrvKfdjKftltifzes. Berlin»ud Umgegend. ..Zur Lohnbewegung der Bnnanschläger. Am Freitag haben zwischen der Lohnkommifsion nnd der Jimnngskommission ivieder Berhandlnngen über den von den Anschlägern ausgestellten Lohntari stattgefunden. Nach dem Bericht, den die Lohnkonimission in der sehr stark besuchten Versammlung, die gestern, Montag, bei Buske tagte, gab, � ist bei den Verhandinngen in der Hauptsache eine Verständigung erzielt worden. Nachdem seitens der Anschläger verschiedene Konzessionen gemacht wurden, hat sich die Jnnmigs- kommission im wesentlichen, bis auf einige Positionen, sowohl mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen als auch mit den festgesetzten Accordpreisen einverstanden erklärt. Nach eingehender Diskussion stimmte die Versannnlnng auch mehreren Abänderungsvorschlägen der Jnnungskomnnssion zu, so daß erhebliche Differenzen allem Anschein nach nicht mehr bestehen, vorausgesetzt, daß die Unternehmer, die heute eine Versammlung abhalten werden, uin zn dem Lohntarif Stellung zu nehmen, die Abmachungen ihrer Kominission anerkennen. Eine große Anzahl Unternehmer hat bisher den Lohntarif über Haupt schon beivilligt, so daß erwartet werden kann, daß die Meister Versammlung keine ablehnende Stellung einnehmen ivird. Im übrigen kann den Unternehmern an der Aufrechterhaltung.des Streiks durchaus nicht gelegen sein, zumal, wie sie selbst angeben, die Arbbeit sehr drängt, und außerdem die geforderten Preise keine sehr bedeutende Lohnerhöhung darstellen und vielfach früher schon bezahlt ivorden sind. Ausständig sind zur Zeit noch etwa 170 Anschläger und eben so viel arbeiten bereits zu den neuen Bedingungen. Die Unterstützung für die Ausständigen wurde auf 2 M. pro Tag für Verheiratete und 1,50 M. für Unverheiratete festgesetzt. In der Holzbearbcitnngsfabrik von Meyer, Kiistriner platz 9, befindeu sich ca. 40 Arbeiter im Ausstand. Die Ursachen der Differenzen sind auf fortgesetzte Maßregelung der organisierten Arbeiter zurückzuführen. Trotz des erst kürzlich abgegebenen Ver- sprechens, keine Arbeiter zu maßregeln wegen ihrer Zugehörigkeit. zur Organisation, hatte dennoch der Geschäftsführer in der Fabrik wiederum am Sonnabend zivei Arbeiter entlassen. Bei ciuer Pc- sprechnng der Arbeiter dieser Fabrik wurde nunmehr dem Verein der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter der Auf- trag erteilt, eine Regelung der Differenzen herbeizuführen, da die fortgesetzten Maßregelungen organisierter Arbeiter lebhaften Widerlvillen erregt hatten. Die am Montag im Auftrage der Arbeiter zur Verhandlung erschienenen Vertreter des' Vorstandes wurde abgewiesen, ohne daß sie ihren Auftrag unterbreiten konnten. Noch bevor der Vorstand des Vereins erschienen>var, hatte der Geschäftsführer 36 Arbeiter entlassen, angeblich weil diese den Streik beschlossen haben sollen. Diese Annahme ist jedoch unrichtig. Den Entlassenen haben sich daraufhin auch die übrigen Arbeiter mit wenigen Ausnahmen freiwillig angeschlossen. Ein iveiterer Versuch, die Airgelegenheit durch Vermittlung der Freien Bereinigung der Holziudnstricllen zu regeln, ist gleichfalls fehlgeschlagen, da von der Firma das Eingreifen dieser Unternehmerorganisatio» abgelehnt wurde. Die Besprechung der Angelegenheit wird am Dienstagabend 3l/z Uhr in einer Versanimlung im Englischen Garten, Alexander- straffe 27 o, stattfinden. Die Sattler bei der Firma F. Pitter, Dresdenerstr. 35, stehen in Differenzen mit ihrem Chef. Es wird gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Die Agitationskommission. Der Streik in der Kistcnfabrit von Drcchsel, Barnim- straffe, ist laut Beschluß der Kommission aufgehoben. Die Lohnkommission, Deutsches Reich. DaS Zlrbcitersekretariat in Brcslan hat am 8. Januar seine Thätigkeit begonnen. Es erteilt mündliche und schriftliche Auskunft in gewerblichen Streitigkeiten, über Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts- lind Altersversicherung.' Arbeiterschutz. Vereins- und Bersammlungs- recht, Organisatioiisfragcn, Lohnbewegungen und soweit es die Mög- lichkcit gestattet. über civil- und strafrechtliche Angelegenheiten. Ferner nimmt daS Arbeitersekretariat Beschwerden über Mißstände in Fabriken entgegen. Lohilkänipfe der Glasarbeiter. In der Glasschleifcrei von Kranke und Jörn in P e n z i g(Schlesien) befinden sich 23 Arbeiter im Ausstand. Der Streik trat nach vorausgegangener 14tägigcr Kündigung am I.Januar ein. Bereits am 5. Januar erhielten füni am Streik beteiligte Ocstreicher die Ausweisnngsordre mit der Weisung am 10. Januar das preußische Staatsgebiet zu verlassen. Der Streik in der KnnstglaSfabrik von Heckcrt in Peters- d orf im Riesengcbirge dauert bereits 14 Tage. Arbeitswillige haben sich bis jetzt nicht gefunden, so daß man hofft, einen günstigen Abschluß deS LohnkampfeS herbeizuführen. AiiSlaud. Der Ausstand der Bergarbeiter in Mährisch-Ostran dürfte noch an Umfang zunehmen, nachdem der Vermittlungsversuch des vom Ackerbauministcrium entsendeten ObcrbergratS Grafen St.-Julien gescheitert ist. Die Arbeiter lehnten das sehr geringe Zugeständnis ab, daß vor Sonn- und Feiertage» die Ansfahrtszcit in die Schichtdaner eingerechnet werden solle,' und beschlossen, den Ausstand fortzusetzen.' Sie verlangen vor allem eine achtstündige Schicht und eiucn Mindestlohn von zwei Gulden. Wird innerhalb vier Tagen diese Forderung nicht zugestanden, dann sollen die ge- samten Bergarbeiter des' Reviers zur Arbeitsniederlegung auf gefordert werden. Die Konferenz der Bergdirektoren nahm die au- Herabsetzung der Dauer derDSonnabend-Nachtichicht gerichtete Forde rnng ohne Einwand zur Kenntnis; weitere Zugeständnisse wurden jedoch abgelehnt. Französische Streiks im November. Das Arbeitsamt ver- zeichnet 80 Streiks mit 9085 Teilnehmern gegen 2957 Streikende im November 1898. Die durchschnittliche Zahl der Novcmberstrciks in den letzten 5 Jahren beträgt 23. Die gröffc Hälfte der Streiks(43) entfällt diesmal ans die Spinnereien und Webereien des Nord- Departements. Von den 80 Konflikten haben nur 4 sich mehr als ans einen Beirieb erstreckt. Die Ursachen der Streiks sind wiederum in der Überwiegenden Mehrzahl Lohncrhöhnngs- Forderungen. Das trifft für 57 Fälle zu. Dagegen gab es nur 4 Lohn-Abwehrstreiks. Die Verkürzung der Arbeitszeit wurde in 5 Fällen gefordert, die Wiederanstcllung von Arbeiten: oder Ausi scher» in 3 und die Entlassung von Arbeitern, Aufsehern oder Direktoren in 8, die Entlassung von Frauen in 1 Falle. Aus gang von 61 im November'und 17 vorher Legonneuen Streiks: 18 Erfolge, 30 Ausgleiche und 29 Mißerfolge. 1 Ergebnis ist unbekannt._ Sociale Vcchkspflege. Vom angemessenen Lohn. Der galizische Schneider T. hatte seinem Landsmann Prober. der in Berlin„selbständig" ist. beim hiesigen Gewerbcgericht verklagt. Er beanspruchte eine Lohn- entschädigung wegen unberechtigter Entlassung und einen angemessenen Lohn für eine Arbeitsivoche, für die ihm Prober nur 10 M. gezahlt hatte. Die Kammerl stellte fest, daß Probcr dem Kläger zwei Tage nach der Entlassung wieder Arbeit angeboten hat. Der Beklagte führte aus, er habe T. in jener Lohnwoche— der Kläger arbeitete sonst in Accord— nur„durchflicken" wollen. Rentable Arbeit habe er zu der Zeit nicht gehabt, und was der Kläger in der Woche geleistet habe, sei mit 10 M. eigentlich noch zu gut bezahlt. Der Kläger protestierte ganz energisch gegen diese Auffassung. Er habe„ge- schuftet" und am Sonnabend sogar bis>/s9 Uhr abends gearbeitet. Der Vorsitzende Techolv hielt Probcr vor, daß 10 Mark doch eigentlich„gar wenig" sei! Einen Vergleichsvorschlag lehnte der Beklagte ah.' Der Gerichtshof verurteilte ihn darauf, an T. noch 11,60 Mark zu zahlen. Die Kammer ging von folgenden Erwägungen aus. Mangels einer besonderen Abrede für die Lohnwoche, müsse Prober mindestens den ortsüblichen geringsten Lohn für gewerbliche Arbeiter, also 16,20 M. dem Kläger gewähren, sodaß T. an Lohn noch 6,20 M. zu erhalten habe. Ferner habe T. eine Entschädigung für die beiden Tage zu beanspruchen, an denen er nach der un- gerechtfertigten Entlassung gegen seinen Willen unbeschäftigt war. Ein weiterer Entschädigungsanspruch stehe T. nicht zu. da er ja infolge der Aufforderung' des Beklagten an den nächsten Tagen wieder bei diesem hätte arbeiten können. Wenn ihm das nicht gefiel oder wenn er es ans anderen Gründen nicht that, so müsse er de» weiteren Schaden selber tragen. Das unbezahlte Stiefclputzc». Der Hausdiener T. be- anspruchte von dem Hotelbesitzer Käppel im Älageivege 108 M., in- dem er zur Begründung geltend machte, daß er iVe Jahre lang für Käppel und seine Familie' täglich 5 bis 7 Paar Stiefel habe putzen müssen, ohne dafür entschädigt zu werden. Dabei habe er Herrn Käpppel noch dazu sein Putzzeug und seine Wichse vorgehalten. In der Verhandlung vor der Kammer VI des Gcwerbcgerichts gab der Kläger zu, daß er während der ganzen Zeit für das Stiesel- putzen eine besondere Entschädigung nicht gefordert habe. Mit Rücksicht darauf riet der Gerichtshof T., die Klage zurück zu nehmen, >vas der Kläger dann auch that. Der Vorsitzende Dr. Krause bc- lehrte T. nnnmehr dahin, daß er Ansprüche, die er zu haben glaube, nicht erst nach Ablauf so langer Zeit geltend machen könne. Er hätte seine vermeintliche Forderung für das Stiefelpntzcn gleich bei der ersten Lohnzahlung, also nach Ablauf des ersten MoiiatS erheben müssen._ Auf dem Kriegsschauplatz sieht eS. soweit Nochrichten vorliegen, gegenwärtig für die Engländer sehr trübe aus. L a d y s in i t h ist von den Boeren hart bedrängt und hat vielleicht in diesem Augenblick schon kapituliert, General Frcnch hat bei Colesberg eine ernste Schlappe durch Gefangen- nähme eines Teiles seine» Suffolkregimenles erlitten. D o r d r e ch t ist von den Boeren zurückerobert, und endlich hat die englische Garnison von Kur u man kapituliert. Das sind Meldungen über Ereignisse, die auf das schließliche Geschick des Krieges von bedeutendem Einfluß sein können und welche jedenfalls die Stimmung der englischen Truppen sehr herabsetzen werden. Ter Boerena«griff auf Ladysmith ist Freitagabend erfolgt und Somiabend fortgesetzt worden, lieber seinen schließlichen Erfolg fehlt eS noch an beglaubigten Nachrichten. doch machen die eingegangenen Drahtnngen den Eindruck, daß General White sich in der denkbar schwierigsten Lage befinde. Es liegen darüber folgende Meldungen vor: London, 7. Januar. Nach einer Depesche hiesiger Blätter aus Durban von gestern nachmittag haben die Boeren Freitag am päten Abend einen Angriff auf Ladysmith unternommen, der zurückgeschlagen wurde, und am Somiabend früh die Beschießung wieder begonnen.� Eine Depesche auS dem Lager von Frere meldet: Seit Tages- anbruch ist ein starkes Bombardement auf Ladysmith im Gange. Die Stellungen der Boeren sind von den Engländern genau erkundet und die Marinegeschütze zerstören ihre Wer- ichanznngen. &n Telegramm des Generals White aus L a d y s m i t h vom 6. Januar vonnittag 0 Uhr meldet. Der Feind griff heute früh 2�/« Uhr Casars Camp mit erheblicher Streitmacht an und wurde überall zurückgeschlagen. Das Gefecht dauert fort.