« 9t. 203.— 1911 Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Goethes Mutter in Kriegszeiten. »Wir leben hir in täglicher Angst nnd Gefahr," schreibt Frau �iat Goethe am 4. Dezember 1792, als die Franzosen vor den Toren "er Stadt Frankfurt standen,„und wenn ich einen gran Furcht Mehr hätte, als ich Gott sey Danck nicht habe; so ginge ich in die weite Welt.. Mit großer Schärfe wendet sie sich gegen die Ver- breitung von Lügen und Verleumdungen, da diese nur geeignet imd, eine hereinbrechende Gefahr zu verschlimmern. Den wohl- meinenden Rat, zu ihrer Sicherheit nach Weimar zu kommen, mhnt sie entschieden ab. Ihr Haus ist ständig voll Einguartierung. tfrcund und Feind muß sie Obdach und Nahrung geben, und sie tut es, gibt jedem in gleicher Weise und ist besorgt, wie die Mutter Um ihre Kinder. Wie sie nur lebensfrohe Menschen, keine jammern- den und verzagenden, um sich sehen kann, so soll selbst der un- «ebetene Gast des Hauses sich über nichts zu beklagen haben. Ihre Frohnatur laßt sie schon vier Wochen später schreiben, daß der Himmel voller Geigen hängt,»alle Tage wird gcdantzt". Und das, obwohl im wenige Tage später berichten muß, daß durch die vielerlei Ein- chturherung ihr Haus»zum Erbarmen schmirig" aussieht und sie w» volles Jahr braucht,»biß alles wieder in vorigen Stand mumr". In einem anderen Briefe berichtet sie von der Gefahr, »tzauß und Vermögen in die Luft fahren zu sehen", aber wir suchen vergebens nach einem Wort, das sich wie Angst vor dem Leben vnhört. Und das auch dann, als sie nur drei Wochen darauf sagen Muß...wir sehen und hören aber Tag-täglich nichts als Bomppen p Kugle— Pulver-Wagen— Blesirte— Krancke— Gefangne , g- Tag und besonders Nachts gehts Canoniren beynahe an mnem fort.. Rit 63 Jahren lehnt sie den wiederholten Rat ab, sich in �fcherheit zu bringen. Sie, die alleinstehende Frau, meint:»wie wurden sie hauhen wenn sie ein lehr Hauß antrefen!" Di« Kriegs- wirren ziehen sich jahrelang dahin, und in der Gegend um Frank- lurt toben die Schlachten. Wieder ein Jahr später hat sich»ein pamschee Schrecken über gantz Franckfurth verbreitet", aber sie M-wkt nicht ans Weggehen und hat nicht die geringste Furcht. Don Stemmen weicht sie aus, um sich nicht auch noch den Kops verdrehen lassen, denn Furcht steckt an wie der Schnupfen, da kann„jede , anß und jeder Strohkopf sein Scherflein wischi wascht anbringen". uis Beweis, daß auch die ungeheuerlichsten Gerüchte geglaubt wer- �u, gibt sie»unter Tausendt ein Geschichgcn". ES ist so bezeich- veno, daß es noch heute zu Nutz und Lehr bekannt zu werden "erdtent: »Den 3 Jenner kommt Abens um 7 uhr Frau Elise B e t h- ? u n n im Nachthabit, außer Odem zu mir gerent— Räthin! tevc Räthin! Ich muß dich doch von der großen Gefahr benach- schttgen die Feinde bompardiren Mannheim mit glühenden fi*"— l>er Commandant hat geslcht, länger als 3 Tage könte er vch nicht halten u. d. m." Und nun hören wir, wie sich die alte Krau bei Empfang dieser Nachricht verhielt:»Ich bliebe gantz ge- .ftSe»— und sagte eben so kalt— wie machen sieS dann— daß {j?. Mannheim beschießen können— sie haben ja keine Baterien Mteßen sie dann vom flachen Ufer hinüber— da werden ja die vglen biß sie über den breiten Reihn kommen wieder kalt— und der Commandandt zu tun gedenkt, wird er schwerlich aus- ■v'Mlnlen laßen— woher weiß denn das euer Corretzpondent— vtzreibe du ihm, er wäre ein Haßenfuß— So ein Gerüchte ver- 1*>. ,fich nun, und da die Bethmanns als gewaltige Leute be- vdt sind, so glaubt alles sie Habens aus der ersten Quelle." ... seitdem hatte Goethes Mutter auf unglaubwürdige Nach- . Wien die Antwort:„Das find feurige Kugeln aus der Bethmann �.vvr Fabrik." Im gleichen Briefe teilt die Frau Rat noch mit, w die Bürger fliehen und zur Flucht rüsten, und schreibt:„Ich 0111 l>aß alle feigen Memmen fort gingen, so steckten sie die .