Nnterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 134. Sonnabend, den 13. Juli. 1912 (Nachdruck verbot««.! m Der Mittiber. Von Ludwig Thoma. £>a et mit der Lederhose im Bett gelegen war. mußte der Schormayer nur in die Pantoffel fchliefen(schlürfen) und war schnell in der Küche. Hinterm Herde stand unordentlich gekämmt die Ursula: ihre Stirne war in viele Falten ge- zogen, und ihre Augen flackerten: auf dem Boden lagen die Scherben einiger Töpfe, und der blecherne Milchkübel zeigte eine große Dulle, und daneben war reichlich Milch verschüttet. „Was is?" fragte der Bauer. „Ja, was is? I that no frag'n, wann i du waarl De Leas(Sau), de miferablige, kimmt da ganz frech eina, und tma'r i ihr sag, daß f' auf da Stell packa soll, lacht sie no ganz frech: und du bischt da it Herr, sagt sie, und dös müass'n mi erst sehg'n, was da Baua thuat, hat sie g'sagt. Und was? sag i; sehg'n willst du was, sag i, dös sell ko'st d' sehg'n, Hab i g'sagt, daß i dir oane nei'hau, Hab i g'sagt, du Hadern, du Schlampen(schmieriges Weibsbild), du aus- g'sckamta, sag i, du.. „Laß di no net gar a so aus!" unterbrach sie der Schot- mayer. „Ja da soll mi dielleicht no staad sei. bal mi so was siecht, und der Hadern derfat si gar no aufmanndeln(aufspielegen)! Aba i hon ihr's zoagt, ob sie frech sei derf." „Daß du grob bischt, dös woaß mi so," sagte ihr Vater und schaute die Scherben an. „Mit dera geh i no ganz änderst um, bal s' no amal eina kimmt." »So? Bischt du Herr da herin?" „Dös is mir Wurscht. I leid's amal it." „Net?" „Na! Und loa Stund bleib i mehr mit dem Schlampen rn oan Haus." „Du, laß da's g'sagt sei: wann' d' mit mir redst, nacha plärrst it a so!" „Und i sckirei amall Und vo mir aus hört's de ganz Nachbarschaft, und des ganz Dorf derf's hör'n, wia's bei ins zuageht?" „Sei staad, sag i dir?" „Net bin i staad: und von so oan. als wia du bischt, laß i mir's Mäu gar it biat'n." ..Wos?" „Ja, von so oan! Pfui Deisi!" Schier hätte Ursula, die sich in sinnloser Wut heiser sckirie, ausgespuckt: aber da sah sie noch, wie ihr Vater seine Hand aufzog, und sie hielt schützend einen Arm vors Gesicht und duckte den Kopf nieder. Der Schormayer ließ die Hand sinken. ..«iebgst," sagte er ruhig,„wann di du jetzt net a so braucht hättft, nacha Hütt i de Zenzi auszahlt, und sie waar furt ganga. Aba jetz bleibt f bis Liachtmeß." „Dös will i sehgn." „Dös stechst scho, du Malafitzkramp'n, du; und grad weils d' dn a so plärrt hoscht, bleibt s' jetzt!" „Na kost ja heunt Nacht Wieda aufischiafa dazua!" „Muaß i di frag'n, was i thoa derf?" „Jawoi, n>eil's mi aa was o'geht, und toeil's a Sckland tS für ins all mitanand!" „Kümmer di du um bei Sckwnd: und dös wirkst da: was du willst, dös g'schiecht gar mal" „Na geh'n i?" „Geh zua! Hab i di vielleicht bettelt, daß d' bleibscht? Schaug mir amal so was o! Machet dös Viech da herin in aller Fruah scho an Krach, daß ma's drei Häuser weit hört, und schmeißet mci G'schirr umanaird, und nacha reißt sie's Mäu geg'n ihr'n Vata aus!" „Wann du mit Recht'n umgehst, sagt koa Mensch was!" „Allssammete, was i thna, is mei' Sachs Herr bin i, dastehst: und dös gang nnr grad no o, daß i in mein Haus an Schpion Hamm miiaßt!" „Da hat's kan Schpion it braucht: du bischt scklo so auf- trappt, daß ma di hör'n hat müass'n." „Vo dem werd it g'redtl" „So? Da derfat mi it red'n davol" „Koa Wort werd it g'redt von dem! Und dös sag i dir: bal i was spann, daß du da was aus'n Haus außi trägst, na schlag i di amal mit'n Ochsenfiei�l her! Du bischt ma no lang it z' groß g'wachs'n!" Indem jetzt der Ursula keine richtige Antwort einfiel, setzte sie sich auf einen Hocker und fing hinter der vorgehalte- nen Schürze gottesjämmerlich zu weinen an. „So waar's nackia, daß mi's Kind von Haus waar und hätt koa Recht umadum, und bal mi dös sagt, was amal wahr is, na that er gar sag'n, er. schlagt oan' mit'n Ochsenfiesel; und d' Muatta bal no lebat, de schaugat schö.. Dem Schormayer war es nicht gar zu Wohl, und er ging zur Türe. „Gel," sagte er,„jetzt kost rotz'n(weinen) I Z'erst werd alls z'sammgriss'n vo lanta Wnath, und nacha werd g'heant (geheult). Wia halt de Weibsbilder san, de damischen!" Und damit ging er. Aber die Ursula war einmal im Zug und mochte nicht aufhören. „Dös wenn d' Muatta wissat, wia's bei ins zuageht, de hätt' ja ini Grab aa