Ar. 34. ................... � Abomements-Kedingungen: vbonnementZ-PretZ pränumerando: Vicrieljährl. 3,30 Ml., monail. 1,103)»., wöchenllich LS Pfg. frei tnz Hau». Winzelns Nummer S Psg. Sonnrag»- S!u»»ner mit«Unkrterier Sonniag»- Beilage„Die Neue Well" 10 Psg. Post» Hboimemcnt: 330 Mark pro Quarlal. Eingelragen tn der Post- Zetlungt- Preisliste für 1900 unier Ztr. 7971. Unter Kreuzband für Teullchland und Lesterreich- Ungarn 2 Mark, für da» übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Srschrint käglich auljer Aonkag». Vevlinev 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr belrägt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum»0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins» und BersammlungS» Anzeigen so Pfg. „Kleine Zinfeigen" jedes Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächst« Nummer müssen dt» t Uhr nachmittags tn derExpeditionabgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen dl« 7 Uhr abend», an Tonn- und Festtagen bt» S Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher! Sink I, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: „Sorialdemostral Berlin" Centvaiorgcin der socialdemokratisthen Partei Deutschlands. Redaktion: LW. 19, Beutlz-Strasze 2. Sonnabend, den 10. Februar 1900. Expedition: SW. 19, Ventiz-Skraste 3. Der zweite Tag. Die Flottenvorlage hat im Reichstage Unglück. Und wie Napeleon schon sagte: Das Unglück ist eine Eigenschaft. Der erste Tag war schlimm, der zweite stellt sich dem ersten würdig zur Seite. Es ist viel geredet worden, aber keine der Reden hat die Flotte flott gemacht. Die einzige Rede von Bedeutung, die Eugen Richters, war. soweit sie sich nicht in Einzelheiten verlor, eine Reihe von Breitseiten gegen die windige Zukunftsflotte der kapitalistischen Geschäftspolitiker und ihres Anhangs von byzantinischen Schmarotzern und knabenhaften Phantasten. Der erste Redner des zweiten Tags, der— der Tag, nicht der Redner— nicht mehr auf die Titulatur eines„großen" Tags Anspruch erhob, war Graf Arnim, der für die Flottenvorlage sprechen wollte, jedoch nichts für sie zu sagen wußte Die Wirkung der schen Rede war so niederdrückend, daß Graf d o w s k y es für nötig hielt, einiges Wasser Mühle der Flottenspekulanten zu� gießen. Allein Graf Posadowsky kann keine von auch daß Arnim Posa- auf die — auch Wunder verrichten. Die der Decke des Reichstags seine Begeisterung. Tief die mächtige nationale stoße. Indes wie der Einheit trotz alles verwirklicht habe, so Flottengedanke sprach Allein die er Fleisch nassen Handtücher, die herabhängen, dämpften trauernd beklagte er, Strömung" auf so viel Widerstand mächtige nationale Gedanke der Widerstandes sich doch„herrlich" werde auch der nationale sich verwirklichen. Im übrigen beschränkte der Herr Graf sich darauf, die Gedanken— des Herrn Hilpert dem Haus in empfehlende Erinnerung zu bringen. Das hatte gerade noch gefehlt. Herr Hilpert ist es. dem das Verdienst der kolossalen �achexplosion zufällt, die den ersten Tag der Flottendebatte so würdig abschloß. Eine Lachexplosion begrüßte auch den Schluß der Posadowskyschen Rede. E u g e n R i ch t e r. der nun zum Wort kam, setzte zunächst dem Herrn Grafen auseinander, daß Worte von Ministcrn nicht viel gelten, seit sie von der Regierung nicht mehr als bindend betrachtet werden— wie in der Flotten frage. Des weiteren setzte er ihm auseinander, daß eine „nationale Bewegung" aus dem Volk stammt und von unten nach oben drückt. Hier aber ist's umgekehrt. Die Flottenbewcgnng kommt von oben und drückt nach unten. Ter fortschrittliche Redner wies nach, wie dieser ganze Flottcnrummel nur künstliche Mache und die neue Weltpolitik ein gefährlicher Schwindel ist. wie alle Argumente der Flottenagitation in der Luft stehen oder in dem niederen Egoismus wurzeln, und wie die Flotten Vorlage geradezu eine Beleidigung des Reichstags ist, dem sie einen Selbstmord zumutet. Nach Richter, der. echt liberal, mit einer kleinen Verbeugung vor der Wasser- Politik endigte, ergriff das Wort Herr T i r p i tz. ob ermutigt durch diese Verbeugung, oder erschreckt durch den Beifall. welchen die Angriffe Richters gefunden— das bleibe dahingestellt. Der Staatssekretär für Wasserpolitik anfangs etwas lauter als den Tag vorher. die nassen Handtücher und die Widersprüche, in sich verwickelt und die Richter ihm unbarmherzig ins genagelt hatte, ließen keine Schncidigkeit aufkommen— er bedauerte, im„hoffnungslosen Kanipf" gegen die Satz konstruktion stotternd, daß er vor zwei Jahren sich„Unglück lich ausgedrückt" habe und suchte die Bedeutung dieser unglücklichen Ausdrücke dadurch abzuschwächen, daß er ihnen eine Fluth neuer„unglücklicher Ausdrücke" nachfolgen und in die innerste Wcrkstätte der„nationalen Flottenbewegung" hineinblicken ließ, als wäre es ein Bienenstock von Glas. Armer Tirpitz! Als er nach peinlichem Stocken und Steckenbleiben sich den Angstschweiß abwischte und auf seinen Platz zurückkehrte, platzte wieder„ungeheure Heiterkeit" los. wie am ersten Tag. Ach ja, das Unglück ist eine Eigenschaft. Dem gestrandeten Admiral der Zunkunstsflotte eilte tänzelnden Schritts der Seelöwe R i ck e r t zu Hilfe, jedoch nur um das Schicksal des Gestrandeten zu teilen. Auch er erntete nur stürmische Heiterkeit. Ein kurzer Protest des Polen Motty, der die glatte Ablehnung aller Mitglieder seiner Fraktion ankündigte. Dann eine Rede Lieber manns von Sonnenberg, der sich abquälte, anständig zu sein, und deshalb so langweilig wurde, daß er nicht einmal einen Achtungserfolg davontrug(seine Fraktion ist teils für, teils wider die Vorlage). Und dann als Schluß- scene eine Kapuzinade oder Hanswurstiade ähnlich wie am Donnerstag die Rede Hilperts. Diesmal war es der Litauer S m a l a k y s. eine komische Person, der sich Demokrat nennt und vor dem jüngsten Landrat in Ehrfurcht erstirbt. Er kann sehr gut deutsch, läßt sich aber im Reichstag, weil er das Lampenfieber hat. die Erlaubnis geben, seine Rede abzulesen. Das that er auch diesmal. Und solch blühenden Unsinn las er ab. daß das HauS fast in Lach- krämpfe verfiel. Das war der zweite Tag. Der dritte und letzte wird dem ersten und zweiten gleich sein in der Hauptsache.— Und die Haupt- fache ist: die ganze Flottcnbegcisterung ist künstliche Mache— die Männer, die sür die Lorlage eintreten, thun eS, weil sie müssen oder um ihres Vorteils willen. Daraus erklärt sich die katzenjämmerliche Stimmung der einstigen Hurra- Patrioten. Und da niemand im Ernst an die Notwendigkeit der Flottenvorlage glaubt, ist der gegenwärtige Katzen- jammer der unangenehmste von allen: Katzenjammer ohne Rausch.—_ politifchv MevrvNchl. Berlin, den 9. Februar. Die Beratung des Justizetats. DaS Abgeordnetenhaus begann am Freitag die zweite Lesung des Justizctats. Wie üblich knüpfte sich au den Titel „Minister" eine Art Generaldebatte, deren wesentlicher Charakter — der Zusammensetzung des Hauses entsprechend— darin bestand, daß die Herren lediglich solche Frage» zur Sprache brachten, an denen die Bourgeoisie allein oder doch wenigstens mit beteiligt ist, während solche Fragen, die in der Arbeiterschaft großes Aufsehen er- regten, z. B. gewisse haarsträubende Urteile ans den letzten Jahren, nicht berührt wurden. Das in der konscrvatiocn Presse seit einiger Zeit laut ge- wordene Verlangen nach Wiedcrcinführmig der Prngclsträfe kam zum Ausdruck in den Reden der Abgg. Weise(kons.) und dcS bekannten Pastors Schall. Beide sangen ein langes Loblied auf diese mittelalterliche Institution, hüteten sich aver sehr wohl, auch nur anzudenten, daß die Prügelstrafe gegebenen Falls auch gegen Leute ans ihrer Gesellschaftsklasse zur Anwendung kommen solle. Wie reaktionär ein solches Verlangen ist. zeigt ivohl am besten die Thatsache, das; selbst ein so konservativer Minister wie Herr Schön- st c d r sich anscheinend nicht damit befreunden kann, lind das>vill viel sagen. Mit Recht bezcichnclc der Minister die Wiedereinführung der Prügelstrafe als eine heikle Frage. Nicht nnangebracht war auch fein Hinweis darauf, daß man nicht gut die Prügelstrafe für Civilistcn einführen könne, für das Militär aber nicht, und daß man doch keinen Unterschied machen dürfe zwischen Roheiten von Leuten, die der Armee angehören, und solchen auS dem Bürgerstande. Durchaus am Platze war sein Zweifel daran, ob man heute noch das Personal finde, daß sich zur Vollstreckung solcher Stockstrafen hergebe. Es ist ja bekannt, daß die Prügelstrafe nicht nur ans den, der sie empfängt, sondern auch auf den, der sie vollzieht, eine üble Wirkung ausübt. Weiter wurde die Frage der bedingten Verurteilung angeschnitten. Die Antivort des Ministers hierauf lautete, daß die Einführung der bedingten Verurteilung von den noch zu sainmeliide» Erfahrungen abhänge, und das; das System der bedingten Be- gnadignng, da» wir seit drei Jahren anwenden, befriedigende Resultate gezeitigt habe und in mancher Beziehung den Vorzug vor dem System der bedingten Verurteilung verdiene. Von den übrigen Anregungen, die die Debatte bot, erwähnen ivir die einer besseren Vorbildung der Richter, einer Vermehrung der Richtcrstellen und besserer Bezahlung gut vorgebildeter Gefangenen- aufieher, eine Frage, die angesichts der bckanütcu Durchstechereien in Plötzcnsee von Bedeutung ist. Sonnabend wird die Debatte fortgesetzt. Ein Zukunftslied ans der Vergangenheit. Man schreibt uns: Vor 112 Jahren sang der von seinem Fürsten tn rausamster Weise rechtlos eingekerkerte deutsche Dichter 'hristian Daniel Schubart in seinem Kapliede: „Auf, auf! Ihr Brüder und seid stark, Der Abschicdstag ist da. Schwer liegt er auf der Seele, schwer i Wir sollen über Land und Meer Ins heiße Afrika. Ein dichter Kreis von Lieben steht, Ihr Brüder um nns her; lins knüpft so manches teure Band An unser deutsches Vaterland, Drum fällt der Abschied schtver. Dem bieten graue Eltern noch Zum letztenmal die Hand: Den kosen Bruder, Schwester, Freund; Und alles schweigt, und alles weint, Todblaß von uns geivaudt. lind wie ein Geist schlingt um den Hals Das Liebchen sich herum: Willst mich verlassen, liebes Herz, Auf elvig?— und der bitt're Schmerz Macht'S arme Liebchen stumm. Ist hart drum wirble Du, Tambour, Den Gciicralmarsch drein. Der Abschied macht unS sonst zu weich, Wir weinten kleinen Kindern gleich— ES mutz geschieden sein. Lebt ivohl ihr Freunde, sehn wir unS Vielleicht zum letztenmal; So denkt, nicht für die kurze Zeit, Freundschaft ist für die Ewigkeit, Und Gott ist überall.. Heut werden keine schwäbischen Landeskinder mehr von ihrem teuren Landesvater für blankes Gold an die Engländer verkauft, um im Kaplande ihr Leben im Kampf mit den Hottentotten zu lassen; heut können eher die englischen Angetvorbenen, die sich den sicher treffenden Büchsen der Bocren entgegeustellen sollen, ähnliche Lieder singen. Aber dessen kann man sicher sein: sollte die neue deutsche Welt- jolitik aus der Phrase zur Wirklichkeit werden, so wird es nicht lange dauern, und eine Veranlassung wird gefunden sein, die neue kostspielige deutsche Schlachtflotte auch zu beschäftigen. Wie im Jahre 1866, als die sogenannte Heeresreorganisation in Preußen gegen den Willen der Volksvertretung vollständig durchgeführt war, es nicht lange dauerte, bis der Krieg mit Oestreich angefangen wurde, so dürfte, wenn erst die vcr- langte deutsche Schlachtflotte gebaut ist, bald Gelegenheit ge- funden sein, um neben dem mächtigen Landheer auch die neue mächtige Flotte in glänzenden Seeschlachten in Thätigkeit zu setzen, sei es gegen„das schnöde Albion", sei es gegen die Boeren oder gegen die Herero oder gegen die Japaner oder gar gegen die Träger des Sternenbanners. Dann werden es nicht nur brave Schwabensöhne sein, die ihr Herzog an die Engländer verkauft hat. welche ihr junges Leben in diesen„glänzenden Seeschlachten" lassen müssen, sondern Angehörige aller deutschen Stämme, wie es Schubart in einem andern Liede schildert: „Erhoben haben sich zum Menschenwürgen Die Erdcnwaller ohne Zahl Krieg donnert's schrecklich von Gebirgen Krieg hallt's entsetzlich nach im Thal. Ter Mordgeist kommt in dumpfen Schwefeldüften; Sei» Auge rollt in roter Glut. Ein Wetter brüllt um seine Hüften, Und seine Sohle steht im Blut.-- Der Ocean erschrickt ob Meuschenleiche», Die seine Woge ivälzen soll. Die heitze Sonne brütet Seuchen, Von Jammer ist die Erde voll....." *« ♦ Deutsches Meich. Bequeme Ausflucht. Den F l o t t e n f r e n n d e>i ist die Auftverfung der Kosten« frage sehr nnaiigenehm. Während früher die„Berliner Poli- tischen Nachrichten"'»nvorsichtig auf künftige Mehreimiahmen des Reichs ans der Erhöhung der Agrarzölle hinwiesen, schlägt das Organ des preußischen Finanzmiiiisters jetzt eine ganz andere Taktik ein. Wozu, sagt e§, solle» wir uns jetzt den Kopf darüber zerbrechen, Ivoher neue Einiiahnicii zu erschließen seien; dazu sei zur Zeit gar nicht der mindeste Anlaß. Das Blatt deL Flotten-MarincsckretärS a. D. führt aus: „Erst wenn in der Folge ctlva die Notwendigkeit sich ergeben sollte, ohne Vermchniiig der Einnahmen de? Reichs M n t r i k n l a r � Umlagen über die U e b e r w c i s u n g e n hinaus in grötzerem Betrage auszuschreiben, würde der Zeitpunkt gekomme» sein, wo die Deckimgsfrage praktische Bedeutung gewinnen könnte. Auch würde eine solche vorzeitige Besassung mit der TcckimgSfrage niit der Aiiffassinig in Widerspruch stehen. von welcher' der Reichstag selbst, und zwar initer Führung deS CeiitrumS. sich bei der Behandlung der Frage über die Deckung der Mehrkosten der Hccrcsvorlage von 1893 leiten lieh. Damals verhielt sich der Reichstag gegen die Vorschläge der verbündeten Negieninaen, eine Vermehrung der Einiiahnicii deS Reiches in Höhe jener Mehrkosten herbciziifiihrcii, ablehnend. Er bewilligte ledig- lich eine Erhöhung der Reichs« Steinpclabgaben, welche mir gilt Deckung eines Bruchteils jener Mehrkosten ansreichle und hat in- sofern Recht behalten, als die natürliche Zunahnie der bestehenden Ncichscinnahincn völlig ausgereicht hat, jene Mehrkosten zu bestreiten. Es Ivird sich daher dringend empfehlen, datz der Reichstag von 1900 au der Finanzpolitik deS Reichstags von 1893 festhält." Also die Millinrdcnfrage hat vorläufig„keine gewisse Bedeutung", da sich der Reichstag früher selbst auf die Steigerung der laufenden Rcichseinnahmeii verlassen habe. Die„Berk. Polit. Nachr." vergessen dabei nur zweierlei, cinnial datz cS sich jetzt um»ngehener viel grötzere Sniiimcn handelt als 1893 und sodaim, datz die Regierung selbst durch ihre Absicht,>v e n i g st e n s 679 Millionen auf Anleihe auf- zunehme», bekundet hat. daß sie die laufenden RcichSeiiinahinen nicht als hiiircichciid anzusehen vermag. Wir wiederholen auch bei dieser Gelegenheit unsere Meinung, datz die Volksvertretung auch keineswegs dabei sich beruhigen dürfte, wenit selbst die laiifciidcii Einnahmen wirklich zum Bau der Flotte ersten Ranges hinreichen könnten. Vielmehr hat sie die Pflicht, dafür zu sorgen, datz, wenn schon neue Panzerkolosie in den Ocean gesetzt werden sollen, dies überhaupt nicht aus de» Steuern bewerk- stelligt werden darf, welche die iinterii VolkSklassen am drückendsten belasten.—_ Die Zwangöschwiirmer. Die„Germania" entspricht heute der Aufforderung, die Namen der konservativen Abgeordneten zu nennen, die das Ceutrum für die Ablehnung der Flottenvorlage scharf zu machen suchten. Der Direktor deS Bundes der Landivirte, Dr. Hahn, habe neuerlich in einer Unterhaltung mit einem Centrinnsabgeordneten— eS soll der katholische Agrarier S z m n l a gewesen sein— auf dem Wege vom Abgeordnctenhause zum Reichstag in diesem Sinne auf das Centruin einzuwirken gesucht. Weiter erklärt die„Germania", datz im Früh- jähr 1899 aulätzlich der Militäruovelle der konservative A b- geordnete Udo Graf zu Stolberg-Wer nigerode an Mitglieder des CentrumS herangetreten fei, um sie zum Fe st halten an dem Abstrich von 7000 Mann zu ermutigen, während hernach die konservative Partei geschlossen für die volle Bewilligung eintrat. Die„Kreuz-Zeitimg" bezweifelt zwar die Wahrheit der Au- gaben, warnt aber nierkwiirdigerwcise zugleich ihre Parteigenossen, „auch in ihrem privatesten Verkehr mit Mitgliedern deS Cciitnim» sich der allergrötzten Zurückhaltung zu befleitzigen, da, wie die Er- fahrung lehrt, auf Diskretion nicht zu rechnen ist. Datz dieselbe Warnung in etwaigen Beziehungen zu Vertretern der„Germania" doppelt am Platz ist. liegt auf der Hand. Wir müssen offen gestehen, datz unS eine derartige Ausnutzung rein privater Gespräche in der Oeffentlichkeit bisher bei keiner andern Partei begegnet ist".— Da- nach scheint die„Kreuz-Zeituug" doch wieder an die Richtigkeit der Behauptung der„Germania" zu glaube». Auch die„Deutsche Tageszeitung" verlegt sich aufs Leugnen. Aber wozu? Die Herren haben doch nur gesagt, waS ihrer wirklichen -Ueber�eugung entspricht. Sie fürchten den MariniSmuZ und sogar schon den Militarismus, der ihnen die Leute wegholt! lind sie sind mir tu feige, ihrer Ueberzeugung gemäß zu handeln, iveil sie die Gunst der Krone nicht völlig verlieren wollen. Ihre Flotten- schwörmerei ist nicht Wahnsinn, wie bei den Alldeutschen, sondern Methode— die Methode, durch Liebedienerei Vorteile zu er- schmeicheln. Die Flottcnhcuchelei der Agrarier ist entlarvt— da hilft kein Leugnen mehr!— Aufs Land? Die„Konservative Korrespondenz� giebt sich den Anschein, als ob ihr unsre Berliner Protestversammlungen gegen den Flottenrunimel nicht imponieren. Sic schreibt: „Solche Berliner Proteste aber besagen gar nichts. Die Herren Bebel, Singer usw. sollten doch ciumal iu die Provinzen gehe» und dort gegen die Flottcnvermchrung „protestieren",— das würde ein ganz anders Gesicht er- halten. In Berlin kann cZ der socialdemokratischcu Organisation gar nicht schwer fallen, die nötige Anzahl Stimmvieh zusammen zu bringen, um nach einer Schabloncnrcde zu der wohlpräparierten Resolution gehorsamst„Ja" zu sagen. Zumal die Flottcuprotest- Versammlungen sind seit Wochen vorbereitet worden und die gesamte Führerschaft ist in Reih und Glied angetreten, um ja eine „imposante Demonstration"_ zu stände zu bringen. Das spricht auch nicht gerade dafiir, daß der gerühmte Protest freier lieber- zeuguug entsprungen sei, daß die Flottenfcindschnft in der That die Arbeitergesamtheit beherrsche." Um die„Kons. Korresp." ein wenig in unsre Mobilmachungs- Geheimnisse cinzuiveihen. können wir ihr verraten, daß die erste Anregung zu den„seit Wochen" vorbereiteten Versammlungen genau acht Tage, bevor sie stattfanden, erfolgt ist. Gar so langsam ist unsre Miliz doch nicht, wie die„K. K." hofft. Ihren Rat aber, in die Provinzen zu gehen, könne» wir ans dem Grunde nicht mehr befolge», weil berciis. überall mit dem gleichen Erfolg auch in der Provinz derlei Kundgebungen stattgefunden haben. Indessen, wir versprechen noch mehr zu thiin. Wir sind nicht nur in die Provinz gegangen, sondern wir werden sogar, falls es zur ReichStagsauflösnug kommen sollte, aufs Land,' aufS platte Land, da, Ivo es am agrarischsten ist, wandern, und eS wird uns ein großes Vergnügen bereiten, vor der ländlichen Bevölkerung gegen die Flotte zu sprechen, während die Herren Konservativen uns gegenübertreten werden, um begeistert die„Liebesgabe für den Handel" zu empfehlen.— Vom Waffer zum Alkohol. Wie allenthalben haben auch in Leipzig die Arbeiter in glänzend verlaufenen Versammlungen gegen die Wasser- � und Weltpolitik demonstriert. Die dortigen Studenten haben, wie ihre Berliner Kommilitonen, einer der drei Versammlungen akademische Weihen zu spenden versucht. Das Unglück wollte cS, daß unscrm Nefercnlen, dem Abg. Geher, das Schreiben in die Hände gefallen war, in dem die Jünglinge zu dem Versammlungsbesiich aufgefordert worden waren. Geyer' verlas in der Versammlung das denkwürdige Aktenstück, das folgenden Wort- laut hat: d. 6. 2. 1900. Sehr geehrter Herr! Morgen, Mittwochabend findet im Pantheon in der Dresdener- straße eine socialdeniokratischc Versammlung gegen die Flotten- vorläge statt. In dieser Versammlung werden verschiedene Pro- fessoren, darunter«ohm, Lambrecht, als Gcgciircdner sprechen. Es ist erwünscht, daß möglichst viel Studenten aller Korporationen dazu erscheinen. Nach dem Vortrage wird im Thüringer Hofe eine kleine Kneipe für den O. L. abgehalten, an der die Professoren eben- falls teilnehmen sollen. Im Interesse der Sache ist Ihr Erscheinen schon Vs7 Uhr erwünscht. Mit bnrschenschaftlichem Gruße zeichnet ergcbcnst I. A. der Burschenschaft DrcSdensia H. Sch. Diese braven sächsischen Studenten wissen noch nicht einmal, daß sich ihr berühmter Professor Lamprecht mit einem„harten p" schreibt. Wer weiß aber, ob sie ohne die Aussicht aus die späteren Alkohol- genüsie, sich überhaupt dazu hätten verleiten lassen, für das Wasser eine Kundgebung zu skandalieren!— Der Papicrsturm. Die gestern erwähnte Blockade- Broschüre des Flottenvereius wird nicht in 200 000, sondern in IV, Millionen Exemplaren verbreitet werden. Es wird zweckmäßig sein, am Donnerstag überall Papierkörbe aufzustellen. damit die Straßen und Eisenbahnen nicht gar zu unsauber werden. Die erste jener„Flottenvorstellungen", die, wie mitgeteilt, der Theaterdirektor Häfler bei seinen Kollegen angeregt hat und deren Ertrag für die Erbannng eineS dem Kaiser zu schcn- kenden Kriegsschiffs dienen soll, hat dieser Tage im Stadtthcater zu Solingen stattgefunden. Der erhoffte U e b e r s ch u ß i st jedoch ausgeblieben. Etwa 300 Personen mochten anwesend sein, so daß ungefähr die Unkosten gedeckt sein können.— Ter bescheidene FlottcnsauluS. Des„Berliner Tageblatts" Specialsaul. der auszog, ein Königreich zu suchen, und nicht einmal einen Esel fand, der ihm glaubte, setzt seine Zerstörung der Social- demokratie unermüdlich fort. Daß i» den Protestvcrsannulungcn gegen die Flottenvorlage unsre Genossen, wie eS selbstverständlich ist. die Marinisten ruhig reden ließen, scheint dein naiven Sanlus ein Beweis für flottenfrenndliche Unterströnmngcn. „Wäre so etwas noch vor kurzem möglich gewesen? Wir bc- haupten, Delbrück hätte früher seine Gegenrede gar nicht halten können, weil man ihn niedergeschrien hätte. Daß die Social- demokrnten also über die Flottenfrage bereits mit sich diskutieren lassen, ist schon ein Fortschritt. So weit sind sie natürlich freilich noch nicht, daß sie nun auch über die neue Marincvorlage mit sich reden ließen." Dieser„ehemalige Socialdemokrat" weiß noch nicht einmal, daß wir das Radanmachcn stets den Studenten und Nationalen über- lassen haben, wie denn auch diesmal die einzigen Unruhestifter— studentische Flottens ch wärm er waren. Die Zurück- � Haltung der Arbeiter war so groß, daß in einer Versammlung sogar einer der jungen Herren von„P ö b e I m i s ch m a s ch" zu reden sich erdreisten durfte, ohne daß ihm etwas andres zu teil wurde als ein kleines verächtliches Gelächter.— Herr Dr. Kastau schreibt uns zu unsrer Notiz über die„Beilage zum Ulk:„Mit dem jüdischen Arzt kann nur ich gemeint sein. Ich gebe Ihnen hiermit die bündige Versicherung, daß ich niemals die Artikel eines evangelischen Geistlichen geschrieben habe." Werden uns nun auch die Personen, die in den Verdacht kommen könnten, den Flottcnfocialisten Saulus gemimt zu haben, ähnliche bündige Erklärungen abgeben?— Rabbinischcr Aegirdicnst. Auch der Rabbiner Rosenthal in Breslau hat iu der Synagoge für die Flottcnvorlage gepredigt. Werden nun die Juden wenigstens See-Osfiziere werden dürfen? Um die Parität zu wahren, treten nun auch hohe k a t h o I i s ch e Würdenträger als Marine-Agitatore» auf. Wie die„Köln. Volks-Ztg." berichtet, wird Hochwürden Professor Schröder in Münster dem dort zu gründenden Flottcnverein als Agitationsrcdncr dienen.