Nnterhaltimgsblatt des Dorwärls Nr. 93. Sonnabend, den 14. Mai. 1910 81} Die Hrena� ISagKvff fiets«tsind wie in der Gegenwart. wo alle Versuche letzten Endes oft an der Spekulationswut beute- gieriger Unternehmer scheitern, muß Ueberlegung dem Zufall gerade entgegenarbeiten; sonst bleibt alles im Stadium der Unvollständig- keilen und nie greifen die Einzelheiten zu einem Ganzen zusammen. Diese Tendenz bemerken wir auf allen Gebieten: aus dem Zufalls» walten zur disziplinierten Auswahl, zur Kritik. Das Zwischen- stadium, in dem wir uns jetzt befinden, ist das unerquicklichste; da *) Unser Referent betrachtet hier ausschließlich die ästhetische Seite der Arbeiterhäuser. Wir brauchen nicht besonders zu betonen, daß die vom Unternehmer gebauten und dauernd beherrschten Arbeiterhäuser sozial und polittsch ein Unterdrückungsmittel fein können und vielfach auch fem sollen. Die Red. vnrd geflickt und erneuert, da wird versucht und probiert, da schaltet und waltet jede Generation nach Belieben; da fie aber nicht eigen- kräftig im Willen ist, borgt sie von vergangenen Stilen, auf den Lehrstühlen wird das Heil einer besonderen Stilepoche gepredigt und flugs beginnt die jeweilige Mode, die alle zehn Jahre womöglich wechselt. AuS diesem Wirrwarr herauszukommen, das ist die Ten- denz der neuen Baukunst, die sich ihrer sozialen Bedeutung wieder bewußt wird. Freilich ist das, das dürfen wir uns nicht verhehlen, eine schwierige Aufgabe; so kompliziert, daß eS des einmütigen Zu- fammenwirkens aller beteiligten Faktoren bedarf. Der Architekt unterer Tage ist so sehr überbürdet mit Anforderungen der der- schiedensten Art, die ihm anscheinend ganz fernliegen, daß er kaum noch dazu kommt, dem eigentlich Baukünstlerischen zu genügen. Er mutz ein ganz starkes Talent sein, um sich durch diesen Wirrwarr hindurchzufinden. Er soll den Bedürfnissen der Besitzer, der Mieter genügen, er muß die Vorschriften der Baupolizei, die oft ganz un- sinnig sind, erfüllen, er soll dem Unternehmer die Rentabilität sichern und so fort und noch viel mehr. Was Wunder, wenn seine schöpferische Kraft erlahmt und er froh ist, diesen praktischen An- forderungen gerecht zu werden. Sein ganzes Schmuckbedürfnis konzentriert sich schließlich auf die Außenerscheinung und so wird er Fassadenarchitekt. Hier geht er mit dem Unternehmer zusammen, der möglichst die protzige Fassade als Anlockung gebraucht. Daher kommt es, daß»msere Mietshäuser so unlogisch die Scheinpracht der Paläste nachahmen und eine Straße fast eine Repetition aller mög- lichen Stile darstellt, in der jedes Haus seine Einzelbestimmung betont und möglichst wenig Rückficht auf den Nachbar nimmt, da ja seine Bestimmung, sein Bestreben ist, sich herauszuheben aus der Umgebung. Dem gegenüber betont der moderne Städtebau die Rücksicht auf die Gesamtwirküng. In jeder Beziehung. Wir beginnen anders darüber zu denken, wie eine Straße aussehen muß, wie ein Platz sich einfügen soll, wie Gebäude und Anlagen abwechseln müssen, kurz, wie eine Stadt aussehen mutz, um würdig sich im einzelnen wie als Ganzes zu repräsentieren. Diese Ideen find erst jetzt uns geläufig geworden. Wir be- ginnen ihnen zu folgen. Das Gewissen der Architekten ist erwacht. Wir ahnen wieder die Ziele einer großen Baukunst. UnS schwebt das Ideal einer modernen Baukunst vor, die, ganz und gar er- wachsen aus den