no koan Ruah, und is grad guat, daß s' nix woaß und nir siecht vo dem Saustall und vo dera Schand..." Sie merkte erst jetzt, daß der Vater nicht mehr in der Küche war, und trocknete sich mit der Hand ihr nasses Gesicht ab und schnupfte ans, und dann griff sie nach dem Schürhaken und schaute gleich wieder suchtstenselswild in die Welt. „n Grind(Schädel) schlog i ihr no ei', dera!" sagte sie. ** * Ja, die Weibsbilder! Der Schsrniayer lnelt die Hände verschränkt hinterm Rücken und ging in der Stube auf und ab. Noch was' Dümmeres gibt's nicht wie die. Ziesern! Alles hätte mis Ruhe geschehen können, und die Zenzi wäre heute noch ohne Aufsehen fortgekonimen, und kein Wort hätte man darüber reden brauchen: aber nein! Es muß einen Krawall geben, und aus der verschwiegenen Nacht muß die Dummheit ans Licht hingestellt werden, daß sie nur ja recht dreckig ausschaut! � Und geredet muß darüber werden, ioo jedes Wort zu viel ist und alles erst ausrnbrt. Er hätte sich selber schon die Leviten gelesen und aus der Geschichte seinen Merks(Lehre) ge- nommen: aber von einen andern läßt man sich so was nicht unter die Nase reiben. Herrgott! Wie das zuwider und bunini war! Stellt sich die Gans hin und kehrt den Schmutz zu einem rechten Haufen Husammen. Bei der Magd bist gewesen in der Kammer! Zu der Magd bist hinaufgeschloffen in der Nacht! O du Lall'n! Wäre es gar nicht gegangen, daß man das Maul gehalten uird bloß mit den Augen geblinzelt hätte? Ick? weiß alles, verstehst schon, aber... Dann war dem Respekt nicht weh getan: und wenn der Schtesling ausgezogen war, hätte die Wunde schön verheilen können. So aber war das Kurieren schier nicht mehr möglich. Wenn er die Zenzi wegsckiirlte, schaute es aus, als hätte er reumütig der Tochter nachgegeben lind sich von ihr zwingen lassen: und ob die Magd nach der Schimpferei sich still verzioben wolle, das war such nicht gewiß. Und wenn er sie bis Lichtmeß im Hausc ließ, war die Geschichte erst recht nichts. So oder so: die Blauiajchi war einmal da. Wie das Sprichwort sagt: Lange Haar lind kurzer Bor- stalld, und immer das Maul voraus, und immer zuerst plärren und nachher erst zum Denken ansangen. Wenn er die Zenzi daließe— gelt, wie die in sich hinein- lachen würde, aber doch mcht so heimlich, daß eS die andere nicht sehen könnte und nicht allelueil wieder eine Ursach hätte zum Spektakel ausschlagen! Ja, was tun? Da hätte der Gescheiteste eine harte Ruß zum Aufknacken! Und so. einfach war' es zu machen gewesen! Fein still und mit aller Ruhe. � Der Schormayer schallte zum Fenster hinaus. Gerade - 584 fuhr die Zenzi einen Schubkarren voll Mist auf den Dung- Haufen. Ahal Die dachte gar nicht ans Gehen und tat ihre Arbeit wie jeden Tag. Jetzt leerte sie den Schubkarren um und sah zu ihm her. Er ging zurück und setzte sich auf die Ofenbank. Das war nichts, daß die Dirn noch bleiben sollte. Wer wußte denn, ob die zwei Weibsbilder nicht eines Tags in: Hof zu raufen kämen, oder ob die Ursula vor dem Knecht ihre Worte in acht nehmen würde? Ein Ausweg war vielleicht, die Zenzi wegschicken, und gleich hinterdrein die Ursula. Die sollte nur zum Basel nach Arnbach ziehen; eine Ausrede ließ sich schon finden. Hernach bald heiraten, und weg damit! Der Schormayer konnte es anschauen, wie er wollte: es war jedenfalls das einzige, was sich noch tun ließ. Und mit der Zenzi wollte er gleich reden. Er stand resolut auf; und wie er hinaussah, fuhr sie gerade wieder mit dem Schubkarren aus dem Stall. Er öffnete das Fenster und pfiff ihr. „Zenzi!" Sie wandte das Gesicht lachend gegen ihn. „Was is?" „In a halb'n Stund, und bals d' mit der Arbet firti bist, kimmst zu mir eina!" „Was willst denn?" „Dös sag i Dir nacha scho." Er schloß das Fenster. Sein Sohn, der Lenz, stand unter der Türe und schaute ihn mit groben, zornigen Augen an. „Was hat denn mir d' Ursala g'sagt?" fragte er schier drohend. „Was woaß denn i, was Dir de g'sagt hat?" „Is Dir nix bekannt?" „Frag mi net a so aus! Gel? Dös is do mir ganz Wurscht, was de sagt!" „Aba mir it!" „So? Na red no fleißi damit und stell die in d' Kuch'l und ratsch(schwätz)!" „Da braucht's koa ratsch'n gar it! Dös is schnell g'sagt g'wen, was sie mir zu'n sag'n g'habt hat." „Lang oda kurz,— mir is Wurscht." „Ja. Dir muaß scho viel Wurscht sei, wann Di Du gar nimma schämst und bei