Unterhaltungsblatt des vorwärts Nr. 18. Dienstag, den 27. Januar. 1914 Lichtes Lebenskampf „Ich kann mir die gegenwärtige Lage der Menschheit schlechthin nicht denken als diejenige, bei der es nun bleiben könne; schlechthin nicht denken als ihre ganze und letzte Be- stimmnng. Dann wäre alles Traum und Täuschung; und es wäre nicht der Mühe wert, gelebt, und dieses stets wiederkehrende, auf nichts ausgehende und nichts bedeutende Spiel mit getrieben zu haben. Nur inwiefern ich diesen Zustand betrachten darf als Mittel eines besseren, als Durchgangspunkt zu einem höhern, vollkommnern, erhält er Wert für mich; nicht um sein Selbst, sondem um des Bessern willen, das er vorbereitet, kann ich ihn tragen, ihn achten und in ihm freudig das Meinige vollbringen. In dem Gegenwärtigen kann mein Gemüt nicht Platz fassen, noch einen Augenblick ruhen; unwiderstehlich wird es von ihn» zurückgestoßen; nach dem Künftigen und Bessern strömt unaufhaltsam hin mein ganzes Leben." „5Mnftehcu und klagen über das Verderben der Menschen, ohne eine 5) and zu regen, um es zu verringern, ist weibisch. Strafen und bitter höhnen, ohne den Menschen zu sagen, wie sie besser werden sollen, ist uufmindlich. wandeln I wandeln! das ist es, wozu wir da sind." Johann Gottlieb Fichte entstammt jener sächsischen Handwerker- fchicht, an dem sich zuerst da? Schichal deS JndustrieproletariatS vollzog. Als Sohn eines Handwebers wurde er am IS. Mai 1702 in dem Dorfe Rammenau i» der Oberlansitz geboren. Eine trübe Kindheit. Die Familie ist halbbäuerlich. ES lastet auf ihr also auch die Unmenschlichkeit der Erbuntertänigkeit. Die Mutter frömmelt und zankt. Schon dem Kinde entsteht wohl der Zweifel an der Autorität der Familie und früh mag in ihm der Grundsatz seiner Weltanschauung aufgedämmert sein: Nicht« darf in der menschlichen Gesellschaft dem Zufall überlassen bleiben. Denn er selbst war völlig dem Zufall ausgeliefert. Ihm erschloß sich der einzige Weg des Aufstiegs, der damals möglich war: er fand einen adligen Gönner. Die Guts- Herren hatten Bedarf an Pfarrern, denen die Aufgabe zufiel, ihre Untertanen in christlicher Unterwürfigkeit zu erhalten. Ein Freiherr v. Miltitz wurde der Gönner des Knaben, auf den er aufmerksam geworden sein soll, weil er die SonntagSpredigt deS heimischen Pfarrers fertig herzusagen verstand. Der zwölfjährige Fichte, der bisher die Säue hütete oder mit den Bändern des Vaters hausierte, wurde erst in die Stadtschule zu Meißen, dann in das Schulkloster Pforta(bei Naumburg) verbracht. Aber noch im selben Jahre stirbt sein Schutzherr. Seitdem sorgt niemand mehr für ihn; er ist nun ganz auf seine eigene Kraft angewiesen. In Pforta herrscht die Tyrannei der älteren Schüler. Der jüngere Schüler ist eine Art Sklave deS Obergesellen, dem er zu- geteilt ist. In dieser Zeit schreibt Fichte statt seines Namens den Horazischen Trutzspruch in seine Bücher: Wenn die Erde zusammen- bricht, die Trümmer treffen einen Furchtlosen. Schon in diesem frühen Alter finden sich die beiden Triebe FichteS nebeneinander: Auf- lehnung und Fluchtneigung: dem Bestehenden die Stirn oder den Rücken bieten I Defoes Robinson entzündet in ihm die Sehnsucht nach der fernen Insel, wo der Mensch ganz aus sich selbst sein Dasein— geschichtslos— neu zu schaffen vermöchte. Er wird ober zurück- geholt und erhebt sich über da? Elend, indem er die streng verbotenen Schriftsteller lieft: Wieland, Lessing. Goethe. Mit 18 Jahren wird er Theologiestudent in Jena, treibt aber nicht eigentlich irgendein Fachstudium, sondern rafft unruhig, sehnsüchtig durch die Fakultäten schweifend, Allgemeinbildung. Acht Jahre gehen in dem leeren Elend eines öden HauslehrertumS hin, das dem Mittellosen, dem ewigen Studenten, den Hunger notdürftig fristet. Dann ist seine Kraft erschöpft. Aber er will dem brutalen Zufall sich nicht beugen, sondern in Freiheit über sich selbst entscheiden. Er ist entschlossen, seinen 26. Geburtstag nicht mehr zu erleben. Am Borabend wird er seinem Leben ein Ende setzen. Da— im letzten Augenblick— bietet sich ihm ein Erzieheramt in der Schweiz. Er geht nach Zürich und hier schlägt sein Leben Wurzel; findet auch in einer Nichte Klopstocks die Freundin und spätere verständige und hochgemute Lebensgefährtin. 