Anterhaltungsblatt des Horwärts Nr/ 131. Dienstag den 11, Juü. 1911 27] lNaAdrult v-rvoten.) pelle der Eroberer. Lehrjahre. Roman von M. Andersen N e x 3. „Ich möcht woll wissen, ob die Länder schwimmen oder fest auf dem Meeresgrund stehen. Weijjt Du das nicht, Andres?" fragte Bjerregrav. Meister Andres meinte, sie stünden tief unten auf dem Boden des Meeres. Aber Oheim Jörgen meinte:„Rein, so groß wie das Meer is." „Ja, groß is es, denn nu bin ich über die gange Insel gewesen, sagte Bjerregrav mit Selbstgefühl,„aber nie bin ich irgendwo hingekommen, wo ich das Meer nicht sehen könnt'. Alle Kirchspiele von ganz Bornholm, die grenzen ja auch an das Meer! Aber über die Bauern hat es wohl keine Macht, denn die gehören ja dem Ackerboden?" „Das Meer hat Macht über uns alle," sagte Larsen. „Einige weist es ab, sie sind viele Jahre zur See gefahren, aber auf einmal in ihren alten Tagen kriegen sie die See- krankheit, und nu sind sie gewarnt. Darum ist Schiffer Andersen auch an Land gegangen. Und andere zieht es an sich, von ganz oben her aus dem Bauernland! Ich bin mit solchen Leuten zu See gefahren, die ihr ganzes Leben da oben rumgegangen waren und das Meer gesehen hatten, aber nie unten am Ufer gewesen waren. Und dann eines Tages kriegt der Teufel sie beim Wickel, sie ließen den Pflug stehen und liefen an das Meer hinab und nahnien Heuer. Das waren nicht die schlechtesten Seeleute." „Ja," sagte Bäcker Jörgen,„und zu See gefahren sind wir hier zu Lande alle, auf allen Meeren fahren Bornholmer, so weit ein Schiff gehen kann. Ich Hab auch Leute getroffen, die noch nie am Meer gewesen waren, und doch waren sie wie zu Hause darauf. Als ich die Brigg„Klara" für Schiffer Andersen fuhr, hatt' ich auch so einen als Jungmann. Er hatt' noch nie gebadet: aber einen Tag, als wir vor Anker lagen und die anderen rausgeschwommen waren, sprang er, weiß Gott, auch in das Wasser als stürzt er sich in Mutters Arme, er glaubte ja, das Schwimmen das kam' ganz von selbst. Er ging ja gleich zu Grund und war halbtot, ehe wir ihn wieder rausgesischt kriegten." „Der Deubel versteh sich auf das Meer," rief Meister Andres kurzatmig aus.„Rund wölbt es sich immer, und es kann sich senkrecht auf die Hinterbeine stellen und dastehen wie eine Mauer, obwohl es doch fließend ist. Und dabei Hab' ich in einem Buch gelesen, daß es soviel Silber im Meer gibt, daß jeder Mensch auf der ganzen Welt reich werden könnt." „Ja, Du Gerechter," rief Bjerregrav aus.„Ne, so was Hab' ich denn doch noch nie— I Ob das woll von all den Schiffen stammt, die untergegangen sind? Ja, das Meer— das ist, verdammt und verflucht, die Kraft!" „Die Uhr is zehn," sagte Jeppe.„Und die Lampe die zehrt, das Teufclswerk!" Da brachen sie hastig auf und Pelle löschte die Lanipe aus. Aber noch lange nachdem er den Kopf auf das Kissen gelegt hatte, wirbelte es darin herum. Er hatte das ganze verschlungen, und die Vorstellungen wimmelten in seinem Gehirn, wie die Jungen in einem überfüllten Nest, stießen und drängten sich, um einen Platz zu finden, wo sie zur Ruhe fallen konnten. Das Meer war stark: jetzt zur Winterszeit hatte er sein Kochen gegen die Fclsklippen beständig im Ohr. Aber Pelle war sich nicht sicher, daß es ihm aus dem Wege ging! Er hegte einen unbewußten Unwillen dagegen, sich selbst Grenzen zu setzen, und die Kraft, um die sie sich zankten, die saß schließlich inwendig in ihm selber, wie ein lichtes Ge- fühl, unüberwindlich zu sein, trotz aller Niederlagen. Zuweilen mußte dies Gefühl sichtbar hervor und ihm über den Tag hinweghelfen. Eines Mittags saßen sie und arbeiteten, nachdem sie— wie gewöhnlich— das Essen in fünf Minuten heruntergcschlungcn hatten: der Geselle war der einzige, der sich ein wenig Mittagsruhe gönnte, er saß da und las die Zeitung. Plötzlich erhob er den Ltopf und sab Pelle verwundert an:„Nanu, was is denn das? Lass- Karlsson, das is doch Dein Vater!" „Ja," antwortete Pelle mit schwerer Zunge, und das Blut schoß ihm in die Wangen. Stand Vater Lasse nu auch in der Zeitung? Doch wohl nicht unter den Unglücksfällen? Er mußte sich wohl auf irgendeine Weise durch