— Zur lex Heinzc. sDie ministerielle„Berliner Korrespondenz" erklärt, daß die lex Heinze in der vom Reichstag beschlossenen Fassung für die verbündeten Regierungen völlig unannehmbar sei. Die unannehmbaren Bestimmungen betreffen die Heraufsetzung dcS Schutzaltcrs aufs 18. Jahr, den Arbeitgeber- und den Theater- Paragraphen. Der Militarismus und die Lcutcflucht vom Laude. Im Königreich Sachsen giebt sich die„Sachscnstistung"— Arbeits- Vermittlungsstelle sur gediente Soldaten— nach ihren eigene» Angaben alle erdenkliche Mühe, der Landwirtschaft Arbeitskräfte.zuzuführen. Noch während sie bei der Truppe sind, werden den Reservisten gedruckte „Belehrung für Arbeitsuchende" zugestellt, in welcher die Vorteile der Arbeit auf dem Lande, und die Rückkehr dahin dringend empfohlen wird. Besondere Anstrengungen wurden nach der Nich- tung nu letzten Jahre gemacht, doch ohne jeden nennenswerten Erfolg. Es wird konstatiert, daß die Mannschaften, welche vor ihrer Dienstzeit ans dem Lande arbeiteten, fast durchweg nicht zu bewegen find, wieder dahin zurückzukehren. Man hat nun den Gründen nachgeforscht, wie das komnit, und da hat sich ergeben, daß die Leute das städtische Leben und sogar das Kaserucnleben gegenüber dem Landarbcitcrlebcn als eine' bedeutende sociale Besserung empfinden. Nach Angaben der Leute, die besiagt wurden, lassen„die Verpflegung, Unter- kunft, Behandlung, zum Teil auch die Lohn- v e r h ä l t n i s s c n i ch t s e l t e n v i e l z u wünschen ü b r i g". — Es ist besonders interessant, daß hier von einwandsfreier, gc- wissermaßen offizieller Stelle ans konstatiert wird, was man den Socialdcmokraten stets bestreitet, wenn sie das gleiche behaupten. Wie muß das Leben auf dem Lande aussehen,, wenn man. das in der Kaserne als eine Besserung enipfindet!— Graf Klinckowström der Erregte. In der Gerichtsverhandlung gegen unfern Parteigenossen Faber in Königsberg, der wegen Bc- lcidigung des Landrats von Ragnit angeklagt war und freigesprochen wurde, spielten einige Aeußernngen des Grafen Klinckowström im Reichstag eine gewisse Rolle. Der Herr Graf hatte die großen Er- folge, die seine Partei mit dem„patriotischen" Hetzblättchcn„Volks- freund" iu Ostpreußen errungen habe, überlaut gefeiert. Der als Zeuge in jenem Prozeß vorgeladene GencrallandschaftSdirektor Landrat a. D. v. K l i tz i n g— es handelte sich darum, ob das amtlich und portofrei versandte Blatt ein„politisches" fei— mußte nun auf die Anfragen des Verteidigers, Abg. Haas. e., bekunden: „Wir waren höchst verwundert und erschreckt über die Aus- führungen des Grafen Klinckowström. Dieselben sind nicht richtig! Wir konnten uns dieselben nur so erklären, daß Graf Klinckowström dieselben in großer Erregung gemacht hat". So wird der Herr Graf wenigstens seinen eignen Partei- freunden schrecklich. Seinen politischen Gegnern bereitet er nur frohe Minuten.— Seines Amtes entsetzt wurde vom KrcisauSschuß vor einigen Monaten der Ge mein bevor st eherFcuersänger zu Skardn- pönen, Kreis Jnsterburg, weil er angeblich bei der letzten Reichstags- wähl für die S o c i a l d e m o k r a t i e Agitation getrieben hat. Die Berufung Fcucrsangers ist dieser Tage vom Obervcrwaltnngs- gcricht verworfen worden.— Dresden, 8. Februar.(Eig. Ber.) Tic Regierung hat dem Land- tag einen Gesetzentwurf über die F a m i l i e n a n w a r t s ch a f t c n vorgelegt. Danach ist die Errichtung einer solchen nur ans voi- handcncm Grundbesitz gestattet, und vorausgesetzt, daß derselbe höchstens bis zu einem Drittel seines Ertragswertes mit Grund- und Hypothekenschulden und Renten belastet ist und einen jähr- lichcn Rentenbetrag von mindestens.7500 Mark gewährt. die Anwartschaft kann vom Stifter unter gewissen Voraussetzungen auch auf bewegliche Sachen, die eine dauernde Niitznng gc- statten, erstreckt werden.— Ferner ist ein Gesetzentwurf über eine Kostenord nn n g für Rechtsanwälte und Notare vor- gelegt. Der Entwurf bezweckt, die landesrechtlichen Vorschriften zusammenzufassen und dem in Kraft getretenen ncnen Rechte an- znpasscn. Dann ist auch Rücksicht genommen aus die veränderten Verhältnisse, insbesondere auf das Sinken des Geldwertes.— Ans dem sächsischen Staatsmustcr-Bctricbc. Nachdem die sächsisckie Staatsbahnverwaltung den Arbeitern die Ausübung des KoalitionSreckils verboten und dieses Verbot durch die Anwendung der Huugerpcitsche bekräftigt hat, soll ihnen jetzt auch noch das durch die sächsische Verfassung garantierte Pctitionsrccht und die Vertretung ihrer Interessen durch die Preise verwehrt werden. Das Amtsblatt der Gcneraldirektio» der sächsischen Staatscisen- bahnen veröffentlicht einen Utas, worin dem Bahnpcrsonal die „Flucht in die Oeffentlichkcit" sehr übel vermerkt und deshalb ein- fach dekretiert wird, daß Wünsche in dienstlichen Angelegenheiten lediglich auf dem„geordneten Dienstwege" vorzubringen sind. Dieser Erlaß erfährt aber erst die richtige Beleuchtung, wenn man einen im genannten Organ Ende November veröffentlichten dagegen hält. ES wird da auf die angebliche Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung bczw. Regelung der Gehälter hingewiesen. Dann kommt aber das dicke Ende. Dannt nämlich durch diese angeblichen Vcr- günstigungcn das fiskalische Interesse nicht z» Schaden kommt,„muß erwartet werden, daß durch intensivere Leistungen des Personals der Mehraufwand ansgcgliche» wird. Aus diesem Grunde wird Prüfung der Dienstpläne eventuell Verminderung deö Personals und der sächlichen Ausgaben, Beschränkung der Anträge auf Personalvermchrnng:c. verlangt. In demselben Augenblick alio. wo die Erfüllung der Wünsche der Eisenbahner auf Besserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem„geordneten Dienstwege" so gut wie aussichtslos gemacht wird, verweist man das Personal,.lediglich" auf diesen Weg. Das ist allerdings eine ganz famose Methode, Ruhe zu stiften— nach sächsischer Staats- Weisheit. Wie bürgerliche Blätter melden, werden übrigens die Maß- regelungen von Eisenbahnern wegen Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Rechte fortgesetzt. Es sollen danach Arbeiter, die„im Verdachte socialdcmokratischer Gesinnungen" stehen, in Dresden, Leipzig, Lommatzsch, Glauchau und Görlitz entlassen sein.— So sät man Drachcnsaat.— AuS dem Eroßherzogtum Tachscn-Weimar. Dem Land- tag ist ein von 13 Abgeordneten unterzeichneter Antrag, betreffend die Vcrwilligung von'öOOO M. zum Besuch der Pariser Welt- ausstellung. zugegangen. In der ersten Lesung wurde von socialistischcr Seile die Erwartung ausgesprochen, daß auch Arbeiter berücksichtigt würden und zu diesem Zweck den Gcwcrschaften eine Unterstützung von diesem Betrage geben möge. In Wenigenjcna ist jetzt sogar eine Versa m in l u n g. zu welcher nur mit gewerkschaftlicher oder politischer Organisations- Legitimation versehene Personen Zutritt haben sollten, unter der alt- bekannten Begründung verboten worden. Wegen eines in dem„Jenaer Volksblatt" veröffentlichten Auf- rnfs. die organisierten Arbeiter zur Gewinnung eines Versammlnngs- loläls zu unterstützen, und deshalb die Veranstaltungen in solchen Sälen, die den' Arbeitern zu Versammlungen nicht zur Verfügung stehen, zu meiden, hat jetzt der Verleger und Drucker des„Jenaer Volksblatts" wegen Verüb nng groben Unfugs einen amtS- gerichtlichen Str'afbefehl auf 25 M.'. der Unterzeichner des Aufrufs. Genosse M. Gr n n w a l d, einen solchen auf 50 M.. und der im Aufruf genannte Genosse Klopfer zur Annahme von Beschwerden:c. einen desgleichen auf 30 M. erhalten. Das„Jenaer Volksblatt" stellt demgegenüber fest, daß vor einem Säkulmn Schiller bei seiner zweiten'Berufung an die dortige Universität geschrieben habe: „Kein Ort in Deutschland würde mir das sein, was Jena und seine Nachbarschaft mir ist. denn ich bin überzeugt, daß man nirgends eine so vernünftige Freiheit genießt und in einem so kleinen Umfang so viele vernünftige Menschen findet." So ändern sich die Zeiten und die Ansichten!— Kandidaten für Zwangserziehung. Der 24 Jahre alte canck. weck. Kurt Sckmlze in Minchen geriet am 23. v. I. mit einem Architekten in einen Wortwechsel, in dessen Verlauf letzterer von dem gebildeten Mnsenjüngling die Karte zwecks Feststellung seiner Per- sonalien verlangte. Mit den Worten:„Ich werde Ihnen ein paar hinter die Ohren geben," versetzte Schulze dem Architekten mit einem Stock einige Schläge auf den Kopf, so daß der Getroffene 4 Tage arbeitsunfähig und 10 Tage in ärztlicher Behandlung war. DaS Urteil lautete auf 50 M. cvcnt. S Tage Gefängnis. Chronik der MajcstätöbeleidigungS-Prozeflc. Wegen beleidigender Aeußernngen über die sechs Söhne des Kaisers verurteilte die Strafkammer zu S t a l l u p ö n e n die 21 Jahre alte Tochter Anna des Landbesitzers Henne- m a n n aus Wilsen zu sechs Wochen Gefängnis.— In derselben Sitzung wurde der wegen Beleidigung des Kaisers deminzierte G e m e i u d e v o r st« h e r Becker, ans Szamectkehmen von dieser Anklage freigesprochen. Wegen Majcstätsbeleidigimg war vor der Licgnitzcr Strafkammer angeklagt der Fleischergesclle Paul Schwarzer, zur Zeit in Schweidnitz in Haft. Die Beleidigung war enthalten in einem Briese, welchen der Angeklagte an seine Schwester gerichtet hatte und welcher in unrechte Hände gekommen war. Tic unter Ausschluß der Oeffentlichkcit geführte Verhandlung endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis! 1!— Wegen Majcstätsbcleidigung wurde vom Bnithencr Landgericht der Hausbesitzer und Rentier Balthasar Pietruschka in Lipine zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt.— Die Vorlage über Samoa soll, wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, am Montag dem Reichstage zugehen. UebrigenS scheinen sich auch auf Samoa, uiisrer letzten„Er- Werbung", sehr ungemütliche Zustände für die deutschen Herren herauszubilden. Der„Voss. Ztg." wird vom 25. Januar aus San F r a n z i s k o über eine gefährliche und gärende Stimmung auf Samoa geschrieben: Hier sind soeben Berichte aus Samoa eingetroffen, wonach die amerikanischen und britischen Bewohner Apias von der neuen Ordnung der Tinge nicht sonderlich erbaut sind. Auch die Ein- geborenen sollen enttäuscht sein, vornchnilich Mataafas An- Hänger, die bloß ein schutzherrliches Verhältnis erwartet hatte», unter dem sie zur Wahl ihres eigenen Königs berechtigt gewesen wären. Als Mataafa die erste Kniide von der Amierion erhielt, soll er in Thränen ausgebrochen sein. Er behauptet, er habe nie die zeitweilige Regierung anerkannt und habe mit der Einziehung der Steuern von den Eiugebornen für seine Rechrnnig während jener Zwischenherrschaft fortgefahren. Ein'Bewohner Sydneys, der so- eben ans Samoa zurückgekehrt ist, erklärte, daß das Deutsche Reich dort mehrere Kriegsschiffe zur Erhaltung deS Friedens bedürfe, da ein baldiger Ansstnnd der Eingeborenen zu de- fürchten sei. Nun ist ja die Notwendigkeit der deutschen. Flottenvorlage ganz klärlich erwiesen.—_ In Kiautschou wurde nach dem.„Ostaß Lloyd" am 11. De- zember eine große Razzia auf Räuber abgehalten. Das dritte Seebataillon umstellte die drei Dörfer Sau-tschou-tan. Haipo und Tai-tnng-tschcu und die ganze Bevölkerung mußte vor den ab- gesandten.chinesischen Bcaiiiteu defilieren, denn man vennntete, daß sich Räuber nntcr den Dorfbewohncrit aufhielten. Thatsächlich wurden 37 Leute verhaftet, von denen 27 aber nach dem Verhör entlassen werden konnten. Von den übrigen zehn hat sich einer erhängt. Ausland. Lcsireich- Ungarn. Vcrständignngs- Konferenz. Wien, 8. Februar. Inder hentigen Sitzung des Siibtomikees der böhmischen Abteilung der VcrstäildiguiigSkonfcrcnz bcschästigie man sich mit der Sprachen- frage bei den autonomen Behörden Böhmens. Räch eingehender Beratung wurde in einigen Punkten eine Annäheruiig der beiderseitigen Anschauungen erzielt und die Erörterung Über mehrere bisher noch offen gebliebene Fragen der nächsten am Montag- vormittag stattfindenden Sitzung vorbehalten. Mit ausicrordcntlichcr Schärfe geht jetzt die östreichische Militärvcrwailinig gegen die czechischcn Reservisten vor, die beim NamenSaufrnf statt mit dem deutschen„Hier" mit„Zde" antworten. Wie die„Neue Freie Presse" meldet, wurde von den Reservisten. welche bei der Koiitrollversammlung in Gaya mit Zde antworteten. voni Brüimcr Militärgericht ein Ünterosfizicr wegen Meuterei zu 15 Monaten Festungshaft, ein Oberjäger wegen Insubordination zu 8 Monaten F e st n n g s h a s t und 5 Reservisten zu sechs Monaten schweren Kerkers verurteilt.— Schweiz. Bern, 8. Februar.(Eig. Ber.) Recht nette Enthüllungen, die dazu berechtigen, von recht kräftiger Korruption zu reden, werden von der Presse über Vorgänge bei der Sammlung von Unter« schriftcn für die Volksabstimmung über die Kranken- und Unfallversicherung veröffentlicht. Danach sind im Kanton Schaffhansen förmlich auf amtlichen, Wege in der Weise Unterschriften gesammelt worden, daß der Sekretär des Obcrgerichts dessen Diener von Dorf zu Dorf zu den Gcmcmdediencrn schickte, um sie zur Unterschriftensammlung zu veranlassen; für jede Unterschrift wurden 4 Cents bezahlt und es kamen denn auch 4000 derselben in diesem Kanton zusammen. Aber wieso kam der Ober-Gerichtssekrctär. zu seiner sonder« baren Rolle? Der Man» besorgt neben seinen amtlichen Obliegenheiten auch noch diejenigen eines Geueralageiitcn vcr Uiifallvcrsichcnlngs- Aktiengesellschaft in Zürich, die natürlich an der Bekämpfung und Berwenmig der staatlichen Unfallversicherung das größte GeschastSintcresse hat. die daher die Unterschriften- sammlung arrangierte und bezahlte, ivobei jeder der Funktionäre etwas profitierte. Der Herr Obcr-Gerichtssckrclär soll 10 Cents für jede Unterschrift erhalten und 6 Cents davon dem Obcrgerichtsdiener gegeben haben, der seinerseits die Gc- memdediener mit 4 Cents honorierte.— Im Kanton Lnzcrn spielte sich der gleiche Vorgang ab. Auch hier ist der Obcrgerichts- sekretär Generalagent der Unfallversickicrunas-Gcsellschaft und auch hier wurden in gleicher Weise wie in schaffhansen- Unterschriften gesammelt. aber für jede derselben 20 Cents bezahlt. Es ist sehr auf- fallend, daß diese Unfallversichcrniigs-Gesellschast überall Ober- Gerichts- sekrctäre als Generalagenten engagiert, die so gewissermaßen die Delegierten der Aktionäre in den höchste» kantonalen Gerichts- bchördcn sind. Das scheint miS aber Korruption zu sein. DaS Eentralkomuce des schweizerischen KatholikenvercinS hat beschlossen, seinen Mitgliedern und Gesinnungsgenossen die Annahme dc-S VersicherungSgesctzeS zu empfehlen..und dafür eine lebhafte Agitation zu entfalten. Diese Beschlüsse bedeuten eine erhebliche Ber- besserung der Aussichten für die Annahme des Gesetzes in der Volks- abstimmlmg.— Frankreich. Noch einmal die Bombe. Paris, S. Februar. Außerdem Attentat gegen Paul de Casiagnac ist. wie nachträglich mitgeteilt wird, noch ein z w e i t e r A t t e n t a t s v e r s u ch vor einigen Tagen in der Nähe der Centraihalle verübt worden, der ebenfalls recht- zeitig von einem Polizei- Agenten bemerkt wurde. Die Poli'zeipräfektur beschloß, zur Beruhigung der öffentlichen Meinung die Angelegenheit geheim zu halten'.— ES geht nichts über gute Polizeiagenten!— Rustland. Finnisches.„Ritzans Bureau" meldet auS HelsingforS vom 3. d. M.: Von der Ritterschaft, dem Adel und dem Bnrgerftande wurde heute eine Petition abgesandt, in welcher der Kaiser gebeten wird, solche Veränderungen, in der gegenwärtig in Kraft bc- findliÄen Pretzverordniing vorzunehmen, daß das Recht, periodische Zeitschriften herauszugeben, dem- Herausgeber weder zeit- weilig noch für immer genonimen werden könne, ohne vorhergehende Untersuchung und Verurteiknng durch einen Gerichtshof.— Türkei. Der Snlton und Kreta. Athen. 8. Februar. Der Kor- reft-' de'.Asir in Eanea meldet, der Sultan habe erklärt, er wäre bereit, den Pri-NKe« Georg als Gouverneur des autonomen Kreta anzuerkennen, wenn derselbe nach Konstantinopel käme, um den Sultan als Suzerän zu begr ätzen. Prinz Georg, in dieser Frage sondiert, äntzertc sich dahin, er könne vor Erlöschen seines dreijährigen Mandats nichts unternehmen. eZ sei denn, datz die Mächte, die an der Regelung der kretensischen Per- hältnisse mitwirken, wollten, �datz sein Mandat von nun an dauernd sein solle. Konstantinopcl, 8. Februar. Die sängst unter der Beschnldi- gnng der Ermordung mehrerer Griechen in verschiedenen Orten Macedoniens verhafteten 36 Bulgaren sind infolge eines Tele- gramnrS, welches seitens der Frauen und der Verwandten an den --ultan gerichtet Ivnrde, wieder freigelassen worden.— Asien. Ausstand in China. Ans Hongkong wird gemeldet: In Stvatan ist ein ernster Ausstand ausgebrochen. Da die dortigen Behörden nicht im stände sind, ihn zu� bekämpfen, hat der Vicckönig Truppen und ein Kanonenboot nach Swatau gesandt mit Beamten, welche ermächtigt sind,- die Aufruhrer enthaupten zu lassen. Afrika.., Englische Schwierigkeiten in Aegypten. Kürzlich wurde bereits berichtet von Unruhen unter dein ägyptischen Militär.„Dailh Mail" meldet jetzt tveiter nnZ Kairo:„Dg-s vierzehnte schwarze Bataillon weigert sich noch immer, seine Munition zurückzugeben. Die jüngeren ägyptischen Offiziere wiegeln die Truppen zur I n s u b o r d i.n a t i o n auf: sie werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Sollte das Ergebnis der Verhandlungen die ttage ernst gestalten, so dürften strenge Matznahnicn ergriffen werden. Lord Cromer besprach mit dem Chedive die Lage."— J» der Bildgctkommission dcö Reichstags begann am Freitag die Beratung des MilitärctatS. Beim ersten Titel der Ausgaben. Gehalt des Kriegsniinisters, 36000 M., spricht der Referent Graf Roon den ZiZnnsch au§. datz statistisch festgestellt werde, wie sich die Armee ans den I än d li ch e n und aus den st ä d t i sch e n Bezirken rekrutiere. Der Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartcments im Kriegsministerium, Generallicutenaut von der Boeck, weist aus die grotze Schwierigkeit hin, die die Aufstellung einer solchen Statistik mache, wenn sie zuverlässig sein sollte. Der bayerische Bevollmächtigte, Generalmajor Frhr. Reichlin von Meldegg verweist darauf, datz man in Bayern eincin bezüglichen Wunsch derÄanimcr nachgekommen sei. Die Arbeit sei sehr schwierig durchzuführen. Abg. v. Kardorff legt grossen Wert darauf, klarzustellen, in ivelcher Weise sich die Armee aus Land und Stadt rekrutiert. Um ein Beispiel herauszugreifen, so habe Berlin eine» unendlich geringeren Prozentsatz an Rekruten ge- stellt als Ostpreußen. Das stelle eine ungerechte Uebcrlastung einer landwirtschaftlichen Provinz dar. Abg. Müller-Sagau ffr. Vp.) wünscht eine sachliche Klarstellung auf Grund erschöpfender Er- Hebungen. Abg. Singer hält auch eine solche Statistik für wünschenswert. Diese Arbeit würde dem RcichSamt des Innern zuzuweisen sein. Dr. Müller-Sagau bringt so- dann die von einer Geschäftsfirma geplante M a s s e n- b e w i r t s ch a f t u n g der Militärkantinen zur Sprache und erklärt sich gegen die Konzentricrimg des Kantincnbctriebs und für lokale Vergebung desselben. Der Vertreter des Kriegsniinisters erklärt. die Militärverwaltung habe im allgemeinen mit den Kantinen nichts zu thun. Verantwortlich dafür sei stets der NegimentSkonimandeur. Der Fiskus erhalte weder den Ueberschutz von Kantinen, noch decke er eveut. Deficits. Was den vom Abg. Müller erwähnten Fall der Großfirma betreffe, so sei die Unter- suchnng darüber noch nicht abgeschlossen. Abg. Speckdie Frage der Gcdingstellüng einer eingehenden Erörterung zu unter- ziehen und«in Mittel zu finden, damit den betreffenden Beschwerden der Arbeiterschaft abgeholfen werde", womit eine der ältesten Klagen der Arbeiterschaft ans der Welt geschafft werden könnte. Die Ar- beiter werden nun zu erwägen haben, ob diese nicht unbedeutenden Konzessionen in Verbindung mit der Erklärung der Regierung sie bestimmen können, die Forderung der Achtstnndenschicht zu vertagen. ES ist wahrscheinlich, datz die Arbeiterschaft die Ncunsttindenschicht als eine entsprechende Abschlagszahlung ansehen würde, aber cS ist nicht wahrscheinlich, daß die Gewerke in diesem Punkte überhaupt Zu- Zugeständniffe machen worden. Die Lage ist also so, datz es nicht ganz ausgeschlossen ist, datz Freitag eine Einigung zu stände kommt, die den Streik in unserm Reviere beendigt, datz eS aber auch möglich ist, datz der Streik auch noch nächste Woche ungemindert andauern werde. Von den böhmischen Revieren ist noch immer nichts andres zu melden, als datz die Behörden eine ivahre Orgie von Gesetzes- Verletzungen aufführen. In ganz Nordböhmen herrscht heute ein ausgesprochener Ansuahmeznstand. Eine Versammlung abznhaltiie, ist' heute einfach unmöglich geworden. Da über Vereins- Versammlungen die Behörde kein Verbotsrecht besitzt, so löst sie einfach' die Vereine auf. So sind gestern zwei politische Arbeitervereine, in Teplitz und in Brüx, sistiert worden, und das aus keinein andren Grunde, als weil der Vorsitzende in einer Versammlung einer angeblich ungesetzliche» Aeutzerung eines Redners nicht„entgegengetreten" war! Derlei Nichtsnutzigkeiten begeht eine Verwaltung, deren oberster Chef vor 14 Tagen die Weisung gegeben hat, daß die Behörden vor allem strengstens die Gesetze zu beobachten haben! Ja. Oestrcich bleibt unser Halbaffen! ■»« * Wie», 0. Februar.(Per Telephon dem„Vorwärts" mitgeteilt): Das Eiiiignngsamt für das O st r a u e r Gebiet trat heute in Teschen zusammen. Der Vorsitzende d' E l v e r t gab im Auftrage der Regierung folgende Erklärung ab: Die Regierimg wird mit möglichster Beschleunigung, wahrscheinlich in der nächsten Herbstsession dem Rcichsrat einen Gesetzentwurf betreffend di? Regelung bezw. die angemessene Verkürzung der Schichtdaucr im Bergbau vorlegen und vertreten. Um die nötigen Unterlagen für den Gesetz- entlvurf zu gewinnen, soll Anfang März die Kommission, die aus Unternehmern, Arbeitern und RegicrungSvcrtrctern besteht, zusammen- treten. Den Interessenten soll Gelegenheit gegeben werden, vor der Kommission ihre Gutachte» abzugeben. Die Arbeiter erklärten nach kurzer Beratung, datz die präcisc Fassimg der RegierungScrklärnng wohl anzuerkennen sei, sie appellierten aber nun erst recht an die Einsicht der Gewerke, schon jetzt Ziigeständnisse in Bezug ans die Verkürzniig der Arbeitszeit zu machen. Die Gewerke hingegen erwiderten, datz angesichts der RegicrungS- crkläruiig jede weitere Verhandlung überflüssig sei; sie würden das Gesetz abwarten.— Immerhin ist es möglich, datz doch noch eine Verständigung herbeigeführt wird. Das Eiiiignngsamt für Steiermark tritt morgen znsamincn. Wird eine Einigung nicht herbeigeführt, so soll unverzüglich der Streik beginnen._ DAvtor-Melchvichtien. Ter Ist. hessische Provinzial-Partcitag fand dieser Tage in Helmarshausen statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Bericht der Agiraticmskommisfion. T Agitation und Organisation. 3. Bericht über die Presse. 4. Gcincinde-Ergänzniigsivahlcn. 