Bedürfnissen der Gegenwart, diesen genügt und der dann noch die Steigerung zu jener künstlerischen Erscheinung ge- lmgt, die das Kennzeichen jeder echten, starken Epoche war. Damit erst schaffen wir eine Architektur, die dem Geist der großen Ver- gangenheiten ebenbürtig sein kann. Dieses große Ziel liegt solchem Unternehmen, wie eS die Städtebau« Ausstellung darstellt, zugrunde. Hier befindet sich noch alles im Werden. Es gilt erst, diese allgemeine Anschauung zu wecken und zu ihr zu erziehen, auf da? öffentliche Gewisien ein- zuwirken. Die Ausstellung bietet vielleicht dem Fachmann und dem, der sich überhaupt mit solchen Fragen beschäftigt, nichts Neues. Es handelt sich vorerst auch nicht darum. Es handelt sich wesentlich einmal um Propaganda für diese neue, sozialere Anschauung. Diese Anschauung gipfelt darin, daß eine Stadt nicht nur ein Komplex von Mietshäusern und offiziellen Gebäuden ist, sondern ein Symbol. Tin immer gegenwärtiges Symbol eines starken Gemein- samkeitSgefühls, ein Denkmal der tättgen Kräfte der rastlos arbeitenden Gegenwart. In der Tot, was könnte lockender fein als die Aufgabe, ein Gemeinwesen so zu schaffen, daß alle Menschen, die in ihm arbeiten und leben menschenwürdig wohnen, daß fie ihre Stadt nicht hassen, sondern lieben, da sie ihnen die Grundbedingungen einer schönen Existenz bietet. In diesem Sinne wird die Architektur erst wieder zu dem, was fie in den großen Epochen der Vergangenheit war: die Mutter aller Künste und die BeHüterin des Lebens. Denn erst auf diesem Fundament erwachsen die anderen Künste wie aus natürlichem Boden und man kann sagen, die Zielunsicherheit aller anderen Künste rührt daher, weil fie sich loslösten von dem Zusammenhang mit der Bau- kunst. Sie mußten sich aber loslösen, weil die Baukunst verwilderte und aus einer Kunst, die im Leben einer umfassenden Gemeinsamkeit wurzelt, zu einem Spekulationsobjekt wurde. Wir begrüßen also diese neue Entwickelung, weil wir in ihr die Möglichkeiten einer besseren Zukunft ahnen. Aber wir müssen uns bewußt sein, daß diese nur dann kommen wird, wenn aus den Vor- schlügen und Entwürfen, aus den Ideen und Versuchen Taten werden. Dazu bedarf eS der rastlosen, unermüdlichen Mitarbeit aller, und in diesem Sinne sei die Städtebauausstellung eine Station auf einem langen Wege, den wir gehen müssen, ein Do- kument eines neuen, starken Gemeinsamkeitswillens. iL. E. W. Gleislose Bahnen* Zu den vielen Projekten, die eine Lösung der Verkehrsfragen in Groß-Berlin herbeiführen sollen, ist nach Mitteilungen in den Tageszeitungen in letzter Zeit ein neues hinzugekommen. Die Werkehrsdeputationen von Schöneberg und Charlottenburg sollen miteinander über den Bau einer gleislosen elektrischen Bahn zwischen Bahnhof EberSstraße und Zoologischer Garten ver- Handels. Die Bezeichnung„gleislose Bahn" ist nicht glücklich ge» wählk, da mit de« Begriff einer Bahn immer auch die Vor« stellung von Gleisen verknüpft ist. Viel besser bezeichnet das Wesen dieses neueren Verkehrsmittels der Ausdruck elektrische Omnibusse mit Oberleitung. Man kommt mit diesen Omnibussen, wie so oft in der Technik, auf Vorschläge zurück, die zu Beginn einer technischen Epoche gemacht wurden, wegen der mangelhaften technischen Hilfsmittel aber nicht durchgeführt wex» den konnten. Schon bevor man Eisenbahnen in unserem heutigen Sinne mit ihrem eigenen