-�ern nicht an. All das Zeug und wirr warr hat mir nun Gott! «« noch kein« trübe Stunde gemacht— ich schlafe meine stunden nett hinweg— eße und trinke was manirlich ist." �. Am 17. November 1794 schreibt Frau Rat Goethe, daß die �vtahr fitt Frankfurt wieder zu wachsen beginn«.„Meine jetzige �quartirung ist gut, und belästigt mich sehr wenig... Zwar jz", � in meiner Küche— brauchen meine Mägde als Wärens etim e'Snc— aber alles das macht keine große Unruhe— dann ich-mu� ,nnnn doch tragen." Wie hätte da manch anderer ae- k?"vdlt und starke Worte nicht genug finden können. Sie aber Hia ion Nch:„UebrigenS befinde ich mich sehr wohl nach Leib �i? Seele— weiß von keiner Furcht— laße kommen was ich ändern kan— geniße das gegenwärtige— und da ich die Aft t n des großen Rades nicht aufhalten kan; so wäre es ja ��heit�drüber zu greinen daß mann so schwach sich fühlte." � Die Erstürmung öer Mühle. VonEmileZola. ».»Wie liebe ich Dich, ssran?oisel Du bist ebeno mutig Ich hatte nur eine Furcht: sterben zu müssen, ohne jew t,!?r�er aesehen zu haben... Aber Du bist ja da. und jj?? jjöflen sie mich erschießen. Wenn ich ein Mertelstündchen w geplaudert habe, dann werde ich bereit sein." t Allmählich hatte er sie an sich gezogen und sie stützte ihr �?upt auf seine Schulter. Die Gefahr näherte sich ihnen. vergaßen alles in dieser Umarmung. "Ach! Franvoise!" sprach Dominique mit schmeichelnder erw""6 weiter; heut ist Sankt-Ludwigswg, der so lange le» unserer Hochzeit. Nichts darf uns scheiden wir doch beide zur Stelle find, treu unserem Stell- aieni. Nickst wahr? um diese Stunde bricht der Hochzeits- Qn?" pso, ja," wiederholte sie,„der Hochleitsmorgen." tauschten zitternd einen&uß aus. Aber plötzlich wtc ssijj[0§/ die entsetzliche Wirklichkeit erhob sich vor veirst Geiste. llv- wüßt fliehe«," lallte sie;„Du mußt fliehen. Laß n5 keine Minute Zeit verlieren.". sie w nk 0*5" die Arme in den Schatten ausstreckte, um wieder zu erfafien, bat sie von neuem: >viW•'"w" wich, Dominique... Wenn Du stirbst,, so s°;I lch auch sterben... In einer Stunde wird's Tag ••. Ich will, daß Du sogleich ausbrichst." eis-..setzte sie ibm rasch ihren Plan auseinander: die .Leiter reiche bis hinunter zu dem Rade: dort könne er i" auf die Speichen stützen und ins Boot gelangen, das ifirO a-�viung hinterm Rade liege. Es würde ihm dann cnu w'n das andere Ufer des Baches zu erreichen und zu aonnnen. ..Aber es müssen dort Schildwachen stehen." meinte er. »Eine einzige, gerade drüben am fsfuße der ersten Weide." "Und wenn sie mich sieht, wenn sie Lärm machen will?" H �vancloiie bebte. Sie drückte ihm ein Messer in die t».�-.das sie mit heruntergebracht hatte. Ein Stillschweigen Qk etil. t"Und Dein Dater und Du?" ergsiff Dominique wieder � Wort.*31 ein, nein! Ich kann nicht fliehen«.. Bin Aehnlich am 19. Januar 1795:„Wenn nicht Friede wird, so fürchtet mann sehr aufs Frübjahr.— Ich habe mich Gott sey Danck noch nie gefürchtet— und jetzt mag ich nicht anfangen— müßens abwarten— nehmen einstweilen die guten Tage mit— und grämen uns nicht vor der Zeit.