seine Landwirt» schaft bemerkbar gemacht haben. Pelle war nahe daran, vor Spannung zu ersticken, wagte aber nicht zu fragen, und der kleine Nikas saß bloß da und sah verschlossen aus. Er hattS die Miene des jungen Meisters aufgesetzt. Aber dann las er laut: Abhanden gekommen! Eine Laus mit drei Schwänzen ist weggelaufen und kann gegen ein gutes Trinkgeld bei Hofbesitzer Lasse Karlsson, Heidehof, abgeliefert werden. Daselbst wird auch gebrauchtes Schwarzbrot gekauft! Die andern stimmten ein schallendes Gelächter an, aber Pelle wurde aschgrau. Mit einem Satz war er über den Tisch hinüber und hatte den kleinen Nikas unter sich an die Erde gezerrt: da lag er und preßte ihm die Finger um den Hals, um ihn zu erdrosseln, bis er übermannt wurde. Emil und Peter mußten ihn halten, während der Spannriemen seine Arbeit verrichtete. Und doch war er stolz, was bedeuten lumpige Prügel gegenüber der Tatsache, daß er den Gesellen zu Boden ge» schlagen und den unterjochenden Respekt überwunden hatte. Sie sollten sich nur noch einmal unterstehen, mit ihren ver- logenen Anspielungen auf damals zu kommen oder Spott mit Vater Lasse zu treiben. Pelle war nicht gesonnen, sich vor» wärts zu schlängeln. Und die Verhältnisse gaben ihm Recht. Es wurde in Zukunft mehr Rücksicht auf ihn genommen, niemand hatte Lust, ihn und sein Werkzeug an den Kopf zu bekommen, selbst wenn sie ihn hinterher prügeln konnten. 11. Im Garten des Schiffers war es öde. Bäume und Büschs waren entblättert: man konnte von der Werkstatt aus quer durch alles hindurchsehen, über andere Gärten hinweg, bis ganz hinüber zu der Hinterseite der Häuser in der Oststraße. Da war kein Spiel mehr, die Gartensteige lagen im Frost und Schnceschlamm da. die Korallenblöcke und großen Muscheln, die mit ihrem Rosenmund und ihren Fischzähnen so mannig» faltig von den großen Meeren sangen, waren des FrosteZ halber hineingenommen. Manna sah er oft genug. Sie kam in die Werkstatt hereingestürzt mit der Schultasche oder den Schlittschuhen. Es war ein Knopf abgerissen oder die Schlittschuhe hatten einen Absatz losgewrickt. Es saß frischer Wind in ihrem Haar und in ihren Wangen, die Kälte machte sie erglühen. „Da ist Blut!" sagte der junge Meister und sah sich ganz froh an ihr: er lachte und trieb Kurzweil, wenn sie kam. Aber Manna hielt sich an Polles Schulter und warf ihren Fuß in seinen Schoß, damit er znknöpfen sollte. Zuweilen kniff sie ihn auch heimlich und sah wütend aus, sie war eifersüchtig auf Mörlen. Aber Pelle verstand nichts, Mortons kluger, sanfter Sinn hatte ihn ganz unter sich gebeugt und die Leitung übernommen. Pelle war ein glücklicher Mensch, wenn er eine Stunde zu seiner Verfügung hatte und Marten nicht da war. Dann lief er, die Zunge aus dem Halse heraus, um ihn zu suchen: alles andere war ihm gleichgültig. Eines Sonntagsvormittags, als er Schnee im Hofe fegte� waren sie dadriiben: sie machten einen Schneemann. „Ach Pelle!" riefen sie und klatschten in die Fausthand» schuhe,„komm doch mal riiber! Du kannst uns helfen, eine Schneehütte zu bauen. Wir mauern die Tür zu und zünden Tannenbaumlichter an, wir haben Stummel. Ach, komm doch!" „Denn soll Morien auch mit dabei sein, er muß gleich kommen!" Manna rümpfte die Nase:„Nein, Marten wollen wir nicht hier haben!" „Warum nicht? Er ist doch so nett!" fragte Pell« verletzt. „Ja, ober sein Vater ist so scheußlich, alle Leute sind bang« vor ihm. Und er hat auch im Loch gesessen." „Ja, wegen Prügelei, das ist doch nicht so gefährlich! Das hat mein Vater auch getan, als er noch jung war: daS schadet nichts, wenn es bloß nicht wegen Diebstahl ist!" Aber Mana sah ihn mit einem Ausdruck an, genau so tvic Jeppe, wenn er jemanden von seinem Bürgergeist aus richtete.„Aber Pellet schämst Du Dich denn gar nicht? So denken nur die Ullerärinsten, d'e gar kein Schamgefühl haben I" Pelle errötete über seine eigene gewöhnliche Denkweise. >.Mortcn kann doch nichts dafür, daß sein Vater so istl" wandte er sehr zahm ein. „Nein, wir wollen Marten nicht hier haben, Mutter will es auch nicht. Sie sagt, mit Dir kann es allenfalls gehen, aber dann auch nicht mehr. Wir gehören zu den Feinen," fügte sie erklärend hinzu. „Mein Vater hat ein großes Gehöft, das ist doch ebensoviel wert wie so'ne verfaulte«schute," fagte Pelle hochmütig. „Vaters Schiff ist gar nicht verfault," entgegnete Manna gekränkt.