Nnterhaltungsblatt des vorwärts Nr. 197. Sonnabend den 8. Oktober. 1910 tNachdruck verboten.) 671 Der Entgleiste. Von Wilhelm Holzamer. In dem einen nur war er mit Philipp nicht ganz zu- frieden: er trank ihm zu viel. Es war natürlich nicht mit ihm ausgemacht, wieviel er trinken dürfe. Aber nun ward es ihm doch zu viel. Da verweigerte er ihm oft das neue Glas. Doch nun trat man für ihn ein, man sammelte für ihn. Man meinte es ja gut mit ihm und bemitleidete ihn, wenn er vor einem leeren Glase sitzen sollte. Und schließlich führte sich dieses Sammeln so ein. daß es immer und ganz von selbst geschah. Obschon er nun mit dem niedersten Volke, das die Großstadt hervorbringt und beherbergt, lebte, wurde man nie aggressiv gegen ihn. Man ließ ihn gewähren, wie er wollte— und da man ihn für einen amüsanten Narren hielt, so war das gewissermaßen die letzte Möglichkeit, wie er sich noch einen Rest von Eigenart und Persönlichkeit bewahren konnte. Er lebte dieses Leben im Grunde doch fremd. Er lebte in seiner Welt trotz alledem. Nur zu dem Glasfresser zog es ihn mit einer seltsamen Freundschaft hin. Was Trieb zum Leben in ihm gewesen war, das war nun Verlangen zum Sterben geworden, mit diesem letzten Anklammern an das Leben, daß er es nur mählich und in Rausch und Ver- gessen von sich werfen wollte. Er wollte es abstreifen nach und nach, bis es zu seiner letzten, sacht verpulscnden Auf- lösung gelangt wäre. An sich und an seinen Wert jedoch dachte er nicht mehr. Er hatte keine Forderungen mehr an sich. So hatte er auch keinen Schmerz mehr. Diesen Verlust zu zählen und zu wägen, hatte er nun die Klarheit schon verloren. 13. Pierre, der Glasfresser, war ein Mensch von rauher und grober Schale, aber eine treue Seele. Er hatte es mit ge- witztem Blick bald herausgekriegt, wo sich Philipp an der Welt stieß. So half er ihm über die Ecken hinaus, bis er wieder seinen geraden Weg gehen konnte. Und er hatte Philipp eine schöne Gelegenheit verraten, Geld zu ver- dienen.— Heber die Grands Boulevards bewegten sich die„Sand- wichs"(Rcklameträger) der Veruügungsetablissements. Man war sie schon so gewöhnt, man ließ sie unbeachtet passieren. Dann aber gab es plötzlich eine Stockung im Passantenstrom: es war eine Ansammlung entstanden, wie sie in Paris bei der kleinsten Begebenheit möglich ist. Und lachend, aber sehr langsam, bewegte sich ein Menschenknäuel weiter und wurde größer und größer, wie eine Lawine wächst, die den Berg hinabrollt. Die äußersten Zuschauer konnten schon nicht mehr sehen, was denn zu sehen war und alle Welt anzog. Sie trennten sich vom Haufen los und liefen voraus, das Er- eignis zu erwarten und so in nächster Nähe zu sein, wenn es bis zu ihnen vorgekommen wäre. Und was war zu sehen: Ein Mann, als Zimmcrmaler angezogen, eine rote Mütze auf, einen großen Malerkittel an, kalkbespritzte Schuhe, Löcher in den Strümpfen, ging gemütlich, wie in der Arbeits- pause, oder als suche er seinen Bau— denn von Zeit zu Zeit blieb er stehen und sah sich um—. über die Boulevards hin, und hinter ihm her schritt ein zweiter, ganz genau so angezogen wie er, und malte ihm in verschiedenen Farben— ouer über den Rücken und den Hintern:„Farben von Nipo- lin." Das war die Reklame dieser großen Farbfabrik, die fertige Farben in allen Tönen, in glänzender und matter Wirkung, in Blechdosen verkaufte. Die Fabrik hatte ihr Plakat lebendig gemacht: zwei wirkliche Menschen mußten ausführen, was da gezeichnet war. Ihre Maler- ktttel waren aus Gummi, die Schrift war in feinen, den Umstehenden nicht sichtbaren Linien schon ausgeführt, sie war nur mit den Farben auszufüllen. Das Bild, das die beiden boten, genügte eigentlich schon, aber das Publikum folgte ihnen dennoch nach und sah dem langsamen Werden von Buchstaben zu Buchstaben zu. Der vorn ging, war Philipp. Der Glasfresser malte ihm die Buchstaben auf. Sie waren am Morgen zu dem Reklamedirektor der Folies-Bergäre gekommen, und er hatte sie für den Abend engagiert. Aber dem Glasfresser war der eine Frank zu wenig, er wollte auch einen Tages verdienst haben. So führte er Philipp zu einem Reklameinstitut. Hier wurdeil ihnen verschiedene Vorschläge gemacht, zuletzt der der Ripolin» reklame. Der Glasfrcsser, der schon alles getrieben hatte, sagte, er sei ein Maler und darum