Anterhaltungsblatt des vorwärts Nr. 101. Sonnabend, den 27. Mai. 1911 tEacj&tuä üetseun.l 86J Dae Semeinäekmä. Erzählung v. Marie v. Ebner-Eschenba'ch. Bei ihrem nächsten Gange zum Forsthause hielt Slava «abermals eine Zwiesprache mit Pavel, und seine erste Frage on sie war: „Wenn Du kein schlechtes Gewissen gegen, mich gehabt Ihast, warum hast Du Dich gefürchtet, mich anzuschauen?" „Weil Du immer so verdrießlich gewesen bist und schreck- liche Augen auf mich gemacht hast. Das mag ich nicht, ich Habs gern, daß man fröhlich ist und mich freundlich ansieht." Mit diesem„man" meinte sie nicht etwa ihn allein, sie meinte jeden. Pavel täuschte sich nicht lange darüber. Es war ein Teufelchen der Lustigkeit in ihr, das sie antrieb, den Ernst zu bekämpfen, wo immer sie ihm begegnete: und diese Lustigkeit, die fast bis an die Grenze der Ausgelassenheit gehen konnte, verbunden mit den hohen Ehren, in denen sie ihr nettes Persönchen hielt, und ihrem jungfräulich züchtigen Wesen machte ihren von jung und alt empfundenen Zau- her aus. Auf niemanden jedoch wirkte er unwiderstehlicher als auf Nrnost: den hatte sie völlig umstrickt, und er machte Pavel gegenüber weder ein Hehl aus seinen Liebesschmerzen noch aus seiner Eifersucht auf ihn. Als ein verständiger, mit praktischem Sinn ausgerüsteter Bursche fand er nichts er- klärlicher, als daß Slava den Inhaber eines Hauses und eines Feldes ihm, der nur ein Haus und den dazu gehörenden kleinen Gemeindeanteil besaß, vorziehen müsse. Daß Pavel in die Reihen der Bwerber um die Gunst oder die Hand des hübschen Mädchens zu treten beabsichtigte, schien ihm so ausgemacht, daß er nicht einmal danach fragte, und sein Freund, dem er das zu verstehen gab, und der schon hatte sagen wollen:„Bist ein Narr, ich denk nicht an sie, sie ist mir gleich wie nur was," verschluckte diese Antwort; denn— er wollte nicht lügen. Gleichgültig war sie ihm nicht, sie hatte es auch ihm an- getan.— Nicht wie dem Arnost: von einem blinden Verliebt- sein war bei ihm keine Rede, aber warm machte ihn ihre Nähe, und überaus gut gefiel sie ihm, und überaus lieb wäre es ihm gewesen, wenn er den Zweifel hätte loswerden können, der sich in ihrer Gegenwart immer wieder meldete und eine ge- wisse bange, unbestimmte Erwartung:„Setzt und jetzt wird sie etwas tun, das mir ans Herz greifen und mir die Freude on ihr verderben wird." Ein anderes Bedenken, das ihn früher schtver gepeinigt hatte, war er ganz los geworden, das: wird mich denn eine Ordentliche nehmen? Wird eine Ordentliche unter einem Dach mit meiner Mutter leben wollen? Nun. die Slava war eine Ordentliche und ließ ihn merken, daß sie ihn nehmen würde, obwohl sie recht gut wußte, daß die Mutter heute oder morgen heimkehren und Aufnahme finden werde bei ihrem Sohn. Sie fragte ab und zu nach ihr und sprach «einmal: „Eine Mutter bleibt halt doch immer eine Mutter; sie soll sein, wie sie will, wenn man nur eine hat. Ich Hab keine." Pavel begrüßte sie nun stets sehr artig, machte nie mehr schreckliche Augen„auf sie", verhielt sich aber, was auch in seinem Innern drängte und gärte, äußerst zurückhaltend gegen die Kleine, während Arnost vor ihr in Weichheit zer- schmolz oder in Flammen aufloderte. Der verliebte Bursche war immer genau unterrichtet von jedem ihrer Schritte, und immer traf sichs, daß er an den Tagen, an denen sie einen Botengang ins Forsthaus unternahm, zufällig just nichts zu tun hatte und sich Pavel zur Verfügung stellen konnte, um ihm bei seiner Arbeit behilflich zu sein. Kam die Erwartete dann, so fand sie die Zwei an den Zaun gelehnt und ihrer harrend. Wer es in größerer Sehnsucht tat, ob der Ernste, Verschlossene, ob der andere, sie selbst wußte es nicht. Sie benahm sich mit beiden gleich herzlich, gleich kameradschaftlich, sprach aber mehr mit Arnost. weil sich der viel besser aufs Scherzen und !Spaßen verstand. Nach Weihnachten brachte Slava einmal eine Kunde aus dem Schlosse, durch die alle eingeschlummerten Sorgen Pavels über seine Schwester wieder wach gerüttelt wurden. Milada