Anterhattungsblatt des Horwärts Nr. 197. Sonnabend� k>en 9� Oktober. 1909 (Nachdruck verboten.) 7]„Soldaten fein fchönl" Bilder aus Kaserne und Lazarett. Von Karl Fischer. „Schicken Sie sofort eine Ordonnanz zum Hauptmann, Unteroffizier Beierl" rief draußen der Feldwebel. Die Latrine habe ich verschlossen." „Ach was," sagte Mietzschke leise, der neben Volter lag, -„ich tu so, als ob ich austreten muß, und sehe nach, was es gibt." Damit stieg er aus dem Bett, zog sich flüchtig an und ging hinaus. Nach einer Weile kam er wieder herein.„Es hat sich einer erschossen!" flüsterte er seinen Kameraden zu.„In der Latrine!" „Wer?" fragten alle entsetzt. „Ich weiß nicht! Ein Alter steht an der Latrine Posten und läßt niemand hinein." Den Rest der Nacht verbrachten alle schlaflos. Die Nach- richt hatte erschütternd gewirkt. Jeder beschäftigte sich damit in seinen Gedanken, und der unheimliche Druck, der plötzlich auf allen Gemütern lastete, ließ keinen ein Wort sprechen. „Was wird den wohl in den Tod getrieben haben?" fragte sich Volter. Diese entsetzliche Tat gab ihm neuen Anlaß, seine eigene Lage zu überdenken. Der Gedanke, daß ihn das Soldatenleben vielleicht auch zum Selbstmord treiben könnte, durchfuhr ihn wie ein eiskalter Schauer. Nur das nicht! sagte er sich. Mag es kommen wie es will, das tust du nicht. Im Geiste sah er das tränenüberströmte, schmerzverzogene Geficht seiner Grete. Ein tiefes Mitleid durchfuhr ihn. Fröstelnd zog er seine Bettdecke bis dicht unters Kinn. Dumpf brütend erwartete er ungeduldig den Morgen. Beklommen stiegen die Rekruten nach dem Weckruf von (ihren Strohsäckcn. Der Stubengefreite, der sich gleich nach dem Aufstehen erkundigte, brachte endlich den Rekruten seiner Korporalschaft weitere Aufklärung. „Wer wars?" rief ihm Volter entgegen, als er wieder zur Tür hereinkam. „Biernacki," antwortete er. „Was? Der Pole von Stube neunundsiebzig?" fragte Beck. „Ja. Mit seinem Gewehr, mit einer Platzpatrone ge- laden— den Lauf mit Wasser gefüllt— hat er sich durchs Kinn nach oben erschossen. Eine ganze Menge Blut und Hirn soll er verspritzt haben." „Weiß man, warum er sich erschossen?" fragte Volter. „Es wird vermutet, er soll gestern abend einen Abschieds- brief von seiner Kleinen gekriegt haben." „Aber sich deshalb zu erschießen!" rief Mietzschke.„Das könnte mir gerade passen, mich wegen eines Weibes nieder- zuknallen." „Du weißt ja gar nicht, ob das der einzige Grund war!" fiel Beck ein. „Müssen wir da alle mit zum Begräbnis?" fragte Mietzschke. „Das glaube ich kaum. Der wird jedenfalls ohne mili- Kärische Ehren begraben." „Wie ist denn das?" fragte Mietzschke weiter. „Da werden acht Mann der schlechtesten Führung dazu kommandiert. Ich weiß es noch vom vorigen Jahr. Da hatte sich auch einer erschossen." „So ganz ohne Feierlichkeit soll das Begräbnis sein?" fragte Volter erstaunt.„Nicht mal seine Kameraden dürfen der Bahre folgen?" „Wie ein Hund unter die Erde gescharrt wird," rief Beck. ;,so wird jedenfalls auch der arme Pole in sein Loch geworfen werden! Aber er ist wenigstens weg und hört und sieht nichts mehr. Der Kaffee wollte Volter nicht schmecken. Auch von dem Frühstück, das er sich aus der Kantine gekauft hatte, brachte er nichts über die Lippen. Er sah immer im Geiste das unter- würfig verzogene Gesicht des armen Polen vor sich, mit dem hilflosen Blick, der nun für ewig gebrochen war. Was mußt du gelitten haben, dachte er. Ein bitteres Los, mißachtet von allen, in einer Schule des Zwangs, der eisernen Disziplin, und verraten von demjenigen, das einem das Liebste auf der Welt ist, zur letzten verzweifelten Tat getrieben zu werden! O Im Harten des täglichen Dienstes und in der Vor- bereitung zur Rekrutenvereidigung war das traurige Er- eignis bald aus den Stubengesprächen verschwunden. Der Dienst mit seinen vielerlei Anforderungen belastet den Re- kruten, macht ihn willenlos und stumpf, läßt ihm keine Zeit zum Nachdenken, zur Selbstbesinnung. Der Tag der Vereidigung mit seinen vielen