Unterhattungsblatt des Horwärts Nr. 207. Sonnabend den 22. Oktober. 1910 (Nachdruck verboten� 771 Oer Entgleiste. Von Wilhelm Holzamer. Aber in Köln war jeglicher Uebergang vorbei. Der Deutsche war wieder in Deutschland. Er verzieh sogar dem Bahnhofs- kellner, daß er ihm den Kaffee hinstieß, als ärgere er sich, daß er überhaupt bedienen müsse. Er ging in die Stadt und trank deutschen Wein und kaufte deutsche Zigarren. E war ein heiterer Tag. Er entschloß sich, mit dem Dampfer bis Mainz zu fahren. Mit dem Dampfer auf dem Rheine I Sein Herz hüpfte. Jugend! Alles Glück und alle Liebe der Jugend! Der Himmel war rein und blau und wurde immer heller, je höher die Sonne stieg. Die Luft war ein Silberflimmer. Der Rhein war grün, hell und glitzernd. Die Städte und Berge, die Burgen und der Wald, die Türme und die Felsen waren vergoldet. Und es war ein Grüßen zu ihm— und es war ein Gruß zu ihnen. Das helle Schiff furchte den grünen Rhein zu Bergen— und Bingen kam, das liebliche, einzige; der Rheingau grüßte, der reiche, gesegnete, und den Türmen und Brücken des goldenen Mainz fuhr der Dampfer entgegen. Nachmittagsglanz lag auf der Stadt, und der Abend wartete schon, seinen Purpur über sie zu gießen. War die Welt schön! War das Leben ein Glück! Auf Schritt und Tritt ging die Erinnerung mit ihm. Auf Schritt und Tritt klang im Neuen das Alte. Zum Bahnhof! Er fuhr mit dem nächstn Zuge seinem Dorfe zu. Wie war das verändert! Ein anderer Bahnhof, eine andere Bahnhofstraße, neue Häuser, Fabriffchornsteine, und wo die Pappelallee die Wiesen durchschnitten hatte, glitzerte der Schienenstrang einer neuen Bahnstrecke, die von Oppen- heim nach Bingen führte. Hier war er fremd. Niemand erkannte ihn. Er war froh. Aber als er aus dem Bahnhofsgebäude heraustrat, blickte er nach links hinaus in das Wiesenland. Da war der helle Giebel der Eulenmühle, wie er immer gewesen war. Und der Rauch stieg auf. Er mußte die Zähne aufeinander beißen. Um seine Lippen zuckte es. Er fühlte seine Augen feucht werden. All dies Glück, war es Leid? All dies Leid, war es Glück? Er wußte nicht, was er mehr fühlte. Es war fo schmerzlich und so wohlig, was da aufftieg, und es machte ihm das Herz weich. Die Mutter saß auf der Treppe und blickte, den Kopf in die Hände gestützt, vor sich hin. An der Pumpe holte jemand Wasser. Nun stand er vor ihr. Sie war alt, grau und runzelig geworden. Ihre Lippen waren eingezogen, und ihr Mund schien noch größer geworden zu sein. Sie erkannte ihn, wie er sagte:„Guten Tag, Mutter!" Sie schrie ganz laut auf und sprang in die Höhe. Und erst nach einer Weile fand sie ein Wort.„Philipp!" rief sie. Und sie stand immer noch unbeweglich. Sie wußte nicht. waS sie tun sollte. Er küßte sie. Und plötzlich, unter Weinen und der- schluckten Tränen, rief sie:«Danz doch! Danz doch! Philipp!" Mit dem hohen A, das ihm so viel Spott eingetragen hatte. Da nahm er sie in die Arme und schwenkte sie herum und sagte, als er sie wieder frei gab: „Ja. da bin ich, Mutter!" ..Äahrhaftig. da bist Du!" sagte sie. „Bist Du froh?" Sie nickte nur. „Wirst einen schönen Hunger haben?" fragte sie. „Nein, gar keinen." „Na. komm herein. Es grbt noch'was im Kllchenschrank. Weißt Du, was? Ich Hab den letzten Winterschwartenmagen grab gestern angeschnitten." Sie gingen hinein. Und die Kunde von Philipps Heim- kehr lief durchs Dorf. Nun war es eine ganze Menge Leute, die ihn schon erkannt und gesehen haben wollten. Sie saßen immer beisammen und erzählten einander, die Klar und ihr Philipp. Keinem Menschen gab sie eine Aus- kunst. Nicht einmal recht sehen ließ sie sich. Der Schlüssel war nun kaum mehr daheim. Beständig unterwegs. So gingen die ersten Tage hin. Philipp mied das Dorf« Er war hier scheu. Am Abend ging er mit der Mutter ins Freie. Und ein- mal gingen sie der Eulenmühle zu. „'s ist da alles anders." „Tut nichts," sagte Philipp. Die Nebel zogen durch die Erlen, die Blätter der Pappeln flüsterten, das Haar der Weiden wehte. „Das ist all noch, wie eS war," meinte Philipp« Sie gingen schweigend. „Hast viel ausgehalten?" fragte die Mutter. Er antwortete nicht. Durch die Bäume strich der Abendwind und lief sprung» weise über das hohe Wiesengras und glitt sachte am Ufer des Wassers hin. „Was ich die Jahre immer gemeint Hab— sie seufzte ich Hab