J I \y -————.—--——--■— 1—■■■ UnUtfyaUung&MaU öes Vorwärts Nr. 97. Donnerstag, den 21. Mai. 1914 y der Kakadu. Erzählung l' o n Anna C r o i s s a n t- N u st. ..Nakadn" hatte sie her zwölfjährige Bengel des Hans besihers genannt, als er sie ziuii erstennull ohne Hut über den Hof gehen sah, und seitdem nannten alle im Hanse das Frä». lein den...lrakadn". Der Name paßte auch gar nicht so schlecht. Frieda trug nämlich das Haar ans ihrer zurückgehenden Stirn straff nach hinten gekämint. es bäumte sich aber ein widerwilliger, krauser Schopf von ehemaligen Locken direkt in der Mitte über der Stirn auf, dann erst senkte sich das Haar jäh hinunter und endigte in einem hartgeflochtenen kleinen Zöpflein, das sich im Genick ein paarmal um sich selber wand, und den grotesken Schopf noch mehr hervorhob. Heber- mäßig eitel schien sie nicht, denn man sah sie immer nur in demselben altmodischen Regenmantel und in demselben Feder- Hut mit den sehr dünnen schwindsüchtigen Feder» über den Hof trippeln. In ihrem Gang lag etwas Vogelartiges, etwas von dem Unruhigen und zierlich Scheuen kleiner Vögel- so ähnlich war auch ihr Blick, schnell und ängstlich, und wenn sie grüßte, tat sie immer einen kleinen Hupf zur Höhe und zur Seite, was sehr possierlich aussah und immer ganz unerwartet kam: sie»vollte wohl auch von keinem angesprochen werden. Nicht daß sie unfreundlich war, sie grüßte alle aus dem Hause höflich, wenn sie ihnen ans ihren seltenen Gängen begegnete, aber sie wich augenscheinlich einer Anrede aus. Und keine von den Frauen— und es waren einige sehr neugierige Weiber unter den Bewohnern— hatte sich getraut, mit ihr anzu- binden, obwohl sie es reckt gern getan hätten. Die scheue und groteske Höflichkeit des Kakadu zeigte doch zugleich so viel Kälte und Stolz, daß das Vorderhaus nichts weiter wagte, trotz aller Neugierde. Es ging nämlich die Sage, der Kakadu im Rnckgebäude sei eigentlich von Adel: bei den Kutschers- leuten, die die Hausmeisterstelle zugleich versahen, war er schon zur„Baronin" avanciert. Besonders als die Möbel beim Einzug sich zwar als alte, aber dennoch höchst gediegene Herr- schaftsmöbel erwiesen, stieg der.Kakadu in der Hochachtung des hausmeisterlichen Paares. Aus der Visitenkarte stand freilich nnr Frieda Kausnitz, aber der Hausbesitzer begrüßte sie immer mit Nachdruck und laut als„Fräulein von Kausnitz", denn er hielt auf die „Feinheit" seiner Parteien, auch wenn sie im Rückgebände wohnten. Viel wußte er auch nicht von ihr, nur daß sie Stickerin war und ihre Arbeiten in eines der ersten Geschäfte lieferte. Ihm hatte sie den Eindruck einer gebildeten Person gemacht, die gute, aber altmodische Manieren hatte, wahrscheinlich, weil sie nicht mehr mit ihren Kreisen in Berührung kam. Sonst erschien sie ihm etwas exaltiert, ungemein schüchtern, lächer- lich stolz und verdreht. Einmal hatte er versucht, eine zu- dringliche Frage nach ihrem früheren Leben zu tun, tvar aber von ihr mit einer zwar zitternden, jedoch sehr verständlichen Bestimmtheit zurückgewiesen worden. Seitdem zuckte er die Achseln, wenn von ilir die Rede war und brummte von über- spannten, dummen, hysterischen Frauenzimmern. Was ging's ihn an? Eine stille Mieterin war sie jedenfalls: sie bekam nie Besuch, tat sich alle Arbeit selbst und ging nur ans, um ibre Stickereien abzuliefern. In dem kleinen Rückgebände im Hofe wohnte niemand als die beiden Hausmeistersleutc, in der ersten Etage neben ihr, während die Wohnung neben dem Stall, unter der ihrigen gelegen, leer stand. Weil es so billig war, und weil das Hans samt Rückgebände unter grünen Bäumen lag, in der Vorstadt draußen, hatte der Kakadu da eingemietet. Vierzehn Tage, nachdem Frieda eingezogen, mietete ein junger Bildhauer die zwei unter den ihrigen gelegenen Zimmer. Er war ganz enthusiasmiert von der freien Lage. dein Blick ins Grüne und ans die blühenden Bäume des Gartens. Hals über Kopf ließ er seinen ganze» Krempel herausschaffen. Viel war's mickt, aber für eine Schlafzimmer- rinrichtung reichte es. und auch dazu, das vordere Zimmer notdürftig zum Atelier brränsznstaffiere». Am Abend schon stand er mit roten Backen im Hof, pfiff und sang und starrte den hellgrünen, frühjahrlichen Weiden« bäum an, der seine Zweige tief, tief, bis in den Kies senkte. Er hatte an seinem alten Filz die Krempe ganz herunter» gestülpt und eine lange Hahnenfeder darauf gesteckt, das» Hemd