5. Allgemeine Anträge der Delegierten. Ans dem Bericht der Agitations- kommission cnttichmen wir, datz die Einnahme 2742,77 M., die Ausgabe 2786,03 M. beträgt, so dntz ein Deficit von 43,26 M. entstand. Es wurden 43 000 Kalender gratis an die Heisische Land- bcvöikerinig verteilt und gern eiitgegxngenoinmen. Bezüglich der Agitation hält man es für nötig, das Schlvcrgewicht auf die Verbreitung des Wochenblatts„Wegweiser" zn legen. Auch das Vertrancus- männersystem müsse mehr als bisher ausgebaut werden. Angeregt wird auch die Beschafsniig von Fahrrädern und Taschen für die' Land- agitation und ein diesbezüglichcr Antrag der Agitationskominission zur Berücksichtigimg überwiesen. Bezüglich der Presse wird mit- geteilt, datz die Geschäftslage eine befriedigende sei. Da» in Kassel erscheinende„Volksblatt" soll vom 1. März ab statt bisher zivei, wöchentlich drei Beilagen crhaltcu, das Wochenblatt„Wegweiser" ein neues, geschmackvolleres Titelblatt; auch sein Inhalt solljuehr der Denkweise der ländlichen Bevölkcrimg angcpntzl werden. Schließlich wurde noch ein Land gemein öc-Wahlprogramm durch- beraten. Pvlizeilirlzcs, Gerichtliches ustu. — Wegen Vclcidigmig des Vorsitzenden des delitsch-nationalcn Handlnngsgchilfen-BtrbaiidcS in Hamburg ist der Genosse Georg Haase in Dresden zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden. Die Bc- leidigmig wurde gefunden in einer Kritik, die der Verurteilte in einer ösieiitlichcii Versaimnlnng der Handlmigsgehilsen in Dresden an der journalistischen Thatigkci'l dcS Klägers üble. Ans trev �rnnenbeivcgung. Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt Herr P a u l H i r s ch einen Vortrag über da» Thema: Der Anteil des weiblichen Geschlechts an der Kriminalität. Der Referent erläuterte einleitend de» Unterschied der Lehre vom socialen Milieu und der Lehre der Krinniial-Anthropologen. Wie wenig stichhaltig diese letztere Theorie sei, das ergebe sich u. a. auch aus einer Betrachtung des Anteils des weiblichen Geschlechts an der Kriminalität. In allen Kiilttirstaatcn begehe die Frau weit weniger Verbrechen als der Mann. Die Zahl der Verbrecherinnen steige da. Ivo die Frau gezwungen sei, außerhalb des HanseS ihrem Erwerbe nachzugehen, während umgekehrt da. Ivo die weibliche Bildung auf sehr niedriger Stufe stehe und die Frauen ein durchaus häuslichen Leben führen, ihr Anteil am Verbrechertum sehr gering sei, zum Beispiel in Spanien und Italien. Ein anderer Grund dafür, daß die Frau weniger Verbrechen begeht als der Mann, sei darin zu suchen', daß ihr in der Prostitution ein Ersatz dafür geboten sei. So erkläre es sich, datz mit der Zunahme der industriellen Frauenarbeit sowohl die Prostitution als aucki der Anteil des weiblichen Geschlechts am Ver- brechen' zunehme. Sei 1882 sei die Kriminalität der Männer um 18 Proz., die den Frauen um 6 Proz. gestiegen. Je nach der Art der einzelnen Verbrechen sei die Beteiligung der Frauen daran ver- schieden, eine kleine Zahl von Verbrechen,' z. B. Verbrechen gegen das kindliche Leben und Kuppelei, werde hauptsächlich von den Frauen verübt. Die verheirateten Frauen haben eine höhere Kriminalität als die ledigen; hingegen übe die Ehe auf die Kriminalität des Mannes einen günstigen Einfluß aus. Redner bewies diese Erscheinung an der Hand der Kriminalstatistik, erläutert die einzelnen Kate- goricn von Verbrechen und schilderte die socialen Ursachen derselben. Da im wesentlichen schlechte wirtschaftliche Verhältnisse den Nährboden für Verbreche» bilden, so erwachse für den, der die Ver- brechen beseitigen wolle, die Aufgabe, die sociale Lage der Arbeiter zu bessern. Die Arbeiterklasse habe eine wichtige Kulturaufgabe zu erfüllen, an deren Lösung auch die Arbeiterfrau nach Kläffen beizutragen habe. Nach dem mit Beifall aufgenommene» Vortrage wurden mehrere Vereinsangelegenheitcn erledigt. Die nächste Versammlung findet am 19. Februar statt. Unser erstes Stiftungsfest ist am 11. März; Billetts zu demselben sind zn erhalten bei Frau Gienke, Swine- münderstratze 103 v. IV; Frau Panzeram. Pappcl-Mee 128 I; Frau Klosich. Koppenstratzc 81; Frau Müller. Wienerstratze 30 II. Gevichks-Jeikirns» Von den Hindernissen, die der Staat der Socialresorm dem Koalitionsrecht und der Organisatiönspflicht. der Arbeiter in den Weg legt, hat man in bürgerlichen Kreisen' nur selten rstix Ahnung. Vielleicht klärt der folgende Fall manche Leute darüber auf. warum es für die deutschen Arbeiter e i n Di n g der Unmöglichkeit ist, diesem Staate das Vertrauen entgegen zu bringen, das bürgerliche Ideologen so schmerzlich an ihnen vermissen. Es handelt sich natürlich wieder um eine Anwendung des VercinSgesetzes gegen solche Arbeiter, die ihrer Organi- sationspflicht genügen wollten. In Frankfurt am Main existierte früher cinc Filiale des Ver- bandes der Fabrik, Land- und Hilfsarbeiter Deutschland»(Sitz Hannover), die als Zahlstelle bezeichnet tvurde. Nach ihrer Auflösung gab es i» Frankfurt nur noch Einzelmitglieder des genannten Ver- bandes, die miteinander keinen Souderüerein mehr bildeten. Die Polizei' sah aber in den öfter stattsiudendcn v f f e n t- liche» Versammlungen der Frankfurter Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter Versammlungen eines selbständigen und noch dazu politischen Vereins und er- klärte den in öffentlicher' Versämmlung gewählten Ver- traiicusinaim T h o m a für den Vorsteher dc» Vereins. Die Folge diese» polizeilichen Kunststücks war eine Anklage gegen Thoma wegen Ucbertretung der§§ 2 und 8 dc» VercinSgesetzes. Wo die Polizei ciiicn Verein entdeckt hatte, da hatte T. ü b c r b a u p t keinen gesehen und so- selbstverständlich der Polizei auch kein MitgliedcrvcrzcichiiiS gemäß§ 2 einreichen können. ES>var ihm unter diesen Umständen natürlich auch nicht eingefallen, die weib- lichen Einzclinitglicder des Verbandes zn Hannover von den öffentlichen Versammlungen in Frankfurt fern- zuhalten. Dafür sollte er nun büßen. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe und führte in seiner Begründung u. a. ans: Die von Thoma öfter einberufenen Versanunlnngcn würden zwar als öffentliche bezeichnet, thasiäcblich seien sie aber als Versammlungen eines selbständigen Vereins anzusehen, der an Stelle der anfgclöste» Zahlstelle getreten sei. Denn in den Versammlungen träten dieselben Redner aus, wie früher in den Versammlnngen der Zahlstelle, und der Vertrauens- mann, der die Versamutlungen einberufe, nehme die Beiträge der V e r b a n d S Mitglieder entgegen und übermittele sie dem Verbands- vorstände in Hannover. Für die Existenz ciucs selbständigen Verein» in Frankfurt spreche noch ganz besonders, daß der Central- Vorstand in Haimover dem Vertrauensmann Thoma zur Verwendung in Frankfurt.33?/».. Prozent der am Orte vereinnahmten Verband»- Mitglicdcrbciträge überlasse. Thonia müsse als Vorsteher dieses neuen Frankfurter ZweigvereinS lZahlftelle) de» Cciitralvcrbandes betrachtet werden. Aus den.jn den Versammlungen behandelten Gegenständen und gepflogenen Berhandlungen sei zu entnehme», datz c» sich um einen politischen Ortsvercin handele. Da»ach Lage der Sache zu seinen Mitgliedern die weiblichen Mitglieder dcS Verbands gehörten—' sie hätten gleichfalls Beiträge an Thoma abgeführt nüd den Versammlungen beigewohnt—V so habe sich T. gegen den Z 3 vergangen, wonach Frauen in politischen Vereinen nicht als Mitglieder aufgenommen werden dürste». Auch habe der Angeklagte den§ 2 übertreten, weil politische Vereine stets Vereine seien, die auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezweckten. T. hätte e» deshalb nicht unterlassen dürfen. daS Mitglieder-Verzeichnis der Orts-Polizeibchörde einzureichen..— T. focht das landgerichtliche Urteil mit dem Rechtsmittel der Revision an und niachte vor allem geltend, datz der Begriff des selbständigen Vereins falsch aufgefatzt worden sei. In Frankfurt a. M. gebe es überhaupt keinen besonderen Verein der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter mehr seit der Auflösung der ehemaligen Verband»- Zahl- stelle und er habe lediglich als V e rt r a u e n s p e r s o n der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen gehandelt. Darum seien auch' alle Annahmen der Behörden und Gerichte, die irrtümlich mit der Existenz eines selbständigen Orts- Vereins der fraglichen Arbeiter und Arbeiterinnen rechneten, absolut hinfällig. Der Strafsenat des Kammergerichts v e r- warf jedoch die Revision init der Begründung, datz das Landgericht durchaus richtig ge urteilt habe. Insbesondere habe es mit Recht das Vorhandensein eines selb-» ständigen Lokalvereins angenommen. Im BelcidigliugSprozcff des AmtmannS Ring auf Düppel gegen den Schriftsteller Gchlfen hat jetzt das K a in in e r- gewicht das letzte Wort gesprochen. Bei der ReichstagSwahl im Kreise Teltow- BeeSkow harte sich die sociale Reformpartei den Kaufmann Fröhlich zn ihrem Kandidaten erkoren. Die Führer glaubten, die Stimmen aller konservativen Elemente des Kreises seien Herrn Fröhlich sicher. Sie wurde» deshalb bitterböse, als dann noch der Superintendent Vorberg als christlich-konservativer Kandidat anfgesiellt wurde. ES kam zu allerlei Reibereien, wobei sich die feindlichen christlichen Brüder keineswegs schonten. Die „socialen Reformer" ließen ihren Aerger besonders an dem Amtmann Ring ans, jenem bekannten radikalen Agrarier und heftigen Socialisten-- töter, der als einer der Vertreter des Kreises Teltow in der Lnndratskammcr sitzt. Herr Ring galt ihnen nämlich als Urheber der Kandidatur Vorberg. Schneidig wie immer, forderte Rmg einen seiner Widersacher, den Hauptmann Harter, sogar zum Zweikampf. Der Schnststcller Gehlsen nahm in feinem Blatt ebenfalls zu der An- gclegevheit Stellung. Er behandelte sie in einem Artikel:„Ein Ehren- Handel" und warf darin Herrn Ring. vor. er habe die Wähler in der inatzgebcndcil Versammlung durch Berschweigern der Kandidatur Fröhlich irregeleitet und getäuscht. Ring verklagte ihn darauf wegen Beleidigung und erzielte auch, datz Gehlieu zu einer Geldstrafe von 50 M. verurteilt wurde. Der Strafsenat dc» Kammcrgerichts wies die Revision gestern zurück. Die Tapezierer Richter und Riedel hatten sich am 9. d. M. vor dem Schöffengericht wegen Streikposten st ehenS zu verantworten. Die beiden Angeklagten sollten sich ans die Auf- forderung dcS Schutzmanns weiter zu gehen, nicht entfernt haben. Die Bcweisanfiiahnie ergab folgendes: Als die Angeklagten, die dem Schutzmann als Streikende bekannt waren, die Priiizessiimenstratze ciitlang gingen, erging an sie das Verbot, diese Straße zn ver- lassen. Beide Angeklagte wollten nun in das gegenüberliegende Lokal von Wirsing gehen, konnten jedoch wegen Glatteises und da vor' dem Wirsingschen Restanrant eine Reihe von Pfcrdcbahiiwagen hielten, nicht direkt hinüber gehen. Sie mutzten vielmehr zunächst noch ans derselben Straßen- scitc ein Stück weitergehen. In dem?lügenblick, wo sie das Wirsing- 'che Lokal betreten wollten, wurden sie sodann sistiert. Die Frage des Vorsitzenden, ob das Verhalten der Angeklagten die Ruhe, Sicherheit, Reinlichkeit, Ordnung oder. Bequemlichkeit auf der Stratze gestört hat, nintzle der Schutzmaim selbst.verneine n. Der Staats an>v alt beantragte eine Geld st r a s e von je 10 M gegen jeden der Angeklagten. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a n n, wies• darauf hin, datz vorliegend auch nicht e i n Merkmal dcS gesetzlichen Thatbcstgudes gegeben sei. Der Fall sei einer der krassesten, der jemals vorgekommen sei, und es recht- fertige sich, hier nicht nur die F r e i s p r e ch u n g der Angeklagten auszusprechen, sondern auch die Kosten der Verteidigung der S t a a t s k a s s e zur Last zu legen, da die Angeklagten durch ihr Verhalten nicht den geringsten Grund zur Erhebung der Anklage gegeben hätten. Der Gerichtshof schloß sich diesen Aussührmigen mit der folgenden, sehr interessanten Begründung an: Das Siratzen- Polizeireglement fordert„unbedingten" Gehorsam gegen die Befehle der Aufsichtsbeamten. Dieses Wort finde sich sonst in keinem andern Gesetze. Ist dies aber der Fall, so müssen die gesetzlichen Thatbestandsmerkiuale_ besonder» streng ausgelegt werden. Es mutz eine wir Ni che Störung der Ruhe und Ordnung auf den Stratzen vorliegen. Sonst sei die Anffordermig der Aussicht»- bcamten an die Passanten, sich zu entfernen, nicht berechtigt. Die Möglichkeit, datz Unruhe durch das Verhalten der Streikenden ausbrechen könne, reiche nicht aus. Sonst könnte ein Beamter auch bei eintretender Dunkelheit den Eintritt in den Tiergarten verbieten. Denn die Möglichkeit, daß Unfug verübt werden könne, liege auch hier vor. Auch könnte man sonst dahin kommen, das Betreten der Straßen von halb Berlin zu untersagen. Im vorliegenden Fall ist es nicht gerecht- fertigt gewesen, die ruhig ihres Weges gehenden Angeklagten zum Weitergehen aufzufordern. Noch viel weniger könne es als zulässig erachtet werden, die ganze Prinzessinnen- ftraße den Streikenden zu verbieten. Dieses Verbot gehe ivcit über das Ziel hinaus. Endlich aber haben sogar die Angeklagten der Aufforderung Folge geleistet und sind in die Restauration gegangen. Deshalb müßten die Angeklagten frei- gesprochen und auch die Kosten der Verteidigung der Staatstasse auferlegt werden. Vom Polizcikampf gegen Streikposten. Der Arbeiter Westphal hatte sich am 8. Februar d. I. vor dem Schöffen- g e r i ch t wegen groben Unfugs zu verantworten. Derselbe wurde darin gefunden, daß Westphal am g. November 1899 vor dein Hause Wcberstr.7bci GelcgenheiteiuerArbcitseinstelluugdadurch groben Unfug verübt hat, daß er dort als Streikposten stand und Arbeit suchenden Personen Winke und Zeichen gab. Der als Zeuge vernommene Schutzmann bekundete, daß Westphal. der in der Thür eines Restaurants stand, etwa eine Stunde lang Winke gab und Handbewcgungcn inachte. Der Gerichtshof kam in Ueber- einstinimung mit dem Antrage des Staatsanwalts und des Ver- teidigers, Rechtsanwalts Dr. Heine mann, zur Freisprechung des Angeklagten, da grober Unfug nur verübt werden könne, wenn das Publikum in seiner Allgemeinheit beunruhigt werde. Diese Voraussetzung aber liege nicht vor. Es erübrigt sich daher, auf den vom Angeklagten angetretenen Entlastungsbeweis ein- zugehen. Prozeß Arnim und Genossen. Die gestrigen Verhandlungen vor der Strafkammer Stettin wurden durch dw Vernehmung des Angeklagten U h s a d e l ausgefüllt. Angelegenheiten von besondrem Interesse kamen nicht zur Erörterung. Als Sachverständiger erklärte der gerichtliche Bücherrevisor Heß, es seien in der Buchführung einige Mängel zu verzeichnen gewesen. Die zum Geschäftsverkehr nötigen Bücher seien ordnungsmäßig geführt worden. Zu rügen sei es, daß die Kasse bis über das Ende des Geschäftsjahrs geführt wurde. Für den Dezember 1883 seien Wechselbeträge von 82 231 M. als eingegangen gebucht worden, während diese Beträge weder im Dezember 1883 noch im Januar 1894 eingegangen waren. Im Januar 1884 seien die Wechsel nur gegen neue'umgetauscht worden. Es sei dies geschehen, um den Knssenbcstand nach außen hin künstlich zu erhöhen und den Vermögensverfall der Gesellschaft zu verdecken. Im Elberfelder Militärbcfreiuugö-Prozrß ist der auf den 16. d. M. anberaumte Verhandlungstermin wegen plötzlich eingetretener schwerer Krankheit eines der Hauptangeklagteu, des 61 Jahre alten Cigarrenagenten Strucksberg in Köln, auf'unbestimmte Zeit vertagt worden. Mehrere der Angeklagten sind bis zum Beginn der Verhandlung auf freien Fuß gesetzt worden. GemevKMzttftliifzcs. Berlin und Umgegend. Dke Sattler bei der Firma Zender, Berlin, Alexandrinenstr. 23, befinden sich nicht in Lohnstreitigkeit, wie uns die Firma laut einer Berichtigung mitteilt. Auch besieht nicht die Absicht, in Breslau und Leipzig Arbeiter anzuwerben. Die Angaben der Firma sind insofern richtig, als thatsächlich Lohndifferenzen nickt vorhanden sind, wohl aber Differenzen wegen fortgesetzter Entlassung der seiner Zeit am Streik beteiligten Ar beiter. Die Agitationskommission der Sattler bittet deshalb den Zuzug fernzuhalten. Deutsches Reich. Zwangsinnungen. In Hamburg hat sich die Buchbinder Zwangsinnung durch einstimmigen Beschluß aufgelöst. Auch in G a h an der holländischen Grenze können sick die Handwerker nicht mit den Innungen befreunden. Denn von 43 Schnhinnchcrmcistern stimmten 36 für Auflösung der seit dem 1. Januar 1899 bestehenden Zwaiigsimiung. Zu unliebsamen Konflikten kam eS am 5. Februar in einer von liXX) Webern besuchten Versammlung in M.- G l a d b a ch. Bei Eröffnung der Versammlung kam es zu einigen Differenzen über die Bureauwahl, worauf der überwachende Beamte wegen der großen Unruhe die Versammlung auflöste. Während nun die Socialdemokraten au derartige Sacken gewöhnt sind und sich entfernten, setzten die Christlichen und Indifferenten die Auseinandersetzungen auf der Straße fort. Bei dieser Gelegenheit sollen die Beamten mit Steinen und Biergläscrn beworfen worden sein. Die Beamten griffen mit blanker Waffe ein und verhafteten mehrere Personen. Die Erregung der Leute ist darauf zurückzuführen, daß die christlichen Führer den streikenden Webern von Hartmanni und Deußen einen Vergleich aufgezwungen hatten, von dem die Mehrzahl der Streikenden nichts wissen wollte. Es wurde ihnen aber einfach erklärt, geht ihr auf den Vergleich nicht ein, so erhaltet ihr keine Unterstützung mehr. Ueber diese Dinge sollte mit den Führern in der Versammlung abgerechnet werden. Bei der Firma Coldmann, Seidenweberei in Kupferdreh, streiken seit dem 36. Januar sämtliche Weber; nur Kinder und weib- liche Hilfsarbeiterinnen sind nicht ausständig. Es sind nur 4 Web- stühle in Betrieb. In den nächsten Tagen wird der Betrieb fast ganz stillgelegt werden müssen, iveil die Lager leer sind und die 4 Webstühle für die cirka fünfhundert noch beschäftigte Personen nicht genug Material schaffen können. Der Fabrikant gicbt aber den Versuch, die Organisation der Weber zu sprengen, nicht auf. Der Lohnkommissiou wies er einfach die Schür und verlangte von den Arbeitern, die daraufhin den Versuch machten, einzeln zu verhandeln, die schriftliche Erklärung ihres Aus- trilts aus der Organisation. Auf diese Weise ließ sich aber kein Arbeitswilliger finden. Nun sollen die Ausständigen zum Teil buch- stäblich aufs Pflaster gelvorfen werden. Herr Coldmann pachtete von einer größeren Zahl Hausbesitzer sämtliche Häuser. Seinen aus- ständigen Arbeitern, die in diesen Häusern Wohnungen haben, hat er dieselben nun durch den Gerichtsvollzieher zum 1. Mai cr. kündigen lassen. Das ist wahr, Herr Coldmann sorgt dafür, daß auch dem Blödesten die Augen über den Wert der sogenannten Wohlfahrts- einrichtuugen aufgehen. In diesem Kampfe hat er die verschiedenen „wohlthätigeir Einrichtungen rücksichtslos benutzt, um die Arbeiter kirre zu machen. Glücklicheriveise hinderte ihn bisher die Organi- sation, einen Erfolg zu erzielen. Die Herner Unruhen fordern immer noch ihre Opfer. Am 7. Februar standen 6 Bergarbeiter bor dem dortigen Landgericht, welche beschuldigt waren, in der Nacht zum 27. Juni v. I, an einem Gebäude auf Zeche„Friedrich der Große" eine Anzahl Fenster- scheiben eingeworfen zu haben. M. NowakowSki, der auch noch einen Arbeitswilligen mit einem Stein geworfen, erhielt 8 Monate Ge- fängniS, I. Kuieeny und Scaletzki kamen mit 2 Monaten, Chr. Kokoska und I. Percikowski mit 3 Monaten davon. ES sind nun insgesamt wegen der Herner Krawalle gegen mehr denn 46 Angeklagte auf cä. 36 Jahre Gefängnis erkannt worden. Bei der Gewerbcgerichtswahl in Breslau gelangte die Liste des Gewerlsckaftskartells nahezu einstimmig zur Annahme. Bemerkenswert ist, daß von den katholischen und' evangelischen Ar- beitervereinen, die in Breslau 6666 Mitglieder zähle», kein Versuch unternommen wurde, sich an der Wahl zu beteilige». In Düsseldorf befinden sich bei der Firma West mann u. E l b e r s 86 Klempner, Planiercr, Drücker, Maler und Brenner seit dem 26. Januar im Ausstande. Die Arbeiter der betreffenden Firmen stellen folgende Forderungen: Einstellung sämtlicher am Ausstande beteiligten Arbeiter ohne Ausnahme. Anerkennung der Organisation seitens der Firma. Wiedereinführung deS alte» AccordtarifS bei den Planierern. Einführung der Strafbestimmungen betreffs des Zuspätkommens, wie dieselben vor dem 6. November 1838 bestanden haben. Mitbestimmnngsrecht des Arbeiterausschusses über Verwendung der Strafgelder. Da die Einigungsversuche unter Leitung des Herrn Dr. Wülfing scheiterten, beschlossen die Aus ständigen, bis zum äußersten auszuharren. In Stuttgart befinden sich die Metallarbeiter der Firma Stolz im Ausstand. Es wird gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Ausland. Au dem Streik in Einfledcln sSchweiz), der bei der frömmsten katholischen Firma Beuziger u. Co., Aktiengesellschaft, ausgebrochen, sind 186 Personen beider Geschlechter und aller Branchen des graphischen Gewerbes beteiligt, während leider ca. 466 weiter- arbeiten. Den Anstoß zum Streik gab die Maßregelung von 26 Arbeiten: wegen ihrer Zugehörigkeit zur Organisation, die den frommen Herren der Urschweiz nicht weniger verhaßt ist, wie dem König von Sanrabien. Die Streikenden stellen folgende Forderungen:' Beseitigung der Lohnabzüge bei unverschuldeten oder nicht nachweisbaren' Schäden an der Arbeit, menschen- würdige Behandlung seitens der Vorgesetzten Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit und Anerkennung der Organisation. Die mit frommem Kleide maskierten brutalen Aus- beu'tcr lehnen jede Unterhandlung mit Arbeitervertretern oder neutralen Männern ab.— Der schweizerische Gewcrkschastsbund be absichtigt, vom Bundesrat die Rückerstattung der Kosten des Zigarrciiarbeiterinnenstreiks in Chiasso zu verlangen, da es sich hier- bei um die Durchführung des Fabrikgcsetzes bezlv. einer fpeciellen Anordnung des Bundesrats betreffend die Lohnzahlung in schweizerischem statt italienischem Gelde handelte. Die Zahl der streikenden Glasarbeiter in Charkeroi (Belgien) beläuft sich bereits auf 3666. In Anttverpc» sind die Metallarbeiter in den Ausstand getreten. Derselbe ist zwar noch nicht allgemein, doch deutet alles darauf hin, daß auch sämtliche Schiffsarbeiter dem Ausstande beitreten werden._ Sorinlcs. Ecfindebcrhältnisse. Der Gntsstellmacker des Guts Sucholohna (Kreis Groß-Strelitz) soll 6 M. Strafe bezahlen, weil er gegen den Inspektor ungehorsam gewesen lvar. Der Stellmacher bekam Deputat und 146 M. Jahresl'ohn. Dafür sollte er aber nicht bloß die Stellmachcrarbeiten für die Gutswirtschaft anfertigen, zu denen er sich verpflichtet halte, sondern auch noch Tischlerarbeiten für das „Herrschafts"- Haus. Diese letzteren nahmen ihm so viel Zeit weg daß cr die Stellmachcrarbeiten in der Nacht anfertigen mußte. Als ihm das zu bunt ivrirde, verweigerte er die weitere Ausführung von Tischlerarbeiten, für die er natürlich keinen besonderen Lohn erhielt, und dafür erhielt er die genannte Strafe zudiktiert. Das Gut Sucholohna gehört der Familie der Grafen v. Tschiusky- Rcnard; cS ist u. a. auch durch viehstallartige Gcsindcwohuungen bekannt. Und da wissen Szmula und seinesgleichen immer noch nicht, weshalb„die Leute" von Oberschlesien abwandern! VevsaminIttUigen. Eine Malcrvcrsammlung, die am Dienstag im Luisenstädtischcn Konzerthause stattfand, beichäfligte sich mit der zlvischen der Innung und dem Gehilfcnaussckuß getroffenen Tarifverciubaruug. Wie der Vorsitzende mitteilte, sind über diese Vereinbarung hinsichtlich der Nacht- und Sonntagsarbeit in der vorigen Versammlung irrtümliche Mitteilungen gemacht worden, die auch in den Bericht des„Vorwärts" übergegangen sind. In Wirklichkeit lauten die Vereinbarungen: Maler- gchilfcn erhalten einen Minimalstundenlohn von 66 Pf., für Nachtarbeit wird ein Zuschlag von 66 Proz. gezahlt. Sonntagsarbeit ist, iveil gesetz- lich nicht zulässig, zu vcnneiden. Wo sie ausnahmsiveise stattfindet, bleibt der Lohn der freien Vereinbarung überlassen. Ueber die Frage der Durchführung der Tarifvereinbarnng referierte Link. Er führte unter anderm auS: Der JnnungS- vorstaud habe nichts gethan, um den Mitgliedern der Innung von den getroffeneu Vereinbarungen Kenntnis zu geben, und so konnten sich verschiedene Meister, die den Tarif umgehen, sich darauf berufen, daß ihnen der Jummgsbeschluß nicht bekannt sei. Der Redner führte mehrere Fälle an, wo Arbeitgeber, obgleich sie von den Gehilfen auf die Vereinbarung hingewiesen wurden, dennoch den festgesetzten Lohn nicht zahlen. Es sei von vornherein klar, daß der Tarif nicht durchgeführt werden könne, wenn nicht eine starke Organisation vorhanden sei, welche die allgemeine Jnuehaltuug des- selben erzlvingen könne. Der Referent empfahl folgende Resolution: Die Versammelten erkennen au, daß durch die Einführung des Minimal-Stimdenlohns von 66 Pf. die skandalösesten Zustände in den Lohuvcrhältnisscn beseitigt werden. Im Interesse einer wirk- samen Durchführung der Tarifvereinbarungen wird aber verlangt, daß der Vorstand der Berliner Malerinnung die Vereinbarungen sämtlichen Jnnuugsmitgliedern zustellt, und daß die Vereinbarungen in den Wertstellen oder in den Comptoiren, für jedermann sichtbar, ausgehäugt werden. Die Gehilfenvertrcter im Kuratorium des Arbeitsnachweises werden ersucht, dahin zu wirken, daß die Vereinbarungen auf den Arbeitsschcincn des paritätischen Arbeitsnachweises der Berliner Malerinnung gedruckt werden.