besonders für diese Sache geeignet. Die Gummikostüme, Mützeu und Schuhe lagen schon bereit. Man verlangte eine Probe. Der Glasfresser wollte den Gunimikittel auf einen Tisch ausbreiten und die Firma aufmalen. Aber damit war man nicht zufrieden. Philipp mußte ihn anziehen und langsam auf und ab gehen. Der Glasfrcsser setzte ihm den Malstock fest ins Kreuz und malte die ersten beiden Buchstaben. Man sah, daß er's fertig brachte. Sie wurden engagiert, der Glasfresser für 1 Fr. 50, Philipp sollte nur einen Frank erhalten, der Glas- fresser trieb aber auf 1 Fr. 15 hinauf. So zogen sie über die Boulevards hin. Gegen fünf Uhr war diese Arbeit beendet. Sie gingen in eine Kneipe, aßen ein wenig und fanden sich dann in den Folies-Begöre ein. Hier lagen wieder andere Kostüme für sie bereit. Als die Straßen beleuchtet waren, gingen still und feierlich, gravitätisch und wichtig, fünf Männer in gleichen Abständen über die Grands Boulevards. Sie hatten rot- braune Anzüge an, weite Hosen, lange Gehröckc, gelbe Samt« Westen, von denen eine dicke Schnur herabhing, die in der rechten Hand endigte, braune Regenschirme in der Hand, braune Zylinderhüte auf, graue, langlockige Perücken darunter und weiße Glacöhandschuhe. Onkel Sam— fünf Onkel Sams. Grauen Spitzbart, glatte Oberlippe, Monocle. So schritten— der erste, der zweite, der dritte, der vierte, der fünfte. Keiner verzog eine Miene. Sie zählten ihre Schritte ab. Jeder war eine Welt. Auf ihren Hüten erschien dann und wann eine leuchtende Schrift: Folies Vergöre. Vor den Terrassen der Cafös blieben sie stehen. In gleichen Abständen hatten sie Posteil gefaßt, den Gästen auf der Terrasse zugewendet. Die Schrift auf den Zylinderhütcn leuchtete auf. Dann Pause. Und, wie an der Schnur gezogen, eine gemeinsame Verbeugung. Dabei gingen mst einer langsamen, eckigen Bewegung die Zylinderhüte von den Köpfen. Fünf hohe Glatzen wurden sichtbar, tief den Gästen auf der Terrasse zugebeugt. Und dann erschien auf den fünf Glatzen die gleiche leuchtende Schrift: Liane de Pougy. Langsam die Köpfe gehoben, lang- sam die Hüte aufgesetzt, noch einmal die leuchtende Schrift auf den Hüten: Folics-Bergöre: dann ein Ruck, die Fünfe stelzten weiter zum nächsten Cafö. Das Spiel wiederholte sich längs der Boulevards bis zur Madclaine: an der Made- laine wurde in die Rue Royale eingebogen, und dann ging es auf der anderen Seite zurück bis zum Place de la Nation. Geschlagene vier Stunden mußten fünf Menschen wie mecha- nische Puppen sich anstellen und durften sich kaum einen Augenblick— nur wo die Cafäs aussetzten— freier bewegen. Denn ihnen nach schrttt ein Angestellter der Folies-Bergöre und überwachte sie— schwarzen Gehrockanzug. Zylinder, weiße Krawatte, helle Glacehandschuhe, ein dünnes Spazier- stöckchen mit Silbergriff. Alles im Stil. Als die Fünfe vorm Caf6 amöricain waren, saß da ein Halbweltmädchen, das seinen Absinth trank. Sie betrachtete die Komödianten und grinste mit ihrem zurechtgemalten Ge» ficht. Plötzlich schrie sie auf:„Gott! was ist denn das? Wahr- hastig! Mein Gott! Der arme kleine— deutsche Doktor!" Philipp, der der erste von den Fünfen war, rührte sich nicht. Der Reklamedirektor hatte ihn den anderen voraus- gestellt, weil er ihm der würdigste schien und daS traurigste Gesicht zog. Hinter Philipp stand jetzt der beaufsichtigende Herr im schwarzen Gehrockanzug und wartete, was komme» würde. „Das ist zu hart für Dich, mein Kleiner." sagte das Mädel.„Komm, ich nehme Dich, wie Du bist. Du dauerst mich." Aber Philipp rührte sich nicht, obgleich er sie erkannte. Sie war früher auf dem Montmartre gewesen und hatte Karriere gemacht. Nun saß sie im(?ak6 am�ricain: viel- leicht brachte sie's auch noch zu Maxims. Schön war sie freilich nicht, aber fett und frech. Und sie hatte Stil. Sie verstand's. Sie hatte es den Malern und Bildhauern abgeguckt, bei denen sie Modell gewesen war. Liane de Pougy leuchtete auf den fünf Glatzen, sie hoben fich, die Zylinderhüte setzten sich darauf, Folies-Bergdre leuchtete auf den Zylinderhüten— ein Ruck— die Fünf drehten und schritten weiter. Der Mechanismus funktionierte gut. Und die Dirne hatte hier noch geholfen, die Reklame wirksam zu machen. Der Herr im schwarzen Gehrockanzug schmunzelte, trat zurück und verlor sich in der Menge.