Schienenweg baute, war man der Ansicht, daßj der auf der Landstraße ohne Schienen dahinrollende Dampf- wagen das gegebene und einzig mögliche Verkehrsmittel sei. Zunr Gluck für die EntWickelung des Verkehrs hat man bald diesen! Gedanken aufgegeben und die Vorzüge der Gleise erkannt. In den letzten Jahrzehnten ist aber dieser ursprüngliche Gedanks durch die Automobile, die heute auf allen Landstraßen zu finden sind, wieder aufgenzmmen und in die Praxis umgesetzt. Es gibt oft Strecken zwischen benachbarten Gemeinden usw., für die die Anlage einer elektrischen Schienenbahn auS finanziellen Gründen oder aus bestimmten Eigenhelten des Verkehrs vollkommen un- durchführbar ist, die aber trotzdem ein moderneres und zwcckmäßi- «eres Verkehrsmittel als den Pferdeomnibus sehr gut vertragen können. Hier setzt das Automobil in Gestalt des Autoomnibusses ein und befriedigt diese» Bedürfnis in einfacher Weile. Die bayerische Post läßt z. B. im Sommer zwischen viel be* suchten Ausflugsorten, wie zwischen Berchtesgaden und dem Königsee, Autoomnibusse verkehren, die sich vorzüglich rentieren und den Massenverkehr leicht bewältigen können. Dem Auto» omnibus, der durch Verbrennungsmotoren angetrieben wird, haften aber eine Reihe von Mängeln an. Vor allem sind jedem Berliner die angenehmen Düfte und der Lärm bekannt, den diese Ungetüme verursachen, Nachteile, die sich wohl vermindern, aber sich nie ganz beseitigen lassen. Sie haben aber auch noch innere Nachteile, die nicht sofort zu erkennen sind. Sie sind z. B. noch ziemlich teuer im Betrieb, da sie, abgesehen von den Brennstoff- kosten, infolge ihres großen durch die Motoren bedingten Ge- wlchtes, große Ausgaben für die Gummibereifung verursachen. Die Explosionsmotoren lassen sich ferner nicht überlasten und sind daher Steigungen sowie schwierigen Betriebsverhältnissen nicht gut gewachsen. Die Dampfmaschine ist in dieser Beziehung viel besser als der Explosionsmotor.. Man hat daher auch versucht, moderne auto- mobile Dampfwagen, deren bester Vertreter der Serpollet» wagen sein dürfte, zu bauen. Die Komplizierung, die durch den Kessel, durch das'Mitführen von Wasser und Brennstoff entsteht. ist jedoch so groß, daß diese Wagen auch heute keinen Erfolg haben können. Es ist unzweifelhaft, daß die idealste Lösung der Frage der durch Elektromotoren betriebene OmnibuS, das Elektro- mobil, ist. Der Elektromotor kann sich wie keine zweite Arbeits- Maschine den jeweiligen Verhältnissen anpassen, er arbeitet ge- räusch- und geruchlos und ist auch im Betrieb billig, vorausgesetzt» daß man sich die erforderliche Elektrizität zweckmäßig beschaffen kann. Und darin liegt der wunde Punkt in der Verwendung des Elektromobils. Man ist in der Regel gezwungen, die Strom- quelle in Gestalt von Akkumulatoren im Wagen mit sich zu führen. Durch diese Akkumulatoren wird vor allem das„tote", nutzlose Gewicht, das der Wagen befördern muß, stark erhöht, da der „leichte" Akkumulator trotz aller Erfindungen Edisons noch nicht existiert. Es werden ferner die Vedienungskosten beträchtlich er- höht, die Betriebssicherheit vermindert und schließlich der Wir- kungskreis des Wagens sehr eingeschränkt, weil man nur eine be- stimmte Menge elektrischer Energie in der Batterie aufspeichern und mit sich führen kann. Das Elektromobil ist daher, wenn es eine Batterie mit sich führt, nur ein Stadtwagen, und