— Ferner erklären die Versammelten, daß, um die allgemeine Durch- führuug der Tarifvcreinbarungcn zu garantieren und sich gegen etivaige auf Umgehung des Tarifs gerichtete Maßnahmen der Meister zu wehren, eine starke Organisation der Arbeitnehmer notwendig ist, und deshalb jeder nock nicht organisierte Kollege sich der Vereinigung deutscher Maler anzuschließen hat.— Weiter beschließt die Ver- sammlung: Jeder arbeitende Kollege hat vom 1. März au jede Woche eine Extramarke zu 26 Pf. für den Streikfonds zu kaufen. In der Diskussion lvurde an verschiedenen Beispielen gezeigt, daß der vereinbarte Mininiallohn noch nicht überall gezahlt wird. Ein Mitglied des Gehilfcnausschnsscs der Innung bemerkte, die Meister könnten sich nicht darauf berufen, daß ihnen der Beschluß, den Tarif betreffend, nicht bekannt geworden sei, denn in der betreffenden Jnnuugsversnmmlung seien 466 Meister anwesend gewesen. Ein Redner beklagte sich über den paritätischen Arbeitsnachweis. Jeder Arbeitsuchende müsse bei der Eintragung 26 Pf. bezahlen, wofür cr aber nicht ein Recht auf Zuweisung von Arbeit erwerbe. Die Arbeit werde auch nicht der Reihe nach, sondern anscheinend nach Gunst und Zufall verteilt.— Die Vertreter im Kuratorium verspracken, die Be- chwerde zu prüfen, und Abhilfe zu schaffen. Nach Schluß der Dis- kussion wurde die Resolution des Referenten angenommen. Die Gewerkschaft der Metallarbeiter nahm am 6. Februar in einer öffentlicken Versammlung Stellung zu den Maßregelungen der Vertrauensleute bei der Firma Bergmann u. Co. Wiesner geißelte in scharfen Worten die arbeiterfeindliche Handlungsweise der Firma und forderte die Versammelten auf, als Protest gegen der- artige rigorose Uebcrgriffe sich Mann für Mann der Organisation anzuschließen. In der recht lebhaften Diskussion, an der sich mehrere Redner beteiligten, wurden die Zustände in der Fabrik eingehend besprochen und folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Arbeiter und Arbeiterinnen von Bergmann u. Co. erblicken in dem rigorosen Vorgehen der Firma eine Vergewaltigung ihrer nach dem Gesetz zustehenden Rechte, sie erheben energisch' Protest dagegen und erklären, als Antwort auf die Maßnahmen der Firma sich Mann für Mann der Organisation anzuschließen." Woltersdorf. Eine glänzend verlaufene Volksversammlung and hier anr letzten Sonntag in dem neuen großen Saale des Herrn Rinck statt. ReichStags-Abgeordneter Stadthagen sprach unter großem Beifall über das Thema:„Wohin geht der Kurs?" In der Debatte sprach zunächst ein Herr Habermann, der unter großer Heiterkeit den Satz aufstellte, die Centrumspartei sei eine bessere Arbeiterpartei als die Socialdemokratie. Die Genossen Karl Müller und Busch widerlegten den Herrn gründlich. Im Schlußwort wandte sich Abgeordneter Stadthagen wider die gegnerischen Redner und skizzierte nochmals kurz die Aufgaben der Social« demokratie. Eine Protestvcrsammlung gegen die Flottenborlage hielten am Donnerstag auch die Charlottenburger Partei- genossen ab. Eine große Zahl von Männern und Frauen füllten den Saal der Gambrinu'sbraucrei bis auf den letzten Platz. Mit leb« haftem Beifall nahmen die Anwesenden den Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Rosenow entgegen, der die nebelhafte Weltpoli'tik der Regierung, die von Geschäftsinteresse ein« gegebene Marineschwärmerei und Flottenagitation der Kapi« talistenklasse in treffender Weise kennzeichnete und unsere ablehnende Haltung gegenüber dieser Art der Weltpolitik eingehend begründete. Freunde' der Flottcnvorlage meldeten sich nicht zum Wort. Jedenfalls ist den Agitatoren für Deutschlands Wasser- Herrlichkeit durch den Verlauf der Berliner Versammlungen klar ge« worden, daß sich die Arbeiterschaft nicht einreden läßt, daß Deutsck- lands Zukunft auf dem Wasser liegt. Ohne Diskussion wurde die in den Berliner Versammlungen angenommene Resolution auch hier einstimmig angenommen. Der südafrikanische Krieg. Von Buller liegen keine offiziellen Meldungen vor. Die gestern mitgeteilten Nachrichten gingen nur bis Dienstag. Seit- dem fehlen lvieder alle Nachrichten, und dies deutet darauf hin, daß von einem weitereu Vordringen nichts zu melden ist. Der„Voss. Ztg." wird vom Freitag aus London telegraphirt, es bestätige sich, daß Buller am Dienstag keinen weiteren Vorstoß machte und sich damit begnügte, die gewonnenen Stellungen zu be« haupten. Mangels neuer Meldungen wird angenommen, daß er schwere Geschütze kommen läßt, um das den weiteren Vormarsch hindernde Kreuzfeuer der schweren Voercngeschütze, wenn möglich, zum Schweigen zu bringen. Die Meinungen über den schließlichen Erfolg Bullers werden etwas pessimistischer. Die„TimcS" sogen. Buller hat nicht nur die von 18 666 oder 26 666Bocrcn gehaltenen Linien zu durchbrechen, sondern ihnen dann eine zertrümmernde Niederlage zuzufügen. Falls er sie nicht nach den Drakeusbcrgen treiben oder sie derartig aufreiben kann, daß sie aufhören, für alle praktischen Zwecke eine Streit- macht zu sein, kann der Entsatz von Ladysmith mit Sicherheit kaum vollbracht lv erden. Eine Drahtung des„Daily Chrouicle" aus Spearmannslager besagt, während des Scheinangriffs an der Potgietcrödrift schwebten die britischen Batterien durch ein Shrapuelfcuer auf die Flanken vom Spionkop eine Zeitlang in Gefahr. Die Kanonen wurden indes zurückgezogen, ehe ihnen ein ernster Unfall zustieß. AnS dem Boercnlager. Das„Rcutcrschc Bureau" meldet aus dem Hauptquartier der Boeren vor Ladysmith vom 7. d. MtS.: Die Beeren feuerten gestern auf einen Panzerzug, der sich von Chievelcy in der Richtung nach Colcnso begab. Der Zug, in welchem sich 2666 Mann befanden, war infolge des Angriffs genötigt, nach Chieveley zurückzukehren. Bei Coleuso und am oberen Tugela wird seit heute früh 6 Uhr geschossen. Am Modder River erleiden die Engländer Niederlagen. Macdonald hatte sich am Mittwoch den ganzen Tag über der Angriffe der Boeren auf seine Stellung am KoodooSberg zu erwehren. Die Engländer verloren 66 Mann. General Methuen befahl dem General Macdonald, sich nach Modder River zurückzuziehen. Von der Grenze deS ZulnlaudeS. London, 8. Februar. Der„Staudard" meldet aus Durban vom 8. d. M., daß die Boeren dort eingegangenen Berichten zufolge in Nondwcni an der Grenze des Znlulandes große Thätigkeit entwickeln. Eine Abteilung von Freiwilligen mit Artillerie lvurde infolge davon dorthin entsandt, um die Wachtposten zu verstärken und dem iveiteren Vordringen des FeindeS zu begegnen. Ursprünglich hieß c?. daß die Boeren die Linie Vryburg- Rondweui besetzt hatten, um sich gegen daS Vordringen einer eng- tischen fliegenden Kolonne zu schützen, die vom Zulnland auS in das Gebiet von Transvaal einzubrechen gedachte. Nach der � obigen Drahtung erscheint das Bild verändert: Die Boeren dringen vor und die Engländer müssen Freiwillige au die Grenze deS ZulnlaudeS schicken, um den Vormarsch der Boeren aufzuhalten. »« * Kapstadt, 8. Februar. Die fremden Militär-Attachös werden morgen Kapstadt verlassen. AnS New Jork wird nach Brüssel gemeldet, baß England in Bridgeport(Connecticut) 76— 86 Schncllfeuergeschütze sowie 366 Pro- jektile für Geschütze bestellt habe. Verbotene Sympathic-Adressen. Paris, 9, Februar. Blättcrmeldungen besagen, die Regierung habe den Pdizeipräfekte» befohlen, die Beschlüsse über die Sym- p a t h i e- A d r e s s e n au die Boeren, welche von vcr- schiedeuen Gemeindebehörden gefaßt wurden, zu annullieren, da dieselben eine Neutralitätsverletzung bedeuten. Letzte Mcldnngen. London, 9. Februar. Dem Parlament ist ein Nachtrags- etat zugegangen, in welchem 13 Millionen Pfund Sterling verlangt werden zur Bestreitung der Kosten für die 126 666 Mann, welche infolge des Krieges in dem mit dem 31. März d. I. schließenden Finanzjahre mehr ausgegeben werden sowie zur Bestreitung andrer einschlägiger Ausgaben für militärische Zwecke. Londo», 8. Februar. Das„Rcutersche Bureau" meldet über Loureuxo Marques aus dem Hauptquartier der Boeren bei Ladysmith vom 8, Februar 8 Uhr morgens: Die englischen Truppen, die im Besitz deS Moleuspruit-Kopjcs waren, haben dasselbe heute rüh aufgegeben, nachdem die Artillerie der Boeren das Kvpje bombardiert hatte. Die Engländer haben sich über den Tugela- Fluß in ihre alten Stellungen zurückgezogen. Heute morgen wurde am Tugela-Fluß mit Unterbrechungen eine Kanonade unterhalten. London, 8. Februar. Dem Kriegsamt lag bis heute abend 6'/« Uhr leine Beitätigung der Boeren- Meldung vom Rückzug Bullers über den Tugela vor. Uetzke Mschvichkett und Depefthru. Rom, 8. Februar.(W. T. B.) Senat. Bei Beratung des Budgets des Ministeriums des Auswärtigen stellt der Minister des Auswärtigen, V i§ c o n t i- V e n o st a, bei Beantwortung einer An- rage des Senators Vitelleschi-Nobili fest, daß die Be- ziehungeu Italiens zu England stets den Charakter gegenseitiger Freundschaft und gegenseitigen Vertrauens behalten hätten. Der Minister spricht fenier die Zuverficht aus, daß die Ereignisse in Südafrika keine allgemeineren Verwicklungen nach sich ziehen würden. London, 8. Februar.lidk»». lv. Mliixr 130V. Veichsksg. 144. Sitzung vom S. Februar 1S00, 1 Uhr. Am BundeSvatstisch: Reichslauzlcr Fürst zu Hohenlohe» Tirpitz» Graf Posadowsky, Graf Vülow» Frhr. v. Thielmann. Die erste Beratung der Flottenvorlage wird fortgesetzt. Abg. Graf Arnim(Np.): Wir begrüßen die Vorlage nicht mit leichtherziger Hurra- stimmung, sondern mit unbefangeneni, vorurteilslosem Blick. Wir vegrützeii sie mit Geniigthuung, soweit wir daraus sehen, daß die Regierimg auf der Wache steht, daß dem Vaterland lein Schaden geschche, wenn wir uns auch dem Eindruck der Bcsrcmdung nicht entziehen können, daß schon in so kurzer Zeit nach Bewilligung der Flottenvorlage von 1898 dieie neue Vorlage kommt. Doch ist dies wohl durch die Verteuerung der Materialien bedingt worden. auch hat Herr von Bülow schon vor kurzem auf den Ernst der ge- samten politischen Lage für uns hingewiesen. Herr Schädler sieht sie allerdings weniger ernst an. Die Lage, in die wir durch die Vorlage versetzt sind, vergleiche ich mit den Anstrengungen, die Wilhelm I. machte, um die Armee- crhöhungen durchzusetzen. Auch damals verstanden die Gegner nicht die großen Aufgaben Deutschlands zu würdige», auch damals wurde über die unvermeidliche Bedrüctung des Volks durch de» Militarisnius geklagt. Die Herren, die auch jetzt wieder diese Klage erhebe». sollten doch aber daran denken, was Deutschland inzwischen auf militärischem Gebiete geleistet hat.(Sehr richtig! rechts.) Durch die jetzige Vorlage soll eist gewisses Gleichgewicht zwischen Flotte und Armee hergestellt werden, uicht aber ivollen wir eine erst- klassige Flotte, aber ein Gleichgewicht ist nötig. Wie verhängnisvoll ist es z. B. für England geworden, daß es seine Armee auf Kosten der Flotte vernachlässigt hat! Sowie unsre Armee der Fricdenshort ,n Europa gewesen ist. so würde auch unsre Flotte den Frieden zur See in Europa sichern. Wollen Sie(nach links) die Garantie über- ucbmcn, daß nicht andre Völker ihre Kraft au uns probieren und daß nicht die Mächte, die großen Kolonialbesitz haben, sich durch tolle gegen unseni Export abschließen?(Sehr richtig I rechts.) Der inweis des Abg. Frohme auf das internationale Recht war wohl in dem jetzigen Augenblick mit Rücksicht auf das Vorgehen Englands am allerwenigsten angebracht. Man nennt diejenigen, die für die Flotte eintrete», Wasser- enthusiasten und Kathederniarinisten und meint, daß nur die Interessen einiger Großindustriellen in Frage kommen. Es ist nicht richtig, wenn man unser selbstloses patriotisches Eintreten für die Flotte so bezeichnet. Uns liegen die Gcsamtintcrcsscn des Volkes am Herzen. Auch die Vertreter der Landwirtschaft werden, wenn auch die Landwirtschaft weniger Vorteile von der Flotte hat. doch ihren patriotischen Enipfiiidnugen entsprechend für die Flotte ein- treten. Wenn sie sich gegen die Kanalvortage im Abgeordnetenhaus wandten, so lag das daran, daß sie meinten, die technische Frage, ob der Bau von Kanälen oder Eisenbahnen wichtiger sei, werde besser durch eine Enquete gelöst, als in den Bureaus der Ministerien, oder in politischen Kommissionen. fällig. Das uenut mau beim Mühlespicl Ztvickmühle lliib aus diesem Spiel konnneu wir gar nicht heraus, wen» wir die Vorlage aniichlucn. Gcgcit eine gesetzliche Festlegung des gmizcil Flotlcnplanö muiK'n wir uns ganz entschiede» wende». Etwas andres ist es. wcuii die Mariiicbertvaltiiiig ims einen Plan vorlegt. cttvaS andres die gesetzliche Festlegung des Plans. Gegen diese müssen wir um so eutichredeiier sei», als es jetzt ganz klar ist. daß es sich hier»m eine ciuscitigc Bindung dcö SlcichStagS handelt. Früher war die Regierung selbst gegen die gesetzliche Fcstlrginig. Es hieß, man koniite dadurch abgehalten werden, den Acliderungeu der Technik durch Aendcrniigen � der Gesetzgebung so rasch zu folgen wie cS notlvendig ist. Für die Notwendigkeit der gesetzlichen Fcstlcgnng werden verschiedene Gründe angeführt. ErsiciiS heißt es, die Werften müssen sich von langer Hand auf tolche Bauteil einrichten köiine». Ans der Deilkschrift ergicbt sich �bcr, daß die Pnvativcrften sich längst eingerichtet haben, schon vorder Vorlage. Ferner meint mau. das nötige Personal müsse erst vorbereitet werdcu. Nun, wenn man jetzt in allen Schulen auf die Bedeutung der Flotte hiiiivcist und Flotteubilder aushängt, da wirb es doch möglich sein, jährlich 50 Kadctlcn mehr zu gewinnen. (Heiterkeit. Sehr richtig! links.) Gerade im Gegenteil ist zu bc furchten, daß der Handelsmarine zu viel Mannschaften rnt- zogen werden. � Das Rcichs-Marincaint bestreitet das ja, aber die Haniburgcr HaudelSkainuier hat zugegen, daß sich ein Mangel„N tuchligeu.Tcckoffiziercn, Matrosen und Steuerleuten siihlbnr macht.— Es wird weiter gesagt, die Hafeuoautcn, Tockaulagen koiiiiten nur bei gesetzlicher Festlegung der Flottciivermehnmg er« Alt- weiten werden. Andrerseits wird aber zugegeben, daß solche lagen bereits jetzt reichlich vorhanden sind.' Endlich führt man als Grund für die Festlegung des Plaues all. wie ein einmütiger Br Ichluß des Reichstags geeignet sei, das Anseben Teutschlands zu lteigeru. Damit schneidet mau ja aber gerade für die Folgezeit den Bciveis der Einmütigkeit ab. Allerdings, man will das Eise» ich miede», so lauge es trariu ist, und de» Reichstag in Banden schlage», aus dcucil er nachher nicht nichr hcrans kann.(Sehr richtig I links.» Noch lbvL ist der Ee- danke der Festlegung vom Rcichölaiizlcr und allen Staats sckrctäreu lind Admiralen eiilschieden zurüngetvicien werden. Herr >e.ilpitz brachte ihn erst aus Lsiasien mit.(Heiterkeit.) Ter Eednulc ist geboren aus dem Mißtrauen gegen den Reichstag, weil 1897 �die außerordentliche Steigerung des Lxtra-Ordinariums von 39 auf 79 Millionen Widerspruch erregte und vovt Reichstag auf 28 Millionen herabgesetzt wurde. Kein andrer Staat keiint ein solches Aerernar. (Sehr richtig! rechts.) Auch Herr Hollmann, der Vorgänger deS Herrn Tirpitz, har sich übrigens ganz entschieden gegen eine solche geietzliche Festlegling des FloltenplanS ausgesprochen. Herr Holl- niaini sagte, ivas in zehn Jahren»otwendig ist, tanu ich im vörauS gar nicht sagen. Jetzt soll sogar die Art des Ersatzes auf>9 Jahre fesigclcgt werden. Wir sind für eine solche gesetzliche Fesilegung ilicht�zil haben. Für uns kommt nur die ctatSmästige Bewilligung in Bc- tracht. Wir sind. nicht gegen jede Bcrmehruug der Flotte. Das, würden tvir für einen ganz verkehrten Staudpnnlt halten. Schon t 887 haben ww bewiese», daß wir auch für Hecresverftärkunge» zu haben sind, und jede» Mann und jeden Grvswcnl bcivilligr. Bei der letzten Artällcricvermchruno haben tvir überhaupt kein ÄnfhebcnS gemacht. Schon 1898 habe ich ausdrücklich gesagt, daß es uns gar nicht darauf ankommt, über de» jetzigen Bestand hinaus neue Schisse zu bewilligen. Also man bleibe uns mit dem Einwand fern, wir ivollten gar keine Flotte.(Sehr gut, bei der freisinnigen Volksp.) Nun hat man uns ivicdcr mit der B l o ck a d e g e f a h r graulich zu machen gesucht. Man stellt cS so dar, als könnten wir ausgehungert werden. Der LandivirtschaftSminister hat im preußischen Landtag erst neulich die Gefahr»weit von der Hand gewiesen. Warum hat mau die Bloökadegefahr denn durch die Bewilligungen von 1808 für beseitigt erklärt i Ich meine, wir brauchen heule nicht ängstlicher zu sei» als vor 2 Jahre». Weil» auf Euglaud hiugewicseu tvird t-.ud unsre Bündnisfähigkeit, so frage ich: sind tvir nicht heute schon mehr gesucht, als uuS lieb ist?(Sehr richtig! links». Ein Bündnis setzt Uebereilistimmmig der Interesse» voraus. Deshalb scheint mir ein Bündnis zwischen nuS mid Rußland auSgcschloss e». Rußland ver- schließt seiuc Thür für unsre Produkte, Euglaud hält sie offen. Kombi- nalioneii, die auf einen Krieg gegen England hinauSlaufelt. müssen den Dreibund sprengen, denn Italien in auf England im Mittel- meer angewiesell. Der Regierung tvird schon hellte bange vor der Hetze gegen Englaiid. Wir finden in osfiziösen Blättern Warnultgcn vor der Hetze gegen England, ivie wir sie vernünftiger selber nicht schreiben lönuten.(Heiterkeit links. Lachen rechts.) Man lvcist hin aus den englischeit Imperialismus. Hüten wie uns, das- wir nicht selber Imperialiften werden.(Lebhafter Bei- fall links.) Lassen wir uns nicht durch Stichworte einsangen. Zuerst war die Rede von deutscher Wclttzolitik und dann hieg eö ein größeres Deutschland, schließlich Weltreich imd wir sahen, wie die Alldeutscheu schon daran gingen, die Grenzen dieses Weltreiches in Klcinasieii. Änrocco usw. abzustecken.(Heiterkeit links.) Ans dem Begriff Weltreich aber entivickelt sich der Begriff Welt- Herrschaft, nnd da die andern Länder sich dies nicht gut gefallen lassen, komme» tvir zum Weltkrieg. Ach, das ist ein Irrlicht, das die Politik in den Sninpf führt.(Lebhafter Beifall links.) England »»acht böse Ersahrnngcu mit dieser WeltmachtSpolitik,»nd Frank- reich hat unter den Napoleoniden im Verlauf dieser WeltmachlSpolitik Elsaß und Lothringen verloren. Es handelt sich vor allein um die Stinummg. die jetzt immer weiter mit sich greift mid unS schließlich iit eine Richtung führen muß. die wir nicht verantworten können. Ich resümiere mich. Wir»halten nnS keineswegs Präjudizien durch meine Ausführungen. Wenn sich infolge der bisher traditionellen Politik nämlich zum Schutz des Handel» seiner Zeit das Bedürfnis nach mehr Kriegsschiffe» ergeben sollte, so iverdeu ivir nach Maßgabe der vorhandenen Mittel im Wege der Etatöbcratung eine Bcrmehruug eintrete» lassen. Aber aus Gründen filiau- ziellcr, konstitutioneller nud politischer Natur ist cS unuiöglich. aus die Grundlage des vorliegenden Entwurfs zu trete».(Lebhafter Beifall links.) Staatssekretär Tirpih: Aus die Details in der Rede des Herrn Richter wird sich besser wohl in der Budgetkommission eingehen lassen, dort siebe ich Herrn Richter zu Dienste». Ich empfinde jetzt nur da» Bedürfilis, meinen Standpunkt in der gauzeu Frage»och mehr hervortreten zu lassen. Es ist so dargestellt, als hätte ich vor zlvei Jahren die jetzige Flotte als Großmacht bezeichnet, während ich jetzt der Ansicht sein soll, daß Bedeutung �(Pause.) lieber diesen Punkt sind wir allerdings andrer Meinnng geworden.(Gelächter links) Die Florte reicht in militärischer Hinsicht nicht aus für die Gcsahrcn. wie wir jetzt erkannt habe». t;ch gebe ja zu, daß es ein nnglücklicher und mißverständlicher Ausdruck war von mir, als ich sagte, unsre Flotts sei jetzt stark genug, daß auch eine große Seemacht Bedenken tragen würde, offensiv gegen uns vorzugehen. Ich habe damit nicht sage» wollen, daß unsre Stärke a»6rciche»d wäre(Gelächter links), um auch den Krieg mit der stärksten Seemacht nicht zu fürchten. Wir haben in der Bndgekommission die Frage eingehend behandelt. nnd Herr Richter hat iin Plenum selbst konstatiert, daß eine Flotte von t l.2< bis t�/efacher Stärke zmn Angriff erforderlich wäre. »Pauic.) Zahlenmäßig betrachtet ist nnsrc Flotte nach der gegenwärtigen Novelle immer noch schwach au Zahl. »Große Unruhe links. Zwischenrufe: Da habe» wir'«».) Ich meine, unsre Flotte ist immer»och nicht so stark wie die andern Flotten.(Stürmiiches Gelächter links.) I» der Begründung sind leine Perspektiven der Art enthalten, wie sie Herr Richter gezogen hat. Wir stehen ans dem Standpiinkt. daß eine gut organisierte kleine Flotte die Gefahren, die uns drohen, zwar nicht beseitigt, aber mildert. Natürlich nur dann, wen» sie organisiert ist.(Gelächter links.) Notwendig ist es. das Ziel der Organisation sestznlegen mid die einzige Möglichkeit hierzu ist die gesetzliche Zuslimmmig zu diesem Ziel. Es ist»ehr wohl möglich, daß die Details sich ändern, aber die verbündeten Regierniigen meinen, daß das organisatorische Ziel sich nicht so ä n d e r n wird, daß man deshalb von einer F e st- leg ii n g absehen sollte. Diese Festlegling des Ziels ist nun Herrn Richter nicht genehm. Er lagt, daß er der Marine an sich freundlich gesinnt sei. Bis jetzt hat die Marine von der Fremidichasl deS Herrn Richter nichts empfunden.(Sehr richtig! rechts.) Jeder Deutsche, von der Nordsee bis zu den Alpen, der irgend welchen politischen Einblick hat, ist der Ansicht, daß Herr Richter sei» reiches Talent und seine große Arbeits kr ast eingesetzt hat, lnii unsre Marine so klein zu halte», wie sie- jetzt ist, d.!), nach»nsrcr Ansicht ivchrloö zu machen.(Lebhaftes Oho!. linls.) Ich möchte von Herzen wünschen, daß die Geschichte nicht einmal über diese Tbätigkeil des Herr» Richter, die von Erfolg ja nicht bc- gleitet war. ihr Urteil zu fällen hat.