(Cäsars Camp ist ein Hügel südwestlich von Ladysmith, wo White eine seiner Haupt- sachlichsten Stellungen hat.) Eine amtliche Depesche des Generals Buller aus dem Lager von Frere vom 6. Januar besagt: Ich empfing um 1 Uhr nach- mittags von General White folgende Mitteilung, datiert vom 6. Januar 11 Uhr vormittags: Der Angriff deS Feindes, der vom Süden aus eine Verstärkung erhalten hat, dauert fort. General White machte um 12 Uhr 45 Minuten nachmittags folgende Mitteilung mit dem Heliographen: Ich habe den Feind jetzt zurück- geschlagen, aber ich werde noch von großen Massen feind- � i ch e r Truppen umringt; besonders ist im Süden ein neuer Angriff wahrscheinlich.' General Büller telegraphierte ferner auS dem Lager von Frere: Ich erhielt folgende Depesche von Withe vom 6. Januar. 3 Uhr 15 Minuten nachmittags:„Angriff erneut, b irr stark be- drängt.'—„Ich habe keine weitere Information, aber daS Gerücht läuft im Lager um, daß General Whire um 5 Uhr abends den Feind besiegt und 400 Gefangene gemacht habe. Ich entsandte gestern alle entbehrlichen Truppen, uin eine Demonstration bei Colenso zu machen." Damit vcrstminnen die Nachrichten von dem Angriff auf Lady- smith, und es liegt viel Wahrscheinlichkeit vor, daß General White nicht mehr heliographicrcn konnte, weil seine Armee geschlagen und Ladhsmith genommen ist. Auf die erwähnte zur Unterstützung des Generals White unter- nommeue Demonstratio» des Generals Buller beziehe» sich die folgenden Meldungen: London, 8. Januar. Wie da»„Reutersche Bureau" auS dem Lager von Frere meldet. wurde das Lager von Chievelcy am 6. d. M. nachmittags 2 Uhr alarmiert. Alle Truppen rückten schnell aus und gingen in die Ebene vor. AuS dem Lager von Frere wird vom Sonnabend gemeldet: Heute nachmittag' 2 Uhr verließ die ganze Division des Generals Clery das Lager, um Colenso anzugreifen. Der Angriff wurde behutsam ausgeführt und um 4,/3 Uhr nachmittags rückten die englischen Feldgeschütze gegen das Ccntrum vor und begannen die Stellungen der Boeren auf dem flachen Terrain zwischen dem HIangwani-Hügcl und dem Fort Wylie zu be- schießen. Um ö'/s Uhr nachmittags rückten unsere Truppen noch vor und gelangten bis zn einem sehr nahe der Colenso-Brücke gelegenen Punkte. Die Laufgräben und die Befestigungen des Feindes wurde» von den Schiffs- und Feldgeschützen heftig beschossen, der Feind erwiderte das Feuer aber nicht.— Eine andere Depesche aus dem Lager von Frere meldet, die Boeren seien bei Ladysmith so nahe an die Vertcidigungstruppcn herangeschlichen, daß die Gordon-Hochkänder und das Maiichester-Regimenl sie mit dem Bajonett zurücktrieben. Weitere Schlappe». G e n c ra I Fr ench berichtete am Sonnabend: Die Lage ist im großen und ganzen unverändert, doch ist dem ersten S u f f o I k- Regiment ein ernster Unfall zugestoßen. Bier Compagnien des' ersten Soffolk- Regiments gingen in der Nacht � gegen einen niedrigen, eine Meile von ihrem Lager entfernten Hügel vor und griffen bei Tagesanbruch die Boeren au. Obcrstlieutenant Watson, der die Abteilung führte und den Befehl zum Angriff gab. wurde sofort verwundet.' Es wurde dann Befehl zum Rückzug ge- geben. Drei Viertel der britischen Truppenabteilimg zogen sich nach dem Lager zurück. Die übrigen hielten stand, bis sie, von größeren Massen deS Feindes übermannt, sich ergeben mußten. 70 Mann mit Einschluß von 7 Offizieren wurden gefangen genommen. Der Berichterstatter des„Reutcrschen Bureaus" in Rensburg fügt seinem Bericht über den Verlust der 70 Mann des Suffolk- Regiments bei Eolesberg hinzu, noch sei nicht bekannt, wie viele Manu außerdem getötet oder verwundet seien. Die Boeren beherrschten noch die über Achtertang nach dem Oranje-Freistaat führende Straße. »• « Englischer Rückzug anS Dordrecht. Eine auS Pretoria vom 4. d. M. datierte Depesche meldet, die Engländer seien gezwungen worden, aus Dordrecht sich zurückzuziehen. ES seien 8 Gefangene gemacht worden.— DaS Gefecht ring« um Colesberg dauere fort, wo die Engländer einige Kopjes außerhalb der Stadt besetzt halten. Die englischen Geschosse schlügen in die Stadt ein.— Alle verwundeten Offiziere und Mannschaften von Dundee seien»ach Pretoria zurückgebracht. »» Kapitulation von Kurnman. Nach einer Depesche aus Prätoria hat die Garnison von Kurnman nach crueuler heftiger Beschießung durch die oeren am 1. d. M. kapituliert. Die Boeren nahmen 120 Mann, darunter 12 Offiziere. gefangen. Die Garnison bestand aus Mannschaften der Kappolizei.(Kuruman liegt in Britisch Bctschuanaland westlich von Transvaal.) Soweit die vom Kriegsschauplatz vorliegenden Nachrichten, die ämtlich für die Engländer sehr ungünstig lauten. Am Verhängnis- vollsten würde es sein, wenn Ladysmith gefallen wäre, trotzdem die Boeren hier nicht nur mit der Bcsatzungsarniee, sondern auch mit der Armee des Generals Buller zu rechnen hätten. ** Endlich liegt aus London noch folgende SenfattonSnachricht über die Beschlagnahme englischer Lieferungen für die Boeren vor. Die„Daily News" melden, von der Londoner Zollbehörde seien in den Millivall DockS an Bord eines Dampfers zwei große G e- ch ü tz e angehalten worden, die in großen hölzernen Kisten verpackt und als„Eisenwaren" nach Ehristiaina konsiguiert waren. Dasselbe Blatt meldet weiter, es fei kürzlich zurKenutuiSdeSKricgsamteS gelangt, daß die Boeren von England au» mit Waffen fowiejmit konservierten Nahrungsmitteln unterstützt würden, die sich an Bord eines im Londoner Hafen liegenden Dampfers befänden. Die Zollbehörden hätten ain Freitag an Bord des Dampfers sechs Maximgeschütze cnt- deckt und daS Schiff sei deshalb in den Docks festgehalten worden. Letzte Meldungen. London, 8. Januar.(Meldung deS„Reuterscbcn Bureaus".) General White meldete ans L a d y s m i t h mittels Heliograph am d. Mtö. 2 Uhr nachmittags: Gestern früh begannen die Boeren einen Angriff auf meine Stellung, welcher sich indessen hauptsächlich gegen Cäsars Kamp und den Waggon-Hügel richtete. Der Feind, welcher sehr stark an Zahl war, führte den Angriff mit dem größten Mut und mit Energie durch. Einige unserer Verschanzungen auf dem Waggon-Hügel wurden dreimal vom Feinde genommen und von uns wie'dcrerobert. Der Angriff währte bis 7Vs Uhr abends. Ein Punkt unserer Stellung wurde den ganzen Tag vom Feinde besetzt gehalten. Bei Einbruch der' Duukelhcil indessen, während ein heftiger Regensturm herrschte, gelang eS. den Feind durch einen vom Devonshirc-Regiment unter den: Befehl des Obersten Park schneidig ausgeführten Bajonettangriff aus der Stellung heraus zu werfen. Auf dem Waggonhügcl befehligte Oberst Hamilton und leistete ganz Hervorragendes. Seine Truppen hielten sich selbst in den kritischsten Augenblicken vorzüglich und waren stolz darauf, der Königin so dienen zu können. Der Feind wurde überall unter großen Verlusten zurückgeworfen, seine Verluste dürften diejenigen auf unserer Seite weit übertreffen. Der Bericht über unsere Ver- luste wird erstattet werden, sobald die Verlustlisten vollständig vor- liegen. Washington, 8. Januar.(W. T. B.) Im Senate brachte heute Pattigrew einen Beschlußantrag ein, welcher die Regierung ermächtigt. ihre Rcrmittluug in dem Kriege zwischen Großbritannien und den beiden lÄafrikanischen Republiken anzubieten. Uchte Ltsitzciihtett und Depeschen« Hamburg, 8. Januar. Der„Hamburgische Correspondent" meldet: Dem Senate ist auf ein an Sc. Majestät den Kaiser an- läßlich der Jahrhundertwunde gerichtetes Glückwunschschreiben das nachstehende, vom 3. d. M. datierte allerhöchste Antwortschreiben zu- gegangen:„Der Senat der Freien und Hausestadt Hamburg hat die Ge- tälligkeit gehabt, mir in dem Schreiben vom 1. d. M. anläßlich der Jahrhundertwende freundliche Glückwünsche auszusprechen, und dabei zugleich der Wandlungen gedacht, sie unser Vaterland i» dem zur Neige gegangenen Jahrhundert von den Zeiten tiefer Erniedrigung bis zu dem herrliche» Aufschwünge durchgemacht hat. dem das neue Deutsche Reich Entstehung und Gedeihen verdankt. Indem ich die Glückwünsche des Senates aufrichtig erwidere, bin ich der zuversichtlichen Hoffnung, daß auch im neuen Jahrhundert das treue Zusammenwirken der deutschen Fürsten und freien Städte bei- tragen wird zur Erhalttuug und Mehrung der Wohlfahrt. Macht ung Größe des Reiches. Gern benutze ich auch diesen Anlaß, um die freie Stadt der Fortdauer meiner ihr gewidmeten wohlwollenden Gesinnungen zu versichern, gez. Wilhelm I. B." Lerantwortlicker Redactcur: Paul John in Berlin. Für den Jnseratemeil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck nnd Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 1 Beilage und llnterhaltnngsblatt. ilt.6. 17. KeilM dts„Nmöck" DitllSlliz. 9. ZWiim>999. Tic Gcwcrbcgcrichts- Wahlen in Charlottenburg werden am IS. Januar vollzogen; die Wahlhandlung fiir Arbeitnehmer ist ans die Stunden von 10—1 llhr vormittags und S— 8 Uhr abends festgesetzt. Feder Wähler hat sich mit einer L e g i t i- mation zu versehen, die entweder von der Polizei oder vom Arbeitgeber auszustellen ist. Zur Aufklärung werden am Freitag- abend 7>/z Uhr für die verschiedenen Gruppen von folgenden Lokalen aus Flugblätter verteilt: I. Bezirk: Metallarbeiter, bei Pasche, Potsdamerstr. 41; II. Bezirk: Maurer, bei Lcder, Bismarckstr. 74; III. Bezirk: Zimmerer, bei Dorre. Wallstr. S2 Luch d r n ck e r und G a s a u st a l t a r b e i t e r, bei Gimpel. Osnabriickcrstrage; IV. Bezirk: Holzarbeite rl(Verband), bei Kant, Pestalozzisir. 6ö; V. Bezirk: Bauarbeiter und T a p e- zier er. bei Wcrnieke, Bismarckstr. 84; VI. Bezirk: Fabrik- arbeiter, Textilarbeiter, Schuhmacher, bei Prill, Grollmannstraße, Ecke Goethcstraße; VII. Bezirk: Maler P o r z e l l a u a r b e i t c r u. a., bei Bredlow, Ansbachcrstratzc. Parteigenossen, welche am Tage der Wahl thättg sein wollen. werden ersticht, sich bis Freitag beim Genossen Bleck zu melden. Das Wuhlburean ist bei Leder, Bismarckstr. 74. Sonntagiiachmittag 2 Uhr findet eine öffentliche B e r s a m m l u n g in der GambrinuS- braucrei statl Da auch der christliche Verein Kandidaten auf- gestellt hat, ist rege Agitation erforderlich; kein socialdemokratischcr Wähler darf seine Pflicht versäumen. Der VertraueiiSinaiin der Gelvcrkschastcn. LöKttles. 3ur Lokalliste. Den Parteigenossen, Vereinen, Klubs zc. hiermit zur Nachricht, daß der Gastwirt G. L i n d c n h a l, n in G r ü n a u seine Lokalitäten der Arbeiterschaft zu Versaminlnugen nicht mehr zur Bersügung stellt. Somit steht den Genossen in Grünau kein Lokal mehr offen. Die Genossen Berlins werden bei ihren Partien. Ausflügen usw. das Lokal des Herrn Lindenhayn ft r e n g meiden. Die L o k a l k o m m i s s i o n. Der Wahlvcrein des dritten KrciscS hält morgen. Mittwoch. abends 8 Uhr. iin»Märkischen Hof", Admiralstr. l8o, seine ordentliche Vicrteljahrs-Gencralvcrsammlung ab. Außer dem Geschäftsbericht des Vorstandes und Ersatzwahlen dcS Vorstandes, steht ein Vortrag des Herrn Dr. Zadel über die Pestgefahr auf der Tagesordnung. Gleichzeitig wird nochmals auf das am nächsten Sonnabend in Cohns Festsälcn, Bcuthstr. IS/20, stnttsindcnde Stiftungsfest hingewiesen, zu welchem Billets a 25 Pf. in obiger Versammlung und auf allen Zahlstellen erhältlich sind. Der L o r st a n d. .Eommcrpflege". Die Ccntralstelle Verlin der Verciiiignnge» für Sommcrpflcgc in Deutschland hat soeben ihren Bericht pro 180? veröffentlicht. ES crgicbt sich daraus, daß von 1807 zu 1808 die Zahl der Vereine. K o r P o r a t i o n e n, Anstalten ec., die sich mit der Aiissendnng von Kindern in Sommcrpflcge beschäftigen und der Centralstelle An- gaben hierüber gemacht haben, von 143 auf 162 gestiegen ist. Die Zahl der Kinder, die von diesen Bereinigungen in Ferien- kolonien gegeben wurden, stieg von 23 774 auf 30 414. Von den Fcrienkolouistcn des Jahres 1808 wurden 12 841 in geschlossenen Kolonien. 