Formalitäten war vorüber und die Ausbildung nahm ihren Fortgang. Die Zeit kurz vor dem Schlafengehen gab den Rekruten Gelegen- heit, ungestört miteinander zu verkehren. Zu dieser Stunde war die Bataillonskantine fast überfüllt. Wem von den Rekruten das lärmende Treiben im Bierlokal nicht behagtc, der blieb auf seiner Stube. Greskser war immer der erste in der Kantine, sobald die Putzstunde zu Ende war. „Hast Du gehört," rief Brinkmann dem am Tisch sitzenden Beck zu,„was uns gestern, wie wir nach der Vereidigung zur Kirche marschierten, ein Bäcker nachrief?" „Nee: was denn?" „Jetzt seid Ihr verkooft! höhnte der uns nach. Der Leutnant hats gehört. Der guckte den Bäcker darauf aber groß an!" „Das sind wir sowieso!" sagte Beck vor sich hin. „Und Weidemüller, die Schlafmütze, hat die ganze Zeit in der Kirche gcdachst," lachte Mietzschke. „Das Hab ich auch?" rief Beck.„Soll man sich vielleicht die Litanei von deni Pfaffen anhören? Das macht einen doch bloß noch dümmer mit seinen Märchen, als man schon ist." „Das sollte der Leutnant hören!" sagte Mietzschke.„Dep würde Dir aber schön—" „Was würde er denn? He? Das geht den gar nichts an, was ich glaube." „Hast Du nicht gehört, was der Leutnant neulich während der Instruktion sagte, als wir von Religionen sprachen?" „Was denn?" fragte Brinkmann. „Er sagte, alle Wege führen nach Rom! Und es gibt nur einen Himmel und eine Hölle. In eins von beiden kämen wir alle mal rin." „Ach so, das?" rief Beck.„Ich glaube, Du bist so naiv, Mietzschke, und glaubst alles, was man Dir erzählt. Mir kann der Leutnant nichts vormachen. Ich denke mir meinen Teil. Das ist noch das einzige, was man hier kann." „Ne, wenn man viel denkt, da wird man bloß noch ver- rückt!" sagte Brinkmann.„Aber es kommen einem doch manch- mal Gedanken, ob man will oder nicht.— Wie gestern bei der Vereidigung.— Wenn mans richtig nimmt, war das doch die reine Komödie. Nicht, Beck?" „Aber selbstverständlich. Das sind alles nur Sachen zum dumm machen. Wenn auch der Leutnant vor der Front steht und aufpaßt, daß wir den Eid richtig herplappern. Ob man das alles so meint und glaubt, was man sprechen muß, weiß doch jeder allein. Und dann— vereidigt oder nicht— wenn wir durchbrennen, werden wir bestraft." „Bloß, wenn vereidigt, schärfer!" „Warum, das möcht ich wissen.— Das ist auch so'ne Sache mit dem Kirchgang jeden Sonntag. Die meisten schlafen doch dabei. Da heißt's, wer freiwillig gehen will, Und meldet sich keiner, wird man dazu kommandiert. Wenns geht, drückt man sich ja davon, aber man muß nun doch manch- mal dran glauben." „Das schönste dabei ist," rief Brinkmann,„daß die Kirch- gänger ihre Brocken genau so zum Appell bringen müssen wie die anderen, die Zeit zum Putzen gehabt haben.— Bist Du fertig mit wienern, Beck?" „Ja, gleich!" antwortete dieser. „Gehst Du dann ein bißchen mit in die Kantine?" Damit hing Brinkmann seine eben fertig geputzte Koppel in sein Spind und setzte sich wieder an den Tisch. „Bei dem Krawall da oben kriegt man bloß Kopf, Wnerzen. M BTetße lieber hier. Ich gu'cks dann ein tvenig dem Mietzschke zu, wie der sich anstrengt." „Da hast Du recht!" rief Mietzschke.„Bei mir kannst Du lernen, was Putzen heißt. Guck Dir mal meine Koppel an. Wie das blitzt!" Damit hielt er sie triumphierend an den Lampenschein, daß es spiegelte. „Das wissen wir schon lange," entgegnete Beck, daß Du weiter nichts machst als Deine Klamotten putzen. Du willst es ja bloß bei den Spinnern raushaben. Deshalb müssen wir nur schwitzen, damit wir neben Dir nicht abstechen. Der Unteroffizier sagt da immer:„Seht Euch dem Mietzschke seinen Anzug an! Wie das alles blinkt!" Wir sind nicht solche Kriecher wie Du! Wir pfeifen was auf so ein Lob von einem Tressenritter, weißt Du! Und kapitulieren wollen wir auch nicht!" „Wer hat Dir denn gesagt, daß ich kapitulieren will?" rief Mietzschke. „Na, das merkt man doch an allem, was Du machst." „Gib Du nur obacht, daß Du nicht noch ins Loch kommst mit Deinen Reden. Das soll nur mal ein Unteroffizier hören!" „Was ist da weiter dabei? In zwei Jahren geht's doch heim! Aber wer dableibt, das möchte ich dg�n sehen." Bolter war jetzt auch fertig mit dem Herrichten seines Anzugs und ordnete die Sachen in seinem Spind. „Du hast doch meine geputzten Stiefel umgeworfen!" rief ihm Mietzschke zu.