1790 ist Fichte wieder in Deutschland, wieder in Leipzig; Haus- lehrert und hausmeistert. Wieder ein Zufall entscheidet über seine geistige Richtung. Er soll einen Jmiker in Kants Philosophie ein- führen; so_ versenkt er sich selbst in sie, inmitten schwerster Be- drängnis führt er zum erstenmal ein seliges Leben im Geiste der Wahrheit.� Die Kritik der reinen Vernunft, die er selbst später in den verschiedenen Entwürfen seiner„Wissen- schaftSlehre" weiterbildet, erzieht ihn zur Strenge Wissenschaft- lich bewußten Denkens. Aber seine Art wird mehr bestimmt durch diu prakti'che Vernunft, die soziale Ethik Kants. in der die Idee der gleichen und freien Menschheit zum erstenmal die wissenschaftliche Grundlage gesellschaftlich hau- delnder Sittlichkeit bildet. Von hier aus entwickelt sich dann sein Lebenswerk: In seinen Systemen der Sittenlehre und des Staatsrecht?, wie in seinen auf volkstümliche Wirkung berechneten kleineren Schriften und Vorlesungen(Bestimmung deS Menschen und Geschlossener HaiidelSstaat 1800, Reden an die deutsche Nation 1803) wirkt sich immer klarer und tiefer die Idee und daS Bild einer sozialistischen Gesellschaft auS. In einem adligen Haufe zu Warschan soll er Erzieher werden. Aber angewidert durch den feudalen Dünkel der Herrschaft wirft er sofort den Bettel hin. Er war ja eigentlich doch nur nach Warschau gegangen, um die Möglichkeit zu gewinnen, in Königsberg zu sein und Kant persönlich kennen zu lernen. Bald ist er in Königsberg und durch einen in stürmischer Hast hingeworfenen„Versuch einer Kritik aller Offenbarung" gelingt es ihm, das Vertrauen deS zurück« haltenden Alten zu gewinnen. Der verschafft ihm auch einen Verleger. Die ohne Namen erscheinende OffenbarungSschrist wird für ein Werk Kants gehalten und deshalb überschwenglich ge« lobt. Dies Mißverständnis begründet seinen Ruhm. Inzwischen erfaßt wie Kant auch Fichten mit hinreißender Ge- tvalt das ungeheure Schauspiel der französischen Revolution. Wieder in der Schweiz, wird er zu ihrem sprachgcwaltigcn Propheten. So lodern seine kühnen Jugendschriften auf. in denen er von den Fürsten die Denlsreiheit zuriickfordert und die Anschauungen deS Publikums über die französiiche Revolution„berichtigt". Schon 1792, als die Zensur in Halle die Drucklegung der Offenbarungskritik untersagte, hatte er in einem Brief die kecke Regel all seiner künftigen Schrift- stellerei und Gednnkenpropaganda aufgestellt:„Ich für meine Person spreche der Preußischen Inquisition unter der Nase Hohn". Die geringe Meinung, die man am klassischen Musenhof zu Weimar von der Echtheit und Dauer politisch-revolutionärer Tempe« ramente in Deutschland hatte, veranlaßte das Mißverständnis seiner Berufung nach Jena. Man brauchte einen Lehrer, der Studenten und also auch Geld nach Jena zöge. Es gab keine zugkräftigere Beredsamkeit als die Fichtes, des Propheten. Und die„demokratische Phantasie oder Phantasterei" würde er sich schon in Brot und Würden ebenso abgewöhnen wie alle anderen, die einmal jung gewesen und für Frei- heit und Menschenerlösung unreif geschwärmt. So gänzlich fremd war den Aestheten von Weimar die Vorstellung, einem Menschen könne Politik unlösbarer Daseinsinhalt und LebeuSernst sein. Der Erfolg des Lehrers entsprach mehr als den Erwartungen. Die Jugend strömte begeistert zu dem Propheten der Freiheit, dem auch daS Geld sich häufte. Und all das Glück und all den Glanz setzte der Unsinnige aufs Spiel. Seine Jenenser Jahre treiben Konflikt auf Konflikt. Die Verbindundsstudenten stört er in ihrer rüden Zügellosigkeit. DaS neidische Professorentum hetzt er gegen sich auf. Die Weimarische Regierung wird ängstlich. Durch die deutschen Gaue schreitet immer drohender der Schreckensruf: Ein Jacobiner auf einem deutschen Lehrstuhl I Aufsätze in dem von Fichte herausgegebenen philosphischen