Zlr. l2. AboMtments- Kedingungen: «dvtmmetilS-Preis pränumerando: vierleljährl. 3,30 SRI., monall. l,10SJ!t., wöchenilich 28 Pfg. frei in« Hau». Einzelne Nummer 5 Pfg. TonnlagS» Nummer mit'»uilricrier Sonntag«- Beilage„Tie Neue Welt">0 Pfg. Post- Adonnemenl: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung«- Preisliste für lOvo unter Er. 7071. Unter Kreuzband für Deutschland und Lesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Trscheiiri läglich«uger Moni»»». Devlinev Volksblslt. 17. Jahrg. Die Iiiftrtlous-Eebühr beträgt für die fechsgefpaltene«olonel- zeile oder deren Raum«0 Pfg.. für politische und geioerkschastliche Verein«- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. ..»leine Zinfefgeü" jedes Wort 5 Pfg. » o ch riesiger ist. In Deiitschländ betrögt der Gedurtcniibcrschufe. nach zehnjährigen» Durchschnitt berechnet, 1,1S Proz., während er in Grofevrilaiinicn t,4l)Proz. beträgt; zieht man den Verlust durch die Mcbranslvanderung hinzu, so beträgt die Bevölkerungszunahme im Deutschen Reich l.Ot Prvz,, dä- gegeu in Grofebritainuen t,8l) Proz. Bedient man sich alio einmal dieser Methode der BeiveiSsiihrung, die»vir an sich für falsch halten, so würde doS Gegenteil bctvicscu von dem, was Herr v. Gcrlach beivciscn will: Teutschland würde auch hinsichtlich der Bemairnungs- frage ivcgc» seiner geringeren BevvlkerungSzunahnie zuerst niil seinem Lathsir zu Ende sein. Und dabei braucht man nicht einmal zu berücksichtigen, dafe Grofebritaimicii, das Küstenland, eine See- bcvölkcrnug hat, während die Deutschen wesentlich Landratten sind, dafe ferner die Kraft Deutschlands schon durch eine ungeheure Arnjce , erschöpft wird; die EtatSstärke seiner Armee betrögt 585 453 Mm,», während sie sich in England auf 253 673 Mann bclänsr. Aufeerden» könnten sich die Herren einmal daran erinnern, dafe Grofebritannicn m i t seinen Kolonien über einen Mcnschenvorrat von rund 388 Millionen verfügt, Teutschland hingcgci», wenn man seine Kolonien hinznrcchnct. nur rund«2 Millionen. Der Fall zeigt einmal wieder an einem Einzelbeispiel, dafe nicht nur die Ziele der Marine-Eifcrcr nebelhaft sind, sondern auch ihre Beweisgründe leere Phrasen.— Eine ins Wasser gefallene Flottcndc»»ionstration. Eine aufecrordentlich stark besuchte Volksversammlung tagte an, Freitag- abend in Obcrlnngwitz bei C h e in n i tz. Pfar'rcr Na» m a n n. der Führer der Natioualsocialeii, sprach in einer zweistündigen Rede für die Flotte nv o rla gc. Redactcnr S ch ö p f l i n- Chemnitz trat Herrn Naumann entgegen: Eine�von Herrn Naumann eingebrachte Resolution, die sich für die Vorlage erklärte,»vurdc abgelehnt. So kommt c§, wenn die Sehnsucht der Herren nach dem Volke einmal Erfüllung findet. Sie sind gescheit geling, iiicht zu uns zu kommen; erscheinen wir aber einmal bei ihnen, so crleidcii sie klög- liche Niederlage». Pfarrer Naumann wird jetzt wohl ein»vcnig ab- gekühlt sein, hinsichtlich seiner Begierde, die Arbeiterschaft zu bc- kchreir.— Börsen-Frlede. Die unter Vorsitz des StaatSkonunissärS in Anwesenheit von Vertretern des Landwirtschafls- und des Handels- »linisterinms an, Montag stattgehabten Beratungen der Delegierten der Landwirtschaft»nd des Pro- d u k t c n h a n d e l s haben nach einer offiziösen Meldung zu so bc- friedigenden Resultaten geführt, dafe in absehbarer Zeit das Wiedererstehen einer Produktenbörse in Berlin erwartet werden darf.— Eine zutreffende AuSlcgnng. Die„Volkswirtschaftliche Kor- rcspondenz-, die Stumm in der Weise bcciuflufet, dafe er daö von ihn, abonnierte Exemplar nnt Gold aufwiegt. giebr die uiisercs ErachtenS zutreffendste Deutung der kaiserlichen Äcufecrungcn über die Socialdemolratie: „Hat der Kaiser weiter bezeugt, dafe die bisherige» Rich- tinigen in socialer Beziehung vollständig„versagt" haben, dafe also weder der Dtaats-, noch der ffirhciuirats-,»och der Professoren- oder Pastorensocialisnius nach dieser Richtung etivas geleistet hätten, mithin die Schüler der technischen Hockschulen an die socialen Pflichten gegen die Arbeiter zu erinnern »värcn, dciien sie in» praklischei» Leben vorgesetzt fein»verde»», so wird damit tvieder an den» Punkte angeknüpft, der besser niemals verlassen»vordcn wäre. Gescheitert sind nämlich alle jene Richtungen,»vcil sie den natürlichen Zustand »legierten, in welchen, die socialen Pflichten der Regel nach vom Unternehmer, vom Brolherr» zu erfüllen sind und der Staat nur dort Schranken aufzurichten befiigr ist, wo solche Pflichl- erfüllung generell verabsäuinl werden sollte.' Statt desic» wolllcn alle jene Richtungen, die..vollständig versagt" haben, zwischen den Unternehmer und den Arbeiter den Staat und zwar in der Form de§ Pol izeistaatS stellen; sogar Prbciterwohlfahrtspolitik»vurdc ».von oben" hcrab«nd zwar von Polizciwcge»» bctnrbcn. Man vertrieb daS llntcrnehmertum ex officio aus seinen socialen Pflichten. Soll darin ein Wandel eintreten, sollen die technischen Hochschulen dahin ivirkcu, dafe die geistigen Leiter der praktische» Arbeit unseres Volkes in ihre socialen Rechte und Pflichten»vicdcr einnicken, so hätten»vohl jene am wenigsten Ursache, zu applan- dieren, welche,»in» die politische und sociale Stellung des Unter- nebmertums zu unterminieren, mit der Socialdcin'okratie lieb- äugeln und gerade zu diesen» Ziveck die Mauserungslegende erfunden haben." Man»nufe der Stuminschen„Korrespendenz" zugeben, dafe sie die einzige einwandfreie Auslegung der kaiserlichen Rede gefunden hat. Sie»vird mit Recht als eine Konzession ä» die radikalste Scharfmacherei anfgefafet, die statt der wissen- schastlichcn Nationalökonomen die„Männer der Praxis" entscheiden läfet und die staatliche Socialreforn» dinch die patriarchalische Wohl- thätigkeit des Unternehmers ersetzt. Das ist ganz dasselbe, was Stumm stets als sein Ideal gepredigt hat l— Ter ambulante Gerichtsstand der Presse. Weil sie sich durch eine Notiz in der„Allgenicmen Steinsctzcr-Zcitung" beleidigt fühlen, haben die Pflastererineifter Gebr. Noll in Bingen a..R. beim dortigen Gericht Beleidigungsklage gegen den Geiiossen Knoll in Berlin, den Redacteur genannter Zeitung angestrengt. DaS be- treffende Gericht hat sich für zuständig erklärt. Gerade derartige Anklagen gegen GeiverkschaftSblötter beweisen am besten den Widersiii» deS ambulanten GerichiSstandeS. Genannte Zeitung wird in über 300 Orten des Deutschen Reiches gelesen, hat danach bOEfachen Gerichtsstand.— Erlaubter Boykott. Der Fabrikant Vogel in Dettweiler hatte den bei ihn» beschäftigten Arbeitern eröffnet, dafe sie umveigerlich entlassen würden,»venu sie in der Wirtschaft eines gewissei» Vogt dort verkehrten. Als Grund dafür gab der Unternehmer an. dafe Bogt Socialdeinokrat fei und soeialdemokratische Versammlungen in seinem Lokale dulde. Vogt klagte gegen den Unternehmer beim Ge- richt und verlangte, dafe dieser vernrteilt»verde, den Boykott zurück- zuziehe». Die Klage»vurde vom Gericht zurückgewiesen. In der Begründung deS Urteils»vird onSgefübtt: Fabrikant Vogel fei zu dem Erlasse des WirtshausverbotS zweifellos berechtigt, da er seinen Arbeitern jede beliebige Bedingung, wie z. B. das Verbot des Wirtshanöbcsnchs überhaupt' oder der Wirtschaft deS Vogt speciell, fetzen könne und es nur Sache der Arbeiter sei, ob sie sich'solchen Bedingungen unterwerfen wollen oder nicht. Vogel habe annehme» können, dafe der Wirt Vogt Socialist sei. Als Arbeitgeber habe er aber alles Jutercffe, seine Arbeiter von allen Gelegenheiten und Lokalen fernz,»hatten, in welcheu sie nach seiner Ver- mutung Eiirslnsse» ausgesetzt sind, die bei ihnen nur U n z u- f r i e d e» h e i t hervorrufen und nur dazu beitragen können, das gute Ei»ver ii eh in en zlvischen ihm und seinen Arbeitern zu trüben. Wir sind auch der Meinung, daß nach Lage der Gesetzgebung gegen den Boykott nicht eingeschritten werden kann, n»r ist es aus- fällig, dafe Arbeiter schon so oft»vegcn Boykottirrens bestraft »vorden sind. Es ist auch ganz richtig, dafe cS praktisch Sache der Arbeiter ist, sich gegen ungehörige Zimilitiingeu des UnternehinerS zu wehre». Dafe aber ein Unternehnicr den Arbeiter» solche»nivilrdige Bc- dingiiiigen stellen kann, ist ebenso kciinzeichnend für die Rückständig- keit' unserer Zustände, wie die Art. ivie das Gericht in aller Seelen- ruhe konstatiert, dafe der Unternchnier iinr in Wahrung seiner Jntercssci» handelt, Iveiin er die Arbeiter zu seinen Hörigen herab- würdigt.— Folge» der Geruianisieruiig. Der Grundbesitz in dcui'chen Händen hat.»vie die„Nordd. Allgen». Ztg." berichtet, in, RcgicruNgs- bezirk Bromberg im Jähre t8g8 2316 Hektar eingcbüfel. 137 Grund- stücke sind a»s polnischem Besitz in deutschen übecgcgmigen, hingegen uingelchrt 268. Je ivilder germanisiert»vird— 200 Millionen sind allein für den Ankauf polnischer Güter vorn pmifeischcn Landtag bewilligt— je•mehr man die Polen zivangslveisc. eutnationalistert. um. so bedeutender wird der Eiiiflufe des Junkertums. Des ist die. nsijirliche Wirkung jeder Gewaltpolitik.— Des Kaisers Flein. Das Fachcrgai, für Hofanetdoien, das „Bcrl. Tageblait" erzählt, dafe der Kaiser einst zu einem Maler geäußert habe, dafe er sich die Zeit förmlich habe stehlen müssen, um den» Künstler zu sitzen, worauf dieser bemerkt habe: �Eure Majestät arbeiten zu angestrengt."—„Nun", erwiderte der Kaiser,„dafür lo e r d e i ch d o ch b e z a hl l." Die Bezahlung beträgt jährlich 13' Millionen. Zilm Präsidenten der Techandlung soll als Nachfolger de? Frcihmi» v. Zedlitz der Geh. Oberfiiianzrat und vortragende Rat in» Fjuanznuiiistcrinm, Herr Häven st ein, ernannt»vorden sei».— Dresden, 13. Januar. lEig. Ver.) Die Regierung hat den» Landtag soeben de» unisangrcichc» Entwurf eines Enicigiiilugö- gcsctzcs zugehe»» lassen. Einheitliche Bestiiniiinngei» in Bezug ans die Entcigming gab eS bisher in Sachsen nickit, n»d cS herrschte darüber selbst in Fachkreisen die größte Vertvirrung. da einzelne der einschlägigen Verordnniigc»»md„Mandate" bis ins 18. Jahrhundert zurückdatieren. Das gaiizc Verfahren soll min allgemein in maicricller »nd formeller Hinsicht nach einem ciiibeitlicheil Grundprincip geregelt ivcrdcn.»vofür der Entivnrf Normen unter Bcrncksichtigmig der Vcrschiedcnartigkcit der Fälle aufstellt. Dieses Grund- priueip gipfelt daran, daß der Regierung die Ermächtigung erteilt wird, die Enteignung in jeden» Falle, in den» cS das Jntcrcjic der Allgemeinheit fordert, vorziiiichnieli. lieber die Notivendigleit der Enteignniig entscheidet daS Miiiistcrinm des Jiiiiern in Gemeinschaft»>it d c m Ministerinn», in dessen Geschäslsbcrcich das betreffeiidc lliitcriichnic« gehört. Jin Sticht- eiiiigiingsfalle entscheidet das Gcianstministcriuin. Eigentliche EnteigiiimgSbchördcn sind die Aintshauptmaiulichafwil. Durch dieses Gesetz, das im Znsaninienhaiig mit dem schon vorliegenden B a u- g c s e tz»md einem noch in Aussicht gcsielltcil Wasser g c s c tz steht, werden eine große Reihe von Berordinnigeil zc. über Banivesen, Berg-, Straßen-»ilid Wasserbau:c� hinfällig.— Verrohnng der Fugend. Ter Prorektor der Universität Hcidclbci'g. der Gcriiiauist Oslhof hat folgende Versügniig erlassen: „Es sind in lctzicr Zeil öfters Klagen laut geivorden, daß Studierende im Verkehr mit Bcanite» der Universität und der Ilmvcrsitätsiiislitntc(Bibliothek. Sekretariat. Kanzlei, Onästnr ee.) es an d c r» n b c d» i» g t nötigen H ö f l i cki k c i t fehlen l i e fe c n. So ist»amcntlich darüber geklagt»vordeii, daß Studierende ohne die K o p s b c d e ck n n g a b z n- nehme»», n» i t b r e n n c n d c r C i g a r r e u»» d r a i» ch e n d, sogar mit H»»»» d e n auf dem Amtszimmer erschienen sind und sich, iveiin sie auf die Ungehörigkeit anftnerkiani gemacht Ivvrdci. sind, in wenig taktvoller Weise benvnnncii dabei». Tie Herren Sliidicrendci» ivcrdcn darauf hingewiesen, daß derartige Vortomnlnisse gegen die gnten Silten ver- stoße n,»md dafe. wie voii den Universitätsbcamtcn zuvor? koinmcndcS Wesen nud Freundlichkeit gegenüber den Studenten envartct wird, so mich voit letzteren das einsprechend geziemende Verhallen»iivcdingt gefordert ivcrdcn mnfe. Znivibcrhandllingc» gegen diese Warnung werden»ötigenfallS durch Diseiplinarsirafen geahndet ivcrdcn. Die Herren Slndente». namentlich die vornehmsten der vor- »chi»e», die gerade in Hcidelderg stark grassieren, scheinen der Zwangserziehung besonders bedürftig.— Rcisckostc» zun» Rcichs-Vtrsichrrungöamt. Die„Märkische Volkszlg." ipnclil den Wunsch ans. daß zur UnfallvcrsichcriingS-Novcllc Gewährung freier Reife nach dem Orte deS Neichs-VcisicheriingS- amts für die Verletzte» beantragt iucrdc. Wir stiinmeii diesem Vorschlag, den wir schon früher wiederholt erhoben haben, durchaus zu.— Eine wichtige Missiou. Unter diesem Titel meldete an» Montagmorgcii ein Blatt mit aufgeregten» Fetidrnck: „Der Chef des Marine- KabinertS, Vice-Admiral Freiherr v. Senden- Bibran. ist von, Kaiser in besonderer Mission nach London gesandt»nd hat die Reise dorthin am Sonnabend früh angetreten." Am Nachmittag vor: reitcte Wolffs Bureau folgende„Nichtig- steNuug": „Vice-Admiral Frhr. v. Scndcn-Bibran ist nach England ad- gereist. Gegenüber anderslautenden ZeitungSmelduiige» handelt es sich bei dieier Reife keineswegs um eine„wichtige" Mi s s i o n, sondern nn, eine Privatsache. Vice-Admiral Frhr. v. Senden ist.»vic alljährlich um diese Zeit, zusIinmen mit Kouler-Adniiral, Admiral ä In snite v. Eiiendechcr nach England gereist, um dort für den kaiserlichen Jachtklub daö Pro- gramm für die Regatten dicieS Ja h r c S, bc- sonders die Regatta nach Helgoland, mit den mafegebendc», eng- lische» Persönlichkeiten sestznstcllcn" Das amtliche Telegrapheubiircau ist beleidigend respekt- l o S, wen» es solche bedeutsame Aufgabe für keine wichtige Mission hält. Unwichtiges thun doch diese teuer bezahlten Admiräte hoffent- lich überhaupt nicht. Was wäre noch>lv»chtig, wenn sogar die Fest- stell, mg eines RegattenprograminS zu einer' unwesentlichen Privat- fache erniedrigt wird?!—_ Zur Beschlagnahme deS„BuudeSrat" ist aus England gemeldet worden, dafe beim Löschen des Dampfers Gewehre gefnnden»norden seien. Bou dentschcr Seite wird be- merkt, dafe es sich hier offenbar um die in dem Ladcnianifcst der Direktion der Woermann-Linie angegebenen z»vti Kiste», Jagd- linten handele. Da eine derartige Kiste gelvöhulich sechs Gc- wehre enthält, handele cS sich vermutlich um zwölf Flinten. Ausland. Miuisterkrists und Anmestie. Aus Serbien, dein Lande des HochverratS-ProzeffeS. komnit eine sonderbare Knude. Die„Neue Freie Presse" meldet aus Belgrad: Wegen der Amneftiefrage ist eine MinifterkrisiS aus- gebrochen. Der König wollte an, griechische» NeujahrStage die Begnadigung säintlicher in, Hochverrats-Prozeffe Verurteilten ver- fügen, der Ministerpräsident Georgieivitsch und die übrigen Minister widersetzten sich und das gesainte Kabinett gab seine Demission. Der König, berief Novakowitsch nach Risch; die Bildung eines fortfchritt- lichen Kabinetts gilt als wahrscheinlich.— Danach würde also der König als amnestteftenndlich erscheinen,. während sich das Ministerium den, widersetzte.— Ocftreich-Ungar». 2er Dreibund kam an, Montag noch einmal in der ösireichi- scheu Delegation zur Sprache. Dzicnduszycki hält den Dreibnnd mit Rücksicht a'ui die Dienste, ivelchc er dem Frieden geleisiet, für wertvoll; doch sei es nonveiidig, dafe die Verbündete» auch die gegen- sciligci, wirtschaftlichen Interesse», fördern, da hie,- durch Sympathien hervorgeriifen»verde». Jledncr weilt vor allen, darauf hin. daß die Leteriniirksnvention zwischen Ocst- reich»nd Deutschland von feiten Teutschlands in einer Weife gehandhabt werde. welche die Ausfuhr ö st t e i ch i s ch e ,» Viehes(sowohl des Horn- als- deS Borstenviehes) geradezu ausschlicstc. Der Pelenklub werde jedenfalls bei Fort- dguer dieser SNifestände G e g c ii n, a-fe r c g e l>» fordern. Mit Genng- thuung nimmt Redner die Mitteilung entgegen. daS Ministerium des Aeiifee'rn habe mit Erfolg in der Angelegenheit der Ausweisungen aus.' Prcufecu interveniert und die Nachrichten ii» dieser Aiigclcgenhcit seien übertrieben. Redner würde wünschen. daß diese Nachrichten ganz falsch seien,»ingcachtet der des grofeen deutschen Volkes un- würdigen ÄnSführiliigen mancher reichsdculscher Blätter, welche eine Gefahr darin erblickten, wenn nicht ansschliefelich deutsche Arbeiter in das Reich kommen. Wien, 13. Dezember. In parlamentarischen Kreisen wird das Gcriichl, alle Vorkehrungen fiir ein iicncS Ministcriun, seien bereits getrosten, bestätigt. Das neue Kabinett soll bereits in de» nächste» Tagen formell ernannt»verde». Italic». Po» einer Tpionage�Affairc, die zu allgemeiner Zusrieden- hcit ausgelaufen ist. wird ans R o m berichtet. Es handelte sich im, cincii Dr. jur. M i» g h e t t i. der seit drei Jahren Beamter des KriegsministeriuinS war. Der frühere Kriegsmimster General M i r r i ordnete eine Untersuchung an.»velche ergeben haben soll. daß die Beziehungen, welche Minghctti unterhielt, nicht verträglich waren mit seiner Eigenschaft als Beamter. des Knegsniuiisterilinis. General Mirri ernannte darauf eine DiSeiplinarlominissio». welche nm Soimabcnd mit den Verhören begann. Gerüchtweise verlautete. Minghctti hätte init einem Franzoscn in Beziehuugei» gestanden, welcher seit i'nehrercn Jahren in Rom wohnte und regelmäßige Verbindungen »nit der frailzösiichcn Botschaft unterhielt. �... Von» Sonntag wird jedoch gemeldet, daß die Diseiplinar- koinniissbon de» Dr. Minghetii von jeder Schuld frei- gesprochen hat. Ministerpräsident Pefloiix stimmte dieser Eni- i'chcidimg zu. Weiter»vird aus Ron» gemeldet:. Der Unterita a tS« sekrctär in» KriegSministcri»»»» Generalmajor T a r d i t i hat seine Entlassung gegeben, ivelche der König angenommen hat. Ob die beide», Aiigelegeuheiten in eine Verbindung stehen, ist nickt bekannt.— Tänemark. Im dänischen Folkething waren das Bra» tw ei n st e u e r- Gesetz niid die zwei direkten Steuergesetze zur ersten B e h a» d l>« i, a. Tie Linke vertrat den Standpunkt, dafe die AuS- fälle an Zolleimiähnien durch Vermögens- und E i n k S»i m e n- ste n er aufgebracht werden sollen. Auch sprach sie sich gegen die ZlisäinäienkoppclUNg dieser zwei verschiedenen Zollgcsetz« ans, die keine Aussicht habe», von, Folkething•angenommen zn»verdeii. Auch »niscr Parteigenosse Borgbjaerg sprach energisch gegen das Braiintivciiigcsetz. Den Branntiveingennfe ivürde eine Lcr- teucrung nicht verinindeni, aber' das Volk»och mehr belastend Der Folkething hätte oft genug seine Abneigung gegen »vciterc indirckle Stenern bezeugt. cS fei daher merkwürdig, dafe man ihn» die? Gesetz vorlege. Die früheren hatten• bciviesen.>vaS man davon zn erwarten habe. Der Minister entschuldigt sich, daß die Linke sich früher nicht so energisch anSgesprochen habe liiib_ daß er nicht»visie.»vas die Majorität wolle. Ihn» würde aber erklärt, dafe dies wohl geschehen sei.— Die dänischen Stadtrats Wahle» sind nun abgeschlossen und das Endresultat ist das folgende: Von den 306 Stadtrals-Platzc,» i», Lande sind nun 187 besetzt mit„Rechten". Modxrate», Bürgerpartei/ Unpolitische»-c.. 209 niit Demokraten, wovon 132 Radilalc' und 57 Socialdemokraten(in 26 Slädlci») 1894»vurden nur 10 Socio ldemokraten in 8 Städten gewählt. Soeialdemokratische Minoritäten wurden damals in 26. jetzt ii» 27 neben den ipit Majoritäten erzielt. In den 33 Slädte» wurden im ganzen ca. 25 000 soeialdemokratische S t» m ni e n abgegeben.— Rnstland. Russische Finnen- Politik. Das seit dem 13.?d. Mts. er- scheinende. dem Zwecke der Rm'sifizierung Finiilanbs dienende offizielle neue Organ des Gciicralgouvernciirs von Finnland. die „Finnläiidifche'Zeitiing". führt i» ihrer ersten Nummer aus. die Regierung beabsichtige nicht, die innere. Vcnvaltiing des Landes zu änd-rn. so lange die Finnen in den Grenzen der ihnen ver- liehen e n Rechte verharren und treue russische Unterthanen bleiben,»vorm»»iemnnd zweifle. Man köiine Finne bleiben n'nd zugleich.guter rnisifchcr Uiiterthan. sein. In Rtlfelaud aäbe es nur eine oberste Gewalt, einen Thron. Die Einheit der Macht ichliefec»ich» örtliche Selbstverwalttuig ans, sie schütze am besten die Persönlichkeit. Gesetzlichkeit, Ordnung. Biirgerlichkcit und Glanbensfreibeit. Der Eid lege allen Völkm'chafte» des rnssischcn SiaaieS gleiche Pflichte» auf. Die Ergebenheit gegen den Monarchen' iei»»»reimbar von der Ergebenheit gegen Rufelaud. ohne welche man tcin treuer Uiiterthan des Herrschers sein köime. Das neue Regicrungsorga». ivelches unentwegt diesen Grnndsätzcn diene, beabsichtige zun» Zwecke der engsten Vereinigung Finn- lmids mit dem übrigen Rufeland, das gegenseitige Sichkennen- lerne» zu fördern»md gegenseitige Synipathiei» und Vertrauen zu erivcckcn Auf staatlichem Gebiet»verde die Zeitung für den Zu- sanimcuschlufe i» nationalen Fragen.und für Anuähcnlng eintreten. Sobald es möglich, soll auch ciiw Wocheiiiinmmer in finnischer Sprache erscheinen. Der Satz von den„den Finnen verlkchenen Rechte»»" ist mehr als stark. Die Wahrheit»st. daß de» Finnen die»»eisten ihrer alten Rechte genommen werden. Tie Redensarten»verde» die Finncii nicht darüber hiinoegtänschcn, daß ihnen auch jede Spur von Frei- heitsrcchtcn geiiommen»verde» ivird, soweit die Regierung Väterchens hierzu mir irgend die Macht hat.