Ztr. 53. *■1■! UM 11�——�r Adomrment«-ZtdkngunAril: tlbonnementi- Preis pränumerando: Yierteljährl. Z,Z0 Md. monall.l,l0Mr.. »vöcheniltch 28 Big. frei ins Hau». Sinaeine Nummer S Big. Sonnlag», Nummer mit Üluftricrier Sonniag», Beilage„Dt- Neue Well" 10 Pfg. Post. Adonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Singelragen in der Post- Zeitung», Preisliste flir lgoo unter Sr. 7v7l. Unter«reuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, für da» übrig« Ausland z Marl pro Monat. Erscheint täglich«uster Zvontag«. Devltnev VolKsblakk. 17. Jahrg. Die Zstsertions-Gebtihr beträgt für die sechSgefpaltene Kolonel, zetle oder deren Raum»0 Big., für poliiifche und gewerkschaftliche Verein«- und versammlung«°Nm-igin 20 Pfg. „Kleine Ani-igen" jede! Wort S Pfg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi» i Uhr nachmittag» tn der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen» tagen dt» 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bt» S Uhr vormittag» geöffnet. Fernsprecher t»ml l, Nr. 1508. Telegramm- Adresfei „Poriuldemokrak v-rlin" Centrawrgan der sorialdemokrattschen Partei Deutschlands. Redaktion: 3�.19, Veuttz-Straste 2. Expedition: SW. 19, Ventlz Strage 3. Die Weltpolitik der großen Industrie. Hatte die englische Nation die Weltpolitik des bürgerlichen Handelskapitals auf den Gipfel zu führen verstanden, weil sie ihre eigene Arbeitskraft am besten zu schätzen und zu schonen wußte. entfaltete sich aus dieser geschätzten und geschonten Arbeitskraft die große Industrie. Diesen historischen Prozeß im einzelnen darzn stellen ist hier um so überflüssiger, als er den klassenbewußten Ar beitern längst aus den Schriften von Marx und Engels bekamit ist Es genügt, den bezeichnenden Unterschied zwisiben der Weltpolitik des bürgerlichen Handelskapitals und der Weltpolitik der großen Industrie hervorzuheben. In noch schwankender, aber doch bezeichnender Weise ist dieser Unterschied von einem englischen Schriftsteller gekennzeichnet worden. den Marx im.Kapital' citiert, und zivar wie folgt: Kapital flieht Tumult und Streft und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr. aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher. und man kann es überall anwenden; zwanzig Prozent. eS wird lebhaft; fünfzig Prozent, positiv waghalsig; für hundert Prozent stampft eS alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; dreihundert Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird eS sie beide enkouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel. In diesen Zeilen ist der Unterschied zwischen Handel», und Industrie- kapital nicht hinlänglich klar ausgedrückt: das großindustrielle Kapital ist auch nicht blöde, um eines Profits willen, der noch lange keine hundert Prozent zu betragen braucht, alle menschlichen Gesetze mit Füßen zu treten, wofür allein schon die Geschichte der Frauen- und Kinderarbeit im IS. Jahrhundert die überwältigendsten Belveisc liefert. Aber richtig ist allerdings: das großindustrielle Kapital flieht Tumult und Streit, während das bürgerliche Handelskapital Tumult und Streit enkouragiert. Ganz mit Recht haben bürgerliche Historiker das 17. und 18. Jahrhundert als Zeitalter der Handelskriege be- zeichnet; daS Handelskapital ist kriegerisch und bedarf großer militärischer Machtmittel; wären unsre Flottenschwänner nur so ehrlich, offen zu gestehen, daß sie Deutschland nach Art der fran- zösischen Ludwige ruinieren wollten, so könnten wir ihnen daS Lob historisch-Iogischer Konsequenz nicht versagen. Dagegen ist leicht einzusehen. weshalb daS industrielle Kapital ängstlicher Natur ist. weShalb eS Tumult und Streit flieht. Es ist endlich hinter die einfache Wahrheit gekommen, daß die Arbeit die einzige und unerschöpfliche Quelle dauernden Reichtums ist, die Arbeit, die durch Tumult und Streit nur verwüstet wird; es produziert unter so günstigen Bedingungen, daß ihm unendlich viel mehr daran liegt, in andren Nationen Käufer seiner Waren zu finden, als ihnen den Schädel einzuschlagen, in andren Erdteilen die Ein- geborenen konsumfähig zu machen, statt sie mit Gewalt oder List um ihre Naturprodukte zu prellen. Führt es ja noch Kriege, so nicht um Er- oberungen zu machen, sondern um die Schranken des freien Handels nieder- zubrechen. Freihandel und Frieden schreibt es auf seine Fahne. Gleich sein erster Theoretiker, Adam Smith, spricht so geringschätzig über Kolonien, wie er die Arbeit als die Quelle des Völkerreichtums feiert. Ganz in demselben Sinn sagte der englische Minister Dis- raeli, der bekannte imperialistische Socialist, also nicht einmal ei» schwärmerischer Freihändler:„Die Kolonien sind Mühlsteine um unser» Hals". Die drei Kriege, die England 1810, 1SLS und 1860 siegreich gegen China führte, hatten nur den Zweck, daS chinesische Reich dem Handel allen Nationen zu öffnen; einzig im ersten wurde noch ein Hafenplatz erworben, die beiden andern. in denen Frankreich der Bundesgenosse Englands war, begnügten sich mit der Sicherung freien Handels in gewissen Plätzen. Wie aus diesem Handinhandgehen der alten Nebenbuhler schon von selbst ein- leuchtet, brach die Weltpolitik der großen Industrie sich überall Bahn, wo sich die große Industrie entwickelte; die letzte Kolonialgründung alten Stils war das Testament, daS die französischen Ludivige im Augenblick, wo sie für immer verjagt wurden,»och der französischen Nation aufhalsten, jenes Algier, das dem französischen Staate seit 1830 fünf Milliarden gekostet hat. andrer schweren Schäden nicht erst zu gedenken. Die Weltpolitik der großen Industrie hat zum erstenmal ent- hüllt, welche ungeahnten Kräfte im Schöße der gesellschaftlichen Arbeit schlummerten: Unterjochung der Naturkräste, Maschinerie. An- Wendung der Chemie auf Industrie und Ackerbau, Danrpfschiffahrt. Eisenbahne», elektrische Telegraphen, Urbannachung ganzer Weltteile, Schiffbarmachung der Flüsse, ganze aus dem Boden hervor- gestampfte Bevölkerungen— man lese nur die beredte Schilderung des Kommunistischen Manifestes! Freilich nannte sich die Theorie dieser Weltpolitik— Manchestertnm. Allein so verrufen das Schlagwort bei den deutschen Arbeitern fein mag. so wenig ist eS die Art der deutschen Arbeiter, sich durch Schlagworte ins Bockshorn jagen zu lassen. Als ihnen vor 20 Jahren ihre Abneigung gegen das Manchestertum zum Narrenseil gedreht werden sollte, sagte der Züricher„Socialdemokrat" den BiSmärckischc» Schlaumeiern kurz und treffend: JftS euch solch' Greuel, unS Schulter an Schulter mit dem Manchestertnm zu erblicken, nun zum Teufel, so treibt nicht eine Reaktionspolitik, die noch um ganze Mcnschenalter hinter das Manckiestertum zurückgeht. DaS Kraftwort ist heute wieder sehr am Platze gegenüber den patriotischen Welt- Politikern. Es ist»»billig, daS Manchestertum nach deutschen Manchester« lentcn zu beurteilen. Sie waren immer, auch in ihrer Verhältnis- mäßig frühesten Zeit, verwaschene Kopien nicht einmal der englischen Originale, sondern der auch schon venvaschencn französischen Kopien. Wer das Manchestertnm in der ihm eigentümlichen historischen Be- deutung kennen lernen will, lese sein bedeutendstes Geschichtswerk. BuckleS Geschichte der Zivilisation in England. So viel sich vom Standpunkt des historischen Materialismus fast gegen jede Seite dieser historischen Darstellung einwenden läßt, so glänzend sticht sie ab von der landläufigen bürgerlichen Geschichtsschreibung, die, wie Buckle selbst sagt, „über den unbedeutenden Geschichten von Königen, Höfen, Diplomaten, Schlachten und Belagenmgcn" die für die menschliche Kultur ent- scheidenden Thatsachen der Geschichte vergißt. Es ist sehr leicht, in dem momunentalen Bau verwitternde Steine auszuspüren, es ist noch viel leichter, den praktischen Manchesterleuten, etwa einem Cobden, diesen oder jenen Widerspruch, diese» oder jenen Rückfall in überlebte Anschauungen nachzuweisen— trotz alldem bleibt es dabei, daß, wer daS Manchestertum überwinden will, sich zunächst einmal mit dem durchdringen muß. was es historisch geleistet hat. Gerade ihre Größe ist der Weltpolitik der großen'Jndustrie zum Verhängnis geworden. Indem sie kolossalere und massenhaftere Produktivkräfte schuf, als alle vergangenen Menschengeschlechter zu- sammengenonnnen, rüttelte sie ungeberdig an den Schranken der bürgerlichen Gesellschaft, rief sie die Epidemien der Ucberproduktion hervor, worin diese Gesellschaft verkommt, weil sie zu viel Civili- satten, zu viel Lebensmittel, zu viel Industrie, zu viel Handel besitzt, führte sie den antagonistischen Charakter der kapitalistischen ProduktionS- weise auf seinen einfachsten und klarsten Ausdruck zurück, anf den Klassen- kämpf zwischen Bourgeoisie und Proletariat, der nur enden kann, sei es mit dem Siege des Proletariats oder mit der Rückbildung der Civilisafion in die Barbarei. Sobald die europäische Bourgeoisie diese Lage der Dinge erkannte, zögerte sie keinen Augenblick, ihre Wahl zu treffen. Sie gab die Parole aus: RiickwärlS, rückwärts Don Rodrigo l Sie löschte auf ihrer Fahne den Freihandel und den Frieden, sie schrieb darauf das Monopol und den Krieg. Die Welt Politik der großen Industrien schlug um in die Wcltpolitii des krachende» Kapitalismus. Es hieße den deutschen Arbeiter» schmeicheln, wenn man eS besonders an ihnen rühmen wollte, daß sie auf diesen faulen Zauber niemals hineingefallen sind, daß sie immer die Vogelsteller ausgelacht haben, die ihnen einreden wollen, um des Proletariats willen habe die europäische Bourgeoisie mit dem Manchestertnm gebrochen. Sie wußten ganz genau, daß die Sache umgekehrt lag. Die Weltpolitik der großen Industrie, eben weil sie die letzten Konsequenzen der kapitalistischen Produktionsweise zog und eine Fülle von Produktiv� kräften auslöste, die nur in einer höheren Form der gesellschaftlichen Organisation sich entfalten können, bot den günstigsten Boden für den EmancipationSkampf des Proletariats. DiesenBodrn zu zertrümmern, war der erste und stärkste Anstoß zur Weltpolitik des krachenden Kapitalismus. Reichstag und Flotte ivie Bruder und Schwester neben einander zu stellen, ist beliebiges Feuilletongerede, nach ihren historischen Taufscheinen sind Flottenvorlage, Getreidezölle, Socialisten gesetz echte Geschwister. Nichts thörichter auch, als England für die Wellpolitik des krachenden Kapitalismus veranttvortlich zu machen. England hat einen voll bemessenen Anteil an allen Greueln der kapitalistischen Produktionsweise, aber eS hat nicht freiwillig und nicht zuerst das Signal zum Rückzug von der Civilisation zur Barbarei gegeben. Englands Arbeiterschntz-Gejetzgebung beschämt noch immer jedes andre Land mit kapitalistischer Produktionsweise; die für den EmancipationSkan>pf des Proletariats unentbehrlichen Waffen, wie Freizügigkeit, Koalitionsrecht. Preß« und Vereins reiheit, die alle in Deutschland noch jeden Tag von rechen Händen angetastet werden, sind in England vor jedem Attentat sicher gestellt. Auch an der Freihandels- und Friedens Politik der großen Industrie hol England am längsten festgehalten, trotz alledem, auch trotz des BocrenkriegS. ES sind noch nicht dreißig Jahre her, als Treitschke höhnte:„Wo einst England lag. da klafft heute eine ungeheure Lücke im Völkcrleben... Vielleicht ver- ammelt sich einst noch ein mitleidiger europäischer Kongreß, der da» Jnselreich wie Belgien und die Schweiz für neutral erklärt und der Meerkönigin ennöglicht, das imtzlose Spielzeug ihrer Kriegsflotte an den Mcistbietendenlzu verkaufen." Und heute verlangen diemordSpatriotischcn Nachbeter Treitschkcs, daß die deutsche Arbeiterklaffe weißgeblutet werden soll, um eine Riesenflotte gegen die ewige Bedrohung Deutschlands durch die englische Riesenflotte zu bauen! Jedoch der ganze Umfang dieser Narretei läßt sich erst erkennen, wenn wir die Weltpolitik des krachenden Kapitalismus anf ihren Ursprung und ihr Wesen näher geprüft haben werden. politifche MebevNchk. Berlin, den 8. März. Der Reichstag war am Sonnabend so schwach besetzt, daß don zehn er- wählten Bolksvertretern noch nicht einer am Platze war. Der Zahl der Abgeordneten nach fühlte man sich mehr in einer KommissionS- wie in einer Plenarsitzung. Es wurde die Etatsberatung in zweiter Lesung weitergeführt und zwar die Einnahmen aus Zöllen. Steuern und Stempel- abgaben. Nachdem sich einige Mitglieder über das neue Zollregulativ für die Exportmühlen ausgesprochen hatten, wurde vom Abg. Grafen Schwerin das neue Zolltarif-Schema zur Sprache gebracht. Obwohl dasselbe ganz und aar vom Standpunkt der Produzenten aufgestellt ist, sind die Agrarier doch noch nicht zufrieden mit der Arbeit des Reichsschatzamts und bemängeln, daß in der sogenannten AntragSspalte des Schemas die Wünsche des deutschen Landwirtschaftsrats vom Jahre 1888 rückwärts nicht aufgenommen seien! Agrarische Unbescheidenheiten kanien auch"sonst im Laufe der Sitzung zum Ausdruck. So wollen die Agrarier nicht nur bei dem jetzt schon bestehenden Verbot des Saccharins zu gewerblichen Zwecken es bewenden lassen, sondern verlangen im Interesse der Zuckerproduktion, daß der Verkauf nur auf ärztliche Rezeptur hin in Apotheken erfolgen dürfe und außer- dem eine eminent hohe Steuer auf Saccharin und ähnliche Süßstoffe erhoben werden solle. Genosse Wurm trat dieser Forderung energisch und mit durchschlagenden Gründen ent- gegen: einmal ist das Saccharin nicht gesundheits- schädlich und darum rechtfertigt sich der Vorschlag nicht, sodann wäre die beabsichtigte Steuer ein Schlag ins Wasser, da sie direkt zum Schmuggel, der gerade mit Saccchcrin sehr leicht zu treiben sei, anreizen würde. Nur vom Standpunkt des Konsums aus wäre ein der- artiges Verlangen zu rechtfertigen, wenn nämlich das Saccharin als gesundheitsschädlich sich herausstellte. Mit Rück- ficht darauf, daß noch viele Mitglieder des Hauses eine Ge- sundhcitsschädlichkeit anzunehmen scheinen, wünscht Abg. Wurm ein autoritatives Gutachten des Reichs-Gesundheitsamts. Die Frage der S t a a t s l o t t e r i e n, die in der Budget- konimission ausführlicher behandelt worden war, veranlaßte im Plenum nur noch den Abg. Grafen Stolberg« Wernigerode zu ein paar Bemerkungen. Die Besorgnis, der Abg. Arendt könnte am Schluß der Sitzung noch mit einer Lotterierede loslegen wollen, war gegenstandslos.— Nächste Sitzung am Dienstag. Auf der Tagesordnung steht zweite Beratung eines Gesetzentwurfs betr. die Konsulargerichtsbarkeit und Petitionen.—_ Abgeordnetenhaus. Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend die zweite Lesung des Etats der E i se n b a h n- V e r w a It u n g fortgesetzt und nach längerer belangloser Debatte zunächst die Einnahme» be- willigt. Der Antrag W i e m e r(frs. Vp.) auf Erinähignng der Tarife wurde, wie vorauszusehen, mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Tie Debatte über die Ausgaben verlief in diesem Jahre etwas interessanter als sonst, da der Abg. G o I d s ch m i d t ifrs. Vp.)-- vermutlich durch die betreffenden Artikel des„Vorwärts" dazn veranlaßt— sich mit den Verhältnissen der Arbeiter in der Eisenbahn- vertvaltiing beschäftigte, über die sonst einem alten Brauch ent« sprechend im Hause nicht geredet wird. Wir wollen Herrn Goldschmidt leineswegs bestreiten, daß es ihm mit seinem Streben, die Lage der Arbeiter zu verbessern, ernst ist. Am guten Willen fehlt eS ihm nicht. wohl aber mangelt eS ihm au der Fähigkeit, an sich berechtigte Be» schwerdcn energisch zu vertreten. Das hat er durch seine heutige Rede von neuem bewiesen. Durch ein so zaghaftes Anftreten, wie es Herrn Goldschmidt eigen ist, durch dies fortwährende Betonen der Harmonie der Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wird den Arbeitern eher geschadet als genutzt. Daß Minister v. Thielen unter dem Beifall des Hauses alle gegen ibn gerichlete» Vorwürfe zurückwies und die Eisenbahn-Betriedc als Musterbetriebe hinstellte, ist selbstrodend. Am Montag soll die Beratung des Eiscnbahn-EtatS, eventuell unter Zuhilseiiähme einer Abendsitznng, beendet werden.— Tapfere Unterwerfung. Die Tage der Göttinger Sieben, der mannhaft protestierenden Professoren sind vorüber. Heute ist Ruhe die erste Gelehrtenpflicht; nur wegen der Flotte dürfen sie Lärm schlagen. Sonst mtterwirft man sich schweigend dem weisen Ratschluß einer löblichen Regierung. ES sind keine Grimm, Dahlmann und GervinuS unter ihnen. Der an einem Gelehrten auf Grund eines eigens zu diesem Zlvcck« ge- machten Gesetzes unternommene Gewaltakt erregt kein Kräuseln im akademischen Froschpfnhl. Eine Weile wird die liberale Presse noch über den Fall Arons sich erzürnen. Dann wird auch sie zur Ruhe sich begeben, und daS liberale Bürgertum preist wieder die idealen Güter des Lebens, wenn eS sich seiner gewinnbringenden Bcschäftignng hingicbt. Und dieser billige ManneSmut der liberalen Presse I Spricht eS wohl ei» Blatt aus, wer die Schuld an diesem Eingriff in die Freiheit der Wissenschast und die Wahrheit der Gesinnung trägt? Nicht die winzigen Stndt und Rheinbaben und Elster sind die Schuldigen, sondern diese« verrottete liberale Bürgertum, das um seines Profit» willen allen Idealismus und alle Tapferkeit verschachert hat. Hätten wir einen aufrechten LiberaliSmns, keine Regierung würde derlei Maßnahmen wagen, nnd bestünde sie auS lauter starken Männern, die überdies durchaus der Kröcherschen Forderung genügten. auS- giebige Esel zu sein. Rnhe ist die erste akademische Pflicht. Anfangs versuchten einige Studenten, sich zu einer Kundgebung für AronS aufzuraffen. Beim Direktorium der akademischen Lesehalle war beantragt worden: „DaS Direktorium wolle beschließen, als Protest gegen die vedrohnug der akademischen Lehrfreiheit dem bisherigen Privat- docenten Herrn Dr. Leo AronS die Sympathie der akademischen Lesehalle zu übermitteln." Nachdem die» bekannt geworden, ließ der Rektor der Universität, Professor Fuchs, sofort den Vorsitzenden de» Direktoriums zu sich entbieten und eröffnete ihm, er werde gegen jeden daS Dtsciplinarverfahren einleiten» der für diesen Antrag das Wort nehmen würde. In der Direktorialsitzung, nachte der Vorsitzende hiervon Mitteilung; eS stellte infolgedessen kein Mit» glted de» Direktoriums eine« Antrag, und die Syinpathiekund- gebung an Dr. AronS oder, wie andere wünschen, die Dank- adresse an die philosophische Fakultät wurde überhaupt nicht beraten. Aber nur Geduld? Neber ein Weilchen werden Professoren und Studenten schon zeigen, wa» die Ueberzeugungskraft deutscher Männer wagt— sie leben und sie sterben für ihre Ueberzengung l Sollte der Reichstag die Flottenvorlagc ablehnen, dann werden i« wie«in Mann aufstehen, die Professoren und Stn- deute», mit uiigebändigtrm Heldenmut werden sie sich in den Kamps gegen die VaterlandSlosen stürzen, sie werden bis zum IScitjbhiicn für die Ecilrrjcn Guter der Nation kämpfen, und mußten fie den letzten Rest ihrer Kehlköpfe lind ihrer Wissenschaft der zrohen Sache zum Opfer bringen, � O es sind deutsche Männer, voll Spannkraft in der Heldenbmst, diese Professoren und Stndeirtcn. Man wird es sehen I— Tic„urdeutschc" Familie Hohenlohe, lieber die Herkunft der Familie Hohenlohe, die nach der Bchanptnng des Prinzen Mexander im Rcichslag eine so„urdcntschc" sein soll, daß die von unsrem Parteigenossen Singer behauptete Inteniationaiität gar nicht in Frage kommen könne, äußert sich ein alles französisches genealogisches Werk dahin: „Hoheiiloö" oder„Holasch", ist ein altes gräfliches Hans des Kaiserreiches und hält den ersten Rang unter den'Häusern des Frankenlandes. Die Grafen von Hohcnlos sind verwandt mit den besten Häusern Deutschlands. Sie behaupten, aus Italien zu stammcii. wo sie den Namen..Uta ttamir" oder den der„Flamiuicus" führten. die Mit dem Namen Hohcnloö übereinzustimmen scheinen, da sie dieselbe Sache (fiama- Flamme, Lohe) bedeuten. Diese Grafen besitzen fruchtbare Ländcrcicn zwischen dein Herzogtum Wirtemberg und dem Franken- lande und wären sehr mächtig, tvenn sie nicht in mehrere Zweige geteilt wären. Gegenwärtig sd. h. zur Zeit der Herausgabe des genamiten genealogischen Werkes) ist ihr Hans zusammengesetzt aus den Zweigen von Nevenstein,«itlvnrg, Focdclbach. Langcnbnrg und Schillingsfürst. Mit dem„llrteiitschtnm" der Hohenlohes ist cS danach nicht Peit her. »« Deutsches Weich. Tic ttiiersnttlichc». � Die Regierung thnt den Agrariern sede denkbare Gefälligkeit. «le unterdrückt das Belailiitwerden gesundheitlicher Mißslände in der FIcischprodnktion.»m die agrarischen Wünsche nach Abschneidnng des FlclschnnportS zu fördern. Aber, was sie auch thnl. nie genügt csder iimkerllchen Unverschämtheit. Die Regierung hat den Willen bekundet, die Getreidczöllc zu erhöhen, aber keine Erhöhung ist hoch genug, daß nicht neue agrarische Angriffe erfolgten. Icht hat doS P r ä s i d in m d c S deutschen ttandwirtschaftsrats ail den Reichskanzler nnd den Vnndesrat eine Eingabe gerichtet, in der eS sich beklagt, daß in dem dq» Mitgliedern des Wirtschaft- lichcir Aussch nsseö iib ergebenen Entwürfe einer neue» Aii- ordnung des Zolltarifs die Anträge der 16. Plenarversammlimg deS deutschen LcckdwirtschaftSrais von 1887 nur zun, Teil bekannt gegeben worden seien. Ter Sandwirtschaftsrai habe damals— um nur einiges zu erwähnen— für den Doppelcciitner Weizen sowie für den Doppelcentner Roggen je V M. gefordert. Tos aber sei dem Wirtschaftlichen Ausschuß anffallcndenvcise nicht in Er- innerung gebracht lvordc». Welch Verbrechen der Rcgicrmig l Das� beste aber bringt der Schluß der Eingabe: ,. Indem ivir uns gestatten, dem hohen Bundesrat tEucr Durch- lanchtj die Verhandlungen der XVI. PlcnarvcrsanImI'.tNg von 1887 über die Erhöhung der landlvirtschafllichcu Zölle sehr ergebenst zu überreichen, erklären wir auddrüiklich, dast die damals scautragtc» Sätze zum Teil gegenwärtig nicht mehr als ausreichend zum Schntz der Landwirtschaft gelten können. �»wieweit dies der Fall ist, bleibt noch der Beschlußfassung unsrer Plenarversaminlung vorbehalten." Die ungeheuerlich hohen Zollsätze, die damals gefordert wurden inid die keine noch so.agranerfrenndliche Regierung je annehmen konnte, sie find noch zu niedrig. Jehl belrägt der Zoll auf das vrotkorn 3.56 M.: der höchste Zoll, den wir je haften,»vor 3 M. Aber selbst 6 M. Zoll, ein wahrer AnShiingenmqszoll für die lonsumierende Bevölkerung, ist dem agrarischen Heißhunger nicht genügend. Das agrarische Raubnttertmn hat sich große Ziele gesteckt. Der Abschluß der neuen Handelsverträge soll ihren Plündergcliisten nn- geheure Beute bringen. Da haben die arbeitenden Kläffen, Handel und Industrie alle Beranlaffimg, diesem gefährlichsten Wnchcrersyndikat geschlossen nnd nachdrücklichst entgegenzutreten.