stand offen, er rauchte aus einer kurzen weißen Ton« pfeife und sah in seiner kräftigen, braunroten Derbheit ans, wie ein Bauer ans einem alten Niederländer. Dem Bengel des Hansherrn, der Frieda Kakadu getauft, kam er höchst ver« wunderlich vor, und da Huller sich schlecht hielt und einen runden Rücken machte, nannte er ihn von da ab das Dromedar. Der Herr Papa wollte nicht hinter dem Witz des Sohnes zurückbleiben und hieß das Rückgebände den Raritätenkasten. Zudem war die Hansiiieisterin schon vorher von ihm Sylphide benamst worden,— sie sah ungefähr aus, wie ein Dickhäuter, und ihr Mann, es war gerade nichts Auffallendes an ihm, als daß er Plattfüße hatte,— Sylphiderich. Das war also der Raritätenkasten, für das ganze Vorder- bans fortan ein Gegenstand der Neugier. Man wartete mit einer gewissen Spannung, wie die Dinge zwischen den neuen Mietern sich entwickeln würden. Es entwickelte sich aber gar nichts, wenigstens vorderhand nicht. Das„Dromedar" grüßte den„Kakadu" uud der dankte genau so wie jedem anderen und machte auch den gewohnten Hupf dazu. Im übrigen be- suchte das„Dromedar" niemanden im Vorderhaus und auch den„Kakadu" nicht: die„Sylphide" hatte ihm in ihrer graziösen Art angeboten, seine Zimmer i» Ordnung zu halten» er hatte angenommen, und sie besorgte es nun auf ibre Weise. Oben saß der Kakadu-und stickte, unten knetete das.Dromedar Lehm und pfiff und sang den ganzen Tag, während oben älles ruhig blieb, denn der Kutscher, der Sylphiderich, hatte genug in Hans und Stall und Hof zu tun, die Sylphide aber keinen allzu großen Hang zur Arbeit und zum Lärm, sie stierte lieber in eine Ecke, wenn sie in ihrem Zimmer hockte, auch erwartete sie ein Kind. Weil es nun drüben so einförmig weiterging und gar nichts vorkommen wollte, erlahmte das Interesse, und der Raritätenkasten wäre beinahe in Vergessenheit geraten, wenn sich nicht einige bedeutsame Dinge drüben ereignet hätten. Eines Nachts, nach elf Uhr, als alles schon schlief, saß der Kakadn noch wach und stickte. Das Zimmer, in dem sie ar- beitete, war ein niederer Raum mit zwei Fenstern und einer hellen Tapete, altmodisch mit Mahagonimöbeln eingerichtet. Ein paar große Rokokoporträts waren vielleicht von Wert, aber schon etwas zerfressen und die Farbe da und dort ab- gesprungen. Verblichene Dagncrrotypen hingen über der Nähmaschine und auf der Kommode standen Porzellanfigürche» und Gläser, im ganzen sah es stark nach dem ausrangierten Kram einer vornehmen Familie aus. Frieda hatte den Tisch mit der Lampe ans offene Fenster gerückt, um frische Luft zu haben: der Mond war hock- gekommen, und sein heller Schein lag über dem Garten und den Kieseln des Hofes. Der Wind brachte Düfte von blühen- den Bäumen und jungem Laub, es war ein zitterndes, gleich- mäßiges Rauschen in der Luft vom englischen Garten her. Der Kakadu hielt im Arbeiten inne, die Erinnerung an das Rauschen der Bäume um das Elternhaus, an die Mondnächte im Park kam plötzlich mit dem Nachtwind, der die Vor- hänge hob. Da— was war das? Ein Stöhnen? Frieda horchte auf. Nichts, nur das weiche, seidenweiche Raunen der Frühlingsnacht. Von der kleinen Kirche hörte sie die � tunde schlagen. Und dieser harte, kalte, eifrige Ton brachte ihr eine schmerzhafte Unruhe, brachte ihr aus einmal das Gefühl des Alleinseins, eine Angst vor der Einsamkeit, ein Bangen nach Menschen. War sie denn noch immer nicht gewöhnt, ihr Leben allein zu tragen? Brauchte sie immer noch die anderen? Es war doch schon lange genug, daß sie allein lebte. Aber jetzt hatte sie auf einmal förmlich Furcht, denn da war wieder das Stöhnen. Gewiß, ganz deutlich,'dicht unter ihr. wieder und wieder. Ein Kranker. Ein U-ugliick? Sie rührte sich zuerst nicht vom Platze, zitterte«Ar und horchte, ob niemand im Haus erwacht sc! und he-rbeikäme, um zu helfen. Ihr Herz schlug. Herrgott!