Anterhaltungsölatt des vorwärts Nr. 164. Sonnabend � den 24. August. 1912 t?iachbruli vervolen.) sz Pelle äer Sroberer. Vyn M. AndersenNexö. Uobersetzt von Mathilde Mann. Ferdinand brach in ein schallendes Gelächter aus.:„Herr Du meines Lebens! Du und andern zu Gange helfen! Tu hast es wohl nich ausprobiert, was es heißt, von der Anstalt zurückzukehren: es wird Dir Wohl schwer werden, selbst irgend- »oo anzukommen, Freundchen. Ein neues Leben, hah! Ne, bleib Du nur hier, denn machen wir ein feines Stück Arbeit Zusammen, so bald es dunkel is.— Tie Villa sieht gar nich so übel aus. Und dann können wir heut abend in die B l u t t a s s e gehen und einen mächtigen Heimkehrschmauß halten und die heimgekehrten Amerikaner spielen, es is auch mch gerade fein, nach Hause zu kommen, ohne was für die Familie mitzubringen. Bleib Tu nur hier! Du sollst bloß Laura mitde m Arm tanzen sehen! Das is mein Freß- schätz, weißt Du. Die kann auf'm Tisch tanzen, der voll Bierflaschen steht, mit verbundenen Augen, ohne einen Tropfen zu verschütten. Da soll auch ein kleiner Kuß für Dich abfallen.— Ten Deubel auch, Du bild'st Dir doch am Ende nich ein, daß Tu anderswo willkommen bist? Ne, Du, ' da steht keiner und winkt den Heimkehrenden.— Na, denn scher Dich zur Hölle. Du Rindvieh, und grüß Deine Groß- mutter! Wenn Du es satt hast, an den Brüsten des Famitien- lebcns zu saugen, so is meine Adresse die B l u t t a s s e, da bannst Du nach mir fragen!" Die letzten Worte rief er mit der Hand vor dem Munde, seine heisere, hohle Stimme bildete einen Mißton in der reinen Frühlingsluft. Pelle schritt schnell dahin, als gelte es, etwas hinter sich zu legen. Er hatte in seinem stillen Sinn die wahnsinnige Hoffnung genährt, daß ihm irgendein freundlicher Empfang zuteil werde, wenn er herauskam, singende Kameraden'viel- leicht, oder eine Frau und ztvei Kinder, die auf der weißen Landstraße standen und warteten! Und dann war da nur Ferdinand, der ihn in Empfang nahm! Na, das war'ne kalt; Dusche, und nun schüttelte er die Enttäuschung ab und holte aus, um vorwärts zu kommen: der frische Gang brachte das Blut in belebende Bewegung. So wie heute hatte der Himmel noch nie geleuchtet, die Sonne schien ihm gerade ins Herz hinein. Es lag ein lächelnder Gruß in allein, in dem Wind, der sich ihm gerade in die Arme warf, und in der srischen, schwarzen Erde und dem rinnenden Wasser der Gräben: Willkomms« im Freien, Pelle! Wie weit und wie lieblich doch die Welt ist, wenn man ljSahre zwischen vier kahlen Wänden verbracht hat! Da unten im Süden glich der Wakkenhimmel der Brust eines großen, hellen Vogels, so wie sie jedes Jahr von. weither kommen, den Sommer in ihrem starken Flügelschlag, und zu allen Seiten lagen offene, weiße Wege und zeigten hinaus mit lichten Ver- heißungen. Zum viertenmal zog er aus, um die Welt zu erobern, und diesmal war es bitterer Ernst. Bisher hatte sich- immer wieder etwas dahinter gezeigt, aber nun fühlte er Verhängnis- voll, daß die Wanderung entscheidend war: gewann er jetzt, so eroberte er die Ewigkeit. Diesmal mußte es biegen oder brechen. Alles, was er besaß und hatte, führte er jetzt ins Feld, so schwer war er noch nie zuvor gerüstet gewesen. Weit hinter sich gewahrte er noch die Kuppel des Gefängnisses: gleich einer mächtigen Mühle lag es dort über dem Abslieg zur Ünterwelt und mahlte das Elend zu Verbrechen im Namen der Menschlickzkeit. Jeden, der von dos Lebens Unsicherheit erfaßt war, sog es an sich: er hatte selber in dem Trichter über dem Auge der Mühle gehangen und gefühlt, wie der Wirbel sog. Aber Pelle war ja reich ausgestattet: bisher hatte er glücklich alles in Auftrieb umgesetzt, und er nahm dies mit. Sein Haar war nicht mehr blond, dafür aber war sein Sinn wagisch erfüllt von einem geheimen Wissen von dem Wesen der Tinge. Er hatte ja an der Wurzel von allem gesessen und es sich aus der Einsamkeit hcrausgelauscht, in dem dunklen Berg hatte er gesessen und geträumt wie der Glücksprinz, während ihm die Ewigkeit von dem großen Rätsel vorsang. Tie bösen Mächte hatten ihn in ihren Bann gezogen, das war das Ganze, und nun ließen sie ihn wieder in das Tageslicht hinaus, in deni Glauben, daß er ein Kobold geworden war, wie alle seine Vorgänger. Ader Pelle war nicht verhext! Er hatte schon viel zu seinem Wachstum verbraucht und nahm dies niit. Was bedeutete wohl ein wenig Eingesporrtsein im Verhältnis zu dem dumpfen Tropfenfall von Jahrhunderten — Tropscnfall?