Unterhaltungsblatt des �Vorwärts Nr. 63. Sonnabend, den 16. Marz 1913 11 Daa gelobte Land. Ein« Erzählung aus foem Bornholmer Nordland von Martin Andersen Nexö. Ein großer Mann kam auf der Landstraße von Süden her geritten; sein weiter grauer Mantel bedeckte auch den Gaul, so daß nur der Kopf und die vier trabenden Schenkel'zu sehen waren. Der Mann sah sich wiedererkennend um, und allen, die ihm entgegenkamen, schien es, als hätten sie ihn schon früher gesehen— doch nicht in guter Angelegenheit: vorsichtig wichen sie iiber den Grabenrand zurück, blieben dort spähend stehen und grübelten iiber sein Vorhaben. Er ritt langsam, trotzdem ließ er einen kalten Lnsthauch hinter sich. Oben bei der Rundkirche ritt er über den Kirchhofsdeich und schaut« sich nach einer Stelle um, wo er das Pferd grasen lassen könnte. Die Grabstellen waren mit gewaltigen Eisen- gittern eingefriedigt, aber hinter dem Gitter sah man nichts als einen Stein mit prunkvoller Inschrift und ein paar fremd- artige Sträucher. Das Pferd schnupperte daran und stieß den Luftstrom kräftig aus, dann drang es zwischen die Grab- stellen ein: das Tier hinkte hier auf dem Kirchhof so Wunder- lich, als habe es einen geschwollenen Huf: unter der Erde klang es hohl, wenn das Pferd auftrat. Der hinterste Teil des Kirchhofes lag in kniehohem Grase, einige Senkungen ini Unkraut zeigten an, daß hier Gräber waren; hier uird da ragte auch ein numerierter Holzpflock oder ein Kreuz aus der Erde. Das Pferd fraß gierig drauf los. „Weide du nur hier!" sagte der Reiter und klopfte es auf den Hals.„Dies ist der Kirchhof der Armen. Die hinter- lassen selbst im Tode noch Wachstum." Er sagte'es bitter, als hätte er eine unbeglichene Rechnung mit den Armen. Das Pferd fraß sich Schritt für Schritt vorwärts, und der Reiter überließ es ganz sich selbst; er überschaute die Gräber und schien Interesse für jedes einzelne zu haben. Die linke Hand stemmte er gegen die Hüfte, und so glich er einem ssjeldherrn, der das Lager inspiziert. Dann nickte er. „Na, Gnldfahse, niein edles Roß!" sagte er ausgeräumt und zog das Maul des Pferdes aus dem Grase herauf.„Nun müßten wir wohl weiterziehn." Kurz hinter der Kirche verließ er die Landstraße und schlug einen Seitenweg ein, der nach Norden führte. Die Landschaft begann den Charakter zu ändern. Die Felder wurden magerer und mitten darin lagen ungerodete Stellen von Dorn und Steinen, die gärstige Narben bildeten, oder der Fels selber brach durch wie ein Knollen, der mit seinem struppigen Reichtum an Lauch und Schlehen und wilden Ranken einer stoppligen Warze in einem mildeit Frauen- antlitz glich. Und vorn hob sich'die Felsenlandschaft wie ein gewaltiges Hünenangesicht, das in verhärteter Todesruhe offen unter dem Himmel lag, noch cholerisch-blan von entsetzlichem Zorn. „Ich habe gehört, daß da oben Menschen wohnen sollen," inurinelte der Fremde und hielt das Pferd an.„Es sind wohl Reiche, die dort ihre Landhäuser haben— denn es sieht nicht danach aus, als ob da Mcnschenfntter wüchse. Aber schön ist es dort. Ich will hinaufreiten und die Matadore ein wenig erschrecken: es wird auch ganz angenehm sein, diese ewigen Armen einmal loszuwerden." Damit ritt er weiter. Wo die Steigung beginnt, sprang er vom Pferde und trieb es mit einem klatschenden Schlag übers Kreitz in ein enges Tal zwischen zwei steilen Felsenwänden. Zu Fuß stieg er selber den schmalen Pfad hinauf. Es war ein schweres Gehen, der Wachholderbusch hatte sich über dem Weg geschlossen, und der Frost des Winters hatte ihn mit Herabgefallenerl Felsstücken gesperrt. Mühsam bahnte er sich einen Durchgang empor; hier und dort blieb er stehen und faßte sich an die Hüfte. „Sonderbar!" murmelte er.