— Anötrcibttiig der Marinegespenstcr. Zum französischen F l o t t e n p r o g r a m m hat der Artilleriedirektenr im Marine- Ministerium General de laRocque im letzten Februar- Heft der„Revue des deus uioudes" eine Studie veröffentlicht. die auch für die gegenwärtig in Teutschland er- oiterte Flottenfragc von Jtztercsse ist. In der Sdidie tritt er insbesondre auch dem Gespenst einer möglichen Landung der Engländer in Frankreich entgegen wie folgt:»Wenn ein englischer Admiral den tollen Einfall haben sollte, mit eincin Geschwader einen unsrer Häsen zu forcieren, so müßte man ihm einen Lotsen entgegenschicken, unsre Geschütze vcr- stummen und lülsre Torpedoboote zitnickgeben lasten, um ihn ja nicht zu verscheuchen. Wäre er dann glücklich ans der Reede angelangt, dann kann man sicher sein, daß das Krcnzfener unsrer Batterien und unsrer Torpedos in einigen Minuten die Panzer- schiffe und die Ä r p u z e r vernichten würde, die geivagt hatten, die englische Flagge in den Bereich unsrer Geschütze zu bringen." Bo» dem Kampfe zwischen einem starken Küslcnfort und einem starken Schlachtschiffe sagte der General:„Es ist zehntausend gegen eins zu Gunsten der Batterie zu Ivetten."„Die Flotte» vermögen nickits gegen die Kiistcn einer großen Macht, wenn sie in leidlichem Verteidigiingszustaiid sind. In einer einzigen Schlacht kann eine Annce, die in Frankreich eindringt, ihm hundertmal größere materielle nnd moralische Verluste zufügen als alles, was man von dein heftigste» Bonibardcmcnt, durch Kriegsschiffe ans- geführt, erwarten kann." Ebenso tritt der Verfasser einer llebcrschätzung der Blockade- g e f a h r und dem Gespenst einer Absperrung der Z n f n h r für Frankreich. ivie folgt, entgegen:„Frankreich, das mit ollen Ländern des KontilZgncnls auf dem Landwege in Verbindung steht, Mid cS nur mit den englischen Flotten zu thnn hat, hat. was die Berprovianticnmg betrifft, nichts zu erwarten und nichts nötig von der Seiie des Meeres." Der französische Gentral spricht sich auch mit aller Entschieden- heit gegen einen unmittelbaren is ch n y der Kolonien durch S e e sl r e i t k r ü f l e ans.-„Es möge vcr- mmftig sein, bei den Antillen, im Paeistc, im Indischen und Ehinesi- scheu Meer ein paar Schiffe zu halten, wozu ihm alte Fahrzeuge gut genug erscheinen, mn in den verschiedenen kolonialen Häfen die Flagge zu zeigen, aber das sei anch alles. Ivos wünschenswert fei. I» einem Duell, wie bei dem, um welches es sich handle, habe man nicht ans die?icbcnt»iiige, nickt auf die Extremitäten zu achten, sondern auf die vitalen Ptmklc.. Sie liegen, was die Verteidigung betrifft, in Jranlreich, und was die Offensive angeht, in Aegypten oder auf dem Gebiet von Großbritannien." Tic Friedfertigen. Die.„Notvojc Wreinja" entwirft in einem Leiianfsatz das russische Märineprogramm nnd äußert:„Die eng- I i s ch c Flotte ist f ü r d e» Angriff b e st i ni n, t. während wir mif der See keine a g g r e s si v c n Aufgaben haben— auch ans dem Schwarzen Meer werden wir uns»nr verteidigen. Wir müssen aber auf der See eine für die Sccstaatcn furchtbare Macht besitzen, da sie uns sonst in der Politik Befehle erteilen werden." DaS ofst- ziöse Organ erblickt das Heil Rußlands zur See zunächst in dem Bau einer stattlichen Zahl von schnellsegclnden Kreuzern nnd Torpedo- booten. Nur ans diesem Wege wird Rußland im stände sein, b e i feindlichen Absichten Deutschlands oder Englands mit einer loeitgchendcnBedrohiiiig deSSeehandels dicjerMächte zu antworten. Allerdings werde die russische Regierung sich hüten. mit England un Bau von Panzerschiffen wetteifern zu wollen. Gegen England wäre ein solcher Wettlauf aussichtslos, da iu der Zeit. in der Rußland ein Panzerschiff baue, England mit dem Bau von wenigstens i Panzerschiffen antworten könne. Also Rußland soll eifrig au der Vermehrung seiner Marine arbeiten, natürlich nur„zu Zwecken der Verteidigung". Rußland ist nicht aggressiv. Teutschland ist auch nicht äggrcisiv. England sagt von sich das gleiche. Alle, alle erklären, nur Friedfertigkeit iiu Herzen zu tragen, aber alle rüsten und rüsten ohne linterlaß.— Zollkrieg in Sicht. Unter dieser Ilcbcrschrist erhebt der „Hamb. Korrcsp." entschieden Protest gegen de»„dein Geist nnsrer Zeit geradezu ins Gesicht schlagenden, direkt widersinnige n" Beschluß der F l e i s ch b e s cki ästi- G e s e tz- K o m m i s si o n, vom 1. Januar 1864 die ausländische Fleischciiifuhr in Deutschland zu verbieten. Eine Kapiftilatioi'. der Regierung vor diesem Beschluß würde, wie der Hamburgische Äorresp." erklärt, so viel heißen, wie, den S l a a t s w a g e n hinten und v o r n m i t Pferden bespanne n. Die deutschen Seestädte, die in erster Reihe durch die Äeschlüsic her Flcischbcschan-Gesctz- Kommission getroffen würden., dürften nicht ruhen, bis dieser Gcsctzesparagraph. der nur der nnvcrbüllte Ausdruck, einer rück- sichtslosen Jntcressenpoliuk.ist, von der Bildstäche verschwindet. Man hat das agrarische Unwesen lange genug aufgepäppelt. Fetzt weiß die Regierung schon nicht mehr/ wie sie sich darunter schützen soll. Sie treibt lieber zum verwüstenden Zollkrieg mit Amerika, als daß sie wagic, dem AgraricrLocrmiit Widerstand cnt- gegeuzusetzen.—_ Zedlitziadcn. Wir nehmen es niemand so wenig übel, daß er uns beschimpft und verleumdet, ivie dem Freiherru von Zedlitz. den w i r durch die Entlarvung seiner politischen Jntriguen im» sein gut bezahltes und wenig Arbeit forderndes Staatsamt gebracht haben." Da er außerdem für jede Schimvscrci 17,30 M. bei der „P o st" liquidieren darf, so werden seine Verleumdungen durchaus selbstverständlich. Wenn er gerade über unsre Veröffentlichung des GchcimerlasscS Rbeinbabens mit besonderer Wildheit herfällt, so ist auch das begreiflich: die Veröffentlichung erinnerte ihn ichmcrzhaft an seinen eignen Fall, ist doch abermals durch socialdemolratisches Verdienst ein Jntrignenspiel enthüllt worden. Mit gelassener Heiter- kcit setzen Ivir also die neueste Leistung— feste Preises— unfern Lesen, vor. Die„P o st" schreibt: „Es zeigt mit einer geradezu erschreckenden Dcmlichkcil, wessen die Socialdemokratie fähig ist. Sic setzt sich über alle Ge- w i s s e n S s k r n p e l nnd Moral hinweg, wo es sich um die Förderung ihrer Partei-Jntcressen handelt. Nach ihrem Sitten- todex— wenn man bei der Socialdcmolralia überhaupt noch von einem solchen Kodex reden kann— gicbt es keine andre Moral als die rücksichtslose Förderung der Partci-Jnteressen. Ans dunkler», verbrecherischen Wegen wird überall ans Geheim- nissc andrer grsahndct, von denen man hofft, sie könnten der Partei in ibrer verhetzenden Tbätrgkeii irgendwie nützlich werden. Die zahllosen durch den„Vorwärts" erfolgten Publikationen von auS Dicbstäblcn herrührenden oder durch gewissenlosen Äer- rat gewonnenen Schriftstücken sind ja hinreichend bekannt. Das Blatt sucht geradezu einen Ruhm darin, solche auf zweifelhaften Wogen erlangten Geheimnisse andrer zu veröffentlichen, nnd zeigt damit osteiftätiv eine eynifefie SScrach tu n g aller gnren Sitte und als a n st ä n d r g geltenden Forme n. Jetzt beweist der Abgeordnere Kuncrt, daß die Partei auch nicht vor landcsverrätcrtschcn Praktiken zurückschrecken wird, wenn sie sich davon eineErschüttcrung unscrs staatlichen Ansehens ver- sprechen zu keimen meint. Das eröffnet die uucrfrci'.lichstcn Perspektiven.... Sic kann nach diesem Rezepte für etwaigen Verrat militärischer Geheimnisse einfach geltend machen, es sei gut, wenn das Ausland diese Geheimnisse kenne, tveil dann ein Bewußtsein etwaiger Ileberlegenhett bei uns keine Kriegsgelüste anskommc» lassen könnte. Gründe sind ja dem Gewissenlosen stets zur Hand. Jedenfalls hat dieser Vorfall aber gezeigt, daß es ernstlich zu«wäge» ist, Ivie ein derartiger Mißbrauch der unter dem Schutze der Immunität stehenden RcichStagStribüue in Zukunft verhindert werden kann." Das große Interesse, das jedes lichtscheue Handwerk an der Vcrschleiernng hat. geben wir ohne weiteres zu. Aber wir möchten der deutschen Regierung doch nicht d a s Jtitereff« zuschreiben, das Herr v. Zedlitz für fein Thun je haben mußte. UebngenS: L a n d e S v e r r ä t e rr s che Praktiken über- lassen wir gern einem Bismarck, der nach seiner Errtlasjung, um den verhaßten Nachfolgern ein Bein zu stellen, den deutsch- russische» G e h e r nr V e r t r a g veröffentlichte.— Eine zweite Zedlitziade detrifft den Fall AronS. Tie„Post" behauptet: „Unsre gleich geäußerte Vermutung, daß der„Vorwärts" die Gründe des ministeriellen Urteils im Falle AronS nicht vollständig publiziert habe, hat sich, wie sich ans den von AronS jetzt selbst herausgegebenen Aktenstücken ergiebt, vollkommen bestätigt. Das demagogische, lediglich ayf Zwecke der Verhetzung um jeden Preis ausgehende Blatt unterschlug natürlich den Teil. welcher ihm für seine Zwecke unbequem erschien. Daraus ersieht man. daß diese Fortlassung nicht im Jntercffc der Kürzung er- folgte, sondern mit der Absicht, das AronS Belasttnde so weit wie irgend angängig, auszumerzen. Gerade die Momente, welche für die Zumeffung der Strafe entscheidend gewesen und deshalb von großer Bedeutung sind, hat der„Vorwärts" einfach rinterschlogen. DaS überrascht unö srcilich nicht, wir kennen ja längst ihn und seine Methode nndj wissen, daß das Papier, auf dem der„Bor- wärtS" gedruckt wird, noch geduldiger sein muß, als alles andre." DaS Organ der Fälschungen beschuldigt uns der Unterschlagung, als ob wir nach dem Muster der„Post" und der Anktagebehörde im Fall AronS jemals ein„Mydener Manifest" entdeckt hätten und durch tendenziöse Sluslosniiigen de» wahren Sinn in sein Gegenteil verkehrt hätten. Aber die Beschnldigmrg ist in Vielem Fall nicht nur verleumderisch, sondern anch sehr einfältig: denn wer fälscht, mutz doch ein Interesse an der Fälschung haben. Was in aller Welt ollte uns wohl genieren, ans dem Urteil die allbekannte Thatsache abzudrucken, daß AronS am 23. Juli 1893 wegen„unpassender Agitation" von der Fakultät einen Verweis erhalten hat- dieser Verweis hat ja dieselbe Fakultät nicht verhindert, den Gen offen AronS freizusprechen. Aber noch eine weitere Unterschlagung haben wir begangen, wie die„Post" versichert: „Dazu kam noch, daß eine LrdntmgSstrasc als ganz wirkungs- los erscheinen mußte, weil der Angeklagte bei der mündlichen Ver- Handlung vor dem Diseiplinarhofe selbst erklärt hatte, auch eine erneute Verurteilung werde ihn nicht von der öffentlichen Vertretung der Grundsätze der Socialdemokratie abschrecken." - In der That. Wir begehen.die seltsamsten Unterschlagmiqcn der Welt: wir unterschlagen gerade die für nnscrn Freund besonders ehrenvollen Thätsachen. Freilich müssen wir leider bekennen, uns dieser rühmlichen Unterschlagung nicht einmal schuldig ge- macht zu haben, wie uns die„Post" vorwirst. Wir haben den angeblich unterschlagenen Satz ini„VorivärtS" vom 2. März auf der zweiten Seite aus der Broschüre deck Genossen AronS wörtlich abgedruckt. So sehen unsre Unterschlagtmgen ans. Immerhin, wir haben thatsächlich bisher manches von„der Schuld AronS'"— aus einer leicht begreiflichen Zurückhaltung— unterschlagen. Weil uns die„Post" nun so scharf aufpaßt,» sei wenigstens ans dem freisprechenden Urteil der Fakultät die bisher von uns nuterschlagcne Stelle reuig»nitgeteilt: „Sic(die Fakultät) that dies(die Remotion) zugleich in Würdigung der Thatsache» daß Dr. Arons nie versuchte, ans die Studierenden agitatorisch einzuwirken, daß er nach dem Zeugnis der Fachmänner ei» ausgezeichneter jüngerer Ge' lehrter»md nach dem Zeugnis aller, die ihn näher kennen, ein tadelloser Privatcharakter ist." Dieses Zeugnis von der„Schuld Arons" haben u. a. folgende Professoren»irterschrieben: A. Wagner, Schmollcr, Dilthey, Schwendcner, Hennann Grimm, Stumpf, b. Wilamowitz-Möllendorff, Erich Schmidt, Brandl. Erman, Delbrück. Ob Herr v. Zedlitz jemals ein solches Ehrenzeugnis erhalten hat- Zur Mißhandlung eines Abgeordneten fordert„Das Ber- liner Blatt", ein Ableger der..Deutschen Tageszeitung", auf. Das Blättlein, das sich natürlich über den Rheinbabenschen Geheimerlaß auf Geheiß des Bundes der Landwirte erheblich aufregen muß. fordert zu einem Attentat ans uusren Reichötags-Abgeordneten Kunert auf. der„etwas fünfimdzwanzigmal" vördienl habe. Das beweist einmal, wie wuchtig der Hieb in die agrarischen Jntriguen und Heucheleien getroffen hat, ferner die Verrohung der — nach Herrn Sombart'— zum Herrschen durchaus befähigten Jimkertlasse, und endlich die terroristischen Neigungen zu Gewalt- thätigleiten, die die Zuchthausvorlage dem Proletariat anzudichten suchte.— München, 2. März. Abgeordnetenkammer. Die Rückänße- rnng der Kammer der Reichsräte zum Etat der Ockonomicn und Gewerbe, veranlaßten am Aschermittwoch eine ziemlich heftige Debatte. Die„hohen Herren" haben einen Beschluß der Abgeordneten- kamiuer, die Verwendung inländischer Rohprodukte zur Biererzeugnng im Hofbranhause betreffend.' einschränkend modifiziert, waS unsren Agrariern großes Mißvergnügen bereitet. Die Herren Dr. Heinrich Lutz und andere Tribunen des Centrums und der Konservativen bebandelten ans diesem Grunde die Inhaber der vergoldeten Sessel im Oberhanse so despektierlich, daß der Präsident zur Mäßi- gung mahnen mußte. Natürlich endete der Sturm im Glase Waffer nnt, demutiger Unterwerfung unter das Votum der ReichSratskammer. Tann'kam der Antrag Dr. Jäger-Dr. P i ch l e r lEcntrum): „Schaffung einer Ccittralkasse für gewerbliche- Genossenschaften" zmn Anftuf. der nnsern MittelstandSrettern Gelegenheit bot, zum so und so vielslemnale dem Handwerk das goldiw Zettaster anzukündigen. linser Redner, Genosse Ehrhart, stellte Ulster gewissen Bedingungen die Zustimmung der socialdemokratischen Abgeordneten in Aussicht und wartste vor lleberschätzimg derartiger Palliativmittelcheii: Dr. Pickilec tischte daS alte Märchen auf": die Socialdemokraten wollen das Handwerk vernichten, wofür er von Vollmer derb ans die Finger gellopft würde, t Der Regierungsvertreter sagte Berücksichtigung deS Antrags zu, wenn sich eine entsprechende Anzahl von Handwerker- Genossenschaften gebildet babe. Daun wurde der Antrag mit großer Mehr- heit zimt Beschluß erhoben und iii die Beratung eines weiteren Antrags Dr. Jäger. Dr. Pichler eingetreten, betreffend Errichtung einer staatkich geleiteten Anstalt für Mobiliar-Brandversiche- rnng.— Abg. L n tz(f.) hat den Antrag gestellt, die Kammer möge die Regierung ersuchen, int Bundesrate dahin zu wirken, daß bei künftigen Handelsverträgen und Zolltarifen der. Zoll auf Gerste und Hafer' dem Zoll auf Roggen nnd Weizen gleichgestellt werde. Die Konservativen wollen natürlich die V ahnt cht Regierung für die agrarischen Forderungen bei den HandclsvertragS-Verhandlungen ge- Winnen und festlegen.— Weimar, 3. März. iPnvatbepesche des„Vorwärts".) Der 28. ordentliche Landtag des GroßherzogtumS wurde heute mittag, nachdem er in 80 öffentlichen Sitzungen seine Arbeiten erledigt halte. durch den StaatSminister Rothe ge« schlo s s e it.— Ter starke Mau» hat schwache Nerven. Ans einem Unfugs« Urteil des Lairdgerichts Freiberg in Sachsen teilt die„Sächsische Arbeiter-Zeitung" diese Stelle mit:... „Das Gericht ist in. allen Punkten, in thatsächlicher Feststellung wie in rechtlicher Beziehung, dem Urteil erster Instanz beigetreten, Zweifellos war die That des Anget'lagtest strafbar. Schon das Anbieten von diesri« Kalender, dessen Inhalt den Angeklagten schon durch den Umschlag bekannt sei» mußte, an Personen, die nicht ihrer Partei angehören, mnßtc Erregung hervorrufen. Die beeidigte Zeugenanssago des Gendarmen, der sich ja auch selbst darüber erregt hat, bestätigt die Annahme. Sie machten sich aber auch dann schon strafbar, wenn die That geeignet er- scheint, Unwillen und Erregung bei einer nNbestvnmteii Zahl von Personen hervorzunifen. Die Strafhöhe von einer Woche Hast war als angemessene Sühne zu erachten." Man sieht: Bliemchen spielt»ür den starken Mann, in Wirklichkeit zittern seine schwachen Nerven, wenn cr nur den Ilm- schlag eines socialdemokratischen Kalenders sieht.— Armer starker Mann! „Kuchen" i» der Kaserne. Unter dieser Spitzmarke berichtet der„Hamb. Korr." über die von uns stiitgeteilten Retrutcnmißhand- lungcn beim Kaffcr-Franz-Garde-Grenckdicr-Regimcnt. DaS Blatt meint dazu: „Wenn der beregte Vorgang sich wirklich in der geschilderten Weise jedes Jahr abspielt, so möchten wir ihn keineswegs tragisch nehmen, lins erscheint er lediglich als harmloser Soldaten- ulk, den man nicht als„Mißhandlung" in die Welt«lSpösäunrn sollte." Wenn dem Redactcnr, der diese Bemerkung hat schreiben können. als Weihnachlskuchen solch ein„harmloser Soldatenull" zustößt, so schreit e r hoffentlich nicht über Mißhandlung. Natioualsociale Berlogcnheit. Unter dieser Spitzmarke schreibt uns Genosse Mehring: In der neuesten Mnmmer der„Httfe" orakelt Herr Maurenbrecher eine Spalte lang über den Fall Sombart. Der „Vorwärts" hat mit Recht von dem. Ilänglosen Gerede keine Notiz genommen, doch bitteich um ein paar Zeilen Raum, unreine persön- ticke Verunglimpfmig abzuwehren. Herr Maurcnbrecher behauptet. daß ich an Göhre gehandelt hätte, wie Sombart an mir. Das ist unwahr. Ich habe eine Anzahl schwerwiegender Vorwürfe, die Göhr« meiner Parteigeschichte gemacht hatte, in einer Antikritik zu widerlegen gesucht, was mein gutes. R�cht war. Ich habe aber ielbstvevständlich nie, um mich an Göhre zu rächen, seine Schriften unter der Maske eines unparteiischen Historikers mit Schimpfereien überschüttet oder auch nur ein früheres— günstiges— Urteil über sie mit einer Silbe eiiigcsckiänkt. Da Herr Maiiren- brecher die schärfsten Sätze meiner Ainttntik in der„Hilfe" ab» druckte, sei es,»nn mich zu erfreuen oder sei es, um Göhre anzii- ärgern, so kennt er den Thatbestand sehr genau, und wenn er ibn jetzt in einer für mich ehrenrührigen Weise zu verdrehen sucht, so geschieht eS wider besseres Wissen und für verleumderische Zwecke.— Ausland. Pom kranken östreichifchcn Parlament. -st- Wien, 1. März. DaS öfireichischc Abgeordnetenhaus, die lärmendste aller europäischen Volksvertretungen, hatte gestern einen ruhigen Sitzung S tag. Das ist geradezu ein Ereignis! Es wurde die Verhandlung über die Drstiglichkeitsanträge wegen deS Streiks zu Ende geführt und ihre Zuweisung au den Socialpolitischen Ausschuß ei ii stimmig beschlossen. Dem Ausschuß wurde der Austrag mitgegeben, den Bericht bis längstens 12. Marz vorzulegen. Das Parlament hat mit diesem Beschluß eine ernste Verpflichtung übernommen, und eS ist eine Ehrenfrage für die Parteien, daß das das Vertrauen der Bergarbeiter, die auf eine That warten, nicht getäuscht werde. Im übrigen ist die Situation im Parlamente so unklar wie nur je. Die entscheidende Frage ist und bleibt, ob die Jungezcchen Obstruktion treiben werden. Ernsthafte Obstruktion, denn vorläufig begnügen sie sich, die Obstrnllion zu märkiere». Alles dreht sich mm um die Rekriitenvörlage. um' das Gesetz, daS die Regierung zur diesjährigen Aushebung der Rekniteu ermächtigen soll. DaS Gesetz' hat Eile, denn die Assen» tiernngcn beginnen programmmäßig schon Ende März. Wenn die Jlingczechen sein Zustandekommen verhindern,- so müßte das Parlament wieder beurlaubt werden, damit eben die Anwendung des§ 14 möglich werde. Es ist nicht wahrscheinlich, daß die Jung« czecheu die Sache auf die Spitze treiben werden, um so mehr als sie dabei auf gar keine Bnndesgenosseit rechnen können. Tie Polen und die katholische VollSpart« sind natürlich ganz offenkundig fiiir Regierung hinubergefchwenst. und sind auch für die bloß stillschweigende Unterstützung einer jimgczechische Obstruktion nicht »nehr zu haben. ES ist im Gegenteil wahrscheinlich, daß auch der äußerliche Verband der-eheinaligen Majorität bald gesprengt werden wird, Polen und Dentschklerikale sind nämlich mit der Kandidatur deS Dentschvclklrchen Pro d e für die erste Biccpräsidcntenjtelle'ein- verstanden— die Stelle ist, durch die Ernennung des'Polnischen Abg. Tr. Pietah Zinn Minister vakant geworden'—, wogegen die Jllilgczechcn und Siidslavcn einen slavischen Abgeordneten gewählt haben wollen, da sonst das Präsidium aus zwei Deutschen und einein Rumänen bestände. Es ist nicht unmöglich, daß diese Pcrsoualfrage den, Gegensatz zwischen de» Regierungsparteien und den Oppositjousparieieu, aiis der Rechte» hervorbrechen lassen wird. Von der VcrständigungS-Konferenz ist es ganz still geworden; Herr v. Körber hat keine große Neigung, diese Stätte seiner Blamage wieder zu betreten.