Anterhaltungsblatt des Horwärts Nr. 10 Mittwoch den 15. Jcmtmr 1915 10] Gerchichte einer Bombe» Von AndreaSStrug. .. Ja. wenn ich so wärel So stark I Solche Menschen aber gibt es bei uns nicht I In unserer Zeit, in unserem höllischen vernichtenden Kampf ist es nötig, daß der Kämpfer an nichts anderes denkt als an das, was die Arbeit von ihm fordert.„Die Arbeit", wie wir das in unserer Sprache nennen. Wir— sind nur Werkzeuge, Maschinen zum Schleudern von Bomben. Spione, die den Feind aus dem Hinterhalt überfallen. Ritter der Nacht.... So sagt man von uns. Und in der Tat, ist denn alles schön, romantisch in unserem Kampf? Wird der Strick, dem wir nicht ent- gehen werden, oder die Zwangsarbeit alles sühnen, alles aus- streichen? Gibt es denn nicht schreckliche, widerwärtige Not- wendigkeiten, vor welchen der normale anständige Mensch zu- rückzuckt? Wir aber dürfen uns nicht davor scheuen. Manch- mal kann das nur irgendein sehr besonderer, vielleicht nicht ganz einwandfreier Mensch leisten. Und wir müssen ihn unter uns ertragen, ihn benutzen, so lange er nicht verrät, wenn er den Strick um den Hals hat, oder bis man ihm eine Kugel in den Kopf schießt... Was weißt Du? Was kennst Du, Mädchen?" Der Wagen fuhr langsam weiter. Sie fuhren, ohne zu wissen wohin, wie durch ein fremdes Land. Etwas Unbe- kanntes schien Kama plötzlich zu umgeben. Als hätte sie jetzt erst erkannt, was sie tat und was sie wagte. Dinge, die man sonst von Tag zu Tag als gewöhnlich nahm, zeigten sich plötzlich in ihrer innersten Wahrheit. Es war überraschend. Wohl wußte sie, daß sie in den Tod gegangen war, aber jetzt erst erkannte sie, was es heißt, in den Tod gehen, was es heißt, töten. Sie hatte an mancher unheilvollen, blutigen Ange- legenheit teilgenommen. Sie trug Bomben und Waffen hin und her. leistete Kundschafterdienste, jagte die Meuchelmörder- Ritter auf das ausersehene Opfer. Und noch nie war es ihr in den Sinn gekommen, Abscheu zu fühlen, zurückzuzucken oder auch nur Zweifel zu hegen. Jetzt aber, als sie hörte, wie dieser ungebrochene und menschlichen Gefühlen angeblich un- zugängliche Mensch sprach, erschauerte sie, als wäre sie aus einem Traum erwacht, fühlte sie sich wie von den glatten Windungen eines kalten Reptils eingeschnürt. Finster, schrecklich wie die schwarzen.Schatten auf dem Hintergrunde einer roten Feuersbrunst zeigten sich ihr die bekannten und lieben Gestalten der Kampfgenossen: im Schatten der Nacht, beim fernen Feuerschein eines Brandes, bewegt sich ein Haufen schwarzer Gestalten. Sie sind zu Boden gebückt, sie kriechen an der Erde hin und scheinen sich durch die Nacht hinzustehlen. Auw sie ist unter ihnen I Ter bleiche Tod geht vor ihnen ein- her und streckt seine knochigen Arme aus: mit der einen Hand weist er auf etwas hin, mit der anderen macht er gleichmäßig langsame Bewegungen, und jedesmal stürzt eine von den dunklen menschlichen Gestalten als Leiche hin. Ucber ihnen steht drohend aufgerichtet, lauernd die Stille. Die Seele ahnt in schrecklicher Nähe eine donnernde Stimme... Mit einem Schauer der Angst wandte sich Kama von der grausigen Vision ab. Und Leo sprach weiter: „Ja, der Seele ist es eng. Unsere Mittel sind elend,— ebenso elend ist unser Ziel. So viel Anstrengungen, Mützen, Gefahren— wofür? Man sagt:— für die Zukunft. Glaubt an den kommenden großen Krieg... Aber jetzt? Was ist mit uns, welche bei dieser Arbeit inzwischen zugrunde gehen? Für uns bleibt als höchstes Ziel„seine Exzellenz" der elende Beamte. Uns bleibt nichts als die Vernichtung dieser kleinen Polizeihenker. Darin erschöpft sich unsere ganze Arbeit.. Dafür geben wir unseren Kopf hin. Bleib dabei ein Ritter mit der Aureole des Ruhms um die Stirn! Trage im Herzen freudige männliche Begeisterung!... Düster ist unser Kampf. Eine schreckliche Plage diese unsere blutige Arbeit— Und unser Tod? Auf dein Schlachtfclde stirbt der Ritter, Kanonen donnern, Pferde stampfen � er sieht, während er sich in seinem Blute wälzt, das gewaltige Bild der kämpfenden Massen, und mit diesem Bilde in der Seele verläßt er die Welt... Und