Hlttlerhaltungsblatt des Nr. 236. Donnerstag, den 4. Dezember. 35] k>e!ge Bendels Luftfcblöffer. Gin Cbikago-RoWan von Henning B e r g e r. — Je�t gebe ick. sagte er zu sich selbst. Go ist einfach zur Notwenbigkeir geiwrbea, jebe Form von Bendel u. Co. anfzillösen. Gr falch den Abstieg, indem er um verschiedene Rauchfänge und allerhand Tackgerüiupel herumainn. SUv er glittklich nnten tvar, nalnn er den heineu Lift, und ging dann über die Remisen-Hbte. um nach der La Talle Ttreer zu gelangen. Hier war es dunkel, und die hoben.Inneinwinde zeigten nur inen irre erleuchtete Aeusler. Hotel wagen, Cinnituntc und ein paar große Lastautos standen mitten auf dem Astchalt- Viereck. Die neuerrickrete Garage aus gerillten Zinkplatten glänzte matt. Ans den Tr ästen kam der Geruch von Heu und Pferdemist und das Geräusch von stampfenden Hufen. An einer Pumpe, wo ein»aar' unter einem wasfer- dichten Tegelruck lagen, zitterte Sötern c nicht in. Gs«xir der alte Martey. der seine Runde machte. Gr hatte crngenichemltch viel getrunken, denn er wankte bald hierhin, bald dorthin,«nd die Laterne toivvre wir im Tee- gang. Dabei knurrte er leise vor sich bin. — Du weichst mir ans. hörte Pendel ihn murmeln. Tu weichst mir an?, Timwon. Aber ick. kenne Dick. Jawohl, ick kenne Dick. Zimpror.. Und wenn Du in eine Gcke ae trieben bist, io fckieße ia>. Jawohl, der alte Morlev schreßch... Die dann cknde Larmrc»vi'a-irond in eiaeni Gang, und ein phantastischer Tckasten'cktstigerte dahinter her. Helge eilte rastl) durch die-t�htr'rtiir. Hier unten»vor dr. Lust lau und beengt-. a«ö den Speise- kellern stiegen faule Dünste. Pruitend wollte er aus dem Gewötte eilen. Da knallten zwei ballende Scküne. so un- mittelbar binterrinaudor. das-,>ie rast tlaugeu w-ie einer. Es war, als tiappe ein Teckel über Helges Obren zw§ Tarauf horte et Rufe und das(»k- ärstch von volrenrdcn Pötzen und Aonstern. die anfgeristen wurden. G'ine Bogen- In nwe begann.zn zircheu rrnd flackern. In ihrem Ta ein sab BeiuMk jotst Mr. Ttern-ns zorniges Gesicht. -- Hölle und Trust-l' stl-rie der Portier, der alte Sani- hold taugt nichts mehr. Das ist schon das zweite Mal, daß er auf eingebildete Diebe schießt! Denn, natürlich Ivaren es auck diesmal keine wirklich--w.— Was, Mo-rteg? Gin paar Neger hatten den Naa rux�ister gefunden und ihm seinen Revolver RvggowitnreB. Ttarninelüd und zäbne- klappernd stand er an einem LeititrgeEran, und iure ver- t vorreue und zustu'.imen!.-angio'e Worte waren zu verstehen. Tie Männer ialliee. —- Gin Dfstzier. lallte Morleg— ein OfstjUt ein alter.sterl einmal—•■. Mr. Stevens sck.'itfetre den Stopf und ging zurück Nack der Hotelhalle, die in Regendogenfarben von tauienS Glüh latitpcn erstrahlte, und von der aus man ickwack die Stiänge des Tpeisestmlorckesters v.rnabm. Helge verspürte au-s neue einen leisen Frostschauet. Aui einmal lehnte er sick nach Grits oder Hannover oder r irgend jeniand. mit dem er ein paar Ttundeu bei Stuaot ve-r- piavdorn tonnte. Blast lein Amerikaner. Die Hölle. Gine Hihwelle War im Juli über die Stadt gekommen. Die Wärine war entweder znndmrocfei! oder feucht wie in einem Wascht ans. Auf dem rancl-mden APbalt title« Tiere und Menschen chifadt am. vom Tonnen flick getrosten, und täglich starben Hunderte. Gin vervestender Nieistauk ans den Scklacktbänsern lagerte istli gleich einer Wolke über diesem Inferno, und es rock neck Ras. nach Blut und zer'eMeu Gm geweideu. uack verdorbenen Giern nnd saulem Tang, nack schimmeligem Mais und Tiererkremeuten. Der Flust füllte «ick mit Schlamm, und auf'einer Dleef lacke schtvainmeil ekel- lmite Tele, wie Eiter aus Pestlw-nien. die Feuer fingen und brannten t rrnd eine ganze Nackt lang stand der Finst selber in Flammen. Die Waiiertertnugen waren vergiftet und trugen Tnvtnis und Fwder in die Häuur. g roste Moskitos s rastet! die wlGrdammten, die, ausgemergelt wie Tkeleile, sich im-Tchaltenrand der Häuser zu ihrer täglichen Tklavenarbeit in der Gill) schleppten. Gin indisches Insekt,var augenblicklich das Herz und bedeutete mehr als alle Hafcnplätze der beiden