war krank gewesen, die Frau Baronin hatte neuerdings einen Besuch im Kloster gemacht und war von neuem getröstet heimgekehrt. Es ging besser, versicherte sie, es ging gut. Dennoch hatte sie sich von„ihrem Kinde" nicht leicht getrennt, gedachte bald zu ihm zurückzukehren und dann mehrere Wochen, als Gast der Frau Oberin, im Kloster zu verweilen. Vorher aber— ließ sie Pavel sagen— wolle sie ihn noch« sprechen. Er beeilte sich, von der Erlaubnis Gebrauch zu machen, fand die alte Dame gebeugt und unruhig und, je mehr sie das war, desto bemühter, sich Frieden zu erringen und den der anderen nicht zu stören. Die Frau Baronin gab Pavel das Versprechen, ihm un- mittelbar nach ihrem Eintreffen in der Stadt eine Zusammen» kunft mit Milada zu erwirken, und nahm dafür sein Wort in Empfang, daß er sich um eine solche nicht auf eigene Hand bemühen werde. Er schrieb an Milada, erhielt einige schöne, tröstliche Zeilen, wartete auf die Abreise der Frau Baronin, und als diese erfolgte, auf die Berufung zu seiner Schwester. Sein Herz war schwer und wurde nur etwas leichter, wenn es ihm gegönnt war, sich an dem Anblick des holden Mädchens zu laben, das Arnost und er nicht mehr anders als die„Gold- amsel" nannten. Die Zeit kam, in welcher er es töricht zu finden begann, sich länger gegen die in ihm aufkeimende Neigung zur Wehrs zu setzen. Daß Slava eine besondere Liebe für ihn hege, bildete er sich nicht ein, doch zweifelte er nicht, daß sie, wenn Arnost und er um sie freiten, ihm den Vorzug geben und, einmal verheiratet, ein braves Weib sein werde, wie sie ein braves Mädchen gewesen war. Aus Rücksicht für den Freund auf sie zu verzichten, der Gedanke flog ihm allerdings manch- mal durch den Sinn; aber diese Regungen der Großmut der- minderten sich in dem Maße, als sein Wohlgefallen an dem munteren Ding wuchs und wuchs. Gegen Arnost war er so aufrichtig, wie dieser gegen ihn. „Wie lieb Du sie hast, ich Hab sie lieber," sagte Arnost. „Was nützt das, wenn sie mich nimmt," sagte Pavel. „Und ich werd sie nächstens fragen, ich will auch einmal glück» lich sein." � Arnost erwiderte:„Frag sie."— Sein Entschluß war ge« faßt. Am Tage, an dem Pavel das Jawort Slavas erhielt, wollte er die Hütte, in der er seit dem Tode feiner Mutter allein hauste, verkaufen und Soldat werden. Es ist kein schlechtes Leben beim Militär, besonders für einen, der es, wie Arnost, schon nach zweimonatlicher Dienstzeit zu einer Charge gebracht hat. Eines nebligen Januarvormittags kam er in höchster Aufregung zu Pavel und teilte ihm mit. heute mache die Kleine ihren letzten Besuch beim Oberförster, er sei gesund, die Sendungen aus dem Schlosse horten auf. Arnost stand der Angstschweiß auf der Stirn, in seiner Brust ging es zu wie in einem Pochwerk.„Ich Halts nicht mehr aus," sagte er.„Heute mußt Du reden, oder ich rede." „So red," sagte Pavel,„ich werd aber auch reden." Sie sahen einander mit Augen an, aus denen der Haß funkelte, und gingen hinter dem Zaun hin und her wie zwei Löwen im Käfig. Lamur saß auf der Schwelle, schwarz und häßlich, und beobachtete in stiller Verachtung die beiden vo>, der Leidenschaft gequälten Menschenkinder. Nun brach ein breiter Sonnenstrahl durch den weißen Dunst, der ringsum auf den Feldern und Wegen lagerte, und verwandelte ihn in licht und farbig glitzernden Duft, von dessen durchsichtigen Schleiern umwoben die kleine Slava herannahte, an diesem Tage, gerade an diesem, an dem die feindlichen Freunde ein Wort im Vertrauen an sie zu richten gedachten, nicht allein. Sie hatte eine Begleiterin mitgenommen— die VinSka. Arnost und Pavel entdeckten es zugleich, und der erste rief und der zweite murmelte:„Verwünscht?" Ein kleines Stück Weges hinter dem jungen Weibe und' dem jungen Mädchen kam die Schar der Holzknechte. Sie gingen heute so ungewöhnlich spät in 5en Wall», kveil gestern Sonntag gewesen war, und weil ein Holzknecht, der sich achtet: „am Montag früh immer Feierabend macht." wie Hanusch zu sagen pflegte. Vinska schien es für nötig zu halten, ihr Kommen da- durch