da Nacht uckanandsteigst wia'r an alta Koda(Kater)." „Hascht Du mi g'sehg'n?" „Na! Sinst hält i's no bei da Nacht außi g'haut, dös liiaderliche Mensch!" ..Bal i di lass'n Hütt', gel?" (Fortsetzung folgt.) KarK Eine Szene aus dem Kinderleben. Von Hermann Conrad i. Der Knabe starrte noch immer mit weit aufgerissenen Augen in den Hofraum hinaus... Sein Blick flog das Weinspalier hinauf und suchte die rötlichen, halbreifen Trauben, die aus dem aelbgrünen, mit goldenen Sonnenlichtern hier und da bestreuten Laube lockend hervorluglen... Dann schweifte er über die Fässcrlagen hinweg und blieb schließlich am Rollwagen haften, auf dem der Kater immer noch Sonntagsrast hielt, bald zu kurzem Schlafe einnickend, bald zu halber Stellung aufgerichtet, um mit der geschmeidigen Zunge eine graziöse Fclltoilette vorzunehmen... „Sieh die Katze, Vater! Die putzt sich auch!"... „Geh mal hin und streichele sie mal— du sollst sehen, wie sie pfaucht!..." Karl lief auf den Rollwagen zu. Aber ehe er bis hin gekommen, war der Kater schon mit einem mächtigen Satz herabgesprungen und durch eine kleine Oeffnung in der Niederlagstür, die eigens sein Portal war, in den Speicher gehuscht... „Mieze ist ausgerissen, Vater!" rief der Knabe und wollte zu seinent Vater zurücklaufen. Da fiel plötzlich sein Auge auf ein kleines Gespann, das mit seinen Hintcrräderchen aus einem von zwei größeren, nebeneinander liegenden Fässern und dem Erd- boden gebildeten Unterschlupf hervorsah... Karl heftete erst ein paar Sekunden die Augen auf seine Eni- deckung. dann bückte er sich und zog behutsam den Wagen hervor. Schließlich wickelte sich auch ein Pferd mit heraus, das leider keinen Kopf mehr besaß.. i Auch dem Wagen fehlte eines feiner Vorder- räder. � Er sah überhaupt schon gehörig abgenützt aus. Ihre Be- sitzer, jedenfalls die beiden kleinen Enkel des Herrn Kommerzien» rats, die da oben in der ersten Etage mit Papa und Mama beim Großvater wohnten— der junge Steinbeck hatte eine Tochter vom Sozius des Geschäftshauses geheiratet und sollte dereinst Allein. besitzer der Firma werden, vorläufig lebte er meist auf Reisen— die Besitzer also des kleinen Fuhrwerks schienen mit demselben nicht gerade sanft umgegangen zu sein. Nun waren sie seiner wohl schon längst überdrüssig und hatten es achtlos als Spielzeug, das seinen Beruf erfüllt, zwischen die Fässer geschoben. Da mochte werden aus ihm, was wollte... Karl betrachtete das verkrüppelte Ding mit halb scheuen, halb neugierigen, begehrlichen Augen. Nein! So etwas hatte er noch nie besessen! Es mußte doch zu hübsch sein, mit dem Wagen im Hofe herumkutschieren zu können. Ob er es wohl wagen dürfte? Er sah sich um. Es war nie- mand in der Nähe, der ihn hätte hindern können. Der Vater hatte sich wieder in seinen Schundroman vertieft und da oben im ersten Stock, da war ja auch keiner zu sehen. O ja! Er konnte es versuchen! Karl beugte sich nieder und zog das kleine Gespann an dem Stückchen Leinen, das noch vom Rumpfe des Pferdes auslief, ein paar Schritte weiter in den freieren Hofraum... Dann ging es los... Erst ganz langsam... Der kleine Bursche sah sich öfter um, ob nicht etwa noch ein Rad abgefallen wäre... Nein! Sie saßen noch alle drei fest daran... Nun konnte er einen leichteren Trab wagen... Leicht ward es ihm nicht... Er kam bald ins Schwitzen und der Atem wurde kürzer und kürzer... Er war nicht daran gewöhnt, so lange zu laufen, er, der gewöhnlich in seiner halbhellen Ecke zu hocken pflegte... Aber es machte ihm doch unbändigen Spatz, mit dem kleinen, klappernden Ding im Hof herumzujagen... Und dabei war alles so still und einsam, zuweilen nur klirrte ein Pferd einmal im Stall und stampfte mit den Hufen gegen den Boden oder der Wind raschelte einmal in den Blättern, die der Vater da unter dem Tor- weg las... Das Klappern des Gespanns, das unter seiner Leitung frisch. weg über Stock und Stein hinstolperte, hörte Karl nicht... Er ging ganz auf in dem Lustgefühl, ungestört und unbetrachtct von anderen neugierigen Augen, seinem Spiele nachhängen zu dürfen... Wenn nur der Atem etwas länger aushielte!... Und die mit dem stärkeren Hervorbrechen des Schweißes steigende Müdigkeit des Körpers warf auch einen Schatten auf seine helle Kinderfreude... Andererseits aber war es doch wieder zu schön, solch ein kleines, gefügiges