„Nimm Dich nächstesmal in acht! Du Dreckkafferl" „Wer sagt Dir, daß ich ste umgeworfen habe?" erwiderte Bolter.„Wenn Du so etwas behauptest, überzeuge Dich erst, ob es wahr ist. Und Dein Dreckkasfer bin ich nicht! Merk Dir das!" „Halt's Maul! Du Lackel! Du bist's gewesen!'.' „Wenn Du nicht ein paar Ohrfeigen haben willst, be- nimm Dich mir gegenüber anständig!" rief Bolter erzürnt. „Bon Dir doch nicht etwa?!" Damit stand Mietzschke auf und ging mit drohender Gebärde auf Bolter zu. „Bon wem sonst?" rief dieser. «Paß uff, wenn ich Dir die Backzähne einschlage! Du Tintentagelöhner!" „Wenn Du nicht bald Ruh' gibst, kriegst Du eins ab!" „Fang doch an, Du Schlappschwanz!" Plötzlich berührte er mit seiner geballten Faust Bolters Kinn. Dieser hatte ihm blitzschnell mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Durch diesen Schlag, der laut klatschte, daß alle in der Stube auflachten, wurde Mietzschke in Wut gebracht, und, einen Fluch hcrvorpressend, ging er Bolter zu Leibe. Den übrigen Rekruten der Stube machte diese Hauerei Vergnügen, und neugierig umringten sie die zwei, gespannt, wer der unterliegende Teil sein würde. lFortsetzung folgt.) (Nachdru» vervoten.) 81 Die Toaka. Von Otto Alscher. (Schluß.) Die Sehnsucht brannte noch immer in seiner Brust, als der Mond gekommen war und es still im Tale wurde, fie half ihm über die Mauer hinweg. Und er stand mit klopfendem Herzen und zitternden Gliedern vor dem schimmernden Brett, das hell fich vom dunklen Gartcngrund abbob. Aber er wagte eS kaum zu berühren. fröstelte voll Scheu und Aengstlichkeit und brauchte lange, bis er mit zärtlicher Hand das bleichende Holz streichelte. Er suchte und fand dann die beiden Hammer. Von dem Aste deS Baumes nahm er sie herab, und fie fielen ihm fast aus den Händen, so sehr zitterten seine Finger. Und da er mit ihnen das Brett berührte, erschrak er über den kurzen, scharfen Ton. den das Holz schwang. Doch er faßte fich und wieder schlug der Hammer sanft auf, der Schall aber sprang voll und weich zurück. Erst zaghaft und nur leise, dann immer lauter bebte die Toaka unter feinen Händen. Da aber der Rausch über ihn kam. die jauchzende Trunkenheit seiner Seele, sang auch die Toaka immer lauter, voller und mächtiger, bis die Nacht wach wurde unter ihrem Schall. Und mit den Tönen rauschte ihm die Zeit bin, sein ganzes Sein schwang sich auf, zog mit den Lauten, die herrschend über dem Dorfe lagen, in dem er nicht» war, als der armselige Teil einer verachteten, feindselig geduldeten Raste, deren irres Schmarotzer« dasein stolz übersehen wurde und nur dann galt, wenn man es be- fehden wollte.... Die Mutter des Rumänenburschen kam, sah erstaunt deS Zi- geuners Tun, schlug ihn. jagte ihn davon und keifte noch lange in daS nächtliche Zeltlager hinüber. Ein Tag verging mrd ein zweiter. Und an diesen beiden Tagen dachte der kleine Anrus nichts als:.Bin ich ein Dieb, daß man mich schlagen und schelten darf?" Sein Heller Kinderfinn war dunkel geworden und in besten trübem Schein zuckte es immer wieder wie ein greller- Blitz auf, der mit haßheller Lohe dorthin schoß, wo man ihm wehe getan. Der ganze Trotz seiner Raste bäumte sich in dem Knaben auf, wenn er daran dachte, daß man ihn Dieb genannt und geschlagen hatte. Ihn, der nach nichts als nach einem winzigen Teilchen ihrer Freude dürstete. Ihn, der empfinden wollte, was auch sie als schön und herrlich empfanden. Der sich an ihre Seite gesellen wollte, wenn sie der Strahl des Glückes beschien. ... Das sagte er sich wohl nicht, aber sein gekränkter Kinder« stolz blutete so in ihm, der noch das echte Feingesühl des Kindes für Recht und Unrecht hatte, welches die Erwachsenen längst auf ihrem Wege durchs Dasein