„Ich kann den Nordwind in meinem Brustkasten beherbergen und mit einem Atemzug das Jahr aufnehmen. Wie oft Hab ich den Sommer eingeatmet und ihn als Eiswinter wieder von mir gegeben. Und doch bin ich mit aller menschlichen Schwäche behaftet. Das kommt von all dem Elend, das man zu fassen kriegt... Du wirst Hypo- chonder, Alterl" Das Oktobernaß tropfte von dem hohen Waldahorn herab, fiel klatschend auf die Blätter der Kaprifolie und weiter hinab. in großen Tropfen durch Holunder, Brombeeren und Farn, bis es im Wasser tief unter dem Felsen verklang. Der Fremde beugte sich vor— dort unter der überhangenden Wand lag, wie ein spähendes Auge, ein kleines schwarzes Geivässer. Jetzt kam die Sonne herangejagt und entzündete ein flüchtiges Lächeln in all deni Naß: und er wußte, daß er früher schon hier gewesen war. Drüben auf der Böschung ging dainals ein ausgehungertes Weib umher, von sieben Kindarn um- geben; die Familie hatte den Versorger verloren und lebte nun kümmerlich vom Becrenpflücken und Breunholzsuchen. Er stieß ein lvenig an das älteste Kind, wie ans Uebermut, so daß es ausglitt und in das Wasserloch hinabstürzte; aber da entzündete sich jenes Sonnenlächeln in den Tränen des armen Weibes, als hätte ihr jemand eine glückliche Idee gegeben. Sie stellte sich selber an den Rand, ein Ende weit von den andrn, und mit dem Kleinsten auf dem Arm liest sie sich in die Tiefe gleiten.— S i e kam ihm ins Gedächtnis, wie all die andern Armen, die seiner Macht spotteten. Der Fremde ging weiter, empor über weite, glatte Hänge von stahlgrauem Felsengetäfel, das eingerahmt wurde von ab- geblähter Erika und roten Blaubeerreisern, und durch junge Waldungen von zitternden Birken und Espen. In dem kniehohen Heidekraut hatte die Natter ihre Haut abgestreift, und auf den hervorspringenden Klippen lagen die Ueberreste der Mahlzeit des Fuchses: Jgelhäute und weiße Knochen, sowie- seine säuerlich stinkenden Exkremente. Dort oben dehnte sich das Land, Bergkamm hinter Berg- kämm, in schlafender Ruhe, wie ein wogendes Granitmeer, das plötzlich in seiner Bewegung innehielt und erstarrte. Groß riud schön lag es da in seinen blauenden Konturen: wo die Vegetation noch nicht gedieh, war es so beschaffen tvie am ersten Tage. Der Wanderer reckte sich vor Wohlbehagen: keine ein- zige Behausung von Menschen hier oben! „Die Reichen haben diesen Ort noch nicht für ihre Er- holung entdeckt," dachte er.„Und diese Armen, die allerorten schmarotzen und sich vom Nichts ernähren... hier unterlassen sie's, ihre Nahrung zu suchen." Rasch lvatete er vonvärts und genoß die große Einsam- keit; der Gedanke, endlich einnial das Ganze sich selber über- lassen und der Ewigkeit einen Tag stehlen zu können, versetzte ihn in gute Laune. Aber ein Ende weiter fiel sein Auge auf einen Stapel Heidetorf.„Das Winterbrennholz der Armut," dachte er ärgerlich und sah sich nach den Hütten um.... Nun, der arme Hannes verlegte seine Wohnung nicht auf die Höhen. Kurz darauf stieß er auf eine jener Spalten, die einem hier oben plötzlich entgcgengähnen. Die Seiten wurden von losgerissenen Felsstücken gebildet: geheime Kräfte hatten sich den Spaß gemacht, sie so willkürlich aufeinander zu stapeln, daß es schien, als müßten sie Uebergewicht bekommen und, alles zerschmetternd, herabstürzen, wenn sich bloß ein Vogel darauf setzte. Brombeeren und Kaprifolien schössen aus den dunkeln Löchern unter den Blöcken hervor und umklammerten die Felsen, als komme es nur darauf an, gut festzuhalten. Weiter unten zwisichen den engen Felswänden lag eine kleine Hütte, schwer bedrückt durch die wuchtigen Massen, und ganz in der Ferne in deni Ausschnitt glitzerte das Meer wie ein großer blauer Edelstein, eingefaßt in den Granit. Der Fremde stieg ins Tal hinab: er war ärgerlich. Gicht- fieber und Schwindsucht schlugen klainm herauf aus dem säuerlichen Grundwasser da unten, und hier krochen sie hiimb, um dichter laichen zu können; je öfter nian unter sie hineinfuhr, desto mehr Kinder setzten sie bloß in die Welt! „Du hältst Wäsche nach Deinem vierzehnten Wochenbett?" sagte er zu der Frau, die einige Schritt von der Hütte iiber den kleinen Bach gebeugt lag und aus einem flachen Stern Wäsche klopfte. „Ja," anbvortete sie und ließ erstaunt das Klopfholz fahren.„Seid Ihr der Doktor, da Ihr Bescheid wißt?" .„Ich kann alle Krankheiten kurieren, jawohl," er lachte seltsam.