zu erklären, daß sie mit dem Herrn Oberförster wegen des Ankaufs von Bauholz sprechen müsse und sich Slava an- geschlossen habe, weil sichs zu zweien doch immer besser gehe. Arnost fing das Wort sogleich auf, gab ihr Recht und, ihre Gefährtin anstarrend, stammelte er etwas Verworrenes von der Torheit, das nicht einzusehen, und lieber allein dahin zu zotteln durchs Leben, statt mit einem, der einen über- menschlich gern hat. Pavel flüsterte ihm ein zorniges:„Red Du nurl" zu, und nachdem sein erster Verdruß über Vinskas Anwesenheit verraucht war, forderte er sie und Slava ans, bei ihm ein- zutreten und ein wenig zu rasten. Damit öffnete er das Gitterpförtchen und hieß sie, nachdem sie seiner Einladung Folge geleistet hatten, nicht ohne hausherrliche Würde, auf eigenem Grund und Boden willkommen. Diese Höflichkeit vollzog sich vor den Augen der heran- rückenden Holzknechte und gab den wüsten Gesellen Anlaß zu Glossen der empörendsten Art. (Fortsetzung folgt.x Die Lebende vom Brot Von Harald T a n d r u p. In der guten alten Zeit hauste da§ Märchen im Keller. Jetzt tst es nach dem Speicher verzogen. Alles Wunderbare spielt sich unterm Dache ab, wo der arme Mann und der Denker leben. Unten auf der Gasse lärmt die Wirklichkeit, hier oben aber erscheint einem der Himmel als etwas Ganzes, als eine große Käseglocke� die über die Stadt gestülpt ist; und man verfolgt den Flug der Vögel, wenn sie au? meilenweiten Fernen unterm Himmelsgewölbe dahinstreichen. In so einer ärmlichen Bodenkammer saß einmal eine betagte Frau. Sie hatte soeben ein Brot gekauft, ein appetitliches Feinbrot mit glänzender hellbrauner Rinde... aber wie klein war es l und wie teuer I Zwanzig Oere hatte eS gekostet. Sie saß mit dem Brot in der Hand da und getraute sich nicht, es anzuschneiden. Herrgott I dachte sie. Warum muß Brot denn so kostspielig sein?... Man hat kaum noch die Mittel, um sich satt zu essen I Dieser Herzensseufzer stieg bis zum lieben Gott hinauf. Er formte sich zu einem zudringlichen Gebet, einem naseweisen Mückchen, desicn Summen ihm in die Ohren gellte, und das sich nicht verjagen lassen wollte. Für diese Frau mußte etwas getan werden. Noch während sie mit dem Brot in der Hand dasaß, klopfte cS an die Tür. Sie öffnete. Vor ihr stand ein alter Mann mit langem, weißem Bart. Die arme Frau maß ihn mit einem hochmütigen Blick, denn sie konnte ja nichts anderes annehmen, als daß es ein Bettler sei... einer, der noch ärmer war als sie selber. „Ich gebe nichts," sagte sie und wollte die Tür zuschlagen... aber der Alte setzte den Fuß dazwischen. „Ich muß mit Ihnen sprechen!" „Wollen Sie ausdringlich sein?" schrie die Frau.»Sie be- kommen hier nichts. Sie stinken ja nach Branntwein!" Doch der Mann stieß behutsam die Türe auf und drängte sich hinein. „Ich bin Sankt Peter I" sagte er mit Würde. Die Frau verneigte sich bis zur Erde und konnte vor Schreck kein Wort herausbringen. Es gehörte viel dazu, bis es soweit kam. Doch Sankt Peter sagte: „Der liebe Gott hat gehört, daß.Sie sich über die Brotpreise beklagen... Wissen Sie nicht, daß er das Getreide für alle wachsen läßt? Er hat den Menschen die Erde mit allen ihren Herrlichkeiten geschenkt; und er verlangt nir. daß sie von seinem Geschenk einen Vernünftigen Gebrauch machen." Als Sankt Peter so freundliche Worte an sie richtete, wurde die Frau dreister. Sie hielt ihrem Besucher das Brot zu näherer Bettachtung hin: „Zwanzig Oere... ist das nicht ein gur zu gesalzener Pre,S für so einen Happen, den ein Bogel im Schnabel forttragen kann?" Da nahm Sankt Peter das Brot in die Hand und betrachtete eS genau. „Zwanzig Oere?" wiederholte er.