„Es ist das beste hier aus dem Hafen, und es hat drei Masten." „Du bist aber doch man'ne lumpige DirnI" Pelle spie über den Zaun hinüber. „Ja, aber Du bist ein Schwede!" Manna blinzelte triumphierend mit den Augen, Dolores und Aina standen hinter ihr und steckten die Zungen aus. Pelle hatte große Lust, über die Gartenmauer zu springen und sie durchzuprügeln! aber da fing Jeppes Alte aus der Küche heraus an zu zetern, und er ging an seine Arbeit. Jetzt nach Weihnachten war gar nichts zu tun, die Leute verschlissen das Oberleder oder gingen in Holzschuhen. Der klein? Nikas war selten in der Werkstatt, er kam zu den Mahlzeiten und ging wieder, hatte immer seine guten Kleider an.„Der verdient sein täglich Brot leicht," sagte Jeppe. „Da drüben, da futtern sie ihre Leute nicht den Winter über durch, sobald nichts mehr zu tun ist, geben sie ihnen einen Fußtritt." Mehrmals am Tage wurde Pelle auf einen Rundgang durch den Hafen geschickt, um die Schiffe abzusuchen. Die Meister standen da unten in ihren Schurzsellen und sprachen über Seewesen oder liefen zueinander vor die Haustüren, um zu plaudern. Sie hatten aus alter Gewohnheit ein Stück Werkzeug in der Hand. Ueberall nagte nian Hungerpfoten, die„Heiligen" hielten jeden Tag Versammlungen ab, die Leute hatten Zeit genug zu kommen. Nun hatte die Stadt so recht Gelegenheit, zu zeigen, wie leicht sie gegründet war; es war nicht so wie draußen auf dem Lande, wo man herumziehen und sich gütlich tun konnte, in dem Bewußtsein, daß die Erde für einen arbeitete. Hier machten sich alle so klein und der- zehrten so wenig wie möglich, um sich durch die tote Zeit hindurchzudrücken. tLortsetznug folgt.)! Temperenzler. Von Anton Tschechow. Am ersten Fevrurr eines jeden Jahres herrscht ans dem Gute der Witwe Ljnbow Petrowna eine ganz ungewöhnliche Bewegung. An diesem Tage lögt die Gutshcrrin für ibren entschlafenen Gatten, den Kreisadelsmarschall Trison Lwvwitsch Sawsjatow eine Seclen- mesie mit nachfolgendem Tedemn lesen. Der ganze Kreis nimmt an dieser Feier teil. Da siebt man den jetzigen KreiSadelsuiarsdmll Marfutkin, de» Vorsitzenden der Semstwo Polraschkow, die Friedensrichter der beiden Beurle, den KreiSrichrer Krinolinow, die beiden Landkommissare, den Landschaftsarzt Dwornjagin, der immer nach Jodoform riecht, sämtliche Gutsbesitzer usw., im ganzen gegen fünfzig Personen. Punkt 12 Uhr betreten die Gäste mit feierlichen Gesichtern den Saal. Auf dem Fuhdoden liegen Teppiche, welche das Geräusch der Schritte dämpfen, ober der weihevolle Ernst der Feier zwingt die Anwesenden instinktiv, sich aus Fußspitzen zu erheben und beim Gehen mit den Händen zu balauziercn. Im Saal ist schon alles bereit. Vater Jewineni, ein kleiner Greis mit hoher, violetter Kopsbedeckung, zieht sein schwarzes Priestcrornat an. Not wie ein Krebs und ebenialls bereits im Ornat, blättert der Diakon Konkordjew geräuschlos km Gebetbuch, das den liturgischen Teil des Gottesdienstes enthält, und legt Papierstreifen als Buchzeichen hinein. An der Tür zum Vorzimmer bläst der Küster Lnka mir hervorquellenden Augen ins Rauchfah. Nach und nach füllt sich der Saal mit bläulichen, durchsichtigen Weihravchioolken. Der Volksschullehrer Gelikonski, ein junger Mann im neu.» sackartigen Rock und mit grotzeu Sommer- sprossen auf dem e.schrccklen Gesicht, reicht auf einem silbernen Tablett Wachslichte herum. Vorue, neben dem Tischchen, ans welchem sich das rituell vor efchriebcne Reisgericht befindet, steht die Haus- krau Ljubow Petrollm und führt schon im Voraus das Taschentuch ans Gesicht. Ringsum Stille, nur selten von Seufzern unterbrochen. Die Gesichter der Anwesenden sind langgestreckt, feierlich... Die Seelenmesse beginnt. Aus dem Rauchfaß steigt blaue? Rauch empor uud spielt mit einem schräg einfallenden Soiinenstrabl, die angezündeten Lichte knistern leise. Der Gesang ist aufänglich