wir? Wir werden in dem schimitzagen Wachtlokal des Polizeireviers mißhandelt. Der geringste Spitzel spuckt uns ins Gesicht. Dann warte! Man wird Dich versuchen, man wird in Dir die Gemeinheit mästen— man wird alles tun, daß Du Dir selbst zum Ekel wirst... Man sagt, der Provokateur ist eben ein Pro- vokateur, ein gemeiner Hund. Ach, das ist nicht so... Nicht einer von denen, die verraten haben, würde, ohne zu zucken, als Ritter im schönen offenen ritterlichen Kampf ge- fallen sein. Aber bei uns ist es schwierig. Bei uns ist es düster. Glücklich, wer blind ist und es nicht sieht. Ja, die Jugend... Aber die junge Seele verbrennt in einer Tat, in der ersten Probe. Unter unseren höllischen Umständen verwelken die Seelen— wie Blumen. Sie laufen un? da- von, reiben sich auf, gehen zugrunde. Es bleibt der Harte, Rücksichtslose, Bewußte. IHnd dieser harte, ausdauernde Mensch kann verschieden sein. Er ist finster, sieht die Welt nicht, sieht seinem Tod entgegen. Einem solchen muß man ver- zeihen, man muß ihn verstehen,— denn siehst Du, Mädchen, auf diesem Unmenschen beruht unsere ganze Arbeit. So bin ich. Solcher gibt es noch einige, die Du nicht kennst: wir haben diese ganze Last auf uns genommen. Wir halten alles aus und werden bis zu Ende aushalten. In dem, was uns er- wartet, ist nichts, was uns überraschen kann. Keine Nieder- läge, keine Kränkung, nichts, und wäre es auch noch so schrecklich. Wir träumen weder von Schönheit noch von Ruhm, wie Du und viele, viele noch unter uns. Denn wir wissen, daß bei uns kein Platz ist für das, was man schön nennt. Tief und für lange vergraben ist diese unsere Wahr- heit— die Wahrheit von unserer Sache, von unserer Qual. von diesem blutigen Verzicht auf alles, was jeder lebendige Mensch in sich schont. Was er schützt und bis zuletzt verteidigt, und was er nie und niemandem preisgibt. Wir aber geben es preis... Es ist leicht, das Leben zu opfern, aber nicht die Seele.. Kama hörte zu, den Blick starr auf Leo gerichtet. Sie konnte die Augen nicht von ihm abwenden. Wenn der Wagen dunklere Gegenden durchfuhr, wurde Leo unsichtbar. und seine Stimme schien dann aus einem tiefen Nebel, auS einer düsteren Höhle zu kommen. Dies entsetzte sie, denn dann schien es ihr, als wäre sie an einem unfaßbaren Ort. in einer unbegreiflichen Welt, daß die Stimme eines ge- spenstischen, übermenschlichen, unmenschlichen Wesens zu ihr dringe. Tic Eindrücke dieses Tages waren zu heftig. Kama ver- lor jeden Augenblick sich selbst und kam wieder zu sich, schlief ein, als würde sie weit fortgetragen, und kehrte, wie aus dem Traum erwachend, zurück. Zuweilen flog ein blitzartiger Gedanke durch ihren Kopf und verschwand wieder. Aber dieser Augenblick war dann anch so blendend, daß sie nichts von dem verstand, was Leo zu ihr sprach. Dann schien es ihr, daß dieser Moment— dieses Jetzt— etwas sei, das ans einer jenseitigen Welt herausgerissen wurde. Alle? war bereits so geschehen, wie es sollte. Ihr zer» fetzter Körper lebt nicht mehr. Die Seele hat diese Erde schon verlassen, schwebt in unermeßlicher Ferne zwischen den Sternen. Und jetzt ist sie irgendwo im Nebel verirrt, in ein enges Gäßchen eines geheimnisvollen Landes, jenes Landes, das von Geburt an auf jeden wartet, und an welches die nüchternen Menschen auf der Erde nicht glauben. O Ewig- keit! O Unsterblichkeit! Bedeutete das, daß sie nun für ewig in diesen dunklen Winkel eingeschlossen bleiben sollte, in unbeschreiblicher Angst vor irgendeinem bedrückenden Rätsel?... Zu stark waren die Eindrücke dieses TageS. Und hätte jener böse Augenblick auch nur eine Viertelsekunde noch länger gedauert, dann wäre das dünne Haar gerissen, an welchem über Kamas Haupt das zerschmetternde Gewicht des Irrsinns hing. Wahrheit und Täuschung wären durch- einander gekommen, und ein Abgrund voller Schreckgestalten hätte sich vor ihr geöffnet. Noch einen Augenblick länger, und es hätte rings um sie von Zaubern und Wundern gewimmelt, die Lippen hätten sich sinnlos bewegt vor Anstrengung, das Unsagbare, das weder Form noch Sein hatte, zu erfassen und