■ Dagegen macht der Regierung die, Wiener iWah.lr.efo.rm große Sorge. Ter. nieder- östreichische Landtag, hat,-die elende Vorlage in zwei Sitzungen durchgepeitscht und den Entwurf in zwei Punkten noch. u nie r dem. Ministe rial- Programm der Regierung ge- staltet. Während die Regierung. die Seßhafsigkeitsdaucr in diesem allgemeinen Wahllörpör mit längstens zwei Jahren festgelegt haben wollte, wurde sie im Landtag mit drei Jahren bestimmt, und zweitens wurde der Censns für die Persoual-Einkommeusteuerzahler des dritten. Wahlkörpers entgegen der Forderung des Stadt- Halters ans. acht Gulden, mit zwölf Gulden normiert. Tie Regierung befindet sich in dieser Sache zwischen zwei heißen Feuern: auf der einen Seite drängen die Ehristlich-Soeialcn aus die Sauktiouicrmig, auf der andren ist es nicht unmöglich,.daß die Deutsche Fortschritts- Partei, um deren Bcsitzständ in Wien sich'Z dabei hauptsächlich handelt, aus der Genehmigung einen Kriegsfall ableiten würde, Daß sich die S o c i a I d eän o k r a t c n den Wahlrechtsraub nicht ruhig gefallen lassen worden,, ist selbstverständlich. Schon vorigen Sonntag war- die Ringstraße der Schauplatz einer großen Demonstration, und für nächsten Sonntag wird au der für politische Demonslratioueu wie geschaffenen Straße ein ,. A r b e i t e r k o r so" angekündigt. Gegen Argumente der Masse ist man aber in Wien sehr empfindlich.' Die Regierung Körbcr würde also iveit mehr Verstand brauchen als sie hat, wenn sie der vielen Schwierigkeiten Herr werden sollte. Zum deutsch czechischcn Streit äußerte sich am Freitag der Miuisterpräsidcnt K örb er. im.Abgeordnetenhaus. Er führte unter anöcrni ans:' Eine Angelegenheit, welche das Lcheusiutercsse der Bevöltcrung berühre, vermöge dse Regierung nicht allein,.sondern, nur im Berciu mit der Volksvertretung zu fördern. Der Kampf ztvischen den beiden Bolksstänunen habe in den letzten Jahren seinen Höhepunkt erreicht. Er wolle auf die Ursachen dieser Steigerimg nicht eingehen, man müsse sich aber die Frage vorlegen, wie dieser Streit geschlichtet. werden kömw. Für die Notwendigkeit einer Ordnung spreche mit unwiderleglicher Gewalt die StaatSraison. denn der Staat bleibe kraul, so lauge, die beiden Lostsstämme in Unfrieden lebten. Nach alle dem, was auch vorgegangen sei, könne doch der Streit geschlichtet werden/ nur mögen die beiden Bolksftäünne das gegenseitige Mißtrauen änfgcbcn. Zwei von der Natur so hoch begabte arbeitsftcudigc und- tüchtige VMsstämnie sollten sich doch verständigen. Bon beiden. Seiten müßten Opfer gebracht werden, der gegenwärtige Zustand sei. unhaltbar.. Die Regierung glaube diesem Mißstaude am besten dadurch Einhalt zu lhun. daß sie die beiden streitenden Teile schrittweise einander näherzubringen und die einzelnen'Fragen zu lösen versuche, aus.weichen der gnuzc Komplex des Streites besteht. Die Regierung werde diesen Faden fortspinnen und heische cS dann die Notwendigkeit, so sei es Pflicht der Regierung, die letzte Arbeit zu vollenden und jene Lösung zu finden, welche für beide Teile gerecht und annehmbar ist,— , In. der Soniiaheiidsitzimg erklärte'der' Sociafdcmolrat. D. a§- zynSkf, das einzige Mittel, aus der augenblicklichen schwierigen Lage. herauszukommen, fei Einführung des allgemeinen Wahlrechts. Der von der Regierung ausgegebene Beamten- Erlaß fei vollkommen korrekt; es fei' ja doch Thatsächc, daß derselbe nicht in den Geist der Bcanitciischafl ciiigedruiigen. Redner mackit Fälle auS Galizien namhaft, in welchen Beamte sich gegen das Gesetz vergangen hätten.—........— Tic englische Arbcitcrpcrtvetcv Kouscvcuz, schreibt man uns unterm 28. Februar aus London., wurde heilte erfolgreich zu Ende geführt. Folgendes' die heute gefaßten Bc- schlüsse: Der VollzichungS- Ausschuß des neuen Arbeiter- vertrctlmgS-BundcS besteht ans 12 Mitgliedern, von denen die Gcwcrk- fchaften zusammen sieben, die Unabhängige Arbeiterpartei und die Socialdemokratische Föderation je zwei, und der Verein der Fabier einen Vertreter haben. Provisorisch, d. h. bis zur endgültigen Kon- stituierung dcS Biuides. wurde das Komitee ivie folgt zusainmen- gesetzt: Fred. Rogers(Velin-Bilchbiiider), T. Grecuall(Bergarbeiters. J. Ball(Eisenbahner), Pete Eurran(GaSarbeiterl. Allan GertTextil- arbeitcr), I. Hodge fStahlhutten- Arbeiter), A. Wilkiu sScviffs- zimmerer) als Gewerkschafter, JameS Kcir Hardie. und I..Parker von der Unabhängigen Arbeiterpartei, JameS' Macdonäld, und H. Gurly von der Socialdcnwtratischcn Föderation und Ed. Pcase vom Verein der Fab'icr. Den Vorsitz führt Fred. Rogers, der Posten des Schriftführers>vard an JameS Macdonald von der Un- abhängigeil Arbeiterpartei übertragen. Die Pflichten des V o l lz i e h n n g S- A u S s ch u s s e S sind: Fühlung mit den Gewerkschaften und andren' natioiialen und lokalen Organisationen zu unterhalten, die Arbcitcriändidawrcn be- treiben, uiid alljährlich im Monat Februar eine Arbeitervertre'tungs- Konferenz einzubcrnfcn..Ferner soll er alljährlich dem allgemeinen Gewerkschaftskongreß und den in seinem Schoß vertretenen Organffa- turnen Bericht erstatten bezw. ihre Meinunge» einholen. Bei Wahlen soll er eine Liste von Kandldaten aufstellen, die iil Uebereiiistinimling mit den in der Programin- Resolution niedergelegten Grundsätzen aufgestelll sind, diese Liste als die der offiziellen Kandidaten der vereinten Arbeiterpartei veröffentlichen und den Arbeiterwählcrn die Unterstiitzmig dieser Kandidaten anempfehlen. Jede dem Bund angehörige Organisation soll für se 1000 Mitglieder 10 Schilling jährlich in die Bundes lasse zahlen und die Kosten der von ihr dufgestclltcn Kandidaten selbst aufbringen..,. Zur nächsten, den Bund oder die Partei entgültig k o n st i- t u i e r e ii d c n Konferenz sollen auch die Gclv'crksch'aftskartclle lTradeS Councils) sowie die— diesnial ferngebliebenen— Genossen- schaften eingeladen iverdc». Die Vertrctimg foll nach dcmPrincip von je ein Delegierter für jede 25 000 Mitglieder geregelt werden. Zu den Kosten der Konferenz sollen für jede 2S 000 Mitglieder und darunter S Pfd. Sterling gezahlt werde». Die Debatten wurden mit großer Ruhe und Sachlichkeit ge- führt— nur bei ganz wenigen Gelegenheiten platzten die Geister lebhafter aufeinander. Der Grundton der Beratungen, war eine Fernhaltung von allen Uebcrtreibungen. Weder in Programm noch in Hinsicht der Taktik zeigte sich stärkere Neigung zu extremen oder intraiisigenten Kundgebungen. Nachdem soviele Versuche heroischer Politik fehlgeschlagen, überivog die Meinung, man müsse es mit der Politik nach dem Grundsatz dcS Vorgehens auf der Linie deS gcringstcn Widerstandö versuchen. Die socialistischcn Tele- gierten enthielten sich gesiissentlich jedes Vorschlags, die Konferenz durch Pressionsmittel irgend welcher Art zu laptivieren. Selbst die gestern erwähnte Resolution der Socialdemokratischen Föderation hatte mehr den Zweck, den eigenen Standpunkt dieser Organisation zu wahren als der Konserenz die darin niedergelegten Grundsätze anfzuzivingen. Weiche Aussichten die neue Partei hat, läßt sich schwer voraus- sagen. Unter den Teilllehmern-der Konfereiiz giebt man sich in dieser Hinsicht keinen übermäßigen Erwartungen hin. Der Glaube an politische Wunder ist völlig verschwunden. Man lveiß, daß zur Bildung einer wirklichen Arbeiterpartei eben doch nur erst ein erster Schritt geschehen ist. Aber man freut sich dieses Schrittes und hofft, daß schon die Thatsäche'cilics'BnndesvertrageS zwischen den verschiedenen. Kadres'der Arbeiterbewegung ihre wohlthät'ige Wirkung nicht verfehlen, manches heule noch bestehende Mißtrauen besiegen und vielen das geschwiliideuc Vertrauen in die eigne Sache von neuem einflößen wird. In der That ist das nächste, lvas man von der heute geschaffenen Berhind.ung. zu erwarten berechtigt ist, eine stärkere moralische Rückwirkung auf die öffentliche Meinung der Arbeiterdemokratie. Und wenn sich dies erfüllt, so wird auch der materielle Erfolg nicht ausbleibe». Italien. Ter Papst und Giovdauo Bruno. Ans R o in wird vom 2. März gemeldet: Der Papst empfing heule an seiuent 0 0. Geburtstag und 22. Jahrestag seiner Erwählung die Kardinäle und die übrigen hohen geistlichen Würdenträger. Kardinal Oreglia hielt eine Ansprache, in welcher er Gott dankte, daß dieser dem Papst ein so langes.Leben geschenkt habe. In seiner Antwort erklärte der Papst die K u n d g e b u n g c n z u r G i o r d a n o B r u n o- F e i e r für nicht römisch, wenn diese auch in Rom ftattgefundeii hätten, und richtete an alle die Aufforderung, Gott zu bitten, daß er dem blutigen Kampf in Südafrika ein Ende mache. Schließlich gab er den Versammelten seinen päpstlichen Segen. Ter Papst scheint unter römisch„klerikal" zu verstehen. Frankreich. Frankreich in China. Wie eine Note des Ministeriums dcS Auswärtigen mitteilt, überließen die ch i n e s i s ch e n B e h ö r d c n der sranzösischen Munieipalilät in Shanghai die Ländercicn, welche Gegenstand der letzten Konveution find. Die französische Konzession ist dadurch um mehr als das Doppelte der- größert worden.—. Asien. Gegen die Reformen. Den„Times" meldet eine Depesche aus Shanghai,-die Käiscrin- Witwe habe an die Vicekömge und Gouverneure geheime Befehle erlassen, alle mit der Reform- bcivegmlg hervorragend verknüpften Chinesen ausfflidig zu machen und zu verhaften."_ Dnvl Q«unua v i sich vs. Die 12. Kounnissio» dcS Reichstags zur Beratung des von den Abgg..Dr, P-a a sich e und R ö s> ck e-Teffau beantragteii SnrrogälvcrbotS bei der Bierbcrcitung hat Mittwoch und Sonnavclld Sitzungen unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Paaschc ab? gehalten. Die Redner erklärten sich sämtlich' für daS Verbot, so iveit es sich um untergärige Bisre handelt. Abg. 253 ii r i» trat für das absolute Verbot der' Surrogate ein. Die Äögg. Graf S ch w e vi ii-Läwitz(k.s. Gamp(Rp.) und Dr. HermcS (frs. 23p.) wünschten die obergärigen Brauereien von dem Verbot ausgenommen. Auch wurde vom Zihg.'Gämp cine gleichzeitige Stcucrciltlastilng für die kleinen Brauereien als not- lvcndig bezeichnet. Die Vertr.eter der Verb u n d et en Re- g i e r u n g e p erklärten, daß der Bundesrat sich»encrdings mit der Frage nicht befaßt habe, daß aber die Regierungen im allgemeinen die Llnsicht des Abg. Gämp teilten, wonach dem Antrag Pansche- Rösickc nur stättgcgcbcn werden kömie. lveiin c>? gelänge, die kleinen Brauereien' in ihrer Existenz besser zu sicher» als bisher. Der Vertreter Bayern S, Mtuistcrialrot. von Geiger bestätigte die von dem Antragsteller vertretene Ansicht, daß auch ohne Surrogate gute. leichte und billige Bicre gebraut lverdcn köime».. Er sprach zugleich die Ansicht ans. daß sich die in Bayern eingeführte Staffclsieuer gut bewährt habe. Dieser Ansicht widersprach'Llbg. R v s ick c- Dessau, indem er bestritt, daß e'S überhaupt möglich sei, die kleilicren Brauereien durch Maß- regeln auf'dem Gebiete.des. Steucrivescus ili ihrer Existenz sicher zu stellen, was aiich' von dem Vertreter Bayerns als richtig an- erkannt wurde.. Abg. Rösickc crlamitc aber die Forderung der kletnercu Braucrcicit nach einer Abslufuilg der sie bedrückenden Steuer insoweit an. als dadurch eine gerechtere' Vcrtcilnng der Last herbeigefiihrt werden solle. Denn es sei zuzugeben, daß der Ertrag des MälzeS in den größeren Brauereien ein höherer lind deshalb auch die Bc- lastung durch die Bräufteucr eine ungleiche, d. h. für die Üeinen Brauereien eine höhere sei. Ilm eine möglichst große Mehrheit für daS Surrogatverbot im Reichstag zn'sichern, brachten d:e Abgeordneten Dr.' Paaschc nnd Rösickc �schließlich, unter Znrnckziehnng ihres früheren Antrages. einen VcrmittckungSäntrag ein, durch den bestimmt wird, daß zur Bereitung von � Bier, ivelcbes nicht»ächwcislich für den Export bestimmt ist, keine a n d r e n S t o f f c als M a l z, H o p f e n, H e f e n» d Wasser verluendet werden dürfen, daß jedoch während cincr Uebergangszeit von drei Jahren ein Zusatz von Stärkezücker. Stärke- syrnp mid Zuckerconlenr bei der Ziibercitnng vpn ob er gärigen und sögeüaimtcn c i n s a ch e n Bi'cri!» gestaltet fein soll, sofern diese Biere unter einer Bezeichnung zum'Verkauf gebracht werden, welche es den Konsumcnteil crillöglicht, den Zusatz der vorbezeichneteii Stoffe zu erkeimen. D i c's c r?l n t r a g wurde schließlich mit großer Mehrheit a n g c n o m in e n, für den auch die Social- domokraten eintraten, während sie gegen den ebenfalls angenommenen Znsatzantrag'G a Mp stlminlen, der dahin geht, daß gleich- zeitig mit dem Surrogatverbot für die kleinen Brauereien eine Ermäßigung der Steuer unter entsprechender Erhöhung der Steuer für die großen Betriebe cül- treten soll.'ES wurde noch festgestellt, untcr entsprechender Er- höhung" sei zu verstehen, daß der Gesamt-Stcnervetrag für die ReichSkaffe durch diese Abstufung Bcine Erhöhung erfahren dürfe., Dsvkel-Maitzviitzkett. Parteiproffc. AuS der Redaktion der„Sächsischen Arbeiter- zeituiia" saieidct auch, wie uns mitgeteilt wird, der Genosse Haenisch aüst Als Sekretär des ncugegründetcu ArbeitcriekretariatS in Altona wurde Genosse Ph. Müller aus Dannstadt gewählt. Totculiste der Partei. Eine alte, bewährte Genossin, Maria Thärigen, geb. Hohne, ist am Montag früh in der Sudenburg in Magdeburg gestorben. Trotz ihrer langjährigen Krankheit war sie !tetS auf dein Posten, wenn es galt, für die Partei thätig zu sein. In O lekmiask(Sibirien) vergiftete sich. Stanislaus Tonfsewitsch, ehemaliges Mitglied der polnischen Partei„Proletariat" und nachher Mitglied der polnischen socialdemokratischen Partei.- Der Verstorbene war sehr beliebt bei den Arbeitern. Bei seiner Versendung nach Sibirien veranstalteten die jüdischen und christlichen. Arbeiter Wilnas (wo er im Gefängnis faß) eine offene Demonstration. PulUeiliches, Gerichtliches ufw. Verein oder nicht Verein? Wie die Katze mit der Maus, so 'pielt die Polizei niit dem Begriffe„Verein" in Anwendunä auf die Arbeiterorganisationen. Kann män einer Mehrheit von Arbeitern das gcmeinsame Handeln erschweren dadurch, daß man sie zu einem Verein stempelt, dann dehnt sich der.Begriff iii.S Uferlose und wir lernen ciiicn Verein kennen, zu dem sich nach den gegebenen Merk- nialxn mindestens jeder Deutsche rechnen kann. Erscheint es unbequem, das Vorhandensein cineS Vereins zuzugeben, dann st keine Mauer von Vorschriften fest genug, um die Personcnmehrhcit als Verein erschemen zu lassen. Aller Angenblickc erfährt man, daß irgendwo eine Anzahl Arbeiter, die weiter nichts verbindet wie gleiches Streben, als Verein bezeichnet und zur Erfiilluiig der Vorschriften über die Vereine angehalten, aufgelöst, bestrast wird, Filialen von GewerkschpftSverbänden ohne eine Spur selbständiger Organisation werden' zu selb- ständigen Vereinen gestempelt,' beauftragte Bcitragskassicrer werden zu Ve'reinslcüem gemacht, Vertrauensmänner, gleichgesinntcr Leute werden' aufgelöst. Da? ist der Verein ohne Grenzen. Einem solchen„Vereine sollte es ober einfallen, z. B. ein Per» guügcn zu. veranstalten, wozu„geschlossene Gesellschaften", das sind Vereine, keiner polizeilichen Erlaubnis: bedürfen! In solchem Falle wird selbst dann die VcreiuSeigcnschast.- bestritten, wenn die Leute selbst sich als Verein betrachten und. alle gesetzlichen Ver- pflichtungen der Vereine erfüllen. Ein solcher Fall liegt wieder ans Roitzsch im Kreise Bitterfeld vor. Die dortige Zahlstelle dcS Manrertierbaiides bildet einen Verein. Sie hat sich als solchen der Behörde angemeldet und die Mitgliederliste eingereicht. Ein von..ihr beabsichtigter Ball wurde vom Amtsvorsteher unter Bestätigung durch den Landrat verboten, weil„die eingeleiteten Ermittelungen ergeben haben", daß„die dortigen Maurer keine geschlossene Gesellschaft bildeii". Es wäre nun sehr interessant, ivie sich die Polizei verhalten würde, wenn sich die Zahlstelle der Mäurcr in Roitzsch einer etwaigen Aufforderung zur Einreichung ihrer. Mitgliederliste unter Berufung auf diese Laiidratsentscheidun'g nicht fügte.• — Wegen angeblicher Beleidigung deS früheren Polizei- Inspektors Raichke zu Mühlhauscn i, Th. wurde Genosse MaberSky vom„Hamb.' Echo" zu.100 M. Geldstrafe verurteilt. GetvovksifzAftluszes. Berlin und ttmgegcnd. Achtung, Tapezierer! Die Sattler der Firmen Ekert, Stralauer Brücke 3-: Reichert. Stralanersir. W; Weiser u. Duve, Alexander- straßc 29, befinden sich im Ausstand. Von den llnternehiiicrn werden alle Aiistlcngnngen gemocht,- Arbeitswillige, heranzuziehen, tlufte Pflicht ist es, unsren Arbeitsbrüdcru' in dieser Hiusicht die vollste moralische Uiiterftützimg zu teil werden"zu lassen, und bitten wir, den. Zuzug fernzuhalten. Tie Lohiikoiinnissioii der Tapezierer. Die Bürsten- und Pinsclmachcr beschlossen am 1. März in einer gutbesüchten Branchcnversammlung. falls die Arbeitgeber �die gestellten Forderungen nicht bewilligen, am Montag, den 5. März, die Arbeit niederzulegen. Die Kollegin, die am Montag, 5. d. M.. die Forderungen stellten, haben sich— ganz gleich, ob die Arbeit niedergelegt oder ob bewilligt wurde— nach dem Arbeitsnachweis, Aiiiienstr. 39, zu begeben. TcntschcS Reich. ArbcitsbrLdcr! Kameraden! Ter Streik der Bergarbeiter im Zlvickaiier und Oelsnitz- Lugaucr Revier mußte infalgo der unerhörten behördlichen Maß- nahmen resultatlos verlaufen. Die Bergarbeiter mußten, ohne mir das geringste erreicht zn haben, unter ihr altes Joch kriechen. Der Sieger, tveun er anständig ist, jagt den Besiegten nicht noch zu. Tode. wenn der Kampf beendet ist. Nicht so denken die Kohlenbarone.!: Zu den erbärmlichen Löhnen, welche die Bergarbeiter setzt ver- dient haben, kommt nicht mir keine Zulage, sondern der Schichtlohn ist vielen gekürzt worden. Einige würden außerdem noch auf 8 bis 10 Tage von der'Arbeit zurückgewiesen, während gegen 400 Mann überhaupt entlassen sind.?lbcr auch mit diesen harten, jedem menschlichen Gedanken hohnsprechende» Mäßregelmigen sind jene Herren nicht zufrieden. sie wollen dse Arbeiter auch noch um ihr« Beiträge zur Knappschafts- Pensiollskäffe bringen,.in welche die Gc- inaßregelteii 20. 30 und noch mehr. Fahre gesteuert haben und die oft bis 1000 M. betragen. Fainilicnväter von 8, 9, ja sogar 10 Kindern stehen trostlos da und harren mit Bangen, wer ihnen hilft. Zllle großen Arbeitgeber nchliicii keine. abgelegten Bergarbeiter an, haben sich also vereinigt. Der Starke' hilft deiü Starken: wer da hat, dem. wird gegeben, und wer da incht hat,. dem wird genommen. . DarmN, Ihr wirtschaftlich Schwächeren, helft, so weit eS in Euren Kräften steht, helft den Aeriiisten: der Armen! ArbeitSbriider! Handelt schnell, damit die'rohe That jener Geldprotzen nicht noch größere Opfer fordert.' Alle Sendungen sind zu richten an:'. Christian R�a'utzsch, Lagerhalter iu Ob'erhohiidorf. bei Zwickau i. S. Tic tu Konsum- uud ähnlichen Bercineu beschäftigten Lager- Hairer.' und Lagerhalieriniie» halten ihre'» diesjährigen Kongreß in Magdeburg am 16. April ab. Bei der Gewerbegerichtswahl in Göppingen und O h l a u (Schlesien) siegte die Liste der Gewerkschaften. Die Stuccatcure in K ö n i g S be r g i. P. haben ihren Streik zur Zufriedenheit der Arbeitcr beendet. ES ist eine nelinstündig« Arbeitszeit sowie die Eiiiführimg cinsS. gleichmäßigen Tarifs erreicht. Zu. Preistreibereien nützen jetzt die.sächsischen Grubenbesitzer den beendeten Streik. Durch die Streikklausel in ihren. Verträgen sind. während' deS Streiks die Verbindlichkeiten gelöft und müssen jetzt neue Verträge mit den Käufern abgeschlossen werden. Wie daS„Ehem.' nitzer Tageblatt" mitteilt, werden hierbei 20— LS M. höhere Preise pro Lotvry gefördert.:— Den Arbeiter» lehnte man jede Lohn- erliöhung ab. dagegen heimsen die Kapitalisten aus. dem Streik er-' höhte Profite ein.' So will cS die bürgerliche Weltordnimg. AnSlaud. Der Ausstand der östreichische» Bergarbeiter. Ans dein ganzen Streikrevier lauten die Nachrichten über den Streik fgridauernd günstig, von den Streikenden sind nur einige zur Arbeit zurückgekehrt, ihre Anzahl ist aber' so gering, daß man kaum von einer Siciideriliig der Situation reden kann. In Töplitz ivurdcil am 1. März 13 Versammlungen abgehalten, die mit Be- friedignng von der Behandlung der Anträge auf Berkürzinig der Arbeitszeit Kenntnis nahmen.' Das war cnirti bei der von 5000 Personen besuchten Versgmm'- luug in Dnx der Fall, wo im übrigen auch: mit aller wünsche!