— plötzlich warf sie die Stickerei weg. die ste noch in der Hand gehalten hatte, nahm die Lampe und kannte zur Türe. Das Stöhnen dauerte ja »«b fort anf Auf tot Tievv« hört« fit'#«rft recht laut. «s war unten, ganz gewibi Gott fr» Dank, die Türklinke gab nach, er hatte nicht zugeschloften. Frieda tastete sich durchs Atelier, durch den unordentlichen Wust von Lehr». klumpen, alten Gipsmodell err und hastig weggeworfenen Sachen, denn der Stöhnend« lag im andere« Zimmer und die Türe war nur angelehnt. Zusaminengekrümrnt hockte der junge Bildhauer zwischen den Bettkissen. eins davon fest in der» Arm geprefct und den«c»{ darauf gedrückt und konnte uictits hcransbrirrge». Cndlich. halb von gurgelndem Schluchten erstickt, murmelte er: �Krämpfe. Herzkrämpfe." Dd sie was tun könne, dielleicht einen Arzt hoterr? Cr schüttelte mit dein Kopf, dcutete anf die Trapsen auf dein Tische, er habe nicht mehr herausgekonnt, so furchtbar Ware»» die Schmerzen! ah— aht Endlich liegen sie nach, er streckte sich und schlosi die Augen, während Frieda rattos «eben ihm stand. Sollte sie bleiben oder gehen? In der Nacht sollt« sie bei dem frcniden jungen Menschen bleiben, was der wohl von il/r dachte? Aber wenn der Anfall Wiederkam? Sic sah sich nach einem Sitz um. und merkte erst jetzt, wie wackelig sie in den.ltnien war. Und da mufete er gerade die Augen anfmachenk Augenblicklich stand sie wieder aufrecht. „Ich habe Sie droben gehört, und bin deshalb gleich her. «ntergekoirwren. Kann ich jetzt noch etwas für Sie tun oder soll ich besfer gehen?" Huller streckte ihr die Hand entgegen. „Dank Ihnen stbön. Weil's nur vorbei»stk Sakre sind dos Schmerzen. Siek Ich bin lahm wie ei« alter Vsank, schon kang hot's mich nimmer so angepackt." Sie schwieg hartnäckig und sah ihn nur hilflos an. jJorts. sokgt.| Molott unö Schettopufik. V»» Alb) in Roth. ■jjuiui seltsoi» Benamste— und wirklich zwei eeClünne. Xet «in«»In JCttuifttiistlcr— b« andere ei» Krieckckünstler. Aber da» sog nicht heihc». daf> der'Scheltopnft?»in Sch»«llrg.,n«» als Hausdiener bei uns.inzuftetze». al» lebendige Masse-, Küchen- schabe», usw. Falle; kurz gesagt: als neues Haustier. Aber wie vergeblich das ist! Was schleicht nnd triecht. da? tan» der>swei- siistlcr Mensch i» seiiicui Haus nickt um die Küste herum back:». Wer aber eine zieinliche Ralion Mäuse zu rrnährcn hat, der lästt ihn vielleicht doch für einige Zeit tun seine Friste herumschleichen, loeniger uns Nutzlichkeitsrückfickle». als aus Luft am Amiisemeitt. Den» wie eine Maus von einen, Scheltopniik im Tanze» unter- richtet wird, das zu sehe» ist immerhin ein nicht«�tägliches Arnöse- ment. ES ist ja grausain, so rtw.,» zu sagen.>mn— wir Menschen nehmen doch für uns in erster Linie das:Hcchj in Anspruch, grausam sei» zu dürfen. Denn um was für eine« Tanz eS sich handelk. kann man sich de» teil. Ader es ist ein- Tanz, de» Maus und Lcheltopusik aufsüpern— er, der die Initiative habende Tänzer und Ii«, dl« hingedongsvolle Tänzerin. Mit einer ttcttdrndot ge- r.idezu horrenden und schwindlig macheichen Fixigkeit drehe» sich beide uuieinander. Und auch nur deshalb, um die Mau» schnchchlig zu mache», tut da» der mitleidig« Ccheltoposik. damit sie»ich»«cht weist, was«igentUch mit ihr geschieht, wenn ihr plötzlich der Kopf von 54 Zähne» zermalmt wird. Ten Eidechsen gegenüber gebraucht diese lustlose Echse ihre 54 Zähne zu Spästen. sie beistt ibnen bis Schwänze ob und lästt sie sich schiurckr». Davon ist die enlsckwänzte Vertvandtschast ja wenig erbaut. „Fnstlos" heistt diese Echse, diese» wie»i» gerade»ich! an- sprechend trussehmder. aber»der alle Waste« hinaus gemästeter Taujendfust sich«»»nehmende» schlangenartiges Wesen. Dast»in- inal Porderfüst» unker diesem kunstvoll zusammengefügten?lät«chen. geringel die Läuser gewesen sein können, davon zeugt keine Spur mehr, und von den hinleren Extremität»» ist nnr noch««»« An- deutung vorhanden: unförmliche Ttuninulche». die«an«der auch »ur als eine» Wunsch»ach einem Lausapparnt ansehe« kan»,«inen Wunsch« der nicht«rfultl worden ist. Hat Scheltopustk»un«inuiat Füste gehab: oder nur den Wunsch danach? Ist er. nachdem er rrft seinem Kresse» hat nachrennen müsse», in.bessere Verhält- niffe" hineingeraten und bat sich die Faste obge faulenzt sric die Abgötiin? Fch habe ibn in seinem innere» Va» nock nicht vor mir gehabt.— dann fümU» ich es präzis sagen. Dazu sind bei diesem . Zunicken läng"»och andere Merkmale vorhanden, die ihn als .Tissidenten" zwischen Schlange und Echse entlarv«». Wenigstens sagen die Bücher, dast sich bei ihm tvi» bei be» vchtange» die Vcr- grösterung der.'inen Lunge und eine Verkümmerung der«»deren zeige. Bermutlich hat er seine Küste sich obgefoulenzt. trotz t«i»er dentig«« Graz'.