2564 bei Familien auf dem Lande, 5244 in den Heil- stätten der Sool- und Seebäder, 0765 in Stadtkolouien(Halbkolonien, Milchstationen usw.) mitergebracht. Die Unterbringung bei Familien auf dem Lande ist besonders in Rordwestdeutschland beliebt. An der AuSsendung der Fcrienkolonistcn hatte sich Berlin mit 4470 Kindern beteiligt, darunter der Verein für häusliche Gcsundheits- Pflege mit 3400(einschließlich 26, die auf Kosten der städtischen Waisenverwaltung mitgenommen wurden), der Francn-Hilfsvcrcin für Kinderheilstätten an den deutschen Sccküstcn mit 305, einige andere Vereinigungen bczw. Private mit dem Rest. Aus C h a r- lottenburg wurden van dem dortigen Verein gegen Verarmung 312 Kinder ausgcsandt(einschl. 20 auf Kosten der Stadt), aus Schöne'- berg auf Kosten der städtischen Armcndirektion 142. Die absolut st ä r k st e Beteiligung hatte naturgemäß Berlin mit seinen 4470; es folgten in weitem Abstände Leipzig mit 2527. Hamburg mit 1850, Dresden mit 1355, Köln mit 1354, Düsseldorf mit 1275. Relativ sandte aber Berlin recht wenig aus, nur 0,27 Pro,, der Bevölkerung. Das Maximum hatte hier' Düsseldorf mit 0,72 Proz., das Minimum Chemnitz und Dortmund mit je 0,08 Proz. der Bevölkerung. Die absolute Zahl aller durch die Vereinigungen in Soinmcrpflcge gegebenen Kinder erhöht sich übrigens, wenn die in den Kinderheilstätten der Sool- und Seebäder auf eigene Rechnung verpflegte» Kinder mitgezählt werden, für 1807 auf 35 304. fiir 1508 auf 37 470. Die Grundsätze, nach denen die einzelnen Vereinigungen bei der Auswahl, der Unter s u ch u n g usw. der für die Sommcrpflege in Aussicht genommenen Kinder verfahren, sind von der buntesten Mannigfaltigkeit. Gemeinsam scheint allen nur eines zu sein: Die n o t g c d r u n g e n e Rücksicht auf die B c- fchränktheit der Mittel. Es fehlt den Vereinigungen für Sommerpflcgc fast überoll so sehr an Mitteln, daß sie mit ihren Leistungen meist weit hinter den an sie ge st eilten Anforderungen zurückbleiben müssen. Leider verhalten sich die Gemeinden der Sommcrpflcgc gegenüber immer noch recht zugeknöpft. Der Bericht der Centralstelle enthält eine Rachweisnng derjenige» Quellen, aus denen die Geldmittel gc> flössen sind. Für 1803 sind von 156 Vercinignugen, die sich auf 103 deutsche Städte verteilten, Angaben darüber eingegangen. Die Gcsaniteinnahme dieser 156 Vereinigungen belief sich ans 1 086 236 M., wovon nur 88 466 M. ans Gcmcindekasscn kamen. Der Bericht sagt zu dem Bestreben der Vereinigungen, die Sommer- pflege noch weiter auszudehnen:»Nur ein gesundes, frisches Geichlecht kann den bittern Kanipf mit den Drang- falen des Lebens niit Erfolg aufnehmen. Dazu muß aber die Grundlage in der Jugend gelegt werden.- Das ist richtig, aber ohne ein energisches Eingreifen der Gc- m e i n d e n wird in dieser Hinsicht nichts Nennenswertes zu er- reichen sein. Die gesundheitliche Förderung der heranwachsenden Jugend ist durchaus in eine Reihe mit dem Unterrichtswesen zu stellen. Sie darf daher ebenso wenig wie dieses als Privatangelegenheit behandelt werden._ Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Langerhans hat wegen eines BlasensieinS am Sonnabend die Klinik des Prof. Dr. Ritze aufsuchen müssen. Hcrr� Dr. LangerhaiiS ist dort mit bestem Erfolg operiert worden; er hofft, die Klinik in den nächsten Tagen verlassen zu können. Ein JnformationSkursuS für Leiter und Lehrer von ge- werblichen FortbtldungSschnlcn hat in den Tagen vom 28. De- zember v. I. bis 4. Januar d. I. liier unter der Leitung des Ge- Heimrats Simon stattgcfundc.i. Die Zahl der Teilnehmer betrug 44. Der Kursus soll sehr befriedigend verlausen sein. Es sprachen Herr Landgerichtsrat Dove über Gssetzeslunde. Herr KorthauS- Osnabrück über Innungen, Genossenschaften und gewerbliche Buch- führung und Herr Prokurist Grosse-Berlin über Kalkulation. Fenier sprach Prof. Dr. Velde über die Organisation des Unterrichts, sowie über den llntcrricht im Schreiben und Rechnen. An die Borträge schlössen sich Konferenzen, in denen die Frage, ob die vom Handels- minister am 5. Juli 1807 erlassenen Borschriften über den Unterricht verbesserungsbedürftig feien, im ganzen verneint wurde. Ein gcncbcncr Hochstapler, der unter der Maske eines adeligen Dragoncrlieutenants eine Reihe von Geschäfts- und Geld leuteii arg geschädigt hat, um dann zu verschwinden, beschäftigt seit einigen Tagen die hiesige Kriminalpolizei. Ter Schwindler hatte sich einige Zeit am Schiffbaucrdamm unter dem Namen Freiherr v. Bülow und später in einem feinen Pcnsionate in der Mohrcnsiraße als Licutenaut von Heimburg eingemietet. Von den Geschäftsleuten die er mit seinen Aufträgen beehrte, bevorzugte er die Hoflieferanten weil diese meist erst nach Jahresschluß die Rechnung präsentieren Zu den Geschädigten gehören der Hoflieferant und Schneider- iiiezftcr K., Nnter den Linden, nnd die Hof-Hutfabrik von B. in der Friedrichstraßc. Wenn ein Gauner mit Erfolg in bürgerlichen Kreisen schwindeln will, so braucht er nur in der Pose eines Edelsten und Besten aufzutreten. Keiner wagt dann zu fragen, woher er kam der Fahrt. Tödlicher Sturz. Der 42 Jahre alte Heizer Paul Köppe ans der Panfstraße stürzte, als er am Soimabeiid gegen 2l/2 llhr nachts nach Hause zurückkehrte, die Treppe hinab und kam so unglücklich zu Fall, daß der Tod ans der Stelle eintrat. Der Berniiglückte hinter- läßt eine Frau und fünf Kinder. Tic Tragödie dcö Mittelstände?. Der erste Wochentag des neuen Jahrhunderts hat in Berlin und den Vororten die amtlichen Konkiirslistcn um eine nn gewöhnlich hohe Zahl von An- Meldungen neuer Geschäftszusammenbrüche bereichert. Die DurchschiiittSziffer aller Konkurse im Deutschen Reiche beträgt pro Tag etwa 27. diesmal marschiert Berlin mit ca. 25 Proz. aller Konkurse an der Spitze. Auf 2 Millionen Eimvohner kommt im Deutschen Sleiche pro Tag je 1 Konkurs.— der 2. Januar 1000 brachte für Berlin und Vororte eine II eberschreit ung der D urchschnittszifser pro Kopf der Bevölkerung um 600 Proz.. ungerechnet die zahlreichen Fälle, in denen die Besitzer von kleinen Geschäften einfach„aufgehört" haben, ohne Konkurs an- melden zu müssen, weil entweder keine ÄonkiirSmasse mehr vorhanden oder überhaupt nichts mehr gerichtlich zu regeln war. Die Mühle des Großkapitalisnms mahlt bei günstiger und nn günstiger GeschäftSkoiijnnktilr und vernichtet erbarmungslos die kleinen Existenzen. anS denen antisemitischer Irrwahn trotz allem die Zukunft DeiitschllindS cmporspricßcn ficht. Tie Oberleittmgsverliingerung der Strastcubahn in der Potsdlinicrstvafic von der Bülowstraße bis zum Potsdamer Platz ist nunmehr am Sonnabend gegen Abend in Betrieb genommen worden, so daß ihm auf den von der Pvtdamcrstraßc her durch die Lcipzigerslraße führendcii Linien der Straßenbahn die Accumiilatorcii- wagen nur noch eben durch die Lcipzigerslraße automobil fahren. AlS Diebin entlarvt wurde in dem Warenhaus F. Schwarz in Potsdam die Tochter dcS Lehrers Schwartz ans Hamburg. Das junge Mädchen trat vor acht Monaten in das Geschäft als Ver- känferi« ein und schloß bald mit der in demselben Geschäft zur Aus- Hilfe beschäftigten Pntzdirektrice Otto aus Berlin innige Freund- jchaft. Am DoimcrStag vergangener Woche bemerkte der Hausdiener dcS Geschäfts, daß die Schwartz seidene Bänder. Spitzen, Tücher ec. zu einem Paket znsamnicirfchnürte und mitnahm. Die weiteren Nachforichinigen ergaben, daß in jeder Wockc derartige Pakete nach Berlin nn die Otto abgingen. Eine in der Wohnung der Otto vor- genoniniene HanSslichiing förderte noch einen Teil der gcftvhleuen Waren zu Tage. Beide Mädchen wurden in Haft genommen. Herr Schwarz schätzt seinen Schaden auf 1200 M. An? Furcht vor dem Jrrenhanse hat der 33 Jahre alte Kauf- mann Fritz Bruck anS Schöncbcrg an der CornclinSbn'ickc den Tod im Wasser gesucht. Er war früher bereits in der Edclschcn Heil- anstalt gewesen und sollte wieder dorthin überführt werden. Ein Schutzinann holte ihn mit Hilfe von Pasiaiitcn a»S dem Wasser heraus und brachte ihn in ein Krankenhaus. Einen Selbstmordversuch durch Einatmen von Leuchtgas bc- ging gestern Abend die Köchin Olsc. die in cincin Hotel der Friedrich- ftadr beschäftigt war. Das Mädchen, das erst vor einem halben Fahre nach Berlin kam. soll ans Verzweiflung darüber, daß sie ge- lündigt worden war, den Selbstmordversuch begangen haben. Es gelang in einem Krankenhaiisc, sie wieder ins Leben zurückzurnfcn. Eine größere Verkehrsstörung erlitten gestern früh gegen 7 Uhr die Wagen, die die Kurve am Schlcsischcn Thor passieren mußten. Ein Wagen der Linie Dönhofiplatz— Schlejischc Brücke wurde infolge falscher Weichenstcllung ans den Schienen gehoben und blieb auf dem Asphalt stehen. Es hatten sich bereits bis zum Lausitzcr Platz die Wagen angesammelt. Der Verkehr konnte nach'/»stündigcm Aufenthalt wieder'anfgenoiiimen werden. Der Straßenbahnwagen wurde nicht beschädigt. Ein Teil der Gläubiger des RanbuiördcrS Gönczi haben befriedigt werden köiiucn. Durch die energische» Bcniühuiigeii ciucS Gläubigers Gönezis, einer Schiihwarcn-EiigroSfirma Sch.. war am Tage nach der Flucht des Göuczischcn Ehepaares Arrest auf das gesamte Warenlager ausgebracht worden. Die gepfäudeie Masse ivar verauktioincrt und daraus ein Erlös von 1047 M. erzielt worden. DaS Geld gelaugte jedoch nicht zur Auszahlung, da die Polizei iiitcrvcincitc und auch durchsetzte, daß die erwähnte Summe bei der kgl. Bau-Konsistorialkasse deponiert wurde, bis der Schuldner zur Stelle geschafft worden war. Run erst haben der Wirt des Gönezischen Ladens in der Mühlcnstraßc sowie zwei Schuhwaren» EngroSgcschäftr, als bevorzugte Gläubiger, mit ihren Ansprüchen voll bcsricdigt werden können, ja dieselben haben sogar eine gcsctz- lichc�Verzinsimg ihres Geldes durchgesetzt. Die übrigen Gläubiger dcS Raubmörders gehen leer aus. Ei» schwerer Unglültssall ereignete sich in der Fabrik von Ludwig Löwe n. Co. Mehrere Arbeiter hatten einen ettva 8 Ccniner schweren eisernen Rahmen über den Hof zn transportieren. Auf dem Wege stolperte einer der Träger nnd siel zu Boden. Durch die plötzliche Verlegung des Schwergewichts entglitt die Last den Trägern und zerschinctiertc dem am Boden liegenden den rechten Oberschenkel. Ein zweiter Träger wurde von der Kante dcS Rahmens so unglücklich getroffen, daß ihm die Wange aiifgerissen wurde und Nilterkicfcr sowie Schulterblatt verletz: wurden. Die Vernngliicktrn wurden, nachdem ihnen in der Unfallstation in der Bcrlichiiigciistraße die erste Hilse zu teil geworden war, in das Moabitcr Krankenhaus gebracht. Das Kaiser und Kaiserin Friedrich Kinder- Krankenhaus Berlin, Reiiiickendorferstr. 