auch hier ist seine Rentabilität ziemlich fraglich. Ganz anders wird es jedoch, wenn den Elektromotoren eines Elektromobils die elektrische Energie von außen, genau so wie einer elektrischen Straßen- oder Vollbahn, durch Drähte zugeführt wird. Dieser Gedanke wurde wohl zuerst von Schiemann im Jahre 1901 auf der gleislosen elektrischen Bielatalbahn in der sächsischen Schweiz in die Praxis umgesetzt. Die elektrischen Omnibusse durchfahren dort eine zum Teil gut chaussierte, zum Teil gepflasterte Straße mit einer Geschwin- digkeit von 12 Kilometern in der Stunde. Gleise oder Schienen sind nicht vorhanden, so daß an der Straße nichts geändert wurde. Hingegen befindet sich über der Straße, genau wie bei einer Straßenbahn, ein Fahrdraht, der mittels einer Kontaktstange den Strom den Motoren zuführt. Ein zweiter Draht übernimmt die Rückleitung des Stromes zum Elektrizitätswerk, die sonst den Schienen zufällt. Die Drähte sind in einer Höhe von sechs Meter gespannt, so daß der gewöhnliche Verkehr durch den elektrischen Betrieb gar nicht gestört wird. Nach demselben System von Schiemann ist auch in den letzten Monaten eine gleislose„Elek- irische" zwischen dem italienischen Städtchen Pirano und dem Seebad Portorose dem Verkehr übergeben. Der Verkehr, der in der Badesaison ziemlich lebhaft, aber doch nicht lebhaft genug ist, um eine Dampfbahn rentabel zu machen, �wurde bis jetzt von Eselfuhrwerken und Pferdeomnibussen bewältigt. Die Anlage einer Schienenbahn verbot sich auch durch die Enge der dem Meer �abgewonnenen Fahrstraße. Es wurde- jetzt eine Oberleitung ge- - 872- ftkmnl utü der elektrische Betrieb mit drei Motorwagen und zwei Alnhängewagcn mit großem Erfolg aufgenommen. Die Schwierigkeit bei diesen Betrieben besteht nur in der klrt und Weise der Zuführung des elektrischen Stromes, da im iibrigen die vorzüglich durchgebildeten und erprobten Einrich. t ringen der elektrischen Straßenbahnen benützt werden können. Nach der Art der Stromzuführung kann man zwei Systeme unter» scheiden, und zwar das von S ch i e m a n n mit Kontaktstangen und die Systeme von Stoll und Lombard Gerin mit Kon» taktwagen. Das System mit Kontaktstangen entspricht ungefähr der bei Straßenbahnwagen verwendeten Methode. Der Strom wird mittels Schleifstücken von dem Fahrdraht abgenommen und durch Stromnehmerstangen, die auf dem Dache des Fahrzeuges angeordnet sind, den Motoren zugeführt. Die Stangen sind sehr leicht beweglich angebracht, so daß die Fahrzeuge andere Gefährte überholen oder ihnen ausweichen können und trotzdem mit der Stromquelle verbunden bleiben. Bei den Systemen mit Kontaktwagen kann man wieder zwei Gruppen unterscheiden, je nachdem der Kontaktwagen, der auf der Oberleitung läuft und den Strom mittels eines biegsamen Seile? zuführt, einen eigenen BewegungsmcchanismuS besitzt oder vom Omnibus selbst mitgenommen wird. Bei dem System Lom» ibard Gerin wird der Kontaktwagen durch einen kleinen Elektro- inotor betrieben, der mit dem Fahrzeugmotor verbunden ist. Der Wagen läuft also gleichsam auf der Oberleitung dem Omnibus mach. Nach diesem System, das ziemlich kompliziert ist, wurde seinerzeit aus der Pariser Ausstellung eine Strecke betrieben, auch in Deutschland wurden bei Eberswalde wenig erfolgreiche Ver- suche mit dem System durchgeführt. Bei der zweiten Gruppe, deren Vertreter die Konstruktion