Ding an der Hand haben und durch den ganzen Hof schleifen zu dürfen!... Und immer war noch kein weiteres Rad abgesprungen und das Pferd konnte auch ohne Kopf ganz brav laufen!... Es war wirklich köstlich!... Da nahm aber die Müdigkeit überhand... Es flimmerte dem armen Jungen vor den Augen... Sein Atem ging laut und rasselnd... Sein Gesicht bedeckte eine tiefe Röte und die Beine zitterten ihm heftig... Er konnte sich nur mit Mühe aufrecht- erhalten. In dicken Tropfen perlte ihm der Schweiß von der Stirn, den ein abendlicher Windhauch schnell kühlte und kältete... Dann lief ein leises Frösteln behende über seinen Leib... Aber drinnen im Leibe war es ihm heiß, glühend heiß... Als sei da ein mächtiges Feuer angezündet, fo war es ihm... Die Haare hingen ihm, von kaltem Schweiß beträufelt, in Stirn und Wangen in langen, ausgezerrten Strähnen... Sein Puls ging schnell und die Stirne brannte heftig... Karl ließ die Leine aus den kleinen, krampfhaft zusammen- gezogenen Fingern gleiten und lehnte sich an eine Fässerwand... Vor seinen Augen wirbelte alles bunt durcheinander... Es war ihm, als säße er in einer Schaukel, die ihn auf und ab schwibbte... Alles, was im Hof lag, tanzte um ihn herum... In den Roll. wagen war plötzlich Leben gefahren— er toste in phantastischen Sprüngen einher, polterte über die Fässer, rempelte mit der Stange, die ein drohendes Aussehen annahm, als wollte sie jeden durch- bohren, gegen die Mauern— gegen die Fässer, die wild durchein- anderpurzclten— von der Nicderlagswand machten sich die Reben- bäume los und tanzten dämonisch in der Lust herum, die rotblauen Träubchen waren zu dicken, blutroten Knollen aufgeschwollen und es gab ein impertinentes Zischen und Kreischen, wenn sie in dem rasenden Taumel die Luft peitschten, und plötzlich saß auf einer Riescnfrucht der Kater— sein Fell sträubte sich empor— es bauschte sich aus zu einem halbkugelförmigcn Höcker, aus dem ein Wald kleiner, gleichsam versteinter Lanzcnspitzen starrte— und jede Spitze trug ein rotes, flackerndes Flämmchen— und dann die grüngelb schillernden Augen des Katers selbst, die wie zwei große, unheimliche Flammen aus dem Berginnern herauszulcuchten schienen— und jetzt sprang das feuersprühende Ungetüm von Knolle zu Knolle— und da!— kam da nicht auf einem Faß der Vater angeritten?— Er hatte eine riesige Stange in der Hand, die oben als Fähnchen einen hätzlich gelben Papierfetzen trug— und mit dieser Stange fuchtelte er in der Luft herum, als wäre er be- trunken— und jetzt sprang der Kater auf den gelben Papierfetzen zu— und jetzt saß der flammenlodernde Berg auf dem Kopfe deS Vaters und der lachte— lachte so grell— so schneidend— und der ganze Hof gellte mit-- und der Knabe mußte laut aufschreien— er fühlte, wie er niederglitt— noch einmal sprangen die Augen- lider empor— zum letztenmal schlug die wahnsinnig gewordene Welt da draußen in seine Seele— dann kamen die Schatten— dann kam die Nacht— es war alles tot, ausgelöscht— in schwarzer Finsternis untergegangen... Der Vater war erschrocken aufgesprungen, als er den kurzen jähen Schrei seines Sohnes gehört... Im nächsten Augenblick stand er vor der zusammengebrochenen Gestalt... So stand er nun, nur ein paar winzige Sekunden, vornübergebeugt, leichenblassen Gesichts, die eine Hano hielt noch ein herausgelöstes Blatt des Kolportage-Romans— die andere tastete instinktiv nach einem Fasse, um sich festzuklammern... Doch da bückte er sich schon und hob mit bebenden Armen das ohnmächtige Kind in die Höhe. Er drückte es an die Brust, küßte es auf den Mund, rief es in wehmütigem, flehendem Tone mit allen möglichen Kosenamen, die ihm seine Angst, seine grenzenlose Aufregung eingab:„Karl!— Karlchcnl— Was hast du denn ge- macht, mein Liebling!