— An diesem Abend war im Chütelet eine große Auf- regung unter den Lebemännern. Die Beya tanzte wie eine Wahnsinnige und stieß schan'e, rauhe Raubvogeltöne und Schakalschreie dabei aus. Aber das war es nicht, was die Aufregung hervorrief. Man hielt sie ja für eine Wilde, und ihre Wildheit war ja gerade ihr Reiz. Nein, seit acht Tagen war der Platz lcex, wo d e r immer gestanden hatte, mit dem sie ihren Liebesroman lebte. Alle Hoffnungen waren wieder wach geworden und flogen hoch. Nun galt's. Wer wird Sieger sein? Nun brauchte sie Trost; das erleichterte den Sieg. Der Reichste, der Schönste, der Glänzendste, der Stärkste— wer würde ihn davontragen? Welche Taktik war dazu nötig? Oder half alle Taktik nichts, war's nur der Zufall? Man sandte ihr Karten, Blumen. Geschenke. All die kleinen Choristinnen waren bestochen. Jede vertrat einen anderen Nanien. Den Marguis von— den Baron von — den Grafen von— Monsieur Soundso— Mister Soundso — den Duke of— Sir Charles und so weiter. Die Al- g&rienne hörte darauf, wie man auf den Regen hört, der draußen an die Scheiben schlägt. Nachdem ihre Nummer vorbei war, ging sie fort. Aber sie zog sich kaum um. Sie warf ihren Mantel über und stürzte davon. Am nächsten Tage war es ebenso, und die ganze folgende Woche hindurch. Nach ihrer Nummer leerten sich die Logen und Parkettsitze. Draußen wartete man auf sie. Wagen und Automobile waren für sie bereit. Sie stürzte davon. Sie beachtete keinen, der fich ihr näherte. Und einmal trat aus der Reihe der Wartenden ein großer, starker Mensch auf sie zu. Er war elegant und vor- nehm. Sie wollte an ihm vorübergehen. „Madame," sagte er,„einen Augenblick, wenn Sie er» laubenl" Sie sah zu ihm auf. Er faßte sie fest ins Auge. Und sie behielt den Blick zu ihm aufgeschlagen. Tann stieß sie einen leisen, heiseren Schrei aus und fletschte die Zähne. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, winkte der Herr seinem Kutscher und gab laut und deutlich den Befehl:„Zu Maxims!" Die AIg6rienne stieg ein, willig und furchtsam, wie im Banne einer Hypnose. Der Fremde strich ihr leicht und zurückhaltend über den Scheitel. „Ich liebe Siel" Ter Alg6rienne hob sich die Brust— sie lächelte. Sie lächelte bezwungen und voller Liebe. Und sie war schön dabei wie eine Königin der Nacht. „Ter Siegerl" sagte einer der zurückbleibenden Herren mit einer hohen und knackenden Stimme. „Sie wird uns noch alle ruinieren," erwiderte ein anderer, der nervös an seinem goldenen Armband spielte. «Wir müsien nur warten. Und bei Maxims werden wir uns wiedersehen." «Wir haben noch Schonzeit," warf einer ein. -»Sie ist schön und wild." bemerkte ein anderer. „Es ist der Maler Guirand de Villeneuf, wißt Ihr, der sie gewonnen hat. Einerseits ist er ein Gascoguer— aber andererseits weiß er zu schätzen, was er hat. So werden wir noch lange das Nachsehen haben. Bis dabin aber— es gibt nicht nur einen Mond, der nachts leuchtet, es gibt auch Sterne. Und wenn das Wetter trübe ist. gibt's sogar die Nachtlampe, die dann nicht zu unterschätzen ist. Auf Wieder-, Lehen— auf Wiedersehen!" �Auf Wiederjehenl"— und Kutscher und Automobile setzten fich in Bewegung. Und jeder fluchte vor fich hin: „Verdammt, dieser Guirand de Mlleneuf— mit seiner herkulischen Gestalt und den unheinilichen Augen." Vor dem Chätelet standen nur noch wenige Leute— ein paar Metsdroschken, Zeitungsverkäufer und BlumenhändW — und erwarteten das Ende des Stückes. Bei Maxims knallte der Champagner. �Fortsetzung folgt.). gz Die familie Krage. Von Johann Skjoldborg. Autorisierte Uebersetzung von Laura Heldk V. Die Gedanken der Dünenbewobner reichten über ihr Land und Reich nicht hinaus. Höchstens gingen sie bis an die Grenze ihres Bezirks. Innerhalb desselben kannten sie dann allerdings auch alles genau— wie die kleinen Fische, die in den Gewässern und Tümpeln der Dünen leben, auch mit allen Winkeln und Rinnen dort vertraut sein müssen. Und gleich wie diese im Graben ganz still stehen und alle den Kopf nach einem und demselben Punkt drehen würden, falls irgend ein fremdes Tier durch den Kanal kommen und auftauchen würde, so standen die Gedanken sämtlicher Düncnbewohner still und waren alle auf das von der Familie Krage bewohnte Haus gerichtet. Namentlich an den langen Abenden, wenn jeder in seinem