>4? werte» Deiitlicbkeü ausgesprochen wurde, daß die Bergarbeiter Montag unter keinen Ilmstäiidcii einfahren werden. Uiite'rdcfien entfalten die Uiiternehnier und ihre Lakaien ci(ic fieberhäfte Thntigkeit,«in durch falsche Gerüchte oder durch die alten Pressionsmittel die Arbeiter zum Streikbrnch für Montag zu bearbeiten. Die Brucher Kohlen- gewerkschoft erläßt heute eine Kundmachung, worin die in den Werkskolonicn wohnciiden Arbeiter unter der Androhnng gerichtlicher Schritte aufgefordert werden, sich sofort zur Arbeit zu melden oder biniien drei Tagen die Wohnungen zu räumen, da diese angeblich für neu anfgenommcnc. fremde Arbeiter benötigt werden. Die Arbeitet lachen über diese Drohungen wie Über die Prahlereien, da sie Über die den Gewerken zu Gebote stehenden Mittel wohl infonniert sind. Eine ähnliche Erklärung leistet sich auch die Dux-Bodeiibachcr Gesellichaft, natürlich mit demselben Effekt. Ein Flugblatt der Gewcrke dagegen versucht es. mit' Zuckerbrot. Es wird darin den Arbeitern deS ganzen Beckens versprochen, daß jeder, der am Montag die Arbeit. aiifnehme, einen größeren, ratenweise abzustattenden Vorschuß' erhalten solle. Die Arbeiter begrüßen alle diese Kinid- machimgen als Zeichen, daß die Iliiteriichnie'r' sich des Ernstes der Lage endlich bewußt werden, nnd daß sie sich wenigste»-? für die nächsten Tage keine Hoffmmgcn machen, Der nächste Montag wird den Herren he» Beweis liefern, daß ihnen auch ihre neuesten Mittel nichts helfen.'] Vom Brüxer Bezirksgericht wurden Genosse Bruha aus Prag und Genosse Charvat aus Brüx wegen einer Amtsehrenbelsidigung, die sie meiner am 10. Februar abgehaltenen Versaiiimlüng begangen, haben sollen, zu sieben bezw. vierzehn Tagen Arrest verurteilt. Troppau. 8..März. Eine heute in Orlau. stattgehabte Slrbcitcr- Versammlung hat den Beschluß gefaßt, vorläufig bis zum 13. März., d. h. bis der soci.alp.olitische Slüsschuß des Abgeordnetenhauses Bc-- richt erstattet hat, im Ausstände zu verharren. Der Streik der Berliner Möbeltischler Die AiiSsperrui'.g der Bautischler wird fortgesetzt, dein unerhörten Druck der Scharfmacher haben viele nachgegeben. Eine große An- zahl Meister fügen sich nur widerlvillig den Beschlüssen der Herren Industriellen. So erklärten die Inhaber größerer Wcrkstellen ihren Gesellen, daß, wenn nächste Woche die Sache von der Vereinigung nicht geregelt wird, die Arbeiter wieder eingestellt werden. Mehrere Meister der Möbelbranche wünschen am Montag mit der Streikleitung zu ver- handeln, da sie nicht gewillt sind, sich durch die Herren Groß- industriellen ruinieren zu lassen. Die Herren führen in allen ihren Versammlungen das Rcchenexempel vor, löOOO Arbeiter müssen ausgesperrt werden, dann niüsscn die Kassen der Arbeiter geleert sein, die Arbeiter müssen uns kommen! Nun, ein klein wenig wird es noch dauern, che sie kommen. Ein solch brutales Vorgehen, wie es die Herren Industriellen belieben, muß die gesamte Arbeiterschaft ans den Plan rufen, ihre Ltlassengenossen' gegen Machtgelüste der Geldprotzen� zu schützen. Die Arbeiterschaft Berlins, ja Deutschlands wird diesem Beginnen nicht müßig zuschauen, die Herren täuschen sich, wenn sie glauben, eine Gruppe Arbeiter nach der andern mit Leichtigkeit abthun zu können. Die Unter- n e h in e r haben die V e r st ä n d i g u n g vor dem EinigungSamt abgelehnt, jetzt muß der Kampf mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geführt werden. Zu den bisher im Ausstand befindlichen Arbeitern kamen im Lauf des gestrigen Tages 150 Ausgesperrte hinzu. Abgereist sind bis jetzt 660 Mann. Am Freitag und Sonnaben' wurden 70000 Mark an Unterstützungen vom Deutschen Holzar beiter-Verband ausgezahlt. Den Streikenden ist vielfach von andren Gewerkschaften Uutcr� stützung zugesagt. »» Tie tyreie Vereinigung der Holzindnstricllen hatte zu Freitagabend eine Versammlung der Tischlermeister im Norden Berlins einberufen, in der wieder einmal reibt tüchtig auf die un- verschämten Forderungen der Gesellen geschimpft wurde.' Herr Meißner war sehr erzürnt, daß sich einige seiner Kollegen verleiten ließen, die Versammlung in der Friedrichstraßc zu besuchen, welche vor einigen Tagen von den Gesellen einberufen wurde. Durch diesen Streik, so'bc- fiirchtcte der gute Mann, werde nur Uneinigkeit unter den Meistern hcrvorgernfen. Auf diese Weise suchten aber die Gesellen nut den Namen der Meister„Schindluder" zu spielen. Die Gesellen thäteu noch sehr sicgcsgewiß; morgen fände ja bei ihnen das erste„Wurst essen"(die Auszahlung der ersten Streikunterstützung) statt. Mehrere andre Redner forderten sehr eifrig zur Unterzeichnung einer Resolution auf, die eine Aussperrung sämtlicher Tischler zuni Zweck hat. Ein Redner wies wiederholt darauf hin, daß daS schroffe Vorgehen vom rein menschlichen und moralischen Standpunkt aus betrachtet nicht zu rechtfertigen fei. Aber er beruhigte sich und seine Zuhöhrer nnt der Versicherung, daß ihnen der Krieg aufgezwungen sei, es rechtfertige sich, wenn die Meister jetzt zu dieser Waffe als Abwchrmittel griffen.— Herr SR i t s ch, früher ein eifriger Agitator in der Lohnbewegung der Gesellen, stellt jetzt sein Talent den Meistern zur Verfügung, er er- Uärte, von den Skrupeln des Vorredners völlig frei zu sein. In seiner Werkstatt sei arger TcrrorismnS geübt worden. 17 seiner Gesellen feien mit seinen Arbeitsbedingungen zufrieden und nur 5 unzufrieden gewesen. Er habe ein halbes Jahr lang versucht, durch Einführung von Strafgeldern in seiner Werkstatt Ordnung zu schaffen. Als die ein- gesammelten Strafgelder die Höhe von 17 M. erreicht hätten. wwn � die bösen Gesellen aber gekommen und hälten rn seiner Abwesenheit dem Werkführer die ganze Strafkasse .uibgeqnetscht". Herr Rahardt, der ja, wie ihm in so vielen Tischlermeister-Versammlnngcn nachgewiesen wurde, im Sammeln von Nnterschriften für die„Fenerkasse" eine so be— rühmte Virtuosität erlangt hat, daß sich mit dieser seiner„Handwerker- freundlichen" Thätigkeit noch fortgesetzt die Gerichte beschäftigen, plädierte eifrig für die Aussperrung aller Arbeiter. Der Holzhändler B r h, Vorstandsmitglied der Freien Vereinigung der Holzindnftriellen, em Großkapitalist wie er im Buche steht, war sehr entrüstet über eine ueuliche Bemerkung des„Vorwärts", welche das Verhältnis des Herrn Bry zur„Staatsbürger- Zeitung" behandelte. Nach diesem Angriff auf seine„geehrte Person" kenne er eigentlich kaum noch einen Unterschied zwischen den beiden genannten Zeitungen. So leichtfertig sollte fich Herr Bry die Gunst der„Staatsbürger- Zeitung" nicht verscherzen, sie hätte mit vollem Recht ein Lob ob'der edlen That verdient. Redner erzählte dann noch verschiedene Skandalgeschichten über Arbeiterterrorisnius, die jeder verständige Mensch für erfunden'Halter muß. So behauptet er, daß in einer Werkstatt dem Meister das Be- treten derRäumc während derFrühstlickSpause verboten war. Man muß die Tischlermeister schlecht kommen, wenn man glaubt, daß sie.'sich solche Zumutungen stellen lassen. Sodann lehnte der Redner jede Einmischung des Gewerbegerichts ab. der Friede werde erst diktiert, wenn die Gesellen sich be- dingungspoS unterwerfen. Nun wir meinen, der Stolz wird sich legen. Schließlich wurde Herrn Bry auf die vom„Vorwärts" geschlagene Wunde ein Pflästerchen gelegt, indem ein Herr aus dem Bureau der Versammlung diese aufforderte, ihr Einverständnis mit Herrn Bry dadurch zu beweisen, daß sich die Anwesenden zn Ehren de? Herrn Bry von ihren Sitzen erheben. Dieser Aufforderung wurde mit wenig Ausnahmen Folge geleistet. Tischlermeister Apclt erklärt unS: Die in Nr. 48 des „Vorwärts" gebrachte Mitteilung, daß ich den Leitern der Holz- industriellen in ihrer Versammlung eifrig sekundiert habe, ist voll- kommen unrichtig und entbehrt jeder thatsächlichen Unterlage. Ans frev Frnnrnbctnegung« Schutz der Frau vor PoltzeiwillkAr. Auf Veranlassung der Vertreterin der deutschen Arbeiterinnen, Genossin Ottilie Baader, wird eine Petition an den Reichstag gerichtet werden um Auf- Hebung des Z 361 Ziffer 6 des ReichS-Strafgefetzbuchs. Die Be- ftimmung lautet: „Mit Haft wird bestraft...«ine Weibsperson, welche wegen gewerbsmäßiger Unzucht einer polizeilichen Aufsicht unterstellt ist, wenn sie den, in dieser Hinsicht zur Sicherung der Gesundheit, der öffentlichen Ordnung und des öffentlichen AnstandS erlassenen polizeilichen Vorschriften zuwiderhandelt, oder welche, ohne einer solchen Aufsicht unterstellt zu sein, gewerbsmäßig Unzucht treibt." In der Begründung der Petition wird mit Recht darauf hin- gewiesen, ein wie unerträglicher Zustand eS sei, daß die Sittenpolizei daS Recht hat, jede ihr verdächtig erscheinende Frau ohne weiteres zu sistieren, um sie einer schniachvollen und entwürdigenden Unter- fuchnng zu unterwerfen; daß sie das Recht hat. eine Frau unter Kontrolle zu stellen, ohne daß die Betroffene das Recht hat, das Gericht anzurufen. Nicht nur die Beratung der Isx Heinze, sondern auch der- schiedene skandalöse Vorfälle anS neuerer Zeit haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Dinge gelenkt. Do der Fall in Hamburg, wo eine anständige Frau unter Kontrolle gestellt und dann wegen Nichtbefolgung der für Kontrolldirnen bestehenden Borschriften be- straft und mit ihrem Einspruch dagegen vom Gericht in allen Instanzen abgewiesen wurde, weil das Gericht erklärte, eS habe nicht zu prüfen, ob die Angeklagte zu Recht oder Unrecht unter Kontrolle gestellt worden sei. ES werden in der Petition noch mehrere Fälle dieser Art er- wähnt. Die Aufhebung deS genannten Strafgesetzparagraphen würde allerdings an diesem Zustande nichts ändern, da das Recht der Sittenpolizei zur Verfügung der Kontrolle nicht aus dem Straf« gesetzbuchc hergeleitet ist.' Die Petition verlangt deshalb außer dem im Anfange gestellten bestimmten Antrage auch noch, daß es jeder unter Kontrolle gestellten Frau freistehen soll, ein gerichtliches Urteil gegen die polizeiliche Verftigung anzurufen, durch die sie unter Kontrolle gestellt wird. Ganz treffend wird darauf hingewiesen, daß bei der kleinsten polizeilichen Geld strafe die Anrufung des ordentlichen Richters möglich istj während die Frau, der das denkbar Schlimmste zugefügt wird, der bürgerliche Tod. ohne jedes Rechtsmittel der verantworttingslosen Willkür der Polizei ausgeliefert ist. In einer Versammlung, die Mittwoch, den 7. d. M., abends 8 Uhr, Friedrichstraße 236 bei Martens abgehalten wird, wird Stadthagen in Anknüpfung an diese Petition über den Gegenstand sprechen. Die Petition wird öffentlich zur Unterzeichnung ausgelegt werden._ Gevichks-'SeLkung. Die Ehre der sog. Nordpol- Expedition des„Lokal Anzeigers" ist gestern an einem Redacicur des„Verl. Tagcbl. mit vier Monaten Gefängnis repariert worden. Es handelt sich um einen Preßprozeß, der auf Veranlassung eines Herrn Th. Lern er, des Leiters der danialigen Dampferfahrt, gestern vor der vierten Strafkammer am Landgerichts l. geführt wurde. Herr Lerner, der schon im Jahre' 1897 eine Expedition zu Jagdzwecken nach Spitzbergen veranstaltet hatte, ging unter finanzieller Unterstützung des ,. B e r l i n e r L o k a I- A n z c i g e r s" im Jahre 1898 wiederum dorthin als Leiter einer Expedition, die den Zweck hatte, Nachforschungen nach Andrse anzustellen. Au' der Däneninscl in Spitzbergen, neben Andröes Ballonhaus, befindet sich das Holzhans des Engländers Mr. Pike, welcher in demselben behufs Ausübung der Bärenjagd einmal überwintert hat. Dieses Hans ist von Andrse vor seinem Aufstieg mit Proviant versehen worden und außerdem wurden dort ein Gewehr mit Munition sowie zlvei Boote niedergelegt, damit Audröe, falls er wieder nach Süden verschlagen würde, öder sonstige Schiffbrüche, einen Stütz Punkt für Ucberstchung der Polarnacht finden. In Nummer 451 deS„Berliner Tageblatts" vom 6. September 1898 wurden nun schwere Vorwürfe gegen die Mitglieder der Lerncrichen Ex peditü'u erhoben. Es wurde erzählt, daß. als eine deutsche Reise- gcsellschaft am 13. August 1898 das Pike-Haus betrat, sie dasselbe in einem Zustand angetroffen habe, als ob dort V a n d a l e n ge haust hätten. Die Kisten seien erbrochen gewesen, die Konserven hernmgc streut, Weinflaschen ausgetrunken, der Inhalt der Limonaden flaschen in die Kochkessel gegossen, Zucker an der Erde herum- gestreut ee. ee. In der einen Fleischkonservenkiste, die von einem Chemnitzer Konservcnfabrikanten Kickelhayn geliefert und im Jahre vorher vom Kapitän Bade niedergelegt ivorden war, haben sich Adrcßkartcn mit dem Namen deS Spenders befunden, die durch Erbrechen der Kiste herausgenommen worden waren und mit Namen von Mitgliedern der Lerner- Expedition beschrieben worden seien Ties und die Thatsachc, daß im" Hanse geleerte Bierflaschen einer Hamburger Brauerei mit dem Bildnis des Fürsten Bismarck vor- gefunden worden, habe den entrüsteten Reisegefährten den über- zeugenden Beweis erbracht, daß durch Mannschaften der„Helgoland sie' Verwüstungen in dem Pike-Hanfe vorgenommen worden seien. Ein solches Vorgehen müsse öffentlich an de» Pranger gestellt werden, es sei zu bedauern, daß seitens der Leiter der Expedition ein solcher VandalismnS nicht verhindert werden konnte.— Der Artikel ist seinem Inhalte nach in verschiedene auswärtige Blätter übergegangen und hat eine Berichtigung ver- anlaßt, die, wie gestern von' einem Teilnehmer der Expedition be- kündet wurde, nicht in allen Punkten zutreffend war. Fünf Mit- g l i e d e r d e r E x p e d i t i o n, an ihrer Spitze Herr L e r n e r und Korvettenkapitän Rüdiger, die als Nebenkläger austraten, hatten den Strafantrag gestellt. Vorsitzender ist Landgerichtsdirektor Oppermann, Vertreter der Anklage Staatsanwalt P l a s ch k e, Vertreter der Nebenkläger Rechtsanwalt L i e b r e ch t. Verteidiger Rechtsanwalt Masse.— Der Angeklagte erklärt, daß ihm die Thatsachen von sehr vertranenSwnrdsger Seite gemeldet worden seien und er sie um o eher fiir ivahr habe halten können, als ihm sehr ungünstige Nachrichten über die Person deS Herrn Lerner zugegangen waren und ein sehr ungünstiger Bericht über ihn in der„Köln. Ztg." vorlag. Herr L e r n e r fagt als Zeuge aus, er habe auf der Insel gesehen, daß zwei kleine Kisten geöffnet waren, und fast gar keinen Inhalt mehr hatten und daß etwas Zucker am Boden verstreut war. Die Vermutung habe nahe gelegen, daß die in den Kisten enthalten gewesenen Konserven von hungrigen Faiiglentcn verzehrt sein mochten. Diese Kisten gehörten nicht zum Audreeschen Depot, sondern eS waren diejenigen, die der Konservenfabrikant Kickelhayn anS Chemnitz ein Jahr vorher durch Kapitän Bade dort hatte niederlegen lafsen, um zu probieren, wie lange sie sich in dortiger Gegend hallen. Da er versprockien habe, nachzusehen, was ans den Konserven geworden, habe er ein Stückchen von der noch vorgefundenen Wurst gekostet und den Dr. med. Brühl und den Schiffskoch ersucht, den noch vor- indlichen Rest der Konserven zu unterfuckien. Nach Besichtigung des Hauses hätten mehrere Teilnehmer ihre Namen auf die au der Erde liegenden Geschäftskarten geschrieben, der Steuermann habe eine Flasche des mitgebrachten BiereS zurückgelassen und eine kleine Widmung an denzenigen darauf geschrieben, der sie vorfinden würde. Dann habe man vor dem Hause Bier und schwedischen Punsch ge- trunken, habe einige Lieder gesungen und der Abend sei ganz würdig berlaufen. Von den Mitgliedern seiner Expedition sei kein ein- iger Akt des Vandakismus verübt worden und eS sei unwahr, daß ie die Kisten erbrochen und sich des Inhalts bemächtigt hätten. Die Aussagen des Herrn Lerner werden in diesem Sinne ergänzt durch die übrigen Teilnehmer der Expedition, so durch den Kapitän Rüdiger und den vom„Lokal-Anzeiger" entsandten Schriftsteller C r o n h e i m. Kapitän Bade ist am 13. August 1393 mit einer Touristen- gesellschaft auf der Däneninsel gewesen und hat auch das Pike-HanS besucht. Es fiel ihm auf, daß die von ihm im Vorjahre nn Borranni des HauscS angebracht gewesene AndrSesche Vcrordnmig, wonach niemand daS Recht hatte, etwas von dem Inhalt deS HauscS sich anzueignen— mit Ausnahme von Schiffbrüchigen und sonstigen Notleidenden— mit den Kickelhaynschen Geschäftskarten umgeben war. Auf den Karten hätten Namen von Mitgliedern der Lernerschen Expedition gestanden. Im übrigen habe er von dem Andrsefchen Depot die!iisten erbrochen gesunde» und als er die von ihm nieder- gelegten Kickelhaynschen Kisten»achsah, seien dieselben leer gewesen. Die mit Namen beschriebenen Geschästskarten hätten seinerzeit in den verschlossenen Kisten gelegen und so sei bei der ganzen Sachlage nr ihn und seine Begleiter damals kein Zweifel gewefen, daß die SNitglieder der Lernerfchen Expedition die Verwüstungen angerichtet haben müßten. Ob in der Zwischenzeit zwischen dem 30. Juni und dem 13. August Danipfer an der Däneninsel angelegt hätten, wisse er nicht. Er stehe dem Artikel im„Berliner Tagcbl." gänz- sich fern, habe im Gegenteil, da es sich um eine deutsche Expedition handelte, die Mitglieder seiner Touristengesellschast gebeten, nichts über den Vorfall' in die Oeffentlichkeit zu bringen. enge Härtel, der die Touristenfahrt mit Kapitän Bade mit- emacht, verweigert die Aussage auf die Frage, ob er den Artikel im„Berliner Tageblatt" beeinflußt habe. Seine Aussagen decken sich im allgemeinen mit den Angaben deS Artikels. Seine Mitpassagiere hätten allgemein den Eindruck gehabt, daß ei» VandalismnS be- angen worden sei, und eS sei allgemein die Ueberzeugung der ieisenden gewesen, daß die Mitglieder der Lernerschen Expeditton die Thäter gewesen sein müßten. Der Zeuge wird nicht vereidigt. Staatsanwalt P l a s ch k e beantragte sechs Monat Ge- ängnis. PnblikattonsbefugniS, Einziehung zc.