(Schüchternes Bravo! rechts, Lachen links.) Abg. Riekert(frz. Lg.): Liberalen Männern, die der Ansicht sind, daß wir ebenso wie eilt starkes Heer auch eine starke Flotte haben müssen, sollte nicht der Liberalismus abgesprochen werden. Ich verlange, daß man es uns nicht verdenkt, wenn wir Ja sagen, daß man nicht gegen»nS hetzt. uns nicht als Liebediener verdächtigt. Wir crrcnne» an. daß sich die internationalen Berhälmissc seit Ä Jahren vollständig verändert haben,(Bravo! rechtst nnd daß die Regicrnng in lieber- einstimmilNg mit der großen Majorität des deutschen LollS recht hat, weit» sie eine Perstärkung unsrer Flotte für erforderlich hält. Gewiß ist in der Flottenagiration manches verfehlt nnd manches tadcinsivcrt. ober die Zierden der Wissenschaft, die sogenannten Flotteiiprosessoren. haben dos volle Stecht, mit ihrer Meinung auf den offenen Markt zu tretcnl 2rJ Handelskammer», au der Spitze Bremen und Hombneg. haben ihrer Ucbcrzenguiig von der Notwendigkeit einer Berstärknng der Flotte im Jiiteresic des Handels AltSdmck gegeben. Sic find kompetente Beurteiler. Diese miste allgemeine Ziisiiininnng zum Gesetz bedeutet natürlich nicht, daß wir alle Einzelheiten des Gesetzes unbesehen annchnien. Da behalten wir nn? die Entscheidung vor. Trotz aller Ablenginingen bin ich der Ileberzengnng. daß so wie tvir auch viele Mitglieder der frei- sinnigen BolkSpartet im Lande deuten. Die Biiiditiig. die die Herren von der Linken in der Vorlage sehen, kann ich in ibr nicht finden. Die Liegiernng will ein deklariertes Prvgrainin bewilligt haben, nin es nach außen hin tvirksam benutzen zu tonnen. Einem solchen Programm können wir zustimmen. Deutschland ist reich genug, um auch vermchrte Floltenforderimgcn bewilligen zu köiincw Erfreulich ist es. daß mich die Konservativen zu« 'tiimneii trotz der Not der Landwirtschaft. Die Herren werden mir ihrer Agitation hoffentlich vorsichtiger sein, nachdem sie gestern Herrn Hilpert gehört haben. Diese Agitation des Bundes der Landivirtc innß ja zn dem Nein sübren. In der DclknngSfraxe stimme ich mit Herr» Schädlcr überci». Ich stehe mich ans dem Ctandpimlt des Abg. Lieber, de» wir diesmal chmerzlich vcrtnisseir nnd dessen Wicdergcilksnng wir ansrichlig wüusckicn. daß die starken Schultern herangezogen werden müssen. Mir scheint eine Bcrinögcnsstcitcr von gewissen Sätzen ab die zweckmäßigste Heranziehung zu sein. Tic Deckungsfrage muß jeden- fall« gelöst werden. Ich kann dem Grafen Arnim darin nicht beistimmen, tverm er sagt, wer die Tcckimgssragc in den Vordergrund schiebt, will die Flotienvorlagc nicht. Eine starke Flotte wolle» wir. denn sie wird den Frieden sichern, nicht ivie die Svcialdcmokrate» sogen, Tenischland in kriegerische Konflikte verwickeln. Deutschland wird trotz einer große» Flotte andre Völker in ihrem Seldstbestiinminigsreehr nicht stören. Die Arbeiter haben ancki Borteil von der Flotte und es giebt auch soeialdeinorratische Arbeiter, die sich der Notwendigleit einer starken Flotte nicht verschließen können. In meinem Wahlkreis ist ein Arbeiter von durchaus socialdemokratischer Gesinnung für die Flotte eingetreten. Der Mann hat eine» Vorzug. Er folgt nie der Parole der Partei(Lache» bei den Soeialdemotrateu). sondern hat sich stets eine sehr selbständige Meinung bewahrt.»Erneutes Lachen) Auch Kollege Auer stand ja in' dem Verdacht der Flotlrnireundlichleit Ich ver- weise auf Seite£08»nd 280 des letzten Parteilagsprotokolls. Er hat zwar nur von Flottenbeivilliglmgcii gesprochen, ivenn seine Partei einmal am Ruder ist. aber er nebt doch in dem Stils der Siechuimgslrägcrci.»Abg. Auer nickt. Große.Heiterkeit.) So lange bis Herr Auer und seine Frennde am Ruder sind, tömirn ivir nicht tvnrten. Wir hoffen, daß ans der Kommission eine Vorloge heraus- kommen wird, die in ihrem Inhalt nach außen zu imponieren geeignet ist.(Lebhafter Beifall bei der Freisirniige» Vereinigung, den National- liberalen und rechts.) Abz. Motty(Pole) erllört sich namens seiner sämtlichen Freunde gegen die Flotten- vorläge. Die Kosten ivachsen ins lliigemeffene. Die polnische Landtvinschaft kann sie nicht mehr rnigen, denn ihr schadet die ganze Politik, der polenfcindliche Kurs. Sind doch die Ansiedlmigs- Koni- Missionen nur zu dem Zwecke in Thätigkeit, den polnischen Bnoer» nnd Arbeiter von der Scholle zu verdrnilge«, ihn arvcits- und erwerbslos zu machen. Abg. Liebermanu von Zonncnberg(Antis.): Eine eingehendc Pnifiliig der Vorlage ist gerade diesmal bc- sonders angezeigt. Wir hoffe», daß die Regicrung auf die be- rechtigten Wünsche der VolkSucrtretnng eingehen tvird. Mau kaini die Wennehrung der Flotte für notwendig halten, aber der gegenwärtigen Vorlage doch mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber- stehen. Iii der Flottcuagitativn mag sich Ztrcberei, Byzau- tinislnuo nnd nacktes Geschäftsinteresse in den Mantel der Flottenbegeisterimg hüllen. ES läßt sich andrerseits nicht leiigtien. daß gerade die politischen Vorgänge der letzte» Zeit eine mächtige Betvegung im Volk entfesselt haben, die in der Flottenvermehrnng vorwärts drängt. Besonders begeistert ist die stlidtcrciide deutsche' Jugend. Zu schwärmen ist ihr gutes Siecht, wir aber müssen nüchtern und kühl bleibet!. Unsre Zuluint mag auf dem Wasser liegen, die Nährlvurzcl» der Gegenwart aber liegen in der deutschen Atterkrume» in dem lebendigen Grcnzwall der deutschen Bauer». Ihnen gehl es schlecht, gedrückte Getreidcprcise und die Leutenot bedrängen sie. Das Verhalten der Regierung zur Laudwirlschaft hat liefeS Miß- trauen i» diese patriotische» Kreise getragen, so daß es nicht wundernehmen kann, wenn sie»ein sagen. Es wäre� furchtbar. wenn die deutsche Landtvinschaft aus Patriotisnuls für die Flotten- Vermehrung gestimmt hätte und es dann erlebe» müßte, daß die Caprivische Politik gilt: Deutschland muß ein Industriestaat werden. Und es liegt ans der Hand, daß die Flottenvermehrung eine» Anreiz bildet, Jnditstrie und Handel zn begünstigeii. Solche Be- fürchtuugeu erschweren allen denen, die in der Erhaltlinz des Bauernstandes eine Lebensfrage für Dentschland sehen. es anßerordelillich, mit freudigem Herzen der Vorlage zuzustimmen. Diese Zustimmung könnte die Regierung erleichtern, tvcnn man das jetzt in der Kommission steckende Fleischschan-Gesetz zwischen der ersten nnd ziveitcn Lesung der Flottcnvorlage im Plenum zur Entscheidung brächte. Da könnte die Regierung beweisen, daß ihr ivirklich am Schutze der Landwirtschaft gelegen ist.(Abg. Dr. Müller-Meiningen: Lesen Sie doch nicht Ihre Rede ab! Heiterkeit.) Ich lese nicht ab. Ich denke, ich habe dem Reichstag bereits den Beweis geliefert, daß ich frei sprechen kann. Möge der Herr nur für sich selber sorgen nnd alles andere dein Präsidenten überlassen. Und noch einen iveitercn Betveis kaini die Regierung geben. Bon den beide» Projekte» Kanal und Flotte imiß eins zurückstehen. Beide sind zu kostspielig und da ist eS klar, daß der Kanal weichen muß.(Lachen links.) Die Regierung hat die Zaubermacht, die Stimmung sofort zu ändern, wenn sie erklärt, das Kanalprojekt ven'chwindct ans 29 Jahre von der Bild- fläche. Und ein dritter Beweis ist zu geben. Wir müssen sicher wissen, daß die deutsche Landwirtschaft durch die kommenden Handelsvcnräge vor der Konkurrenz des Auslands geschützt wird. Aber bis die Handelsverträge abgeschlossen sind, vergehen noch Jahre. Bielleicht findet sich in der Kommission eine Möglichkeit, durch eine derm-tige Gestaltnng des Gesetzentwurfs, die auch die Getreidezöllc hineinzieht, Beruhigung zu verbreiten. Entscheidend ist aulh für uns die DecknngSfrage. Ich fürchte, die Vorlage ivird daran scheitern, wenn cS uns nicht«telingt, mit der Regierung feste Vereinbarungen darüber zu treffen, wie die Jahrcsköstcn a'nfzubringe» sind. Wir sind gern bereit, die Last ans die lcisiiingSfähigcn Schultern zu legen niid erwarten ent- sprechende Borscktläge der Linken. Sticht»ur gegen die innere sondern auch gegen die äußere Politik der Regienuig und sogar noch mehr herrscht Mißtraue» im Lande. Tritt man für die Flotte ein. so wird einem im Lande entgegengehalten:„Wird denn diese Regierung die neuen Schiffe auch entsprechend venvendcn?" Mau thnt alles, man redet gut zu. man sagt, die Regierung ist nicht ewig.(Heiterkeit.) Im Laude ist man nicht erfreut von der Allcrwcltsfrcmidschast»nsrer Politik, die dazit führt, daß jeder uns mißtraut. Der einzige Trost ist, daß nichts beständiger ist als der Ministcrivcchsel. Leider aber bleibt als bleibender Pol Herr Viktor Schwemburg.(Heiterkeit.) Redner onttvickelt deS längeren, tvclche Politik ein ivahrhafl großer Staats- mann treiben müßte. Sie soll in einer Marinekonvention mit den niederdeutschen Stanmiesgenossen, den Holländern bestehen, deren Kolonien dann als Stiitzpinikt zu dienen hätten. Der Kommission steht eine schtvere Arbeit bevor, aber die Hoffnung ans guten Ausgang ist nicht auszugebeii. wenn auch Herr Schädler erklärt hat,' daß in dic'er Form' nnd in diesen, Umfange die Vorlage n»- ninichmbar ist. Skitn, gegen die Form wenden sich die Redncr aller Parteien. lvaS aber den Umfang betrifft, so kann ja leicht ge- holfen werden. Man braucht ja nur ein Schiff mehr zn ver- langen(Heiterkeit), oder ähnlich wie bei den berühmten 7099 Mann beim Präsenzgesch etwas streichen. Redner crtlärt sich für jährliche Schiffsbewilligtingeii. weil»tan dann bei den Handelsverträgen die Regicnmg besser in der Hand hätte. Wir werden nnserc nationalen Pflichten nicht außer acht lassen, aber auch dahin streben, die Wurzel» , nnrer. Kraft in der heimallichen Erde vor dem Verdorren zn schützen. (Beifall rechts.) Abg. Tmalaklis(wildkons.. Lithaner) verliest mit ErlaniniS des Präsidenten, da er der deutschen Sprache nicht vollständig mächtig ist. eine Enlärmw. die ans der Tribüne wegen der leisen S limine de» Sprechenden fast uuverstniidlich bleibt. Nach de» Bravorufen rechts scheint er sich für die Vorlage ansziisi rechen. Hierauf vertagt das Hans die Weiterberatung auf Sonn- abend 1 Uhr. Schluß ö3/« Uhr._ An die Krankenkafsen Deutschlands! Zluf den» Kongreß der Krankenkassen Deiitschlauds. ivclcher am 27. n. 28. Mai 1800 im Anschluß an den Tubcrkitlose-Kongreß tagte, ivnrde von den aiiiuescqden 330 Delegierte», ivelchc 37k Ärantemcissen mit nahezu 2 Millionc» Versicherten vertraten, mit erdrückender Mehrheit die Bildung eines losen,„namentlich für die Beeinflussung der Gesetzgebung stets bereit zu haltenden Verbandes' beschlossen. Auch darüber herrschte Einverständnis, daß der miterzeickneten„Central- kommisfion der Krankenkassen Berlins' die GeschäftSleitimg dieser rganijation übertragen iverden sollte. In Ausführung des damals gegebenen Auftrages ivoudet sich heute die»nterzeichiicte Kommission an alle Krankenkassen Deutsch- lands mit der Aufforderung, etwaige Wünsche betreffend eine Sieform des Krankcuvcrsichcruligs- Gesetzes ihr baldthinilichst zu übersenden. Soweit eS sich dabei um Abstellung von Ucbclstäuden handelt, welche sich bei der Handhabung deS Krankenversicherungs- Gesetzes ergeben haben, wird es erforderlich scin, nicht allein die Wüu>chc zn' foniutlieren. sondern auch die betreffenden Erfahrungen in möglichst ltwppcr Form zu schildern, und cttva vorhandenes statistisches Material zur Begründung der Wünsche zur Versügmig zu stellen.— Sehr wünschenswert wären z. B. genaue Angaben über die Bc- lastling einzelner Rassen durch die Bchaildluiig der Unfallverletzten während der ersten(13) Wochen, und zwar: 1. über die absolute Höhe der Belastung. 2. über das prozentuale Verhältnis zur Gesamtausgabe der Kasse, 3. über die Zahl der Verletzte»(absolut und Verhältnis zur Gesamtzahl der Kassenmitglicdcr» 4. über die durchschnittliche Dauer der durch Unfälle bedingten Arbeitsunfähigkeit. Stach Mitteililiig der Regierungsvertrcter wird nach Erledigung der UiifallvcrsicherungSnovclle dein Reichstage eine Skovelle zum Kranteilversichcrungs-Gesetz zugehen. ES darf aber nicht wieder vorkommen. daß wie e« bei der Jnvaliditälsgesetz-Novellc der Fall war, gerade die Wünsche der versicherten Arbeiter»tigehörl bleibe». Des- wegen müssen wir rechtzeitig ans dem Platze sei», müssen olle Hebel in Betvegung setzen, uin auf Volksvertretung und Regierung Einfluß zu geivüineu. Von allen ArbeiterversicherungS- Gesetzen ist ja das Kra'likenkassengesetz für die arbeitende Bevölkerung unstreitig das wichtigste und deswegen gilt es erst recht, alle Kraft daran zu setzen. damit ein Werk zu stände komme. tvelckies den versicherte» Arbeitern zum Borteil gereicht. Wir bitten zugleich, uns das Material möglichst frühzeitig, spätestens bis zum 42. März 1099 rinzusende». Die Sichtung und Bearbeitung desselben wird doch, namentlich wen» Stückfragen odcr gar Umfrage» bei allen Krankeilkassen notlvendig werde», viel Arbeit machen und daher auch geraume Zeit erfordern. Und des- wegen gerade wird eS notwendig sei», möglichst früh zu beginnen. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck dieies Änfruss gebeten. Die Centralkouiniissio» der Krankenkassen Berlins. I. A.: E u g e» S i m a n o w s l i, Vorsitzender, dl. Hochstr. 46. roitlcrii» zsiibcrlicht von, g. Februar 1999. iiiorge»»« Uhr. Stationen Z« i«5 £9- 1 ü 5 s? tbcUci SwNltMd« Hamburg Berliil ZLiesbaden Mlincheu Wien 763 SA 764 K 765 W 762 R 7äS NO 763 Still I Zheiier 1 fielt« l'SJcbcl 2'hlb.bcd. 5 bedeckt -bedeckt oZ -» -6 — 6 — 5 -3 -3 -1 öiailonen Z- KZ Z " I Hat'aranda PeierSbnrg Cork Adcrdee» tzarw 7S6 NNO 726 OSO 7S0NNO 7Kl W 760 NO ! z-- Weiler i U , c a _]£!> -7 i 2 —9 — 3 2 bedeckt, 3 Schnee 4 Nebel Shlb.b-d li-hlb.bed. «Leiter-Prognose snr Sonuadenb. den 19. Februar 1999. Etwas gelinder, teils heiler, teils nebelig bei schwachen siidwestUchett Winden; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetlerbnreau. Kür fecn Inhalt der Inserate tiberniinnit die Nedattion dein Publiknin gegenüber keinerlei Verantwortung. Tlzvntvv. Sonnabend, 10. Februar. LpernhanS. Cavalleria rnsticana Bajazzi. Ansang 7'/, llhr. Schauspielhans. Die Iimgsrau von Orleans. Anfang 7>/, Uhr. Dentsctics. Schluck und �Zau. An- sang 7l/z Uhr. Lessing. AlS ich wiederkam... Anfang 7>/z Uhr. Berliner. Das deutsche Jahrhundert. Anfang 7>/2 Uhr. Neues. Nackte Kunst. Anfang 7'/.. Uhr. Schiller. Fröfchweiler. Anfang 8 Uhr. Weste». Der Waffenschmied. Hierauf: Die schone lÄalalhce. An- sang 7-/z Uhr. Thalia. Im Himmelhos. Anfang 7t/, Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 71/2 Uhr. Luisen. Auf goldenem Boden. An- sang 8 Uhr. Central. Die lleinc Excellenz. Ans. 7V, llbv. Carl Weift. Die Jagd nach dem Gliick oder: Die Diebin. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Notläppchen. Bcllc-Zllliance. Freund Fritz. An- fang 8 Uhr. Victoria. Berliner Bilder. Anfang 8 Uhr. Friedrich Allein 8 Uhr. Nachm. 4 WilhelmstädtischcS. in Londou. Ansang -------. Uhr: Kindervorstellung: Hänkel und Bretel. Wketropol. Specialilätenvorstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borslelluiig. Im Reiche dcL Jndra. Anfang 7>/, Uhr. Palast. Specialitätcn- Vorslellnng. Der selige Zwiebclman». Anfang »V, Uhr Reichshallcn. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage- Panoplitnui. Spcciali- tälen-Lorslellung. Urania. Jnvalidenstr. Täglich abends von b— l» Uhr: Stcniwarle. Tanbrnslraste AkendS 8 Uhr:„Von den Alpen zum Beiuv". Im Hörsaal: Ptos Dr. Müller: ..NatnrwissentschasllicheS auS dem eignen Heim-. SchilltrAjtliter tWallner- Theater). Sonnabend, a b e u d s 8 U h r: Tr'ii�ckrvvilor. Schauspiel in 4 Akten von H. v. Wcntzel und Fad. Runkel. Sonntag, nachmittags li Uhr: 7. Lorstcllnng im Schiller. Lucius: Viv �unxt'ruu von Ovlcaaa. A b e» d s 8 U h r: In Behandlung. Montag, abends 8 Uhr: Der zerbrochene Krag. Hierauf: Aniphltryon. CCrntfal-dicntci' Direktion: Jo»e Ferenezy. Die kleine Excellenz. Operette in drei Akten von Richard � Hellberger. Ansang 7V, Uhr: Morgen niid folgende Tage: Die kleine Excelleuz. Sonntagnachillittag Z Uhr zu halben Preisen: Ber Bettclstndent. Operette von C. Millöcker. Dil. Knacks Theater, Brnnnenslrahe 16. Heute, Sonnabend, den 10. Februar: >Vegen PrivatfeMtlichkeit keine Vorstellung. Sonntag: Groste Extra-Theatcr-Borstclluug. OsR'I'TVeiss.IItesiel' Gr. Frankfnrterstraste IliL. Heute» a ch in l t t a g 4 Uhr: fflnllvr-Voretellung. Botkilppchen, Kl. Preise: Galerie 10 Pf, II. Parkett und II. Rang 20 Ps, I. Parkett von der 17. Reibe und I. Rang Z0 Pf., I. Parkett 50 Pf, Loge 60 Pf. AbendS 8 Uhr: Bio.Jagd nach dem Glück oder: Die Diebin. Thalia-Theater. Tel. AmtIVa 6440. Dresdenerdr. 72/73. Täglich: Riefenlacherfolg k Zum 50. Male: Im Hinttnelhof. Thomas, Thielscher, Helmerding, Junlerniann. Paulmiiller. Ansang 71/, Uhr. 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Kreuziget ihn!" �„Verbrennen ist leichter, denn widerlegen!" VII. Bild:[62/3 Apotheose: Sieg; des Meiischeiituiiis. Dichtung, vorgetragen von C. 51. Sciivola. Kostüme aus dem Atelier von B. Schröder, Passauerstr. 3. Anfang 8 Uhr."IS® Billcis a SO Pf. erhalten die Mitglieder in den Billetstellon der Freireligiösen Gemeinde. Nach der Aufführung: Geselliges Beisammensein._ Das Komitee. Kvanevei Germania AKtienges. in vn. 70 eigenen Lokalen Bockbier Ii» Iii in PI. Ys Tonne 3.50. 1 Flasche 4/io Filter 10 Pf. 15 Flaschen 41o Liter 1,50 3031 L* frei Haus. • Telephon Vit«845. Cirkus Busch. Heute, Sonnabend, den 10. Februar, abends 7>/z Uhr: High Ute Evenlng. Neues Piögramin! Herr Bnrgharilt- Foottlt mit sei», her. russ. Dreigespann. Riescnsprülige: Sprung über einen höh. Elefantc». Die iveiste Dame. dlemiette a cheval. Der Feuerprinz Mr. Rivalli. Die Mattveef-Akrobatm- Tronpe. Z. Schlich: Die Gamorra. 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Die MeiznUe Krilükeu-«nd Unsgllverßcherllllg. Zürich, anfangs Februar. Auf das don 115 000 stimmberechtigten Bürgern gestellte lllcfcrenduuisbcgehre» hat der Bundesrat in Bern die Volks- abstimmung über da? Gesetz betreffend die Kranken- und Unfall- Versicherung auf Sonntag, den 20. Mai festgesetzt. Im Gegensatz zu der Behandlung anderer NcfercndumSvorlagen, um die der Kampf mit Wort und Schrift erst einige Wochen vor dem AbstimmnngStage ernsthaft geführt zu werden Pflegt, wird derKampf um dieVersicherung's- Vorlage heute, wo uns noch fast vier Monate vom Entschcidungstäge trennen, schon in allen Teilen des Landes gesührt. Das Vcrsicherungs- geseg hat in den verschiedenen Interessentenkreisen neben vielen Freunden auch zahlrcichesFcinde, und eS werden sich daher die erfteren alle Blühe geben müssen, um daS Gesetz in der Bolksabstimninng zu retten. Allerdings, wollte man ans der am 26. Oktober 1890 über die Aufnahme deS Vcrsicherungsartikels in die Bundesvcrfassnng stattgefundcncn Volksabstinunung einen Schluß auf die Abstinnnnng über das Versichcrungs-Gcsetz ziehen, so wäre dessen Annahme sicher, denn der Verfaflnngsartikcl wurde mit 283 223 gegen 92 200 Stimmen angenommen. Das vorliegende VersichcrungSgcsctz mit seinen 400 Artikeln und einem Anhang von 162 Druckseiten des„Schweizer Bundcsblatts" erinnert beinahe an das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch. Das Gesetz zerfällt in 4 Hauptabschnitte: Kranken-, Unfall- und Militärvcrsichenmg sowie UebergangSbcstiminnngcn. ES statuiert den Versichernngs- zwang bezüglich beider Vcrsichernngcn und zwar für alle unselbständig erwerbenden Personen beider Geschlechter, welche auf schweizerischem Gebiet in inländischen Betrieben arbeiten, sowie für sämtliche Dienstboten von inländischen Dienst Herrschaften, vom zurückgelegten 14. Altcrsjahre an und in- sofern nicht die Beschäftigung auf einen Zeitraum von weniger als einer Woche beschränkt ist sTaglöhner. Taglöhnerinuen, Dienst- Männer zc.); ansgenonnncn von der Versicherungspflicht sind die selbständigen Hausindustriellcn. was wir aber nicht als einen Vorteil des Gesetzes, sondern als einen Nachteil desselben ansehen. Da- gegen erstreckt sich der VersichernngSzivang auch auf alle ösfentlichen Betriebe resp. ailf die Angestellten und Bediensteten der öffentlichen Verwaltungen mit Ausnahme derjenigen. deren JabreSgehalt mehr als 5000 Franken beträgt oder deren Anstellung einen vorwiegend öffentlich-rechtlichen Charakter besitzt. Elftere Ausnahmebestimmung gilt auch bezüglich der höheren Angestellte» von Privatbetrieben. Ans die Tagelöhner. Dienstmänner zc. kann die VcrsichernngSpflicht durch den VersichcriingSkreis sder meistens mit der Gemeinde zusammen- fallen wird) ebenfalls ausgedehnt werden, desgleichen auch auf die selbständig erwerbenden Hausindustriellcn. Den Krankenkassen können ferner nichtversichcrungspflichtige Personen als Mitglieder beitreten. Es werden öffentliche und freie oder eingeschriebene Kranken- kaffcn unterschieden. Erstere sind die Kreis- und Betriebskrankcnlnssen. die das Recht der juristischen Person besitzen, wie übrigens auch die eingeschriebene» Kassen. Doppelmitgliedschaft bei öffentlichen Kranken- lassen ist untersagt. Die erworbenen Ansprüche an eine Krankenkaffe bleiben noch vier Wochen lang nach dem Austritte eines Mitgliedes bestehen: sie fallen jedoch dahin, wenn dasselbe während dieser Zeit in eine andere Krankenkasse eintritt. Die freiwilligen Mitglieder können volle oder teilweise Vcr- sichcruug nehmen. Die Vollversichertcn besitzen ebenso wie die obligatorischen Mitglieder Anspruch auf Krankenpflege nnd Äraukcu- geld. die Halbvcrsicherten lediglich auf Krankenpflege. Als freiwilliges Mitglied muß jede Person von der Kreis- Krankenkasse anfgenommcn werden, die gesund und noch tischt 45. aber über 14 Jahr alt ist. Von den frenvilligen Mitgliedern kann ein Eintrittsgeld von höchstens 25 Fr. für Halb- uiid von höchstens 50 Fr. für Vollvcrsichernng erhoben werden. Tie Leislimgen der öffentliche» Krankenkassen bestehen in der unentgeltlichen ärztlichen Behandlung und Arznei sowie andrer Heil- mittel tuid der Tragung notwendiger Transport- und Neisckoslcn, ferner vont dritten Tage der Erkrankung an in einem tägliche» Krankengelde von 60 Proz. des Tagesverdienstes, das jedoch im Falle gänzlicher Hilfslosigkeit durch die kantonale Aufsichtsbehörde nach Anhörung des Kasicnvorstandes auf 100 Proz. erhöht werden kann. Außerdem ist die Bundesversammlung befugt, daS Kranken- gcld allgemein auf 66� 3 Proz. des Tagesverdienstes zu erhöhen, welcher Beschluß dann für alle Krankenkassen verbindlich ist. Die llutcrslütznngSdaner beträgt ein Jahr. Die Wahl des ArzteS ist frei Die zuständige kantonale Behörde stellt unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse einen Tarif auf für die Entschädigung ärztlicher Leistungen, welcher in keinem Falle die ortsüblichen Minimaltaxcn überschreiten darf. Die Acrzte, welche den Tarif annehmen, werden eingeschrieben nnd den Mitgliedern bekannt ge- geben. Aerzten. tvelche sich einer Krankenkasse gegenüber Mißbrauche zu Schulde» kommen lassen, kann von der Behörde das Recht, Versicherte ans Rechnung der öffentlichen Krankenkassen ärztlich zu behandeln, für eine bestimnite Zeit entzogen werden. Bezüglich der Arzneien stellt das Versichernngsamt eine einheitliche Taxe fest, welche in ihren Grundsätzen der Arzneitaxe fiir die Lieferungen an die eidgenössische Militärverwaltung entsprechen soll. Die Einnahmen der Kreiökankcukassen bestehen anS den BundeS- nnd den Versicherungsbeiträgen der Arbeiter wie der Unternehmer sowie ans den EinttrttSgcldcrn. Der Bundesbeitrag beträgt 1 Rappen pro Tag oder3,65 Fr. pro Jahr fürjcdes Mitglied, die Bundesversammlung taim jedoch auch einen höheren Beilrag beschließen, insbesondere für die der Landwirtschaft, dem Handwerk und dein Kleingewerbe angcbörigcn obligatorischen Mitglieder einen Beitrag von 2 Rappen pro Tag. Der Bundesbeitrag wird auch für die' vollversichertcn freiwillige» Mitglieder schweizerischer Rationalität geleistet. Die Vcrsichenmgs- bcilräge der Mitglieder werden nach Lohnklassen abgestuft und dürfen im Maximum 4 Proz. des Tagesverdienstes nicht übersteigen. Die Hälslc des festgesetzten Beitrages zahlt der Arbeitgeber, während er die andre Hälfte als Beitrag des Arbeiters demselben vom Lohn abzuziehen berechtigt ist. Ein Tagesverdienst von über 7.50 Fr. fällt außer Betracht. Die aufgestellten zehn Lohnklasscn bc- wegen sich zwischen einem Tagelohn-Miniinnm von 1 Fr. und einem