Dir ein besser Leben machen wollen, als ich eines ge- habt Hab, und nun hast Du grad so schlecht eines gehabt wis ich. Aber ich Hab nit besser gewußt und hatt mich nit zu be- klagen:— aber Du hättst doch besser haben können." „Ja, Muter," sagte er,„es ist uns beiden gleich schwer gewesen— so wie es uns sein mußte. Kann Dir das Leben noch etwas tun?" Mir schon lange nit"— und sie hob den Kopf und die Schulter. Sie lächelte fast. Da sah er sie stolz an. Sie sahen sich beide sehr ähnlich jetzt. „Aber war's auch für Dich nötig? Was hast Du davon?" Er neigte den Kopf zu ihr und küßte sie auf die Wange. Dann flüsterte er ihr ins Ohr: „Leids genug, um gut zu sein wie Du. Mutter, und Weh» mut genug aus allem, die Menschen zu verstehen und ihre Not zu begreifen— und sie auch ums Uebelste nicht zu der» dämmen. Und noch etwas, Mutter,— die Welt sehr gerne zu haben, wie ich Dich habe— und wie Du sie hast." „Ja," sagte sie,„und für mein ganz schwer Leben noch mal, von a bis z noch mal, leben möcht ich doch. Schön ist'S doch, daß man lebt." Die Eisenbahn raste über den Damm. „Tut's Dir nit das Herz bobbern— willst Du nit wieder hinaus in die Welt, wenn Du die Bahn siehst?" „Am Ende bin ich noch nit"— er nahm den Dialekt auf. Aber was nun kommt, ich steh meinen Mann." „Wär's nit auch anders möglich gewesen?" Er besann sich. Eine Pappel lag ihnen quer über den Weg. Er blieb stehen. „Da siehst Du's, Mutter. Der eine Baum wird Bau- holz, der andere Brennholz, der eine fällt von selbst, der andere mutz gefällt werden, und wieder einer fällt nie und verfault auf seinem Platze." „Hast recht," sagte sie.„Und was vorbei is. is vorbei. Meinst nit! Und ich bin nur froh, daß Du gekommen bist. Sie haben immer im Dorf gesagt. Du wärst ein Lump worden." Sie gingen schweigend. Die milde Feuchte des Wiesen» grundes umkoste sie. „Wie Du Bub warst, he?" fragte sie. „Ja, wie ich Bub war!" „Und jetzt bist Du grad wieder so, wie Du als Bub warst." Sie gingen wieder schweigend. In der Eulenmllhle ging ein Licht auf. Der Hund bellte. „Gehen wir doch nicht hinein," sagte Philipp,„es ist schöner so." Sie gingen über die weiße Brücke der Selz bis zu dem lebenden Zaun, der um die Eulenmühle gezogen ist, blieben einen Augenblick stehen, lauschten auf den Wasserfall, dann nahmen sie sich an der Hand und gingen langsam den stillen Weg zurück. Man sah oben am Viadukt die Lichter des Dorfes. Die Mutter mußte sich ein-n Augenblick setzen. „Wei�t Du. wie tu* ich jetzt bin?" - 826 „Nun?" „Sechzig!- Er sah sie lange au, „Arme Mutter!" Aber sie lachte laut mit ihrer tiefen, rauhen Stimme. „O mein! So lang ich noch gesund bin! Kei'm Jungen geb ich was nach. Und gilt's— ich wett— Hab ich als uoch mehr Kurasch als Du und noch drei!" Der Feldweg führte sie bald nach Gause.� Im Dorfe sagten sie, die Kaiserklar wäre wieder zehn Jahre jünger gewsrdeu.„Weiß kein Teufel, das ist ein Luder." 23. Aus der Fülle seiner Erfahrungen, seines Leidens und Ringens hatte Philips? fem Buch geschrieben. Es war der Schwung der Heimatliebs, es war die Tiefe des Heimfindens darin. Und nun ging es gegen den Herbst. Die Zeit kehrte wieder, die melancholisch macht. Philipp brachte sie die Er- innerung seines Wegganges. Tie Bäume wurden kahl, die Wingerts färbten sich gelb, und in den ausgesetzten Lagen ließen die Reben schon das Laich fallen. Man würde früh herbsten dieses Jcchr. Ter Nebel drückte schon die Trauben. und sie hatten diesen matten, von einem leisen Gold getönten . Hauch, der eine dünne Heult und einen süßen Saft verrät. Am Morgen war die Welt zu. mit Nebel ummauert. Mäh- lich wurden die Hügel wieder klar, wenn die Sonne die Zchbel mauern ausloste. Tann blinkten die Hügel und lachten in der Buntheit ihrer Herbstfarben. Fern woher glitt ein Schweigen. Philipp saß in seinen!: Stäbchen und träumte und sann. War ihm bange? Es: war ihm bange vor einem Frost, der zu frühe fällt. Er macht! alles kahl— und die Trauben kommen nicht zu ihrer Reife. War nicht ein Glück wo für ihn in der Welt? Hinte.r dm Hügeln, hinter den Nebeln— und konnte es nicht klar und hell und blinkend werden im wachsenden Tag, in der steigen- den Sonne? Er wagte es nun nicht zu rnssn. Er hatte den Mut dazu verlernt in der langen Zeit des Ringens und Harrens und Harrcnlassens. Und vielleicht