— Rechtsanwalt Masse plädiert für Freisprechung. Der Gerichtshof versagte dem Angeklagten den Schutz deS 193. Durch den Artikel seien der deutsche Name und das deutsche Ansehen im Auslande schwer geschädigt worden und es wäre die patriotische Pflicht deS Angeklagten gewesen, dem Ingenieur Härtel nicht ohne weiteres zu glauben, sondern noch weitere Nachforschungen anzustellen. Der Gerichtshof hat deshalb auf 4 M o n a t e G e- 'ängniS. Publikationsbefugnis zc. erkannt. dieses JahreS von der Sirafkanmier des königk. Landgerichts I zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Staats« onwalt hatte 14 Tage Gefängnis beantragt, der Gerichtshof glaubte jedoch mit Rücksicht darauf, daß Bäthge schon seit Jahren die gesetz- liche Verpflichtung zur Krankenkasse nicht erfüllt, weit über das beantragte Strafmaß hinaus gehen zu müssen._ Vom Kriegsschauplatz erfährt man nun soviel, daß es mit dem Vormarsch Roberts auf Bloemfontein doch nicht so schnell geht, wie wohl anfangs erwartet wurde. Vorläufig ist es mir gelungen, die Truppen etwas nach Osten vorzuschieben, auch das Hauptquartier ist in östlicher Richtung, nach O s f o n t e i n, verlegt worden. Von dort wird gemeldet, daß die Bocren ungefähr 4 Meilen vor den englischen Stellungen stehen, ihr rechter Flügel lehnt sick an den Modder, ihr linker Flügel stützt sick, auf einen hohen Berg. Die Zahl der Boeren wird auf sooo bis SOlK) geschätzt. Daß die Boeren bereits wieder beginnen, die Engländer stark zu belästigen, geht aus der Meldung hervor, wonach sechs Meilen nach Süden von Osfontein zu ein kleines Gefecht stattgefunden habe, bei welchem dem Obersten Rimingto» das Pferd unterm Leibe erschossen wurde. DaS Land nördlich und östlich von OSfontein werde nach der Aussage der Spähmannschaften von kleinen Boere nabteilungen bestrichen. Die Boeren scheinen ihre Taktik darauf zu richten, Roberts zur Zerteilung seiner Heeresmacht nach allen Richtungen hin zu zwingen. Zlus dem Norden der Kapkolonie verzeichnen wir die beiden folgenden Meldungen: Heute ist ein Zug nach Colesberg-Junktion abgegangen; zahlreiche Mannschaften arbeiten an der Wiederherstellung der Eisenbahiilinie auf NorvalS» pont zu; der Telegraph nach Colesbcrg ist offen, die Boeren find sämtlich nach den: Oranje-Freistaat zurückgegangen. Unsre Vorhut hat in der letzten Nacht Achtertang besetzt. Wie es heißt, verschanzen sich die Bocren bei N o r v a l s p o» t. Norvalspont liegt hart auf der Grenze des FreisiaatS und der Kapkolonie. Es ist jedoch anzunehmen, daß eS sich nicht um die Absicht dauernder Verteidigung, sondern nur um Rückzugs- g e f e ch t e handelt. I» Ladysinith cheint der Held B n l l e r von seinem Siege selb st überrascht zu sein. Er fühlt sich offenbar ganz unschuldig daran, wie es auch den Thatsachen entspricht. Dem Kriegsamt ging folgendes Telegramm des Generals Bullcr aus Ladysmith zu: Ich finde. daß die Niederlage der Boeren vollständiger ist, als ich anzunehmen wagte. Der ganze �Bezirk ist voll- tändig von ihnen geräumt, und abgesehen von der Höhe deS Van-ReencnS- Passes, wo einige Wagen sichtbar sind, kann ich keine Spur von ihnen entdecken. Ihr letzter Zug hat Moddersprnit-Station gestern um 1 Uhr verlassen und hierauf haben iie die Brücke gesprengt. Ihre Wagen haben sie vor 6 Tagen ge- packt und sich dann in nördlicher Richtung von Ladysmith in Be« wcgung gesetzt, so daß es uns nicht möglich war. sie a b z u- ch n e i d e n; jedoch haben sie große Mengen von Munition jeder Art, Biehfutter, sowie Lagergerätschaften und andres Gepäck zurück- gelassen. Ihre Geschütze haben sie bis auf zwei mitgenommen. »# « Englische Hoffnungen. Die„TimeS" melden aus Loren�o Marques: Nachrichten aus Transvaal zufolge hat Präsident Krüger Pretoria verlassen, wie man annimmt, um sich mir dem P r ä s i d e u t e n S t e i j n zn beraten. Wohin er sich begeben hat, ist nicht bekannt. Diejenigen, welche die gegenwärtige Stimmung der Bocren keime», nehmen als wahr- icheinlich an. daß dieser Schritt, welcher amtlich nicht bestätigt ist. den Vorläufer zur Einleitung von Friede nS-Verhand- l u n g e n bilde. lieber die Absichten der Engländer in Bezug auf die oeren- Republik unterrichtet die folgende Aeutzerung der Londoner„TimeS": �\ Nichts könnte für das Reich verhängnisvoller sein, als irgend ein Zeichen von Schwäche seitens der Reichsregierung, oder irgend ein Anzeichen von Geneigtheit, sich dem Spruche andrer Mächte zu unterwerfen oder von Zögen«, es der ganzen Welt klar zu machen, daß nach der Herausforderung, welche uns zu teil geworden ist, und nach den Opfern, die wir gebracht haben, die g e- amten Boerenrepubliken mit dem übrigen Teile von Südafrika unter der Herrschaft der Königin vereinigt werden müssen. Diese Punkte sind jetzt so gut wie erledigt. Wird hier klar die Absicht ausgesprochen, daß die Boeren-Re- publiken annektiert werden müssen, so zeigt sich die Englische Tocialdcmokratie als friedenSfrenndlich. Das Hauptorgan unsrer englischen Genossen, die„Justice" chreibt:„Wir haben uns keiner Illusionen hingegeben bezüglich des schließlichcn Ausgangs des Kriegs. ES war eine Frage der größeren Zahl, und da die Engländer die größere Zahl von Soldaten haben, mußte ihnen schließlich der Sieg zufallen. Bis ein entscheidender Sieg den Engländern nicht zugefallen, war von deren Seite auf ciue» Friedensschluß nicht zu rechnen. Jetzt aber sollte die Regierung nicht mehr zögern, ihre Bedingungen anzugeben, unter denen sie zum Friedensschluß geneigt wäre. Die Boeren haben einen glänzenden Beweis ihrer Tapferkeit und Freiheitsliebe gegeben. Diese Anerkennung wird auch durch ihre Niederlage unter Cronje nicht in» geringsten eingeschränkt. Und es i't sicher, daß ihre WiderstaudSlraft durchaus noch nicht gebrochen ist. Sie können ohne Zweifel noch einen langen Ver- teidignngskampf führen, und den Engländern noch große Verluste beibringen. Andrerseits brauchen die Engländer auf ihren Sieg über Cronje nicht besonders stolz zu sein, das KriegS- glllck war zum Schluß auf ihrer Seite, die Lorbeeren jedoch auf citcn der Boeren. Ans allen diesen Gründen ist es an der Zeit. frieden zu schließen, mid damit die Schande zu vermeiden, ein frei- heitliebendeS Volk vernichtet zu haben. Ein würdiger Arbeitgeber. Wegen Hinterziehung von 73,60 Wk. Krankenkaffen-Beiträgen ist der Bauunternehmer Friedrich Wilhelm Bäthge aus der Malplaqnetstraße am 1. März Vrtzte Nerrtzvichten und Depeschen« Deutschland und Amerika. Frankfurt a. M.. 3. März. sB. H.) Die.Franks. Ztg." meldet aus New Dork: Dem„New Uork Herald" zufolge erklärte Staats- ökretär Hay, er habe von der deutschen Regierung die Zusicherung erhalten, daß die Flrichbrschan-Vorlage erheblich abgeändert werde, so daß die amerikanischen Einwände hinfällig werden. Forst t. d. Lausitz. 3. März.(W.?. v.) Oberhalb Forst bei Klelnbademeusel ist der Straßendanim an drei Stellen durchbrochen; die Accker sind von der Hochflut überschwemmt. In den Ortschaften unterhalb Forst war die Gefahr ebenfalls groß, doch Ivurde eine Ueberfchwemmung verhütet. Graz, 3. März. lB. H.) Vom Hundsvogcl im Toteilgebirge fiürzte der GrundbesitzerSsohn Gasperl ab und blieb sofort tot. Petersburg, 3. März.(B. H.) Hier finden bereits große Vor- bereitungen für den Empfang des Anfang April hier eintreffende» Schah von P e r s i e n statt. Regierungskreise versichern, bei dem Versuche würden wichtige zwischen Persieu und Rußland schwebende Fragen der Polittk ihrer Lösung zugeführt werden. VeraiMvortlicher Redakteur: Paul Jobn in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu S Beilaaen und linterbaimugsblatt. «'■ a"■ Mi">. i. Ifito des Jorrairtö" Mm AMsdlak»->»<»-»>« ISS. Sitzung vom Freitag, s. Marz isoo, I Nhr. Am BuiidcSratStisch: Frhr. v. T h i.e I m a u n. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung dcS Etats der Einnahmen an Zöllen. Verbrauchssteuern. A v e r i e n und Stempelabgaben. Zu dein Titel„Zölle" beantragt die Kommission folgende Resolution: .®crcn Reichskanzler zu ersuchen, auf eine Abändenmg des § S Zisfer 10 des Zolltnrif-Gesetzes hinzulvirken, insbesondere auf Aufhebung der für die Ausriistungsgegenstände von Schiffen be- stehenden Zollfreiheit. Abg. Speck sC.) giebt der Befürchtung Ausdruck, daß das neue Mühlenregulaiiv zur Folge haben werde, daß die besieren Sorten Getreide vom Export ganz ausgeschlossen werden müssen, wenn sie ein höheres Ausbeute- perhältnis, als im Negulatiu borgeschen, beim Vermalen ergeben. Weiter beschwert � sich Redner über verschiedene spanische Zoll- maßnahmen. Diesen Maßnahmen gegenüber müßten auch deutscher- scils Maßregeln zum Schutze der deutschen Erportindustne getroffen werden. Die von der Kommission beschlossene Resolution bitte ich Sie anzmiehmcn. Die Zollsreiheit für AusrüstungSgcgcustände der Schiffe hat zur Folge gehabt, daß Leinwand, Leinöl,' Linoleum, Gewehre für Kriegszwecke usw. als NuSrüstungSgegenstäudc angesehen ivorden sind. Schließlich würde man auf diese Weise dazu kommen, daß der ganze Schiffsproviant, Wein, Tabak zollfrei eingeführt wird. Dagegen muß durch Aufhebung dieser Zollftcihcit Fürsorge getroffen werden. Abg. Graf Schwerin-Löwitz(k.) giebt seiner Geuuathuuug darüber Ausdruck, daß das Mühlen- regulativ in einer Weise verändert worden ist. die allen berechtigten Forderungen der Interessenten entspricht. Die Befürchtung, daß einzelne Mühlen dadurch geschädigt werden würden, habe sich als grundlos erwiesen. Redner fordert weiter Aufhebung der Mühlen- tonten und gemischten Transitlager. Wenn die Regierung endlich durch diese Maßnahmen den guten Willen zeigen würde, den landwirtschaftlichen Wünschen entgegenzukommen, dann würde auch die Landwirtschaft gern bereit sein, in andre» Fragen die Reichs- rcgtcrung zn unterstütten. sSehr richtig! rechts.) Besonders er- wartet die Landwirtschaft auch Berücksichtigung bei Ausstellung des ncncn Zolltarifs.(Bravo! rechts.) Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thielmann sauf der Tribüne sehr schwer verständlich) erwidert dein Vorredner, die Lnndwirtschaft könne überzeugt sein daß die Regierung ihr bei Slusstelluiig des Zolltarifs das gleiche Wohlwollen entgegenbringe, wie andere» Interessengruppen. Abg. Brömel sfrs. Vg.): Wie sich das neu eingeführte Mühlenregulativ bewährt, muß erst die Erfahrung lehren. Die gemischten Transiiläger liegen im In teresse derjenigen Kreise. welche an dem iinernationalen Zwischen Handel Deutschlands in Getreide beteiligt find. Ein erheblicher Teil dieses internationalen Zwischenhandels würde durch die Auf Hebung der gemischten Transitlager vernichtet werden. Die Resolution betreffend die Aufhebung der Zollsreiheit für Schiffsbau-Material ist i» der Komuiission improvisiert worden und trägt alle Fehle einer gesetzgeberischen Jnrprovisaliou an sich. Der einzige Grund. der sür die Aufhebung der Zollsreiheit vorgebracht ist. war der Hin weis auf de» großen Umfang der Einfuhr' solcher Materialien. Die Thaisache aber, daß z. B. Eisen vom Ausland importiert wird, bciveist allein, daß Teutschland de» Bedarf nicht decken kann. Diese Zollsreiheit rechtfertigt sich aber einfach dadurch, daß die Seeschiffe zollfrei eingehen kömicu. Es ist ein Nonsens, wenn man ein Fabrikat zollfrei eingehen läßt, während man die für das Fabrikat notwendigen Rohstoffe mit Zöllen belastet. Ich bitte das HauS dringend, die Resolution abzulehnen. Abg. v. Kardorff Wp.): Daß dem Abg. Brömel diese Resolution nicht zusagt, ist selbst verständlich, er steht ja auf dem maiichcsterlicheu Standpunkt von nouo dazumal. Seit der Zeit, als diese Zollfreiheit eingeführt wurde, hat sich doch die Schisisbau-Hndustrie ganz außerordentlich cntivickelt.� Herr Brömel meinte, der internationale Getreidehaiidel müffe geschützt werden. Das kann aber nur geschehen zum Schaden der deutschen Laudivirtschaft. Herr Thiclmaim hat zwar der Landwirtschaft sein Wohlwollen ausgesprochen> hat aber die Beseitigung der gemischten Transitlägcr gar nicht erwähnt. Ich hoffe, daß d,e Regienmg von uns endlich dazu gedrängt werden wird. den Wünschen der Landwirtschaft mehr entgegenzu kommen. lBravo! rechts.) Abg. Graf Schwerin- Löritz(k.) erklärt, für die dritte Lesung einen Antrag auf Abschaffung der gemischten Transitläger einbringen zu wollen. Abg. Speck(Ctr.) bemerkt, der Abg. Kardorff sollte doch noch wissen, daß der Abg. Frese in der Komniission gegen die Resolution Einspruch erhoben hat. Den Interessenten müsse genügend Zeit gelassen werden, um ihre Wünsche in dieser Angelegenheit beim Bundesrat vortragen zu können. Abg. Brömel lfrs. Vg.) Ich habe nur den Standpunkt vertreten, den bedeutende Handels- Vertreter in dieser Frage eingenonimcn haben. Graf Schwerin behauptet immer aufs neue, daß die gemischten Transttlager nicht nötig seien. Ticjeuigeu aber, die in erster Linie interessiert sind, behaupten das Gegenteil; ich bin geneigt, mich diesen anzuschließen. Abg. Frh. d. Wangenheimvie vom Staatssekretär des Reichsamts des Innern schon mehrfach mit aller Schärfe be- tont worden. Abg. Wurm(Soc.): Von der Kommission ist diese Resolution, welche das Saccharin dem Apothekenzwange unterwerfen will, zwar angenommen worden, die Fraktionen aber habe» zu der Frage wohl noch nicht alle Stellung genommen. Ich beantrage daher, die Beschlußfassimg über diese Resolution auszusetzen, ich'halte es aber für ganz nützlich. die Frage jetzt zu diskutieren, damit auch die Oeffcutlichteit dazu Stellung nehmen kann. Ich siehe»ach wie vor auf den: Standpunkt, daß die Verivendung des Saccharin zu verbieten ist, wenn es zur Verfälschung von Nahrungsmitteln oder überhaupt aewcrbSinäßig verbraucht wird, das Saccharin aber, wie es die Resolution will, auch für de» Privatgebrauch zu vcr- bieten, geht zu weit, dazu haben wir kein Recht. Ist es gesimdheits- ickadlich, so hat unsre Mcdizinalpolizei das Verbot nuszusprechen. Vis jetzt ist das aber vom Neichs-Gcsimdheitsamt noch nicht geschehen. Wird das Saccharin aber als Ersatz für Zucker und als ebenso nahr- Haft wie Zucker bezeichnet, so brauchen wir, um dieS.zu verhindern. hier kein gesetzliches Verbot auszusprechen. Dafür genügt das Gesetz gegen den unlautcrn Wettbewerb, nach dem jeder Zuckerfabrikant be- rechtigt ist, gegen das Saccharin einzuichrciten, da es sich dann that- sächlich um Vorspiegelung falscher Thatsachcn handeln würde. Ich spreche mich also persönlich gegen die Resolution aus. Meine Fraktion wird zu der Frage demnächst noch Stellung nehmen. Abg. Graf v. Stolberg(k.):.- Die Frage der Behandlung das Saccharins ist eine äußerst brennende. Es schädigt niit seiner Konkurrenz die Zuckerfabriken und scliädigt die Gesundheit des Volks. Das Gesetz von 18S8 hat sich als völlig unwirksam erwiesen. Die Industrie hat sich vcrmebrt. Ter Konsum ist ii» einem gewaltigen Aufschwung begriffen. Für Heilzivecke muß die Benutzung des Saccharins frei bleiben. Ein Verbot des Saccharins in Deutschland würde unzivciselhaft den Schmuggel sehr begünstigen. Es bleibt also mir eine hohe Steuer übrig und diese darf nicht nach dem Gewicht, sondern nach dem Süßwert besteuert werden. Endlich muß daS Sacchariit dem Apothekenzwauge unterworfen werden, ivie es die Resolution der Kommission will. Abg. Dr. HermeS(frs. Vp.): Meine Freunde haben sich über die Resolution noch nicht schlüssig gemacht, eine Einigung wird wohl bei uns ebenso wenig zustande kommen, wie bei der iocialdcmokratischcn Fraktion. Warum soll das Saccharin verboten werden? Schädlich ist es nicht, man befürchtet nur die Konkurrenz für den Zucker. Ich halte diese Befürchtung für ganz grundlos. Ich behalte mir vor. lvnrn meine Fraktion sich über die Stellung zn der Resolution schlüssig gemacht yat, ans die Ausfühnnigen des Herrn Vorredners näher einzugehen. Abg. Dr. Paasche(natl.): Tie Resolution ist in der Kommission einstimmig angenommen. Herrn Wurm möchte ich daran erinnern, daß gerade von den ärmeren chichtcn der Bevölkerung diese wertlose» Surrogate konsumiert werden. Freilich hat jeder das Recht, zu genießen, waS er will, wenn aber den Leuten, die nicht die nötige Erfahrung haben, vor- geredet wird, sie kömite» hier für 12 Pfennig dieselbe Menge Süßstoff kaufen, wie sonst für 30 Pfennig, so würde dadurch mit der Un- erfahrenheit dieser Leute Mißbrauch getrieben.(Sehr richtig I rechts.) Wenn eine arme Frau auf dem Lande ihren Kindern Saccharinzuckcr giebt, so wird diesen damit ein wichtiger Nährstoff entzogen. Abg. Hahn(ivildk.): Würde der einzelne nur für sich Saccharin verwenden, so würde der Einwurf des Herr» Wurm berechtigt sein, daß man jeden ge- nießeit lassen müsse, was er will. Es wird doch aber auch von Wirten zun, Süßen des Kaffees usw. benutzt. Ii» Interesse der ärmeren Bevölkerung, damit man besonders in diesen Kreisen nicht den Kinder» statt Zucker Saccharin giebt, bitte ich Sie, die Resolution bei der dritten Lcinng anzunehmen. Abg. Miillcr-Sagan(frs. Vp.) Ich si'irchte, daß das Saccharin zu Täuschungen deS Publikums verwendet werden lvird, und da es außerordentlich schwer wäre, eine solche Täuschung im Einzelfalle nachzuweisen, so bin ich in der Kommission für die Resolution eingetreten. Wir werden einen Weg finden müssen, wie solche Täuschungen vermieden werden können und andrerseits doch daS Saccharin zu Heilzwecken weiter reiaeaebeu wird. Abg. Wurm(Soc.): Ich bin sehr gerührt, daß die Herren heute ein so warmeS Herz für die armen Kinder zeige», denen der ivertvolle Zucker als NabrnngSmittel entzogen werden soll. Aber der schlimmste Feind deS Zuckervcrbrauchs sind Sic(nach rechts) ja gerade selbst! In dem Augenblick, wo die Zuckerstencr beseitigt wird. lvird sich der Konsum des Zuckers auch in der ärmeren Bevölkerung heben. gerade durch diese Steuer machen Sie es den armen Leuten cht unmöglich, so viel Zucker zu genießen, wie sie brauchen könnten. Ihr Mitleid mit den armen Kindern macht also einen recht komischen Eindruck.— Man sagt, das Saccharin soll zur Fälschung von NahningSmitteln benutzt werden können. Gewiß, aber was kann nicht alles zu diesem Zivecke benutzt werden. Man müßte auch das Wasser verbieten, mit dem man den Wein verfälschen kann und ebenso den Gips, der zur Ver- .älsdiuug des Mehles dient. Diese Argumentation ist also ganz inlogisch. Die gewerbliche Verwendung des Saccharins ist ja bereits ctzt durch Gesetz unmöglich gemacht. Wir wenden nnS nur gegen den Eingriff in die'Privatbetriebe, die Saccharin verwenden. In der Kommission hat man auch von der Schädlichkeit des Saccharins gesprochen. Damit die Frage endlich einmal in autoritärer Weise klargelegt werde,»lochte ich das Reichs- Gesundheitsamt bitten, uns nntzlitcilcn, wieweit die Gc- nndheitSschädlichkeit des Saccharins geht. Der Hauptgrund dafür, daß man jetzt Saccharin verbieten will, liegt in der gesteigerten Zuckerprodnktioii. Die Herren, die die Produktion durch die Prümienpolitik künstlich gesteigert haben, wissen nun nicht, wie sie ihn absetzen sollen. DaS einzig richtige Mittel, den Zuckerkonsinn zu heben, ist die Aufhebung der Zucker- 'teuer.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Abg. Dr. Hahn sb. k. F.): Bon dem Gesetz gegen den unlalltcren Wettbewerb wird von den geschädigten Interessenten leider zu wenig Gebrauch gemacht. Nun hat Herr Wurm gesagt, die Znckcrfabrikauten verlangten das Verbot des Saccharins, lveil sie infolge des PramiensystemS zur Uebervroduttion gekommen sind. Glauben Sie doch nicht, daß»vir als Agrarier so sehr für Beibehaltung der Zuckcrsteuer und des PrämiensystemS eintreten. Das thun wir aus rein fiskalischen Gründe». Diese Steuer muß der Zucker tragen, um an seinem Teile an den öffentlichen Lasten beizutragen.(Sehr richtig! rechts.) Abg. von Kardorff(Rp.): Wenn Herr Wurm die Surrogate für die Bierbereitnng verbieten will, müßte er vor allem zu einem Verbot des Saccharins kommen. Abg. Dr. Hermes(frs. Vp.): Zur Bierbereitung darf schon heute kein Saccharin genoninicn werbe«. Der Titel„Zuckcrsteuer" lvird hierauf bewilligt. Die Ab- sjimnmiig über die Resohition findet erst in dritter Lesiliig statt. Der Titel„ B r a u st e u e r" wird ebenfalls bewilligt.• Die Surrogatfrage ist auf Wimsch dcS Präsidenten zurückgestellt worden. weil der Bericht der für diese Frage eingesetzten Kommission noch nicht vorliegt. ES folgt der Etat der S t e m p e l a b g a b e n. I» demselben hat die Biidgctkommissioii die Einnahmen snt Stempel für Lotterielose von 17 968 000 Mark ans 18 904 000 Mark erhöht. Abg. Graf Stolberg-Wernigerode(dk.) nnd Genoffen bcantrageu,. die verbündeten Regierungen zu ersuchen, dieselben wollen eine Ab-) ändernng deS Rcichsstompel- Gesetzes vom 27. April 1894 dahingehend in Erwägung ziebcn. daß der Steuersatz für Lose öffent- lichcr Lotterien'— Tarif Nr. S— von 10 Proz. auf 20 Pwa- erhöht wird. Abg. Graf v. Stolberg-Werliigerode(k.) begründet den Antrag, der im Interesse einer Einschränkung des staatlichen LottericivesenS gelegen sei. Auch für die durch die nciie Flottenvorlage notwendig iverdenden Mehrausgaben sei diese Mehr- cinnabme nicht zu verachten. Der Antrag der Budgetkonmussion wird angenommen, die Ab- stimmuiig über den Antrag deS Grafen v. Stolberg wird bis ziir dritten Lesung ausgesetzt. Der Etat der„Stempelabgaben" wird bewilligt. Damit ist die Tagesorduuug erschöpft. Nächste Sitzung'Dienstag' 1 Uhr(Gesetz über die Konfular- gerichtsbarkeit. Petitionen). «chluß ö'/i Uhr._ Berichtigung. Unser Bericht von der DonnerstagS-Sitzuirg des Reichstags läßt den Abgeordneten Kunert sagen, daß der reußitche und der mecklenburg-strclitzsche Monarch zu dem Fonds der Engländer für die Kriegssührung beigesteuert haben. Wir möchten zu diesem Bericht noch nachträglich bemerken, daß der Redner nicht von den, reußischen, sondern von dem preußischen Monarchen sprach._ Mommunsles. Der EtatsanSschust der Stadtverordneten-Versammlung zur Vorberatung des StadibauShaltS-EtatS für 1900 hat in seiner am Freitagabeild unter dem Vorsitz des Stadtverordneten-VorstehxriZ Dr. LangerbaiiS abgehaltenen Sitzung die Etats des Armez,- Wesens, des Friedrich W i l H e l m- H o s p it a l s und der Sieche n anst alten und der W ai se.n v erw a l t u» g unverändert nach den Entwürfen genehmigt. Zu dein letzteren Etat wurde beschlossen, der Versammlung folgende Resolution zur An- nähme zu cliipfehlen:„Die Versammlung ersucht den Magistrat, ihren Beschluß vom 10. Mai 1899, die Waisenkinder ans dem St. Joseph-Waisen Haufe zu Potsdam zu entfernen, iiliniliehi sch n e l Ist e n S z n r A u s fii l? ru n g z u bringen nnd, sollten fort- gesetzt katholische Pflegcstellcn nicht zu haben sein, die Kinder unbeschadet ihrer katholischen Erziehuiig in geschlossene städtische Waiscnpflege zü nehmen". Gegen den Etat, betreffend die Unterbringung per- iv a h r l o st e r Ki» d e r, fand sich nichts zu erinnern, weshalb seine Feststellung naib dem Entwurf erfolgte. Ebenso gelangte der Etat des städtischen Viehhofs, des Schlachthofs nnd dcl F l e i fch f ch a u unverändert zur Annahme. Der bestehende Schlacht- bof- und Fleischschan-Tarif soll auch für das nächste Etatsjahr in Geltung bleiben. Zu dein Vichhofs-Etat empfahl der Ausschuß der Versammlung folgende Resolution zur Annahme:„Die Verfall»»- lnng ersucht' den' Magistrat, die Viehhofsvcrwaltuiig anzuweisen, keine Obertroiber und Treiber der Viehkommissionäre auf dem Viehhof beschäftigen zu lassen, welche nicht gegen Unfall versichert sind." Die Petition der Beamten des städtischen Vieh- und Schlachthofes und der Fleisch schau wegen Gehaltsaufbessenlilg empfiehlt der Ausschuß, dem Magistrat zur Berücksichtigung z u über- weisen. Dagegen hat er den von einer Seite gestellten Antrags den Magistrat'zu ersuchen, schon im Etatsjahr 1900 eine all- g e m e i'n e Aufbesserung der Gehälter und Löh>, e )er auf den, Vieh- und Schlachthofe nnd der Flcischschau be- chäftigtcn Beamten und Arbeiter um circa 15 Prozent vorzu- nehmen und zu dem Ziveck 7b 000 M. in 5cn Etat eilizustellen, äff- gelehnt. v, Die Einsicht, dasi cS mit der„Große« Berlinee" so nicht) lveitergehn kann, scheint auch dem Magistrat gekomnieii zu fein. Eine Komiillssion dieser Körperschaft hat sich damit einvorstanden erklärt, der Magistrat solle eine ZnstinmiimgSerklärnng der Stadtverordneten dahin erwirken, daß in Zukunft grundsätzlich neue Straßen- b a h n l i n i e n n u r f ll r R e ch n n n g d e r S t a d t g e m c i n d e. gebaut nnd bewieben werden nnd daß die Berivaltung des städtischen Stratzenbahilwesens einer besonderen Deputation nach§ 59 der Atüdteordming mit weitgehende» Besiigniffen und Obliegenheiten übertragen wird. Ein ciiffprechender Antrag der Verkehrsdcpntation hatte der Kommission vorgelegen und bildete die Grundlage ihrer Beratlmge».