--- Türkei. Jungtiirkcn in Paris. Die Pariser jungtürkische Kolonie hielt am Sonntag eine Versammlung ab. i» welcher über die Zustände am Hofe des Sultans berichtet und über die Ziele der Jung- türken Beschluß gefaßt ivürde." Mahmud Pascha äufeertc sich dahin, dafe der Snltan' ei» uuiviffendcr, profaner Despot sei. während die übrigen Redner erklärte», dafe mir ein Thronwechsel eine Acndc- rnng der unhaltbare» Zustände herbeiführen könne. Mahn»» d P a's ch a, der das oben citierte Urteil über de» Sultan fällte, ist bekanntlich der S ch>v a g e r desselben.— Eine kaiserliche Strafpredigt. -st- Wie», 14. Januar. Kaiser Franz Josef, der sich politischen Vorgängen gegenüber sehr zurückhaltend»'erhält, hat gestern den Jungczechen eine förmliche Strafpredigt gehalten. So scharf»nd schroff hat Franz Josef»vohl noch nie gesprochen als er gestern bei dem Dclcgations- dincr mit dem jmigczeckiisöhci» Abgcordnctei» S t r a n s k y sprach. Freilich handelt es sich nicht nn, eine politische Angelegenheit, sondern um eine militärische, und in Sachen der Armee versteht der alte Kaiser,»vie er gestern selbst sagte, keine» Spafe. So glcichgiiliig man sich in Oestreich den zerstörenden Tendenzen gegenüber verhält. wen» sie de» Staat und seine Verwaltung angreisen, so empfindlich ist man in militärischen Dingen, und Bestrebungen, die die Einheit der Armee lockern könnten, werden' als der wahre Hochverrat beträchtet. Was den Zorn. des Kaisers hervorgerufen hat, ist scheinbar eine lächerliche Bagatelle; in Wirklichkeit handelt Pdj'S aber doch um einen Versuch, in das sich bisher als fest erwiesene Gefii.qe der militärischen Orqauisation Bresche zu schlagen. ES ist die berühmte«Hier"frage, die simple Frage, wie sich die Neservisten bei den Koutrollllersanunlungen zu melden haben, die nun zu einer kompletten Principienfrage geworden ist. Aach dem östreichischen Wehrgcsetze haben die Reserbistcn sich jährlich an einem zu besliminendc».Tage zu versammeln und dabei ihren Militärpatz vorzulegen. Eine Vorschrift, datz sich die Leute bei der Vorzeigung ihres Passes zu melden haben, enthielt das Gcscp nicht, also auch keine, in welcher Sprache diese Meldung zu geschehen hätte. Da jedoch die Meldenden in dem Augenblick, wo sie zur Kontrolle erscheinen, der militärischen Disciplin unterstehen, so hängt es von dem militärischen Be- fehle ab, ob und wie sie die Meldung zu vollziehen haben. Der Offizier, der die Kontrollversammlnng leitet verfügt also, wie die Meldung zu geschehen habe, und die Reservisten, die wohl in bürgerlicher Kleidung erscheinen, in diesem Augenblick aber S o l- baten sind, haben nun einen Befehl ihres militärischen Vor- gesetzten vor sich, dein sich zu tvidersctzen einen Akt militärischer Insubordination in sich schlietzt. Vor zwei Jahren wurde nun von rzechischer Seite versucht, die Meldung in der Muttersprache— mit dem Worte„Zde"— zu erstatten. Eine Zeitlaug blieben die Versuche vereinzelt und die Arniceverwaltnng drückte ein Auge zu, ja manche Leiter der Kontrollversammlungen versügte», um Friktionen zwischen ualioiialeni Empfinden und militärischer Disciplin vorzu- beugen, datz die Meldung ivortlos, durch einfache Ueberrcichung des Militärpasscs, geschehen solle. Da sich aber die vereinzelten Versuche zu einer regelrechten Agitation steigerten und das czechische Beispiel bei den andern Nationalitäten Nachahmung fand, crlietz der Kriegs- minister einen Erlatz, datz die Meldung ausnahmslos in der Dienstsprache der Armee, also deutschZ geschehen müsse und Zuwiderhandelnde nach der ganzen Schivere des Militärrechtes zu bestrafen seien. Die überflüssige Strenge hatte natürlich den entgegengesetzten Erfolg. So billig ein nationaler Held zu tverden das ist zu lockend, und so kam es im vergangenen Herbst an vielen Orten zu Massen-Widersetzlichkciteu, ans denen manchesmal, so dem mährischen Städtchen Gaya, förmliche Nufständc wurden. Natürlich kani die Sache auch in den eben jetzt tagenden Delegationen zur Sprache und der jnngczechische Abgeordnete StranSky, ein reklainesiichtigcr Advokat, an dem nicht eine Faser echt ist, hielt dazu eine unglaublich schwülstige Rede, in der wegen der„unerhörten Beleidigung" des czcchischen Volkes die schärfsten Töne anschlug. Gestern abend war nun das„Dclegations Diner" in der Hofburg, das Diner, mit dem der Kaiser die „patriotische" Delcgationsarbcit zu belohnen liebt, und er sprach hierbei den Abgeordneten S t r a n s k p an, auf seine scharfe Rede in der Delegation verweisend. Herr Stransky suchte sich zu recht fertigen, die scharfen Reden sind angeblich ein beruhigendes Mittel, aber der Kaiser lietz nicht locker und erklärte schroff: durch derlei Reden werde das Volk„verhetzt". Und in grötzter Erregung fügte er hinzu:„In der„Hicr"fragc bleibe er unversöhnlich, nötigenfalls werde er eher das Standrecht verhängen, bevor er nachgebe. Die Sache fei in die Bevölkerung hineingetragen von der Intelligenz. er verstehe hier aber keinen Spatz und rate daher jedem, die Armee in Ruhe zu lassen. Er werde auch niemand amnestieren. Und als Herr StranSky von dem Gesetze z» reden begann, datz doch die „Meldung" gar nicht verfüge, meinte der Monarch, das sei ein „Advokatenargnment", das bei ihm nicht verfange: hier handle cS sich um den Dienst und da gelte die Dienstsprache, die die deutsche sei und bleiben iverde. ES wird erzählt, der Kaffer habe seine heftigen Worte in höchster Erregung gesprochen; man hat auch allgemein den Eindruck, datz es ihm in dieser Sache blutig ernst sei und er die Armee wirklich als den„roeber von bronce" festlegen will. Ob die Drohungen etwas fruchten werden, mag billig bezweifelt werden; da die Sache jetzt nicht blotz einen nationalen, sondern auch einen antidynastischen Charakter hat, ivird die Widersetzlichkeit au Reiz wohl noch gewinnen. Für den Zustand, in dem sich das alte Oestreich befindet, ist die an sich doch gewitz sehr kleinliche Melde- frage höchst bezeichnend. Der Anflösnngsprozetz, dem der Staat schon längst verfallen ist, beginnt nun auch die Armee zu ergreifen. Das „Zde" ist nur das, was nian liest; was sich in, Innern der Armee, im Verkehr der Mannschaft und den der Offiziere zuträgt, mag weit schlimmer sein. Es wäre auch gar zu lächerlich, wollte man sich einbilden, die nationalen Fragen, von denen Oestreich wie durchtränkt ist, werden vor der Armee Halt machen. Tie Soldaten kommen aus dein nationalen Milieu und kehren in dasselbe zurück: da mutz selbst der Kadavergehorsam, auf dem sich die militärische Disciplin auf- baut, in Brüche gehen. Das nun scheint der Kaiser zu fühlen und daher die Energie, die in so starkem Gegensatz zu dem Gleichmut steht, womit man dem Verfall des bürgerlichen Staates gegen- übersteht. Wer in dem Kampfe zwischen militärischer Notwendigkeit und nationalem Drang siegreich bleibe» wird, daS allerdings steht außer Frage._ Parteilitteratur. Durch die Aufhebung des VcrbindungS- Verbots und die in den letzten Jahren in Bayern, Sachse»-c. be- schlossenen Abänderungen der Vereinsgesetze haben sich gegen früher sowohl für die G e iv erks cha ft e n wie für die politischen Vereine und ihre Thätigkeit die gesetzlichen Grundlagen geändert. Deshalb hat die Buchhandlung Vor- wärts soeben die neue Auflage ihres kleinen„Hand- bnchs für Vereins- und Versammlungsleiter" (Preis SO Pf.) mit Berücksichtigung dieser Aeiidemngeii erscheinen lasse» und in einer Einleitung auf alle in Frage kommenden Punkte aus- drücklich hingelviescn.— Der„A r b e i t e r- N o t i z- K a l e n d e r" ist, obwohl die Auflage gegen frühere Jahre wesentlich erhöht worden ist, bereits seit Weihnachten vergriffen. „Verein Arbeiterpresse". Am l-t. Januar wurde auf einer in Halle veranstalteten Konferenz socialdemokratischer Schriftsteller ein Verein gegründet, der den Name»„Verein Arbeiter- presse" führt. Der Zweck des Vereins ist, die Berufsiutcrcssen seiner Mitglieder allseitig zu fördern. Zum Beitritt sind zugelassen alle Redacteure der Partei und Geiverkschaftsvresse sowie die Bericht- erstatter und Schriftsteller für die Arbeiterdlätter. Der Monats- beitrag ist auf 1 M. festgesetzt. Zum Vorsitzenden wurde A. Thiele. Halle a. S., gewählt. Im Geinciuderate in Pforten bei Gera wurde der Autrag gestellt und allseitig unterstützt, alle Bekanntmachnngen in allen Tagesblättern Geras, also auch in der„Reutzischen Tribüne", zu veröffentlichen. Der Gemeindevorstand erklärte darauf, das ihm vom Landratsamte verboten worden sei, in der„Reutzischen Tribüne' zu inserieren. Der Gemeinderat beschloß trotzdem einstimmig nach dem Antrage. Zum erste» Vorsteher-Stellvertreter des Stadtverordneten- Kollegiums wurde in Apolda der Genosse L. Posern mit IE von 19 abgegebenen Stimmen gewählt. AuS Ungarn. Bei den Gcmeindewahlen in BaeS- Gyulafalva wurden sämtliche sieben Kandidaten der Social- demokratie in den Gemeinderat gewählt. Ferner wnrde ein Parteigenosse als zweiter Richter, einer als Gemeindekassierer, drei als Geschworene und sämtliche socialdemokratischen Kandidaten in die Schulbehörde gewählt. In Oroshsza fand dieser Tage ein Kongreß der sogenannten„unabhängigen" Socialisten statt, dessen schwache Beschickung gegenüber dem voc-jährigen ein baldiges Aussterben der Sekte prophezeit. Die unabhängigen Socialisten sind in Ungarn die armen Feldarbeiter, die von unklaren Köpfe» über die Bedingungen des proletarischen Befreiungskampfes irregeführt werden. Im vorigen Jahre waren noch 128 Gemeinden vertreten, diesmal nur 25. Die ungarländischc Socialdcmokratie giebt sich alle Mühe, die Leute auf« zuklären und sie zu organisieren. woch auf Donnerstag starb in Stockholm Frederik Sterky. Sterky, der aus einer reichen Familie stammte, gehörte zu denen, die Mitte der achtziger Jahre in Stockholm die ersten Wortführer des Socialismus waren. 18S2 zog er von Stockholm nach Götc- borg und brachte hier nach vielen vergeblichen Versuchen eine kräftige Arbeiterbewegung zu stände. Ohne Uebertreibuug kann gesagi werden, datz das Göteborger Parteiblatt„Ny Tid"(„Neue Zeit") und die westschlvedische Arbeiterpartei sein Werk waren. Sterky nahm alle Arbeit auf sich, er war Redacteur, Kassierer, Expedient und Agitator, sogar Zeituugsvcrkäufer auf den Straßen. 1898 zog er nach Malmö, hauptsächlich seiner Gesundheit wegen. Aber Ruhe fand er auch hier nicht. Er übernahm zu einem wesent- lichen Teil die Arbeit des erkrankten und vor wenigen Tagen auch verstorbenen Danielsson. Im November desselben Jahres wurde er nach Stockholm berufen als Wortführer der Landesorganisation, und nun tvar er, wie daS Malmöer Parteiblatt sich ausdrückt, sozusagen der Präsident und Finanzminister der schivedischen Arbeiterbeivegung. Nur kurze Zeit hat er seinen letzten einflußreichen Posten bekleidet. Erst 40 Jahre alt. ist er gestorben. Aber seine unermüdliche um- fassende Thätigkeit wird von den schwedischen Arbeitern nicht ver- gesseu werden._ GewevkfilzÄftli�vs. Vcrli»»ttv Il»igcgc»d. Achtung, Sattler! Bei der Firma F. Pitter, DreSdenerstr. 35, dauert der Streik unverändert fort. Die Agitationskoinmission. Tie Korbmacher der Grünbranche in Berlin nud Umgegend haben am 13. d. Mts. ihren Arbeitgebern einen Lohntarif, dem die S2stüiidige Arbeitszeit und 21 Mark Minimallohn zu Grunde gelegt war, vorgelegt. Diese Forderung ist von den Arbeitgebern zwar allseitig als berechtigt anerkaimt, aber vorläufig abgelehnt. Infolge dessen haben ca. 80 Kollegon in 21 Werkstätten am 15. d. Mts. ein- mütig die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die OrtS- vermaltuiig des Holzarbeiter-Verbandes. TcntscheS Reich. Ju Lmkenwalde befinden sich die Bildhauer in Lohndifferciizen- Der Zuzug ist fernzuhalten. Beleidigung„Arbeitswilliger". Der Händler Flieger aus Krefeld war vom Schöffengericht zu Krefeld wegen Beleidigung Ar- bcitSwilligcr während des Färberstreils zu einer Woche Gefängnis verurteilt' worden. Er selbst sowie der Amtsamvalt legte» gegen dieses Urteil Berufung ein. Die Strafkammer in Düsseldorf erhöhte die Strafe auf 14 Tage, obtvohl Flieger 5 Zeugen danir beibrachte, datz nicht er, sondern ein streikender Färber das Wort„Streik- brcckier" gebrauchte. Der Färber bestätigte dies. In der Urteilsbegründung wurde nun darauf hingewiesen, datz die Arbeitswilligen sich auch durch die Blicke des Angeklagten beleidigt gefühlt h ä t t e it. Also drohende Blicke geniigen schon, um auf Gnmd 8 153 der Gewerbc-Ordnuug gefaßt zu werden; das ist mehr als die Zucht- hausvorlage versprach und der gesunde Meuschenverstand vertragen lann. So sicher fühlen sich die Boeren in Natal, datz sie in der letzten Zeit 5000 Mann nach der Kapkolonie gelvorfen haben, wo sie einen Zusammeustotz vermutlich bei Colesberg erwarten. Im folgenden geben wir die wichtigsten der im Lanfe de? TageS eingelaufenen Nachrichten vom Kriegsschauplatz bei Ladysmith wieder, die jedoch sämtlich nur über allerlei Bewegungen unterrichten, ohne von einer im Gange befindlichen Schlacht zu sprechen. London, 14. Januär. Das„Reutersche Bureau" meldet aus L a d y s m i t h vom 12. d. M.; Der Feind enthält sich seit zwei Tagen jeder Feindseligkeit, doch ist auf den entfernter gelegenen Hügeln eine lebhafte Belvegung der Boeren wahr- zunehmen. London, 15. Januar. Die zweite Ausgabe der„Times" meldet aus Pietcrmaritzburg vom 13. d. M., datz den ganzen Tag heliographische Verbindung'mit Ladysmith aufrechterhalten worden sei und daß dort Gerüchic gehen, datz die Boeren seit ihrer am 6. d. M. erfolgten Zurückwerfimg Geschütze vom Süden von Lady- smith fortschaffen. Auf die Armee Bullers beziehen sich die folgenden Meldungen: London, 15. Januar. Der„Daily Mail" wird von ihrem Korrespondenten in P i e t e r m a r i tz b n r g vom 12. Januar ge- nieldet: Ich erfahre heute morgen die Ankunst des Generals Warren bei der Front der Trnpv'en. General Warren marschierte mit 11000 Mann ostwärts von Frere über Weene». Kundschafter fanden keine Anzeichen von der Anivcscnheit des Feindes in GroblcrS Kloof. Es wurde ferner festgestellt, datz Coleuso geräumt war. Sämtliche kolonialen irregulären Truppen wurden unter den Befehl des Generals Warren gestellt. London, 13. Januar. Dem„Reutersche» Bureau" wird aus Kapstadt vom 12. Januar gemeldet: Der„Cape Argus" meldet, die Behörden hätten die Nachricht erhallen, datz General Warren den T n g e l a überschritten und nördlich eine starke Stellung ein- genommen habe. Dieser seit gestern in Umlauf gesetzten Mitteilung wird kein Glauben beigemessen; es liegt hierüber keinerlei amt- liche Meldung vor. In England ist man ivie erklärlich in fieberhafter Spannung auf den Ausgang des offenbar zu erwartenden Kampfes. Der ..Vossischen Zeitung" wird telegraphiert, am Sonntag verlautete einerseits, Bullcr habe eine neue ernste Niederlage erlitten, andererseits, datz Ladysmith entsetzt worden sei. Alle diese Gerüchte sind unbestätigt geblieben. Die Lage scheint sich nicht ver» ändert zu haben, dycb flötzt das Fehlen aller Nachrichten aus dem Hauptquartier Bullers einige Besorgnisse ein.„Moruing Post" sagt, das Schweigen BullcrS seit Domicrstagabcnd sei un- erklärlich. ES könne nur vorausgesetzt werden, datz er Depeschen sandte, deren Veröffentlichung die Regierung nicht für angezeigt halte. Totenliste der Partei. Die schwedische abermals einen schweren Verlust erlitten. In Socialdemolratie hat der Nacht vom Mitt- Die Einigung zwischen dem Deutschen Textilarbeiter- Verband mio dem Niedcrrhcinischcn Webcr-Verband scheint nicht zu stände zu kommen. Man schreibt uns hierzu: Leider ist cS schon so weit gekommen, datz sich die Vertreter der beiden Ver- bände scharf bekämpfen. In Mörs, dem Eldorado der EngroS- Firma Schröder». Comp, von Krefeld, ist es zum Krach gekommen, nachdem der Bruderkrieg schon lange im geheimen gc- ivütet. Bei Gelegenheit einer Versammlung, welche vom Textilarbeiter- Verband einberufen war, hatten die Vertreter des Weber- Verbandes ihre Mitglieder so aufgehetzt, datz den Textilarbeiter» Prügel angedroht wurden. Durch ein derartiges Vorgehen können die Ernliigeiischaften der großen Streiks schnell ver- loren gehen. Die Einigungsversuche der Generalkoimnission sowie auch anderer Körperschaften und einzelner Privatpersonen sind erfolglos geblieben. Den Gegnern wird durch derartige Zerwürfnisse in den Örganisationen mir Freude bereitet, und der christliche Texiil- arbcitcr-Verband versteht es bereits, die Dinge weidlich auSzmmtzcn. Urbcr sämtliche Giestcrcieu in M a n n h e i m verhängte vorige Woche eine Versammlung der Former die Sperre. Infolge eines Ausstcmdes in Neckarau hatte der Fabrikantenring eine Firma gedrängt, ihre Arbeiter zu entlassen. Die Antwort hierauf war der Beschluß der Arbeiter, die Sperre zu verhängen. Ucber eine» Streik der Angestellten bei der Kieler elektrischen«trastenbah» wird uns von dort berichtet: Seit Montag steht der Betrieb der elektrischen Straßenbahn still, infolge Streiks sämtlicher Angestellten. Die Angestellten sind vom letzten chiciicnreiiiiger bis zn den Eontroleuren einig gewesen. Sie ver- langen: die Versetzung des Oderconttolenrs Dressin. der sich durch die rücksichtsloseste Behandlung seiner Untergebenen im höchsten Grade mißliebig gemacht hat, für die Sckiieiieu- reiuiger einen Tagelohn von 2,70 M. statt bisher 2.40�250 M "ür die Umsteigeposten bei einem Dienst von früh 7 bis abends 10 bis 11 Uhr einen Tagelohn von 3 M., anfaiigeild von 2,70 jind halb- ährlich steigend um 10 Pf., für die Werkstattarbeiter für lieber tuudcn 25 Proz. Aufschlag. Die Wagenführer wünschen von der Reinigung des Wagens vor Beginn des Dienstes befreit zu werden und die Eontroleurc verlangen jeden achten Tag frei, statt bisher an jedem vierten Tage von 2 Ubr ab. Diese Forderungen sind mit Namcnsimterschrift sämtlicher Angestellten der Direktion Freitag unterbreitet werden und bis Montag früh Antwort erbeten. Heute rllh wurde nur die Entfernung des Obcrcontrotcurs auS dem äußeren Dienst bewilligt, worauf keiner den Dienst autrat. Im Streik stehen 80—85 Mann', darunter 53 Wagenführer. Organisiert i st nie- m a n d. Ausland. I» Warnsdorf(Böhmen) sind 5000 Textilarbeiter zur Er- reichung des Zehustnndentages in den Ausstand getreten. Die Be- tvegmig dürfte einen noch größeren Kreis der Arbeiter in Mitleiden- schäft ziehen. ES wird deshalb gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Der Bcrgarbeitcrausstand in M ä h r i f ch- O st r a u nimmt an Umfang bedeutend zu. Wie uns in einem Privat-Telegramm mitgeteilt wird, ist der allgemeine Ausstand im ganzen Revier be- schloffen. In Böhme n haben die Bergarbeiter deS. K l a d n o e r Reviers, ca. 13 000, die Arbeit eingestellt. Sie verlangen eine Lohnerhöhung und die achtstündige Schicht. Der südafrikanische Krieg. Die Augen der ganzen Welt sind jetzt auf da» belagerte Ladyfmith und den südlich davon liegenden Tugelaflutz gerichtet, den der General Bnller überschreiten will, um die Besatzung der eingeschlossenen Stadt zn entsetzen. Schon seit mehreren Tagen laufen die Nachrichten über allerlei Truppenbewegungen sowohl auf feiten der Boeren, als auch nament- lich der im Süden jcnsett des Tvgela unter Bullcr stehenden Eng- länder ein. In der letzten Nummer berichteten wir über eine Bewegung des Generals Bullcr nach Westen, scheinbar dazu dienend, den rechten Flügel der Boeren zu umgehen. Jetzt kommt die Meldung, datz der zu BullerS Streitmacht gehörende General Marren eine Bewegung gen Osten ausgeführt hat, die dazu bestimmt scheint, den linken Flügel der Boeren bei Wecnen zu umgehen. Er hat den Marsch dahin mit 11000 Mann begonnen. Aber hier wie dort stehen die Boeren in vortrefflichen Stellungen und sind jedenfalls über die Bewegungen der Engländer so gut unterrichtet, datz Marren sie nicht über- raschen wird. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist zn erwähnen, datz von feiten der Engländer allerlei Strcifzüge in das Gebiet des Oranjc-Freistaatö gemacht werden. So wird ge- meldet, General Wood hat mit einer aus allen Truppengattungen zusammengesetzten Abteilung am 6. d. M. ZoutpanSdrift im Oraujc- Freistaat besetzt. DicS ist der erste Posleu, ivetcker englischer- seits auf feindlichem Gebiete errichtet ist. Die Verbindung zwischen den beiden Ufern des Oraujeflusscs wird durch eine Pontonbrücke aufrecht erhalten. Lord Roderts meldet an daS englische KricgSamt: Am Modder River ist alles ruhig. General French führte am 10. d. Mts. eine RckoguoScierimg in der linken Flanke des Feindes an?. Am 11. d. M. ging er von SliumgerS Farm mit Kavallerie und reitender Artillerie vor, um das Lager der Boeren östlich von ColeSberg zu bom- barbieren; er war jedoch nicht im stände, den Feind zu umgehen. Eine aus Kavallerie und berittener Infanterie bestehende RekognoS« cieruiigsabtcilung wurde nördlich von Bastards Neck vorgeschickt. Die Boeren' haben am 12. Januar wieder begonnen Mafeking zu beschießen. Nuö Pretoria, der Hauptstadt der südafrikanischen Republik, liegen heute ebenfalls einige vom DomierStag. den 11. Januar, datierte Mitteilungen vor. ES werden dort wenig Nachrichten vom Krieg veröffentlicht. Amtliche Depeschen melden. daß kleine englische Abteilungen beständig die Grenze des Oranje-Freistaats überschreiten, auch bemerkt man ähnliche Abteilungen in der Nähe von Claanbraai. Die Nachrichten ans Colesberg sind günstig; aber die Engländer ziehen ihre Streitkräfte für große Operationen zusammen. Das Vor- gehen der Engländer in der Delagoabai zur Verhinderung der Einfuhr ist gegenwärtig eine wichtige Frage für die BurghcrS; wofern nicht Matz- nahmen getroffen werden, um das Verbot aufzuheben, wird das Re- sultat für die Gefangenen schädlich sein.