hart und betäubend, aber sobald die Sänger sich den akustischen Verhältnissen des Raumes angepaßt haben, wird er leise, har- monisck.... Die Motive sind sämtlich wehmütig, melancholisch.... Die Gäste werden nach und nach in eine traurige Stimmung ver» setzt und versinken in Nachdenken. In ihren Köpfen tauchen Ge» danken an die Kürze des menschliqen Lebens, an die Bergäng- lichicit alles Irdischen auf.... Sie erinnern sich des verstorbenen Sawsjatow. Er war ein kräftiger rotwangiger Mann, der eine Flasche Champagner auf einen Zug leeren konnte. Und als man singt:„In sel'ger Ruh' mit allen Heiligen"... und man die Wirtin schluchzen hört, fangen die Gäste an, beklommen von einem Fuß auf den anderen zu treten. Die Gefühlvolleren beginnt es sogar in der Kehle und in den Augen zu kitzeln. Der Kreisadelsmarschall Marfutkin, der dieses unangenehme Gefühl gern unterdrücken möchte, beugt sich zum Ohr des Krcisrichters und flüstert: „Gestern war ich bei Iwan Fedorowitsch. Ich nahm ihm 12 Rubel in„Mint" ab, wahrhaftigen Gott! Olga Andrcjewna war so wütend darüber, daß ihr ein falscher Zahn aus dem Mundefiel.. Dann singt man„Ewiges Gedenken"... GelikonSki sammelt ehrerbietig die Lichte ein, die Torenmesse ist beendigt. Etwa eine Minute hört man gedämpfles Flüstern, der Priester wechselt in- zwischen das Gewand; dann beginnt das Tedeum. Nach dein Tedemn, während Vater Jewnieni das Meßllcid auszieht, reiben sich die Gäste die Hände und husten, und die Hausstau erzählt von der Güte des verstorbenen Trison Lwvwitsch. „Ich bitte zum Imbiß, meine Herren," schließt sie seufzend ihre Erzählung. Die Gäste begeben sich ins Speisezimmer, wobei sie bemüht sind, einander weder zu stoßen noch auf die Füße zu treten... Im Speisezimmer wartet ihrer das Frühstück. Dieses Frühstück ist so üppig, daß der Diakon Konkordjew sich bei seinem Anblick jedesmal für verpflichtet hält, die Arme auszubreiten, erstaunt den Kopf zu iviegen und zu sagen: „Ueberirdisch geradezu! DaZ, Vater Jewmeni, steht weniger nach Speise für Menschen als nach Opfer für Götter aus!" Das Frühstück ist in der Tat auserlesen. Auf dem Tisch steht alles, was Flora und Fauna nur zu biclen vermag.„Ueberirdisch" ist nur eins: auf dem Tisch steht alles außer... jpirituäsen Ge- tränken. Ljubow Petrowna hat ein Gelübde getan, in ihrem Hause keine Karten und kcinen Alkohol zu dulden, zwei Dinge, die ihren Mann zu Grunde gerichtet haben. Auf dem Tisch stehen nur Flaschen mit Essig und Oel, gerade wie zum Hohn und zur Strafe für die Schmausenden, die alle obne Ausnahme Erztrinker sind. „Greifen Sie zu. meine Herren!" ladet die Witwe ein.„Aber Sie müssen entschuldigen: Branntwein gibt es bei mir nicht." Die Gäste treten an den Tisch und machen sich uneutschlosien an die Pastete. Aber das Essen will nicht so recht gehen. Anr Hineinstecken der Gabeln, am Zerschneiden der Speisen, am Kaue» merkt man eine gewisse Trägheit, Apathie... Augenscheinlich fehlt etwas. „Ich habe ein Gefühl, als ob ich was verloren hätte..." flüstert der eine Friedensrichter dem anderen zu—„Genau dasselbe Gefühl wie damals, als meine Frau mit dem Ingenieur durchbrannte... Ich kann nicht essen!" Marfutlin sucht, bevor er zu essen begimit, lange in seinen Taschen nach dem Schnupftuch. „Ach, das Taschentuch steckt wohl im Pelz? Und ich suche es hier...* erinnert er sich laut und geht ins Vorzimmer, wo die Pelze hängen. Mit glänzenden Acuglcin kehrt er aus dem Vorzimmer zurück und fällt sofort mir regem Appetit über die Pastete her. „Fatal, mit trockener Keble zu esien. nicht wahr?" flüstert er dem Vater Jewmeni zu..Geh' ins Vorzimmer, Väterchen. In meinem Pelz findest Du'ne Flasche... Nur sei vorsichtig, daß bis Flasche nicht auf die Erde fällt I" Voter Jewmeni erinnert sich plötzlich, daß er den: Küster ctwaS zu sagen habe und geht schnell ins Vorzimmer. „Zwei Worte, Väterchen I" läuft ihn: Dwornjagin nach. „WaS ich mir für einen Pelz gekauft habe, meine Herren!" prahlt Chrumow.