Ozeane. Die Transportivare be- kam man nie zn Gesicht: aber die Berichte zeugten von den Tausenden von Wagenlasten, die täglich ausgeschifft wurden, unterwegs waren oder aufgehäuft in den Elevatoren der Eisenbahnlinien standen. . Die Eich bot um die Mittagszeit einen Anblick ganz un- beschreiblicher Art. Es war die Lunchstunde der Geschäfts- angestellten. Mit durchweichten Schüben und Westen, leichen- blaß, zermürbt bis aus die Knochen, kamen sie in Kohlsaats Dainpsküche getaumelt, wo der Dunst sie einhüllte wie ein türkisches Bad. Manche waren auf den Einsall gekommen, siedend heißen Kaffee zu trinken, eine Tasse um die andere, um auf diese Weise einen Gegensatz zwischen der inneren und äußeren Temperatur zn erzielen. Tie meisten aber tranken wie durstige Kamele literweise Zitronenlimonade, EiAvasscr, alle Arten kühlende Getränke und Milchmischungen. Mit vor- blöderem Blick, das Haar in Strähnen, die Kragen aufgelöst zn einer Stärkemasse, gössen sie die eiskalten Getränke in sich hinein, während eine Queue von zahllosen Verschmachtenden hinter ihnen drängte und stieß, um zu den Schenktischen zu gelangen. Riesige Wassermelonen, in vier Teile zerteilt, gingen von einem Reger zum anderen und wurden den Kunden zugeschleudert. Die gnrkengriine Schale, das zuunkbrst Weiße, dann lockend lachsfarbene, poröse, safttriesende, mit Eisperlen bestreute Fleisch ward hastig gesalzen und gepfeffert und darauf hinuntergeschlungen, eingeschlürft, eingesogen, daß die großen, schwarzen Kerne gleich Hagelkörnern auf die Teller prasfelteu. Daun ein Törtchen— Apfel, Kokosnuß, Pfefferminz, Aprikose— und ein paar Gläser Eiswasser. Und zu- letzt eine schwarze Zigarre, so frisch, daß sie zwischen den Fingern tropfte.» lForUetzillig foIflt.V X�bcAtcr und Volk im alten Griechenland. Von Rudolf Franz. Tie Forderung eines Volkstheaters ist seither, niemals in so hohem Grade erfüllt worden, wie gleich biHut Beginn dessen, was wir unter dein Worte Theater eigentlich begreifen. Fn der Blüte- zeit des allen griechischen Dramas wäre es wohl absurd gewesen, über Volk und Theater überhaupt noch zu schreiben. Das Theater gehörte dem Volke, Griechenland hatte eine Naitonalbühne. Mit diesem, Worte ist aber bereits das unterscheidende Merkmal angc- deutet. Das griechische Drama erwuchs aus dem nationalen religiösen Kult, der seinerseits aufgebaut war aus der Verehrung des- jenigen Tieres, das im Wirtschaftsleben der Griechen die größte Rulle spielte, aus der Bercbrung des Bockes>Tr:igr>!0, der denn auch der Tragödie den Namen gab, welche ursprünglich mir eine Tierpantomime war. Tiefer Kult m bei den Griechen allezeit, mehr oder weniger bewußt, eine nationale, ja eine»atio- nalistische Institution gewesen, die sickt an das ganze Volk Ju alten seinen Schichten, aber nur an dieses Volk wandte,-u waren die einzigen Einwohner, die vom Theater wie von aller Kultur ausgeschlossen waren, die bolkssremden �ttaben. Selbst als gegen Ende des fünften Jahrhunderts vor Christus der Gegen- !atz zioischen den Klassen sich zuspitzte, als unter den Nachwirkungen ie3 Pclopounesischen Krieges die treie Arbeit an Beoeutung gc- waltig zunahm, als ein Proletariat auskam, das seine Interessen denen d«S Besitzes bcivußt entgegenstellte, selbst da äußerte sich die Klassen schdduitg nicht in einer Ausschließung des Proletariats vom Theater und den anderen Künsten, sondern eben da? Theater wurde mit zu einem-chauplatze gemacht, aus dein die Parteien ihre Kämpfe miteinander ausfochten. Das Lustspiel wurde gcr-oe- zu rein politisch, und sein Gegenstand ist im vierten Jahrhundert ganz vorwiegend die Macht des Reichtums, der von de» Dichtern. je nach� ihrer Stellung, verherrlicht oder geörandniarit wird. II*o wenn auch selbst für oiese spätere Zeit kaum anzurechnen tst, das; Sklaven das Theater besuchen durften, so waren doch die Prole- tarier zum großen Teile um nichts besser gestellt als die Sklaven, und es beweist den starken Besuch des Theaters durch solwe Schichte», wenn bei dem Lustspieldichter Philemou gesagt ivirdl „Ob einer auch Sklave