v:v "4i 1,\.'iV-l— V i.%%\'\%>.«. Untetfyaltung&btatt Ses Vorwärts Dienstag, den 10. März. Nr. 4S. 1914 16] Hplöholm. EineLandarbeitergeschichle»ort I. Skjoldborg. 9. EineS Tages tancht, aus der Stadt kommend, ein neuer HäuSler auf in Gyldholm. Er bleibt nur kurze Zeit— gleich einem Vogel, der auf seiner Wanderung Rast hält. Auch in anderen Dingen sieht er einem Vogel ähnlich. Er ist klein von Gestalt, und sein ganzes Wesen ist hurtig, lebhaft und leichtbeweglich, ganz im Gegensatz zu den übrigen Häuslern. Und er ist unbekümmert wie ein Vogel. Er spielt Hand- Harmonika und singt gern. Aber mit anderem Schnabel als die andern, und eine ganz andere Art von Liedern. Und er hat beim Sprechen ganz andere Worte und spricht von ganz anderen Dingen. Er ist neu in mehr als einer Beziehung. An einem Märztage stellt er sich ein. Auf einem Zieh- wagen, der angefüllt ist mit allerhand zerbrochenen Mobilien, hält er seinen Einzug mit Weib und Kindern, die gleichmäßig verteilt auf dem Gerümpel sitzen. Aermlich und zerrissen sieht das Ganze aus, aber er ist sehr vergnügt, und das ist die Frau auch. Klein-Lasse ist tot, und seine Witwe und die Kinder sind an die Heimatsgemeinde zur Versorgung zurückgesandt. Es ist sein plötzlich leer gewordener Platz, den dieser ausfüllen soll. Der neue Kätner erregt Verwunderung. Er sagt dem Verwalter so frei und gemütlich guten Morgen, als hätten sie sich seit vielen Jahren gekannt. Und als der Inspektor ihm zuruft, er möge sich tummeln, fragt er ihn erst, ob er auch Bauchweh habe. Und dann möchte er gern darüber aufgeklärt werden, wieviel Arbeit nian für eine Krone pro Tag, bei eigener Kost, verlangen kmm. Dabei dreht er seinen Schnurrbart. Wenn die Arbeit ruht, ftagt er die andern Häusler, wie lange sie schon in dieser Sklaverei sind, denn das sei ja schlim- mer als das Zuchthaus. Da kriegen die Menschen doch ordeut- liche Kost, hier aber langt es nur zu Wasser und Brot. Alle stutzen und schiveigen. Solche Reden kennt man nicht auf Gyldholm. Und er bringt die Worte so sicher und geradezu heraus, als könne an ihrer Richtigkeit gar nicht gezweifelt werden. Am Abend versammeln sich die Häusler bei ihm, inn noch mehr zu hören. „Habt Ihr Eure Kontrakte gelesen, Ihr guten Leute?" sagt er.„Dort steht, daß sowohl Mann als Weib der Gesinde- ordnung unterworfen sind und sich verpflichten, Sonntags und wochentags zu arbeiten, wenn es der Gutsherr befiehlt. Ihr dürft ohne Erlaubnis keinen Fremden beherbergen, und nicht einmal— einen Hund dürft Ihr halten!... Man sollte glauben, es war' vor MV Jahren! Seid Ihr Männer? Nein, Sklaven seid Ihr! Und Eure Weiber sind Sklavinnen. Die Familie muß arbeiten und sich schinden, damit solch ein Guts- besitzermaul sich niästen kann. Wir haben kaum zu essen~ von Kleidung gar nicht zu reden. Ulw zum Schluß winkt uns daS Armenhaus... Nein, bei meiner Seligkeit, das ist die reine Sklaverei— und hätte diesen Winter in der Stadt nicht io viel Arbeitslosigkeit geherrscht— der Teufel sollte mich wlen. wenn ich hier rausgezogen wär... Auf diese Weise ist es nun schon mehrere hundert Jahre gegangen: da wäre es wohl nicht zu früh, mal Aendcrnng zu schaffen. Und es gibt nur einen Weg. Wollt ihr eine Genossenschaft bilden, wie wir sie in der Stadt haben? Dann kann es wohl gehen. Hier ist nichts, was aufrührt. Aber das Messer muß ihnen an der Kehle sitzen, diesen Burschen, sonst ergeben sie sich nicht. Wenn wir nicht arbeiten, wenn man uns nicht den Lohn gibt, den wir verlangen, glaubt ihr dann, daß sie selbst Schaufel und Spaten in die Hand nehmen? Nein, kein Gedanke! Und sie können ja nicht einmall Ohne uns können sie nicht leben! Wer pflügt ihnen das Land? Wer erntet'.md drischt ihnen das Korn? Wer paßt ihr Vieh?.... Und dabei wollen sie so luinpig sein und uns eine ordentliche Lebensweise miß- gönnen, wo sie selber Wein und Braten schlemmen, nichr als sie hinunterbringen können! Und dabei verlangen sie wohl gar noch, daß wir mit der Mütze in der Hand dastehen un» uns bedanken. Nein, die Zeiten müßten nun eigentlich vordei