„Taiisend Rubel sollte er kosten und ich bekam ihn— Sie werden es nicht glauben I— für 2S0.. Zu jeder anderen Zeit würde es den Gästen furchtbar gleich- gültig sein, was Chrumow für seinen Pelz bezahlt hat, jetzt aber überbieten fie einander in Ausdrücken der Verwunderung und wolle» es nicht glauben. Schließlich begibt sich die ganze Gesellschaft ins Vorzimmer, um den Pelz zu besehen. Man besteht ihn so lange. bis Fcdor, der Diener deS Arztes, heimlich fünf leere Flasche aus dem Vorzimmer trägt. Als man den gekochten Stör serviert, erinnert sich Marfutkin. daß er seine Zigarrcntasche im Schlitten vergessen hat, und geht in den Stall. Damit er sich nicht allein zu laugweilen braucht, nimmt er den Diakon mit, der bei dieser Gelegenheit gleich nach feinen Pferden sehen will.... Am Abend desselben Tage? sitzt Ljubow Petrowna in ihrem Kabinett und schreibt an eine alte Petersburger Freundin: 0!85e In oTTcn früheren Jähren fand anch'br-At B«! mir die Seelenmesse zu Ehren dcS Verstorbenen statt. Sämtlickie Nachbarn waren erschienen. Die Leute sind einfach, ungeschliffen, aber— Engel an Herz und Gemüt! Ich bewirtete sie glänzend, natürlich, wie in früheren Jahren, ohne einen Tropfen Alkohol I Seit mein Trifon an den Folgen seiner Unmähigkeit gestorben ist, habe ich ein Gelübde getan, den Alkohol auf Schritt und Tritt zu bekänchfen, um damit die Sünden des Verstorbenen zu sühnen. Vater Jewmeni ist entzückt von meinem Borsatz und Hilst mir mit Rat und Tat... Ach, wenn Du wüfztest, wie mich diese meine Bären lieben! Der 5krei«adelSmarschalI Marfutlin beugte sich nach dem Frühstück über meine Hand, hielt sie lange an seinen Lippen und begann, komisch den Kopf schütteln», zu weinen: viel Gefühl, aber keine Worte! Vater Jewmeni, dieser wunderbare GreiS, setzte sich zu mir und flüsterte, mich tränenden Auges anblickend, wie ein Kind. Seine Worte der- stand ich nicht, aber sein aufrichtiges Gefühl verstehe ich sehr wohl. Der Kreisrichter, dieser schöne Mann, von dem ich Dir schon öfters geschrieben habe, lag auf Knien vor mir und wollte selbstverfasite Verse deklamieren(er ist unser Dichter), aber es ging über seine Kräfte. Er schwankte und fiel: der Riese hatte einen hysterischen Anfall bekommen... Uebrigens ging es nicht ohne Nnannehmlichkeiten ab. Der Vorsitzende des FriedenSrichterkollegiumS, Llalylin, ein dicker, apopleltischer Mann, wurde plötzlich krank und lag zwei Stunden bewusirlos auf dem Divan. Man mußte ihn durch Begießen mit kaltem Wasser tns Leben zurückrufen. Ein Glück, daß Doktor Dwornjagin zur Stelle war, er holte eine Flasche Kognak aus seiner Apotheke und denetzte damit die Schläfen des Kranken, worauf er bald wieder zu stch kam und nach Hause gebracht werden ksnnle...* Die Berber, Das Marokko-Problem.. Bismarck wird nachgesagt, er habe sich bemüht, die Franzosen (ms Marokko zu Hetzen, weil man in keinem Lande der Welt sich so verbluten könne, wie in diesem staatlosen und, wie es scheint, slaats- unfähigen Reiche. Heinrich Schultz kennzeichnet(in Helmolts Weltgeschichte) das marokkanische Problem:.In Marokko verkörpert sich der letzte uiächtige Rest nordafrikanischer Eigenart. Noch heute wie vor Jahrhunderten steht es, gleich einem fanatischen Bettelpriesler, der auf seine Armut und auf seine Lumpen stolz ist. den blühenden Staaten Europas gegenüber. Ungastlich sind seine Küsten und sein Boll: und nur widerwillig läßt es fich von seinen übermächtigen Rachbarn zur oberflächlichen Anerkennung völkerrechtlicher Grund- sätze bewegen. Welche Kraft aber in diesem mittelalterlichen Staatswesen liegt, erfuhr Spanien, als es im Jahre ISög durch einen Krieg Genugtuung für das feindselige Verhalten marokkanischer Unter- tanen gegen die spanischen Presidios(Strafkolonien) an der Küste au nehmen suchte.... Die Kraft ruht freilich mehr im Volk als »N der Regierung, mehr im Fanatismus des Glaubens als in der Positiven Einheit, von der in Marokko niemals die Rede gewesen ist." Die Krast des Widerstandes ruht im Volle, oder genauer, sie ruht in der Urbevölkerung Nordafrikas, die den weitaus größten ZCeil der Einwohner von Marokko bildet, in den Berbern. Die verkommenen Mauren, die in den Städten herrschen, lassen sich unter- Wersen. Aber mit den Städten ist Marokko nicht