eigenen, einsamen Hause saß. Und JenS Roü konnte es nicht länger aushalten. Eines Adcnds erhob er sich ungeduldig von seiner Bank und zog die Jacke an. Unterwegs kehrte er bei Niels Malle ein. der gerade sein großes wollenes Halstuch umband, als sei er fix und fertig zum Mitgehen und habe nur auf ihn gc- wartet. Und als sie bei Drösbak einbogen, kam Mads Riet den Fußsteig von Nordosten dahergehumpelt. Auch er nahm feinen Kurs auf das Haus der Familie Krage zu. Hier saßen Anders und Rjesten wie gewöhnlich im Ofenwinkek, jeder auf seinem strohgeflochtenen Stuhl. Der Webstuhl war ent- fernt und unter den Fenstern stand wieder der lange Tisch, an dem Marie Platz genommen hatte, im Begriff, ihres Vaters steife Lederhosen auszubessern, während Jürgen mit aufgeschlagenem Atlas und anderen Büchern aus der Schulzeit dasaß und Sören Knak, dem nächsten Nachbar, der aufmerlsam zuzuhören schien. etwas erzählte. Jens Rou war der erste, der eintrat. Seitdem er als Vor- knccht auf dem Toruper Hose gedient hatte, war es ihm zur Gc- wohnhcit geworden, stets an der Spitze zu marschieren. Er bog etwas die Knie, richtete sich dann auf und schob die Brust heraus. Die anderen betraten langsam, zögernd, einer nach dem anderen, das Zimmer. Sie blickten verlegen umher und nahmen dann zögernd Platz. Es wurden einige allgemeine Redensarten und gleichgültige Worte gewechselt. Dann hörte man etwas draußen im Flur rumoren, eine Hand tastete nach dem Türgriff. Es war der Stille-Peter aus Sovbak. Stets war er hinter den anderen zurückgeblieben, seine Schritte sowohl wie seine Arbeit, sein Gedanlengang und seine Bemer- kungen. „Guten Abend!" sagte er. hob den Pfeifendeckel auf und stopfte die Asche fester. lind so saßen sie dann und wußten nicht recht, was sie sagen noch wohin sie blicken sollten. Jens Roü richtete sich auf, und mit der Miene des überlegenen und vernünftigen Mannes begann er:„Raa, hier soll wohl aus den Büchern vorgelesen werden?" „Ja, wir sitzen hier und betrachten die Landkarte," antwortete Sören Knak.„Jürgen sagt, hier im nördlichen Rußland ist es acht Monate lang Nacht; während der Zeit sehen sie niemals die Sonne. Und in den anderen vier Monaten geht sie überhaupt nicht unter!" Niels Malle stieß seinen Nebenmann mit den Knien an und zwinkerte den anderen mit den Augen zu, als wenn er sagen wollte, daß dies w i r! l i ch ein guter Witz sei. In seinem runden Gesicht saßen ein paar muntere Augen und bewegten sich hin und her in einem Netz feiner Hautfalten. Er tat ganz ernsthaft und sagt«:„Ja, ja. gewiß. Micbel Binderup erzählte, daß er. als er vor vielen Jahren bei der Marine diente, auf einem Schiff von unglaublicher Größe war. Wenn sie bei Skagen wendeten, reicbte das Bugsprit ganz hinein nach Norwegen und fegte dort achtzehn Kirchtürme um.... So gibt es allerhand merkwürdige Dinge in der Welt." Sie lachten mit Ausnahme von Mad3 Riek. Der war stets verdrossen; er hatte aber auch immer Schmerzen in�den Beinen. Ans den Mundwinkeln des breiten Mundes mit den dünnen Lippen sickerte es herab, als hätte er stets einen sauren Geschmack im Munde. Und dann war er fast immer heiser. „Nichts als Lüg« und Dreck!" knurrte er.„DaS eine wie das andere." „Ihr glaubt es nicht?" rief Jürgen. »Nein, das ist wohl auch ein bißchen viel verlangt von vcr» nünftigen Leuten!" antworiete Jens RoS mit Herablassendem Lächeln. „Wenn Ihr auch nur etwas von dem wüßtet, was in diesen und anderen Büchern steht, und wenn Ihr eine Ahnung hättet von dem, was in der großen Gemeinschaft da draußen vor sich geht, dann würdet Ihr Grund haben, Euch zu verwundern. Aber Du bist wohl nie weiter fortgewesen, als bis nach Nörresundby, Jens Roll!" „Ick will Dich doch nur wissen lassen, mein Freund, daß ich vier Jahre lang V ort»echt auf dem Toruper Hofe war und daß ich anderthalb Jahre als Dragoner in Randers diente. Ich bin, hols der Eatan, keiner von denen, die nicht die Nase hinausgesteckt haben!" „Was soll das nun heißen, die Sache gleich so aufzufassen I" bemerkte Sören Knak friedfertig. „Nein; aber hierher zu kommen und uns einreden zu wollen, daß sie im Rußland, oder wo zum Henker es immer war, keine Sonne haben...... nein, dazu haben wir uns, Gott sei Dank, zuviel umgesehen in dieser Welt." „Ja, aber bester Mann!" erklärte Jürgen.