32, hat beschlossen, eine Schule für Kinderkranke n pflege einzurichten und junge Mädchen für diesen Beruf auszubilden. Anmeldungen geeigneter Schi'ileriiiiicu können bei der Direktion des Krankenhauses erfolgen. Ein Fall von Dicustbotcnniisthandlung, der noch dadurch die chärfste Kritik hervorruft, daß der Schuldige in diesem Falle kraft eines Amtes eigentlich berufen ist, Gesetz und Recht Geltniig zu verschaffen bezw. Gesetzesübertretungen zu verhüte», bat sich im Norden unserer Stadt zugetragen. Es handelt sich um den Gericht- 'traße 34 wohnenden P o l i z e i l i e u t c n a n t(!) S ch in i t k e, der licht sein eigenes, sondern das D i e n st in ä d ch e n einer S ch w i e g e r ni u t t e r in geradezu empörender Art und Weise iiiißhaiidclte.— Ein hiesiges Blatt stellt die Sache wie olgt dar: Bei der Schiviegcrmutter deö Polizeilieutenants, der verwitweten Frau Hailptmaun Sch. in der Weißenburgerstr. 75, ist die einniid- zwanzigjährige Emma Jähne seit beiläufig drei Monaten im Dienste. Am Silvesterabend, nachdem sie ihre Arbeit bereits beendet hatte. sing sie auö und kehrte erst gegen 11 Uhr in die Wohnimg zurück. Frau Sch. war der Ansicht, das Mädchen sei über Gebühr lange weggeblieben und es setzte deshalb eine sehr erregte Sccnc ab, die damit schloß, daß die Dame dem Mädchen in Aussicht stellte, ihr Schwiegersohn, der Polizeiliciitenant. werde es ihr am nächsten Tage „schon zeigen". � Am NenjahrZiage kam der Polizeilicutenant Schmitke niit seiner Frau mittags zu Besuch zur Schwiegermutter und sah sich wirklich gleich nach seinem Eintresseu veranlaßt, die Emma F. vorzunehmen. Ä-o r e rst versetzte er dem s ch w ä ch I i ch e n M äd ch e n einige derbe Ohrfeigen, würgte sie am Halse und drückte sie zu Boden. Da n n schleppte er s i e durch zwei Zimmer in eine d u n l l e E ck c,>v o er sie nochmals schwer züchtigte. DaS Mädchen schrie jämmerlich nm Hilfe. aber der Liciitciimit ließ nicht los. Das Geschrei der Armen drang durch das ganze Hans und alarmierte die ganze Nachbarschaft. Wie sehr Herr Schmitke den wehrlosen Diciisibotcn mißhandelte, erhell: schon daraus. daß selbst seine Schwiegermutter und Gattin ihn durch Zurufe in der traurigen Prozedur z» hindern suchten. Als er endlich loßließ, wollte die I. ans der Wohinuig laufen, wurde j e d o ch v o m L i e n t e n a n t d a r a n gehindert, i n d c in er einfach die Kor r i d o r t h ü r ver- riegelte. Es gelang ihr jedoch schließlich, hinaus zu gelangen. Sic begab sich nun ansS Polizeirevier 81 und bat den Wachtmeister um seinen Schutz. Er gab ihr den guten Rat, sich zu beruhigen, wieder in die Wohnung zu gehen und dort eine gütliche Einigung zu treffen. Sonst könne er leider Nichts thnN. Tic I. ging auch wieder zurück und packle ihre Sache». Interessant ist mm, daß der Lieutenant, als ihm die I. sagte, sie wolle sich von einem Arzt imtcrsncheii lassen, nach dem Hausarzt Dr. Knappe sandte. Dieser untersuchte das Mädchen und— sagte nichts, sondern ging ans der Küche mit dem Lieutenant wieder ins Wohnzimmer, wo sie m längerem Gespräch verweilten. Emma F.. der von ihrer Dienstgeberin miiimehr alle möglichen Schivieri gkeitcn in den Weg gelegt wurden, um ans dem Hause zu gelangen, ist schließlich, trotz der scharfen Bewachung, dem Dienste cnttmifcn. Sic fürchtet sich vor weiteren Mißhandlniigen. Fast wäre es ihr aber nicht geglückt, die Flucht zu beWerk« stclligen'. Kaum war sie nämlich einige Schnttc vom Hanse ent- fcrnt, als ihr der Polizeilicutenant sponistrrichs nachlief, sie bei der Brust packte und die W i d e r st r e b e n d e mit Gewalt i n einen Laden fäleppte, von dem aus eine BerbindnngSthiir zur Treppe der Frau Sch. führt. Emina I. weigerte sich, hiiianfzugehcii. und der Lieutenant suchte sie�mit den Worten zu beruhige»:„Fürchten Sie nichts, ich werde>sie nicht nicht schlagen!"—' Der Vorfall hatte ciiicn großen Auslaus ans der Straße zur Folge.. Schließlich ist die Jähne mm doch wieder cntlaiiten und hat die Absicht, gegen Herrn Schmitke Strafautrag zu stellen. Hoffentlich beschäftigt sich die Behörde aber auch ohnedies mit der Sache und mncht dem schneidigen Herrn S ih m i t k e klar, daß cm Polizciliciiicnant teineswegs das Recht hat, seine Wut an wehrlosen Dienstboten ausgelassen und sich außer der Mißhandlung auch noch der Freiheitsberaubung schuldig zu machen. Ter Verein von Freniidc» der Treptow Sternwarte hält Mitt- wo», den 10. Jamiar. abends 0 Uhr, seine erste Ditzuiig in diesem Jahraus der Sternwarte ab. Auf der Tassesordmuig steht: 1. ProjettionSvortrog von Hm ii Direlwr F. S. Arckeichold„Rüitblick auf die Astronomie des w. Jahrhunderts". 2. Miltcilmigcu über den Stand der Plalictei! im Monat Januar. 3. Vorlage der Neuerwerbungen für das Slftroiivuiiiebe Milieu»!. 4. Bcobochtiliig mit dem Riefeiirefrattor:-) der Mond von S bis 10 Uhr abends; KI Orion-Nebel von 10 bis ll Uhr abends.— Am ilächsteii Beobachliiiigsabciid, Mittwoch den 24. Januar, wird Herr Profellor F. ft. Ginzel über„die Beziehungen der Finsternisse zur Mondtheorie und Chronologie" sprechen. Orgeltonzcrk. Mittwoch, den 10. Januar, mittags IS Uhr, hält Miisikdirektar Otto Dienel in der Marieiltirchc bei freiem Eintritt einen Orgelvorirag. der von Frl. Hedwig Renler, Frl. Toni Böttcher, Herrn Dr. Fr. Grimm, Herrn ftoiizertmctsicr Itrop. Hartman« und Herrn Hans Gcmzel unterstützt wird, und Orgel-, Gesangs- nnd Violinkoinpositioiieii von Bach, Händel, Graun, Schubert, Mendelssohn, Thiele, Alb, Becker, Wniiawsli und Dienel verspricht, Tic Nene freie Volksbühne bringt am Sonntag, den 14, Januar, iiachiiiitiags 2>,'z Uhr, im Thalia-Theater. Dresdenerftr, 72, das ttustspiel „Freund Fritz" von Erkmann Chatrian zur Aufführung, In der Rolle des Rabbi Sichel wird Herr Gustav ftober gastieren, Die Süsel spielt Fräulein Charlotte v. Pazatka vom Berliner Theater, eine Schülerin von Herne ftobcr, welche für die nächste Saison unter glänzenden Bedingungen an das neue Schauspielhaus in Hamburg engagiert ist. Den Freund Fritz spielt Herr JnlinS Irwin vom Berliner Theater, die Regie sührt Herr Friedrich Moest. Theater. Ludwig Fuldas Lustspiel„Jugendfreunde" geht am Donnerstag im Dent'chcn Theater iieucinsindiert in Scene, Gisela Jurberg spielt zum erstcmiial die Lisbcth, Lotti Sarrow die Dora, HannS Fischer den Waldemar, die anderen Rollen werden von den Damen Gisela Schneider, Aliiiie Tremicr und den Herren Kahler, Nissen, Rittner, Sauer dargestellt, — Im S ch ill c r-T h ea tcr ist die erste Anssührniig des neuen Bolls- ftückö»Freudvoll und leidvoll" von LouIS Hmmami mit der Musik von Stessens, nicht, wie ursprünglich, für Donnerstag, sondcru nunmehr end- gnllig sür Freitag angesetzt. Fenerbericht. Am Sonntag hatte die Wehr eine größere An- zahl Alarmicinngcn zu verzeichne», von denen fünf ans in Brand geratene- Weihnachtsbäume zurückzuführen waren. Schilling« st r a ß c 3 gingen Regale mit Rartons und Wäsche in Flammen auf. Pal las st ratze 3 ivar ein kleiner WohiiuiigSbrand»md D a n z i g c r st r a ß e 73 ein Küchenbrand abznlöiche». I o st y- st r a ß e n wurde» Kleider nnd Wäsche eingeäschert, während Acker st raße 133 die Schaldccke in einer Kellerwohnung Feuer gefangen hatte. Montag erfolgten drei Alarmiernngen an« iiiibcdcutcndcii Anlässen. Bei einem gegen 1 Nhr mittag« erfolgten Ausrücken nach der D r c S d c n e r st r a ß e verunglückte der Brand- inspektor Dransfeld von der Hauptivache in der Lindenstraßc. Während er sich anschickte, ans den t» Fahrt befindlichen Wasser- wagen zu spriiiac», wurde er wieder zurückgeschleudert, wobei er sich eine starke Kopsverlctzniig zuzog, so daß er nach Anlegung eine« Notverbandes nach seiner Wohnung befördert werden mußte. 3l»S de» Stachbarorte». Steglitz. Die Parteigenossen werden ersucht, zu der om Dienstagabend stattsiiidcndcii F I n g b l a t t v e r b r« i t n n g sich in solgendcn Lokalen einziifiiidcn: Schcllhase, Ahornstraße; Gärtner, Schloßstraßc; Schimmrock, Tüppelsiraßc; Renmonn, Albrechtstraße; Keil, Marksleinstraße. Der VertraiitnSinann. Baumschulenweg. In sehr schlimmem Zustande besindet sich zur Zeit die B a u m schul sl raße namentlich beim Ucbcrgange über den Kiefholzwcg. Obgleich diese Straße reguliert wird, blcivt der am meisten benutzte Uebcrgang doch in seiner Unergründlichkeit erhalten. Hier aber lhäte Abhilfe am dringendsten not.— Wem, auch uilscr Ort sich seit einiger Zeit der G a S b e l e n ch t n n g ei» -reut, so haben die Arbeiter doch kaum Vorteile von dieser Neuerung. Denn ihre Forderung, doch auch in den M gr g e n st n n d e n die Straßen zu beleuchten und die Passanten so vor Lebensgefahr zu schntzcii, ist bis jctzt uiicrfiillt geblieben. Die Geiiiciiidevcrtrctmig, die doch sonst einen heillosen Schrecken vor dem„ZiikiniftSstaai" Hai, chcint, soweit die Beleiichtimgsfrage in Betracht kommt, sich hold in >ie Zustände späterer Jahrzelinte hiiieingetrmnnt zu haben, wo auch ür de» Proletarier die Arbeitszeit vielleicht erst um 0 oder um 10 Uhr iiiorgeus beginnt. Möchte man sich doch daran erinnern, daß wir noch im Gegenwartsstaat leben, Ivo die Arbeiter oft genug schon morgens Uhr 6, und zwar mit heilen Gliedern, an ihrer oft entfernt gelegenen Arbeitsstätte anwesend sein müssen. Ein vielgrsnchtcr Mann ist am Sonntag in der Person eine? .Arbeiters" Hermann Galewsti aus der Potsdamcrsirabe 33 zu rlottenbnrg von der n Sonntag in ocr Perfon eines WWWWWW der Potsdamei-ftraße 33 zu C h a r l o t t e'n b n r g von der dortige» Kriminalpolizei feft« genomiiien worden. GalewSki nennt sich Arbeiter, lebt aber im wesentlichen vom Diebstahl. Wiederholt ist er schon alZ Vogelsteller abgefaßt>md bestraft worden, Eine andere Spccialität von ihm find die Marktdicbstählc. Der Mann bietet sich den Händlern ans den Märkten der Vororte als Gelegenheitsarbeiter an und bcnnht dann die erste beste Gelegenheit, sie zu bcstchlcn. Teils wegen Strafen, die ihm von verschiedenen Gerichten bereits Anerkannt find, teils wegen neuer Strafthatcn ergingen in der Zeit vom September vorigen Jahres bis jetzt nicht weniger als 30 Haftbefehle gegen ihn. Die Ärnninalpolizei beobachtete das Haus, in dem er.wohnt, lauge Zeit, aber cS wollte ihr nicht gcliugcn, den Vogel zu saugen. Da balf ihr am Sonntag ein Zufall. Ein Kriminalbeamter, der durch die PotSdaincrstraße kam. sah GalcwSki in das Haus hineingehen, holte rasch einen Amtsgenossen herbei, drang mit ihm in die Wohnung ein und nahm den Viclgesnchtcn fest. Gestern wurde GalcwSki nach Moabit in Untcrstlchnu'gShaft gebracht. Zu der Angelegenheit dcö OberfcncrwcrkcrS Eckmanu "i Spandau wird mitgeteilt, daß die von ihm bis zu seiner Ver- Haftung bekleidete Stelle in der Geschoßfabrik zu Spandau ander- weit besetzt worden ist; er wird also in seine Stellung nicht wieder zurnckkchrcn. Obwohl E. in seinem Verkehr mit dem Auslände militärische Geheimnisse nicht preisgegeben hat, wird seine Hast doch wegen Fluchtverdachts aufrecht erhalte», denn cS ist bekannt geworden, daß er beabsichtige, ins Ausland zu gehen. Die bisherige Unter- snchnng hat eine Mitschuld anderer Personen nicht ergeben; indes wird rnit der Asfaire die Versetzung eines FcuerwcrkShanptmanns, der cm Vorgesetzter Eckinanns war, von der Gcschntzgicßcrci nach cinnn Schießplatz in Verbindung gebracht. Die' Aburteilung Eckmanns, welcher dem Fekd-Artillcric-Regiment Nr. 4 in Magde- bürg angehört, wird durch das Konimanoänturgcricht in Spandau erfolgen. Ei» schweres lliigliick auf der Eisbahn, das in feinem ganzen Umfange noch nicht feststeht, hat sich am Sonntagnachnnttag auf deni Müggelsee