— er war ja mit dem Siegerhemd geboren, das Stahl und Gift widerstand. Er setzte sich auf einen hohen Punkt, warf die Mütze von sich und ließ sich den frischen Wind um die Stirn streichen. Er war voll von reichen Verheißungen, auf seiner Frühlings» Wanderung über die Erde hatt»er alles Erbauliche und Starke aufgesammelt und warf es ihm in den Schoß. Sieh um Dich, Pelle! � Zu allen Seiten gingen sie und bestellten den Boden, das Pfluggespann nickte über den weichen Hügelzug hinüber und verschlyand nach der anderen Seite. Ein schwacher Broden entstieg der schwarzen Ackererde, es war die letzte Kälte, die in dem sinkenden Lenztage verdampfte. Eine gute Strecke ab- wärts lachten ein paar rote kleine Häuser dem Sonnenunter- gang zu, und noch weiter draußen lag die Stadt mit ihrem ewigen Rauchnebel über sich. Wie würde sich seine Znkunft da unten gestalten? Und wie standen die Angelegenheiten, war das Neue fortgeschritten, oder sollte er sich wieder unter einen Aussauger stellen, sich das Notdürftigste aus seiner Arbeit herauspressen und den Rest in die Tasche eines andern wandern sehen? Es waren viele neue Fabriken da unten entstanden: sie bildeten, jetzt einen ganzen Schutzgürtel vor der Stadt und streckten Hunderte von Riesenschornsteinen zum Hiinmel empor. Aber was konnte da los sein, da sie nicht rauchten? Ein Lohnkampf? Nun mußte er also einen Plan fiir sein Leben machen, es wieder aufbauen auf dem tiefen Grund, der in der Einsam- keit gelegt war. Und hier saß er und wußte nicht das Aller- geringste über den Zustand da� unten! Nun, er hatte ja Freunde zu Zehntausenden, die Stadt lag ganz einfach da und wartete mit offenen Armen aus ihn, ihm noch mehr zugetan um alles dessentwillen, was er gelitten hatte! In all seiner Unwissenheit hatte er doch vermocht, sie eine Strecke Weges zu führen, die Entwicklung hatte ihn zu ihrem blinden Werk- zeug erkoren, und das war gut gegangen. Aber nun wollte er sie ganz in das Land hineinführen, denn nun hatte er die Schwere des Lebens in sich. Ach, saß er nun nicht hier und stieg in die Luft auf, genau so wie in alten Zeiten, und vergaß alles, was ihn die Zelle so bitter gelehrt hätte! Das Wohlergehen der ander», ja wohl, er war umherge- laufen voller Sorge fiir die Tausenden von Familien und hatte nicht einmal vermocht, sein eigenes Heim aufzubauen. Humbug! Da unten saßen drei verschmähte Wesen und führten Anklage gegen ihn, und was Nützte es, daß er sich unter dem Wohlergehen der Vielen barg. Was half es, wenn er auch mit den Lobreden von Zehntausenden austrat und die ganze Welt ihn Wohltäter nannte, wenn die drei, deren Wohl und Webe ihm anvertraut war, ihn anklagten, daß er sie im Stich gelassen hatte. Er hatte oft genug versucht, sie zu über- täuben, aber da drinnen ging es nicht an, etwas durch Lärmen zum Schweigen zu bringen. Pelle zweifelte noch immer nicht daran, daß er ausersehen war, etwas für die Vielen auszurichten, aber das erschien so untergeordnet im Verhältnis dazu, daß er seinen Teil von dem, was einem jeden obliegt, vernachlässigt hatte. Er hatte groß und klein mit einander verwechselt nnb geglaubt, daß, wenn er etwas ausrichtete, was kein anderer konnte, er sich dafür ein wenig leicht über die gewöhnlichen Alltagspslichten hinwegsetzen dürfe. Aber das Leben legte verhängnisvoll seine Schwere gerade dahin, wo alle beteiligt waren. Und nun kam er wie ein elender Bettler, der alles erobert hotte, ausgenommen das Eigentliche, und der des- wegen nichts besaß, nnd mußte um Gnade und Barmherzig- keit flehen. Als Verbrecher gestempelt, mußte er nun wieder von vorne anfangen und das ausfiihreu, was er in den �.agen seiner Macht nicht fertig gebracht hatte. Es würde sicher schwer werden, sein Heim unter diesen Verhältnissen aufzn- — 654- RntSIt, und was sollte ihm dabei helfen? Die drei, die für ihn hätten gutsagen können, hatte er im Stich gelassen, als Strafe für ein Versehen, das bei Licht betrachtet sein eigenes war. Ztein, so arm war er denn doch noch nie ausgezogen. Er kam nicht einmal als einer, der etwas zu verzeihen hatte, nichts hatte ihm die Zelle gelassen. Er hatte da drinnen Zeit genug gehabt, das ganze zu durchdenken, und alles das bei Ellen, was zu beachten er früher zu sehr in Anspruch ge- nommen gewesen war, oder was er als stummen Kampf gegen seine Unternehmungen empfunden hatte, trat jetzt hervor und formte sich Wider seinen Willen zu dem Bilde einer Frau, die niemals an sich selbst dachte, sondern lauter Fürsorge für ihre kleine Welt war und nur verstand, sich aufzuopfern. Er war nicht in der Lage, auf