sein.... Und waS sollen die Gutsbesitzer mit all dem Laub und all der Macht? Sind sie nicht Menschen wie wir? Da können sie ja Wohl auch arbeiten wie wir! Und eS könnte ja wahrhaftig eine ganze Stadt ans solchem Rittergut werden, und aus einigen sogar mehrere.. Er redet unausgesetzt, als könne er nie zu Ende komme« mit dein, was ihm auf dem Herzen liegt. Ein Gedanke ge« biert den nächsten, und seine Augen blitzen. Sobald einer der anderen eine Einwendung versucht, hacki er augenblicklich auf ihn los wie ein Vogel mit seinem Schnabel. Und dann redet er weiter.,. Oder er nimint die Har» monika und singt: „Auf, Brüder! Herbei! es tagt im Ost— Laßt uns an die Arbeit gehen vereint, Man höhnt der Armen einzigen Trost: Da? Recht, daß auch uns die Sonne bcschch't. Man nimmt uns die Freiheit. Beschneidet unser Brot. Herbei drum— zur Arbeit! Leben oder Tod!..." Sein Lied ist hübsch und voll warmen Empfindens, und seine Begleitung auf dem armseligen Instrument ungcwöhn- lich gut. Die Häusler sehen sich an. Nach jedem Vers kommt ein lange? Zwischenspiel, und die Baßklappen braucht er mit großer Geschicklichkeit. Und bei jedein Vers nimmt der Ton an Innigkeit z«, Seine Augen, sein Zurücklverfen des Kopfes, seine Seele und sein Körper haben Teil an diesem Lied und dieser Musik. EI ist, als höre und sehe er ein ganzes Orchester, daS an de« Spitze eines Zuges marschiert, dessen Tritte er durch dt« Blaßklappen der Handharmonika markiert. Nach und nach heben die HäuSler den Kopf und nicken im Takt, als hörten und sähen sie dasselbe wie er... Wenn sie aber draußen vor dem Hause sind, scheinen sls in die alten Falten zurückzusinken. „Meiner Scel, der ist doch wahrhaftig— nicht recht fing, dieser Mensch!" pfeift Jakobus. „Etwas wild schaut er ja aus. aber— äh.. Nils N3« kommt nicht weiter. Der rote JenS fällt ihm ins Wort:„Ja, er gehört»A denen, die direkt in die Luft gehen, aber es macht doch Spaß� ihm ein bißchen zuzuhören!" Per Holt aber sagt ernst und fest, als sei er zu einem Nv» sultat gekommen:„Es ist, Hols der Teufel, etwas Wahres a« dem, waS er sagt!" Krün Sows grinst.„Gestern, das war fein. Ich stanl drüben am EiShaus, und er kam gegangen, um mir zu helfen. Da stößt er auf den Kannnerherrn. Er greift auch an dt« Mütze, aber nicht ein Tüttelchen mehr, als absolut notwendkg ist. Und als er an ihm vorbei ist, spuckt er ans. grab, aA wollte er sagen„pfui Deibel". Es sah ganz drollig auS, he. hei" Nach einer kurzen Pause sagt Palle:„Soviel ist gewiß— Handharnronika spielen, das kann er!" Und damit gehen die Kätner auseinander, jeder in seins Behausung. Jeden Tag bekommt der neue Mann mit der Post de» „Sozialdemokraten". Auch daS ist etwas Besonderes.� Sonst war es nur der Kammerherr, der ans Gyldholm Zeitungen erhielt. Es ist, als stünde der neue Mann durch dieses Blatt mit irgend etwas da draußen in der Welt in Verbindung. Uni er ist ganz versessen darauf. Alle Tage gibt es etwas, das er aus dem„Sozialdcmo« kraten" vorlesen mutz. Es ist dasselbe, was er erzählt. Genau dasselbe liest er ihnen vor. Und sie selber können es lesen, Mit gedruckten Buchstaben steht es vor ihren Augen. Eines Tages hat ihm der Landbriefträger die Zeitnng hinter der Scheune eingehändigt, wo die Häusler damit be- schästigt sind, einen Erdwall fortzuschaffen. Es ist die Vor- Nnttkigssri'chMckSPause.(2\c Wien sirh e'wüoe?Oü\äic� cuf ihre Jacken nub verzehren ihr Schmalzbrot', denn die Erde ist kalt und feucht, und sie strecken die Beine au» mit den schweren Holzschuhsticfeln, cu denen die Erdklumpen noch hasten. Der neue Mann beeilt sich, mit dem Kauen fertig �u wer- den. Und dann liest er den andern, die kauend und bltnzelud unter den Büschen auf dem Wall sitzen und zuhören, die Zei- tung vor. Er ist gerade mitten in einem Artikel über die Tyrannei des 19. Jahrhunderts, als der Inspektor hinzukommt und ruft:„Dies Schmutzblatt werden wir bald ausgerottet haben!" „Dil solltest Dir einen Platz drüben bei den Schwarzen suchen..." „Vorwärts, an die Arbeit!" kommandiert der Inspektor. So ist es alle Tage. Mit