Journal wurden des AtheiSmuS angeklagt. Das Journal wird in einigen hundert deutschen Vaterländern verboten. Fichte trotzdem nach Preußen und Berlin geholt zu haben, dieses Ruhmesblatt preußischer Freiheit ist freilich zerfetzt, seitdem man die 5kabinettS- order Friedrich Wilhelm? III. vom tiö. Mai 1799 kennt: Der König ist zivar auch peinlich berührt, daß der Verfasser sich bemüht habe, das Dasein GotleS als eines selbständigen Wesens wegzuräsonnieren", auch bemitleidet die Majestät höhnisch die„Halbphilosophcn, die ihre Vernunst in dem Grade verlieren". Aber in keinem preußischen Buchladen sei das Journal zu finden, ebensowenig ein Anhänger seiner traurigen Lehre, wofern die Schriften,„die der Aufmerksam« keit der Regierung ganz unwürdig sind, nicht durch öffentlich« Schritte aus der Dunkelheit hervorgezogen werden, in der sie bis- her gar nicht bemerkt wurden". Preußen duldete Fichte, weil der vertrackte Träumer kein Unheil anrichten konnte, das Asyl, da? dieser Staat dem Berfaffer dann bot, tst die altprenhische Vorliebe des HofeS für gelehrte Narrenfreiheit berdankein In Elbriften von mächtiger Uebcr�cugungskre,°t hatte Ficlite die Nnklage deS Atheismus den Anklägern selbst entgegengeschlcudeit, die Gott zu einem persönlichen Weltschvpfer, Menscheulcnker und Straf- richter gotteslästerlich erniedrigen. Ein solcher Gott, wie ihn die Kirche lehrte, war für Fichte, nicht nur, wie Kant lehrte, als Inhalt eines Glaubens für die Philosophie, als die Wissenschasl von den Wissenschaften, unbeweisbar, das Nicht-Dasein eines solchen Gottes war für ihn viclinchr schlechthin erwiesen, da eine solche göttliche Existenz unvereinbar mit der erhabenen Gottesidee FickteS war, So inusste allerdings Fichte für das Kirchenchristentuni ein Atheist sein, weil dieses ihm selbst niedrigster Atheismus schien. Die Iveimarische Negierung zögerte. Als aber Knrsachsen den Bohkott der Universität androhte, wusttc man, was zu tun. DaS waren die gesährlichstcn Augenblicke in FichteS Dasein. Einen Augenblick schwankte der Mann, ob cS nicht schliestlich doch vernünftiger wäre, daS irdische dem ewigen Seelenheil voranzustellen nnd durch einen kleinen, bequemen Alt der Nachgiebigkeit, die Stellung zu retten. Diesem geistigen Selbstmord kam Goethe zuvor, dem dieses un- bändige Treiben längst zuwider war; er opferte als Minister den Professor, indem er einen nnverbindlichcn Privatbricf Fichtcs als formelles EntlassungSgesnch stempelte und allerhöchst gcneh- migen lieh. Fichte stand bürgerlich wieder im Leeren, aber aufrecht. Nie wieder hatte er Anwandlungen zu überstehen, seinen Charakter der Daseinsllnghcit anzupassen. Eine Aussicht bietet ihm die neue Universität der französischen Republik: Mainz, Eine seltene Fügung wollte cS. das; ein Jenenscr Schüler Fichtes Sekretär Vonapartcs ward, den Fichte anfangs als den Vollstrecker der Revolution ver» ehrte, bis er ihn als ihren Abtrünnigen hastte. Tie Verhandlungen mit Frankreich blieben ergebnislos. Die fdanials preusstsche) Universität Erlangen nimmt ihn eine Zeitlang auf. Nach Berlin übergesiedelt, fristet er seine Existenz durch Privatvorträge, in denen er die radikalste Verneinung des Zeitalters, heute würde man sagen, den Umsturz deS Staates und der Gesellschaftsordnung predigt. Napoleon gestaltet sich ihni zum Inbegriff alles Bösen; er hat den revolutionären Aufschwung der Menschheil zerstört. Darum bietet er sich schon 1806, ebenso vergebens wie 1813, dem preußischen Könige an mit dem Heere als Feldpredigcr des wahrhaften Krieges zu ziehen. Nach dem Zusammenbruch Preußens wirkt er ein Winter- semester in Königsberg, geht nach Kopenhagen und kehrt nach Berlin zurück, wo er angesichts des Feindes und in klarer Erwartung, den Häschern und dem Tode ausgelicsert zu werden, in den Reden an die deutsche Nation zur Massenerhebung gegen die »Universalmonarchie" Napoleons aufruft. Nichts ist eine so grobe nnd so sinnlose Fälschung als daS Gc- rede von der Wandlung Fichtes vom vaterländischen Weltbürger und Revolutionär zum nationalistischen