auszusprechen. Licht drang in das Innere des Wagens und ließ das Gesicht Leos wieder sichtbar werden. Die Wirklichkeit kehrte zurück uni» mit ihr die Erinnerung an den vergangenen Tag. Aber Kanias Erschöpfung war ungeheuer. Das Zuhören, das Denken schmerzte sie. „Was tut's"— sprach Leo weiter—..Nach uns werden neue Zeitelh kommen. Das erwarten wir,. Der große Kanips wird kommen und der Sieg. Ich wünsche ihnen alles Gute, diesen Generationen von morgen I Große Ereignisse, große Taten werden unsere lächerlichen Kämpfe verschwinden macheu. Große Namen werden auftauchen, und kein lahmer Hund wird sich un das erste, zweite und dritte Hundert jener Namenlosen erinnern, welche ihr Leben ge- opfert haben— und mehr als das Leben. Unser Ruhm!... Der Ruhm unserer Kämpfe, unserer Arbeiten! Wer wird nach uns fragen? Wer wird uns diese Pein lohnen? Welcher Psychologe wird unsere Wahrheit ausgraben? Welcher Dichter unsere Schönheit entdecken?— Darum mag jeder von uns gehen, jeder, der von Rühm träumt. Einsam und un- belohnt ist unser Heldentum. Wer ein solches Los zu er- tragen vermag, der gehört zu uns. Wer es bewußt trägt, der wird bis zum Ende ausharren. Solche Leute sind in unserer Zeit nötig. Wie viele sind ihrer?..." Er lachte, und kaltes Entsetzen drang Kama bis in die tiefste Seele. Sie glaubte etwas zu bemerken, etwas zu�er- raten. Ein neuer Vorhang schob sich vor ihr beiseite. Sie wollte Leo anrufen, daß er aufhöre. Sie fürchtete etwas. Sie wollte vergessen, was sie gehört hatte. Und plötzlich entdeckte sie in sich etwas wie den Schimmer einer Flainme. Ter Wille zu leben ergriff sie wieder heiß. Etwas wie S!olz erhob sich in ihr, und sie erkannte, daß sie ein anderer Mensch geworden mar. Ob besser oder schlechter — das wußte sie nicht. Aber sie fühlte wieder Kraft in sich. Das Drama, das sie an dem Tage durchlebt hatte und das vor kurzem noch sie für immer, für das ganze Leben gebrochen zu haben schien, zeigte sich ihr jetzt als ein unbedeutendes Ereignis. Sie wollte wieder lebon. Und sie dachte an das, was sie erwartete, was immer es sein mochte, mit Freude. Du bist die Poesie! In Dir ist der Ausschwung der Jugend. Eine Schlachtbank, eine Mördergrube wäre unsere ganze Arbeit, gäbe es nicht solche wie Du. Mädchen!... Nun siehst Du, wozu uns die Frauen nötig sind. Nicht nur, weil sie leichter durchkommen, weil die Spitzel auf der Straße sie weniger beobachien! Plan möchte Euch schonen, man möchte das Schönste für Euch suchen... Wenig genug davon ist in unser eni Leben! Wozu bist Tu auch zu uns ge- kommen? Zu den Schlächtern? Wäre es nicht besser für Dich, die Menschen auf den Versammlungen zu begeistern, das Herz mit den Massen zu teilen, welche so sehr nach etwas Herzlichkeit lechzen und von d'eser ganzen Partei so wenig davon geboten bekommen.. (Fortsetzung folgt.L 21 Der Lebensabend» Eine Bauerirgeschichte von Hermann Stenz. Hell stach die weiße Glocke der schwer messingenen Petroleum- lampe von der kräftig blau gestrichenen mit hellgelben Sternen spärlich gemusterten Wand ab. Aepfel lagen auf Kommode und Schrank. Rote und gelbe Aepfel, einen durchdringend feine» Ge- ruch verbreitend, dem selbst der Pfeifenrauch des alten Strasser- dauern nicht ganz Herr wurde. TaS Hauptstück der Stube aber war der viereckige Reliquienkasten. Er hatte seinen Platz dicht über der Kommode gefunden. Es war ein ziemlich tiefer überglaster Kasten aus dicken, vergoldeten Leisten, und er barg Schätze, nein Heiligtümer! Avischen Ornamenten von edelsteinimitierten, rot und grünen mctallgcfaßten Gläsern, Wachsperlcn. Goldflittcrn und bunten gerollten Papierstreifchcn kl.bten zwölf Pergamentblättchcn, auf denen je der Name eines Heiligen geschrieben stand. Unter denselben aber befanden sich in Silber gefaßte Knochensplitter der auf dem Blättchen benamsten Heiligen. Fahl stachen die Toten- knöchleiir aus all dem Flimmer, ehrfurchtgebictcndc Stücklein von einem Dutzend heiliger Leiche», an Tod und Seelenheil mahnend. Einige kerzenbesteckte Messingleuchter und eine Anzahl frommer Porzellanstatuetten vervollständigtem den