„Fehlt Dir etwas?" „Nur das, daß die link« Brust keine Milch geben will." ..vir staunen, wie in jedem Einzelfall das Kunstwerk so ganz dem Zweck entspricht, dem es dienen soll, und unser Erstaunen wächst, wenn wir sehen, daß der kleine Künstler durchaus nicht immer nach ein uno derselben Schablone schafft, sondern sein Werk der Umgebung so vorzüglich anpaßt, daß mancher Architekt von ihm lernen könnte. Stets loählt er die Stoffe, oie sich zur Ausführung gerade seines Kunstwerks am besten eignen. Die Forderung unseres modernen Kunsthandlverks: echtes Ma- terial und ausgewählt nach dem Zjveck, dem es dienen soll, nach der Art der ganzen Arbeit! hat er schon von Uranfang an beob- achtet— kurz, wenn man den reizenden Bauwerken so vieler Spinnen, Insekten und Vögel liebevolle und verständige Aufmerk- samkeit schenkt, da wird man nicht müde, immer von neuen: zu staunen, zu bewundern und die verschiedensten Fragen an die gc- schickten Künstler zu richten. Nun wird aber niemand behaupten wollen, daß eine Spinne oder eine Gesellschaft von Bienen oder Wespen, daß ein Finken- oder Lanbvogelpärchen in bewußter Weise nach einem bestimmten Plane baue, der den Künstlern von einer Art ästhetischen Gefühls diktiert werde, und daß der Anblick des fertigen Kunstwerks in dem Tiere ähnliche Vorstellungen von Schönheit und Harmonie wecke, wie in uns menschlichen Beschauern. Es liegt dem Tiere im Blut, so und nicht anders sein Handwerk zu treiben; es verfährt mehr oder weniger automatisch dabei, und wenn wir auch zuge- stehen, daß z. B. ein Vogel sein Nest nicht in jedent Fall ganz genau nach demselben Schema baut, so iverden solche Abweichungen doch nur durch äußere Verhältnisse bedingt, durch Eigentümlichkeiten des Standortes, durch das zu Gebote stehende Material oder auch durch mangelnde Hebung; denn daß ein junges Vogelpärchen, das die Freuden der Flitterwochen zum erstenmal genießt, weniger sorgfältig»nd weniger geschickt baut, als ältere Vögel, denen die Sache nicht neu ist, das habe ich oft beobachten können. Selbst ein gewisses Gefühl der Befriedigung wollen wir dem Tiere nicht absprechen, wenn es sein Werk vollendet sieht— man beobachte z. B. das lebhafte Klappern der Störche, sobald das letzte Reis auf den Nestrand gelegt ist, das unruhige Flattern und freudige Zwitschern der Schwälbchen, wenn die Arbeit getan ist und das letzte Kotklümpchcn seinen Platz gefunden hat— aber von Schönheitsgefühl, von wirklicher Kunst, von Kunstverständnis in unserm menschlichen Sinne, von einer Aesthetik, die auch im Reiche der Tiere herrsche, wird wohl niemand zu reden sich getrauen. K u n st- trieb, das ist die richtige Bezeichnung; das Automatische, da? Instinktive soll mit diesem Wort ausgedrückt werden. Und doch, nicht selten liest oder hört man Aeußerungen, Beob- achtnngen, Geschichten über Tiere, die noch weit über die Ver- locchslung von Kunsttrieb mit wahrer, frei schaffender Kunst hin- ausgehen, indem der Erzähler nicht nur ästhetische Gefühle in seinen Lieblingen voraussetzt, sondern ohne weiteres annimmt, daß ge- wisse äußere Dinge in dem Tiere genau dasselbe Mißfallen am Häßlichen, dieselbe Freude am Schöucn auslösen, wie in uns Menschen. Da erzählt eine Dame von ihrem Kätzchen,„ein allerliebstes, ein nettes Gcschöpfchcn, und eitel dabei— es ist nicht zu glauben!" Das Polster des Sofas oder der Stühle genügt dem Tierchen als Ruheplätzchen nicht; es sucht sich stets das farbige, mit Spitzen ge- schniückte Samtkissen aus. Warum? Vielleicht weil dieses das weichste, molligste Fleckchen ist? Nein, das eitle Grisettchen weiß, wie sich sein sauberes schivarz-lvcißes Kleidchen, das ihm die Mutter Natur mit auf den Lebensweg gegeben hat, gar so allerliebst auf dem bunten Kissen ausnimmt. Schade, daß diese ästhetische Katze keine Abhandlung über ihre Schönheitsgefühle im besonderen, wie über die ihres Geschlechts im allgemeinen hat schreiben können; ich glaube, wir alle, vielleicht sogar ihre Herrin, wären einiger- maßen erstaunt, wie vollkommen diese Katzenästhetik mit unser» eigenen Schönheitsgefühlen übereinstimmen würde— man hätte es kaum für möglich gehalten! Hundert