ist, o Herr, so ist er darum dach nicht weniger Mensch als Du." Ilebrigens stand der Besuch der Tra- gödie auch den sonst so ins Haus gebannten Frauen frei. Ter Theaterbesuch war für den griechischen Bürger sa gut wie kostenlos. Die Bühnen wurden verpachtet, und der Päck'tcr hatte für ihre Instandhaltung zu sorgen. TaS Theater in Piräns kostete beispielsweise 2640 Mk. jährliche Pacht. Der Preis j Platzes betrug zwei Ovolc», daS sind etwa 25 Pf., die der Päclst erhielt. In der zweiten Hälfte des fünften Jahrhunderts wm'de den weniger bemittelten Bürgern das Eintrittsgeld ganz erlassen. nicht etlva, lote eine landläufige Geschichtsaussaffung meint, weil das eine Konsequenz der steigenden Demokratisierung des athe- irischen Staates gewesen wäre, sondern weil die wachsende Armut der unteren Schichten den aus guten Gründen wüiischeiiswcNeii Theaterbesuch zu vermindern drohte. Das Eintrittsgeld, das Thce- rikon, wurde jetzt für die Armen auS der Staatskasse. bezahlt; wie immer, wollten auch hier die Besitzenden nicht zurückstehen, und so wurde daS Eintrittsgeld zuletzt ganz abgeschafft, womit dann die Pflege des Theaters völlig zu einer Sache des Staates wurde. Denn dieser bezahlte auch die Dichter und Schauspieler und wurde dabei nur durch die Choregen unterstützt, durch tunstfreudige oder ehrgeizige Gönner, die zu den Kosten der Ausstattung und ve- sonders des Chores beitrugen, etwa wie wenn heute jemand ein Kirchcnfeuster oder eine Altardccke stiftet. In der Tat sind nämlich das Wesen und die Ausgaben des antiken Theaters in vielem dieselben lote die der neueren Kirche. Schon durch diesen allgemein anerkannten Umstand wird die ve- reits erwähnte Meinung aufs neue Kvid�legft als ob man den Eintrittspreis den armen Bürgern nur ewassen hätte, um ihnen einen Kunstgenuß zu bereiten, um sozusagen die Kunst ins Volk zu trage». Vielmehr lag solchen Maßnahmen eine ganz andere moderne Tendenz zugrunde: dem Volke muß die Religion erhalten bleiben. Ilebrigens sind auch jene mächtigen steinernen Ainphi- theattzr dem gleichen Motiv zn danken, denn für die wachsende Bevölkerung mußte man iuuncr größere Kultstätten herstellen. So wurden die großen Theater denn auch erst seit dem vierten Jahr- hundert gebaut. Das in Athen faßte 17 000 Menschen, andere noch viel mehr, wie jenes in �phcsus, das 56 000 Plätze hatte. Die durch solche ZuschauermengW�vedingtcn Eiuscruungcn von der Bühne sind auch oie eigentliche Ursache zu jenen Hilfsmitteln ge- Wesen, die schon Schiller falsch Verstanden hat, wenn er in den „Kraniche des Jbykus" von dem Riesenmaß der Leiber spricht, das hoch über menschliches hinauSsteige. Die künstliche Vergrößerung, beispielsweise durch die Kothurne, jene Stiefel mit dicken Sohlen, ist gleichfalls das Werk späterer Zeiten; ja, diese Sohlen wurden imiutr dicker, gleichsam im Verhältnis mit der Zunahme des Publikums, bis sie 20 Zentimeter stark waren. Doch begegnet man auch heute noch fast ausschließlich der Auffassung, diese Dinge wie auch die getealtigen Masken hatten den Zweck gehabt, den Darstellern ein„überirdisches" Aussehen zu geben. Vielmehr verhielt cS sich auch mit den Masken sa, daß sie aus Feruwirkuug berechnet waren, wobei die �Schalltrichter in ihren Mundösfnungen die Worte auch den entfernter Sitzenden vernehm- bar machen sollten, was um so schwieriger war, als die alten Theater keine Dächer hatten. To mußte ja auch Sophokles wegen seiner zu schwachen Stimme mit der alten Gewohnheit brechen, nach der die dramatischen Dichter zugleich ihre eigenen Schau- spieler waren. Ten Gegenstand jener griechischen Dramen, deren Besuch durch das Volk für so wichtig gehalten wurde, lieferten die biblischen Geschichten der Grieche», die nationalen Götter- und Heldensagen, in einer spezifisch nationalen und attuellen Fassung. Wir dürfen uns beileibe nicht der Meinung hingeben, das alte griechische Publikum sei in seiner Gesamtheit so ausnehmend kuisstvcrständig gewesen. Wohl versteht sich von selbst, daß sich jenes Volk aus einem sehr hohen durchschniitlichcn Kunstniveau befand; wohl waltete, ein starker künstlerischer Instinkt ganz allgemein vor; aber was das Theater zur Volkssache machte, was die Massen in die Festspiele üineinzwang, das war in erster Linie daS Stoffliche, der Gegenstand, die Tendenz. Sehr richtig hat schon Klein in seiner Geschichte beS Tra liaS betont, daß die attische Tragödie durch und durch Politik!var.