Hausaltar, die Kirche im Haus. Das Bewußtsein, etwas Heiliges im Heim zu besitzen, gab dem Fleckchen über der Kommode besondere Weihe. Sie glaubten fest an die Echtheit der Knochen, unerschütterlich fest und beteten feierlich ihren täglichen Rosenkranz vor ihnen herunter. Selbst fttsn sie sich während des Gebetes in der Wiederholung immer gleicher Worte nicht viel dachten, sie waren doch von der Wichtig- keit und Nützlichkeit ihres Tuns überzeugt. » Der alte Strasser saß in seinem Lehnstuhl am Fenster und sah dem Holzmacher zu, der vor dem Hause mit Hilfe seiner Fraij Buchenscheiter zer'ägte. Er war dick, sehr rund und gemästet ze° worden in den fünf Jährlein, die er jetzt privatifierte. In feistem Frieden glänzte sein glattrasiertes Gesicht. Blinzelnd spähten seine unter Fettwulsten verfchwimmendcn Aeuglein die Straße entlang. Auf dieser kamen nun ganz langsamen L>chrittes drei dicke alte Männer gegangen.' Sie trugen die Hände auf dem Nücke» ver- sckränit und waren halb städtisch, halb wie Bauern gekleidet. Wie der Strasser die drei von weitem'sah, rief er seine Alte aus der Küche. Die zog ihm weite, ivattegefütterte Schuhe an. denn mit dem Bücken war's bei ihm vorbei, und half ihm in den Rock, reichte Hut und Stock. Dann zwängte er seine zweieinhalb Zentner die Trepl� hinunter vors Haus, winkte den dreien, ein„Grüaß Gott" brummend, zu und schweigend trampclien sie langsam miteinander weiter. Manchmal blieb einer zurück und schnaufte tief auf. Wenn die anderen das merkten, blieben sie umschauend stehen und warteten bis der Säumige nachkam. So gingen sie, schier die ganze Straßen- breite für sich in Anspruch nehmend, bis zu einer Linde vor dem Städtchen, um deren dicken Stamni eine massive Bank gezimmert war. Dort nahmen sie ausschnaufend und seufzend Platz. Der Speck ihrer Körper füllte zum Platzen prall die Kleider. Jeder zog feine Porzellanpseife aus der Tasche und stopfte sie mit billi- gem Grobschnitt. Der Strasser schlug mit Stahl und Stein Feuer und legte den glimmenden Zunder sorgfältig auf den Tabak. Die anderen rieben die Phosphorhölzchen an den Schenkeln in Brand. Tann saugten sie in langen laugsamen Zügen den Rauch und stießen ihn gleich bedächtig ivieder hervor. So langsam und foul wie Menschen, die viel Zeit haben. Die glattrasierten Gesichter glänzten vor Behagen. „Da Rufs' und da Türk' häkeln Wieda mitanand," hörte man auf einmal den Baß des Gog'lbauern. „Bon mir aus, ian ja weit weg," war die speckheisere Antwort des Limpartner.„wann no grad da Franzos nix macht." „Da sell traut sie nct, z'wegen unser» Militär," meinte der Leitncr. „In der„Krön'" redt morg'n auf d' Nacht a Sozi," teilte der Goglbauer mit,„ma kunnt ebba'do hingeh, i mächt dengerscht a mal so an Sozi sehg'n." „N Schand und a Schpott is, daß solchenc Menschen git, dia wo nia mit nix z'ftieden san. Teil'n wolln's hat da Pater Am- brosius am Sunntag predigt." „A solchas Lumpag'findel g'hörat grab dastocha," schimpfte der Limpartner. „Bo mir aus," sagte der Strasser,„i geh in mei Kirch, ess' und trink und i möcht mei Ruha ham. Zu was privatisier i denn sunfcht? Geht's, seid's stad mit derana Politik." Ter Gesprächsstoff war wieder zu Ende. Schnaubend und backenblasend erhoben sich nach einer halben Stunde die vier von der Bank und wanderten breitspurig die Straßen entlang ihren Behausungen zu. Der Strasser betrat, schier den ganzen HausiürraHmcn füllend. den Vorflur, schnaufte ein paarmal tief und tat denn die Reise über die Treppe hinauf in seine Wohnung. Tort ließ er sich in das aufkrachende Sofa fallen. Sofort erschien seine Frau mit der Suppenschüssel. Dann setzte sie sich mit an den Tisch und in breiter Behaglichkeit schlürften sie geräuschvoll die mit Safran schön gelb gefärbte Suppe. Eine mächtige Pfanne voll gebackener Eier ver- vollständigten das Abendessen." Sie wischten sick, gerade den Mund, da ertönte in der Nähe die Glocke der Marienkapelle, zur Maien- andacht einladend. Der Strasser nahm wieder Hut und Stock, seine Frau band das Kopftuch um, dann wanderten beide langsam dem Kirchlein zu. Von