diesem Häusler ist etwas Neues in Gyldholm eingezogen. Wo er ist, ist immer Unruhe. Und beständig gibt cS kleine Szenen. Tag für Tag. (Forts, folgt.) Der tote Knabe. V o n I. P. B r o ch m a n n. AuS meiner ersten Jugendzeit ist mir nur eins im Gedächtnis haften geblieben: ich war immer hungrig! Mein Vater, ein«1 jähriger ArbeitSmann, sah einen Winterabend daheim in unserer Stube in der Bürgergasse und ah sein Abendbrot. Unter seinem zerbrechlichen Stuhl spielte eine junge Katze mit den Fransen ieineS zerschlissenen ArbeitSrockeS. Ich selbst sah auf einem Holzschemel zu des VaterS Fühen. Das Licht einer alten Lampe mit zerbrochenem Zylinder fiel auf sein bärtiges, etwas barsches, sorgenvolles Gesicht und beleuchtete den alten wackeligen Tisch nur schwach. Sonst lagerte eine dichte Finsternis in allen Ecken des Zimmers. Der Vater hob und senkte taktmähig seine grohe braune Hand über dem Teller. Ich zählte eS jedesmal, sobald er die Gabel nach dem Munde stihrte, und ich verfolgte das Verschwinden der Bissen hinter seinen kautabakfarbigen Zähnen— neidisch. Warum durste er sich gut tun an einem gebratenen Schellfischschwanz, während ich dasah und zusehen muhte?! -- EinS, zwei, drei, vier, fünf--. Er ah natürlich alles I Ich erhob mich und schielte über den Rand deS Tisches. Da lag noch ein kleiner Rest vom Fischschwanz auf dem halbzerbrochenen Teller, umspült von dem klaren Fett! Der Fisch war so grau und runzelig, dah man im Zweifel sein konnte, ob er gebraten oder ge- kocht war. Ein brauner, irdener Topf mit Kartoffeln stand daneben. Eine besonders grohe mit zwei Flecken, Abzeichen von MutterS schivarzen Fingern, umschloh ich liebevoll mit meinen Augen. Bereits zehnmal hatte sich die Gabel in VaterS Hand gehoben und gesenkt. ES war Zeit! Nun muhte ich eingreifen I Und ich sagte rasch:„Schmeckt es gut, Vater?" Er aber blinzelt nur listig mit den Augen und unterlieh klüglich jede Unterhandlung mit mir. Sein Appetit war wie das Feuer— verzehrte alles! Die junge Katze spielte weiter mit den Fransen deS zerschlissenen Rockes, von der Strahe herauf hörte man Wagenrasseln und zwischen« durch das heisere Rufen eines Strahenhändlers. Aber drauhen in der Küche stand die Mutter, gros; und mager, der Schein einer kleinen Lampe beleuchtete nur spärlich ihr knochiges, graues Gesicht. Plötzlich fing ich an zu schreien und zu trampeln. Im Nu hatte ich eine solide Ohrfeige aus der Backe sitzen. Sie war von des VaterS harter Hand und brannte. Den ganzen Abend hindurch roch ich das Fett des Fisches auf meiner Backe. DaS Essen spielte immer die gröhle Nolle. Eines Sonntag- nachmittags im März stand ich in der Küche und wühlte in den aus einem Teller liegenden Brotresten. Einige waren mit Fett beschmiert, andere schwarz, hart und ohne Fett. Ich strengte mich an, die besten zu finden— eine, die nicht zu hart war, beschmiert über die ganze Fläche und groh dazu. Plötzlich sehe ich etwas GelbeS? Was ist das? Butter I Ich fische danach— ein ganzes Stück Brot! Bestrichen mit frischer Butter! O, wie das schmeckte! Wnuderbarl Die erste Butter seit fünf Monaten I Zuletzt leerte ich den ganzen Teller ans den grauen Küchentisch, um noch mehrere der der delikaten Butterbrote zu finden. Aber es waren keine mehr darunter. Die Mutter kam»ach Hause mit Scheuereimer und Schrapper. Aach sie begann in dem Haufen Brotreste zu suchen. Ihre Augen lagen tief im Kopfe, in dunkle» Höblen, die der Hunger, die vielen schlaflosen Nächte und schwere Arbeit gegraben hatten. Endlich fragti sie seufzend:„Hast Du mein Stückchen Butterbrot gegessen?" „Nein, das habe ich nicht! Aber die Katze naschte vorhin am Teller herum!" ..O, die elende Katze! Wie ich mich gefreut habe auf da? bihchen **x TtveV«*\yv"Xec V•fccxT3*\ Vre"b\e tvtcvwew MXvpexv. als üü\\c\u QiebcmTcu t>«u nü&cm�eutu Medcxtu�cu Vv�V-c. ♦ Ich litt namentlich unter meinem unverschämt seinen Geschmack. Ich konnte schmecken, ob ein Fisch in Butter oder in Margarine ge« backen Ivar. Ich konnte kein mit Milch zubereitetes Essen leiden; stets verlangte ich stärker gewürzte Fleischspeisen und starken Kaffee. Vater und Mutler ahen Fettbrot zu ihrem Tee; mir war übel. wenn ich nur daran dachte. Ich hahte die mit Mehl gemischte Wurst und auch das alte, trockene Brot, das wir kauften, weil es billiger war und sich„nicht so schnell verschnitt". Aber ich litt nicht im Stillen! Ich machte Spektakel, llnd alle die Ohrfeigen, die ich vom Vater bekam!