„Die Sache ist doch ganz einfach. Während der vier Monate läuft der Nordpol infolge der Stellung der Erde parallel mit der Sonne, und dann haben sie Tag und so umgekehrt!" „Ja. das ist nun eine von diesen übertriebenen Redensarten, auf die man besser gar nicht antwortet." Roü spie einen feinen Strahl durch seine starken, weißen Zähne hindurch. Nach einer Weile fragte der Stillc-Peter von seinem Winkel her:„Die große Gemeinschaft! Was hat es denn eigentlich mit der auf sich?" Jürgen kraute sich das Haar und ein hastig wechselnder Aus- druck trat in seine Augen, als durchzucke ihn blitzschnell manch strahlende Erinnerung an das, was er da draußen gesehen, gehört und gelesen hatte: „Die große Gemeinschaft ist da draußen, wo man die Früchte der Erde so leicht von Land zu Land transportiert, wie ihr hier von einer Tasche in die andere, wo ein Hundertkronenzettel nicht mehr gilt als hier ein Oere, und ein Mensch nicht mehr als eine Ameise, wo die Menschen ein Gemeinsames haben, wo Tausende von Leuten alle dasselbe wollen und sich durch einen Blick verständigen, wo Leben und Bewegung ist, wo das Gestern anders war wie das Heute..... wo es ist wie ein weites, weites Meer mit turmhohen Wogen!-- Aber da, wo die Menschen nur essen und schlafen und sich schinden." fügte er anzüglich hinzu,„da ist die große Gemeinschaft nicht, denn das tut der Ochse auch." Jens Rou schob die Brust heraus.„Ja. wir gehen nun so unseren Gang und passen auf unsere Futtersäcke, und für Dich wäre es wohl das klügste, mein Freund, wenn Du es ebenfalls tun— würdest, denn— äh— wie steht noch geschrieben, niemand kann zween Herren dienen, so heißt es wohl!" Und Niels Malle fügte hinzu:„Ja, wenn nur Korn im Beutel ist!" „Ob die Leute, von denen Du da erzählst, wobl von der Luft leben können?" fragte Mads Kirk spöttisch. „Nein, aber es ist Schwung in ihrem Gedankengang! Da draußen sauft alles! Ihr hier in den Dünen könntet wohl ein Schwungrad nötig haben, das Euch über den Wien Punkt hinweg- brückte." Jens Roü blickte verwundert auf und rief:„.Bist Du immer noch dabei?— Entweder bist Du Baptist, Sören, oder, hol's der Satan, Sozialist, glaub ich... Anders, sagst Du gar nicktS?" Anders richtete den Oberkörper auf und sah von seinen Stroh- bändern in die Höhe. Dann sagte er scharf:„Ich habe wohl ge- hört, daß eS Leute gibt, die vom Predigen leben, aber w i r gehören nun nicht zu denen!" Es entstand eine Stille, wie oftmals, wenn Anders gesprochen hatte. Der Stille-Peter begann zuerst wieder. Me sahen, daß er etwas auf dem Herzen hatte; denn er versuchte, den Mund in die richtige Lage zu bringen. Endlich stieß er hervor:„Wenn nur uns nun ein solches Rad zulegten— hem!— wohin sollten wir dann damit fahren?" Niels Malle lachte, daß ihm der Bauch wackelte. Alle lachten, Jürgen auch. Sogar Mads Kirk verzog den Mund zu einem Lächeln. Als dann aber Jürgen von neuem zu sprechen begann, bürstete Anders die Strohreste von seinem Zeug, stand kerzengerade auf, als wolle er sich mit seiner ganzen Länge gegen etwas anstemmen und sagte: „Nun ist es genug damit!" Seine Stimme schnitt wie ein scharfes Messer mitten in Jürgens Redestrom hinein. Es war, als fege Anders mit diesem einen Satz all die Worte und Gedanken beiseite, die Jürgen zum Besten gegeben hatte, als fege er all diesen Gemeinschaftsunsinn zum Hause hinaus. Danach ließ er sich an dem einen Tischende nieder und sprach von anderen Dingen, als sei Jürgen gar nicht anwesend. Da stand aber Jürgens Frau haftig auf— sie war fast so groß wie der Vater— und blickte mit funkelnden Augen auf die Männer, bevor sie, hochaufgerichtet, zur Stubentür hinausschritt, die sie mit fester Hand hinter sich schloß. (Fortsetzung folgt.) fidbUs plan für die Gmwrlität Berlin, (Zum Berliner UntversitatSjubiläumi) Zu den Männern, die 1807 aufgefordert wurden, einen Ent« tmirf für die Sckxiffung einer Universität in Berlin auszuarbeiten, gehörte auch Fichte. Er entwarf darauf den„deduzierten Plan einer zu Berlin zu errichtenden höheren Lehranstalt". Sein Entwurf wich von allem ab, was man bisher unter Uni« versität verstand. Er im rde auch ohne jede Diskussion von vorn» herein aus dem Material der Vorarbeiten ausgeschieden. Er wollt« eine Schule der Kunst des wißensckaftlichen Verstandesgebrauchs schaffen, in einem