Nr. II, Kbmmemrltts-Kcdingungen: vbonnement«-Pret« vränuinerando: Bierteljährl. SM Mr., monail. i.ioMt. wöcheillltch LS PIg. fret ins Hau«. Einzelne Nummer ö PIg. Sonnlags» Nummer mir iüuNrlerier Sonntags- Beilage„Die Neue Welt" ll> Pfg. Post» Olbounemeni: 3.Z0 Marl pro Quartal. Siugelragen in der Poft- Zeiinngs- Preisliste für 1900 unter Hr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland S Marl pro Monat. 17. Jitlsfy. Erscheint täglich auher Montag«. Vevlinev VolksblAkt. Centrawrgan der socialdemokratischen Vcrrtei Deutschtands. Dt« Knsertions- Gebühr beträgt iur die sechSgespallcne Kolonel- zette oder deren Raun,«a Psg., sur politische und gewerli chastliche Vereins- und Versammlung«-Anzeigen 20 Psg. „Kleine Anieigen" sede« Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fei». Inserate sur die nächste Nummer müssen bi« 4 Uhr nachmillaaSinderErpedition abgegeben weroen. Die ttrpcdUion ist a» Wochen- lagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und gestiagen biSLUhr vormiiiags geossne:. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Telegramm-Adresse: „Soriaidemolrrat Berlin" Redaktion: SW. 19, Bentlz-Strasze 2. Expedition: SW. 19, Beuth-Straste 3. Ueber monarichfche Gesinnung. Man muß die Feste feiern, wie sie fallen, dachten die ostelbischen Junler, und so veranstalteten sie im Abgeordnctenhause die be-> zaubernde Debatte über die Discipliniernng derer aus ihrer Mitte die sich den Sport der parlamentarischen Opposition gegen die Kanalvorlage erlaubt hatten, obgleich sie Verivaltungsbeamtc waren Fraglich könnte höchstens sein, welches Fest sie eigentlich feiern wollten, ob den fünfzigsten Geburtstag der„Charta Wolbeck", der preußischen Verfassung, oder aber den Anbruch des 20. Jahrhunderts. Vom lg. Jahrhundert ist oft gesagt ivorden: Les rois s'en vont, die Könige trollen sich; vielleicht meinten die Junker, das 20. Jahr- hundert könne nicht würdiger eröffnet werden, als durch die Offen- barung, daß sich auch die monarchische Gesinnung zu trollen habe; wie schön sagte doch Herr v. Zedlitz, Miquel-Schwcinbnrgischcn An gcdenkcns, es sei„eine Ueberspannung des monarchischen Gedankens", die„subjektive Wertschätzung einer bestimmten Stelle" maßgebend sein zu lasse». Jedoch wenn jeder ehrliche Mann das Recht hat, über die junkcr liche Harlckinade zu lachen, so hat die Bourgeoisie dies Recht nicht. Sie treibt es mit ihrer monarchischen Gesinnung genau ebenso wie das Junkertum, oder wenn man ja einen Unterschied feststellen will, sie verheuchelt dies edle Gewächs menschlichen Denkens noch ärger. Um ein beliebiges Beispiel herauszugreifen, so drohte die„Kölnische Zeitung" in den achtziger Jahren offen mit der„Revision ihrer monarchischen Gesinnung", wenn die Krone nicht so tanzen würde, wie die Bourgeoisie pfiff; als dann aber die Bourgeoisie wieder hoffen durfte, daß Kaiser Wilhelm I. ihren Willen thun würde, brach der Oberbürgermeister von Köln— es war sogar der„rote Becker", der im Kommunistenprozeß zu fünf Jahren Festung vernr- teilt worden war— in die gefühlvollen Worte ans:„Lassen ivir doch die Numeriennig fort! Es giebt nur immer einen Stich ins Herz, wenn man von solch' einem hehren Herrn spricht, und indem man der Erste, der Zweite hinzufügt, gleich auch an seinen evenwellcn Rachfolgcr denkt; und nun erst bei Kaiser Wilhelm dem Siegreichen! 93ei dieser mir förmlich geheiligten Person möchte ich weder an dessen einstmaliges Hinscheiden, noch an seinen Nachfolger erinnert sein." Mitten in dieser schwärmerischen Verzückung hoffte die Bourgeoisie aber doch auch sehr auf den„Nachfolger" des„hehren Herrn"; in den 00 Tagen des Kaisers Friedrich stand die monarchische Gesinnung bei ihr ebenso hoch im Kurse, wie sie tief beim Junkertum stand! Seitdem aber, und besonders in den Tagen des Zickzackkurses, der seinen Namen davon trägt, daß die Krone sich zwischen Bourgeoisie und Junkertum nicht klar zu entscheide» vermag, wird die monarchische Gesinnung auf beiden Seiten als flau notiert, abgesehen von den Episoden,>vo sie auf beiden Seiten sich emporschnellt, nämlich dann, wenn die Krone eine»nzivcideutig feindselige Kundgebung gegen daS klaffen bewußte Proletariat erläßt. ES ist betrübend, aber ivahr: die monarchische Gesinnung streift alle ehrwürdig-patriarchalischen Schleier ab, in denen sie bisher einhergcwandclt ist, und entpuppt sich mehr und mehr als nacktes Politisches Geschäft. Woher sollte den herrschenden Klassen die monarchische Gesinnung denn auch kommen? Die preußische Geschichte ist bis in die erste Hälfte des IS. Jahrhunderts hinein nichts anderes als ein Klassenkampf zwischen König- und Junkertum; der König war absolut, wenn er den Willen der Junker that, aber wen» er sich dem Willen der Junker widersetzte, so wurde er von ihnen unterzuducken gesucht, und so weit ihre Macht reichte, auch wirklich untergcducki. Da in Ostelbien ihre Macht sehr weit reichte, so verlor das Königtum,>vcn» es mit den Junkern anzubinden wagte, auf die Daner regelmäßig das Ziel. In diesen naive» Zeiten war von monar-bischer Gc- finuung als einer auszeichnenden Blüte menschlicher Knltur noch wenig die Rede; wollte sich die Monarchie als rocbsr de bronce etablieren, so zeigten die Junker niit erfrischender Dreistigkeit, daß dieser Fels nicht von Bronce, sondern von Pappe luar. Bequenite sich die Monarchie dann den Junkern an, so überließen sie ihr fteilich gern die bescheidene Illusion, daß der Wille deS Monarchen daS höchste Gesetz sei. Erst mit dem Auftonimen der Bourgeoisie kam auch die Schau- stellung der monarchischen Gesinnung als politisches Kampfmittel auf. Gegenüber dem neuen und. wie sie instinktiv sühltcn, ihnen schnell über den Kopf wachsende» Gegner hielten es die Junker für ralsam, die Monarchie von Gottes Gnaden als ein Mcdusenhaupt vor ihre verrotteten Klasseuinteresseil zu halten, und die Monarchie zeigte sich so wenig von göttlicher Weisheit erleuchtet, daß sie sich zu der gefährlichen Rolle hergab. Karl I. von England und Ludwig XVI. von Frank- reich haben darüber ihre Köpfe ans dem Schafott verloren. Die englische und die französische Bourgeoisie war viel zu entschlossen und thatkräftig, um sich von einem Popanz schrecke» zu lassen; sie sagte sich ganz einfach, daß wer politische Macht erobern wolle, sich vor allem politischen Respekt erwerben müsse. Anders die deutsche Bourgeoisie, die, als ihr der Proletariersieg vom 18. März 1348 die Möglichkeit eröffnet hatte, gleichfalls polittsche Macht zu erobern, damit begann, sich beim König und Junkertum um den Respekt zu bringen, indem sie der tragikomischen Einbildung verfiel, das Junkertum durch ein überschwängliches Matz von monarchischer Gesinnung ausräuchern zu können. Von den Reden der Linken in der Berliner Versammlung von 1848 bis zu den Leit- artikcln, die heute in der liberalen Presse über die Interpellation Koller erscheine», tönt immer der Kehrreim: Wir Bürgerlichen sind die wahren Freunde des Königtums, die legnimra Pächter der monarchischen Gesinnung; die Junker wollen mir ihren Sonder- vorteil retten, indem sie die Krone vor ihren Karren spannen. Diese Politik aus der Kinderstube ist der eine Grnnd. weshalb die Schaumschlägerei mit der monarchischen Gesinnung in Teutschland «ine» so widerlichen Umfang angenommen hat. Der andere Grund besteht darin, daß. wie einst niit dem Auf- kommen der Bourgeoisie König- und Junkertum, so niit dem Auf- kommen des Proletariats König-, Junkcr- und Bürgertum aneinander rückten. Sie wurden einig, sobald und soweit sie ihre gemeinsamen Interessen bedroht sahen. Je mehr aber Junkertum und Bourgeoisie sich verschwistcrt fühlten in dem herzinnigen Wunsche, die Arbeiter- beivegung durch die monarchische Geivalt niederzuschlagen, um so mehr wurde» sie von den ehrwürdigen Schauern monarchischer Ge sinnung durchweht. Diese Gesinnung wurde jetzt das Zeichen, das den guten von dem schlechten, den edlen von dem unedlen, den reinen von dcni unreinen Menschen schied. Eine moderne Mystik tauchte auf, von deren weltentrückten Ausbrüchen der„rote Becker" eine klassische Probe gab, als er das Zählen verleugnete, um nur ja nicht daran erinnert zu werden, daß die„hehren Herren" auch sterbliche Menschen seien. Schade nur. daß den herrschenden Klassen nicht mehr vergönnt ist, ungestraft unter den Palme» ihrer heiligsten Ueüerzeugnngen zu wandeln! Indem sie sich als fromme Streiter um ihren Spcisctisch scharen, bricht unter ihnen selbst immer wieder der Krakehl ans, wer den besseren Platz an diesem Tisch haben soll, und in diesem sehr irdischen Zauke gehen dann auch so wunderbare Dinge znm Teufel, wie die monarchische Gesinnung. Jede ehrliche Ansicht hat ihr gutes Recht, auch wenn es nur eine rein geschäftliche Ansicht ist. Würden die Junkcr sagen: Wir brauchen die Monarchie, um die Bourgeoisie niederzuhalten, oder würden die Bourgeois sagen: Wir brauchen die Monarchie, um die Junler niederzuhalten, oder würden beide sagen: Wir brauchen die Monarchie, um die Arbeiter niederzuhalten, so wäre dagegen weiter nichts einzuivcndcn. Aber sie sollten endlich von einer Heuchelei lassen, die nachgerade sehr schäbig geworden ist, ivaS die nculichcu Verhandlungen des Abgeordnetenhauses wieder in tröstlicher Weise gezeigt haben. Am wenigsten täuschen' sie mit dieser Heuchelei die. auf deren Täuschung es ihnen in erster Reihe ankommt: die Arbeiter. politische Mebvestcht. Berlin, den 13. Januar. Ter Reichstag beschäftigte sich am Sonnabend wieder mit dcni R e i ch s a m t des Innern, und da diesem Amt alles Mögliche unter- steht, so bilden, die behandelten Gegenstände ein sehr bunt- scheckiges Ganzes. Wir greifen das Interessanteste heraus. Zunächst erhielten wir von Graf Posadowsky die Mitteilung. daß die Frage, das Abiturieutenexamen eines klassischen Gymnasiums nicht mehr als unerläßliche Bedingung zum Studium der Medizin zu betrachten, von der Regiening erwogen werde, und daß er persönlich dafür sei, das Examen eines Realgymnasiums ge- iiügen zu lassen. Tas tväre jedenfalls ein Fort- schritt. Ein größerer Fortschritt wäre es allerdings, wenn unsere sog. klassischen Gymnasien einer durchgreifenden Reform unterworfen würden, so daß sie den Anforderungen des Lebens und der Wissenschaft besser entsprechen, als es jetzt der Fall ist. Auch in Bezug ans das Frauen st udium sprach Graf Posadowsky ziemlich liberale Ansichten auS. Die Position: K o m m i ss i o n für A r b e i t e r statistik, ab unseren Genossen Reißhaus. Bebel und Hoch elegenheit. die Zustände in der thüringischen Spielwaren- Industrie, im Bäcker- und Gastwirtsgewerbe nnd in der Gold- schmiedbranche zu beleuchten und eine amtliche Untersuchung sowie Maßregeln der Abhilfe zu fordern. Die Notwendigkeit. die Hausindustne unter die G e w e r b e- A u f s i ch t zu stellen, ward wieder betont. Graf Posadowsky konnte nicht leugnen, daß Abhilfe notthue, aber die Ucbcrwachung der Hausindustrie sei eine zu schwierige Materie. Das beste sei — dies sagte er spcciell mit Bezug aus die Spielivaren- industrie— die Leute wendeten sich einem andern Gewerbe zu. Auf die Frage: welche? blieb er natürlich die Antwort schuldig. Uebrigens stellte er Maßregeln zur Ueberwachung der Motorbetriebc in Aussicht. Ein Fortschritt das, gewiß. Aber nur zollweiser Fortschritt.„Und wie lange schon," meinte Genosse Hoch,„hat man uns diese Maßregel ver- prochcn!" Wir haben sie auch noch nicht. Nur immer langsam voran! Bei der Position des Statistischen Bureaus brachte Genosse Thiele die Mängel der S t r e i k st a t i st i k zur Sprache— Mängel, die hauptsächlich dadurch entstehen, daß die Behörden sich um Information an die Polizei wenden, die durch gefärbte Brillen sieht, anstatt an die Arbeiter- organisattonen. Herr Regierungskommissar W o e d t k e ver- tcidigte die Praxis des Statistischen Bureaus so warm, daß er uinviKürlich den Verdacht erweckte, Urheber dieser Polizei- waxis zu sein. Gegen 5�4 Uhr vertagte sich der Reichstag. Montag ist keine Sitzung. Nächsten Dienstag 1 Uhr wird die Debatte über den Etat' des Reichsamts des Innern fortgesetzt. Außerdem 'tcht der Gesetzentwurf über die Konsulargerichte und das Patentamt auf der Tagesordnung. Am Mittwoch soll mjt det Debatte des neuen Unfallgesetzes begonnen werden. Für die„große politische Debatte" ist noch kein Zeitpunkt fest- gesetzt. Man»vartet auf Erledigung der leidigen Schiffs- beschlagnahmc-Angelegenheit.— j »Fr Nicht einzupökelu! Tie„Rheinisch- Westsälische Zeitung", welche die Interessen der Marinelieferanten vertritt, beschleicht ein banges Gefühl, als ob der Milliardenanftrag für ihre Geschäfts- freunde am Ende doch zerrinnen könne. Und sie mahnt des- halb die Regierung zur Eile. Wozu habe man den Agitations- hnmbug, der mit der Beschlagnahme deutscher Schiffe getrieben wird, insceniert. wenn man die Gelegenheit nicht ansnuho und mit dreimaligem Hurra in die gesegnete Wcltpolitik hineinrudere: „Mau sollte nun meinen, so wehklagt Krupps Blatt, daß unsere leitende» Kreise angesichts solcher Strömungen und Stinunuugen i» immer weiteren Volkskrcisen nichts Eiligeres zu thuu hal>cn könnten, als die längst angekündigte Flottenvorlage im Reichstag einzubringen und deren schleunige Verabschiedung zu bewirken. Indessen verlautet vielfach, daß die Regierung eine solche Beschleunigung nicht wünscht.' ES heißt, sie werde sich noch mit der Einbringung der Vorlage etwa? Zeit lassen und ganz damit einverstanden sein, daß der Reichstag zunächst die Etatsberatung fortsetze und beende, die anderen zur Entscheidung vorbereiteten Gesetzentwürfe, soweit sie von besonderer Wichtigkeit sind, verabschiede und sich alsdann erst der Turchbcratnng der Flotteuvorlnge zuwende. Sie lvürde hierbei der Wunsch leiten, daß bis zur endgültigen Abslimmnng über die Flottenvorlage die nötigsten Aufgaben des jetzigen Reichstages erledigt seien, damit nach der etwaigen Ablehnung der Vorlage' sofort die Auflösung des Reichstages erfolgen könnte. Das wäre sicher ein überaus vorsichtiges Verfahren, aber die Vorsicht er- scheint in diesem Falle doch recht überflüssig. Denn es ist kaum an. znnehm'cii, daß bei der gegenwärtigen Volksstimiuung die Flotten- vorläge abgelehnt werden wird. Aber anrh hier heißt eö» das Eisen schmiede», so lange eS heiß ist. Auch Flotten- bcgcisternng ist keine Ware, die man ohne weiteres ein- pökeln lau»,»m sie je nach Bedarf hervorzuholen und zu gebrauche». Sie muß namentlich bei uns zu Lande, Ivo man nur schwer und unvollkommen in Begeisterung zu geraten pflegt. recht schnell ausgenützt werden, sonst verfliegt sie wieder nnd ist nicht mehr da, wenn mau sie braucht. „Beim vorigen Flotteiigdsctz haben die jetzigen leitenden Männer im Reichs-Mariueamt durchivcg sehr geschickt und glücklich operiert. Es ist nicht anzunehmen, daß sie diesmal, wo sie eine ebenso ivichtige nnd schwierige Aufgabe zu erfüllen haben, minder geschickt und umsichtig handeln werden. Wir halten daher jenes im Reichs- tage umgehende Gerücht von einer Verzögerung der Flottenvor- läge für unbegründet. Die Fertigstellung der Vorlage, an der man immnchr fast ein Vierteljahr arbeiten konnte, kann keine im- übcrwiudlichcn Schwierigkeiten mehr bereite», auch wen» dazu noch so umständliche finanzielle Berechnungen erforderlich sein sollten. Der Zeitpunkt, sie an den Reichstag zu bringen, ist der denkbar günstigste. Mau beeile sich also damit»ach Kräfte», auf das, eS später nicht auch hierfür hcisic:„Was d« vom A�gcubkilkc anögcschlagcn. bringt keine Etvigkeit zurück!" Krupp verliert in der Gcschäftsangst die Geduld, nnd mit großartiger Naivetät enthüllt sein Leibblatt das Wesen der Flottenagitatton. Die Großindustriellen wissen sehr wohl, daß das deutsche Volk nirr im Rausch so sinnlos sein könnte, der Marineromantik sich zu ergeben. Darum hat man Tag für Tag durch betäubendes Gelärm versucht, die nötige trunkene Sinnlosigkeit herbeizuführen. Jetzt glaubt die Industrie den Augenblick für gekommen. Michel lallt ausreichend nnzn- rechnungssähig Begeisterung, so scheint es ihr, darum nniß die Regierung den Zustand Michels schnell ausnutzen und ihm. nach Art der Leichenfledderer, die Wertsachen aus der Tasche ziehen. 1898 hat die Regierung, so rühmt das Blatt, den Rummel verstanden, jetzt ver- paßt sie die schönsten Gelegenheiten. Wer weiß, morgen ist Michel wieder nüchtern. der Katzenjammer verschärft die Einsicht in die Sinnlosigkeit des Rausches. und die Krupp, Vulkan, Schichau haben daS Nachsehen. Michel läßt sich in nüchternem Znstand nicht fleddern! Fürwahr, durch diese Seelcnentblößimg hat sich die „Rhein. Wests. Ztg." ein großes Verdienst erworben. S o treibt die Industrie ihre Geschäfte, und mit beispielloser Frech- heit mutet sie der Regierung zu, ihren unsauberen Ratschlägen zu folgen. Begeisterung läßt sich nicht einpökeln— das bedeutet in diesem Falle: Lügen haben kurze Beine. Deshalb schnell ans Werk, so lange die Lüge noch nicht entlarvt ist. Sonst ist's zu spät— für Krupp!— Zaren- Reskript. Pünktlich, wie wir vorausgesagt hatten, ist zum russischen Neujahr eine Kundgebung des Zaren, die sich mit den inter- nationalen Verhältnissen befaßt, erschienen. Es ist an den Minister des Auswärtigen, Grafen Murawjew gerichtet und lautet: „Die hervorragenden Eigenschaften. die Sie während Ihrer diplomatischen Laufbahn bewiesen haben, haben mich im Jahre 1887 bestimmt. Ihnen de» wichtigen Posten des Ministers des Aus- wärtigen nnzuvertrauc». Ihre Ernennuug ist zusammengefallen mit beunruhigende» politischen Ereignissen. Die Erhebung, welche Auf d e r I n s e l Kreta zun: Ausbruch kam, sowie der türkisch- griechische Krieg, welcher infolge dessen ausbrach, drohten den Frieden und die Ruhe auf der gesamten Balkauhalbinsel zu stören. In Gemäßheit meiner Verordnungen ist es Ihnen bei Ihrer aus- gesprochenen Kenntnis der Geschäfte und bei der gerechten Schätzung der historischen Mission, die Rußland zugefallen war. gklflikgeu, den eingeleiteten Perhandlungen dt« gewünschte Richtung zu flcbcu und die glückliche Lösung der Schlvierigkeitc», Irelchc sich« ergeben hatten, herbeizuführen. Die Einführung einer autonoincn Derlvattung ans Kreta ilntcr der Lbcrleitüng des Prinzen Gevrg von Griechenland hat, indem sie eine neue Aera in dein Leben der Kreter markiert, den Agitationen ein Ende gc- macht, die seit so langer Zeil die Ruhe des türiischcn Orients trübten. Andererseits bcivcist die Aujrcchthallung der freundschaftlichen Beziehungen zu allen Mächte n den befruchtenden Einflus; der friedlichen und folge- richtigen Politik Rußlands. Zur Wahrung der wichtigsten Jnter- eilen des Staats bestellt, haben Sie, indem Sie sich den von in i r gegebenen Anweisungen genau anschlössen, mitgewirkt an der Berwirtlichnng der traditionellen Bestrebung Ruh- landS, im äußersten Osten einen eisfreien Ausgang ins osfene Meer zu gewinnen. Mit der chinesischen Regierung ist über die pachtweise Ueberlassnng der Halbinsel Kwangtüng mit den Häfen Arthur»md Dolny ein Einvcrnchinen erzielt worden, das von der Freundschaft und dem gegenseitigen 1 a" 3e»gnis ablegt. die zwischen' beiden großen �achbarrcichen bestehen. Dasselbe cutspricht den offenbaren Be- durfmssen RichlandS als einer Groß macht zur See und wird im Stillen Ocean ein neues C e n t r u m für Handels- �" d u st r i e- U n t r r n e h ni u n g e n der gesamten � c J, lcha.ttcn. Weitere Verhandlungen. Ivclche auf nieiiicn � efehl nut der englischen und japanischen Re- g r e r u n g eingeleitet wurden, haben zum Abschluß besonderer Ab- kommen gefuhrt, welche jeden Grund zu Mißverständnissen auf poli- tuchenr Gebiete beseitigen und Nußlaud die Möglichkeit geben, seine Kräfte der fortschreitenden Entwicklung der Wohlfahrt seiner Be> fltzuiigen im fernen Osten zu widmen. Ganz besondere Genug- thmiiig gewährt es mir, unter der Zahl der mir von Ihnen er» wiesenen Dienste die Bemühungen und die Sorgfalt hervorheben zu können, welche Sie darauf verwendet haben, um meine in innigen Wunsche, allen Völkern die Wohl thaten eines wahrhaft andauernden Friedens zu sichern, zur Erfüllung zu verhelfen. Tie Ergcb m„e der Thätigkcit der im Haag stattgehabten Kon r?"3 geben mir feste Hoffnung, daß s o l i d e Grundlagen für die Verwirtlichung dieses nicinem Herzen so teuren Zieles gelegt sind da alle Mächte die Lösung dieser Frage in ihrer Gesamtheit als möglich und nötig anerkannt habe n. Indem ich mich mit wirklichem Vergnügen Ihrer dem Throne gcwidinetcii so höchst mißlichen Arbeiten erinnere und besonders die Mitwirkung an- erkenne, die Sie der Entwicklung und Mehrung des Prestiges «iiBlaiids durch die glänzende Ausführung meiner Anweisungen und Absichten zum Zwecke der friedlichen Lösung der verwickelten Probleme der auswärtige» Politik gewidmet haben, betrachte ich eS als eine aiigenchmc Pflicht, Ihnen meine herzliche Dankbarkeit auszudrücken. Ich verbleibe für alle Zeit Ihr niibcräiiderlich ivohl- wollender und aufrichtig dankbarer Nikolaus." Das Refknpt— so nennt sich diesmal die Kundgebnng weniger feierlich— lehnt sich in Inhalt und Form nicht übel an unser Nlanifest an, in dem Mir die zarischen Gedanken an der Jahrhundertwende persiflierend vorausnahmen. Eines allerdings fehlte in unserem Spiegelbilde russischer Friedens liebe: Das Bewußtsein des Zaren von der eigenen, Geschichte machenden Initiative ist nie bisher so hoch gesteigert erschienen als in diesem Reskript. Graf M u r a w j e w ist nichts als ein Werkzeug. daS sklavisch die Ideen deS Meisters auf dem Throne ausführt, ein— Handlanger. Nikolaus will s e i n e i g e n e r Kanzler sein. Das cäsarische Größen- ocwiißtsein nimmt in Europa eine reißende Entwicklung. Sonst sagt das Reskript wenig Bemerkenswertes. Es zeigt die heut modische Mischung von Erobererp rnnk und F r i e d e n s>v o r t c n. Die kretensischen Wirren und der gricchisch-türkischc Krieg— schrille Disharmonien des„europäischen Konzerts" nicht zum wenigsten durch intriguantcs Grunzen des russischen Bären verursacht— dienen jetzt zur �olie der„historischen Mission Rrißlands". das alle Schlviorig- keiten löst und den Völkern den Frieden spendet. Ebenso erscheint die russische Eroberung in Ostasien. die an Gewalt- sanikeit hinter der deutschen„Pachtung" von Kiautschou sicher- lich nicht zurücksteht, nunmehr in der Beleuchtung von Freundschaftsdiensten, erwiesen dem in seiner Ohnmacht vcr- gewaltigtcn China. Nachdem das Reskript also an einige der Friedens- briiche und freundschaftlichen Gewaltthätigkeiten aus den letzten Jahren leise erinnert hat, gipfelt es dann in der Genug thunng ob der„soliden Grundlagen wahrhaft andancnrdcn Friedens", die im Haag gelegt sein sollen. Fürwahr, der Zar ist bescheiden geworden. Im berühmten Manifest von stand es anders. Vielleicht hat die Lehre von der Erbsünde des Zaren Hoffnungsüberschwana herab- gestimmt.— Deutsches Meich. / Gcflilukcr. Den offiziösen Nasenstüber der„Norbd. Allgem. Zeitung beantwortet das rheinisch-wcstsälische Krupp-Organ mit grol'sckirötigem Geflunker: „Wir können nur bctoiicn, daß nach uiisern sowohl in Essen wie London eingeholten Erkmidignngen eine derartige Lieferung nicht in Arbeit ist. Die Firma Krupp beobachtet seit' Jahrzehnten den wohl anzufechtenden Grundsatz, keinerlei Mitteilungen iraeudwelcher Art au die nichttcchnische Presse gelangen zu lassen. Aus diesem Grunde lehnt sie dies auch diesmal ab. Von durchaus sachverständiger privater Seite wird uns jedoch versichert, daß die betreffende Beschuldigung aus der Luft gc- griffen ist." Das glaubt natürlich nieniand. Herr Krupp ist eine Großmacht in Preußen. Herr Krupp hat daS Ohr des Kaisers. Wie würde das Regieamgsblatt es wage», ihm eiltgegeiizutreten, wenn nicht absolute Gewißheit vorläge, daß thatsächlich für England bestimmte Gcschosie auf den Kruppschen Werken in Arbeit seien, lind warum erklärt sich die stolze Firnia nicht in der technischen Presse, wenn ihre „Grundsätze" sie davor bewahren, fich in der nichttechnischen zu recht- fertigen?—_ Nativiial-sorialc Kolonialpolitik. I» ihrer Wasscragitation sind die national-socialen Führer, die Herren Naumann und v. Gerlach völlig wieder geworden, was sie waren: deutsche Studenten, die Vernunft und Wissen durch Radau- begeistcrung ersetzen. Dieses Treiben, das schon deshalb widerlich ist, weil eS in die intimst» Nähe gewissenloser Geschäftspatrioten führt, erregt jetzt auch in den Kreisen Unmut, die sonst mit national- socialen Ideen sympathisieren. In der„Ethischen Kulttir" rückt Professor Staudinger den Waffcrwütigcn zu Leibe, indem er der national-socialen Kolonial- Politik einige Bemerkungen widmet. „Man soll denken," schreibt Staudinger,„der Stoß, den die wcltcrobernde Kolonial- und Flottenpolitik Englands bekommen bat, müßte wenigstens die socialer Gesinnten uitter den deutschen Politikern zur Besinnung bringen; er müßte ihnen zeigen, wohin eine deranige Politik führen muß: zur Schwächung statt zur Stärkung der Nation. Aber es giebt wohlmeinende Leute, die weder ans früherer noch aus heutiger Geschichte zu lernen vennögen. Ebenso ver- gebens zeigt man ihnen, daß die Expansionspolitik des alten Rom deffen inneren socialen Halt zertrümmern mußte, wie man sie auf das eben vor unseren Augen sich vollziehende Weltgericht in Südaftika hinweist. Sie bleiben verrannt in ihren Traum von nationaler Macht, nationaler Weltpolitik, sie behaupten, zu- nehmende Macht bedeute zunehmenden Wohlstand des Volles, sie höhnen über die„Harmoniedusler', die im Verkehr milewlnrnider ans andere Machtfaktoren als die der biiitälen Gewalt hinweisen, sie vermögen über den Interessen g e g e n j ä tz e n die starken Fäden der Liitercsseu g e in c i n s ch ä f l nicht zu sehen, die heute schon alle Völler verbindet, und statt eine Lehre ans dem Schicksal Englands zu ziehen, jauchzen sie wo möglich, nun gehe es ans Erben, da wollten wir auch bei der Teilung dabei sein." Staitdinger führt dann einige nicht ganz so wassertmnken» Acußcrungcn von Natioiial-Socialcn an: „Sa warnt W e n ck in der„Hilfe" vor der„patriotische Phrase", die man bei nationaleii Machtfragen, so auch bei der heiin'gcii Flottenbewegiing an Stelle verständiger ruhiger AuS einaiidersctzlinge!! treten lasse. Er verlangt hier vor allein sorg fältige Prüsliiig der DeckungSfrage. und meint, die Hauptsache sei heute«ine„Politik der Offensive zur Erringung größerer polirischer Freiheiten". Ebenda wendet sich Damaschke gegen eine Kolonialpolitik, die„zuerst und zum Hauptteil großen Spcku laiiteiigcsellschasten zu gute kommen". Und solcher Stimnien findet man öfter: „Es ist zu betonen, daß eine ernste Durchführung derjenigen Bedingungen, wie sie letztgenannte National-Sociale gestellt haben, sie principiell aus denselben Boden mit uns stellen würde. müssen konsequenterweisc auf das entschiedenste gegen Kolomakpolitik imd Flottenvermehrnng unter heutig«« Auspizien eintreten. Denn die heutigen Flotten- und Kolonialforderungen werden ganz iniabhängig von im G e g e n s a tz e zu jenen Bedingungen gestellt, ,md wenn rS möglich wäre, jene Bcdiugnngen ein zuschalten, so würden zweifellos dieselbe» socialen Mächte welche heute jene Politik in erster Linie vertreten, zu ihren Gegnern, nicht zn ihren Anhängern gehören, weil ja dann nichts mehr für sie zu fischen wäre. Daraus folgt, daß die Uebcrwindung der heute den Staat für sich monopolisierenden «nd daher so„patriotischen" Geld- und Agrannächte und ihr- Beugung unter das allgemeine Staats- und Volksiiitcrcsie eine unerläßliche Vorbedingung jeder Kolonial- und Flottenpolitil sein mich, der der social gerichtete und Vaterlands liebende Mann seine Ziistimmling geben könnte.. „Bor allem dürfen wir uns nicht durch den tönend«« aber hohlen mid zweideutigen Ruf betäuben lassen:„Zunchmciide Macht bedeutet zunehmenden Wohlstand!" Macht und Macht sind eben sehr zweierlei. Wohl giebt es eine Macht, die zugleich Wohlstand bedeutet. Das ist die Verbindung der geistigen und sittlichen, der wirtschaftlichen mid politischen Kräfte zu e i n h e i t lichem Zusammenarbeiten, Aber diese Macht ist etwas ganz anderes als die Korsarenmacht, die mit Snßeren Machtmitteln sich rüstet, mn andere zu„beerben".