— Präsident Krüger richtete eine» ergreifenden Aufruf an die Burghers, i» welchem er erklärt, Gott sei auf seile der Boeren, ihre Sache müsse trinmphicren. »• » Wir verzeichnen noch die folgenden Meldungen: Turban, 14. Januar. Sämtliche auswärtigen Militär- a t t a ch ö S find heute in Begleitung des Obersten Jvor Herbert hier eingetroffen und begeben sich morgen nach Kapstadt, um sich dem Gefolge des Fcldmarschalls Lord Roberts anzuschließen. Christiania, 13. Januar. Der Storthing bewilligte mit allen Stimmen gegen zivei Stipendien im Betrage von 16 900 Kronen für Offiziere, die sich nach Südafrika begeben sollen. Letzte Meldungen. Uiteuhagc(Kapkolomc), 13. Januar.(Telegramm des„Renter» scheu Bureaus".) Hier wurde ein A f r i k a n d e r. Namens Barkhuizen. ivclcher sich als Emissär der Boeren bezeichnete, ver- hastet und im Gefängnis untergebracht. Er erzählte einigen Far- mern, datz er im Distrikt von Somcrset-East die Zusagen von 2000 Leuten erhalten habe, daß sie sich auf die Seite der Republiken stellen wollten._ Uetzke Nachrichten nnd Depeschen. Leipzig, 15. Januar.(W. T. B.) DaS Reichsgericht ver- warf die von den Redacteure» Giesen, Äöpgen und Malte» gegen das Urteil der Tarnfftüdtcr Strafkammer vom 13. Oftober 1609 eingelegte Revision. Giesen von der„ Frankfurter Zeitung" war wegen Beleidigung der hessischen Regierung. Kopaen vom „Mainzer Journal" und Malten von den„Mainzer Neueste Nach- richten" wegen Abdrucks des beleidigenden Artikels verurteilt worden. Wien, 15. Januar.(W. T. B.) Das Ministerium Wittel wird der„Neuen Freien Presse" zufolge am Mittivoch formell demissionieren und am Freitag wird die Ernennung deS Kabinetts Körber erfolgen. Bcllinzona, 15. Januar.(23. T. B.) Ein junger Mann auS Berlin, W» l h e l in B e t h g e, der hier einige Woche» bei Ber- wandten iveilt«. wollte am letzten Mittwoch ttotz AbratcnS der Land- leute, nur in Begleitung eines Hnudcs. von Cama»ach Ehiavenna gehen. Am Sonnabend lam der Hund in kläglichem Zustande zurück. Von Cama ging eine Hilsöexpedition ab, die dem Hunde folgte und die Leiche des jungen Mannes am Futzc einer 70 Meter hohen Felswand fand. Bcthae war abgestürzt und hatte einen Schädel- bruch erlitten. Heute ist die Leiche»ach Bcllinzona gebracht worden. Peking, 15. Januar.(Meldung des„Rcutcrschen Bureaus".) Ein bemerkenswertes Zeichen für die Rolle, die Japan in der künftigen Politik Chinas zu spielen beabsichtigt, ist es. datz die japanische Rcgiermig der chinefischeii endgültig das Anerbieten ge- macht hat. ,ii Peking eine Militärakademie zu errichten, in der chinesische Kadetten durch japamsche Offiziere ausgebildet werden sollen. Die chinesische Regien», g hat„och keine definitive LliUwort erteilt, ob sie das«nerbietei, annehmen wolle; man glaubt aber» datz sie zur Aimahme geneigt sei._■■ Verantwortlicher Redacteur: Paul Joh» in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen„nd Unterhnltnngsblatt. fe IS. n. z.w» 1, DM Ks Lmsits" Ktllilin UckslllM Ditilslsg, IK. Iaiilisr lWV. 5o!lallAische Presse DeuMlands. I. Quartal l!X>0. Ccutral-Organ. „Vorwärts" Berliner Volköblntt. Beuthstr. S, S'W. 1v Täglich erscheinend. Wissenschaftliche Wochenschrift. »Tie Nene Zeit." Revue dcö geistige» und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbach str. 12. Täglich erscheinende Zeitungen. Altenbnrg„Altenburger. Bvllszcitung" Aunstgaffe 12. Bant..Norddeutsches Rolrsbiae."?icuc WilhelniShavencr straffe 38. Bielefeld..Volkswacht" Schul str. l?0. Bochum„Volksblatt" Fohanniierstr. 10. Brandenburg..Brandenburger Zeiwng, Märkisches Volksblatt", St. Annenstr. 33. Brauiischweig„Braunichwciger Voltsfreund" Höhe 4. Brenie»„Bremer Bürger-Zeitnng" Hankenstr. 21/22. Bremerhaven„Norddeutsche Voltsstimine" Am Markt 6, Breslau„Volksmacht" Neue Grauvenstr. 6. Sfaffel„Volksblatt r Hessen und® deck" Hohenthorflr. 2. Chemnitz„Bolköstimine" Nserstr. 14. Tessau„Volksblatt für?lnhalt" Ballenstedterstr. 5. Dortmund„Rheinisch-Westsälischc Arbeiter-Zeitung" Westenhcllmeg l2Y. Dortmund„Westfälische Volkstribüne" Lüdenscheid. Louijenstr. 7. Dresden„Sächsische Arbeiter-Zeiwng" Zwingerstr. 22. Tüffcldorf„Nicderrheinische BollStribünc" Gras Adolph! straffe 43. Elberfeld-Barmen„Freie Prcffe" Friedrichstr. 37. Erfurt„Tribüne" Futterstr. 7 p. Effen„Der Weckruf" Gerlingsplatz g. Frankfurt n. M.„Lolksstiininc" Groffer Hirschgrabeu 17. Fürth Lürther Bürger-Zeitung"»önigstr. So. Gera„Reubische Tribüne" Zschochcm 54. Halle a. S.„Volksblatt sür Halle" Geiststr. 21. Hamburg...Hamburger Echo" Gr. Theaterstr. 44. Harburg„VolkSblatt" Eroffer Sckiippsce 4 p. Hanuovcr„Bolkswille" Burgstr. S. Stuttgart„Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Würzburg„Fränkische Volkstribüne" Stisthaugcrpfaffcn gaste 3. Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. Crcseld„Nicderrheinische Volkstribüne" Brdtestr. 44. TreSden„Der Volksfreund" Gcrbergaffc 1. Falkenstcin„Vogtländische Bolkszeittmg", Anzeiger sür Stadt und Land. Forst i. L.„Märkische Volksstimme" Franksurterstr. 11. Gotha„VolkSblatt für die Hcrzogthünier Coburg und Gotha" Moyrenberg 7. Görlitz„Görlitzer Volkszeitrmg" Teichstr. 2. Greiz„Rcuffische Bolks-Zettung" Untere Etlbentr. 1. Halberftadt..Halberstädter Arbeiterzeitemg" Bakenstr. 37. »öuigsbcrg i. Pr.„Volks- Tribüne" Anochenstr. 32 p. Rostock„'Mecklenburgische Bolkszeirung" Hopienmarkt 19. Solinge»„Bergische Arbeitcrstir.nne" Kaiserstr. 29. Zwickau i. S.„Sächsisches VolkSblatt" Richardstr. 15. GtwMchastgvresse DeuWlaiids. I. Quartal 1900. Dreimal wöchentlich erscheinend. Leipzig„Correspondent sür Deutschlands Buch- d r u ck e r und S ch r i f t g i e ß e r", Salouionstr. 8. Wöchentlich erscheinend. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. Aachen„Aachener VolkSblatt" Kurhansftr. 14. Breslau„Tie Wahrheit" Ncuc Graiwcnsir. S/S. Delmenhorst„Tclincnhorster VolkSblatt" Soppelstr. 6. Laugcnbiclau..Ter Proletarier aus dein Eulcngebirge" Ober!Langenbielau, 2. Bezirk. Zaalfeld„Thüringer VolkSfrcnnd"(Thür. Waldpost) RoSniaringasic 7. „TKürinzer VolkSblatt"(Schwarzburger VolkSfrcund) RoSmaringaffe 7. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Bant„Die Nord-Wacht" Neue Wilhekuibhavenerstr. 38. Berlin„Gazeta Robotnicza" Strulauerplatz 21. Braunschweig„Der Landbote" Höhe 4. Cassel„Der Wegweiser" Hohenthorstr. 2. Dresden„Der arme Teufel" Falkcnstr. 10. Gicficu„Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung" Sirchen- platz II. Halberstadt„SonntagS-Zeitung" Bakenstr. 37. ttöln„Rheinische Zeitung" l WochcnauSgabc) St. Agathe 3. Stuttgart„Schwäbischer Volksfrmvd" Furihbaa,..r. 12. Monatlich einmal erscheinend. Hof„Obersränkuche Vollszettung" Lorenzstr. 23., c■■... ,, «arlsruhc..Volksfreund" Werdcrvlatz 31. Berlin„Die Fackel", Loui,cn-User ll. fticl„Schleswig-Holstein sche Volks-Zcitung" Bergstr. N. Hanau„Der Bauernfrennd" Philipp Ludwigs-Aulage 9. Köln„Rheinische Zeiwng" St. Agatha 3. Königsberg„Der Lstpreuhische Landbote" Knochenstr. 32. Leipzig„Leipziger Volkszeitung" Tauchaerstr. 19/21. Ludwkgshafcn„Pfälzische Post" Oggersheimerstr. 10. Lübeck„Lübecker Bollsbotc" Fohanniöstr. 50. Lüneburg„Lüncburger Vollsblakt� Altstadt 20. Magdeburg„Volksstimme" Jalobsstr. 49. Ma,nz„Mainzer Volkszeitting"(„Heffische BolkSstimme") Margarethengaffc l3. Mannheim Vollsstimme" R. 3. 14 Müiichcn„München?: Post" Zenefclderstr. 4 I. Nürnberg„Fränkische Tagespost" Luitpoldstr. 9. Lffcnbach„Offcnbacher Abendblatt" Grvffe Marktstr. 25. Saalfeld„Saalfelder Pollsbliktt" Rosmaringaste 15. Stettin„Volts-Bote" König Albertstr. 15. Strastburg i. C.„Freie Presse für Elsaß-Lothringen" Schittigheim, Bischweilerstr. 23. Witzblätter sErscheinen aller 14 Tage). München„Süddeutscher Postillon" Sencfelderstr. 4. Stuttgart„Ter wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Jllnstrierte Unterhaltungsblätter. Berlin„In freien Stunden" Beuthstr. 2 LI?. 19. Er- scheint in Wochenheftcn. Hamburg„Die Neue Welt" Große Theaterstr. 44. scheint wöchentlich einmal/ Er- Alteuburg„Correlpondcnt sür die Arbeiter und Ar- beiteriniicu der Hut- und Filzwarcn I n b ii st r i c", WIlhelvistr. 2, parterre. Berlin„D i e Zlnieisc" Organ des Porzellan- a r b e i t c r- Verbandes, Charlotten bürg, Marchftr. 22 I. „Bildhauer- Zettung", Zkeanderstr. 3. „Die Einigkeit", Organ der Vertrauensmänner- Centralisatione» Deutschlands, Apalbertslr. 10 II. „Allg. Fahr-Zeitung", Schützenstr. 58. „Der Gastwirthsgchils e", Jüdcnstr. 38. „Der St ein arbeit er", Zkixdors, Bergstraße 30/31 Hos pt. Bochum„Deutsche Berg- und Hütten- a r b e i t e r- Z c i t n n g". Bremen„Deutsche Böttcher- Zeitung", Langestr. 100 1. Chemnitz„D c? T ex ti l a r b e i t.e r", Nserstr. 14. Gotha„S ch u h in a eh. e r- Fachblatt", Mohrenberg 7. Hamburg„Correlpondenzblatt der Gencralkom- Mission der Gewerkschaften Deutschlands", ZollvercinS-Nlcdcrlagc, Wilhelinstr. 8 I. „Der Arbeiter"(für Bau- und HtlsSarbeiter) Eilbeck, Friedenstr. 4 pt. „Glück auf!" Anzeiger für Maler sc.", Barmbeck, Schmalenbeckerstraffe 17. ..De: Zimmer e r", Barmbcck. Fefflerstr. 28 I. Leipzig„B u ck d r u ck e r- W a ch t", Mittelsir. 7. Leipzig„Der Tabakarbeiter" lfür E i g a r r e n artciter), Tanckaerslr. l9/2l. Leipzig-Schkeudit,„Graphische Prcffe", Schkeuditz. Linden-Hannover„Brauer- Zeitung", Burgstr. 9. Löbtau> Dresden„Der Fachgenosse" sftw Glas-, Porzellan-». Thoinvaaren-tzlrbeiter), Rciiewitzerstr. 34. Nürnberg„Dcntschc Mctallarbeitcr-Zeitung", Luit- poldstraffe 9. Offenbach a. M.„Die Glascr-Zeitung". Stuttgart„Buchbinder-Zeilun g". Hcustcigstr. 30. ier H a n d s ch u h m a ch e r", Eierstr. 21 II. Monatlich dreimal erscheinend. Berlin„Der Töpfe r"(Aachblatt für Töpser und ! Ziegler), Roscnthalerstr. 57. Aller 14 Tage erscheinend. Altcuburg„Einigkeit", Publikationsorgan für die deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer- und Leb- lüchlcr-Berbände, Manergassc 41>. Berlin ,.D c r C o n r i e r", Centralorgan für die Jnter- essen der im Handels-, Transport- und Verkehrs- gewcrbe beschäftigten Arbeiter Deutschlands, C., Bischof- straffe 13, v. I. „D i c G e w e r k s ch a s t", Organ sür die Interessen der?lrbciter in Gasanstalten und sonstigen städtischen Belricbcn, Berlin 30 W., Gleditschstr. 49. „HandliingSgehilfe»- B la t t", XO. Linien- straffe 242 I. „Der H a n d e l s- H i l f S a r b c l t e r", Organ sur alle im Handels- und Transportgewerbe beschästigten HtlsSarbeiter Deutschlands. C, Soiümandanlen- straffe 25 I. „Lederarbeiter-Zeit un g"M.. Prmzeu-Assce 90. „Sattler- und Tapezirer-Z-itnng",!7., In- valideustrasie 113. ?Mg. Steinsetzer- Zeitung", XXV., Waldenierstr. 18, „Solidaritä t", Organ aller im graphischen Berufe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Reinickcn- dorferstr. 7. �. „Zeitschrilt für Graveure und Cisrleure", Kott- billcr Damm 8. Braunschweig„B a r b i c r- u. F r i s e n r- Z e i t u n g". Rosenhagcn 5. Frankfurt a. M.„Neue Deutsche Dachdecker- Zeitung". Bnchgaffe 10. Hamburg„Deutsch« B ä ck e r- Zeitung", Organ deS Bäcker-BerbavdeS, Jdastr. 15, 17. „Der S ch i f f S z tan m c r c r", Eilbcck, Kvnventstr. 5. „G ä r i n c r- Z e i t u n g", Organ für die Interessen der Gärtner»nd ihrer freie» Vereinigungen, Marli- straffe 10, H. 1 p. „Der Ku v f e r s ch m ic d", Eilbeck, WandSbecker Chaussee ISO II. „Ter Seemann", St. Pauli, Hafen str. 110. Hannover„Der Proletarier"(sür Fabrik-:c. Ar- b e i t c r und A r b c i t e r i» n c n>, Leinstr. 31 III. Leipzig- Reudnitz„Corrcspondcnzblatt der Tapezier ei", Gemeindest:. 19 I. Pforzheim„Der G o l d a r b- i t c r", St. Georgenstr.50. Stuttgart„Tie Gleichheit", Zeitlchrüt für die Jnier- essen der Arbeiterinnen, Furthbachstr, 12. Monatlich einmal erscheinend. Berlin„D e r B ä ck e r", Organ sür die Interessen der Bäckcrgcicllen Berlins und Umgegend, Klostcrftr, 101. „C o r r e f p o n d e» z- B l a t t des Verbandes der im Vergolde rgew erbe beschäftigten Arbeiter und Arbcilcriuuen Deutschlands", Chanffeestr. 43. 4 Tr. Ter B ii r e a u- A n g e st e l lt e", X.. Arkouaplatz 3 II, „Deutscher Maschinist und Heize r", Organ der Maschinisten«nd Vcrnksgenossen Deutschlands, L0,, Pllcklcrsir. 55. * Obige Zusammenstellung veröffentlich en wir zn Beginn jeden Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende Adreff- oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behnfö Bor- »icrlung mitteilen zn wolle», Berlin, den 3. Okiobcr 1899. Der Parteivorstand. Die Sparbuxe des Herrn v. Miquel. Seitdem Johannes v, Mignel seine Stenerrefonn zu stände gc- bracht und vor allem seitdem er die echt klasienstaatlich ouSesefakieiic Beamtenaufbcssenmg durchgeführt hat, erschöpft sich seine N e s s o r t- thätigkeit in kleineren und gröhcren Ersparnissen. Bor etwa drei Jahren lieh er in allen Schlupfwinkeln deS prenhischcn Etats eine Razzia vonwhnre»; alle RessortS wurden auf- gestöbert und jeder Geheimrat und Dezernent, der es mit sich selber gut meinte, ward entdcckerisch, Aber wie das in unscrm Jnmmerthal so zu gehen pflegt: die Sparsamkeit wird auch in den Händen eines Staatshaushalters zur Bonrgeoise; der Klassciistaat„macht sich Freunde mit dem ungerechten Mammon"; und er sucht sich diese Freunde nicht bei den Entbehrenden, sonder»: Wer da hat, den, wird gegeben; wer aber nicht hat. den» wird auch das genommen, das er hat. Zu sparen wäre schon noch genug, ES giebt nock Sinekuren. Domherrnpräbendcn-c,, für deren Genuß auck eine Leistung könnte gesordert werden. Es ließe sich auch im Strafvollzug viel sparen, wenn man die Sache im großen Stil anfaßte und avcS ans einen andern Fuß stellte. Aber zu dergleichen Entdeckungen reicht das„organisatorische" Genie der Bureankratie selten aus. Aber wird eS nicht jedermann, der unsere Bureankraten kennt, verständlich sein, daß ein von Herrn v. Miqiieks Plan inspirierter Dezernent ans der Suche nach Ersparniflen die arme» Teufel ins Auge faßte, die in den Strafanstalten ans dein Ressort deS Polizei- Ministeriums ihre„Verbrechen" büße»? Also her mit ihrem Etat- Es ist ein Wunder, daß man ihre »Verpflegung" nicht dezimiert hat— der„Geist der Zeit" schwärmt ja für Hunger und Prügel— aber cS ging beim besten Willen nicht an; man muß doch Aerzte fragen, und unter denen ist eine gewisse Humanität wenigstens nicht ganz von dem Gedanken einer .straffen Justiz" erstickt. Desto besser eignete sich der BekkeidlingSetat. Da ist eine Woll- hose für den Winter. Wozu die? Weg danüt I Macht 100 000 M. Ersparnis im Jahre, Glatte Rechnung, Der Gcheimrat hat seine Schuldigkeit gethan und Herr v, Miquel empfängt mit Befriedigung die Nachricht von der ersparten Hose. Zwar die erfahrene» Witckschastsbeamten schütteln den Kopf. Sic rechnen anders, weniger glatt, aber es stimmt besser. Zunächst werden die sehr erheblichen Bestände an alten Wollhosen zu einem Spottpreise verkauft. Nach ein paar Jahren stellt es sich heraus. daß die dünnen Baumivollhoscn im Winter zu kalt sind, daß die Leute krank werden, dann werden wieder Wollhosen angeschafft, und der doppelte Wechsel verschlingt mehr als die Ersparnis. Aber bis dahin— wo ist dann Herr v, llffiquel? „Die Leute werden krank." Es ist griinmig kalt jetzt. Nur in wenigen Strafanstalten giebt es Centralheizeiiirichtungen. In den älteren werden anch die Zellen»nlt— zum Teil geradezu elenden— Oese»„geheizt", d, h, der kleine Ofen wird einnial ordentlich warm gemacht; das Warmlverdcn dauert eine geraume Weile, weit länger als hernach daS Erkalten. Oft herrscht eine grimmige Kälte in diesen Zellen, in denen nicht wenige Gefangene, auch alte Leute»nit körperlich fast gar nicht aiiftrengenden Arbeiten— Stuhlsitz-. Korb- flechten z, B.— beschäftigt werden. Man denke sich diese Leute mit einer Lemcn-IInterhose und einer dünnen Baumwollhose bekleidet, sitzend oder stillstehend; die Beine sind wie erfroren. In einer Arrestzelle ist eS thatsächlich borgekommen, daß einem Gefangenen ein Teil des FntzeS drirch Frost verstüinmelt wurde. Es kommt hinzu, daß die Leute innerlich mangelhaft„geheizt" sind. Der Verpflegungsetat leidet an Fettmangcl— 50 Gramm täglich in der MlttögSsuppe, abends 10 Gramm—; die Erfahrung Icqrt. daß die Verdauung nicht im stände, oder doch bei der unfreien Lebensweise nicht im stände ist, aub Stärkemehl die erforderlichen Kohlehydrate, die Heizstoffe zu assimilieren. Infolgedessen wird der Körper von Fett ausgemergelt(wenigstens bei Leuten, die nicht zu leichter Fettbildung neigen) so sehr, daß die Nägel gänzlich spröde werden, die Haut hart und brüchig, Denjenigen.die zu leichter Fettbildung veranlagt sind, fehlt es wieder bei der miserablen Luft ii; den Zellen an Sauerstoff, um den Verbrennungsprozeß in der Lunge zu voll- ziehen. So frieren auch fie. Und sie frieren grimmig. Ihre Klagen aber kommen zu Leuten, die mit Braten und Wein trefflich geheizt sind und in dem Gefühl ihres Behagens gar keine Vorstellung da- von gewinnen können, daß solch ein verdammter Kerl, solch ein Spitzbube sich untersteht, zu frieren, Zivar sie frieren incht so, daß sie innkonru.�.c. Neil», sie leben, sie vegetieren weirigstens,»nd es wird gerade so viel Leben in ihnen wach erhalten, daß sie die Qual ihres elenden Daseins fühlen können. Es wäre in der That barmherziger, ivenn man sie nachts in den Schnee legte und ließe sie ganz erfrieren, damit sie von einem Leben erlöst würden. daS ivcder in der Haft, noch später in der Freiheit ein Leben genannt zu werden verdient. Ich esse Fleisch und Mark, ich trinke Grog und Thee. ich liebe den Frost und atme die kräftige heitere Winterluft mit Behagen, Aber ich darf nicht denken an die armen Teufel, an die Tansende, deren Elend durch de» grimmigen Eisriesen noch gesteigert wird, Ich darf an sie»licht denken, wem» mich nicht frösteln soll in incincm warmen Zinimer, Ich darf an sie nicht dernen, wenn mir nicht alle Freude sterben soll, nicht an sie denken, wenn ich mich am Eislauf ergötzen will, der sonst nieine Passion war. Ich darf nicht an sie denken, weil es mir das Herz vergiftet; lveil es mick»im Besonnenheit und Urteil bringt und»lichts in mir übrig läßt als Zorn»ind Grimm. Oder ist das alles nichts? Ist diese Zeit so niedcrträcktig, daß daS alles an ihr vorübergeht wie man die Bcrickte von einem Unglück hört, das sich vor Jahrtausenden ereignet hat? Selbst diesen Harten mag die Sparbuxe des Herrn v. Miquel noch etwas sagen. Sie mag ihnen sage», daß Herrn MiquelS Etatskunst keinen Schuß Pulver wert ist, daß seine Ersparnisse aus Kosten wirklicher Bedürfnisse geschehen, deren Pernack- lässigung sich rächt, daß sich diese Erscheinung in allen RessortS wiederholt. Hielte sich das preußische Oberbeamtcntum nicht sür eine Regie- rnngs- soliden» für eine S t a a t s dienerschaft, so würde längst ein lauter Protest dem System der verkehrten Sparbnxe ein Ende gc- »nacht haben._ Junius. Charlottenburger Armenpflege. DaS statistische Nmt der Stadt Charlottenburg hat sich der dankbaren Aufgabe unterzogen, eine sorgfältig alisgearbcitete Arn»«»»- statistik zn veröffentlichen, die in socialer Beziehnng von hohem Werte ist. ES»vurden im Jahre 1808/99 im ganzen 4122 Familien oder einzelne lebende Personen»mterstützt, 2,4 Proz. der sür Ende 1898 ermittelten Bevölkerung, gegen 2937 oder 2 Proz. zwei Jahre vorher. Dabei ist aber zu bemerken, daß die Zahl der Angehörigen »ach Mitteilung der Armcndirektioi» nicht korrekt ist. weil die Angaben der Unterstützten nicht i>nn,er zuverlässig sind. Bei den im Kranken- Hanse Verpflegte»>st diese Angabe besonders unsicher. Verteilt man die ganze Armenbevölkenliig. d, h. außer den Ulltcrstütztcii auch die Angehörigen, im ganzen 10068 Personen, ans die Bevölkerung, so ergiebt sich, daß von 100 Einwohnern während deS Jahrend 3,4 dauernd oder zeitweilig teils»mterstützt ivurdcir. teils einer dauernd oder zcitiveilig unterstützten Fainilie angehörten. In Köln betrug dieser Satz in» zehnjährigen Durchschnitt 3,53, in Dortnlund für 1897/98 2,53. Von den Unterstützten einschließlich der Pflegekinder ent- fielen dem U n t e r st ü tz ,»„ gs>v o h nsi tz nach ans hier Orts- angehörige 2973, anderwärts Ortsangehörige 749, Landarnie 324, zweifelhafte Fälle 76. Im Durchschnitt waren danach 73,5 Proz, der Unterstützten hier, 18,5 Proz. andcrivärts orts- angehörig. 