„Das ist ja unglaublich... Die Sache muß näher untersucht werden." Und während er sprach, verschwand er vor ihren Augen im «ebel, „Nein, halt einmal I" rief die Frau und griff nach ihm...»das Aeinbrot bleibt hier!" Aber sie griff in die leere Lust. Gr war bereits verschwunden. und das Brot hatte er mitgenommen. .' Der Hüfner Lars Jensen in dem Kirchdorf Skelund wurde von einem alten Mann mit weißem Bart aus seinem Mittagsschlaf geweckt. «Was wollen Sie?" fragte Lars Jensen mürrisch. Er richtete sich auf dem Sofa auf und rieb sich die Augen. Die Zehen in den weißen Socken suchten nach den Stiefeln. „Kennen Sie dies?" stagte der Alte und zeigte ihm das kleine Brot. „Nein," erwiderte Lars Jensen verdrosien....»Auch Sie kenn« ich nicht. Wer sind Sie?" „Ich bin Sankt Peter I" sagte der Alte mit Würde. Lars Jensen sprang auf und zog einen Stuhl hervor. „Ei, schau an, der Herr Peter ist's I Vitt' schön, Herr Peter, wollen Sie nicht Platz nehmen? Das war schön, daß Sie mal bei mir vorgesprochen haben. Darf ich Ihnen nicht'ne Kleinigkeit anbieten?" Sankt Peter machte eine abwehrende Handbewegung und setzt« eine gestrenge Miene auf. „Erst will ich reinen Bescheid haben, Lars Jensen. Man hat über die Brotpreise Klage geführt, und das Getreide, aus dem dieses Brot hier hergestellt ist, ist auf Ihrem Felde gewachsen! Darf ich Sie fragen: Hat der liebe Gott nicht auch allen Sonne und Regen umsonst gegeben, ohne einen Preis dafür zu fordern? Wie können Sie sich unterstehen, die armen Leute so zu schröpfen?" Lars Jensen rieb sich die Hände. Darauf staute er sich hinterm Ohr. „Sonne und Regen, Herr Peter... Sonne und Regen... ja, dafür müssen wir dem lieben Gott danken Aber da ist noch so viel anderes, bester Herr Peter I... Sie vergesien ganz die Kunst- düngung und das Gesinde und die Maschinen... von Prioritäten und Steuern ganz zu geschweigen!" „Aber das rechtfertigt nicht den Preis von zwanzig Oere für jedes Brot!" „Nein, bewahre! Aber waS, glauben Sie, wird mein Anteil sein, Herr Peter? Lasten Sie mich sagen: sechs Oere— mehr ist'S sicherlich nicht I Aber ich fabriziere daS Brot ja überhaupt nicht l Ich verkaufe nur das Getreide an den Dampfmüller Schmaltz in Rinastcd, und der gibt mir nicht einen Oere über die Taxe. Darum müssen Sie... WaS gefällig?" Lars Jensen sah z» seinem Entsetzen, wie Sankt Peters Gestalt sich in Nebel auflöste und verschwand. „Sie haben das Brot vergessen", rief er und wollte es vom Tische nehmen, wohin Sankt Peter eS gelegt hatte.... Aber siehe, auch daS Brot war verschwunden. » � Dampfmüller Schmaltz war ein alter Geizhals. Die Leute sagten von ihm, daß er dem ärmsten Teufel eher das Fell über die Ohren ziehe, als daß er ihm einen alten Rock schenke. Schmaltz saß über seine Bücher gebückt und machte Kreuze neben die Namen seiner Schuldner, gegen die er zwangsweise vor« gehen wollte. Plötzlich stand ein alter Mann bor ihm... ein ehrwürdiger Greis, der ein kleine? Brot in der Hand hielt. Schmaltz bettachtete abwechselnd den Mann und daS Brot. „Hölle und Teufel, wo kommen Sie her?" fragte er der» d rießlich. „Nicht aus der Hölle komme ich. sondern vom Himmel", sagte der alte Mann sanftmütig...„ich bin Sankt Peter". Gnade uns Gott I" rief Schmaltz und zitterte so heftig, daß sein» Finger gegen die Tischplatte trommelten....»Sie find verkehrt ge» gangen, Hochehrwürden. Sie wollten doch jedenfalls den Bürger- meister haben. Er liegt hier nebenan in der Villa im Sterben." „Sehen Sie dieses Brot?" stagte San» Peter. „Ja," erwiderte Schmaltz. Und indem Sankt Peter das Brot auf den Geldschrank legte, sagte er streng: „Ter Hosbesitzer Jensen hat das Getteide gebaut, aus dem das Brot hergestellt ist. Sie haben Jensen das Getreide mit sechs Oere bezahlt... wollen Sie mir gefälligst erklären, wie es kommt, daß dieses Brot 20 Oere kostet?" .20 Oere," wiederholte Schmaltz.