— Ach Gott! Ach Gott! Oeffne doch mal die kleinen Guckaugen! Na mach doch!... Willst du nicht, Karlchen?" Und immer lauter und dringender wird seine Sprache — aber Karl liegt wie tot in seinem Arme— er rührt und regt sich nickt— die Aermchen hängen schlaff herab, die Augen sind fest ge- schlössen, ein paar große, dicke Tropfen eiskalten Schweißes laufen matten Ganges von der kleinen Stirn über die eingefallenen Wangen— der Puls geht ganz leise, kaum hörbar... Nun steht der Vater in seinem kleinen, kühlen, kahlen Haus- mannszimmer, in dem es so ungemütlich ist, wie in dem engen, dürftig möblierten„Wartesalon" einer kleinen Bahnstation... Er setzt seinen Knaben aufs Bett... Behutsam, ganz be- hutsam... Dann nimmt er vom Tisch ein bestaubtes Wasserglas — an der einen Stelle seines Randes war schon ein Stück heraus- gebrochen, das fast wie herausgebissen aussah— und läuft nach dem Hof zurück, um es am Brunnen mit frischem Wasser zu füllen... Er ist zurück und besprengt nun die Stirn seines Kindes mit der kalten Flüssigkeit... Er streicht die Haare zurück und benetzt auch die Schläfen... Dann schüttelt er es einige Male hin und her— und nun endlich schlägt Karl seine Augen auf— langsam, ganz langsam ziehen sich die Lider in die Höhe, um sogleich wieder zurückzufallen... � Aber der Junge hat die Augen doch wenigstens einmal ge- öffnet.— Der Vater läßt einen kleinen Teil seiner Angst fahren... Ein Hoffnungsfünkchen blitzt wieder in ihm auf... Aber was soll werden? Das Kind kann doch hier nicht liegen bleiben. Unmöglich! Es muß nach Hause— ins Bett!— unter die Obhut der Mutter!... Aber der Mann ist allein... Die Pflicht bindet ihn ans Haus... Um zehn Uhr erst kommt der Arbeiter, der heute hier schläft... Und jetzt geht es erst auf acht! Noch über zwei Stunden!... O Gott!... Da schlägt Karl die Augen wiederum auf... Sie bleiben etwas länger geöffnet als vorhin... Und auch der Blick ist schon weniger starr und teilnahmslos... Und da! Bewegen sich da nicht die Lippen? Der Knabe bemüht sich, etwas zu sprechen... Aber er besitzt die Kraft nicht, die Worte deutlich und verständlich über die Lippen zu bringen... „Mein Karl! Sag, willst Du was?..." Der Blick des Knaben wird ein wenig intensiver... Tie Ge- sichtszüge verlieren ihr apathisches Aussehen, sie nehmen eine leichte Spannung an, das Auge macht eine mehr angedeutete als ausgeführte Neigung... „Trinken, ja?" Wiederum ein mattes Nicken... Der Vater nimmt das Glas und setzt es an die Lippen des Knaben, Der richtet sich ein klein bißchen in die Höhe und nippt dann ein paar Tropfen!... Dann fallen- die Augenlider wieder herab, die Mienen verlieren ihre Gespanntheit, sie werden von neuem schlaff, apathisch... Der Vater sitzt vor dem Bette und starrt auf sein Kind... Er kann nichts tun, das wurmt ihn mächtig... Der Doktor! Aber heute ist Sonntag, da spannt der geplagte Mann auch einmal aus... Das arme Kind!... Da durchzuckt ihn eine Vermutung. Vielleicht kommt die Mutter, den Knaben zu holen! Es muß ihr doch auffallen, daß er über die Zeit hinaus bleibt! Sie muß doch ängstlich, doch be- sorgt werden! Aber wird sie von Hause weggehen können? Sic wird zu tun haben... Aber vielleicht kommt sie doch! Dbr Mann hofft es zuerst... Dann wird es ihm immer mehr zur Gewißheit. Zuerst erwartet er seine Frau, als hätte sie fest ver- sprachen, den Jungen abzuholen... lSchluß folgt.! Die Grolk ßcrUmr Kunft- auertcllung. ii. Es war ein guter Gedanke, eine Reihe deutscher Städte- bilder zusammenzustellen; man trifft sie in dem sogenannten Ehrensaal. solche Methode, Bilder nach einem bestimmten Thema zu sammeln, ist nie ganz ungefährlich; darum Nicht, weil leicht das Thema für wichtiger gehalten werden kann, als die Maler«. Es hätte geschehen können, daß man nur Illustration, mehr Photographisches als Künstlerisches zu sehen bekam. Das ist ver« mieden worden; was wir hier an deutscher Landschaft anschauen� ist mehr als Geographie und Heimaikunde, ist:„ein Stück Natur, gesehen durch ein Temperament". Da ist Hans Thoma, der sich mit Liebe in die Melodie des verträumten Besigheim einfühlte; das war schon 1860, ein sicheres Zeichen dafür, daß der deutschen Malerei die Tradition der Landschaft nie verloren ging. Dieser frühe Thoma und daneben ein gleichfalls sehr frühes Bild von Wilhelm Trübner lassen leicht Entwickelungslinien ziehen rückwärts zu Ludwig Richter, Dahl und Caspar David Friedrich, vorwärts zu der Landschaftsmalerei unserer Tage, zu Kallmorgen, Kalckreuth, Ullrich Hübner. Das will beachtet sein. So sehr wir wissen, was wir dem französischen Impressionismus zu danken haben, so können wir doch getrosten Mutes behaupten, daß niemals, selbst nicht im Schatten Mackarts und Pilotys die Seele der deut» scheu Landschaftsmalerei ganz tot war. Wobei man hinter dem scheinbar romantischen Begriff der Seele so etwas verstehen muß wie Erdgeruch, Volksgefühl, Musik