„Deutschland einst der Erbe Englands auf dem Weltmärkte! Das ist der Gedanke der die Deutschen eitthustasmiert!" so ruft Herr v. Gerlach („Hilfe" Nr. 48) aus. Wehe uns, wenn dieser Ruf wirklich die Deutschen ciithiisiasmicren sollte. Wir würde» dann nicht lange„Erben" bleiben, sonder» sclbce alsbald von Völkern beerbt werden, die jene andere Macht und deren Grundlagen besser zn würdigen verstehen, als wir. Für uiiS Socialdeniokratcn bieten ja diese Ausführungen nichts Neues. Für»ns ist die Marrinc- und Kolonialpotitik keine Streitfrage. da sie nur eine, und vielleicht die roheste Form iapita listischer Ausbeutung darstellt. Aber es ist nicht ohne Interesse, eine Stimme aus der Nachbarschaft der National-Socialcn zu veniehmen, die zeigt, daß diese unecht social gefärbten deutschen Studenten weit cutfernt, bis„in die Reihen der Socialdemokratie" hinein mit ihren Thorheitcn Anklang zu finden, in ihrer eigenen Umgebung Wider- 'tand begegnen,— Die Junkerdemokraten. Begreiflicherweise ist die„Kr eu z-Z eitu n g" mit dem Vcr- ln»f der Vcrhaiidluiigcii über die Beanitcnmaßregcluiigeii außer- ordentlich zufrieden. Sie findet die Debatte„würdig" und rät dem Vorwärts": „DaS socialdcmolratische Organ sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Reden der beiden konservativen Wortführer im Stenogramm nndfiziilcicn, dann würde es sich über konservative Aiiffassiuig der Siellimg königstreuer Abgeordneter zur Staatsregienmg besser zu orientiere» vennögen. Wir hätten wohl sehen wollen, wie der Verlans der Iiitcrpcllatioiis- dcbattc gewesen wäre, wen» auf der Rechten.frisch entlehnte demokratische Grundsätze" vorgchcrrscht hätten! Gerade unter konservativer Führung war ein so würdiger Verlauf der Ver- haiidlmigen überhaupt nur möglich." „Die„Kreuz- Zeitung" ist mithin der Meinung, man hätte der Regierung noch viel gröber den Text lesen lönnen. Ihren Rat aber, das Stenogramm zu stiidicrcn, befolgen wir gern und stellen alten- mäßig einige königStrene Aenßerungen fest. Herr v. Koller „würdigte" die Acckesche Verinahiiung der Londräte wie folgb: Soviel ist denn doch durch die Wände deS Ministeriums des Innern, hindiirchgesickert und aus Artikeln der regierungsfreund lichen Blätter zn ersehen gewesen, daß im wesentlichen die Ansprache dahin gelautet hat: stimmt für den Kanal; sonst werden die schlimmsten Maßregeln gegen Euch ergriffen werde». Wie hat der Herr Minister deS Jimcrn sich dazu hergeben können! lSehr wahr!) Wußte er denn nicht, daß daS mit Artikel 83 und 84 der Verfassung in Widerspruch steht? Wußte er nicht, daß er ehrliche, anständige Leute vor sich hatte, die sich von der Erfüllung ihrer Pflicht nicht durch Versprechung eines Vorteils oder durch Androhung eines Nachteils würden abhalten lassen?(Sehr richtig!) Der Herr Minister wird sich vielleicht damit entschuldigen, er habe nicht anders gclonnt; das sei so im StaatSministerinm oder im Kronrat beschlossen worden. Das ist keine Elitschnldigung. lSehr richtig!) Dagegen hatte der Herr Minister, wenn er wollte, einfach die Erklärung zu setzen: das mache ich nicht mit, dann bitte ich um meinen Abschied. lSehr richtig!) lind ich denke, die Worte:„Tann bitte ich um nieine» Sibschied" werden in dem Lexikon prcustischcr Minister dem, doch noch zmveilen zu finden sein. Dann die Erklärung der Sonveränetiit der Landcsvertrctung durch denselben Herrn v. Köllcr: „Wenn es aber sein sollte, daß daS HanS wiederum diese Borlage ablehnt, dann hat die königliche Staalsregiernng keinen anderen Weg mehr zur Erreichung ihres Zieles, als daß sie dieses HauS auflöst und ei» neues wählen läßt,(«ehe richtig! links.) Davon würde ich wiedernin abraten. Denn wenn der Kanal allein zur Parole bei den Wahlen gemacht wird, kann eS sich leicht ereignen, daß bei dem großen Widerwillen, welcher in vielen Teilen des Landes gegen den Kanal herrscht, ein kanal- feindlicheres Haus kommt, als jetzt vorhanden ist. lSehr richtig! rechts. Ruf: Abwarten!) Gewiß. daS muh abgewartet werden. Und wen» auch das neue Haus den Kanal wieder ablehnen sollte, dann hat die königliche Staats- regicrung keinen ander» Weg mehr, als daß sie sich dem wiederholt ablehncnden Votum der Landesvertrctung fügte. Dieses Fügen, wenn es in dem rechten Sinne geschieht, wird nicht sein eine Niederlage, sondern wird sein ein Sieg— lHc'ter- keil links)— jawohl der schöiffte Sieg, den der Mciisch erfechten kann, den Sieg über sich selbst." Dieser Rat, sich dem Willen des den Landtag beherrschenden Junkertums zu unterwerfen, in einer Angelegenheit, die König und Regierung für eine nationale Lebensfrage erklärt hatten, ist ein Uebermaß königstreuer Gesinnung, das eben nur ei» Junker noch sür verträglich mit' monarchischer Gesumung ansieht, während jeder andere eine solche Aufforderung sür die Proklamation der Par- iamentsherrschaft. allerdings unter ostelbischer Zwangs- erziehung, halten muß. Wenn die Junker bei derlei«enßenmgen noch nichts zu„finden" vermögen, dann müssen sie innerlich von dem AusübungSrecht ihreS Absolutismus in einem Grade überzeugt sein, daß dem gegenüber die anderen Gewalten deS Staates zu dein Werte des LaiidwirtschaftSmiliistcrs herabsinke», der Von den Agrarietn bKaimtsich Mich Stall gesetzt winde.— der Böllers Socialdemokratie, Seeleute und Herr OfstziosnS. Tcr 'Ofstziosiis der„Verl, Korresp." erwidert nochmals in langatmigem Artikel auf unser» gestrigen Leitarlikel über den Entwurf einer See- mamtsordniing. Es isl nicht nötig, unseren sachverständigen Mit- arbcilcr, der imS jenen Artikel schrieb, nachmals zn bemühen. Denn die Aittwort der„B. K." bedeutet auch nicht einen Versuch, irgendwie die von uns vorgebrachten Thatsachen zu widerlegen oder zu eut- kräften. Tcr Offiziosus ergießt sich in Ausbrüchen deS Unwillens ob der„haßerfüllten Deklamationen" des Fachvrgans„Seemailn". anS dem zn ersehen sei.„wie tief im soeialistilchen Sumpfe die „Scemaimsbewegung" stecke" ze. k. Das ist die rechte Art! Man macht ein gänzlich unzureichendes lArbeilerschutz-Gesetz und, sobald Kritik dagegen Agitationen einschreitet, schreit Sehr bequem.— man über„socialdeinokratische Tie Sehnsucht nach dem Volke. Daß unsere Genossen Auer, Bebel, Heine und Schippe! es abgelehnt haben, den Wasjerfanatikern volle Versammlungen zu verschaffe», wird dein Organ Masses und dein des Karl Peters, dem semitischen„Berliner Tageblatt" und der antijemitelnden„Täglichen Rniidschan" zum Anlaß des gleichen sinn- reichen Einfalls. Das„Berliner Tageblatt" meint: „Dieses Verhalten wird als ein neuer Beweis für die Au- nähme betrachtet werden müssen, daß die Bekämpfung der Flotten- plänc mehr den Bedürfnissen der socialdemokratischen FraktionS- Politik als den Anschannngen derjenigen Arbeiterlreise entsprich-. welche das Hauptkoiningent der socialdemokratischen Wählerschaft bilden." Und die„Tägliche Rundjchau" klagt: „Es bleibt also dabei, daß sie auch fernerhin Schweigen, Ver- werfen und Schimpfen im„Vorwärts" als die der größten Partei Deutschlands angemessenste Haltung gegenüber der wichtigsten Lebensfrage der Nation ansehen." Daß man bei der Beschäftigung mit der neuestdeutschen Welt- Politik unwillkürlich in die EemiUsslimmung Münchhausens gerät. läßt sich verstehen.' Indessen so weit braucht man doch de» Schwindel nicht zu treiben.„Berliner Tageblatt" und„Tägliche Rundschau" wissen doch ganz gut. daß die Socialdemokratie seit der Ankündigung der Flottenvorlage überall in öffentlichen Volksversammlungen sich zu diesem Anfall geäußert hat. Erst in dieser Woche hat sich eine Berliner Versammlung des sechsten Wahlkreises mit der Flottenfrage beschäftigt, mid wenn es den Herren von Schweinburg bis Schmoller ernst mit ihrer Ansicht von den Flottcnneigniiaen der Arbeiter wäre. dann hätten sie ja dort in der Diskussion unsere Genossen bekehren lönnen.— Potsdam und Berlin. Die Kaiserin hat an die Stadt- verordneten-Versaminluiig von Potsdam ein Schreiben gerichtet, in dem es beißt: „Mir ist eS stets eine besondere Freude gewesen, daß Magistrat und Stadtverordiicten mit der sorgfältigen Einrichtung und Äer- waltung aller städtischen Angelegenheiten stets auch mit Herz und Hand trotz geringer Mittel die Förderung aller kirchlichen und geistigen Jiitcressen der Bevölkerung zu verbinden gewußt, wie sie in der Erkenntnis, daß mit dem leiblichen auch das geistige Wohl eines Volkes zu pflegen sei, mir stets mit Treue und Opserwilligkeit zur Seile gcstandeil und so auch danl der umfasieilden Hilfe des Evangelischen lirchlichei, Hilssvereins und deS Berliner Kirchenbau- Vereins unsere Stadt zu einem in jeder Beziehung muster- ii l t i g e ii ch r ijst lichen Gemeinwesen emporgehoben -oben, wodurch mir und den Meinen der Aufenthalt hier stets be- sonders lieb und wert sein wird." Berlin erhielt bekanntlich aus derselben Feder ob seiner Gott- losigkeit ein sehr ungnädiges Handschreiben.— Hinaus gefallen! Alle gemaßregelten Landräte sollen, wie die„Deutsche Tagcö-Zcituiig" erfährt, demnächst wieder angestellt werden. Natürlich werden sie avancieren. Diese unschgidigen Uiitcrinchiingsgcfangenen werden angemessen entschädigt!— Tic Nmgestaltnng deS GcrichtSvollzicherwesenS» für die im preußischen Etat Mittel gefordert werden, ist veranlaßt durch die am 1. Januar in Kraft getretene Gesetzgebung. Einerseits kommt bei den Zustcllniigcii von Amtswegen jede Mitwirkung der GcrichtSvollzicbcr in Wegfall, andererseits wird die erhebliche Ver- mchruiig der PfäudiiiigSvcschräiiluiigeu»ach Ansicht der Regierung zur Folge haben, daß die Zahl der Zwangsvollstreckungen überhaupt sich vermindert und mehr den verbleibenden Zwangsvollstreckungen die Zahl der eine geringere Gebühreneimiahme ertragenden fruchtlosen Pfäiidungsversiiche sich vermehrt. Die Folge davon würde eine Ver» Minderung der Thätigkcit und der Einnahmen der Gerichtsvollzieher sein. Bisher vereinnahmen die Gerichtsvollzieher �die von ihnen ein-- gezogenen Gebühren für eigene Rechnung, der Staat hat ihnen nur ein Mindesteinkomineii von 1800 M. gewährleistet und zahlt in den- jenigen Fällen, wo dies nicht erreicht wird, die Differenz zwischen� üeser Summe und der wirklichen Einnahme. Für den Staat hat. dies die unenvünschte Folge, daß er beträchtliche Ausivendungen zur Ergänzung des Mindesteinkommens unzureichend beschäftigter Gerichts- Vollzieher machen muß, während andere Gerichtsvollzieher Einnahmen bis zur Höhe von 2V 000 M, beziehen. Dazu kommt, daß die Gerichtsvollzieher, um möglichst hohe Einnahmen zu erzielen, zu eiiieiii Konkurrenzkampf genötigt sind, der aus Kosten der Schuldner geführt wird. Die vielfachen Klagen über die üb'er mäßige Härte der Gerichtsvollzieher treffen gerade die ani stärksten beschäftigten Beamten, sie finden ihre Er» klärinig in dem Bestreben, sich den Ruf eines erfolgreichen Voll» trcckniiaöbeamten und dadurch eine größere Zahl von Aufträgen zu verschaffen. Mehrfach hat auch das Bemühen um Erlangung mag» lichst vieler Aufträge zu unerwünschten Beziehungen zwischen einzelueii Gerichtsvollziehern und BnreauvorstehernvonRechtSanwälten geführt. Ferner ind die Gerichtsvollzieher bestrebt, an Gebühren möglichst die höchsten Beträge anzusetzen. Um diesen Mißständen abzuhelfen, will die Regierung einen Weg betreten, der in Sachsen. Oldenburg. Hainbnrg. Lübeck und in einigen ileincrcn Bundcosraaleil bereits betreten ist und den auch Bayern jetzt ciiigcschlageii hat: die Anstellung der Gerichts- v o l lz i e h e r g e g e n festes Gehalt unter Einziehung der Gebühren' zur Staatskasse. Hand in Hand damir geht eine Bermchruiig der Stellen für Gerichtsvollzieher, da bei jedem Amtsgericht eine solche geschaffen werden soll. Für die erfolg- reiche Erhebung von Geldbeträgen tGerichtskosten, Geldstrafen ec.) m amtlichem Auftrage wird ihnen eine besondere Vergütigung gewährt. Der Bedarf an Gerichtsvollzieherstellen ist aus 207!» ermittelt. Da gegenwärtig 1706 Stellen vorhanden sind, ist eine Vermehrung um 283 Stellen in Aussicht genommen. Für diejenigen Gerichtsvollzieher, welche bisher höhere Einnahmen gehabt haben, sollen ans ö Jahre bestimmte Entschädigungen, und zwar die Differenz zwischen dem lünftigen Gesamteinkommen aus der Staatskasse und dem riiheren Einkoimnen bis zinn Höchsibetrage von 4ö00 M. gewährt werden. Die Neiiregeliing soll am 1. April d. I. in Kraft treten. Für das Vierteljahr von, 1. Januar bis 8l. März, wo der bis- herige Zllftaud bestehen� bleiben muß, soll durch UebergangS- bestimmungen dem Einfluß der GcsctzeSänocrung Rechnung getragen werden.—__ Höhere" Zwangserziehung. Der neue Minister des Innern, Herr v. Rheindaben, hatte sich am Donnerstag im Herrenhause zu dem cnist gemeinten Witz verstiegen, es wäre empfehlenswert, auch Majorenne höherer Stände, die einen Harn, losen Lebenswandel ühren, der Zwongserziehlnig zuzuführen. Der Minister sagte dem Stenogramm zufolge: „Ich kann pflichtgemäß es nicht verhehlen, daß sich ein Prozeß in diesem letzten Jahre hier abgespielt hat. der die Aus- merksanileit deS ganzen Volles auf das lebhafteste in Anspruch genommen hat. der i» der That den Wunsch nahe gelegt hat. Jugendliche, auch wenn sie majorenn sind, und zwar gerade Jngendliche anö den oberen Ständen, der Zwangserziehung nberwekfe» mit diesem hohen Hause darüber zu können. Ich glaube mich einig zu»viffen in dem tiefsten Bedauern uud der tiefsten Entrüstung darüber, daß aus den Kreisen, die die Hingabe für 5tmiig und Vaterland, für den Dienst der Allgemeinheit, die eine schlichte und einfache Lebensweise bisher für ihren Stolz gehalten haben, jugendliche Elemente, dieser ge- heiligten Traditionen uueingcdenk, ein frevles Leben in Genußsucht und Spiel für ihre Aufgabe gehalten haben.(Lebhaftes Bravo!) Ich glaube, alle beteiligte» einsichtigen Elemente müssen diesem Treiben mit aller Energie entgegentreten und verhindern, daß diese jugend- lichcn Elemente den berechtigte!« guten Ruf der Kreise und der Eltern, von denen sie stammen, beeinträchtigen." Zu einer gesetzgeberischen Aktion hat sich allerdings dieser Pracht- volle Borschlag, majorenne Junker zwangsweise zu erziehen, nicht verdichtet. Die konservative Presse hat' bisher nicht ihre Zu- stimmung zu der Anregung gegeben. Dagegen meint die katholische .Mark. VolkStg.*: „Bei Licht betrachtet, erscheint es sogar viel notwendiger, Individuen ä la Harmlose, deren Eltern sie ruhig dem materiellen wie dem moralischen Verfall überlassen, in Zivangserziehung zu nehmen, als arme Kinder, dcreu Elteni ihnen vielleicht" eine bessere Erziehung würden angedeihcn lassen, wenn nicht Not und Elend, ungünstige Umstände jeglicher Art ihnen das unmöglich machten." Nun, vielleicht sieht sich das Centrum einmal die Sache bei Licht an und bringt einen entsprechenden Gesetzentwurf ein.— Von einem merkwürdigen Nrteil wird uns aus Bremen be- richtet. Nach dem Kommers, der im vorigen Sommer den Geestemünder Marinemannschasten zu Ehren der Anwesenheit des französischen Kriegsschiffes„Ibis" gegeben war, belästigten einige Matrosen-Artillerie-Maaten ii« Lehe zivei Frauen. Sie riefen ihnen Redensarten zu, die. so berichtete die„Norddeutsche Volks- st i m m e".„mehr als gemein waren". Die Maaten der dritten Matrosen-Artillerie-Division in Lehe stellten deswegen Strafantrag, aber das Schöffengericht in Bremerhaven sprach unseren Genossen Redactenr D i t t m a n n kostenlos frei, da der W a h r h e i t s- d e w e i s erbracht worden sei. Der Amtsautwalt legte jedoch Berufung ein, und nun wurde der Wahrheitsbeweis vor der Bremer Strafkammer nochmals erbracht. Indessen der Staatsanwalt erklärte. eS sei wohl festgestellt, daß die Maaten in roher und gemeiner Weise die Frauen belästigt hätten, aber wenn der Angeklagte ihnen deswegen auch ein„rüpelhaftes Benehmen" hätte vorwerfen dürfen, fei er doch nicht berechtigt gewesen, sie„Rüpel" zu nennen. Das Gericht beriet über die eigenartige Frage eine halbe Stunde und dann verkündete er die B e r u r t e i l u n g Dittmauns zu 1V Mark G e l d st r a f e wegen formeller Beleidigung, indem er noch besonders die Berufung auf§183 bestritt: ein be- sonde'res Recht der Presse, das Interesse des Publikums wahrzunehmen, könne nicht anerkannt werden. Genosse Dittmanu meldete sofort die Revision gegen dieses auffallende Urteil an.— Die sächsische VersamnilnngSfrriheit wurde, wie wir schon meldeten, am Donnerstag in Leipzig dem dortigen demokratischen Verein und seinem Referenten, Herrn Dr. Q u i d d e. demonstriert. Herr Quidde sprach über das Thema:„Wie heute Recht gesprochen wird". Die Versammlung mußte im Pantheon, dem social- demokratischen Versammlungslokal, abgehalten werden, da. wie der Vorsitzende, selbst ein Jurist, mitteilte, alle andern Wirte aus Furcht vor dem Militärverbot ihre Lokale verweigert hatten. Der Vortragende übte sehr scharfe Kritik au der heutigen Recht- sprechung, bezeichnete sie als die Dienerin einiger bevorzugter Ge� sellschaftsklaffen, sprach ihr die Fähigkeit ab, unparteiisch zu sein. sobald politische Tendenzen in Frage kämen, und kain dann selbst- verständlich auf Sachsen zu sprechen. Er hatte aber kaum den ersten Satz vollendet, in dem er an den bekannten Prozeß gegen uns wegen Beleidigung des Oberlandesgerichts erinnerte, als ihm auch schon das Wort entzogen wurde. Darauf ergriff der Vorsitzende das Wort und nachdem er einige kritische Bemerkungen auf Grund seiner eigenen Praxis gemacht, er- teilte er dem Hern, Dr. Quidde wieder das Wort. Dem Juristen mußte erst durch den Ueberwochcnden klar gemacht werden, daß cS so etwas in Sachsen nicht gicbt. Wem eimnal ein Maulkorb angelegt ist. der muß ihn tragen für die ganze Ver- sanimlung. Als' er dann nochmals seine Unkenntnis sächsischer Polizeipraktiken bewies, wurde die Versammlung kurzer Hand aus gelöst. Herr Dr. Quidde soll über diese Erlebnisse sehr erstaunt gewesen sein. Seine Erfahrungen über deutsche Rechtszustäude sind aber wieder um eine bereichert worden.— Socialpolitik in Batier». Der Finanzansschuß der bayrischen Abgeordnetenkammer beriet einen Antrag Pichler. die Vorschriften bezüglich der Sonntagsruhe in den Kanzleien smatlicher Verwaltungsbehörden neuerdings mit allem Nachdruck einzuschärfen und insbesondere den Burcaudienst während des Hauptgottes- dienstes zu untersagen. Nachdem mehrere Minister und Ab- geordnete die Undurchführbarkeit des zweiten Teile» des Antrages nachgewiesen, änderte der Abgeordnete Pichlcr diesen zweiten Teil dahin um, es sei der Bureandiensl während des HauptgotteSdiensteS, soweit nicht ein öffentliches Jnter- esie Ausnahmen erfordere, zu untersagen. In dieser Fassung wurde der Antrag angenommen. Der Landtags-AuSschuß für daS neue Berggesetz erklärte sich für den achtstündigen Arbeitstag im unter- irdischen Bergwerksbetrieb. Beschlossen wurden ferner Vorkehrungen gegen den Mißbrauch, der häufig mit dem Nullen der Wagen getrieben wird. „Giordano Bruno im Zeitalter Mirbachs". Vom Rechts- anivalt Fränkl erhalten>vir folgende Zuschrift: Nicht ich allein, sondern ein auS ollen Männern verschiedener Berufe und Partei- richtungcn bestehender Ausschuß will anläßlich des hehren Gedenktages des Märtyrertodcs von Giordano Bruno eine Feier ver- anstalten, zu Ivelcher jedennann freien Zutritt haben soll. Nachdem nun der RathauS-Fcstsaal verweigert worden, hat der Ausschuß sofort Schritte zur Sicherung eines anderen Saals gethan. Hoffentlich wird die Bevölkerung von Berlin durch starke Beteiligung an der Ge- dächtuiSfeier den Märtyrer der Geistesfrciheit ehren.— Zu der Beschlagnahme deutscher Schiffe wird heute offiziös geschrieben:„Die Reichsregierung mußte vor allem darauf bestehen, daß von englischer Seite Eut- schädigungen in entsprechender Höhe gezahlt würden. Allem Anscheine nach wird England auch in diese Forderung willigen und damit den wichtigsten Stein des Anstoßes aus dem Wege räumen." Lord Salisbury gerade habe gleich von Anfang au sich bemüht. Deutschland gegenüber einen versöhnlichen Ton anzuschlagen.„Die Verzögerung der ersten Verhandlungen er- klärt sich zum'Teil mit daraus, daß dieselben mehrere Instanzen zu passieren hatten. Denn nicht das.Foreign vkücö", sondern die englische Admiralität hatte die Beschlagnahme der Schiffe ver- sügt." Es steht zu hoffen, daß der bisherige relativ günstige Gang der Beratungen weiterhin anhält. Nach der„Nat'ioual-Zeitung" tvird an amtlicher Stelle in Berlin der Abschluß der Angelegenheit durch das Zugeständnis Englands, ebenso für die Beschlagnahme deS„Bundesrat" wie für die der bereits freigelassenen Schiffe„General" und«Herzog" Entschädigung leisten zu müssen. Anfang nächster Woche erwartet. Brüssel. Der englische Gesandte Plumlctt verständigte die Centralleitung des Rothe» Kreuzes, daß England den Reisenden des Reichspostdampfers„Herzog" eine entsprechende Entschädigung gewähren gewillt sei. zu Das englische Ministerium wird jetzt auch wegen der ungerechtfertigten Beschlagnahme deutscher Schiffe scharf angegriffen. Mit uiigcwöhillichcr Schroffheit geht der konservative„Standard" gegen die Regierung vor, indem er schreibt: Die Beschlagnahme fremder Dampfer scheint mit derselben ungeschickten Achtlosigkeit ausgeführt zu sein, die sich i» anderen Schritte» gezeigt hat. Von drei deutsche!, Dampfen, sind zwei sofort freigelassen und die Untersuchung des dritten hat bisher nichts Verdächtiges enthüllt. Es wird entschieden bedauerlich sein, wenn sich herausstellt, daß die Stimmung in Deutschland noch mehr erbittert wurde mit so wenig praktffchem Erfolg für die Engländer. Es sieht bestimmt so aus, als ob auch hier ein Versehen und ein neuer Fall mangelhafter oder inkorrekter Information vorliege. Unsere Fehler waren etwas zu häufig und zu teuer bezahlt in den letzten Monaten. Wenn die Mitglieder der Regierung das Vertrauen deS Landes behalten möchten, welches dieses im großen und ganzen ihnen immer noch gern belassen möchte, so müssen sie ihre gegenwärtige, überwältigend wichtige Aufgabe in anderem Geiste ausführen als die früheren Stadien derselben. Vorläufig scheinen sie den Ernst ihrer Stellung launi zu verstehen." Ausland. Die Ausweisungen aus Deutschland vor dem östreichischen Parlament. Wien, 13. Januar. Der Minister de§ Auswärtigen Graf Goluchowski beantwortete in der östreichischen Delegation die Interpellation betr. die Ausweisungen aus Deutsch- l a n d. Er erklärte, von einer Massenausweisung könne keine Rede sein. Im Jahre 1889 seien im ganzen 24 Ausweisungen auS Preußisch- Schlesien vorgekommen, die zumeist sogenannte Saison- arbeiter betrafen, Arbeiter, denen der Eintritt in preußisches Territorium nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkte bewilligt wurde. Die Ausweisungen betrafen zumeist solche, welche das Territorium zu dem bestimmten Zeitpunkte nicht verlassen ivollten. DaS fei eine Verfügung der preußischen Behörden, zu ivelcher die- selben das absolute Recht haben. Der Prozentsatz der Ausweisungen sei im Vergleich zur Einwanderung östreichischer Arbeiter nach Preußen äußerst gering, da aus West-Galizien allein im Jahre 1888 nicht weniger als 2000—3000 Arbeiter nach Preußen eingewandert seien, was für Galizicn wegen des dortigen Mangels an Arbeitskräften zu einer Wahren Kalamität geworden fei. Es seien im ganzen 30 Reklamationen, betreffend Ausweisungen, ein- gelaufen. Das Einschreiten der Botschaft resp. deS Ministeriums des Auswärtigen habe zur Folge gehabt, daß 18 Ausweisungen teil- weise aufgehoben, tciliveise beiristet wurden. Man könne somit nicht davon reden, daß das Ministerinm deS Auswärtigen sich seiner Staats- angehörigen nicht annehme. Ebensowenig könne von einem Mangel an Entgegenkommen seitens der deutschen Behörden gesprochen werden. Auch der deutsch-englische Gehcimvcrtrag kam in der östreichischen Delegation zur Sprache. Beim Etat des Ministerillms des Aeußcrn luics' der Abg. Kastan ans den Geheim vertrag zwischen England und Deutschland hin, welcher die ö streichisch- ungarische Monarchie über alle Maßen belaste. Redners Partei sei immer für ein frciindschaftlichcS Verhältnis zwischen Ocstreich- Ungarn und Deutschland gewesen, doch dürfe dasselbe nicht gänzlich auf Kosten Oe st reich- Ungarns gehen._ Schweiz. Zürich, 11. Januar,(©ig. Set.) Infolge deS Ablebens deS bisherigen liberalkonservativcii Nationalrats Kramer- Frey steht für den eidgenössischen Wahlkreis Zürich eine Neuwahl in Aussicht. Die Svcialdcmokratcn, die bei der letzten Integral- Erneiiermtgswahl 3000 gegen 12 000 bürgerliche Stimmen erhielten, aber von den 6 Abgeordneten nur einen für sich haben, werden zweifellos lvicdcr ihren Anspruch auf einen zweiten Sitz geltend machen. Nach den Erfayrnngen bei den jüngsten Obcrrichtcrwählcn steht jedoch nicht zu erwarteii, daß unserer Partei der erledigte Sitz ohne Kampf über- lasse» wird.