„Danach müssen Sie wirklich den Bäcker fragen. Sie werden begreifen, Hochehrwürden, daß eS Geld kostet, eine Mühle zu betreiben. DaS Quantum Mehl, das zu so einem Brot gebraucht wird, verkauf ich dem Bäcker für zehn Oere l Finden Sie. daß das zu viel ist?... Hallo... Hochehr» würden..." Sankt Peter stieg in die Lust wie ein nächtlicher Nebel, der sich von den Baumwipfeln losreißt und zu den kleinen Wolken hinanfliegt. Der Müller klingelte dem Mädchen, das auch sofort kam; denn in seinem Hause herrschte Ordnung im großen und kleinen. „Nimm das Brot vom Geldschrank!" sagte Schmaltz. Und trag es in die Küche I" „Welches Brot?" stagte die Magd. Der Müller drehte sich hastig um: er liebte e» nicht,«twaS Sweimal zu sagen. Aber siehe: das Brot war zusammen mit dem Ilten verschwunden. . BZckermcister BrostrZm nahm acht Zehnkronenscheine auS seiner Geldschublade und legte sie in daS Notizbuch. Er wollte zur Renn- bahn; und acht ist eine Glückszahl. Da stand plötzlich vor der Theke ein ehrwürdiger GreiS, der dem Bäcker ein Brot hinhielt. Broström betrachtete mit kränkender Geringschätzung zuerst das Brot und dann den Mann. „Was hat das zu bedeuten?� fragte er. »Das wollt' ich gerade Sie fragen", erwiderte der Alte streng. Bäcker Broström war ein Mann von ungeschliffenem Wesen. Er musterte den Alten und überlegte in Eile, ob er ihn persönlich hinauswerfen oder ob er den Gesellen rufen sollte. Da brach eine Strahlenglorie hervor auS dem Haupte deS Greises, ganz wie die Strahlen einer Sonne in einem Feuerwerk. Der Bäcker sank in die Knie. »Ich bin Sankt Peter", donnerte der Alte...„und Du bist der gottlose Bäcker, der dieses Brot für zwanzig Oere verkauft hat, obwohl das Mehl Dich selber nur zehn kostet." „Liebster Herr Sankt Peter", sagte der Bäcker, den Kopf eben über der Theke,„donnern Sie nicht so entsetzlich I Die Sahne ge- rinnt mir.". „Die Stunde, da Du Rechenschaft ablegen sollst, ist gekommen", erwiderte San» Peter.„Antworte ehrlich auf das, was ich Dich frage I' Da wurde der Bäcker kühner und wagte sich mit dem ganzen Oberkörper hervor: „Bedenken Sie. dah in einem Feinbrot auch noch andere Dinge enthalten sind als Mehl. Unter anderem Milch und Hefe und eine Prise Salz. Auch ist Eiweiß für die Rinde nötig, und die Eier sind unerschwinglich in diesen Zeiten. Rechne ich das Brennmaterial und den Lohn für die Gesellen hinzu, so belaufen sich meine Aus- gabeir flir solch ein Brot aus mindestens fünf Oere, „Aber Du verlangst zwanzig," sagte Sankt Peter.„Du be- rechnest Dir also einen Verdienst." „Lumpige drei Oere I Man muß doch leben, nicht wahr! Man braucht Nahrung und Kleider und Taschengeld. Und man gibt hier und da auch einem Armen ein Scherflein I... Sie sind ja selber Schuhmacher gewesen, Hochehrwürden; da wissen Sie..." „Ich war Fischer." entgegnete Sankt Peter.„Du bist im Neuen Testamente schlecht beschlagen." Der Bäcker ichlug sich vor die Stirn: „Wie könnt' ich das vergessen I Fischer waren Sie ja.... Aber Sie haben doch gewiß einen ganz anständigen Gewinn be- rechnet, nicht wahr?" Da wurde Sankt Peter fuchsteufelswild: „Du willst mein ehrliches Handwerk mit Deinen unsauberen Geschäften vergleichen I Drei Oere auf ein Brot... drei Oere von zwanzig... das sind ja Wuchcrzinscn! Aber wart'! Die Ge- schichte soll Dir teuer zu stehen kommen. Wollen mal sehen,'was der liebe Gott dazu sagen wird l' Mit heftigen Schritten ging Sankt Peter auf die Türe zu. Da auf einmal blieb er stehen und rechnete nach...: Lars Jensens Verdienst betrug sechs Oere. Schmaltz berechnete für sich vier.... Vier und sechs gibt zehn I Die Ausgaben für Milch, Hefe usw. betrugen fünf Oere.... Macht im ganzen fünfzehn Oerel Ver- dienst des BäckerS: 3 Oere... 3-j- IS— 18... Sankt Peter drehte sich hastig nach dem Ladentisch um. Die Glorie um sein Haupt leuchtete rot im Zorn. „Du wagst es, mich zu betrügen 1" rief er...„So wisse, daß der liebe Gott mich auSgesandt hat, um Klarheit über diese Dinge zu gewinnen. Selbst wenn Deine 3 Oere Verdienst mitgerechnet werden, müßte das Brot nur achtzehn kosten. Du aber ninimst den Leuten zwanzig Oere ab! Wo bleiben die fehlenden zwei Oere?" Der Bäcker riß die Geldschublade auf und nahm einen Hundert- kronenschein hervor. Er reichte ihn Sankt Peter mit einer Ver- beugung und sagte: „Dte zwei Oere fallen Ihnen zu, Hochehrwürden I Gestatten Sie, daß ich Ihnen einen Vorschuß auf die spätere Abrechnung hin überreiche, in der Hoffnung, daß Sie höheren Orts für mich«in- treten werden." Sankt Peter besah sich da? Papier lange, sehr lange. Seine Hand näherte sich... wich zurück... näherte sich wieder... und faßte endlich einen Entschluß: Der Schein verschwand in der ge« räumigen Manteltasche. „Mein Sohn", sagte er.