verloren hatten, auf jenem scharfen» unebenen Grat, zwischen Gut und Böse, wo es kein sicheres Schreiten, nur ein stetes Hinüber- und Herüberpendeln nach beiden Seiten gibt, um das Gleichgewicht zu wahren. Ein Sonntag war gekommen, und die Rumänen tanzten. Da trieben sich die Zigcuncrkinder in der Menge umher, hinter den Wirtshaustischen und beim Lcbzeltstand. Oder fie glotzten nn- beweglich die geputzten Dorstchönen an. deren bunt ausgenähte Aermel, die perlenbestickten Gürtel und die silberschnürigen Fransen- schürzen. Da konnten sie staunen, und wenn im Reigenwirbel ihnen eine Schöne zu nahe kam, haschten sie zärtlich nach den flatternden Schnüren der Opreg, um fie für einen Augenblick, ach für einen Augenblick nur zwischen den Fingern zu fühlen. Doch gleich darauf drückte fich der lahme Jlia mit einem Stock vorsichtig um die Tanzenden herum, an die Zigeuner heran und trieb die Ueberraschten mit Schlägen und«cheltworten davon. Nicht lange aber währte es, und die Zigeuner schlichen von einer anderen Seite herbei. Und fie wurden nur übermütiger, je öfter sie der Krumme verjagte, wurden boshaft, verknöpften die Fransen der Dorfschönen untereinander, rissen ihnen die Spitzen herab, nur um den Verfolger zu ärgern. AnruS hockte mit Meila bergzu über den Tanzenden und schaute hinab. Und imnier, wenn er sah. wie man die Kameraden verjagte. wurde sein Blick trübe und er sagte zu Meila:.Sie stehlen nicht und doch schlägt man fie." Meila aber, dessen Augen in dem verstümmelten Gesicht doppelt unglücklich schienen, klagte:»Sie schlagen uns, weil wir fie nicht schlagen können. Wir sind nicht Diebe, aber weil wir arm find, sagen sie es, um uns schlagen zu können." Plötzlich fragte AnruS:„Hast Du schon gestohlen?' Meila schrak zusammen, schaute scheu um sich und seine Stimme wurde zum zaghaften Flüstern:„Einmal, da fand ich im Staube auf der Straße ein Messer, ein feines, schönes Messer. DaS nahm ich zu mir." „Das ist nicht gestohlen", entschied der Aeltere. Und wieder flüsterte Meila:„Aber ein andermal, da spielten die Kinder der Gaishi mit Kreuzern, die fie an eine Wand warfen, damit sie zurücksprängen und einen anderen Kreuzer träfen, der auf der Erde lag. Und ein Kreuzer sprang weit weg. bis in den Graben zwischen das GraS. Den fanden ste nicht. Ich aber hatte mir die Stelle gemerkt und holte ihn später." Anrus schüttelte nachdenklich den Kopf:„Auch das ist nicht ge- stöhlen: bist Du aber schon einmal in einen Hof gestiegen, hast Du ein Huhn geholt, eine Axt oder anderes?" „Nein," flüsterte Meila fast erschrocken. Und da der andere keine Frage mehr stellte, forschte nun er:»Hast Du das schon getan?" „Kein, ich will den GauShis nichts nehmen, denn dann hätten fie ein Recht, mich zu schlagen; ich will nicht, daß fie mich schlagen." „Haben sie Dich noch nie geschlagen?" wunderte fich der Kleine. Doch Anrus gab keine Antwort, preßte die Lippen zusammen und machte ein ttotzigcS Gesicht, so daß seine Züge alt und bitter wurden. Plötzlich erhob er fich.„Gehen wir fort l Was brauchen wir zuzusehen, wie fie tanzen. Für uns machen sie keine Musik; nicht unsere Burschen und Mädchen tanzen." Widerwillig nur folgte ihm Meila, fich oft umwendend und zögernd.... Doch als der Tag müde wurde, tollten die Kinder zwischen den Zelten umher. In jedem der raucherfüllten, braungebeizten gelte blatte ein Feuer, dessen Schein mit dem Abend stieg, und um das die Zigeuner saßen mit eintönigen, dämmerschweren Reden. Die Kinder aber tollten weiter. ES war, als müßten sie von dem verküntmernden Tag noch ihr letztes bißchen Freude haschen, als verkörperten sie des TageS Jauchzen, mit dem er der Nacht in die Arme sank. Ernst und gemessen aber nahm die Nacht dieses Jauchzen hin. Auch auf die Kinder sentte fich mählich ihr Ernst und gleich dem schattenden Flügel der Dämmerung glitten auch ihre Seelen ins Schweigen. Zu zweien, dreien saßen sie vor den Zelten und sprachen in die Finsternis hinein. Bald klang auch nur mehr hie und da ein halblautes