« im«rieckea. eben abgefaulenz« wie die Abgötli», die. wen» sse vier, fünf Wochen lang an einem einzig«» Ferkel»er- baut, es allerdings nicht nötig hat. dem.täglichen Brote»achzu- haste»-. E«»st dem Schelropusik o»it de» Fasten ergangen, wie c» wach einige«{ei scheu Propheten dem Menschen ergehen sollte, als der pferdelosc Wagen, das Automobil, durch die Welt zw brüllen »egsn«. E» ist ihm mit den Zützen ergangen, wie e» jene» kksbscn mit b«n Augen und mit den Zützen ergangm» ist— wie ei» stupider Sch bauch, der nur noch schluckt und verdaut, fitzen diese einst ganz Jöeawffjchen«rm«frunbe de» Wasser» fest und find»tind. Sie find eben i« ßs.glücklich« Verkältnisse gekumnum". dust ihnen die gebratene» Tauben in de««chnabek fliege», so datz ihnen Sehen und Sehe»»ergangen ist. Also wir M«»scheu wollen«»» schon au« ästhetisch»» Motiven«ich« wünsch«». b«ch ioicher Lckckraff. u träum»iiimal für uns in Erfüllung gehen«ächte: ich«enigftcuS möchte bei einer.WiederverL-rperung-«ich nicht auf dieser Erde als eine» plumpen Perdauungssack wirderfisiden. Wird der Ccheltopufik, dies rolbroune Hanzerhrmb. gar»her einen Meter long, der Aourikauer. der färben- und gestal!- w eckst lad« Proteus, der Axolotl. da» �lLasserspiel- de, Mexikaner. wirb ein« Handspan ne, eine gute. lang. Länger Hobe ich ihn noch nicht gesehen, auch bei uns io» Lguerimn nicht hinter blitzenden Glasscheiben— und dieser Hand spanne, wa» hat sie de» Herren Wiffnischofttern für Nüsse zu knacken anfgegeben— g«nge Fäuste»oll. fausttzick» Rüffek Wie sagt doch der gar nicht zu den wissenschaftlichen Tumorköpseu zu zählende Euvier«et Bezug auf dos..Wasserspiel"?— datz er sich genötigt sieht— er. kavier l— -den Axolotl unter die vicsckiecktrr mit bkeibenden Kiemen zu setzen", und nun die Begründnua:.weil so viele Zeugen versichern, »atz er letztere nicht verliere." Daneben herg,-schössen, kluger Herr. mau soll sich nicht auf andere derlaffe»— Franleiii Chauvin war sacht icher als Sie, war kritischer als ei» Minnerkopf, verliest sich nicht aus andere, kuvier hätte allerdings wie Baird sthen pvEen. datz dem. Aroioti. Molch doch zu deutlich das.Siepräge einer Kaul- guappr" aufgedrückt ist. zu deutsch dast er ein schwimineudes Baby ist und auch sein ganzes Leben bleibt. Sie Hab»ch b,r in dem kleinen FührungSbÄhel sür das Agnarium gesagt?..Ab nnd zu entfchtietzk sich der Mexikaner aber auch dazu, ei» Erivachsene» zu werden und von der kiemenatmende» Kindheit endlich Abschiei zu nehmen. Tann klettert er au» dem Fliissigen ans Trockne, legt die Biischeltienu'n beistite. lästt seine.studerkärnme am Schwnng der- schwnlben. wird ein« ganz vescheidene Saubre-te«nd atmek wie all« Land rotte» durch einfach« Lungen." I« einem der Arolotl-Behältnisse iieht«an nach geuonerer llmschnu— da» Tier verbirgt sich gern— ei» zartes feines Molch- wcse» mit einer Haut wie aus Menschenhnst gebitdet— zortrosig und von weichem Schmelz. Wie vor Scham verbirgt sich dstser .Nackende". Ein kleiner handucoster Tümpel daneben belehet niui. datz das ei» überlebtes Si-rbium ist, das»es Wassers, dotz man nichts mehr vo» der Wasserkur hält. Der Leib ist gnrtt»»d von jener schla»g«ttartig«u, gelenkigen Schönheit, wie wir sie von imscren beimischen Molch«», den seuerfleckige» und tziscanbebänder»«» kennen. Ganz ander» auf der gegenüberliegenden Seile in dem gläserne» Schwünenbassiu der Axolotk-BabieS. Ta krause» i« Racken und an den Oiefernseiten feingefiederte Büsthck hervor, bei dem einen wie aus zartrosa Papier znsammriigekräuselt. wie aus jene» ltzunstnelken der Fapaner herauSgenomiue», die das duftig zerteilte Blumengekräustl dieser Wüten so staunenswert nachzuahm«» veistehe». Und ober- und unterhalb de» breite«» SchweiirS eine ganz ansehnliche, ganz anständige Ruderslosse. die sich unten b>S an die krabbligen ivinziae» Hinkerbeiuchen heran- schleift«nd oben selbst anf dem Rücken sich a!« niedrigerer Ramm Modi M ta bei mVknavliftt VntUi�itW.%\t �tnk ftc«;,' luxfe htm Wog«x«ultiloii,»ail� dori»»ingetaucht, TN�even der Nrcrdperchtxn und d»ch zugleich Kin»«r de» reinen Luftära. i»«itn sie mar»ollen» Fräulein Chauvin wutzi« mit ihre« seauenhast»r»i«herisch»u Talent, dad«an bei einig«» Wesen da««tolle,», den Willen, nur 'körten»wfe. um ihn»um Herrn nicht nur der..Situation', andern auch de, ttörvergei'.ilk zu mochen,»mm Vräger und Ilm. ormer der äufeere,» Silduageu und selbst der inneren Orgoni- 'otionen— wo« ja auch, in» Bersrmert« umgedewHt. für den Menschen gilt, ein männlicher gorscher»vollte dies- Srziehung zu» Willen mit Eetoakt durchsetzen und schnitt den Tieren, um sie zur Verwandlung in Landmvlehe zu