„der Gedanke gefällt mir. Selbstver- ständlich behalte ich mir vor, zu wohltätigem Zweck über das Geld zu disponieren."... Und nachdenklich fügte er hinzu:„Wer weiß, ob es nicht möglich ist, später im gemeinsamen Interesse eine bescheidene Preiserhöhung für's Brot vorzunehmen!" Damit verschwand Sankt Peter wie ein Nebel, der von einem Windstoß verweht wird. Den Hundertkronenschein nahm er mit, daS Brot aber ließ er liegen. Der Bäcker seufzte und legte e» ins Fenster zu den frischen Broten. „Nun?" fragte der liebe Gott.„Wie hängt die Sache mit dem kleinen Brot zusammen?" Und Sankt Peter erwiderte: „ES hat alles seine Richtigkeit, gm Herstellung des Brotes find verschiedene Ausgaben notwendig; aber daS läßt flch nun mal nicht ändern. Der Preis ist relativ angemessen."> „So, so I" sagte der lwbe Gott langsam und blickte Sankt Pete» scharf an. Der alte Mann machte sich so klein wie möglich und murmelte, er habe am anderen Ende des Weltraumes etwas zu besorgen.,. Er fühlte sich recht unsicher, als er fortschlich. (Deutsch von H. Kiy.) Künstler— Publikum— Volk. Ein Nachwort zu Wagners Selbstbiographie. Das Ende der Magdeburger Kapellmeisterschaft, mit der bei LZjähngs Richard Wagner den ersten Versuch bürgerlicher Daseins- fähigkeit unternahm, wird in den jüngst erschienenen Lebenserinne. rungen zu einem gespenstischen Finale komponiert; E. T. A. Hoff- manns Phantasie hat vielleicht bei dieser Darstellung größeren Ein- fluß gehabt als die zuverlässige Erinnerung, aber sie stilisiert in kräftigen Gestalten und Erscheinungen das Verhältnis des Künste lers zu den sozialen Bedingungen seiner Welt. Richard Wagner, der eben sich anschickt, in die widrigen Stürme einer philisterhaften Theaterehe sich hinauszuwagen, hat nach Shakespeares„Maß für Maß" eine heitere Oper„DaS Liebes- verbot" verfaßt. Niemand nimmt an dem Werk Interesse außer der Leipziger Polizei, die den Text unsittlich findet, während die Magdeburger das Stück aus Unachtsamkeit freigibt.(Die Polizei- zensur wird über das„Liebesverbot" noch heute ausgeübt, von der heiligen Familie in Bayreuth, von der die Veröffentlichung des Textes verweigert wird!) Die erste Aufführung in Magdeburg geht ohne jeden Eindruck und ohne alles Verständnis vorüber. Gerade deshalb wählt der geldbedürstige Kapellmeister seine Oper für die letzte Vorstellung der Saison. Kurz vor Beginn sieht der Unglückliche im weiten, leeren Raum nur das Ehepaar Gottschalk, das als Hauptgläubiger Wagners den Ertrag des Abends persönlich abschätzen möchte, und außerdem als Symbolfigur der Schuldknecht- schaff einen polnischen Juden im vollen Kostüm. Aber dieses ziel- bewußte Publikum sollte seine Rechnung nicht finden. Hinter den Kulissen entsteht eine Prügelei zwischen den Hauptdarstellern, und die Vorstellung wird unmöglich. So endigt der Winter 1832/36. „Meine auf diese in Aussicht gestellte Einnahme verwiesenen Gläubiger verziveifelten an meinem Talente und hielten sich da- gegen lediglich an meine bürgerliche Person, welcher sie durch schleunig eingereichte gerichtliche Klage beizukommen suchten." Als er aber dann feine vor der Ehe heftig geliebte Minna zum Abschied an den Postwagen bringt, gewahrt er endlich auch das Volk, das er im Theater vermeinte; er fand es freilich durch andere Dinge an- gezogen und bewegt wie durch neue Opern, durch ein Schauspiel, das freilich nichts kostete: die ganze Bevölkerung Magdeburgs strömte durch eins der Tore hinaus,„um auf einem weiten Anger einer durch„das Rad von unten" zu vollziehenden Hinrichtung zu- zusehen. Der Verbrecher war ein Soldat, der seine Braut aus Eifersucht vorsätzlich ermordet hatte.