— Ein einziger Augenblick kan alles um- gestalten." Immer ist sie voller Hoffnung, immer glaubt sie fest daran, daß selbst die größte Unbill noch etwas Gutes bringen könne. Kriegsbrand hält sie für die schrecklichste Not, aber sie wird in ihrer Hoffnung nicht wankend, daß daraus nur etwas Schöneres und Vollkommeneres entstehen müsse. Darum wendet sie sich gegen die Angsthasen und Memmen, weil diese in ihrer Furcht gerade das Verkebrteste tun und nur die Verwirrung und das Unglück vergrößern. Selbst als die Bürger in hellen Scharen die Stadt Verlaffen, mit Sack und Pack davonstürzen, die Stadt bombardiert wird und viele Häuser in Brand stehen, sitzt sie, die alte Frau, mit den übrigen Hausbewohnern zusammen in einer Stube und geht rubig zu Bett und schläft, als endlich das Grollen der Kanonen verstummt. Der Anblick vieler erschossener und verwundeter Bürger bricht auch scbließlich diese Ruhe, und sie ergreift eine Gelegenheit, um nach Ofienbach zu gehen. Doch bei der Kunde, daß die Stadt übergeben sei, eilt sie noch vor dem Einzug der Franzosen zurück, damit diese ihre Wobnung niwt leer antreffen. Wenn sie in ihrem Hause in Ruhe gelassen wird, ist sie froh, dann mag sie sich um die Welt da draußen und um die Lenker der Ge- schichte nicht kümmern. Manchmal schreibt sie, daß sie durch die jahrelangen Kriegswirren der Sache bald gewobnt werde. Aber ihre wabre Herzensmeinung dürfte doch die vom 1. April 1794 sein: „Heute habe ich unfern alten Bekannten Peter Melchior zum Mittagessen— da wollen wir eins schwatzen— 20 Jahre uns zurück denken— Krieg und Kriegsgeichrei soll nickt in Anschlag kommen— die großen Herren mögen sich einander bescheißcn, das ist doch das rechte Wort. Das soll uns nicht kümmern. Der Chur- fürst von Cöln räumt, so sagt man, sein Argies(Archiv)— und zwar nicht aus Furcht vor den Franzosen— Ha! wenn die Sage wahr wäre— da lachte ich mir einen Buckel!" Aussprache von Kriegsnamen. Von W. Holzmeie r.� HI') Nun also zum Russischen und Polnischen I Da muß ich zunächst estehen, daß ich hier nicht mehr aus persönlicher Kenntnis und Be- errschung der Sprache heraus reden kann. Ich kann also nur das bieten, was ich in bezug auf die Aussprachegesetze aus den Angaben der einschlägigen Bücher weiß. Doch ist immerhin zu bemerken, daß es sich hierbei nicht etwa um ein gestern begonnenes, sondern um ein von jeher gepflegtes Studium meinerseits handelt, das hervorgegangen ist aus einem ziemlich lebhaften Interesse an Gegenständen der sprachvergleichenden Wissenschaft. Dazu kommen mancherlei persön- *) Wir bringen den Artikel über die polnischen Namen noch vor dem über die englischen, da er jetzt mehr interessieren wird. Bei dieser Gelegenheit noch eine Ergänzung des französischen Teiles: Die Richtigkeit der Namensform Leopold für„Lemberg", von der im ersten Artikel die Rede war. ist umstritten,(Dies einigen Einsendern zur Kenntnis,) In Tbibaut, Französisches Wörterbuch, 131, Auflage, 1896, steht auf Seite 285 des französisch-deutschen Teils unter dem Artikel Löopold folgendes: 1. Leopold, 2, Lemberg(Stadt in Galizien). Aus Seite 783 des deutsch-französischen Teils steht unter .Lemberg" als Uebersetzung:„Leopold". Die Form Löopol, die in der 150. Auflage deS Thibaut vom Jahre 1908 stehen soll, findet sich in der oben genannten 161, Auslage überhaupt nicht. Ohne Zweifel ist sie die grammatisch und entwcckelungSgcschichtlich korrek- tere: aber eS fragt sich, ob nicht gerade das sie verdächtig macht. Selbstverständlich ist eS ein Ouarsch, aus Osoxoli» Leopold zu machen; aber eS ist derselbe Quatsch, der auS äkedio- lanum und Milano Mailand gemacht hat: in dem lateinischen und italienischen Namen steckt weder etwas vom.Mai" noch etwas vom„Land"; aber da? Volk paßt in solchen Fällen die fremden und ihm unverständlichen Töne andern ihm vertrauten, die ähnlich klingen, gerne an, und so hat der franzö« fische VolkSmund diesen Namen offenbar mit dem bei österreichischen Fürsten so häufig vorkommenden Personennamen Leopold in Ver- oindung gebracht.