derartige Geschichten von Katzen, Hunden, besonders auch von Pferden kann man hören, wenn man mit Tierliebhabern verkehrt— nett, amüsant und kindkich-naiv! Mir kommen dabei immer einige Beobachtungen in den Sinn, die ich an unserm Freund Starmatz selbst erlebt habe, und die auch von anderer«cite »ichrfach bestätigt worden sind. Die Tatsachen sind die einfach- sie»; interessant aber und bezeichnend ist es, was man alles aus ihnen herausgelesen hat. Ende März oder Ansang April warS. Ich inspizierte die Starenhäuschen im Garten; in einigen hatten die schwatzenden Bewohner schon Einzug gehalten, während andere Wohnungen von einzelnen hin und her fliegenden Vögeln noch untersucht wurden} denn nicht alle können sich bei der wichtigen Mohnungsfrage so schnell entschließen. Die lleberreste des vor- jährigen Nistmaterials wurden hurtig aus der runden Oeffnung herausgeworfen und neue Stoffe, zun» Teil au» beträchtlicher Ent- fernung, herbeigetragen, Strohhalme, Graswurzeln, Haare, Wolle, Federn und dergl. Männchen und Weibchen beteiligten sich an dieser Arbeit; häufig saß aber auch der eine Vogel auf dem Stäb« che», am Häuschen,»»ahn» dem hcrzufliegenden Gatten oen Halm oder das Wolleflöckchen aus den» Schnabel und schlüpfte damit ins dunkle Gemach. Da bemerkte ich zu meiner Verwunderung, daß sich einer der Stare an»insern» Frühlingsbeet unnütz machte, indem er von einem Hyazinthcnschaft eine der farbigen Glocken abbrach und zu Neste trug. Dann kam er nochmals»ii»d zupfte eins der„großen Schneeglöckchen" ab, wie wir die Frühlings- Knotei»blume nannten; auch mit dieser Beute' verschwand er in seinem Kasten. Später habe ich noch andere Stare gesehen, wie sie ein weißes Veilchen oder ein gelbes Stiefmütterchen abpflückten oder mich eine Priinel, ein Lebcvblüinchen und dainit in ihre Wohnung flogen; auch reichten sie es wohl eininal der Gattin, die vor dem Häuschen den herbeifliegenden Gemahl mit freudigem Zittern der Flügel und mit erregten» Schnalzen begrüßte, worauf sie dann mit dem Blüm- che» in» dunkeln Eingang verschivand. Das war nun keine neue Entdeckung. Schon 1877 wurde in der Zeitschrift eines Tierschutz- Vereins auf diese eigentümliche Passion unseres Frühlingsboten hingewiesei»: dann erzählte inir a»ich ein Gärtner, daß er de» Star »viederholt bei solchen Bluinenräubereien ertappt habe. Fachzeit- schriften für Vogelkunde haben gleichfalls diese Tatsache vericktet, und auch im„Neuen Naumann" ist die Bemerkung zu lesen: „Manche Pärchen, mitunter auch unbeweibte Männchen, schn»ückcn das Nest»nit allerlei bunten Blumen, Schlüsselblume», Krokus, grünen Blättern aus." Sic„schmücken" ihr Nest?, so fragen wir,. etlva einem ausgesprochenen Schönbeitsgefühl folgc>»d? Und was wollen die„unbeweibten Männchen" mit den liebliche» Frühlings- blumen? Für inich besteht nun gar kein Zweifel, der Star reißt diese Blüten geimu so ab und fliegt mit ihnen zuin Kasten, wie er Nist- stofse vom Boden aufnimmt und zu Neste trägt. Wie eii»en Stroh- Halm, eine Feder, so reicht er spielend auch einmal eine bunte Blume dem Weibchen, das ja bekanntlich weniger»nit dem Herzu. tragen des Materials als mit dem eigentlichen Nestbau beschäftigt ist. Dabei mag inanchmal eine Blüte zu Boden fallen, und wenn bisweilen eine zum Flugloch herausschaut oder oben n»f deu» Dach des Kastens liegt, so ist auch nichts Besonderes dabei; mit Haluren und anderen Niststoffen treibt es der Star ja ebenso. Ich will gern zugeben, daß die helleuchtenden Farben der Frühlingsblumen es sind, die den ain Boden nach Baumaterial suchenden Star bis- weilen reizen mögen, die Blüten abzubrechen; aber nun gleich von einein hochausgeprägten Schönheitssinn, von einer ästhetischen Passion bei Freund Starmatz zu sprechen, dazu liegt keine Veran- lassung vor. Doch es koinint noch weit besser. Man will nämlich auch beob- achtet haben, daß ganz besonders die ehelos gebliebenen Staren- männchcn den» ästhetischen Jinperativ:„Schmücke dein Hciinl" hul- digen. Sie glauben, so hat man ganz im Ernst vermutet, eine Schöne um so leichter an ihr Heim