allen Seiten kamen Beter gezogen. Einzeln, paarweise oder in Gruppen, jedes Alter vertretend. Alle trugen Rosenkranz und Wachsstock bei sich. In der Kapelle herrschte bereits Dunkel, das sich jedoch mit der zunehmenden Zahl der Beter verringerte. Jeder zündete sein Lichtlein an dem deö Nachbars an und setzte oder kniete sich einstweilen in die dunklen eicbcncn Bänke. Meistens Ange- hörige der unteren Voltsschichten bildeten die Teilnehmer an der Maienandacht. Der Strasser und sein Weib trugen zwei in Altötting geweihte Rosenkränze, deren auf Seidcnschnur gefaßte Perlen aus rotem Holz geschnitten schienen. Es ist eine merkwürdige Sache um so einen Rosenkranz, etwas ungemein Wichtiges für diese Menschen. Auf die zusammcngeknotete Schnur sind fünfzig gleichgroße Kügel- cbcn von der Größe eines Kirschkernes gereiht, an der Schnur ver- schicbbar, oder man hat sie auf Kettchcn gefaßt..Zwischen je zehn kleinen Perlen, die zehn Ave bedeuten, sitzt immer eine doppelt größere, ein Vaterunser. Unten hängt noch ein iveitereS Stück Schnur oder Kette und daran drei kleine und zwei große Perlen, drei Aves, ein Vaterunser und einen„Glaube an Gott" vorstellend. Dieses ganze Gehänge ist der Rosenkranz. Er kann verschiedene Grade von Weihen besitzen und diese können mit gewissen Ablässen verbunden sein, welche ihm bei der Weihe in Lourdes, Altötting, Maria Einsiedeln oder einem sonstigen Wallfahrtsorte verliehen wurden. Monchesntal ist einer der Gläubigen der Meinung, daß der Ablaß doch schon ein bisjel abgenutzt sein könnte� Tann läßt er fljn zur größeren Sicherheit frisch weihen, weil eS wirkungsvoller ist, mit einem frisch geweihten Noseniranze zu beten. Sein einmütiges Abbeten kann einen ganz bestimmten Nachlatz von Tagen, Wochen, Monaten, ja wenn er eine große Weihe besitzt, sogar jn Jahren im Fegefeuer für kleinere Sünden zu verbüßender Strafe nach sich ziehen. Kleine Sünden hat jeder auf dem Kerb- holz, manchmal vergißt man eine zu beichten und ist infolgedessen nie recht sicher, wie hoch das Fegefeuerkonto angelaufen ist. Da ist es gut. besonders wenn man älter wird, recht fleißig Rosenkranz zu beten und auf diese Weise ein paar hundert Jährlein Strafe wegzukriegen. Manche sind darin so eifrig, daß sie jeden Tag einen oder auch zwei Rosenkränze herunterbetcn. Mit den geweihten Wachsstöcken verhält es sich ähnlich. Sind die geweihten Rosen- kränze und Wochsstöcke auch etwas teuer, es rentiert sich die Mehr- ausgäbe des Ablasses halber, denkt der Gläubige und kauft sie mit oft sauer ersparten Pfennigen. Ter etwas erhöht stehende Altar der Kapelle glänzie im Schein vieler Kerzen, es schimmerte das himmelblaue und weiße Gewand der lebensgroß aus Holz geschnitzten beinalten Heiligen. Ein gold- gestirnter Reif schwebte um das Haupt des Bildwerkes. Dunkle Augen sahen ans milden lächelnden Zügen auf die Bcterschar. An den Wänden und den Schnitzereien der kleinen Kanzel blickten hier und da im Lichte flackernder Kerzen noch weniger schadhafte Stellen der vergoldeten Barokornamente auf. Jetzt erschien der Geistliche, ein altes gebeugtes Herrchen im weißen Kirchenhemd über der schwarzen Soutane, das sonderbar geformte Käppchen auf dem ton- surierten weihen Haupt. Den Kopf entblößend kniete er bor dem Altar auf die oberste Stufe. Das Ministrantenbüblein mit der Klingel, dem roten langen Rock und weihen Ueberhemde blieb einige Stufen tiefer. Dann ließ es sein Glöckchen ertönen. Alles kniete nun, nur die Alten und Siechen blieben sitzen. Zuerst betete der alte Herr mit zitternder Stimme das»Glaube an Gott!". Die Beter schlössen sich allmählich an. Und so ging es weiter durch 53 Aves und sechs Vaterunser. Bei jedem Gebetchcn glitt eine Perle durch die Finger. (Fortsetzung folgt.) Die Kultur der Qrzcit� Mehr und mehr lichtet sich das Dunkel, da? bis vor wenigen Jahrzehnten daS Leben des vorgeswichUichen Menichen Europas in der Diluvialzeit, der Eiszeilperiode unseres Erdteils, umgab. Eine Entdeckung vorzeitlicher Fundsiätlen reihte sich an die andere, und aus den dort gesammelten Stein». Knochen- und Hornwerkzeugen, den