— Wir bemerken noch, daß in den ersten Artikeln ein paar kleine Satzfehler unterlaufen sind, die aber für den Zweck der Sache belanglos bleiben. ich nicht mehr da, dann werden die Soldaten sich an Euch hglten, werden Euch vielleicht massakrieren. Ihr kennt sie nicht: sitz haben mir Pardon versprockien, wenn ich mich bereit- erklärte, sie durch den Wald von Sauval zu führen, finden sie mich nicht mehr, dann sind sie zu allem fähig." Das junge Mädchen ließ sich auf keine Diskussion ein. Sie hatte auf alle Gründe, welche er vorbrachte, die einzige Antwort: „Aus Liebe zu mir fliehe- Dominique. Wenn Du mich liebst. Dominique, dann bleibst Du hier keine Minute mehr." Daraus versprach sie ihm. wieder in ihre Stube hinaus- zusteigen, man würde dann ja nicht wissen können, daß sie ihm beigestanden hätte. Sie umarmte ihn dann und küßte ihn, um ihn zur Enficheidung zu drängen, mit einer außer- ordentlichen Leidenschaft. Er war besiegt. Er stellte nur noch eine einzige Frage „Kannst Du mir eidlich versichern, daß Dein Vater um Dein Vorhaben weiß? daß er mir zur Flucht rät?" „Ja, mein Vater hat mich geschickt," antwortete Franc-oise mit Kühnheit. Sie log. In diesem Augenblick fühlte sie nur ein un- ermeßliches Bedürfnis, ihn in Sicherheit zu wissen� dem fürchterlichen Gedanken entrissen zu sein, daß die Sonne das Signal zu seinem Tode sein sollte. Wäre er fern von disser Stätte, dann könnte alleS Unglück über sie herein- brechen: blieb er dem Leben erhalten, so würde ihr alles Unglück als Wohltat erscheinen. Die Selbstsucht ihrer Liebe wünschte ihn vor allen Dingen am Leben. „ES ist gut." sprach jetzt Dominique,„ich werde so handeln, wie Du es wünschest." Nun sprachen sie nichts mehr. Dominique schickte sich an, da? Fenster wieder zu öffnen. Aber plötzlich erstarrte ein Geräusch ihr Blut zu EiS. Ein Schlaq fiel gegen die Türe und sie glaubten, dieselbe würde geöffnet. Wahrscheinlich hatte eine Ronde ihre Stimme gehört. Und beide warteten, enganeinander geschmiegt, in einer unsäglichen Angst. Die Türe wurde abermals erschüttert. Aber sie öffnete sich nicht. Ein erstickter Seufzer entrang sich ihrer Brust: sie hatten begriffen, daß das Geräusch von dem Soldaten verursacht worden war. welcher vor der Schwelle lag. Wirklich trat jetzt wieder Stille ein, der.schnarchende Laut wurde wieder hörbar. Domimgue verlangte entschieden, daß Franeoise zuerst in ihre Stube hinaufsteige. Er nahm sie in seine Arme, er sagte ihr ein stummes Lebewohl. Tann half er ihr, die Sprossen gtt erreichen und stieg selbst binauZ. Aber ex weigerte sich, liehe Berührungen mit geborenen Polen. In einer Stadt wie Bremen, wo es in gewöhnlicken Zeitläuften von slawischen Aus- Wanderern aller möglichen Stämme wimmelt, hat man wohl auch Gelegenheit, beispielsweise mit Dolmetschern und Korrespondenten der Auswanderergeschäfte in jungen Jahren einen hoch interessanten Stammtischverkehr zu pflegen, um aus diese Weise heute zu erfahren, warum die Tschechen in Böhmen ganz allein recht haben, morgen, warum die Polen ein Volk ohnegleichen auf Erden sind. gegen das die deutschen Biertrinker kaum in Betracht kommen: so was zu erfahren, um dann mit kühler Prkiertheit zu erklären, daß man immerhin ebenfalls einer sehr großen, jawohl, sehr großen Nation angehöre, und dann den freundschaftlichen Zwist mit einem stürmischen Brüderschaftstrinken nebst unerbittlich verlangtem, echt polnischem Bruderkuß zu schließen: so waS fördert die Bildung. natürlich... Wir können also versichern, daß die Mitteilungen, die wir hier bieten, zunächst im positiven Sinne richtig sind: sollte diese oder jene Feinheit, die auch noch Beachtung verdient hätte, dabei ver- nachlässigt oder nicht richtig gewürdigt sein, und sollte ein geborener Pole, der dies etwa liest, daran Anstoß nehmen, so möge er be- denken, daß eS sich hier nur darum handeln kann, die unkultivierte und ungelenke Zunge vor den größten Schnitzern