— Wir zwei wurden Feinde von meinem siebenten Jahr ab! Oft stand ich auherhalb vor den Küchenfenstern des Hotels „Angleterre" und sog den Dunst der Speisen ein, oder ich stellte mich vor die Schaufenster eines Automaten-Restaurants und musterte die ausgestellten Speisen. Eines Sonnabends kaufte ich mir eine Portion Goullasch siir 40 Pfennig l Das Essen war fett, aber ich überstreute es mit Pfeffer und Salz. Und da ich gegessen hatte, erschien mir der Himmel rosenrot. O hätte ich doch zwei Mark, zehn Mark, hundert Mark gestohlen anstatt dieser elenden 40 Pfennige, von der Nachbarin bestaubtem Fenster I « Meine Sinne waren allezeit wie ein Sieb! Des Daseins leichte Substanzen glitten schnell hindurch. Nur der Schlamin blieb zurück. Zuletzt wurde mein Inneres eine finstere, kalte Schlammbank. Ich sagte oft zu mir selbst:„Sei froh! Das Leben ist nicht so Übel! Am Sonntag warst du im Wald und trankst Zitronenwasser! Du warst zur Weihnachtsfeier! Du verdientest dir LS Pfennig, als du einen betrunkenen Matrosen zur„Marine" brachtest! DaS Leben hat viele Lichtseiten I" Schnick— Schnack! Ich war und blieb ein Quertreiber! DaS ganze Geheimnis war daS: Meine Nerven waren nicht in Ordnung! ES flackerte etwas in meinem Gehirn. Die Gedanken jagten sich und ich gab nnr nie Zeit, zu verweile». Wenn ein Pferd durchbrannte, standen alle Knaben. Mädchen, Erwachseue und sahen interessiert nach dem Tier und schauderten über dessen Wildheit. Sie untersuchten sorgfältig den umgerissenen oder ge- knickten Laternenpfahl! Ich sah eine Sekunde hin! Ging eS mich etwas an. wenn da? Pferd rasend um eine Stratzenecke bog oder die Strafie geradeaus lief! Was gab eS dazu gaffen? lind ich ging mürrisch weiter!-- Aber konnte ich etwas dafür?! Da meine Mutter mit mir ging, arbeitete sie zehn Stunden täglich in einer Tabaksfabrik, ich wurde nikotinver giftet, seit der erste Lebensfunke sich in mir regte. Die Mutter glaubte, der Vater würde sie sitzen lassen in ihrem Zustand, und ihre Nervosität ging in mein Blut über.— Kann ich dafür?! » In der Schule ging ich meinen eigenen Weg. Ich konnte meine Kameraden nicht leiden, aber auch die Lehrer nicht. Ich bom« bordierte die Lehrer mit Fragen, die sie nicht beantworten konnten, und sah sie höhnisch an. Hin und wieder bekam ich Ohrfeigen. Sie brannten mir jahrelang auf meinen Backen. Aber e» kränkte mich am meisten, datz ich mich nicht rächen konnte!(Schills; folgt.) vom wehrhaften Herrn Swinegel. Erlebnisse von Alwin Rath. Zuerst lernte ich die Wehrhaftigkeit dieses kleinen Borstenviehs kennen, als ich noch ein ganz kleiner Bursch war und meine hau- lustige Patschpfote erhob, um auf unseren Hausigel loszuschlagen, iveil er gar nicht mehr der alte possierliche.Knurrbär zu sein schien. Denn er hatte sich, wie ich ihn noch nie gesehen hatte, plötzlich zn einer Stachelkugel zusammengerollt, weil ein Huhn mit lautem Gegacker aus des Nachbars Garten über das niedrige Stalldach im Hof herüberspektakelt kam und adlermäßig durch die Lüfte segelte. Das hatte dem Igel einen bösen Schreck eingeflößt— und er lag da nun mitten auf dem Hof auf den grünlichen Steinplatten, sträubte alle Stachel», die er zur Verfügung hatte, dem laut gackern- den Huhn entgegen und grunzte gar nicht mehr wie ein kleines Schwein. Mäuschenstill hag« in dieser mir noch unbekannten Form tiefster Eingezogenheit. Ich schlug also empört auf den unartigen Swinegel kräftig mit meiner Patschpfote los— soll aber die Hand sehr rasch wieder in die Höhe haben fahren lassen und dann geheult haben, daß mein stachlichter Freund sich noch mehr in sich zurückgezogen habe. Später, als ich schon etwas größer war, aber doch noch in den Kinderschuhen steckte, lernte ich seine Wehrhaftigkeit auf etwas traurigere Weise kennen. Wir wurden zum Swinegelbraten ein» geladen! Ich muß aber gleich dazu sagen, daß es Zigeuner waren, die sich uns gegenüber hier so gastfreundlich erwiesen. Diese braune, bunte Gesellschaft, die gewöhnlich seiltänzelnd und stUiitzend durchs Lebe» ,�vVV'........ *>V� t>0.\l\\\VCt �CVtt�t.«,-.VWVS' � V�WCIV V.'\\\ V x\c\VlV\\\\�, ■boV.\etix\Aiwa«\)<\\lc6 ScvuctUttvit\\\ tcu■Ä&Wexw MaVVc« \tctttcn tci der®\madu«ft zur Rcd'vuhuug, dn�> �ve eure" voll— sie brachten eine mit, und sie war nicht ticin frischen Sauerkraut bekämen. Mein Vater konnte manches Mal guter Laune sein. So bc- kamen sie ihren ansehnlichen Bunzlauer Napf gchänst voll. Ein noch ganz kleiner Zigeuner fuhr gleich mit den braunen Fingern in den Napf hinein und liest dann die gelben Fasern des über den offenen Mund gehaltenen Krautes verschwinde», wie so ein kleiner Neapolitaner seine Makkaroni futtert. Mutter durfte nichts von dem Igelgelagc wissen. Ich ging mit Vater ziemlich still aus dem Hans hinaus. Ja, er war sehr wehrhaft, dieser arme Igel, der da an einem Spiest über dem Feuer schmorte. Man hatte dem tapferen Kerlchen sei» Fell voller Lanzen auch nicht im Tode auszuziehen gewagt. Oder war es nur das Feinschmeckcrrasfinement dieser seltsamen Köche? Ein ganz alter Zigeuner, der einer ausgegrabene» äghp- tischen Mumie etivas ähnlich sah, hielt den Braten. Seine tadderigc welke Hand liest den unseligen Igel, auf den Hunderte von Augen der ehrsamen Pfahlbürger aus der Stadt gerichtet waren, öfter mitten in die knisternde Glut fallen, dast ein bestialischer Gestank von seinen schmorenden Stacheln ausging. Das verdarb mir dann cttvas den Appetit. Es war eine ungeheure Volksmenge vor dem Tor um den tadderigen Zigeuner und seinem schmorenden Igel versammelt— und als nun der Alle uns als unseren Anteil das versengte Jgclfcll brachte, gab es überall ein merkwürdiges Aufsehen — an einigen Stellen ein helles, herzliches Gelächter. Es ist zum Heile des Igels, dast er, wenn er es nicht mit Zi- acunern zu tun hat, gewöhnlich selbst mehr Jäger als Wild ist—, dast er geradezu ein großer Rimrod vor dem Herrn ist, wenn ihm Grillen, Küchenschaben, Mai- und Mistkäfer, Heuschrecken und Regcnwürmer, Wald- und Feldmäuse, Nacktschuelieu und Keller- assel, überhaupt der ganze Wildpark des Herrn Swinegel in das Gehege seines Stachelpelzcs geraten. Aber er geht nur nachts auf Jagd. DaS ist seine ungemeine Schlauheit— denn er weist, dast fast alles andere Getier nachts schläft, und ehe es von dem Schreck sich recht besonnen hat, den sein im Laube raschelnder Panzer den kleinen erwachsenen Schläfern verursacht, hat die Filounase des Borstcnticrchciis sie schon gerochen und der Miniaturschweinerüssel sie bereits geschnappt. Welche Vorteile die nächtliche Jgcljagd noch weiter hat, erfuhr ich, als ich meine dritte Bekanntschaft mit ihm machte. Ich war schon Student— und ich schäme mich fast, zu gestehen, dast mich meine Swincgelpassion immer noch nicht verlassen halte. Eines Abends gehe ich im blauen Lichte der Dämmerung von einer Wald schänke in der Nähe der Universitätsstadt heim. Am Waldrande neben einer buschigen Hecke fahre ich etwas nervös zusammen. Ein lautes Rascheln nebe» mir im Laub an der Erdcl Ein ganz un verschämt lauter Spektakel! Meine Menschenwürde empörte sich fast dagegen, dast irgendein Viech so nnversrorcn sich gleich neben meinem Fnst wichtig zu machen wagte. Im nächsten Augenblick trippelt etwas wie eine Ratte in den Weg hinein— macht linksnm kehrt, schnüffelt spihnäsig in die Luft, wittert meine Schuhspiste, wackelt frech drauflos... ich stostc mit deni Stock zu: die Ratte ist eine Kugel, und dann habe ich ihn auch schon im Hut, den Herrn Swinegel, der seine passive Wehrhaftigkeit mit den gespreizten Stacheln mir recht anschaulich vor Augen führt. Ein vorübergehendes Bäuerlein steckt seine windgcrötete Nase in meinen Hut und begutachtet dann:„Na, Häär, dci hedd ower Wahne fmächtigl Läuse!" Als ich auf einem