__ LoltAles. Der Wahlvercin für den S. RcichbtagS-Wahlkreis hält am DienStag, abends 8'/'» Uhr, Hasenheide 52,53, eine Versa, iliillllitg. ab. Vortrag dcS ReichStagS-Abgeordnetcn Rosen ow„Der deutsche Bauernkrieg". Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Bestich erwartet Der Vorstand. Vierter Wahlkreis(£ stcu). Die Mitglieder dcS Wahlverei>iS> werden darauf aufmerksam g uiacht, daß die Versa m m l u» g erst am Dienstag den 13, d. Mit stattfindet, da Moutog die GtopdanP Bruno-Feier abgehalten wird. Den Mitgliedern lvird rege Be- teiligung an dieser Feier aiie npfohlen. Der Vorstand. Freie Volksbühne. Z ic?. Serie begnmt im Enrl Weiß- Theater«n 25. März. Die Lorstellmigen folgen am 1.. 8., 15. und 16.(Ostern) und 22. April,(nr Aufführung gelangt: Die Neu- vermählten, ein Schar �liel in 2 Aiifzügcn von Björnstjerne Björnson. Hierauf: Die s i.'t l i ch c Forderung von Otto Erich Hartleben.(AnS dem EinnFter-Chklus:„Die Lesreiten".) Heut nachmittag 2�/« Uhr sind 2 Vorstellungen: 4 Abteilung im Carl Wciß-Theatcr: H a m l c t; 6. Abteilung im Lessing-Theatcr: Res- in e r s h o l in. Die Giordano Bruno- Feier, welche am 19. Februar von' der Freireligiösen Gemeinde in Kellers Festsälen abgehalten worden ist, soll morgen. Montag, wiederholt werden, und zwar sind die Veranstalter' diesmal der socialdemokratische Wahl verein deS 4. Reichstags- Wahlkreises Osten sowie die V e r t r a u c n s- p e r s o n c n' dcö Kreises. Wir zweifeln nicht daran, daß diese zweite Feier sich desselben Zuspruchs erfreuen wird, wie die erste; war es doch vor 14 Tagen wegen Ileberfüllung deS Saales viclcu Huiiderten Männern und Frauen nicht möglich, der Vcrnnftaltlmg beizuwohnen. Nochmals die WiituickaNe. Die„Konj. Korr* uibt sich an »nz, weil wir am Viittwoch das Geschimpfe agrarischer Blätter auf die Besucher der Wünnehalle niedriger gehängt und erklärt haben, warum es den Uiigiiicklichcn nicht möglich ist, sich den ostelbischen Gutsbesitzern preiszugeben. Um unS und den Arbeitslosen ein? auszuwischen, führt das amtliche Organ der konservativen Partei als Hanpttrümpf an: „Der„Vorwärts" nttitz ein sehr schlechtes Gedächtnis haben; fonft würde er sich noch der vor einiger Zeit mitgeteilten That- fache erinnern, das; eS der Berliner Verwaltung nicht gelungen ist, die Stammgäste der Wärmchallen in nennenswerter Zahl zn S t r a ß e n re in ig n n g s- A r b ei t e n zu bewegen. Die wenigen, die sich anfangs dazu verstanden, entliefen(!) teils farort, teils weigerten sie sich, zu einem Lohnsatze von 2,50£>?. weiter zu arbeiten," Hierauf lassen wir am besten ein bürgerliches Blatt antworten, das nn ganzen wohl»vcder für die Socialdemokratie. noch für die Bcincher der Märmehalle besonders eingenommen ist. DaS„Verl. Tagcdl." schrieb nämlich dieser Tage in der Angelegenheit: lieber einen Besuch in der Wärmchalte bringt die„Nordd. Allg. Zill." e>»c auch in andre Blätter übergegangene Mitteilung, wpnach in jenen Räumen wohl zahlreiche kräftige, arbeitsfähige, aber keine arbeitswilligen Menschen anzutreffen seien. Diese Ansicht wrvd begründet durch den angeblich erfolglos gebliebenen Versuch eincS pomincrschcn Gntspächtcrs, in der Därmchallc Landarbeiter zu engagieren. Diebin jenem Bericht gegebene Darstellung erfordert jedoch im Interesse der Wahrheit eine Richtigstellung. ES handelt (ich. wie wisre Ermittlungen ergaben.»rn' de» VorwcrkSpüchtcr 555 e 11 d t aus der Ilnigcbuiig von Daher, der sich an den Inspektor der Wännehallc mit der� Bitte ivaudtc, ihm zur Erlaugiing von Arbektern behilflich zu sein. Ter Aiissordcruug de? Inspektors an die in der Halle Anwesendc», das; sich Arbcitsivillige neiden möchten, wurde von einer Reihe von Personen eutsprochcn, die jedoch erklärten, dak der von Herrn Mendt offerierte I a h r e S I o h n von 1 50(!) Mark bei freier Station zu niedrig sei, weShalb sie auf da? Engagement verzichten müsztc«. Der Suchende glaubte ohne Rücksprache niit seinem an der Pachtung beteiligten Bruder einen höheren Lohn ii'chl bewilligen zu können, doch hintcrlies; er bei dem Wärme- hallen-Jnspeilor seine Adresse, damir rventnell noch weitere Unter- bandliiiige» in der Angelegenheit gepflogen werden könnten.— Im Anschlnv hieran sei erwähnt, das; während der diesjährigen Schnceperiode die Berliner Pferdebahn-Gese llschaft stets ArdcitSwillige In grsßer Zahl ans der.Wärmehalle erhielt, während die Verwaltung der st ä d l i sch e n S t ra h e n reinignng keine bekommen konnte. Die Ursache dieser Vcrschiedenhett war einzig darin zu suchen, das; die Straßenbahn die iieneingcstclltcn Arbeiter täglich a b l o h n t e, auch wohl einige Groschen Vor- s ch ii tz gab. während die städtische S t r a st c n r e i n i g u n g er st nach drei bis vierTagen die Löhne aus- > zahlen wollte. Letzterer Modus gestattete aber den von allen Mit t e In entblöhten Arbeitnehmern nicht sich die nötigen Lebensmittel zu verschaffen. Vielleicht berücksichtigt der Magistrat diesen Wink in der Folge. Herr Mendt bat diese Darstellung in einer etwas grwniidenen Zuschritt, welche die„Norddeutsche Allgeiiieinc Zeitung" TomierStag- abcud brachte, im ivesoiitlichcn bestätigt. ES ist ja für ein konservatives Blatt das billigste Vergnügen - Welt, Arbeitslose dreist zu beschimpfen. So billig so ein Spast ist. so gemein ist er aber auch. Ter deutsche Kaiser hat nach einer uns vom Polizeipräsidenten zugesandten Berichtigimg keincn Anteil an den gegenüber denÄnnst- d a n d I n n g e n getroffenen Mastnahmeii. Tie Zuschrift lautet:„Die Rebaktion ersuche ich auf Ernnd des§ II des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874, in die iiächsterscheincndc Nummer des„Vor wäits" folgende Berichtigung aufziiliehiiicii: In der Nr. 52 des „Vorwärts" vom 3. März 1900, zweite Beilage Seile 2 Spalte 2 wird in einem mit der ttebtrfchrift:„Der deutsche Kaiser und die deutsche Kunst" versehene», einer Lokalkorrespondenz entnommenen Artikel die Dehauptiing ausgestellt,„die polizeilichen Mastnahmeii gegenüber den Kimsthaiidlungen seien auf eine Initiativ, des Kaisers zurückziiführcii". der gelegentlich eine» Festes von„höchst Zweifel- . hatten AiisstclliingSprodnklcn" gesprochen und dem Polizeipräsidenten befohlen Hobe, gegen die Knnstbaiidliuigeii vorzugebc». Diese Bc- hanpttmg ist durchaus unrichtig, von Windheiin." CS spricht für den monarchischen Sinn dcS Polizeipräsidenten, dost er mit solchem Nachdruck jeglichen Zusainmciihang zwischen den brkaiintcn Polizeimastnahmen und der Person de? Kaisers in Ab- rede stellt. Tischler-ZwaiigSiuiinng. Die Wahl der ISS Delegierten zur Inniiiigsversammliing findet morgen. Montag, von 10 Uhr vormittags_ bis 3 Uhr nachmittags in den Konkordia- Festsälen. Siidreasstr, 54, statt. Legitimationen für die Wahlberechtigte» stellt ouS der Vorstand der OrtS- Äraiikcnkasse der Tischler, der frühere Obermeister der alten Jinmng. Herr Marschall, und die zuständigen Polizeireviere. Ruch die letzte Gewerbesteuer- Quitttiiig kann als Legitimation benutzt werden. Die Wahl ist geheim und sind Stimm- zettel am Eingänge des Wahllokals zu haben. Wer nach 3 Uhr im Wahllokal erscheint, kann nicht mehr wählen, weshalb pünktliches Erscheiiic» Pflicht jedes Wahlberechtigten ist. Tkandalgrschichte auS einer Vcrliucr Geiueiudeschule. U dem gemctdetcn Selbstmord der städtischen Lehrerin Fräulein hggcr, genannt Habennann. wird der„Voss. Zig." geschrieben: ...Der Siektor I. Dröge von der 63. Gciiicindcschiilc in der Gips- straste ist am letzten Dienstag zugleich mit der Lehrerin Egger im Disciplinarverfahrcu seinrS A ni t e S entsetzt worden. Gegen das Urteil ist Berufung� eingelegt worden. Da inzwischen Thatsachcn bekannt geworden find, die darauf schließen lassen, daß der Rektor nicht allein den Lchrerinncn, sondern auch den Schulkindern gegenüber seine A m t s w ü r d e m i st b r a u ch t hat, ist Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet worden. Sehr dclasteud für Dröge war sein Verkehr mit einem VcrsichenmgSbcamtcn. der früher Prediger gewesen und wegen SittlichkcitSvergehcn an einer Schülerin dcS Reltois mit Zuchthaus bestraft ist." Tie Hydra-Eoupon» und die Bnrscheine ähnlicher Art werden noch immer in großen Mengen anzubringen gesucht. In der Schweiz ist dieses vcrkanfsshstem von allen KantoiiSregienuigen verboten ivordeu. In Deutschland ist. wie die„Deutsche Uhrin.-Ztg." be- richtet, gleichfalls eine nmsassende Bewegung zur Erzielimg einer gesetzlichen Eindäinmiiiig dieses sogenaimten Schneeball- Verkaufs- jqstems im Gange und auch bereits durch das grostherzoglich badische Bezirksamt in Säckingen eine amtliche Warnung vor dem Ankauf und dem vertrieb derartiger Gutscheine erlassen worden. Besonders sollen es minderwertige Uhren sei», die nach dem neuen, die All- gcnieinheit stark schädigenden System an vertrauensselige Käufer abzusetzen gesucht werden. Die Ausstellung von Fernsprechautouiaten t» den Bahn- hofswirtschaftcn soll jetzt erfolgen. Schon in den nächsten Tagen werdcn die Wirtschaften des Bahnhofs Friedrichstratze, des Anhalter und de» Görlitzcr Bahnhofs solche Fernsprechavparate erhalte». Später sollen die Bahnhöfe Zoologischer Garten. Älexanderplatz und Schlcsischer Bahnhof folgen. Wegen Ansstellimg von Automaten in den Wirtschaften des Stettiner und Lehrter BahnhosS schweben die Verhandluiige» noch. Mit dem Tod gesühnt hat der 23 Jahre alte Telegraphen- arbeiier Emil Petzold aus der Köpnickerstr. 31 eine lcichisiimig ver- brachte Nacht. P. wurde erst seit vier Atochen im Telegraphendienst beschäftigt und bezog«inen Lohn von wöchentlich 17,50 Mark, Diesen hatte er durchgcbracht und war dadurch in«ine pei'nliche Lage gc- raten. I» elncm Briefe teilte er seiner Braut mit. daß er sich wegen des LtichtsiimS das Leben»ehincn werde und hat auch diesen Plan wirklich ausgeführt. Nachdem er seit Donnerstag aus seiner Schlaf- stelle vcrschwimdeii war, entdrckte ihn ein Schnlniädchen gestern ans dem Boden de? Hansc-z am Schlesischen Bahnhof 3. Dort hatte er sich an einer Thür erhängt. Die Räuberbande, die in, September vorigen Jahres an der Oberspree ihr Unwesen trieb und die dortigen Bewohner in Furcht und Schrecken versetzte, wird morgen von dem Schwurgericht dcS Landgerichts II. abgeurteilt werden. Unter Anklage stehen die sogenannten„Arbeiter" Max Rüting, Paul Psci'sfer, Karl F e n i g e r und Kurt N e u b c r, die sich nun morgen wegen einer ganzen Reihe von Strafthaten, schweren Raubes, vollendeter und versuchter Erpressung, schweren und einfachen Diebstahls, Sach� beschadigung usw. zu verantworten haben werden. Gin falscher Postbeamter ist gestern in der Person des che maligcn Musikus Stolzenberg sestgenominen worden. Der 3Zjährige Mann hatte sich die Uuifonn eines Postiinterbeamten verschafft und benutzte dieselbe, um in seiner angeblichen Eigenschaft als sestaugesiellter Beamter sich bei kleineren Kaiifleutcn, Handwerkern, Gastwirten und so weiter Kredit zu verschaffen. Der Mann knüpfte auch BekanNtschafken mit auf verschiedenen Postämtern angestellten Briefträgern und so weiter an und suchte sich auch hier Geldmittel zu verschaffen. Einer der geschädigten Beamten zog über die Person des angeblichen Kollegen Erkniidigiiiige» ein und erfuhr durch Nach- frage äuf dem Hauptpostamt, daß der Betreffende überhaupt nicht im Dienste der Post stehe, derselbe vielmehr ein Hochstapler sei. Der Schwindler wurde gestern vorinittag i» einer Spcisewirtschaft in der Nosenthalcrstratzc festgenommen. Zahlreiche Personen sind durch ihn zum Teil um nichr unerhebliche Suinmen geschädigt worden. Die Pfaiidschcinschiebcr Voigt und Genosse», deren Fest- nähme bereits gemeldet ist, haben einen nnsgedehnten Handel sowohl in Ncppwaren als auch in Pfandscheinen getrieben. Die Opfer der Gamierbaiide waren vorwiegend Privatleute. Bezeichnend ist es, dost cS den Neppern gelang, auch die AnktionShändler hineinzulegen. Die Pfandscheinschieber wickelten ihre Geschäfte ansschliestlich in Gast- wirtschaften ab. AnS einem Vorortzug Berlin Strausberg entsprang gestern unweit Hoppcgarten ein 17 jähriger Korrigende. der anS der Straus- bergcr Anstalt entwichen und in Hamburg aufgegriffen worden war. Der Transporteur hatte ihm auf seine Bitte die Fesseln gelöst. Der Flüchtling, welcher sich bei dem Spnmg anS dem Eisenbahnwagen Serletzungen zugezogen hatte, wurde wieder ergriffen. Gndlirh cr wischt ist eine jener gefährlichen Bdtendicbimien, die einen förmlichen Ring zu bilden scheinen und verschiedenen Gast- Wirten empfindlichen Schadcn zugefügt haben. Im Gasthofe„Zu den drei Kronen". Gcorgcnkirchstr. 23, hatte sich vor kurzem eine „Handelssrän Otto" für vier Nächte eingemietet. Am letzten Slbcnd begab sie sich schon»in S'/s Uhr in den dritten Stock, wo ihre Siiibc lag. znx Ruhe. Als der Hausdiener eine halbe Stunde später einem andren Gast ein Ziinnicr anwies, stand die Thür zu dem Zimmer der Otto offen, diese war aber mit drei Stand Betten ver- ichwunde». Vorgestern erkannte sie der HanSdiciicr auf der Straste nahe an, Gasthofe und bewirkte die Festnahme der Diebin, einer Kutscherfrau Otto. Nvollo-Thcater. Jetzt haben die Mimiker gute Tage. Wer sich im wohlerworbenen Besitz der nötigen Anzahl Barte und Perrücken befindet, braucht das Publikum nur davon i» KeimtniS zu fetzen, daß die Maske, die cr der Oeffcntlichkeit preiszugeben im Begriff ist. den General Cronje oder den Präsidenten Krüger vor« stellen soll, und brausender Beifall von allen Plätzen ist ihm sicher. Da« Blatt kann sich aber auch drehen, je nachdem der Künstler da» Publikum zum besten haben will. Stelle nur einer die ver- kümmerte Gestalt dcS General Roberts dar. Keine Hand rührt sich, da niemand vorher daran denkt, sich mit fanlen Acpfcln zu versehen; wohl aber rafft sich die Zunge zum empörteii Zischen aus. So war auch der VcrwandliiiigSkünstler Räuschle im stände, ganz miabhängig von seinein anerkeiineiiS« werten Takcm da? Pnblikiun nach Gefallen zu lenken, grade ivic man den treuen Wächter des Hauses in müsstgcn Stunden Wechsel- scitig zum Knurren und zum Schönmachen animiert. ES wäre nn- verantwortlich vom Spccialitäteii-Theater, wenn cS einen so dank- baren Gegenstand, wie den Boercnkricg. nicht auch bei andren Gelegcnhettcii ausbeutete. Ter Kiu«marograph ist ganz TranS- vanl und Herr Bender spielt in der Operette„Im Sicichc dcS Judra" feiiien Hanpttiiimpf ans. neun cr nach der Rückkehr aus der Schlacht reiiommiert, dast es ihm gelungen sei, im glorreichen Kampfe mit seinen 40 000 Mann 3000 Gegner zu besiegen. Nachdem derlei blutige KriegSgrenel das Publikimi angenehm geprickelt haben. nimmt es gelassen auch die blutigsteii Kalauer hin. So die Mär vom„Tciitschcn Theater". Ivo die Zeit am schnellsten vergehe, weil dort das tausendjährige Reich mir zwei Abende dauere. Jngleichen die Erklärung, dast der Misterfolg des Stücks darin zu suchen sei. dast es nur eine„Halbe- Premiere war. Nebe» solche» lliithaten sind die neuen Specialitäten. unter denen die riissiichen Sänger A k t o in a r i n v f f und die Drahtseil- künstler Harwey hervorragen, als angenehme Erqnickung zu de- trachten. Treptow-Stcruwarte. Während der ganzen konmieiideii Woche wird der 50t ond schon von 6 llhr abends an mit dein Rieicmtfrciktor gezeigt, Da in diese Woche das erste Viertel des Mondes fällt, so trscheiiicu die Berge, Krater und Slillen in besonder» günstiger Beleuchtung, Sonntag- nachmittag 5 Uhr spricht Direkter Archen hold über:„Die Bewohnbar- kett der Welten", Das Thema für den 7 Uhr-Vvrtrag lautet:„Riickdlick aus die Astronvinie des 1», Jahrhunderts," Urania. Im wifseiilchastlichen Theater wird mit Ausnahme von Mittwoch allob endlich das neu« delorative AnSstattungöstült„Bon den Alpen zum Vesuv" gegeben werden. Am Mittwoch bildet der letzte Eciitenar-Vortrag statt und zwar spricht Herr Gcheimrat Prof. Dr. Förster Über„Die Ersoriämng des HimuielS". Im Hörsaal werden folgende Vor- träge gehalten: DienStag: Herr Dr. Nah,„Das Bier"; DonnerStag: Herr Dr. P. Spie»,„Dyngmomaschinei, und Motoren". glnS de» Vkachbnrovtrn. Partcivcrsammlungcn in den Vororten. Schöneberg. Die Versaniiiiliiug des Socialdcmokratischcn Vereins findet Montag bei Obst, Grunewaldstr. 110, abends 8 Uhr, statt. Thema:„Die Arbeiter und die Flortcnvorlagc." Referent wird in der Versainmlung bekannt gemacht. Auch wird dieselbe pünktlich eröffnet. Schmargendorf. In der am Dienstagabend«m 3Vz Uhr im Wirtshaus Schiuargendorf stattfiiiöeiidcn Versammlung dcS Arbeiter-BildnngSvcrcinS spricht Kirchner über Punkt 4 und 5 unsrcS Prograimnö._ WiluicvSdorf Halcusce. Am Montag, den 5. März, von 10 bis 2 und 3 bis 6 Uhr, findet die Wahl eines Gemeinde-Vertreters der HI. Wählcrllaffe statt. Thue ein jeder seine Pflicht und erscheine rechtzeitig zur Wahl, damit endlich einmal ein Arbeiter-Vertreler im hiesigen Roten Hause einzieht. Am S o u u t a g n a ch in i t t a g um 2 llhr findet zur Gcincindewahl eine V e r j a iniii l u n g bei SIrust statt. in welcher über die Konimiiiiolwahleii referiert wird. Auch wird unser Kandidat Maurer Hermann Behrendt sein Programm klarlegen. Die neue Mülltzcrordnuug für die Umgebung Berlin», die sich infolge der durch die bisherigen Beftinimuiigen verursachten verschiedenen ichweren Nebelstäiidc, namcitüich aber deswegen als nötig erwiesen, weil das Kaniiiicrgcricht ihre Rechtsgültigkeit vcnieint hat, ist nimmehr vom RegieriiiigSpräsidcnteii zu Potsdam unter Ans- Hebung der Verordiiiing vom März 1898 soeben erlassen worden. Sie bestiiinnt u. a.:„In 1. dem Teile des Kreises Teltow, der süd- lich durch die Ehausseelinie Trebbin— Ehnstineiidorf— Nniisdors— Zossen— Telz— Mitteiiivaldc—Schenkendorf— König«- Wusterhausen— Nene Mühle, östlich, nördlich und westlich durch die KreiSgrenze ein« geschloffen wird; 2. dem Teile des Kreises Niederbarnn», der östlich imd nördlich durch die Chauffeclinic Nen-Zittau— Erkner— Tasdorf— Alt-Landsbcrg— Löhme— Beriian—Wandlitz-Stolzeiihastkn-Oranien- bürg übcr Ouadcn-Germsndorf bis zurKreisgrenze, im übrigen durch die westliche und südliche Kreisgrenze eingeschlossen wird; endlich 3. in den Stadtkreisen Rirdorf, Schöneberg. Charlotteiibnrg und Spandau ist das Abladen und die Lagerung von allen ans dem Gebiet der- Stadtkreise Berlin und Chärlottenburg herrührenden Küchen- uno Flcischabfällcn. HauS- und Marktabgängen, Müll. Asche, Abraum. Schutt. Kehricht, Modder, Äanalisatioiisschlamm, Scherben, Fabrik- abgöngen und von andren ähnlichen, sowie von allen übelriechenden Stoffen verboten." Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Zu einer lebhafte» socialpolitischcn Debatte kam es in der am Freitagabend abgehaltenen Sitzung der B r i tz e r Gemeinde- Vertretung anlästlich eines Antrags des Verbands der Bau- g e s ch ä f t e von Berlin und den Vororten, betreffend die Aufnahm's der bekannten Streikklausel in die Bauverträge der Gemeinde. Seitens der bürgerlichen Vertreter wurde die Aufnahme der Streik- klauscl warm empfohlen, da die armen Bauunternehmer vor den herrschsüchtigen und übermütigen Bauarbeitern geschützt werden müstten. In den schwärzesten Farben wurde von einzelnen Rednern geschildert, wie schlecht die bedauernswerten Arbeitgeber von den Arbeitern behandelt und wie sie terrorisiert wurden. Geiioffe Dorn wicS auf das Lächerliche dieser Ammen- märchen hin und beantragte die Abweisimg des Antrags, dessen Annahme die Gemeinde unter Umständen nur empfindlich schädigen könne. Lieber möge man dafür sorgen, dast die Arbeiter anständig bezahlt würden, dann werde cS zu keinem AuS- stand kommen. Denjenigen Rednern, welche die Äiigelegenheit zu heftigen Ausfällen gegen die Socialdemokratie benutzten, wolle cr darauf aufmcrksani machen, dast die Gemeindevertretung die Inter- essen der Kommune zu vertreten, nicht aber Politik zu treiben habe. Die Streikklausel nnirde mit allen Stimmen gegen die Stimmen des Genosse» Dorn a n g e n o m in e n.