Maximum von 7,50 Fr. In» Hinblick auf die Mitwirkung der Unternehmer kann die Ver- waltung der Krcis-Krankenkasse eine getrennte oder eine gemeinsame Iscin. Im ersteren Falle hält jede Partei ihre eigene General- i Versammlung ab. In, Vorstand haben die Unternehmer einen Vertreter, die Vorstandsmitglieder niüssen schweizer Bürger lein, so daß also Iv e d e r die ausländischen noch die weiblichen Mitglieder das pasfivcWahl recht besitzen, eine durch nichts gerechtfertigte Kleinlichkeit und Engherzigkeit, die ein Hohn auf den Grundsatz von den gleichen Pflichten und gleichen Rechten ist. Bei gemeinsamer Verwaltung werden alle diese Wahlen und Geschäfte in einer gemeinsamen Generalversammlung beider Parteien erledigt. Die Mehrheit der Vorstandsmitglieder müssen jedoch Arbeiter sein. Streitigkeiten ans dem Bereich der öffentlichen Krankenkassen sind schiedsgerichtlich zu erledigen. Das Schiedsgericht muß»niiidcstcns ans 3 Richtern, dem Vorsitzenden und 2 Mitglieder», bestehen; erstcrer wird einer Gerichtsbehörde entnommen, von den beiden andern ninß einer Arbeiter»nd einer Unternehmer sein. Das Ver- fahren vor dem Schiedsgericht ist mündlich und unentgeltlich. Die freien Kassen unterliegen ebenfalls der staatlichen Auf- ficht. Wenn sie an die Versicherten das gleiche leisten, wie die Kreiskrankenkassen, also mindestens die unentgeltliche Kranken- pflege und 1 Fr. tägliches Krankengeld für die Dauer eines Jahres, so ctchalten sie gleichfalls den„BnndeSrappe»»' für die VersichcrnngSpflichtigen nnd für die freiwillig Versichertc» schweizerischer Rationalität. Wenn die freien Kassen die Bedingungen erfüllen. werden sie als au der obligatorischen Versicherung beteiligt ein- geschrieben und besitzen als eingeschriebene Krankenkassen ohne weiteres die Rechte der juristischen Person. Für die Unfallversicherung wird eine eigene eidgenössische fstaatliche) Anstalt in L u z e r n errichtet. Dieselbe kann sich an der Errichtung und dem Betriebe von Heil- und Kuranstalten sowie von Apotheken beteiligen. Der Bund leistet an die VersicherungS- Prämien einen Beitrag von>/5 und bestreitet die Ver- ivaltnngskoften. Verwaltungsorgane sind: daS Versicherungsamt, die VersichcrungSinspektorate und'der Versich enmgsrat. Ersteres leitet die Unfallversicherung. Die Jnspektorate stehen an der Spitze der zu schaffenden' JnspektionSbezirke, in welche das Gebiet der Eidgenossenschaft eingeteilt wird. Der auS 9 bis 15 Mitgliedern bestehende Versicherungsrat, wovon mindestens je drei Arbeiter und drei Unternehmer, wird dem VersicherungSamt als beratendes Organ beigegeben. BernfSverbänden kann ein Anspruch auf die Mitwirkung beim Betriebe der Unfallversichcrnng eingeräumt»Verden und zwar bezüglich der Feststellung der Unfallereignisse und bezüglich der Maß- nahmen zur Unfallverhütung. Dem Zwange zur Versicherung gegen Unfalls unterliegen die gleichen Personett, die verpflichtet sind, sich gegen Krankheit zu ver- sichern. Die Versicherung er st reckt sich auf alleUn« fälle. Jeder Unternehmer, der vollversichertcs freiwilliges Mit- glicd einer Kranlenkasse ist. kann auch der Unfallvcrsichernng bei- treten. Die Leistungen der Unfallversichernng an die Versicherten be- stehen in der tiiientgeltlichen Krankenpflege und in Krankengeld nach den Bestintmungen der Krankenversichernng, ferner in Invalidenrente, Sterbegeld und Hinterlassen enrente. Die Karenzzeit beträgt 6 W o ch e n. Für die Höhe der Invalidenrente gelten die Bestimmungen über die Höhe des Krankengeldes im Verhältnis zumArbcitslohn, außer- dem der Grad der Erwerbsunfähigkeit. Die Rente der Hinterlasienen darf 50 Proz. deS JahreSverdienstes des Verstorbenen nicht über- steigen. Die Beiträge hat der Unternehmer zu 8/4 und der Arbeiter zu Vi zu tragen; Verabrcdtmgen über einen größeren An- teil des Arbeiters sind nnztilässig und ungültig nnd ist der erhobene Mehrbetrag ztirückztierstnttcif, außerdem tritt Bestrafung ein. Zur Bestreitung der Verpflichtungen gilt für die Unfallver- sichcruug das Verfahre» der Kapitaldeckimg. ivofür ein Tarif aufgestellt wird. Die Unfallversichernng hat eine allgemeine Reserve und eine Reserve für Pkaffemmsälle zu bilden. Die von der Unfall- Versicherung aufgestellten Unfallverhütungsvorschriften sind bei Strafe zu befolgen. Die Strafbestimmungen variieren zwischen 50 Cts. und 10, 50, 100 bis 1000 Franken bei der Krankenversichernng und bis zu 2000 Franken bei der Unfallversicherung. Vergehen verjähren nach einem Vicrieljabr, Strafen nach zwei Jahren. Auf die Militäruersichernng, die Kosten der gesamten Ver- sicherung kommen wir nächstens in einem zweiten Artikel zurück. Der vierte Perbiüldstllg h Verbandes i>er Steinsetzer Wnsicrer) niiii BernssgenojseilDentslsjlllntzs. wurde am 4. Februar, abend? 9 Uhr, im Nümannschen Saale, Brunnenstr. 188, eröffnet. Es nahmen an den Verhandlungen 62 De- legierte teil. Die Leipziger Delegierten beantragen, daß die Frage: Leipziger Gcwcrkschafislartcll kontra Buchdrucker als erster Pnnlt auf die Tagesordnung gefetzt wird, widrigenfalls dieselben den Verbands- tag verlassen müßten. Der Antrag wird abgelehnt und beschlossen, die Angelegenheit in» Anschluß an daS auf der Tagesordnung stehende Referat über Tarügemcinschaften zu verhandeln und auch nur in- soweit, als der Beschlutz des Leipziger GelverkschaftSkartclls be- züglich der Frage der Tarifgemcinichaft mit dem diesbezüglichen Beschluß deS dritten Gcwerkschastslongresies in Widerspruch steht. ES folgt dann der Bericht des CciuralvorstatideS, welcher gedruckt vorliegt und an den der Verbandsvorsitzende K n o l l nur noch einige Ergänzungen knüpft. Ter Bericht giebt eine sehr ein- gehende Uebcrsicht über die Entwicklung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse in den einzelnen Organisatioiisorten seit Begründung der Organisation. Der niedrigste Stundenlohn im GnindniigSjahre der Organisation betrug für 50 Mann 20'/« Pf., der höchste Stunden- lohn für 200 Mann 50 Pf., tut Durchschnitt wurde im Gründlings- jähre ein Stundenlohn von 40,62 Pf. oder, bei einer Durchschnitts- Arbeitszeit von 10,64 Stunden, ein Tagesverdienst von 4,32 M. erzielt. Im Jahre 1899 betrug der niedrigste Stundenlohn für 50 Mann je 81 Pf., der höchste Stundenlohn für 750 Mann 65 Pf. Im Durchichnitt betrug der Stundenlohn 50,58 Pf. oder, bei einer täglichen Durchschnitts- Arbeitszeit von 9.96 Stunden, der TagcS- verdienst 6,04 M. Die Zahl der organisierten Steinsetzer und Pflasterer betrug 4750 oder rund 40 Proz. sämtlicher Steimetzer. Der vom vorigen Vcrbandstag erwartete Vorstoß deS JnnungS- vcrbandeS ist nicht'eingetreten, im Gegenteil haben sich die zahlreich in den letzten zwei Jahren eingetretenen Lohnerhöhungen und sonstigen Verbesscrungen in den ArbeitSverhältttissen. abgesehen von Berlin nnd einigen kleineren Orten, alle auf friedlichen» Wege voll- zogen. Das sei tvohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die der Organisation in den Jahren 1895 bis 1897 anfgczwnngenen schweren Kämpfe alle mit vollem Erfolg durchgeführt werden konnten. Auch für dieses Jahr sind schon namhafte Lohtterböhtingen zugestanden, so in Stettin und Potsdam von 50 auf 60 Pf. pro Stunde für Steinsetzer, in Hamburg von 50 bezw. 44 auf 55 bczw. 50 Pf. pro Stunde fiir Steinsetzer und Ratnntcr. in Harburg von 50 bezw. 40 Pf. auf 55 beziv. 45 Pf. für Steinsetzer und Rammcr. Ferner konstatiert der Vorstandsbcricht für das Jahr 1899 eine Mitglicdcrznnahme um 14 Prozent, nämlich von 2943 auf 3337 in» Jahresdurchschnitt. Die internationalen Beziehnngc» erhielten eine erfrenlichc Festigttng dadurch, daß der Verband in der Loge war. einer An- zahl'ausgesperrter dänischer Steinsetzer kräftig zur Seite stehen zu können. Bezüglich Anbahnung eines energischen sanitären ArbeiterschntzeS für die Arbeiter des Straßenbanes will der Centralvorstatid in diesem Jahr allen Behörde» des Reichs, die nur irgendtvie mit der Vergebung von Strahenbaute» zu thun habe», eine ausführliche Denk- ichrift zugehen lasten. In der Diskussion über den Bericht wurde allseitig zugegeben. daß der Ccntralvorstaiid seine Aufgaben, soweit dicS nur möglich war, gcthan habe. Auch wurde anerkannt, daß der eine angestellte Beamte des Verbands mit Arbeiten überhäuft sei. AnS dem Bericht des VerbandSlassierers. der ebenfalls von Knoll gegeben wurde, ergiebt sich, daß der Verband in den ver- flossenen zwei Jahre» zu verzeichnen hatte an Einnahmen_ hierfür betragen pro Kopf ca. 6,50 M. In den Jahren 1893/97 hat der Verband in dieser Beziehung unter den deutschen Gewerkschaften die zweite Stelle ringenommen. Bezüglich der obligatorischen Extrabeiträge zur Unterstützung größerer Streiks wird beschlossen, daß dieselben unter allen Umständen da zu zahlen sind, wo die Mitglieder in Arbeit stehen. Der Punkt der Tagesordnung: Die Beschlüsse deS III. Gewerkschaftskongresses und nusre fernere Stellung zur Gencralkommission giebt den Leipziger Delegierten Gelegenheit, die Frage aufzurollen, weshalb der Kongreß die Delegierten der Buckidrucker-Gewerkschaft von der Teilnahme ausgeschlossen habe. Die Debatte endigt mit der Annahme einer Resolution, in welcher ausgesprochen wird, daß der Beschluß deS Leipziger G cwerks chas tSkartells vom 9. Mai 1899 in Bezug auf die Frage der Tarifgemeinschaften in striktem Gegensatz zu den» diesbezüglichen Beschluß des 3. Gelverkschaftskongresses steht und gegenüber den Kartelldelegierten der Leipziger Steinsetzer die Erwartung ausgesprochen wird. daß dieselben im Kartell für die Anerkennung des KongreßbeschluffeS eintreten werden. In der' Sitzung am 6. Februar stand die Statutenberatnng zur Erledigung. In der Generaldisknssion wurde die Frage erörtert, ob ein Ausbau des UnterstützungSwesenS eintreten solle. Die Delegierten entscheiden sich für die Erweiterung der Unter- stiltzungs-Einrtchtnngen. Beim Sterbefalle eines Mitgliedes sollen 150 M.. beim Stcrbefalle der Frau eines Mitgliedes 100 M. Unter- stützmig gewährt werden. Der' Sitz des CentralvorstandcS bleibt in Berlin. Abgelehnt werden alle Anträge, Ivelche eine Erhöhung des Wochenbeitrages nnd des Eintrittsgeldes verlangten. Dagegen wurde die Erhöhung der Delegiertenstcuer von 25 auf 50 Pf. pro Jahr und Mitglied angenommen. Hierauf erhielt der Verbandsvorsitzende Knoll zur kurzen Be- gründnng einer auf die Tarifgemeinschaft bezüglichen Resolution daS Wort, die im Sinne der Beschlüsse des Gewerkschaftskongresses ge- halten ivar und einstiimnige Annahme fand. Die Anstellung eines zweiten Beamten lehnte der Vcrbandstag ab. Das Gehalt des ersten Vorsitzenden, der zugleich Redacteur ist. wird um 300 M. pro Jahr erhöht. Dasselbe beträgt jetzt inkl. Wohmingszuschuß 2100 M. pro Jahr. Gewählt als Vorsitzender und Redacteiir werden einstimmig Knoll-Berlin. Für die Verbands- Hanptkasie wird A. Scholtz-Berlin. für die Sterbekasse W. Peter- Berlin als Kassierer gewählt. Dieselben erhalten jährlich je 300 M. Entschädigung. Nach Erledigung einer Anzahl Anträge schloß der Vor« sitzende mit einem Hoch auf das fernere Gedeihen des Verbandes und die allgemeine Arbeiterbewegung den Verbandstaz. Auf Sammellisten 185 M. Zuschüsse von andren Gewerkschaften zur Streikunterstützung 1850 M. Der Bericht konstatiert, daß auch in den letztverflossenen zwei Jahren die Organisation bei den Ausgaben, die für den Kampf um eine höhere Lebenshaltung gemacht werden mutzten, mit in den vordersten Reihen der deutschen Gewerkschaften steht. Die Ausgaben Prozeß v. Kriegsheim nnd Genossen. St e u n t e r Tag. Nach Erörterung einer Wechselaffaire, bei der ein Ritter- gutSbesitzcr der Geschädigte war, kam gestern in der Nachmittags- sitznng folgender Anklagefall zur Erörterung: Im Sommer 1897 wurde v. Kriegsheim durch Wißmann, der damals als Agent, bei der „Tbnringia" beschäftigt war, dieser Gesellschaft als Agent zugeführt. Er erflärte, daß er besondre Provisionssätze beanspruche, da er in der Lage sei, viele und gute Versicherungen abzuschließen. Er hatte damals die Regulierung der Verhältnisse des Grafen von und zu E g l o f f st e i n bereits übernommen und brachte für diesen im September einen Versicherungsantrag über 100 OOO Mark zur „Thuringa". Die Lage des Grafen Egloffstein muß dem An- geklagten v. KriegSheim bekannt gewesen sein, denn in einem schon im August an, denselben geschriebenen Brief sagte er, er habe von seiner verzweifelten Lage gehört und böte ihm als Kamerad seine Hilfe an. Die Anklagcbehörde steht auf dem Standpunkt, daß diese„Hilfe" zum Verderben des Grafen Eglofs st ein geworden sei, denn der Angeklagte habe schließlich den Grafen E. bei sei nein Regiments- Kommandeur angezeigt. Graf E. habe seinen Abschied nehmen müssen und deshalb feien viele Personen der Ansicht, daß der Angeklagte v. Kricgsheim eigentlich daS Unglück deS Grafen Egloffstein verschuldet habe. Der Fall Graf Egloffstein wird in nächster Woche eingehend verhandelt werden. Der Angeklagte v. KriegSheim bc- hatiptct, daß die Versicherung Über 100 000 M. den Zweck gehabt habe, die Gläubiger deS Graten E. zu vertrösten bis zu der sechs Monate später in Aussicht genommenen Heirat des Grafen. Es wird mm behauptet, daß der Angeklagte bei der Anmeldung der Versichernng sowohl über die Verhälmiise des Grafen Egloffstein als auch Über feine eignen unzutreffende Angaben gemacht habe. Er soll namentlich gesagt haben, daß die Internationale Disconto- Bank 20 000 M. Kapital habe. v. KriegSheim verlangte gleich die ganze Provision bei Aushändigung der Police und Snbdirektor GnstavuS bewilligte dies auch, indem er von der Ansicht ausging, daß v. KriegSheim bezw. die ihm unterstellte Bank für die zn zahlenden Prämien aufkommen»verde. Ende September erhielt v. KriegSheim die Police, zahlte durch Vermittelimg der Kommerz- bank die erste Vierteljahrsprämie mit 861 Mark an die Thuringia' und erhielt darauf seine Provision in Höhe von 1400 Mark.. Von dieser Summe gab er die 861 Mark an die Kommerzbank znrück und steckte den Ilebcrschnß von 539 M. in die Tasche. Bei Empfangnahme der Provision verpflichtete sich Angeklagter v. Kriegsheim schriftlich, faNS die nächsten Prämien nicht pünktlich eingehen sollten, von dem ihm gezahlten Betrage 1050 M. zurückzuzahlen. Die nächsten Prämien tvnrdcn aber nicht bezahlt, der darob angegangene v. KriegSheim suchte Herrn GnstavuS zunächst durch allgemeine Redensarten hinzuhalten und als Gustavu« einen entschiedet» gehaltenen Brief an ihn richtete, blieb er ganz ohne Antwort. Von einer Klage gegen den Grafen Egloffstein sah Herr GnstavuS ab, weil er sich bei den zerrütteten Vermögen«- Verhältnissen desselben keinen Erfolg versprach und auch erfuhr, daß in mehreren gegen den Grafen schwebenden Prozessen mit Erfolg der Einwand gemacht worden Ivar, daß Beklagter unter väterlicher Gewalt stehe. Herr GnstavuS strengte aber eine Klage gegen die I n t e r n a t i o n a l e DiSco nto-Bank an und er- stritt auch ein Urteil, durch welches v. Kricgsheim zur Zahlung von 1050 M. verurteilt wurde. Er hat von dent Gelde aber noch nichts zurück bekommen. Herr Gnstavus behauptet, daß die falschen Angaben, die ihm v. KriegSheim über seine und deS Grafen Egloffstein Finanzlage gemacht habe, für ihn bestimmend gewesen seien, sich den vom An- geklagten gestellten Bcdinginigen zu unterwerfen.— Der Angeklagte bestreitet,'daß er bei dieser'ganzen Transaktion eine betrügerische Absicht gehabt oder dein Gnstavtis falsche Angaben gemacht habe. Der folgende Fall deS Betrugs geht indirekt auch die„Thuringia" an. Es' handelt sich dabei um ein DarlchnSgeschäft, daS ein Arzt Dr. S. durch Vermittelung des v. KriegSheim auf Grund einer eiiiziigehenden Versicherung eingegangen war. v. Krieg«- Hein» hatte den bei der„Thuringia" angestellten Zeugen v. Webern angeregt, eine Annonce zn veröffentlichen, wonach Darlehue gegen Beibringung einer Lebensversicherung vermittelt werden. Darauf meldete sich der Arzt Dr. S., der ein Darlehen von 1000 M. beanspruchte und sich mit einer Lebensversicherung von 50 000 M. einverstanden erklärte. Formell schloß v. Webern die Versicherung der „Thuringia" gegenüber ab, er verpflichtete sich jedoch, die ihm»u- stehende Provision dem Angeklagten v. KriegSheim zu überlassen. AlS die Police ausgestellt war. erklärte v. KriegSheim auf Befragen deS Herrn v. Webern ausdrücklich, daß das DarlehnSgeschaft»on ihm durch die Kommerzbank abgeschlossen sei. Daraus wurde, uachdent ein Kasscnbote der Konmicrzbauk im Auftrage deS An- geklagten die ersten Prämie bezahlt hatte, die forntell Herrn o. Webern zustehende Provision dent Angeklagten übergeben. Der .Effekt dieses DarlehnZgefchäftZ. das die„Thurittgid* selbst nichts anging, war der, daß Dr. S. Jein Darlchn erhielt und später von der Direktion aus der VersicherungSnahme entlassen wurde und der Angeklagte die Provision ciugestcckl hatte. Die Geschädigten sind in diesem Falle Herr Gustavus, der von der Direktion in Änspruch ge- nomine», und Herr v. Webern, der Herrn GustavuS gegenüber rcgrcß- pflichtig war. Der Angeklagte gicbt auch von der Ennvicklunq dieses Falles eine umfangreiche'Darstellung, die sich darauf zuspitzt, daß er Unrechtes nicht gethan. Rechtsanwalt Morris stellt aus den Akten verschiedene Momente fest, die diese Behauptung des Angeklagten unterstützen sollen. Hierauf wird die Sitzung auf Sonnabend vertagt. Ntunitntnstles. AuS der Magistrats sitzuug am Freitag. Das Magistrats- kolleginm beschästigte sich gestern mit dem Projekte des Stadtbaurats Krause bezüglich der Fortsetzung der Kaiser Wilhelmstraße über die Hirtenstraße, welches die Bau- Deputation genehmigt hatte und daS bekanntlich dahingeht, daß die Straße an der Koblankstraße in eine Gabelung übergeleitet werden soll, die einerseits nach dem Schönhauser-, andrerseits nach dem Prenzlauer Thor hinführt und bei ihrer Zusommcnführung einen Schmnckplatz in dreieckiger Forin erhalten soll. Das Kollegium ge- neymigle gleichfalls das Projekt und beschloß, der Stadtverördnctcn- Bcrsammlung eine entsprechende Vorlage zur Zustimmung zu unter- breiten. Die Stadtvcrorducten-Versanmilung hatte bekanntlich beschlossen, die G ru n d stü ck e R o ß st r a tz e 11, 12, 12a, An der Friedrichs- gracht 18—19 und Rittergasse 13 für die von den Eigentümern geforderten Preise zu erwerben und die in diesen Grundstücken über den 1. April d. I. hinausgehenden Mietsrcchte, so weit dies crforder- lich wird, im Wege der Enteignung aufzuheben. DaS Magistrats- kollegium ist diesem Beschlüsse der Versammlung beigetreten.' Nach dem Bericht des Kuratoriums des städtischen V i eh- und Schlachthofs sind im Monat Januar IlXX) auf dem städtischen Schlachthofe 69 449 Schweine— gegen 57 224 im Januar 1899— auf Trichinen untersucht worden. Davon sind 31 Stück wegen Trichinen und 51 Stück wegen Finnen als zur»nenschlichen Nahrung ungeeignet zurückgewiesen worden. Nach Beschluß des MagistratSkolleginms soll der in einer hiesigen Fortbildungsschule versuchSiveise eingerichtete russische Sprachunterricht auch ferner erhalten werden. t Der Magistrat wird in der nächsten Sitzung der Stadtverord- cheten-Versammlung die Anfrage der Stadtverordneten Dr. Schwalbe fund Genossen betreffend die B e r s a g u n g des F e st s a a I s des Rathauses zur Giordano Bruno-Feier beant- lv o r t e n. Die über die llcbelstände im Müggelsee am 17. Dezember 1899 angestellten llntersuchüngen sind nunmehr abgeschlossen. Das Magistratskollegium hat beschlossen, demnächst der Stadtverordneten- Versammlung hierüber ganz ausführlichen Bericht zu erstatten. Wahlrecht mid Krankenhaus. Der von der Stadiderordneten- Versammlung zur Borberatung dcS Krcitliugschen Antrags eingesetzte Ausschutz hielt am Mittwoch eine Sitzung ab'. In der Debatte wurde das bekannte Ober-Vcrwaltuugsgerichts- Erkenntnis besprochen. An der Hand desselben wurde von verschiedenen Seiten ausgeführt, daß danach auch ein Vorschußfonds nichts nützen würde, sobald der in einem Krankenhaus Aufgenommene als Armer und nicht lediglich als Kranker aufgenommen sei. Es gebe nur zwei Wege, wenn man wirklich die Entrechtung derjenigen hindern wolle, die selbst oder deren Angehörige ein Krankenhaus aufsuchen mußten: entweder man anerkenne als sociale Pflicht der Stadt unentgeltliche Krankenhaus-Bchandlung für der K r a n k e n h a u s p f l e g e Bedürftige oder man stunde allgemein die KrankcuhauSzahlung auf ein Jahr ohne jeden Rückhalt auf die Vermögenöverhältuifse dcS Verpflegten. Die Erfüllung dieser Pflicht sei auch aus hvgicnischen Gründen zu empfehlen. zumal sie sehr wenig kostspielig sei. Nur etwa 800 000 M. würden jährlich für Aufnahme in städtischen Krankenhäusern Verpflegter zurückerstattet, der größte Teil dieser Summe entfalle aber auf die Krankenkassen. Die Summe, die von Privaten erstattet wird. sei sehr gering und werde ja selbstredend immer geringer werden. Demi geradezu thöricht würde ja ein'Bürger handeln. wenn er für die Krankenhaus- Behandlung zahlt, wiewohl ihm dann doch nach der jetzigen Praxis das Wahlrecht verloren gehen würde. Ans diesen Erwägungen heraus wurde von socialdemokratischer Seite der Antrag gestellt, jedem Preußen, der in Berlin den Ilntcrstiitzungswohnsitz erworben hat, das Recht zuzugestehen, falls er d»r Krankenhauspflege bcdiirftig sei, für sich und seine Angehörige.!, unentgeltliche Aufnahme zu verlangen, falls das Jahresein- k o m m e n b e i II n v c r h e i r a t e t e n 12 0 0 Mark, bei Verheirateten 2 0 00 Mark nicht übersteigt. Ein fernerer Antrag ging dahin, den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, wieviel seitens Privater für Krankenhaus- Pflege jährlich zurückgezahlt werde und in wie viel Fällen das Einkommcu der Zahlenden 1200 beziehungsweise 2000 Mark nicht über- steigt. Der Magistratsvertreter erachtete eine Auskunst über den zweiten Teil des Antrags für sehr schwierig. Der socialdemokratische Hauptantrag stoße auf grundsätzliche Bedenken. Seitens der Armen- direktion sei übrigens eine Milderung des bestehenden ZustaudeS angeregt.— Tie Mehrheit des Ausschusses sprach sich für den s o c i a l d e m o k r a t i s ch c n Antrag für den Fall auS, daß kein andrer Ausweg für Beseitigung des allseitig beklagten Zu- standeS gefunden würde. Zu einer Abstimmung über diesen Antrag kam es nicht, da ein von den Stadtverordneten Friedcmaun und Nathan eingegangener Antrag Annahme fand, der den Magistrat auffordert, der Stadtverordueteu-Versammlmig eine Vorlage zugehen zu lassen, durch welche das Wahlrecht nicht deshalb genommen wird, weil ein Erkrankter oder sein FainUien- angehöriger Krankenh auSpflege in Anspruch nehmen mußt e. Ob der Magistrat einen andern Weg als den von social- demokratischer seile angeregten finden wird, darf billig bezweifelt werden. Freilich ist deshalb noch nicht zu hoffen, daß er ihn vorschlagen wird._ Vokales. Achtung Moabit? Die Parteigenossen, welche gewillt sind. am Sonntag bei der F l u g b l a t t v e r l c i l u n g im 44. Wahl- bezirk zu helfe», wollen sich morgens 8 Uhr bei Joh. Pfarr, Putlitz- straße 10, melde». Diejenigen, welche am Tage der Wahl, den 14. d. M., den ganzen Tag thätig sein wollen, werden gebeten, sich am Mittwoch, morgens 8 Uhr im Wahlbnrcau bei Joh. Pfarr, Putlitzstr. 