8 Proz. landarm. Von den im Krankenhause ver- pflegten' Armen jedoch, welchen nur diese, sonst keine ander- wcitige Unterstütznng zu teil»vurde, ivarcn nur 56,1 Proz, ortSangehörig»md 14,1 Proz. landarin. Insbesondere beim männ- lichen Geschlecht war der Anteil der Landarmen mit 19,6 Proz. sehr bedeutend. WaS die Höhe und die Art der Unterstütz n n g e n an- belangt, so bezog der größte Teil der laufend Ilntcrsti'itztcn, nämlich 39 Proz,, Ultterstütziingen in/Höhe von 9— 12 M., 14 Proz, bezogen olche in Höhe von 3—6 M., iL Proz. solche in Höhe von 6—9 M., 12—15 M. bezogen 17 Proz,, höhere Sätze als 15'-R nur 12 Proz. der laufend Unterstützte», Bon den nlännlichcn Einzelpersonen erhielten 69 Proz, bis zn 12 M. durchschnittlich monatlich, von den weiblichen Einzelpersonen 78 Proz, bis zu 12 M, Hatten diese Personen noch An- gehörige, so wurden im Durckschnitt in 40 Proz. der Fälle bei Männm», in 75 bei Frauen bis 12 M, gegeben, in der Regel 9— 12 M, Der letztere Betrag lvar auch bei Ehepaaren der gewöhnliche mit 42 Proz,, »veni» keine, mit 45 Proz,, wem» Angehörige im Haushalt waren. Im ganzen scheint,»vie der Bcrickt betont, das Vorhandensein von An- gehörigen ans die Höhe der Unterstiltziing nicht von besonderem Einflüsse zu sein, vermutlich»veil dieselben zun» Teil zlvar die Bc- dürftigleil der Familie erhöhen, zmn Teil aber zu deren Erhaltung beitragen. Der auffällige Umstäud, daß gerade bei Männern mit An- gehörigen eilt höherer UnterstiitzungSsntz. nämlich 12— 15 M, statt wie sonst 9—12 M, die Regel bildet dürste nur ei» zufälliger sein, da cS sich irnr um 10 derartige Männer handelt. Wenden»vir uns nun denjenigen Unterstiitzimgen zu. die ent- Ivedcr in Naturalien oder in» K r a» k e n h n u i e oder»nir als ©xtra-IIntci-ftMfciingci» in bar gegeben wlirden. so wurden an die 1914 laufend unterstützten Familien bcziv, Einzelpersonen(ohne Pflegekinder) in 4199 Fällen noch Extra-Uiltcrstützlingen in bar oder Naturalien und aiißcrdcm 8994 VerpflcgungStagc im Krankenhause gewährt und an 1863 mir vorübergehend Unterstützte 2336 besondere Unter- slützlmge»»nd 45 338 Berpflegungstage. Bei den lausend Unter- stützten konimen ans den Einzelnen verhältnismäßig drcinral soviel Fälle von besonderen Unterstiitzunae»» als auf den lediglich vorübergehend Unterstützten, hingegen ist die Zahl der Ber- pflegnnasiaqe im Krankenhause pro Kopf bei den vorübergehend Unter- stützten s.iial so groß als bei den laufend Unterstützten, Verhältnis- mäßig am meisten besondere Unterstützungen empfingen die Ehepaare mit Angehörige». Die bare» Unterstützniige» betrugen� etwa ein Drittel aller Fälle, Bekleidung wurde in 6 Pro-, der Fälle gegeben, im übrigen bestanden die lliircrstützinigen der Hailplsache nach in der Gc« Währung von Arznei, Milch». dergl, DcrSlrankcnhanSpflege»interlaae»» vorzugsweise die vorübergehend Unterstützten, wobei zu beinerteir ist. daß die außerhalb Charlottenburg« ortLcmgehörigen Personen bei den vorübergehend durch Krai»kcnha»iSpflegc Unterstützten eine» recht hohen Anteil stell n. Die Betrachtung der geschlossenen Armenpflege i giebt folgendes Bild: In den Heilanstalten»vurde» 1413 Fälle bc- handelt, die Kosten betrüge» 63 M, pro Fall, 1,74 M, pro Tag, EtlvaS über die Hälfte der Fälle betraf Personen, welche lediglich durch' Ärankcnhauspflcge»iiterstiitzt worden waren. Im Familiciihanse»md Bürgcrhospital faiidcn 4-3 PerioNen-üt 7430 Tage Ailsnahnie, was 3698 M, Kosten verursachte. In der Mehrzahl bandelte es sick u», Obdachlose, Ten Jniosscn de« Fainilicnhause« und PürgerhosPitalS wurde i» 28 Fallen noch eine laufendc, in 14 eine(fxtraniitcrslützimg zu teil; in 156 Fällen»vurden Naturalien gewährt, meist Milch und Arznei. Außerdem war' in 18 Fällen anch Pflege in anderen Anstalten notwendig, meist im städtischen Kranken- Hanse. Dem F a in i l i e» st a n d nach waren von je 1000 Unterstützten 244 ledig, 333 verheiratet, 343 verwistvel. 19 gerichtlich geschiedeij. 13 getrennt lebend und 46 eheverlassen. Die Zahl der Witwen hat in der Armenpflege in den letzten zwei Jahren un» 20 Proz, zu-, die der Witwer»im 8 Proz. abgenommen. Die Zahl der Geschiedenen ist züriickgegaiige», die der getrennt Lebenden und der chcperlassciien Frauen'gestiegen. Unter den Ursachen der Ii n t c r st ü tz u>, g überwiegen Krankheit, Verletzung und Altersschtvache, Daneben sind zu erwähnen z n geringer V e r d i e n st, na m e n t l i ch beim weiblichen Geschlecht, Entbindnng. böswilliges Verlasien, Tod oder Haft deS Ernährers, große Kinderzahl, Arbeits-, losigkcit, Todesfall eines FamilieninitglicdeS, Die Zahl der städtischen Pflegekind er betrug 340. Davon entfielen 122 auf vermögenslose uneheliche Mütter. Mit Recht»veist der Bericht darauf hin, daß der geringe Ver- dienst bu Mütter, denen ja die Sorge sür ihr Kind in der Regel allein obliegt, überwiegend die Ursache der Abnahme des Kindes bildet. Allen Pflegekindern wurden bare Unterstützimgen gewährt, daneben Naturalien und Vcklcidiiiig. BenterkenSivert rst, dag seit 1896/97 die Zahl der Pflegekinder um 27 Proz. gestiegen ist, während die Bebälkerung in dieser Zeit um rund 17 Proz. an- gewachsen ist. Die Ursachen dieser auffälligen Erscheiiinng sind aus der Statistik nicht ersichtlich. GevirtzkS-Seitung. Wege» betrügerischer Bcmchimg Hon Kochgas als Leuchtgas hatte sich gestern ein Kalifniann Ncnuiaun vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantivorten. Der Angeklagte hatte für seine Küche GaS zu Kochzweckeu bezogen und zu diesem Bchnfc ciiicn bc- sonderen Gasmesser aufstellen lassen. Auf die Mttteilimg des den Gasmesser kontrollicrcndeil Beamten der Gasverivaltnng erschien eines Tages ein Revisor in der Wohnung des Angeklagte» und stellte fest, daff aus dem Kochgas-Gasonictcr auch eiue in der Küche brennende Gasflamme gespeist wurde. Die Gasverivaltnng ist dadurch um einen Betrag von etwa 10 Mark geschädigt worden inid cS ergab sich hieraus die Anklage wegen Betrüge s. Ter Angeklagte bchauptctc, daß hier nur ein Irrtum seinerseits vorliege: es sei ihin von verichiedcnen Seiten gesagt worden, daff es gestaltet fei, von dem zu Koch- oder gewerblichen Zwecken bezogenen Gas auch eine Flamme zur Beleuchtung der Küche zu speisen. Außerdem machte er geltend, daß er die Flamme iusofeni zu gewerblichen Zwecken benutzt habe, als eS ihm darum zu thun war, auf derselben verschiedene Brenner auszuprobieren. Der Gerichtshof glaubte, den ersten Einwand des Angeklagten nicht von der Hand weisen zu können, da nach seiner eignen Kenntnis außerhalb Berlins in der That vielfach die Belcnchlnng der Küche durch eine Flamme mittels des Kochgascs gestaltet sei und die Gas- abuehmer- bckauntcrmaßcn die hier gültigen gegenteiligen Vertragsbedingungen nicht zu lesen pflegen. Da es somit an dem erforderlichen Dolus des Angeklagten fehle, erkannte der Gerichtshof ans Freisprechung, wobei er die Erwartung aussprach, daß durch die Bekanntgabe dieser Verhandlung eine gleiche irrtümliche Auf- fassung, falls sie noch bei anderen GaSabnchnieni obwaiteu sollte. endgültig beseitigt sein dürfte. Tie Schlacht von Vionville-�Mars In Tour bildete indirekt die Veranlassung zu einem Strafverfahren gegen den Redactenr des ., M i l i t li r- W o ch e n b l a t t e s", Lbcrst a. D. v o u F r o b e l, welches gestern das hiesige Schöffengericht beschäftigte. Es handelte sich um die Nichtaufnahme einer Berichtigung. Der militärische Schriftsteller Hauptmann a. D. Honig hat seiner Zeit die Er- fahrnngeu der Schlacht von Mars la Tour zum Gegenstand fach- männffchcr kritischer Betrachtungen gemacht und darin mehrere Vorwürfe gegen den Führer der a» der Schlacht beteiligt gewesene» 19. Division, Gencrallientenant v. S chwarzko pp en erhoben. Dieses Werk des Herrn Honig rief eine starke Polemik hervor und auch der Geueralstab bekämpfte Höings Ansichten. Herr Honig hat alsdann eine neue Schrift unter dein Titel„Die Wahrheit über Mars la Tour" erscheinen lassen, in welchem die Vorwürfe gegen den General v. Schwarzkvppcn eine drastischere Form er- dielten. Dieses Buch war in der„Deutschen HecreSzeitung" durch Oberst Spohr krilisirt worden, der sich ans die Seite des Herrn Hauptmanns Honig stellte. Gegen die Angriffe auf General von Schwarzkoppen erschien auf der andern Seite ein Werk deS Generals der Infanterie z. D. v. Scherff, welches im„Militär-Wochenbl." besprochen wurde. In der Besprechung wurde gesagt, daß sich General v. Scherff sehr objektiv gehalten habe!„nur einmal sei bei dem Vcr- fast er die Erregung durchgebrochen, Ivo er sich in scharfen Worten gegen Spohr wende, der bei seiner Besprechung nicht davor zurückgeschreckt sei, anzudeuten! daß ein preußischer General mit dem Blut seiner Soldaten seine eigenen Fehler habe abwaschen wollen." Oberst Spohr verlangte hiergegen eine Berichtigung, indem er bchauptctc, daß ein solcher Vorwurf weder wörtlich noch inhaltlich in dem Schcrffschcn Werke gegen ihn erhoben werde. Eine solche Berichtigung wurde abgelehnt.— Rechtsanwalt ll I r i ch machte gestern uanieuS des Angeklagten geltend. daß Oberst Spohr nicht legitimiert erscheine, eine Acrichtigniig zu verlangen. Im„Militär-Wochen- blalt" sei daS Buch des Generals v. Scherff besprochen worden und wenn diese Besprechung ihatsächlich Unrichtiges enthalten haben sollte, so sei nur General v. Scherst berechtigt gewesen, eine Bc- richtiguug zu verlangen.— Das Schöffengericht sprach unter den obwaltenden Umständen Herrn Oberst Spohr das Recht zur Bc- richtiguug zu. Da das Gericht annahm, daß der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt habe, sprach es ihn von Strafe und Kosten frei, ordnete aber die nachträgliche Aufnahme der Be- richtiguug im„Militär-Wochenblatt" an. Moderne Gefährdung eines CiscnbahntrnnsportS. Ter erste Glückliche, der von dem am U.d.M. in Kraft getretenen Gesetz, betr. die Abänderung des 8 316 des Str.-G.-B. Nutzen zog. war der gestern wegen Gefährdung eines Eisenbahntransports vor der k. Straf- tainnier deSLandgerichtsl stehende Mvbclfabrikaitt Gicseler. Dieser hatte eines Tages eine der jetzt in Berlin auf der Tagesordnung stehen- den kleinen Karambolagen mit ciucm Motorwagen. Es war schon längst als eine mit den tholsächlichcn Verhältnissen des Berliner Verkehrs nicht zu vereinbarende Härte empfundcn werden, daß bei solchen kleinen Gefährdungen die Schuldigen„nur mit Gefängnis bis zn einem Johre" bestraft werden koimtcii. Durch das Gesetz zur Abänderung des§ 316 vom 27. Dezember v I., ivclchcs am 30. Dezember im„Aleichs-Gesetzblatt" veröffentlicht und demzufolge am 14. Januar d. I. in Kraft getreten ist, ist bestimmt worden. daß bei Amiahme mildernder Umstände auch„Geldstrafe bis zn 900 M." zulässig ist. Ter Angeklagte zog hieraus als Erster den Vorteil, daß er mir zu 30 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Zur Frage des polizeilichen Kinderschutzes halte das Kanunergcricht in einer Sache Stellung zu nehmen, die von den bisher verhandelten wesentlich abweicht. Eine für den ganzen Regierungsbezirk Düsseldorf vom zliständigen Negiciungs-Präsi- dcntcn am 2. April 1898 erlassene Polizcivcrordiumg bestimmt, daß schulpflichtige Kinder zwischen dem Vor- und Räch mittags- Unterricht und nach 7 U h r abends nicht g e w e r b l i ch b e s ch ä f t i g t w e r d e n dürfen. Hiergegen hatte sich der Bandlvirkcr Kntz, ein Hansindnstrieller. vergangen. Er lourde vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 3 M. verurteilt. Das Landgericht sprach ihn aber auf seine Berufung f r c i u n d e r- klärte d i c R c g i e r n n g s v e r o r d n u n g vom 2. April 1898 für rechtsungültig. Es nahm an. daß solche Verordnungcii nur v o m Bundesrat erlassen iverdcn könnten, nicht aber von der Landcspolizeibehördc. Tie StaalSanwaltschast legte gegen daS Urteil Revision ein nnd machte geltend, daß die Verordnung rechts- gültig sei. Sie finde ihre Stütze in den§K 120 o und e der Gewerbe-Ordnung, soweit die beschäftigten schulpflichtigen Kinder als gewerbliche Arbeiter anzusehen seien. Und soweit dieser Begriff ans sie nicht zutreffe, rechtfertige§ 6k fccS Polizeiverlvaltungs-Gosetzes die VcrOrdMiiia. Im vorliegenden Falle fei der betreffende Schüler, da er iin Betriebe eines hanSinduslriellcn Bandwirkers beschäftigt worden sei, als gewerblicher Arbeiter nnzNschcu. Die Verordnung fei erlassen worden, ihn die Kinder vor körperlicher und geistiger Eutkräftiing zu bewahren.— Der Strafsenat des K a m m e r g e r i ch t s folgte dem Antrage des Oberstaatsanwalts ans Aufhebung der Vorenffchei- dling nnd verwies die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Ent- fchcidniig an das Landgericht zurück, indeni er begründend ausführte: Die V c r o r d u n ii g fei rechtsgültig� denn sie beruhe thalsächlich auf dem§ 120o und§ 120s der Gewerbe- Ordnung. Nach Z 120 e feien Gewerbe-Unternehmer, ivelchc Arbeiter unter 18 Jahren beschäftigen, verpflichtet, bei der Regelung des Betriebes diejenigen besonderen Rücksichten ans Gesundheit nnd Sittlichkeit zn nehmen, welche durch das Alter dieser Arbeiter geboten sind. Nun bestimme allerdings K 120s, daß der B u n d e s r a t darüber Borschriften erlassen könne. welchen Anforderungen in bestimmten Arten von Anlagen zur Durchführung der in den 88 l20a bis 120c enthaltene» Grundsätze zu genügen sei. Derselbe Paragraph bestimme aber auch: Soweit solche Vorschriften durch Beschluß des Bundesrats nicht erlassen sind. können sie durch Anordmmgen der Landes- Ccntralbchördcn oder durch Polizei- Verordnungen der zum Erlasse solcher berechtigten Behörden erlassen werden. Zu den hier gemeinten Vorschriften gehörten auch die der Ncgicrimgs- Polizeiverordnnng vom 2. April 1898. Da ein entsprechender Beschluß des Bundesrats nicht vorliege, so sei die Rcgicrniig zn dem Erlaffe der Polizeiverordnnng berechtigt gewesen. — Es köimtc noch eingewendet werden, daß der 8 120e den zum Erlaß von Polizeivcro'rdiiimgcn berechtigten Bcbördcn aufgebe, vor dem Erlaß solcher Polizeivcrordmmgen den Vorständen der be- tciligtcn B e r u f s g c n o s s e n s ch a s t e u Gelegenheit zu einer gut- achtlichcn Aenßerung zu geben, und daß dies hier nicht geschehen sei. Das komme aber im vorliegenden Falle nicht in Betracht, weil es für die hansindustriell betriebene Bandwirkcrei eine Berufs- gcnoffciischaft nicht gebe. Wegen Ucbertrctnng des 8 153 der Gewerbe-Ordnung kiatle sich am 13. Januar 1900 der Metalldrucker Poppe vor dem Schöffengericht zu Köpenick zu verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, bei dem F r i st e r s ch c n M c t a l l a r b e i t e r st r e i 1 zn Obcr-Schöneweide den Former Lindcmann durch drohende und verletzende Acnßcrungcu sowie durch Gcivaltthätigkcitcn zn bestimmen versucht zu haben, an Verabredungen zum Zwecke der Erlangung günstiger Lohn- und Arbcitsbediiigniigen teilzunehmen. Die Bcwcisansnahmc ergab, daß anS dein Kreise, in dem Poppe stand, die Worte„Siehe, da kommen die Streikbrecher" allerdings gefallen ivare». Lindcmann bezeichnete auch in der That Poppe als den Sprecher dieser Worte: der Metallarbeiter Dreher, der ebenfalls zn den Arbeitswilligen gehörte, behauptete dagegen mit der gleichen Bestinnnthcit, daß ein anderer die Worte gesprochen habe. Daß der Angeklagte Poppe dem Liudcmaim, als derselbe ihn ansah, ciiicn kleinen Stoß gegeben hatte, bekundeten beide Zeugen. Der Amtsaiiwalt beantragte gegen Poppe eine Strafe von einer Woche Gefängnis. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. H c i n c in a n n. plädierte ans Freisprechung, da nicht erwiesen sei, daß die Drohimg von sciten des Angeklagten onsgeaangen sei. Was die Körperverletzung anbelangt, so könne nach Lage' der Sache unmöglich aiigcitoininen werden, daß damit der Zweck hat befolgt werden sollen', den Lindcinann zu bewegen, sich dem Streik anzu- ichlicßcn. Der Gerichtshof schloß sich diesen Anssührimgen an nnd sprach den Angeklagten frei. Für die Eltern schnipffichtiger Kinder ist eine Entscheidung von Wichtigkeit, welche die sechste Strafkammer des hiesigen Land- gerickitS I kürzlich getroffen hat. Der 14jährige Schulknabe Richard B.. ivclchcr die dritte Klaffe einer hiesigen Geiiicindeschnle besuchte, hatte sich durch den Schulbesuch ein so geringes Maß von Schulbildung erworben, daß die Schnlaiiffichtsbebörpe für den Knaben lroy seines Alters den Wcitcrbcsnch der Geincindcichule vorschrieb. Obwohl der Vater des Knaben hiervon Kenntnis erhielt, kümmerte er sich um diese Anordnung nicht»nd gab seinen Sohn zu einem Kauf- mann, von dem er als Laufbursche angestellt wurde. Wegen der SchnlvcrsäumniS erhielt der Vater einen Strafbcfehl von S M.: er wurde jedoch vom Schöffengericht von der Strafe freigesprochen, nachdem er geltend gemacht, daß er seinen Sohn in die Lehre gc- geben hätte, mn sich eine Bcilnlse zum linterhalr zu uerichaffcn. Ans die Berufung des Staatsanwalts verurteilte jedoch die Strafkamincr den Vater zur Zablung der Geldstrafe. Im Urteil wurde aus- geführt, daß zwar die Bollendnng des 14. LcbcnsjabrcS in der Regel den Schiilbcsticki aufhebe: cS könne jedoch von den die Schnlanfsicht führenden Behörden in Ansnahincfällcn über das bezeichnete Alter hinaus der Schulbesuch angeordnet werden. VrvfQUttttlungrn. Flottcuagitation und Wnssrrmililarienuis. lieber dies Thema sprach Professor O n i d d e aus München mn Sonntag in einer Volksversammlung, die bei Bnggcnhagru am Moritzplatz tagte. Tic Bcrsammlmig war von demokratischer Seite einberufe» und so stark besucht, das; der Saal vollständig gestillt war. Ter Referent führte aus. daß sich seit der Beratung des FlottcngesetzcS von 1808 nichts ereignet habe, ivas die jetzt geplante Bcrmchruug der Flotte rechtfertigen könne. Wenn sich auch keine Gründe für die Mariiiesordcrnngcn finden lassen, so sehe man doch die Leute, welche die Agitation für neue Kricgsschisic betreiben. Tie Flottenfreuiide tönne man in drei Gruppen cinteileu: Erstens, die gutgläubigen Schwärmer für ciii deutsches Weltreich, welche die Flotte nie groß genug bekommen können. Zweitens diejenigen, die an drni Bau neuer Schiffe geschäftlich interessiert sind, und deshalb als Macher der gegenwärtigen Flollenogitaiiou die Stiumiung im Volle bearbeiten. Drittens diejenigen, die ohne eigene. Meinung mitlaufen. und stets das cm liebsten lhmi, was man an einflußreicher Stelle gcin siebt, besonders wenn cS lohnend und einträglich ist. Tic Leute dieser Kategorie, die sich mir deshalb für die Flotte begeistern, weil sich der Kaiser für die Marine interessiert, und die deshalb glauben, die Forde- rilngcii des Kaisers noch überbieten zu müssen, mn durch Titel, Orden oder einen gnädigen Händedruck belohnt zu werden, seien die bedenklichste Erscheinung in der Flottcnogitation. Ten Schreiern ans jener Seite müsse eine Agitation cntgcgcngcsetzt werden, welche die Mitbürger veranlaßt. sich eine eigene Meinimg zn bilden, nnd sie abhält, denen zu folgen, die von der Flotten- begeisterimg Vorteil erwarte». Bedauerlicherweise gebe es auch liberale Schwärmer, welche meinen, die Bewilligung von Militär- nnd Marincsordernugcn würde ihnen die Möglichkeit geben, in die Re- gicrung einzutreic». Wer das glaube, der verkenne die gegen- irärtigcn Verhäliniffc. Die Machlbabcr von heute könne man nicht durch Bewilligungen und Schmeicheleien bcemflusscu, sie miiffcn niedergedrückt werden. Wenn wir das durch die Neuwahlen, die einer Ablehnung der Flottenvorlage folgen, erreichen können, dann begrüße auch ich— so schloß der Redner— diese nnvernünstige Vorlage mit Freuden.— Der fünsviertelstündige Vortrag des Re- scrrnteu wurde mit stürmischem Beifall anfgciiommeii. Einzelne Wajscrcnthnsiasten machten sich durch Zischen bemerkbar. Obwohl freie Aussprache angekündigt war, Halle sich doch von jenen Leuten, die eifrig nach einer Gelegenheit suchen, um ihre Flottenschlvämicrci vor einer Volksvcrsannnlimg zn begründen, niemand eingefunden. Als einziger Verteidiger der Panzer- und Kanomnpolitil nahm Fabrikant strohschein, einer der Macher des Flottcnvercins das Wort. Die Argumente dieses Redners: Der Schiffsbau bringe den Arbeitern Verdienst, die Flotte schaffe für Deutschland die'nötige Ellbogenfreihcit usw. wnrdcn von dem' sreistnnigen Rechtsanwalt Soimcnfcld und auch vom Referenten treffend widerlegt, Tic Bauarbeiter hielten am Sonntag eine öffentliche Ver- sammlnng im Feenpalast ab. Nach dem Geschäftsbericht der Lohn- komimsfion. der mich gedruckt vorlag, war das zerflossene Jahr für die Bauarbeiter ein sehr lebhaftes. Die Lohnkämpfe, die im letzten Jähre ftattgesiinden haben, sind in den meisten Fällen zu Gunsten der Arbeiter verlaufen. Iliigiinstig wurde die Bewegung beeinflußt durch die Thatsache, daß sich eine Gruppe Bauarbeiter absonderte und die Vcrsainmlnugsbeschlüssc nicht genügend beachtete, so daß kein einheitliches Vorgehen, wie es notwendig gewesen wäre, möglich war._ Trotzdem haben die verschiedenen Branchen entweder eine Aufbesserung der Accordpreise oder eine Er« hvhuiig des Stundenlohnes erzielt. Das Bestreben der Bauarbeiter, ans friedlichem Wege die Lohn- und Arbeitsbedingungen zu regeln, ist vereitelt worden. Tic Lohnkommission hat sich nicht nur an das Einigimgsamt zwecks Vermittclnug ohne Erfolg geivandt, sondern auch mit den lliitcriichmcru Verhandlungen gepflogen, die resnltatlos verlaufen sind. Dadurch waren die Bauarbeiter, die wiederholt sehr stark durch die Lohnbewegungen der Maurer, Putzer ec. in Mitleiden- schaft gezogen wurden,'gezwungen, mittels AibeitSeinstellung ihre Fordermigen zur Atierkcunnng zu bringen. Insgesamt haben im verflossenen Jahre 21 Bausperrcu stattgefunden, von btiicii_ 15 zu Gunsten der Arbeiter verliefen._ Die Ursachen dieser Sperren waren Lohndiffercnzcn oder Maßregelungen; in zwei Fällen haben sich die Bauarbeiter mit den Maurern solidarisch er- klärt und sind deshalb gemaßregelt worden. Zur Feststellung der Mißstände ans den Bauten wurden drei Bankoiiiroll� vorgenommen. Außer 38 öffentlichen Versammlungen in Berlin und Umgegend, die von der Lohnkommission einberufen worden sind. haben ö4 KommissionS-Sitznngen stattgefunden. Sammelkarten bor die Kommission im letzten Jahre 6900 verausgabt. Nach der Arbeitslosen-Statislik war die Zahl der Arbeitslosen im Monat Juni bis Anfang Juli und im Monat Dezember mit 700 bi-3_3100 am höchsten. und in der Zeit von Mitte Juli bis Anfang Septembcr mit 26 bis 68 Arbeitslosen am niedrigsten. Die Einnahmen des Streikfonds betrugen in der Zeit vom 1. Jaimar bis 31. Dezember inkl. des alten Bestandes von 9826,60 M.. insgcsomt 50 287,10 M. Tic Ausgaben, darunter für Streikunterstützung 15 221,70 M., nnd an die Hanptkaffe 2000 M., betrugen insgesamt 29 709,79 M.. so daß ein Bestand von 20 677,31 M. verbleibt. Unter den Ausgaben befinden sich ferner: Für die Löbtauer Verurteilten 600 M.. für die ausgesperrten Arbeiter in Dänemark 750 M., für die Kreselder Weber 500 M. und für die Steinarbeitcr 250 M.