„Als ich hierauf zu meinem letzten Mittagsmahle im Gasthofe mich niederließ, hörte ich von allen Seiten nichts als die scheußlichen Einzelheiten der befolgten national-preußischcn Hinrichtungsmethode berichten." Fünfundzwanzig Jahre später ist Richard Wagner in Paris. Das zweite Kaiserreich lehrt die Menschen: Amüsiert euch! Wagner ist auf der Höhe seines Schaffen». Längst vollendet ruht im Pult der„Tristan", dessen Aufführung niemand wagt. Das Gold strömt durch die Adern von Paris. Das ist nicht mehr das hungrige Klein- stadtelend von Magdeburg. Hier lägt sich Ernte halten. Und Richard Wagner ist entschlossen, zu ernten. Nach unendlichen Mühen gelingt es ihm, die Aufführung des„Tannhäuser" in der Großen Oper durchzusetzen. Aber das Publikum will ein ausgiebiges Ballett. Richard Wagner erbarmt sich der Tanzbegierigen. Er erweitert die Venusbergszene ballettmäßig. Auch das genügt noch nicht. Zu Beginn der Vorstellung sind die Stammgäste nicht anwesend. Also verlangt man eine Tanzeinlage für den zweiten Akt. Das vermag Wagner nicht zu leisten. So wird die Pariser Aufführung zu .einem ungeheuren Skandal. Der Jockeiklub, in den der Hofadel sich organisiert hat, unterbricht die Vorstellungen durch lärmende, wüste Kundgebungen. Nach der dritten Aufführung gibt Wagner den Kampf auf und zieht die Partitur zurück. Das Ergebnis ist wieder: Mehrung der Schuldenlast. Darüber ist ein halbes Jahrhundert verflossen. Richard Wag- nerS Opern, und gerade die einst als unausführbar geltenden, bilden die künstlerische und materielle Grundlage aller Opernbühnen der Welt. Gerade jetzt, wo das unendliche Schuldenbekenntnis Wag- ners, das den wichtigsten Inhalt seiner Memoiren bildet, bekannt wird, rüsten sich die Terrainspekulanten und Theatergründer auf den nahen Tag, da seine Werke freie Beut« werden; viele Millionen rollen, neue Theater wachsen empor, die Baupläne überstürzen sich — alles will rechtzeitig den Gewinn aus dem„freien" Wagner abschöpfen: Richard Wagner ist zur wirtschaftlichen Welt- macht geworden. � ch* Das ist der Wert der Lebenserinnerungen Wagners: sie sind die krasseste Urkunde für die unwürdige Stellung des Künstlers in der bürgerlichen Gesellschaft; hochmütige Eitelkeit verbindet sich mit erniedrigender, unterwürfiger Bettelei. Der soziale Fall Wagaxs — 404— tmttt tttn To eindringlicher, 018 Hier das Genie durch glückliche Lebenszufälle und durch einen ungewöhnlich robusten Willen zur Selbstdurchsetzung gefördert wird. Wenn gleichwohl der Mann erst nach seinem fünfzigsten Lebensjahre von seinen materiellen Nöten befreit wurde, wenn er noch bei der Schöpfung der„Meistersinger ruhelos umhergetrieben wird wie ein schwangere? Weib, das keine Stätte findet, in Frieden niederzukommen, wenn es ihm endlich erst in den letzten Jahren seines Daseins gelingt, sich künstlerisch durchzuringen, so gibt es keinen stärkeren Beweis für die hoffnungs- lose Lage des Künstlers in der bürgerlichen Ordnung, der bald ein einsam verachteter Narr, bald ein überspannt umschwärmelter Halbgott, immer ein Stück Hochstapler ist, der auf unrealisierbare Werte eine bürgerlich ehrbare Existenz gründen will und diese Zweideutigkeit erst dann verliert, wenn er erfolgreich kapitalistisch gegründet ist. Der Lebenslauf Richard Wagners, der in dem reicheren SS. Jahrhundert sich vollendet, zeigt noch all die abstoßenden Züge beS unendlichen Supplikantcnelends, das die meisten deutschen Literaten des 18. Jahrhunderts niederdrückt. Ich sagte: Richard Wagner war im Grunde ein Günstling beS Zufalls. Er war in weit verzweigte Familienbeziehungen hin- «ingeboren, die einmal in ein tragfähiges wohlhabendes Bürgertum emporreichtcn und die ihm— was noch wichtiger— von Beginn ort unmittelbar den Zugang zum Theater erschlossen. Er durfte sich in feiner Jugend frei entwickeln, und jede Bildungsmöglichkeit wurde sihm gewährt. Er ging stets durch ein Gewimmel von Freunden Und Gönnern, die er gänzlich unbekümmert ausnützte. Frühzeitig gewöhnt er sich an die naiv egoistische Einbildung, daß alle Welt die Wflicht habe, für das Fortkommen seines Genies zu sorgen: durch Gelddarlehen, Vorschüsse, Lebensrenten, Stellungen, Douceurs und Asyle vom einfachen Landhaus bis zum üppigen Schloß. Echte 9!ot hat Richard Wagner nur während seines abenteuerlichen ersten Aufenthalts in Paris gekostet, da