der Vögel, der Wasser und der Winde, das Ungefähr des Findens und die Treue der Hingebung. Solche Größe lebt nicht in allen, von denen wir hier deutsche Land» schaft gemalt sehen; aber doch in so manchem. Sie lebt in Schön- l e b e r, der mit rührender Zärtlichkeit, zuweilen mit einem dra- matischcn Aufraffen, die weitgespannten Hügel, die schäumenden, durch den Fels sich fressenden Wasser und die am Ufer hochklcttcrn- den Häuschen der oberdeutschen Lande malt. Solche Größe ist nicht so sehr bei Ernst Liebermann zu spüren; dein wird die Landschaft gar so leicht zu einem Ornament, zu einem Spiel der Gegensätze. Er sieht das Mondlicht im Park von Nymphenburg, sieht es als Ringclrcih, mehr elfisch als clmcntar. Er braucht Effekte, grelle Spiegelungen, Schattenbilder, seltsame Bclcuchtun- gen; er ist mehr geschickter Illustrator als fühlender Maler. An solchen scheinbar geringen Unterschieden entscheidet sich oft ja inimer das Wesen der Kunst. Die Nüance ist alles, sie aufzuspüren, schafft unbändiges Vergnügen. Da ist Adolf H ö l z e l, der Dachau malt, milchig, flimmernd, in weicher Müdigkeit versunken. Da- neben hängt A r t u r Grimm, ein Trübnerschüler, der aus harten, klar hingesetzten Pinsclstrichen ein Bild von Säckingen auf- baut. Da ist S k a r b i n a, der den verwackelten, armseligen Druvenhof aus Alt-Hamburg porträtiert, so etwa wie man eine alte Frau mit Runzeln und Schicksalszügen abschreibt. Daneben von dem jungen Lucien Blum er lockre, lustige, aus Färb« tupfen zusammenlebende Bilder von Straßburg. Heinrich Wer- ner nutzte Frankfurt ani Main für eine nervöse Hieroglyphe; man spürt die Hast unseres Jahrhunderts. Albert Hertel malte um 1840 etwa den Hafen von Düsseldorf mit trockner Behäbigkeit, mit geschulter Sorgfalt und doch mit freudigem Erstaunen. Das waren damals noch naive Zeiten. Kallmorgen ist schon ein ganz Bewußter. Er ist eine Mischung aus vielen. Selbst von den späteren Franzosen hat Kallmorgen gelernt, das zeigt die Art, wie er den Schnee macht, wie er zuweilen eine Farbe aus dem Schwarz lockt. Beinahe ein Franzos; und doch denkt man vor seinen Bildern zuweilen, wenn auch nur einen Augenblick, an Lucas Cranach.* Wir kommen in den großen Saal, in dem zumeist Plastik steht. Es hängen auch einige Bilder darin. Eine nach Ouadratmcilen zählende Leinewand bemalte Hugo Vogel mit der Prometheus- angclcgenheit. Leere und Hilflosigkeit gähnt uns entgegen; es sind auf diesem Bilde mehr Löcher als Figuren, es fehlt der Rhythmus, der Linienzug, der die Massen zusammenzwingt. Gegen» über hat sich William Pape versucht; sein Objekt war die Budgetkommission. Ein guter Photograph macht so etwas weit besser.(Es scheint doch das Kunstgefühl nicht unbedingt eine Wiegen- gäbe des Parlamentes zu sein.) Was nun die Plastiken dieses Saales betrifft, so sieht es damit recht böse aus. Es machen sich zunächst einige Muskelmänncr von Franz Metzner bemerkbar; sie sind weit'mchr absonderlich gewollt, als kraftvoll gekönnt. DaS Gleiche gilt von einer Halluzination, die den Otto I l l e m a n n plagte, und die er als Max Klinger deuten möchte: ein graufigrr Oiübezahlkopf sprang aus dem Stein und dazu eine gefährliche Faisst. Das möchte Symbolik sein und Vision des Blutes, ist aber nicht mehr als aufgeblasene Zuckerbäckerci. Der Jllcmann mag es gut meinen; er werde ein bescheidener Schüler Rodins. Das Harmlose gelangt immer eher an das Ziel als das Dämonische; die Brunnen- figur des L e w i n Funcke ist eine sehr sympathische Arbeit. Rein auf den Stil gesehen, ist sie zwar nicht ganz klar; das kniecnde Mädchen zeigt durch das, über den rechten Oberschenkel fallende, den Bcugungswinkel verdeckende Tuch und durch die Art, wie der Kopf dazu benutzt wurde, die von den erhobenen Armen umspannte Oeffnung zu mindern, deutliche Tendenzen zum Relief; das be- unruhigt, da offenbar eine Rundplastik angestrebt wurde. Doch finden sich soviel schöne Einzelheiten, doch hat das Ganze eine so weiche Anmut, daß man darüber solche Dissonanzen vergißt. Da- neben könnte man noch die Salome von D a m m a n und den Akt einer Siebzehnjährigen von Ernst Segcr erwähnen. Damit wäre dann dieser Saal' erschöpft. Um die Plastik im Zusammen» 586- hang abzutun(ein Morden wars, nicht eine Schlacht zu nennen), stellen wir fest, daß in dem letzten