zw in gen. brutal die stiemen ab. jene nekkenzarten Büschel, die im Waffer alle paar Sekunden >if» aussöcheln. um die Lust au« dem Waffer zur Ätmung zu .ehen. So rabiat war„nn Darneril, di-scr Gewalt«pödagogr. doch nicht, bafe«» gleich aus beiden Seiten die Kiemen herunter- :i»siert». sondern kl«oerweis« jedetmal nur aas einer Seite. Lud war'»»ncht. al» ob ber Axolo«! de» spurigen Ztlugkopse« beiuilich :rnb still« hohnlacht«? tSach ein paar Tagen sproßte die abge� schnitten« Kieme in neuen Büscheln herdor. b»« link,— und wiederum nach ei» paar Tagen auch die später abgeschnittene rech», llud Üms.. sechsmal Hub der«»«dauernde hartnäckig««rolotl sein heim- tkche» Pille« Hohngeläehier an und— starb. Nur einige fügten sich dem blutigen Messer>»« Aen>altSpädagogei!..aber sch»r>«rtich ist nran berechtigt, anzunehmen, daß die» insolg« der Verstümmelung ihrer Kiemen geschehen sei'i Lllsot Au» den weniger rabiat»uiunlichen Versuchen Fräulein n» gebt hervor, daß es ans auderen Ursachen beruhte. Ei« begann ihre Experimente mit fünf ungefähr erst eine Woche alte» kleinwinzigen Cxowtilarveir. Wie sagt diese Dame?.Bei der aufeeror deutlichen Zartheit bieser Tier« übt die Beschafsenheil und War»» de» Waffe cS und die Art und Menge de» gereich»«» Futter» namentlich in der ersten Zeit den größten Einslust an», so datz man nicht vorsichtig genug in deren Behandlung s«in kann.' Welche diel verstand»iHvoller« Art als die mit dem blutigen Messer. Bald sah die s« schickt» Forscherin, dost Larven tängere Zeit immerfort an der Wasseroberfläche berumdugabondierten. Elleich nahm sie ein« de» deutend flachere Schale und kam so den Lustgelüsten der kleineu Sänoimme: schlau entgegen. Einigr Tag« darauf wnrdc da« Waffer nach vermindert, so dost vi« iwissrnge» Zögling« direkt beim Herum- krabbeln mit der Lust in Berührung komme» mustten. Da be. gan»«» schon die erhossten Wirlnirgen sich zu zeigen: tatsachlich schru mpften noch und nach die Wnfferiungcn»in. die Kiemenbüschel. Dabei suchten die kleinen Lusttoniamenlca immer lieber seicht« Stellen ans. einig« verkrochen sich schon gänzlich im nafien Moose. Zu dieser Zeit machten sie sich zugleich au« der ersten Haut hcruu« — ja. e« tvar ihnen vielleicht tatsäeMich in dieser Berwandelnng» zeit so wie.um au« der Haut zu sahreu" zu Gemüte. Denn auch der Stückenkamm schwand zusehends, olle» war m pruteuSartiger Umgestaltung begrifsen, bis enbtich nach vrrhöi tri iSmästig kurzer Zeit der Salamander aalglatt seinem ersten Etemcnt endgültig Aalet sagt« und dem ErziebungStalent seiner Pfleger!» da» beste Zeugnis durch seine tadellose Salau«ander-GenUemanerschei»iuitg ausstellte. Wa« haben nun die»och klügere,» Köpfe gesagt? Der klxolotl sei nicht eine Fortschrittaform. sondern eine Rüäffchiageform. Früher sein» sie schon einmal ausgebildete Molche gewesen, dann aber seien sie zur Tilubialzeit in den Salzseen Mexiko« wieder zu Fisch- molchen geworden, seien wieder aus die beutige Stufe zurück- gesunlen usw. usw.... Phantasie»! E« besagt genug, wenn noch hinzugesetzt wird, dost in salzhaltigen«icwäffeni der Äxolotl überhaupt keine Kieme rührt, sonder« krepiert. Die Macht der Entscheidung. Von Her»««nn Horn. Am frühe« Morgen wacht« Frau Barbara wckenb aus die Altane stieg. Verzückt streckte sie die Arm« gegen den Himmel und strich sich lieblosend mit den Hä»che» über die Brust nnd elektrische Licht n>ch besah ihre» Äßrjnr, der ihr fv ungeahnt« Liist« versprach, im Spiegel. Wohin hätte da» sie wähl geführt—»vcnn st« ihm innstgogavgrit :väre? Damals lackst« jemand ans irgendeinem Fenster, und ihr Rai»» reg!« sich. To halte sie da» Lieht auitgedoeht und war in de»» hintersten Winket de» Raumes geeikt, zitternd und l»olbl»t voll Angst. Ader cille» war ruh-ch geblieben. Die Kinderaugen ihrrS kleinen Bruders wäre» ihr d,i»>,,l« zuerst e ingesalle», dann wie ihr Mann um sie geworbra hiitte. ihr Vater, die Mutter Fetzt fühlte sie wieder deutlich, wie ihr in jener Srockit gewesen war. Sin Schneefall weicher, schwerer Flocken war über sie ge« gangen nnd batte sich lies in sie gesenkt. Eingehüllt in diese» schwere Wesir HI, wachend und»och von schweren Düften dumpfen Fuhlens wie von Schlaf umweht, hatte sie gelegen, bl< ihr Ran« erwacht loa,. Da halte sie gemerkt, wie ,r sich dem gebeugt Halle, wie gern»r ihr eine stille Herrschast einräumte. Es v>ar ein Glück, da» sich weit ausdehnte und sich doch nie verlor. Ihr Vater tvar rot. ihre Mutter hack« sie gescholten, ihr Rann betrog sie. ihr Bruder war ein»»erdorbener June.