hatte das Leben es'hni genommen, oder vielleicht hatte der Tod es ihm ge- mäht vor der Zeit. Er dachte an den zurückgekomnrenen Brief, der Weiks Tod gemeldet. Er zitterte: Und er hatte keine Ruhe mehr. Er wollt? schreibe». Und wie er vor dem weißen Bogen saß, fiel ihm so viel zu sagen ein, daß ihn, eigentlich nichts einfiel. Das Papier blieb leer und irritierte ihn iu seinem weißen Glänze. Dann faßte er sich und nahm sich zu einer Konzentration zusammen. Es nrnßte doch nun sein und sich eine Art finden lasten. Sein Herz hing daran wie an einem Letzten, mit einer stillen Weichheit und einer ganz verschwiege- neu und verschlossenen Heiterkeit. Er hatte sie darin fest- gehalten, er hatte sie vor« dem groben Leben und vor den Menschen behütet. Nun war sie, als müsie er sie vor sich selbst behüten. Sie wagte sich nicht hervor, sie toagre nicht frei zu werden in beglückendem Ergreifen, in selbstischem Genuß, der nicht nach Vergangenheit, nach Leid und Unrecht . fragte, in den? keine Neue war und kein Gewissen, das be schnitt und fesselte. Wenn es ein Glück war. und wenn er es haben sollte,, so mußte es ein freies sein, ganz in der Kraft seiner selbst, ganz in dem vollen Bewußtsein seiner Berech- tigung. Hier hatte seine Seele eine Schwäche behalten, hier war sie gebunden. Und er meinte nachgeben zu müssen,.die Hände fallen zu lassen und gleiten zu lassen, was gleiten wollte, anch wenn es ihm entglitt. So prüfte sich sein Verlangen und Fühlen, ohne daß er sich darüber klar wurde. Wenn die eine Hand schon gesunken war, die andere war noch erhoben— es streckte sich der Arm— und er sank nicht. In der Nacht, da draußen der Regen siel, fanden sich die Worte ein. Er schrieb:, „Ich bin hier in meinem Heimatdorfe, bei meiner Mutter. Komm! Du findest mich, wie Du mich sind«? tolltest nach unterer Abmachung. Oder wie ich rrtir's in den Jahren eingebildet habe, wie Du mich finden solltest. Komm« gleich! Es war zu lange gewartet, um länger warten zu können." Und er schrieb die Adresse, deren Bild ihm jahrelang vor Augen geschwebt hatte: Mademoiselle Melanie Güßfeld, Paris, poste restar�g, bnreau des postes No. 96(Grand- Hotel). In der Morgenfrühe trug er den Brief zur Bahn. Er ging zu dem Zuge) mit dem er früher nach Mainz in die Schule gefahren war. Die beiden Lichtungen des Zuges kamen aus dem Nebel heran. Er warf den Brief in den Kasten des Postwagens.—* (Fortsetzung folgt. x 16] Die fannlie Krage» Bon Johann S kj o I d b o r g. Autovisierke. Urb Ersetzung von Laura Heidt. „War eS nun nicht gut-, daß wir halbpart machten, Türen?" „Ich hob es nicht bereut.— Ter Berg, da» ist ein Bauern» freund. Ob das wohl auch angehen kann, den Großen all der- gleichen an den Kopf zu werfen?" „O jal— Du sollst mir sehen, das wird noch besser werden. Paß nur auf, es kommen andere Zeiten jetzt." Türen lächelte ein bißchen wehmütig, und das stand seinem Antlitz mit den weichen Zügen so. gut. Jürgen wollte gerade noch etwas sagen, doch mit halbgeöff- ucicnt Munde blieb er lauschend eine Weile stehen und auch die audereu blickten nach der Tür. Aber es zeigte sich nichts; alles blieb still. Die kleine, in einem turmartigcn Hulzgehänse steckende Stuben- uhr eilte hastig, vorwärts mit ihren: Tick-Tack! Knick— Knackt — ganz nervös im Vergleich zu dem brngsamen Gehwerk der alten Jütlmider Uhr, die nun im Abuahmezimmer hing, Jürgen trat aus der Kanstür heraus und schritt nach der einen Hausecke hin. wo er barhäuptig Ausschau hielt, während ihm der Wind das Haar zerwühlte. Er beugte sich vornüber und ließ den Blick am Boden entlang schweifen. Aber cS war nichts, weder z» hören noch zu sehen. Dann ging er wieder hinein. Sären Knak saß da, als würge er an etwas, das er gern hervorbringen mochte und nicht konnte? Sowohl Jürgen als Marie empfanden das. Sie ahnten nichts Gutes! Conen saß da„ stützte die Ellenbogen auf die Knie und sah vor sich nieder. Es herrschte eine peinliche Still«, nur unterbrochen von dem nagenden Geräusch der Mäuse auf. dem Boden. Endlich sagte Jürgen, wobei er Sören scharf beobachtete:„Ob wohl gar keine Leute kommen werden?" „Ich glaube es fast nicht, nach allem, was ich gehört habe." Die letzten Worte sprach er sehr leise. Jürgen forschte nicht weiter. Und- Sören Knak ging bald daraus. Marie ließ den Strickstrumyf