erobert. Marokko das sind die Berber, die in lOOOjährigcn Kämpfen niemals unterworfen worden sind und gegen alle Widersacher ihre wilde und stolze Unabhängigkeit bewahrt haben, in den Piratennestern am Mittelmeer sowohl, wie in den Bergen des AtlaL, in der Wüste, wie tn den fruchtbaren Flußtölern: ansässige Ackerbauern, schweifende Hirten, räubernde Seefahrer— aber immer von der gleichen un- bändigen Frciheitsliebe in den Kampf gegen alles getrieben, was sie inS Joch einzuschirren versucht. Ein Berberstnoim bewohnt anch Südwcst-Marokko, das man jetzt— nach gewissen Ralgeoern— deutsch.zivilisieren" möchte Und er haust seit vorgeschichtlichen Zeiten hier. Namen und Bild- typen der Berber findet man schon auf allägyptischcn Völkergemälden, auch schon die blonden und blauäugigen Elemente unter ihnen, die man früher fälschlich als Germanen, als den Rest der aus Europa verdrängten Vandalen in Anspruch nehmen wollte. Die Rassenkundc zählt die Derber unter die Hamiten, aber auch bei diesen Menschen- stäminen versagt die reine Nassentheorie: Die starken und vielfältigen Mischungen des Blutes, die alle Einwohner Nordafrikas versippt haben, haben auch die Berber berührt; und so erklären sich ihre Eigentümlichkeiten nicht aus der geheimnisvollen Anlage Ursprung- liehen„Vlutö", sondern aus den natürlichen, sozialen und geschicht- lichen Existenzbedingungen, unter denen sie leben. Wenn man noch heute in den Bewohnern Marokkos den Charakter wiedererkennen will, den vor zwei Jahrtausenden Sallust in seiner Darstellung des Jngurthinischen Krieges den Nordafrikanern zuschrieb, die den Römern soviel zu schaffen machten, so ist diese Gleichheit der Mcn- schen dadurch verursacht, daß auch ihre Lebensbedingungen sich nicht wesentlich verändert haben..Das Meer ist gewaltig wild und hat am Gestade keine Häfen. Das Land trägt viele Früchte, eS hat gute Viehzucht, aber keine Bäume. An Regen und Qucllwasser hat es Mangel." So schrieb Sallust von Nordafrika, so schreiben noch heute die Reisenden von Marokko, llnd noch heute leben die Derber — je nach ihrer Heimat— teils(als Ackerbauer) in Hütten, teils als wilde Nomaden. Wie Herodot schon die Uirgebundenheit der berberischen Frauen darstellt, so herrscht noch in der Gegenwart bei allen Berherstämmen die geschlechtliche Freizügigkeit und zugleich Achtung der Frau und demzufolge das Mutterrecht. Wie soll man wissen, fragt der Berber verwundert, von welchem Vater ein Kints stammt. Die Berber find Weiße trotz ihrer gebräunten Haut. Sie go« hören zu dem südenropäischen Typus, nicht zu den Negern. Sie unterscheiden sich nicht viel von den Sizilianern oder Andalusiern, und die Blonden scheinen sogar eher skandinavischen Bauern zu gleichen als Afrikanern der Wüsiengegend. Das Blondhaar gilt bei den Berbermädchen als Schönheit und Liebeslieder preisen diesen besonderen Reiz. Alle Berberstämme sprechen dieselbe Sprache, in verschiedenen Dialekten. Besonders französische Forscher haben die Berbersprache studiert, von der man neuerlich auch einige alte Denkmäler entdeckt hat. Die Untersuchungen über ihren Zusammenhang mit den semi- tischen Sprachen— es gibt unverkennbare Aehnlichkeiten zwischen den hamitischen und semitischen Sprachen— haben noch nicht zu sicheren Ergebnigen geführt. Die Berber haben auct besondere Schriftzeichen von hohem Älter. Die marokkanischen Berber zeigen im einzelnen viele Besonder« Heiken. Man teilt sie in drei Gruppen, die im Norden, die Rif« Berber, die in Zentral-Marokko wohnenden, und die südlichen Stämme, die Schluh, die das Gebiet südwärts von Mogador bis an die Wüste und das Atlasgebirge bewohnen. Die berberischen Siede« lungsgebiete sind von der Wissenschast bisher nur kümmerlich er« schlössen. Die zahlreichen Marokko-Reisenden ziehen es meist vor, auf der üblichen arabischen Kar�wanenstrahe zu bleiben und hier zu forschen. �Was man über die Berber Sicheres weiß, ist nicht allzu viel. Stets erschienen sie als der Inbegriff barbarischer Un- bändigkeit, und von dem lateinisch-griechischen bsrksruz wird sprachlich ihr Name abgeleitet; wahrscheinlich zu Unrecht, weil schon vor der