er wohl einen Tag lang durch die Straßen irrte, um irgendwo ein Fünffrankstück aufzutreiben, da er bis Notdurft seines Lebensunterhalts bestritt, indem er für den Kerleger Schlesinger fade italienische Modeopern bearbeitete. Sonst ober ist jederzeit viel, sehr viel Geld durch seine ebenso erwerbe eifrigen wie unwirtschaftlichen Finger geronnen. Aber an jedem Gulden haftet doch der Geruch des Almosens, häufig des erpreß- ten Almosens. Und jede neue Unterstützung scheint die Nöte des tooti Gläubigern ewig verfolgten Mannes nur zu steigern, und Unternehmungen, mit denen er sich retten will, vermehren zumeist seine Schuldenlast. Aber dieser zähe Kampf mit Gläubigern und Geldgebern zcr- frißt den Charakter des Menschen. Der unanständige niedrige Haß gegen begünstigte Nebenbuhler, der WagnerS Bild entstellt, ist letzten Endes finanziellen Ursprungs. Unziemlich und wahllos sucht er seine Hilfsquellen, wo er sie vorfindet. Nachdem die Welt- geschichte ihm die Slangierung seiner Verhältnisse versagt hat— das erhoffte er von der Revolution!— ist der als Teilnehmer deS Dresdner MaiaufitandeS steckbrieflich verfolgt« Hochverräter, Re- publikancr und Sozialist unermüdlich, deutsche und fremde Fürsten für sich zu ködern: Die Großherzöge von Weimar und Baden werden mit seinen Anerbietungen verfolgt. Selbst den bald preußisch erledigten armen Nassauer Potentaten begnadet Wagner mit der Zumutung, ihm ein Schlößchen zur Verfügung zu stellen. Den dritten Napoleon belagert er förmlich. Er hofiert russische Großfiirstcn, ungarische Magnaten, schlesische Junker. Kein Staats- mann ist ihm zu reaktionär, als daß er ihn nicht für sich zu ge- Winnen unternähme. Als er endlich von Sachsen amnestiert wird, geht er zu Herrn v. Beust, um ihm zu danken. Was er damals zu jBem Minister gesagt haben muß, erkennt man beschämt aus diesen Sätzen:„Mit lächelnder Eleganz unterhielt er sich mit mir davon, daß ich denn doch wohl nicht so unschuldig sein möchte, als ich mir dessen jetzt bewußt schien; er machte mich auf einen Brief von mir aufmerksam, der zu jener Zeit in Rockels Tasche gefunden worden fei: dies war mir neu, und gern gab ich zu verstehen, daß ich die mtr erteilte Amnestie als eine Verzeihung begange- mer Unvorsichtigkeiten zu betrachten mich gedrungen fühlte." Daß jeder wohlhabende Freund zu Opfern für seinen Unterhalt bereit sein müsse, hält Wagner für selbstverständlich. Erbt eine be- freundete Familie, so tritt Richard Wagner in deren Genossenschaft liebenswürdig ein, will sagen, er nimmt«ine beträchtliche Jahres- xente. Gelegentlich erweist er sich seinen Geldgebern dankbar, in- dem er sie verhöhnt, so den jungen Enthusiasten Weisheimer. Die Hingabe schwärmerischer Frauen weiß er wohl auszumünzen. Ihn bedrückt niemals das Geld, das er erhalten hat, sondern immer nur das, was man ihm verweigert. Und trotz all dieser fast brutalen Fähigkeit, sich zu behaupten, bat schließlich nur ein märchenhafter Zufall seinen materiellen und künstlerischen Untergang gehindert: Daß im letzten Augenblick Lud- wig II. den bayerischen Thron bestieg, ein kaum dem Knabenalter entwachsener Jüngling von sonderbar schwärmerischer Gemütsart. bat ihn gerettet. Ihn spann Richard Wagner mit ausschweifenden Huldigungen ein, deren vorhandene Urkunden leider so bald nicht das Geheimnis des Archivs verlassen dürsten. Geldsorgen hatte «r nun nicht mehr. Und dann kam auch der Ruhm, der metallisch glänzte. So durfte dann schließlich auch das Volk an Wagners Kunst teilnehmen, das Volk, das— fiir die Zivilliste Lteuerte 1 Und das verhaßte und verächtliche Publikum wurde gesiebt und geläutert zu einem einzigen Menschen, der Im kseren Theater einsam saß, wie einst das Wuchrerpaar in Magdeburg, und schluchzend Tristan und Jsoldens Nachtgesang lauschte, während auS oer Ferne schon der dunkle Wahn das königliche Hirn umsdsfich. _ K. S. Schach. Unter Leitung von S. Alapin. ab edafgh od*( g b (I CBa'I) Schachnachrichten. Für August ist in Karlsbad ein große» internalionales Turnier mit neun Preisen von 30