Wort auf und nur fernes Hundegebell skandierte die Stille. Da sangen die Kinder leise ihr Schlummer- '„Me de baska dodo«jlana, me la rornne jonme kaua.. l.Mst und Stroh die Stätte war, wo die Mutter nnch gebar.. Doch plötzlich brachen sie ab. Drüben in einem der Hofe über der Mauer zeterte eine Weiberstimme. Ihr Keifen schlug plötzlich in den Abend hinaus, wurde immer heftiger, immer geller, überstürzte sich, schäumte auf in matzlosem Hätz und geiferte dann sprunghaft fort. Und keine andere, nur diese eine Weiberstimme war hörbar, die alles andere niederdrückte, unter der die Nacht in ungeduldiger Erregung zitterte. Plötzlich wurde eine Tür aufgerissen, man hörte wie daS Weib kreischend flüchtete, irgend wohin, in einen Raum, aus dem noch lange und dumpf ihr belferndes Schelten schlug. Als das Schelten begann, war Anrus aufgefahren, um wie ruhelos hin und herzueilen, die Mauer entlang schleichend, hinter der der Lärm erklang. Seine Glieder zitterten, sein ganzes Wesen war fieberhaft erregt, von einein matzlosen Hätz wider die erfüllt, welche die Stille der Nacht störten. Bald lag er auch wieder auf dem Mauerfirst, sah, wie fich drüben hinter dem Fenster einer erleuchteten Stube zwei Gestalten heftig bewegten, hörte das Gekreisch der Streitenden manchmal lauter in die Nacht schlagen, um wieder zu dumpfem Gemurmel niederzufinken. Und ihn» war, als gelte alle diese matzlose Feindseligkeit nur ihm, als wären die geifernden Worte des Weibes da drüben wieder Peitschenschläge nach ihm, der es gewagt hatte, die Mauer zu übersteigen, die fie von ihm, dem Zigeuner, trennte. Nach und nach wurde alles still drüben. Noch immer aber ver- harrte der Knabe auf der Mauer, von einer schmerzlichen Wehmut festgebannt. DaS Licht in der Stube war verlösckt, noch ein-, zlvei- mal grollte die Stimme auf, bevor sie der Schlaf erstickte. Da §riff die Stille breit in die Nacht hinein, über das ganze Dorf inweg und sättigte die Landschaft. Die Finsternis aber wurde massig und drückend. Auf einmal stand der Knabe im Garten. Er durchquerte ihn bis an da« Haus heran, tastete sich unter dem Fenster entlang und seine Augen stachen.durch die Nacht, um etwas zu finden, es zu haschen und bei sich zu bergen. Aber nichts als rauhen Mörtel und die rissige Rinde unbehauener Stämme überglillen seine leiden- schaftlich verkrampfte» Finger. Bei dem Stall war er jetzt. Warm und muffig schlug es durch die Fugen der Tür und das ruhig gleichmätzige Kauen der Ochsen kam durch die Dunkelheit. Doch die Tür lieh fich nicht öffnen. Wieder strich er durch den Garten. Plötzlich blieb er wie fest- ewurzelt stehen, wie zum Schatten geworden. Lange, lange. Und eftig schlug sein Herz. Dann wieder ein paar behutsame Schritte, ein spürendes Halten.... Der Knabe hatte die Toaka entdeckt, vom Baume gelöst und schob fich nun mit dem schweren Brett der Mauer zu. Geräuschlos huschte er hin, wie ein Schatten schwang er sich auf die Steine und von der Nacht aufgesogen, verschwand er drüben. So raubtier- hast und nächtig waren seine Bewegungen, so geschmeidig die Glieder, als hätte er sich schon hunderte Male als Dieb erprobt. Da der Knabe verschwunden, waren wieder friedlich Garten und Gehöft, schien so sicher und unübersteigbar diese Mauer, als gäbe es keine Menschen hinter ihr, einen Stamm, ein Volk, dessen Dasein nur ein Betteln vor den Häusern anderer ist... Als wüchsen aus diesem Volke nicht immer wieder Menschen heran, die so lange vor der Feindschaft dieser Mauer bangen, bis ihr Bangen zu Hätz wird, zu Hätz und Diebstahl. Zu Diebstahl werden mutz, wollen sie die ungerechte Strenge dieser Mauer vergelten. Atafpswede in Worpswede. Die Malerkolonie in dem kleinen Nest existiert noch. Man hörte lange nichts, wenigstens nichts besonders Rühmliches von dieser Schule. Heuer gibt eS nun eine richtige Worpsweder Kunst« ausstellung in Worpswede selbst. Wer dahin will, mutz in jedem Falle durch ein Stück der Landschaft pilgern, die seit einer Reihe von Jahren die Marke Worpswede