Ankunft der Griechen und Römer in Nordafrita die Bezeichnung Berber nachweisbar ist. Für die Erkenntnis des maretkanischen Problems sind vor allem die R i s- B e r b e r im Norden von entscheidender Bedeutung. In ihrem Gebiet befindet sich der einzige europäische Besitz, den Marokko bisher aufzuweisen hat: denn das einst englische Tanger ist als Kolonie ausgegeben worden. Spanien hat seit 4 Jahrhunderten an den Küsten des Rif-Gcbietes Kolonialbesitz, ohne in den 400 Jahren irgendwelche kulturelle Leistung vollbracht, und ohne den dort Hausen- den Berbern nur einen Schritt näher gekommen zu sein. Nur eins hat Spanien durch seine Herrschast erreicht: Es hat sich die Rifberbec zu Todfeinden gemacht. Und Spanien hat ebensowenig diese Ber- ber in ihrer Unabhängigkeit einzuschränken vermocht, wie es in den Jahrtausenden vorher nacheinander Karthago, die Römer, Byzan- tiner, Araber vergeblich versucht haben. Der Rifberbec ist mit der Waffe geboren, mit der er seine Freiheit verteidigt, und in die Gebirgsschluchten seines Reiches wagt sich niemand. Wie Spanien hat auch der Sultan von Marokko keinen Einfluß auf sein Gebiet; die arabischen Marokkaner sagen von dem Stamm sprichwörtlich, daß er„nicht Allah, nicht Sultan fürchtet und nur das Pulver kennt". Es hat freilich auch im Rifgebiet schon ausländische c französisches! Großgrundbesitzer gegeben, ähnlich den jüngsten deutschen Ritter- gutsbesitzern„in der Gegend" von Agadir, aber jene Besitzer sind niemals imstande gewesen, ihr Eigentum auch nur mit dem Fern- glas zu sehen, geschweige es mit dem Fuß zu betreten. Fast alles, >oas man von den Ris-Berbern in den Büchern liest, ist nicht an Ort und Stelle, sondern in Tanger wie im Ausland.erforscht" worden. Lassen diese Berber auch niemanden ins eigene Land, so gehen sie doch selbst zahlreich ans der Heimat, um Arbeit zu suchen und für den verdienten Lohn sich die neuesten Modelle von Gewehren zu kaufen; denn so unverändert wie Sitten und Gewohnheiten seit Jahrhunderten sind— er, der Ristote, pflügt noch heute mit dem gebogenen Ast!— in den Schießwaffcn geht er mit dem letzten Fortschritt der Zeit. Auf den Aussagen dieser Ris-Arbeitcr beruhen dann die völkerkundlichen Auszeichnungen der Gelehrten. Uebereinstimmend wird berichtet, daß sie eine völlig dcmokra- tische und anscheinend auch agrarkommunistische Verfassung haben. Die Stämme gliedern sich in große Familien, diese wieder in Dörfer. Auf den Märkten werden die gemeinsamen Angelegenheiten er- ledigt. ES gibt keine erbliche HänptlingSschaft. Männer, Frauen, Kinder haben durchaus gleiche Rechte. Unter den Stämmen Herr« scheu Fehden; auch die Blutrache wird geübt, kann aber durch Be- schlüsse ihrer„Landtage" mit Bich oder Geld abgelöst werden. Sie sind nur äußerlich zum Islam übergetreten(gegen die Zusicherung der Unabhängigkeit), und haben keinerlei religiösen Fanatismus strenger Gebräuche. Anch die'Stellung der Frauen ist durchaus der mohamcdanischen Uebnng entgegengesetzt: Tie Frau ist unver- schlciert, verbirgt sich nicht vor dem fremden Mann. Tie ist die tapfere und arbeitssame Kameradin. Der Rifiote weiß, warum er lieber uniergehen will, als sich unterwerfen. Er, der monatelang von der Heimat fortgeht, um als gesuchter Arbeiter zu fronden— Rifioten haben die deutschen tafcnanlagen in Tanger gebaut—, um Geld zur Erwerbung von chießwaffen zu verdienen, kenn', die Absichten der Kulturpioniere: Das Rifgebiet ist von unerschöpflicher Fruchtbarkeit und reich an Mineralschätzen. Das will der tknropäer, und der Ris-Berber soll dann nicht mehr in Freiheit dcb Daseins fich freuen, sondern mit seiner Knechtschaft und(.'inew Schweiß den Fremden den Heimat- lichen Boden düngen. SieShaO bat sich der Ris-Berber daS Gefühl der Gefahr abgewöhnt. Am. 27. Juli IVOS sahen dl« spanischo» Soldaien staunend, wie die Rifioien mit ihr?» Mausergewehren gegen— die spanischen Maschinengewehre anstürmten und sie-- eroberten I Zugänglicher eis diese Nordstämme sollen— nach mehreren Berichten— die südmarokkanischen Berber— die Schluh— sein, nach denen jetzt die deutsche Weltpolitik hungert. Teile von