sinken und blickte hililos aus die leeren Bänke. Jürgen saß da mit gestütztem Haupt, blaß, mit ticsschmerzlichem Zug um die Mundwinkel und einem Blick, als starre er in den Strom, an der Stelle, wo sein Kind unterging. Schließlich- legten sie Hand an und trugen gemeinsam die Bretter hinaus. XV. Rio sah man ZlnderS Krage außerhalb seines Abnahniczimmers. Von drinnen aber�hielt er scharf Ausguck. Das. waS er nicht vom Zimtner aus im Süden oder von der Küche aus im Nordeir beob- achten konnte, da» erspähte er von einem Bodenfenster aus. Und Tag für Tag saß er auf seinem Posten Hücker den Scheiben. Er verfolgte Jürgen» Tun ganK genau; sei es. daß er im Felde oder zur Stadt war. Es gab Zeiten, wo Jürgen sich mit verdoppelten Kräften über die Arbeit hermachte. Dann wieder trieb er scheinbar unlustig umher, ohne irgend rjprns anzupacken. Seine Arbeitslust schien sehr ungleich zu sein. Das waren dann wohl die Grillen und Rücken, die er uicht fahren lassen wollte,, dachte Anders. Uud dann hatte er das stetige, zähe Weiterschreiten der Ochsen noch nickt gelernt, was doch auch für die kleinen Häusler der Eanddünen das einzig Mögliche war. Und wie die Zeit so allmählich unter diesen Berbältnisson weiterschritt, tonnis Anders deutlich beobachten, daß die Felder nach und nach verfielen. Oft stand er da und starrte hinaus auf das Land und sehnte sich nach der Erde wie nach einem lebenden Wesen. Und ein Per» langen erwachte in ihm nach dem Tust des HeuS und der Gräser und nach dem Laut wiederkäuender Tier«, daß er fast krank wurde. AlL das Frühjahr kam. schritt er, den Blick zum Fenster hinaus- sendend, unaufhörlich hin und her, gleich einem Tier im Käfig, immer ein paar Sckritte vorwärts und ein paar Schritte rück- wärts, oft einen halben Tag lang. Kjeftsn beobachtet« ihn voll Sorge; ihr schien er immer mehr in sich zwsammenzn kriechen, als ob innerlich etwas nicht in Ordnung- sei. Da fragte sie:„Hast Tu Leib weh, Vater?" „Leivweh!" wiederholte er hohnisch, und das war seine ganze Antwort. Aber Anders schloß seine Tür nicht auf und schritt nicht hin- aus ins Frühjahr. Gr hielt sich innerhalb seiner vier Wände und verlangte sein Ausgedinge bis auf das letzte Körncheu.� Die einzige Tageszeit, wo er ruhiger ward, war die Stunde der Zeitungslekture, wenn er die„VoUszeitung" lab. die anch ihm jetzt unentbehrlich ward. Er konnte sich nicht überwinden, sie zu halten, und da das Ganze ein Geheimnis bleiben sollte, mußte Kjesten sie Tag für Tag bei ihm einschie zgetu. Er las sie gründlich und imüier gründlicher, bis lchl'e.>!ch niemand bester mit den öffent- lichcn Angelegenheiten, den V�arktpreiscn und den politischen Ver- Handlungen im Reichstag Bescheid wußte als Anders Krage, was indessen niemand— die jungen Leute im Hause Krage vielleicht ausgenommen— wußte oder ahnte. Dadurch mußte Anders sich schließlich gestehen, daß Jürgen nicht so unrecht hatte, wenn er von der großen Gemeinschaft sprach. Und wenn in solchem Augenblick Anders mit gesenktem Haupt am Fenster vorbeischritt, schmolz gleichsam etwas in des alten Anders Brust, und es überkam ihn die Lust hinauszuziehen, dem jungen Mann die Hand zu reichen und gemeinsame Sache mit ihm zu machen. Trotzdem aber blieb er drinnen sitzen, ohne sich zu rühren, und starrte hinaus auf die vernachlässigten Felder.— Anders ging da drinnen umher in seinem Abnahmezimmer und verfiel sichtlich. Niemand kam zu ihm, und er kam zu niemand. Kjesten wollte sein Aussehen nicht gefallen, aber sie beruhigte sich dabei, daß er guten Appetit hatte, da würde es wohl nichts weiter zu bedeuten haben. Und doch machte es einen sonderbaren Eindruck, wenn er dort am Fenster saß und seufzte, ohne de» Mund aufzumachen. Und dann auch, daß er niemals hinausging, so lange es Ta� war! Eines Tages kam ihr der Gedanke, die kleine Kjesten mit hinüber zu nehmen zu ihm. Als Anders das kleine Kind auf seinem Arm spürte, kam Leben und Bewegung in sein Antlitz. Seine Stirn furchte juch, aber seine Augen lachten, er biß die Zähne zusammen, aber seine Lippen lächelten und seiner Kehle entfuhren etliche schluchzende Läute, die sowohl Lachen als Weinen bedeuten konnten. Seit der Zeit aber saß Klein-Kjestcn stets auf Anders Knie im Abnahmezimmer, wenn die Frauen zu brauen hatten oder sonst eine Extraarbeit