Schädel- und Skeletlfunden entstand, indem man die urkundlichen Zeugnisse nach dem Grade ihrer technischen Bearbeitung unlerschied und' gliederte, ein neues technisches Urzeitalter, das sich immer weiter rückwärts ausdehnte, in graue Vorzeiten hinaus, von denen man früher behauptet hatte, daß kein Mensch in ihnen zu existieren vermocht hätte. Wie eine kuriose Mär dünki es uns beute, daß vor hundert Jahren selbst ein Cuvier noch die Existenz des Menschen auf der Erde in der Diluvialzeit bestritt. Freilich blieb zunächst Herstellung, Bedeutung und Gebrauch so manches Fundstückes rätselhaft. Wie mag es hergestellt sein, wozu mag es gedient haben? fragte sich der Forscher; und da er in der Gestalt des Fundstücks nicht die Aulwort fand, griff er zur Kombination. Manche seltsame Deutung ist so entstanden, die beute als Naivität belächelt wird. Wie verschieden ist zum Beispiel nicht der Verwendungszweck der an einzelnen Stellen gefundenen kleinen Steinzylinder gedeutet worden, bis maii endlich fand, daß sie nichlS andere? seien als die durch sogenannte Nandbohrung auS steinernen Werkzeugen herausgebohrten Löcherfüllungen. Die stetig fortschreitende Völkerkunde üble jedoch auch auf das Gebiet der Ur- und Vorgeschichte ihren fördernden Einfluß aus. Bei den heutige» Naturvölkern fand man nicht nur vielfach ähnliche Geräte wie in den alten Fundstätten, man sah auch, wie sie hergestellt und in welcher Weise sie gebraucht wurden. Jn- dem man die auf dem ethnologischen Gebiet gesammelten Ersah- rungcn auf die Funde auS der Vorzeit anwandte, drang man tiefer und tiefer in die Technik jener weit zurückliegenden Epochen ein. An die Stelle der bloßen Vermutungen trat die Beurteilung der alten Werk- und Waffenfunde nach ethnologischen Analogien und Parallelen. Doch das genügte der Wißbegierde des heutigen Menschen nicht. Er verlangte danach, mehr von dem Leben und Treiben des Ur- menschen zu wissen. Wir möchten nicht nur dessen primitive Werk- zeug- und Waffentechnik kennen, sondern auch erfahren, wie er jagte und fischte, wie es auf seinem Lagerplatz aussah, wie er seine Nahrung zubereitete, wie sein Gemeinschaft- und Familienleben be- schaffen war. Da geben aber die vorzeitlichen Funde wieder keine Antwort. Wir find, wenn wir Näheres über die Lebensverhältnisse des europäischen Urmenschen erfahren wollten, auch hier fast ausschließlich *) Prof. Dr. Moritz H o e r n e s: Die Kultur der Urzeit. 8 Bündchen: l. Steinzeit. II. Bronzezeit. III. Eisenzeit. Mit zahl- reichen Illustrationen. Nr. 564—260 der Sammlung Göschen. Jedes Bündchen 0,80 M. darauf angewiesen, diese»ach der Analogie der heutigen niedrig- stehenden Wildvölker zu rekonstruieren. Diese und jene Natur- Völker— so sagen lvir— haben eine gleiche oder ähnliche prinntive Technik, wie sie nach den alten Funden die Urnrenschen einer de- stimmten Entwicklungsstufe und.ineS bestimmten Gebietes hatten. folglich ist anzunehmen, daß sie auch ein gleiches oder ähnliches Leben führten. Aber ist solche Schlußfolgerung zulässig? Zwar lehrt uns die heutige Völkerkunde, daß im wesentlichen überall unter gleichen Lebensbedingungen der gesellschaftliche Ent- Wicklungsprozeß in gleichen Bahnen verläuft; aber im einzelnen findet man doch reckt mannigfache Verschiedenheiten. Schon was die Technik selbst betrifft, so ist sie durchaus an N a tu r b e d i n g u n g e n gebunden. Mögen immerhin manche neueren Kulturhistoriker, ciebleiidet durch die technficke Eiitwickelung unseres kapitalistischen Zeitalters, die Technik als fast ausschließliches Erzeugnis der Gehirn- tätigkeü betrachten, io ist doch alle Tecknik, und besonders die primitive, an gewifie natürliche Vorbedingungen, an bestimmte Naturverhältniffe0�86 des ersten Bändchens als Ergänzung eine ziem- lich auSsübrliche Schilderung der„altertümlichsten K u l- turen bei neueren Völkern" bietet. Im ganzen eine instruktive, auf fleißigen Vorstudien bernbende Darstellung, wenn sich auch gegen einzelne Ausführungen sicherlich berechtigte Ernwände erheben lassen. Ausführlicher als die alte Steinzeit behandelt