— Nach kurzer Diskussion, in der anfgesordcrt wurde, für den fcsicii Zusammenschluß zu wirken, damit in Zukunft ein einheitliches Vorgehen ermöglicht und jede Zersplitterung unter den Bauarbeitern vermieden wird, wurde der Lohnkommission einstimmig die Entlasumg erteilt. Tie Lohnkommission wurde sodann wie folgt zusammengesetzt: W. N o a ck, R e n n t h a I e r. B ö t t ch e r. Gräber, Behrendt, G. He ine mann. Leonhardt. Oehlschlägcr und O. Schmidt. Als Revisoren wurden H e i d e m a n n, Stephan und Sprenger gewählt. Den ans- ständigen Formstechern überwies die Bersammlima 200 M. zur Uiitcrftütznng. An die VcrbandSleitnng sollen für den Strciifouhs der Bauarbeiter Teutschlands 3000 M. abgeführt werden. Außerdem wurde beschlossen, daß den Mitgliedern der Lohnkommission für jede Sitzung eine Mark Entschädigmig gewährt werden soll. Mit ciiicin kräftigen Hoch ans die Bauarbeiterbcweguiig erfolgte der Schluß der Versammlung. Tie Einsetzer sTischlcr) hielten am 14. d. M. eine Versammlung ab, in der über den Stand der Lohnbewegnug berichtet wurde. Ter Rckepent Anrkowsky wies daraus hin, daß dcrLohnkainps im vorigen Herbst aiffgeschobeii werden mußte, weil die Konjunktur eine schlechte war. Jctzi scheint die Geschäftslage so gebessert, daß die noch ans- stehenden Forderungen wohl zur Geltung gebracht werden können. Ferner empfahl Redner, daß die noch bestehende Kommission, welche mit den Meistern verhandelt hatte, im Laufe der ersten Tage dieser Woche zusammentritt und den Meistern bekannt giebt. daß sie bis zum 22. ds. MtS.. an welchem Tage eine öffentliche Versammlung stattfindet. erklären mögen, ob sie die Fordern n g c u bewilligen. Wird die Forderung abgelehnt, so soll in den Streik ciugetrelcn werden. Diese Vorschläge wurden nach längerer mid reger Debatte cinstimnng anerkannt. Der Lokalvereiii crkärte sich mit den Beschlüssen einverstanden. Ter Verein der Bananschläger hielt am Sonntag eine gut besuchte Gcncralvcrsammlnng ab. In den setzten Monaten hat der Verein eine bedeutende Zunahme an Mitgliedern zn verzeichnen. Der Kassierer erstattete den Kassenbericht, der in Ernnahine 721 M. und in Ausgabe 298.72 M. aufwies. Ter Bestand am 30. Juni 1899 betrug 889.14 M. Hieraus überwies der Verein dem Streikfonds der Bananschläger 1000 M. zur Unterstützung. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: Zum �1. Vorsitzenden: Gottlicb Finkc. 1. Kassierer: Max Prcstschack. 1. Schriftführer: Paul Graf: zu deren Stcllverlretcrn: Otto Schulz, Anglist Krückmaim nnd Adolf Robert. Sodann winde ans Antrag die bisher ermittelte Liste der Streikbrecher verlesen und das Verhalten der Firma Gebrüder F. Tcetz einer längeren Besprechung unterzogen. Ter Verein deutscher Schnhmachcr«Zahlstelle Berlin) hielt am Mittwoch im„Englischen Garten" eine Generalvcrsammlmig ab. Nach dem Geschäftsbericht, den H e r m a n n erstattete, ist das ver- fioffnic Onn na l für die Organisation ein recht günstiges gewesen. Es wurde eine intensive Agitation entfaltet, die einen sehr guten Erfolg halte. Mehrere Fabriken sind für die Organisation gewonnen morden und insgesamt wurden 276 Mitglieder neu in diesem Onarial aufgcnouimkii. Außer zahlreichen Wcikjtatttonfcrcnzcn haben 12 Mitglieder- und 2 öffentliche Versammlungen, 12 Vorstandssitzungrii und 5 Vcrtranensmäimcr-Konfcrcnzen ftattgcftmdeii. Der Mitglieder- bestand betrug am Schluß dcS vierten Quartals 1191. Neben der AcreinSkajse betrugen die Einnahmen dcS Lokalsonds inkl. dcS alten Bestandes von 475.16 M. insgesamt 1194,71 M., die Ausgaben 430,70 M.. so daß in diesem Fonds ein Bestand von 764,01 M. vcr- bleibt. Außerdem wurden 233.80 M. ans Listen zur Unterstützung anderer streikender Gewerkschaften gesammelt. Die Brandenburger Kommission battc eine Einnahme von 667.33 M. und eine Ausgabe von 629,48 M. zn verzeichnen. AuS dem Jahresbericht war zn cnl- nehmen, daß insgesamt 51 Vereins- und 20 öffentliche Versammlungen abgehalten worden sind. Ferner haben 105 Werkstatt- Konferenzen. 21 Vorstands- und 13 Pertraneiismäimer- Sitzungen stattgefimdcu. In 13 Fabriken sind Differenzen ausgebrochen und sind dieselben in 12 Fällen zn Gniistcn der Arbeiter beendet worden. Im Laufe des Jahres ist die Mitgliedcrzahl um rund 400 gestiegen. Nachdem einige Slatntciiäiiderungcn. die Zu- sammcnsctz'nng des Vorstandes und die Brandenburger Kemimsnon betreffend, beschlossen waren, winde Nie de ran er als erster und H.Schulz als zweiter Bevollmächtigter, Ruft als erster und Drcws als zweiter Kassierer nnd Stumpe als Schriftführer gc- wählt. Zu Revisoren wurden Lange. Hildebrandt und B o g s bestimmt. Als Kandidaten zu der am 18. April in Magdc- bnrg stattfindenden Gcncrakprrsamnnnug wnrdcn C h r i st c n s e u. Hermann und Bog» nominiert. und zu der am 11. Februar siattfindcudcii Proviiizialkonserenz wurde» Hildebrau dt, C h r i st c n s e n nnd Stumpe als Delegierte gewählt. Ter Verein der Plätterinnen hielt am 10. Januar seine außerordentliche Generalversammlimg ab. Ans dem Bericht des Vorstandes ist zu cntiiehmcu, dag 11 Mitglicderversammlungcti, 13 Vorstands- und 12 Delegicrteiisitzimgen stattgefunden habe». Ans der Verwaltiiiig des Arbeitsnachweises ist mitziiteilcn, daß 54 Plätterinnen verlangt und 42 Stcllcn besetzt wurden. Für Stärkerinnc» waren 16 Offerten ciiigesanfen, wovon 13 vergeben werde» lonntcn. Näherinnen wnrdcn fünf verlangt: die Offerten koiinten nicht vergeben werden. Der Vierteljahrs bericht ergab eine Einnahme von 152,06 M. nnd eine Ausgabe von 67,90 M. Bei der Vorstandswahl wurden bestimmt: Zum 1. Vorsitzenden Porth, zur 2. Vorsitzenden Frl. Lange, 1. Kassiererin Frau Schulz, 2. Kassiererin Frl. Wendt, 1. Schriftführerin Frau Benz, 2. Schriftführerin Frau Scherfke. Ter Verein der Lithographen. Steindrucker und BcrnfS- genossen hielt seine Jahrcsversainmlnug am 9. d. M. im Dresdener Garten ab. Die Versammlung beschloß die Mietling eines Raumes für das Bureau im Gcwcrkschaftsbanse der Verwaltung zn über- laffcn. In dem Rückblick auf die Thäligkcit des vergangenen Jahres isteist Tischendörfer darauf hin, daß die Zahlstelle Iii sich trotz mancher Hindernisse kräftig cnlwickclt habe. Für die Zukunft sei dies jedenfalls noch in größerem Maße zu hoffen. Einnahme und Ausgabe balmicicrcn mit 1190, 80M. Bei der JahreSrechnmig halten sich Eiuuahnie und Ausgabe mit 2843.80 M. die Wage. Der Micglicderbestand beträgt am Jahresschluß 266. In die Verwaltiiiig wurden gewählt: 1. Vorsitzender: Tischendörfer: 2. Vorsitzender: Günther: 1. Kassierer: Dübelt: 2. Kassierer: Haberkem: �Schriftführer: Fuchs: 2. Schrift. führer: Domnick: Beisitzer: Pätzold, Schiimbach und Holler; Revisoren: Klein, Peter nnd Lisegang. Die Vergniigungskommissioii besteht anS: Krause, Schlimbach. Sk-in. Gcrsch. Ihlenfeld imd Hilpert.— Am 17. Februar findet ein Herrenabend im„Dresdener Garten" statt. Die össentlichc Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Bc- Nutzung für jedermann- Alexmidrinenpr. 26, AartcuhauS— ist geöffnet; wochentäglich von 50,-10 Uhr abcndS, an Sonn- nnd Feiertagen von S-1 und von 3—0 Uhr.' „Eentralderein der Bildhauer Deuischlants"(Verwalwiigsilelle BcrliiO. Abends 8'/, Uhr, KSpnickerstr. 62; Generalverlaminluiig. Reckien- ickaftsderichje, Neuwahl des Borslandes und der Komnlissionev, Ber- schiedencs. Briefkasten der Redaktion. Tie juristische Zprechstuude findet Moutug, TicuStag und Freitag»>o»<1-8 Ilhr abeuds statt. ttreutz. Wir ivunen solchen Vereinsgründungen keine Bedeutung bei- wesse«. Nictscht«. Der Bundesrat hat besohlen, daß das 20. Jahrhundert ow l.'Januar 1900 beginnen sollte Andere Leute behaupten, daß er im Rechnen etwas schwach sei und das neue Jahrhundert erst nächstes Jahr beginne. ZLitteriingSiiberficht uoin 1ä. Januar lgvv. inorgcnS 8>lhr. I" gö -12 -10 -11 -8 -14 -8 siauonen SE e; || s- haparanba Petersburg Cork Aberdee» Paris '? 766 SO 7Ö03SS3B 741jS®2ö 761 SB Welter -SN =?« f». s a 1 Schnee 5 wolkig 4 wollig Zheitcr -10 8 6 -4 Wetter- Prognose für DicnStag. de» 16. Januar 1000., Zeitweise heiter, vorherscheud wolkig mit leichten Schneefällen, niägigzu südlichen Winden und steigender Temperatur. Berliner W e t t e r b u r e a u. Marktpreise i>on Berlin am 1?. Januar ILVV »ach Erinittlnngeu des kgl. Poliiciprästdinms. �Weizen D.-Ctr. »)Roggen Fntter-Gerfle„ Haser gut mittel, .. gering Nichtslrvh Heu PErbse» s-)Speisehohnen„ ch)Li»se», Kartoffeln, neue RindNetsch, Keule 1 dx do. Bauch„ ) Eruiittelt pro 15,10 14,60 13,80 15,20 14,30 13.50 4,32 47o:: 45,- 70- 7,- 1,60 1,20 Tonne 14- 13,60 13,- 14,40 13,60 12,80 3,82 4,- 25,- 25,- 30- 5- 1,20 ],- llon chweiuefleisch Kalbfleisch Hatumelfleiich Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechle Barsch« Schleie Bleie Krebse ll-L 60 Stück 1 per Schock der Cenlralstelle der Preith. 1,60 1,70 1,60 2 60 6,- 2,20 2,80 2,50 o_ i'go 2,80 1,40 12,- 1,10 1,- 1,- 2,- 3,- 1,20 1,40 1,- 1,- 0,80 1,40 0,80 3,- Land- wirtschajtskaululer— Notierungsstelle- und mngerechnet vom Polizei- prändinw für den Doppclcentncr. ch) Kleinhandelspreise. Produktenmarkt vom 15, Januar.' Auf dem Getreidemarkt entwickelte sich infolge deS strengen Frostwetters und aus leicht verbesserte Weizenpreise in Nordamerika eine feste Haltung, doch muhten die Preise aus vermehrte Anlünite an den Provinzmärkten und Roggenabschlüffc ab Breslau bald ivieder weichen. Aitch günstige SaatenstandSberichte aus Ruhland riefen Zkealisatiottslust hervor. Weizen und Roggen schlössen 0,25—0,50 Mark niedriger gegen die echt gebesserten Zlnsangsprcise. Die Umsätze waren nicht von Bedciltung. da a»S Rnhlaild, wo noch Feiertag ist, die Anregung fehlte und bei uns die heutigen Verhandlungen wegen der Prodiiltenbörfe das Interesse vom Geschäfte ablenkten. Haser lag ziemlich fest, Ziüböl aus gesteigerten Deckungsbedarf 0,10 M. anziehend. Spiritus war wegen der a»S den Ziffern der Statistik ersichtlichen groheu Vorräte und stark zunehmender Produktion stärker angeboten. 7Ser loco 47,20 M.(- 0,10 M) Kartofselsabrikate. Feuchte Kartoffelstärke 10,40 M. l» reine Kartoffelstärke disponibel und Februar 19,75 M, April 20,25 M. Absallende Prima-Qualitäten disponibel 17,75—18,75 M. per 100 Kilogramm. E i e r- B e r i ch t rom 15. Januar. Normale Eier je noch Qualität von 5,05—5,25 M. per Schock. Aussortierte kleine Ware je nach Qualität von 3,00-4,05 M, per Schock. Tendenz: Ruhig, Für de» Inhalt der Inserate übernimmt die Skedatlion dem Publiknin gegenüber keinerlei _ Peraiitwortung._ Tlzcntev. Dienstag, 16. Januar. Lperilhaus. Fidelio. Aniangir/, Uhr. Schanspielhanö. Das Bärenfell. Anfaug 71/2 Uhr. Deutsches. Der Probekandidat. An- fang 7Vj Uhr. Lessing. Lord Qucx. Aufong 1 t/z Uhr. Berliner. DoS dentsche Jahr- hundert. Anfang 7>/z Uhr. Schiller. Freudvoll und leidvoll. Anfang 8 Uhr. NeucS. Hosgwtst. Anfang 7l/z Uhr. Westen. Der Zigeunerbaron. An- fang 7>/z Uhr. Thalia. Im Himmelhof. Anfang 7'/- Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7V, Uhr. Luise». Arme Reiche. Anfang 8 Uhr. Ventral. Die Geisha. Ans. 7»/, Uhr. Varl Weist. Kinder der Hölle. An- fang 8 Uhr. Bictoria. Die BennS von der Markt- halle. Anfang 8 Uhr. Friedrich- WtllielmstädtifcheS. Im weißen Rößll oder: Als ich wiederkam... Ansang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 8 Uhr. Slpollo. Specialitäten- Vorstellung. Im Reiche des Jndra. Anfang 71/2 Uhr. Bolle- Alliancc. Gastspiel des Schlierseer Bauen,- Theaters. Liserl von Schliersee.'Ansang 8 Uhr. ReichShallc». SIettiucr Sänger. Anfang 8 Uhr. Palast. Leute vonhentc. Speciali- täten-Dorstillilug. Ans. 8 Uhr. Passage- Panoptttni». Specials- tätcn-Borstcltuiig. Ilrania. Jnbalidenstr. 67/62. Täglich abendö von 5—10 Uhr: Stennvarle. Z aubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr:„Der Sieg des Menschen über die Natur." Im Hörsaal: Dr. Naß: Acetylen und andere moderne Lichtspcndcr. Slhilltr-Thtilter lWalliier-Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Freudvoll nnd Icldvoll. Bollsstück in 4 Aufzügen von Louis Hernnann. Mufti von G. Steffens, Mittwoch, abends 8 Uhr: Iii Ileliandlang. Donnerstag, abends 8 Uhr: Freudvoll und leidvoll. Thalia-Theater. Tel. AmtIVa 6440. Dreideneretr. 72/73. Täglich: Noch nie dagewesener Possen- Lacherfolg k Im Himmel Hof. Thomas, Tbielschcr, Helmerding, Junkeriuaun, Panluniller, Margarete Arasep, Ada Milaiii, Valerie Schäffer. _ Anfang 7'/; Uhr._ Ernkral Tlzrntev Direktion: Joes Ferencry. Rur noch 4 Vorstellungen k D i 0 Gvishn. Ailfang 7»/, Uhr. Donnerstag, 18, Januar: Damen- Souvenir-Adenb. Znm 400. Male: Hie Geisha. Sonnabend, den 20. Januar, zum erstenmal: Die kleine Vxcellcnz, Qverctte in 3 Akt. von Rich. Hellberger. Sonntag, nachm. 3 Uhr z» halben Preisen: Boccaccio. Urania Tnnbcnstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Der Slegr des Menschen üher die Natur. Hörsaal: Dr. Xass: Acetylen und andere moderne Lichtspendev. Iiivnlidcnslr. 57/02; TäQl. Sternwarte. NachmUtarjs 5—10 Uhr. 'Passap-Panopticum.' Der amerikanische Haar-Athlet Sascha hebt mit den Haaren bis 300 Kilo Theätre variete 7— lO'/j Uhr. Anatomisches Museum Olcnstag!« für Damen. ■■ CASTANS« PANOPTICÜM Xcn! Xcn! Xen! Cecil Rhades Chamberlain Ohm Krüger General Joubert Boerensoldaten. Oiiidareila. Drei BUrcIicngrnppcn. CarlWelss-Theater Gr, Frankinrterftraste 13«. N ur noch 4 Aufführniigen k Kinder der Hölle. 'Anfang 8 Uhr.- VorzugSbillets haben Gültigkeit. Im Tunnel von 7 Uhr an Frei«onzert.- Morgen: Dieselbe Vorstellung.— Sonnabend, nackmüttags 4 Uhr: 0a, Märchen vom falschen Prinzen. Kleine Preise.— Sonnabend 8 Uhr: Leonore, Schau!». American-Tlieater. DreSdcnerstr. 96. Dir.: Emil Schnabl Großer Erfolg! Berliner Roulotte oder: Direktor Striese ans Reisen und das erstklassige �Peelulitdtei»- rrogramm. Aiifoiig 71/2 Uhr. ttosseneröffn. 6 Uhr. Behrenstrasse 55 57. Nene Debüts! Nene Dtbüts! Liane da Vries. Litike Caiisen. Rapoli. Carmen Rosario. The Clives. Pauline tTArgent sowie das vollständig neue .1 a u u a r- F r o x r a m m. Um 9 Uhr 30 Minntcn die Sensatious-Novität vis Ufllelü'le Iii/all mit der feenhaften Truppen-Revue. Anfang: Wochentags 8 Uhr, an Evililabtiiij, U. Jciiitai' Zweiter grosser Metropol-Maskenball. Alles Nähere besage» die Plakate an den Säulen. Canltus Heute Dienötag. de» 16. Januar, abends präcife Uhr: Neue Debüts. U. 0.: Mr. Orlando, Mllc. 2ephor,:c. Zum 4. Male: Di« gy erste» tauchende» und schwimmende» Edelhirsche i» Deutlcliland. Der phänomenale Sprung ans einer Höhe von 50 Fuß. Heute vollst, gewechseltes Programm. Die 12 Akimotos Zum ersienmal in Europa. Bus dem Reiche des Mikado k Die früher. iSF" Japan In Berlin.-MW Der erste Schlager der Saison! Das glänzendste Ritterschaustück Schwarz nnd WeiH usw. nsw. ffliililenstr. 8, nahe Oberbauin u. Station Warschauerftraße, sind zm» 1. April sreundl. Hoswohnungen von 2 Srubcn u. Küche billig zu vermieten. Ausknntt erteilt d. Verwaltern. Portier. Oirlu»« Busch. Heute Dienstag, den 16. Januar 1900, abends 7i/, Uhr: Gala-Premlfere- Abend. Neue Debüts! Zum erstenmal: Mr Ulvalli, der Feuerprinz. TieMatwccf-Troupe a. d. hl. ruff. Reich. Um 9 Uhr zum 66. Male: Tic Vamorra. Apollo-Theater. Seusationeller Lrfolx! Im Kelche des ludra. Anfang S'/i Uhr. Vorverkauf täglich im Theater. sowie im„Invaüdendank'' und „Künstlcrdank". Maehrs Theater Ornnlenstrasse 34. Täglich: Kinder der Pnftta. Original- Burleske in 1 Slkt. Anna und Bruno BUhrcr, Vcnvnndluugsduclt. BrncUfoords. Akrobaten. I,ittlc Freed, Trapezkünstler. Anna Hartmann usw. Ansang 8 Uhr, Sonntags 6 Uhr, Palast-Theater früher Fccn-l'alast, Bnrgstr. 22 Clrkns Etnrdo Ustcro! Niagara-Trio. Kunstradfahrer. Felicitas- Truppe, Jlfrotmtcn. Latoure, Miniatur- Lachgeister. Bendlx, Osadasan, Wardini, Voss, Gebr. Wichmann, Dill usw. lernte von heute. Kiebitz, Bäckermeister: Dir. W. Frübel. Kasten eröffn. Oy, Uhr. Anfang Vy, Uhr. Entrec 50 Pf. Vorverk. von lt-i Uhr. Jedeil Sonnabend nach der Vorstellung Dauzkräiizchen. �96 Besucher der Vorstellung: Frei-Danz NSlotlStlSllSQ. Täglich: Sleltiner Langer. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorverkauf 40 Ps. t-lrossartig. Pfogramni. Sanssouci : Kottbuscrstr. 4 a. Heute Dienstag: tlottmairns Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Porochialvcrciu. Zur gest. Beachtung: Der vielen Bercinsfestlich- leiten wegen finden Vor-_ ftellungen von letzt an mir Sonntags, Montags, Dienstag»„.Donners- tags statt; dagegen btciben Mittwoch, Freitag»ud Sonnabend zu Festlichkeiten reserviert. Wedding-Park Büller-Strasse 178. #9 Norddeuisehe sanier. Biegler, Wolf, Hohenberg etc.[* Entree 20 Pf., Vorzugsbillets 15 Ps. Tai Ilde.* giebt dem Kaffee nicht nur eine schöne Farbe, 1 Essenz sondern auch einen exquisiten Geschmack.* Natur- HtilvtMhM. aut-, Harn- u Blasenleiden. � raoen tirankheit» heilt sicher 1 ohne Berusöstörlmg. s2444L' fl. Waper. ANK W. Noacks Ttieater, Bruimenstraßs 16. Ken! Täglich: Xen! T>ev Noevrnkrieg oder: Vine dentsche Familie i» Transvaal. Volksichauspiel m. Gesang».Melodram t» 3 Abteilungen von A. Friedrich. Musik von L. Hartman». Jeden Sonntag, Tienstag und Donnerstag nach der Vorstellimg: T anzkränzcheu. Räskeu-Kardttßbt. G r ii st t e Auswahl. Billigste Preise.* Berein. Preisermäßigung. Fr. Panknin, Oranienstraste Nr. 178 II. Adolbertstrastc 91, Veke Lraiiiciistraste. fteken-Canirte 331 gröstt. Jiistilut C. Froinniholz AsasserKr. 78, klke Alkerstr. Reizende Saison-Sieuheile». Damen- n. Hcrrelikostüme in Atlas v. 1,50 M. ab. Vereinen liedent. Vrmästignng. empfiehlt sZööaL� KiU'1 Ernst, Köpnickerstr. 126, I. Lorzeiger dieser Annonce erb. 10 Proz. Preisermäßig. ki'sueoleilleii heilt mit vorzügl. Erfolge Fran lZrundmsiin, prakt. Naturheilkundige.— Sprechst. im Frauenheilbad Köpililttrstr. 71»rüÄr«»« Dienstags n. Freitags 6—7 u. Vharlottenbg. Natiirfteilanst. BcrlincrMtr. 40,(Nähe Knie) täglich 8-10, 3-5.(3528«■■ Kansultation mit Untersuchung 1,50. Gilüststdern«0 Pf. pr. pst.(ßröbtrt jnm Hflßfn). Schlack. federn, wl» sie». d. wo»» salic», mit allen Tannen m. 1.50, fjUsrrtlger �änsiruxs M. 2.00, dcffrrr daantc. tvaa-e IN. 2.50, 3.00, beste Ichaeeweiße rn. 3.50, russische Tannen M.S.ZO, w-.ße böhm. Tannen M. 5.00, danuen irr. «f. M t-njn. Bevern M. 1.50, 2.00, 3.50. Prima gerissene M. 3.00, 2.50. Versand gegen Uachaal'me. SliLtav Lustig, 4rfl» Bektkedernfabrik«. elecir. Beiriebe, viele Anerkennoagsschreib. Ii»'an?, bind er el». Blnnien- bandlnns von l3421L- Ifohert Meyer, Xo.2. Tlnrlaiinenstr. Xo. 2. Widmnngs-Krätize, Gnirlande», Ball- slräilßchen, Bongtiels:c. werden sehr geschmackvoll n»d preiswert geliefert. Blmttenhattdlttttg »ud Kralizdinderci von(3430L» Otto Xnsdo Iva Admlral-StraMe l»a empfiehlt Widmimgölräuze, Sträuße, Kotillons, Topfgewächse aller Art. Phatagraphisihtg Ntelier. Adalbertstr. 67(Eckhaus au der Stdalbert-Brücke). Visit 13 Stck. und 1 Postkarte mit eigner Photographie 3 M, 7 Kabinett mit Postkarte 6 M. Bercinöaufuahmen ohne Anzahlung 50 X.«>» Bild 2 M. 75 Ps. l344lL» Ardeiter- viläullgs- Ledule Xene B«»»»»tr. S, Hof I. 5/12 Der Unterricht beginnt in«c»chlol»te Montag, den 15. Januar. ßeoctzcMknnde Donnerstag, den 18. Januar; Kedc-Febung Freitag, den 10. Januar.— Jeder Kursua erstreckt sich auf 10 Abende nnd beginnt pünktlicli um® Ulir und endet pünktlich um>/.ll l!hr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 6-9 Flip geöffnet....... Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichts- geld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 M. und ist epüteBteno am zweiten Abend zu zahlen. Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. W* Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt— am besten bei Beginn jedes Kursus— im Schul lokal Xeue liosn- »truMOO L. Hof 1 Tr., und in nachstehende» Zahlstellen: Gott fr- Schuld, Admiralstrasse 40» j Beul, BamimatraM« 42; Schiller, Bosenthalerstrasse 57; Glcinert. Müllers tr. 7 a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann I.nininc, Berlin S. 50. Hasenheide 72, Hof I. 4Tr., Geldsendungen au den Kassierer H. KUnlga, Berlin S. 59, Dieffenbachstrasse 75, Querg. 