vorlag. Dann eines Tages, als der kleine Anders draußen spielte. öffnete er ein wenig die Tür. winkte und lockte. Ter Knalls sah erst etwas scheu zu ihm auf. aber schließlich ging er doch mit ihm hinein. wo dann Anders ihn auf den Tisch setzte, seine beiden kleinen Hände ergriff und mit einem breiten Lächeln sagte:.Wir beiden Änderst" Der Enkel plauderte und stellte Fragen, der Großvater ant» wartete, so gut er konnte, aber immer wieder rief er: Wir beiden Änderst. Der Junge bekam ein Butterbrot, und der Alte bemerkte, mit welcher Bier er eS verschlang, wobei ihm der Gedanke kam, daß es denen da drinnen wohl schwer genug werden könne, so viele Mäuler zu stopfen. Da ward der Alte finster und sprach zu sich selber:„Du bist ein Schlingel, Anders; denn während Du hier sitzest und Lmnmscklegel und Speck frißt, sitzen die Enkelkinder aus der anderen Seite der Wand und kauen trockene Rinden,— ein großer Schlingel bist Dul" Aber das Verhältnis ward trotzalledem nicht anders. Es war. als läge es nickt in seiner Macht, es zu ändern, sondern sei ein Teil des ochiclsals geworden, das aus dein Krageschen Haus« ruhe. Es kamen Boten, die Rechnungen brachten, und der Gerichts- Vollzieher kam, das waren Leute, die man hier ehedem nie gesehen hatte. Aber Anders saß hinter seinen Fensterscheiben und sah zu. Nicht einmal während der dringendsten Erntezeit, wenn der Regen über dem Kopfe hing, ging er Jürgen zur Hand. Nur in den hellen"Sommernächten, wenn die anderen schliefe«. kam die hohe, gebeugte Gestalt zum Vorschein und ging ringS herum um die Felder. Auf diese Weise vergingen zwei Jahre. (Fortsetzung folgt.» lNeadnnk»«rOoleu.) 8piet2ei!g. (Zur Düsstellung im Warenhaus Tietz.) Es gab einmal eine Pädagogik, die glaubte, daß es ei« Ideal fei, aus dem Schäker»in Spiegcllnld des Lehrers zu mache«. Diesa Methode litt an einer llebecschätzung der Magisterwürde und der Regeln; sie mißachtete das Reckt der Persönlichkeit, das mit jedem Rettgeborenen immer wieder seine,, Anspruch erhebt. Obgleich nun die engbrüstige und kurzsichtige Schablone auch heute noch, w,e ein ftnsterer Moloch die Kinder frißt, so hat sich doch in den besten Köpfen eine neue Erkenirtnis befestigt. Tie Erkenntnis nämlich, daß ein Lehrer(auch der Vater und die Mutter) nichts anderes fcu» soll als eine Art Geburtshelfer, der aufhorcht, hmeinhoecht, ob da in dem jungen Menschlcin vielleicht etwas keime, sich vielleicht etwas reg«, was an den Tag will, Ivas wert ist, an den Tag zu konimen. Des Lehrers höchst« Pflicht ist es, den angeborenen An» lagen der Schüler die Wege zu ebnen. Damit die Jugend unge- brachen und gesund zu sich selbst komme. Lehren heißt: organi» sieren: lehren heißt: entwickeln, heißt das Kind(erst recht den Jüngling) mit der nötigen Lust zu erfüllen, daß es sich selber und von innen heraus aufbaue» Das ist das Geheimnis deS kindlichen«Spielzeuges, daß ein Nichts die ganze Welt in sich trägt, sich bald in ein Tier, bald in einen Menschen, bald in einen Riesen zu wandeln vermag. Das Kind ist der größte Zauberer; im Spiet slhasft es Welte». Die meisten unserer Spielsachen mißachten den schöpferischen Trieb dev kindlichen Psyche; sie sind zu deutlich, zu vollständig. Sie sind ir» plumper Wirklichkeit berei s das, was sie erst durch das Kind in» einer wahrhaftigeren, phantastischen Form werden sollten. So wirken sie auf den Bautrieb, den Weltenbautrieb der Kinderseels nicht anreizend, sondern lähmend. Das meiste Spielzeug istt didaktisch, es belehrt; es verlangt nach einer Erklärung, löst aber nicht die Sinne und Instinkte zum heiteren, zwecklosen und doch nach einem höheren Maß? nützlichen Spiel. Das Spielzeug braucht nicht mehr zu sein als ein Weckruf, als ein Druck auf de» Kontakt» die gespeicherten Assoziationen in Fluß und zur Kristallisation z« bringeir. Das Kind bedarf nicht der Teufel und Drachen; ein« simpler Esel, ein Kutscher, ein Bauklotz, ein gedrehtes Handtuchs eine Kartoffel reichen für viele Stunden produktiven Glückes. Das ist der Entwickelungswert des kindlichen Spiels: eine in de» Däminerung beharrende Borbereitung aus das Leben de3 heller» Tages. Der physiologische und pädagogische Zweck des Spieles ruht in der zwanglosen Gymnastik des Hirnes und der Muskeln. Das Spielzeug soll auch nicht satt, sondern hungrig