Süd- Marokko sind vielfach bereist worden, aber gerade das Gebiet südlich vom Atlas ist bisher für Europäer gesperrt. Die letzte deutsche Neisebeschreibung über das Sustal, an dessen Ausgang Agadir liegt, stammt bereits aus dem Anfang der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals ist eine Expedition Oskar Lenz' durch das Sustal gezogen, ist aber, trotzdem er die Erlaubnis des Sultans hatte, nicht gerade freundlich empfangen worden. In der Hauptstadt des Gebiets Tarudant gab es„Pöbelexzesse", Lenz wurde gegen das andringende Volk durch Vertreter der marokkanischen Regierung geschützt. Lenz reiste dann als„türkischer Arzt". Er hatte grosse Eile, aus dem gefährlichen Gebiet herauszukommen, wurde obendrein bestohlen und urteilt sehr abfällig über die Bc- wohner: Sie seien„vorherrschend roh und von abstossendem Be- nehmen gegen Fremde, erkennen nur ungern den Sultan an und revoltieren bei jeder Gelegenheit". Es sind setzhaste Ackerbauer und Viehzüchter. Die Landwirtschaft wird primitiv wie vor Jahr- taufenden betrieben, und die Industrie, in der sie die gröhte Kunst- fcrtigkcit entwickeln, in der Herstellung von Messern, Dolchen, Pulverhörnern und Gewehren mit prächtig verzierten Schäften und Läufen. Und da sie obendrein Kunstschützen sind, ist auch diese Berberindustrie nicht gerade verlockend für fremde Eindringlinge. Es sind aber keine reinen Berber, sondern mit Arabern vermischte. Lenz hat auch Agadir erreicht. Er nennt die Küste ausserordcnt- lich schlecht, das Landen erschwert und gefährdet. Alles ist versandet und nirgends befindet sich ein einigermassen geschützter Hafen. Unter diesen Umständen ist das Urteil, dass Agadir an sich der beste Ankerplatz sei, noch lange keine Empfehlung für diesen Hafen. Dass die Bewohner jeder Landung Fremder auch hier sich widersetzen und„sehr feindselig" auftreten würden, versichert auch Lenz,„da es nur an die absoluteste Freiheit gewohnte Araber- und Berber- kabhlen sind". So ist das schwierigste Marokko-Problem ein Berber-Problem. Auch wer kein grundsätzlicher Gegner der kapitalistischen Raubpolitik ist, wie wir Sozialdemokraten, würde verbrecherisch deutsches Blut vergeuden, wenn er sich die Eroberung von Südmarokko als einen Militärischen Spaziergang dächte. Hier leben Männer, die lieber tot als Sklaven sind! kleines femUeton. Hygienisches. Eignet s i ch da? Schwimmen für schwächliche Pe r s o n e n? Ist das Schwimmen schon für den gesunden Menschen ein für die Erhaltung der Gesundheit dienlicher Sport, so kann es bei schwächlichen Personen dazu beitragen, sie so zu kräftigen, dass sie vollends leistungsfähig werden. Wie Dr. Hirsch- Cudowa in„Htzgiene des Sportes" ausführt, können bleichsüchtige, in ihrer Entwicklung zurückgebliebene Kinder oder jugendliche Per- fönen mit Anlage zur Tuberkuios« gar nicht frühzeitig genug schwimmen lernen, um ihren Brustkorb auszudehnen. Sie dürfen allerdings nicht überanstrengt werden, weil hier eine Uebertreibung sehr schaden kann. Vor allem wird durch den Aufenthalt in dem feuchten Elemenr der Körper gegen Erkältungen abgehärtet und die Lunge durch tiefe Atniung wesentlich gekräftigt, zumal die reine. staubfreie Luft zur Einatmung gelangt. Besteht dagegen eine fortgeschrittene Tuberkulose oder sonstige Neigung zu Blutungen, wie Magengeschwür oder Arterienverkalkung, so soll man das Schwimmen lieber unterlassen, da die Erhöhung des Blutdruckes lbeim Schwinunen leicht zu Blutungen mit plötzlicher Erschöpfung führen kann. Ebenso dürfen Epileptiker, Leute mit Neigung zu Krämpfen oder Ohnmächten nicht schwimmen, weil sie sich sonst der Gefahr des Ertrinkens während eines Anfalles aussetzen. Vor allem inuss darauf geachtet werden, ob das Herz des Schwimmers gesund ist, um die Airstrengungen dieses Sportes ertragen zu können, zumal es eine freiwillige schnelle Unterbrechung der Sport- Übung nicht gibt. Besonders beim Sportschwimmen ist darauf zu achten, nur vollständig gesunde und kräftige Personen zuzulassen. Phyfiologifches. Brauchen wir einen so langen Darm? Der Darm- schlauch des Menschen ist sieben mal so lang als der Mensch selber