HoerneS die jüngere Steinzeit Europas, die sogen, neolithische Kultur, die er besonders durch norddeutsche und dänische Funde laus den Kjökkenmöddingern, d. h. Küchenmüllhaufen) illustriert. Neben den Steniwerkzeugen findet besonders die Töpferkunst eingehende Berücksichtigung; doch beschränkt sich auch in diesem Teil HoerneS im wesentlichen aus eine Schilderung der Typen: der Formen und der Ornamentik, während die Herstellungsrechnik und die Ver- Wendung der Produkte im Haushalt jener Zeit durchaus als Neben- sache behandelt wird. Auch die Wirtschaftsweise der jüngeren Eteinzeitmenschen, besonders der älteren Pfahlbauperiode, wird nur gestreift. Im zweiten und dritten Bündchen, die die Bronzezeit und die Frühperiode der Eisenzeit, die so- genannte Hallstatt- und La Töne-Periode be- bandeln, bort der Versuch, unter Zuhilsenahme der Völker- kundlichen Forschungsergebnisse ein Bild der Gcsamtkuliur jener Epochen zu rekonstruieren, fast ganz auf. Was HoerneS bietet, ist im Grunde genommen eine reine Formen- und Typenlehre. Mit anerkennenswerter Genauigkeit werden die Formenvcrschicdcnheircn und stilistischen Besonderheiten, die Verbreilungsgebiete � und die zeitliche Auseinanderfolge der verschiedenen typischen Kupfer-, Bronze- und Elsen- gerate geschildert, soweit diese sich aus der Fund- schichtung oder der Bearbeitung ergibt. Auch die Keramik ver- schiedener Fundstätten findet Berücksichtigung. Aber damit ist für HoerneS die Betrachtung erledig,. Die Frage, wann ein bestimmter Lanzen- oder Schloerltypus nachweisbar zuerst auftritt, interessiert HoerneS weit mebr, als die Frage, wie dieser Typus sich all- mählich auS anderen Typen entwickelt hat, welche Bearbeitungs- technik bei der Anfertigung angewandt wurde und wie schließlich die fertige Waffe im Kamgs gebraucht wurde. Sclbstver- ständlich können in einem kleinen Werke, das nur zur Einführung in die Geschichte der Urkuliur bestimmt ist, nicht ausführliche 5kapitel über die alte Waffeniechnik und Waffenführung Aufnahme finden, und es soll auch zugegeben werden, daß in seinem großen Werke über die„Natur- und Urgeschichte der Menschen" Profeffor Hocrnes diese Seite der urzeitlichen Kultur mehr berücksichtigt. Doch auch hier nur nebenbei. Das archäo- !ogisch-kuns: geschichtliche Interesse dominiert, »nd daß entwickclungSgeschichtlich-technologische triit bescheiden in ven Hnitergrund— im direkten Gegensatz zu der„Urgeschichte der Kultur" des bekannten Ethnologen Heinrich Schnrtz, in der umgekehrt die ärckäologiichen Kntlurzeugnisse eine ganz nebensächliche' Rolle spielen und das völkerkundlich-sozialhistorischc Interesse fast die ganze Darstellung beherrscht. Der Gesamtitel der drei kleinen Bändchen:„Kultur d c r Urzeit" entspricht deshalb auch nicht ganz dein Inhalt. HoerneS bat sich die Grenzen für seine Arbeit viel enger abgesteckt, als der Titel audcutei; innerhalb dieser Grenzen aber bietet er, wie aner- tannt tverden muß. eine leichtverständliche, gut orientierende und zu- iösravtw. Redakteur: Alfred Wielepp, Neulölln, Druck u. PerlagT verlässige Einführung tn daS schwierige Gebiet der europäischen Urgeschichte! eine Elnführung, die mit bestem Gewiffeu empfohlen werden kann. Heinrich Cunow. Kleines Feuilleton. Gesundheitsstörungen durch den Kiuematographen. DaS längere Beschauen lebender LicvlbUder hat nicht selten ein Uebelbefiudcn zur Folge. daS naturgemäß von den Augen ausgebt, sich aber auch in nervösen und gastrischen Störungen neben Hefligen Kopfschmerzen äußern kann. Der Augenarzt Dr. Gonld hat im Journal der Amerikanischen Mediziiuichen Vereinigung seine reichen Er- fabruiigen über derartige Folgen des Besuches von Lichtbilder- vorsührungen besprochen. Nach seiner Ansicht sind sie im wesentlichen dieselben, wie sie bei jeder Ueberanstrenaung der Augen eintreten und lassen sich am ehesten mit dem Begriff der Migräne in ihren hunderterlei Abwandlungen kennzeichnen' Unrer den Merkmalen sind am häufigsten das Gefühl einer starken Er- maitung des Gehirns und insbesondere der Augen, Mangel an Eßlnst und svgar Erbrechen und