machen, nicht faul« sondern mutig und schasfensfroh. Solche Einsicht.leitete zu der Konsequenz, daß es das�Ver« nünftigste wäre, dem Kind so wenig wie möglich fertiges Spiel» zeug anzubieten, ihn» desto mehr Gelegenheit und Notwendigkeit zu geben, sich aus alltäglichem Rohmaterial die seltsamsten und geivaltigsten Dinge selber zu produzieren. Man erinnere sich nur« was einem mehr Vergnügen bereitet: die Eisenbahn, die man ge» schenkt bekam, aus Blech, lackiert— oder die Bastelei, die aus Zigarrenkisten mit Garnrollen(die man aus der Mutter Nähtischt stähl) ganz primitiv und doch unübertrefflich eine leibhaftig« Lokomotive zimmerte. Es war kein kindliches Bedürfnis, diese Ueberhäufung des Marktes mit differenziertem Spielzeug.«ES toar nur eine der barocken Nebenerscheinungen des kapitalistischen Drängens: daß auch das Spielzeug der Mode unterworfen wurde. Den Umsatz zu mehren erfanden die Fabrikanten immer neue Trick?, bewegliches, sprechendes und fliegendes Spielzeug. Alt diese Komplikationen waren aber letzten Sinnes überflüssig, selbst schädlich. So darf man denn zufrieden sein, wenn heute sich kluge Pädagogen gegen das Zuviel an Spielzeug kehren und sich dafür einsetzen, daß man den Kindern nur noch solche Dinge gebe, di« nicht unmittelbar sättigen und schließlich langweilen, vielmehr gleich einem«Sprungbrett der kindlich«» Seele Helsen, in Schwung zu kommen. Und was noch besser ist: daß man die Kinder an» leite, sich aus möglichst primitiven Stoffen kompliziertere Gebilde» nach der Architektonik des eigenen Ich zu bauen. Aus Streich» hölzern, aus den entleerten Hülsen von Glühkörpern, au» Papp» deckeln und ähnlichem Kram des Hausrates läßt sich alles machen. was die Kindesseele füllt und lockt. Aus Kastanien, aus Eicheln und Bohnen werden, wenn man ein wenig Draht,«in wenig Blastelin oder einige Federbüschel hinzunimmt, Schweins oder Hühner angefertigt. Aus Plastelin oder Ton läßt sich überhaupt eine Welt schaffen; und wenn man nun noch gar Farbe dazutut, so kann man mit den Gemüsefrauen lvetteifern, selbst mit dein Schlächter, selbst mit dem Konditor. Es gehört nun zu den feinsten Künsten der modernen Pädagogik, solche Selbständigkeit den Spiele zu leiten und zu beeinflussen, anzuregen und auf ein Ziel einzustellen, ohne daß die Kinder von der Belehrung und dem Er» ziehungsvorgang irgend etwas merken. Gewiß, man kann den Kindern allerlet Hinweise und Winke geben, daß sie fich Dkatsrm! suchen und dem Gefundenen immer wieder neue Figuren ab» zagen; aber: die Kinder sollen'S nicht spüren. Damit sie fich-AS Baumeister fühlen und Herren einer ganz tollen und furchtbar lustigen Welt. Diese Hinweise werden hinreichen, um Eltern und Lehrern anzuzeigen. waS«S in der Ausstellung- bei Tietz(neben mancherlei 'Torheit) Nützliches und«Schönes zu sehen gibt. Die Selbst» 'anfertigung des Spielzeuges gehört heute mit hinein in den Kreis -der modernen Erziehungsmittel, die dem ewigen Einerlei des 'Wortes die Anschauung und der einseitigen Dressur de» Gehirnes ■die Heining der Hand gesellen wollen. Robert Breuer. Liemes Feuilleton. Aus dem Pflanzenleben. Die Pflanze als Hebekran. Daß der Pflanzen- körper in seinem Ausbau sich als ein Kunstwerk erweist, gegen das unsere gegenwärtige Jrigenieurkunst oft weit zurückbleibt, ist»venig allgemein bekannt. Was der Mensch erst durch zahllose Versuche und endlose Berechnungen entdeckte, das kftit die Pflanze sich zum Aufbau ihres Körpers schon längst zunutze gemacht. Wie der Techniker hohle Säulen verwendet, um eine Druck» oder� Biegungs» festigkeit zu erzielen, so hat die Pflanze für analoge Fälle ihrem Körper langgestreckte Hohlräume eingefügt. Während andererseits feste, womöglich gar gedrehte Körper dem Pflanzcnlcib genau so wie bei den Werken der Technik dazu dienen, Zugfestigkeit herbei- zusühreiu Ein besonders intereßantes Beispiel dieser Art benutzt - 828 ein PflanzenpHysiologe um darzutun, daß die Pflanze die Technik eines Hebekrans in sich trägt. Die Zweige der Nadelhölzer bestehen, wie den Holzarbeitern bekannt sein dürfte, aus sogenanntem Weißholz und aus Rot- holz. Der Unterschied wird bei einem Querschnitt deutlich bemerk- bar. Das Weißholz ist weich, da? Rotholz äußerst hart. Versuche haben ergeben, daß das Weißholz viel mehr Zugkraft ausübt als das Rotholz: dagegen ist letzteres besser geeignet, dem Druck Wider- stand zu leisten. An der lebenden Pflanze ist das Weißholz an der oberen Seite der Beste angeordnet. Dies hat für_bie Pflanze den Vorteil, daß einer Belastung der Beste, durch Schnee etwa, größerer Widerstand geleistet wird, als wenn das druckfeste Rotholz oben liegen würde. Durch entsprechende Versuche läßt sich solches leicht nachweisen. Man braucht nur einen abgeschlagenen größeren Tannenzwcig, der am Stammende irgendwie festgelegt ist, sonst aber frei schwebt, an andere» Ende zu belasten, wobei einmal das Rotholz, ein andermal daS Weißholz zu oberst kommt. Der Unterschied wird sofort sichtbar. Auf die Kunst unserer Technik angewandt, zeigt das Beispiel, daß das untenliegende Rotholz dem schräge aufstrebenden hohlen Träger eines Hebekrans, das Weiß- holz den in einiger Entfernung darüber hinweg laufenden Seilen oder Zugstangen entspricht. Die Anordnung der Beste an dem Baum gleicht dann genau derjenigen des Hebekrans an seinem senkrechten Postament. d. Technisches. Ferngaswerke. Man ist in der Regel gewöhnt, die Elektrizität als die einzige Energieform zu bezeichnen, die in wirt- schaftlicher Weise auf größere Entfernungen geleitet werden kann. Es ist jedoch möglich, auch andere Energieformen oder richtiger . Energieträger auf größere Entfernung bis an die Verbrauchsstellen zu schaffen. Dampf eignet sich dazu allerdings nicht, weil lange Dampfleitungen teuer in Anlage und Unterhaltung sind und un- vermcidbare Verluste an Menge und Druck auftreten. Lange Dampfleitungen, die von einem zentralen Kesselhause zu verteilten Maschinen führen, gibt es daher auch heute nicht mehr. Hingegen findet man hier und da Fernheizwerke, die die zur Heizung von Räumen erforderliche Wärme an Dampf gebunden auf Verhältnis- mäßig größere Entfernungen, ganze Häusergruppen, verteilen. Eine größere Bedeutung haben aber die F e r n g a? w e r k e, die größeren Gebieten von einer zentralen Stelle aus Gas für Beleuchtungs- und Heizzwecke liefern. Es gibt heute in Deutschland etwa 40 der- artige Ueberlandgaswerkc, die etwa 2 Millionen Einwohner mit Gas versorgen. Besonders wichtig sind diese Ferngaswerke für die Ausnutzung des Koksofengases. In den 5kokereien werden heute die Nebenprodukte immer mehr ausgenutzt, während diese, wie Teer, Ammoniak usw., früher verloren gingen. Zu einem der wertvollsten der Nebenprodukte gehört auch das Koksofengas, be- sonders in den Kokereien, die Oefen nach dem Prinzip der Siemens- schen Regeneratoren verwenden. Es werden hier bedeutende Men- gen von hochwertigem Gas frei, die sich in gleicher Weise wie das Leuchtgas zur Beleuchtung. Heizung und Kraft eignen. Wenn sämtliche Kokereien des rheinisch-westfäli schen Industriegebietes mit den oben erwähnten Oese» arbeiten würden, könnten die Werke selbst für ihre eigenen Zwecke die Hälfte dieses Gases verbrauchen und eS würde noch soviel Gas übrig sein, daß sich mit dem Ueberschuß von drei Monaten die gesamte Jahresabgabc an Gas aller Städte der Rheinprovinz decken ließe. Dtc Städte Barmen, Mülheim a. d. Ruhr und Bochum sollen auch bereits die Versorgung durch Koksofengas beschlossen haben, wobei die Erzeugungsanlagen dieser Städte stillgelegt werden. Den Kokereien ist durch die Gewinnung derartiger Abnehmer jedenfalls gedient, ob die Städte aber gut daran tun, ist noch zweifelhaft. Ltll. ScKacK. Unter Leitung von S. Alapin. abodefgh b o d e f g h D. Przepiorka. Weiß zieht und gewinnt. Lösung, ftv. Oktober. Troitzki, Weiß: Kg5, Lf6, Bs5; Schwarz: Ket, Lb4. Bc5. Weiß zieht an, Schwarz hält jedoch Remis.) t. e6. c4; 2. LeSfl, LXoS; 3. e7, Lföfl; 4. KXkö, c3; 5. e8 Df, Kd2; 6. DdSf, Kol; 7. Ke5(würbe der weiße König anderswo stehen, so würde vgäs- zum Gewinn führen). 7...... c2; 8. Db6, Kd2: 9. Db2, Kdl; 10. Db3. Kd2: 11. Da2I, Kc3 1 1 (11...... Kdl? würde verlieren, wegen 12. Kd4, cID; 13. Kd3 je.) Das Spiel bleibt reniis, weil der weiße König sich nicht nähern kann.— Das Endspiel ist sehr belehrend. Zum Kapitel Oualitätspartien. Die symmetrische Anfangstelliing der Steine gilt als„korrekt�. Dies bedeutet, daß bei beiderseits tadellosem Spiel jede Partie eigentlich remis fein sollte. Die Eveiirualität des Gewinnes beruht also nur aus F c h l e r n des Gegners.