etwas von seinem Recht in dieser Be° ziehung zu verzichten, und führte alle seine Anklagen gegen sie ins Feld, kam mit hergebrachten Sitten und mit Moral. Aber das alles rüttelte nicht an dem Bilde, diente nur noch mehr dazu, die Stärke in ihre« Wesen zu unterstreichen. Sie hatte alles für ihn und die Kinder geopfert, war nur davon erfüllt gewesen, sie gedeihen zu sehen. Ein jeder seiner Angriffe spülte nur einen neue Schicht nicht dahingehörenden Schmutzes weg und lieh das Opfer in ihrer Handlung schärfer hervortreten. Gerade weil sie so unsinnlich und keusch war, konnte sie handeln, wie sie getan. Ach, sie hatte blutig für feine Versäumnis büßen müssen, es war die Mutter, die in der äußersten Not ihre Brut mit dem eigenen Körper er- nährte. Pelle wollte sich nicht ergeben, sondern kämpfte rasend an. Man hatte ihn der Freiheit und des Rechts beraubt, Mensch zu sein wie andere, jetzt wollte ihm die Einsamkeit das letzte entreißen, was ihn noch aufrecht hielt. Selbst wenn sich alles um ihn herum zusammenrottete, er hatte nicht Unrecht, er w o l l t e nicht Unrecht haben. E r hatte den großen Kampf auf Kosten seines Eigentums zu Ende geführt, und er hatte Ellen beim Ehebruch ertappt! Seine Gedanken klammerten sich an dies Wort an und schrien es heiser heraus, Ehebruch! Ehebruch! Ehebruch! bis ins Unendliche. Er verband nichts damit, wollte aber nur alles das übertäuben, was von allen Seiten an ihm herumhackte, um ihn noch nackter, noch elender zu machen. (Fortsetzung folgt.) lNachdrua terlottn.) 8] Im sonnigen Süden. Von Max Werner. Nach dem Abenessen stand er auf jter Straße, an einen Telegraphenpfosten gelehnt, als Binz auf ihn zutrat. „Guten Abend, Landsmann. Wie gchts?" „Tanke gut." erwiderte Robert. Er schritt mit Binz weiter, und beide kamen bald in lebhafte Unterhaltung. Robert hatte sehr viel zu fragen und ließ sich gern von Binz, einem liebenswürdigen, verständigen Manne, über Verschiedenes aufklären. So kamen sie auch auf Morgner zu sprechen. „Ja, mein Freund Fred ist ein sonderbarer Kerl," erläuterte Binz,„frühmorgens ist er ein Lamm; hat er aber erst Blut— ich meine Whisky— geleckt, dann wird er zum brüllenden Löwen." Robert erzählte Binz von dem Besuch des Niggerknaben. „Ach. der Jimmy! Das ist Morgner junior." „Wie meinen Sic das?" Binz legte seine Hand auf Roberts Schulter. „Ich setze voraus, daß Sie reinen Mund halten; ich will Ihnen verschiedenes erzählen. Es ist schwül, kommen Sie, wir trinken eins!"— Binz zog Robert mit fort. Einige Blocks weiter unten gingen sie in einen Saloon.„Fricks Place", las Robert an dem hell- erleuchteten Schild über der Tür. An der langen Bar standen zwei Arbeiter, die unaufhörlich wetteten. Jede Frage, über die sie nicht einig werden konnten. wurde durch Wetten entschieden. So hatten sie schon eine Menge Bier und Whisky verwettet. Hinter der Bar stand der Wirt, ein kleiner vierschrötiger Mann mit trägen Bcwegungcn.ö Er hatte ein häßliches abstoßen- des Gesicht, aus dem die schielenden Augen hervorstierten. Dünnes graues Haar bedeckte nur halb roch den breiten Kopf. „Hallo, Eddie," rief er dep. Eintretenden zu, reichte ihm die Hand über die Bar und begrüßte auch Robert, den er mit schielen- dm Blick neugierig musterte. „Zwei Bier," rief Binz und warf ein Zehnzentstück auf die Bar. Tann trank er sein Glas auf einen Zug aus und lachte Wer Robert, der nur einen Schluck genommen hatte, „Das ist der neue Mann von Fred Morgner," stellte Binz vor,„noch nicht lange im Lande. Mr. Helmbrecht— unser Wirt Henry Frick." „Freut mich, daß wieder ein junger Deutscher in unsre Stadt kommt," sagte Frick und deutete auf Roberts Glas:„Trink aus, Landsmann, ich fülle noch einmal." Er füllte drei Gläser und stieß mit ihnen an. Neue Gäste kamen herein und bestellten lachend und lärmend eine Runde nach der andern. Binz zog Robert vom Bartisch hinweg und ging nach hinten. Da war ein sinsterer Winkel, durch eine einfache Holzwand vom übrigen Raum abgetrennt.„Das ist das Niggerviertel," erklärte er. Er war durch eine Glastür in einen Seitenraum getreten. drehte das elektrische Licht an. und nun sah Robert, daß es ein recht gemütliches Hinterzimmer war.