« gewordeil. Sie war errötet, hacke von all dem nichts wiffen wollen; alle» in ihr war ganz von selbst immer ivieder zu jenem dunklen Fühlen zurückgekehrt. Es Halle ihr Würde und Stärke. AchUmg bei den Kindern und in de. Gesellschaft. Heiserkeit und Freude wie reiche und süß« Stunden de» Glücke» geschenkt. Es schien in ihr verborgen, bloß zn atmen brauchte sie kies, da umwehte es sie. Sie erinnerte sich, wie oft sie den Klagen der anderen Menschen mit einem erstaunten Lachet» gelauscht, wie dies Fühlen ihr leicht, Ivad andere ouswühtkc und zerstörte, vom Leib« geschoben. Wo war es jetzt,—- hat Vi» die anderen Mensche» recht?— Hätte sie damals je»»» andere» Weg gehen sollen.— oder hätte si< Mann und Welt ein absichtsvolles Wollen entgegensetze» müssen?— Fetzt machte dies Fühlen sie schwach und elend, sie wußte nicht, wie sie ihrem Manne»nd der Welt begegnen solle; und ein Schauer überlies sie wie ein Bangen vor dem Tode.— Begann hier schon das Ende deck Lebend?— Sie erhob sich, kleidete sich in ihr Morgentleid»nd ging mit chrem schweren, schönen Gang« durch de» in, Dunkel des Winter morgens liegenden Korridor nach dem Eßzimmer. Bevor sie eintrat, vernahm sie die lärmenden Stimmen ihrer Kinder, die sich zum Ausbruch nach der Schale rüsteten. Da der» mochte sie nicht einzutreten, ihr erhobene, Fuß sentte sich nicht und ihre Hand, die dir Klinke der Tür gefaßt halte, vermochic nicht zu drücken. Sir ging stumm zurück, woher sie gekommen war nnd setzt« sich, als sti sie erstarrt,»»i das Bert. Ihr irnvr, als sei ihr ihre eio-rüe Liebe zu Kind und Ma;n genommen und ans ihr heransge'rtzt. und dafür müsse sie nun all ihr Lebtag eine plumpe und häßliche Lüge festhalten. Da siel ihr piötzlich ihr jüngste» Töchterchen ein, dos noch im Mickekkiffeii war'Sir saht in einer wilden Empfindung ans und rannte nach dem Kinderzimmer. ' DaS Kindermädchen ljotie die Kleine gerade gebadet und auf dem Wickeltisch auf ein Kissen gelegt wo es mit den runden Beinchen ilrumpelte. Das Mädchen beugt« sick Über das Kind, hatte es in beide« Händen und jchüttette es. ihm zärtliche Amme,nvocke gebend. Die Mutter stürzte aus da» Kind..Fort!" rief sie dem er» schrockenrn Mädchen z»...hinaus", und deutete nach der Türe. Al» dick' bestürzte Ding sich entfernt hatte, beugte sich Rch SKuttec filfc rfir äh'nb, fergruO iljt Gefixt in bem H einen Scib imb bind/ in einem Strom von Zvä/ten etai. Donn nahm sie es auf den Schoh und betrachtete cS mit überströmenden Augen. ..Ach," sagte sie,„Dlch kann ich noch lieben, aber was nützt eS Dir. Du armes lleiucö Mäuschen, nun bist Du doch nichts anderes als ein Kind deö Sckimerzes nnd cS wäre Dir besser, Du wärst nicht geiOoreul" Das Kindermädchen in seinem Schrecken war inzwischen zu dem Herr» gelaufen, um zu erzählen, wie seltsam die gnädige Frau gewesen, und der kam in Angst langsam zur Türe herein. ..Varbara." sagte er. und als er sie so sitzen sah, guoll dem sloUen nnd schönen Mann das Wasser zusammen,„Dll bist doch immer das Gute für mich gewesen, sei mir jetzt nicht so. ich bitte Dich!" Da erhob sich Frau Bar'>ara und schioankte.„Nimm das Kind." sagte sie.„ich lasse cS sollen!" Langsam strömte wieder dies Fühlen in ihr auf, sie errötete und sagte nach ihrer Gewohnheit:„Ich weiß, was ich von Dir und mir zu halten habe"— und nach einer Weile sagte sie mit einem tiefen Seufzer:„Wir Frauen lassen uns so gern bctriigcii!" Kleines Zeuilleton. Ein»euer Fleischersoh. lieber eine Erfindung, die vielleicht von großer wirtschaftlicher Bedeutung werden kann, berichtet Professor Bitlor Grase im neuesten Hefte de»„Prometheus". Es ist dem Gelehrten gelungen, aus ganz wohlseile» Absallstoffen einen neuen Fteischersatz herzustellen. Als AliSganasstofte dienen Oelprcß- luchen. die bisher für die Hndustne ein lästiger Ballast waren. Sie enthalten noch reichliche Mengen von Fett »nd Eiweiß, waren jedoch bisher weder als Futterstoffe für Bich noch sonst recht zu verwenden, aber durch die Grafesche Erfindung scheinen sie wirklich zu einem billigen Nahrungsmittel werden zu sollen. Roh kosten die Oeltzreßkuchen etwa t3 M. für Ivv Kilogramm� sie enthalten»eben V bis 11 Proz. Fett LS bis 40 Proz. Robprotein und H bis 0 Proz. Rohfaser. Grase macht sie völlig geruch« und geschmacklos, indem er zuerst