— Die Ende dieses Jahres stattstudeude eidgenössische Volkszählung Wird, wie bereits berechnet worden, infolge der Bevölkerungszunahme seit 1888 eine Vcrmehning der Mitglieder des NationalrntS nm 12, also von 147 ans 158 zur Folge haben, da verfassuiigSgcmäß auf je 20 000 Einwohner ein Nationalrat zu wählen ist. Die 12 iicuen Mandate verteilen sich auf 9 Kantone, niid zwar mit 3 auf Zürich, 2 auf St. Gallen und je 2 aus Solo- thurn, Basel, Thurgan, Waadt. Ncnciibnrg. Bern und Genf. Von diesem neuen Dutzend werden sich dann die Socialdemokraten wohl einige holen. Frankreich. Eine Ehrengabe an Zola. In den Rnnmen dc§„Sikle" wurde Emile Zola eine Medaille überreicht, ivelche ans massivem Gold besteht und über zwei Kilogramm wiegt. Auf der einen Seite befindet sich ZolaS Bildnis, auf der anderen der Spruch:„Die Wahrheit ist im Anzüge, nichts wird sie aushalten." DreyfuS, sowie viele Verehrer Zolas, darunter Labori, wohnten der Ucbcrgabe bei. Uves Guyot hielt eine Ansprache, ans die Zola in längerer Rede ant- wortctc. Er führte aus: Ich war in einer fiircht'darcn Krise des Volksgeiviffens der Schriftsteller, der.zur Fcdcr Vertraue» hatte. Ich war der Schrei aller Bckloinmene». Vor drei Jahren habe ich meinen Brief an den Präsidenten der Republik ge- fchrieben. Seit achtzehn Monaten schlief die Ehrenmünze im Stahlspind des Kredit Lyonnais, ich träumte, sie in der Freude des Triumphes der Wahrheit und Gerechtigkeit zu empfangen. Ach es ist nicht so gekommen, die menschliche Wirklichkeit ist wie gewöhnlich mmder fchön als der Traum. Dreyfus ist den Scincii wiedergegeben worden. Aber das gefolterte, vcrgistetc, mit Tod bedrohte Frankreich ist nicht gerettet worden. In dieser Hinsicht sind wir besiegt. Tic Fänlnis soll einfach mit dem Schwamm überwischt werden. Frankreich fühlt sich nicht stark genug, den Glanz der Wahrheit und Gerechtigkeit zu ertragen.— Italien. Ein Prozcsi gegen EriSpiö Sohn Lnigi, der bezichtigt wurde, einen I u w e l e n d i e b st a h l bei seiner Freuiidin. Gräsiii Cellere, begangen zu haben, und der jetzt in Amerika lebt, hat gestern seine»'Abschluß erreicht, trotzdem der Vater des Angeklagten, der Exm in i st e rp r äs i d e nt, für einen Aufschub der Ver- bandlniigcn interpellierte. Lnigi wurde zu vier Jahren Zuchthaus in contumaeism verurteilt. Nach Eröffnung der Sitzung verlas der Gerichtspräsident ein Telegramm Francesco C r i s p i s, in welchem der Vater um Vertagung bat, da sich sein Sohn selbst gegen die Anschuldigung verteidigen wolle. Der Staatsanwalt jedoch protestierte gegen jeden weiteren Ausschnb. da der Angeklagte innerhalb der fünf Jahre, während welcher der Prozeß anhängig sei, Zeit finden konnte, für seine Verteidigung zu sorgen. Der Gerichtshof schloß sich den Allsführungen Zes Staatsanwalts wie bei der ersten Verhandlung an. Auch diesmal brauchte die Zeugin, Gräfin Cellere, einen Krankheits- chci» und glänzte durch Abwesenheit. Nach Verlesung der Anklage- Akte beantragte der Staatsanwalt gegen Luigi Crispi sechs Jahre Zuchthaus, gegen den Mitangeklagten Ciasfi Zwei Jahre; der Gerichtshof verurteilte CriSpi xu vier Jahren Zllchthans. Eiaffi zu 15 Monaten. Rom, 12. Januar. In Bestätigung einer Meld, mg der „Perscvcranza" schreibt die„Tribuna", die DiSciplinartoinmissioii werde sich morgen mit der gegen einen Beamten des Kriegs- minist er in mo erhobenen Beschuldigung,»r habe mit dem Mililär-Attachs einer fremden Botschaft Beziehungen unterhalten, beschäftigen. Der beschuldigte Beamte soll der Neffe«ineS ver- storbenen Politikers sein. Borbtghcra, 13. Januar. Manlio Garibaldi, der üngste Sohn des Generals Giufeppie Garibaldi, ist heut» früh gestorben. Dänemark. Dänische Stadtratöwahlcn.(Eig. Ber.) Der sechste und siebente Wahltag der dänischen Stadtratswahlen hat wieder viele glänzende Siege und großartigen Stimmenzuwachs der S ocialdem'okratie' gebracht. Am 6. Tage wurde in zwei kleinen Orten gewählt, am 7. Tage in größeren Orten, wie Aarhus, wo 6 Socialdeinolraten und 4 Radikale gewählt sind, in Randers. wo die reinen Stimmzettel 1177 Stimmen der ver- einigten Opposition und nur 1131 für die Rechte er- gaben: aber verstrcnte Stimmen haben der Opposition nur 4, den Konservativen 0 Plätze mit nunimalc» Majoritäten ver- schafft— dem Socialdemokraten fehlten nur 9 Stimmen—, in Slagelse, Wo 4 Rechte und 3 Socialdemokraten gewählt wurden. sowie in 3 kleinen Orten. Im ganzen sind in den letzten Tagen 27 Rechte, 11 Radikale und 11 Socialdemokraten. also 22 Oppositionsmänner gewählt. Das G e s a m t r e s u l t a t bisher: 183 Rechte, wovon etwa 80 Moderate, Halblinke:c. sind, 187 Oppositionsmänner, wovon 52 Socialdemokraten. Amerika. Bon der neue» Panama-Gesellschaft. Die Gründling einer amerikanischen Aktiengesellschaft, die sich anheischig macht, den Panama-Kanal fertig zu bauen, hat nicht überrascht. Die Leute, welche dahinter stecken, machten sich schon letzten Sommer im Kongreß bemerkbar. Ihren Bemühungen war es zu verdaliken, daß die Belvilligungsbills für den Bau des Rica- raglia- Kanals fallen gelassen wurden. Die unter den Gesetzen des Staates New-Jcrsey inkorporierte neue Gesellschaft, die sich Panama Canal Company ol America nennt, wird die gesamten Rechte und das Eigentum der französischen„Compaxnis nouvelle du Canal de Panama" käuflich an sich bringen. Sie wird 5 000000 Dollar in 5 proz. PrioritätSakten. 15000 000 Dollar in 8 proz. Prioritäten zweiter Klasse und 10 000000 Dollar in gewöhnlichen Aktien eimttieren. DaS Aktienkapital von 38 000 000 Dollar soll später auf 120 000 000 Dollar erhöht werden. Die Koste» der Fertigstellung des Panamakanals sind auf 100000000 Dollar berechnet. Unter den Finanzgrößen, die hinter dem Unternchinen stehen sollen, ivcrdcn genannt: August Belmont, Lcvi P. Morton, das Bankhaus Kuhn, Löb u. Co.. verschiedene Bankpräsidente», zwei Direktoren der Cunard- Dampfschiffahrts- Gesellschaft und andere. Die Vertreter des Unternehmens be- tonen besonders, daß sie zum Unterschied von den In« hadern der Konzession zum Bau des Nicaragua-Kanals vom Kongreß überhaupt keine Unterstützung zu verlangen brauchten. Die Fertigstellung des Panama- Kanals würde ein reines Privatlinternchmcn sein. Natürlich, so meinen sie, würden der Kongreß und daS amerikanische Volk jegliches Interesse an dem Nicaragua-Projekt verlieren, sobald sie sehen würden, daß die neue Panania- Äanalgescllschaft im stände sei. den Panama-Kanal zu vollenden. Umgekehrt hat aber auch die Gesellschaft zu er- warten, daß ihr, wenn der Kongreß sich für den Bau des Nicaragna-Kanals entscheidet, das Aufbringen der nötigen Gelder für ihr Privattinternehnien sehr erschwert oder über- Haupt unmöglich gemacht lvird. Sie wird also jedenfalls das Nicaragua-Projekt mit alle» Mitteln im Kongreß zu hintertreiben suchen. Daß aber die Fertigstellung deS Panama-KanalS, der schon 270 000 000 Dollar verschlungen hat, mit einem Kostenaufwand von nur 100 000 Dollar möglich sei. und daß die Gründer der neuen Gesellschaft nicht die Absicht hätten, ihr Unternehmen Onkel San, aufzuladen, scheint einstweilen kein Mensch zu glauben. Washington, 13. Jannar.'Die„Philad. Preß", ein offiziöses Organ, verössentlicbt eine Unterredung mit Admiral Walker, dem Präsidenten der Nicaraguaianols-Kommission.� Der Admiral sagte. seinem Dafürhalten nach begünstige die öffentliche Meinung in Amerika eine genicinsamc Herstellung des mittelamcrikanischen inter- oceanischell Seeweges durch die Unionstaaten und Großbritannien. Jedenfalls müsse der Kanal ein neutrales Besitztum bleiben. Dieses neue Progrannil der aiigckjächsischcli Verständigung erregt das größte Aufsehen.—_ Parteiprcffe. Die Buchdruckerei des„Sachs. Volksblattes" in Zloickan. deren alleiniger Inhaber bisher Genosse Hermann Schmidt war, hat sich in die offene Handelsgesellschaft H. Schmidt u. Co. um- gewandelt. Die Inhaber der Firma sind die Parteigenossen Herinann Schmidt, Julius Seifert und Gustav Lorenz. Mit der Firmen- andernng erfolgt eine Eriveiternng des Bnchdruckereibetricbes sowie in einiacn Monaten das tägliche Erscheinen deS„Sachs. Volksblattes", z» dessen Herstellung eine RotationZniaschiiie aufgestellt wird. Gegenwärtig erscheint' das„Sachs. Volksblatt" bekanntlich wöchent- lich dreimal. Der Verlag des„Sachs. Vollsblattes" geht gleichfalls auf die neue Firma über. I» Strasburg i. d. Ntkormark hat die Polizei jetzt alle Hände voll zu thiiii mit der Bekämpfung der Socialdemokraten. Die dortigen Parteigenossen haben nach langwierigen Kämpfen endlich wieder ein Versammlungslokal errungen. Sofort wird dem Wirt die Polizeistunde um zwei Stunden gekürzt und auf 10 Uhr verlegt. Auch ein Gcselligkeitsklub, der bei ihm verkehrt, wird um 10 Uhr polizeilich»ach Hause gejagt. Die erste Bersammluna, die am ver- gaugeueu Sonntag in den, Lokal tagte, eine Gewerlschaftsversamm- hing, wird nach halbstündiger Dauer ohne einen ersichtlichen Grund und ohne Angabe eines Grundes aufgelöst.— Das ist die alte Geschichte. Wo in einer Gegend die Arbeiterbewegung in den Anfängen ist, da ist sie der Polizei schrecklich; die Polizei, die ge- wöhnt ist, daß sickl der gute Bürger vor ihr ins Mauseloch verkriecht, glaubt in dem ihr aiie'rzogeiicn Allmackitsgefühle. dürch ihr Macht- ivort auch die Arbeiterbeivegnng unterdrücken zu können. Aber diese ist stärker wie die Polizei und mit der Zeit lernt auch die Polizei einsehe», daß hier ibrc Macht ein Ende hat und crgiebt sich in das Unvermeidliche.—' Das werden midi die Genossen in der Uckermark erfahren, wenn sie auf deni Posten bleiben und sich nicht ein- schüchtert lassen. Totcnlistc der Partei. In Sandcrsleben in Anhalt starb der 75 Jahre alte Bcrgiuvalidc Berger. Der Verstorbene war in allen Kämpfen, wo es galt, für die Partei einzutreten, als erster ans dem Posten. Einen auherordentlichen Kongresi haben unsere belgischen Parteigenossen sür den heutigen Sonntag nach Brüssel einberufen. Zur B'eratulig steht die Frage der W a h l k o m p r o m i s s e. eine Streitfrage, die lest langem die belgische Socialdemokratie be- schäftigt.' Der Generalrat der Partei iParteivorstand) wird dem Kongreß eine Resolution unterbreiten, dahingehend, daß überall da, Ivo die Partei in der Lage ist, auS eigener Kraft eine ihrer Stärke entsprechende Vertretung durchzudrücken, jeder Kompromiß mit andere» Parteien zu nnterbleiben hat. Wo dies aber nicht der Fall ist, sollen Wahlkartclle erlaubt sein. In M e ch e l n z. B. beträgt die notwendige Quote, um einen Deputierten dmchzubringcn. 7000 Stimmen. Die socialistische und die liberale Partei haben jede etwa 4—5000 Stimmen. Einigen sich diese beiden nicht, so bringen die Klerikalen alle ihre Kandidaten durch, andernfalls bekommen sie wenigstens einen Deputierten. Höchst wahrscheinlich wird der Kongreß die Vorschläge des Vor- standcs annehmen. Eine Einignng mit den liberalen Gruppen wird auf dieser Gnindlage wahrscheinlich auch erzielt werden. Im Wahlkreis Waremme haben unser« belgischen Parteigenossen dcinnächst einen Wahlkampf gegen die Klerikalen anszufechten. Herr Streek, der bisherige klerikale Ab- geordnete, der im Jahre 1883 mit nur einigen Stimmen Majorität gegen de,» Kandidaten unscrcr' Partei gewählt wurde, ist vor kurzem gestorben. Der Sieg der Gegner wurde namentlich durch Bestechung der Wähler erreicht: in den Dörfern wurden große Mengen Kar- toffekn verteilt. Jetzt ist von unserer Seite L 5 o n Me Ys maus, Redactenr des„Peuple", als Kandidat aufgestellt worden. Eixe„Bibliothrk der jiidischcn Zlvveiter ans Rußland ist kürzlich in Paris degründet worden. Die Bibliothek, die gleich zeitig ein Lesezimmer besitzt, findet bei den etwa KOCV russisch jüdischen Arbeitern, die in Paris leben, das regste Interesse. Sie ist ansschlieblich auf die dürftigen Beiträge ihrer Ptitgliedcr angewiesen. Die Benutzung ist vollständig gebührenfrei und jedermann gestattet. Polizriliches, Gerichtliches»sw. — Wege» Beleidigung des Reichskanzlers durch einen Ar tikel über die Znchthansvorlage wurde der Redacteur der«Rhein Zeitung", unseres Kölner Parteiblattcs, am Sonnabend zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. GemevKMznftlidivs. Berlin n»d Umgegend. An die Gewerkschaften! Arbeiter, Parteigenossen! Seit nunmehr 13 Wochen stehen die Fonnstccher Deutschlands im Kampfe mit ihren Unienrehmern. Die Haltung der Ausgesperrten ist bewundernswert, indem sich trotz der sehr geringen Unterstützung keine Arbeitswilligen gefunden haben. Tie Unternehmer haben sich allem Anscheine nach die Aufgabe gestellt, die Organisation der Form- stecher zu zerstören, damit sie um so besser die Arbeiter wieder unter ihre Knute bekomme». Das beweisen die Verhandlungen, welche vor dem Einigungsamte des Gewerbegerichts zu Köln zwischen dem Vorstande der Unternehmervereinigung und dein der Arbeiter statt- gefunden habe». Am ersten Verhandlungstage gab der Vorsitzende der Prinzipale vor dem Einiguugsamt die Erklärung ab, in ihrer am letzten Donnerstag in Hannover stattfindenden Zusammenkunft für die Be- willignng des größten Teils der Forderungen eintreten zu wollen, andererseits hatten die Arbeiter einen Teil ihrer Forderungen preis- gegeben, indem sie hofften, die Aussperrung dadurch ihrem Ende entgcgenznführen. Aber die Enttäuschung sollte groß sein, indem die- selben Unternehmer, welche erklärten, für die Forderungen eintreten zu wollen, am letzten Freitag vor dem Einigungsamte Köln jedes Zugeständnis zurückiviesen. Die Unternehmer haben also den Frieden, den die Arbeiter er- sehnten, von neuem gestört. Wir sind gezwungen, den Kanipf weiter- zuführen, wissen wir doch, daß keiner nachgeben wird, da die GeschästSkonjunktur zu unfern Gunsten ist. Darum, Arbeiter, Parteigenossen Berlins, unterstützt uns in dem Kampfe, damit tvir nicht das Schauspiel erleben, daß circa 2b0 Ar- beiter ans Mangel an Unterstützung vor einer Handvoll kleiner Unternehmer kapitulieren müssen. I. A.: C. Schnbart. Alle Sendungen sind an den Kassierer L. Kaste, Morjtzberg Hildcsheim, Sandstr. 1, zu richten. XL. Alle Arbeiterzeitungen und Eeiverkschaftsblätter werden um Abdruck gebeten. Zur Lohnbewegung der Berliner Banauschläger. Die Meislcr-Kottnnissioii der Berliner Schlosser-Junung und deS Verbandes der Berliner Schlossereien und verwandter Gewerbe haben mit der Lohnkommission der Bauanschläger Berlins und Umgegend in einer gemeinsamen Sitzung die streitigen Punkte ausgeglichen'und wird von den Bauanschlägern die Arbeit ani Montag,' 15. Januar, wieder aufgenommen. Die Lohnkommission der'Bauanschläger Berlins und Umgegend. Die Aussperrung in der Mcyerschen Holzbcarbeitungö- fabrik dauert fort. Zwar ist es dem Unternehmer gelungen, durch Versprechungen materieller Vorteile einen der Ausgesperrten zur Aufnahme der Arbeit zu veranlassen. Aber, da die Tischler demnächst den Beschluß fassen werden, die Fabrik des Herrn Meyer zu boykottieren, so wird die Situation der Ausständigen bald noch eine bessere werden. Herr Meyer wird, wenn er keine Arbeit mehr zu- getviesen erhält, vielleicht doch etwas nachgiebiger gegen seine aus gesperrten Arbeiter werden. Ausland. Aus der Schweiz. Die in der ReiShauerschcn Werkzcngfabrik ln Zürich den ca. 260 Arbeitern angekündigte Lohnreduktion bis zu IS Proz. ist infolge der Veröffentlichung und Kritik dieses Vorgehens im socialdcmokrafischen«Volksrecht" wieder zurückgenommen worden. Dagegen ist in den Stahl- und Eisenwerken vorm. Fischer in Schaff- Hausen eine kast unglaubliche Reduktion der Accordlöhne bis zu 60 Proz. in Kraft getreten, so daß Arbeiter, die vorher 12—48 Eis per Stunde verdienten, jetzt nur noch Löhne von 19—23 Cts. erzielen. Die Gesellschaft hat im vorigen Jahre an ihre Aktionäre, die nanieutlich auch in Deutschland sind, 7 Proz. Dividende gezahlt. Die Schalen»ui ch c r in Besan?'on haben jüngst einen Streik, an dem 120 Arbeiter beteiligt waren, nach sechswöchiger Dauer mit vollem Erfolge beendet. Kein einziger der Streikenden war fahnenflüchtig geworden. Die Gewerkschaft'zahlte während der ganzen Dauer aus ihrer Kasse eine tägliche Unterstützung von 4 Fr. im Minimum, ohne die Inanspruchnahme der Unterstützmig anderer Gewerkschaften. Eine schöne Leistung.— 428 Arbeitslose haben sich in Zürich bei der Arbeitslosen- Kommission gemeldet. Man schätzt aber die Gesamtzahl der Be- schäftiguugsloscn auf mindestens 1000. In Bern sind die Mittel der städtischen Arbeitslosenkasse durch die bisherige starke Jnanspuich- nähme der vielen Beschäftigungslosen fast erschöpft.— Die Wollkrenipler von Roubaix lFrankreich) stehen in einem schweren Kampfe mit einem großen Fabrikanten. Dieser ist bestrebt, Franen anzulernen zu dem ausgesprochenen Zweck deS Lohndrncks Dagegen ivehrt sich die dortige Organisation. Sie hat dazu nniso- mehr die Pflicht, als die Lage der betreffenden Arbeiter schon jetzt eine sehr prekäre ist. da jedes Jahr eine drei Monate währende tote Saison wiederkehrt. Unterstützungen nimmt entgegen Desirö Penarft, Place de la Gare 4, Roubaix. Sociales. Gegen den obligatorischen Ladenschluß wenden sich die Bäckerinnungen in einer Eingabe an den Bundesrat, worin sie auf die eigenartigen Verhältnisse im Bäckergewerbe hinweisen. Die Fest- legnug einer ununterbrochenen elfstündigen Ruhezeit sei ebenfalls für die Angestellten in Bäckerläden undurchführbar, da der Bedarf an frischer Backmare für den Marktverkehr für Arbeiter. Verkehrs- angestellte usw. bereits gegen drei Uhr morgens eine Thätigkeit der Angestellten in Bäckerläden erfordern. Der Bundesrat wird deshalb ersucht, den Beschlüssen des Reichstags bezüglich des obligatorischen Ladenschlusses seine Zustimmung zu versagen oder mindestens Ausnahmebestimmungen für das Bäckergewerbe zu treffen. Gerichls-Ivitimg. Ein gekränkter Ostelbier. In der Zeitschrist«Die Hilfe" erschien ini Juni vorigen Jahres eine von dem Schriftsteller Hans O st w a l d oerfaßte Darstellung der Arbeiterverhältnisse auf oft- elbischcn Gütern. In ausführlicher Weise schilderte der Verfasser des Artikels unter Anführung von Zahlen und selbftbeobachteter Thatsachen die Lohn-, Arbeits- und Wohnungsverhältnisse der Knechte und Tagelöhner eines Rittergutes in Posen. Durch diese Schilderung er- schien die Lage der dortigen Arbeiter elend und jämmerlich. Um auch ein Bild zu geben von der Stimmung, welche unter den Land- leuten bezüglich ihres Verhältnisses zum Gutsherrn herrscht, hatte Oftwald so ganz nebenbei erzählt, was er von einigen Leuten über den Rittergutspächter P. auf K. gehört hatte, nämlich daß derselbe in dem Ruf eines gewaltthätigen Menschen stehe, der seine Leute schlage, jetzt, nachdem ihm zwei Knechte, die er angegriffen, ordentlich heim- gezahlt hätte», sich zwar das Schlagen' abgewöhnt habe, aber immer noch grob zu den Arbeitern sej.' Durch die letzteren Angaben fühlte sich Herr P r e st i n g, der Pächter des dem Reichskanzler gehörenden Rittergutes Kaiserswalde beleidigt und strengte die Privatklage gegen Oftwald an. Diese wurde am Sonnabend vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt. Der Beklagte hatte einen umfangreichen Wahrheitsbeweis angeboten für alle An- gaben, welche sein Artikel über die schlechten Lohn- und Arbeits- Verhältnisse enthält. Zu diesem Ztveck waren mehrere Zeugen. GutSarbeiter ans Kaiscrswalde, zur Stelle. Da aber der Kläger die Thatsachen, Ivelche der Beklagte hinsichtlich der Lage der Arbeiter veröffentlicht hat, gar nicht bestritt, und diese auch nicht zum Gegenstand der Klage gemacht waren, so ging das Gericht auf die nach dieser Richtung vom Beklagten gestellten Beweisanträge nicht ein. WaS die angeblich beleidigende Aeußernng betrifft, so hatte der Beklagte inzwischen erfahren, daß seine Gewährsmänner ihni einen Vorgang, der schon verschiedene Jahre zurückliegt, so dargestellt hatten, daß er annehmen konnte, die Angelegenheit sei erst neueren Dattims. Das Gericht kam zu der Ueberzengung, daß Ostwald in gutein Glauben die von seinen Ge- währsmämiern übertriebene Charakt erschild ernug des Klägers ver- breitet habe, und verurteilte ihn daher ans§ 186 des Strafgesetz- buchcs zu einer Geldstrafe von zwanzig Mark. Ein MeincidSprozeß. In zweitägiger Verhandlung wurde das Schwurgericht des Landgerichts I mit einem Meineidsprozeß beschäftigt, der sich gegen den Schuhmacher Otto T h i e m e zu Köpenick richtete. Der Angeklagte hat sein Handwerk aufgegeben und ist Winkelkonsulent geworden. In dieser Eigenschaft interessierte er sich für einen Prozeß, der im Jahre 1896 vor dem hiesigen Landgericht II in der Berufungsinstanz stattfand. Eine ganze Anzahl Schiffer hatte sich bei Köpenick einer Aiisschreitnng gegen einen Schiffseigner schuldig gemacht. Das dortige Amtsgericht verurteilte jeden der Angeklagten zu 6 M. Geldstrafe. Nach Bcendignng des Termins wandte Thieme sich an die Verurteilten und erbot sich, gegen Entgelt von einer Mark die Be- rufungsschrift anzufertigen und zugleich in Berlin als Zeuge auf- zutreten, er könne die Angeklagten so entlasten, daß ein frei- sprechendes Urteil erfolgen müsse. Sein Anerbieten wurde an- genommen. In der zweiten Instanz trat Thieme denn auch als Zeuge auf. Er bekundete Thatsachen, die mit den Aussagen der übrigen Zeugen in striktem Widerspruch standen und selbst bei den Angeklagten Kopfschütteln erregten. Vergebens wies ihn der Vor- sitzende darauf hin, daß seine Aussage unmöglich der Wahrheit entsprechen könne, der Angeklagte erklärte, sie beschwören zu wollen. Er leistete trotz aller Vorhaltnngeii den Eid. Die Bernfuiig der damaligen Angeklagten wurde verworfen und Thieme wegen drin- genden Verdachts des M e i n e i d e s in Haft genonimen. In dem gegen ihn eingeleiteten Verfahren waren alle früheren Angeklagten als Zeugen nötig und da diese sich infolge ihres Bernfes bald hier bald dort befanden, wurde eine langeZeit iii Anspruch genommen. Nach Jahresfrist wurde der Angeklagte wieder ans freien Fuß gesetzt und nach weiteren drei Jahren war die Sache endlich spruchreif. Es waren 36 Zeugen geladen. Der Angeklagte verteidigte sich mit großer Gewandtheit und versuchte die Verhandlung dadurch zur Vertagung zu bringen, daß er immer neue Beweisanträge stellte. Es mußten einige Zeugen aus Fürstenwalde und Frankfurt a. O. telcgraphisch herbeigerufen werden. Schon am ersten Tage fiel die Beweisaufnahme derart belastend für den Angeklagten aus, daß der Gerichtshof ihn in Haft nehmen ließ, da zu befürchten stand, daß er am folgenden Tage nicht iviedererscheinen würde. Der Staatsanwalt führte ans, daß ein Meineid so frivoler Natur vorliege, wie er zum Glück zu den Seltenheiten gehöre. Der Sprucki der Geschworenen lautete nach kurzer Beratung auf schuldig, worauf der Gerichtshof den Angeklagten zu einer Zuchthausstrafe von fünf Jahren und fünfjährigem Ehrverlust verurteilte. Vier Monate wurden durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Ein nrtter Krankcnkaffcnbote. Eine exemplarische Strafe verhängte gestern die 139. Abteilung des Schöffengerichts über den Arbeiter Karl V o I d e m p wegen Beleidigung einer anständigen Frau. Der Angeklagte war Controleur bei einer Krankenkasse. Als solcher hatte er auch Besuche bei dem erkrankten Arbeiter B. zu machen. Als die Ehefrau B. sich eines Tage? von der Kasse Ilnterstntzung geholt hatte, traf der Angeklagte sie auf der Straße. Er machte ihr einen unsittlichen Antrag und erfuhr nicht nur energische Abweisung, sondern Frau B. jührtc noch Bcsihwcrdc über ihn beim Vorstände. Der Angeklagte beschuldigte Frau B. der Unwahrheit und strengte gegen sie Privatklage wegen Beleidigung an. Nun zeigte Frau B. den Angeklagten wegen Beleidigung bei der Staatsanwallschaft an. Die Privatklage endete damit, daß der Kläger abgewiesen wurde, das Strafverfahren gegen den Angeklagten damit, daß der Gerichtshof ihn zu 3 Wochen Gefängnis verurteilte mit der Begründung, daß anständige Frauen gegen derartige un- sittliche Anträge besonders in Schutz genommen werden müßten. Ter bekannte antisemitische Druckschriftenhändler Neu- mann stand gestern wieder einmal wegen VerÜbung groben Unfugs vor der achten Strafkammer hiesigen Ländgerichts 1. Er pries eines Tages an der Ecke der Jäger- und Friedrichstraße seine Druckschriften in lauter Weise und unter Anwendung von Kraftausdrücken, wie Judenpack" u. dgl. an. Zwei Männer jüdischen Glaubens nahmen daran Acrgernis und veranlaßtcn die Strafanzeige. Das Schöffen- gericht erkannte seiner Zeit ans Freisprechung, der Staatsanwalt legte jedoch Bernfung ein. Die gestrige Verhandlung vor der Berufnngskammer endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu einer Woche Haft. Der Staatsanwalt hatte vier Wochen Haft beantragt. Von der Entscheidung der Frage, ob ein Tierarzt ein Arzt im gebräuchlichen Sinne des Wortes fei, hing der Ausgang eines Strafverfahrens ab, das gegen den Tierarzt Karger in Hirschberg eingeleitet worden war. An Orten, wo keine Berufsfeuerwehr bestchr, ind die Bürger verpflichtet, an den Uebungcn der Fcuerwehrkorporation teilzunehmen. Karger hatte dies in einem bestimmten Falle versäumt und war deshalb mit einer Geldstrafe belegt worden. Er legte Bernfung ein und machte unter anderem geltend, daß sich jene Verpflichtung auf Aerzte nicht erstrecke. Das Landgericht sprach ihn dann auch frei. Nunmehr griff die Staatsanwaltschaft das Rechtsmittel der Revision und berief sich auf die Städte-Ordnung dafür, daß Tier- ärzte nicht zu den Aerzte n gehörten. Dort werde sogar zwischen einer ärztlichen und einer wundärztlichen Praxis unterschieden. Der Strafjenat des Kammergerichts verwarf jedoch die Revision der Staatsanwaltschaft mit der Begründung, daß das Landgericht ohne Rechtsirrtum die Tierärzte zu den Aerzten schlechtweg zähle. Hierfür spreche nicht nur die Gcwerbe-Ordnung, sondern auch das neue Bürgerliche Gesetzbuch in seinem§196, Nummer 14, wo die Tierärzte als eine besondere Gattung von Aerzten genannt wurden. Vom Besuch der Fortbildungsschule. Für Gewerbetreibende dürfte eine Entscheidung von Jntereffe sein, welche die ackite Straf- kamnier des Landgerichts 1 in zweiter Instanz gefällt hat. Der Bäckermeister August Schönemann beschäftigte im Sommer v. I. außer mehreren Gesellen auch den Lehrling Max Winkler. welcher die Fortbildungsschule besuckte. Da der Lehrling im Juli und August mehrfach den Unterricht versäumte, so erhielt der Meister einen Strafbefehl in Höhe von 15 Mark, indem für jede Ver- äumnis eine Geldstrafe von 5 Mark festgesetzt wurde. Der Bäckermeister beantragte richterliche Entscheidung und erzielte auch beim Schöffengericht seine Freisprechung, nachdem er geltend gemacht hatte, daß er den Lehrling wiederholt zum Besuch der Schule aufgefordert hätte, was sowohl von den Gesellen als dem Lehrling bestätigt wurde. Auf die Berufung des Staatsanwalts wurde jedoch der Bäckermeister von der Strafkammer zu 15 M. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten beider Instanzen verurteilt. Der Vorsitzende betonte, daß die bloße Anffordcrnng zum Besuche des Unterrichts der gesetzlichen Vorschrift nicht genüge; der Meister müsse vielmehr mit allen Mitteln dahin wirken, baß sein Lehrling den Unterricht auch wirklich besuche. Tic schon so lange in der Vorbercitnug begriffene Btraf- äche v. Kriegsheim, und Genossen ist nun so weit gediehen, daß 1>er Termin zur Hanptverhandlung cms den 29. bv M. und folgende Tage festgesetzt worden ist. Der Prozeß Ivird an Umfang dein „Harniloscn-Prozeß" mindestens gleichkommen in.d dürste für seine Verhandlung mehr als drei Wochen in Anspruch nehmen. Ten Vorsitz in der dritten Strafkammer wird LandgerichtS-Direkto: Röster führen, die umfangreiche Anklage wird durch Staats- anwalt Kleine und Assessor Müller vertreten werden, dem An- geklagten v. K r i e g s h e i ni die Rechtsanwälte Dr. S ch w i n d t und Morris, den drei andern Angeklagten die Rechtsanwälte Schneider und L u b l i n s k i zur Seite' stehen. Da die Zahl der zu vernehmenden Zeugen über 200 beträgt, wird die Verhandlung im Schwurgcrichtssaale stattfinden. Prügelnde Polizcibcamtc. In Thorn ist der Polizeisergeant P a ch e.'welcher erst kürzlich wegen Mißhandlung im Amte mit einem Monat Gefängnis bestraft worden ist, von der Strafkammer wegen Mißhandlung eines Arrestanten zu einer Zusatzstrafe von zjvei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der bei derselben Miß- Handlung beteiligt gewesene Polizeisergeant M i s ch k o ist bereiiS früher mit zwei Monaten Gefängnis bestraft worden. Vom Kriege. Die Nachrichten über das angekündigte Vorgehen BullerS am Tngela sind fast gänzlich verstummt. Aus London wird nur mitgeteilt, daß der von General Buller besetzte Flußübergang bei der Potgieters Drift keine Brücke sei, sondern ein Fähr- boot, das' im Norden von Springfield, 15 englische Meilen tvestlich von Colcnso den Verkehr über den Tugela vermittelt. Trotz des Mangels an Nachrichten ist es leicht möglich, daß eine entscheidende Schlacht bereits stattgefiinden hat. Buller verfolgte vermutlich die Absicht, den rechten Flügel der Boeren, der nordwärts von dem gegenwärtigen Standort Bullers. jenseits des Tugela, stark verschanzt' steht, zu umgehen. Buller vermutete wohl, daß eine Um« gehung oder ein Angriff auf den rechten Flügel sich leichter beWerk« stelligen lassen würde, findet den Feind nun aber auch hier in starken Vcrschanzungen. Er darf allerdings darauf rechnen, von General Warren, der die Straße von Frere nach Springfield benutzen kann, in seinem Unternehmen unterstützt zu»Verden. Die Boeren, die über seine Bewegungen sicher unterrichtet sind und sich im Besitz der inneren Verbindungslinien befinden, tverden nicht zögern, ihre rechte Flanke zu verstärken, so daß Bnller bei dem Versuch, den Fluß zu überschreiten, auf sehr unangenehme Neber- raschungen stoßen kann. Fällt inzlvifchen,»vas immer wahrschein« licher wird. Ladysmith, so ivürde sich Buller einer noch größeren Streitmacht gegenüber finden. Die Hanptschtvierigkeiten für das Gelingen des Bullcrschen Planes liegen aber darin, daß die Boeren die Höhenzüge nördlich vom Tngela besetzt halten, so daß Bnller sofort unter die Kanonen der Feinde käme, wenn es ihm ge- länge, über den Fluß zu kommen. Weiteres vom Kriegsschauplatz. Die Höhen von Ladysmith sollen, nach einer Brüsseler Meldung, chon General White aufgegeben worden sein. Nach einer aus Pretoria in Brüssel eingegangenen Drahtung haben die Boeren mit starker Heercsinacht a l l e H ö h e n, die Ladysmith be- herrschen, besetzt; White wurde nach hartnäckigem Kampfe daraus verdrängt, seine Lage gilt als verzweifelt. Die Bestätigung dieser Meldung bleibt' abzuwarten; vielleicht aber Ivird gerade durch die schivcr bedrängte Lage der Stadt der Bormarsch Bullers erklärt. «• # London, 13. Januar. Dem«Reuterschen Bureau" wird au» Pretoria ohne Tattim gemeldet: Amtlichen Mitteilungen zufolge sind die britischen Truppen am letzte» Sonntag bei ColeSberg mit V e r l u st e n zurückgeschlagen worden, über die Verluste der Boeren liegt kein tveiterer Bericht vor. Die britischen Truppen griffe» ein Lager der Boeren von Griqnaland West an und zerstörten es völlig. Es wurde dann ein Boercnkonimando gegen die britischen Truppen ausgcsandt, worauf diese sich auf Belnioiit zurückzogen. RcnSbnrg, 13. Januar. Eine starke britische Truppenabteilnng rückte heute vor unter Deckung eines hefttgen Artilleriefeuers und nahm auf der linken Flanke des Feindes Stellung. Letzterer machte einen vergeblichen Versuch, diese Stellung zu nehmen. Lord Roberts Ivird persönlich nicht an den Kriegsoperationen teilnehmen, sondern in K a p st a d t bleiben und daselbst sein Haupt- quartier aufschlagen. Aus Eugland. Die englischen Blätter berichten, daß beim Wiederzusaminentritt deS Parlaments Sir Charles Dilke das Wort im linterhause er- greifen ivird, um auf die Thronrede zu antworten. Es soll folgende Tagesordiinng vorgeschlagen werden: Das Unterhaus bedauert, daß die Regierung die Gefahren deS Krieges nicht vorhergesehen hat und daß sie die Vereinigung der Streitkräfte des Oranjefreistaatcs mit denen Transvaals nicht ver- hindert hat, trotz der ihr zugegangenen geheimen Berichte und daß sie nicht die notwendigen Vcrtcidignngsmittcl ergriffen hat." Die Friedensbcivcgung macht Fortschritte.«Mormng Post", „Globe" und„Mormng Leader" erklären, täglich eine grope Anzahl von Zuschriften ihrer Abonnenten zu erhalten, die sich für Ab« sch ließung des Friedens aussprechen und in London hat eine von Politikern,'Geistlichen und anderen angesehenen Männern besuchte Versammlung eine große Kundgebung für den Frieden be- schlössen. Letzte Melduuge». Wien, 13. Januar. Eine offiziöse Petersburger Zuschrift der «Polit. Korr." tritt den Vermutungen entgegen, ivelche die Entsendung einer russischen Truppenabteilnng nach Knschk mit der gegenwärtigen Lage Englands in Zusammenhnng bringen und darin einen Vor- länfer weiterer Aktionen in Ccntralasicn erblicken. Denn cm Ab- schwenken des wohlerwogenen und konsequenten russischen Systenis durch Ausnutzung der gegenwärtigen Schwierigkeiten Englands wäre unklug, indem die freundliche Gesinnung, welche die Zurückhaltung Rußlaiids in London erwecken muß, für die nissischen Interessen wertvoller sei, als es die durch rasche Ausbeutung des südafrikanischen Konfliktes erzielbaren Erfolge wären. Uetzko Mschvichken und Depeschen. Verli». 13. Januar. Auf ein Telegramm, das die Flotten- vereinler gelegentlich eines Festessens an den Kaiser gesandt hatten. lief heute'bei' dem Fürsten zu Wied nachstehendes Antwort- Telegramm ein:«Ich habe mich über den Huldigungsgruß der Generalversammlung des Deutschen Flottenvereins sehr gefreutund danke herzlich für das Gelöbnis treuer Mitarbeit an der wichtigen nationalen Ans- gäbe, unsere Flotte in einer dem deutschen Ansehen und den deutschen Interessen entsprechenden Weise auszugestalten. Den patriotischen Bestrebungen des Flottenvereins, das Verständnis für die dringende Notwendigkeit einer solchen Verstärkung unserer Flotte in allen Schichten des deutschen Volkes zu wecken und zu fördern, wünsche ich auch ferner einen reichgesegneten Erfolg. _ gez. Wilhelm. I. R.", Cranz, 13. Januar.(W. T.®.) Nenn gestern früh ansl gefahrene Lachsboote mit 45 Mann Besatzung Ivurden vom Treib- eis cingeschlosseu. Vier Boote konnten sich nach Neukuhren retten. Die anderen fünf mit 25 Insassen blieben in einer Entfernung von ein bis zwei Meilen vom Strande im Eise stecken. Der von den Regierungspräsidenten aus Pillau entsandte Lootsendampfer„Pilo erreichte heute nachmittag zwei der eingeschlossenen Boote und brach dieselben glücklich nach Cranz zurück. Petersburg, 13. Januar. lW. T. B.) Die Reichsbank setzte den Diskont siir Dreimonatswechsel auf 6 Proz., für SechSmonat- Wechsel ans 7 Proz. und zur W-nimr'-c-s 7-'MWM f ------- 1........... 1. 1 1 1 r-—.-.11 1'--------- i-- I- 1- I----—------------------ Veioiitworlttcher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag v in Max Babing tn Berlin. Hierzu 3 Beilagen und llnterhaltungsblatt. öt. II. 17. Jahrgang.\t Veichskag. 127. S i tz» n g vom 13 Januar IVOkZ, 1 Uhr. Am Bimdesrat-Ztisch: Graf PosadowSkh. Tie zweite Etatsberatunci wird fortlre'etzt beim Etat des ReiSsamt des Innern, Kap. 7s.: Allgemeine Fonds. In Tit. 9, Förderung der Binnenfischerei, werden 30 009 27?. mehr gefordert(bisher SS 000 M.). Abg. Dr. Mllllcr-Sagan(frs. Vp.): gicbt seiner Freude über diese Erhöhung der Summe Ausdruck, bittet aber, die Bestrebungen des Deutschen Fischcreivereins nun auch weiter zu nnterstntzen. Es sei dankbar zu begriihen, datz biologische Untersuchnngen über die auf Fischzucht bezüglichen Fragen angestellt werden sollen, er bitte aber den Herrn Staatssekretär um Auskunft, in welcher Weist: die weitere wissenschaftliche Förderung der Be- strebungen des Fischcreivereins gedacht sei. Staatssekretär Graf PosadowSky: Der deutsche Fischereiverein sollte vor allen Dingen aus den Ausbau seiner lokalen Organisationen bedacht sein. In seinen wissen- schaftlichen Untersuchungen wird er durch die biologische Abteilung und eine Uutersuchuuasstation in München unterstützt. Da die Ver- Hältnisse der Binnenfischerei in den verschiedenen Gegenden ganz verschieden sind, so habe ich kleine, kurz gefastte handliche Bücher Heransgeben lassen, die auch dem. der nicht sachverständig ist, die Grundlage für die geeignete Fischzucht in den einzelnen Gebieten geben. Im übrigen will ich anerkennen, dast der deutsche Fischerei- verein ganz Ausgezeichnetes für die Hebung der deutschen Binnen- fischcrei geleistet hat. Abg. Rickcrt sfreis. Vgg.) stimmt dem Staatssekretär darin bei. dag die Hauptaufgabe des Reichs sei, die biologischen Untersuchungen zu fördern und der deutsche Fistbcreiverein in seinen lokalen Organisationen mehr praktisch wirken müsse. Abg. HermcS(freis. Vp.) hält die Förderung der biologischen Untersuchungen auch durch den Fischcrcivcrcin für sehr wertvoll. Ter Vorstand des Deutschen Fischereivereins habe selbst einen Biologen angestellt, um solche Untersllchimgen vorziinchmen. Der Titel wirb bewilligt. In» Titel 10 werden für Herausgabe eines deutschen Handels- archivs IS S00 37?. gefordert. Abg. Paasche snatl.) begrübt die Herausgabe dieses Werkes mit Freude, häite aber gc- wünscht, daß mehr auf die Landwirtschaft Rücksicht genommen Ware. Das landwirtschaftliche Ministerium der Vereinigten Staaten giebt einen Jahresbericht heraus, der in 3S0 000 Exemplaren gedruckt und jedem Bürgersder Vereinigten Staaten auf Wunsch unentgeltlich zugestellt wird. Mit solchen Mitteln sucht man dort im Publikum das Ver- ständnis� für daS lvirtschaftliche Leben zu verbreiten. Ich hoffe, daß die Regierung auch bei uns in möglichst umfangreichem Matze diese Publikationen in die Masse des Volkes hineinbringen wird. Staatssekretär Graf v. Pvsadowöky: In den nächsten Jahren wird sich der Reichstag bei der AUS- arbeitnng des nencn Zolltarifs ganz besonders mit handelspolitischen Fragen z» beschäftigen haben. Ich halte es sicher für sehr nützlich. die Kennlnis handelspolitischer Tinge, namentlich die Entwicklung unserer Konknrrcnzläudcr in authentischer Darstellung zu möglichst weiter Verbreitung im Publikum zu bringen. Ich Höffe, datz durch das Studium dieser Berichte das handelspolitische Verständnis im Volke wesentlich vertieft werden wird. Sollten erhöhte Mittel zu diesem Zwecke notivendig sein, so würde ich keinen Anstand nehmen, sie in den Etat einzustellen. Titel 11—17 iverden debattelos bewilligt. Bei Titel 18 weist Abg. Eichhoff lfrs. Vg.) darauf hin, datz cineni Tbllringer Exportverein zur Einrichtung eines Musterlagers kleinindustrieller Exportartikel eine staatliche Unterstützung erteilt sein soll und fragt an, ob diese thatsächlich erfolgt ist. Graf PosadowSky: Es handelte sich darum, einer Genossenschaft von Handwerkern und Kleinindustrielle» durch eine materielle Beihilfe die Möglichkeit zu geben, in einem fernen Weltteile ein Musterlagcr zu errichten. Die Auskunft, die ich mir eingeholt habe, lautete günstig, und so wurde eine Beihilfe von IS 000 M. gewährt. Ich bitte Sie, dies gut zn heitzcu. Abg. Mlistcr-Sagan(frs. Vp.): Es wird behauptet, der betreffende Verein habe die Unterstützung benutzt, nnr seine Waren billiger zu liefern als die Konkurrenz. Wenn die Regierung ein solches Unteruebmcn unterstützt, mutz sie auch dafür sorgen, datz nicht elwa die Interessen anderer geschädigt Iverden; sonst mützte die Unterstützung wieder entzogen werden. Staatssekretär Graf PosadowSky bittet zu berücksichtigten, datz es sich nicht um eine fortlaufende, sondern nur um eine einmalige Unterstützung handelt. Eine Verschiebung der Verhältnisse zu Un- gnustcn der Konkurrenz sei nicht eingetreten. Darauf wird Titel 18 gciiehmigt. ES folgt die Beratung dcS Kap. 7b: RcichSkommifsarlate. Titel i wird debattcloS bewilligt. Bei Titel 2 fragt Abg. Eichhoff lfrs. Vg.) an, wie eS mit der Zulassung der Abiturienten der giealgtzmnasien zum medizinischen Studium künftig gehalten Iverden solle. Die Frage sei von so cniineuter Bedeutung, datz weite Kreise ihrer Regelung mit größtem Juteresse entgegensehen. Staatssekretär Graf PosadowSky: Ich stehe in dieser Frage auf einem modernen Standpunkt, wie ich ja auch dafür eingetreten bin, datz weibliche Personen als Aerzte approbiert iverden können. Ich glaube, der Kreis der Aerzte. die noch griechische und lateinische Quellen bei ihrem Studium heran- ziehen, wird immer kleiner. Die meisten werden sicherlich forschen in den Werken der grotzen Aerzte der neueren und neuesten Zeit. Ich könnte es mir deshalb wohl denken, datz man den, Rcalschul-Abiturienten den Zutritt zum ärztlichen Berufe öffnen kann, vielleicht unter der Voraussetzung, datz der Unterricht im Lateinischen etwas vertieft wird und sonst noch einige kleine Acnderungen am Ziealschnlprogramm voraenomnien werden. Ich bitte mich aber, auf dieser Erklärung nicht festnageln zu wollen: cS ist nicine persönliche Auffassung. Ich kann darüber keine Erklärung abgeben, wie sich die verbündeten Stegierungcn dazu stellen werden, insbesondere,>vie sich die preußische Regierung zur Zeit dazu stellt. lHört! hört! links.) Ich habe aber den Eindruck, als ob die preußische Regierung einen intransigenten Standpunkt nicht einzunehmen gedenkt. Abg. Schräder(frs. Vg.) begrüßt die Erklärung de? Staatssekretärs und wünscht, datz eS ihm gelingen möge, mit seiner Slnsicht in der Regierung durchzu- dringen. WaS die Frage des Frauenstndinms anbelangt, so bin ich der Meinung, daß die Frauen, ivelche die Reifeprüfung abgelegt haben, auch zum Studium zugclasien werden müssen. Ich hoffe, datz die Frage in diesem Sinne baldmöglichst für das ganze Reich geregelt wird. Abg. Müller- Sagau(frs. Vp.): Für die Zulassung der Gymnasialabiturienten zum medizinischen Studium bin ich auch. Was da« Fraucnswdium anlangt, mutz ich sagen, wie man auch zu der Fraueusrage stehen mag. so wie eS jetzt ist, kann es unmöglich bleiben. Das Reich mutz endlich einen Schritt thnn, um den Anforderungen der Zeit gerecht zu werden, und eS Ks Jurmärls" mutz dafür sorgen. datz in den einzelnen Staaten die Schranken fallen' gelassen werden, welche noch heute der Frau. die höher strebt, den Eintritt in eine Hochschule erschweren Ferner bin ich dafür, daß auch für den Veterinärstudenten die Erlangung ces Reifezeugnisses von einem Gymnasium verlang: werden mutz, weit die Anforderungen, die in biologischer, anatomischer und morphologischer Beziehung gestellt werden müssen, heutzutage sehr hohe sind. Trotzdem spielt der Veterinärstudent heutzutage eine untergeordnete Rolle gegenüber den andern Hochschülern und da« überträgt sich aus das' praktische Leben. Bei der Slusführung des neuen Flenchschaugesetzes stellt aber die Regierung gerade an die Tierärzte sehr hohe Anforderungen, und da bin ich der Ansicht, daß sie mit den übrigen Aerzten in Bezug aus ihre Vorbildung gleich- gestellt werden sollen. Abg. Rickert(frs. Vg.)- Der Staatssekretär hat in Bezug auf die grauenfrage eine sehr vorsichtige Erktärung abgegeben. Wir wissen aber doch, datz der Reichskanzler in dieser Frage dieselbe Stellung einnimmt wie Graf Posadowsky, und trotzdem kommt die Sache in Preußen so langsam vom Fleck.(Sehr rickitig I links.) Wenigstens in Bezug aus Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium sollten wir endlich einen weiteren Schritt thun. Das ist ein Gebot der Sittlichkeit.(Sehr richtig! links.) Die Frauen haben heutzutage ein Recht, von ihre» Geschlechts- genoisiunen behandelt zu iverden. Eine Frau, die i» der Schweiz studiert hat und vor längerer Zeit sich an die kompetente Stelle ge- wendet bat. mit der Bitte, man möckste ihr die Zeit des Studiums in der Schweiz anrechnen, hat bis heute noch keine Antwort er- halten. Sehr häufig dürfen Franc», die im Auslände approbiert sind, hier Rezepte nicht ausstellen.(Hört I hört I links.) Eine Erschwerung der Vorbedingungen zum Franenftudium ist durchaus nicht nötig. Die bisher gestellten Bedingungen genügten vollkommen, und wenn die Frauen diese erfüllt haben, mutz man sie ebenso wie die Männer zum Studium zulassen.(Sehr richtig! links) Staatssekretär Graf Posadowsky: Es ist an uns eine Petition um Erhöhung der Vor- bcdingungen zum Veterinären Studium gerichtet. In Oestreich hat man die Bedingungen versckiärft und damit den Erfolg gehabt, datz der Andrang zum tierärztlichen Berufe wesentlich nachgelassen hat. Dieselbe Wirkung würde wahrscheinlich bei uns eintreten. Die Petition ist zunächst dem Gesundheitsamt zur Aeutzening zugegangen. Was die Frage der Zulasiimg der Frauen zum ärztlichen Beruf betrifft, so kann ich mitteilen, datz wir erwägen, ob der Bundesrat eine Verordnung erlassen soll, welche diejenigen Franc» berücksichtigt, die unter den Uebergaiigsbestimmungcn leiden, das heißt ob man nicht diejenigen Frauen zum ärztlicbcn Examen zulassen soll, die im Ausland studiert haben, weil ihnen dies früher in Deutschland nicht möglich war. Abg. Ocrtel(k.): In Bezug auf die Zulassung der Frauen zum ärztlichen Studium stinime iöb mit Herrn Rickert durchaus überein. Die Forderung ivciblicher Slcrzte ist thatsächlich eine Forderung der Sittlichkeit. der sich da? zwanzigste Jahrhundert nicht entziehen darf,— Für das medizinische Studium halte ich die Vorbildung auf einem Real- gymnasilim für viel geeigneter, als die Gymnasialbildung.(Sehr richtig! links.) Stcuerdiiigs haben sich mich verschiedene Professoren für diese Ansicht ausgesprochen, da es sich herausgestellt hat. daß die Realgymnasium- Abitnricnten bei dem Physikum, dem ersten medizinischen Examen, in der Regel weit besser abschneiden, als die Gymiiasial-Abituricnten, Abg. Müller-Sagan(frs. Vp.): Ich bin durchaus nicht der Meinung, daß sich der Zudrang zum Tierarzcnei-Studium vermindern würde, wenn die Anfordernngen an die Vorbildung sich erhöhen. DaS gerade Gegenteil wird eintreffen, da sich dann auch die sociale Stellung der Tierärzte heben wird. Der Titel wird darauf bewilligt. Beim Titel Kommission für Arbeiter st ati st ik regt Abg. Reitzhanö(Soc.) Erhebungen über die Lage der Spielwarenindnstrie in Thüringen an. Es herrschen in dieser Industrie ähnlich traurige Zustände wie in der Konfektionsbranche, zu ihrer Beseitigung ist aber bisher noch nicht daS mindeste geschehen. Schuld an der traurigen Lage dieser Arbeiter trägt vor allem die Slrt des Betriebes, die Haus- industrie. und dann auch die Mauipiilationcn einzelner Fabrikanten, vor allem die horrende Preisdrückerei. Wenn eine Slrbeit vergeben werden soll, wird zunächst ein Arbeiter gefragt, für welchen Preis er den Artikel herstellen wolle. Dieser Arbeiter bekommt aber dann aus irgend welchen Gründen die Arbeit nicht; ebenso wird mit einem zweiten Arbeiter verfahren. Uebergeben wird die Arbeit dann aber erst einem dritten Arbeiter, der gar nicht mehr gefragt wird, zu welchem Preise er den Artikel herstellen wolle, sondern dem der Preis einfach diktiert wird. Das ist eine Preisdrückerei, die allem Anstand Hohn spricht. Die Löhne sind in dieser Industrie beispiellos niedrig. Für ein Dutzend Puppen von 23 Centi- meter Länge werden VS Pfennig gezahlt und außerdem müssen die Arbeiter noch das Material selbst liefern, die Unkosten belaufen sich auf 83 Pf., so datz ein Verdienst von 12 Pf. für das Dutzend Puppen übrig bleibt. tHört, hört! bei den Socialdemo- traten.) Dabei arbeilen die Leute Tag und Nacht mit Weib und Kind. Unter solchen Umständen ist es nickt zu verwundern, datz es dort heißt:.Der Hund kommt nicht aus der Küche heraus", d. h. die Leute essen Fleisch, wenn sie mal einen Hund haben, sonst nähren sie sich von Kartoffeln.— Noch schlechter wie die Arbeiter sind natürlich die Arbeiterinnen gestellt. Für ein Dutzend Puppenhosen erhalten diese 3/4 Pf., sind dieselben mit Spitzen garniert, ll/2 Pf. per Dutzend.(Hört, hört I bei den Socialdemokraten.) In gleich trauriger Lage, wie diese Arbeiter, befinden sich die Holzschnitzer! Nach einem Bericht des Amtsdieners in Hild- burghausen arbeiten dort oft mehrere Familien in einer Stube zu- sammen, häufig ist nicht einmal ein Tisch in dem Zimmer vor- handen. Bemerkenswert ist. datz dies« Holzschnitzer, obwohl sie mitten im Walde wohnen, doch immer an Mateiialmangel leiden. Das liegt daran, datz die meiningensche Forstverwaltung es versteht. durch iünstliche Mittel bei den Versteigerungen den Preis des Holzes enorm in die Höhe zu treiben. Die zwei bis drei Millionen Ueber- schütz, welche die meininger Forstverwaltung jährlich macht, kann man da wohl mit Recht ein Blutgeld neuneii, das sie aus den Aennsten der Armen ihreS Landes herauspreht.— Die WohnungSverhältnisse sind dort natürlich infolge der niedrigen Löhne sehr schlechte, trotzdem die Mieten sehr hoch sind. Für Stube. Kammer und Küche müssen diese armen Leute bis zu 160 M. Miete jährlich zahlen. Dabei sind die Lebens- mittel fast durchschnittlich teurer, als in den großen Städten. Die Unternehmer wissen scheinbar von diesen schrecklichen Verhältnissen ihrer tief im Walde wohnenden Arbeiter nichts, aus deren Armut sie ihren Reichtum zusammenbringen. Während Tausende von Städtern sich in den Thüringischen Bergen Erholung suchen, herrscht unter den Arbeitern die Sckivindsucht in erschreckendem Matze. Es ist durchaus notwendig, datz die Verhältnisse dort einmal eingehend festgestellt werden. Ein Staat, der sich anmaßt, an der Spitze der Kulturvölker zu marschieren, darf solche Zustände in seinem Lande nicht dulden.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf PosadowSky: Datz in der Hansindustrie und besonders in der Spielwaren- Industrie sehr traurige Zustände herrschen, erkenne ich an. Ich gebe zu, datz die Leute dore in ungenügenden Räumen arbeiten, datz die Löhne sehr niedrig find und daß vielfach eine un- verantwortliche Ausbeutung namentlich der Kinder herrscht. Die Regierung kann aber gegen solche Zustände nur insofem etwas thun, als sie für Schutz der Gesundheit und des Sonntllg. tt. Januar 19W. Lebens der Arbeiter sorgt,?luf die Normierung der Preise hat dst Regierung keinerlei Einflutz. Wenn tvicklich die Verhältnisse in diese» Industrie so sind, wie sie der Herr Vorredner geschildert hat— und ich habe keinen Grund, da? Gegenteil anzunehmen— wenn wirklich dort bei einem Dutzend Puppen von 23 Centimeter Länge nu» 12 Pfennig verdient werden, dann kann man wirklich dieser Bevölkerung nnr raten, bei dem jetzizen Mangel, an Arbeitskräften auf dem Lande sich schleunigst eine andere ThätigstKt zu suchen.(Lachen bei den Socialdemokraten.) Mir ist eS ganz »nbcrständlich. wie eine Bevölkerung bei solchen Löhnen weiter existiert, statt auf das Land zu gehen, wo die Arbeiter heutzutage ständig besser bezahlt werden Wenn der Herr Vorredner diesen un- glücklichen Menschen wirklich helfen will, io möge er sie auf diesen Ausweg verweisen.— Mit der Hausindustrie werden wir uns sehr eingehend beschäftigen: bei der Verschiedenheit der Herstellungs- meihoden. die in ihr herrschen, sind aber generelle Verordnungen nicht möglich. Sluch mit den Verhältnissen in der Spielwaren-Jndustrie werden wir uns eingehend beschäftigen, jedenfalls müssen wir uns aber auf allgemeine hygienische Maßnahmen beschränken, in die Re- geluna von Angebot und Nachfrage sind wir außer stände ein- zugreifen. Der Vorwurf des Herrn Vorredners gegen die meiningische Forstverwaltung ist jedoch unbegründet. Als fiskalische Verwaltung ist sie einfach verpflichtet, den Preis für das Holz zu nehmen, der ihr im Konkurrenzkamps angeboten wird. Geschenke darf sie nicht machen. Slbg. ReitzhauS(Soc.): erwidert dem Staatssekretär, datz an den schlechten Zuständen der Umstand die Hauptschuld trägt, datz die Regierung alles gehen läßt, wie cS geht. Die thüringischen HauSarbcitcr seien seßhaft, darüber sollte man sich doch freuen. Die meiningische Regierung habe die Aufgabe, die Holzprcise möglichst niedrig zu halten. Statt besten schraube sie die Preise in die Höhe, und wenn ich von Blutgeld ge- sprochen habe, bin ich wahrlich nicht zu Ivcit gegangen. Vicepräsident v. Frcge: Der Ausdruck Blutgeld ist in diesem Zusammenhange unzulässig.