„Das ist unser Stammsitz," erklärte Binz. An der Wand stand eine gepolsterte Bank, zwei Tische standen in der Mitte des Zimmers mit Stühlen davor. Binz ivarf sich auf den Polstersitz. „Oh Billy," rief er laut. Durch die Glastür schob sich ein langer Neger herein, der mit seinen großen Augen prüfend auf Robert sah. „Zwei Bier und zwei Zigarren," bestellte Binz. Der Schwarze brachte das Bestellte und entfernte sich schweigend wieder. Binz brannte sich eine Zigarre an und schob die andre Robert zu. „Ja, was ich sagen wollte! Morgner ist eine gute Seele. aber versoffen und nervös. Er zankt sich mit allen Menschen, nur vorübergehend; trifft er einen wieder, dann ist alles vergessen." „Was ist er eigentlich von Beruf?" „Von Beruf? Hm. Beruf hat er eigentlich gar keinen. Er hat studiert. Er sollte Priester werden. Aber er war hinter den Mädels her. Eine hatte sich auch mit ihm eingelassen. Beiden wurde es nun Höllenangst. Fred wußte seine Geliebte zu über- reden, daß sie ihrem Vater ein paar Hundertmärkcr stibitzte, und mit dem Gelde ging er nach Amerika. Mit dem Priester war es natürlich vorbei, und er wurde Agent, Schlächter, Bahnarbeiter und Gott weiß, was er alles durchmachte, bis er hier sein Geschäft gründete!" „Merkwürdig, was man hier für kuriose Entwickelungen kennen lernt. Wer ist denn nun der kleine Mulatte?" „Die wohlbeleibte Schwarze, die Sic auch im Geschäft kennen gelernt haben, ist eine Wäscherin, besorgt Morgners Wäsche, pflegt ihn. wenn er krank ist, borgt ihm etwas, wenn er in Verlegenheit ist. kurz, es ist sein Verhältnis, und der kleine Jimmy ist die Fortsetzung von den beiden." „Ah, nun wird mir die Sache klar. Der Junge ist intelligent. Warum sorgt er nicht für ihn. erzieht ihn zu etwas Ordentlichem? Mir scheint eher, er sieht ihn nicht gern und mißhandelt ihn." „Mr. Helmbrccht, Sie sprechen wie ein deutscher Reichsunter» tan. Was glauben Sie wohl, was die Amerikaner in Foxhill sagen würden, wenn sich Fred offen des Jungen annehmen wollte? Die Fenster würden sie ihm einwerfen, auö der Stadt würden sie ihn jagen." „Warum verachtet man die Neger so sehr, sie arbeiten doch, sind gcsällig und vor allen Dingen, sie sind doch freie Bürger der sreiesten Republik." „Mein jieber Freund, das sind so kleine Schwächen der großen Republik; die Bürgerrechte der Schwarzen stehen zwar auf dem Papier, in der Wirklichkeit halten die Amerikaner der Südstaaten noch ein ganz klein wenig Sklaverei." Zwei farbige Männer waren zur Hintertür hereingekommen. Der eine schritt an die hinterste Ecke des Bartischs und reichte dem Wirt den Blcchtopf hin. Frick füllte ihn, der Schwarze ging nun zu seinem Kumpan, und beide tranken hinter dem Verschlag ihr Bier. „Bekommen die Leute das Bier billiger?" fragte Robert. „Die zahlen dasselbe wie wir," antwortete Binz. „Das ist eine Ungerechtigkeit," brauste Robert auf und schlug auf den Tisch. „Lieber Mann, nehmen Sie mal einen guten Rat an. Ich bin zwölf Jahre im Süden und kenne die Leute. Seien Sie vorerst vorsichtig und ergreifen Sie nie die Partei eines Niggers. Das würde Ihnen der Südstaater nie verzeihen. Und es mag Ihnen manches ungerecht erscheinen, aber der schwarze muß etivas hart behandelt werden, sonst ist er nicht zu bändigen und wächst Ihnen über den Kopf. Er arbeitet nicht immer, stiehlt im Winter das Holz aus dem ersten besten Keller. He, Billy!" Der lange Kellner erschien wieder, nahm die beiden leeren Gläser und brachte sie gefüllt wieder. Leise, fast gespenstisch war er gekommen und ebenso wieder verschwunden. Von der Bar kam ein Mann ins Hinterzimmcr geschritten- Es war ein schon ergrauter Arbeiter, seine blauen gutmütigen Augen und sein starker blonder Schnurrbart ließen auf den ersten Blick einen Deutschen ahnen. „Guten Abend. John," rief Binz dem Eintretenden zu.„Das ist unser Kunsttischler, John Klein aus St. Louis," stellte er um- stündlich und feierlich vor. „Na, und das ist ein Landsmann, der noch nicht lange aus der guten Heimat fort ist." sagte Klein lachend, als er am Tisch Platz genommen hatte.„Ich sehe das gleich am Gesicht, die gucken immer so vcrixundert und suchend auf das vxrsluchte Amerika, wo sie alles vergoldet erwartet hatten und nun nichts weiter finden als Vdühe und Arbeit, Hasten und Jagen." Robert stimmte wohlgelaunt in das Lachen ein. „Ich habe allerdings bisher noch sehr wenig vom Golde ge- sehen, dafür aber einen hochsliegendcn Plan nach dem anderen begraben." „Wie lange sind Sie denn Jwn draußen weg?" fragte Klein. Robert erzählte in kurzen Strichen seine Erlebnisse. „Schön ist es hier unten im Süden, es gefällt mir ausge- zeichnet," schloß er.„nur etwas unkultiviert. Die Menschen sind recht sonderbar geartet." „Ach, der ganze Süden ist noch zurück," schimpfte Klein, „schlimmer als die Türkei." Er schob dem eintretenden Billy die Gläser hin.