zugetragen. Die schöne Bahn war stark besucht und bot bei starkem Ostwind namentlich auch den Segel- schlitten und den Schlittschuhscglcrn einen ausgezeichneten Sport. Leider wurde der Ostwind auch verhängnisvoll, wie es scheint sogar mehreren jungen Männern. Einem Schlittschuhläufer flog der Hut vom Kopfe, und der junge Mau» war unvorsichtig genug.' ihm nach der engen Stelle zu, an der die Spree aus dem See heraustritt. nachzujagen. Dieses enge Mliggclgemüiide aber friert fast niemals zu. Vor dem starken Winde dahinjagcnd. stürzte der junge Mann, vermutlich ein Tischlerlehrling Hein aus der Mautcufsclstrnßc, in das offene Wasser. Bei den Rettungsversuchen scheint noch ein zweiter ertrunken zu sein. Denn gestern nachmittag wurde die Leiche eines jungen Mannes. Namens Max Filach, gelandet, während Hein noch nicht gefunden ist. Gevichks �ÄeikttNtg. � Wie Eisenbahn- Aulagcu beschaffen zu sein pflegen, bevor ein paar Menschen vernngliiekt sind. das zeigte sich gestern in recht drastischer Weise gelegentlich einer Verhandlung, die vor der ersten Etrafkamuicr am Landgericht II stattfand. Als die Bahn von L i ch t e n b e r g- Friedrichsfelde über Werneuchen nach W ri ez cn gebaut wurde, die von dort ihre Fortsetzung nach Königsberg N./M. und dann weiter an die Ostsee findet, warnte sofort die Pecsse vor der bedeuklicheu Anlage der Bahn zwischen den Stationen Werneuchen— Tiefensce. Dort schneidet die Bahn zweimal die Chaussee Bcrlin-EbcrSwaldc-Nugcrmünde, die alte stark belebte Heerstraße zwischen Berlin und Pommern. Mehrere Kilometer weit läuft die Bahn hier ans dem Niveau der Chaussee, nur 10— tö Meter von dieser entfernt. An den beiden hier erwähnten Bahnübergängen befindet sich keine B a r r i c r e. ES hängt eine Laterne da, aber die WaruuugStaseln stehen im Dunkeln. Am Abend dcS 6. Juni vorigen Jahres fuhren drei Planwagen, die mit Garten- nnd Fcld- crzcuguiifcn belade» ivaren, von Frendenberg nach Berlin zur Markt- halle. Zwei Wagen hatten den zunächst Werneuchen gelegenen Ucbergrnig bereits passiert, der dritte Wagen, der von' dem Bauerusohn Ernst Ncumann geführt wurde, erreichte cbeir� die Geleise, als vom Bahnhof her der Zug heran brauste, den NeumalHlschc» Wagen umwarf, die Pferde auf den Puffer hob und 300 Meter weit fortschleppte, wo sie— natürlich tot— liegen blieben. Der junge Reumann und seine ö3jährige Mutter wurden vom Wagen geschlendert, crstcrcr erlitt erhebliche Verletzungen am Kops�. letztere an der Bnist. Beide laborieren heute noch daran. Zinn Ueberfluß erhielt der junge Rcunlann noch eine Anklage wegen fahrlässiger G e- f ä h r d u n g eines Eisenbahntransports. Durch die Bc- wciSaufnahme wurde zunächst festgestellt, daß die Laterne am Ilebcr- gonge nicht gebra.nnt halte, was bei windigem Wetter, wenn nicht regelmäßig, so doch sehr oft vor k o m m t. Außerdem herrschte au dem Abend Sturm, so daß das Klingeln der Lokomotive unter dem Heulen des Windes verschwamm. Der technische Sachverständige, RcgicrilugS-Baurat S t ü r tz, gab zn. daß besondere Sichcrhcitsvorkchrnngcn an dieser Stelle nicht getroffen, weil nicht erforderlich waren, und die Landes Polizei bei der Abnahme der Bahn- anlage dies auch anerkannt habe. Allerdings sei gleich nach dem linsalle den Lokomotivführern befohlen worden, bei der Annäherung an den Uebergang bis nach dem Passieren desselben zu pfeifen. Bald darauf sei auch eine Barriere angebracht worden, zu der allerdings er st die Gcnehmi- g u n g d e s M i u i st e r S e i n g e h o l t werden mußte. Alle diese Sicherheitsvorkehrnngen seien aber überflüssig gewesen, denn das Publikum werde sich daran gewöhnen müssen, da die Zukunft den Kleinbahnen gehöre. Der Gerichtshof vermochte nicht die technische Auffassung des Sachverständigen zn teilen. Wenn eine Laterne als Signal onfgcstclll fei, s o müsse sie brennen, und t h n e sie das» ich t, dann sei die Laterne nicht eine Warnung, sondern eine Chikane. Demgemäß war der Angeklagte j r e i z n- sprechen. Wie gefährlich die„Elektrische" fiir de» übrige» Fährverkehr ist, zeigte eine Anklage wegen Ecsährdnng eines Eisenbahn- transports, die gestern den Droschkcnkuschcr Wilhelm Pohland vor die 7. Strafkammer des Landgerichts I führte. Als der Angeklagte am 4. Juni, abends gegen tl Uhr, die Nenstädtische Kirchstraße entlang fuhr und den Damm der Dorothecn- straße kreuzen wollte, hörte er die WarnungStlingel eines vom Kupfergraden kommenden Motorwagens, der schon dicht an der Ecke der Neiistädtischcn Kirchstraße war." Der Kutscher richtete bei dem Klingeln naturgcniäß seinen Blick nach diesem Wagen, hielt zuerst sein Pferd einen Augenblick an. versuchte dann aber noch schleunigst über die Schienen zn kommen, wobei er sein Pferd nach der rechten Seite herüber- warf. In demselben Augenblick bemerkte er zu seinem Entsetzen, daß gleichzeitig ein von Charlottenbnrg gekommener Motorwagen in schnellem Tempo dicht auf ihn loSfuhr. Er kannte nicht mehr entweichen, sondern wurde zwischen den beiden Wagen völlig eingekeilt. Von beiden Seiten wurde zwar nach Kräften gebremst, cS konnte aber doch ein größeres Nnglück nicht vermieden werde» i die Droschke wurde völlig zertrümmert, der darin sitzende Fahrgast schwer an di» Beinen verletzt und auch das Droschkciipfcrd crhietr erhebliche Verletzuiigen. Die Anllagcbehördc machte den Au- geklagten für den Unfall verantwortlich, indem sie behauptete, daß er in zn schnellem Trohe die dortige besonders gefährliche Stelle gekreuzt habe. Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t führte dagegen aus, daß der Angeklagte doch in einer geradezu verzweifeltsn Lage sich beftmden habe; während er das von der eincn Seite ihm drohende Unglück ver- ineidenwolltc. sei von dcrandern Seite derzwcitc Motorwagen, dcrpslicht- gemäß bei Straßcnkrenzuiigen langsam fahren solle. in schneller Gangart heraiigebranst und der Angeklagte sei aus diese Weise in den fürchterliche» Engpaß geraten. Staatsanwalt N ö l t i n g schloß sich dieser Ansicht an und hielt es gleichfalls nicht für aufgeklärt. w e n die Schuld an dem Unfall treffe. Jedenfalls sei zu schnelles Fahren des Droschkenkutschers iiicht nachgew�jeu. Der Gerichtshof erkannte ans Freisprechung des Angeklagten. Dieser Vorfall zeigt aufs neue..wie. notwendig es ist, daß der tz 316 des Strofgesetzbiiches zu Gunsten der Fuhrleute:c. geändert »verde. Ein höchst gefährlicher Ein-»ud Ausbrecher stand gestern in der Person des Kellners M i g a s ch e lv S k i vor der dritten«traf- kammcr hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte ist ein oftmals vorbestrafter Einbrecher, der im vorigen Sommer zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt»vordcn ist.' Als er zur Abbüßung dieser Strafe nach dem Ziichthausc in Bricg gebracht lverdcn sollte, gelang es ihm, seinem Transporteur in Breslau zn entfliehen. Die sofort aufge- uoimucne Verfolgung blieb erfolglos, der Ausreißer»var verschwunden. Am 13. Dezember nachts bemerkte der Wächter Komorinsky,»vckchcr das Haus Oranienstraße 163?. zu schließen hatte, daß ein verdächtig ansschcndcr Mann, der sich scheu umsah, plötzlich in das Haus trat. deren Thür er geöffnet hatte. Der Wächter ging ihm nach und traf ihn ans dem Flur des oberste» Stocklverks an. Der Angeklagte behauptete, daß er nur dort oben nächtigen Ivollie. Der Wächter ließ sich aber damit nicht abspeisen.' sondern nötigte ihn. mit hcriintcrznkommen. Unten übergab er ihn den» Hans- Verwalter, dem der Angeklagte nahelegte, ihn seines Weges ziehen zn lassen, da er ins Nachbarhans gehöre und sich nur in der Hausnummer geirrt habe. Aber auch das nutzte nicht, der Wächter verließ das Haus und schloß die Thür von außen ab, nachdem der Angeklagte der Obhut mehrerer Hausbeivohner überlassen»vordcn »vor. Bald darauf entspann sich ans dein Hausflur ein heftiger Kampf zivischen dem Angeklagten und den ihn bewachenden Haiisbelvohnern, der damit endete,� daß Miga- schcwski in einem unbelvachtcn Augenblick die Hausthür mit einem Dietrich öffnete und die Flucht ergriff. Er ivnrde aber schließlich ergriffen und ans die Polizei gebracht. nannte sich dort Zimmennann, und cS konnte erst nach einiger Zeit festgestellt»verde», daß der Festgenommene, bei»velchem Dietriche und anderes Diebeshandlvcrkzeug vorgefunden»vnrden, der alte Verbrecher M i g a s ch c w s k i sei. Die Slrafkaminer verurteilte ihn»vcgen Fi, hrnng falschen RamenS zn 3 Wochen Haft und wegen versuchten Diebstahls zu 2 Jahren Zuchthaus, so daß er nun zusamine» 14 Jahre zu verbüßen hat. A« dem eidlichen Zeugnis eines Polizeibcamtcn übten StaatSanivalt und Gcrichisvorsitzcndcr in B o ch n in dieser Tage eine erhebliche Korrektur. Ein junger Mann»vor angeklagt»vordcn, eines Nachts vor einem Wirtshause, aus»velchein er sortgciviescii Ivordeu»i'ar, Lärm und groben Unfug verübt zu haben. Der Auge- klagte behauptete, daß der Lärm von anderen Personen verübt sein nuisso, da er ruhig seiner Wege gegangen sei. BclastnngSzcilge»var ein Polizeibcamtcr, der mit aller Bestimmtheit erklärte, daß der An- geklagte dennoch den Lärm verursacht habe. Der Polizist»vurde erst in seinen Aussagen schwankend, als der Vorsitzende ihn in die Klemme getrieben hatte. Schließlich beantragte der AmtSamoalt angesichts der verworrenen und»vidersprechenden Aussagen deS Beamten die Freisprechung des Angeklagten. Gleichzeitig ersuchte er, ans den Polizisten dahin einzulvirkeii, daß dieser in Zukunft nnr solche An- zeigen erstatte, die er auch vor Gericht vertreten könne; andernfalls wäre es angebracht, dem Beamten die Kosten des Verfahrens ans- zucrlcgeu. Der Angeklagte mußte natürlich freigesprochen werden. Fn AugSbnrg beginnt am 22. Januar vor dem Schivurgcricht die Verhandlung gegen die Personen, die»vcgen der von dortigen Unternehmern provozierten Kraivalle vor dies Gericht Verlviesen worden sind._ Vovscnnml u ngrn. Zu» Ansschiist de? katholischen Arbcitcrvcreiue für Berlin und Umgegend berichtete am 7. Januar in einer Sitzung der Generalsekretär Dr. Hille, daß der Verband im verflossenen Jahre von 44 ans 60 Vereine stieg und die Mitgliederzahl von 8303 ans rund 14 000 aiigelvachsc» sei. In der im Anschluß hieran statt- gefundenen Plenarsitzung der katholischen Arbeitervereine lvnrde der Wunsch ausgesprochen, die Arbcitcriiincnvcrcinc mehr zu pflegen nnd in Erlvaglliig zn ziehen, ob cs nicht angebracht erscheine, auch die Dienstboten in diese Vereine aufzunehmen. Sodann lvnrde verlangt, daß man die Gesindc-Ordimng an den nächsten Abenden im Verein „Arbeiterschiitz" als Gegenstand der Besprechung wählen möge und sollen dort auch bestimmte Wünsche und Anträge zu diesem Gesetz formuliert»verde». Der Deutsche Holzarbciter-Vcrbaud(Zahlstelle Berlin) hielt am Sonntag eine außerordentliche GcneralversamNllnng im Feen- valast ab, die von etwa 2000 Personen besucht»var. Als»vichtigster Pitnkt stand auf der Tagesordnung: Srelln»ig nähme zur ArbeitSlosen-Unter st»"itzung. Für die Einführung der Arbeitslosen- Unterstützling plädirte K I in g n e r. der in seinem Rcscrot darauf hinwies, daß dieselbe cbenso»vic die schon fest- gcsctztcn Unterstützungen nur als Mittel zum Zivcck und nicht als Sclvstzwcck gelten kann, so daß der Eharaktcr der Organisation in keiner Weise geändert wird. Anderseits würde dieses Mittel in erster