(Lachen links.) Abg. Bebel(Soc.) weist ans die Notwendigkeit hin, die Heimarbeit unter die Arbeiter» schntz-Gesetzgebuiig zu stellen. Besonders schlimm steht e§ neben der Spielwaren-Jndnstrie mit den Verhältnissen in der Heimarbeit der Cigarrciiindustrie. Hier müssen Kontrollmatzregeln ergriffen werde«. Die Fabrikanten müssen durch die Kontrolle gezwungen Iverden, ihre Arbeiter au§ der Hausindustrie in die Fabriken zu übernehmen. Das ist der einzige Weg zur Rettiing ans den schauderhaften Mißständen, die die Heimindustrie im Gefolge hat. Die in der Hausindustrie beschäftigten Leute sind in so einseitiger Thätigkeit groß ge- worden, datz sie für andere Arbeiten fast untauglich sind. Kommen irgendwie Körpcrkräfte in Frage, so können sie solche Arbeit überhaupt nicht leisten, weil sie zu sehr ausgemergelt sind. Ich habe die Erfahrung im sächsischen Landtag gemacht. Da sollten Heim- arbeitcr für Notstandsarbeiten, Wegebanten sc. verwendet werdem Sie hatten weder das Geschick noch die Kraft dazu. Bei der Ge- werbe-Ordnung wäre Gelegenheit gewesen, der Heimarbeit auf den Leib zu rücken, wenn man unseren Anregungen Folge gegeben hätte. Das ist leider nicht geschehen. Wenn der Herr Staatssekretär glaubt, datz mein Freund Steitzhaus übertrieben hat, vielleicht täht er durch die Kommission für Arbeiterstatistik eine offizielle Unter- suchung der Verhältnisse eintreten. Die Kommission mützte nur dann an Ort und Stelle Erhebungen anstellen, sich die Leute, ihre Wohnstätten, ihre Ernährungsweise selbst ansehen. Wenn sich die Kommission für Arbeitcrstatistik dieser Materie be- mächtigen würde, sie würde ein dankbares Arbeitsfeld finden. Die Konimission hat sich ja besonders mit denjenigen Gewerben zu be- schäftigen, für die der Hygiene Maximaltag gilt. Zu diesen gehört da? Bäckergewcrbe. Ich möchte daher hier auf irrige Bemerkung?« antworten,' die der Abg. Dr. Oei'el neulich mir gegenüber gemacht hat. Er bedauerte, daß ich nicht zur Magdeburger Versammlung der Bäckermeister gekomnien bin. Dazu fehlte nur einmal die Zeit, dann aber auch die Lust, Ich kenne die Wünsche der Bäckermeister ganz genau, halte sie aber nach wie vor für unberechtigt und kann der Regierung nur dringend raten, dem Verlangen des Abgeordneten Oertcl und der Bäckermeister, die Ruhezeit verringern, nicht stattzugeben. Eine Verkürzung der Ruhezeit ist nicht nötig, denn sie wird thatsächlich in einem großen Teil der Bäckereibetriebe ein�e- halten. Ein anderer großer Teil kehrt sich freilich nicht daran, nicht nur nach Ansicht der Gesellen, sondern auch der Gewerbe-Inspektoren. Da liegt vielfach böser Wille der Bäckermeister vor. Außerdem hat auch die mangelhafte Kontrolle seitens der Behörden daran schuld. In den Kreisen der Bäckergesellen herrscht große Erbitterung, die sich im nächsten Frühjahr in einer Anzahl grotzer Städte in grotzen Bäcker- streiken Liist inachen wird. Datz die Zustände im Bäckercigewerbe reform- bedürftig sind, beweist der Umstand, datz höhere Verwaltungsbehörden. die nicht im Stufe soeialdemokrotischer Neigung stehen, specielle Verord- nungcn erlassen haben, die über die Biindesrats-Verordnnng weit hinaus- gehen. Solche Verordnungen find vom Hamburger Senat und von der Kreishauptmannschaft Dresden erlassen worden. Die Kommission für Arbeiterstatistik hat sich auch mit den Zuständen im Gastwirts- gewerbe beschäftigt, und es sind dabei haarsträubende Dinge zu Tage getreten, die freilich nur den überraschen konnten, der sich bisher noch nicht eingehend mit diesen Dingen beschäftigt hatte. Die Untersuchnngen haben eine außerordentliche Inanspruchnahme des Personals in Bezug auf Arbeitszeit ergeben, und das Reichs- Gesundheitsamt hat nach dieser Richtung hin Vor- schläge gemacht, die merkwürdigerweise von der Kommission für Arbeiterstatistik nnberückstchtigt geblieben sind. Ich möchte den ver- biindeten Rcgienmgen dringend ans Herz legen, sich die Beschlüffe der Kommission genau anzusehen und reiflich zu überlegen, ob nichk mindestens die Vorschläge deS Reichs-Gesnndheitsanits zum Beschlnffe zU erheben sind. Wenn die Komniissioii für Arbeiterstatistik so weiter arbeitet, wie in der letzten Frage, so wird sie den Kredit, den sie bei uns genossen hat, völlig verlieren. Wir sind bisher für die Kommission eingetreten, weil uns nur daran liegt, die Zustände in den einzelnen Gewerben wahrhoitSgemätz fcstznstellen. Natürlich verlangen wir, wenn Mitzftände krasser Art öffentlich festgestellt sind, dann auch energische Abwehrmatzregeln. Wir»leinen, hier hat die Kommissivn nicht einmal halbe, laum viertel Slrbeit geleistet. Sie sollte eS sich sehr überlegen, ob sie ouf diesem Wege weiter mar- schieren will.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf v. PosadowSky: Ich erkenne ohne weiteres an die Mitzstände in Bezug auf die älteren Personen in der HaliSindnstrie. Sie sind, wie sie der Her» Vorredner geschildert hat. Ich nehme aber an, datz die jünger« Generation sehr ivohl in der Lage ist, sich nach anderem, lohnenderem Erwerb«nizusehen. Ich erleime auch an, datz je schärfer der Fabrikschutz wird, desto mehr die Neigung entsteht, die Arbeit ir. die Haiisindustrie zu aeben. Ein Beweis hierfür ist die Thuffache, datz die Zahl der Heimarbeiter ständig wächst. Das hat mich auch zu der Erklärung veranlaßt, datz ich mich mnnnrhr der Kontrolle der Hausindustrie widmen will. In den nächsten Tagen soll der Wortlaut einer Verordnung über die Ansdehiiiing der Arbeiterschntz-Bestimmmigen auf die Motorwerkstätten festgestellt werden und an den Bundesrat gehen. Ebenso eine Ver» ordnnng über die hansindustrielle Cigarrenfabrikation. Jedoch müssen wir bei allen diesen Dingen sehr vorsichtig vorgehen. Es Handell sich zum Teil um Verhältnisse, die seit Jahrhunderten bestehen.(Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Denken Sie an die Heimarbeit der Cigarren« industrie Westfalens, Durch einen zu straffen Eingriff werde» die Leute■ direkt in ihrem Vermögen geschädigt. Sie können ihr kleines Besitztum ja gar nicht mehr verwerten, das sie jetzt für die Cigarrenfabrikation benutzen. Wir müffen also, wie gesagt, vorsichtig vorgeben, sonst entstehen schwere Schäden. Abg. Hoch(Soc.):., Daß der Arbeiterschutz auf die Hausindustrie ousgedchtzt ivird. damit sind ivir sehr einverstanden, jedocki ltziite die Negiernng längst die Pflicht gehabt, die Vorarbeiten abzuschließen. Diese Vorarbeiten dauern immer so lange, daß die Arbeiter inzimschen zu Grunde gehen. Daß nun endlich die Arbeilerschutzvorschristcn aus die Motor- ivcrtstätten ausgedehnt werden sollen, daraus hat der Herr Staats- sekretnr gar keine Ursache, besonders stolz zu sein. Wie lange ist die Frage schon erörtert morden, wie lange drängen schon die Fabrik- inspektoren auf diese. Fiir Fortschritte auf den, Gebiete des Mili- tarismiis und der Marine wird in der Erörterung von Gesetzenlivürsen ein ggnz anderes Tempo eingeschlagen. sSchr richtig! bei den Social- dcinokraten.) Fch tniirde die Regierung crsuche>t. der Konimissjon für Arbeiter- statislik noch audcrc Aufgaben zuzuweisen. Es handelt sich»im die Hanauer Edelmetall- Industrie, die sich in der allerschwerstcn Lage befindet, weil sie keine Lehrlinge mehr erhält. Die Arbeitsvcrhält- nisse in dieser Industrie sind vollkommen ungeregelt, und hierin liegt der Grund, weshalb sich kein Lehrling mehr findet. Wahrend der guten Geschäftszeit ist die Arbeitszeit grenzentos ausgedehnt. Es kommen Arbeitszeiten von IL— 18 Stunden vor; ja, es geschieht, daß Arbeiter die ganze Nacht hindurch arbeiten Es handelt sich hier um Kunst- indnstrie, die an dtcKinrstfertigkcit des Arbeiters und seinen Geschmack die höchsten Anforderungen stellt. Bei dieser übertriebenen Arbeitszeit muß seine Gesundheit rasch aufgerieben werden. Die Hanauer Aerzte klagen über die Zunahme der Nervenkrankheiten unter den Arbeitern. Der Lohn der Arbeiter rst verhältnisninßig gering. Tiichtige Arbeiter müssen benutzt tvcrdcn und der Nachwuchs und ZntvachS bleibt aus. Jetzt klagen vcrcits die llnternchmer über den drohenden Rückgang ihrer Industrie. Was kann geschehen dagegen? Es muß eine Re- gelung der Arbeitszeiten vorgenommen werden. Auch in der guten Geschäftszeit darf die Arbeitszeit nicht über eine vernünftige Grenze hinaus dauern. Einzelne Unternehmer haben den Versuch einer solchen Regelung der Arbeitszeit aus eigene Faust gemacht. Es ist aber miß- glückt, denn der Druck der Konkurrenz ist größer als der beste Wille der Ilnternchincr. Die Gesetzgebung muß eingreifen und zwar anders als sie es jetzt thut. Augenblicklich werden den Fabrikanten lieber- stunden für die Beschästigmig von Arbeiterinnen in der Saison und Ansnahincn von der Sonntagsruhe der Arbeiter und Arbeiterinnen überreichlich gestattet. ES wird nicht gefragt, wie halten die Arbeiter eS ans, sondern nur, haben die Fabriken viel Arbeit? Hier muß die Regierung eingreifen. DaS nächste ist. Erhebungen über die Miß- stände anzustellen, nnd damit sollte die Kommission für Arbeiter- staliftik alsbald betraut werden.(Beifall bei den Soeialdemokrateii.) Damit schließt die Diskussion: der Titel wird bctvilligt. Ebenso die folgenden Titel und Kapitel. Bei Kapitel 10„Statistisches Amt" weist Abg. Nöfirkc-Dcssan(wildlib.) auf die Berufs- und G e w c r b c z ä h l u» g hin und die Ver- dienste, die das„Statistische Amt" sich durch das Riesenwerk der Bearbeitung des Materials erworben hat. Ilm welche gewaltige Leistung es sich dabei gehandelt, gehe ans der Thatsache hervor, daß dies Material ein Gewicht von 300 000 Kilogramm gehabt habe. Wenn jemals Staatsmittel gut angewendet worden seien, so hier. Diese Gewerbestatistik biete die beste Grundlage für die socialpolitische Thätigkeit des Reichstags. Die deutsche Berufs- und Gewerbestatistik überrage nun an Ausführlichkeit und Genauigkeit die aller anderen Staaten. Den Männern, die diese Arbeil geleistet, gebühre der Dank des Reichstags. Abg. Dr. Hitze(C.) schließt sich dieser berechtigten Anerkennung bereitwillig an. Herr Bernstein habe niit dem Material dieser Statistik sei» Buch versehen, das so viel Lärm in der Socialdemokratic hervorgerufen habe. Abg. Thiele lSoc.): Dem Danke an das Statistische Amt für diese Leistung schließen Ivir uns bereittvillig an. Ich gehe noch iveiter und spreche meine Berlvunderung aus, daß derAbteilmigsdirektor dieses Reichamts schlechter besoldet wird, als die übrigen Ministerialdirektoren. Bei dieser An- erkcnnung mutz ich mich umsomeyr wundern, daß die Statistik über...SircikS iiiid Ausstände,, die das Statistische Amt in seine» Bierteljahrshefteii vcröfsentkicht hat, auch nicht im iniirdcsten. den be- rechtigten Ansp.riichcit genügt. Schon die Fragebogen ivaren nicht eiüwandfrei, aber auch die Bearbeitung der Fragebogen ninß nach sonderbaren Grundsätzen erfolgt sein, lieber die Änssperrungcn zum Wctspiel ist in der Statistik kein Wort mitgeteilt. Ich nehme, nicht an, baß. daS Statistische Amt ans eigenem Antriebe diese Angaben ausgelassen hat, es scheint einer Anweismig von anderer Seite hierbei. Folge geleistet zu haben. Jedenfalls ersuche ich die Regie- ruiig hierüber»nt Anskunft. Das in der Statistik bekannt gegebene Material ist aber nicht bloß innngelhaft nnd ininderivcrtig, die. Streikstatistik selber ist falsch. Kein Wunder, wenn man weiß, daß die Polizeibehörde die Quelle hierfür war. Wie wenig die Ortspolizei-Behörden für diese Aufgabe gualifiziert sind, zeigt mir die Statistik über den Malerstreik in Halle, die neben andern Irr- tiimern. die Aiigabe enthält, daß 35 Gehilfen kontraktbrüchig geworden sind. Es waren aber nicht 35, sondern 0(Hört, hört! bei den Socialdeniokraten), da überall die Kündigung gegenseitig aus- geschlossen war. Und doch wäre es so leicht, eine einlvandsfreie Statistik zu schaffen, man müßte dazu nur die Hilfe der Gewcrk- schaftcn und Lohnkonimissionen in Anspruch nehmen. Die i Polizei� ist nicht geeignet, das Material für die Streik- statistik zu beschaffen. Sie befragt den Unteniehmer und ninimt als wahr an, was ihr dieser sagt. Der Unternehmer aber hat alle Ursache„ die Gründe für die Streiks zu verschleiern. Eine erhöhte Aufmerksamkeit der Rcichsregiernng th»it also der Streikstatistik not. So scheint es, als ob es der Regierung nur darum zu lhun war, Material für die mm zu Grabe getragene Zuchthausvorlage zu beschaffen. Warum ist denn eine Streikstatrstik notwendig? Weil nian durch sie einen recht genmien Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse erhält. Es handelt sich hier um die Wertfestftellung der Ware Arbeitskraft, der einzigen die der Arbeiter zu verkaufen hat. Ich meine, es muß eine Aeiide- rung in der Aufnahme der Streikstatistik erfolgen nnd das kann ge- schehen, wenn die Gelverkschaften zur Mithilfe herangezogen, werden. Die Regierung sollte endlich, ihre Vorurteile.gegen die Arbeiterorganisationen aufgeben. Vor allen Dingen gehört dazu, daß sie den Streik' als eine berechtigte Waffe des Ärbciterstandes anerkennt. Direktor v. Wödtke: ES liegt für mich kein Anlaß vor, auf die Frage, inwieivcit die Streiks ein berechtigtes Mittel der Arbeiterklasse sind, näher ein- zugehen. Gar viele Streiks sind einfache Machtproben. Dagegen muß ich ans die Kritik des Vorredners auf die Streitstätistik'eingeyeü. Eine genaue Statistik erscheint immer erst am Ende des Jahres. Was der Herr Vorredner kritisiert..hat, sind nur die summarischen Vierteljahrsübersichten. Irrtümer mögen hier und da unterlaufen sein, sie sind- nicht zu vermeiden. Aber man giebt sich die größte Mühe, die Wahrheit objektiv zu ermitteln. Es' werden jetzt Arbeitgeber und Arbeitnehmer befragt, auch die Gelverkschaften werden in neuester Zeit zur Mithilfe herangezogen. In einzelnen Arbciterblältern ist dieses Vorgehen auch anerkannt worden. Natürlich können nicht bloß die Arbeiter gefragt werden. Das würde einem objektiven Verfahren widersprechen. Die Polizei- behörden sind angewiesen worden, genaue Informationen darüber anzustellen, ob Kontraktbruch vorliegt oder nicht. Abg. Schräder(frs. Vg.): Der Herr Borredner aus dem Hause wird jetzt überzeugt sein, daß der Regierung der enistc Wille nicht fehlt, eine gute nnd genaue Streikstatistik zu schaffen. Wenn noch nicht alles zufriedenstellend ist, so liegt das an der Neuheit.der Materie und den gerade mit ihr verknüpften Schwierigkeiten. Redner bedauert, daß die Veröffent- lichungen des Statistischen Amtes so teuer sind und regt eine Ver- billlgnng an.- Das Kapitel wird hierauf bewilligt. Beim Kapital„Gesundheitsamt" fragt Abg. Schrcmps(k.)- an. welche Ergebnisse das Reichs-Gesmidheitsamt mit seinen Versuchen zur Erforschung der Ursache» der Manl- und Klauenseuche gehabt hat. So' lange eS nicht möglich ist, die Grenzen gegen ans- ländische Seuchen zu sperren, müssen wir alles anwenden, um wissenschaftlich der Seuche Herr werde» zu könneil. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: Es tverden Versuche mit Immunisierung gemacht. Herr Professor Löffler hat sich bei der Erforschung der Seuche mit dieser Methode ganz außerordentliche Verdienste erworben. Das Schwein ist das geeignetste Tier für die Jmmunisierungsversnche und Professor Lösiler ist der Hoffnung, ein wirksames Serum für die Bekämpfung der Seuche finden zu können, ähnlich dem, mit dem bei dem Rotlauf der Schweine so große Erfolge erzielt worden sind. Abg. Dr. Weiffcnhagcu(C): So lange nicht die Ursachen der Seuche festgestellt sind, müssen Sperrmaßregeln ergriffen werden. Die Not des kleinen Landwirts wird durch die Manl- und Klauenseuche innner größer. Der Herr Staatssekretär hat uns heute svieder Hoffnung aus einen baldigen Erfolg der Wissenichast gemacht, aber ich bin immer noch sehr skeptij'ch; der Nutzen der Sperrmaßregel» innerhalb der einzelnen Gehöfte er- scheint sehr zweifelhaft; jedenfalls steht es in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den er stiftet. Könnte er nicht de» einzelnen Landes- rcgieningcn überlassen bleiben, in welchem Maße sie die Märkte sperren wollen?(Bravo rechts und im Centrum.) Abg. Fürst zu Inn- und Knyphauscn(wildkons.): Die Scrmninipsnng hat sich bisher noch nicht bewährt. Die Sperrniaßregeln sollten jedenfalls nicht verschärft werden. Staatssekretär Graf PosadowSktz: Ob die wissenschaftlicben Versuche, von denen ich gesprochen habe, Erfolg haben werden, dafür kann ich natürlich keine Garantie über- nehmen. Aber die Wiff'eiischafllcr wünschen die Versuche fortzn- setzen und hoffen auf Erfolg. Wir müssen sie jedenfalls gewähren lassen. Abg. Dr. Müller- Sagan(frs. Vp.) weist auf den Nutzen der jüngst errichteten biologischen Abteilnng des Gesnndheilsanits in der Bekämpfung von Schädlingen aus dem Tier- nnd Psiaiizenrcich hin. Das Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel„Patentamt" beantragt Abg. Miiller-Meiningen(frs. Vp.), die Regiernng zu ersuchen, die Patentgebühren herabzusetzen. Gegenwärtig wird ein geradezu enormer Uebersckniß ans den Patent- gcbübren erzielt. Ter Reichstag hat die Nolivendigkeit des Antrages schon im Jahre 1891 durch die Annahme einer Resolution anerkannt. Teutschland hat die höchsten Pntentgebübren der ganzen Welt und erhebt damit eine schädliche Verivertniigsstener. 80—85 Proz. aller bereits erreichten Patente verfallen in Tcntschland»ach drei Jahren, weil die Erfinder die hohen Patentgebühren nicht mehr zahlen können. Mit den Potenten verhält es sich ivie mit Lotterielosen; nur die wenigsten gewinnen. Im allgemeinen herrscht das Bestreben, die individuelle Brbcitsthätigkeit zu schützen; hier wird sie besteuert. Der Wert der Patente liegt erst in ihrem Icchili'chcn Efsckt und daher ist es völlig unberechtigt, dos Patent mit einer Werlstcuer zu belegen, als welche sich die Gebühren darstellen. Staatssekretär Graf Posadrttvöky: Das deutsche Patcntierungsversahren ist deshalb teurer, weil es so gründlich nnd vorzüglich ist. daß es in der ganze» Welt An- erkcnnung findet. Daß die Paicntgcbühren durchaus nicht zu hoch sind, geht ans der ständig wachsenden Anzahl der Patentairmeldungen hervor. Was zu hoch ist. das sind die Gebühren, die die Patent- anwälte nehmen. Abg. Möller-DuiSbiirg(»all.) hält eS für durchaus berechtigt, nach der Steigerung der Einnahuicn jetzt auf Hcrabsetzniig der Gebühren hinzuwirken. Das Kapitel wird beuülligt. lieber die Resolution Dr. Mülle r-Mciningcntvird erst in dritter Lesung obgcsiiinnit werden. Hierauf vertagt sich daS Hans. Nächste Sitzung Dienstag 1 Uhr.(Zweite Lesung des Etats und zwar Etat des Reichsamis des Innern, des Rcichsschntzamts. Außerdem Gesetze über die Patcnranwä'te und' die Konsulargerichtsbarkeit.)' Schluß 5»/r Uhr.__ Arbcitcr-BildnngSschule. Heute abend 7 Uhr in Feuersteins Salon, Alte Jakobsir. 75: Vortrag des Genossen Dr. Wehl über:„Tie Bekämpfung der Trunksucht und die moderne Arbeiter- bcwegung". Freie Volksbühne. Heute Sonntognachmittag 2�'« Uhr findet die Vorstellung statt: für die v i e r t e A b t e i l n n g im Lstend- Thcater:„Vermächtnis" von A. Schnitzlcr. Tic Mitglieder werden dringend gebeten, pünktlich zu erscheinen. Achtung! Am nächsten Sonntag beginnt für die erste Ab- teilnng im Lessing- Theater die 6. Serie der Vorstellungen. Zur Aufführung gelangt:„Li o s m er s h o lm Schauspiel in 4 Akten von Henrik Ibsen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkle r. Revolntionär-königstreiic Jahrhimdcrtfeicr. In die Front des höfischen Jahrhiindertjnbels, die sich all- gemach zur Länge der preußischen Siegesallee answächst, hat nun auch die hiesige Universität ihren Mann gestellt. Dein Festakte wohnte der neue Kultüsminister Dr. Studt bei/ dem bekanntlich der Ruf einer selbst am preußischen Hofe beachtenswerten Fröminig- kcit vorangeht. Die Weihercde hielt der Geheime Regicrniigsrai Professor Dr. v. Wilamowitz-Möllendorf. Anfänglich trat in der Rede des Gelehrten das befremdliche Ereignis ein, dnß er der Bedentiing der französischen Revolution nnd des „korsischen Parvenü" Gerechtigkeit widerfahren ließ. „Das 19. Jahrhundert begann nicht, als man eine 8 an zweiter Stelle schrieb, sondern am 14. Juli 1789, wie es das Gedächtnisfest Frankreichs abgrenzt, oder am 19. Sepien, ber 1792, als Goethe auf dem Felde von Valmy sagte:„Von hier und heute geht eine neue Epoche der Welt- ge schichte aus." Der Zusammenbruch des alten französischen Staates gab den Anstoß zu einer Umgestaltung der Gesellscuasts- ordnung, die längst noch nicht abgeschlossen ist, und keiner von uns würde im Ernst darauf verzichten, was et der französischen Revolution verdankt. Und trotz aller Kümmernisse und Erfahrungen, welche uns die napoleonische Zeit brachte, werden ivir in Gciftesfreiheit mit Goethe sprechen: „Wie soll ich ein Volk hassen, dem ich so viel von meiner Bildung verdanke?" Dann gleichsam erschrocken ob der Kühnheit seiner Worte, über die alle Mi'rbäche zu Eis erstarren müssen, lenkte Herr v. Wilamowitz- Möllendorf ein: „Aber das Ende des 19. Jahrhunderts? Endet eS heute? Nein, wahrlich nicht. Als am 10. März 1388 die Glocken dem Heimgang des ersten deutschen Kaisers im ganzen Reiche klangen, läuteten sie auck dem Jahrhundert das Grablied: „Wohin wird uns die Zukunft führen, wer ahnt es? Eins nur wissen wir: Die Treue halten wir und werden wir halten." Indem der Herr Professor so das 19. Jahrhundert mit Wilhelm l. in die Grube fahren läßt, giebt er zu erkennen, daß er sich über die Stellung.Wilhelms II. im neuen Jahrhundert noch kein Urteil erlaubt. Bemerkt sei, daß in dieser Jahrhundert-Rede auch derSocialiS- muS seine Hiebe bekam. .... Der klassizistische Traun, eines Staate» gleichberechtigter Bürger von gleicher Bildung und gleichen Interessen ist auch dahin; und die Utopien des socialistischenZ u k u n f t s- staates, ausgeartete Ableger dieser Ideen, würden längst keine Gläubigen mehr finden, wären nicht Kinder und Bettler hoffnungs- volle Thoren." Möge so der Herr Professor zugleich den bürgerlichen Kinder» der Welt wie den Fromme» gefallen haben. Zum mindesten tvünscher wir. daß der erste Teil seiner Rede nach oben hin keinen arger Anstoß errege. Wir sind dem Gelehrten nicht böse und würden es mit Genug- thunng begrüßen, wenn ihm ein Leben beschieden iviirdc. lang genug um mitten im„Zukunftsstaat" drin die Irrtümer des zweiten Teils seiner Rede belächeln zu lernen. Tie Acrztekammer trat gestern im Ständehnuse unter Vorsitz des Obcrpräsidenten v. Bethmanir- Hollweg zur konstituierenden Sitzung zusammen. Bei der Wahl des Vorstandes wurde der bis- herige erste Vorsitzende. Geh. Rath Dr. Becher. mit 04 von 00 Stimmen wieder mit dem Vorsitz der Kammer betraut. Ziveiter Vorsitzender blieb Geh. Mcdizinalrat Wiebecke-Franksurt, erster Schrift- führet der Geh. Sanitätsrat Dr. S. Marcusc-Berlin. Zum zweiten Schriftführer wurde neu Dr. Schäsfer- Berlin. zum Kassenführer Sanitätsrat Saatz wiedergewählt. Beisitzer wurden ans Berlin: Dr. S. Alexander. Sanitntsrat Dr. Lissa nnd Geh. Sanitätsrat Brähmer, ans dem Regierungsbezirk Frankfurt; Geh. Sanitätsrat Liersch-Frankfnrt und ans dem Regierungsbezirk Potsdam: Sanitäts- rat Drcibholz-Wilsnack, Sanitätsrat Bosdorf-Potsdam und Sanitäts- rat Jpscher-Wusterhansen. In das ärztliche Ehrengericht wurden gewählt: Sanitätsrat Wiescnthal. Geheimtat Schöneberg nnd Sanitätsrat Thiem-Kottbus. ferner als Stellvertreter Sanitätsrat Kählcr-Charlottenburg. Sanitätsrat Mylius-Ralhenoiv, Dr. Gräfe und Dr. Davidsohn. Hygienische VortragSknrse. Die„Centralkommission der Krankenkassen Berlins" wird vom 18. Januar ad mit Unterstützung der Herren Aerzte hygienische Vortragskurse in den Aulen v o n Berliner Gemeindeschulen veranstalten. Es werden im ganzen sieben solcher Kurse in verschiedenen Stadt- gcgenden abgehalten werden. Jeder Kurs wird acht Vorträge um- lassen, die mit vierzehntägigen Zivischenräumen ans einander folgen sollen., Die Teilnahme an diesen Kursen steht allen Kranken-' kassen- Mitgliedern von Berlin und Umgegend, sorvie deren Angehörigen unentgeltlich frei. Die Votträge finden durchweg an Donnerftagabenden statt und beginnen p r ä c i s e 80z Uhr. Im Riischliiß an den— etiva einstündigen— Vortrag kann eine kurze Diskussion bezw. Fragcstellinig stattsinden. Gerade für die in de» Krankenkassen versicherten Arbeiter ist die Erhaltung ihrer Gesundheit, ihres einzigen Guts, von höchster Be- deulung. In diesen Vorlragskursen nun soll von sachverständiger ärztlicher Seite den Arbeitern gezeigt werden, wie sie leben müssen. um sich vor Schaden zu beivahren. Allerdings ist nicht zu ver- kennen, daß dies leider nur eine beschränkte Bedeutung hat, da heutzutage der Proletarier nicht in der Lage ist, lein Leben so ein- znrichken, wie er es wünscht und wie es die Gesetze der Hygiene fordern. Aber trotzdem könnte auch heute mancherlei vermieden werden, was der Gesundheit schädlich ist, wenn nur eben der Arbeiter wüßte, was eigentlich zur gcsnndbeitsgemäßen Lebensführung gehört. Der arbeitende» Bevölkerung von Berlin diese Kenntnis zu vermitteln, das ist der Zweck der Vortragsknrse. und darum hofft die Kommiision auf rege Beteiligung von feiten der Krankenkassenmit- glicder nnd deren Angehörigen. Eine Legitimation zum Eintritt ist nicht erforderlich. Im nachstehenden geben wir min diejenige» Vorträge bekannt, die noch im Monat Januar stattfinden. I. Vortrags- CykliiS. Aula der 80. G e m e i n d e j ch u l e. Wrangelstr. 123. Donnerstag. 18. Januar. Herr Dr. Paul B« r n st e i n über: Wohnung(Ventilation. Heizung nnd Be- lenchtung. H. Vortrags-CykliiS: Aula der 84. G e m e i n d e s ch u l e. K e i b e l st r. 31— 32. Donnerstag, 13. Jaimar. Herr Dr. R n d o l s V e n n h o f über: W o h n u ii q. III. Vortrags-Cyklus: Aula der 110.— 174. Gemeinde- schule, S ch o ii h a u s e r A l l e e 100 a. Domierstag, 26. Januar. Herr Dr. Rudolf B e» n h o f über: Wohnung. IV. Vortrags-Eyklus: Aula der 113.— 127. G c in e i n d e s ch u I e Paukst r. 8. Donnerstag. 18. Januar. Herr Dr. Wolfr. Becher über Wohn n n g. V: Vorteags- CyklnS: Aula der 189. Gemeinde schule. Stepbanstr. 27. Donnerstag, 25. Januar: Herr Dr. Otto S ch i f t a n über Wohnung. VI. Bdrtrags- Cyllns: Aula der 107. Gemeindeschule. Genthiners'tr. 4. Donnerstag, 18. Januar: Herr Dr. Otto S ch i f r a n über Wohnung. ' VI!. Vortrags- Cyklns: Anla der 40. G e m e i n d e s ch u l e. G n e i sen a n sir. 7. Donnerstag. 