fesseln zu können, we»»»» diese den Blick in eine ausgeschinückte zukünftige Kinderstube»virft. Der werbende Freier bringt selbst eine kleine Ausstattung»nit in die Ehe, und wenn es auch nur Tand und Flitter ist, wertloser Krims. IrainS, die unerfahrenen Starcnfräulein lassen sich dadurch betören, i»»d die Kleinkinderwirtschaft»nit all ihren Mühen und Sorgen wird ihnen durch den festlichen Schmuck des Hanfes versüßt. Und wie einfach erklären sich doch diese Tatsachen! Der Star zählt zu feinen nähere»» oder ferneren Verwandte» die krähen» artigen Vögel; manche Naturwissenschaftler stellen ihn»»»»»ittelbar neben Elster und Dohle. Diese aber sind uns als Diebe von jeher bekannt; das heißt, wir Menschen nennen sie diebische Vögel, weil !le die Gewohnheit haben, allerlei Gegenstände, namclitlich solche, >te ihnen durch besonderen Glanz in die Augen steche», zu Neste zu trage». Es kursiert da manche abenteuerliche Geschichte, z. B. die von einem Naben, der auf den» Schloßturin zu Merseburg horstete; er hatte dem Bischof Thilo v. Troiha einen lostbarcn Ring gestohlen, infolgedessen des Bischofs langjähriger Diener in Ver- dacht kam und hingerichtet ward. Noch heute wird zum Andenken an diese Geschichte in» Schloßhof zu Merseburg ei» Rabe gefangen gehaltei». Was man in einem slsternhorst an solch kleinen gc- stohlenen Dingen bisweilen finden kann, ist kaum zu glauben. Ich denke an einen Horst, der beim Fällen eines Baumes vor ein paar Jahren»nit zu Boden kam; er barg folgendes Stilleben: 27 blanke Metallknöpfc, 15 farbige Glasscherben, viele bunte und glänzende Steine, 8 Nickel- und Ktipferinünzei», ein Trompetcn>»undstück und eine Brille! Man wird zugeben, daß sich diese Dinge iioch weit weniger zum Nistmaterial eignen, als die bunten Jrühlingsblütcn, die Freund Starmah abrupft, und eS unterliegt aar keinem Zweifel, daß lediglich das Glänzende und Auffallende jener Gegenstände wie dieser Blumen den Vogel veraiilaßt, sich i»it ihnen zu beschäftigen und sie mit»ach seiner Behausung zu nehmen. Auch der Star spielt gern mit hellglänzenden Steinchen, Knöpsc» usu».. wie mtrS ein gesiedertcr Freund aus»»»einer Studentenzeit täglich gezeigt hat. Wer darin nun Acußcrungcn höherer ästhetischer Gefühle sehen will, den» kann ichs nicht abstreiten; meiner Meinung nach handelt es sich lediglich um eine Befriedigung des Spieltriebs. Aber auch andere Vögel interessieren sich für glänzende Dinge; junge Hühnchen, auch solche, die von der Brutmaschine gezeitigt wurden und ohne Mutterliebe austvachsen, picke»» schon in den ersten Tagen nach den glänzenden Ouarzkörnchen am Boden,„ach den glitzernden Wasserperlen am Rande des Trinkgcfäßcs oder de»» Tautropfen im GraS. Ja alle Beobachter sind sich darüber einig, daß solche ohne Führung der Eltern aufwachsende Tierchen lediglich durch aiiffalleirde Gesichtswahrnehinuirgen zur Aufnähme von Speise und Trank veranlaßt werden. Die Hühnchen pickten, er� zählte Sp a l d i n g, zunächst bloß auf das Wasser los oder viel-i mehr auf irgerrdwelche Pünktchen im Wasser, und Mills sagtt „Wenn man zungen Hühnchen Wasser anbietet, so picken sie zunächst „ach vereinzelte»» Tropfen am Rande des Zinngesätzes, in dem da» Wasser sich befindet; zufällig gerät ihr Schnabel dabei in Bc- rührung mit dem Wasser, und nun erst trinken sie richtig." Ich führe diese Beobachtungen nur deshalb au, weil sie zeige», daß deur Vogel ein gewisses Interesse für alles Glänzende angeboren ist, und daß es deshalb nicht auffallen kann, wenn er auch später»»och diese Neigung betätigt; ob er blitzendes Metall oder»arbenleuch-i tcnde �Blumen zu Neste irägt, es beruht auf deu» gleichen Jirftinkt. Am wenigsten aber darf»nau sich darüber wundern, daß iibew zählige und daher ehelos gebliebene Staren»»ännchci» dieser Pasfio»» huldigen. Auch bei ihnen ist im Frühling der Forlpilai>zui»gstrieb erwacht; er äußert sich zuerst darin, daß der Vogel sein Nest bauen oder ,n Ordnung bringen möchte. Allerlei Baumaterial trägt er zusammen, oft sogar an verschiedenen Stellen, wie man es z. B. bei uiiscren Grasmückenartcu