Linie dazu angcthan sein, stabilere Vcrhältuiffc in der Organisation zu schaffen, da dann die Mitglieder, denen mehr Vor- teile als bisher geboten werden, viel weniger geneigt sein ivcrdcn. der Organisation nach kurzer Mitgliedschaft»viedcr den Rücken zu kehren. Es sei auch nicht zu befürchten. daß durch die notwendig werdende Beitragserhöhung von 10 Pf. pro Woche, wofür eine Arbeitslosen-Unterstütznng vis zn 48 M. pro Jahr gclvährt worden könne, der Verband Mitglieder verlieren »vürde; im Gegenteil sei anzunehmcn. daß ein großer Teil bis jetzt noch indifferenter Berufskollegen sür die Organisation dauernd ge- »voimcn und sich an den Bestrebungen bcrciligen»verde. Denn gerade diejenigen Gelverkschaften, die das UnterstützuiigKivesen in jeder Hinsicht'ausgebaut haben, verfügen nicht nur über die besten Kasieiiverkältmiie. sondern umfassen auch den höchsten Prozentsatz der Berufsgenosien. Der Referent giebt in längeren Ansfübningen der Meinung Ausdruck, daß der ArveitSnachlveis nach Einführung der ArbeitSlosen-Uiiterstütziing besser funktionieren würde,»veil sich die Kollegen an diesen dann»vendeii werden und damit ein erheblicher Einfluß auf die Lohn- und ArbcitSbcdingungen schon durch den Arbcitsnachivcis selbst zn crlvarten sei. Die durch Streiks in der guten Konjunktur erzicllcn Errungenschaften könnten, da die Kon- kiirrenz der Arbeitslosen geringer, auch in der schlechten Zeit besser aufrechterhalten und zahlreiche Werkstätten- und partielle Streiks, die vickfach große Opfer erfordern, würden überflüssig»Verden. Der Redner verweist im»vciteren ans das Vorgehen der Unterncbmer, die kein Mittel unversucht lassen, um ihre Organisation zu stärken und große Fonds ansammeln, um den Arbeitern bei gelegener Zeit einen großen Kamps anfzudrängcn. Der Korreferent B ö s k e»vendct sich entschieden gegen die Ein- sührung der Arbeitslosen-Ui,terstützung. Er führt u. a. anS, daß die Arbeitslosen-Unterstützung ein Palliotivmittcl»värc, das durchaus nicht dazu aligethan sei. die Fluktuation im Verbände zu verringern. Trotzdem die in Aussicht genommene Unterstützung eine Verhältnis- mäßig geringe sei nnd»virtschaftlich für den einzelnen keine große Bedentn'ng haben könne, würde die Beitragserhöhung von 10 Ps. pro Woche kaum genügen nnd in nicht langer Zeit eine weitere Er- höhung erfordcrlicki»Verden. Das müsse zur Folge habe», daß viele Kollegen ans den» Verbände austreten,»veil sie die erhöhten Beiträge nicht bezahlen könnten. Der Redner spricht sodann insbesondere aus principiellen Gründen gegen die Arbeitsiosen-Untcrstütznng und versucht nachzmveiscn, daß durch das Uterstützungslvescn der Kläsienkainpf in den Hintergrund gedrängt»verde. Bei denjenigen Gelverkschaften, die hauptsächlich sich mit dem Unterstiltzmigsivescil befassen,»verde der Klassenkampf zweifellos verschleiert, uuV sie hätten sich damit schon mehr oder weniger den Tendenzen der Hirsch-Dunckerschen Gelverkschaften genähert. Es sei nicht zi» bestreiten, daß auch gerade diese Gewerkschaften verhältnismäßig wenig an der politischen Be- »vegung beteiligt sind. Die Reservenrmce»verde durch die Arbeits- losen-Ünterstützung nicht beseitigt und die Konkurrenz der Arbeits- kose» nicht vermindert, wenn nicht andere Umstände imtivirke». Insbesondere sei darauf zu achten, daß die Ueberstimdcnarbeit aufhört und in der festgesetzten Arbeitszeit nicht übermenschlich geschuftet wird, um eine» rocht großen Verdienst zu erzielen, sondern daß für mehrere Arbeiter und für längere Zeit im Jahre dauerndere Arbeits- gclcgcnhcit geschaffen»vird. Um der Organisation eine größere Anzahl Mitglieder zuzuführen, nnisse eine regere Agitation entfaltet»verde», an der sich alle beteiligen und daß nicht so, wie eS jetzt vielfach der Fall sei, sehr befähigte Kräfte hintern Ofen sitzen, ohne für die Gclverkschaft thätig zn sein. Nachdem sich noch mehrere Redner fiir und gegen die Einführung der ArbcitSloscn-Untcrftiitznng zumeist ii»it derselben Begründung»vie die beiden Referenten ausgesprochen hatten, wurde die Debatte ob- gebrochen»nid beschlossen,' in einer weiteren Versammlung die DiS- kussion fortzusetzen. Diese Versammlung, die präcise um 10 Uhr vormittags eröffnet werden soll und in�der auch die Abstimmung vorgenommen»verdeu wird, findet am Sonntag, den 21. Januar» wieder im Fcenpalast statt. Ter Verband der Vau- und gewerblichen Hilfsarbeiter (Zahlstelle III) vollzog in seiner Sitzung am 7. Januar die Wahlen zum Vorstand. Es wurden geivählt: Noak. erster Bevollmächtigter; Fritz, Stellvertreter; Stephan, Kassierer; Bölkc, Schriftführer. Eine Kreiskonfcrenz sür Niederbarnim tagte am Sonnabend in Rummclsburg. Ans der Tagesordnung stand die Neulvahl des KrcisvertraueiiSmannes und Aenderung des Organisationsstatuts. Stadthagen, der der Ausweisung des seitherigen Vertrauens- mamies Kopp gedachte, wies ans die steigende Zunahme der Social« demokratie im Wahlkreise Niederbarnim hin. Wenn auch Genosse Kopp durch seine unermüdliche und pflichttreue Arbeit als Vertrauens- mann zu den Erfolgen unserer Partei beigetragen habe, so sei es doch ein großer Irrtum der Behörde, Ivclchc die AnSlveisung verfügte, wenn sie glaube, durch diese Maßregel einen Schlag gegen die So- cialdemokratic geführt zu haben. DaL, lvodurch Kopp sich lästig gemacht habe, die socialdemokratische Gesinnung,»verde durch die Macht ihrer Idee»veiter fortschreiten, und die Agitation,»vclche die Behörde durch die Ausweisung Kopps für die Socialdcmokratie ge- trieben habe,»verde ihre Wirkung zeigen in einer»veitcren Vermehnuig unserer Pnrtei bei den nächsten Reichstags- Wahlen. Als Kreis- Vertrauensmann»vurde Garz- Weiße nsee geivählt. Zur Aenderung des Organisationsstatuts des Kreises lagen mehrere Anträge vor. Besonders eingehend»vurde die von den Stralauer Genossen beantragte Gründung eines Central-Wahlvereins für den ganzen Kreis diskutiert. Die Befürluorter dieses Antrages hoben hervor, daß durch die Schaffung eines Central-Wahlvereins den Parteigenossen, welche zerstreut in solchen Orten leben,>vo keine politische Organisation besteht, Gelegenheit gegeben »Verden tolle, sich zu organisieren. Andererseits»vurde bc- merkt, daß man die Gründnug eines Central- Wahlvereins nicht beschließen könne, ohne zuvor gehört zu habeit,»vre sich die in den einzelnen Orten bestehenden politischen Vereine zu dieser Frage stellen. Sehr eingehend ivnrde über einen Antrag debattiert,»vclchcr besagt, daß die Delegierten zur KrciÄonferenz politisch und g c- »vcrl schaftlich organisiert sein müssen. Die Meinungen hierüber»varcn geteilt. Wäbrcud maii cS einerseits als lelbstvcrständlich bezeichnete, daß Genossen, die eine poli- tische Funktion in der Partei ausüben. sich auch an der ge- werkschaftlichcn Thätigkeit beteiligen sollten, bemerkte man andcrcrseitS. man wiirde sich durch diese Bestimmung in einen Gegensatz zum Organisationsstatnt der Partei stellen,»vclches nicht vorschreibe, daß die ciu Amt ausübenden Parteigenossen einer Ge- »vcrkschaft aiigehören müsseii. Die Partei könne sich in dieser Hin- »cht von den Gelverkschaften keine Vorschriften inachen lassen, um so weniger, als' ja die Gewerlschaftcn bei der Besetzung von Aeintern nicht nach der volitischen Organisation des Betreffenden fragen. Ucbrigcns gebe cS ja gar nicht fiir jeden Berns gewerkschaftliche Organ:- sationc», auch sei zu bedenken, daß jemand, obwohl er ein guter Parteigenosse ist. auS Anlaß von Gegensätzen innerhalb der Gewcrk- schaft derselben nickt angehöre. Ans Antrag Stadthagens»vurde eine Kommission eingesetzt. »velche die zukünftige Organisation des Kreises zu beraten hat. Dieser Kommission gehören folgende Genossen an: Wedemeier, Weigert, Petsch, Laivs, Hoffmanii-P.mkow, Kramin-Rcinickendorf und KramM- FriedrichShagcn. Der Antrag betreffs Gründung eines Central- Wahlvereins lvnrde der Kommiffion als Material überiviescn. Angenommen»vurde» noch folgende Anträge. 1, Zur Kreiskonferenz kann jeder Ort b!S drei Delegierte, die in öffentlicher Partciveriainnililitg zu»vählon sind, cntsenden. Jedoch milssen die Telegierteii politisch nnd geiverlschaftlich organisiert sein, letzteres für den' Fall, daß in dem Gewerbe deS gewählten Tele- gierte» eine geiverkschaftliche Organisation besteht. 2. Die Revisoren sind auf der Kreiskonfercitz zu wählen und haben daselbst Sitz nnd Stimme. 3. Ter KrciS-Vertrancnsmaiin hat alljährllch mindestens zlve» Kreiskonfcrciizcn einzuberufen. Als Revisoren wurden Bcrgcr, Krumm und Pasclvald geivählt. Rosenkranz ersuchte die Delegierten, bei potkouiuicndcii Gelegen- bciicn darauf zu achten, daß in die Vcriretnngskörperschaften der Lrtskasscn, Jilvalidcitvcrsichcrung:c. ziclbelvußte Arbeiter geivählt »verde». Pqsewald Ivics ans die Geinciiidclvahlen hin. DaS Interesse für dieselben rege sich jetzt im Kreike. Er appellierte an die Parteigenossen demjenigen Orte, wo keine Wahlen stattfinden, daß sie die Orte, »velckw in» Wuhlkampf stoben, bei der Agitation und den Wahlarbcilcit mit Rat und That unterstützen. Der Vorsitzende Gerstenbeiger schloß die Verhandaingeit mit einer kurzer Ansprache, worin er sagle: Die Lücke, welche durch die Ausweisung des Genosse»! Kopp aus lurzc Zeit in unicrer Orgam- sation entstanden war. ist jetzt wieder ausgefüllt. Was die, welche uns unterdrücken wolle», auch gegen n»S üuteriiehiiien, es ist nicht im stände, unsere Belocgiing aufzuhalten. Wir arbeiten rastlos und iin verstärkten Maße weiter im Interesse der Partei. Mit einem Hoch auf die Socialdcmokratie endete die Konferenz. Egidy Perciniaunti. Heut« Dienstag. S'/, Ukn; DiSknInonsabend in Kühnes Festlaal, Nicderivallstr. 20(obeeee Saal). Liefereilt Herr Lehrer Hertel:„Der Krieg und die lricglofe Zeit". Gäste willkoiniueii. Vcrciuskalender. Arbeiter-Sängerbmid Berlins»nd der Umgegend. Vorsitzender: Rick. Dhate, Schöneberg, Ärunewaldstr. 09. Erster Kassierer Äoti'ned Ports. Stalitzerstr. 113. Alle Aenderungen im Pereinskaleilder find zu richten an O. Jsaack, Strelitzerstr. 15, Hof II. Dienstag, abends 9—11: llebungsstnnde und Ausnahme neuer Mitglieder.—„Gerechtigkeit"(Westen), Werner, Büloivstr. 59.—..Olympia", ZimuieNliaiiii. Grüner Weg 29.— „Hand in Hand I", Richter, Mariannen skr. 41.—„Krenzberg", Eckhardt. Märiendorferstr. 5.—„Edeüoeih", Stehmann, Melchior- straße 15.—„Echo I", Mündner. Linienür 19.—„Wiedervall", Schnieber, Admiralstr. 21.—„Freiheit N", Schmanser, Adlersoos, Bismarck- straße in.—„Myrthenblätter", Spät, Georgenkirchstr. 65.—„Unverzagt II", Moabiter Klubhaus, Benffelstr. 9.—„Freies Lied", FriedriNisberg, Schuh- luaiin, Fraukfurler Alice 181.—„Rothe Nelke 1", Obli. Schöneberg. Grime- waldstf. 110.—„Rothe Nelke II", Rosin, Rnppinerstr. 42.—„Vorwärts IV", Schulze, Rathenow. Jägersir. 25.—.,?llvenglocke", Gold, Große Frank- furterstr 1ZZ.—„Eichonkranz I", Jean Poillon, Prenzla». Schnellestr. 67. —„Weddinger Harmonie", Milbrodt, Müllcrstr 7.—„BonoärtS VIH", Schurbaum, Marwitz in der Mark.——„Frobsinn".. Breivcs. RuuimclS- burg. Goethe- nud Kantstraßen- Ecke.—„Akazie"(gcinikchter Ehorl, Scholz. Rauilynstr. 6.—„SaiigeSlust II", Kalähne. Triftstraße 41. —„Weiße Rose", Malchin, Rcinickendmf, Residenzstraße 101a.— „Arbeiter-Maibund", Hiemke, Nowawes, Wallstraße.—„Glasarbeiter", Zeidler, Köpenick, Miiggelheimerstr. 29.