„Ich wollte mich auch hier unten ansiedeln, eine Farm nehmen oder etwas Aehnlichcs. Aber ich habe in den vier Wochen, seit ich hier bin, genug vom Süden. Den Winter will ich aushalten, dann zieh ich wieder»ach St. Louis." „So macht Ihr es immer, Ihr nordischen Zigeuner," schalt Binz,„kommt wie die Vögel herunter, wärmt Euch aus und geht im Frühjahr wieder fort." Billy brachte Bier. Klein bezahlte es und schob einen Nickel als Trinkgeld hin. „Geh, Billy, trink auch eins." „Vielen Dank, Mister." „Sie verwöhnen unsere Nigger," scherzte Binz. „Ach, die Nigger sind mir noch die liebste Gesellschaft," neckte Klein.„Die sind höflich, treu und gesund. Die Weißen sind ja immer krank. Man sagte mir schon in St. Louis: Arbeit betommst Du sofort da unten, da ist die Hälfte der Bevölkerung immer krank. Das Bier schmeckt heute auch nicht recht, ich weiß nicht, wenn der schielende Kerl da hinter der Bar steht, vergeht mir immer der A«petit." Trotzdem trank er sein Glas ohne abzu- setzen aus. w „Den Kerl habe ich vor vielen Jahren schon in New Dork ge- sehen, in einer Spelunke in der Bowery." Binz sprach leise zu den anderen:„Er hat eine recht frag- würdige Vergangenheit hinter sich. Trüben in Arkansas hat er zwei Jahre gesessen. Er betrieb dort ein gutgehendes Fremden- Hotel, doch wurde viel gestohlen bei ihm. Ein Gast erwischte nun unseren Frick einmal dabei, wie er die Geldtasche des schlafenden Zimmcrgenossen fortschleppte. Auf das Geschrei hin wurden die übrigen Gäste munter. In der Dunkelheit hatte Frick den Gast die Treppe hinuntergestoßen, daß er mir gebrochenem Genick liegen blieb. Den Dazugekommenen erzählte er. der Gast habe stehlen wollen und ihn bedroht. Es ward ihm dann zu heiß in Arkansas und er kam hierher nach Foxhill, wo er ein anständiges Leben führt." „Und bei einem solchen Kerl kneipt man?" fragte Robert ver- »vundcrt. „Man kommt hier mit ganz anderen Leuten zusammen," sagte Binz lachend.„Das geniert weiter nicht. Er hat sich doch ge- besiert," fügte er entschuldigend hinzu.$ .(Fortsetzung folgt.Z' Daa fdlboot. Die Versuche mit Kajaks, die in letzter Zeit von den Mit- gliedern der deutschen Polarerpedition auf den Berliner Gewässern vorgenommen wurden, haben von neuem die allgemeine Aufmerk- samkeit auf dieses eigenartige Transportmittel gelenkt, das schon Nansen seinerzeit so vortreffliche Dienste leistete. Man sollte glauben, daß die Kombinatoin von Holzgestell und Fellüberzug, die sich durch große Leichtigkeit auszeichnet, auf der ganzen Erde verbreitet sei, doch zeigt Dr. Rudolf T r e b i t s ch- Wien im Archiv für Anthropologie(1912. Heft 3), daß Fellboote, Schwimmsäckc und ähnliche Wasserfahrzeuge vielmehr nur in bestimmten, eng um- schriebencn Gegenden gebräuchlich waren und daß ihre Verbreitung im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte sogar merklich abge- nvmmen hat. Unter einem Fellboot versteht Trebitsch ein Schiffs- fahrzeug, das im wesentlichen aus einem Holzgerippe oder ähn- lichem, gleichwertigem Material besteht und mit Ticrfcllen oder einem Ersatz dafür in Verbindung gebracht ist; indessen kann das hölzerne Gerippe fortsallen und eine bloße Tierhaut als Wasser- fahrzeug dienen. Man unterscheidet demnach Schalenboote, un- gefähr von der Form einer halben Fruchtschale, dessen hölzernes Gerippe mit Tierfellcn, Wcidengeflccht oder Stoffen überzogen ist, dann kahnartige Fellboote, aus demselben Material hergestellt, aber an Gestalt den bei den zivilisierten Völkern gebräuchlichen Ruderbooten ähnelnd, und schließlich allseitig gedeckte Fellboote, Kajaks, die nur eine Oeffnung für den Ruderer hat, sonst aber einen Kahn vom vorigen Typ darstellt. Schließlich gibt es noch Boote, die aus einem hölzernen Gerüst bestehen, daran Schwimm- ticke befestigt sind, und selbständig verwendbare Schwimmsäcke, mit uft, Stroh oder anderem Material gefüllte Beutel, eins der primitivsten Waß'erfahrzcuge, das lediglich zum Durchschwimmen von Flüssen dient. Obwohl solche Fellboote meist nur bei den weniger zivilisierten Völkern in Gebrauch waren, läßt sich ihre Verbreitung dennoch auch hegtx in Europa nachweisen. Untxr dex Bczeichnyng Co räche (von dem irischen Wort Curach— die Haut abgeleitet) ist et heute noch auf einigen Flüssen in Wales(England) sowie nahezu an der ganzen irländischen Westküste und auf einigen nachbarlichen Inseln in Gebrauch. Schon Timaeus, einem griechischen Schriftsteller des dritten vorchristlichen Jahrhunderts, war es bekannt, daß diese Art von Booten auf den britannischen Inseln benutzt wurde, und