im zeitigen Frühjahr besonders häufig beobachten kann. Eine Spielerei scheint es z»» sei»; denn ein»virklich brauchbares Nest wird niemals darauv. Der Baumeister fehlt, das Weibchen, das die vom Gatten herbeigebrachte»» Stoffe sichtet, ordnet und geschickt»»iteniander verbindet. In dieser Beziehung ist das Mäi»nchei» ein Stümper, ja es bringt manchmal Dinge herbei, die das Weibchen absolut nicht verwende» kann, und wenn nun eine solche Kontrolle überhaupt mangelt, wenn eS mit dem Bau des Nesses aar nicht recht vorwärts gehen will, da wird aus dein Ernst e»ne Spielerei; das Männchen ergreift nicht mehr: Halme und feine Wurzeln, die dcin Ziveck dienen würden, fonn dern solcbe Dinge, die ihm gerade auffallen, bunte Blumen, lenz- grüne Grasspitzen und dergleichen. Daß es damit sein Heim schmücken, ja noch mehr, daß es auf solche Weise ein Weibchen anlocken möchte, das ist eine völlig aus der Luft gegriffene Voraus-» setzmig. Sobald ein Weibchen in das Junggesellc>»heim einziehr. wirft es den ganzen nichtsnutzigen Plunder zum Tempel hinaus. Sehr»ncrkwürdige Lebcnsgewohiiheiten wissen die Reisenden von den Laubenvögeln NnstralienL zu erzählen, deren be� kanntcste Arten der ungefähr dohlengroße Seidenlaubvogel und der Kragenvogel sind. Diese gesellig lebenden Tiere baue» sich aus biegsamen Reisern und Ziveigen eine Art Laube, die sie jedoch nicht als Brutstätte, sondern gewissermaßen als VcrfaminlnngSlokal benutzen; auf jeder Seite führt ein Eingang ins Innere.„Be- londeren Ächimnk", erzählt G o>» l d,„erhalten die Lauben da- durch, daß sie mit grellfarbigen Dingen aller Art verziert werden. Man findet hier buntfarbige Schivaitzsedern verschiedener Papa� geiei», Muschelschalen, Schneckenhäuser, Steinchcn, gobieichte Knoche»»ls>v. Die Federn»verde», zwischen die Zweige gesteckt. die Knoche», und Muscheln am Eingang hingelegt. Alle Einwohner kennen diese Liebhabmi der Vögel, glänzende Dinge ivegzunehinen« und suchen verlorene Sachen deshalb iniiner zuiiäckn't bei gedachten Lauben." Also Diebe bei»ins, die Raben, Elsteri» und Dohlen, und Diebe bei den Antipoden in der australischen Region. Glän- zendc Dinge, ob es nun Edclstci>»e sind oder eine wertlose farbige Feder, verleiten eben überall zu», Diebstahl. Die Vorliebe für weihglänzendc Muscheln zeigen übrigens auch manche unserer Ncgcnpfcifcrartcn. Zwar elegant ausgestattete Salons oder Klublokale bauen sie nicht, wie jene Laubenvögel; doch in der nninittclbaren Nähe ibrcr Brutstätten tragen sie nicht selten Muscheln und kleine Steinchcn zufammen. Wer diese Gewohnheit kennt, dem wird dadurch das Aufsinbcn der Brutstätte auf der kiesigen, nur hier und da mit kurzem Graswuchs bcstaildcncn Sand- bank erleichtert, während dem Auge des Neulings die viele» Stein. che» und Muscheln ringsum das ähnlich gefärbte Gelege verber- gen. Ilm den Ausdr»ick einer ästhclischen Passion handelt es sich bei den Regenpfeifern keineswegs; wie andere Vögel, die e'i» wirkliches Rest bauen, so ergreifen sie eben gleichfalls Dinge, die sie an ihrem geivöhnlichcn Aufenthaltsort fiiidci», und tragen sie zusainme», und diese Gewohnheit ist entschieden vorteilhaft für die Erhaltung der Art. Wenn wir erst noch genauere Nachrichten über die Lebensweise der australiscben Laubeiwögel erhalten werde», dann dürfen»vir hoffen, auck über die Bedeutung ihrer„dekorierten" Versaminlungsort ins klare z>» kommen. Wir haben nur an ein paar Beispielen versucht nachzuiveisen, wie vorsichtig man bei Beurteilung psychischer Erscheinungen der Tiere sein»mß, und wir wollen zun» SchUlh»»och an einen Satz erinnern, den Prof. Wilhelm Wundt in seinen„Borlesungen über die Menschen-»nd Ticrsecle" ausspricht. Er sagt:„Wo der Zügel wissenschaftlicher Kritik'fehlt, da schmückt dann die Phan- taste des Beobachters im besten Glauben mit frei erfundenen Mo» tivcn. Mögen auch die berichteten Tatsachen vollkommen wahr sein, durch die Interpretation des Pshchologen, die dieser argloS mit seinein Berichte verwebt, erscheine» sie von vori»hcrei>» ii» einer falschen Beleuchtung. Die Werke über