—„Esmeralha", Baatz. CothcniirSstr 3.— „Kreuzberger Harmonie", Möhrülg, Admnalstr. 18 c.—„Nord-Ost", Göbel, Landsberger'Allee 156.—„Liederlnst II", Renfer, Tnrinstr. 69.—„Frei« Feldblume", Batterroth, Slalitzerstr. 51/52.—. FreihcilSklänge". Souimer, Grünstr. 2V.—„Einig", Scheere, Blumenstr. 36.—„Morgenroth"(gem. Ebor), Rummelsbuig. Thiele, Türrschmidt- und Mozartstraßen- Ecke.—„Eäcilia"(gem. Chorl, Brandenblirg a./H., Dettermaun, Wilhelms- dorserslr. III.—„Rirdorser Männerchor Ir'. Ripdorf. Nilfche, Hermannstraße- und Miinchenerslraßen-Ecke.— Schneeglöckchen II", Potsdam, Hahn, Spandauerstr. 33.—„Textilia", Restaurant Waldemar- straße 27.—„Froh-Hossmmg", Faller. Pallas str. 16.—„Lora II", Cbar- lottenburg, Bartsch,«eesenheimerstr. II.—„Einigkeit II", Rielecke, Müller- tirofee 66.—„Sertaub Deittscher Gastivi�thSgrtUftu" Mörschel, Iubenstr.ZS —„Vereinigte Säuger", Deutsch-Wilmcrsdors, Witte. Berlinersir. 4v.— „SangcSlust II", Bergcman», Pascwatlerstr. 6.—„Ziinbkiolz". Abendroth, Badsir. 42/43.—„Rosenrot", Quobe, Schwebcnstr. Iis.— Männer-Ouartett- Gcsangv...Septime", Specht. Lousitzer Platz 2.—„Alpenröschcn", Hilgen- felb, Bergstr. 60.- Arpciter-Nouchcrbiinb Berlins und der lliiigckciib. Acnbernngen im Vercinskalenber sind zu richten an Eugen Raschle, Rirbors, Mahlower- siratze l, IV. Dienstag:' Rauch kl.„Elborado", Gruner Weg 120. Ebeling.—„Grüne Eiche", Urtanür. 87, Grieger.—, Ambalcma", Förster- sirnsze l?, Nelcl.— Reiler Berliner Rauchllub", Reichenbergersir. 146. Drvggc.—„PhSitix", Schöiicbcrg, Hauptstrage 07, Donath.— „Domingo", Walbcuiarstr. 16, Tauchert.—„Rote Rose", Boeckhsir. 21, Krebs.—„Kollegia", Reichcnbergerstr. I??, Bergner—„Einigteil I", Rirdorf, Miinchcncrstr. 49.—„Rauchan", Sirneonstr. 13, Ritsche.— „Kamerun", Weidcnweg 22, Fiallowsly.—„Palmerio", i.'aniprccht, Kastanien- Allee 95.—„Korea" Wcibemvcg 90, Junge.—„Waldmeister". Marienburger- strabe 16, Götz.—„Reuer Hain", rtangenbcckstr. 4,. Tcchlmeier—„Bnidcr- bunb", Gninauerstr. 5, Galiowstp.—„Blütendusl", Eotheniusstr. I. Fedtke —„Ruhiga", Britzerstrahc 46, Herzog.—„Lange Pscilc', Friebricheberg, Ruwnielöburgcrstr. 23,?Zcitzel.—,„Pscisenlops", Eaprivistr. 4, Wols— „Staurbyl", Rcu-Weibensce, Strenstr. 3, Stegemann.—.Gemütlichleii I", Wicncrstr. 7, Gläser.—..Diana", Schätz, Bremcrstr. 71.—„Immergrün". Mancgolb, Liegnitzerstr. 18.—...Kairo", Buttmannstr. 9. Engter.—„Blaue Wolke 1�", Putbuserstr. 30, Rcrmann.—„Blaue Wolle II", Rigaerstr 126, Bogt.—„Morgcnrpt", Landsberger Allee 44, Rolland.Gemütlichkeit II", Wrongclstr. 86, Ludwig.—„Nordpol", Hcnnigödorserslr 25. Jricke—„Bcilchcnbtan", Winsstr. 56, Dimle. Gesang-, Turn- unb gesellige Bereinc. Dienstag: Gcsangrcrcin „Maiglöckchen Nord", Kranz, Dunkerstr. 8.— Neuer Berliner Schachklub. Stralauerstr. 3—6.— Musikoerein„Frisch-Aus", Lehmann, Rcichenbcrgcr- strajze 19.— Rauchklub„Kräftiger Zug", Fröbcl, Skalitzersir 102. Zlrbeiter-Tchlvimmerbund. Zlnsragcn an E Brätle, Schulstr 24 Dienstag: Schwimaikluh..Vorwärts", abends 7 Uhr Volks Badeanstalt Schillingsbrückc.— Schwimmklub„Neptun", abends 7 Uhr Volls-Badeanstalt Moabit, Turniftr. 85a. Arbeiter-Turnerbund. Dienstag: Turn»...Fichte", Berlin, abds 8—10 Uhr: 2. Männerabt.: Skalitzersir. 55/56; 4. Männerabt.: Moabit, Siemcnsstr. 20; 5. Zllännerabt.: Ackerftr. 67. 6. Männcrabt: Stallschreiber- strafte 54; 1. Lehrlingsabt,: Fnedenstr. 37; 3. Lehrlingsabt.: Boeckh- strahe 17/20; 6. Lehrlingsabt.: Reichcnbergerstr. 67/70; 1. Damen- abtetlnng: Mariamicnufcr 1a..—. Tnrnv.„Eiche", Köpenick, Männer- u. Jngend- obteilung: Klcin's Hotel kWilhelmsplatz). abds. 7»/,— 9>/„ Uhr: Ucbungsst —„Freie Tunierschast Ripdorf- Britz", Wirsing, Knesebeckstr. 113. 6>,„ bis 8>.z Uhr: 1. Schiilerabteikung, 8l/„— lO>/, Uhr: I. Männer- und Lehrlings- abteiliing.—„Tilnierschast d. V. Nereus"(gegründet 1882', Männerabt., Reichcnbergerstr. 131/132, abds. 8-10 Uhr. Damcnabt Manieuffelstr. 7. adbs. 8— 10 Uhr.— Tnrnv.„Froh und Frei". Gros,- Lichterseldc. Paget, Ehaiissrcstr. 104, abends S'/j bis 10lA Uhr.-„Freie Turnerichaft" in Friedrichsselde, abends S>/z-10t/z Uhr, bei Bube. Prtnzen-Allee 30 Aebeiter-Ttcnographcnvereine.„Stolze"(Einigungssizstcn!), Luisen- städtisches Klubhaus, Anuenstr 16, abends 8>/i Uhr. VvvmiMkes. Kein Tag ohne Grubenunglück. Aus Sankt Ingbert (Pfalz) wird vom Sonntag gemeldet: In der Grube„König" bei Mittelbexbach wurden durch berabfallcndeS Gestein fünf Berg- lente verschüttei. Einer derselben ist tot, die übrigen schwer verletzt. Eine direkte Tclegraphenvcrbindung ist zwischen Zürich und Wien sowie zwischen Zürich und London eröffnet worden. Die diesjährige Bcrsammlung der deutschen Naturforscher uud Acrzte findet in den Tagen vom 17. bis 21. September in Aachen statt. Frau Luise Fröbcl geb. Leviu, die Witwe de? durch seine Verdienste um die Kindcr-Erziehung bekannten Pädagogen Friedrich Fröbel, ist am Donnerstag im fast vollendeten 85. Lebensjahre in Hani bürg-Eimsbüttel gestorben. Sie wohnte seit 1852, dem Todes- jähre ihres Gatten, in Hamburg. A»S Algier wird berichtet: Tie wiffenschastliche Erpedition Floinant wurde am 28. Dezember in der Oase Tidikelt von l2tX> Eingeborenen, welche von Ain- Salah her gekonnnen waren, angegriffen. Die Begleitmannschaft der Expedition, welche der Hauptmann Pein befehligte, schlug die Angreifer"zurück. Fünfzig der- selben tvurdon getötet. 64 gefangen genommen. Als däräut noch eine Abteilung Spahls zu der Expedition stieß, unterwarfen sich die Bewohner von Ain-Salah.H Marktpreise von Berlin am 6. Januar kvOtt »ack» Ermillllingen des kgl Polizcipräsidtinns D.-Elr. 15.— 14.60 13.90 15.20 14.30 13.50 4.32 7,20 40.- 45,— 70,- 7,- 1,C0 1,20 Tonne 14,- 13,80 13,- 14,40 13,60 12.80 . 3,62 4,20 25,— 25,- 30- 5,— 1,20 1.- van 60 Stück 1 kg ")Weizcn »Moßgcii Futtcr-G erste„ Haser gut mittel„ .. gering Richlstroh Heu -s-)Erbscii -slSpcisebohiie» -y�Liukeu Kartasseln, neue NtUdllristh, Keule 1 kg do. Bauch ,. *) Ermittelt pro wrrtschaftskannner— NotiernngSstclle— präsidiuni für den Toppclcentncr st) Kleinhandelspreise. P r o d u l I c n in a r k t vom 8. Januar. Angebot und Nachfrage waren am heutigen G e t r c i d c m a r k i tür Heide Brotartikel gleich un- bcdculcitd, Nehmer und Geber verhielte» sich abniarlcnd; mich die billigeren nordamcrikamschen Offerten begegneten bei uns kaum irgend welcher Kauf- chivcinestcisch Kalbst ei sch Hammelsteisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte- Barsche Schleie Bleie Krebse l I-k? per Schock 1.6V- 1.70 1.60 2,60 6,— ■2 20 2; SO 2,50 IM 2,90 1 40 12— 1,10 1,- 1,- »!- 1.20 1.40 1,10 1.- 0,80 1,46 0,80 3,- der Centralstelle der Prcuh. Land- ii»d uingerechuct vom Polizei- lust. Unter der Einwirkung schwächerer AuSlandSmcldungen wurden Weizen und Roggen 0,25-0,50 M. niedriger gesprochen. Die vorwiegend nominellen Preise stellten sich, so weit zu«Mitteln, wie folgt: Weizen per Mai 130, Juli 152,25 M, Roggen per. Mai 139, Jpli 137.26 M.(effektive Lieferung). Hajer lag ruhig, Rüböl stand in guter Frage. Am S p r i r> t u s m a r k t gestaltete sich der Loeohandel bei reichlichem Angebot etwas lebhafter. 70cr notierte 47,40(- 0,10). K awt 0 i s e l s a b r i ka t c. Feuchte Kartoffelstärke 10.40 M. la. reine Kartoffelstärke disponibel und Februar 19.75 M., April-Mai 20 M. Ab- fallende Priina-Onaliläten Stärle und Mehl 13,50-14,50 M. per 100 Kilo- grauuu. Eier-Bericht vom 8. Januar. Normale Eier je nach Qualität von 4,50—4,80 M. per Schock. Aussortiert« kleine Ware je nach Qualität van 3,50- 3,60 M. per Schock. Kalleier je nach Qualität von 0,00-0,00 N- per Schock. Tendenz: sehr fest. Briefkasten der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 6-8 Uhr abends statt. E. H. 68. Wenden Sie sich an die Redaktion der„Lederarbeiter- Zeitung", Berlin N, Prinzen-Allee 90. Alt-Wartha». Blumenstrabe 14. Werner. Wenden Sie sich an den Kreisverlrauensmann beschwerde- führend, wir können die Berichtiaung nicht ausnehmen. F. 166. 1. und 2. Ja.- R. S. S8. Es müßte Klag« ans Aushebuilg des Lchrvertragcs usw erhaben werden. Sprecheil Sic mit dem Lehrvertrag in der iurlstischcn Sprechstunde vor.— F. W. 166. Die Vereinbarung hat In" diesem' Jahrhundert dieselbe' Gültigkeit wie im vcr- stoffenen.— A. S. Z. l. Zur Haussilchung waren die betreffenden Beamten berechtigt. 2. Der Gastwirt ist wegen Beleidigung strafbar, soweit er nicht in Wahnichmiing berechtigter Interessen handelte. — R. M., Trebbin, H. B.'Z. Nein.— BKS. D. An die Ersatzkoiumission bis zum 15 d. M.— W. Illbrtch. Schristliche Zlniwort erteilen wir nicht. I. Die Meldung muß persönlich erfolgen. 2. Nein 3. Ter Sioat.— WtlleuinzSnbcrsich» vom 8. Januar 1666. niorgenS 8 Uhp. Slalioneu Swinenldc Haiiibnrg Berlin Wiesbaden München Wien 0« Weiler ö« ifi g» bl% 66 S O 65 OSO 65 SO ] 766 O 1 765 W | 764 W •I I 4 bedeckt—6 2 bedeckt-2 3 bedeckt!-2 I bedeckt! 2 4 Schnee— 0 äSchnec I 1 Siaiiouen )apara»da Zetcrsbing Cart Aberdeen ZK 772SSO 78lStill 767. W 759 SW 768 WNW '£■ || Wetter Ii__ öS B le iU § iä f"o 2.bcdcckt -Schnee 2chedeckt 2hlb. bcd Rwvlkig -16 — 16 g 3 1 Wetter. Prognose für Dienstag, den 6. Jaunar 1966. Zicniltch trübe»nd nebelig mit lcjchtc» Schnecsällcn, schwachen östlichen Winden und wenig veränderter Teiiiperatnr. Berliner W e t l e r b» r« a n. Für den Inhalt der Inserate nbcrniiiinit die Nedattion dein Publikum gegenüber keinerlei Pernntniortuiig T DicnStag, 9. Januar. Opernhaus. Der Prophet. Anfang 7'/, Uhr. Sch.iiispiclhanS. Torquato Tusso. Ansang 7l/j Uhr. Deutsches. Ter Probekandidat.?l»- sang 7l/z llhr. Lessing. Ter Tugendhof. Aufaug 7>/z Uhr. Berliner. Tie Herren Söhne. Anfang 7l/., Uhr. Schiller. In Behandlung. Aiisimg 8 Uhr Neues. Hosguuft. Ansang 7>/zUhr Westen. Der Zigeuuerbaron. Aiifaiig 7','z llhr. Thalia. Im Himmclhof. Ansang 7>/„ Uhr. Nesidenz. Busch und Rcichcnbach. Vorher: Die Richtige. Ansang 7>.'z llhr. Lnisen. Arme Reiche. Ans. 8 Uhr. Zentral. Die Geisha. Ans. 7»/, Uhr t!arl Weist. Kinder der Hölle. Au- sang 8 Uhr. Bicioria. Di« Venus von der Markt- halle. Anfang 8 Uhr. Friedrich< Wilhelnistädtisches. Im weihen Röß'l oder: Als ich wiederkam... Ankaiig 8 Uhr. Belle. Sllliance. Gastspiel des Schliericer Bauern- Theaters. Der Amcrikaieppl. Ans. 8 Uhr Metropol. Specialitäteiworstclliiiig. Die verkehrte Welt. Anfang 7r/, Uhr. Apollo. Speciatitäle»- ZZorsietlmig. Im Reiche des Jndra. Ansang 7-/, Uhr. Ncichshalle». Slettüier Sänger. Zlnsaiig 8 Uhr. Palast. Leute von heute. Spcciali- täteii-Voistelluiig. Auf. 8 Uhr. Posiogr< P„»op>tt»»>. Specials- läloii-Vvrsleliiing. Itrnnin. Hnvalideiistr. 67/6Ä. Täglich abends, van ö— Ig uhs: Sleenwartc. Taubenstr. 48/49.„Berlin vor 100 Jahren." Im Hörsaal. Dr. Nah: Irdisches und tüiistlicheS Licht. Ansalig 8 Uhr. CchilltrÄjtatel' (Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 llhr: In Beliandlnng. Komödie in 3 Attcu von Mar Dreher. Mittwoch, abends 8 Uhr: Ida« Kfithchcn von Heilbronn. Donnerstag, abends 8 Uhr: In Itchandlung. Carl IV eiss-Iheatep 6)r. Franksnrtcrstraste 13«. Kinder der Hölle. Großes Ausstatwngsstück mit Gesang von Hclsiug u. Free. Mufft von Wichcrt. Anfang 8 Uhr. Vorzugsblllets haben Gültigteit. Sonnabend, nachm. 4 llhr, Kinder-Vorstellung zu kleinen Preisen: Ui'Anis Tanl»cii»tra*se 48/4». Im Theator abends 8 Uhr: Berlin vor IOO Jahren. Hörsaal: Dr. Xass: Irdisches und künstliches Dicht InvalidcnMtr. 