trägt. Ob man nun vom nächsten Bahnhof her eine halbe Stunde zu Futz läuft oder, etwa von Bremen, wa« sich am meisten lohnt, hinausradelt über die hohen Chausseedämme, die in regnerischen Zeiten streckenweise durch ganze Seen von überschwemmten Wiesen führen. Von dem Momente an, wo sich die gut gepflasterte Fahrstratze in scharfer Kurve direkt auf das etwa zehn Kilometer entkernte Worpswede zuwendet, gewinnt die Landschaft mit ihren Moorkanälen, vereinzelten Bauernhäusern und Baumgruppen immer mehr das bekannte Gepräge. Zum Ueberflutz taucht bereits hier und da ein männlicher oder weiblicher Jnsasie der Kolonie auf, mit>nehr oder minder sentimentalem Faltenwurf der Beinkleider oder des RockeS. So tritt man wohl vorbereitet in da?.Kunst- und Kunst- gewerbehaus Worpswede G. m. b.$.* Denn auch das Kunst- gcwcrbe blüht hier, und zwar treibhausmähig. Heinrich V o g e l e r, der Chef der Kolonie, macht alles, will sagen: entwirft alles. Ganze Zimmereinrichtungen nach seinen Entwürfen, sind aus- gestellt, deren Vorzug, ohne datz etwas überraschend gutes geschaffen wäre, jedenfalls in einer Verbindung von Praktischem und Bebag- lickicm besteht. Vogeler ist ein betriebsamer Mann. Futzmatten, Tischdecken, Kindcrspielzeug— alles hat er gemacht. Sogar .Tapeten, per Rolle M. 1,50". Und das Geschäft geht anscheinend gut. AlleS was Automobile hat. kommt aus den nächsten Grotz« städten und kaust hier für ein paar hundert Mark„Heimatkunst". Nachdem man also festgestellt hat, datz hier weniger das(Se» werbe zur Kunst, als die Kunst zum Gelverbe geworden, begibt man sich in den kleineren der beiden Hauptbildersäle und findet mit angenehmem Erstaunen einen ganz niuen Vogeker. Einen Bogeler, der weder mit dem Geschäftsmanne noch mit dem Stilisten von einst etwas zu schaffen hat. Nicht als ob der neue weniger Stilist wäre. Aber er ist es auf eine neue Art: der Mann einer technisch spröden und inhaltlich oft fast flachen Flächenkunst ist neuerdings zu einer plastischen und warmen Raummalerei übergegangen, die man ihm mit nichten zugetraut hätte. Es wird versichert, er male jetzt— was früher nicht seine Gewohnheit war— nicht nur nach, sondern vor der Natur. Und man glaubt es gerne. Recht unleidlich waren ja zumeist seine Gestalten auS den deutschen Märchen oder zur.Versunkenen Glocke" und andere romantische Persönlichkeiten. In einigen Nebenräumen der Ausstellung ist so ziemlich das gesamte frühere Schaffen Vogelers ausgestellt, so datz man gut vergleichen kann. Auch die kümmerlichen Ansätze, den tragischen Humor Klingers zu erreichen, wirken dank der Ideen- armut durchweg peinlich. Man steigt schnell wieder hinab zu dem neuen Oelzeug deS vielseitigen H. V., das zumeist das Signum dieses Jahres trägt. Da sind autzer ein paar glühenden Blumenstilleben besonders drei nackte Frauengestalten:.Kommender Frühling",.Sommernachmittag" und„Antikes Märchen". Vor dem letzten Bilde bemerkte eine Ham« burger Scharfmachersgattin zu ihrem Hausfreunde:„Ich finde fie gar nicht so alt".(Sie hatte verstanden:.Antikes Mädchen".) Der „Kommende Frühling" ist ein leicht, aber etwas gespreizt zpandelndes Malfräulein, deren Gesicht und Körper(Vogeler malt immer Fräulein) gleich den Blumen um fie und unter ihren Fützen den Frühling ankündigen. Im„Sommernachmittag" liegt das nackte Mädchen auf dem Rücken im Grase, auf ihrer Hand sitzt ein Star, dem sie ein Lied zu lehren scheint. Alles sehr fein, sehr sonnig, sehr sommerlich. DaS vermeintlich antike Mädchen steht mit zwei ulkigen Meertieren am Strande, ein Segel naht aus der Ferne. Neben diesen Sommerszenen ein paar nicht ganz so neue Winterstücke, darunter besonders das mertwürdige„Wintermärchen", in dem ein früheres Motiv weiter verarbeitet zu sein scheint. Im ganzen: wenn Vogeler, der als WorpSweder Landschaftsmaler stets etwas zu sagen hatte, noch oft so kommen will, wird er willkommen sein. Aus dem sonstigen Bestand der Ausstellung verdienen besonder? die guten alten Sachen von Fritz Overbeck Erwähnung. Die „Mondnacht" und die„Winternacht" oder daS„Schlummernde Dorf" wiegen den grötzten Teil aller übrigen Bilder des Hauptsaalcs auf. Unter den Frauen weist M a'r t h.a S t o ck d e r die»persönlichste Note auf, freilich ist sie auch diejenige, die am wenigsten zu worpswedeln scheint. Ein Interieur mit Durchblick ist von eigentümlicher Ruhe und Weichheit. Hans am Ende und Mackensen find besonders mit tüchtigen Radierungen vertreten. Als weiterer Häuptling der Schule ist noch Modersohn zu nennen, der, ähnlich wie Vogcler, ein« Wandlung durchgemacht hat. Auch er ist mehr Naturalist— im wörtlichen, nicht im schulmätzigen Sinne— geworden. Er hält sich jetzt mehr an die Landschaft und weniger an seine Meinung von ihr und seine Stimmung vor ihr. Immerhin find seine Farben noch reichlich subjektiv gesehen. Nehmt hierzu noch eine Handvoll Schüler— denn eine Schule muh gewiffermatzen auch Schüler haben—, so ergibt sich in jedem Fall ein geschlosicnes Bild vom Stande der Worpsweder Kolonie. Es wird ja viel Unfug mit und in derlei Schulen getrieben, auch kommt etwas ganz Grotzcs nie heraus—, aber es kann ja nicht lauter Bäume, es mutz auch Sträucher und Kräuter geben. R. Franz. Oer IZlKoKolraiifd). Von Dr. A. L i p s i n S. Der Alkohol gehört mit dem Chloroform, dem Aether und vielen anderen in die Gruppe der in Fett löslichen Gifte, die, wenn fie fich in der Fettsubstanz der Zelle losen, die Sauerstoffaufnahme der Zelle behindern. Dadurch tritt eine Störung deS Stoffwechsels der Zelle ein: die Stoffwechselprodufte der Zellen können aus ihnen nicht weg- geschafft werden, weil es an Sauerstoff mangelt. Die Zellen werden gelähmt, sie ersticken. So sind Narkose und Alkoholransch die Folgen einer Erstickung, einer Lähmung nnsereZGehirnS. Bei einer oberflächlichen Betrachtung scheint es, datz Narkose und Alkoholrausch zwei ganz verschiedene Dinge find: bei der Narkose verlieren wir daS Bewutztsein, beim Alkohokrausch nicht. Blicken wir aber tiefer. Der Alkoholrausch kann vor allem von verschiedener Stärke sein. Man kann nur leicht angeheitert sein; man kann aber auch so bettunken sein, datz man vollkommen b e w u tz t l o S daliegt. Man ist dann tatiSchstch durch den Alkohol narkottfiert wie bei einer Operatton. Man fetzt sich dabei auch denselben Gefahren aus, wie bei der Rarkose zu Zwecken einer Operation. Nur datz die Lebensgefahr bei einer Trunkenheit bis zur B e w u tz t l o s ig kei t ganz un- vergleichlich grötzer ist. Die Narkose bei der Operation wird stets von mehreren Acrzten in Gemeinschaft ausgeführt, die bei den ersten Anzeichen einer Lebensgefahr mit allen Mitteln der ärztlichen Kunst beibringen. Die drohenden Gefahren lasten sick auch stets abwenden. Der Trunkene dagegen liegt bewustlos sich selbst überlassen. Und es scheint darum der Tod durch eine akute Vergiftung nach starkem Alkoholgeimß viel häufiger zu sein als der Tod in der Narkose bei Operationen. Während einerseits ein starker Alkoholgenuß tiefe Bewufitlosig- keit zur Folge hat, bestehen andererseits die Anfangszustände der Narkose zu OperationSzwecken in einem Rausch. Man beobachtet zu Beginn der Narkose sehr häufig, daß der Patient der- worreneS Zeug lallt, heftig mir den Händen fuchtelt. Der Patient zeigt jenen„AufregungSzustaud", der so charakleristisch für den Alkoholrausch ist. Lägt fich so auf Grund der Ersäieinimgen beim Alkoholrausch und der Narkose zeigen, daß sie miteinander identisch sind und fich nur durch einen verschiedenen Grad der Vergiftung unterscheiden, so bleibt uns nur noch übrig zu untersuchen, wie sich diese Er- scheinuugeu aus der Wirkungsweise der genannten Gifte erklären lassen. Bei der Vergiftung mit Alkohol oder Chloroforin werden nicht alle Ganglienzellen deö Gehirns in gleichmäßiger Weise angegriffen. Zuerst leiden die Ganglienzellen der Großhirnrinde. Führen wir die Narkose weiter, so werden auch andere Zellpartien des Gehirns sin Mitleidenschaft gezogen, so die Zellen des sogenannten„verlängerten Markes"(das Verbindungsstück von Gehirn und Rückenmark). Hier liegen die Zellen für die Regulation der Atmung, und mit ihrer Lähmung tritt Almungsstillstand und Tod ein.