von Stoll ist, wird der kleine Kontaktwagen, der mit zwei Rädern auf dem Stromzuführungs- draht und zwei Rädern auf dem Stromableitungsdraht läuft, durch ein biegsames Seil vom Wagen selbst nachgezogen. Nach diesem System dürften auch die Wagen der Daimler Motorengesellschaft, unter dem Namen„System Mercedes Elcctrique Stoll", die dem oben erwähnten Projekt der gleislosen Elektrischen Charlotten- Iburg— Schöneberg nahesteht, laufen. Der Hauptvorzug dieser Bahnen besteht gegenüber den Straßenbahnen in den geringen Anlagekosten, da die Schienen- anlage wegfällt. Dann fallen diese Anlagen im Gegensatz zu Straßenbahnen in Preußen nicht unter die Bestimmungen des Kleinbahngesetzes, da sie sich in einfacher Weise dem übrigen Straßenverkehr einfügen. Diese Eigenschaft kann unter Um- ständen den einzelnen Gemeinden Möglichkeit geben, Anschluß- linien an bestehende Straßenbahnlinien zu bauen, besonders da die Betriebskosten nicht hoch fein sollen. In den durch den Ver- kehr überlasteten Großstadtstraßen könnten schließlich diese elek- Irischen Omnibusse unter Umständen mit Vorteil Straßenbahnen ersetzen, da sie sich besser dem Fuhrwerksverkehr anpassen können, ohne die Nachteile der Autoomnibusse mit Explosionsmotoren zu besitzen. Diese Bahnen können daher noch von Bedeutung für unseren Modernen Verkehr werden, wenn die technischen Einrichtungen, vor allem die Stromzuführung, längere Proben im praktischen Be- trieb erfolgreich bestanden haben. Es ist daher bedauerlich, daß die beiden großen deutschen Elektrizitätsgesellschaften, die Allge- meine Elektrizitäts-Gesellschaft und die Siemens-Schuckert-Werke, die beide vor mehreren Jahren solche Bahnen versuchsweise bauten, heute anscheinend kein großes Interesse mehr dafür zeigen und die Führung kleineren Firmen, wie z. B. Schiemann, über- lassen, die aus finanziellen Gründen nicht die notwendigen Ver- suche im großen durchführen ksinnen. Die Existenzberechtigung des Problemwesens im Schach beruht einzig auf der K o n v e n t i o n der vorgeschriebenen Zllgezahh ohne die die Lösung meistens kinderleicht wäre. Künstlich gebaute Positionen, an die Gewinn- oder auch RemiS-Fordeaungen ohne Beschränkung der Zügezahl geknüpft sind, und die trotzdem noch eine nennenswerte Schwierigkeit zur Auffindung der richtigen Methode bieten, heißen„Endspiel st udien'. Vorstehend bringen wir für's erste Mal eine ziemlich leichte, von einem Mitglieds de? Berliner Arbeiter-Scha-bklubs koniponiert. Sie behandelt ein schon sehr oft dargestelltes Thema. Ein Kenner wird zur Lösung also nicht viel Zeit verbrauchen. Schachnachrichten. Die„Märkische Arbeiter-Schach« Vereinigung- veranstaltete am ö. Mai zum ersten Male einen Masienwettkampß der in NowawsS ausgefochten wurde. Die Arbeiter« schachklubs„Vorwärts"(Brandenburgs, Potsdam und NowaweS kämpften verbündet gegen den Berliner Arbeiterschachklub. Etwa 30 Partien waren gleichzeitig im Gange, von denen an elf Brettern die stärkeren Spieler(.1. Klasse") beider Parteien sich gegenüber» saßen. In dieser Kategorie erfochten die Berliner einen glänzenden Sieg, indem sie nur den Brandenburgern eine Remise ge» statteten, die anderen zehn Partien(vier Brandenburg, vier Potsdam und zwei NowaweS) aber gewannen. Die Veranstaltung war stark besucht und gefiel den Teilnehmern so gut, daß für den Herbst eine Wiederholung als Revanche-Wettkampf beschlossen worden ist. Im Regensburger Wettkampfe MieseS-Spiel- mann hat der letztere in allen ungeraden Partien Schwarz. Die 1. Partie, eine„Schottische", wurde nach 31 Zügen Remis; die 2., eine„Sizilianische", wurde von Mieses gewonnen; Spielmann ge« wann die 3.