Tierpsychologie enthalten fast auf jeder«eitc die Belege hierfür." Kleines Feuilleton. Aus dem Gebiete der Chemie. Eine Umwälzung in der gesamten Fett- industrie sieht der bekannte Chemiker Prof. Dr. Lassar-Cohn bor- au-?. Sie soll sich an ein neue? Verfahren zur Ueberfiihrung von flüssigen Oelen in feste Fette knüpfen, ein Verfahren, das besonders für die Margarineindustrie ganz neue EntwickelungSmöglichkeitcn schafft. Wie Lassar-Cohn in einem Artikel über die„Margarine"„Die Ztaturwifienschaften", Heft 11, 14. lll. 18) ausführt, kämpft die Margarineproduktion feit etwa 1909 mit dem Mangel an ihrem wichtigsten Rohstoff, Oleomargarine. Dieser Stoff, aus Tierfeit her- fieftellt, wurde mit der Zeit so teuer, dah gegenwärtig ein Preis um etwa 80 Proz. den Preisstand nonnaler Jahre übersteigt. Die seit IRIS erfolgte Einführung von Kokosfett als Ersah für Oleomargarine hat zwar der Margarineindustrie die Position gerettet, dafür aber die Lage für die älteren Fette vcr- arbeitenden Industrien höchst schtvierig gestaltet. Diese empfinden jetzt die Verteuerung ihrer Rohstoffe sehr schtoer. denn während früher z. B. alle Kokosbutter der Seisenprodultion zugute kam, toird jetzt ein groffer Teil davon von der Äunstbuttcrproduklion beansprucht. Da ist es nun von höchstem Jnteresie, dag langbekannte, rein wissenschaftliche Erkenntnisse der Chemie seit etwa zwei Jahren praktische Verwendung zur Ueberführung von Oelen, also von flüssigen Fetten, in feste Fette finden, wie sie die Margarineindustrie, aber auch Seifen- und Kcrzenproduktion braucht. Es ist bereits seit bald hundert Jahren bekannt, dofi es Substanzen gibt, die allein durch ihre Gcgenlvart, da? heifii ohne sich an den chemischen Um- setznngcn zu beteiligen, manche, sonst schwierig oder überhaupt nicht durchführbaren chemischen Umsetzungen ermöglichen. Man nennt solche Substanzen Katalhsatoren. Als ein solcher katalntisck wirkende Körper wird jetzt bei der Uebersührung flüssiger in feste Fette daS Metall Palladium, das dem Platin sehr ähnlich ist, gebraucht. Wird da? erhitzte Oel mit einer überaus winzigen Menge von feinpulverisiertem Palladium versetzt, so lägt es sich mit Leichtigkeit in die feste Form bringen. Auf 100 Kilo verarbeitete? Oel sollen die Kosten deS Verfahren? etwa 1,20 M. betragen. Das neue Verfahren eröffnet fiir die gesamte Fettindustrie, insbesondere aber für die Margarine- Produktion einen neue» Weg. Denn geht man von recht sauberem Oel, z. V. Olivenöl, aus, so tvird das Produkt ein reines festes Oel sein, d, h. der Rohstoff, an deren billigen Beschaffung der Kunst- butterproduktion so viel liegt. Technisches. Die Elektrizität de? kleinen Landwirt?. Die Benutzung elektrischer Kraft in der Landwirtschaft gilt vorläufig noch immer als ein Kennzeichen des Grost- oder gar des Luxusbetriebes. Freilich ist ibrc Verbreitung naturgemäß davon abhängig, ob rlek- trische Energie leicht und zu verhältnismäßig billigen Preisen ver- fügbar ist. Selbst dann aber entschließt sich der kleine Landwirt selten dazu, auch nur seinen Göpel, durch den er die Maschinen zum Häckseln, Schroten oder Dreschen antreibt, durch Elektrizität statt durch tierische Kraft zu bewegen oder gar durch entsprechende ganz andere Einrichtungen für mechanischen Betrieb zu er- setze». Da? ist auch ganz begreiflich, weil der kleine Landwirt nur wenig Getreide verarbeitet und dafür ein« elektrische Anlage, die er nicht ausnutzen kann, überhaupt nicht lohnt. Ingenieur Zipser macht nun im„Elektrotechnischen Anzeiger" einen Borschlag, der eine Lösung dieser Schwierigkeit bringen soll. An einem fiir alle Besitzer möglichst bequem gelegenen Ort soll eine Scheune zum Dreschen. Häckselschneiden, Schroten usw. «ingerichtet werden. Die Kosten dasür werden auf 1200 bis 2000 M. Veranschlagt, so daß bei einer Beteiligung von 1ö Besitzern nur 100 bis 12» M. auf einen entfallen würden. In der Scheune sind alle nötigen Maschinen enthalten und können automatisch in Betrieb gesetzt werden. Wirst jemand z. B. 1 M. in den Automaten, so kann er dafiir etwa 10 Schock Getreide