*) Aber auch die einzelnen Zellpartien der Großhirnrinde sind gegenüber den Giften in verschiedener Weise empfindlich: die eine» find früher, die anderen später erstickt. Unser Bewußtsein beruht nun auf einem ganz geordneten Zusammenarbeiten der verschiedenen Rindcnpartien des Großhirn?. Was wir logisches Denken nennen, ist dadurch bedingt, daß die Tätigkeit der Ganglienzellen aus verschiedenen Rindenparticn, die den einzelnen Si'incsorganen und Muskelgruppen zugehören, in gesetzmäßiger Weise miteinander in Beziehung steht.**) Es ist daher ersichtlich, daß, wenn einzelne Partien in ihrer Tätigkeit erlahmen, Lücken in unserer bewußten Tätigkeit, in unserem Denken entstehen müssen. Wir werden u n- logisch in geringcrem oder größeren Maßstäbe. Wir verlieren die Herrschaft über unsere Gedanken. Viele Vorstellungen, die sonst unser Denken und Handeln beeinflussen, es zu einem geordneten und gesitteten machen, fallen nun ans. Bei eiueni weiteren Grade der Vergiftung geraten wir in einen traumhaften Zustand, dem in verstärktem Maße ganz dieselben Vor- gänge zugrunde liegen— ein Ausfallen gewisser VorstellungSgruppcn in unserem Bewußsein. Auch»insere Träume sind ja nichts anderes als ein lückenhaftes Bewußtsein, als ein„partieller Wachzustand*. Es werden im Schlafe, wo das Gehirn ruht, nur manche Ganglien- zellen durch irgend einen Reiz, der von außen oder von den inneren Organen sso bei allerlei Krankheiten) kommt, aus ihrer Ruhe geweckt und zur Tätigkeit veranlaßt. Je stärker die Narkose, um so größer die Schädigung der einzelnen Zellpartien des Gehirns, und je mehr Zellpartien schon vom Gifte erfaßt sind, desto stärker tritt natürlich die Lähnumg unseres Bewußtseins auf. So ergeben sich ohne weiteres alle Neber- gänge von der ausgelassenen Heiterkeit und Grobheit bis zur allgemcingcfährlichen Trunkenheit beim Alkoholgenuß. Setzen wir die Aufnahme des Giftes noch weiter fort, so ist schließlich ein Zeitpunkt erreicht, wo die Großhirnrinde in ihrer Ge- samtheit gelähmt ist. Dann sind wir bewußtlos:.sinnlos be- trunken",„narkotisiert". Kleines Feuilleton. Astronomisches. Der Mond als Wolkenschieber. In früheren Zeiten find dem Monde allerlei Herrscherfähigkeiten angedichtet worden, die ihm gar nicht zukamen. Davon ist bis auf den heutigen Tag eine Menge zurückgeblieben. Allgemein gilt der Mond als Wettermacher; und daß beim Mondwechsel sich das Wetter ändert oder so bleibt wie es war, ist eine ausgemachte Sache. Der Mond sollte auch auf die Erdbeben einen Einfluß haben. Nun, alle diese Dinge sind längst durch die Wissenschaft widerlegt worden. Wenn dem Monde eine Rolle zufiel, dann könnte sie höchstens eine ganz geringfügige sein, nur eine auslösende. Aber auch davon kann keine Rede sein. Jede neue Untersuchung bestätigt das. *) Der Atmungsstillstand bildet eine sehr häufige Todesursache hei der akuten Alkoholvergiftung. Bei der sachgemäß durchgeführten Narkose mit Chloroform ist die hauptsächliche Todesursache der Herz- stillstand. Dieser Unterschied kommt daher, daß der Arzt die Narkose nie so weit führt, daß Atmungsstillftand eintritt; dafür aber wirkt das Chloroform sehr schädlich auf ein schwaches Herz. In der medizinischen Praxis wird darum bei Patienten mit schwachem Herzen der Aether dem Chloroform stets vorgezogen. **) Siehe den Artikel„Ueber das Gedächtnis"— Unterhaltungsbeilage des„Vorwärts" vom 6. Februar ISOS. Es liegt jetzt wieder eine Feststellung wifienschastlicher Art bor. die fich mit dem vielbehaupteten Einfluß des Mondes auf die Wolken beschäftigt. Der Mond soll wolkenzerstreuende Kraft besitzen derart, daß der volle oder nahezu volle Mond bei seinem Aufgang oder bald nachher am Himmel stehendes Gewölk„zerteilen" oder auflösen könne. Herr Meißner vom königlichen Meteorologischen Observatorium zu Potsdam hat nun in der Zeit vom 6. Januar 1894 bis 26. Juni 19