4 Tr,, zn senden._ Oer Vorstand. 9$ Ch arl Ottenburg!! DO Uhrmacher Kunslmann, Wallstrasse 1. Reparaturen schnell, durchaus zuverlässig und, nicht teuer.[* " Ausschank 3-49� süss, rot, wie Portwein, garantiert rein, 10 Ltr. M. 7,—, /.hui Ausschank ■ehr ceeiKitet! ausgezeichnet im Gescliinnck, IOO Ltr.«5-. Oxhoft M. 120,—. Eugen Neuninnn& Co., woiininmfa*"."«TAmt nr. ss?«. unti Pölslerwaren. Xütr Hill OUd Schulz, Xtichcnbctgcrstt. 5. Auch Theifzahlung!(* S cliwarze Seide zu Braut u. Gesellschaftskleider» tauft man gut». wirklich billig bei(34242* Adolf Mayer, Seiden-Eugras- u. Fabrik-Niederlage. Detail. Verkauf: FclIiicrstr.5a.I, Ecke Alle Jalvbstraße. Kein Lade». Reste und einzelne Roben sehr billig. �ilhnc 2 Mk. an. Garantie. Ansertig. sofort. Teilzahlung gestattet. Reparaturen tu 2 Stunde». Plomb. 1,00 au. Zahn- ziehe» schmerzlos. Sprechftd. 8 bis 8 abends. 3/3 RI anno vlumenstr. 25. . LaliyC, Ecke Markusstr. Weist«. Bahrischbier-Lokal t-iistav I.ailcwix. Kommandantenstraste 65. an der Alten Jakobstraße. Vereinszimmer mit Piano für 40 Peri. Tel.: Amt 4a, 6501, 51; msutsim 9 H. Albrccht's Bückorcl» Wrangrlstr S. Krautftr IS. Falekensteinstr. 2». Lansisterstr. 2. fort mit den Wanten! JRim Btrjniufl bllzt»itl II. Ichm-rzl atchl, wirft aber UnatertM,«I- aul foljtr.- »er«ntrttir.iuns i«"W'">ft- tuititn pro Stück eo Pfg.. Porto so Psg, 0011 Paul Koch. Gelsenkircheu Nr. 41iy2 Einziger Lteseran« in Teutschland. PefftNstin über«lreh-it-n zretl« UN» ftenk«. KrelMslltg««nrrktnnunz. Sladbach, 2«. ,. IS«. «tthrtir Hirr Paul stach! Ich denk Ihnen»cht schön fitr Zhr«, »underbaren«arzrnfiift. Ich»ab« 16» Bxrz« N Iah,- g-babl und stithrm Ich»«« Slfft zi» trauchl hat« ist dir Warze weg. Uchlungöaall Dam. r>»lt»Ich«k. Dem schmalen Qskar zu seinem 25jährigen She-Jnbilättin und seinem 51. Geburtstage ein Hoch. 1813b Mehrere Unbekannte. Trnu"r' KrAnze C. Jürgens Bonquet- und Kranzbinderei liottduseratr. Z. Wa-sertborotr. 69. 1 Plt? I intp Zininiorstr. 88, I IU Ms Markgrafenftraße. Gr. Frühstücks-, Mittags- u. Abend- tisch, ffranzvatseboa Blllarck. Jeden Dienstag: Frische Blut-, Leber und Grützwurst. 3429L* Billigste Bezugsquelle für roh and geröstete Kaffee's In hundertfach. Auswahl pr. Pfd. 55, 63, 68. 76, 80, 85. 00, 100 Pfg. u. s. xv, Deutsche Kafiee-Rösterei fl. Pennit«, Roaentbnlcr Strasse 59. MMM-ZW u. ititid verleiht Xenmann, Wrangel- strasie 77, früher Sorauerstr. 25. falde, 44, Llsssssrstr. 44. Behandlung aller Haut- u. Harnleiden ohne Beiuisiiömng. Sprechst. 9 uiorg. bis 0 abends, Sonntag tt. Donnerstag 9-3, Bei Borzeiomig der Verbands- karten 10 Proz. 34648* SotmldeuwkrllMer Mahlverein für den L Der!. Wchstags-MaMms Dienstag, den tk. Jannar, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Brüder, Waldemarstraße Nr. 75: VersÄnrmlung Tages• Ordnung: I. Die Flottenvorlage und der deutsche Reichstag Referent Reichstags- Abgeordneter Genosse K'. stlolltvadnl,»'. 2� Diskussion 3 Vereins- angelegenheiten I 242/Z» Gaste haben Zutritt Zahlreichen Besuch erwartet ver Vorstand. SonaldemoKratischer Wahlverein für TeltoV-Deeshow-StorKolv-Eharlottenburg Donnerstag, den 48. Januar, abends 8>/z Uhr. in der ,,0 arabrinus Brauere 1", Wnilstvasse 94: General» Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes sowie Abrechnung von den letzten Stadt- verordnetcn-Wahlen 2 Antrag des Vorstandes bctr§ 10 unleres Statuts iS Verschiedenes und Vercinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Zö0/Z Der Vorstand. !Zklit8l!l?ki'ljoI?gi'beitki'-Vöi'bi>nl!. Heute DienStag, abcndS 8>/« Uhr. bei Oobn. Benthstr. 20-31: Sitzung der Ortsverwaltung uili» der Merkstatt- Uontrollkommisstvn. AMng! Drechsler. Achtung! Mittwoch, 17. Januar. abendS 8� Uhr. im Englischen Garten. Ztleranderstr. 27c: Ceiltrl!W-Bertra!ltnsmllililtr-KerslNililll!l!lg der Miöler. T.-O.: 1. Die gegenwärtige Situation im Drechslergewerbe. 2. Dis- lussion. 3. Branchen-Angelegenheitc». 76/13 Pflicht einer jeden Werkstatt sämtticher Bezirke ist es, einen Vertrauens- mann zu entsenden, weil es die Wichtigkeit erforderst ___ Die Branchenkoinmission. Achtung! RixdorfT� DkMer Mmlikitcr- vkl band. General- Bersammlnna am Mittwoch, 17.Ja»., abdS. 8Nhr, im Deutschen Wirtshause. Bergstr. IZ7. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes, der Wcrk- stalt-Kontrollkommifsion und der Gautagsdelegicrten. 3. Neuwahl der Orts- Verwaltung._ 75/14 mP" Mitgliedsbuch legitimiert! Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. llöutsvdZktsIIgi'böiw'-Vei'baU VertraltnnxiiUtoII« Berlin. VertraDensmäier-Yersammliiiiseii: Njjr hcit(Sithptt* Mittwoch. 17. Januar, abendS S'/- Uhr. �JWi- Vvll bei Oranmann, Naunynstr. 27. Mecslttllikei« Donnerstag. 18. Januar, abends 8'/, Uhr. .•VlVHjnilllVl. bei Hertzberg, Alte Jakobfir. 75. 110/5 Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen. � 1» I<• OrtsverM-altang. AM«««! Rabitzputzer. Wmg! Donnerstag, 18. Januar, abends 8 Uhr, Alte Jakobstr. 73: IVIitgiieder- Versaniiiilniij» Centralverbaudes der Maurer Deutschl. lPIIlale Berlin III.) Tagesordnung: I. Die Sperren bei Schulze und Wagenknecht. 2. Abrechnung vom IV. Quartal 1899. 3. Verbandsangelegenheiten. 252/1 IHc Ortsverwaltang. NB. Die Kollegen von der Firma Günther und Sollwcdcl werden ersucht, alle zu erscheinen. für Unbemittelte. — f/o tuiu— IVz Uhr. Oklelln, Elisabethstrafte SA. IllhpWilße voliklinili Sprechstunde von 8>/i-9>/z und 12V,- Zt42L' Chi elln.<¥ji Achtung? MAURER. Achtung! (Vovkranensmännev�Cenkralil'atton.) Mittillch, den 17. zanuar ISvi), libendS 8 Uhr, in Kellers Wiilen, Kopvenßrilßt?S: Leffentliche Manrer- Versammlung. Tages-Ordnung: r Gefchästs- und Rechenschaftsbericht der Lohnkommiffiou. 2. Bericht der Delegierten von der Konferenz der Maurer Deutschlands. 3. Gewerkschaftlichem 131/2 Die I.ohnkommission. I 51: Fritz Kater. Artung! Bauauschliiger. Dienstag, iL. Januar, abends K Uhr. bei Baske, Grenadierftr. 33: Große öffentliche Versammlnng. Tagesordnung: 1 Bericht der Kommisstcn über unsere Lohnsrage. 2. Verschiedenes 33/6 Der Streit der Bauanschläger ist beendet, da die Meister unsere Forderungen bewilligt haben. Sämtliche tlollegcn sind eingeladen. Hie I,oI>nkominl»»>on. Achtung! Maurer. Achtung! Am Dienstag, den 10. Januar 1000. abends 8 Uhr. im Lokal des Herrn iBäblke, Tc» nctvinst raste 13: Mitglieder-Versammlung 6(5 ikntriiMiin6(5 6« Rum ZniWM. Ta geSorduung: 1. Dahl deS Obmannes und der BezirkSiiihrcr. 2 Verschiedenes. 136,'S Hie Verbandsleitanx. [■Freie Vereinigung filr FlcttenYorlräge. Heute, den 16. Januar, S'/z Uhr, im Oberlichtsaal der Philharmonie Vortrag des Herrn 3535L Professor Dr. Carl lamproclit aus Leipzig Thema: Eine starke deutsche Flotte, eine Not vve Kai Kranke» u. BegräbniSkaste b. Verl, ßiietler 11. lBconjfiire. iE. H. 60.) Todes- Anzeige. Die Beerdigung des am 12 d M verstorbenen VlitgliedeS. Gürtler psul Tvkneillen, nndet am Dienstag, den 16. Januar. nachmitt. 3 Uhr. von der Leichenhalle des städtischen Central- Fricdbofes, Fricdrichsfclde, aus statt. 1812b Her Vorstand. evendigkeit unserer geschlclitlichcnF.ntuirklnng. .., rtdk IS-iVs. ia Oen bekannten Verkaufsstelleu Karten SV K Ig.(-ieke Plakatsäulen). FrUhstUcks-Suppen Gemüse» und Kraftsuppen Bouillon.KapscIn Suppen-Würze stets Torrätig bei Carl Just, Friadrichsborg-Lichtenberg, Gürtel- straase 29a.__ TnisttM Q IS 10 Jahre Garantie. Vollkominen schmerzloses Zahn- /flllilB L. 1(1 ziehen I M. Plomben 1;50 M. Tellz. wöonentl. IM. * Zahnarzt Laipzlgerstr. 130. Sprachst. 9-7. ™hi Orts- Krankenkassc der Steindrncker und Lithographen zu Berlin. Zu der am Dienstag, de» ÄF. Jannar 1000. abends 7 Uhr, im Saale des VereiuShauics. Sophien- strahe lö, stattnndenden Wahl- Versammlung werden sämtliche Mit- glieder. welche nach s; 49. Abs. 3 des StatütS wahlberechtigt sind, hiermit ergebenst eingeladen Tagesordnung: Wahl von 384 Vertretern der .Kaisenniitglieder für die Wahlperiode 1900 bis 190-2. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Kasienniitglieder, welche großjährig sind. Der Wahlalt bc- giiint präcisc 7 Uhr abends und wird um 10 Ubr geschlossen. Das Quittungsbuch legitimiert. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 181-b Der Vorstand. M. Stuhlmann, Vorsitzender. Socialdernokratisolicr Walilverein f. den 2. Berliner Reiolistags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern die traurige Mit- teilung, daß unser tangjähriges Mitglied, d.-r Tischler 238,1 Job. H. Essniann plötzlich.gestorben ist. Die Beerdignng ftndet am Dien?> jag. den IS. d Mts., nachmittags >/z3 Uhr. von der Leichenhalle der Bonliacills-Gemeinde aus statt. Zahlreiche Beieilizung erwünscht. Her Vorstand. Zeutscher Doimrdetter-verband. Des Miigiiedein zur Nachricht, dast der'Kollege, Tischler 76/13 �obunnes Fssmsnn am 12 d M. plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung ftndet am DienStag. den 16. Jan. nachui 2>/z Uhr. von der Leichenhalle der Boniiacins-Gc- meinde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Iiis OttsvenvaUnng. Xachrnf. Am Freitag, den 12. d. M., verstarb plötzlich unlcr Kollege, der Tischler Sans F88msnn. Ehre' seinem Slndenken. D.ie Beerdigung sindct Diene- tag, den 16. Jan, nachmittags -.jZ Uhr.' von der Leichenhalle der Bonisacius- Gemeinde in . Sfit�nda statt. 1811b Die Kollcgsit der Tilchlerei M. H. IVegner, Bellealliancestr. 84 Banksagung. Wr die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unteres Bruders Henuanu Hoff an am Donnerstag, den l. o. Mts, nach dem EmmauS-Kirchhofe sage ich im Namen der Mutter sowie der Brüder und. Schwager unseren besten Dank Im'Austrage: Gnstav Hoffmann. 18146,' Kosten, Provinz Polen. -' f Kleine Anzeigen. y 16 Buchstaben zählen doppelt, (h den Annan mesiellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der ffauptexpedition BmetAstr.J bis 4 Uhr anffcnommen. Verkäufe. GardinenlianS Grobe Frankfurter- strabc 9. parterre. 1106b Fahrrad, hochelegant, Pracht- Maschine, sehenswert, sofort dringend spottbillig. Cigarrengcschäst, Königs- bergersirabe 7. 120/16 Möbel, bar und Tellzahlung, billigst. Frankfurter Allee 110, I. Ecke KönigSbergerstrabe. 287K» Rnstbaummöbel, uioderne, ele- gante, Stube, Küche 225 bis 500 Mark. eudi einzelne spottbillig.(Kein Laden) Gartcnstrabe 32 A I, links.[f76* Teppich, prachtvoller. Mauerhoss. Große Frnnkfurterstraße 9.-s-116» oiähmaschiiien sämtlicher Systeme, ohne?lnzahlung. Postkarte. Lindner, Bernaucrftrabe 75. 1793' Seifen-Geschäst KrankhcitS halber sofort zu verkaufen. Offerten unter 3. 1 nimmt die Expedition des„Vor- wärts" entgegen. 1802b Steppdecken am billigsten Fabrik Grobe Frankfurterstraße 9, parterre L Stehpulte. 3 alte Tische, Sitz- wagen, Kinderbettstelle billig zu per- kaufen Blücherstrabe 41, 4 Treppen. vorn._ 18076 Nähmaschinen ohne Anzahlung. Sämtliche Systeme. Komme sofort. Postkarte. Brich Frankfurter Allee 73a. I farbiges Seidenkleid billig zu verkaufen Börner, Wrangelstraste 82. Mädel auf Teilzahlung Teich mann, Prinzenstrahe 62.(116761 Halbreniier. hochelegant, muß vcr kanst werden. Böcker, Große Frank- surtersirabe 108, IV. 3/4 Kanarienhählie verkauft Gran, Rnckcrtstrane 12, Charlottenbnrg. s-s-87� Nähmaschine, Singer, zu vcr- kaufen. Schulz, Wallner- Theater- straffe 31._(fSl Destillation, gut gehend, Mitte der Stadt, ist wegen Krankheit sofort zu verkaufen. Näheres Gottfried Schulz, Admiralstraße 40, Cig rrcn- laden. 1784b Maskenkostüme. Damen, Herren, elegant, chic, billig. Neue König- strabe 30._ 29.«-- Elegante vorjährige Herrenhosen, feinste Stoffe 9—12 Marl. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Versand- hausGe. mania. Unter den Linden 21 II. Bettstellen mit Muschelaufsatz 13, einfache 8, Schlassofa, gut erhalten, sowie aufgearbeitet mit neuen Bezügen. Möbelgeschäft Anklamerstr. 20.[4g* Fahrräder. Teilzahlung, mäßige Anzahlung. Lager, vierhundert Fahr- rädcr, Garantie, liefern direkt Privaten. Imperial- Fahrradwerke, Dieffenbach- strabe 33._[22«- Hobelbänke, auch kleine, verkau Diemitz, Bredowftraße 41 t +136* Vermiscbte Anzeigen. Technikum Berlin. Neuer Abend- kursus für Monteure.:c. Technikum Berlin, Ho'zmar't- strabe 73. Man verlange Prospekte. Äuguftabad. Köpnickerstratzc 60 Bäder jeder Art für sämtliche Kränken- kaffcn. ZOSK' BcreinSzimmer empfiehlt Licr, Alte Jakobstrabe 119.[288K» Lexica, Bücher jeder Wifsenschast, königliche Psandlcheinc, Waren jeder Art, Cigarren, Garderobe fabelhast hohe Belcihung. Ankauf Grünberg, Roscnthalerstrabe N/lS. 80/9» Masken-Garderobe Laden. Pücklerstr. 6, t?09b Technikum Berlin, Holzmarst- straßc 73. Neuer Monteur- Abend- kursus 1. Februar._ 23S* Elektroiechnik. Neuer Abendkursus. Jackson, Alte Jakobstraße 24. Masken für Damen und Herren verleiht dillig Henke, Dennewitzstraße l. Vermietungen. Restauration. Eckladen, Vereins- zimmer. anschließende Wohnung, 1800 Mark. April zu vermieten. Rixdorf, Ringbahnstrabe 16.[1744b Sod!aF»t«Itoi». Schlafstelle DreSdenerstraße 38 Bierente. 3/2 Möbliert, separat, zwei Herren, 10 Mark, vcrinietei Howe, Oranien- strabe 24, vorn IV._ 18036 Kreundliche Schlafstelle für 1 oder 2 Herren Reichenbergerstraße 47, Gruschart.[sil04 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Karbigmacher Waldemarstr. 51. verlangt Loose, 1810b Einen Lehrling für allgemeinen Maschinenbau verlangt E. Thiele. Weddingstraße 9._ f63 Schleifer verlangt Hübner, Markus- strabe 5._ 1808b Tüchtige Arbeiterinnen auf Mädchenjacken verlangt Stelnull. KönigSbergerstrabe 10, II.[fllö» Polierer auf Schirm- und Spazier- stöcke in und auber dem Hause ver- langt Schülke, Riiterstraße 59. Plätterinnen aus geschweifte Um- legckragen und Stehtragen im und außenn Haule. Mar Treppe, Schön- hauser-Allec 167 a. Fabrikgebäude IV. Jackett- Arbeiierinneil verlangt Riewe, Raumerstrabe 21, und Müller- strabe 7a III bei Kramer. 16976* (steiibte Blusenffemden- Näherin verlangt RüderSdorscrstrabe 66, voni 2 Treppen. �116 LSaschdemdblufeuI Tüchtige Ar- beiicriuncii auf Waschhemdbluien, die bei sauberster Ausführung Posten liefern können, finden dauernde Be- ichäftigung zu guten ArbeitSpretscn. Meldungen unter Vorlage von Probe- arbeit bei Orgler u. Fidelmanli, Kur- strabe 47/4« III. N-lb Blusen. Tüchtige Arbeiterinne» auf bessere konsektionicrle Blu-en, die bei sauberster AuSsühnmg Posten liefe m können, finden dauemde Be- schästigimg zu guten Arbeitspreisen. Meldungen unter Vorlage von Probe- arbeit bei Orgler u. Fidolmann, Kur- strabe 47/48 III.. 17801 Proletarier- Familie sucht eine Frau zur Führung der Wirtschalt. Zldrrffen I>. K. Postamt 52. 1816b WMädchen sacken- Arbeiterin, pro Stück 1,00 und 85, anßerm Hause verlangt Jänicke, Prinz Eugcnstraße 8. SO Mamsells aus Jacketts und Röcke verlangt Schapp, Ackerstrabe >50/51. 1805b Geübte Schneiderin Harang. Lindenstrahe ll2 verlangt 1774b Arbeiterin aus Herrenstoff-Hosen sofort Zamory, Langeftraße 8.[18066 Verantwortlicher Siedacleur: Paul Johu tu Berlin. Für den Jnieratenteil veramworilich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und � erlag von Man Äsdiug in Jackett-Arbeiterin. gesteppte und leicht verschnürte Sachen, verlangt Alach, Grnnei Weg 12, II. 177Sb Im Arbeltsinartt durch besonderen Drnek hcrvargehobeiie Anzeigen kosten 40 Ps. pro Zeile iu< zarbiqmaliitt 11. Perßlber ht die Soldlcistensabrik 100,3' A. Heehtondaoh, Stendal. » Seit dem 4. Dezember sind die Kollegen bei Loborenz. Rstdors, Knescbeckstrabe, im Ausstand. Zuzug fern zu halten bittet 145 5 Ter Borstand des Verbandes. � AcMung! Sattler! Ter Streik bei der Firma F. Pitter. DreSdenerstr. 35, dauert unverändert fort 156/4" Die AgltaUonikominlselon Berlin I. Achtung! Holzbearbeitungsmaschinen-Arbeiter! Bei der Firma .tiefer, Küstrinerplod 0, sind Differenzen ausgebrochen. BW Z«Z«g ist-ernzubalten. Säi2 Der i�tiaai»., ItrÜ IB.. jit. 12. i7. MW»g. 2. Kllilge des„Momarts" Serliaer Nolksdlatt. silWl-g. 1k. I°.»m 1W0. 5. Cmlm'iOTsWg des lZtlvtrkvtm«s christlichtr Btrglcute. Essen. 14. Januar 1900. Heule fand hier die ö. Generalversammlung christlicher Berg- leuic statt. Die einst sehr stark vertretenen und hervor- tretenden geistlichen Beiräte fehlten dicZmal vollständig. Bei der Erstattung deS Geschäftsberichts bemerkte Brust: Die vor- jährige Angabe des MitglicderstandeS sei infolge nicht korrekter Geschäftsführung einzelner Zahlstellen vielfach-u hoch gcgrist'cn, thatiöchlich Hobe der Verband anstatt der angegebenen 27>/z Tausend Mitglieder nur 19000 gehabt. ictzl sei der Mitglicdcrstand jedoch ans 22000 gestiegen. Die Einnahme betrug insgesamt 48 393.20 M., die Ausgabe 28 996.33. so dast sich daS Vcnnögen von 16 771.68 im Vorjahr, am Schlust deS Rechnungsjahres auf 19 386,87 M. erhöht hat. Bemerkenswert war, dax Brust mehrmals von feinem Kollegen Möller vom alten Verbände sprach, früher ivnrdni bekanntlich andere Titulationc» beliebtc.j Brust hat sich, sicher zum Nutzen der Bergleute, zu der Llnstcht bekehrt, dast in wirtschaftlichen Fragen die Arbeiter gemeinsam vorgehen miisscn. Ter Verband bcichlos; eine Erhöhung der monai- liebe» Beiträge von 20 auf 40 Pf. Sodann beschäftigte stch die Gcncralversannnlung, als letzter Punkt der Tagesordnung, mit t o c r a l p o li t i s ch c n Fragen refp. Forderungen, die der Gc- werkvcrcin auf diesem Gebiete erhebt. Die Resolution, die hierzu ougcnonimcn wurde, verweist auf verschiedene skandalöse Täuschnngen, die königlichen Nevierbcamte» gegenüber geübt wurden, und aus die unglaublichen GesctzcSvcrlctzungen, die sich beim Prozcst wider„Ilnscr Fbitz" herausgestellt haben. Zum Schluß heißt cS dann: „Nach wie vor find wir deshalb der Ueberzengung, daß die Bergwerks-Inspektion nur dann eine niöglichst vollkomiucnc ist, wenn praktisch erfahrene Arbeiterdelegierten zur Mit- iontrolle der Gruben herangezogen werden." Eine weitere Resolution fordert eine Reform der Unfall- berstcherung und zwar, daß völlig verkrüppelte Invaliden eine Slcntc� von 100 Proz. dcö IahreSarbcitsvcrdicnstcs erhalten, die fönst übliche Bollrcntc auf 75 Proz., die für Witwen auf 30 und die für Kinder auf 20 Proz: erhöht werden. Jedoch soll die Gesamt- reute für Wittvcu mit Kindern 6C£.z Proz. nicht übersteigen. Ferner sollen bei der ersten Rcntenfeslsetzimg Vertreter der Arbeiter nrit herangezogen werden. Ferner solle» Teilrenten entsprechend der eingebüßten EriverbZfähigkeit bemessen werden. Die folgende Resolution: Gewerbegerichte betrckfcnd, fordert die Kompetenz der Gewcrbegerichtc als EiiiignngS- und SckiicdS- ämler, die aus Anrufung auch nur einer Partei in Thätigkeit treten müften. Die Vertreter der Arbeiter sollen als Rcichöbeistände vor den Gcwerbegerichtcn zugelassen werden. Eine weitere Resolution fordert die gesetzliche Anerkennung der BernfSvcreine und Verleihung von KooperationSwahlen an dieselben. Borsitzender Brust plädierte für ein RcichS-Berggesctz. Er er- klärt sich für die vom Abg. Sachse im Reichstag verlrctenen Forde- rnngcu, ausgenommen des Verbots unterirdischer Beschäftigung von Arbeitern unter 18 Jahren. Abschaffung bcs Gedinge- lystcms und achttägiger Lohnzahlimg. Eine dazu eingebrachte Resolution fordert einheitliche Regelung deS Bergrechts und der Abgabcfrciheit nach dem Vorbild der preußischen Berg-Gesetzgeliung; die vollständige Beaufsichtignng des Bergbau-Bctriebcs. unter Muhilfc von Ärbeiterdelegicrien; der vollständigen Regelung deS Arbeitsverhältnisses. Verbot der trauenarbeit und Mitverwaltung der KuappschaftSkasfen seitens der rbeiter. Eine letzte Resolution fordert daS Verbot, für die Folge noch fremdländische(anßcrdeulsche) Bergleute im deutschen Bergbau einzuführen. Ans dcv Fretnenbeivegung. Eine Enquete über die Franenbewcguug i» Italic» ver- onstaltet nuter der Leitung von Frau Dr. Paola Sckist, Professorin an der lluiverfität zu Mailand, die„Liga für den Schutz der Frauen- interesseii". Die Enquete soll möglichst zuverlässigen Ausschluß geben über die Lage der italiciiischcn Franc» in den verschiedenen Provinzen, und zwar soll dieselbe nrit Rücksicht auf die Wirtschaft- lichen, moralischen, politischen, intellektnellen und gesiiiidheitlichen:c. Verhältnisse erörtert werden. Das Stoffgebiet der Erhebung ist in 16 Haupttilbriken eingeteilt, die wiederum in Ilnkerabteilliiigen zerfallen._ Sociales. Unfallstatistik. Nach der dem Reichstage zugegangencir Ueber- ficht über die Rechmnigsergebnisfe der Berufsgenossenschasten für 1898 waren in diesem Jahr bei 65 gewerblichen und 48 land- wirtschaftlichen Bernfsgenossciischaften in 5 110 542 Betrieben 17 505 903 Personen versichert und außerdem bei 409 AuSst'lhningS- dchörden 740108 Personen. Die Zahl der Unfälle, für die im Jahre 1898 zum erstenmal Eiitschädigniigen festgesetzt wurden, beträgt 93 023. Darunter sind 7984 mit tödlichem Ausgange und 1139 mit dauernder völliger ErwerbSnnfähigkeit. Die Getöteten hinterlassen 5096 Witwen und 10 601 Kinder. Zur Anmeldiina gelangten 497 5SA Unfälle. Der Prozentsatz der Getöteten ivar(ohne Berncksicktiguiig der Versicherungs- auftalte» der Baligeiverks-Beriifsgenosseilschaflen. deren Mitglicdcrzahl nicht feststeht, aber nicht groß ist) nur in drei Jahren, nämlich 1836, 1887 uild 1890 höher, sonst stets niedriger wie 1898. Da- gegen ist der Prozentsatz der dauernd völlig ErwerbSnnfähigcn seil 1887 in beständigem gleichmäßigen Sinken begriffen. fWieviel davon freilich auf das Konto der Rechtsprechung der Vertrauensärzte, der Rcutenquetschcn:c. zu setzen ist, läßt sich nicht»achivciscn. Die Gesamtsumme der 1898 gezahlten Euschädignngen beläuft stch auf rund 71 Millionen Mark,' die LerivaltungSloste» betragen L 158 000 Rk. Eine gemeinsame Haftpflicht- und Unfallversicherung für die Mitglieder deS deutschen BühnenvcreinS wurde auf der General- Versammlung dieses.BereüiS in Hannover beschlossen. ZfoKttles. Arbeiter-BUdungsschule. Die Kurse für daS erste Viertel- sahr 1900 beginnen in dieser Woche in der Neuen Roßstraße 3. Montag: Geschichte(Aeltere deutsche Kulturgeschichte); Bortragender Schriftsteller Heinrich Eunow. Doimerstag: Gesetzeskunde (Das neue Bürgerliche Gesetzbuch in seinen praktisch wichtigsten Teilen); Vortragender: Rechtsanwalt Victor Fräukl. Freitag: Redc-Uebung(Referat und Diskussion über wisienschaftlichc Fragen ans dem wirtschaftlichen, gewerkschaftlichen und geistigen Leben)! Vortragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. fAlles Nähere siehe Lehrplan im Inseratenteil.) Unterhaltungskosten der Berliner Gcmcindeschulcu. Im Jahre 1898,99(bezw. 1897/98) beliefen sich die A n S g a b e n für die Gemeiudcichnlcn auf insgesamt 12112343(11 296 087t Mark. die Einnahmen auf nur 134 437(132 348) Mark. ES blieb also eine Mehrausgabe von 12 977 906<11 163 739) Mark, die durch Zuschuß aus städtischen Mitteln gedeckt werde» mußte. Da 1898(bezw. 1897) in den Gemeindeschulen 20 l 975 (196 277).Kinder unterrichtet wurden, so beliefcn stch 1898 99 (beztv. 