der großen Säle noch ein ganz anständiger Pferdekopf steht, der ein antikes Schema nicht unge- schickt nutzte. Vielleicht wären auch noch einige Büsten, so die von Hans Eberding, der allerlei polychrome Experimente macht, anzukreuzen; aber recht nötig ist das schon nicht mehr. Ganz spaßig hingegen sind einige Stücke unter den Holzskulpturen, mit denen zwei kleine Räume gefüllt wurden. Dieses plötzliche Er- wachen der Holzplastik ist an sich nicht unbedenklich; es scheint mehr organisiert als organisch. Man wollte mal etwas Neues machen; das läßt sich beistehen, doch wächst so keine reine Kunst. Von den gefälligen Puppen ist der Handwerksbursche des Jgnaz Tasch ner, der aellrdings wohl schon an die zehn Jahre alt ist, immer noch die beste Leistung, witzig dem Material angepaßt und ganz aus der Gefühlswelt der Werkstatt gebildet. Es stecken in dem Schnitt des Messers viele Möglichkeiten. Hart und kantig kann es die Körper aus dem Stamm spalten, wie das an den Kruzifixen und den aufschreienden Passionen der mittelalterlichen Altäre zu seben ist; er kann auch humorvoll die Fasern und Knorren lebendig machen, daß sie Fratzen schneiden und die verknurrten Wurzel geister wach werden lassen. Einiges von beiden Arten und schließe lich noch von der dritten, die dem Holz seine Wildheit nimmt und es schleift und glättet, ist unter diesen Holzfiguren schon zu finden; aber es überwiegt doch das Unverständnis, das von dem Holz nichts weiß und ebenso gut oder ebenso schlecht Ton oder Marmor be- handeln würde. Man hat den Düsseldorfern einen ganzen Saal gegeben; doch treffen wir darin, außer Egen Kampf und etwa noch Gebhardt und L i e s c g a n g' kaum jemanden, der verdiente, angeschaut zu werden. Den Sonderbund, deni die guten und die modernen Düsseldorfer angehören, hat man leider nicht zugelassen. Hingegen glaubte man, dem Gerhard Janssen zum mindesten ein Kabinett einräumen zu müssen. Warum? Weil er so genialisch die Folgen des Alkohols, die wackelnde Besoffenheit, den Schwiemel und das Schnarchen, das Grunzen und Blöken und dergleichen Appetitlichkeiten mehr zu malen weiß. Dagegen läßt sich nur sagen, daß Franz Hals das alles schon weit besser machte. Janssen ist nichts anderes als ein Spätling der Düsseldorfer Historien- malerei; immerhin, es ist ganz spaßig, diese rülpsenden Rinn- steiniaden zu beäugen. Gari Melchcrs, dem auch ein ganzer Saal, und zwar einer der größten gegeben wurde, ist ein Ameri- kaner, der durch Holland ging und in Weimar wohnt. Also von vornherein: eine Mischung, die nicht einfacher wird, wenn man sieht, wieviel in diesem Maler von Renoir steckt und wieviel mehr von den eigentlich süßen Franzosen. Aber er hat eine fruchtbare Faust; er kann sozusagen alles. Das ist immer vcrbängnisvoll; solche Talente leisten neben sehr guten Arbeiten die heillosesten Irr- tümcr Gari Melchers hat das Bild eines Fechters gemalt, ein Porträt, das durch die Linie und Farbe, durch die Elastizität und die Konzentration an van Dyck denken läßt; allerdings, man kann sich nicht ganz dagegen wehre», vor einem Plakat zu stehen. Diese Zwittrigkeit waltet auch über dem großen Bild der holländischen Mädchen, deren eines mit zwei Eimern kokett schreitet, während es doch zugleich dem schweren Erdboden verwandt scheint. Wiederum: riTon denkt an Liebermanns Netzflickcrin und doch zugleich an eine jener neckischen Reklamen für van Hauten. Dieser Gari Melchers ist ein großer Könner, aber ein kleiner Mensch. Er mißbraucht die Natur und drapiert sich aus ihr effektvolle Stilleben zurcchr. Der Maler wird bedrängt von dem Tapezier, der sich aus der Mackart- zeit herüberrettete. Gari Melchers malt ein Abcndmahlsbild, und man sieht darauf zunächst nichis als die blaugestrichencn Möbel, siebt keine Personen, keinen Vorgang. Da? ist unerträglich; man kann kein großes Wollen durch Arabesken erschöpfen, kein Drama durch Witze, nicht das Aufbrennen von Leidenschaften durch bcnga- lischc Streichhölzer. Es mangelt ihm die Verantwortlichkeit gegen sich selber; das ist Ursache genug, um den Kritiker hart bis zur Ungerechtigkeit sein zu lassen. Scbr ähnlich steht es um den Engländer Brangwvn. Der kommt von Rembrandt. ging aber an Hcrkomcr und Tadema nicht blind vorüber. So wurde auch er zwittrig. Das großeJBild eines Metalladeus, das wir zu sehen bekommen, ist