25. Jonnar: Herr Dr. Paul Bern st e i n über Wohnung. Ter Entwurf einer Polizeiverordnnng, welcher die Ein» schräntung des Verkehrs von Lastfiihriverl in besonders be- lebten Straßen bezweckt, ist dem Magistrat zugegangen. Das Magistratskollcginm hat beschlossen, den Entwnrs dieser Polizei- Verordnung zunächst der stadtischeii Verlehrsdcvuiation zur Begnt- achtniig zu überweisen. Dieselbe soll bei ihren Vcratimgeii auch die Aeußernng der Aeltcsten der Kanfmannschäft und die Gntachlcn der sonstigen beteiligten Kreise berücksichtigen. Fiir den AnSban der Vcrlincr Eisenbahnen sind im neuen StaaishauShalts-Erat eingestellt: Zum Ausbau der an den Schle- fischen Bahnhof angrenzenden Strecken der O st b a h» und der Schlesischen Bah» eine fernere Rate von 500 000 M.. womit von den ans 8 Millionen Mark veranschlagte» Gesamtkosteii 0 Millionen bewilligt sein werden. Für die Herstellung besonderer Vorortglciic der Anhalter Bahn von Berlin bis Groß-Lichterselde ivird.»ach- dem schon früher 4 Millionen Mark bcivilligr worden sind, jetzt eine weitere Rate von Iis Millionen Mark gefordert. Für die Herftellnng besonderer Vorortgleise der Schlesischen Bahn vom Schlesischen Bahnhof bis Erkner ist eine Million Mark eingestellr. nachdem schon früher 2 700 000 M. bcivilligr worden ivaren; die Gcsaintkoste» sind aus 7 300 000 Mark veranschlagt. Die Herftellnng des dritten nnd vierten Geleises ans der R i n g b a h n vom Babnbvf Rixdorf bis Haltepunkt Ebersstraße erfordert eine weitere Rate von 800 000 M. Für die Herstellung besonderer Vorortgleise der Nordvnhn ans der Strecke Berlin— Schönholz sind nach den im vorigen Jahre be- willigten 500 000 M. jetzt 1 Million Mark eingestellt; die Gesamt- kosten betragen 3 070 000 M. Die Erweiternng des Raiigicrbahnhofs in Tempelhof, fiir die im vorigen Etat 800 000 M. eingestellt worden waren, verlangt iveitere 250 000 M. Ans dem Lehrter Bahnhof soll ein Wag'eii-Revisionsschiippen mit Nebengebäuden für 270000 M. gebaut werden, wovon 70000 M. eingestellt sind; ferner soll der Wngen-Revisionsschnppcn ans dem Schlesischen Bahnhof mit einem Kostenanfwand von 201 500 M., wovon 150 000 M. ein- gestellt sind, eriveitert werden. Stadtverordneter Langenbnchcr ist in der Nacht zum Sonn- abend gestorben. Mit ihm ist der älteste Angehörige unseres Stadtparlaments dahingegangen. Gebore» zu Stettin im Jahr 1817. erlernte Langcnbucher das Klempnerhandtverk und ließ sich in Berlin als Meister nieder. Er war 20 Jahre Stadtverordneter und als solcher Mitglied der Armen» und Waiscnverwaltung. der Bau- und der Gewervedcputation, Mitglied des Kuratoriums der Handwerker- schulen rc. Die Beerdigung soll am Dienstag erfolgen. Die neuen Tclephongebiihre». Die kaiserliche Oberpostdircktion giebt jetzt die neue an, 20. Dezember 1899 vollzogene Fernsprecher« Gebühren-Ordnnng bekannt. Tie Bekanntmachung der Oberpostdirektion beschäftigt sich zunächst mit dem Ortsverkehr. Es beträgt für jeden Anschluß an-die Fernsprechnetze in Adlershof, Berlin, Charlottenburg einschl. Westend, Friedenau, Friedrichsberg. Neu- Weißem'ce, Nieder- Schönewcide. Pankow, Reinickendorf. Rixdorf. Rilmmelsburg, Schöueberg. Stralau, Tempelhof nnd Wilmersdorf, welcher nickt iveiter als 5 Kilometer von der betreffenden Haupt- Berinittlungsstelle entfernt ist, von, 1. April 1900 ab die Lausch- gebühr 1. für Adlershof 80 M., 2. für Berlin 180 M. 3. für Char- lottenbur' einschließlich Westend 100 M., 4. für Friedenau ILO M., B. für Friedrichsberg 120 SD?,. 6. für Neil- Weißenfee 120 M,,' für Nicdcr-Schölieweide 120 M.. 8. für Pankow 120 SD?,, 9. für Nciiiickendorf 120 SD?., 10. für Rixdorf HO SP?.; 11. fürRninmelSbing 100 ä)?„ 12. für Schönebcrg 140 SD?., 13. für Stralau 80 SD?., 14. für Temvclbof 120 SD?, und 15. für Wilmersdorf 140 SD?.— Wenn an Stelle der Bansckgebiihr die Grundgebühr und Gesprächsgebühren gezahlt lverden, so beträgt 1. die Grundgebühr sf für Berlin 100 SD?., b) nir Cbarlottenbnrg ciiischlieblich Westend 75 SD?., c) für die übrigen crii'ähuteu PerniiltlungSansialten. abgesehen von Adlcrshof und Stralau, SO SD?., 2. die Gesprächsgebühr für jede innerhalb des eigenen Fernsprechnetzes verlangte Verbindung b Pfennig, mindestens 20 SD?, jährlich. Zn den Porgangen in der Flcifchkochanstakt des Tchlacht- ftofcs tuirb nocy mitgeteilt, daß die llntcrsuchnng noch keine Änf- kläning darüber ergeben hat, in wie viel FäNcn Fleisch ans der Stachanftalt heimlich entnommen tvnrde und ob der Handel schon seit längerer Zeil betrieben wurde. Zweifellos soll feststehen, daß der Handelsniann Lange in mindestens zwei Fallen Fleisch aus der .lnstalt bezogen hat, das entivcdcr noch gar nicht oder nicht genügend sterilisiert war. Er war angeblich im Besitz von Lieferscheine», die von dein Schlächter der Fleischkochanftalt, Herrn Bittcrhof, ausgestellt waren und auf Grund deren L. das Fleisch ohne weiteres über- nebinen durste. Das sinnige Fleisch soll in der Anstalt durch starke Einpökelung unschädlich gemacht werden. Das Fleisch bleibt 21 Tage lang im Pökel liegen und ist dann derartig mit Salz durchzogen, dast es fast nur in Wurst mitverarbcitct werden kann. Lange hat nun Fleisch bezogen, das teils überhaupt nicht, teils nur schwach gepökelt war. Darüber, ob einen Polizeibeainten ein Verschulden trifft, konnte noch nichts festgestellt lverden. Gegen de» Polizcilicntenant Schmitke, der das Dienst- mädaien Emma Füchte am Ncujahrstaae schwer mißhandelte, ist jetzt Strafantrag gestellt worden. SHtlf der Treptow-Ttcrnwarte spricht heute Dir. Archen hold nachmittags 5 Ilbr über„Die Bewohnbarkeit der Welten" und abends 7 Uhr über„Die Ausgaben der Astronomie int 20. Jahrhundert". Mit dem gliesenrefraktor lvird auch in dieser Woche der Mond, welcher nur noch bis Freitag, den 19. Januar, sichtbar ist, und der Orion- nebel beobachtet. Die Bcreinsbillets ans dem Jahre 1899 verlieren Ende dieses Monats, soweit sie nicht mit Verlängernngsstempel vcr- sehen sind, ihre Gültigkeit. 3» der Ilrania begannen dieser Tage einige VortragS-Eyklen, ocreii jeder auf zehn Abende berechnet ist. Am Dienstag sprach Herr Tr.�G. S>! a ß über„irdisches und künstliches Licht" als Einleitung bem Cyklus über die Technologie des täglichen Lebens, während Herr Dr. S p i e s am Donnerstagabend in einem Experimcntal- vortrage die Anfangsgründe vom Wissen über Elcktriziläi anschaulich zu erklären verstand. Herr Spies machte diesen Vortrag besonders anregend dadurch, daß er die Lichtlvirknngen der vom Ehepaar Curie entdeckten Körper Radium und Polonium demonstrierte nnd ferner die seltsamen Wirkungen behandelte, lvclchc die merkwürdigen Substanzen ans den elektrischen Strom ausüben. Beachtenswert ist das Publikum, das sich in stattlicher Zahl zu diesen Vorträgen einfindet. Es ist ivohl nicht zu viel gesagt mit der Behauptung, daß an den Experimentier-Abenden im Hörsaal der Urania alle Gesellschaftsschichten in bunter Reihe versammelt sind. Sieben Mechanikern nnd Arbeitern' elektrischer Betriebe, die vom streben nach theoretisch-wisienschaftlichcr Ausbildung beseelt, einen guten Teil der Anwesenden ausmachen, sinden ivir jüngere und ältere Gelehrte vertreten, die aufmerksam den geschickten Experimenten dcS Vortragenden folgen. Etwa zum vierten Teil mag die Zuhörer schaft aus Damen bestehen. Selbst die Uniform fehlt in diesem buntgemischten Kreise nicht, der in erfreulicher Weise lehrt, daß in unseren Tagen erbitterter socialer Kämpfe wenigstens das Gebiet der Wissenschast als neutral gilt. Wieviel gehört aber noch dazu, bis es der vorwärtsstrebenden Arbeiterschaft allgemein zugänglich ist. Im Theater der Urania spricht heute-Sonntag Herr Karl Ncu- ftl? über seine 12jährige Gefangenschaft bei dem Mahdi nnd am Mittwoch Herr Dr. Georg Wegener über„Ceylon und Indien". Montag und Dienstag finden die letzten Aufführungen des dekorativen Vortrags„Der Sieg des Menschen über die Natur" statt, amDonnerstag wird der Vortrag„Berlin vor 100 Jahren" wiederholt, während am Freitag und Sonnabend der Vortrag„Transvaal" und vorher„Der dunkle Erdteil" zur Auffühnnig gelangt.— Im Hörsaal lverden in dieser Woche folgende Vorträge gehalten: Dienstag: Herr Dr. G. Naß, „Acetyleu und andere moderne Lichtspender."' Donnerstag: Herr Dr. P. Spies,„Die Entstehung des elektrischen Stromes." Freitag: Herr Dr. P. Schwahn,„Ueberblick über die Geschichte deö Erde." Sonnabend: Herr Pros. Dr. C. Müller.„Was die Straße dem Wissen bietet." Herr Dr. P. TpfcS legt am 1. April die Direktion der Urania nieder und tritt in eine staatliche Stellung ein. Herr Dr. Spieß hofft jedoch, der Urania auch ferner durch Vorträge dienen zu können. Berein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern. In der neuen Reihe der volkstümlichen Vortrags kurse begmm tun Dienstag, den 16. Januar, abends 8'/, Uhr, in der Aula des Fricdnch�Werdei scheu GyrnuaflumS. Dorolheenstr. 13/14, Herr Professor Dr. Grawitz den Kursus über„Die kronkmachenden Schädlichkeiten des täglichen Lebens und ihre Verhütung". Billels für den sechs Abende umfaffeuden Kursus zum Preise rui 1 M. nnd zu haben bei: Georg Bclling, Cigarrenhandlung, W., Leipziger- ' he 136; A. Schütz, Reubaut, Holzmarllslr. 60 IL; Chr. Tischendärfer, t. Sophien fit. 20; Traukweinschc Buchhandlung,\V, Leipzigerftr. S: Ecntralslelle für Arbeiter-Wohlfahrts-Einrichlungen. W., Kmhcnerstr..23.11 (8—3 Uhr).— Zu drei Vortragökurse» sind die Billets bereits vergrissen. Ans de«« Nachbarorte». Charlotteuburg. Zu den GewerbegerichtS-Wahlen Hai das G e w e r k s ch a f t S k a r t e l l folgende Kandidaten ans- gestellt: 1. Bezirk: Holzarbeiter Otto Bogel, Maurer Albert B e e r e n s e. 2. Bezirk: Zimmerer Georg S ee g e r s, Bauarbeiter Wilhelm Prenzkat. 3. Bezirk: Buchdrucker Karl Klein, 2'ketallarbciter Wilhelm Meng e. 4. Bezirk: Putzer Fritz Gros, Fabrikarbeiter Wilhelm Scheel. 5. Bezirk: Metallarbeiter Her- mann Spörer, Bauarbeiter Franz Strauff. 6. Bezirk: Drechsler Carl B e n s ch e ck. 7. Bezirk: Maler Georg Metzle. Die Wahllokale sind ans den Flugblättern bekannt ge- geben. Wer am Montag, dem Tage der Wahl, mithelfen will, lvird gebeten, sich bei Leder, BiSmarckstr. 74, zu melden. Die Wahlzeit ist vormittags von 10—1 Uhr nnd nachmittags von 5—8 Uhr. Ein recht trauriges Beispiel dafür, daß die von Geistlichen ge- leiteten„Arbeiterorganisationen" kaum anders sichtbar in die Oeffent- lichkcit treten, als wenn es Zwietracht zu säen giebt, bietet eine in der„Mark. Volks- Zeitung" veröffentlichte Liste katholischer Sonderkandidaten. Statt ihrem Herrgott dafür zu danken, daß in den socialdeniokratischen Kandidaten Männer aufgestellt sind, die sich des Vertrauens der großen Mehrheit der Wähler lvürdig zu zeigen wissen. animieren die Geistlichen eine Anzahl ihnen ergebener Leute zu dem für ihre Sache völlig zwecklosen Vergnügen einer Sonderkandidatur. Irgend ».che» Erfolg haben solche Thorheiten natürlich nicht; wohl aber sind sie geeignet, den AgitatiouSeiser der klassenbewußten Arbeiterschaft zu heben und— das Mißtrauen zu vermehren, daS diese den noch unter geistlicher Hut stehenden„Arbeiterorganisationen" bedanerlicheriveise entgegenbringen muß. Wir sind überzeugt, daß die Charlottenburger Arbeiterschaft am Montag der vom Geiverkschaftskartell ausgestellten Kandidatenliste mit imponierender Mehrheit den Sieg sichern lvird. Tempelhof- SNariendorf. Laut Bekanntgabe der Gemeinde- behörden beider Orte liegen die Gcmeindewählcr- Listen in den zu- ständigen Gemeindebureaus in der Zeit vom 15. bis 30. Januar öffentlich ans. Die Parteigenossen werden ersucht, sich zu überzeugen, ob sie in die Listen eingetragen sind. Die Vertrauensmänner. F» Tchöncberg ist Montagabend 8 Uhr im Klubhause, Haupt- straße 5,6, eine öffentliche Versammlung, in der Über die Bedeutung de? Gewerbegerichts referiert wird nnd die Auf- stellnug der Kandidaten erfolgt. Die Gewerbegerichts-Wahlen werden am 20. Januar von 4—8 Uhr abends stattfinden. Britz. Heute nachmittag 2l,s Uhr findet bei Adam(Buschkrug), Nndowerstr. 51, eine Volksversammlung statt, in der Genosse Obst über die Gemeindewahl spricht. Tie Unzuträglichkeiteu» die bei den letzten Stadtverordneten Wahlen zu Charlottcnbnrg in einzelnen Wahllokalen sich bemerflich machten, insbesondere die Schwierigkeit, die in den Abendstunden zahlreich am Wahltische erscheinenden Wähler ordnungsmäßig abzn- fertigen, haben die liberale Fraktion der Charlottenburger Stadt- verordneten-Versammlung veranlaßt, folgenden Antrag einzureichen, der ans die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetensitzung gesetzt worden ist:„Der Magistrat wird ersucht, bei zukünftigen Stadt- verordneten-Wahlen in umfangreichen Bezirken alle gesetzlich zu- lässigen Maßregeln zu treffen, die geeignet sind, einem Andränge der Wählerschaft vorzubeugen, insbesondere durch Beschaffung hin- reichend großer und geeigneter Räumlichkeiten, durch Bestellung von Personal in größerem Umfange, sowie durch Auslegung von Listen und Straßenverzeichuissen in mehreren Exemplaren." Maricudorf. Für die im Frühjahr stattfindenden G e- m e i n d e w a h l e n liegen die Wählerlisten im Gemeinde- bnrean, Dorfstraße, vom 15. bis 30. Januar während der Dienst- stunden zu jedermanns Einsicht ans. Es steht zu erwarten, daß jeder Arbeiter sich Überzeugt, ob er in der Wählerliste steht: für diejenigen, welche nicht in der Lage sind, selbst nachzusehen, haben sich einige Genossen erboten, dies zu thun. Zu diesem Zwecke lverden Listen in den Lokalen von Ebel und S cb r a m m ans- liegen, worin sich diejenigen Arbeiter eintragen können, welche wünschen, daß für sie die Wählerliste nachgesehen wird. RnmmelSburg. Vom 15. d. MtS. bis 1. Februar liegen im AmtSburean die Gcmeindewählerlistcn(auch Sonntags) ans. Wegen der bevorstehenden Gemcindcivahlen darf kein Wähler versäumen, die Listen einzusehen. Für diejenigen, welche keine Gelegenheit haben, die Listen selbst einzusehen, übernehmen folgende Genossen die Priisnng: Oe Iking, Schillerftr. 13. für Schillcrstraße; K o ck>. Türrscbmidtslr. 10/11, I, für Türrschmidtstraße; AI schlier, Kantstr. 6, für Kantstraße; Ritter, Goethestr. 17, für Goetbe-, Lessing- und Mozartstraße; Jage, Prinz Albertstr. 1314, für Prinz Albert-, Liebig- nnd Hauptstraße; Gebauer, Diene Prinz Albertstr. 17, für Kietz. Bei Abgabe der Adressen ist der letzte Stcncrzcttel beizubringen. Spandau. In der letzten Stadtvcrordneten-Sitznng gab die „liberale" Mehrheit ihre Arbciterfrenndlichkeit dadurch zu erkennen, daß sie einen von soeialdemokratischer Seite gestellten Antrag ab- lehnte, der die unentgeltliche Lieferung der' Lehrmittel an die Gemeindcschülcr bezweckte. Tic Brandstelle in Rixdorf war gesteni früh nocki der Sammel- pnnkt der Eiinvvhner. Bald nach 1 Ulir waren die Berliner Lösch- ziige wieder abgerückt, während die Ortsseuerivehr noch gegen Mittag Wasser gab. Die vollständige Ablöschung gestaltete sich deshalb so schwierig, weil die stehengebliebenen nackten Mauern keine genügende Sicherheit mehr gegen de!» Einsturz bieten. Jedes Betteten der inneren Räume dcS ausgebrannten Gebäudes muß daher unterbleiben, und ivcnn immer Ivicder neue Flammen an einigen Stellen hervorbrechen, muß ausziemlich ivcitcr Entfernung Wasfer gegeben werden. TiePrinz.Hand- jeryfttaße ist in der Umgebung des Brandherdes für jeglicbcn Verkehr gesperrt, ebenso dürfen die Straßcnbabnenjnur den einen(entferntern) Schienenweg in der Richtung nach Berlin befahren. Die ans ent- gegcngcsetzter Richtung kommenden Wagen lverden durch andere Straßen abgeleiter. Besonders gesährlich war die Rettung der Familie des Bier- fahrerS Otto, die sich auf den Balkon geflüchtet hatte und dort blieb. bis die Flammen in ihre Wohnung eindrangen. In der Zivischenzeit Ivaren einige Feuerwehrleute an der Brandstätte erschienen und unter deren Anlcilung wurde eine von 8 Mann gehaltene Pferdedecke als Sprungtuch ausgebreitet. Da sich an der Decke Handgriffe nicht be- fanden, so konnte sie auch nicht ordentlich festgehalten lverden und als Otto heruntersprang, wurde bei dem Aufprall des schweren ltörpcrS den Männern die Decke entrissen. Dasselbe ivieder- holte sich bei dem Sprung der zivanzjährigen Tochter Marie. welche einen Schädelbruch erlitt und in besinnungslosem Zustande ebenso wie ihr Vater nach dem Kreiskrankenhanse�in Britz übersührt wurde. Frau Otto hat nur eine leicbte Fußstauchung erlitten. Von dem brennenden Hanse konnte natürlich nichts gerettet lverden und die Rixdorfer Feuerwehr, die später von drei Berliner Löschzügen unterstützt wurde, mußte sich darauf beschränken, die Rachbargebäude, besonders die stark bedrohte Rosenkranz- kircke zu schützen. Zur Zeit deS Rixdorfer Brandes wurde auch von Tempelhof auS Berliner Löschhilfe erbeten. ES brannte ein Schuppen, doch konnte das Feuer bald zum Stehen gebracht werden. Lluch in Berlin selbst war gleichzeitig ein Schaden- fener abzulöschen, und zwar Köp nicker st ratze 33» in einer Wäschcfabrik. Da außerdem- noch Löschmannschaften mit den Ans- räumnngsarbeiten von dem Dachstuhlbrande in der PotSdamerstraße beschäftigt ivaren. so waren die meisten Berliner Löschzüge für die ersten Abendstunden stark in Anspruch genommen. Mehrere Familien haben ihre sämtliche Habe bei dem Brande eingebüßt, und sind, da sie nicht versichert waren, dem Elend preis- gegeben. Die Straße bleibt für den Fußgängerverkehr soivohl wie für den Wagcnverkehr abgesperrt, da die Mauern jeden Augenblick einzustürzen drohen. Es wird berichtet, daß das Unglückshaus nach Art moderner Mietskasernen liederlich gebaut war. Hoffentlich giebt der Vorfall der Baupolizei Anlaß, dem heutigen Bamvcsen etwas schärfer ans die Finger zu sehen, als bisher. Großes Aussehe» erregt in Rixdorf die Verhaftung des Armenvorstchers S a n d a u aus der Steiinnetzstr. 38. Als das hochschwangere Dienftniädchen Klara Debig vorgestern zu Sandau ging, um durch dessen Vermittlung die Aufnahme in eine Entbindungs- anstalt z» erwirken, beschimpfte der Armenvorsteher sie ihrer Angabe nach mit unflätigen Redensarten und verging sich dann an ihr. Auf die Anzeige, die der Bräutigam des Mädchens bei der Behörde er- stattete, wurde Sandau verhaftet. Eine Vereinigung der Kattundruelcreie» hat sich in England gebildet, die 85 Proz. der gesamten Druckindustrie umfaßt. Der ilebernahmepreis ist auf über 8 Mill. Lstrl.(a 20 M.) festgesetzt. Ein Rirsenkartell hat sich in den Vereinigten Staaten von Nordamerika gebildet. ES bezieht sich auf die Eisenbahnen des Ostens. Die in Frage kommenden Bahnen repräsentieren ein Gesamt- kapital von mehr als einer Billion Dollar. ES ist die größte Kapitalvereinignng, die die Welt je gesehen hat. VevtttiMbeso Ein entsetzlicher Borgang wird ans valeneia iGpanien) berichtet. Tort brach Freitagabend um 10 Uhr in einem CirkuS aus dein Jahrmarkt Fener a»S. Die Flammen ergriffen auch die nahe Baracke cineS Löwenbändigers, während dort Vor- stellnug war. Dieser, dem Ersticken nahe, sprang anS dem Käfig heraus, zwei Löwen ihm nach. ES entstand eine furchtbare Panik. Drei Lerne wurden von den Löwen verwundet. Publikum, Polizei und Soldaten gaben über hundert Schüffe auf die herum- springenden Löwen ab; schließlich gelang eS dem Bändiger, sie leicht verwundet wieder einzusaugen. Ter gestrige Nacht-Schnellzng Berlin-München erlitt unweit der Station Grönhard in Bayern einen erheblichen Unfall, indem da? Dampfzulaßrohr der Maschine plötzlich abriß. Der Zug mußte auf freiem Felde so lange stehen bleiben, bis eine Reservemaschine herbeikam, und langte mit IVsstündiger Verspätung in München an. Durch den mit enormer Kraft ausströmenden Dampf wurde ein Heizer so schwer am Unterleib verbrüht, daß er sich in ärzliche Be- landlnng begeben mußte. In der Elberfelder MilitärbcfrcinngS-Affaire sind dreißig junge Leute auS Solingen und Umgegend einer Nachmusterung Unterworfen worden. Sie sollen, soweit sie tanglick sind, zur nacki- träglichen Ableistung ihrer Militärdienstzeit in nächster Zeit heran- gezogen werden._ Marktpreise von Berlin am 42. Januar 1000 nach Eriinltlmigen des tgl. Polizeipräsidiums. D.-Ctt. 15,00 14,50 13,80 15,20 14,30 13,50 4,16 7,20 40,- 45,— 70,— 7,— 1,60 1,20 Tonne 13,90 13,60 13,- 14,40 13,60 12,80 3,66 4,50 25,— 25,- 30,- 5,— 1,20 1,- mm chwemcsleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Heckte Barsche Schleie Bleie Krebse Iba «0 Stück II-K per Schock 1,60 1,70 1,60 2,60 6- 2,20 2,80 2,60 2,- 1,60 2,80 1,40 12,- 1,10 1,- 1,- 2,- 3,- 1,20 1,40 1- 1,~ 0,80 1,40 0,80 3,- der CenlralfleNe der PrenB, Land. nnd umgerechnet vom Polizei- «Meizen »�Rogge» Fuilcr-Gerfle Haser gut „ niiliel gering Richlstroh Hen -f)Erbse» 1-)Spciseboh»en Kartoffeln, neue Rindsleisch, Keui« 1 kg do. Banch •) Ermittelt pro wirtschaftSkammer— Notierungsstelle— Präsidium für den Doppelcentner. +) KlcmhandelSprciie. Produktenmarkt vom 13, Januar. Auf den Getteidemarki übte die strengere Kälte eine in hohen» Grade stiiinilierende Wirkung ans. besonders da der mangelnde Schneefall ernstliche Besorgnis in Bezug aus die junge Saat hervorruft. Dazu kam, dafl die Offerten Rußlands infolge oes dortigen Neusahrs-FeieriageS ins Stocken gerieten. Daß Angebot aus dem Jnlaude war sehr geringsiigig. Für Brotgetreide war gute Kauflust vorhanden, doch kamen bei der Zurückhaltung der Abgcber keine bedeuten- deren Abschlnffe zu stände. Roggen war 0,75 M. höher gefragt, Weizen gut behauptet, Hafer lag ruhig, unverändert, Rüböl behauptet und etwas belebter._. Am Spiritusmarkt wurde 70er loeo mit 47,30 M. unverändert gehandelt. Städtischer Schlachtviebmarlt. Berlin, 13. Januar 1900. Amtlicher Bericht der Direktion, Zum Verkauf standen: 5424 Rinder, 1030 Kälber, 8042 Schase, 9129 Schweine, Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf,): Für Rinder: Ochsen:»1 vatlsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachlwertek-, höchstens 7 Jahre alt 62- 66, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere anSgeniästete 57—61; c) mätzig genährte junge und gut '3—56; d) gering genährte jeden Alters 50— 52,— Bullen: genährte ältere 53_■ b) volistevchigc höchsten Schlachlwencs»9 63; b) mätzig genährte iünger« und gut genährte ältere 55—57; c) gering genährte 49—52.— Färsen und Kühe: a) vollslciichige, anSgeiiikstete Färsen höchsten Schlachtwerts 00—00; b) vollfletichige, ausgemästete Kühe höchsten Scklachtwcrtes bis zu 7 Jahre» 54—55; c) ältere aiiSgemäslete Kühe und wenig gut entwickelte jünger« Kühe»md Färicn 51-52; d) mätzig genährte Kühe»nd Färsen 47- 50; e) gering genährte Kühe und Färsen 42-45,- Kälber:») feinste Mast' tälbcr(Vvüiililchmast)»nd beste Sauglalber 77—80, d) mittlere Mastkälber und ainc Saugkälber 66— 72, ol geringe Saugkälber 55— 60, d) ältere, gering genährte Fresser 40-60— Schafe:») Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel 61—64, b) ältere Masthaminel 54—59, c) mätzig genährte Hammel»nd Schase(Mcrzschaie) 48-53. d) Holsteiner NiedenmgS- schafe(Lebendgewicht) 00-00,- Schweine. Man zahlte für 100 Psimd lebend(oder 50 Kilogramm mit 20 Proz, Tara-Abzug): a) vollfleischige, der feiiieic» Sllaffcii und deren L reu,»»gen im Alter bi» zu!>/« Jahren 48-50, bi Käier 00-00, c) fleischige 46- 47, 6) gering entwickelte 43-45, e) Sauen 43—45. Verlans und Tendenz. Das Riudergeschäft verlief schleppend, nur beste Stiere und Bullen tnapv, waren bald vergriffen, eS bleibt groher Ueberstand, Der Kälberhandel gestaltete sich ziemlich glatt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang glatt� eS wird ausverkaust. Der Schweinemarkt verlief ruhig und wurde geräumt. Notiz: Nach Schlachtgewicht bedeutet, der volle Stückpreis wird a»s daS Gewicht der vier Viertel verteilt, ohne Abzug dcS Preises für Fett und Kram._ •Witici int zSübernchi vom 13. Januar 1900,»lorgenS« tthr. Stationen Siviiiemde, Hamburg Berlin Wiesbaden München Wie» ? 1 aa o � «« == s•? I 774 SO 773 ONO 773 NO 770 O 767 NO 770 NNW ei Wetter 2 heiter l Nebel 2 bedeckt 4hlb, bed. 4!bcdeckt 1—6 2 wölken! 1—9 ä Ü 5 t# « -15 -6 -8 0 siaiiolieii a»£ h A? s r Haparanda Petersburg Sott Aberdeen Paris 770p 764SSW 764$ 771 NNO •0 ol Wetter «bedeckt «'Regen 2bedeckt 2 wölken! äX *•- 5" SU «fo -4 g 6 -4 Wetter Prognose für Sonntag, de» 14. Januar 1000. Trocken und vorwiegend heiter, zeitweise nebelig bei ziemlich strengem Frost und»lätzigeu östlichen Winden, Berliner Wetterb»reau. Am 12. d. M, starb nach zwölf- tägigem schwerem Leiden mein innigstgeliebicr Mann, unser herzensguter Vater, Schwieget- und Grvtzvater, der Gürtler Sclincidci' im 57. Lebensjahre. 17966 Am stille Teilnahme bitten Emilie Schneider, geb. Caebler. Bernhard, Paul, Frieda, Olga Schneider. Anna Wolf, geb. Schneider. Paul Wolf. Die Beerdigung findet am DienStag, den 16, d, SD?,, nachi», 3 Uhr, von der Halle des städt. Ceiilral-FriedhojS in FricdrichS- jclde ans statt, Bahnstation: Lichtenberg- FriedrichSselde. Pserdcbahn: Dönhoffspkatz— FriedrichSselde. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 13. d, M,, starb mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Tischler AJbvi't Wicht, nach langen, schweren Leiden. Die Beerdigung findet Dienstag, 16, d.M., nachinittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Andrea?- Friedhofes in Wilhelmsberg anS, statt. Um stilles Beileid dilten(1792 Ww. Tberese Wicht, nebst Kindern Hiermit allen Verwandten, Freunden und Kollegen die traurige Nachricht, datz unser lieber Bruder, der Feilen- Hauer Will,«Im Stolxenbnrg am 9, Januar an der Proletarier- ttankheit verstorben ist. Die Beerdigimg findet Sonntag, den 14, Januar, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Danles-Kirchhofes auS statt, Die trauernden Brüder. Centrol-Kranten- und Sierdckaffe der»rnfschen Wagenbauer (Filiale Moablt-Berlin). Unchruf. Dienstag, den 9, d, M,, verstarb unser Mitglied, der Schmied frikdried Hinz. Ehre seinem Andenken, 326/11 Die vrtsverwaltung. Deutscher Melallarheiter-Yerband (Verwaltungaetelle Berlin). Todes-Anzeige. Am 12. Januar 1900 oerstarb unser langjähriges SDütglied, der Gürtler Paul Schneider. Die Beerdigung findet am Dienstag, 16, Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des städt, Central-FriedhofeS in Friedridiöselde ans, statt, 110, 4j Tie Ortsverinaltung. Todes-Auzeige. Allen Kollegen zur Mitteilung, datz unser Kollege Joii. H. GaMninnn in der Werkstatt plötzlich per- storben ist. ISOlb Die Beerdigung wird noch bekannt gegeben Seine Kollegen ans derWerfftatt M. Wegener, Allen Benvandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, datz meine liebe Frau sl800b August© Agthen. geb. Ehmann am Freitag, den 12, Januar, nach- mittags 5 Uhr verstorben ist. Die Beerdigung findet am DienS» tag. den 16. Januar, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle der Freireligiösen Friedhofes, Pappel-Allee, anS statt Der trauernde Gatte Affthen, Danksagung. 