1397/98) die Ausgaben auf 64,92(57,55) Mark, die Ein- nahmen auf 0,67(0.67) Mark, die durch Zuschuß zu deckende Mehr- auSgabe auf 64.23(56.88) Mark pro K i» d. Die Gesamtausgabe setzte sich aus folgenden P o st e n zusammen: Der größte Teil kam auf die Gehälter. 11712 331(10 008 269) Marl oder pro Kind 57,99(50,99) Mark. Tie sächlichen Kosten betrugen nur 1 400 012(l 287 818) M. oder pro Kind 6,92(6,56) M. Von der gegenüber dem Vorjahre eingetretenen erheblichen Steigerung der Gesamtausgabe, um 1816 256 M. oder pro Kind 7,37 M., kommen allein 1 704 062 M. oder pro Kind 7 M. auf die Gehälter und nur 112194 M. oder pro Kind 0,37 M. ans die sächlichen Kosten. Bei den sächlichen Kosten sind mehrere E i n z c l p o st c n von besonderem Interesse. Die Bcschassnng von Lehrbüchern, Schreibmaterialien nsiv. für bedürftige Kinder er- forderte 45 112(39 736) Mark, die Prämien und die Unter- stiitzungen an Schulkinder 15 251(14080) Mark, die Schülerbibliotheken 6599(6253) Mark, der Betrieb der Brausebäder 4434(4151) M., die Mieten für nicht auf städtischen Grundstücken befindliche Schulen einschließlich Mietscntschädigungen an die bc- treffenden Rektoren 160 990(90857) M. Die bedeutende Erhöhimg des letztgenannten Postens ist für die Zustände, die gegenwärtig an den Berliner Gcmeindeschulcn herrschen, sehr bezeichnend. Tos Berliner GcwerkschaftöhanS vlant hinsichtlich des Slr- bei tSnach weises eine Nenernng, über die es sich in einem Rundschreiben wie folgt ausläßt: Um auch de» kleineren Gciverkschaften. die ei» eigenes Bureau- zimmer nicht mictei» können, die Möglichkeit zu geben, ihren Ar- bciisnachweis nach dem GewcrkschaftShausc. Engel-Ufer 15, zu ver- legen, iverdc» wir einen der im Seitenflügel befindlichen Säle zu einem geineinsamen mit Fernsprechanschluß versehenen ArbcitSnachwciSranme einrichten. Die innere Einrichtung fdcS Raumes mit Ausnahme der Schränke, wird durch uns besorgt'! ebenso tragen tvir die Kosten der elektrischen Beleuchtung. der Ecntralheizung und des Fernsprech- AiffcblnffcS. Dieser ArbiitSnachweiSranm ist sowohl vormittags als auch abends zu benutzen! falls sich kein ivcitcrcS Bedürfnis bemerkbar macht, soll crmorgen« von8— lOUHr und abends von 7—10 llbr geöffnet werden. Mit dem Restaurant hat er keine Verbindung nndffndet ein Ausschank von Getränken nicht statt. Als Kostenbeitrag' ist von jeder Gcivcrkschast, die den ArbeitSiiachiveisranm entweder vonnittagS oder abends be- nutzen will, zehn Mark pro Monat zu entrichten. De» Ge- wcrkschaften steht»ach der Reihenfolge ihrer Anmeldung daS Recht zu. sich den gewünschten Platz im Saale selbst auszusuchen, tveshalb es im eigenen Interesse liegt, wenn die Anmeldung so schnell wie möglich erfolgt. Ter gemeinsame ArbeitsnachweiSraum wird am 1. April eröffnet. Der Stadtuerordnctrn-Vorstchcr Dr. LangerhanS hat nach nbcrstandciicr Äranflicit seine AiiilSgcschäftc lviedcr aufgenommen. Neujahrs- Gratulationen an den Kaiser und dessen Frau. sowie an die Witwe deS Kaisers Friedrich hat der Magistrat dcr königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin auch diesmal abgesandt. Hierauf sind jetzt die Antivorten eingegangen. Sie sind, soweit der Kaiser und die Kaiserin in Betracht konunen, sehr fromm gehalten. Der Kaiser schreibt an de» Magistrat„... so gebe ich gern der Hoffnung Ausdruck, daß cS den städtischen Behörden, getragen von Gottesfurcht und Vaterlandsliebe und gestützt ans die opferfreudige Mitarbeit der Bürgerschaft, gelingen wird, auch den gesteigerten Anforderungen deS großen GemeimvescnS gerecht zu werden." Die Kaiserin antwortet:..... Bei dem ernsten und wichtigen Abschluß eines Jahrhunderts ist cS mir eine ernste Pflicht deS Magistrats, der Berliner Bürger, ihrer Frauen und Jnngsrancn in aiifrichttger Dankbarkeit zu gedenken für die treue und hingebende Unterstützung, welche sie mir in dem letzten Jahr- zebnt unter GotteS'Segen zur Förderung deS geistigen und leiblichen Wohles der grotzen Einwohnermaffen Berlins gewährt haben. Ich vereinige meine Wünsche mit den mir auch im?kamen der Bcvöllerung Berlins dargebrachte», daß Gott der Herr auch in den kommenden Zeiten der Segen, die Kraft und der Trost des Königshauses und feiner Unter- l h a n c» fein und bleiben möge." Nicht erwähnt findet sich der Ziame GotteS anscheinend in dem Schreiben der Kaiserin Friedrich. Sie wünscht:„daß Berlin in Zukunft in immer mehr zunehmendem Maße die schöne Aufgabe erfüllen möge, welche ihm mit der Entwicklung unseres qanzen Vaterlandes mi vorflosieiun Zeitabschnitt zu teil geworden ist. Möchte Berlin, wie bisher, ftetö mit Stolz auf seine Arbeite» und Leistungen zurückblicken können, de» Hoheit Ziels bewußt, Stätte unserer Kultur zu werden." zeit und bei welcher Windrichtung in der und der Straße der wider- liche Geruch herrscht, den die Berliner fiskalische Abdeckerei in der Müllerstraße bei ihrem Betriebe verbreitet. Die Korten sind nach der Ausfüllung an den AmtSvorfteher Wikke zu Reinickendorf zurück- zusenden. Im Kaiserliche» Gesundheitsamt trat dieser Tage unter dem Vorsitz des Herrn OberbandirektorS Hinckeldehn das von der Deutschen Gesellschaft für Volksbädcr berufene Preisgericht zusammen. welches über die eingegangenen Entwürfe zu Volköbödern ent- scheiden soll. Die preisgekrönten Entwürfe werden vom 21. d. M. an einige Tage öffentlich ausgestellt. Gegen die Mtststiindc in dcr Kochküche des hiesigen Schlachthofs hatte, wie die„Dtsch. Fl.-Ztg." berichtet, die Jnuuug vor mehreren Monaten bei dem Polizeipräsidium Beschwerde erhoben. Besonders war darauf hingewiesen worden, daß sehr oft Fleisch ungenügend durchgekocht zum Verkauf gelange! hieraus wurde die Jimimg aufgefordert, anzugeben, wann und an wen imdnrch- kochteS Fleisch verkauft worden iväre? Die Antwort der Innung lautete, daß bestimmte Thatsachen allerdings nicht angegeben werden kömiten, daß es aber bei allen Beteiligten ein offenes GeheintniS sei, daß das zum Berkauf gelangende Fleisch nur halb und noch weniger durchgekocht verkauft werde. Eine Rückäiißennig deS Polizei- Präsidiums sei darauf nicht erfolgt. AlS Verein zur AuShungernng mißliebiger Arbeiter hat sich dcr Verein dcr Kohlenhändler konstituiert. In seine» Statuten finden sich folgende Bcstininiungcn: „Jedes Mitglied ist verpflichtet, dem ersten Vorsitzenden d i e Namen derjenigen Arbeiter sofort mitzuteilen, die dasselbe wegen Unredlichkeit oder wiederholter Trunkenheit entlassen hat. auch die Name» derjenigen Arbeiter, die, ohne eine ausdrücklich verein bartcKündigung ein- zu halte ii, die Arbeit grundlos� niederlegen. Ein derartig namhaft gemachter Arbeiter darf niemals, auch nicht tageweise, von einem Vereinsmitglied e Besch äs« tigt werden.— Kein VereinSinilglied darf einen Arbeiter, dcr bei einem anderen VercinSniitgliede in Stellung ist, annehmen, ohne sich vergewissert zu haben, daß derselbe nicht rechtswidrig seinen Posten verlassen hat." Hoffentlich betrachten die Arbeiter deö in Frage kommenden Berufs solche Bestinmiunacn als eindriilgliche Mahnung, sich Mann für Mann in einer kräftigen Gewerkschaft zu vrgaiiisiercn. Sie brauchen dabei gar nicht einmal soweit zu gehen, daß sie grundsätzlich die Arbeit bei solchen Kohlenhändlern verweigern, die wegen Trunkenheit oder wegen Unredlichkeit gegen das Publiklim Aergernis erregen. ES genügt schon, wenn eine solche Organisation im allgemeinen ihre Angehörigen vor gar zu schlimmen Unverschämtheiten der Unter- nehmer schützt. Koste» eincS Schneefalles für Berlin. 392 157,92 M. hat die letzte Schneeperiode vom 11. Dezember 1899 bis zum 6. Jaimar 1900 der Stadt Berlin gekostet. Insgesamt habe» die Hilfsarbeiter in 33 496 Tagewerken die Summe von 75 367,72 M. erfordert. während 184 074 Fuhren Schnee, abzüglich der auf Grund des bestehenden Vertrages von den Fahninternehmern täglich zu leistenden 7358 Kchrichtfuhrcn, eine Ausgabe 316 790 M. verursachten. Zur Frage dcr Beseitigung dcr fiskalischen Abdeckerei in der Müllerstraße ist dem Ausschuß, der sich in dieser Angelegenheit ans Bewohnern des WeddingstadttcilS, des GesundbrimnenS und NcinickendorfS gebildet hat,'auf eine Eingabe a» da» KuItnS- »iniistcrium der Bescheid erteilt lvordcn, daß der Geh. Ober- Medizinalrat Dr. Schmidtmann vom Minister beauftragt worden sei, eine Abordmmg deS Ausschusses zn mündlicher vorbringung der Klagen über die durch die Abdeckerei hervorgerufenen Mißstände zu empfangen. Infolge dessen hat der Ausschuß, um»röglichst viel Material zur Verfügung zu haben, an sämtliche Hausbesitzer, deren Grundstücke in der Umgebung der Abdeckerei liegen, vorgcdrnckre Karten abgesandt, worcnif angegeben werden so.ll, zu welcher Tage-Z- Im städtische» Arbeitöhause befanden sich am 31. Dezember 1899 1222 Korrigenden(1094 tnännl., 128 ivcibl.) und 557 Qosp'tta- liten(450 inännl.. 107 U'eibl.). Die Gesamt-BcvölkeningSziffcr des Arbeitshauses betrug demnach 1779 Personen. Während des Viertel- ahrcS Oktobcr-Dczember 1899 befanden sich in der Anstalt durch- chnittlich von den Korrigenden 1185, von den Hospitaliten 534 Per« jönen. Im Durchschnitt' wurden demnach täglich 1719 Personen im ArbeULHause verpflegt. Bei der städtischen Feuer-Soclctät sind in der Zeit vom 1. Oktober 1398 bis 30. September 1899 insgesamt 1838 Brände zur Anzeige gelangt, durch welche Deschädigiiiigei! a» Gebäuden stattgefunden haben und für welche im ganzen 843 934.68 Mark Entschädigimgsgcldcr gezahlt worden find. Die spanische» Schatischwindlev scheinen, wie daS Polizei- Präsidium mitteilt, in neuerer Zeit ihre Praxis aeäuvert zu haben. Da die geheimnisvollen Andentungcn eine» spanischen Kriegs-Zahl- mcisterS oder bankrotten Bankiers, er habe in der Nähe des Adressaten einen Schatz vergraben, zn dessen Hebung es nur weniger tausend Marl bedürfe, die nach Madrid an eine bestimmte Person postlagernd zu senden seien, nicht mehr zögern so lassen sie jetzt einen belgischen Oberst austreten, der angeblich infolge eines Duell» zn vier Jahren Gefängnis verurteilt sei und 5400 Fraulö GcrichtSkosten zu bezahlen habe. Als Pfand hätte das Gericht seinen Mantelsack, dessen Inhalt einen Wert von 9000 Franks habe, mit Beschlag belegt, und brauche dcr Adressat »ur die GcrichtSkosten einsenden, um sofort die Hälfte der lieber schüsse vom Erlöse des MaiitclsackcS als Belohnung zu erhalten. Durch gefälschte Atteste irgend eines Kriegsgerichts wird die ganze Sache glaublicher gemacht. Ei» Rentier, welcher in dein angeblichen vcrhaftctcii Oberst seine» seit vielen Jahren verscholleiicu Sohn vcr- mutete, reiste persönlich nach Madrid, um dort, wie vorausziiseheu, zu erfahren, daß an dcr Erzählung nicht ein waLrcS Wort sei, daß vielmehr eine Bctriigcrbande cristicre, welche diese Manöver seit Jahren gewerbsmäßig betreibe. Selbstmord eines OberlieutenautS. In» Gaiowrr See hat sich der Obcrlicutenant von Trümbach, der als Assistent zur Artillerie- PrüfniigSkominissioii i» Berlin kommandirt war, am Freitag er- tränkt.' NamittagS 4 llhr bemerkten die Beivohner der Lokale in Schildhorn, wo zur Zeit fast gar kein Verkehr herrscht, einen Offizier, der schnellen Schrittes auf der Griinewaldchanffco daher kam und an den Gastwirtschaften vorüberging. Er wandte sich dem Ufer der Havel zu. wo der Flich sich zn dem Äatowcr See enveirert. Dieser ist noch loeithiii nnt Eis bedeckt, nur in dcr Mitte war das Eis von der Strömung während des Tauwetters fortgerisien worden. Der Ossizicr betrat daS Eis und schritt dem offenen Wasser zu, Ivo die alltäglich von Gatow nach dem Grunewald gehenden Holzfäller ihre Kähne zurückgelassen hatten! er be- stieg ei» Boot und fuhr bis etwa in die Mitte deS WafferS. Hier entledigte er sich des Mantels und deS Säbels und stürzte sich in den See. Der Vorgang wurde an beiden Ufern, insbesondere aber in Gatow von verschiedenen Personen ivahrgeiioniiiicn. Nachdem der Offizier in das Wasser gesprungen war, ließ er angstvolle, weithin hörbare Hilferufe ertönen. Von Gatow aus eilten alsbald verschiedene Dorfbewohner über das Eis nach der offenen Stelle de? SccS, wo sie den Offizier mit dem Tode kämpfen sahen. Als sie dort ankanien, ivar eS zu spät. Der Unglückliche war bereits in der Tiefe verschwunden und kam nicht wieder zum Vorschein. In dem Kahn lagen sein Mantel»nd Säbel. I» der Manteltasche wurde eine Visitenkarte des Offiziers vorgesimde». auf der die Worte standen: Liebe Mnttcr, verzeihe mir diesen Schritt. Herr Professor Henna»» Eschke. derAbckannie Marinemaler, ist. iiachdcm cr am Frcitagmorgeu noch regen Anteil an der Knaus- fcicr aenommen. auf dem Heimwege von dcr Akademie, an der Friedrich-»nd Jägcrstratzenccke. vom Schlage getroffen umgesunken. Einer seiner Schiilcr, der mit ihm ging, brachte ihn in einer Droschke nach Hanse. Dort aiigekommen. hatte er bereits Sprache und Bcwnßisei» verloren. Sein Zustand soll besorgniserregend sei«. Eine böse Droschkensahrt machte vorgestern Abend das Dr. Wich. Cohnsteinsche Ehepaar ans dcr.ftiiesebeckstraße. Schon in dcr Potsdamerstraße gab eS durch die Unachtsamkeit deS nicht ganz nüchterne» Kutschers einen Zusammenfloß. Da aber daS begegnende Fuhrwerk ebenfalls eine Droschke war. so ging eS hier noch gut ab. An dcr Ecke der Sommer- und Roonstratze lenkte der Kutscher so schlecht, daß die Droschke von einem elektrischen Ruigbahnwageu an- gcronnt lind nmgcworfen wurde. Die beiden Insasse» stürzten mir dem Gesicht auf die nach nuten fallende Glasscheibe, die in tausend Scherben ging, und wurde» erheblich verlvimdet. Dr. Eohnstem zog sich eine schivcre Verletzung an der Stirn und am Gesicht, seine Gattin eine klaffende Kopfwunde über der Stirn zu. Zum Glück gelang eS dem Führer de» Straßenbahnwagens, diesen rasch zum Stehen zn bringen, sonst hätte leicht noch größeres Unheil entstehen können. Im Dienst tödlich t'cnmglütkt ist der 23 Fahre alte Rangierer Otto Winller, der mit seiner Familie seit dem I. d. M. in der Rostockerstr. 9 wohnte. Winkler hatte von gesteni zu heute nacht Dienst ans dem Moabiter Giiterbahnhof. Heute morgen um 8 Uhr fanden ihn Mitangestellte schwer verletzt rnif einem Geleise liegen, ans demein Güterzug rangiert wurde. Ergab nnr noch schwache Lebens- zeichen von sich und starb alSbald unter den Händen eines herbei- gerufenen ArzteS, der feststellte, daß ihm der Brustkorb eingedrückt ivar. Wie der Unfall sich zngetraaen hat. weiß niemand gt:«u. Wahrscheinlich ist jedoch, daß Winflcr stolperte lind zwischen die Puffer zweier Wagen geriet. lieber zwei Schießaffaire« wird polizeilich gemeldet: Der Artist Krone schoß in einem Schanklokal in der Llniensttaße aus Eifersucht auf sciiicn Nebenbuhler, einen eben erst aus dem Ge» fänauis entlaffenen Schlächter, einen Rcvolverschnß ab, dcr diesem durch den Rockärmel drang, ohne den Arn» zu verletzen. AlS die übrigen Gäste deS Lokals auf Krone mit Stühlen eindrangen, gab er»och mehrere Schüsse ab, ohne indessen jemand zu treffen. Krone wurde in Haft genommen.— Ein ähiilicher Dorfall ereignete sich am Soimtagnachmittag. Der 21 Jahre alte Sattler Mar K. feuerte auf die 37 Jahre alte, geschiedene Minna R. in deren Wohiinng in der Streletzerstrahe drei'Rcvolvcrschiisse ab. ohne die Frau zu treffen. Darauf suchte er sich durch Schüffe in dir Brust und den Kopf zu töten. Er wurde noch lebend in das Lazarns-KrankeithmiS gebracht. Mit Sublimatpitteii suchte sich der 43 Jahre alte Barbier W. aus der Dragonerslraße Sonntagabend zu vergiften. Ehelicher Zwist soll die Uiiache zn dcr Thal gewesen sein. Es gelang einem herbei- gernfeiicn Arzt, die Gefahr zu beseitigen. D. wurde in ein Kranken» Haus gebracht. Der Berein für Frauensiudium. Vorsitzend« Frl. Dr. Augspur». verciiistaUet am 22, d. M. einen ottcnilichen LottragsaScnd. Resercntiit in Frl. Dr. Käthe Schirmachcr. Das Thema lautet:„Nur ein Doktorhut Näheres wird noch bekannt gegeben. Berein für volkstümliche Knrfe von Berliner Hochichullehrer». In der neuen Reihe der v/ilvtümlichen Vortrakskurse beginnt cni Hitttrxch� de» 11. Janunr, Herr Pro'estor Dr(i n i l«nnth e.r seinen Knriud über �Bakterien � �rcnifheitscrregnng und Zirankheitsbckömxiung" im grc�cn Hörsaal des kgl hngienilchcn Inslttuts kilosterstr Z6 Er wird am erben Abend die Methoden der Baliericnsorichung im allgemeinen behandele EintrittStarten zum Preise von I M. für den sechö Abende uui'aücnden ?iursuö sind zu haben'bei: GeorgBelling. Cizarrenyandlung, �VsLeirziger- ftrabe lZK; A Sckcktk, O, Hclznmrllstr VO; Chr. Ti'chcndörser. C.. Sephien- ficofee 20; Trantiveinlche Buchhandlung W., L.cipzigernr 8; Ceniralsiellc für Arbeitcr-Wvhisahrtö-Einrichtuügen. W, Söttzwerstr 23(8-3 Uhr) Lrgelkouzcrt. Fr-wl. Klara Begas. Fraul. Linie Behrendt Frau Welda Hunscheid auö. Dresden. Herr Alex. Curth, Herr. Paul Neumann. Cellist, und Herr Ad. Balte beteiligen sich beim Org'elrortrag des-Mmik- direktors Otio Diencl in der Marienkirche am Mimvach. den 17 Januar, mittags 12 Uhr, durch Ausiuhrung von Seb Bach. Hände! PK E Bach. Äoydn. viel, Reinccke. Alb. Becker. Radecke. Reiman» lind Diene lichcn Kompoiltiolien. Herr Tiicnel spielt das 4. 2rz«!!oi!>en ran Händel. Der Eintritt ist sreii �-- In der Urania hat a>n Sonntagabend Herr Karl Neufeld über seine zlvölsjährige Gefangenschaft beim Mahd» einen Vartryg gehalten. AnS'srtrhercn Mitteilungen durfte die Geschichte des jetzt 44jährigen Mannes bekannt fein/ so dar; es sich erübrigt, ans die Einzelheiten seiner, furchtbaren Leiden näher einzugehen. In schlichter Rede, lvelchc die Schreckensbilder durch Hlufrcr 3» mildern rvuhte, schilderte der schtvcrgrprüflc Reisende die Öiiaftn sr'ner Kerkerhaft, die Torturen, die über ihn und schlimmer noch über andere Mitglieder der Karawane verhängt wurden. weiche das Unglück hatte, durch Verrat der Führer in die Hände des Khaiifcn zu fallen. Ergreifend war das Bild, das Herr Neulrld von seiner endlichen Besreiniig gab. Nach langer Ungeivisthei! üher den Ausgang deo Kampfes käme» Boten ins Gefängnis, welche nieldeten. das; der Khakis gäiizlsch geschlagen sei und in ivilder Fluch! gegen die Stadt renne. Der Gcfängnisiiiipcktor. ein gramaincr Tyrann, zitterte. Ich riet ihm nun in seinem Interesse. daL Gefängnis zu bewachen, damit nicht die fanatischen Muhamedaner herein- dringen und uns töteten. Er that es. Tic Engländer kamen und plötzlich stand Lord Kitchcncr vor mir.„Sind Sie Neuseid V' waren seine ersten Worte. Ste waren Engelsmnsit in meinen Ohren.