ohne Zweifel die Ar- beit eines sehr gewandten und furchtlosen Malers; aber man spürt auch nickt einen Hauch von den Schauern des Zeugens und Ge- bären?. Das ist dem alles aus dem Handgelenk geflossen, ging ihm aber nicht durch seine Menschlichkeit. Solche Unterschiede wollen ge- fühlt fein, ben'eisen lassen sie sich nicht. Aber sie sind da; man be- trachte nur Brangwyns Radierungen, deren wir eine Kollektion hier finden, mit irgend einem Blatt des holländischen Dänwncnbändigers. Bei dem amerikanisierten Engländer blenden Tbeaterblitze; man denkt bestenfalls an Reinhardt. Bei Rembrandt quillt aus dem gleichen System Idas nun aber kein System mehr ist) das Stöhnen Eines, der durch die Hölle ritt, das Sehnen EincS, der ans der Dunkelheit nach dem Licht schreit. Robert Breuer. Hcbacb. Unter Leitung von S. Alapin. Büchler. e f k 24=(KS— /Sch l) Nachstehende Partien sind aus dem Pistyaner Turnier: Französisch. (Mit einem SchönbeitSpreis gekrönt.) DuraS Spielmann t. e2— o4 e7— e6 2. 62—64 67—65 8. Sbl— c3 Sg8— f6 4. e4— e5..... Am besten ist g4Xck5! 4...... Skb— 67 5. ScS— e2..... Von Stelnitz verrührend. Aus 5. kS— o7— öS(5...... g5 1?; 6. Sce2!, ob; 7. c3I zc. käme jedoch in Betracht); 6. Sc3— e2 könnte dieselbe Varlante entstehen.(Slus die ilblicherc Spielwcise, in 5. f4, c5; 6. 6 ob, SoO!— von Tarrasch— a3— PlllSbury— bestehend, kann Schwarz sowohl mit 7...... 56— Alapin— als mich mit 7...... LXo5; 8. Dg4, 0— 0; u. Sf3, Lb6!— Laster— 10. Ld3, 55; dl. Dh3, Sc5 ic. ein gutes Spiel erlangen.) 5..... o7— c5 6. 52—54!..... Wohl am besten. Steinitz setzte mit 6.«3 fort, woraus Schwarz mit 6...... 56 1; 7. 54, 5c4; 8. 5c5? C6o5 1), 8...... cd4; 9. cd4, Dhlf; 10. Sg-3, Lblf zc. in Vvrtcil kommt. 3...... Sb8— c6 In Betracht kommt 6...... g5 1? 7. o3!, hO; 8. Sh3, Tg8 zc. mit äußerst verwickeltem und schwerem Spiel sür beide Teile. 7. c2— c3 1)68— bG 8. Sgl— f3 Lf8— e7? Ein wichtiger Tempoverlust. Sosort 3...... 56! war am Platze. v. g2— gS f7— fö Zu spät. Jetzt war 57—55 mehr am Platze,»m Tcnchi zu sparen. 10. 1.51— b3 56—55 11. 0—0 0—0? Gestattet dem Gegner einen gesähr- lichcn Augriff. Durch b7— b5! sollte g3— gl vertundei t werden. Run kommt Weiß in entscheidenden Vorteil. �2. gS— g4! 18. g4Xfö 14. Kgl— hl 15. Tfl— gl g7— eC göXfS Kg8— h8 Tf8— 57 Der Besitz der offenen g-Reibe ver- birgt dcnr An-iebenden den Bortest der- größere» Terramsreiheit. 16. Sf3— g5 Le7Xg5 17. TglXgö cSXdr 18. Ddl— gl Sc6— e7 19. Se2Xd4 867—53 20. Lh3— fl Lc8— 67 21. Lfl— e2 Sf8— g6 22. Ddl— g3 Ta8— g8 23. b2— b8 Lv7— 06 24. Lei— e3 Sc6Xd4 25. Le3Xd4 Db6— a5 26. a2— a4 a7— aC 27. Tal— gl Da5— 68 28. h2— h4 1)68—53 29. h4— h5 DfS— h6 80. Le2— 53..... Falls 30. Kg2? so 30...... 854-5 2c: 30...... TT?— g7 31. Dg8— h2 Sg6— e7 32. 1,64—05 Se7— c6 33. Dh2— h4 Tg7— g6 34. Tgl— g2 Ld7— e8 85. b3— b4 b7— b5 86. a4Xb5 aOXbS 37. Khl— h2..... Es bricht Kb3, Tgg7?; 1,58 I»c. Dies erzwingt den Abtausch aus gb. 87...... Tg6Xg5 SR. f4Xg5 Dh6— g7 89. Dh4— 54! Sc6XeB? Dies sollte unterlasferi werden. allerdings nur wir dir schöne Fori- setzung des Anziehenden es lehrt. 40. Lc5— 64' SeöVfSf 41. D54Xf3 eC— e5 42. h5— h6 Dg7— e7 Auf, Dc7 folgt D54I 43. Tg2— e2 TgSXgö 44. Te2Xe5 Do"— 66 46. DfS— g3Il..... Diese Pointe der ganzen Kombi- nation fst eben preisgekrönt worden. Deren Sinn besteht nur in der Sichcrftestung des eigenen Königs. 45...... D66Xb6t 46. Dg3— h8 DhC— d6 47. Kli2— hl I Aufgegeben. (47...... KgSI 48. TXTZ, Kf7; 49. ThS ic.) V i e r s p r i n g c r i p i« l. 1. e2— e4(E. Cohn), 1...... e7— e5 (Johncr); 2. Sgl— 53, Sb8— c6; 8. Sbl— c3, Sg8— 56; 4. Lfl— bö, L58— b4; 5. 0-0, 0—0; 6. 62—68, 67-66; 7. Lei— g5, Sc6— eT; 8. Sf3— h4, o7— c6; 9. Lb5— c4, Se7— g6; 10. Sh4Xg6, L7Xg6; 11.52— 54, Dd8— bßf; 12. Kgl— tri. S56— g4(dorsickliger Sh7); 13. Ddl— 53, Lb4XcS; H- b2>«8. Sg4—«3; lt. 54-56!. SeSXc4! 16. 55-56!, g7Xf6! 17. Df3X56,(17. LXk6, De3!) 17...... Db6— 68?(Unbegriindtie Angst. 17...... Kh7 reichte ans); B.: 13. 6e4. Lost; 19. Tobt. De?; 20. D52?. 55 zc.); 18. DföXdS, T58X68; 19. Lg5Xd8. Sc4— e8; 20. Tfl— 53, Se3Xc2: 21. Tai— ol, Sc2—»3; 22. Ü8— e7, Lc8—«6; 23. c3�-c4! Schwarz ____ kann den Springer nickt retten und gab auf._ Berantwortl. Redakteur: Albert Wachs. Berliu.— Druck u. Verlag: LonvärlsBuchdruckcrei u.PerlagSan>taltVaulSingerchEo..BerlinS>V.