10, zu melden. „Politische Ichlagworte." Bei den K o m m u n a l w a h l e n muß die Politik aus dem Spiele bleiben! Fort mit der ewige» Betonung des politischen Standpunktes, die hier nicht hergehört, fort mit den ab- gedroschenen politische» Schlagworten, von denen der Kommnnalwähler nichts wissen will! Seit vielen Jahren erschallt dieser Ruf in Berlin, so oft di» Konmuinalwahken herankommen. Man konnte ihn auch vor wenigen Monaten wieder vernehmen, als ün November die Kommunal- Wähler an die Urne schreiten sollten, und er erhebt sich— lauter noch als sonst— von neuem jetzt, wo einige Rachwahlen vor- zunehmen sind. Was sind das für Leute, die sich so aufdringlich lärmend als Gegner der„politischen Schlag lv orte" bekennen? Früher leistete sich diesen Spaß nur die Gruppe der vereinigten Konservativen, A n t i s e m i t e n usw.. die sich unter dem Sammelnamen der„Bürgcrpartei" zusammengefunden haben. Heute machen es ihnen in Moabit auch dieNational-Socialen nach, indem sie als„Mieterpartei" firmieren. Hier giebt es also nun glücklich zwei Parteien, die„nichts mehr von politischen Schlagworten wissen wollen". Bei Kommunalwahlcn also, muß die Politik aus dem Spiele bleiben. Die politischen Anschauungen und Grund- s ätze eines Stadtverordneten- Kandidaten— sagen die„Uu- politischen"— haben mit seiner Stellung zu den kommunalen Angelegenheiten nichts zu thuw Wer zur Mitarbeit an der Verwaltung der Kommune berufen wird. der soll sich seine Meinung bilden und sein Urteil abgeben, ohne sich dabei von seinem politischen Parteistandpunkt leiten zu lassen. Ja, kann er denn das? Wird d e r eS können, bei dem die politische Stellungnahme wirklich in ehrlicherllcberzeugung wurzelt? Wird der es wollen, dem die Parteizugehörigkeit nur eine MaSkc ist, die er aus Heuchelei oder Eigennutz vornimmt? In der Berliner Stadtverordnete n-Versamm- l u n g haben die Socialdemokräten bisher noch niemals ihren politischen Standpunkt verleugnet. Uusre Genossen haben stets gezeigt, daß sie eingedenk sind ihrer Pflicht, auf sociale Re- formen hinzuwirken, s o w e i t d a s i m R a h m c n der K o m m un al v e rw a l t un g irgend möglich ist. Dagegen haben allerdings viele, die sich„freisinnig" nennen, oft. genug selbst die sogenannten alten liberalen Forderungen preisgegeben, die der Liberalismus einstmals in seinen volksfrcundlichcren Tagen aufgestellt hat. Nur da haben sie sich noch des freisiimigen PnncipS erinnert, wo sie es als Vorwand zur Hintertreibung socialer Reformen benutzen konnten. Da soll eS gleichgültig sein, zu welcher politischen Partei sich ein Stadtverordneten-Kandidat bekennt?! Bei Lichte besehen können und wollen auch die„u n p o I i- tischen" Gruppen— die konservativ- antisemitische wie die national-sociale— in kommunalen Fragen ihren politischen Stand- Punkt nicht verleugnen. Sie fordern nur deshalb. daß bei Kommuualwahlen die Politik aus dem Spiele bleibe, und reden nur darum von„politischen Schlagwortcn", weil sie wissen, dqß s i e mit ihrer politischen Richtung in Berlin keine Erfolge haben können. Wie rasch würden diese Schcingcgncr der „politischen Schlagworte" ihre„bürger- und micterparteiliche" Maske fallen lassen, wie gern würden sie ihre konservativ-anti- semitische, wie freudig ihre notioual-sociale Fahne entrollen, wenn sie hoffen dürften, daß ihnen daS etwas nützte! Den Füchsen hängen die Trauben zu hoch, darum nennen sie sie s a u er. Nach welcher Seite hin die in kommunalen Fragen angeblich „unpolitischen"„Bürger-" und„Mieterparteilcr" ihren politischen Standpunkt in der Stadtverordnetcn-Versammluiig zur Geltung bringen würden, wenn sie hinein kämen und Einfluß erlangten, das kann kaum zweifelhaft sein. Die Vertreter der„Bürgerpartei" sind für jede Rückwärtserei zu haben— die Hältung der vereinzelten Exemplare, in denen sie sich noch in der Stadtverordneten- Versammlung erhalten habe», hat das wiederholt bewiesen. In gewissen Dingen würden aber auch die National-Socialen auf feiten der„bürgerparteilichen" Rückwärtser zu finden sein; wir brauchen nicht erst darauf hinzuweisen, daß sich hinter dem harmlos klingenden Wort„national" die Neigung zu sehr bedenklichen Dingen verbirgt. DaS Gerede von den„politischen Schlag Worten" ist selber ein Schlagwort, und zwar ein höchst verdächtiges. Dieses Schlagwort führen mit Vorliebe alle unsicheren Kau- tonisten im Munde, die Grund haben, andere Leute über ihre wahren Absichten im unklaren zu lassen. Wer das mitmacht, der darf sich nicht wundern, wenn man auch ihn zu den unsicheren Kau- tonisten zählt._ Die Untersuchung über die Verunreinigung des Leitungö- Wassers ans dem Müggelsee ist, wie jüngst schon gemeldet wurde. abgeschlossen, und der Bericht der Direktion der Wasserwerke bc- findet sich in den Händen deS Magistrats Die„Berliner Zeitung" kann nun mitteilen, daß der Müggelsee in der That vcnmrciuigt worden ist, nicht einmal, sondern wieder- holt, und daß trotz aller Bereitwilligkeit der Regierung, dem Schaden abzuhelfen, eine eigentliche Gewähr für die dauernde Reinheit des Müggelsee-Trinkwassers nicht mehr gegeben ist. Drei Kilometer von FricdrichShagen entfernt liegt am Tämeritzsee in Erkner eine Teerprodukten- Fabrik. Diese Anlage bc- schäftigt sich damit, aus dem Teer Benzol, Karbol und ähnliche schöne Produkte zu gewinnen. Nun hat die Untersuchung des Müggclfcc-Trinkwasscrs wiederholt ergeben, daß Karbol im Wasser cnjhaltcn ist. Tie Fabrikanlage hat offenbar Karbol in den Dämeritz- scc gelassen, und zwar in größerer Menge, und so ist das Karbol in den Müggelsee und trotz aller Filterapparate ins Trinkwasser ge- langt. Die Regierung sitzt mm der Fabrik auf den Hacken, es wird ihr aller Wahrscheinlichkeit nach aufgegeben werden, ihre Abwässer anderweitig abzuleiten. Die industriellen Anlagen an der Obcrspree sind eine andaiienide Gefahr für daS Berliner Trinkwasser. Tie Gefahr wächst hier, genau wie beim Tegeler See, von Jahr zu Jahr mit dem Anwachsen dcS Verkehrs. Zu de» viel erörterte» Mistftäuden in der Flcischkoch- anstatt auf dem Schlachthof hat nach der„Allg. Fl.-Ztg." die„Freie Vereinigung selbständiger Fleischermeister Berlins und Umgegend" einen Beschluß angenommen, worin sie die Uebcrzcngung ausspricht. daß das beste die gänzliche Aufhebung der Kochausiält wäre. Sollte dieser Weg aber nicht eingeschlagen werden, so solle das gekochte und gepökelte Fleisch nur an Strafanstalten zum Verbrauch abgegeben werden, um es unmöglich zu machen, daß Fleischer. Gast- wirte tc. durch Einkäufe verworfenen Fleisches das Publikum täuschen uud durch billige Preise milautcrn Wettbewerb bereiten. Wir glauben nicht, daß Strafvcrschärfuugen der von de» Fleischer- meistern gewünschten Art in deutschen Gefängnissen und Zuchthäusern zulässig sind. Hat die Eiscnbahnburcaukratie sonst nichts zu thnu? So muß man unwillkürlich fragen, wenn man von den Scherereien hört, die dem Publikum in Rummels bürg bereitet werden, wenn eS den Versuch unternimmt, Arbeiter-Wochenkarten zu lösen. Personen, die lange Jahre auf Arbeiter-Wochenkarten gefahren sind, und zwar mit vollster Berechtigung, erhalten von dieser Eisenbahn- Station jetzt keine solche Karten mehr verabfolgt. Die Beamten berufen sich mit einem Mal auf eine kürzlich erlassene Verfügung, nach der nur an solche Personen Arbeiter-Wochenkarten abgegeben werden sollen, die im „vollsten Sinne deS Worts wirklich Arbeiter sind". Die Vorzeigung der I u v a l i d c u k a r t e. durch die mau sich bisher legitimieren konnte, genügt durchaus nicht mehr zur Feststellung der Arbeiter- eigenschaft: vielmehr entscheidet der dieustthuende Beamte über die Frage, ob jemand Arbeiter ist oder nicht, durchaus nach eignem Er- messen. Arbeiter, deren Beruf es gestattet, in etwas besserer Kleidung zu gehen. werden z u r ü ck g e w i e s c n, und nichts Hilst vorab gegen den apodiktischen Entscheid der Beamten, daß der in Betracht kommende Arbeiter kein Arbeiter sei. Ein Glück ist es»och, wenn auch bezeichnend für den Wirrwarr in der Eisenbahn-Bnreaukratie, daß die auf der Vorortftation kategorisch abgewiesenen Arbeilcr in Berlin an- standslos die' ihnen gebühre ii de Wochenkarte er- halten. Die in Mitleidenschaft gezogenen Arbeiter dürfen wohl erwarten, daß die höhere Eisenbahnbchörde den Gepflogenheiten in Rummelsburg durch eine kategorische, eindringliche Anweisung ein schnelles Ende bereitet. Es sollte uns freuen, wenn wir bald berichten könnten, daß die in Betracht kommenden Arbeiter fortab von den Beamten nicht mehr behelligt werden und ihre Wochenkarte so gut und anstandslos wie früher'gegen ihr gutes Geld, ausgehändigt er- halten. Ter Berliucr Asstlvcrcin für Obdachlose hat, wie wir dem eben erschienenen Jahresbericht entnehme», im Jahre 1899 im Männerastfl 237 027(gegen 232 555 im Borjahre) imd im Frauen- asyl 87 684(gegen 36 007 im Vorjahre) Personen beherbergt. Damit ist die Zahl der Personen,, die der Verein in den 3l Jahren seines Bestehens aufnahm, auf 3 776 927 gestiegen. Dadurch,, daß der Verein feinen Gästen anßer wohleingcrichteten Waschgelcgeiihciten die Möglich- keit bot, ein Bad zu nehmen, wovon III 307 Männer nnd 13 304 Frauen Gebrauch machten, auch die Desinfektion der Kleider von Asylistcu, die an Ungeziefer litten, in viele» Tausenden von Fällen vornahm, hat er nicht mir für die Ge.suiidheit der Asylistcu gesorgt/ sondern sich auch um die hygienischen Verhältnisse Berlins ein Ver- dienst erworben. Leider ist die finanzielle Grundlage, ans welcher der Verein sein humanitäres Werk ausübt, noch keine völlig sichere; der Verein hat alljährlich ein Deficit zu decken, wozu er die ihm zu- gewendeten Legate und Stiftungen heranziehen muß. Er hat sich daher an seine Mitglieder mit der Bitte um Erhöhung der Beiträge und Anwerbung neuer. Mitglieder gewendet. Tie Mitteilung, daß mit den Tribüncnkarten des Reichs- tags Handel getrieben werde, entbehrt nach der„Nordd. Allg. Ztg." „jeder Begründung". Klagen über Ungehörigkeitcn der gestern von uns erwähnten Art sind übrigens schon früher im Publikum laut geworden. /z Ubr in dem Gesangsaal der Friedrich. Werderschcn Gcweibc- schule hier, Ricdcrwallstr. 12. von Herrn Rechtsanwalt Berthold Petzall ge- halten werden, nahmen am 6. d.M. ihren Ansang. Hörerkarte» zum Preise von 1 M. für den ganzen CpklnS werden vom Vorsitzenden des genannten Vereins, Burcauvorsteher Otto Namidors hier,. Jägersir. ätz.l, an alle Jiiter- csseuten abgegeben. Theater und Vergnügungen. fJni Schill er-Theater w.ird heute die Novität„Fröschweiler" zum erstenmal wiederholt. Au dem Gott- s r i e d K e l 1 e r- A b e n d, den das Schiller-Tbcatcr am svmitag. den 11. Februar, im Bürgeriaale des Rathauses veranstaltet, wirken als Sprecher Fräulein Marianne Wulf uud die Herren Ferdinand Gregors und Georg Paeschle mit. Ten grsaliglicheii Teil des Abends hat Fristflem Jeainic Golz uberuommen.— Das T h a l i a- T h e a U r begeht heute das Jubiläum der 50. Aufführung der Auspaltungopoffe:„Im H i in in ei h o s".— Im Karl Wri tz- Th e a t er gelaugt Heine nachmittag das Sindermärchen „Rotkäppchen" bei kleinen Preisen zur Aufführung. Auf der Treptow. Tteruwarte spricht Direktor Archenhold Sonntag- nachmittag ö Uhr über„Sonnen- und Moudfiiistcmiffe" und abends 7 l'.dr über„Die Bewohnbarkeit der Welten". In dem ersten Vortrag wird Direktor Archenhold nähere MiUciluiigcn machen über die geplante Erpedinon des Vereins von Freunden der Treptow-Sternwarte nach Spanictr zur Vto5oSwnz der totalen Sonnenfinsternis am 28. Mai b. IS.- Im ti-asfage-Panoptrkum arbeiten viel fleißige Hände an einer in den ..awsten Tagen dein Publikum vorzuführenden Scnsationsuummer. Es handelt sich um die Nachbildung der Katakomben des Kapuzinerklosters «u Palermo. Hunderte von hohen Würdenträgern. Mönche», EdeNeutcn uud Rntenl liegen in Snrgm oder sind in andrer Weife aufgebahrt, so daß der ganze große Raum eine einzige unendliche Totenkammer bildet. Feuerbcricht. Auf einem Neubau Eisenacherstr, 60/61 tveireii Schalbretter, die iu der Nähe von Coalslörben lagerten, in Brand geraten, lvaS eine Alarmierung der Feuerwehr zur Folge baitc. Größere Gefahr konnte bald beseitigt werden. Bei einem Zimnierbrailde, der» t c i n in e sz st r. 32 zu beseitigen war, wurden �vbel�RleidungSMike und der Fußboden zerstört. Ritterstr, 62 hatte stroh und Geri'impel im Keller Feuer gefangen. Wegen eines Itadeubrandes wurde die Wehr nach Markgraf enftr. 4l> gerufen. Es gelang, das Feuer noch im Keime zu ersticken. Eine Alaräiierunq nach rt l e g n i tz e r st r. 26 war auf blinden Lärm zurückzuführen. zufolge euies Wasserrohrbruchs wurde die Wehr noch nach Bad- sl r aß e 9 gerufen.'' Zur Kraiikcuhausnot. llnS wird geschrieben: Sehr charakteristisch für. die Ilnzuläuglichkeit unsrcr reichshauptstädtischen Krankenhäuser «.'.irfte ein Vorfall sein, der mir Donnerstag den Eigentümer des Koppschen Äraiiken-Transportwescns in nicht geringe' Verlegenheit Ml:. Gegen morgen 9 Uhr wurde ein Wagen nach dem Asyl für �.bdachloie in der Wiesenstrahe gerufen, um von dort einen schwer- kranken Main,, den sechzigjährigcn Arbeiter Hoffmann der Rettuugs- wache in der Lindowerslraßc zuzuführen. Der Arzt stellte bei dem Greife ein schweres Herzleiden nebst vollständiger Lähmung der Fuße und des rechten Armes fest und ordnete dessen sofortige Ileberfnhrung nach der Ehe rite an, die auf telephonische Anfrage angab, noch ein Bett frei zu haben. Als der Führer des Krankenwagen dort erschien, war er um eine„Magen- lange" zu spät gekommen, man halte soeben einen andern Patienten aufgenommen. WaS nun? Die Eharitsverwaltung gab nun dem Führer die Weisung, den Kranken wieder nach der'Uiifnllstatio» Vl m der Lindowerslraße zurückzubringen. Dieselbe wies unter dem Bemerken, daß sie doch nicht den Charakter ciiicS Krankenhauses mige, den Patienten ab und der Magcuführcr begab sich nun»ach dem 91. Polizeirevier. Man untersuchte dort die Papiere des Kranken und fand, daß sie vollständig in Ordnung waren und der alte M a n n n och i m letzten D c z e m b c r s e i n c Krankenbeitrnge d e z a h l t h a b e. Der Polizeiwachtmeistcr schickte den Wagenführer, da fanitllche Berliner Krankenhäuser aus tele- phonlichen Anruf wegen II e b e r f ü I l u n g die Auf- u a h m c verweigerten, nach dem städtischen Asyl für Obdach- lofe in der Fröbelstrahe. Dort mußte er eine halbe Stunde warten und als endlich der Herr HauSmipdtor erschien, erklärte dieser daß man in der Anstalt wohl eine Abtcilmn, für Syhilis und Krämpfe bade, in der Kranke vorübergehend aufgenommen würden, diesen Patienten müsse aber er ebenfalls abweisen, wenn er nicht die geictzlichen Vorschriften verletzen wolle. Was jetzt l Der Wagenführer eilte wieder zum 91. Polizeirevier zurück, angesichts der allgemeinen Aufnahme Verweigerung war auch der Herr Wachwieister mit seinem Latein zu Ende und sagte.„cS thue chm herzlich leid, aber der Führer möge mir sehen, wie und wo ei seinen obdachlr.c'n Passagier los würde. Jetzt blieb dem Trans portcur nichts andres übrig, als nach der Centrale seines Gcschäfrs zu fahren. Dort wurde der vor Kälte halberstarrte ächzende Patient von der Familie des Herrn Kopp mit Bonillou und heißer Milch gc labt und während dicier Zeit machte sich der Eigentümer des Kranken Wagens selbst auf den Weg, um dem Patienten in irgend einem Krankenhaus Unterkunft zu verschaffen. Endlich erklärte sich das von St. Lazarus bereit, de» Kranken aufzunehnw» und nach achtstündiger Irrfahrt und ebenso langem Aufenthalt. im kalten Transportwagen konnte der alle Mann' glücklich gelandet werden. Werden angesichts dieser geradezu Himmelschrcicndcn Zilständc die loyalen Staatsbürger nicht doch bald zu der Erkeuiltuis gelangen, daß das Zeitalter unserer so viel und hoch gerühmten Humanität, eine andre Ausgabe zu erfüllen hat, als ans Ki.r gen.- und F I o t t c n b a u z u s i n n e n. 2Z Jahren genügen soll, fängt eS bereits zu hapern an. DgS Wasser wird nach der Klärungsstation geführt, die sich an der Ost- seite des Ortes, am neuen Kirchhof, befindet. Trotz der Klärung entwickelt sich beim Abfluß in die umliegenden Pfühle ein bedenk- licher Geruch, auch will das Wasser nicht nach Wunsch in den Erd- bodcn. Die Gemeinde ließ Kanäle ziehen und einen Sickerbrunnen anlegen. Auch dies hatte nicht den gewünschten Erfolg mid oben- drein will jetzt die Mannheimer Gesellschaft, welche die Ländcreien für 1 899 909 M. erworben hat, die Bewässerung nicht mehr dulden. Die ganze Angelegenheit wird wohl noch viele Unannehmlichkeiten bereiten. Nachdem der Beschluß der Gememdevertretung, von den Grundbesitzern für die ausgeführten Kanalisationsarbeiten 25 M. pro laiifeiiden Meter der Straßenfroiit zu erheben, vom Kreisausschuß bestätigt ist, geht die Behörde gegen die Besitzer ziemlich scharf vor. Sie verlangt, daß die zugestellte Rechniliig innerhalb 14 Tagen be- glichen wird, ist diese Zeit vorüber, so tritt das Zwangsverfähren in Kraft, Der hiesige„Haus- und Grundbesitzer- Verein" wollte denn auch diesen Gemeindebeschluß anfechten, ist aber zu der lieber- zeugung gekommen daß sich gegen die Sache nichts machen läßt, Die geplante Eisenbahn von Potsdam«ach Köpenick soll in der Form eines Aktienunternehmens zu stände gebracht werden. Die Unternehmer haben sich jetzt durch den Jugenielir Koch in Schöneberg an die beteiligten Gemeinden mit einem Fragebogen gewandt, um die Beteiligung derjelbcn durch Ucbernahme von Aktien, Bewilligung von Beiträgen», dergl. festzustellen. VeLfsumnlttttgcn. Aus den Nachbarorte». Partciversatnmlnngcn in de» Vororten. In Rode brück bei A l t- L an d S b e r g findet Somitag, den 1l. d.M., nachmittags 4 Uhr, im Lokal dc§ GaslwirtS Meyer eine Volksversamm- Iu u g statt. Auf der TngcSordiiuiig steht ein Vortrag dcS Genossen Sradthagen. soivic Stelliingnahme zur Gründling eines Arbeiter Vereins.— Der Arbeiter-BilduiigSvercin für Marie ndorf und Umgegend hält ain Soiinabcnd bei Gerth, Tempelhof, eine Mit- glicder-Bersammliing ab, in welcher Rechtsanwalt Fränkl seinen 5. Vortrag über das Bürgerliche Gesetzbuch hält. In Schöncbcrg ist gestern die Begründung eines Vereins für VollSküchen bcschloffcn worden. Stadtverordneten- Vcrsamnllmrg in Spanda». Vor Ein tritt in die Tagesordnung intcrpelliert�Stadtv, D u ck s ch lSoc.) den Magistrat darüber, weshalb er der Stadtvcrorditctcn-Versammlung bisher noch keine Vorlage betreffend Wahl der am 25. Jan. d. I. bc- schlosscnen gcmischtenKoiyniission zur Siegelung der Löhne der städtischen F o r st a r b c i t er vorgelegt habe. Gleichzeitig rügte Du cksch, »aß die im Januar 1899 gcivnhltc Kommission zur Regelung Und Erhöhung der Löhne sämtlicher städtischen Arbeiter sowie Einführung ciiicr Reliktenvers orgung»och heute nicht zu einem Resultat gclomn.en sei? die letzte Sitzung dieser Kommission habe vor sieben Wochen stattgefiinde». Oberbürgermeister Költze becuuwortcte die Interpellation dahin, daß die Wahl der erstgenannten Kcmlniision auf die Tagcsordnnng der nächsten Sitzung gesetzt werden solle. Eiiien recht breitci, Raum'»ahm hierauf die Debatte über die „Pflasterfrage" ein. Tie hierfür eingesetzte Kommission bat die in Berlin, Charlotten bürg mid Steglitz mit„Macadam- Ccnientpflaster" belcgtc» Versiichsstrccken in Augenschein genommen, ist jedoch, da es sich hier imr um Versuche in ganz beschränktem Maß- slabc handelt, zu keinem abschließenden Urteil gekommen. DerMagistrat nimmt zu dem Maeadampflastcr eine a b l c h'n ende Stellmig ein und dringt auf Aniiahme des vorliegenden Pflasterplaiies«Reihenpflaster unter teilwciser Verwendiuig aller Berliner Steine). Die Versamm- lung beschloß, daß jeder Stadtverordnele erst noch seihst die Versuchs- strecken in Berlin, Charlvttenburg und Steglitz besichtigen solle. Die nächste Stadtverordneten-Versammllliig soll alsdann weitere Beschlüsse in dieser Sache fassen. Tie Bepsamvilung beschloß ferner auf den Vorschlag unseres Genossen Rieger, die im vergangencil Jahre esiigegangenihi Strafgelder der Stadtverordiretcil(14 M.) oer Witiue eines städtischen Foisiarbcitcrs, ioclchcr bei der Arbcir verunglückt und kürzlich im Krankenhause verstorben ist. zu überweisen. Tie seltsame Brandstifinngsaffairc in der HauShalttingS- schule in Groß-Lichte rfelde ist noch nicht anfgeilärt. Es hat sich ergeben, daß der gegen die Lehrerin Fräulein Anna R ö p e r gerichtete Verdacht, der zur Vcrhastimg der jungen Dame geführt hatte, sich als durchaus unbegründet erwies, weshalb die Entlassung dcS Fräulein Röper aus der Haft erfolgt ist. In derselben Nacht, in welcher die unschuldig verdächtigte Lehrerin sich in Haft befand, wurde in der Anstalt, obwohl sich Kriminalbeamte zur Uebcrwachuvg in derselben befanden, wieder ein Gashahn geöffnet, offenbar in der Absicht, eine Explosion herbeizuführen.� Man fand die vorher verschlossene Thür des Schlassaales j5er Schüleriiiiien geöffnet, so daß der Verdacht besteht, daß eine Schülerin die That verübt hat. Eine Kindesmördcriu wurde gestern von dem Gendarmen Daberkoio in Britz verhaftet und nach dem Uiitersiichungsgefängnis in Moabit gebracht, die unucrchclichte Dienstinagd Henriette St.. welche bei ciuem Ingenieur in Endende in Stellung war und bis zu ihrer Niederkunft der Herrschaft ihren Ziistand zu verbergen vcr- macht hatte, Bus Tcmpclhof wird uns berichtet: Mit der Ent- lväjferungsanlage unseres Ortes, die auf die Daner vou Eine Versammlung der Rohrcr. die am 4. Februar tagte, beschloß nach reger Diskujsioii, an welcher sich auch die Arbeitgeber beteiligten, den von der Kommission ausgearbeiteten Lohntaris an- zunehmen. � Hierauf erfolgte die Wahl einer Lohnkommission, in welche die Kollegen Wernau, Mithncr und Rcidis delegiert wurden. Tic Kleber(Dapczicrcr) waren am Donnerstag wieder voll- zählig versainmclt, um znnächst den von Strasse»! erstatteten Bericht über den Stand der Lohnbewegmig ciitgegeiizuiichuic». Im Anschluß an die bereits in der Soiiiltagsversammliiiig gemachten Mitteilungen' ist zu berichten, daß die Aussichten auf das Gelingen der Bewegung äußerst günstig sind, so daß es, von einigen Einzel- hcitcn abgesehen, zu einem Ausstand nichl erst, kommen dürste. Wie traurig die Zustände und wie berechtigt deren Beseitigung in der Klebcrbrauche sind, erhellt am besten ein Schreiben des Herrn Obermeister Äreß von der Tapcziercr-Jnnulig. in dem es heißt: „Ohne weiteres will ich Jhlini nur sage», daß Sie aus meine» Beistand— wenn ich Ihnen dienen kann— rechnen dürfen! Es wird allerdings bei der eingehenden Feststelluiig der Einzelpreise für— Details— noch nötig kin. nähere nnd unzweideutige Präcisicrlingcn vorziiliehmcn, obwohl ich persönlich noch niemals i> n t c r. wohl aber über diese Preise gezahlt und»och nie zu andren Sätzen gearbeitet habe. Leider arbeircn aber auch Gehilfen für Preise, die ich ihnen gezahlt, als sie bei mir arbeiteten,.