Patrioten der preußischen Monarchie. Fichte ist der gleiche geblieben; nur hat er unter veränderten Zeitumständen das Zentrum seiner Wirksamkeit verlegen müssen. Die Revolution war im Kaiserreich zugrunde gegangen, die Idee der Menschheit schien verloren, die Großmächte der Erde in Raubtiere verwandelt, die einander zerfleischten. So konnte, das war Fichtes Gedanke, die Rettung der Welt nur von einem Volke kommen, das gerade wegen der Auflösung seines staatlichen Daseins bloß»och g e i st i g existierte. Das Ziel der deutschen Kriege gegen Napoleon war ihm nach wie vor der Völkerbund sozialistischer Staaten. Dieie„neue Welt", diese?„Vernunstreich" ist der Gipfel, zu dem— mitten in den Freiheitskriegen— Fichte noch in seinen letzten Vorlesungen lührt. Die Reden an die deutsche Nation sind nur ein Kapitel einer sozialistischen Utopie. Sie fordern die Erziehung der jungen Gene- ratio» in abgesonderten Erziehungsanstalten, in denen nach Pestalozzis Lehre Menschen gebildet werden; eine von Grund aus das Menschen- geschlecht erneuende Erziehung, die nicht etwa nur den Mut stählte zur bewährten Masscnerbebung gegen die Fremdherrschaft, sondern die Zöglinge reif machen sollte, Bürger der sozialistischen Demokratie zu sein, die nach dem Siege folgen würde. In der gedruckten Ausgabe der Reden sind diese Bcigcdanken an entscheidenden Stellen von der Zensur verstünimelt worden. Spuren in den Werken, die sein Sohn herausgab, deuten daraus hin, daß Fichte in der letzten Zeit seines Lebens an einer Schrift arbeitete, in der er ein umfassendes Bild deS Zukunftsstaates entwarf. DaS scheint offenbar der Grund zu sein, warum der in der könig- lichen Bibliothek zu Berlin verschlossene Nachlaß FichteS immer noch nicht vollständig veröffentlicht ist. Seit dem Beginn des lg. Jahrhunderts wuchs Fichtes Drang, sein persönliches Dasein mystisch zu vergrübeln und im reinen Geiste zu sichern, in demselben Maße wie das Ungestüm, unmittelbar prak- tisch in die Zeit zu wirken. In der Epoche der schlimmsten Demütigung Preußens benutzten die kleinlaut gewordeneu Herrschenden eine Zeit lang auch Fichtes Prophetenmacht. Als 18X1 die Universität Berlin gegründet wurde, gab man ihm eine Professur. Es ging ihm nicht anders wie in Jena. Im zweiten Jahre der Universität wurde er Rektor, mußte das Amt aber, nach heftigen Kämpfen mit einem preußischen Stall- knccht von KultilSniinistcr, bald aufgeben. Hätte er ISIS kiverkebt, wäre er seiner Professur entsetzt worden und im Kerker geendet. Fichte kannte sein Schicksal, das ihm bevorstand. Als er 1813 zum Kriege anfrief, war er sich klar, daß dieser Krieg nicht „wahrhastig" werden würde, kein Krieg für die Freiheit. Damals schrieb er:„Wenn sich nun hinterher doch zeigte, daß eS nicht C.nst gewesen wäre, wenn nach Errettung un Kampfe abermals die Selbständigkeit der Nation dem Vorteile der Herrfcherfamilie auf- geopfert würde, wen» sich zeigte, daß der Herrscher zwar wollte, daß für seine Herrschaft das edelste Blut seines Volkes flösse, er dagegen für die Selbständigkeit desselben seine Herrschaft nicht wagen ivollte, so könnte unter einem solchen der Vernünftige durchaus nicht bleiben. Ein solcher Staat befindet sich im Zustande der Verstockung. er hat öffentlich das Siegel der Verwerfung sich selbst aufgedrückt. Der Edle rettet sein unsterbliches Leben, indem er flieht." Er glaubte nicht an den Beruf eines freien Preußens unter Führung Friedrich Wilhelms und der Junker. Ein Lazarett- fieber, das sich seine Frau bei der Pflege der Verwundeten zu« gezogen, übertrug sich auf Fichte und raffte ihn am 27. Januar 1814 fort. Dem toten Fichte ward nun zum erstenmal lebendige Wirkung beschiedcn. Die wiedcrcrstarkten Machthaber entdeckten in Fichte den Urheber aller revolutionären Verwirrung der Jugend, und als sie sich anschickten, die Freiheitskämpfer von 1813 aufs Schafott zu schleppen, in Festungshöhlen zu begraben, in Verbannung zu sagen, marschierte dem Zug der Demagogen der Geist FichteS voran. Zwar verstand man Fichte nicht, niemand laS auch seine verstaubten Bünde, aber mau ahnte die Gefahr eines kämpfenden Denkers, der dem sozial und politisch unterdrückten Volke daS Sitteugcbot zurief: „Das vernünftige Wesen ist nicht zum Lastträger bestimmt I" der eben erst in der Staatslehre von 1813 bis zur Erkenntnis dc§ Klaffen- ftaates nnd des Klassenkampfes vorgedrungen war:„Die Menschheit zerfällt in zwei Grundstämme: die Eigentümer und die Nichteigen- tümcr. Die crstcren sind nicht der Staat, sondern sie halten de» Staat, wie ein Herr sich einen Bedienten hält, und der letztere ist in der Tat ihr Diener." 