strengen, einheitlichen Aufbau. Der neue Mensch sollte in dieser Schule gebildet werden, und deshalb der Schüler völlig von dem bürgerlichen Leben getrennt werden; schon in der vorbereitenden Gelehrtenschule. Aus dem tiefsinnigen und kühnen Entwurf seien die folgenden Ideen wiedergegeben: Der Sohn eines Bürgers, welcher ein bürgerliches Gewerbe treibt, besucht vielleicht auch des Tages mehrere Stunden eine gute Bürgerschule, worin mancherlei gelehrt wird, das die gelehrte Schule gleichfalls verträgt. Dennoch ist die Schule nicht der Sitz seines wahren, eigentlichen Lebens...; die Schule ist Nebensache und bloßes Mittel für den besseren Fortgang des bürgerlichen Ge- werbes, als der eigentliche Zweck. Dem Gelehrten aber muh die Wissenschaft nicht Mittel für irgendeinen Zweck, sondern sie muß ihm selbst Zweck werden... (Das höchste Uebel ist die) Verfließung des studierenden Teiles des gemeinen Wesens mit der allgemeinen Masse des gewerb- treibenden oder dumpfgenietzenden Bürgertums; indem, ganz davon abgesehen, daß bei einem solchen nur als Nebensache getriebenen Studieren wenig oder nichts gelernt wird, auf diese Weise die ganze Welt verbürgern, und«ine über die Wirklichkeit hinausliegende Ansicht der Wirklichkeit, bei welcher allein die Menschheit Heilung sinden kann gegen jedes ihrer Uebel, auso-tilat werden würde in dem Men> cke n qeschl eckt e. » Daß das Detail der kleinen Sorgfä.tcglenen um die täglichen Bedürfnisse des Lebens zum Studieven nicht paßt; daß Nahrungs- sorgen den Geist niederdrücken; Nebenarbeiten ums Brot die Tätig» ieit zerstreuen, und die Wissenschast als einen Broterwerb hin- stellen; Zurücksetzung vor Begüterten dürftigkeitshalber, oder die Demut, der man stch unterzieht, um jener Zurücksetzung aus- zuweichen, den Charakter herabwürdigen: dieses alles ist... ziemlich allgemein zugestanden. Aber man kann... auch noch eine tiefere Ansicht nehmen. Es wird nämlich... bald sehr klar die Notwendigkeit sich zeigen, daß im Staate, und besonders bei den höheren Dienern desselben, recht fest einwurzele die Denkart, nach welcher man nicht der Gesellschaft dienen will, um leben zu können, sondern leben mag, allein um der Gesellschaft dienen zu können... Mächtig wird dieser Veredelung und dieser Unabhängigkeit... vorgearbeitet werden,»venu die künftigen Gelehrten... von früher Jugend an gewöhnt werden, die Bedürfnisse des Lebens nickt als Beweggrund irgendeiner Tätigkeit... anzusehen.(Fichte verlangt daher Sicherung vor jeder Sorge um das Aeußere, ver- mittels eines gewährleisteten Unterhalts sowohl für ditz Zeit des Studierens wie für die Zukunft.) An eine besondere Uebung oder Prüfung in der Kunst des akademischen Vortrages hat... niemand gedacht, gleich als ob es sich von selbst verstände, daß man, was man nur wisse, auch werde sagen können; zum schlagenden Beweise, daß man... mit der Universität durchaus nicht mehr beabsichtigt, als dem gedruckten Buchwesen noch ein zweites redendes Buchwesen an die Seite zu setzen. � Ein anderer Mann(Pestalozzi) hat in unserem Zeitalter die ... Wurzel derselben Pädagogik gesundem Jener Gipfel(der Universität) macht möglich die höchste und letzte Sckule aller wissen- schaftlichen Kunst; diese Wurzel macht möglich die erste und all- gemeine Schule des Volkes... Der mittlere Stamm der Pädagogik ist die niedere Gelehrtenschule. Aber der Gipfel ruht fast nur auf dem Stamme, und dieser zieht seinen Lebenssaft nur aus der Wurzel; alle insgesamt haben nur an-, in- und durcheinander Leben und versicherte Dauer. Ebenso oerhält es sich auch mit der höheren und der niederen Gelehrtenschulc und mit der Volks» schule... Da aber, wo wir zusammenkommen werden, wird der armen, jetzt in ihrer ganzen Hilflosigkeit dastehenden Menschheit Hilfe und Rettung bereit sein; denn diese Rettung hängt lediglich davon ab, daß die Menschenbildung im großen und ganzen aus den Händen des blinden Ohngefähr unter das leuchtende Auge einer besonnenen Kunst komm«. » In allen menschlichen Verhältnissen... ist das alte und hergebrachte das Dunkle; eine Region, die mit dem tlarcn Begriffe zu durchdringen, und mit besonnener Kunst zu bearbeiten, man Verzicht leistet, und auö welcher herab man den Segen Gottes ohne sein eigenes Zutun erwartet. Setzt man in diesem Glaubenssystem zcnem