— jetzt selbständig— nnd schädigen damit die ganze Branche, in der Siegel Lenke, die in Berlin erst laiiscii und arbeiten gelernt haben. Möge die Gehilfenschaft festhalten, sowohl im cigensien, als im'Interesse der Gesamtheit, an den festgesetzten Preise», somit werden sie nnd wir erreichen, daß die sogenannten„Schimdc" oder„Klamottcnklcber" lahm gelegt»iid ibnen der Lcbeiisfadcn abgeschnirtcu ivird," Dem mit freudiger Zlistiiiimniig von der Vcrsamuilnng aus- genomnienen Schreiben folgte eine längere Besprectumg, an der sich imsre Redner beiciligten, die zum Anichiiß an die bestehenden Orgam- sationen malmten. Leo Schmidt erklärte iiamciis des Verbandes, jegliche moralische mid materielle lliiterstütznng z» gcwäbre». Von den cingcladeiicii bczw, anwesenden Meistern sprach mir Herr Kubarsch in zustimuicndcr Weise. Das Ergebnis der Ver- Handlungen iyar die ein stimmige Annahme der in Form einer Resolution allfgcstclltcii. nachstehenden Bediiigimgen: „Die Vcrsainmlnng beschließt, daß am Freitag, den 9, Februar 1999, auf allen Bäuten und in allen Werkstätten, wo Kleber beschäftigt sind, der von der öffentlichen Versamuilmig am 4. Februar 1999 angenommene Tarif den betreffenden Arbeitgebern vorzulegen ist, lind spätestens am S onn a v e n d. 19. Februar 1999, deren zusageiider oder ablehnender Bescheid über den Tarif den bcschäftiglcn Klebern zu geben ist falls die Bewilligung nicht erfolgt, ist ans allen derartigen Arbeitsstätle», spätestens am Montag, 12. Februar, sofort die Arbeit einzustellen. Die Bewilligung muß durch Unterschrift und Stempel seitens der Arbeitgeber bescheinigt werden: alle ändern Abmachungen sind ungültig und ist auch die Arbeit nicht wieder anfzum'hmcn. In einer am Montag, den 12. Februar vormittags 19 Uhr, stattfindenden Vcriamnilllng, deren Bekaniilmachiiiig am Sonntag im„Vorwärts" zc. erfolgt, soll ein attssührlichcr Bericht über Annahme oder Av- Ichnuiig der Forderungen gegeben werden. Bis dahin sind die Arbeiter bczw. Bcrtrauensiiiämicr sämtlicher Betriebe verpflichtet, am Sonnabend, den 19. Februar, abends von 6—3 II b r, mid Sonntag, den 11, Februar. vormittags von 19—12 Uhr. Bericht über die augeiiblicklichen Verhältnisse zu eistatien, an die Lohnkommission, im Bureau bei P i n z e n, S ch ü tz e n st r a ß e 13/19(Fernsprecher: Amt I, 5148). Während der Versa m m l u n g am Montag und im Verlauf des TageS, haben alle Kleber Berlins und Um- gegcnd S t r e i k l e g i t i m a t i o n e n bezichmlgsweife Arbeits- b e r e ch ti g un g s k a r t e n in Empfang zu nehmen, sämtliche Streikende haben sich täglich zweimal im Bureau, S ch ützenftraße 18/19, vormittags zwischen 9—11 U h r mid nachmittags zwischen 2—4 Uhr, zur Kontrolle und Entgegemiahme sonstiger Anordnungen der Lohnkommission zu melden. Alle arbeitenden Kollegen haben von dem Tag an. wenn sie nicht mehr zu ziA Kontrolle erscheinen, für j e d e n T a g 25 P f. bis auf weiteres als Unter st ü tz u n g zu zähle». Diese B e i l r ä g e sind au die resp. Vertrauens- l e u t e und von diesen jede Woche an die Lohnkommission zu übermitteln. Diese Resolution wird gedruckt aus allen Bauteil verteilt," Nach einigen Mitteilungen über das Verhallen während des Aiisstandcs gelangte ein Antrag Riester zur Annahme, daß während der Lohnbewegung weder Kimdenarbeiter noch andere Kleber im Arb e i ts nach w ei S der Meister Stellung suchen noch annehmen dürfen. Potsdam. Eine gut besuchte Polksversammlnng,' ivelche am Donnerstag, den 8. Februar, in Voigts Blumengarten tagte, nahm nach einem' trefflichen zweistündigen Vortrage des Genossen Z u b e i l über die neueste Flottenvorlage die Berliner Resolution mit allen gegen eine Stimme an, RummelSburg, Mehr als 359 Parteigenossen nnd Genossinnen hatten sich am Mittwochabend im Cafs Bellevne eiligefimden, um energischen Protest zu erheben gegen die geplanten Marliiefordcnmgen. Genosse Stadthagen hatte das Referat übernommen. Redner schilderte in eingehender Weise die Schäden des Militarismus, Marinismus und der Kolonialpolitik und gedachte dabei auch der kultiirsördernden Thatcn eines Leist, Weh'lan, Peters und Prinz Arcnbcrg. Zum Schluß hob Redner hervor, daß alle die. welche für die' Flotteiivollage stimmen, die eigentlichen Vaterlandsfeinde find, indem dieselben dadurch ein Attentat auf die Kultur der Menschheit begehen. Gegner meldeten sich nicht zum Wort und wurde die Berliner Resolution einstimmig angenommen. Arbeiter-Sängerbund Berlins und der Umgegend. Dorsitzender Richard Tyate, Schöneberg, Gruncwaldstr. 99. Erster Kassierer Aottfried BortS Skalitzerstr. 113. Alle Aenderungcn int BereiuStalcnder sind -u richten an Otto JsaaS, Sttelitzcrstr. 15, Hof n Sonnabend, abends 9—11 Uhr: UcbmigSstunde und Auinahnie neuer Mitglieder.— „Lyrania", Göbel. Landsberger Allee 156.—„Sanges- Echo", Kuckuck, Namiynstr' S.—„Immergrün", Tegel, Rentner, Spaudauerslr 13.—„Glück zu" Lorisch, Pankstr. 32d.—„Hand in Hand II", FriedrichSberg, Heinecke, Friedrich Karlstr. 11.-„Frisch aus I". FriedrichSberg, Paul, Rummels- burgerstr. 45.-„Weiße Rose II", Weißensee, Sorrer, Sttaßburgstr. Sfi- „Eintracht I", Teltow, Deich, Zehlendorferstr. 6.-..Sängerlust" Luckenwalde, Scbulze, Beelitzerstr. 34.-„Frohsinn", Riiniinelsblirg, Bentlmg. Goethe- u. Kantstraßen- Ecke.-„Echo II", MarkgrafcnSpicske bei Fürsten- walde, Grasnick.—„Gem. Chor", Luckenwalde, Gerhart, Haag 5.—„Obcr- Schöncweider Liedertafel", Ober-Schvneweide, Wagener, Edisonstr. 5.— „Vorwärts VII". Nrnmilelsbnrg, Beutliiig, Goethe- u. Kantstraßen-Eckc.- „Zündholz", Becker, Wriezenerstr. 6.„ �. Arbciter-Raiicherbund Berlins und der Umgegend. Acliderungen im Vereinskalender sind zu richten an Eugen Raschke, Ripdorf, Mahlower- straße 1, 4 Tr, Soniiabeud:„Angler 1", Rlippert. Zlmmerstr. 59(alle 14 Tagel.-„Havana II", Nowawcs-Neüclldors, Simon, Priesterstr.Zl.- „Glück Auf". Rüdersdors-Kallbcrge, Greve,Heinitzstr. 19.-„Kuba", Mehr- wald, Alte Jakobstraße 54/55.-„Pappel", Dahnrke, Buchholzerstr.°.- „Havana I", Rixdorf, Pflug, Juliusstr. 59.-„Blauer' Dampf", Doye. Müllcrstraße 32a.-„Kommune", Barsch, Drontheimerstr. le.-„Gruiie Wiese", Schräder, Stralsunderstr. 63.-„Wasserturm", Schwarz,«straiz- burgerstraße 32,-„Einigkeit III", Wohlert, Herzfelde, Hauptstraße,- „Guter Tabak", Kupsch, Teltow, Hoher Steinweg 41.-„Venus, Eisen- blättcr, Charlottenburg. Cauerstr. 29, �. Arbeiter- Turnerbund. Sonnabend: Tumv.„ipichte, Berlin. abds, 8-19 Uhr: l. Männer- Abt. Fricdenstr. 37.- 3 Mamicr-Abt. Boeckhstr. 17/29- 8. Mäuner-Abt. Höchstestr. 36/37.- 2. Lchrlnigs- Abt. Skalitzerstr. 55-56.- 4. Lehrlings-Abt. Stephanstr. 3.- 6. Lehrfl-Abt. Ackerstr. 67.-„Freie Turnerfchaft Johannisthal" abds, 9-19 Uhr Senft- leben.- Turncrschait d. L.„Nereus"(gegründet 1882),.1. Lehrlmgs- Abteilung 8-10 Uhr abds. Manteusfelstr. 7.—„Arb.-Turno. m Adlershof, Schmauser, Bismarckstr. 16, 8i/z— 19l/„ U»r abends. �«- c o- Deutscher socialdemokratischer Lcscklnb t» Paris. Eafs �e Procope, Sine de l'Aiicicnnc-Comedie 13, Jeden Sonnabend öyeittliche Bcr- sammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer Unterricht, London. Der einzige hiesige socialdemolr. Verein Londons, der alte, von Karl Marx mid Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommumstiiche Arbeilcr-Bildungsverein besindet sich nach wie vor 49 Totteuham Street, Tottcnlmm Conrt Rd., W. London. Alle Ansragen in guoerkichaftlichen und parteigenüssischcn Angelegenheiten sind an vorstehende Adresse unter Bezelch- nmig:„An den 1. Sekretär" zu Händen des BereinSvorstandes'(, zu richten. Verein Vorwärts. Johannesburg(Transvaal). BcrcinSlokal Proareß-Bierhalle, Corner of Marshall and Small Street.. � �. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine.' Sonnabeild» Theater- und Vergnilgiiilgsverein„Askailia", Ramlerstraße 36,— Theatcrverem „Bohemia", Pletschow, Beteranenstr. 18.._. Konsumverein Eintracht» Jeden letzten sonnabeiid im Monat, Protz, Amielistr. 9. Eeiitralverbaud der Elektromontcure und Bernfsgenosscn Deutschlands. Sellion Berlin II. Heute 8-/? Uhr Sitzmig bei Immen- dorfer, Sophicnstr. 5. Freireligiöse Gemeinde. Somitag, de» 11. Februar, vorm 8'/„Uhr im oberen Saal des„Englischen Gartens':, Alexalidelflraße-<«, Versammlung.„Freireligiöse Vorlesung". Um 19l/< Uhr vorm. cbendaselbfM Vortrag des Herrn E. Aogthcrr:„Krimivälslndicn im Liaste der Religion. Gäste, Damen' und Herren, sehr willkommen. AuS Hamburg ist der Generalkonsul für Chile Ad. Joh. Schiv'artz, plötzlich geflüchtet. Finanzielle Schwierigkeiten, in denen sich Schwartz � schon seit längerer Zeit befindet, veranlaßtcn seine plötzliche Abreise. Der Fall ruft großes Aufsehen hervor, „AuS der besseren Gesellschaft". Fraiikfurt a. M., 8. Febr. Die Kriminalpolizei verhaftete hcnte in Mainz� ziver gefährliche Falschspieler aus der b c s.s c r c n G e s c l l f ch a f t, die von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt, Wiesbaden und Kastel seit einiger Zeit verfolgt wurde». Arbeiter- Risiko. In Osnabrück wurde» bei einem Bau- einsturz vier Arbeiter vcrle.tzt, drei davon schwer. Ans Frciberg in Sachsen wird berichtet: In der Wünschmann- scheu Ziegelei in Rabmi wurden durch eine nkdorgehende Lchmwand f ü n f Ar b e i t c r verschüttet; drei vermochten sich zu retten, die andern zlvci ivurdcn getötet. Zu dem religiöse» Mord iu Appeltcrn wird dem„Arnh. Conr." des weiteren geschrieben: Die Bevölkernng besindet sich in einem lvahrcn Aufruhr und wütet gegen alle Protestanten, Die Wohmnigeii der Pfarrer von Altforst und von Maosbommel ivurden bedroht. Letzterer Pfarrer hat die Flucht- ergriffen. Die Behörde verhaftete auch einen Mann ans Maasbommcl, der ebenfalls ein Opfer darbringen wollte nnd den Kindern im Dorf nach dem Leben trachtete. Die Frau des Mörders Scherl erklärte, auch ihr ältestes Töchtcrchen hätte geopfert werden sollen. deshalb nahm man ihr ihre fünf Kinder_ weg und brachte sie bei einer Familie in Sicherheit, � Dasselbe� geschah mit den drei Kindern einer Witwe, die ebenfalls der Seile angehört. Die Bevölkcrimg- ist dermaßen erbittert, daß der Bürgermeister gestern Abend die Hilfe dc-s Militärs anrnien mußte. Die Mitglieder der Sekte gebären alle zu dem eingesessciien Bailcriistc�d. Schcrf behauptet, Jesus' zu sein, nnd einer seiner Anhänger emärle laut. daß eine Million Engel ihn bcschirincn ivürdcn. Schorf wurde durch das Volk mißhandelt; ein Bruder von ihm ivu-rde in die Maas ge- worfcii. Es handelt sich also thatsächlich nni religiösen Wahnsinn. der eine ganze Anzahl von Personell zuglejch ergriffen hat. Am Montag hat die Polizei mit dem hlankeii.Säbel das Grundstück eines' der Sektierer gegen die Menge verteidigen müssen. Ausamm- lungeii von mehr als' drei Personen sind durch den Bürgermeister »erboten. NicdcrgcbranntcS Warenhaus. In Karlsruhe brannte DoniicrStagäbcnd das Warenhaus von Gebrüder Laiidmier voll- stänvig ans. Bis jetzt ivcrden drei Berkäiiscrsimcn vermißt. Schachspieler Stcinii? geisteskrank. Den berühmten Schach« spiele): Steinitz bat in N e>v D o r k.>vie bereits kurz berichtet, das Schicksal seines Rivalen Schiffers ereilt. Er lvurde der Irrenanstalt überwiesen, da er an dem Wahne leidet, mit elektrischen Strömungen geladen zn sein. Sein Zustaiid ist angeblich ernst. Steinitz war schon einmal irrsinnig. Schreckliche Ueberschwemmungen i» den Donaugcgcudcn meldet uns ein Telegramm ans Sofia, 8, Februar. In den Donau- gcgcnden von Siestrow nnd Nikopolis' sind.zahlreiche Dörfer über- schwemmt. Das Hochwasser steht 8 Meter über' dein Normalstand. i • In Reschiffa(lliigarn) steht seit Mittwoch der Nonaschacht in Flammen, Es heißt, daß ausständige Arbeiter ihn angezündet haben, doch fehlt noch jeder Beivcis hierfür. Marktpreise von Berlin am 8. Februar »ach Ermittliingen des kgl. Pvlizcivi'äfidiiniis. D.-Ctr. 15,29 14,39 13,99 15,— 14.19 13.-29 4,59 6,89 49,— 45,— 70,— 7,- 1,60 1,20 Tonne 14,- 13,70 13,- 14,20 13,30 12,50 4,- 4,50 25,— 25,— 30,- 5,— 1,20 1.- vmi Schiveineflcifch Kalbfleisch Haiiiinelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechle Barsch« Schleie Bleie Krebse 1 l>- «0 Stück Ug per Schock 1,60 1,80 1,60 2,60 5,60 2,20 2,80 2,50 1,80 1,60 2,80 1,40 12,— 1,10 1,- 1,- 3s- 1,20 1.40 1,- 1,~ 0,80 1,20 0,80 »/Welzen •jRügflcn.„ Fniter-Gerste„ Haser gut. .„ mittel„ gering Richlstroh. He» -s) Erb i eu, -r/Sprisebohne». ß/Liustn Kartoffeln, neue Riiidildsch, Keule 1 kg da. Laiich„ *) Ermittelt pro wirtschastSkammern— NoticrungSstello—.und umgerechnet vom Präsidium für den Doppeleentner, si) Kl-enitzandelsprcise. ' Produkte» markt vom 9. Februar, Am Getreide markt war Geschästslosigkcit vorherrschend. Die strengere Kälte und durchweg hohe' Auslandspreise für beide Brotarttlel ließen die hiesigen Abgeber Reserve beobachten. Wetzen und Roggen waren je 0,50 M. höher gehalten. Die Preissteigerung dürste noch weitere Dimensionen' angenommen' haben, wenn nicht der Mangel an Käufern dieS illusorisch gemacht hätte. Haser lag ruhig, aber fest. Rüböl auf Mcinmigskäufe weiter 0,20 M. anziehend. Man befürchtet, daß die unzureichende Schneedecke eine Schädigung der Raps- saaten zu Folge gehabt haben könnte. Arn Spiritus markt wurden 30 000 Liter 70er loco mit 46,90 (—0,10) gehandelt, der EenlralsieNe der Prenß. Laud- Polizei- Eingegangene Druckschriften. »Urcbtv fiir sociale Geietzgebung uud Statistik.« Das neueste Doppelheft dieser nunmehr im 13. Jahrgang erscheinenden, von Dr. Heinrich jSraun herausgegebenen Zeitschrist(Berlin, Karl Hepmann's Verlag) hat in. a. solgendeu Inhalt: Abhandlungen: Die Tarifverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Von Philipp Lotmar, Professor in Bern. — Die Berufs- und Gewerbezählung im Deutschen Reich vom 14. Juni 1895. Bon Prof. Dr. H. Rauchberg in Prag. II. Teil. Berufsgliederung und sociale Schichtung. Fortsetzung.— Gesetzgebung: Deutsches Reich. Das neue deutsche JnvalidenversicherungS- Gesetz vom 13. Juli 1899. Von Dr. Ernst Lange in Berlin.— Wortlaut des Jnvalidenversicherungs-Gesetzes vom 13. Juli 1899.— Grobbritannien. Die Lage der Ladengehilfen in England und das Gesetz über die Beschaffung von Sitzgelegenheit für weib- liche Labengehilfen. Von Eduard Bernstein in London. Briefkasten der Redaktion. Montag, Dienstag und Die juristische Sprechstunde findet Areitag von 6—8 Uhr abends statt. Drei Streitende. Was ein Umzug nach Kopenhagen kostet, wiffen wir so wenig wie Sie, können auch— um„drei Streitende" zu befriedigen — darüber keine Recherchen anstellen. vorwärts Reichenbach. Sie können eine Ausgabe zum Preise von !v!. 5,60 durch unsre Buchhandlung beziehen. Kn. 101. SB. hat im Sommer 1893 Berlin verlosten. Der Boykott war 1394. B. H. 162. 1. Der Kommunistische Arbeiter-Bildungsverein, London, 49 Tottenham Street, Tottenham Rd. 2. Wenden Sie sich an Karl Stangens Reise-Bureau, Friedrichstr. 72. Kohlensänre Z. Sprechen Sie event. mit dem Strafbefehl in der juristischen Sprechstunde vor.- R. S. 1»0Y. Derartige Versammlungen brauchen nicht angemeldet zu werden.— ffi. K. Sie werden voraussichtlich nicht bestrast werden. Sollte eine Anklage Ihnen dennoch zugehen, so sprechen Sie mit derselben in der juristischen Sprechstunde vor.— O. M» Bamberstraste. 1. und 2. Ja. 3. Bei der Polizeibehörde. — H. 2. S. O. 4. 1. Nein. 2. Zu nichts Vcrnünstigem.— Bcuth- straffe. Nach zutreffender Ansicht seit dem 1. Januar, falls das Arbeitsverhältnis längere Zeit dauerte, ja.— O. P. 166. Die Verjährungsfrist beträgt sünf Jahre; eine Bestrafung kann noch eintreten.— W. Secger. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Die Berufungsfrist begann mit der Zustellung an ihren Anwalt.— M. P. 16. Täglich morgens 8—9 Uhr. — W. R. 11. Das ist individuell sehr verschieden; es wäre am besten, Sie fragten bei dem Lehrer an. Die Einjährigenbercchtigung hat dieselben Folge», gleichviel, auf welcher Schule sie erworben ist.— 186. Sl. L. Sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde gelegentlich vor. Soweit er- sichtlich, ist eine Namensänderung in Ihrem Falle nicht möglich.— P. H. S. Ihr alter Bertrag gilt weiter, und zwar unter den alten Be- dingungen. Fordern Sie den Wirt auf, Ihr Recht anzuerkennen und klagen Sie eventuell.— W. M.. Weiftenburgerftraffe. Rein. — Slltcr Friste. 1. Ihre Frau mub mit Ablauf der Mietszeit die Miets- Wohnung auch unter den von Ihnen erwarteten Umständen verlassen. 2. Ja. 3. Ohne nähere Darlegung des Sachverhalts nicht zu beantworten.— — 91. P. 1666. Die Erteilung einer Abschrift des Testaments kann jeder beantragen, der ei» rechtliches Jntsreffe hieran hat.— Dh. L. 46. Es muß' nach den von Ihnen mitgeteilten Statuten für das volle Jahr gezahlt werden.' — L. I. 1666. Sie müffen, falls keine Verständigung erfolgt, erst klagen. Ohne vorausgegangenes Urteil oder einstweilige gerichtliche Verfügung darf ein Bcruiieter nicht exmittieren. Thut er es, so macht er sich strafbar und civilrechtlich schadensersatzpflichtig.— W. R., Nauiiynstrafte. Siein.: — B. K. 166. Sie lassen sich durch den Annenvorsteher bescheinigen, daß Sie auster stände sind, die Kosten eines Ehescheidungs-Prozesses zu tragen,! und überreichen dann diese Bescheinigung und das Sühneattest mit dem Antrag, Ihnen das Armenrecht zu bewilligen, dem Landgericht Civiliammer.l Mit diesem Antrag inüffen Sie zugleich darlegen, aus welchem Grund Sie die Lösung der Ehe begehren und durch welche Beweismittel Sie den Ehescheidungsgruiid beweisen wollen.— Alter 9lbo»nent. Das ist richtig/ — K. W. 1873. 1. Ja. 2. Ja, solch ein Vertrag wäre aber Ihrem Gläilbiger gegenüber ungiiltig. 3. Ja: wer zuerst pfänden läßt, ist zuerst zu befriedigen.— L. 262. Klagen Sie auf Herausgabe des Vertrages. Zu welchem Zweck derselbe avgeschloffen ist, ist un- verständlich. Haben Sie nicht etwa Ihre Rechte aus dem Patent in dem Vertrage cedicrt? Bielleicht sprechen Sie mit etwaigen Akten gelegentlich in der Sprechstuudi vor.— St. 46. Stellen Sie bei dem Gericht den An- trag, die Bücher einzuziehen.— 611. Leider ja.— O. G. 166. Stach' der Gesinde-Ordnung kann eine Herrschaft die Weihnachtsgeschenke auf den Lohn aufrechnen, wenn der Dienst iui Laus des Jahres durch Schuld des Gesindes aufgehoben wird. Im Lauf des Jahres heißt im Lauf des Dicnstjahres. Ist also das Gesinde am 1. Juli eingetreten, so kann die Aufrechnung bis zu dem 1. Juli, der auf Weihnachten folgt, erfolgen, wenn der Vertrag durch Schuld des Gesüides vor diesem 1. Juli aufgehoben wird. <�»lil«t«IIe Berlin.) Sonntag, de« 11. Februar, vorm. 16 Ithr. im„Märkischen Hos«. stldmtralstraffe Nr. 18«: KmlimmiiiIjiU der Telepltonkasten-Tiscliler ncbft den Tischlern, welche auf telegraphische, photographischc und chirurgische Apparate beschäftigt sind. Tagesordnung: Unsere Forderunzen. RiiMentttiilrel-Tisikzlev für Berlin und Vororte. Sonntag, den 11. Februar, vormittags 16 Uhr, im Engl. Garten. Alcxanderstraffc 27«:_ DM" Uersammlnug. Tagesordnung: Unser Lohntarif. 78/4 Deiitsch. Metallarbeiter-Verband Verwattangsstclle Berlin. Sonntag, den 11. Februar, vormittags 16 Uhr. in„Feuersteins Salon", Alte Jakobstraffe Nr. 75: Allgemeine Versammlung der Deizungsmonteme, Rohrleger und Reifer. Tages-Ordnung: Die Arbeitszeit im Bangewerbe unter fpceieller Berücksichti- gnng der Arbeitszeit der Rohrleger, und wie stelle» sich die Kol- legen zur Verkürzung derselbe»? Refer. K?'rle«lrl«I, Sielilesel. Montag, de» 12. Februar, abends S'/o Uhr, im Klnbhans, Schöneberg, Hauptstraffe 3—6:_ VevlQtNtttlung-WA für den Westen, Schöneberg und Tempelhof. Tages-Ordnung: Vortrag des Kollegen A. Korsten über:„Was lehren unS die Streiks und Lohnbewegungen in der Metallindustrie?" Mittwoch, de« 14. März er., abends 8Vz Uhr: Allpmeine Vertrauensmänner- Konferenz in de»„Arminhalle»", Kommaudantenstr. 26. Ohne Mitgliedsbuch und Legitimationskarte kein Zutritt! 110/18 Ble Ortsverwaltnng. AMng! Eiiisetzei*. AMng! Am Montag, de» 12. Februar, abends 8 Uhr, im Lokal deS ( Herrn Hertzberg, Alte Jakobstr. 73: Große öffentliche Rerfammlnng Tages-Ordnung: 1. Der Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Diskussion. All- Einsetzer haben zu erscheinen. Die Bezirks-Vlertrauensmänner beider Richtungen haben um K Uhr pünktlich in demselben Lokal zu er- scheinen. 78/5 Mss- D,r Arbeitsnachweis ist Alte Jakobstr. 75. Alle Arbeit must durch diesen vermittelt werden. Die Kollegen, welche durch Umschauen Arbeit suchen, erhalten keine ArbeitS-Bercchtignngskarte. Zur Deckung der Unkosten wird 19 Pfennig Entree erhoben. _ Ber Elnbernfer. Verband der Möbelpolierer. Montag, de« 12. Februar er., abends 8>/z Uhr: UiP Versammlung' bei E. Blecke, Ackerstrafte Nr. 123. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Kiesel über:„Die Aufhebung des Berbindungsverbots. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegcn- Helten. 4. Verschiedenes nnd Ausgabe der Maskenball-Billets zum 3. März. Mittwoch, den 14. d. M.. abends 8 Uhr, bei Scheere: Austerordentliche Vorstauds-Sitznug. 145/9 Der Borstand. I. A.: R. Höfer, Admiralstr. 19. Hpfip* Rixdorf. MilildemMat. Umin jmiiiiuts" Dienstag, den 13. Februar er., abends 8V2 Uhr: Mitglieder-Versammlung im„Apollo- Theater«. Hermannftraffe 48—66. Tages-Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Tk. Betzner über: Sittlichkeit und die e Gesellschaft. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. löste haben Zutritt. 232/2 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Mtllllg! RixdOrf. MtllW! Sonntag, de» Ii. d. M., vormittag« 11 Uhr: OtM.Möbkttlslhler-Ukrsmmltlng in den Apollo-Sälen bei Tkomn«, Hermaunstr. 48—49. Tages-Ordnung: Unsere Forderungen. 78/6_ Der Elnberofer. Achtung! Vereine. Ächtung! Nonnenbergs Parkschlößchen, Treptow, 3S28L» empstehlt sein Etablissement für alle vorkomulenden Vereins-Festlichkeiteii unter den coulantesten Bedingungen. A. Ronnenberg. 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Bericht und Abrechnung des Kajsierers. 3. Neuwahl des Vorstandes. Mitgliedsbuch legitimiert. Ble Verbandsieltnng. I ÄAm! Maurer. Mm! deren Nutzanwendung 136,8 . A.: Karl Panser, Nachdruck verboten I Nach Vjährigem Krankenlager ver-! Möbelvolierer! schied der ehemalige Ehren meister,> Allen Freunden und Bekannten die � traurige�Nachricht, dag unier Kollege Steinmetz'' s2Z03b Traugott Kölsch, im 72. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am 10. er., vormittags 9 Uhr, vom Central-Friedhof aus statt., Ties zeigen tiefbetrübt an Die Hinterbliebenen. Richard Maroko verstorben ist. Die Beerdigung findet Soiintagnachinittag IVz Ubr vom städli-chen Krankenhaus Friedricbshain ans mit. Rege Beteiligung erwarten 2320hj Die Kollege». Den Formern Berlins zur Nach-' richt, daß unser Vater, der Werkzeug-! schloffer 23116' Adolf Lachmann am 6. Februar, nachts lU/z Uhr, nach schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachm. 3 Ubr, von der Leichenhalle deS Skeueu St. Paul- Kirchhoss am Plötzensec aus statt. Dies statt jeder besonderen Meldung Gebrüder Lachmann. Allen zur Nachricht, daß am 7. d. M. unser treuer Sangesbruder, der Stein- drucker 65/5 Willy Weibel verstorben ist. Der Gesangverein„Weisse Rose" Reinickendorf. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. Februar, nachm. 3 Uhr, vom Trauerh., Restdenzstr. 101a, aus statt. VminmWahrungdtr Zllteressen der Maurer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Stachricht, daß aui 4. Februar unser Mitglied Ikttrl Schmidt im Alter von 48 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmans-Kirchhoss, Mariendorfer Weg, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 129/3 Der Vorstand. Parteixenossen Reinickendorfs! Am 7 Februar starb nach längerem Krankenlager der Steindruck« Willy Weib ol im 31 Lebensjahre an der Proletarier- krankheit. Da derselbe Ausländer (Schweizer) war, war es ibm nicht gestattet, sich öffentlich zu bethätigen. Doch war er seit Jahren stets ein treuer Mitarbeit« w der Partei. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Traucrhause, Residenzstr. 101a, aus statt. Um zahlreich« Beteiligung bittet Ber Vertranensmann. Schiiltze, Wnsscrthor- 8tr. 1/2. Behandlung aller Haut-, Blasen- und Harnleiden ohne Berufs- störillig. 3575.L* Sprechstunden 9—2, 5—9. gSF' Bei Vorzeigung der Vcrbandskarten 10 Proz. INtiitt Abendknrsns her „Elektra" Donnerstag, 15. Februar. Dauer 6 Monate in Theorie i u. Praxis. Keine Vorkenntnisse. Teugnls— Stsliungsnacbwels. Anmeldung; Prlnzenstr. 55, l, Auch Sonntags bis 1 Uhr. Man verlange Prospekte. Ifai'hü bh elegante wm Herren- Anzöge ■i nach Mass m 30 Mk. m hochfeine o» Sommer-Paletots nach Mass. Für 10 Mark hochelegante Beinkleider nach Mass,[3695L» guter Stoff, tadelloser Sitz. Riesenstoff lag er 14 Krausenslrasse 14, 1 Tr. 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