— Des weiteren aenehinigte die Vertretung den Ankauf des Karl Dabeschen Grmid- stücks zum Preise von 71 700 M. Dasselbe ist für Kanalisationc- zwecke bestiinnit. Marktpreise von Berlin am 2. März Ivvv nach Erniittliinien dcS tgl. Polizeiprä sldtnmS. »jWeizen D.-Ctr. «Moggen Fiillcr-Äcrste Haser gut, „ iiiiUel ,. geling Vichtstroh. Hen. t)ChM?.- I 10 1- 1,- 2,- i'ao 1,40 i,- i.- 0,80 1,20 0,80 3,- der Eentralflell« der Prtnst Laub-. wittschalt»ka«m«»- Notiennigssielle- und imigerechnet vorn Polizei- prästdinw sür den Totpeiceiitner, ch) Kleinhandelspreiie, Prodnttenmartt vom 3. März, Heute herttchte augeiordeiit- liche Geichästsstelle ü; Betreibe, Am Frübiuarlt schien tS anfäiiglich, als ob die kalte Wittening und die festeren Meldungen auS Frankreich und Slordanierika eine Besestignng der Tendenz herbeifüstren würden. Die ltichkc nominelle Befieinng war jedoch nicht von Dauer und der Mittags- markt verkehrte in schwacher Haltung, Sowohl in russischem Roggen wie in argeiitiiiüchlin war das Angebot sehr groß: letztgenamilcr Attctcl war um 2 M, billiger zu haben. Effektive Jnlaudöangtbote waren so gut wie gar nicht vorhanden, doch selbst die geriiigsügigtn vorliegenden Offerten fanden(eine Nnterlnnst, da außer den eonlanlen PreiSstellnngen iür aus- l-ndiscbes Getreide auch die matte Haltung der Sstreich-nngnscheii Märkte die Käufer ahlchreckte, Weizen lind Roggen waren etwas billiger als gestern zu haben. Zuletzt trat cme leichte Erholung ein und beide Artikel schloffen zu gm behaupteten Preisen. Haser lag still, eher schwach, Rüböl fand wenig Beachtung. Am S v t r i t u S m a r k t wurden 20 000 Liter 70er loco mit 47,50 M. (— 0,10 M.) gehandelt. Städtischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 3, März 1900, Amt- licker Benclii der Direllion, Zum Verlaus standen: 5680 Rinder, 1162 Kälber, 10110 Schale, 7901 Schweine, Bezahlt wurden für 100 Pfund ober 50 Kilogram», Schlachtgewicht tn Marl(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf,): Für Rinder: Ochsen:«) vollfleischige, ausgemästete, höchsten SchlachtwerieS, höchstens 7 Jahre alt«l-65, d) junge fleischige,»ickit ausgemästete und ältere ausgemästete 56— 60; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 51—54: ck) gering genährte jeden AltcrS 47— 50— Bullen: a) vollfleischige höchsten SchlachtwerteS 60- 63; b) mäßig genährie jüngere und gut genährte ältere 53—58: e) gering genährte 48— 52.— Färicii und Kühe: a) vollfleischige, aiiögeniästcte Färse» höchsten SchlachlwertS 00— 00; b)«ollflkischige. ausgemästete Kühe höchste» Ichlachiwertes bis zu 7 Jahren 49—51: cl allere aiisgemästele Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 46— 47; 6) mäßig genährte Kubc nud Färsen 45— 46: o) gering genährte Kühe und Färsen«2-44,— Kälber: a) feinste Maft- kälbcr(Bollniilchniast)»nd beste Saugkälber 68—70, b) mittlere Mastkälber und gute Saiiglälber 60—64, c) geringe Saugkälber 60— 56, d) ältere, gering genährte itzreffcr) 40—48,— Schale: a) MastlSininer und iimgere Mast Hnnmiel 59—62, b) ältere Maftbamuiel 53—58, c) mäßig genährte Haniniel und Schafe iMerzkchafe) 46— 50, d) Holsteiner RiedernngS- ichafc(Lebendgewicht) 00-00,— Schweine: a) vollfleischige, der sclnere» Raffen und deren Kreiizimge» im Alter bis zu V/t Jahren 40, b) Käser 00- 00, c) fleischige 44—46, d) gering«Nwimtte 41—43, e) Sauen 41-42. 2» e rla u s und Tendenz, DaS Riudergeichäst wickelte sich bei dem starke» Zlugebot schleppend ob und hinlerläßt Uebcrstand, nicht ganz gute und leichte Stiere, schwere Ochse» und Kühe veniachlässigt: der Kälber- Handel gestaltete sich langsam. Bei de» Schase» war der Gc-chästsgaiig schleppend, es bleibt großer llelerstand. Ter Schweinemarlt verlief ruhig und wurde geräumt. Vvvtnififzkes. Ter gestrandete Postdampfer„Rex" ist am Freitag in der Mitte durchgebrochen. Das vordere Teil sieht aufrecht, während dc» Hintere nach dem Lande zu umgestürzt ist. Eine schrcetliche Blntthat hat, wie dem„Ges." anS Dt« E y l a u geschrieben wird, der Arbeiter OrlowSIi aus Karrasch ver- übt. Vor einigen Wochen wurde seine Frau von einem Mädchen, dem achten Kinde in der Ehe. entbunden. Der reiche Kindersegen war nicht nach dem Sinne des O,. denn als cr am Tage nach der Kindtaufe sicli an dem noch vorhandenen SchnapSrcstc gütlich getkan hatte, überfiel ihn plötzlich eine furchtbare Wut: er ergriff ein Messer und stürzte nach dem Lager dcS iiengeborciieii KindeS, um eS zu ennorden. In ihrer Herzensangst sprang die Frau herzu, um da« Kindchen zu schützen. Run richtete sich die Wut de» Manne? gegen die Frau; cr stieß ihr das Messer tief in den Unterleib, so dost sie nach kurzer Zeit starb. Der Mörder, welcher sich ruhig verhastc» liest, trägt ei» gleichgültiges Wesen zur Schau. Ein fast unalanbltche» Eisenbahn- Uugliick hat sich in Dentsch-Oth im Effast ereignet. Um Mitternacht tollre eine Maschine mit einem Packwagen»nd dem Zugpersonal nach dem drei Kilo- inetcr entfernten Ort Eich an der Alzette fahren, um von dort einen Güterzug abztiholcn. Tie Weich« am AnSgang be« Bahnhofs war nicht richtig gestellt, iiifolgedeffen rannte die Maschine ans einem Ncbengelci'se mit solcher Wucht in den Maschineiischiippeii. dast sie eine dort stehende Maschine gegen die Wand zu in Be- wegimg setzte. Die letztere durchstieß die Wand und drang in da» Schlafzimmer einer angebaute» Bahnwärter- Wohnung. Da« hier befindliche Bett, in welchen, die zwei ältesten Töchter de« Bahnwärter» Schöiimann schliefen, wurde zertrümmeN. das jüngere elfjährige Mädchen sofort gclöiet und das andre ISjährige so schwer verletzt, dast an seinem Anslomineii gc- zweifelt wird.' Alles geschah mit der Schnelligkeit eines Augenblicks, Hätte nicht die leere Maschine die gewaltige Wucht des Ausstoßes wesentlich geuiindert, so wäre wohl auch noch das Maschinen- und Zugversonal»nier den Trümmern des Hauses begraben worden. So kamen die Leute mit dem bloßen Schrecken davon, mir der StatioiistzorsteHer erlitt Vi den Rettungsarbeiten eine leichte Ver- letzung. Neues Königliches Opern-Theater. Diesen Sonntag: Das fiknfteÄad. Nächsten Sonntag: Alle Abende: Die Dame von Maxiin.— Thalia- Theater. Alle Abende: Im Himmelhos.— Carl Sonntag nachmittag: Hamlet. Alle Abende: Bon Stuse zu Stufe. Die'Fledermaus.' Weis»- Theater. - Resid'euz-Theater. Diesen und nächsten Briefkasten der Redaktion. Montag. Dienstag und Die juristische Sprechstunde findet Freitag Do» G-8 Uhr abends statt. K. P.. Dresden. Die Entscheidung wird vermutlich zu Gunsten dee Gemeinde ergehen. Die Gerichtspraxis geht dahin, das! dem Zntcrventivns- klüger die Kosten auferlegt werden, wenn nicht nachgewiesen ivird, dag die Gemeinde trotz Glaub �........... gefordert war. i b hast mach ung des Klageanspruchs auf- WttiernngSnberstcht vom Z. März>90«. morgens 8«Hr. | � B Skationen!=» S= s 2 Swineuid« Sri in Wiesbaden München Wien > 'ib? N IM NW 700 NW AibjNNO 7G3 W itiO NW Wetlee 6 Schnee 4wolkig bHeiter 2 heiter bbedcrkt "Schnee s* »il i* «fo -4 -4 -6 —4 j||£«|.g Siailonen Zo Z Z Wetter ° c a,= 3 2, T- S-| ö" aparanda etersburg ort Aberdeen Paris 76»®®® 766ONO 77lNNfflJ 76S.WNW 768® TO 2>v0lkig lDunst 8 wolkig llstvolkig l, Dunst � li i es -19 -19 5 2 0 Welter- Prognose für Sonntag, den 4. März 490«. Zeitwelse heiteres, vielfach wolliges Frostwetter mit leichten Schnee- fällen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. «cnondei»?!. illcldung:. TJnsrer geeinten Kundschaft machen wir hiermit die traurige Mitteilung, dass unser Mitinhaber* Johannes Wolf nach kurzem Krankenlager am 28. Februar a. c, verstorben ist. Berlin, den 3. März 1900. Georg Platt in Finna: P.£. PlftU& SÖllDC. Gesangverein „Kreuzberger Hamonie". . Todes-Anzeige. Mittwoch, den 28. Februar, starb nach langjährigem Leiden unser treues Mitglied 2729h HermaDD Weber. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Di« Beerdigung, rindet Sonntag, den 4 Marz, nachmittags 4 Uhr. von der Leichenhalle des Heiligen Kreuz- Kirchhofs in ivlariendorf statt. Trestpunkt der Mitglieder P/4 Uhr, Kirchhos. IdankHSgnng. Fllr die uns in so reichem Maße bewiesene Teilnahute bei der Be- erdigung uusres liebe», teuren Batcrs, Großvaters und Urgroßvaters, des Cigarrerchändlcrs und Kolporteurs Eduard Schmidt sagen wir allen Freunden und Be- kannten uitsren innigsten Dank. 27Z4bs Die Hiutcrblicdenen. Kinderwagen. kaiar Mk>x Bnnnek'. Icrnsalmnerst.lS vriinneiistr. 6, GroßartigcAnswahl von Kinder- Sport- u. Puppcnwag., best. Fabrikat, billigst. �.ettzamniig gestattet. s373ZL' Zllt rciiomiuicrtes �»lAK'K'SÄ- eigne geschützte Marke seit 5 Jahren. Halbrenucr Mk. 1SZ. Reparatur-Werkst. mit clektr. Betrieb. Riehard Schmidt, Z84öL*I Grüner Wca 1VZ. lepplleelfön c MM ktnift mau tint besten und billigsten nur direkt in der Fabrik G. 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Kreuziget ihn!" IV. Bild; Johannes Huss.„O saneta simplicitas!" V. Bild: Cnther. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!" VI. Bild; Biordano Bruno. Verbrennen ist leichter, denn widerlegen!" [215/2» VH. Bild Apotheose: Sieg des Meiiseli eilt iiiii s. Dichtung, vorgetragen von C. M. täctlvola. Kostüme aus dem Atelier von B. Schröder, Passaueretr. 3. Anfang 8 Uhr. Billets a 80 Pf. sind bei den Ordnern und in den Zahlstellen der Freien Volksbühne im Osten und bei den Vertrauensleuten zu haben. Nach der Aufführung; Geselliges Beisammensein. Palast-Theater Sonnabend, den 10. 1 12. Stiftungs-Fest (früher Feen-Palast) Burg- und Wolfgangstrassen Ecke. März 1900: SozialdemokraUeii Walte« für den 6. Berliner Reiclitap-Walrlkiels. Austreten des gesamten Theater-Personals. Mitwirkniig mehrerer Gesangvereine. Festrede gehalten vom Reichstags-Abgeordneten AUKU�t Dobel. Eintritt 25 Pf.— Programm an der Kasse gratis.— Tanz 30 Pf.- Anfang 8 Uhr. ffWBT» Bas Pnblikuin wird ersucht, sich den Anweisnugen der Ordner «Wie zu fugen. Das Reservleren von Plätzen Ist nicht gestattet. 248/14 Der Vorstand. IVlaler-Faehsehnle der Filiale Berlins. Sonntag, den 11. Barr, er., unchmfttagis von IS— 4 Uhr: Ausstklimig im Militt-Arbeitkn »0M 17. Semester III der Aula der 1VZ./103. Gemeindeschule, Mantenffelstraße Nr. 7.[124/5* Eintritt frei. Ble Kaehschnl• Kommiaaion. fScliultze, Wasserthor- Str. 1/3. Behandlung aller Haut-, Blaien- und Harnleiden oh'.'.? Berufs- | stönmg. SsJäL* Sprechstunden 9—2, 5—9. I HF" Bei Vorzeigung der | Verbands karten 10 Proz. I Trinke zu Hause Ideal-Bier vom Ideal-Bierversand Ges. m. b. H. Alte Jakobstr. St(Jakobshof) in Ideal 1 Liter-Ideal- Siphons undinOrioinal-Brauerei-Fässern von 10, 12 Vz, 25, 50 etc. Liter Inhalt mit Ideal- Kohlensänre-Zapf- Apparat. 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Rur den Rtiimtcuicil verantwortlich: 2b.(blöde in Nerlin. Druck und Nerlan von Max Badin-, in Berlin. l!t. 53, 17. ZahrMtz. 2. ßtilfint des Jotmitls" Knlim DcksM Somlsz, L Pitt; 1900. VevfKMmlnngvn. Die Hausdiener, Packer und Kutscher in der Holzbearbeitungs- Industrie, in Möbelfabriken und Geschäften waren zum Freitagabend zu einer öffcntlickicn Versammlung nach dem„Englischen Garten" geladen, leider aber nur in schwacher Zahl erschienen. Die geplante Stellungnahme zur Lohnbewegung der Holzarbeiter und Ausstellung irgend welcher Forderungen muhte deshalb und ivegen der noch schwachen Organisation dieser Bernfsgruppe vorläufig unterbleiben. Tie Debatte drehte sich hauptsächlich um die Frage, wie die Agitation unter den in Rede stehenden Arbeitern am erfolgreichsten betrieben werden soll. Dem Vertrauensmann wurde aufgegeben, die Vorarbeiten für eine in den nächsten Wochen stattfindende noch- malige Versammlung energisch in die Hand zu nehmen. Nachdem einige der Erschienenen ihren Beitritt zur Organisation vollzogen, erfolgte Schluß der Versammlung. Die Glasschleifer und Glasbläser:e. waren am Freitag zahlreich versamnielt. Genosse Müller hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über Zweck und Ziele der Gewerkschaften. Im Anschluß hieran gab der Vorsitzende der Berliner Zahlstelle des Glasarbeitcr-VcrbandcS eine eingehende Schilderung der Lohn- und Arbeitsverhültnisie der Glasarbeiter in Thüringen. Welpisch be- sprach hierauf� die schon vor zwei Jahren angestrebte Aufstellung eines Lohntarifs, sowie Einführung des Achtstundentags. Da aber bei der bisherigen Saumseligkeit der Berliner Glasarbeiter und Glasschleifer nichts erreicht werden konnte, cnipfiehlt Redner die Neuwahl einer Kommission. Dem stimmte die Versammlung zu. Die Errichtung eines eigenen Arbeitsnachweises durch die Organisation soll ebenfalls angestrebt werden. Steglitz. Der Kampf um die Gemcinderatssitze ist hier in vollem Gange. Am Mittwoch tagte eine Versammlung der sog.„Unab- hängigen", die die Opposition gegen die im Rathaus herrschende „Baupartei" darstellen ivollen. Unerklärlicherwcise hatten eS nicht die Kandidaten der lluabhängigen, sondern der Gcnreindevertreter Brietsche unternommen, deren lprogramm zn entwickeln. Das war in zwei Minuten erledigt und bestand in der für diese„Partei" sehr bezeichnenden, aber für die Wähler wenig tröstliche» Versicherung, daß«keiner der Kandidaten eine bestimmte Marschroute habe". Was nun unter dem Punk: „Wer herrscht in Steglitz?" folgte, war eine ergötzliche Auseinander- setzung zwischen den beiden gegnerischen Parteien, die in zienilich gleichen Gruppen vertreten waren und bei der die schmutzige Wäsche der feindlichen Brüder gründlich gewaschen wurde. Man warf sich die schwersten Beleidigungen an den Kopf und die Baupartei äffte dem Gegner, einem alten Professor, sogar die Stimme nach und was der geistigen Waffen derer von Bildung und Besitz niehr sind. Demgegenüber war es unsrem Kandidaten, dem Genossen Rapp, ein leichtes. den gegnerischen Zwist als einen Streit der kleinen Grundbesitzer gegen die großen um den besten Platz an der Futterkrippe der Gemeinde zu kennzeichnen. Er geißelte den Humbug der Unabhängigen. die die Jntereffen der arbeitenden Einwohnerschaft insbesondere bei Einführung der indirekten Steuern sBicrsteuer), beim SubmissiouSwesen und bei der Frage der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder aufs gröb- lichste vernachlässigt haben. Sehr wirksam wurde auch durch Gc- nosie L e i m b a ch in die Debatte eingegriffen, der konstatierte, daß die Versammlung der Vergünstigung des AmtS- vorstehers, über die Potizeistunde zu tagen, offenbar deshalb teilhaftig sei, weil in einer so kurzen Zeit wie sie z. B. den Social- demokraten zur Verfügung stehe, es gar nicht möglich wäre, so. viel schmutzige Wäsche, ivie sich bei den bürgerlichen Parteien augehäuft habe, zu waschen. Die bürgerliche Opposition im RathauS habe sich vollständig unfähig erwiesen, der«Baupartei" Respekt einzuflößen, es könne>vie überall erst dann besser werden, lvenn die Socialdemokratie sich der Gemcindemißstände annehme und Vertreter in das Rathaus sende. Die„Unabhängigen" fanden es. nachdem sie sichtlich ins Hintertreffen geraten waren, nicht niehr für angängig, ihre Kandidaten, die noch gar nicht zn Worte gekommen waren, noch in der vorgerückten Stunde z» präsentieren. Die Versammlung mußte vertagt lverden, ohne daß die Wähler wußten, was sie von den neuen Lichtern zu erwarten haben. Hnmaniftische Gemeinde, Mohrenslrahc 47, im oberen Saal des Brandenburger Hauses. Sonntag, den 4. März, vormtllags lO'/s Uhr, hält Herr Dr. Rudolf Penzig den dritten Vortrag seines Vortragscyklus: „Humanismus und Katechismus",„Das Kultusbedürfnis". Gäste, Damen und Herren, haben freien Zutritt. Ecutralverband der Konditoren(Mitgliedschaft Berlin). Heute, abends 6 Uhr Bersammluug bei Buske, Grenadierstrahe 33. Samariter-KnrsnS für Arbeiter und Strbeiterinne». Morgen Montag, abends 3 Uhr, Ucbiingsstunde in der Filiale Bruuiicnstrahe ISO. Vortrag des Herrn Dr. KoNwitz tiber i„Die Grundzüge der Kranlenpflege." Barbiere. Oeffentliche Versammlung sämtlicher Mitglieder der Orts- Krankenkasse am Montag, den S. März, abends lv Uhr, Grabe Frankfurter- straße b8 bei Amteubrinck. Tagesordnung: Freie Arztwahl oder Gewerks- krankenverein. Reserent Herr Ahmann. Für den Inhalt der Inserate übmiiiiimt die Ncdattiou de,» Publikum gegenüber keiuerlei ?! e eauiliiortiiiig. Sonntag, 4. März. Freie Bolksbühne. Lefsing- Theater. 6. Abteilung(grüne Karten): RosmerSholm. Anfang 2-/. Uhr. Carl Weitz-Theater. 4. Ab- tcilnug(braune Karten): Hamlet. Anfang 2�/« Uhr. Opernhaus. Der Prophet. Anfang ?>/- Uhr. Montag: Lohengri». Schauspielhaus. Der Eisenzahn. Ansang 7V, Uhr Montag: Jugend von heute. Mcncs Oper»- Theater tKroll). Das fünfte Rad. Anfang 7va Uhr. Tcnischcs. DerProbckandidat. An- fang 7'/, Ubr. Nachm. 2'/. Uhr: Nora. Montag: Der Biberpelz. Lefsing. Als ich wiederkam.. Anfang?>/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Harold. Anfang Uhr. Nachm. 2V, Uhr: Faust.(Erster Teil.) Montag: DaS deutsche Jahr- hundert. Neues. Ein Ateliergeheimnis. An- taug 7V2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Hoignnst.' Mourag: Ein AtclicrgcheimniS. Schiiier. Die Haubenlerche. Ansang S Uhr. Nachm. 3 Uhr: In Behandlung. Montag: Der Probcpfeil. Bteste». Der Zigeunerbaron. An- fang?>/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Montag: Martha. Thalia. Im Himmelhvf. Anfang 7'/, Uhr. Manlag: Dieselbe Vorstellung. vieside»». Die Dame von Maxim. Ansang->/„ Uhr. Nachm. o Uhr: Der Schlafwagen- Controlcnr. Montag: Tie Dame von Maxim. Lniseii. Faust.(Erster Teil.) Ansang 1l/x Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Grille. Momag: Drei Paar Schuhe. Central. Die Puppe. Anfang 7V» Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Moiuag: Die Puppe. Carl itteist. Von Stufe zu Stufe. Anfang?>/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Belle-RUiance. Die Reise nach Amerika. Anfang 8 Uhr. Nachm.: Hanne Nute und De lütte Pudel. Montag: Die Reise»ach Amerika. Birtorja. Berliner Bilder. Ansang 8 Uhr. Nachm. 8V, Uhr: Verlorene Ehre. Montag: Berlmer Bilder. Friedrich> Wilhelmstadtischrs. Die Dame von Maxim. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Montag: Die Dame von Maxim. Dteiropol. Specialitäteiworstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 7>/, Uhr. Moulag: Dieselbe Borstellung. Bpoll». Speciaiitäten- Vorstellung Im Reiche des Judra. Allsang TV, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Palast. Specialitäteri- Vorstellung. Ansang 7V, Uhr. Ne chshnlle». Sleltiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Passage- Paiisptttum. Spectalt« läicn-Vorstrllnng. Urania. Jnvnlidenstr. 1,7/«». '-tag«ich abend» von b— lv Uhr: Elrniioarie. Taubeustrastc S8/-I9. Abends ä Uhr:„Von den Alpen zum Vesuv". Momag; Dieselbe Vorstellung. CWl'Äitilttt (Walluer-Thcatcr). S o nn t a g, nachmittags 3 Uhr: Ii» Behandlung. Komödie in 3 Alten von Max Dreher. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Bauhenlei-ehe. Schauspiel in 4 Alten von Ernst von Wildenbruch. Montag, abends 8 Uhr: Ber Prohcprcll. Dienstag, abends 8 Uhr: _ Ber Probepfeil. Belle-Älllanee- Theater. Gastspiel Emil Bichard. Die Reise nach Amerika Bollsftück mit Gesang in 5 Akten. Ansang 8 Uhr. Voranzeige! I. Reuter-Vorftellung zu volkstümlichen Preisen(Parsett l M.-c.)„Hanne Nütc uud de lütte Pudel." l'daliA-l'Iiealkr. Tel. AmtIVa 6440. Dretdeneretr. 72/73. Täglich: Ricseulacherfolg! Im Himmelhof. Thomas, �iellchcr, Helmerding, Jnnkernian», Paulniüller. Ansang 7V, Uhr. Morgen und folgende Tage: Im Himmelhof. Unter den 1,1 Öde 11«Sa, Eingang»chadoiv<.tr. 14. Heute Sonntag Elntrlttsprele MK" 50 Pf. ilaiclihaltigäte Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren Eeptiiien etc. 6/16 (£r nti'n l Tliostor Direltton: lees Fererrciy. Nachmittag 4 Uhr zu halben Preisen: Die Flodernianii. Operette in 3 Alien von Joh. Straust Abends 7V, Uhr: D i e P« p p e. (Da Poapde). Operelte in 3 Alten und einem Vor» spiel von Ordonncan und Sturgest. Mufil von Ed. Andran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe aa Poupee). Carl W elss-Tlieater Gr. FrautsurterNraste 13«. Nachmitl. 2s/i Uhr: Freie VolkabUhne. Hamlet.— Abends 7'/, Uhr: Uon Stufe zu Stufe. Morgen und folgende Tage: Bon Stufe zu Stufe.— Sonnabend- nachmittag: Kinder- Borstellung. DornrOncIien. Apollo-Theater. tXone Dehnt» I Ritters dressierte Hunde. Piecolos Miniatur- Terzett. Lucü Nnno», sranzvsische Soubrette. The 3 Harwcps, Drahtseilkünstler. Ztqnamarinofls msstsches Ensemble. Brothers Braatz. Equilibristcn. CharlcS Siäufchle. Mtmiker. Beuster»- läo»moxpraph, TranSvaal-Bilder. Um S Uhr: Im Beiehe de» Indra. Anfang der Vorstellung V,8 Uhr. Cifkus Schumann. Heute Sonntag, den 4. März, 2£vo»»e aa»»erordciitl.>) Galu-Vorstelliinson i Nachm. 3'/, Uhr und abends-V, Uhr. In beldan Voretallungen: Gleich reich- haltigeS abwechselndes Programm. In beldan Vorstellungen; Auftreten sämtlicher neu engagiertc» Kunstkrüfle sowie Direktor Aldert Sadumenn mit leinen anerkannt unerreicht dastehenden Original-Tressure». Nachm. zum Schlust: Auf viclseiligcS Verlangen: Im Welknacktsbarar oder: Die Puppen- kOntgtn. Nachm. l Kind frei. Jede« weitere Kind halbe Preise(auster Galerie), abend» jedoch volle Preise Abends?