1821 noch den Karlsbader Beschlüssen riefen die Ratgeber Friedrich Wilhelms Hl. in einer Denkschrift den König zur Vernichtung der Umstürzler auf. Darin wird Fichtes verderbliche Wirkung also dargestellt:„Du sollst Gott mehr gehorchen als den Menschen, wird nach dieser neuen Moral so gedeutet, daß, da Gott im Menschen selbst oder nichts anderes als des Menschen tiefcstes Wesen, seine innerste Ueberzcugung sei, dieser Ueberzeugung, mehr als allen Gesetzen zu gehorchen ist... Daher entspringt denn also auch für die Bekenner dieser Moral... die absolute Notwendigkeit einer gesetzgebenden Volksrepräsentation; so wie sich für selbige andererseits aus dem Grundsatz der Nichtigkeit aller Autorität, selbst der göttlichen Gesetze der Offenbarung, und aus dem Grundsatz des absoluten gleichen Wertes der Menschen als Inhaber deS höchste» göttlichen Wesens die notwendige Forderung der Souveränität des Volkes ergibt." In solchen Memuirgen sei „deutlich die Hand des Verderbcrs zu erkennen, der die schwachen Menschen durch solche Vorspiegelungen zum ewigen Unheil zu ver- führen sucht, indem er das Zauberbild einer übermenschlichen Voll- konimenheit ihren betörten Augen vorgaukelt". Von den Berliner Vorlesungen Fichtes, heißt es in dieser amtlichen preußischen Bio- graphie Fichtes weiter, schreibe sich„die gänzliche Zerstörung der cknistlicki-religiösen und moralischen Gesinnung her, welche weiterhin unter einem großen Teil der hiesigen Staatsbeamten, Gelehrten und Jugendlehrer zur Erscheinung gekommen ist." „Die Hand des Verderbers!" Auf sie weist auch der Bericht des JiiquisitionsgerichtS deS deutschen Bundes bin, der Mainzer Zentral» untersuchungSkommisfion. Als Ursache der Umsturzbewegmig werden in der Einleitung des Berichts, von den Polizeiakten der noch. lebenden, also quälbaren Demagogen, FichteS Reden an die deutsche Nation genannt. Und 1824 wurde die Neuausgabe der Reden als „eines verführerischen, leere Phantome nährenden BucheS" ver» boten. Das war die höchste Ehrung Fichtes, die er in der bürgerlichen. Welt erregte. So lange man ihn verfolgte, wurden seine Größe und Bedeutung anerkannt. Tan» aber kam der furchtbare Absturz. Man putzte den ver» schollenen Revolutionär als einen ordinären preußisch-deutschcn Spieß» bürger auf, mit christlich-patriotisch-tönigstreuer Normalgesinnung. Nun ging das Fichtefeiern los. Der große Unbekannte ward sogar, wenn auch unter Schwierigkeilen, denkmalsreif. Da— hundert Jahre nach seiner Geburt— erwachte Fichte zum Leben. Mit ihm begann Ferdinand Lassalle 1862 den „wahrhaften Krieg" um die Erlösung der Menschheit in der Be« freiung des Proletariats. Der in seinem wirklichen Wesen auf» erstandene Fichte ward lebend in der sozialdemokratischen Bewegung. Mehr noch: seine Prophezeihung vom deutschen Weltberuf der Freiheit erhielt eine wunderbare Erfüllung, insofern der Wissenschaft« liche Sozialismus deutschen Ursprungs war: Marx, Engels, Lassalle sind die Nachfolger Fichtes, und die crdumipannende Bewegung des Proletariats gestaltete auS dem Zukunftsenthusiasmus des einsamem Denkers eine stetig wachsende Gewißheit. „So wird von den Deutschen aus erst dargestellt werden ein wahrhaftes Reich des Rechts, wie es noch nie in der Welt erschienen ist, in aller der Begeisterung für Freiheit..; für Freiheit, gegründet auf Gleichheit alles dessen, was Menschengesicht trägt." das Mensthlein Matthias. 