göttlichen Segen etwa noch eine menschliche Direktion und Oberaufsicht an die Seite, fo ist das«me bloße Inkonsequenz. Das — 788 ölfe ist i« jedermänniglich befor.nt, diesem soll gefolgt werden.. es gibt darum auch nichts zu leiten, und die Oberaufsicht ist ein Völlig überflüssiges Glieds Soll man voraussetzen, das} es mitten in unseren gebildeten Staaten noch einen Haufen von Menschen gebe, deren angeborenes Privilegium dies ist, datz lein Mensch Anspruch auf ihre Kräfte, und die Bildung derselben habe, und denen es freistehen muß, ob sie etwas oder zu nichts taugen lvollen, weil sie außerdem zu leben haben? Soll fiir diese vielleicht jene freie und auf gar nichts rechnende Bildungsanstalt angelegt werden, damit sie, wenn sie wollen, hier die Mittel erwerben, ihr einstiges müßiges Leben mit weniger Langeweile hinzubringen? Alles zugegeben, möchten tvenigfiens diese Klassen selbst für die Befriedigung dieses ihres Bedürfnisses sorgen: aber dem Staate ließen die Kosten einer Lolchen Anstalt sich keineswegs aufbürden. * T(Die Jurisprudenz) sollte sein eine Geschichte der Ausbildung und Fortgestaltung des Rechtsbegriffs unter den Menschen, welcher Rechtsbegriff selber, unabhängig von dieser Geschickte, und als Herrscher, keineswegs als Diener, schon vorher durch Philosophieren gefunden sein müßte... Ihr letzter praktischer Zweck ist der, den Gesetzgeber zu bilden.: Daß die Theologie, falls sie nicht den ehemals laut gemachten und mich neuerlich nie förmlich zurückgenommenen Anspruch auf ein Geheimnis feierlich aufgeben wolle, in nne Schule der Wissen- Lchaft nicht aufgenommen»»erden könne, ist schon oben gezeigt. * Daö eigentliche Genie für den künftigen Volkslehrer(Pfarrer) «st ein frommes und Menschen und besonders das Volk liebende Herz. � 1 1 Da? Bestreben, die Schule und Universität recht nahe am väterlichen Hause zu haben, und in dem Kreise, in»vclchem man dumpf und bewußtlos aufwuchs, ebenso dumpf fortzuwachsen, und !in ihm sein Leben hinzubringen, ist... entwürdigend für den Menschen: denn dieser soll einmal herausgehoben werden aus allen den Gängelbänden, mit dem.n die Familien, und Nachbar- und Landsmannsverhältnisse ihn immerfort tragen, und Leben, und in einem Kreise von Freunden, denen er durchaus nichts mehr gilt, als»vas er persönlich wert ist, ein neues und eigenes Leben be- ginnen, und dieses Recht, das Leben einmal selbständig von vorn anzufangen, soll keinem geschmälert werden. i? So steht in Absicht dev Zahlung der Grundsatz fest, daß. wer zahlen könne, zahlen müsse,»ver aber nicht zahlen könne, dieselbe, «nwiefern er nicht zahlen kann, unlveigerlich frei erhalte. Nicht die Zahlung gualifiziert, sondern die anderweitige Leistung... So schließt nicht das Unvermögen zu zahlen aus, sondern das geistige Unvermögen... Es könnte festgesetzt»vcrden, daß die Grafen doppelte Zahlung leisteten... All« sollen in solche Gleich iheit gesetzt werden, daß dem Reichsten das wenige, anständigkeits- halber vielleicht nötige Taschengeld von der Vertvaltung nicht reich licher gereicht werde als dem ganz freien Armen. Dies« Form einer organischen Bereinigung der aus lauter verschiedenen Individuen bestehenden Menschheit vermag in ihrer Sphäre die Wipenschaft zu allererst, und dem Kreise der übrigen menschlichen Angelegenheiten lange zuvorkommend, zu reali- sieren... Als em Verein von Republiken darum, weil alle genau wissen und verstehen,»vas sie eigentlich wollen: dagegen die poli- tischen Entzweiungen der Völker und welterobernde Kriege sich sehr oft auf die verworrensten und finstersten unter allen möglichen Vorstellungen gründen. In dieser früheren Realisierung der für alle menschlichen Verhältnisse eben also angestrebten Form ist sie, an dem einen, das sie gestaltete, Weissagung, Bürge und Unter» Pfand, daß auch das übrige einst also gestaltet sein werde, der strahlmde Bogen des Bundes, der in lichten Höhen über den Häuptern der bangen Völker sich wölbt.___ Schach. Unter Leitung von S. Alapin. Lösung.(24. September. Troitzky Weiß: Kh5, Sf6, BB 66, f3, h7. Sckwarz: Kf8, Te8, Lg8, Se7. Weiß zieht und gewinnt.) 1. vgl), Thäf!; 2. Kg5, TXM; 3. Sd7t, Kg7; 4. föf, Kttf; 5. dXe7, Td8; 6. Stöf, TXfS; 7. oXk8 8+ Schachnachrickten. Die Abteilungen �.Norden l' und „Norden II' des Berliner Arbeiter-SckackklubS spielen gegenwärtig einen Maiienkanipf gegeneinander:' desgleichen zwischen die Ädteilungeu „Norden HI" gegm„Norden IV'.