„TaS attische Staatswesen tixir so innig mit der attischen Poesie, insbesondere mit der dramatischen, verwebt, wie die großen attischen Dichter mit ihrem Staats- Wesen.... Tie zeitpoliiischen Tendenzen in Sophokles' Tra- gödicn sind darum nicht weniger vorhanden, sollten sie auch nicht mit den Teutuugcn scharssinniger Erklärer auss Haar stimmen.... Tie Tatsache vleivr unleugbar, daß derlei Anspicluiigen aus po- litische Zustände die Tragödien des Sophokles nicht minder als die deS Acschhloö und Euripideö durchziehen; wenn schon nickt so unverhohlen uno kühn und groß und in dem tragischen kolossalen Stil ocs Ae>cht)uzs, und kuuswoticr und poetischer Ins Ganze ver- woben, als dies bei EuripidcS der Fall ist.' EuripidcS, den erst Aristoteles den„tragischsten Tichtcr" nannte, fand übrigens in seiner athenischen Heimat zeitlebens keine rechte Anerkennung, vielmehr erbitterte Gegnerschaft; und dazu lsaben jene seiner Stücke sehr viel beigetragen, in denen erden alten Glauben aufs entschiedenste angriff. Dagegen wurde Sophokles von seinen Zeitgenossen und Mitbürgern so geehrt, lvic kaum jemals ein anderer Dichter; dies aber nicht etwa aus einer sachverständigen Würdigung seiner Kunst heraus; wissen lvir dock? beispielsweise, daß er ausdrücklich wegen der in seinen Dramen bewiesenen politischen Einsicht zum Feldhcrrn gewählt wurde. Wir haben von der Art, wie über den Wert eines dramatischen Dichtwerkes bei den allen Griechen sozusagen ossiziell abgeurteilt wurde, ausreichende Berichte. Bei jedem der grasten Feste, an denen die Dichter durch Ausführung ihrer Werke konkurrierten, wurde von der Behörde ein Preisgericht eingesetzt. Handelte es ich um Komödien, so tonnte durch das Los jeder athenische Bürger im Richter ernannt werden; bei den Tragödien dagegen wurde nur unter solchen Bürgern gelost, die im Felde gewesen waren und angesehene militärische Aemter bekleidet hatten. Diese Mc- ilicdc, die Qualifikation zum Ossizicr als Befähigungsnachweis für das ästhetische Urteil zu benützen, hat denn AristophaneS in einer seiner Komödien zu folgender Bosheit verwendet. Als die Athener im Pelopoimesischen Kriege hartnäckig vom Unglück verfolgt wurden, mußten sie, um ihre Maunschaflsver- luste zu ersetzen, allen Sklaven und Ausländern, die Kriegsdienste nehme» wollte», die Freiheit und das Bürgerrecht geben. Diese neuen Bürger verulkte nun AristophaneS in seinen„Fröschen", deren Aufführung sie jetzt beiwohnen dursten; er nannte sie„ein grostes Volk aus verschiedenen Völker», unter denen es Kenner zu Tausenden gibt". Ter Kricgszug, der diesem Pöbel das Bürger- reckt gab, habe.ihm auch ästhetischen Verstand gegeben, folglich sei er befähigt, auch über die tragischen Dichter AeschyloS und En- ripioes, die in den„Fröschen" wcttstreitend aus die Bühne ge- bracht werden, ein Urteil abzugeben. Mit anderen Warten, Art- stoohancS, obwohl es ihm in erster Linie uin die Verspottung der Ungebildeten zu tun war, macht sich schon vor mehr als zwei Jahr- taufenden auch darüber lustig, dast man alte Gamaschcuknöpfe zu Kuttstrichter» für besonders geeignet lstilt. Solche Kunstkritik iintst uns in der Annähme bestärken, dast auch dieses Griechciwolt, und zlvar rein naiv und mit Selvstver- iiändtichkeit. ganz andere Maststäbe an seine Kunstwerke legre als blost den ästhetischen. Man ist da sehr lange fehlgegangen, indem ma» der Meinung war, die Art. wie etwa Aristoteles oas Drama seiner Epoche betrachtete und würdigte, sei typisch für die Stellung jenes ganzen Volkes zu seinem Kunstlvcrke. Allein Aristoteles gc- hörte einem ganz andere» Geschlechte an, und er steht als Kunst- richier ungefähr im stärksten Gegensätze zu seinem Fachgenosse» riild Verehrer Lesfing. Zwischen beiden