(Schottisch) und die 1.(Sizilianisch). Nachstehend bringen wir den Verlauf der ersten drei hiervon. Schottisch(3. Partie) I. MieseS R. Spielmann Weiß. Schwarz. 1. e2— e4 e7— e5 nahm folgenden c5;(dies heißt Schach. Unter Leitung von S. Alapin. Von R. Oehlschläger. »dock«k{»l> e2— e4 (Die 2. Partie Verlaus: 1.... „Sizilianisch"). 2. Sc3, e6; 3. g3, 35; 4. oXd5, eXd5; 5. 34, oXa4; 6. DXdi, Sf6; 7. hgb. Le7; 8. Lg2, So6; 9. Da4, 0—0; 10. Sge2?, 34!; 11. 000, 1,37!; 12. SXd4, 8a5!; 13. Sf5, LXa4; 14. TXdSf, LXd8; 15. SXa4, Sg4; 16. 1,32, So4; 17. Ijb4, SXß; 18. Tfl, LgSj; 19. KM, Tf38; 20. b3, 832+; 21. LXd2, TXd2: 22. LXb7, Te8; 23. Sc3, Te5; 24. 834?, TXd4; 25. TX®. Mieses kündigte 44= an.) 2. Sgl—£3 Sb8— c6 3. 32—34...... Durch diese EröffnungSzüge er- hält die Eröffnung den Namen „Schottische Partie". 8....... e5Xd4 4. 853X34 I,k8—o5 (In der 1. Partie folgte: 4.... 8561; 5. Sc3, Lb4; 6. SX06, bXc6; 7. 1,33, 35; 8. eXd5, oXd5; 9. 0—0, 0—0; 10. Lg5, c6; 11. Se2, Te8; 12. 834, D36; 13. 1)53, SM; 14. L54, Df6; 15. Le3, Dg6; 16. h3, 137; 17. Tadl, 136; 18. 8s2. Sg5; 19. 1Xg5, DXg5; 20. c4, Te8; 21. 0Xd5, cXd5; 22. 155, TX62; 23. 1X37, Df4; 24. I>X54. 1X54; 25. 1X35. TXb2: 26. 155, 1o7; 27. 1o6, 158; 28. 135, g6; 29. 153, 132; 30. 1b3, Kg?; 31. lsl-136 als Remis abgebrochen.) 5. Icl— v3 Lo5— b6 6. 151—04 37—36 7. SM— e3 Sg8— 56 8. S34Xo6 b7Xo8 9. Le3— g5 0—0 10. 1)31—53 Lc8— e6 11. Lc4— 33 Zunächst 1X56 war vorsichtiger. 11....... 116—34 12. 153— g3 Ta8— b8 In Betracht kam 12...... Db8! nebst«vent. 837. 13. So3— 31 856—15 14. Dg3— h4 134—58 15. 1g5X56 SbbXkS 16. 52—54 c6— c5 Um die Drohung s4—«5 mit «5—04 zu parieren. 17. 02 c4••»••• Mit 17. b3!, 35; 18.«5, c4; 19. sX56. oX33; 20. cX33?c. hatte Weiß ein gutes Spiel. Oder 17. d3, Se8!; 18. DXd8, 1X38; 19. o4 je. 17....... 36—35 Ein geistreiches, wenn auch riskante? Manöver. Vorsichtiger war 8s8. 18. 04X35...... Der Zug ist sehr plausibel. Nur nachträglich in Anbetracht der feinen Opserkombinatton deS Gegners kommt man zur Neberzeugung, daß 18. öS, Se4(18...... 3X<-4. 19. 1c2, 135; 20.«Xk6. 1e8+: 21. K52 ic.) 19. DXdS, 15X38; 20. 1Xs4, 3Xe4; 21. b3 nebst event. 831—12 —»4 ec. vorsichtiger war. 13....... 168X35 DaS interessante Opfer verschafft einen sehr auSfichtSvollen Angriff. 19. o4X35 133X35 20. Dh4— g3...... Am besten war vielleicht noch daS Gegenopfer IXMf nebst 0—0. 20....... T58— eSf 21. 133—62 Ta8— 38 22. 331—03 Oder 22. D53, 132+; 23. K51, 134 nebst event. 13e4«c. 22....... D35— 32+ 23. Kel-52...... Auf K52? folgt IXo2t! nebs» event. SMf. 23....... 856—35! 24. Tal— el...... Oder 24, 131, SeSf; 25. KkS. SXdlf. 26. IX 31, IXeSfl-c. 24....... 835X54 25. Dg3— 52 T38— 34 26. g2— g3...... Auf 26. 131 entscheidet 26....... DXe2t! 26....... 854—13 27. D52— 55 1)32X12 28. 1)55X1» Db2Xo3 29. 013—55 134—64 30. V55— 52 1)03—32 81. TU— gl Tel— e6 32. Tgl— g2 Te8— 56 33. 162—5» TeSXolf Gibt aus. Da nach 34. VXsl. 1X53f-. 35. 152 I>Xk2f; 36. 0X52,1X52+; 37. KX52, 55 Schwarz drei Bauern mehr behält. Eine schöne Partie l ad ode fgh _ Weiß zieht und gewinnt._ Derantw. Redakteur: Richard B