der römische Naturforscher Plinius der Jüngere(23 bis 79 nach Christus) schreibt von den„geflochtenen und mit Leder umnähten Fahrzeugen" der dortigen Bevölkerung. Ein nicht minder kom- petenter Beobachter, der hierüber berichtet, ist Cäsar(IM bis 44 vor Christus), der bekanntlich in den Jahren bö und 54 zwei Ex- pcditioncn nach Britannien unternahm. Er erzählt im„Gallischen Krieg", dem offiziellen Berichte über seine Feldzüge: Die Kiele und das Gerippe der Schiffe wurden aus Holz gefertigt, der übrige Schiffskörper aus Ruten geflochten und mit Häuten überzogen. Wie stabil dire Boote gewesen sein müssen, geht aus einer anderen Stelle bei Plinius hervor, der von ihrer Verwendung„im bri- tannischen Ozean" spricht, woraus hervorgeht, daß diese Schiffe sogar seetüchtig waren. Auch das Mittelalter ließ nicht von diesen Fahrzeugen ab; so erfahren wir aus den„Taten der Heiligen", einem Werk aus der Zeit des heiligen Endeus, der 524 in Irland starb, daß dort Schiffe aus Ruten und Ochsenhäuten benutzt wurden, die man, wie heute noch, Curachs nannte. Später nahm ihre Verbreitung ab; in einem Buche aus dem Jahre 1775 wird von ihnen als von einer Rarität berichtet, und jetzt sind sie, wie schon erwähnt, nur noch in wenigen Gegenden üblich. Bemerkens- wert ist, daß die Curachs auf dem Flusse Bohne in Irland kreis- rund, dagegen die in Wales gebräuchlichen oval sind. Die Frage, wie die keltische Jnselbcvölkerung auf die Kon- struktion solcher Fcllboote kam, war lange Zeit ungewiß. Unter anderem zog man eine Sage zur Erklärung heran, nach der vor Zeiten ein Eskimo mit seinem Kajak an der irischen Küste ge- strandet wäre. In Wirklichkeit dürfte die Sache so liegen, daß das Fellboot ein keltisches Kulturgut ist, einmal, weil viele räumlich getrennte Keltenstämme über Fellboote versügten, wie aus Be° richten des Altertums hervorgeht, dann, weil es zufolge einer ur- alten gälischcn Sage von den Donauländern her nach Britannien gekommen sein soll; und in der Tat wohnten vor Zeiten in jener Gegend keltische Völkerschaften. Diese vermittelten unter' anderem dem Stamme der Veneter in Oberitalien die Kenntnis der Fell- boote, und auch die Tatsache, daß dieses Fahrzeug dem keltischen Stamme der Lusitaner in Spanien bekannt war, spricht, wenigstens soweit Europa in Betracht kommt, für die keltische Provenienz der Curachs. Es lag natürlich nahe, daß auch Nachbarvölker anderer Stammesangehörigkeit den Gebrauch dieser Fahrzeuge kennen lernten. So wissen wir von einem Schriftsteller des 5. nachchrist- lichen Jahrhunderts, daß die sächsischen Seeräuber auf solchen Fellbooten die Nordsee befuhren. Weniger wissen wir von ihrem Gebrauch auf der skandinavischen Halbinsel. Dagegen haben wir zuverlässige Berichte aus der Mitte des IS. und 17. Jahrhunderts. wonach bei den Samojeden und Lappländern derartige Fahrzeuge in Gebrauch waren. Von de» Gcrüstbooten steht fest, daß sie sich bei den alten Babyloniern großer Beliebtheit erfreuten. So berichtet der grie- chische Geschichtsschreiber Herodot(484 bis 404 vor Christus) und der römische Schriftsteller Quintus Curtius Rufus aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Das gleiche gilt übrigens auch für die Gegenwart, denn Moltke, der seinerzeit diese Gegenden bereiste, berichtet auch über diese Transportmittel. Was das übrige Asien betrifft, so hat es im Altertum Fell- boote und Schwimmsäckc in Armenien. Mesopotamien, in China, im Amurgebiete, auch in Südarabien gegeben; heute noch benutzt man sie im südwestlichen China, in Tibet und im nördlichen Indien, ferner bei den Tschuktschen und den asiatischen Eskimos; im 18. Jahrhundert waren sie bei den Kamschatkalen und den Jakuten in Gebrauch. Auch Amerika kennt ihre Benutzung. Kahnartige Fellboote gab es bei den Aleuten, den Alaskaeslimos sowie den Eskimos auf Labrador und Grönland. Bei den Aleuten hatten die Kajaks oft zwei bis drei Oeffnungen. eine Steuerung, die auf russischen Ein- fluß hin entstand. In Südamerika war das Schalenboot, die Pelota. weit verbreitet; sie wird durch ein Ruder, ein schwimmen- des Pferd oder einen schwimmenden Menschen vorwärts bewegt. Ferner kennt man noch Gerüstboote in Peru und Chile, dagegen ist erwiesen, daß Fahrzeuge der genannten Arten sowohl in Afrika wie in Australien bei den Eingeborenen durchaus unbekannt sind. Da, wo man sie benutzte, geht ihr Gebrauch mehr und mehr zurück und macht europäischen Schiffsmodellen Platz. Nur zu ganz de- stimmten Zwecken, wie eben Polarexpeditionen, kann man sie nicht entbehren, da sie für diese Gegenden besonders geeignet sind. C.