57/6«: Slermvarte. Kacliinittags 5—10 Uhr. Tägl. Tiialia-Theater. Tel. AmtlVa 6440. Dresdeneretr. 72/73. Täglich: Roch nie dagewesener Possen- Lacherfolg I Im Himmel Hof. Hauptrollen: Emil Thomas, Guido Thiclfcher, Fritz Heliiierding, Hans Jiiiikcriiia»», Herbert Paul- »iüllcr, M arg. Zlrasev, Ada Mi laut, Valerie Schaffer. Ansang 7'/. Uhr. Crtttrnl Tkeciter Direktion: lose ffsrenerx. Rur»och II Borstellnngen! Dir G 0 i s h n. Ansang 7>/z Uhr. Morgen»nd solgende Tage: Idle (»ciittia.— Sonntag, nnckim. 3 Uhr, zu halben Preisen: Zur Gedenkscicr Millöckers: I>cr Itcttclatndciit. �ineijenii-Theiitt;!'. DreSdenerstr. 96. Dir.: Emil Schnabl. 2V" Großer Erfolg!' ItHii Verliner Ronlotte ober: Direktor Striese auf Reise». Ansang 8 Uhr. Kaffeiierüffnung 7 Uhr. Soliilabend. den 13. Januar: 1. gr. Original-Maskenball. "Passage-Panopticu." Noch nie dagewesen: Sascha hebt mit den Haaren die SOO Kilo Anatomisches Museum Dienstags für Damen. Oolf von Neapel(letzter Monat vor der Ueberführung nach London). Speclalitäten-Voratellung von 7— 10'/. Uhr. Apollo-Theater. Im kslck iIkMs. Hiompsons Elefanten usw. Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Metropoi- Theater. Behrenftraste 55—57. Nene öebfttsl! Keue l>ebüts!! Liane de Vries. Pauline d'Argent. Lütke Carlsen. Kapoli. Carmen Rosario. The Clives. Mary Wolf, sowie das vollstündig neue Januar-Prograuiia. Um 930 Uhr: Die Senfations- Novität Niv �«i'livlii't« HVvZt" mit der fceniroficn Truppen-Revne. Anfang: An Wochentagen um 8 Uhr, an Sonn- und Festtagen um?>/« Uhr abends. CkSThüS PANOPTICÜM \cn! Xen! Ken! Cecil Rhodes Chamberlain Ohm. Krüger General Joubert Boerensoldaten. Cindarell». Drei IlUrchengrnppen. Relchshailen. Täglich; Stetiiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorvertauf 40 Pf. CJrossartlgjJProgra� W. Noacks Theater, Arunuenstrahe 16. ÄTen! Täglich: Xen Der©ocrciiltuicfl oder: Eine deutsche Familie i» Transvaal. BolkSschaufpiel»I. Gesang u. Melodram in 3 Abtetluiige» von A. Friedrich. Musik von L. Hartmaim. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. ffiaehrs Theater Oranlenstrasae 24. Täglich: Nord«nd Süd. Operette in 1 Akt van Linderer. .Am,»»nd Driinn ItUhrer, Origiiial-Verwandluugsdiiett. The two llrackfoords'. Akrobaten. Ansang 9 Uhr. Kasteneräffnung 7 Uhr. JSasBSÄOiicl liottbuserstr. 4 u. Heute Dienstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Anfang 81�hr. Zuui Schluß Alle sütlfBarrisous. Morgen Mittwoch: Ei» Ball ohne Dauie». Die Zeitungsspedition und das Bücher-, Bro schüren- und Cigarren-Geschäft von Antoii Kopp, Friedrichsberg, Friedrich Karl-Straße 4, wird nach wie vor im alten Geschäftslokal weiter- geführt. Gerstenberger. John. Stadthagen. 222/1 Cifkus Busch. Heute Dienstag. 9. Januar abends 71/, Uhr: MU* Elite-Abend Zum 60. Male: Die Camorra. Das kmposanteste Senfations Schaustück. ivelcheS jemals i» einetn CirkiioziirAuffühning gebracht worden ist. Besonders hervorzuheben: Unter- gang eines Dorfes durch Labaströme beim Ausbruch des Besnvs. Außer- dem: roIo-8plele zu Pferde. Ziethen ans dem Busch, große Schul- Quadrille, ger. mit 12 Lchiilpserden Me 3 sslger-Grnmtt vom Stamme, der Mangdatt» aus dem Innern von E'entral-'Afrika. Dir. linsel» mit feinen bisher un erreicht dastehend. Origiiml-Freiheits drrfluren.— Morgen'Mittwoch, den 10. Jaiiliar, abends?>/, llhr: Sports Abend und Die Eamorra. Wedding-Park XTUiler.. Strasse 178. «s Norddeutsehe Sänger. Magier, Wolf, Hohenberg etc. p Entree 20 Pf., Vorzugsbillets 15 Pf. 5 ötaiColdwaren spottbillig. Georg Wagner, Skalitzersir. 126[* —(nahe dem Kottbuser Thor).— Palast-Theater früher I'ccn-I'nlost, Burgstr. 22. Das große neue wunderbare J a n» a r• P r o e r i, in m. Saf 30 Künstler."WZHZ U.a.: Niagara-Trio, The Osadasan. Felicitas- Truppe, Bendix, Prevostl-Compagnle, Wardlnls, William Latours, Masaonl. Um 8Vj Uhr: Dir Willi. Fröbel in dem mivcrglcichlichen Voltsstück Itntt von IjeuU. Anfang T'/j Uhr. Sonntag: Konzert 6 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverk. 11—1. Jeden Sonnabend nach der Vorstcll.: Gesellfchaftsabcnd und Tanz. Besucher dcr Borstclliiiig: Frci-Tanz. ppit? l IN�P»Immerstr. 33, Ii III Lckllhv, Eike Markgrafciisltaße. Gr. Frühstücks-, Mittags- u. Abend- tisch. Franrdslachea Billard. Jeden Dienstag: Frische Blut-, Leber-»nd Grützwurst._ 3429L* Cie�kus Alb. Schumann. 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Januar, vormittags 9 Uhr verstorben ist, Die Beerdigung findet am Donnerstag, den U, d. M, nachmittags 3 Uhr, vomTraucrhause Friedrichöbergerstr l9 aus statt. Die trauernde Witwe. SveialllemoKrstisellei' Walllverein f. den 4. Berliner Reichstags- Walilkr., Osten. Am Sonntag, den 7. Januar, vor- mittags, starb unser altbewährter Parteigenosse, der Schankwirt Georg Panknin. Die Beerdigung findet Donnerstag- nachnnttag 3 Uhr vom Trauerhause, Friedrichsbergerstr. 19, aus nach dem Georgenltrchhof, Landsberger Allee, statt. 242/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Borstand. iemii somldeiiiMtiichtr - u. SAllkiliirte Berlins nnck l/aizro,»«»,!. Am Sonntag srllh 9 Uhr starb nach längerem Krankenlager unser Mit- glied, Kollege sS9/l Georg Panknin. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11, d M,, nachmittags Uhr, vom Trauerhause Jricorichsberger- strahe 19 auö statt, _ Der Vorstand. Allen Freunden u. Bekannten die traurige Nachricht, daß niei» herzinniggeliebler Mann, unser guter Batcr, der Galvaniseur Otto Martin nach kurzem, aber schwerem Krankenlager am Sonnragnach- mittag 1 Uhr sanst cntschlasen ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. Januar er,. nachmittags 1>/z Uhr. vom Trauerhause Gitschinerstrabe Li> aus nach dem Alten Jakobi- Kirchhof am Rollkrug statt 1700b Dies zeigen ticfbctrfibt an vi« trauernde Witwe Marie Martin geb. Hanneberg nebet Sohn und E. Menzel. ZoclllldtmokrMschn Mlvmin sur de» 6. ictlintc Reichstliis- MHIImis. V«i'ssiiliiiliiiilZs am Dienstag, den!». Januar, abends 8� Uhr. in den„Humboldt- Sälen"(Inhaber Motee). Hussitenstr. 41. Tagcs-Ordnung: 1. Bortrag dcS Reichstags- Abgeordneten klmanavl �Vlirm über: „Tie Weltpolitik und die Arbeiter". 2. Diskussion 3 Bereinsangclegcnheiten. sl8?/1» Gaste haben Zutritt, Der Vorstand. Die tSsnei-al-Versainintang: findet am 23. dS. Mts. statt. Achtung!'MW IWT' Achtung! »iIÄesrlieilllligzinszeliilieii-Ssdeites. Dienstag, den 9. Januar 4990, abcndS S'.'e Uhr, im Lokal „Englischer Garten", Sllexandcrstraße 27o: Ooffezltl. VersÄlMMluztg. Tages rOrdtiung: 4. Die Differenzen zwisdien Arbeitgeber und den Arbeitern der Firma C. R. Meyer, Kiistrinerplatz 9. 2. Gewerkschastliches. Die Tilchler derjenigen Werkstcllen, welche bei obiger Firma arbeiten lasse», werde» ersucht, in dieser Versammlung zu er. scheinen. 82/1 __ Der Eiliberuser: Emil Sauerzapf. Verein deutscher Schuhmacher. Mittwoch, den 10. b. M., abends Präc. 8'/z Uhr, im Lokal..Englischer Garten--, Alexanderstr. 27c(opcrcr Saal): General- Versammlung Tages-Ordnung: 4 GeschästS- und Kassenbericht vom 4 Quartal. 2. Jahresbericht s-ro 1899 3 Neuwahl der Ortoversvaltung. 4 Ausstellung der Kandidaten zur Generalversammlung am IS April d I, in Magdeburg und der Provinzial- konsercnz am 11 Februar S. I ü Bericht der Brandenburger Kommission und Neuwahl derselben 169/1 Bei der Wichtigkeit obiger Tagesordnung erwarten wir, dab jedes Mit» glied in dieser Bcrsaiiimlnng erscheint llie Ortsverwaltung. Nachricht, daß unser Kollege, der Maler Mann Riissow am 6. Januar verstorben ist.[124/1 Sein Andenken hält in Ehren die Filiale Berlin 44. der Maler und verwandten Bcrnfsgenossen Deutschlands. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Elisabeth- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet _ Der Vorstand. Deutsche Metallarbeiter-Gewerkschaft (Verwaltungsstelle Berlin). Am Mittwoch, de» 40. Jainiar, abcndS 8 Uhr, im Lokal des Herr» Ballschmieder, Badstrasie 40: Große öffentliche Versammlung T a g e's-Ordnung: 1 Die Absichten der Metallindnstriellcit und das Büvgerliche Gesetzbuch, 2. Diskussion 3. Merlstattaiigelcgenhciten 1700b 4>ic Vcrtraiicnslcnte. Freireligiöse Gemeinde Berlin. Am Sonnabend, den 20. Januar 1000. in Stccherts Festsälc«, AuhrcaSstrasie 21: Kffir® kt WeAr. Unser Mitglied[ISS/I It. II«»Ii ist am S. d. M. verstorben. Die Be- erdigung findet am Dienstag, nach- mittags um 4 Uhr, auf dem Marien- Kirchhof, Prenzlauer Allee 7 statt. __ Die Ortsvcrwaltiing. Für die vielfachen Beweise herz- lichster Teilnahme betu» Tode und der Beerdigung unseres lieben, un- vergeßlichen Bruders 1719b Franz Geite sagen wir allen Freunden und Be- kannten, insbesondere dem Gesang- verein.Sorgenfrei", unseren herz- lichsten Dank,' Die trauernde» Geschwister. Billets a 50 Pf. sind bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: A. Jänicke, Rixdors, Rentcrstr. 24, Hos 4 Tr; H Pccge, Rüdersdorfer- straße 48, Quergcb 2 Tr.; G. Bohne, Bruunenstr 141, H, 2 Tr.; Frau Kohlhardt, Alerandrincnftr 41,»H, 1 Tr.; E. Kornetzkn, Fürstemvalder- straße II, v. 3Tr.; P. Kuhirte, Prenzlauer Allee 204, H, 4 Tr,; F, Braun, Bartclstr. 13, 2 Tr.; Joerz, Große Frankfurterstr 15, pt.; Kowalszick, Bernauerstr. 79; W, Mohs, Am Oberbaum 2, 1 Tr, sowie in allen be- rannten Billetstellen und in unseren Sonntags-Borträge». 169öb Anfang 0t/z Uhr. Utas Stomitee. Buchbinder! Achtung! Buchbinder! Central-Kranken- und Bcgräbniskaffc der Buchbinder.(E. H. 33.) Verwaltungsstelle llerlln. Den Mitgliedern obiger Kasse zur Miiteiluna, daß von mehreren Mitgliedern am Sonnabend, den 20. Januar 1900, in Colms Festsälen, Beuthstraste 19, ei» Großer Wiener Maskenball veranstaltet wird, dessen llebcrschuß zum Besten kranker ausgesteuerter Mit- glicder bestimmt ist. In Anbetracht des guten Ziveckes ist eine zahlreiche Beteiligung erwünscht. Einlaßkarten a 50 Pf. sind in sämtlichen Zahlstellen, im Bureau deS Verbandes. Annenstrahe 50, sowie bei den Komiteemitgliedern zu haben, Abendkasse findet nicht statt. Ansang 8 Uhr. Das Komitee. I. 2f.; Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66. NB. Die Zahlstellen bleiben an diesem Abend geschlossen.[23/2 Möbel und Polslerwaren.®ÄÄet Arbeit, äußerst billige» fii4.f1 n 1 er Preise, empfiehlt ifL. Reichenbergerstr. 5. Audi Theilzahlung!(* 7nhn/,~9>/, und 12>/ Chlelln, für ttubemittelte. •IV, Uhr. abethstraste 84. Kraneblndcrei n. Blmuen- bandlnng von[3431C* Robert Meyer, No. 2. Itlarlannenstr. Xo. 2. Widmuiigs-Kränze, Guirlandeu, Bav- sträiißchen, Bonquets rc. werden sehr geschmackvoll ünd preiswert geliefert. Blnmenhandlttttg und Kraiizbindcrei von s3430L'' Otto Knsbs 49 a-Idinlral-tzitrasse 19 a empfiehlt Widmiingskränze, Sträuße. Kotillons, Topfgewächse aller Art. 'PhetegWhischts Atelier. Adalbertstr. 67(Eckhaus an der Adalbert-Brücke). Visit 13 Stck. und 1 Postkarte mit eigner Photographie 3 M, 7 Kabinett mit Postkarte 6 M. Vereinsaufnahmen ohne Anzahlung 50 X 60 a Bild 2 M. 75 Pf.[3441g« Mken-Arbttöbe. 05 v ö ii i c Auswahl. Billigste Preise.« Berein. Preisermäßigung. fr. fauhulu, Oranienstraste Nr.478 44. 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Der Vorstand. ■MKBBSK Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Db. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badtng in Berlin.