bekannten Gutshof im Halbdunkel noch eine Tasse Stippmilch esse, sagt mir das paus- bäckige Milchmädchen:„Bestellen Sie morgen nur den Kammer- jäger— nicht für den Igel, für die Läuse!" Aber meine unselige Swinegelpassion war stärker— und ich nahm ihn mit, tupfte ihm ab und zu auf die Nase und sehte ihn in meinem Zimmer aus, einem GasthauSzimmer, in dem ich damals logierte. Milch bekam er— Wurst und Semmel—, die Mädchen aus der Küche brachten ihm noch ein Stück Hühncrbratcn. Aber da war er schon nicht mehr zu sprechen, trohdem eine Blondine dazwischen war, die jeden Abend als Magnet am Büfett strahlte. Nichts lockte ihn mehr n»s der tiefsten Ecke unter meinem Bett hervor. Endlich, als ich einzuschlafen begann, machte er sich zu meiner Genugtuung au der Tasse Milch unterm Bett zu schaffen, die laut klapperte. Aber es klapperte nun ununterbrochen! Ich hörte die Stunden schlagen— hörte die Tasse klappern! Endlich springe ich auf und reiste den klappernden Scherben unterm Bett weg—, must aber durch eine Schmiere von Milch, Fett, Brotkrumen, Hühner- deinen und Wurstpellen mich schieben, um ihn zu erlangen. Knurrend und schnaufend fährt die unsichtbare Macht rings durch das Zimmer. Nun schlafe ich trohdcm bald ein und träume wunderschön: Winterlanoschaft— verschneiter Wald— feierlich still— süßes Schcllcngeklirr— jähres Erwachen! Aus der Ecke, wo der Trumeau mit den kostbaren Nippes in der untersten Etage steht, klingt das Schellcngeklirr her! Gleich bin ich auf den: klirrenden Schlachtfeld. Der Sieger hat es schon verlassen. Alles wird auf den Tisch ge- schafft, ob mit oder ohne Kopf, mit oder ohne Arme und Beine. Wieder ins Bett!— Ein paar Bierflaschen, die von einer Zecherei auf dem untersten Bücherbrett liegen geblieben sind, bekommen Helles Leben und poltern daraus hervor— vergnügliches Grunzen.— Auch £e\«V. ÄuWxeAl■n.oA'* cVevt wxxö Vre euren Verve Archen lTetteV sicrt. r5,rvVrch— RrrveZ r e8 sircbt cUuaS unterm Bett hervor nrrb gercxdeswegs rn den Kohlcnkasien hinein und scheint durch die Kohlen sich einen Ans- weg ins Freie graben zn wollen. Sic fallen überall im Zimmer nieder, wie ans einem Vulkan geworfen.— Auch den Kohlenkaften ans den Tisch— und den Ofenvorsahl Ich hülle mich in eine Kamelhaardecke und warte aus einem Stuhl der Dinge. Eine Viertelstunde friere ich— gehe wieder ins Bett mit schläfrig snmmcndem Schädel. Wie abgepaßt, beginnen nun dunkle Töne laut zu werden. Wie Funken von gezogenen Sprungfedern klingt'S aus der Gegend des SofaS. Das auch auf den Tisch? Endlich kommt mir der erlösende Gedanke: die Tür spcrrangel« weit offen— und nun hinter dem infernalischen Tier her gehetzt, bis es draußen ist. Gleich hebt Erdman», eine mir befreundete Tcckclhündin, im obere» Hausflur ein giftiges Gekläff an. Der Tag dämincrt schon. DaS Gekläff gellt nuu ununterbrochen in den wütendsten, ingrimmigste» und empörtesten Tönen, oft in ein kläg» liches Winseln übergehend, ans dein letzten Ende des Korridor? hervor. Bald sehe ich den Schailen des Wirtes, der etwas wie einen Revolver drohend vor sich in der Hand hält, über das Milchglas meiner Tür gleiten. Am folgenden Mittag begucke ich mir mein Bratcnsleich mit Chemikeraugen. Ich habe keinem Swinegel mehr Gastfreundschaft erwiesen— auch sie ihm nicht aufgedrängt. Nur einmal in meinem Leben muhte ich ihm noch begegnen. Wir saßen bei einer Förstersfamilie am Rhein auf der Terrasse unter rot sich färbendem herbstlichen wilden Wein. Dicht am Haus zog sich ein gut gepflegter Gemüse» garten hin» hinter dessen Gitter eine Herde Hühner auf dem Hof vor den Kuhställen sich sonnte. Plötzlich aber stiebt der ganze Hcnncnschwarm wie vom Teufel besessen auseinander. Der größte Teil explodiert über das Gitter weg in den Gemüsegarten hinein. Aber auch hier kommen sie nicht zur Ruhe und jagen stürmisch mit slattcrndc» Flügeln und vorgestrecktcu Hälse» unter gellendem Gc» gacker über die Mohrrübenrabatten, die grünen Petersilienbecte, über die Kohlköpfe und zwischen einem Streifen Herbstastern durch, daß die blauen, roten und