„Interessant�(druckfähig) ist jedoch eine Partie nur dann, wenn die Fehler des Verlierers nicht allzu zahlreich sind, und wenn der entscheidende Fehler Verhältnis« mäßig(in beziig auf M e i st e r st ä r k e) versteckt ist, so daß dessen Alisiilitznng durch den Gewinner einen genügenden Grad von Geist und Witz erfordert. Selbst unter dieser Voraussetzung kann eine Partie noch nicht als„gut" bezeichnet werden. Hierzu ist noch folgende Bedingung erforderlich: Es darf nicht nachweisbar sein (wenigstens nicht leicht und nicht klar nachweisbar), daß der Gewinner jemals in der betreffenden Partie auf Verlust gestanden ist. Verlangt man noch, daß die Partie nicht abgedroschen sei, so ergibt sich, daß es nicht leicht ist,„interessante",„gute", wenig bekannte, wirklich ge« spielte Partien iminer aufzutreiben, zumal es noch üblich ist, meistens Partien aus der Meist er praxi» zu bringen. Daß diese Aufgabe nicht einmal gelegentlich von Meisterlurnieren oder Matchen immer erschwinglich ist, mögen nachstehende Partien auS dem neulich in Berlin ausgefochtenen Wettkampfe Mieses» T e i ch m a n n beweisen, der von letzterem in ganz überlegener Weise zu 6) gewonnen worden ist. I.Partie.(6. Oktober, Teichmann Weiß.) t.«4, öS(heißt „Eröffnung Caro-Kann" und ist nicht sonderlich zu empfehlen. Siehe Anmerkung zum Schluß der Partie.) 2. d4, dö; 3. Sc3, dX®4; 4. SXe4. Lt5; 6. Sg3, Lg6; 6. Sf3, Sd7; 7. h4, h6; 8. Ld3, LXd3; 9. DXd3. I)o7; 10. Le3, 0—0—0; 11. 0—0—0, Sgf6; 12. Db3, Sg4; 13. Se2, e6; 14. Thel, L«7; 15. Kbl, SXe3; 16. DXe3, Sf6? (Kb8 ergab gleiches Spiel.) 17. Ls5, Tbk3??(Ein ganz grober Fehler, dessen Ausnutzung für einen„Meisterspieler" direkt auf der Hand liegt. Demnach wird die Partie nicht mehr„ i n t e r« e s s a n t". Dies wäre nur dann der Fall gewesen sein, fall? Schwarz den richtigen Zug 17...... Ld6 gemacht hätte, und Weiß einen Weg gefunden hätte, um auch dann noch den etwas schwächeren Zug«16...... S!6'? zu strafen.) 18. Se5Xf7 1 und Weiß gewann natürlich im weiteren Verlauf. Den Gewinner trifft kein Tadel. 2. Partie(6. Oktober, MieseS Weiß). 1. 63(heißt„Griechisch". Ist korrekt, aber nicht sehr stark). 1..... 65; 2. 362. e5; 3. e4, c6; 4. 0s2. Ld6; 5. f4?, eXM; 6. eXdöf(Auf 6. e5 folgt einfach 6..... Le7 1 mit gutem Spiel für Sckwarz z. B. 7. 8613, g5 1 w.) 0..... Se7; 7. dXc6, SbXcÖ; 8. Se4,0— 0; 9. Df2, Sd5; 10. 1,62. (Borsichtiger Le2l 10..... S©3; 11. LXeS??(Die Partie könnte noch einigermaßen„intereffant" werden, falls Weiß in dieser Not wenigstens das Material mit 11. 8X66, 8Xo2s-; 12. K61, 3X»1! 13. LXf4 je. versucht hätte zu verteidigen, weil 8al eingesperrt ist. Oder 11.8X66. 364; 12. Dol. 8Xo2s-: 13. DXcT 8Xo21-; 14. Kdl, SeSf; 15. LXe3. fXe3; 16. 014 w. Oder 11.8X66. 0X66; 12. I,Xs3. Ds3; 13. 0—0— 0 je. Schwarz stünde dann, wegen des im 5. Zuge geschehenen Fehler? zwar bester, aber der Gewinn bot noch manche„interesiante" Schwierigkeiten. So jedoch läßt sich Schwarz einfach eine Figur abringen.) 11..... fXe3; 12. DXeS, TeS; 13. 0-0—0, 16; 14. 813, fXe4; 15. dXe4, De7; 16. Lc4t, Kh8; 17. Sg5, Seö. Natürlich gewann Schwarz leicht durch daS materielle llebergewicht. 3. Partie(7. Oktober, Teichmann Weiß). 1. 64, 66; 2. o4, e5;(Ein Gegengambit, über besten Korrektheit die Akten noch nicht abgeschlossen sind); 3. 6Xs5. 64; 4. 813, 806; 5. 8b62 h 16; 6. eX16, OXkS; 7. g3, Lg4; 8. Lg2, 0-0-0; 0. h3, 1,16; 10. 0—0, g5; 11. Da4, hö; 12. Seil, Sge?; 13. 863, g4; 14. h4, LXd3; 16. sX63. D16; 16. Sech Kb8; 17. Ich Sc8; 18. a3, Tb6; 19. h4, Te6(Schwarz besaßt sich mit einem planlosen Herumziehen. Dies nennt man keinen„Gegenangriff", für den man einen Bauer geopfert bat!... Ob gut oder schlecht,„interessant" könnte die Partie sich nur bei der Fortsetzung: 19..... SXb4!?; 20. Tbl, Sb6 je. gestalten. So aber wird Schwarz einfach mühe« und „rnterestelos" abgeschlachtet....) 20. Tbl, Te6— e8; 21. Ld2, Sb6; 22. Dc2, Ka8; 23, ach 867; 24. a5, Sc6— b8; 25. Vach c6; 26. b6, a6; 27. bXo6. SXoö; 28. TXb7 1(Ein ganz durchsichtiges Opier, das wegen 28..... KXb7?; 29. Sd6f, LXd6; 30. DXcÖf nedst Matt im nächsten Zuge nicht angenommen werden darf); 28..... Te6; 29. 866, TXd6; 30. LXc6. Aufgegeben. verant». Redakt.: EarlWermuth, Berlin-Rixdorf.— Druck u. Verlag: Por»ärrSiöuc>.druckcre> u.Verl-gsanstaltPaul Singer slEo..>v«rltn8�.