1772b Für hie liebevolle Teilnahme sowie die herrlichen Kranzspenden bei der Bcerdiguna metnes lieben SohneS, unseres Bruders und Schwager» Hngo sage allen Freunden, Be- kannten und Genossen, sowie dem Berbaude der Glasarbeiter, dem soeialdemokralischen Verein von Rum- melsbnrg und Umgegend nnd den Gesaiigvereiiien„Frohsinn" und„Vorwärts" unserii ttefgesühlteslen Dank. Die trauernde Mutter «araltne Hartmann nebst Kindern. V�arer�hauß /uVertheirrj Berlin, Leipzigerstr. 132/133.« Rosenthalerstr. 27/29 u. 54.» Oranienstr. 53/54. Msntag. 15. Januar und folgende tage Per�elleü Hifehiepfe§, 19, 15, 25 h. Kaffeekaimsn 18, 22, SO, 42, 48, 55*• Tassen 19 w. Speiseteller, gerippt und«latt 12 pf- Besserlteller, sei-ippt ima giatt ß pi. Xompotttelier, eerippt und giatt 5 pf- Karloffelscliüsseln mit ve-�i 48 Terrinen 95 w-«nd 1,35 m Saucieren 42 n. Kompolt* 11, Salatschüssein 19. 28, 85 Bralenplallen, 10,20, 38, KZ, 80, 95 h soweit der Vorrat reicht: Emaill® Kasssröllen,«a* Eing) 16 18 20 22 24 cm. 45, SS, SS, 75, 90 Pf. Kasserollen, mit Bin«, Mtbim, � � � � Hsszin»!-».*>*■:," ,0,», ioritr&ru-Tr- Kasserollen, ei.,, mm«"• i, Ii ii„»»>"— Schmorlüpte,«..." �'p,. ca. 16 18 20 22 24 26 cm. 50, eoTTO, 80, 95 Pf., 1,05 Mk. ca. 16 18 20 22 24 26 cm. 70, 80, 85, 85 Ff., 1,10, 1,25 Mk. ca. 16 18 20 22 24 26 cm. 1,16, 1,30 Mk. SebffiOriÖpfe, Olms Bing, hellblau Sehmortöpfe, �*** w SelimOrlÖpfe, mit Hng, hellblau Wasserkessel, � 20 Wasserkessel, helibiftu 1,25, 1,40, ,,so,«,so mt Wasserkessel,****, ohne Ab..t«_ia 20 WaSSCrkeSSel, hellblau, ohne Absatz 70, 80, 90 Pf7 22 24 28 cm. i. 1,20, 1,35, 1,55, 1,80 Mk. ca. 20 22 24 26 cm. 1,10, 1,25, 1,45, ca. 20 22 24 28 cm. 1,66 Mk. 36 cm. 1,15, 1,30, 1,50, 1,75 Mk. 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Jeder auoh teilweiser Nachdruck wird strafrechtlich verfolgt. f.frgros'hdeki/�'nqf frport'Mpor� jj � L JJJ Lieferanten an Carderoben- Geschäfte. \ii � V/ ir/ Vereine, (iJnstitutc,;) l) und/ ['/ausländische1 'Gesellschaften, �j] [UAL Verantwortlicher Redacteur: Paul Jahn m Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hr. II. 17. Mrmg. 2. Miolite" Wim Ucksdlxtl.»«„ i* lieber Pretz- Trinkgelder. AlZ Im Juni vorigen Jnhrc-Z der Prozcg Stephnny-Strehlke vcrhandcll word.cn war. � sprach die Redaktion des„Vorivärts" die Erwartung aus, dax die Verhandlung im Schöße des Vereins „Berliner Presse" fortgeführr werden würde, wozu ich mir die Bemerkung crlaudte, auch vor diesem Forum würden die„rigorosen" Mätmer Lessing und Stephan p ihr eRnmen rigorosrim bestehen. Diese Prophezeiung ist eingetroffen, insofern als am 13. Dezember vorigen Jahres eine Gcucralversammlung jenes Vereins Herrn Stephauy die«Unbescholtcnhcit seiner Bcrnfschre" mit 41 gegen 25 Stimmen�(bei 10 Stimmcnthaltnngcnj bestätigt hat. Jedoch schmälere ich gern selbst meine Prophetenehren, nidcni ich hinzufüge, daß ich die ziffernmäßige Stärke der Minderheit, wenn ich mich im Juni v. I. über sie ans- gelassen hätte,� ungleich niedriger eingeschätzt haben würde. Nimmt man hinzu, daß der Generalversammlung ein reichliches Dutzend von Nedacteureii und Mitarbeitern der„Vossischcn Zeitung" beiwohnte, höh denen nur einer so viel Takt besaß, sich der Äbstimmung zu enthalten, während die übrigen stopf bei Kopf für Herrn Stcphauys „unbescholtene Bcrnsschrc" stinuntcu, so sieht, der Sieg dieses Herrn cinein Pyrrhussiege verzweifelt ähnlich. ?!icht jedoch um seinet- oder des Herrn Lessing willen möchte ich um die Erlaubnis bitte», nochmals auf die Saibc zurückzukommen; es würde sich nicht lohnen, an die moralischen Qualitäten der„Rigorosen" irgend ein Quantum von Papier und Tinte zu verschwenden. Viel- mehr veranlaßt mich zu meinem Wunsche erstens die Verhältnis- mäßige Stärke der Minderheit vom 13. Dezember v. I.. die den er- freulichcn Schluß gestattet, daß sich die ehrliebenden Elemente der bürgerlichen Presse mit wachsender Entschiedenheit gegen das System der Preß-Trinkgelder aufzubäumen beginnen, und zweitens die That- fache, daß sich der Verein„Berliner Presse" demnächst noch einmal wenigstens mit � der principicllen Seite der Frage zu beschäftigen haben wird, infolge einer von etwa 40 Mitgliedern eingebrachten Nesoliition. Die socialdemokratische Presse hat unmittelbar gewiß fem Interesse an der Sache; sie selbst ist gegen das System der Preß-Trinkgelder gefeit und sie ist''sich auch klar darüber, daß dies System in der bürgerlichen Presse niemals völlig ausgerottet werden wird, selbst wenn der Verein„Berliner Presse" die schärfste Resolution dagegen fassen sollte. Allein wenn sich innerhalb der bürgerlichen Presse selbst eine moralische Reaktion gegen die Preß-Trinkgelder geltend macht, so hat meines Erachtens die socialdemokratische Presse allen Anlaß, diese Bewegung zu unter- stützen; mittelbar ist auch sie daran interesssert, denn die Mißhand- lnng der Presse durch die offiziellen Gewalten des Deutschen Reiches hat ihren stärksten Rückhalt in den moralischen Unzulänglichkeiten der bürgerlichen Presse. Stellen wir also den Thatbestand fest, wie er sich aus den gericht- lichen Verhandlungen des Prozesses Stephany-Strehlke ergeben hat. Im Herbste 1897 wurde die„Elektrische Hoch- und Untergrundbahn in Berlin" gegründet, und zwar war die Deutsche Bank das Emissions- haus. Ein Angestellter dieser Bank überbrachte dem Herrn Stephany drei Reklameartikel über die neue Gründung, die der Chefredacteur der„Vossischen Zeitung" am 30. Oktober, am 31 Oktober und am 1. November 1897 in den redaktionellen Handelste'-,- einrücken ließ, u»d zwar über den Kopf des zuständigen Handelsredacteurs hinweg, dessen sachkundigen Rat er nicht einholte, obgleich er selbst, wie er vor Gericht sagte,„von solchen Dingen nicht viel verstand". Als dann am 4. November die Zeichnung auf das neue Unternehmen erfolgte, zeichnete Herr Stephany 20000 M. Nun fand eine starke Ueberzeichnung statt, die von der„Voss. Zeitung" selbst aufs vierfache, vom Bankier des Herrn Stephany in seiner gerichtlichen Zeugenaussage sogar anfs zehn- oder selbst zivauzigfache geschätzt wurde. Läßt mau es bei der vierfachen Ueberzeichnung bewenden, so hätte Herr Stephany nur beanspruchen könne», in der Höhe von 5000 Dt. berücksichtigt zu werden, jedoch tvar die Deutsche Bank so gefällig, ihm Aktien in der vollen Höhe des von ihm geleisteten Betrages von 20 000 M. zuzuwenden. Herr Stephany beeilte sich, die eben zum Emissionsknrse von 110 übernommenen Aktien alsbald durch seinen Bankier zu 128 zu verkaufen, säckelte also einen Profit von 3600 M. ein, von denen mindestens die 2700 M., die an den extraordinär zugebilligten IS 000 M.„verdient" wurden, Preß-Trinkgelder in ihrer klassischen Form darstellen. Diese Thatsachcn wurde», wie gesagt, im Juni v. I. vor Ge- richt festgestellt, und sie lassen sich auch dem Stenographischen Bericht entnehmen, den die„Lcssingsche Druckerei" in Form eines stattlichen Qnartbnndes über die gerichtliche Verhandlung als Mannskript gc- druckt und unter der Hand vertrieben hat. Nur hat sie sich die kleine niedliche Unterschlagung erlaubt, die Höhe des Ennssionskurscs zu verschweigen, die vor Gericht ausdrücklich genannt ivurde, ver- mutlich weil die„Lessingfchc Druckerei" ihren geliebten Stephany die Beschämung ersparen ivöllte, daß ihm jedes Schulkind mit einem sehr einfachen Rechenexempel die Höhe seiner Trinkgelder nachrechnen konnte. Trotz des überaus klaren ThatbestaicheS ließ sich aber der Gegner des Herrn Stephauy zu einer Ehrenerklärung übertölpeln, womit die gerichtliche Verhandlung ausging wie das Hornberger Schießen. Verweilen wir noch einen Augenblick bei den er- schütternden Argumenten, die Herrn Strehlke in eine so verzweifelte Flucht geschlagen haben! Wenn Herr Rechtsanwalt Michaelis als der eine Anwalt Stephauys unter„Heiterkeit" fragte:«Also hätte Stephany. we»n er die Papiere hätte zeichnen wollen, sie im Namen des Herrn Strehlke zeichnen müssen", so scheint das in den Kreisen höherer Bildung als famoser„Witz" zu gelten; uns profanem Volke offen- bart sich dieser„Witz" jedoch nur in einer trivialeren Maske, über die sich weiter nicht reden läßt.. Herr Justizrat Sello aber als der andere Anwalt Stcphauys sagte, der Chefredacteur der«Vossischen Zeitung" dürfe wie jeder Staats- bürger auf ein öffentlich ausgelegtes Unternehmen zeichnen, und dafür könne er doch nicht, daß ihm die ganzen 20 000 Mark zu- geschrieben worden seien. Darauf ist zu erwidern, daß Staphany eben nicht wie„jeder Staatsbürger" dem Unternehmen gegenüber stand. Er hatte die ihm zugcschmuggeltcn Rctlnnie- Artikel der Emissions- firma als angeblich unparteiisches Urteil der Redaktion im rcdak- tioncllen Teil der„Vossischen Zeitung" veröffentlicht und deren Leser dadurch gröblich getäuscht, eine Pflichtvcrgcssenhcit, die ihn. wenn Herr Geheimer Justizrat Lessing kein so nachsichtiger Chef wäre, sofort seinen Redaktionssesscl gekostet haben würde. Wenn nun aber Herr Stephany den Geldlenten, denen er diese dolose Gefälligkeit erwiesen hatte, ein paar Tage darauf ermöglicht, ihnen eine Begünstigung in klingender Münze zu ge- währen, so kouute er dafür allerdings etwas. Endlich unterstützte auch der Vorsitzende des Schöffengerichts, Herr Amtsrichter Matthies, Herrn Stephany durch die„Heiterkeit" erweckende Frage:„Ja, wenn ich das Glück habe, daß die Papiere steigen, warum soll ich sie nicht bald verkaufen?" In der That, wenn ein Richter, der zu eine»! unparteiischen Urteil über eine Aktiengründung verpflichtet ist, dies Urteil in Form einer ihm von den Gründern zugeschmuggelten, auf Kurssteigerung abzielenden Reklame fällt, weshalb soll er nicht an dieser Kurssteigerung seinen fetten Anteil haben? Nach uuserm beschränkten Unterthanenvcrstande müßte allerdings solch ein Richter infam kassiert werden. Damit rst denn freilich auch gesagt, daß nicht viel darauf angekommen wäre, wie das Schöffengericht über den Fall gcurtcilt hätte. Juristisch sind die Prcßtrinkgelder überhaupt nicht zu fassen; kein Gesetz verbietet Herrn Stephauy. die Reklamen interessierter Geschäfts- leute dem vcrehrlichen Publikum als sein unbestochcues redaktionelles Urteil vorzutragen, und kein Gesetz verbietet den also bevorzugten Geschäftsleuten,' Herrn Stephauy bei seiner Zeichnung �auf ihre Aktien vor anderen Zeichnern zu begünstigen. Der Staatsbürger Stephany mag vor den Strafgerichten sehr unschuldig sein, aber die Frage, um die es sich handelt, ist eine ganz andere: der Verein „Berliner Presse" hat sie. wenn auch noch nicht richtig beantwortet, so doch richtig gestellt, indem er sie als„Unbescholtcnheit der Berufs- ehre" fixierte. Unter Bcrnfsgenosscn kann nach den objektiven Ergebnissen des Prozesses Stephnny-Strehlke kein Zweifel daran bc- stehen, daß Herr Stephany als Chefredacteur der„Vossischen Zeitung" Prcßtrinkgelder angenommen hat. Den ersten Versuch, den ehrlicbende Mitglieder der bürgerlrchen Presse unternommen haben, diese infame Gcivohnheit endlich einmal an den Pranger zu schlagen, ist leider gescheitert; hoffen wir, daß der ziveite Versuch besser gelingt! F. M e h r i n g. Ans vrr Isrerurnbr�Vogung. Genossinnen und Genossen! Die vom Parteitag in Hannover beschlossene Agitation für den gesetzlichen Arbciterinnenschutz legt den Genossinnen eine ehrenvolle, aber schwere Verpflichtung auf zum praktischen, fruchtbaren Wirken für eine der dringendsten Reformen,' die nicht nur im Interesse der Arbeiterinnen liegen, sondern in dem des gesamten Proletariats. Soll die Agitation erfolgreich durchgeführt werden, so hat sie vor allem eine Voraussetzung: ein gut vorbereitetes, planmäßiges, einheitliches Handeln, so daß die vorhandenen geistigen und materiellen Kräfte mit größtmöglichem Nutzen verivendct werden. 'Gerade'ein solches Handeln wird den Genossinnen durch die reaktionäre Vereinsgesctzgebung in dem bei weiten: größten Teile Deutschlands gcwnitig erschwert. Ihr zufolge besitzen die Prole- tarierinnen in den meisten Orten keine Organisationen, die Träge- rinnen und Mittelpunkte der zu entfaltenden Agitation sein könnten. Die Arbeitermnenvereinc, die in einzelnen Städten existieren, dürfen sich fast nirgends erkühnen, für den gesetzlichen Arbeiterinnenschntz zu agitieren, wollen sie nicht wegen Beschäftigung mit den verpönten„politischen Angelegenheiten" der Auflösung verfallen. Die Genossinnen sind also im allgemeinen auf die Thätigkeit ihrer Vertrauenspersonen angewiesen. Durch ihre Vertraucnsperson haben sich die Genossinnen mit den Genossen am Platze zu verständigen und dafür zu sorgen, daß ihnen die thatkräftig fördernde Sympathie der politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiter zu teil wird. Unsere Genossen aber möchten wir ersuchen, in den Orten, die noch keine weibliche Vertraucnsperson haben, die Agitation selbst in die Wege zu leiten. Um eine planmäßige Agitation durchzuführen, ersuchen wir die Genossinnen und Genossen, sich bis zum 1. Februar mit der Ver- trauensperson Deutschlands in Verbindung zu setzen, damit von dieser Centralstclle ans die Agitation eingeleitet wird. Mit socialdemokratischcm Gruß Ottilie Baader. Vertranensperson Deutschlands, Berlin 0., Straußbergerstr. 28, IV. Die Arbeiterpreffe wird um Nachdruck gebeten. gdrfübek' iuiieren ist ein altes wahres Wort, welches sich ganz besonders in der Hauswirtschaft anwenden lässt. So schreibt Frau von Brandenburg. Täglich fast erscheinen Neuerungen auf dem Gebiete der Küche, welche Erleichterungen und Verbesserungen bedeuten; aber immer nur ist es eine im allgemeinen kleine Anzahl von Frauen, die sofort diese Neuerung in ihrer Küche und Haushaltung einführen, bei vielen dauert es eine geraume Zeit, che sie einen Versuch machen. Eine immer hervorragendere Bedeutung gewinnen die Maggi-Produkte; IHM Sorten- Verzeichniss von MAGGF Gemüse- u. Kraft- SUPPEN ä 1O Pf. p. Würfel für 2 Portionen. Erbaensnppe; feiner Erbsen gesohmack. Erbtten m. Itohnenaappe: äusserst nahrhaft und wohlschmeckend. Erbsen- m. Reissuppe: Erbsengeschmack, sehr nahrhaft. Erbsen- m. Sagosnppe: sehr kräftig und schmackhaft, feines Aroma. Erbswnrstsappe: die vorzüglichste ihrer Art; giebt eine äusserst schmackhafte, sehr nährende und sättigende Erbssuppe. Gemüse-(Jullenne) Suppe: erfrischend, von hervorragendem Wohlgeschmack. Gerstensnppe: sehr gut und gesund, vorzügliche Abenduuppe. Grttnerbs'ensuppo: feiner, aromatischer Geschmack. Grünkernsuppe: feine Eestaurationssuppe Haferschlelmsuppe: sehr fein im Geschmack, auch als Kranken- u. Kindersuppe vorzüglich. Kartoffelsuppe: fein und kräftig, sehr beliebt. Kerbelsuppe: blutreinigend, vorzüglich geeignet als Beimischung zu anderen Suppen. Kraftnichlsnppe: besonders nahrhaft, leicht verdaulich." Linsensuppe: echte Linsensuppe, sehr geschätzt. Reissuppe: recht gut und schmackhaft. Rels-Julicnne-Suppc: Reis- und Gemüse- kräutergesohmack. vorzüglich. Sago-Huppe; feines Sago- Aroma, schleimig und kräftig. Tapioca-Soppe: kräftig und sehr beliebt. Taploca- Cr�cy• Suppe; feine Tapiooa mit Carotten, sehr gut, schönes Aussehen. Taploca- Jnllenhc-Snppe: sehr kräftig und beliebt, als Beimischung zu anderen Suppen vorzüglich geeignet. Welzengriessuppc; sehrsohmackh. u. gesund. Rlebelesuppe: 1 aus Eierteig, besonders Stepnchensnppe: f wohlschmeckend ü.uahrh. Pikante Sorten; a 15 Pfg. per Würfel (a 2 Portionen): Londonderry-Suppe: sehr nahrhafte, pikante Suppe; besonders in Holland sehr beliebt Curry-Suppe: sehr pikante, englische Luppe; vorzüglich, Um andere, �'— suppen, zu kräftigen. Mr r>c„ Juftnlt der Y>»sernte «bcruiniint die Ncdiitlio» dem Publik»», neaeiiiiber keinerlei _ Peraiiiliiorliiiiq. Tszeatev. S o v N t a g, H. Januar. Freie Volksbiihur. Carl Weiß Theater, i. Abteilung(graue Kurten): Das Lcriuachtius. An saug VL Uhr. eperiihaiis. Der Freischütz. An fang 7'/, Uhr. Montag: Do» Juan. Schanspielbaii». DaS Bärenfell. Ansn»»?>/, Uhr. Montag: Kbiüg Ottolars Gliicl nud Eudc. Nslirs Oprr»- Theater(Kroll). Romeo und.Uilia. Anfang 7-/, Uhr. Deutsches. Der Probelandidat. An- sang 7V2 Uhr. Nachm. S>/z Uhr: Johannes. Montag: RosmerSholm. Lesshig. Lord Qucx. Anfang 7'/, Uhr. Nachm. l! Uhr! Die Ohre. Montag: Der Tugend Hof. Berliner. Das deutsche Jahr- hundert,««fang 7»/, Uhr. Nachm. LV, Uhr: Da» verlorene Paradies. Montag: DaS deutsche Jahr- hundert. Schiit er.' Cuprienne. Ansang 8 Uhr. Nachm. Z Uhr: Wallenfieins Tod. Montag: Freudvoll und teidvoll. fltuc«. Ho ig»nü Anfang 7>/z vhr. Nachm. Ä Uhr: Äiioito. Montag: Hosgmisl. vtcsteu. Der Zlgeuueichluov. All- saiig 7>/. Uhr. Nach,», l! Uhr: Zar und Zimuier- inann. Montag: Die weiße Dame. Thalia. Im Hitnmelhuf. Anfang 'V. Uhr. Montag; dieselbe Borstellung. Restdeiij. Tie Tcune von Maxim. Aiisgug 7l/z Uhr. Nachm.:> Uhr: Der Schlafwagen- Controleur. Montag: Di« Dame von Maxim. Luise«. Arme Reiche. Aiisnng 8 Uhr. Slachm. s Uhr: Kabale ruid Liebe. Montag: Die Waise von Lowood. ventral. Di- Geisha,«nf.?>/, tthr. Nachm. 3 Uhr: Der Bctlelstüdent. Montag: Die Geis!)«. Varl Weist. Kinder der Hülle. An- fang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorrstellung. Bictoria. Die Venus von der Markthalle. Anfang 8 Uhr. ?!achni. ö'/z Uhr: Marianne, ein Weib ans dem Volke. Montag: Die Venus von der Markt- Friedrich- Wilhelmstndtischcs. Im weißen Aöß'l oder: Als ich VS'KNSK 'rn»ll»<-»»it,-»«�e ckS/Tv. Adanllo 8 Itirr: K»»-I Xonfcld;„Ii Jahre in den Ketten des Mahdl." Montag: Der Bieg des Menschen über die Natur. luvalldcpati-. 57/0%: Täfll. Steniwai'tCe Nachmittags 8-�tO Uhr. CISTANS PANOPTICÜM ]Ven! X>n! Xen! Gecil Rhedes Chamberlain Ohm Krüger General Joubert Boerensoldaten. Ciudarella. Drei Jiarcbenerappcn. Apollo•Iheatep. linWedBsIiiilra. USW. Kasseneröffniing 6 Uhr, Anfang 7 Uhr. mm- Der amerikanische Haar-Athlet Sascha liebt mit den Haaren dl? 300 Kilo Theätre variete 7-lOV, Uhr. wiederkam... Anfang SUHtTI Nachm. 4 Uhr: Preciosa. j Montag: Im weißen Rößl oder: Als ich wiederkam... Metrostol. Soccialitätenvorsiellung. Die verkehrte Welt. Anfang 7>/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorslellnng. Lihollo. Dpcciaiuölcn- Vorstellung. Im Reiche de» Jndra. Ansang 7Vs Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle- Zllliaucr. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters Der Amertkascppl. Auf.« Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. ReichAhaAen. Stettiner Säuger Anfang 8 Uhr. Palast. Leute von heute. Specialis täten-Vorstellung. Ans. 8 Uhr. Passage- Pauoptiknm. Speciali- lälen-Vorstelluug. Urania. Jnvalidcnstr. 57/0% Täglich abends von 5—10 Uhr Stermvartc. Tnubensir. 48/di). Abends 8 Uhr: Karl Reuseld:„12 Jahre in den«ctteu des Mahdi." Montag:„Der Sieg des Menschen über die iiialur.i��M�» kiltiseW k»liSN«tNL-S ttje v«,„vn. MMa-VIieatLr. Tel. Ami IVa 6440. Drtsdanaeatr. 73/73, Täglich: Roch nie dagewescuer Possen- Lacherfolg.' Im Himmelhof« Thomas, Thielschcr, Helmcrdiug, Junlennann, Paulmiiller, Margarete Arasep, Ada Milani, Valerie Schässer. _ Ansaug 71/, Uhr._ Cftrkns Bnscli. Heute Sonntag, den 14. Januar: !! groste brillante Porstelluiigen. Nachm. 4 Uhr: Olnmpische Spiele. Abends?,/, Uhr: Die Camorra. In beiden Vorstellungen: Die drei Kanibalinnen und Anfireten der voiiüglichste» Clowns. Moniag: Die Caniorra. SiMer-Theilttt «WaNncr-Thenter». Sonnta g, nachmittags 3 Uhr: VI. Vorstellung im Schiller-Cyklus Wallentttelna Tod. Abends 8 Uhr: Cyprlcnnc. Lustspiel in 3 Aus,)iig. von V. Sardou n. E. de Najac, beab. v. O. Blumenthal. Montag, abends 8 Uhr: I-'i-ciKlvon und Icidvoll. Dienstag, abends 8 Uhr: '' J-'rendvoll und leidvoll. Central Thrntev . Direktion: Jose Ferenczy. Zur Gedächtnisfeier Millöckers Nacymittags 3 Uhr zu halben Preisen: Ide»- Ilettelsrndent. Abends: Letzte Sonntags-Vorstellung: Adle velsdin. Ansang 7,/. Uhr. Donnerstag, 18. Januar: Damen- Eoiivenir-Rbend. Zum«00. Maie: l>ie Geisha. > Sonnabend, den 20. Januar, zum erstenmal: Die kleine Excellenz, sOperette in 3 Att von Rich. Heuberger. �a»'IHV«tss-Iliosiop Gr. Fraukfnrterslraste 13%. / ZV Letzter Sonntag!"9® Kinder der Hölle. Alisstattunpsposse mit Gesang in fünf Bildern von Heising und Free. Musik von A. Wicher.— Ansang 7»/, Uhr. ) Im Tunnel von 7 Uhr an Frei- Konzert.— Nachm. 23/4 Uhr: Freie Volksbühne, Das Vermitchtni«. t Montag: Kinder der Hölle. Pa»l>rmil8eiiizigerstrade81. ) Erstürmung der Spicherer Höhen, «. Aug. 1870. Geöffnet von 10 Uhr vorm. bis 10 Uhr abds. Eintr. bll Ps. Ledumann. Heute Sonntag, de» II. Januar nachm. 31/2 Uhr und abends 7>/.Ubr ä groste ausserordentliche Gala-Vorstellungen. In beiden Vorstellungen- Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm. In beiden Vorstellungen: Neue Debüts, u. a. Möns. Orlando, Reit künftler zc.— In beiden Vorslelluiige» Die phänomenalen 12 AkilnotoS Japan in Berlin,"�isr «ns dein Reiche de« Mitado t Tie Araber sowie die anerkannt unerreicht dastehende» Original Dressuren d. Direktor Aid. Schumann, Nachmittags 3l/2 Uhr: Ein Kind bis zu 10 Jahren frei auf allen Plätzen. Jedes weitere Kind halbe Preis« (außer Galerie), desgleichen Kinder im Alter von 10—14 Jahren, abends jedoch volle Preise Nachmittags zum Schluß auf vielseitiges Verlangen: Die reizende Ausstattungspantouiiinc Im WeihnachtSbazar oder: Die Puppenköutgin. Abends 71/2 Uhr: Zum zweitenmal: Renk Die erste» tauchenden u. schwimmenden Hirsche in Deutschland. Sensationell. Sprung aus einer Höhe von->0 Fuß. Zum Schluß das glänzendste Rittcrichaustück Schwarz und Weist mit sämtlichen Einlagen.— Montag: llala- Sport- Vorstellung. NeueS Programm. tSansiSoncI KoUbnaeratr. 4 a. Heute Sonntag: Holftnanns NMeutiche Ciillgtr Anfang ä'/z Uhr. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Montag und DienStag Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Parochialverein. Zur gest. Beachtung! Der vielen Vereinslestlichkeiten wegen finden Vor- icllungcn von jetzt an nur Sonntags. Montag». DicnStags».Donner», tags statt; dagegen bleiben Mittwoch, Freitag und Sonnabend zu Festlich- leiten reserviert. Maehrs Theater Oraulenatraaae 34. Täglich: Kinder der Pußta. Original-Burleske in 1 Akt. Anna und Brnno Biihrer, Verwandlunasdnett. Brackfoords, Akrobaten. Uttle Freed, Trapezkünstler. Anna Uartmann usw. »nfana 7 U»r Kaffemröffnun» 6 Uhr. Palast-Theater früher Fccn-Palnst, Bnrgstr. 22. Das grobe erstklassige Jannar-AM'Ojxi-anini. Niagara-Trio, a. d. Hochfeil. Felicitas, Akrobatcntruppe. batoure, Miniatur- Lachgeistcr. Lenülr, Frevostl, Vardii», Vits, The Osadasan niw. Um 8'/.. lUir: Großer Lacherfolg über das hochkomische Lebensbild Urute von henke. Kiebitz,. Dir. Willi. Fröbel. Anfang: Konzert 8 Uhr, Porst. 7 Uhr. Lassemtxpffnuiig ö Uhr. Worverk. 11—1 Ainerican-Theater. Drcsdenerstr. 06. Dir.: Emil Schnabl. Grober Erfolg! Berliner Ronlotte oder: Direktor Striese auf Reisen und das erstklassige Speeialitüten- Profframni Ansang 7i/j Uhr. käffeneroffn. 6 Uhr rTebüts!! Neue Hebüts!! Liane de Vries. Pantine d Argent. Lütke Carlsen. Rapoli. Carmen Rosario. The Clives. Mary Wolf, sowie das vollständig neue Jaunar-Progvanim. 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Einige Tage noch zu DiasleittBällen frei. .------------ rgebeust Carl Sterbe i t. H? VereliiHliaiis iVÄ» IVÄOfi JUdenstrasse 85 8«. Telephon: Amt V 3fo. SS8Ö.[54!)49* Empfehle meinen großen Feahstllel«.. Mltlaga- u. Abendtlach. Echt Minichener helles Lagerbier, ff. Weiße-e. Franz. Billard. Verslnszimmer, 40-80 P«rs. fassend »od, einige Tage frei. Jcd. Montag: tr. Klüt- u. Leborwiirst. gr.W�lelscheeaea an■■!• 1 11 p A d in i r a i st r a ß e 18 c. Jeden Sonntag: muM Ho, � � IllUllllUUliUI I1U1, Grot.HC nnllmnslk. Entree frei. Die beiden Säle und Bereiuszimmcr sind zu allen Festlichkeiten und Versammlungen zu vergebe». Ködert Svdeere, Rrsianrant»S ä n g e r h e i m» O. Blnineu-Strastc 38. Delephou: Z!int VII S!r. 3760. Slrbeitsnachwei» der Möbelpolierer, Brauer, Braneret-Hilssarbeiter. Zahlstelle des Verbandes der Holzarbeiter, Metallarbeiter, Buchbinder, der Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer, der Eentral-Kranlenkaffeir der Schuhmacher, Gold- und Silbcrarbeiter, Buchbinder, nnd Zahlstelle des Wahlvereius für den 4. Berliner Reidistags-Wahlkreis tOstcn).[350ÜL// Oranmanns Festsäle, fnher Renz, 27. M-«' Empfehle meine Säle, V00 Personell fassend(auch mit Biihnel. zu alle» Fesllidileiten u. Bersammliiugcn. Einige Sonnabende sind noch frei siir Vereine. Jede» Sonntag nnd Tonilerstag: Grosser Bali. Alle übrigen Tage stebt mein Lott.l zu Versammlung«» zur Ber-iigung. Basenliride.21, 8ö!l!löGö!8bör!t3.l»i»nsfrasse 8 Inhaber: Jlax Lrbindier.- Telephon: Amt IV Str. 1132. .Hcnte: Grofter Ball mit Schlangen- und Avselsinen-Regcn und diversen Ucberraschungen. Täglich: Spccialitätcu-Borstcllung. Entree frei. Empsevle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen. 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Jannar, abcndö 8 Uhr, im Lokal des Herr» Brüder, Waldcmarftraste Rr. 73: - VerMmmlung TageS- Ordnung: I. Die Flottenvorlage und der deutsche Reichstag� Reserent Reichstags- Adgeordncter Genosie V. Molkenbnhr, 2. Diskussion. 3. Vereins- anzclegenheiteii. 242/3* Ciüftc haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet von Vonst»»«!. SocialdenwüraMer Wahlverem für den 5. Berliner Reichstags- Mahlkreis. Donnerstag, den 18. Januar, abends 81/, Uhr, im Lokal Rosenthalcr Hof, Nosenthalcrstrasje Nr. 11—12: General- Versammlung Tagesordnung: t Vortrag des Genosien Dlivockor llvtunor über:„Gleiches Recht für alle" 2. Diskussion. 3. Bericht dcS Vorstandes, des Kassierers und der Revisoren. 