— Am 16. Oktober, um lv Uhr vormittags, wird in der Abteilung„Ober-Schöneweide" bei Roden» bulch. Wilhelminenstr. 64. Ecke Ratbenauitraße, eine Simultan» Vorstellung stattfinden, zu der auck Nichtmitglieder als Gäste sich melden können.—.Norden I' spielt von jetzt ab jeden Freitag. Maxstr. 13d in der Metallarbeiterbörie. Königsgambit. Durch Brieswechsel 1904 gespielt. Schachklub von Marseille(Weiß) gegen Schachklub von Piatigorsk am Kaukasus(Schwarz). 1.«2— s4 e7— e5 2. 12— f4...... Dies gibt der Erössnunz den Namen. Der Zweck des OpserS ist die Er- möglichung eine? Zentrums durch ein nachträgliches 62— 64. 2....... vSXtt I Mit Leb oder 67—65 würde das „abgclekmte Königsgambit" entstehen. 3. Sgl— 13!...... Gesck£jt um der Drohung Dhlf entgegenzutreten und best!:.Springer- gambit". Mit 4. bot würde daS „Läuscrgambit" entstehen. 3....... g7— g5 I Es drohte 62— 64 nebst LXf4 mit Zurückcroberung des tSambitbauem, wonach Schwarz keinen Ersatz sür das weihe Zentrum nebst offener k-Relhe bätte. 4. Ir2-b4I...... Aus 4. I,c4, was cbcnsalls üblich ist, kann Schwarz mit 4..... Lg7! nebst cvclit. b7— IrS eine stark« Bauernkette konsolidieren, die der Be» weguirgssreiheit des I-cl sehr hinder» lich wäre. 4-...... ßö-g4 Zieht nun der angegriffene 8k3 nach gö, so entsteht das iogenannte ..Allgaicrgambit", das wegen 5. Sg5, h6 ein Figurenopfer emschlietzt. So» Uder ist, ivie in gcgenwärklgcr Partie das „Kteseritzki gambit", daS also eine Untervariante fces Königsgambit vorstellt und eingeleitet wird mit dem Zug« 5. 813— e6!...... Dies ist unseres ErachtenS eine ganz korrekte Form des König»« gambits, während andere Form« von zweiselhaster Korrektheit sind. 6....... Sg8— 16 Ucber zahlreiche andere Verteidi- gungcn, die hier möglich sind, ew anderes Mal. 6. L(l— c4 67—66! 7.«4X65 1,53—66 Ueber 7..... Lg7, was auch üblich ist, siehe Anmerkung zum 12. Zuge von Weiß. 8. 62—64!...... Mit 8. 0— 0 würde daS sehr be- kannte„Riccgambit" entstehen. 8., Sf6— ho 3. 0-0 Dd8Xh4 10. Ddl— eil Dh4Xel 11. TflXel 0-0 12. SM— c3....... Hätte Schwarz im 7. Zuge 7..... Lg7 gezogen, so wäre bei analoger Fortsetzung statt des Tcxtzuges besser: 12. cZ I, um dann cvcnt. mit 363 aus Rückgewinn des Gambitbauern spielen zu können.(Den» bei der Läuserstellung aus g7 könnte aus 12. 803? die Fortsetzung: 12,---- c5! j 13. 6Xc5?, TeS; 14 56% L64f 2C. lästig werden.) 12....... Sb8— 67 Auch mit anderen Zügen hat Schwarz wenig Aussicht seinen Mehr- baucr aus die Dauer geltend zu machen. Z. B.: 12...... TeS; 13. Ld2, Lf5; 14. L63, IiXe5; 15. TXeS, TXeä; 16. dXe5, LX63: 17. 0X63, 867: 18. 64, 866; 19. Tfl, T68; 20. I,Xf4, 3X65; 21. Lh6, Sg3; 22. Tf2 nebst evciit. Kh2 uud Tf5(22...... Se7; 23. Tf4-c.). 13. Se5Xg4 14. Lc4— e2 15. Sg4— f2 16. Lei— 62 17. Le2— 53 18. TalXel 867— b8 T58— e8 Sh5— g3 886X66? TeSXel 865-50? Besser war 13...... So31(Ausgleich.) 19. Sc3— b5 Sg3— 55 20. 852— g4 Kg8— g7 21. Sg4X56 Kg7Xf6 22. Tel— e8 a7— a6 23. 885X66 855X66 24. TeS— h8 Ta8-a7l 25. Ld2Xf4 Lc8— 55 26. c:2—e3 K56— e7 27. Th8— b8 87-86 23. L53— c6 57—56 29. 82-83 L55— g6 30. 64—65!...... Drobt Le3 nebst c3— c4— o5 je. 30....... 31. a2— a4 1 OO r3_ rS.' 32...'.... LXbST; 33. c5, 855: 34. 66+ I ,c. 33. Tb8— eSf 84. TeS— 68 a6— a5 Lg4— c2 866-55 Ke7— 57 855-64 34...... LXb3?; 35. T67+ nebst 66. 35. Td8— 67+ 36. L54Xc7! 37. d5Xc6 38. T67-63+ 39. Lc7Xb6 40. Td8— c8 1 41. Tc8— 88 42. Kgl— 52 43. K52— e3 44. g2— g3 45. Lb6— 68 46. TbS— 861 K57— e8 1 864 Xc6 Lc2— e4 1 Ke8— e7 Le4Xc6 Lc6— 67 1 Ta7— a6 Ke?— 66 87—85 Ld7— e6 Kd6— 67 I Ta6-a8! 46...... TX86; 47. LXb6. Lgi; 48. 15621, 55; 49. LXaS, 54; 60. gX«. 84; 51. Lb6, 83; 52. Lgl und gewinnt. 47. Ld8Xf6 Ta8-f8 Sonst Lc3 nebst event. TbS. 48. LIÖ— c3 49. Lc3Xa5 50. Ke3— 64 51. c4— c5 52. 05—06+ 53. La5— el I 54. Lei— 84+ 65. 1564—05 66. Tb6— 87+ 57. Tb7— g7 58. Tg7— e7 Le6-g4 T58— 53+ T53Xg3 86-84! Ke7— 66! Tg3— 83 K66— c7 ThSXbS Kc7— c8 Lg4— e6 Aufgegeben Die Drohung TeS+ nebst La5+: ist nur durch TXb4 zu parieren. Amclung. o« k k Weiß zieht und macht Remis. jverantw. Redakt.: EarlWermuth. Berlin-Rixdorf.— Druck u. Verlag: vorwarl« Buchdruckerei>t.«ermg«anllaUPaM«,l�er0l»o.uV«rlm8',V. I