ist ein ähnlicher Wider- spruch wie zwischen dem älteren und den» jungen Schiller. Der Schiller der revolutionären Jugcnddramen betrachtete und pries die Schaubühne als moralische Anstalt, ganz ähnlich lvic Lessing. Als Schiller sich aber gleich den anderen Klasstkeru von den großen Kämpfen- des öffentlichen Levens abwandte, sah er die Kilnst mit völlig anderen Augen a» und konnte nicht umhin, über den griechischen Kunstgeschmack zu klagen, falls dieser etwa erst durch die historischen Äezichnngeu der alten Dramen habe gewonnen werden müssen. Das heißt, Schiller stellte, sich ans den ästhetischen Standpunkt des Aristoteles, ergriff dessen Partei gegen Lessing, der da geglaubt hatte, selber nur ein Gefolgsmann des Aristoteles zu sein. Schiller, der ja in späteren Jahren den Aristoteles eifrig studierte, fand, daß man ihn..ungeheuer miß- verstanden" habe. Und damit hat Schiller zweifellos recht geljavt. In der„Poctit" des Aristoteles kommt eine Stelle vor, die deutlich zeigt, dast der Philosoph selber sich der beränderten Situation einiger mästen bewußt war. Aristoteles spricht von den Bestand- teilen der Tragödie und erwähnt als dritten die Reflexion:„d. h. das Vermögen, das Vorkommende und das den Verhältnissen Eni- sprechende zu erörtern, was sonst Aufgabe der Politik(Staats- kunst) und Rhetorik(Redekunst) ist. Denn die alten Dichter ließen ihre Personen wie Staatsmänner sprechen, die jetzigen aber ivic Redner." Aristoteles, der 381 vor Christus geboren war, lebte in einer Epoche und nitter Umständen, die von jenen unseres Lessing in jeder'Hinsicht grundverschieden Ivaren. In seiner Schrift über die ..Sozialökonomischen Grundlagen der Staats- und Wirtschafts- lehren von Aristoteles"(Leipzig 1311) hat Dr. Johannes Kinkel die Klassenkämpfe im alten Griechenland sorgfältig untersucht, und Iva» er da über das Aufkoinmen der Agrarbourgcoisie zwischen Geschlechteradet und proletarischem Kleinbauerntum zutage iör- dcrte, reizt zn einer Parallele mit der Emanzipation des deutschen Bürgertums seit der Wende vom 1K zum 19. Jahrhundert. Indessen ist hier nicht der Crt, diese �Parallele auszunilircn, und es geni'lgt der Hinweis auf die mannigfache Bcrlvandtschast. die ibcn in dem Parallelismus der Klajienenttvickelnng in beiden Epochen ihre Ursache besitzt. Ter Individualismus, die Weltanschan- 'nng der liberalen Bourgeoisie, findet auch in Aristoteles einen eifrigen Verfechter, der damit dem kommunistischen Ideal Platos entgegentritt:„Der menschlichen Aatur widerspricht das komm«- »istische Eigentum, weil dann oaS Jntereffc des Individuums am Gütcrerwrrb verloren geht, welchen der noriirliche Glnckseligkeits- tricb bedingt." Solche und ähnliche ganz liberale Argiunente pro- duziertc Aristoteles in Masse. Tie sozial-ökonomischen Ursachen dieses Individualismus, die Zersetzung der genossenschaftlich- pa- triarchalischen Organisation in Attika— daS alles ist bei Kinkel mit tiefer Sachkenntnis und erschöpfend behandelt. Auf dein Boden des Individualismus aber blüht jene Kunstanschauung von der Kunst für die Kunst. Wenn es nun auch verkehrt wäre, den Aristoteles als Veriechter des I r.rt pour l'art, der Kunst um der Kunst willen, hinzustellen, als Verfechter jenes Standpunktes also, den die extrem-individualistische Acsthetik zur Zeit des Nieder- ganges der Bourgeoisie einnimmt, so nähert sich Aristoteles dock) jener leidenschaftslosen Betrachtungsweise, die in der bürgerlichen Aesthetit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts üblich ist. Diese Aesthetik war einem Geschleckte eigentümlich, das zweier- lci von den Vätern ererbt und nur ererbt, nicht erworben hatte: eine gewisse politische Befreiung und eine Blüte von Kunst und Wissenschaft. Tie klassische Literatur war abgeschlosscu. AehnlicheS finden wir im Zeitaltex des Aristoteles, nämlich in dem Jahr- hundert nach der Blüte des griechischen Dramas. Aber eben da- mals konnte das Theater der Griechen schwerlich noch in jenem umfassenden und ivahren Sinne wie vorher ein Volkstheater ge- nannt werden. Das Verhältnis zwischen