4. Vcreinsangelcgeiiheiten. Zahlreichen Bekuch erwartet 24ö/1 von V«»»«t»nck. Achtung! Wahlkreis. Acht«»»! Am Tonntag, den 14. Jannar, abendS 6 Uhr, im Kolberger Talon, Kolbcrgerstrahc 2Z: Gr. öffentliche Versammlung füv Mlännrv und JTfaiu'n. Tagcs-Ordnung: I Vortrag der Genossin Frau E. Ihrer. 2. Diskussion. Nachdem:(xemiitllohos flelsaniincnscin. Zu recht zahlreichem Besuch ladet cm 213/1 vor Vortrnvonainnnn- Deutsclier Holzarbeiter-Üorband. Krauche der Kordmacher. Tonntag. den 11. Januar, mittags 12 Uhr, im Lokal des Hrn. Handtlie, Lichtenberg, Dorfftr. 2: WW" Verlammlung. Bezirlis-Versaiimliing für FrieUslierg am Montag» den IS. Jannar. abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Eantho», Frankfurter Allee 171. Tages-Ordnung: 1. Bortrag deS Ingenieurs Herrn G rem pe über:„Fortschritte auf de« Gebiete der Technik." 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 1. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet._ Achtung, Karkettdodenleger! Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr, in den 8i»rooh»IIoii, Kirchstrasie 27(Hube)- Kommissions- Sitzung mit Vertranensleutel». Es ist Pflicht der Kollegen, das; jede Firma vertreten ist. 76/12 ! Cementierer. Mittwoch, de» 17. Januar er., abends 8 Uhr. bei B u• k e, Cire uadler• Strasae 33, llitglledeiv Versa iiiitiliui g der Cementicrer und Berarsgcnosaca, Zahlstelle IT. des Central-Terbnndcs deutscher Baurer. TageS- Ordnimz: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Rückblick auf das verflossene Jahr. 3. Verschiedenes. 57/1 Ber Torstand. Adlliing! Fliesenleger! Dienstag, den 16. Jannar, abends 8V2 Uhr, im En(11 sehen Garten, Alexnnder-Strasse 27c, Oeffentliclie Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung des. VertraucnSuuiiiues vom zweiten Halbjahr und der beide« Streiks. 2. Neuwahl der beiden Vertrauensmänner und deren Revisoren. 3. Gewerkschaftliches.. 4. Diskussion. 56/1 ver Tertranensmann. Vkkbllnd der Gmeme. Ciseleme und verwandten BcrufSgcnofsc» Deutschlands. DicnStag, den 16. d. Mts., abends pünktlich 8V2 Uhr: Genernl � Vevfstnmlung im„Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Tagcs-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht des Borstandes. 3. Neuwahl des Vor- pandes. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet 74/1 Ber Torstand. lliniigoerdn„Mehr Licht". Heule, Sonntag, den II. Januar, abends 7'/. Uhr, in Hoffmanus oberem Saal. Alexaiiderstrahe 27 et Prrlammlnug."HSF Vortrag des Genossen Dr. Cnrt dodl über:»Wiffcnschaft und Weltuntergang«. 120/1 Nachher: ftlcselligeS Beisammensein mit Tanz. Gäste willkommen. Achtung:, Achtung! Selineieler Uerlins! Dienstag, de» 1«. Januar ISO«, abendö 9 Uhr, in der..Berlluer Kesaource", Komuiandantenstrafte Nr. 57: Große öffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: l. Die Debatte über den Schutz der Heimarbeiter im Reichstage. Referent: Reichstags-Abgeordiicter Hoch. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten zur Gcwerkschaftö-Koiilmission und Verschiedenes. Kollegen! Agttiett allerorts„in Anbetracht der wichtigen Tages- Ordnung" für einen regen Besuch der Versammlung. 164/1___ Der BertranenSmann. lereifl der Kleber(Tapezierer) Berlins und Umg. Mittwoch, den ,7. Januar 1900, abends S1/: vdr, bei Raster, Intelstrasse 10: Verseninnlung. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zum Sttcik, cvent. im Frühjahr zu einer Lohn- bewegnug? Referent: Kollege Statt. 2. Vorlesung des durchberatenen TarisS. 3. Anträge der Agitationskammission. 4. Bereinsangelegenhetten. - NB. Sämtliche Kleber«erlins sind hiermit eingeladen. 1766». Der Torstand. Arbeiter-Bildungssehule. Sonnabend, den 20. Januar 1900, in den Gesamträumen des Böhmischen Bauhauses, Landsberger Allee n— 13: 9, Stiftungsfest bestehend in fCünstler'fConzert und Recitationen. Mitwirkende: Nenes Berliner Sinfonie-Orchester, (Pirektion: F. v. Blon.) Fnu Alma Rincklebeu.NRchtij?»!. Festrede: Auszug aus dem Programm: Einzug der Gäste a. d. Wartburg. Rieh. Wagner. Sinfonie Nr. 6„Pastorale". L. v. Beethoven. a) Erwachen heiterer Gefühle bei der Ankunft auf dem Lande; b) Scene am Bach; c) Lustiges Zusammensein der Landleute; d) Gewitter. Sturm; e) Hirteng,sang, frohe und dankbare Öeföhl« nach dem Sturm. Ouvertüre jiu»Wilhelm Teil".,. G. Rossini. Eecitation. Ouvertüre zu„Robespierre".... H. Litolff. Billets sind in den Zahlstellen der Schule, sowie Reichstags-Abgeordneter Willi. Liebknecht, Prolog von Emst Preczang, Nach Beendigung des Konzerts in beiden Sälen: Tanz. Billet 50 Pf.— Garderobe 15 Pf.—... in denen der„Freien Volksbtihne". im Schullokal, Neue Ross-Strasse 3, und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Id'öl__ Dag Komitee. Verb, aller 1. d. Kürschnerei beschäftigten Arbeiter nnd Arbeiterinnen ßerl. u. Umg. Montag, den 15. Januar abends 8V2 Uhr Mlitber- Bersammliiilg In Eeinck« Rest., Weinst.;!!. Tagesordnung; 1. Bortrag des Genossen G.Link: Socialgeietzgebuug u. d. Unternehuier- verband d. Industriellen Deutschlands. 2. Diskussion. 3. Slbreclmung vom III. Quart. 4. Jahrg. 4. Verschied. Um zahlr. u. pünktl. Ersch. ersucht 03/1 vor Torstand. Achtung! Mitglieder des Vereins der Metallscbleifer Berl. n.Umg, Am Sonnabend, d. 36. Januar 1666 find. i. VarlettV-Theutcp in Rixdorf, Hcrmamistrasie 20, der Maskenball dcS Gesangvereins Rixdorser Männer- chor 1897 statt und bitten um gefl. Zuspruch.— Billets sind zu habe» beim Vorsttzenden Sllb. Wegener, Rixdorf, Pannicrstr. 31, III. s1776b ver Torstanck. Kuabenanziige u. Paletots, Mädchenlleideru.-Mäntel preisw. 34368*10. Hoffmann, Beteranenstr. 14. Rixdorf. SollMMMHem«..MMÄ" Dienstag, den 16. Jannar, abends 8� Uhr: General- Bcrsammlnng in„vröxlers Lslou". Bergstraße Nr. 147. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Kuisirers. 2. Abrechnulig vom StiftungSsest und V'eih- nachtsvergnügen. 3. Bortrag des flieichstags-Abgeorbueteu Ro.enaw über:„Kultur und Unkultur". 4. V-reinsaiigelegeuhcitcn u. Fragekasten. 2Z2/1s ver Terstanu. Schöneberg. Montag, den 15. Januar 1900, abends 8 Uhr, im Klubhause, Hauptstraße 3 6: Oeffentliche Versammlung. TageS- Ordnung: 1. Die Bedeutung der Gewerbegerickits-Wahlen. /Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben) Kandidaten. Z a hlreichen Besu» erwartet 2. DiSlusfion. 3. AnfstcllUlig der 202/4 Der NcrtraueuSuiann Mlmersäorl! Menses! Dienstag, de» 16. Januar, abends 8 Uhr. in Witte'« Talksgarten, Berlinerftraße 40: Große öffeutliche Volksversammlnug. �~" i» g: Gewerbcgerichts. DlSkusuoii. Diskussion, s. Verschiedenes. TagcS-Ordnun 1. Die bevorstehende Errichtung emcs .. Die bevorstehenden Gemeindewahlen. Rcfercnt: Stadtverordneter Ernst Obst. 202/3 Der Vertrauensmann. Verband der Stock- u- Sciilrmarbeiter Berllnu. DirnStag, den 16. Januar er., abends 8 Uhr. bei Stechert, Andreas-Strasse 31: Mitglieders Versammlung. Tages-Ardnuug: 1. Vortrag des Ecnosscu Rechtsanwalt Heinemann über das neue Bürgerliche' Gesetzbuch. 2. Diskussion. 3. Kaffenbericht. 4. Werlstattangelegeiihcit. Vcrschicdcncs. Im/1 Kollegen! Bei dieser wichtigen Tagesordnung liegt eS im Interesse jedes Sinzelilen, die Versammlung zu besuchen. ver Tarstand. DM- Unser Zlaskeahall sindet am 27. d. M. im Schweizergartcn statt und find Billets o, 40 Ps. bei den VertrauensleMen und in der Zahl- stelle. Jsibenstr. 35-36. Sonnabends von 6-8 Uhr, zu haben. ErkMirnng. Qie Differenzen zwischen Herrn Lonis Keller nlld Herrn Tanzlehrer Oskar Boll sind zur beiderseitigen Znfrieden- heit hiernlit erledigt» Eauis Heller, Koppenstrasie 29. v. Ball, Weidenweg 14. vtta Galle, Lolallouimissions-Mitglied. ver Danulehrer-Terelu„»alldarltilt". _ Der Vorstand._ Freie Volksbühne. Heute aehmittag 2:,/< Uhr: 4. Ahtellunz im Carl Weiss. Theater: vas Termttclrtnls. Es ist Pflicht der Mitglieder, pünktlich zu erscheinen. Am nächsten Sonntag beginnt Im Lesslng-Theater die 6. Vorstellungs- Serie für die 1. Abteilung; Rosincrsholm, Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Die Vorstellung der 2. Abteilung folgt am 4. Februar._ Donnerstag, den 3a. Jannar, abends SVs Ehr, in den Armlnhallcn, Kominandantenstr. 30: ßeneral-Versammlung. Ta�es-Ordnung; i. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Obmanns der Ordner der 4. Abteilung. 4. Verschiedenes. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte ge- Stflitt/Qte 228/4 ver Tarstand. L A.: G. Winkler. AMiim! Bauanschliiger. Sonntag. 14. Jannar-Zvorm. 10 Vs Uhr, bei li«»4kv, Grenadierstr. 3S\: Antzerordentt. General-Versantmlnng »s Nereins der Dffnanfchlüger Berlins u. Umg. T.-O.: Besprechung über Kassciiangclcgeuheiten uick Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen erwartet zahlreichen Besuch 33/5 ver Tarstand. IJtttmiiS Der an Hasibcarbeitniigs-MaWnen beschäftigten Arbeiter Berlins u. Um«. Zlantax, den IS. Jannar er., abends 8V? Ehr, Im „Euellschen Garten" Alexanderstr. 37c, General■ Versammlung. Tages-Ordnung: 1 Bericht des Vorstandes und der Kommissionen. 2. Abrechnung vom IV. Quartal. 3. Neuwahl des Lorstandes und der Kommissionen. 4. Ge- wcrlschastliches. 182/4 Der Torstand. Mglitder der Gentnil* tafenfofie der Namer it. Grundstein znr Einigkeit. VScallungastalla Berlin. Sonntag, den S8. Jannar er., vormittags 16 llhr, bei Faster, Jnsclftr. 16 v. I, OR'dviRtllvIav SM itglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Kaffen- und RevisionSbettcht vom 4. Quartal 1899. 2. Neuwahl des Kassierers, des 2. Bevollmächttgten, dcS 2. SchttstftthrerS und zweier Revisoren. 3. Innere Kassenangclcgcnheiten. 149/1 AM- Mitgliedsbuch legitimirt!'WQ Der Torstand. AM»«! stuccafeure! mismi Montag, den 15. d. Mts., abend» 8 Uhr» bei Baske, Grenadierstraße 33: Oeffentliche Versammlung. TagcS-Ordnung: 1. Die Konsumgenossenschaften und ihre sociale Bedeutung. Referent: Rechtsanwalt Victor Fräntl. 2. Diskussion. 3. Haben sich unsere Verhältnisse seit beut letzten Streik gebessert? 4. Die Sperre bei der Firma Schulz. Charlottenburg. 173/1 In Anbetracht der wichtigen TageS-Ordnung ist es Pflicht der Kollegen, vollzählig zu erscheinen. Der Vertrauensmann. ZahNlirMtze ZloiMM«.ä.... 34425* CentraMaml der Töpfer Deutsclilands. (Filiale Berlin). DlenStag. den 16. Januar, abends 6 llhr, in den Brnnnen-Siilcit. Brnnueuftr. 15: Cireneral-V ei�a mmlimg. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes. Anstellung eines ständigeit Beamte». 3. Gewerkschaftliches. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist es Pflicht jedes Kollegen dort zu erscheinen. 195/5 Der Vorstand. I. A.; Otto Kronfeldt. Achtung! Achtung! Zimmerer Moabits! Montag, den 15. d. Mts., abends 8 Uhr, bei Fischer, Beusselstr. 9: IM" Verscttttlnlung der Mitglieder der Kreieil Hilsgkiijse der zinlmerer. To gesordnuiig: l. Wie stellen sich die Mitglieder zu der Geschäftsführung des Vor- sitzenden zu der Araiileulasien-Versainuilung am 20. Dezember 1899? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 257/1 Der Gtnberufer: A. Juppenlatz. Sonnabend, de» 36. Filiale Berlin II. anuar, im Etablisseuiciit Nene Welt, mo m WM ueiit i so. I« gWP" Huseuhcide, Grosser Wiener Maskenball. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Die Musik wird von Ctvil-Berufsmnsikern ausgesiihrt. 136/4 Es ladet dazu friulidlichst ein_ Das Komitee. itrmr der Zahlstelle Berlin. Wir machen die Mitglieder hiermit aufmerksam, daß laut Beschluß dct letzten Bersammlung die BersammlungStage verlegt sind, und zwar auf jeden vierten Sonntag im Monat. Die nächste Versammlung findet also 38. Januar statt._ Ferner ersuchen wir die Beztrkskassterer, in den Morgensprachen noch- mals die Kameraden daran zu erinnern, dort, wo der Lohn von 62'/, Pf. nicht gezahlt wird, dies im Bureau zu melden. 254/11 Der Borstand. Grobes Lager. Gediegene lyiftfrftFKl unü Polsterwaren. IVIUMd �MtbARMge� ScliUll!, Ileichenbergcrstr. 5. Auch Theilzahlnng!(* Eaufbans lax lannheim Frankfurter Allee 89. Frankfurter Allee 89. Großer Inventur• Rauntungs• Ucrkauf M MAoniag, dea SS. bis Sonnabend9 den 22. Januai Kleiderstoffe— SeidesssfofiTe. Seiden-Ätlas ia allen Farben. Mr. 38 pf Reinseid. 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Januar, abends 8V-. Uhr. im Köuigöhof. Bülowstr. 37, „Syphilis" Der Vortrag wird an Lichtbildem erklärt und ist für jeden Manu lehr wichtig. Für 20 Pf. eine Broschüre. Unsere Geschäftsstelle und Sprccbzeit sind jetzt nur in der neuen Nofurheilaiistalt. Köpiiiderstrastc 72, nahe der Brückenstraße, von 11—2 und 6—8 Uhr. Sonntags von 11—12 Uhr. AM- Nächster Vortrag am 19. Januar Müllerstr. 178. 3528« Berliner Verein für Naturheilverfahren. 4*l.ühHvein-;Exti'nh t, * ausgezeichnet im Geschmack und Aroma, Lt. M. 1,20, 5 Lt. M. 5,50. 10 Lt. M. 10,- Rnm Nr. 3 Fay. 50 Proz. stark. %j| yutj. o\j VlUA. uuv*» a Lt. M. 1,5 Lt. M.4.50. 10 Lt. TO. 9. 100 Lt. TO. 85 MZ- J amalca-Hum, echt und echt Bersckinitt, a Literflasche M. 1,60, 2,10. 2,50. 3,10, 4,50. EHgGu Neumann& Co. s«?«. JlKfbltltfdiÄWi««!* Belle- Alliance- Platz 6a, Amt IV. 3679, llriRnUTUlUOflU Wilsnackerstraße 2-> Amt II. 2632.- Neue Friedrichstraße 81.- Oranienstr. 190.— Genthinerstr. 29.— Kommandantenstr. 67.- Grüner Weg 56. Elsasserstr. 19- Schöneberg, Hanptstr. 129.— Charlottenburg, Kaiser Friedrickiftraße 48 Veranlwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Kür den Inseratenteil verantwortlicki: Db. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badina in Berlin. !!r. 11. 17. IllijlAllg. 3. Lkilme kö.KmNs" KMkr WlKsdlÄ-«»>» I»>»> I»!> I! I—■IHHII—■! II 1 1 1 I II I I II I I■ 1 1 WIM■■■■! II li��UMMWIll III—■——II IWI■ 1 1■! Hl 1 1■■■[■■■III!!■■■■■II—— I I Vevsamnllungen. Mit der Erhöhung der Kurkosten in de» Krankenhäusern dcschäilliste sich cun Freilag eine sehr slar! besuchte Versammlung von Krallkeukcisicil-Vorständen und Aerzlen. Das Referat hatte Dr. Curt Frendenberg. Er erinnerte zunächst daran> dn� auf dem Konqreh zur Bekämpfung der Tuberkulose Vertreter staatlicher und städtischer Behörden das Versprechen gegeben haben, die Krankenkassen in der Be- tänipfung derSchlvindsuchtnachKräflenzuuntersiiitzen. Tie Vertreter der Krankenkassen lvarensichdarüber klar, dost ihnen bei btr Bekämpfung dieser Volksseuche die schwachen Finanzen der stasien als eines der grötztcn Hindernisse im Wege stehen, und die Arbeiter waren gesbannt darauf, lras Staat und Gemeinde thun würden, um ihr auf dem Tuber- tulose- Koilgrest gegebenes Versprechen einzulösen, ß Es geschah uichrs derartiges, wohl aber ging die Verwaltung der Eharite Milte Dezember mit einer Maßregel vor, die gerade das Gegenteil des bezeichneten Versprechens ist: Sie erhöhte die Kurkosten von 2 M. auf 2.30 M. und die städtischen Behörden folgten diesem Beispiel. Durch die Erhöhung werden die Berliner Krankenkassen um eine jährliche Mehrausgabe von 400 000 M. belastet, das macht auf jeden Versicherten SO Pf. Verschiedene Kassen haben ein Drittel und mehr ihrer Ausgabe» für die Krankenhaus- pflege aufgewandt. Sie hatten deshalb bis zum Jahre 1898 noch nicht den erforderlichen Reservefonds angesammelt. und es wird ihnen nichts anderes iibrig bleiben, als die Beiträge zu erhöhen. Eine weitere Folge der Erhöhung wird sein, daß die Kassen in der Krankenpflege möglichst sparsam werden, wodurch wiederum das Wohl der Versicherten geschädigt wird. Die Erhöhung der Kurkosten ist also eine im höchsten Grade unsociale Maßregel. Zur Begründung ihres Vorgehens kann die Eharits nichts lveiter anführen, als den fiskaliichen Gesichtspunkt, der bei der KraiikenbauSpflege überhaupt nicht in Betracht kommen sollte. Unbegreiflich ist es, daß der Magistrat sich dein Vorgehen der Eharits so schnell anschloß. Er habe das thun müssen, um einer Ueberfüllung der städtischen Kraukeuhäuscr vorzubeugen, so hieß es in der seitens des Magislratsvertreters gegebenen Begründung. Run haben wir heut durch die Zeitungen erfahren, daß laut Bekanntgabe der Rettungsgescllschaft iiur noch sechs Betten in sämtlichen Krankenhäusern leer stehen. Also gefüllt sind die Krankenhäuser so wie so. und mehr als acsüllt können sie doch nicht werden. Tie vorhandenen Krankenhäuser ge- niigen dem Bedarf schon lange nicht mehr, und das ist die Schuld des Magistrats, der, obwohl er seit Jahren davon unter- richtet ist, mit dem Bau neuer Krankenhäuser zu langsam vorging. Als bei der Pockencpidcmie im Jahre 1872 das Tempclhofer Feld von den Kraukenbaracken geräumt werden mußte, da entstand in drei Monaten das jetzige Krankenhaus Moabit, und 1893 ist innerhalb sechs Wochen mit einem Kosten- aufwände von 30 000 M. das Institut für Infektionskrankheiten er- richtet worden. Ein Beweis, daß man brauchbare Krankenhäuser sehr schnell schaffen kann, wen» n»r der gute Wille vorhanden ist. Für die Vertreter der Krankenkassen fragt es sich nun, was sie der Erhöhung der Kurkoste» gegenüber thun sollen. Eine Boykotnernng der Eharits istleider nicht zurate», dennalleKrankenhäusersindüberfülllnnd der Eharits wäre eine Entlastung während des Umbaues vielleicht sehr erwünscht. Es liegt leider nahe, daß die Kassen die Kranken- hauspflege einschränken werden. Davon muß aber abgeraten werden, weil eine solche Biaßuahme nicht nur die erkrankten Arbeiter, sonder» die Volkögesundhcil überhaupt schädigt. Vorläufig bleibt nur das eine übrig: D i e Kasse»Mitglieder müssen darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie nicht verpflichtet sind, sich in der EharitS z u L e h r z w e ck c n verwenden zu lassen. Die hohe Le- Zahlung rechtfertigt es, daß die Patienten verlangen, nur behandelt zu werden, und daß durch die Verweigerung der Hergäbe zu Lehrzivccken ein Druck auf die Charits-Verwaltüng ausgeübt wird. Im weiteren gelte es, die Stadt zum Bau neuer Kranke»- Häuser zu drängen. Der hier und da kaut gewordene Vorsiblag, beim preußischen Landtage um Rücknahme der Verfügung der Charits-Vcrwaltung zu petitionieren. sei mit Rücksicht auf die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses ausstchtslcs und deshalb nicht ratsam.' Der Referent empfahl folgende Resolution: Tie Vertreter der Berliner Krankenkassen sind der Anstcht, baß die Erhöhung der Verpflegungssätze in der kql. Eharits eine un- begründete fiskalische Maßregel darstellt. Diese Erhöbung steht in schreiendem Gegensatz zu den schönen Reden welche von den Ver- tretcrn der königlichen Staatsregierung auf dem Tuberkulo'e-Kongreß im Mai 1899 gehalten wurden, denn sie raubt den Krankenkassen die Mittel, welche diese zur Verbesserung der Krankenbehandlung und damit zum Kampf gegen die Tuberkulose zu verwenden gedachten. Eine schivere Schädigung der VolkSgeiundhei: durch diese Maßregel kann nicht ausbleiben. Die Versammlung bedauert es ferner aufs lebhafteste, daß auch der Magistrat von Berlin und die Mchrhei: der Stadtverordneten- Versammlung sich in dieser Frage ausschließlich auf den fiskalischen Standpunkt gestellt und deshalb auch für die städtischen Krankenhäuser eine Erhöhung der VerpflegungS sätze beschlossen haben. Die Gründe, die man in der Siadtverordnelensitzung vom».Januar für diese Erhöhung angeführt hat, ericheinen nicht durchschlagend, sondern beweisen nur. daß man in den Kreisen der städtischen Verwaltung sich vollkommen klar darüber ist, wie wenig thatsächlich die vorhandenen städtischen Kranken Häuser dem wirklichen Bedürfnis genügen, Die Versammlung spricht endlich die Erwartung aus, daß nun- mehr wenigstens die städtischen Behörden den weiteren Ausbau der städtischen Krankenhäuser in schnellerem Tempo unternehmen werden, damit nicht auch fernerhin die städtische Verwallung in Be�ug auf die Festsetzung der Verpflegungssätze von der kömgl. Chants ab hängig bleibt. ' Der erste Diskussionsredner Dr. Becher ist nicht dafür, daß die Kranken in der Eharits es verweigern, sich zu Lehrzwecken herzugeben. Dadurch würde nur die sofortige Entlassung der be- treffenden Patienten aus der Anstalt erreicht werden. Die Eharits sei nicht nur ein Krankenhans, sondern auch eine Lehranstalt, und gerade deshalb sei es ganz unberechtigt, daß sie mit der Erhöhung der Kurkosten vorging.' Im neuen Staatshaushalts-Etat sei zur Deckung des Deffcits der Eharits die Summe von 1 100 000 M. ausgeworfen, und weiter sei bemerkt, das übrige solle durch Erhöhung der Kurkosten aufgebracht werden. Da hätte man, meint der Redner. die durch die Erhöhung aufzubringende Summe von etwa 200000 M. auch noch in den Etat einstellen können. Redner ist für eine Petition an den Landtag, denn auch in dieser Körper schaft sei das sociale Interesse erweckt und die Petition habe Aus sickst ans Erfolg. D ä h n e(Maurerkasse) weist darauf hin, daß viele Kassen nicht in der Lage sind, die Erhöhung der Knrkosten zu tragen, daß sie aber auch eben so wenig die Beiträge erhöhen können. Man müsse ganz energisch Front machen gegen das Vorgehen der Krankenhäuser. Wen» die Charils Objekte für Lehrzlvecke braucht, dann müßte sie dafür bezahlen, aber nicht von den Patienten erhöhte Bezahlung ver- langen. Man müßte eS doch mit einem Boykott der Eharits versuchen. Ter Vertreter einer Gastwirtsgehilfen-K'sse bemerkte, seine Kasse habe infolge der Erhöhung eine jährliche Mehrausgabe von 35 000 M.. der Vertreter einer Bäckerkasse gab die Mehrausgaben seiner Kasse auf 8000 M. an, genau so viel, wie die Kasse sonst für den Reserve- fonds zunickgeleg't habe. Stadtv, A u g U st i N empfahl die Ver anstaltung von" Protcstversammlungen. Stadtv. Dr. Nathan meint, der sociale Gedanke sei im preußischen Landtag schon so stark, daß eine Petition Erfolg haben würde. Er habe mit einigen Abgeordneten, darunter Dr. Barth gesprochen, und dieselben hätten sich' bereit erklärt, die Angelegenheit beim Etat der Eharits zur Sprache zu bringen. Ferner sprachen eine ganze Reibe von Kassen- Vertretern, die die Maßnahme der Eharits und der städtischen Be- Hörde» entschieden verurteilten. Im Hinblick darauf, daß Stadthagen in der Stadtverordneten- Versammlung gesagt hat, die Kraulen- lassen könnten nicht zur Zahlung der höheren Kosten gezwungen werden, wurde die Frage aufgeworfen, ob es angängig sei. daß die Kassen nur die bisherigen Beträge an die Krankenhäuser zahlen und das weitere der Stadt überlassen. Von anderer Seite wurde jedoch ganz entschieden von einem solchen Vorgehen abgeraten. Dr, Friedeberg führte unter anderem aus: Nach Lage der Sache werde den Kassen nichts weiter übrig bleiben, als die vermehrten Lasten auf sich zu nehmen und nötigenfalls die Beiträge zu erhöhen. Für den einzelnen Arbeiter mache es nicht viel aus. ob er 50 oder 53 Pf. Beitrag bezahle. Dem Unternehmer, der ja den Beitragsanteil für alle seine Arbeiter zu entrichten hat, sei die Erhöhung sicher sehr unangenehm slebhafter Widerspruch) und so werde die Unzuiriedenheit mit der Maßnahme der Kranken- Häuser auch in die Reihen der Unternehmer getragen. Weiter empfahl der Redner die Weigerung der Charits-Patienten. sich zu Lehrzweckcn herzugeben und eine diesbezügliche Mitteilung an das Kultus- Ministerium. Wenn möglichst viele Kasjenmitglieder in die Eharits gelegt würden und dieie an einem bestimmten Tage ins- gesamt ihre Verwendung zu Lehrzweckcn verweigern, dann werde die Lehrthätigkeit an der Universität lahm gelegt und dadurch ein Druck auf die Eharits ausgeübt. Stadtv. R o s e n o w bemerkte: Die neue Fraktion der Linken Habe aus socialen Gründen für den Antrag Singer gestimmt. Redner empfahl den Kassenvertretern, daß sie bei dem Kommissar für die Orts- und Betriebekassen, Stadtrat Fciedel, vorstellig werden. In der Gewerbcdepntation, deren Vorsitzender Stadtrat Friede! ist, sei von der Erhöhung der Kurkosten nicht die Rede gewesen. Die neue Fraktion der Linken habe angeregt, daß die von der Stadt zu zahlenden Kurkosten nicht mehr der Armenkasse, sondern einem besonderen Fonds entnommen werden, damit der Magistrat keinen Vorwand mehr habe, die Kurkosten als'Armenunterstützung anzunehmen und den Betreffenden das Wahlrecht zu entziehen. Dr. Freudenberg erwiderte dem Vorredner, daß nicht die ganze neue Fraktion der Linken, sondern nur 15 ihrer Mitaliedee sllr den Antrag Singer und wenigstens 4 sogar dagegen gestimmt haben.— Weiter bemerkte der Redner, daß die Kassen für diejenigen Mitglieder, die schon vor dem Inkrafttreten der Erhöhung in einem Krankenhause waren, nur den früheren Satz zahlen brauchen. Das sei juristisch unanfechtbar und könne demgemäß gehandelt werden. Hierauf wurde die Resolution des Referenten einstimmig ancze» nommen, und außerdem beschlossen, daß die Centralkommission eine Petition um Aufhebung der erhöhten Kurkosten an das Kultus- Ministerium, das Abgeordnetenhaus und die städtischen Behörden richten und daß die' Centralkommission Protestversammlungen ver- anstalten soll. In der Versammlung waren 52 Orts-, 7 Betriebs-, 7 Jnnungs-, und 30 Hilfskassen vertreten. Vom Magistrat, der zur Versammlung eingeladen war, war niemand, von den Kranlenhaus-Direktionen nur Bethanien vertreten. Nllgemeine Fomilien-Tterbe-Kaisc. Heute Zahltag: Ackerstr. 123 bei Dicke von 3— ö Uhr. Verband icv Tchlächtergeiellen Berlins»ni> Umgegend, Sonntag, abend? Uhr, Veriamrnlung bei Schiller, Rosenthalerstrahe 57. Tagesordnung: I. Vortrag des Kollegen Blenz:«Die moderne Arbeiter- bcwcgung und die Schlächtergescllen". 2. Bericht des Vorstandes und Aus- gäbe de: Fragebogen. 3. Neuwahl des Borstandes und Aufnahme von Mitgliedern. 4. Das Verhalten deS Schlächtermeisters A. H o f f m a n n einem Kollegen gegenüber. Taniaritcr-Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen, Montag, abends 9 Uhr: Nebungsstundc in der Centrale, DreSdenerstr. 45. Vortrag des Herm vr. med. S t n l z über: Vergiftungen, gefahrdrohende Krankhcitszustände und Augenverletzimgen. Konsuin tKenostenschaft Moabit. DienStag, den 16. Januar,«bendS 8>/z Uhr, bei Gundlach, Waldenferstr. 23/24: Generalversammlung. Neuwahl des Vorstandes. Qesfeiitliche Versammlung der Masseure, Masseuse»,«ranken, Wärter, Hcildicncr und Bcrufsgenossen am Montag, den 15. Januar. abends 8 Nhr, in de» Arminhalleti, Kominandantcnstr. 20 Tagesordnung: Zweck und Nutzen der BernfSorganifation. Gründung emeS ZwetgSverelnS Referent: Kollege Ramm- Hamburg. ms Schmerzloses Zahnziehen ohne üarkose! Uiiiio®™i£enstr- Plomben aricht mit ähnlich klingenden Anpreisungen na verwechseln. Plattenloser Zahnersatz.[S481S' an der Jannowltzbrilcke. Sprechstunden: 9— 6, Sonntag 9—12. 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