anSdreschen. Ein anderer Automat soll sogar für einzelne Zehnpfennigstücke eingerichtet sein. Bon vem Gelde tverden die Stromkosten, einschließlich der etwa nötigen Reparaturen, der Erwerb der Automaten und die Miete für die Elektrizitätszähler beglichen. Bleibt dann noch etwas übrig, so könnte vielleicht sogar noch eine Genosienschaftsdividende �heraus- kommen. Es tvird zugunsten dieses Vorschlages noch darauf auf- merksam gemacht, daß Automaten bei der Landbevölkerung besonder? beliebt zu sein Pflegen. Ein Einwand könnte und wird allerdings erhoben werden, daß nämlich die Bedienung elektrischer Maschinen nicht so einfach und ungefährlich ist, daß man sie jedem Ungeübten überlassen könnte. Aber auch dafiir wird sich ein Ausweg finden lasten, und zwar müßte die Technik selbst dafür sorgen, daß eine solche Anlage mit der denkbar größten Einfachheit ausgeführt wird. so daß eine einmalige Unterweisung genügt, um ihre Bedienung zu «lernen. Schach, Unter Leitung von S. Alapin. Coster. abodefgh Weiß zieht und gewinnt. Hn; cjj, x ppHim zj>z— i3 stgau s3S'S' Wl 5 •XXX'n3X L!gZX'-i-lKX Z!fi3X'i3"l: v u n j o I Vierspringerspiel. Vor kurzem durch Briefwechsel gespielt. A. Nicmzvwitsch. K. Behling. 1. o2— e4 e7— e5 2. Sgl— f3 Sb8— 06 8. Sbl— c3 SgS— fO 4. Lfl— b5 T.fR— b4 Am sichersten ist die von Tarrasch gegen Schlechter imLastingscr Turnier angewendete Verteidigung: 4...... aß 1; 6. LXS, dXcß; 6. SXe5, SXell; 7. SXS, Dd4?c. 5. 0—0 0—0 6. Lb5Xc6..... Ein Tempoverlust(dii I), der den Vorteil des Anzugs Wegwirft. C...... d7Xc6 7..12—63 1X4—66 Einfacher und besser Lgi. 8. Kgl-bl..... Plausibler und angrisssi eicher war 8. 64. eck i 9. 11X64. drohend et— ob. (Siehe 1«, Zug von Weiß.) 3...... h7— h6 In Betracht kam«...... Se3 nebst evcntl. f7— ß. 9. Sf3— gl..... Auch hier war 64 zu erwägen. 9...... Sf6-h7 10. Lei— e3..... Einfacher 10. f4, f3 mit Ausgleich. 10...... f7— fä 11. e4Xfö Lc8Xß 12. Sgl— e2 Sh7-f6 13. So2— gS 14. Sc3-e4 Lf5— eö Sf0-g4 Sehr zu erwägen war 14...... S65 I; 15. c4, Sf4; 18. c5, Lo7; 17. 64, 865 ic. 15. h2— h3 Di8— h4 16. Khl— gl Sg4— f6 17. Se4Xf6t Dh4Xf« TX8(vielleicht auch gXK» k 1) war besser. 18. D61— h5 Lo6—£7 19. Db5— o2 Lf7— eö 20. Lo3— 62 Tu3— e8 21. Ld2— c3 Le6— 65 22. Tal— el L66— c5 23. b2— b4..... 23. LXe5, TXL; 24. DXT, LXf2t ic. 23...... T,c5— 66 24. Lc3— 62..... Besser 24. Dd2, c5; 25. Se4 ic. 24...... c6— e5 25. c2— c4..... Hierdurch wird Bd3 rückständig (Se4 0. 25...... Ld5— c6 20. b4— b5 Lc8— 67 27. Do2— h5 I1k6—k7 28. DhöXnf TfSXfT 29. Tel—«2 b7— bö 30. Tfl— el a7— a6 31. a2— a4 aOXbB 32. a4Xb5 TeS-aS 33. Ld2-ol..... Sonst To 3. 33...... Ta8— al 34. 52—53 LdO— e7 35. Sg3-e4..... 35. TXo5?, Ld8 ic. 35...... Ld7— 55 36. Kgl— f2 Le?— f6 37. Te2— c2 T57— 67 38. Tc2— c3..... Auch bei 38. Ke2, Td4; 39. 5,62, Ta3; 40. Tc3(Lc3, LXS) 40.... Ta2 nebst event. LXS stand Schwarz etwas besser. .38...... Lf6-h4t 39. g2— g3 Lf6Xe4 40. g3Xh4..... Weil Schwarz evident besser steht, sticht Weiß durch den riskaiiten Text- zug aus unglctchsarbige Läufer zu Iviclcn. ES solgt ein sehr i»teressa»Ie» Eiidspiel. 40...... Td7Xd3 41. Lei— b2 Tal— a2 42. Tc3Xd3 Le4Xd3 43. Kf2— e3 Ta2Xb2 44. Ke3Xd3 Tb2-h2 45. 5vd3— e4 1..... Ein geistreicher Versuch, sich heraus« zureigeil, 45...... Th2Xb3 46. Ko4— 65! Th3Xf8 47. Kdö— c6 Tß— 57 Wir glauben, daß Schwarz hier mil 47..., Tkßf: 48. liX<-7, g5 (oderauchTsS)Gcwinnaussichlcn hatte. Es ist eine interessante Tatsache, daß die am Brette c r s o l g- reiche» Meister in„Korrespon- Venz Partien" gegen Theoretiker (wenn auch Nichlmeistcr wie Herr Behling) noch me istenS verliere».... 48. TelXoä Kg8-Ii7 49. Te5— cö 50. hl— hü 61. Te6— e3 52. Kc6— b7 53. Kb7— c8 54. To3— g3 55. Kc8— b7 56. Tg3— 53+ 57. Tß— eSf 58. To3— fSf 59. Tf3— o3t Tf7-g7 Kh7— g8 Kg8— 58 Tg7— e7 BjS— g7 Kg7— 58 £56-65 £65—50 £50-e5 RemiS. (Durch ewiges Schach de? TunneS aus o3 und 53. Für Weiß die einzig« Ehanec.) !tw. Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln.— Druck u, Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u.VerlagSanstaltPaul Singer LcTo.,BerliuS�V.