18� E r z ä h l u n g v o n P a u l I I g. Tds War nun soweit alles gut und schön. Wenn aber die Mutter sich ferner sträubte? Wie hatte sie doch heute so töricht gegen den Wohltäter gezetert und gewettert! Ohne diesen Widerstand sähe er jetzt vielleicht schon an einein sck>iiiackhast«n Kuckzentisch oder in einem Garten mit seltenen Früchten— vergnügt wie der Vogel im Hanfsamen. Als dann der Tessinatcur Obcrholzcr unverhofft leib- haftig über die Schisflände schritt, konnte Matthias nicht anders-- er muhte ihm wie am Schnürchen folgen. Zuerst hatte er zwar noch schtvcre Bedenken und hütete sich wohl, dem Vater zu nahe zu kommen. Auf der Hafenmauer wurde es ihm fogar schwindelig! sie war keine zwei Meter breit und undurchsichtiges Wasser drohte auf beiden Seiten. Bald zog s ihn nach rechts, bald nach links, er nuihte sich ducken, einzelne Steinplatten schwankten merklich unter seinen Fühen. Die Gefahr des Ertrinkens zeigte sich mit kaltem Schauer an. Er wäre am Ende auf allen Vieren wieder zurückgekrochen, wenn ihn der Dessinateur nicht gerade noch erblickt hätte. Der Mann warf verblüfft seine Hände von sich. „Holla, Bürschle, lms treibst denn D u da draußen? Bist etwa inir nachgelaufen?" Matthias spürte mir Wohlwollen in dem Zuruf und brauchte gottlob seine Todesangst nicht länger zu verbergen. So lieh er sich heulend ans die Knie nieder und legte beide Hände flach auf die Steinplatte, uin von der niagneti- scheu Tiefe nicht verschlungen zu werden. Ueber diesen Anblick lachte Herr Obcrholzcr, bis ihm die Seiten iveh taten, die Augen überliefen, aber gleichzeitig war er auch ivieder so gerührt, dah er dem Kleinen hurtig hu Hilfe kam, ihn mit starker Hand auf die Beine stellte und ?n brachte. Niedergeschmettert entgegnete sie, wenn es so steh?, wolle sie lieber gleich„für flnna" fteieraöciit) madjeir, worauf her fange Prinzipal noch erheblich kälter zurückgab:„Wie's Ihnen beliebt!" So war sie schon mehrmals aus Verstiegenheiten der Einbildung abgestürzt und mit blutender Seele liegen- geblieben. Seit jener Mittagsstunde, in welcher der Zeichner nach ihrer festen Ueberzeugung um ihre Hand anhielt, kannte sich Brigitte Böhi selbst nicht mehr. Darüber nxiren schon einige Wochen verflossen. Sie glaubte mit Fug, sich gewissen- Haft prüfen zu müssen, denn der überraschende Antrag hatte ihren Lebtag zersprengt, ans dem Gleise geworfen. Zuerst war sie in einem Gefühl wilden Triumphes zu ihrem Schwager gelaufen, der die Nachricht zivar mit gebührendem Zweifel aufnahm, dann aber die Vorteile einer solchen Heirat und Verwandtschast erwog und der Verwirrten energisch zu- sprach, trotzdem er kurz vorher noch seinem derben Genossen Ziist das Wort geredet hatte. Eitel gemacht, legte sie sich im Geist bereits den Namen Madame Oberholzcr bei, belauschte seinen Klang, erprobte sein Gewicht, indem sie ihn mit anderen verglich; sie stellte sich den Neid, die Aufregung der Bleichemädchcn vor, be- sonders am Tage der Hochzeit, tvenn sie im weißen Seiden- kleid und Schleier durch die Spalier bildende Neugier zur Kirche fuhr. Welch eine Erhebung aus jahrelanger Schmach! Und was nicht noch mehr? Wurde so nicht vor aller Augen die Gerechtigkeit ihrer Sache erwiesen und siel nicht, weit über den Tag hinaus, ein Licht auf all die Entwürdigten ihres Geschlechts, die für immer im Schatten leben sollten, weil sie einmal in der Sonne zu warm geworden lvaren! Dieser Hochmut ließ die Aermste lauge nicht los. Sie schuf in der Phantasie unermüdlich neue Bilder der Genug- tuung und steigerte ihr Selbstgefühl so hoch, daß sie insgeheim schon mit den vornehmsten Bürgersfrauen verkehrte. Ob sie das auch in Wirklichkeit vermochte? So schüchtern war sie ja längst nicht mehr, sie hatte nicht umsonst den Umgang der großen Bleicheherren genossen. Und wenn auch für eine schlichte Tagelöhnerin viel Mut dazrr gehörte, es von heut auf morgen etwa einer Stadträtiu gleichzutun, sie wollte sich gewiß redliche Mühe geben, damit ihr Manu sich ihrer nie- mals und nirgends zu schämen brauchte.