£g< Kleines f euUleton* Hauswirtschaft. Mohrrübengerichte. Der in den letzten Jahren vielge- »kannte dänische Ernährungsreformer Dr. Hindhede empfiehlt als besonders zuträglich für die Gesundheit den reichlichen Genuß von Wurzelgewächsen als da sind: Selleris Zzptoffeln, Schwarzwurzeln, — 656— � «sowie alte Arten von Rüben, vor allem!>ie gelben Rüben, auch Uto hr r ü b e n, Möhren oder Karotten genannt. Äe Mohrrübe isl ein altes BolkSnahrungsmittel, Vas bereits in der Epoche der Pfahlbauten in der Schweiz zur Nahrung verwendet «und schon vier Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung von den «Griechen angebaut wurde. Ganz besonders aber wugte das Mittel- alter die wohl sch in eckende und nahrhafte Wurzel zu schätzen. Kraut (». h. Kohls und Rüben war eine damals sehr beliebte Zusammen- fftellung, der wir auch heute noch in einigen schmackhaften Misch- gerichten begegnen. Tie Mohrrübe ist bekanntlich auch ein notwen- diger aromatischer Bestandteil des sogenannten Suppengrüns. Tie ausgewachsene Mohrrübe enthält bis zu ö Proz. fertigen lJucker, etwa 8ö Proz. Wasser, außerdem Stärkemehl und ein üthcri- lschcs Oel, das ihr den Geschmack gibt. Ein nicht zu unterschätzen- «der Borzug der Mohrrübe ist der, daß sie in gedörrteni Zustande noch wohlschmeckend ist, was man von vielen anderen Törrgemüscn wicht behaupten kann. Tas unangenehme Putzen der Mohrrüben, gvobei die Finger eine schwer zu beseitigende Schmutzfarbe an- nehmen, kann man sich dadurch erleichtern, daß man das Äbschabrn fin einer Schale mit Wasser vornimmt. Tic Rüben dürfen aber nicht jm Wasser liegen bleiben und auslaugen. Als selbständiges Gericht kocht man die zerschnittenen Mohr- rüben in der Brühe von Schweinebauch oder auch nur in wenig Waffer mit Butter und Salz weich, macht sie mit Hellem Schwitzmchl h'cimig und würzt beim Anrichten mit gebückter grüner Petersilie. einer Prise Zucker und einigen Tropfen Maggi. Auch kann mau ldw ohne Fleisch gekochten Mohrrüben zuletzt mit etwas Milch durch- Zochon lassen. Vortrefflich ist die Mohrrübe in der Mischung mir einer Reihe von anderen Gemüsen. Schoten und Mohrrüben sind eine beliebte Zusammenstellung. Weniger bekannt find grüne Bohnen mit CMochrrüben, Kartoffeln und Schweinebauch. Die Wereüung ist die gleiche wie bei Schoten und Mohrrüben. Ten weichgekochten mageren Schweinebauch kann man vor dem Anrichten «»twas anbraten und danach in dem Fett das Mehl zum Verdicken ldes Gemüses ausschwitzen. Man probiere— cs schmeckt gut? Buntes Essen, ein mecklenburgisches Nationalgericht, wird lbercitet, indem man Schoten und Mohrrüben mit neuen Kartoffeln !in Hammclsleischbrühe gar kocht. Natürlich gibt man die Kartoffeln erst hinzu, wenn das Gemüse fast gar ist. Die Brühe wird nicht mit Echwitzmehl gebunden, sondern bbnbt klar. Beim Anrichten wird linit gehackter grüner Petersilie gewürzt. Weiße Bohnen mit Mohrrüben und Talztar- Toffeln sind gleichfalls eine sehr rationelle Mischung. Jrish Stew(sprich: eirischstju). In einem gut verschließ- Garen Tops läßt man etwas Fett zergehen und darin Zwicbelringe «mfchwitzcn. Dann gibt man eine Schicht tleingeschnitreucs fettes iHammelfleisch darauf, darüber eine dicke Schicht Weiß- oder Wirsing- johl, den man unter Entfernung des Strunks n» Achtel zerteilte, Idarüber eine Schicht in Scheiben geschnittener Mohrrüben. Ten Schluß bildet eine Schicht Äartosfelscheibcn. Jede Sage wird gefallen und vorsichtig gepfeffert. Tann gießt man leichte Brühe oder Waffer kochendheiß darüber. Man rechnet für 2— 3 Personen einen ihalbeu Liter Flüssigkeit. Ter Topf wird fest verschloffcn und darf mun vor dem Anrichten nicht mehr geöffnet werden. Man läßt das ffchr schmackhafte Gericht auf schwachem Feuer i» 1%— 2 Stunde» -recht weich dämpfen oder kocht es 2V Miuten an und gibt cs 2 bis L Stunden in die Kochkiste. Tie Brühe wird nicht seimig gemacht. Mohrrüben mit Aepfeln. Die in Scheiben geschnittenen Möhrrüben werden in wenig Waffer. mit etwas Butter und Salz «fast weich gekocht. Daun legt man in Viertel oder Hälften ge- tschnittene Acpfel mit Butterslockeu oben auf. zuckert etwas und läßt idas Gericht weich kochen. Beim Anrichten legt man die Aepsel in ldie Mille einer Sdstiffel, kocht die Mohrrüben mit etwas in Waffer Slar gerührtem Kartoffelmehl seimig und legt sie als Einfaffung mm die Aepsel.. �„ Mohrrüben mit Nudeln. Die zerschnittenen Mohr- -ruhen werden mit Butter, Salz und wenig Flüssigkeit weich ge- idümpst, mit gar gekochten Gemütenudeln gemischt und erhitzt. Man (fügt nach Bedarf noch etwas Bulter beim Anrichten hinzu. Mohrrübeusalat. Tie sauber gewaschenen Rüben werden -mit der Schale in gesalzenem Waffer gar gekocht.