violetten Blumenstcrne»ur so herum- prasseln. Es scheint, daß die Tiere von irgendeiner unsichtbaren Macht verfolgt werden— zu scheu ist nichts! Jetzt aber, wo der ganze gackernde Chorus im Marschmarsch wieder den Hauptweg des Gemüseterrains zurückstiebt, sieht mau etwas wie eine sehr fette Ratte hinter ihm dreiujagen— mit einer Schnelligkeit, die nur der Hase hatte, als er von dein bekannten Swinegel so dämlich über- tölpclt wurde. Dies, was da auf der Hühnerjagd war, war der Herr Swinegel in per8oiia. Ein wundcrscltsam Schauspiel, diese blitzschnelle Stachclbürste hinter dem»in seine Existenz besorgten Hühncrhof. Der Förster saß still dabei und lachte des possierlichen Anblicks, zumal es wirklich drollig anzuschauen war, wenn Swin- egel glaubie, jetzt habe er eine der kreischenden Hennen, sie dann aber plötzlich gcradnuf in die Höhe flog und das Borstenvieh samt seinem Blutdurst fünf bis acht Schritt übers Ziel hinausschoß und sich in der Wucht des Angriffs sehr lustig überkollcrtc, hcrumpurzelte und dann etwas ernüchtert wieder auf seinen kurzen Pfötchen stand, herumschnüffelte und nicht übel Lust hatte, das Hühucrvolk wieder auf dein laufende» zu erhalten. Es war kein fremder Igel, sondern ein königlicher Forstigek, weshalb er de»» auch seine„Hühnerjagd" hatte, die der Förster für harmlos hielt, die dann aber jedenfalls mit allem Schein des Ernstes gespielt wurde. An einem der nächsten Tage brachte der Förster eine lebendige Kreuzotter mit heim. Die giftige Bestie wurde in einen engmaschigen Drahikäfig gesteckt und der tapfere Igel dazu. Die Otter richtete sich gleich etwas auf und züngelte gegen den Borstenträger an. Ter kam ganz gemächlich heran, sagte ihr unter freundlicher Bcschnüffeluug Guten Tag, erhielt aber zum Dan? verschiedene Bisse in den sehr sachlich schnüffelnden Rüssel. Da» kümmerte ihn wenig— er leckte mit dem roten Züngelchcn über die kleinen Wunden und beleckte dann auch die boshafte Schlange, die den Tapfere», Ivo sie eben konnte, mit Bissen traktierte. Jählings schnappte der Swinegel nach ihrem Kopf, zermalmte ihn und im Nu fraß er die ganze halbe Otter gleich hinterher. Nach einer Stunde de» Rest. Das Giftmahl bckaiu ihm gut— andern Tag? war er wieder auf der Hühnerjagd. Kleines Feuilleton. Die Kunst, ei» Narr zu sei». Nicht alle Narren verstehen sich auf die Kniist, mit Anstand und Wurde ein Narr zu sein. Zu diesem Schlüsse gelaugt man, wenn man die in der Zeitschrift„Los soiräes äo Paris" erschienenen Artikel von Maurice Rayual über modernes Narrentum gelesen hat. Wer es in der Narretei zu etwas bringen will, must— nach Rayual— vor allem originell zn werde» suchen. Zu richtiger O�.inalität gehört ab:, in erster Linie Widerspruchsgeist:„Mau darf cS nicht so macheu wie eS die anderen Menschen- linder machen, sondern muß sich von der großen Herde abheben und in jeder Hinsicht aufzufallen suchen: durch extravagantes Benehmen. durch komische Posen, durch Schrnll-n und, wenn cS gar nicht ander« geht, durch flegelhasw Manieren Sanderbarkeiten dieser Art er- fotbern, bafie neueinftubicvt fein Wolfen, nidit wenig geit nnb aber fie iotjnen iicä fd/iiebücl) and), beim ein tcd)tet Statt Wieb schneller bekannt und berühmt als ein Genie. Maurice Kaynal erzählt van einem jungen Mann, der,»m sich Vemerlöar zn»Hachen, auf den Gedanke» kam, im Knopfloch ständij, eine Blume zn»ragen, und zivar immer dieselbe©lumeiinrt; da dies ihm jedoch schließlich zu kostspielig wurde, entschloß er sich eines TageS die Natnrblume durch eine seidene zu ersetzen; und mit diesem Stockschmuck zeigt er sich in Paris seit vielen Jahren. Er ist lächerlich, aber er ist auch bekannt; man zeigt mit Fingern auf ihn, man»rächt sich über ihn lustig, aber man leimt ihn und daS genügt ihm. Ein Pariser Schauspieler wieder hat die Gewohnheit, jeden Abend, wenn er nach Hause kommt, mit seinem Spazierstock über »inen blechernen Briefkasten, der im Erdgeschoß hängt, zu fahren; wenn er das einmal vergißt, ist er imstande, die Treppen, die er bis zu seiner Wohnung hinausklettcrn muß. noch