(Forts, folgt.) Kleines Feuilleton. Das Hcldeimmt der Gerechtigkeit. Anatole France, der große französische Romandichter, widmet dem vor einigen Tagen ver- storbenen General Picquart einen Nachrnf. Er spricht von dem zur Zeit der DreyfuZ-Sache berühmt gewordenen Zweiten Bureau und von den„Bureankraten im Käppi, die die Gerechtigkeit verraten und ein ganzes großes Volk betrogen haben" und fährt dann fort: „Und in diesem Bureau fand sich ein Mann, der diesen Leuten ganz und gar nicht glich. Er hatte einen hellen Geist, einen edlen Charakter, eine geduldige, echt menschliche Seele von unsäglicher Güte. Er galt mit Recht für einen der intelligentesten Offiziere der Armee und war, obwohl sein Wesen, das in diesen Kreis nicht hineinpaßte, ihm schädlich sein konnte, als Erster unter den Offizieren seiner Altersklasse zum Oberstleutnant ernannt worden. Seine Freunde kannten seine ein wenig spöttische Duld- samkeit und seine erprobte Herzensgüte; sie wußten, daß er für alles Schöne empfänglich war, daß er Musik und Literatur zu empfinden und auch in der Welt der Gedanken zw leben verstand. Wie alle Menschen mit tiefem Innenleben entwickelte er seine geistigen und moralischen Fähigkeiten in der Einsamkeit. Diese Neigung zur Zurückgezogenhcit, seine natürliche Schlichtheit, seine Selbstverleugnung und seine Opferwilligkeit machten ihn zu einem jener Soldaten, die Alfred de Vigny gesehen oder vorgeahnt hatte, zu einem jener be- scheidenen Helden, die allem, was sie tun, wie etwas Selbst- verständliches den Adel, der in ihnen selbst liegt, ausprägen, und für die die Erfüllung der Pflicht die Poesie des Lebens ist.... Und dieser Offizier entdeckte eines Tages im Zweiten Bureau. daß Drepfus wegen eines Verbrechens, das Esterhazy begangen batte, verurteilt worden war. Er benachrigte seine Vorgesetzten. Sie versuchten, zuerst durch Freundlichkeit, dann durch Drohungen, feine weiteren Nachforschungen zu vereiteln, da die Aufdeckung der Unschuld des verurteilten Dreyfus die Aufdeckung ihrer Fehler und ihrer Verbrechen zur Folge haben»nnßte. Er fühlte, daß er sich durch Beharren zngrunde richtete. Und beharrle trotzdem. Mit ruhiger, sicherer Ueberlegung, mit gefestigtem Mut setzte er sein Gerechtigkeitswerk fort. Man entfernte ihn. Man schickte ihn unter irgend einem jämmerlichen Vorwand bis an die Grenze von Tripolis, in der Hoffnung, daß er dort von arabischen Ränberhorden ermordet werden würde. Und da man ihn nicht töten konnte, suchte man ihn durch Verleumdungen zu ver- derben._ Durch perfide Versprechungen glaubte man zu verhindern, daß er im Zola-Prozeß das Wort nähme. Er sprach aber doch; er sprach mit der Ruhe des Gerechten, mit der Ruhe einer furcht- und Vera n Iw. Redakteur�ÄIfredMelepp, Neukölln.— Druck u. Verlags wunschkosen Seele. An seinen Worten gab es weder Schwächen noch Beschimpfungen. Das war der Ton eine? Mannes, der an diesem Tage seine Pflicht genau so tut wie an allen anderen Tagen. ohne einen Augenblick daran zu denken, daß diesmal ein besonderer Mut dazu gehört. Weder die Drohungen noch die Verfolgungen ließen ihn auch nur eine Minute zögern und schwanken. Mehrere Leute haben behauptet, daß er. um seine Aufgabe zu erfüllen, um die Unschuld eines Juden und daS Verbrechen eines Christen festzustellen, klerilale Vorurteile und antisemitische Leidenschaften, die seit seiner Jugend in seinem Herzen wurzelten, überwinden mußte. Die ihn kannten, wissen, daß das nicht wahr ist, daß er keinerlei Fanatismus kannte, daß feine hohe Intelligenz ihn himmmelhoch Über Haß und Parteilichkeit erhob, und daß er ein freier Geist war. Diese innere Freiheit, die köstlichste von allen, konnten seine Verfolger ihm nicht nehmen. In dem Gefängnis, in das sie ihn schickten, und dessen Steine, wie Fernand Grcgh sagte, den Sockel seines Denkmals bilden werden, war er frei, freier als sie alle... Sie, seine Verfolger und sein« Verleumder, waren die Gefangenen, Gefangene ihrer eigenen Lügen und Verbrechen. Augenzeugen sahen ihn hinter Schranken und Gittern ruhig, lächelnd, duldsam.... Und doch glaube ich, daß er litt. Ich glaube, daß er unter so viel Niedrigkeit und Perfidie, unter so ungeheuerlicher Ungerechtigkeit, unter dieser Epidemie von Verbrechen und Narrheit, unter den abscheulichen Nasereien dieser Männer, die die Menge täuschten, grausam gelitten hat. Auch er sah, wie die alte Frau mit heiliger Einfalt ein Scheit für den Scheiterhaufen des Unschuldigen herbeischleppte...." Aus der Vorzeit. Ein Bergwert auS der Steinzeit. Unter dem so» genannten„Kiesclfelde von SpienneS". 