Volk und Theater war ein anderes geworden, das alle Griechenland ging seinem Ende entgegen._____ Der Hai/) Von Carl E w a l d. Ucbcrm Meer flogen die Mövcn detss», soweit ihre Flügel sie tragen konnten; und den Schissen wiesen die Menschen den Kurs. Bald War es windstill, bald tobte der Sturm. Es kam vor, daß ein Matrose über Bord siel und ertrank, oder das; ein Schiff mit Mann und Maus zugrunde ging und man nie wieder Kunde von ihm erhielt. Ji� der Tiefe, weit unter den Mövcn und- den Schiffen, schwamm der Goldbutt mit schiefem Maul umher und langweilte sich gründlich. „So ein bißchen Veränderung wäre recht schön!" iagic er vor sich bin.„Es ist ja ganz nett hier im Tangwalv, und kühl ist's hier auch uno friedlich, und man ist keinen Gefechten ausgesetzt. Aber manchmal packt mich die Sehnsucht, und ich möchte etwas mehr ven der Welt kennen lernen." „Tic Welt ist überall gleich," siel der Hering ein.„Wasser und Tang, Tang und Wasser. Mnichcln, Schnecken und schief- mäuligc Flundern. Jacke wie Hose! Ich weist Bescheid, denn ich unternehme jedes Jahr eine Reise durch den ilcincn Bclt und zurück durch den großen." „Rennst Tu das eine Reise?" rief der Dorsch höhnisch. „Rein... Ich besuche jährlich den Atlantischen Ozean. Das ist ganz was andres. Im übrigen hast Du recht: die Welt ist überall gleich." „Ich glaube das nicht!" meinte der Goldbuit.„Eiiic innere Stimme sagt mir, dast Ihr Euch irrt." „Tu solltest zunächst mal Deine Augen richtig drchn," bemerkte der Dorsch.„Jetzt siehst Du ja nur halb so viel wie ein gewöhn- lichcr Dorsch. Deshalb bist Tu wolss auch so unzufrieden." „Tu meine Güte, was schwatzt Ihr da!" rief die Auster. „Geht's uns denn sieht ganz gut? Was kümmert uns die Welt. In meiner Jugend bin ich wie Ihr herumkntschiert, aber das machte gar keinen Spaß. Jetzt vin ich vernünftig geworden und sitze hier fest und danke Gott jeden Tag für das frische Wasser, das gute Essen und die friedlichen Tage." Run wußte man über diese Sache nichts mehr zn sagen, und darum schwiegen alle. Da kam der Aal herbei. „Da ist der Aal!" rief der Dorsch.„EL wird Herbst." „Wo warst Tu im Sommer?" fragte der Goldbutt. „Guten Tag, alle miteinander!" sagte der Aal.„Ich war int Esromer See." „Kruzitürken noch mal!" rief der Dorsch.„Wie�imst Du in dem Waffer Luft gekriegt? Wenn ich bloß an den Strand zur Flustuiündung komme, bin ich dein Ersticken nahe." „Ja," erwiderte der Aal,„man darf nicht zn hohe Anfm�io rnugcn stellen. Man muß sich tvindcn!" „Könnte ich das nur!" tlagte der Goldbutt niit,cincnt Seufzer. „Ich kann nicht verstehe», wie die Leute so herumjagen mögen," erklärte die Auster.„Was willst Tu denn eigentlich hier?" „Hier draußen bekomme ich meine Jungen," war die Antwort des Aals,„lind das Meer habe ich im Winter auch am liebsten. *) Von der deutschen Gesamtausgabe der N a t u r w i s s e n- schast Ii che» Märchen dtS unseren Lesern längst vertrauten dänischen Schriftstellers Carl Ewald ist noch gerade rechtzeitig vor Weih, tackten der dritte Band erschienen.(Bier feine Freunde und andere Geschichten, übersetzt von H. Kiy. Mit Tafeln und Abbildungen von W. Planck. Verlag des Kosmos, Slntigatt. Der gebundene Leinen m»d zn 1.39 M.) rus Prob« geben wir aus dem neuen Bande, der die gleichen Vorzüge wie die srühercn— intime Kenntnis der Natur und lebendige knnstlcrisck» Darstellung— ausweist,«Lebc,i, Meinungen und Taten" des Aals. . Aver wenn ich tönnte. würde ick sie lehren, sich a'.eicb rcstznseven." Als das Krühjahr kam. erfcvren der ria. drüben im S�e.. ..Run trird'ö Aruöüng," sagte de: Borsch.»Da baren tri: den Aal." ..Willkommen Zur Rückkehr?" saoie die Plötze.»Wo warn Du im Winter?" »Gilten Dag miteinander?� rief der Aal...Ii: de: Heckt in der Nähe?" »Der ist drüben am andern Lude des Sees," erwiderte die Plötze.»al>er er kann jeden Augen Mick hier sein, und dann ist's mit der Herrlichkeit zu Ende." »Ach. tsas," lueinte der Aal.»inan tun»; sich winden.