die Oclrcste entfernt. Die dabei gewonnene Seifenlösuna wird, nachdem das Eiweiß daraus aewonnen ist, verwertet, und die jetzt fettsänrefreien Kuchen, die noch vunkel gefärbt und auch noch nicht ganz geruch- und ge- schmacklo? sind, werden jetzt»veiter behandelt. Womit dies geschieht, verrät Grase vorläufig noch nicht. Nach der Behandlung damit ist ein Scsainluwcn von M> Proz. Eiweißgehalt vorhanden, der außerdem auch Rohsasern und stickstossreie Extraktivstoffe enthält. Da» lösliche Eiweiß wird hieraus durch Sodalösung ausgekocht, und kann dann mittel« Nährpräparat oder als Zusatz zu Nahrungsmitteln verwendet werde», und der vom löslichen Eiweiß befreite Preßrück- stand, der etwa 48 Proz.»inlösliches, verdauliches Protein enthält, ist vollkommen geruch« und geschmacklos und enthält wenig unverdauliche illohfasern. Dem so erhaltenen Stoffe kann man durch Zusätze von Gelatine usw. jeden Grad von Festigkeit und durch Gewürze und Gcschmackstoffe jede Art von Geschmack verleihen.„Ich habe daraus durch Beizen mit der von Metzgern als werllos weg- geworfenen Selckerbriihe nnd durch Zusatz von Blut ein Wurst» füllniigSmitlel gemacht," berichtet Professor Grase,«das schon an sich infolge seines Hobe» Nährwertes hohe Qualitäten besitzt, sicherlich aber als Zusatz z» Wursthackfleisch ungleich höher steht als jenes un- sagbare Mixtum compositum, daS heute dazu verwendet wird." Man kann aber auch durch geeignete küchenmäßige Zubereitung aus Sesamluchen ein vorzügliches Wildhhafchv inachen, aus der fein- gemahlenen Erdnuß durch Zusatz von Gelatine eine Art Streichwurst und wenn man bedenkt, daß bei Fleisch der Gehalt an verdaulichem Eiweiß rund 25 Proz. der Trockensubstanz beträgt, die ihrerseits wieder nur 20 Proz. vom Frischgewichtc deS Fleische? ausmacht. so daß also der Fleisch-Eiweißgehalt nur 5 Proz. des Frischgewichtes beträgt und im übrigen auch hier Zusätze und die bei der Zube- reitung enlstchcnden Stoffe Geschmack»nd Aroma hergeben, so wird man gewiß dem so verarbeiteten Preßkuchen als einem billigen Flcischersatz Aufmerksamkeit schenken dürfen." UeberdieS hält sich daS hergestellte Produkt im trockenen Zustande unbegrenzt lange imd ist also ein vortrefflicher Rohstoff für Konserven. In feingc- mahlenem Zustande ist dnS neue Nahrungsmittel auch als Mehl zum Backen verlvendbar. Völkerkunde. D i c F r e n i n I r l a n d nnd im Ausland. Die Siasic, aus der die angestammte Bevölkerung Irlands hervorgegangen ist, sind die Gaelen. Ihre Nachkommen werden heute hauptsächlich durck, de» katholische» Bestandteil der Bevölkerung vertreten, während die Einwohner anderen Bekenntnisses teils aus England, teils ans Schottland stammen. Die gnelische Nasse ist aber heule nicht mehr rein, sondern eine Mischung ans gaelifchem Blnl mit allen anderen Raffen, die vor und»ach diesem keltischen, wahrscheinlich»un daS Jahr 1000 anS Rordspanien eingewandertem Volk in Irland ansässig gewesen sind. Vor den Gaelen tvnrdc Irland von de» Menichen der jüngeren Steinzeit bewohnt, den un- bckanntei! Erbauern_ der großen Ctcindenkmäler. und später 'Kcraulw. Redakteur: Alfred Welepp, Neukölln.— Druck u. Verlag: folgten die(ßilten, Dänen, Normannen»nid SilaHifer. Die Kriege, die der Reformation nnd den Kämpfen der Stuarts folgten, schädtgtei» die irische Bevölkern»« migcmein. Bon L'/, Millionen, die im Jahr 1500 vorhanden gewesen sein sollen, waren nach einem knappe» Jahr- hundert am Ende de? Cromtvellschen Krieges nur noch 000000 übrig. Später nahm die Volkszahl wieder stark zu mid erreichte ihre größte Stärke niit rund 8'/t Millionen im Jahre 1845. Daiu» brach die große Hungersnot rnis, die in drei Jahren nahezu 1'/, Millionen Meulchen hinraffte. Der Verlust blieb aber nicht auf diese Ziffer beschränkt, weil damals die zuerst nach dem Krieg von 1812 be« aounene Auswanderung nach Amerika eine» großen Umfang annahin. So»st eS gekommen, daß jetzt die Bevölkerung Irland» nicht mehr ganz 4'/, Millionen beträgt. Die Entvölkerung ist zum größeren Teil auf Kosten des yaeliichen Teil» geschehen, dessen Ber- hältnis, soiveit es ans der Religionöstatiftik geschlossen werden kann. von 88 auf 74 Proz. zurückgegangen ist. Die irische Auswanderung hat, wenn die geringe Ausdehnung de» Gebiets in Anrechnung ge- bracht wird, ganz erstaunliche Ziffern erreicht. In den letzten sechzig Jahren sind»ach den anlttichen Feststellungen etwa 4,2 Millionen