4 Kilometer südöstlich von der belgischen Stadl MonS, befindet sich ein außerordentlich auS» gedehntes Bergwerk aus der neolithischen Zeit(der jüngeren Stein- zeit), das zwar schon im Jahre 1867 entdeckt, aber erst in dem ver« gangenen Jahre näher untersucht worden ist. Die Untersuchungen haben bereits wichtige Erfolge gezeitigt, sollen aber noch sortgesetzt werden. In das Bergwerk, dessen Ausdehnung noch unbekannt ist, gelangt man durch Schächte von 10 bis 15 Meter Tiefe; die Schächte finden sich dicht nebeneinander und ihre Abstände be- tragen nur 2 bis 3 Meter. Gegenwärtig sind alle diese Schächte bis auf zwei freigelegte verstopft, denn die Bergleute, die hier vor 4000 Jahren oder länger tätig lvaren, haben alles taube Gestein und sonstige Abfälle in die Schächte geschüttet. Die inner« Wandung der Schächte zeigt, daß hier ehemals Holzbalken in Ver- tiesungen gelegen haben, die zusammen eine wendeltreppenartige Leiter ausgemacht haben müssen. Was haben die Bergleute der neolithischen Zeit nun hier im Innern der Erde gesucht? Unter dem„Kieselfelde" liegen verschieden« Schichicn, darunter eine Kreideschicht, die reich an großen Feuersteinen gewesen sein muß, denn nach Feuersteinen ist hier gesucht worden. Die Spitzhacken, mit denen die Bergleute der neolithischen Zeit arbeiteten, bestanden aus Feuerstein. In dem bisher freigelegten Teile des Bergwerkes hat man deren viele Hunderte gefunden, und man wird wohl noch Taniende finden, denn das bisher untersucht« Gebiet ist nur ein verschwindend kleiner Teil des Ganzen. Da» eigentliche Bergwerk ist eine Höhle, die dadurch entstanden ist, daß die Kreide weggebrochen ist und an vielen Stellen Säulen ausgespart worden sind. An einzelnen Stellen sieht man noch deutlich die langen Furchen, die die Feuersteinhacke in da» Gestein gezogen hat. Das Gebiet, das abgebaut wurde, ist ziemlich niedrig, woraus man schließen kann, daß di« Bergleute zuin Teil in unbequemen, liegenden Stellungen gehackt haben müssen. Welche Arbeitsleistung dazu nötig war, erkennt man sogleich, wenn man mit einer Feuersteinhacke selbst im Fels zu arbeiten ver« sucht. Außer Feuersteingeräten hat man geringe Reste von Ton- gefäßen entdeckt; merkwürdigerweise aber hat man noch keine der Lampen, mit denen das Bergwerk zweifellos erleuchtet tvar, auf- finden können. Das gegenwärtig untersuchte Gebiet bedeckt nur eine Fläche von 16 X 24 Metern. Zu dieser Fläche gehören nicht weniger als neun Schächte. Literarisches. Fichte-Literatur. Das würdigste Fichte-Denkmal, aus das der„Vorwärts" bereits hinwies, ist das„Evangelium der Frei- heit", das Max Rieß aus den Werken des Philosophen errichtet hat.(I. G. Fichte, Ein Evangelium der Freiheit. Jena 1V05. Bei Eugen Diederich. 3 M.)— Die Lektüre Fichtes beginnt man am besten mit der„Bestimmung des Menschen"(bei R eck am er- schienen, wo auch der Geschlossene Handels st aat, Di« Bestimmung des Gelehrten, die Reden an d i« d e ii t s ch e N a t i o n zu finden sind),„Die Anweisung zum seligen Leben", die Reden, in denen sich die religiösen Gedanken Fichtes entfalten, sind neuerdings in den Berliner Markbänden der Deutschen Bibliothek; die Einleitimg des Herausgebers ist mit kritischer Vorsicht zu lesen. Eine sehr schöne Sammlung zum A t h e i S m n S st r e i t erschien 1Ll2, von HanS Lindau heraus« gegeben, in der Fritz Mauthnerschen„Bibliothek der Philosophen" iVerlag Georg Müller, München, geb. 7 M.); diese lebendigen Schriften einhalten die schärfsten und klarsten Gedanken wider da» Kirckienchristentuin._ Vorwärts Bnchdrnckerci u.VerlagZanstaltPcnil Singer ScEo..Berlin 8 V,