einmal hinabzusteigen, nur um durch den Schlag auf den Briefkasten die anderen Hausbewohner auf sein Nachhausekomnieu aufmerksam zu machen. Im ganzen Stadtteil kennt man den Schausdielcr und seine»kleine Manie'; auf der Bühne leistet er so gut wie nichts, aber die»kleine Manie' hat ihn berühmt gemacht, mid er trägt sein Narrentum mit edlem Anstand zur Sckau. lind wie anders als durch seine großartige Narrheit hätte jener Vegetarier berühmt werden sollen, der, so oft einer seiner Gäste sich verabschiedet hat und gegangen ist, daS Zimmer ausräuchern läßt, um nicht den.Fieischsresiergcruch' rieche» zu müssen! Nicht alle Narre» können zu solchem Nuhme gelangen, und darum ist die Kunst, «in Narr zu sein, eine der schwierigsten aller Künste... Luftfahrt. Der Flug über den Atlantischen Ozean. Seit- dem die englische Zeitung„Daily Mail einen Preis für das Ucberfliegen de? Atlantischen Ozeans ausgeschrieben hat, beschäftigt die Frage der Möglichkeit dieses Fluge? die Flieger und nicht minder die öffentliche Meinung. In der Tat, was noch bor einigen Jahren unmöglich schien, ist von kühnen Piloten der Lust unternommen �worden: der Flug über den Kanal, der Flug über da? Mittelländische Meer, der Flug über die Alpen und anderes. Kann man deshalb sagen: Der Flug über die Atlantik ist ein Ding der Unmöglichkeit? Die Flieger hallen diesen Flug für möglich: der amerikanische Flieger Wanamaker ist mit den Vorbereitungen dazu beschäftigt; die Flug- technikcr halten das Unternehmen ebenfalls im Bereiche der Mög- ltchkeit liegend: der Flugtechniker Dumas sprach sich vor kurzem in «inciu Vortrag- dafür aus. Hören wir, was er sagt. DumaS ist, das soll vorausgeschickt werden, freilich der Met- nuug, daß keiner der gegenwärtigen Flugapparate ausreichend fei, den Flug über den Ozean zu»vagen. Sogar die Ricsenflugmaschrne de» Russen Sikorskt,, der erst bor wenigen Tagen einen Achtzehn- Minuten-Flug mit sechzehn Personen unternahm, hält Dumas für nicht geeignet. DumaS erklärt: Ter Flug über den Atlantischen Ozcan� ist möglich. Seine Verloirklichung ist eine rein technische Frage, näm- lich eine Frage der Maschine, des Motor? und der Fluglinie. Der Apparat muß beim Aufstieg eine Last von 0000 Kilo tragen können. Seine Tragflächen berechnet er auf 450 Quadratmeter. Die Propeller würden 8!0 Pserdekräfte verlangen. Da aber 20 Proz. der Molorleistungen verloren gingen, wären Motore mit 400 Pferde- Kästen das Minimum. Den Rotationsmotor hält Duma? Ivegen seines großen Benzin- verbrancks für nicht verwendbar. Der Rotationsmotor ist zivar bedeutend leichter. Aber dieser Vorteil»vird aufgehoben vurch die Tatsache, daß seine Betriebstätigkeit in 43 Stunden und 13 Minuten denselben Benzinverbrauch erfordert, wie ein stehender Motor in 03 Stunden. Der feststehende Motor wäre also vorzuziehen. Das Gesamtgewicht des Apparates berechnet sich also: 4 Motore mit 200 Pferdekräftcn.. 1080 Kit» Last für Benzin und Ocl usw.... 4200» Gewicht de« Apparate»..... 2420» 10 Personen zu je 70 Kilo... 700, In Summa V000 Kilo Duma» glaubt, daß 10 Personen unbedingt notwendig sind und zwar: 3 Piloten, 3 Mechaniker, 8 Führungsoffiziere und ein Kommandant. Die Fluguiaschiue müßte 41 Meter Flügelweite haben bei 8,50 Meter Tiefe der Flügel. Eine solche Maschine, selbstverständlich ein Doppeldecker, würde alle gegenwärtig bekainiten Vorzüge in sich vereinigen können. Neuerungen müßten möglichst vermieden»verden. Seine Teile hätten zum größten Teile aus Metall zn bestehen. Zwei Fluglinien sind WS Auge zn fassen: Die Nordlinie von Irland nach Neufundland und die Südlinie von den Azoren nach Nensniidland. Die ziveite Linie scheint DumaS die bessere. Die wahrscheinliche Flngdaurr auf ihr würde betragen: von Paris nach Ilngra auf den Azoren 34 Stunden, von Anara nach Neusnndland 31 Stunden und von St. Jean auf Neufunolmid nach Neiv Dork 23 Stunden. Mit den nötigen Aufenthalten znr Erholung und Restaurierung, im ganzen etwa 10 Stnuden, würde die Gesamt- Pcrantw. Redakteur: Alfred Wielew». Neukölln.— Druck u. Verlag: igeif, um bau