„So!" sagte der Lord wieiterv„Na, denn raus mit Ihnen. Ncnfeldl" Wegen meiner eisernen Fesseln Ivurdc ich auf ein Pferd gesetzt und nun girg 5 ins englische Lager. Hier wurden dem Befreite» vom Hauptmann v. Ticdemann die ersten deutschen Grütze dargebracht. Ncufcid geht nach Aegypten zurück, um dort im Interesse des deutschen Handels zu wirken. Im Cirknö Schumann wird nächstens eine Ausstaitmigs- Pantomime„Dr. Faust" aufgeführt. Feuerbericht. Am Sonntag hatte die Feuerwehr mehr als ei» Dutzend Alanuierungcn 311 verzeichnen. Zimmerbrände waren II r b a n st r a h e 36, G r ä fe st r aste 82. M i ch a c l k i r ch p l a tz 16 und O r a ni eu b u rg erst.ra sz e 68 abzulöschen. Schakdecke und Balkenlage hatten P r c'u z lauer Allee 12, L ij b e ck e r str a st e 3. Friedrich S b c v g e rst r a st e 11 und B e u s i c I st r a st c 47 Feuer gefangen. Siebold st raste 1 kam auf einem Heuboden über dem Pferdestall Feuer ans. das nur durch rechtzeitiges Eingreifen im Entstehen gedäinpst werden konnte. Durch herabfallende Flinken erlitt ein Pferd Brandipunden. In der D 0 r 0 t h e e n st r a st e 56 mustte ein Kcllerbrand beseitigt lvcrden, der Tische und Regale zerstörte. Nach dem Anhalter Güterbahnhof iwirde die Wehr gcnifcii, weil hier Putz- daumwolle auf de» Bahugeleiseii in Brand geraten war. Arndt- st r a st e 34 hatte sich Holz in einem Trockenofen entzündet. Ein Alarm nach Weinstrastc 7 tvar durch einen Brand veraulastt. der in einer Tapezierwerkstatt, ausbrach und Polslermaterial sowie neue Möbel zerstörte. Am Montag waren E h a u s s e e st r a st e la und Mohren st ratze 19 Wohlinngsbrände z» verzeichnen. Grostc Gefahr barg ein Brand in stch, der M 0 h r c n st r a st e 40 in der Eellnloidfabrik von Michaelis zum Ausbruch kam. Glücklicheriveise war die Feuerwehr binnen einigen Minuten zur Stelle, so datz die Flammen noch im Entstehen erstickt werden koimteil. Aus den Anchbnrvrtc». Steglitz-Ariedennu. Der Arbeiter-Bildungsverein hält heule Dienstag bei Grube, Äaiserallee, seine Generalversammlung ab. Tagesordnung:„Ist es für Arbeiter-5lorporationcil ztvcckmästig, sich in das Vereinsregister eintragen zu lassen's Schmargendorf. Die Generalversammlung de? Arbeiter- BikduugSvereinS findet am heutigen Dienstagabend 8'/z Uhr. im „Wirtshaus Schmargendorf" statt. Pankow. Bei Grostkurth, Berlinerstraste(Arbeitervercin). spricht Genosse Frey waldt heute, Dienstag, abend 8>/z Uhr übet Heinrich Heine. Köpenick. Dienstagabend 8 Uhr bei Stippekohl, Schönerlindcr- strotze 5: Versammlung des Socialdcmokratischen Arbeitervereins. Vortrag des Genossen Dr. Vorchardt. Tempelhof-Mariendorf. Im Arbeiter-Bildungsverein spricht Genosse Z u b c i l am Mittwochabend 8Vz Uhr bei Gerlh, Tempel- Hof, über das neue Jnvatidltötsgcsetz. Rixdorf. Im Verein Vorwärts spricht heute, Dienstag, abend 8Vs Uhr RcichStagS-Abgcordneter R 0 s e n 0 w über Kultur und Un- tultur. Wcistcilscc. Im März dieses Jahre? finden die Ersatzwahlen zur Gemeindevertretung statt. Die Wähler der dritten Ab- reilimg, hauptsächlich der Arbcltcrschaft angehörend, haben allen Grund, mehr als bisher Einflutz ans die Verivaltnng der Gemeinde zu gewinnen und ihren Forderungen ans kominliiialem Gebiete Gehör und Geltinig zu verschaffen. Von dicserNotwendigkeit überzeugt/hat eine öffentliche Versammlung denBeschlnhgcfatzr, auch in diesem Jähre für die Wahl von Kandidaten'der S 0 c i a l d e m 0 k r a t i e zu wirken und einzutreten. Partcigenofieii!.�erzu ist vor allem nötig, datz jeder Einzelne seine Person in den Dienst unserer Sache stellt und durch eifrige Mitarbeit beiträgt zur Alifrüttelniig der Gleichgültigen und zur Entfaltung, eifrigster Agitation. Die Einsicht in die vom 15. bis 30. Januar er. aus dem Gemeindebureau, Albertineustr. 6, Zimmer 1. während der Dienststunden anslicgenden Wählerlisten ist eine Pslicht, die niemand versäumen darf. Diejenigen, welchen zu diesem Zweck die notwendige Zeit mangelt, können sich unter Beibringung des letzten. Steuerzettels an folgende Personen wenden: A l b r e ch t. Prenzlauer Chanssee 21; Kraft. Gustav Adolfstr. 143; Schilling, Langhansstr. 69(abends von ü'e8— 9 Uhr); Müller. König- Chaussee_38.; Schillert. König- Chaussee 3gs.; G a r tz„ Lehdcrstr. 5; P e u k c r t. König- Chanssee 45g.: Stolle, Lehder- stratze 28; S p e ck nt a n>t. König- Chaussee 55; Taub mann, Elsaststr. 15(abends 6—8 Uhr); S orrer. Stratzburgstr. 56; Ka s ielke. Lothringenstr. 32; G etzner, König- Chaussee 11; S ch a a ck, Wörth erstr. 10.. Steglitz. Laut behördlicher Bekanntmachung liegen die Wähler- listen zu de» im März stattfindenden G e m e i n d e w a h l e n vom 13. bis 30. Jannär im Rathans, Zimmer Nr. 13, von 8 bis 3 Uhr, zu Jedennanus Einsicht aus. Die Parteigenossen werden dringend ersucht, sich zu überzeugen,, ob sie in den Listen verzeichnet sind. Diejenigen Wähler, welchen eS nicht möglich ist. die Liften selbst ein- ansehen! werde» gebeten, ihre Namen in die Liste» einzutragen, welche ,a nachgenanntcn Lokalen ausliegen: Schellhaase, Ahornstr. 15. Gärtner! Schlotzsir. 8.„Kaiserhallcn", Mbrechtslratzc. Fr. Schimmrock, Düppelstr. 7. Grätzmann. Albrechtstr. 103. Wicnickc, Herder- stratze 7. Wiesinger, Herderstr. 4. Wollenzie», Marksteiustr. 1. Nenman». Albrechtstr. 16.. � Das Wahlkomitce. Friedrichshageu. Die Wählerlisten zu den G e m e i n d e r a t?- wahleir liegen vom 15. bis 30. Januar einschliestlich der Somt- tage iväyrend' der Vormittagsstunden im Rathause, Friedrichstr. 87, Zimmer 13, zur Einsicht aus. Jeder Wähler sehe die Listen nach. Wer keine Zeit hat, wolle seine Adresse bei Albrccht, Rnhnsdorfer- stratze 6, abgeben.____ Lerailtwortlichor Redacleur: Paul John in Charlottenburg. Bei den gestern stattaehabien Gewerbe- gcrichtswohlen siegten' in de: Klaffe' 5er Arbeitnehmer die Kandidaten des Gewerkichafisrarlells. Tie Kandidaten ver- einigtcii inSgefem! 1729 Stimmen aui sich, gegen 1359 im Jahre 1898. Tie„christlichen" Gegner brachten ei aus 127 Stimmen. Im 3. Dezirk mutz eine nochmalige Wahl vorgenommen werden, da der Wahlakt des grotzcn Andranges wegen nicht beendet werden konnte.— In der Klaffe der A r d e i t g e b e r siegle die Liste der Bereinigten Innungen ntt! 307 gegen 70 Stimmen, die auf die Kandidaten.'dss Gewe r!>'chaftSkarkells'. fisleii. Johaniicöthal. Ucte: die Gemeinde r a t s w a h l e n wird Mittwochabend 8 Uhr in einer wichtigen, bei Senstleben stattfindenden Versammlung- beraten. Gegen de» Teltowkaual. Eine allgemeine Protestversammlung der Vororte des Kreises Teltow behufs Stellungnahme gegen die Ausführung des Teltowkaiial-Projekis auf Kosten des Kreiies und der Gemeinden will der Fricdenauer Haus- und Grundbentzer-Vereiu einberufen, falls die vom Kreistage zur Vorprüfung de- Projektes einaesetzte.Kommission sich für den Bau des Kanals auf Kreiskosren entscheidet. Tie Kohlenhändler der westlichen Vororte haben im Hiirblick au! die Sonntagsruhe jetzt einstimmig beschlossen zulünnig des Sonntags ihren Kunden das Brennmaterial n i ch t mehr.srei ins Hans zu liefern, sondern es nur noch von 7 bis 9' C Uhr morgens an? den Verkaufsstelle« selbst abzugeben. Ter Nirderbarnimer Kreis am Ende de-> 19. Jahr- Hunderts. Die Einwohnerzahl des Njederbarnimer Kreiies betrug im Fahr? 1803 33 651 und zwar in den Stadien 7175, aus dem platten Lande 26 476 Einwchner. Am Beginn des Jahres 1900 zählte de: Kreis 273 260 Emwehnc: wovon die Städte 26 759 das platte Land 252 465 bevölkerten Die Zunahme der Einwohnerzahl im Ärctte während der letzten 166 Jahre beträgt demnach 239 549 und-war in den Städten 13 626 in den ländlichen Ortichaflen 225 929. Eine starke Vermehrung der Einwohnerzahl haben au»zu- weffen die Landgemeinden? Friedrichs'eldc. i??' Jahre 1800 479 Ein- wohne:(gegenwärtig 8852), Don Rüdcrsdor? 453(2877). Rüders- dorker Heide- Distrikte 727(4480) Kalkbcrge- Rüdersdorf 538 <3084). Lichtenberg 326(46751)' Fraittöfisch- Blick- bolz 313(3032). Herzfelde 31 l(250L-. Pankow 286(19 327), FriedrichShagen 562<16 638.. Ober-Scköneweide 77(3871,. Stralau 75(1475), B 0; h a g c n- R u m m e l S b u r g 67(16 749(. Wcitzensee>.iit Neu-Weitzxnsec 185(32 392). Nieder- Schpuhansen 187(3677), Reinickendorf 182.<13 639. Tegel 96(6200).-Zllrückgegangen ist die Secleiizgbl in der Geiiicinde Neuholland. Dort waren im Jabre 1800' 579 Einwohner(gegen- wärtig 419). An der Spitze der Dörfer stand im Jahre 1800 Grotz- Schönebeck mit 1687(grgeiitvärtig 2421). Die Stadt Beriian hatte im Jahre 1860 2447 EiNwohiicr(gegenwärtig 8168), Lraiiiciibnrg 1962(7576), Liebemvalde 1756(2716), AIt-La»dsberg 1070(2347i Tic Nicderlcgung der Brandrnine in Rixdorf wird»n- verziiglick in Angriff gcnonilne» und zivar ist die ickivierige Arbeit dem Berliner NätSziliimernicistcr uild gcricktlickcn Sachverständigen für Bansacken Hoscinann ans der Bergmannstr. 102 übertragen worden. Dieser besichtigte gestcru früh mit dem Polizeirat Böfel das zerstörte Gebäude und legte dabei die Gcsicktspunkrc dar. die bei dem Abtrage» der Rinne inatzgebcnd sein werden. U»i einem Einsturz der Mauern nack autzen hin vorznbeng«». werden dieselben zilnächst vorsichtig abgesteift, worauf besonders starte Gerüste aufgeführt werden. Mit dieie» Arbeiten wurde gcsteru nock begonnen. Was da? Befinden der beim Brande Veriinglückie» andelangt, so ist Fra» Otto bereit? aus dem Rixdori'er Kranlenhame wieder ent- lasse». Die Meldimg von dem ersolgten Ableben des Kntickers Otto beitätigt sich erfrcuticherweisc nicht. Otto ivie auch seine Nichte sind noch am Leben. lieber eine Zlcctyleu- Explosion in der Villenkolonie Falkcnbain bei Scngcfcid brächten wir in Nr. 10 eine Bericht- erstattcr-Meldiing..Hierzu sckrcibt uns Herr Wendst der Besitzer der Villeiikolonie und der Gasanstalt, datz weder von einer Acctyleu- C-xpIosion noch von schweren Verletznngen. der beide» Arbeilcr die Rede sein kann- Es platzte lediglich der Wassertopf des zliin Auf« tauen von cingcfrorciien Leituiige» dieiiciiden Aiistan-Avparatc-Z. ivelcher �0 Schritt abseits von der betreffenden Gasanstalt, voll- ständig im Freien Aiifstellling gefunden hatte, durch Dampf- Überdruck, indem das daran befindlicke Sicherheitsventil versagte. Durch- das ausströmende Wasser wurden die beiden zufällig in'der Nähe befindlichen Arbeiter an den Beinen verbrüht, icdock so u??- dedenteud, datz eine Aufnahme in ein Kranlenhaus nicht für r.ölig des» uden wurde. Govilhts Leitung. Gattenmordprozctz. AuS Lieguitz wird vom 14. Januar derichtet: Ein Deitenstiick zu dem im März v. I. in Königs- berg i. Pr. verhandelte» Gattenmordprozctz Rosengart bildet die Vcrhaiidlmig. die am heiitigc» Dienstag das Schwurgericht des hiesigen Landgerichts beschäftigen wird. Im Landkreise Liegnitz licgl ,ß fern von»» groste» Weltverkehr, dos stolze Rittergut N i e d e r s ch ü tz e» d 0 r f. Die Schlotzherrschoft. bestehend ans dein Rittmeister der Landwchr-Kavallerie. Heimich Bern dt liebst Gattin und einer im Jahre 1835 geborenen Tochter, lebte lange Zeit glücklich und zufrieden. Im Frübiahr 1863 vcrpslicklete Rutmeistcr Lcrndt den damals 22jährigc>i Jvfef Marktvitz als Wirt- schaflSinspektor. Dieser war�in seinem Fack iücktig, so datz sei» Dienstherr sehr zufrieden mir ihm war?- Allem einige Monate»ach dem Dienstantritt dcL Markwitz begann sich der häusliche Fricdee in der Familie Berndt zii verdüstern. ES soll sehr ball Dorfgesprfich geivorden sein, datz zwischen der Schlotzherrin inid ihrem juiigeii Wirt- schaflsiilspcktor nnlaiitcre Bezichnngen bestehen. EincS Sonntags, am 2. Juli 1899. nahm der Schlostherr mir seinem Wirtschastöiiiipcktor geineiiischaftlich das Mittagsessen ein. Die GntShcrrin war noch in ihrem Aiiltcidezinmier beschäftigt und die vierzehnjährige Tochter befand sich in Peiisiou. Plötzlich, als Rittmeister Berndt von der B r a t e n s a u c e ettvaS zu sich nahm, wurde ihm furchtbar übel. Er mutzte das Genossene wieder von sich geben. Berndt warnte seine Uingebling vor dem Geiiutz der Sauce, dä er dieselbe für ver- gifte-t hielt. Um jedoch die Vergiftung fcstznstellen, gab er einen Teil von der Sauce zwei Hiinden. Diese verendeten iii der That auch nach sehr kurzer Zeit. Berndt sandte die Kadaver der Hunde und die Sauce an das chemische Uiiterinchuiigsanlt der Stadt Breslau. Dort wurde festgestellt, datz- sowohl im Magen der krepierten Hniide, als auch in der Sauce Strychnin einhalten war. Berndt er- stattete der Behörde Anzeige und erklärte sich bereit. 150 Mark Belohnung für die Entdeckung des ThäterS zu zahlen. Der Erste Staatsanwalt am hiesige» Landgericht erlietz in dic'cm Sinne eine Bekanntinachimg. Einen Erfolg hatte jedoch diese Bekam, tmachiing nicht- Allein der Volksmund bezeichnete sehr bald den WirtschaftS- inspektor Malkwitz al« Thäter und die Frau Rittmeister Berndt als Anstifterin. Dieses Gerücht drang auch zu Ohren des Ritt- meisterS Berndt. Nachdem er sich durch verschiedene vorgefundene Briefe und andere Dinge überzeugt zu haben glaubte, datz zwischen seiner Frau il»d Markwitz schon seit langer Zeit ein un- lauterer Verkehr bestanden hatte, jagte er den Markwitz und schlictzlich auch seine Frau ans dem Hause. Gegen seine Frau leitete er die Ehescheidungsklage ein. Am 12. Dezember 1899 wurde die Ehe gcrichllich geschieden und die Ehefrau für den allein schuldigen Teil erklärt. In der Ztvischenzeit häuften sich die Verdachtsgründe gexteii Markwitz und Frau Berndt so, datz die Staatsanwaltschaft schlictzlich die Verhaftung der Frau Rittmeister Berndt und des WirtschastSinspcktors Marlwitz anordnete und die Anklage wegen versuchten Mordes oder Austiftung dazu erhob. Frau Berndt ist gegen eine hohe Sicherheitsleistung wieder aus der Haft cutlassen worden. Markivitz dagegen befindet sich seit Ansang August 189« in Untersuchungshafl. Frau Berndt hcitzt mit Vornamen Marie, geborene Grötzner. Sic ist 34 Fahre alt; Mark- witz, der mit Vornamen Joseph heitzt. ist 24 Jahre alt. Borsitzender des SchwurgerichtShofeS ist Landgerichtkrat Berg._ Berlin. Für den Znieratcnteil verantwortlich: Tb. Ol leite in Berlin. Tri VevmiMzkes« Ter Kammersänger Fritz Plank, de:-vor kurier Zeit km Höf-Hea'.er- zu K: c l s r u h e durch einen Sturz ü? ein? Verieukuüg sich verletzte, ist an den Folgen dieser Verletzung MsnragMht gestorben. ' Ein erschütterndes Fauiiliendraiiia. durch dos echt.»;?- mündige Kinder zu'Waisen geworden ff:?d' Hai sich in N ü r i:» berg abgespiell. Tort, wurden., der Hil'-pcrrier bei der -Staats bahn. Jcn'exh Ocslerreicke: und feine Frau in ihrem Bliitc schwimmend, toi«m Bette- anfgemilden.' Neben den Leichen lag der Revclve:, mit dem die lchreckkiche Tba? vollitibrt wurde, und ein Ze:?el.'uhal'.s deffen Oeüerreicke: die Abüchl aus- gesprochen balle seine Frau und dam? i-.ck selbst zu töten Das Moria'zu: Thät war Eiferlucht. Das Ehepaar himerlätzl achr Kind'cr, van denen die Frau zwei mi: in die Ehe gebracht hat. Rettung Schiffbrüchiger. Aus E ran z wird bcrichiel? Ter Lotlendamvict„Pilo!" ha: Sounabendtrachiuiliag nicht nur. wie zuerst gemeldet. zwei der vom Treibeis einzc'.chlösienen Lacks- boote, sondern alle süns Boote erreicht und zlülküch nach Franz zurückaebrach?. Brauereibrand in Hamburg. Grotzieuer entstand Tciinlag im Brauhaus„Hanunonia, Atlien-Gesellichast" am Scheideweg Das Feuer verbrettet? sich sehr schnell über die Küferei. das Fatzläger und mehrere Lagerräume. es gelang, jedoch, dar Hauptgebäude Zu reuen Menkcheüleben waren nicht gefährde!. Trei Kinder verbrannt. Wie die..Tauziger Neuesten Nach- richten" melden, sind Momagmitlaz>2 tlhr bei einem Feuer In einem Häufe der Höckergaffe in Dauziz erei Kilider ocrbräüitt. Sieben Kinder schwebten in grotzcr Lebensgefahr komileii jedoch ge- retict iverdcn. Nach einer Meldung tesielbei? Blattes erstickten in tcyler Nacht ans einem Gut ttn Werdet drei Dien st m ä d ch e n infolge Einatmens van Koblengas In dem Torse Westewitz(Amtshaupimannschafl Töl'el») wurde in vergangenet?!acht ein Doppelmotd verübt. Tie Ehefrau des Besitzers Bayer und ihre lZjährige Enkelin sind mit einer Ar! erichlägen wotden Tic Pest ist jetzt auch nach Aunralien gedrungen. In Adelaide sind zwei Pestfälle vorgekommen von denen einer tmlich verlies. In Rio de I a 11 e i t 0 ist ein pestverdächliger Erkraukungssall elucs Kindes oorgekommeii. der töliich verlausen ist. Ferner ivird aus Barcelona gemeldet, datz dort cxibemffch auftretendes Dengue- f i e b c r eine Reihe von Todesfällen venirsacht hat. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist erkrankt. In den Eetttiäfieu und gewerblichen Betrieben arbeiiet nur etwa der vierte Teil des Personals. Ruö Gera wird berichtet: Vorgestern.abend gerieten der Back>v..re»auSträgcr Müller und ein gewiffer Löffler über eino nichtige Angelegenheit in Streit. Müller lauerte.dem Löffler auf der Stratze aus und stictz diesem sein Taicheiimeffer in die Brust inid darauf derart in die Stirn, datz sofort der Tod des Löffler herbeigeführt wnrdc. Das Taschenmesser nuitzte später aus dem Schädel des Ermordeten hcrausgeineitzelt werden. Infolge von Schncestürnicn ist. wie an? Bukarest vom 14. Januar depcschicri wird, der Verkehr auf beinahe säintlichen rtlniniii'chen Eisenbahnliiiieii»enerdingS unterbrochen. ?lnS Petersburg wird berichtet? In der Nacht auf gestern bat in A ck a l k a l 0 k 1 ei» neues Erdbeben stattgefimden. In dem Dorf« Baralety wurden dreitziz Häuier zerstört. Die Boden- ichwaiiliingcii dauern»ort. Erdbeben ans Sumatra. Ein Telegramm a»S S n m a t r a. welckes beim Kolonialaint im Haag eingerroffen ist. bericktct Über ein finchlbares Erdbeben, welches die Insel verhert hat. 14 Tör'cr find zerstört worden, ein grotze Anzahl Einwohner gciölct. Ter erste Erdstoß fand in der Nacht vom 5. Januar statt. ES ist erreicht? In der„Fraickf. Ztg." lesen wir: Bei dem Stapcllaute des Schnelldampfers„Doutschland" in Stettin hat der Bcrichicrstaltcr der„Franks. Ztg." bemerkt, daß sogar ein japanischer Schiffeoffizicr den nach oben dressierren Ichinirrbart trug, den der berühmte Bartfriseur Haby. der Herr der Haarscheren(nicht zu ver- wechseln mit Heerscharen, um einen bekaniiten Witz Daniel Spitzers zu«rncnerit) zur deutschen Barltrackt erhoben hol. Glückliches Japan:„Es ist erreicht I" Jetzt fehle» mir noch die Chinesen. In Neapel hat am 11. Januar ein Seusationöprozest begonnen. Angcllagt sind: der Advokat Susto. der Fürst von Prcsicce, der Jngenicnr Jaiini, der. Baron. D.cbartoloineiS, der Kapitalist Mcrcnda und der Revisor Dcbsnedictis. Enlslohcu find die Angeklagten: Bantier Hennann(ein Deutscher), Notar Deiforno und Taraschi. Es sind 60 Zeuaen geladen. De» Angeklagte», lvelchc» die hervorragendsten Anwälte Jtälic» zur Seite stehen, werden fünf vollendete Betrngsfälle n»d ein Belrngsvcrsnch zum Borwurf gemacht. Sie sollen sich durch ihre Betrügereien mehr als 150 000 Lire erschwindelt haben. Susio, Hermann und Genosse» erzählten ihren Opfern, daß es hochgestellte» Beamte» der Banco di Napoli gelungen sei. eine doppelle Serie von 50 Lire- Scheinen herzustellen! die falschen Scheine seien von den echten durchaus nickt zu unterscheide». Diese angeblich falschen Scheine wurden gläubigen und zahlnngssähigen jniigen Leuten„zii fabelhaft billige» Preisen" znm Kaufe angeboten: ivein, die Käufer aber ihn?» Bankiiotciischatz in Empfang nehmen wollten, erschienen gewöhnlich Zollbeamte oder Polizisten— Helsershelser der Schwindlerbande— nnd belegten das eckte(von den Käufern gezahlte) und daS falsche Geld mit Beschlag. Die geprellten Käufer hatten das Nachsehen und wurden auck später»och ausgepreßt ivie die Eitrouc»; da sie selbst eine Anzeige fürchteten. gaben sie alles her. was man von ihnen verlangte. Äußer Banknoten ver- kanften die Gauner auch ge'chiimggelte Goldbarren, die� gleich- falls. im Augenblicke der Anshändigiing an die Käufer von sogcnailiitcn Zollbeamten konfisciert wurden. Vornehme Jünglitige, die nickt bei Kaste waren, aber rcicke Et-bschasten zu erivarlcn halte». erhielten von geiverbö,»ästige» Wuckereni, ivelche mit den Schtvindlern in Verbindiliig standen, Geld, um Banknoten und Goldbarren kanfen zu können. Leicht entziindbare Männcrheczcn würden durch schöne Frauen geködert, welche Susio und Genossen gleichfalls zur Ver- fügliiig stellte. Ein. junger Aristolrat Federigo. Meie, und ein Herr Gin'cvre Menichini brachten schließlich die ganze Geschichte zur Anzeige.'_ Briefkasten der Redaktion. «enoüi,, Wenden Sie ff» an irgend«ine Apotheke. T. 21. Der neue Vertrag ist gültig.- H. Hoffwan». 1. An das BczirlStoiiimaiido. 2.. Ja.— F. Bt. 1. Den Termin müssen Sie wahr- nehmen oder wahrnehmen lallen. 2. Vor und nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch gilt für LandSberg Gütertrennung. 3 Nur die Klage gegen den Ehemann hat Aussicht aus Criotg. so weit es sich u»i daS Kapital mid die seit 1897 rückständigen Zin'en handelt.- H. P. 33. 1- Nein. 3. DaS beißt- Geschäftsstelle der Geselllchast. Ob ein Versuch zu schwindeln vor- siegt, läßt sich nicht angeben, die Mogsichieit ist nicht ausgeschlossen.— P. Hl. 2. 12. Ein Lehrling, der keinen Lohn, sonder» nur freien Unter- halt crbält, ist uicht wvaUditälsmsichcrungspslichtig.- Ter grstzle Lninp. 2le konnien nur dann mit Erfolg(beim Am lsgcricht) klagen, wenn Sie beweisen, daß grobe Fahrlässigkeit bei der Denunziation obgewaltet hat. — 1900. 1. Nein. 2. Ein angemeffener, also der übliche Lohn ist zu zahlen, wen» keiue Höhe vereinbarl ist.— 2. 2t. W. Es liegt Btr- jährung vor.- 21. joo. Nein.- Gebort. 30. I- Sie wenden sich an die Staudesämtcr der Reihe nach. 2. Nein., Kostenpunlt b0 Pf.— Erbteil. 1. und 2. Nein. 3. Ja.— R. F. 300. Leider nein.— A. Z. Ja, es braucht aber dem Hinterbringer nicht geglaubt zu werden.— (9. 21. I 33. In Ihrer Sache taim auf etwa 10 Ntsnate wegen Bclci- diguiig erkannt werden.— Rixdorf. Hobrechlstratzc. 1. Ja, aber verständige Waitenvenualinngen betasien den Kindern einen Teil des fchiiialen Erbteils. 2 Stein, aber es vmh in dem Statut ausgesprochen werde», daß ein klagbarer Anspruch nicht besteht.— Tilberg. Wenn nichts anderes vereiphlyt, wird, �gtht es hgibpart 1 und Verlag von Max Bading ü> Berlin.