Schlaflosigkeit. Eigentümlich ist auch die Taisache, daß Leute, die gut angepaßte Brillen tragen, im Klnemaiographeiitdeaier die Empfiiidnng haben, daß sie andere Gläser brauchen. Wem, sie dieser Neigung nachgeben, so kann ein noch größeres, dauerndes Hebel daraus entstehen, da jenes Gefühl eben nicht durch die Unzulänglichkeit der Brillen, iondern durch die Ueberanftreiigung der Augen bedingt gewesen ist. Bielleichl kommt es noch einmal zum Angebot besonderer Brillen für Lichibildanffiihrnngen. und es ist möglich, daß dadurch ein Teil der unerwünschten Nachwirkungen verinieden wird. Die eigent- liche Ursache der Störungen sieht Dr. Gould einmal in dem soridauernden Wechsel des Fixpuiikts der Augen, in dem häufigen Flimmern der Bilder und ferner in der oft iingenügenden Beleuchtung. Nebenbei erfahren wir von Dr. Gonld. daß es in den Vereinigren Staaten jetzt zwischen 12 000 und 20 000 Lichlbild-Theater gibt und daß im ganzen in diesem Geschäft ein Kapital von rund 200 Millionen Mark angelegt ist. Technisches. Zahnräder aus Stoff. Man hat sich, seitdem das Papier sich einer zunehmenden technischen Verwendung erfreut, allmählich daran gewöhnt, daß Materialien von an sich geringer Festigkeit eine Anwendung dort finde», wo eine Festigkeit verlangt wird, die man sriider nur den allerfestesten Metallen ivie Stahl und Elsen zutrauen zu können glaubte. Der Spott und die Witzeleien, denen papierene Maschinenteile usw. mifängltch begegneten, sind gegenüber den vor- züglichen Ergebnissen, die damit erzielt wurden, allmählich ver- stummt. Es dürfte deshalb kaum noch Verwunderung erregen, daß die General Elecwic Comvany in Schencclady(Staat New Dork> Zahnräder aus Stoffen herstellt und diesen besondere Vorzüge nach- rübinl. Die Herstellung und Konstruktion dieser Räder wird jeden- falls allgemeines Interesse haben. Den Anstoß zu ihrer Ecfindung gab der Umstand, daß kleine Triebräder auS Bronze oder Stahlguß, wie sie bei Siraßenbahnwagsn üblich sind, allesamt bald zerstört waren. Außerdem verursachte» sie ein unerträgliches Geräusch, so daff man auf einen brauchbaren Ersatz bedacht sein mußte. Das Ergebnis der' Versuche war dann die Erfindung der Slosfzohnräder, die in jene Uebersetznng eingebaut wurden und sich während einer zweijährigen Betriebszeit ohne jegliche Wartung ganz vorzüglich bewährt haben. Ausgeführt wurden die Stoffzahnräder in drei Größen, die sich in der Konstruktion von einander unterscheiden. Die beiden kleineren werden in der Weise hergestellt, daß Leinen- oder Banmwollscheiben aufeinandergelegt und unter einem hydraulischen Druck von vielen tausend Kilogramm auf das Ouadratzenlimeter zusammengepreßt werden. Dies ist ja stets das Prinzip bei Her» stellung ähnlicder Teile aus Papier usw., daß durch den ungeheuren Druck die einzelnen Blätter oder Scheiben zu einer einzigen Homo- genen Masse von sehr großer Festigkeit vereinigt werden. Bei der größten Sorte kommt nicht ein voller Radkörpcr ans Stoffen zur Verwendung, sondern nur ein Kranz, der in eine Rinne der Büchse eingelegt wird. In die Stoffradkörper werden Zahne genau in der glcickic»! Weise eingeschnitten, als ob eS sich um metallene Räder handle, danach werden sie noch mit Oel imprägniert. Diese Stoffräder sollen eine Anzahl Vorzüge besitzen, als Dauerhaftigkeit. Fortfall jeglicher Wartung und Schmierung, voll- ständig gcraufchloier Gang bei gleichzeitig großer ttnempfindlichkeit gegen stark stoßweise Belastung, ferner Unempfindlichkcit gegen Näsfe, Trockenheit und Hitze. ES sei daran erinnert, daß in Deutschland schon seit langem Zahnräder auS gepreßter Rohhant im Gebrauch sind, die sich vor- züglich bewährt haben, und vor allem den einen großen Borzug besitzen, mit metallenen Rädern nicht zu„fressen".(Unter„fressen" versteht man das Jneinanderarbeiren von aufeinander gleitenden Flächen, wobei eine rapide Abnutzung stattfindet, also das gerade Gegenteil von glattem, ruhigem Laufen.) Allerdings haben diese Royhauträder den eine» Nachteil, ziemlich teuer zu sein. BorwärtsBuchdruckerei u.PerlagLanstalt. Paul SingeröiCo., Berlin SW»