>/, Uhr: l>r. Faust. Eine romantisch-phantastische Handlung in drei Abteilungen vom Hofballett- mtister A. Siems. Montag: Gala-Sport-Vorstellwig und Dr. Faust. Neues Prvgramnt. Naa!-Theater früher Feen-Palast, Burgstr. 22. Crosse Extra-Torstellnns des in Berlin einzig dastehenden Biesen- TO ftrs;- Programms! Tolendcr Beifall! Endloser Jubel! ertönt allabendlich bei dem Auftreten der durchweg neu engagierten f- Kunst-Speeialitäte». lWW Ueberzengung macht wahr!!! UX) M. erhält jeder Besucher, der etn gleiches Prograini» nachweist. Um 8'/, Uhr: Wieder-Auitreten des Direktors Wilhelm FrObel in der unverwüstlichen Äesangsburlcsle Der selige Zwicbclmann. tanpttollen: Dir. WinNer u. Fröbcl. nsang 7V, Uhr. Konzert 6'/, Uhr. _ Borverkauf 11—1 Uhr. itropol-Theater. Täglich um 9 Uhr 30: Verkehrte Welt! mit der hochoriginellen Weiber-Parade. Bolher: Das ppe Miirz- Cpecialitiittll-PrggraM: The 8 Diuinant», Dcltorellt Trio, Fred GlUet, 8andor Trio,(Seorg Kaiser, The Da) ton», Hary Wolf IC. IC. Anfang an Wochentagen um 8, an Sonntagen T1!,, Uhr. Sanssouci Kottbnserntr. 4 a, Heute Sonntag: Holtmanns Norddeutsche Sänger. Prttsldent Krtiffor (neu bearbeitet). Stürmischer Betfall! Die Sanzrosltrlider. Nach der Soiree: Tanahrltnsiclien. Montag und Dienötag: Große Soiree. Zehvelüer karte». Joden Sonntag von dV, Uhr nachmittags an: N«ll. Im April und Mai ist Garten und Saal an Wochentagen an Bereine zu vergeben. 3837L» W. Noacks Theater, Bruiiueiistrabe 1«. Familie Bnchholz. Volksstück in 4 Akten v. Leon Treptow. Jeden Sonntag. Dienstag und Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzkränzche». Montag: Familie Buchholz. Reichshallen. Täglich; Stettiner SHnger Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntag« 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Borvcrkaus 40 Pf. Wirde ra»«ftretcn von Fritz Steidl. Kriegers Feftsiile Wafserthorstrafte«di[* empnehlt seine Säle für Prwatfestlich- keitc», Kränzchen, Vereinen nnd zu Versammlungen.— Jeden Sonntag, Dienstag u. Donnerstag: Gr. Ball. Urania Taiiben»tr«Bao 48/40. Im Theater abends 8 Mir: „Von den Alpen znm Vesuv!' Montag: Dasselbe. lnvalidcn»tr. 57/08: Sternwarte. Nachmittags 8—10 Uhr. Passage-Panopticum. Geöffnet 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Montag, den 8. Mit», abend* 8 Uhr: Vortrag nur für Herren; üebor da» menschliche Ohr. CASTÄNS IPANOPTICUM I Ken! Ken! Ken! Ein Riese der englischen Armee Sergeant Th. Dalroy 8 m SO cm hoch! Oberbayrlsclie Sänger und Schuhplattler- Gesellschaft. Clrkus Busch. JMP- Nur noch kurze Zeit!"MM Heute, Sonntag, den 4. März: Zwei grosse Gele-Vorstellungen. Nachm. 4 und abdS. 7V, Uhr. Nachm. 4 Uhr ein Kind frei. In beiden Bor- ftcllungen: Signor Ricardo mit feiner brefsterten Meute. Die Orig.-Meister- Dressur d. Dir. Busch. Die Clowns mit ihren neuesten Spähen. Nachm. 4 Uhr:„Olympische Spiele". Abends?>/, Uhr: Die Oamorra, Urania Wranselatrassc 10/11. Jede» Sonntags lS4ü7L* Grosser Ball. Ans. 4 Ubr. Siehe Anschlagsäulen. Empschle wein Lolal zu Fest- lichkeiten und Bersainmltmgm. C. F. Walter. Gesellschaftshans� Swinemünberftr. 48. Säle 150—800 Personen fassend zu Bcrsamuslungeu und Festlichkeiten zu vergehen. Hühner.(34988» AUtanibra Wallnertheater-Stranse 15 Jeden Sonntag und Donncstag: Gr. Extra-Ball bei doppelt besetztem GrosteS Orchester. Ansang 8 Uhr. fiSK A. Zamcltat. Kinderwagen Haus August Götxe, Brnnnenftr. 145,®de Rhein« bergerstr. RiesenauSmahl in Kinder-, Puppen», Sport-, Kasten- und Leiter- wagen. Kinderbettstellclt, Ktnder-Holz- möbel und Klappstühle.(381UL» Cigarren! 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Anfang 1 Nhr. Enipfeble den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken-c. » bis 600 Personen fassend(mit Bühne), zu VerlainnilungeN meine Säle, und Festliw- 3K7ÜL* 80 bis 600 Personen lassend(mit Bühne), zu Versammlungen ketten jeder Art. ÜGT- Beretnszimmcr zu vergebe».<9$__ Xeu eröffnet I[SlTäL*]-" Sfen eröffnet"! Frankra Speisehaie Neue Griinstrahe 39(zw. Kommandanten- und Seydelstr.) Irden Tag 12 verschiedene Gerichte I Speisezeit ununterbrochen von vor- zum Preise von 10—30 Pf.| mittag« U1/,— 10 Uhr abend«. Bier 10 vs.. Vi«° Pf Kaffee b Pf. hm 5 Pf. Johannisthal. KBpnlcher- u Friedrich- ■■ Strassen-Ecks. Empfehle meinen nellerdauten Saal. Jede» Sonntag T.4MK. Graste Ausspannung. Kasteeküche.[21921,]_ N»g. Senftleben. Johaanisthaler Volksgarten, Admiral st raste 18 v. Jeden Sonntag: Sff' Orosser Fest- Hall.'SkQj Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. Strosse Dallmuslh. Guiree frei. Sonnabend, 31. März, Sonnabend, 2l. u. 28. April sind die beiden Säle an Vereine zu Festlichkeiten, Hochzeiten, Versammlungen zu vergebe». Graste n. kl. Vereinz., die Restauraiionsraume steh. d. geehrt. Familien Sonntags z. Versüg. irllsclier Hof, Zocmldmokratjscher Wahlverein für den 3. Derlmer Reichstags-Wahlkreis. Dienstag, den 6. März, abends 8*. Uhr, Safenheide 52—33 «früher'S i tf c 1): UST" Versammlung."WZ T age 3-Orb nun g; f. INortraz des Reichs!Zj?v Abgeordnete» üb«!„D?r deutsche Bauernkrieg' 2. Disiilsiion. 3. Verschiedenes 3V Gäkte haben Zutritt"VIS Zahlreichen Besuch euvarttt 228/ä-Der Boritand. 5l>l!!g!llWl>Ilsgti8cIies WahlverGin für den dritten Berliner Reiclistags-Walilhreis. DicuStag. den 6. März, abends 8 Uhr. im Lotale M e» c s K l» b h a>« 6". Kommandantcnstrv 72: Ve»'8«ii»ii»Kr»»K."WF T a g e l\-. 0 r V Ii u n g: T Die lex Heilige und die Ditilichkeiisfroge. Refereut Reichs- tags-Abgeordneter �Veltg-anx Ueine."U. Diskirssidn 3 Vereins- avgelegeiiheiten 240/6 Gaiie haben Zutritt. Neue Mitglieder weiden anigetiommen Die Versammlung wird viuilllich eröstnet. 240/6 ver 'Achtung! IHlOalll'Ü! Achtung! Dienstag» den 6. März er., abends 8 Uhr: Grche össentWe KsmNNllviihler-VttsmijllWg im Saale der Arendsschen Branerei, Tnrmstr. 25\%6. gesordnunz: 1. Die bevarstehendo Stadtverordneten-Stichwahl im 44 Komnrunal-Z Genoüe vr. 2. Diskussion. Wähler des 44. Wahlbezirks, erscheint zahlreich in dieser Bersammlung. Da*. Wahlkomitc Sotiaidemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Tonucrsiag. den 8.?1iärz. abends 81/, Uhr. Im Lokal Roeentlialer Hof, Roscuthafcrstr. 11-18: ff Versammlung. T a g c S- Ordnung: I.�DiSkusfion über: Wie organisieren wir»ns 2 � 2 Vcreinsangelegen- heitert. 246/3 Um zahlreichen Besuch der Mitglieder ersucht Den Toi-stand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Dienstag, de» 6. März, abends 8 Uhr. bei Herrn Siteekert, Slndreasstr. 31: DW Tersaminlung: aller tn der Baden- u. Comptoirbranche beschaft. Arbeiter. Tagesordnung: Dn«ei' fitl-etk. 80/8 Es ist Pilicht. eineS jeden In der Branche beschätttgten Arbeiters zu Kr-ckeinen. Die Ortsverwaltung Achtung, Holzarbeiter Westen nnd Snd-Westen! »oaatax, den 4. Härte, mittäte* 1 Ihr, bei Habel Bersmannstrasnc 5-7 Oeftentliche Holzarbeiter- Versammlung. Tage 64 Ordnung: I. Der Streik der Miibeltiichler und die jetzige Situation 2. Diskussion. 3- Verschiedenes. 80 6 Zahlreiches Erscheine» erwartet Tic OrtSvertvaltnng. »ixdeli. Bentsebel BaMeitel-Vesliand.! »»tag M Joof.; Montag, den 5. März, abends 8 Uhr. im Lokale des Herrn ThomaK, Hermauniir. 48- 50; 80/7 Tagesordnung: Der gegenwärtige Streif.— Mitgliedsbuch tfgiliimett. Montag, den 5. März 1900, abends 8' e Uhr. im Lokal„Königsbont", Gr Franksiirtcrstr. 417: Große ösfetttliche TerMmKlHg aller in der Schuhindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tri g e S- O r d n n ii g: 1 Beratung einer Petition zur llnfaltt'krsicherungs-vroocklc 2 Die Taktik des Unternehmer-Berbniidcs zu nnircr dies- fahrigen Maifeier, die ZlrbcitSvcrmittlung des Herrn Svirltowski und wie stelle»»vir»ns dazu 3. Die Differenzen in der Schnhfabrik von Max Taik in Tiraus,- berg. 4 Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Ibg/7 Die.4xitation«kommi!«»io>i. Mir ersuchen die Vertrauensmänner, für die streikenden ästrcichi- fchen Bergarbeiter und Holzarbeiter in den Werkstätten und Fabriken Hmunluiigcn zu veranstalten. Listen sind int Btirean, Tragoncrstrahe 4ö zu haben Ptt'mi hettMer NWW7 Montag, de» 5. März, abends 8�. ilhr, bei Cohn, Beuthstrahc 20.21: itslieder-Versaminlung der Scliossarbeiter. T a g e s- O r d u ii u g: 1. Bericht des Delegierte» über die Verhaudlungen der Kon serenz der Zahlstelle» BrnndenbnrgS. 2. Bericht der Tnriskoininiiiion. 3. Die Zustellung der Fachbtälter nach dem l. April. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Be74/3 den 7. MärZf abends 8 llhn9 im Lokal von Mertens, Friedrichstraße 236: V-rksverlammkung TageS. Ordnung: Vortraq des Reichstags- Abgeordneten �rtllur 8taätdsgell über das Thema i Soll das weibliche Geschlecht vagelfrei fei» und bleiben? Diskussion lim zahlreiches Erlcheinen, namentlich der Frauen, criucht_ tt?_ Tic Bcrtraueiisperson. WM- 7spe�ivfv>'. Mittwoch, de« 7, März, abends 8�« Uhr Vi«!' AI'. iiAt�Iltl. VSI'WSIIIIIIZIlIIIKSII Osten: Rieft, Weberstraüe 17. : Norddeutsche Brauerei. Ehauffeestr. Z8. Süden- Jühlkt. Beunewikstr. 13 an her Ltttherlirche. Westen, Cliarlottenburg untl Moabit; Spreehallen. Rirchstr. 27, Bshtlios VelleMe. Tages-Ordnung: Wenn stellen wir unsre Forderungen? Di-«erbandsteiiun«. 477/8 KrsM-NiltersttztlitgsbM der Schneider. Dienstag, de» 6. März 1900, abends 6'/j Uhr. In den Arminhallen(oberer Saal), stommandanteustrahe 20: \ ersammlang. Tages-Ordnung:■ 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1S�_ 2 Wahl eines Revisors.. 3. Anstellung eines dritten Beamten. 4 Antrag der Lolalverwalwnz aus GehaltSerböliung der Beamten. ö Vcrichtedenes Das Bureau befindet sich vom 4 April ab im„Äewerklchaftshaus", Engel-User 45. vom 4 Dr.. Zimmer?. 168/3] Tie Ortsverwaltung. M wohittTtW WedemN? In der Friedenstrafie nicht mehr! Wo wohnt er denn jetzt? Er wohnt jetzt leorndorferntr.»». EckeLöwesti . und cmpnchlt sein sSbjllL" Mß-u.Batirisch Bier-LM Bereinezimmer. zur Verfügung blesben-Basdesebe verleibt billigst gröstt. Institut C. Frommbolts Wssttßr. 78, Ecke Ackerft. Reizende Satkon-Neuheiten Dauien- u Hcrrenkostüme in?Itlas v. 4.50 M. ab. Bercincn bedeut. Grmästigung. krauevteilte» heilt mit vorzügl. Erfolge Frau Kruniimnnn, prakt. Ralurheilkundiae.— Sv rechst: im Frauenheilbad KöpilickerKr. Tl, Dienstag« u. Freitags 10-7 u. Eharlotteubg. Naturheilanst. Herllnerntr. 40,(lüähe Knie) .täglich 8— 40, 3-5.[38492' Konsultation mit Untersuchung 4.50. Achtiiiigs. Kleber! Berein der Ltleber n. verw. Berufsgen. Versammlung am Mittwoch. 7. März. abcndS 8 Uhr, bei Daster, Jnselstr. 10. Tagesordnung:'�Unsre fernere-Taktik. 2 TiSkusfioii. S.'BereinS- aiigelegenheitett. Der Borstand. XB Dienstag. 6. März: Oeifentliche Bersammlung. Tagesordnung und- wo 2 siehe Annonce am Dienstag im..Vorwärts'.___ 400 i Acbtung! W Aelitun� I Stockarbeiter! Donnerstag, den 8. März, abends 8 Uhr in I�enernteins 8Slen, Alte Jakobstrasse 75; Große öffentliche Uersammlnng der Utork- nud �chirmarbeiter Berlins und Nmg. TagcS-Ordnung: I Ter Streik der Berliner Holzarbeiter und wie stellen wir uns dazu/ 2 Diskuiston, 3. Die.Zustände in der Werkstait von Eisen u. Lindblatt und waS können wir dagegen tftim? 4.'Ber'chiedencs. Wegen der wichtigen TageSordnittig ist eS Pflicht der.Kollegen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 175/4 Der Aertranensmann. Arbeiter nnd Unterangeftellte der ftädtifchell Betriebe Berlins l Mittwoch, den 7. Marz, abends 81■ Nhr in Steehcrts Festsälen, Andreasstrasse 21 VerfÄtttmlUKLg. TageS-Ordnung� 4. Wie stellen wir uns zur Einführung von ArbcttS-Orduungcn, Arbeittr-Ausschüffeii und Kündigungs>rtstcn. und zur Nichtbcantworlung unirer Petition betr. Einführung von Pensionskasscn icitcnS dcS Magistrats r 2. Diskuiston. 3. VcrichiedeneS. Lille tu städtöchen Betrieben beschästigten'Arbeiter und Unteravzestelite sind stserzu crgebcnst cingcladen. Tie Herren Stadtverordneten weiden hierzu ergcbenst cingeladeu. 265/19 Der Ansschnst der vereinigten Berliner Filialen. l)rt8-Xrsvkenks88k tür äS8 Luedäruckge�erde zn Berlin. Tonntag, den II. März, vorm. 10' 4 Uhr:, Ordentl. General-Yersammlung im„Louiseustadtischen Konzerthans", Alte Fakobstr. 37. Doges- Ordnung: l. Ergänzungswahl des Vorstandes(ein Arbeitgeber). 2. Rechnungslegung pro 4699 durch den Rcndmiten 3. Bericht des Rechnungs-AusichuiseS bszw Dccharge- Erteilung. 4. Etwaige Anträge der Mitglieder. 5. BertchtcdeneS. Berlin, den 26. Februar 4900.[270SS Sei' Vonstsnd. W. Roner. Vorsitzender. Ciust. Liehmann. Schriftführer. Achlnng. Stkiiliiildlilllikr! ?lo»tnx, den 5."här/. er., abends SV, Ihr, Im liokalo KOpnlekerstrassc 62: Lefsentliche Bersammlung Tage«-Ordnung: 4. Brichtufi der Stcitiitietzmetster, betr. Verlegung der Jrsthsuistspaufe. . 2. Verschiedenes. 20,40 Da es sich, um die grundsätzliche 4lmg?staltung umrer ArbeitSverhältnifii handelt, ist das Erscheinen aller Kollegen unbedingt nötig. Die. Vertranensleote. 7 Verein für Fronen undldcben der Arbeiterklasse. Sonntag. II. März, in..Cohns Festsälen". Beuthstr. 20/21 AMng! Kisteumacher. ätntmig! Diontag, den 5. März, abend« 8>. Uhr. im Äönigftadt-Kasino, Holzmarktstrastc Rr.-72. Ecke Zllcxanderstraste: VevsÄINtztluztg- Tagcsardnmig: l. Vortrag über das Ilnjollversicherungh-Aesetz.«Rcsereni wird in der Vertammlung bekannt gcm-ntit.) 2. Diskusüon. 3. Verfchiedciics. Um zahlreichen Bciuch dicker Versammlung bittet Der'Borstand. F. A.: Karl Iuclcl. XB. Dtejenigen Kollegen, welche noch Billets vom MaSlenhaN in Händen >r» r> v 8 0>. nvk.tektt- DJ'<•» haben, werden crlucht. umgebend abzurechnen. 04 6 74l»tmlg! Köttlber. Mt«m! Sonntag, den I. März 1000. nachmittags 2 Uhr. bei Aümann, Bruunenftr. ISS: Oeffentliche Böttcher-Bersammlung. T a g c s- O r d n 11 n g: 4. Bericht der Kommiiiion. 2. Der Central'Arbeitsnachweis der Ring- brauercicn. 3. Bericht des GesellenauSichnsics der asten Zniinng. S. Vcr- schiedenes.. 30/4 Pflicht eines jeden Kollegen ist cS, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Mliiissmelil„Rehr Licht!" Hente Sonntax, den 4. Alärs, abends I'hr, im Känlgtstadt- Kasino, Hol/.markt- Strasse\«. 72: Vortrag dc» Herrn Rehe /welcher tO Fahre in Transvaal ansässig war) über:„Die wirtschaftliche Sage der Barren in Transvaal. ihr Kamps snr Freiheit nnd Recht." 420 S (Säst« willkommen Entrec inkl. Garderobe 20 Pf. xi Festrede, gehalten von Herrn Manfred Wlttlch. llekiaaiatlon— Konzert. 91* Anfang 5 Uhr. bei: ijiau Panierani, '.stach dem Konzert: Mir' Van«. Billets a 23 Pf. sind zu haben bei: Frau Panzeram, Pappel- Allee 126, vorn 4 Tr.; Frau lltotr.cli, Koppenstr. 64 j Frau ifllllior, Wiesen» strafie 3011; Frau Oienfle, Swineinündcrstr. 403; Frau bauschst», Rostocker- strafte 47._' 65 4 Ron tag. ö. März, findet tu den..Arminhallen". Koiiimandantcn- straftc 20, unsre Generalversammlung; statt. Der Vorstand. wtr Rixdorf.-m Frauen- und Mädchen- Bildnugsvereiz». Sonntag, den II. März, nachmittags 4 Uhr: Drittes Stiftungsfest bei Lanckner, Bergstraße löO-löl: Konzert.— Thestee.— Dnlt. Ilm 5 Uhr: Festrede: Manfred Wittich aus Leipzig. Entree 20 Pfennige Herren zahlen für Tanz 50 Pfennige naisi. Zu zahlreichem Beiulli ladet ein.>3 lj_ Das Komitee. iiiarlof(enliiir�. Freier Lcrein fjir Nliturheilkilllde nitii �esiiliöheitsBege. Dienstag, den S. März, abends 8' 2 Uhr, in der CJambrlnns-Braucrel, Wallstr. 04, und Bismarekstr. 22t Herren-Vortrag s Tic konträre Srxualcmpfindung oder ist die gleichgeschlechtliche Liebe ein Laster oder ein Unglück? K 175 d. R.-Str.-G.-B. lsogenannte wideniatürlichc Unzucht). 11 Fragebcantwortung. 265/20 Um zahlreichen Besucht bittet Der Vorstand. Künstliche Zähne. 3 Ist. an. vorzüglich. setzt schmerz! ein. Plombieren schmerz! Zob» stehen, Zahnschm. bei Rcp. iof. Goldstkin, Oranienstr. 123 l»Itn-Ii>iiti>! kÄ'Kl Stnii Olga Jacobson,°.»>. 80/2»j Jnbalidenstr. 148. Mrenbauz IHIartil kozeatbal& Co., Gr. Frankfnrterstr. IIS. Gardinen, von Meter 22 Pf. Äö Teppiche Stück 3.«5- & Steppdeckenf 3 OO au. N. JSRAEL BERLIN C Spandauer Strasse 26-30« König- Strasse 11*14. GEGRÜNDET 1815. --L>- OefchäftihSuter der Firma N. JSRAEL in Berlin. Ausstellung von Neuheitens GARDINEN. VORHÄNGE. MÖBELSTOFFE TEPPICHE• TAPETEN• MÖBEL 11 �• 11: Eröffnung: Montag, den 5. März." 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Gemüse-(Julienne) Snppc:, erfrischend, '' hlgo Gcrstcnnnppc: sehr gut und gesund, vorzügliche Abendsuppo. GrUnerbaenemppe: feiner, aromatischer Geschmack. GrUnkernnuppe: feine Restaurationssuppe. llaferechleimHiippe: sehr fein im Geschmack, . auch als Kranken- u. Kindersnppe vorzüglich. KartoCTelsuppc: fein und kräftig, sehr beliebt. Kerbelsappe» blutreinigend; vorzüglich geeignet a}s Beimischung zu anderen Suppen. Kraftmehlsappe: besonder* nahrhaft, leicht verdaulich. von hervorragendem Wohlgeschmack, Zu haben in alBen Delikafess-i Koloni LinNenenppe: ocdite Linsensuppe, sehr geschätzt. Rciasuppc: recht gut und schmackhaft. Rein- Jnlicnne-Suppe: Reis- und Gemüse- krautorgeschmack, vorzüglich. Sago-Snppe: feines Sago• Aroma, schleimig und kraft ig. Taploca-Suppe: kräftig upd sehr beliebt. 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Was nützt eS, sie in ein Buch zu sperren, das kein Mensch kauft? Zum Teufel, Lyriker sind auch Menschen und wollen leben und gelten. Ans die Bühne also, damit man uns sieht! Wir haben gegen diese Bewegung gar nichts einzuwenden. Wenn sie in ihren Grenzen bleibt, kann' sie sogar segensreich wirken. Der Biihneubedarf ist heute überaus groß. Ltönnen die Lyriker ihn decken helfen— gut, und sollte dabei eine neue Form des pban- .tastischen Bühneugedichts entstchen— um so besser! Grämen niögen sich die ästhetischen Bureaukraten, denen die Akten in Unordnung geraten. Wir andern freuen uns des LcbenS und des Wachsens. UebripenS kommen auch die eigentlichen Dramatiker auf ihre Kosten. Sie könne» für die lyrischen Partien ihrer Tragödien etwas lernen. Marx-Mollers Dichtung ist ein phantastischer Akt, der nirgendwo spielt. Er wäre aber schlecht, wenn er nicht überall spielen konnte— und er ist nicht schlecht. Wir sind in der Pagen- und Ritterzeit und zwar am Konigshof. Draußen im Laude wütet die Pest. Ter König hat die Burg verschanzt, denn er ist ein Ehrcinuann, der sei» Leben liebt. Er verbringt die Zeit beim Becher und im Spiel mit seinem Lieblingspavian. Wenn er betrunken ist, mißhandelt er die Äönigin, die aus politischen Rücksichten an ihn verschachert worden ist. Eines Abends macht er auch seinen Pavian betrunken, damit er ein Bild werde, das ihm gleich sei. Ter betrunkene Affe springt auf den Schoß der Königin. Die Schranzen zittem, aber ein Junker, dem die Orgie zu frech wird, schlägt den Affen mit einem Faustschlag zu Boden. Der König wütet und um des kecken Junkers Leben steht es schlecht. Aber der Narr rettet die Situation. Er ruft:„Der Affe hat die Pest I"— und der König packt eilig die Kofier, denn er ist, wie gesagt, ein Ehrenmann, her sein Leben liebt. Tie Königin atmet auf, als der verschwindet, den sie mehr ver- abscheut als den schwarzen Tod. Im Schloß verbreitet sich dos Gerücht, die Peft ergreife nur die Armen, und so kehrt Freude ein. Man tanzt und singt und feiert MaSkenfeste. Da erscheint, mitten im bunten Getümmel, ein schwarz vermummter Ritter— Meister Tod. Er tanzt mit der Königin und führt sie dann in ein Ncbcngcmoch. Er verkündet ihr, daß er«in starker Herrscher sei, daß er warmes Mitleid mit ihr habe und daß er nun hier daS Schwert ergreifen wolle. Die Scene ist hübsch— bis auf ein Moment. Der Tod läßt es beim Mitleid nicht bewenden, sondern wird zum— Liebhaber. Ein Liebhaber, der ein schönes Weib umfängt, obgleich seine Umarmung Verwesung und Würmer ist! Das ist eine' verteufelt häßliche Vorstellung. Herr Möller, und paßt schlecht zu dem wackeren Ehrenmann, den sie sonst im Meister Tod gezeichnet haben. Die Königin macht den Tod zu ihrem Narren. Er läßt sie an seinein Kuß sterben, dann setzt er sich die Krone auf, wirft die Maske ab. zückt sein ehrliches Schwert und tritt als Herrscher in den Maskensaal. Die Musik bricht schrillend ab. die Kerzen erlöschen und die geschwätzigen Sckrauzen verstummen für immer. Den' Tod spielte B a s s e r n, a n n, gut natürlich, ohne aber viel Gelegenheit zu haben, die Besonderheit seiner Kunst zu zeigen. Neben ihm stand Frau Prascki-Grevenbcrg als Königin. Leider hat sie noch immer den unfeinen lauten Ton, der ein gut ge- stimniteS Ensemble so entsetzlich stört. Auch sonst hätte ihr Spiel nicht eben viel Königliches. � Der Dichtung folgte Kleistens„A m p h it r y on". den wir bereits gewürdigt haben, als er zum erstenmal im„Schiller? Theater" gegeben wurde.— L. L. Rleaclitanswart für die Konfirmation I fcuwu.ma Schwarze In üb erra sehend reicher Auswahl und bekannter Preiswürdigkeit. ä&M. mm Weissenberg, ... rariaaecto 125, Gr. Frankfnrterstratzc 123. «WtSlis&e MZW«s W M B 1»» Special-Geschäft für Damen-Kleiderstoffe. Frübjahrs-Neuheiten in den sclidnsten Mustern zn den billigsten Preisen sind eingetroffen. [•Montag, OiensfafsT! »?. 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