� Tann streift man die Haut atz. schneidet die Wurzeln in feine Scheibchen und rniacht den Salat mit Oel. Essig. Salz, Pfeffer und gehackter grüner dpetersitie an. « u p p e v o�li Mohrrüben und Wirsingkohl. Mohrrüben und Wirsingkohl zu gleichen Teilen werde»» ganz fei» gc- Ischnitzcll und in Butter angcschwitzt. Tann gießt man nach Bedarf «leichte Brühe hinzu und läßt alles weich lochen. Gebückte grüne Petersilie, einige Tropfen Maggi und geröstete Weißorotwürfcl gvcrdcn beim Anrichten hinzugefügt. Sogar zu O b st k o n s e r v e n läßt sich die dillige, süße Mohr- »übe verwenden. Sie hilft Zucker ersparen, wenn man sie zu etwa -ei-setn Drittel mit Johannisbeeren oder gemischten Früchten an Marmelade kochen laßt. Auch eingemachte Prcißelbeeren schmecken «in der M-schung ipit Mobrrüben sehr gut. Tie Rübe» werden in ckleinc Würfel geschnitten und in wenig Waffer weich gekocht, che mian sie den Früchten zusetzt. Schach. Unter Leitung von S. A l a p i n. S. Bernstein. Weiß zieht und macht Remis. Lösung. 1. T�ö— dS(1. Ta7, d2; 2. TgXg7 scheitert an 2...... Tg8). 1......(13—<12; 2. Ta8-c6, Tc8— b8; 3. Tc6— b6, Tb3-a8; 4. Tc6-aÖ, Ta8— c8; 5. Ta6-c6 ic. Remis durch Wiederholung der Züge, denn der schwarze Turm muß immer ausweiche»(weil Weiß sonst den Bä2 zu nehmen droht, z. B.: ö...... dlD; 6. TXD uttd wenn Schwarz nun ein«H, der Türme nimmt, so nimmt Weiß den anderen). Schacht» achrichte n. Das russische Meisterturnier in W i l na hat begoiinen. Die Teilnehmer sind aus solgeudem Stand nach den ersten zwei Runden ersichtlich: Bernstein 2. Flainberg und Lewitski j« H/j, Rubinstein und v. Freimann je 1, Alapin Ve(t), A lechin. Niemzowitsch, Salwe, Löwenfisch, Nabinowitsch je V* Nachstehend Partien aus dem Turnier: Aranzöfisch. A. Rubinstein. S.». Freimann, 1.«2—ei 2. d2— d4 3. Sbl— c3 4. Lei— g3 Eine gewagte dem Nomen, ante" bcknnnt. ö. o4— oö 6. Lg3— h4 7. Lh4-g3 8. Sgl— e2 9. a2— a3 e7— e6 d7— d5 SgS-f6 Lf3— b4 Fortsetzung, unter Mac-Cutcheo»-Bari- Solider ist I.o7I >»7— b6 g7-gö Sk6-e4 cl—cb Lb4-a5 In Betracht kommt S.,.. I-XLf! w. SX1-. sx«! 11. bc3. h5?c. 10. d4Xc5 11. Se2Xe3 12. b2Xc3 13. Ddl— d2 14. b2— h4 Se4Xc3 LaSXcSf Dd8— dö Sb8-d7 Th8-g8 Borfichtiger war gö— gl!, um dem Gegner Sie Ttlrmiinie nicht zu össnen. lö. b4Xgö btiXgö 16.«3— e4 DaäXcö Der?amc»Iai!sch war unbedingt vorzuzieden. 17. Bbl-tm dSXa4? Besser war LbS. 18. BböXgä TgS-h»? 19. Tal— dl..... Nun 1mm S(17 nicht weg und Weiß steht aus Gewinn. 19...... b7— bo 20. Lg3-h4..... Das Manöver Tgo— gl— dl war schon jetzt siegreich. 20...... Dc5— c7 20,.. TXL?; 21. TgS-j- nebst Dgöf. 21. g2— g3?..... Mit diesem zahmen Zuge gibt Weiß den Borreil aus der Hand. Mit 2t. Dbll(droht TgSf liebst Vo7ch) war die Partie gewonnen, Z, B,: 21..... SfS; 22. Tgl nebst Tgdi Oder 21..... SXeö; 22. Dc5!. Scö; 23. DXSf, DXD; 21. Tg8f. TXT; 25. Td8+. 21...... Lc8— b7 22. Dd2— b4 Dc7— c5 23. Db4Xc5 Sd7Xc5 24. Dkl—«2 Lb7— e4 25. Kol— d2 O-O-Of 26. Kd2— cl TdSXdlf 27. Le2Xdl Kc8— c7 28. Tg5-h5 Th8-a8! 29. Lh4— e7 Kc7— bC 30. Thö— h4 Le4-d5! Ein korrektes Baueruop'cr. 30..... Lg6 hätte 31. Lh.3 zur Folg«. 31. Th4— h7 a7— aü 32. Th7Xf7 b5— b4 33. a3Xb4..... Ties beschleunigt daS Bcrdcrbc». Aber Weiß steht nicht mehr gut. 33...... aäXbl 34. Kol-d2 Ta8— al! Droht Seif. Oder auch cl— cSf nebst cvcnt. bl— b3. 35. Ldl— e2 Tal— a21 36. Le7Xc5t KböXoS 37. Kd2— cl c4-c3 38. Kol— b,l Ta3-b2t Gibt auf.(Denn auf 39. Kcl, La2 folgt baldiges Matt, während bei 39. Kai, TXc2 wegen des drohenden Tcl+ der Le2 verloren geht) Hier noch eine lebhaste Partie des Turnier». Unregelmäßig. Alechin-Niemzowitsch. 1. d4, Sfö; 2. SfS, dö; 3. Lg5, Lfö; 4. DXL. eXk6: 5. Sbd2, Sd7; 6. o4. Lg4; 7. Le2, Le7; 8. Sh4, LXL; 0. DXL, 0-0; 10. Sf5, Kh8; 11. Dg4, Tg8; 12. 0-0-0, Lf8; 13. Sc4, De8!; 14. TdS, g6; 15. Tg3, De6; 16. dö, De8; 17. Sc4— e3 I, Sc5; 18. Dhl, gXK: 19. Th3, h6; 20. VXk6i. Kh7; 21. 54. Sg6; 22. SXkö(mit DXfö! war die Partie wahr- sweinlich gewonnen); 22..... DXe4: 23. DXf7t, Kh8; 24. Dlüf, Kb7; 25. Dföf RemiS durch ewiges Schach. Eine größere Vielseitigkeit in der Verwendung kanu gerechter-' hveise»i.'mand von einer Rübe verlangen._"M. Kt.____ Perautmortl. Redakteur; Albert Wachs. Berlin.— Druck u. Verlag: borwärtsBuchdruckerel u.VerlagSqnstglt Paul SmgerchEo., Berit» svv.