Menschen au« Irland ausgewandert, also fast ebenso viele, wie jetzt überhaupt»och in Irland wohnen. Davon sind etwa 3 Millionen nach den vereinigten Staaten gezogen. Obgleich seit 1870 die Zahl der in Irland geborenen Beloohner«n den Verelnigtcn Staaten ständig ab« genommen hat, wurden in» ganzen noch durch die Volkszählung von 1910 in der Union mehr als 4'/� Millionen von irischer Geburt oder Abkunft ernrittelt. Dabei sind d,e Einwanderer irischen Blute» a»»« England und Kanada noch nicht einmal»nitgerechnct, ebensowenig die Mischlinge. Die»»eisten Ire» leben in« Staat New York, nämlich mehr als eine Million, demnächst in Massachusetts illid Penn- sylvaniei». Nach der letzten britischen Volkszählung 1911 hatte Irland 4 300 210 Einwohner, die bis auf 157 037 sämtlich im Lande geboren waren, und davon waren rund 3'� Millionen von alten» gaelifchem Stamm. Ii» England nnd Wales»vurden 375, 325 Per- sonen irischer Geburt gezählt, in Schottland noch 220 000. Die Iren sind aber auch außer Nordamerika weit in der Welt verbreitet. In Australien gibt eS ihrer 850 000, in Südafrika 100 000, in Kanada 090 000, in Argentinien ellva 15 000, iin übrigen lateinische» Amerika wahrscheinlich erheblich mehr und außerdem wohl noch etwa 20 000, die in der übrigen Welt zerstreut sind. In» ganzen ge- nommen könnte daher die in Irland geborene Bevölkerung ans gegen 7 Millionen veranschlagt werde», also immer noch um 10, Millionen lveniger als vor 70 Jahren auf der„Grünen Insel" allein lvohnten. Würde»nan die gesanite Menschenzahl yaelischen Bluts auf der Erde zusammenfasse»», so würde sich vielleicht eine Ziffer von»»ahezu 20 Millionen ergeben. AuS dein Pflanzenlcben. Dab Begießen der Blumen. Die Blumenpflege ist nicht so leicht, lvie»»an im allgemeinen annimmt: eine Kleinigkeit. die man versieht, kann»»itnnter eine Arbeit von Wochen nnd Monaten verderben. Der Gärtner Ivetß da« und handelt auch streng danach. Der Laie aber begeht in seiner Unkenntnis mir allzu oft lchwere Fehler. Meisten? sogar beim Begießen. Auch da? Blumen« begießen ist eine Krmst. Die verschiedenen Pflanzen erfordern ver- schredeneS Begießen. Licht. Luft und Temperatur wechseln täglich und verändern airch bei den Pflanzen daS Bedürfnis nach flüssiger Nahrung. Ein Zuivcnig ist hier ebenso schädlich lvie ein Zuviel; beides kann den Tod der Pflanze herbeiführen. Zunächst benutze»nan eine Gießlanne n»it Brause l dadurch wird da» Wasser gleichmäßig verteilt, und Blätter>md Stengel werden durch da» auf sie spritzende Wasser erfrischt. Man gieße überhaupt immer„von oben" herab, so daß die Pflanze eine richtige Donche erhält, lvaS sehr wohltuend»nd zugleich auch reinigend wirkt. Da? geeignetste Wasser zum Gießen der Pflanzen ist Regen« iv asser. Da die? aber den Städtern nicht zur Verfiiglmg' steht, so soll man nur abgelagertes Waffer, da» heißt solches, das einige Stunde» der Sonne ausgesetzt war. verwenden. Aber auch daS läßt sich mitunter schwer durchführen. Jeden- falls achte man aber iinnier darauf, daß die Teinperatnr deS WafferS höher ist als die der Luft. Die beste Zeit zun» Begießen sind die Morgen- nnd Abendstunden. Witt man ganz peinlich sein, so gieße man bis Johannis früh, da bis dahin die Nächte noch immer kühl sind und daS Wasser de» Boden kalt»nacht. Nach Johannis gieße man abends, da die Soiiiicnstrahlen vom frühen Morgen schon so intensiv wirken, daß daS Wasser zu schnell verd»instet, ohne daß die Pflaiizei» genügend Nutzen davon haben. Niemals gieße man aber, ivenn die Pflanzen gerade von der Sonne beschienen sind, denn da« durch werden sie in ihrer Entwickelmig geschädigt. Beim Blninei, begießen sollte»nan es sich zum Prinzip machen: einmal, aber tüchtig. Ein einmalige?, reichliche» Begießen ist viel vorteilhafter, als ein mehrfaches, sckmmcheS Ueberfpritzen. Pflanze»», die sich in der Zeit ihrer ersten Entwicklung befinden, bedürfen einer häufigeren Bclvässernug. Eine Beimischung von Jauche zum Gieß- waffer, wem» sie nicht zu stark ist, bekoinmt den Pflanzen sehr gut. Man muß aber in diesem Falle darauf achten, daß die Fl'ffsiiflnt nur ans den Boden und nicht auf Stengel und Blätter kommt. Wasser, daS sich in den Blumenuntersetzern gesammelt hat, gieße man migenblicllicki fort, da sonst die Wurzelsaseru leicht durch die- übermäßige Feuchtigkeit zu faulen beginnen.___ � BörwärtöBüchdruckcrciu.BerlagSanftaltPaulSingerLiEo.,BerlinS�/7