— Im übrigen komm ich vom Meere der— ich diu da drangen gewesen, um meine Kinder aus die Welt zu setzen." »Ssoo?" sagte der Barch-.. Ich ritte mir ein. dasi ich ein paar Von ihi'.eu zum. Krübsiück gegessen bare— ja. Tu, nutzt entschuldigen, datz ich es ja osfc-: zugebe." »O. bitte, hirie!" entgegnete der»Die Familie!>: doch noch grotz genug." »Wie in aller Welt jiitd die Kleinen denn vom Meere hierher gekommen?" fragte die Plötze. »Genau so wie ich, denk, ick." erwiderte der Aal.»Zuerst schwamm ich den ,elutz hinaus, soweit er rrichie, und dann fuhr ich einen Back entlang." „Und was dann?" fragte der Bar ich. »Dja. dann schlängelte icki mich durch i:\-.e wunderschöne feuchte Wiese, ganz aus deiil Grunde des Grases, wo dir Sonne raich»ich: erreichen konnte und wo es recht natz war. Schön war die Sacke ja nicht, aber es giirg." »Welches Lehen für einen Jfifdi?" sagte der Barsch. „Psi! Da in scr Hecklk" riet die Plötze. Sie breitete ihre Flossen aus und sckiwamm fort, so schnell sie es gelernt harie, imd der Berich desgleichen. »Man iiiiitz sich winden!" verkündiget der Aal. Und eins, zwei, drei! war er tief nnreil im Schlamm.--- Sova.d der Herbi: heraniam, machte der Aal sich nieder ariden Weg nach dem Meere. Er war gerade im Begriff, sich über die Www zu schlängeln, aber das Gras stand nichi inebr io Hort- uele im vorigen Jahr, und wie er sich da so vprwäriswuud, vemerkren ihn Zivei protze tirnrven. »Sieh me. die garnige Sck.aeee d>?!" sagte der eine und schlug den Aal mit dem Stock über der. Rücken. »An!" schrie der Aal. Beide Jungen stürzten sich aus ihn und vackteu ihn. So-ehr c: sich auck« drehte und wand, es hals ihm»ich:«». Sic hieuen ihn mit beiden Händen seit und hoben ib» aus. »So ein Bursche!" jagte der eine Junge. Borsichiig marschierten sie vorirärtK; rtver als sie ein kleines Ende gegai.grii waren, ciitjrt lüpste ihnen der Aal. »Da läust der beimtückische Kerl!" rief der eine der Knaoen. „Man mutz sich winden!" schrie der Aal. »Jh« nach!" rief der zweiie Junge. Bald hatren sie ihn wieder gefangen, und nun siecklen sie ihn in die Mütze des einen Jungen und gaben jck-ars acht. »Das ist ja ein wiinderjckwner Aal!" jagte ihre Mutter, a.s sie mit ihm zu Hause ankamen. Dan» rief sie daö Rädchen. .Das bejle isi. Du schlachtest rhu ioiori, Anna," jagte sie.»So ein Aal ist zu lebendig, er bewegt sich ebensogut zu Lande wie zu Wasser." Anna packte den Aal mit ihrer rauben Linke». In die rechte Hand nahm sie ein scharies Messer. Und ratsch? machte sie eine.-i taugen Schnitt in den Bmich des Fisches. Ter Aal krümmte jick> so hef-ig» datz sie ihn erschrocken loSlietz. Schnell wie der Blitz ßchliitgefte er sich auf den Futzbaden der Küche hinab. „Du widerwärtiges Ungetüm?" rief Anna und lief ihm mit dem Messer in der Hand uart. »Man»nutz sich winden?" schrie dar Aal. »Wir wollen ihn gleich in die Pianue tun," sagte die Haue •frau.„Sonst werden wir nie mit ihm fertig." !-tic setzte die Planne auis Feuer und tat Butter hinein. Au na sing den Aal. zog im» die Hau: herunter, schnitt den Kops a. und tauwle den Vui in Mehl.____ Kecailtir. Reea.'tenr: Alfred Wielepp, A'euköttn.— Druck u. Perlag: Dann legte sie-kin in die Pfanne. DaZ Jener knisterte und die Bulter brutzelte. »Ich glaube Wale hastig, de: Bursite zappelt immer noch," sage» Anna. »Man mutz sich wi--" Mehr vermochte.der Aa. nickt zu sagen, denn nun war er tot. kleines feuilZeton. Kulturgeschichtliches. Goethe und d i'e Luftschiffahrt. Die Goetbekeimer wissen ielbsiverständlich, datz ihr Hero» sich aufs höchste siir die Luftschiffahrt iniecrisierte und datz seine iw.chgelasiencu S-drisleir n:ebr als einmal davon Kunde geben. Dennoch enthält eine Zu- jainmenstelluug seiner Aeutzerungen über diese Probleme, die in der . Deutschen Luftsahrer-Zeitschriit" veröffentlicht wird, noch manches Ileberraschendc. Als Montgotfier seine Entdeckung bekann: gegebeu und vorgeführt halte, ärgerte sich Goethe in dem Bewutztsein. dieser Entdeckung selbst ganz»ade gewesen zu sein. Er lietz sich jedoch dadurch nicht niederschlagen. sondern schöpfte um- jouichr daraus de» Boriatz, mit diesen Grverimevien weiter zu geben. Seine Beichäsligung mit den Lus!baUo»ten fällt in di>: Jahre 1783 und 1734. Kran v Stein war auch darin seine Ber- traute. AuS einer Auszelchnung vom 9. Juni 1784 geh» hervor. datz er einmal wirktick' versucht bat, eine» Ballon, der sechs Meier Durchmesser hatte»auf inontgolsserische Art" steigen zu lasse». Er benutzte dazu wahrscheinltch mir erwärmte Lust und wagte es nicht, wie es bei den ersten sranzösiicheil Bersiichcn geschehen war. an den Ballon eine Heiz Vorricbtung anzuhäugen. Infolgedessen hielt sich dieser nucki nicht lange in der Luft. Es loa: auch in Paris die Benutzung von Ballons mit anhängendem Feuer als zu gefährlich verböte» worden, was Goethe ohne Zweifel erfahren hatte. In Paris forderte man au» damals schon, also vor 13t) Iahren. einen BejahigungS- imchweiS für Lustschiffer. Im Aisschlutz au diese Mitte.lunge» wird noch eine andre tze- achtenswerte Ausgrabung vorgenommen, au? der zu entnebmeu ist, wie Monigoisier ietvst über die Moglichlcik teiilbarer Lgstschi�e dacbtc. Professor Bcnzenberg an? Düsieidort halte den ber ühmleu Mann 1804 in Pari? besucht, und ein Bericht dieser Unterredung in in Brief- form erhalte» gebtieden. Es wurde dabei zur Sprache ge- -gebracht, datz sich jemand um die Lentbackeit de? Ballons bemühte Montgolfier tat ein solches llnterfangeu mit den Worte» ab:..(l'vsd nno I>oii.,o", wo? ganz wörtlich zu übersetzen wäre:»Da? ist eine Biecherci?" DaS ist begreiflich genug, weit die daninligen Mutet der Lustschisfabrt io iinvollkolnineu waren, datz in der Tat au die Lösung einer solchen Aufgabe Iii»! gedackn werden konnte. Moni» golsier nieinic dann auch mau miitzte zu diesem Zweck einen Ballon von wenigsten? LG» Meter Durchinesjer bauen, nni genug Kohlen zur Heizung des Ballons mitiiebmen zu löuneii. Hygienisches. T ic Ha ntlranlheiten der D rucker. Tie Erlrau- kuugen nr T rnckercie». die vor einiger Zeil in Berlin eingelreteu sind, habe» durch die Korsrtiinigen vo» Zellner und Wolss in det Zeitschrist für Hygiene und InfeklionSlrankheitcu eine vollsiäiidigc Aiistlärung erfahren. Sie bestanden in eigentümlichen Eulzündimgei! an den Händen und Vorderarmen und erstreckten sich niemals auf andere Teile de? Körper? Die Haut zeigte sich dort mit Blu: überfüllt und gespannt, heitz und mit beginncndeu Blasen bedeck:. Später crrolgtc eine Abschuppung und die AuSbildi-itg einer Flechte. ES lietz sich leicht feststellen, datz die Sikraulungeii damit eingesetzt batieu. datz au Stelle de? Terpentinöls zum Aeinige,« der Tupeii gewisse Eriasmittei veinitzt lvordcn ivaren. Die llnier- iuckuiig ergab, datz in diesen zur Alistösung der Druckerichivärze Benzin, SJunge. Petroleum und gewisse Arten von Harzstosseil� etil- halten waren. Sie sind für die Haut entlveder ohne wettere? schädlich oder durch Beimischung von anderen Stoffen insolgr von Ber- fälschmtg oder inangelhaster Renilguitg. Das Petroleum war schlecht reltistziert. da? Terpentinöl mit Benzol verletzt. Andernfalls würden beide Stoffe durchaus eiirpsehlenSwert lein. Petroleum darf ins- besondere leine Säuren und leine organischen Berimremigmigeit eul» Halle». Minderwertiger Benzin>st schlechlbm grstig. worauf auch bei der Herstellung von Farbstoffen geachtet werden sollte. Es dürften also sür de» betagten Zweck mir bochgtadige Terpentinöle gebraucht werden. Tamil würden freilich die Haut«rlrankunge>t nicht ganz verschwinden, aber auf solche Fälle beschränkt werden. in deuen die Arbeiter eine uugetoöhlilich rntpsindlichc Haut haben. Sind doch Flechten beobachtet worden, die einlach durch das Tragen von Handschuhe» nach ihrer Reinig, mg mit Benztit entstanden waren. Die Reizlvirkuug. die von derartigen Slossen auö- geht, hängt ohne Zweifel mit jhrer Flüchtigkeit zusamineu. die unter der Einwirkuug der Wärme steigt Das Terpentinöl ist aber unter allen Umständen der mildeste Stoff dieser Gruppe, der nur selten zu Bergillnngctt und niemals zu einer chronischen Vergiitimg gesichtr" bat. da et lehr rasch vom Körper wieder ansgeichieden wird, ohne bis zu den iimereu Orguneu zu gelangen. Vorwärts Bnchdriicke ret tt Vertagsänstalt Paul Singer Ü-Co.. Berlin SVV.