zu bewähren: es wird einem ja angst und bange, wenn eine Dame mitten in Gesell- schaft den Namen Szczep-msla wie ZitzepanSki ausspricht; so waS kann ja zur Katastrophe führen... Es ist nämlich im allgemeinen mit den polnischen Wörtern nicht so schlimm wie eS manchmal aussieht. Mein Freund von damals sprach den so lebensgefährlich anmutenden Nomen der galizischen Festung Brzsrn�sl einfach wie Pschemßll: eS ist ja auch nichts Schönes; aber eS läßt sich doch machen. Allerdings bei Wörtern wie pszerofir(Bienen, spr. pschtscholy) und zgrzeblo(der Striegel, spr. sgscheblö) wird es schon bedrohlicher; aber auch da? geht, wenn man erst die leitenden vefichtepunkte der polnischen Lautbezeichnung kennt. Und von diesen wollen wir jetzt die wesentlichsten bei- trachten. Da gilt«S nun zunächst, sich fest einzuknoten, daß das« im Polnischen unter allen Umständen— aber auch unter allen I— wie ein hartes deutsches z ausgesprochen wirb, also niemals wie k. Auch der Name Szulc ist— sollte man es wohl glauben?— nichts als die polnische Umwandlung de» biederen deutschen Wortes„Schulz" und wird auch genau so gesprochen! Die polnische Bezeichnung für„Portier" ist hergenommen von dem deutschen„Schweizer" und spricht sich auch so, wird aber geschrieben szn-ajoar! Also wird daS c weder am Ende deS Wortes, noch vor einem dunklen Stimmlaute wie k ausgesprochen, sondern in beiden Fällen wie z; der Laut k kann nur durch den Buchstaben k ausgedrückt werden. Aber es kommt noch besser. Auch wenn das e vor einem k steht, so entspricht das Ganze nicht etwa einem deutschen ck, sondern auch hier wird das c w i e z ausgesprochen. Man findet das bei vielen bekannten polnischen Personemiamen. Kwilecki spricht sich also wie Kwiletzki. Potocki wie pototzki, Nadecki wie radetzki. Uebrigens wird man vom letztgenannten Namen her wissen, daß man im Deutschen vielfach zu dem Mittel greift, in diesen Fällen einfach das tz auch wirklich an Stelle des polnischen o zu schreiben. Das ist auch ganz gut so, und man kann gern z. B. Plötz! schreiben für das polnische Ploek; aber man sollte nicht, wie e§ neuerdings ge- schieht, ein einfaches z verwenden und„Plozk" schreiben: sonst bat man denselben Salat wie bei französischen und englischen Wörtern und richtet ungefähr dieselbe Verwirrung an. Denn auch der Pole spricht sein z wie' ein weiches s:„deutsche Zeitungen" heißt gazst� niemieokie, sprich gasety njemjetzkje sie wird stets und unter allen Umständen getrennt gesprochen, wobei da» i zu j wird). Zu dem sonderbaren Ausdruck für„deutsch" ist zu bemerk-n, daß in allen slawischen Sprachen(und unter deren Einfluß auch im Ungarr- fchen und Türkischen) zur Bezeichnung des Begriffes„deutsch" der Stamm nemoc oder niemeo dient, der soviel wie„sprachlos", „stumm", d. h. in diesem Falle„der(slawischen) Landessprache nicht mächtig" bedeuten soll. Was übrigens das polnische z anlangt, so tritt eS auch in einer mit einem Punkt oder Häkchen gekrönten Form auf. also so: S; in diesem Falle entspricht es dem französischen j oder dem weichen deutschen sch, also filitonka(Tasse,— filischanka). Hat das z dagegen eiiren gewöhnlichen scharfen Akzent nach französischer Art(z), lo folgt nur ein leichter Nachschlag von j, den man im Deutschen lieber gleich ganz wegläßt; rzeznik, Schlachter, kann man ruhig wie schesnik(weiches sch!) sprechen. Ueberhaupt fehlen die Zeichen beim z im deutschen Text ja gewöhnlich überhaupt, und da sagt man eben s. Für denjenigen, der in diesen Dingen sicher gehen will, können wir sehr das„Geographisch-Statistische Welt-Lexikon" von eine einzige Sprosse hinabzuklimmen- bevor er nickst wüßte, daß sie wieder in ihrer Stube sei. Oben angelangt, rief k�raneoise mit einer Stimme, leise wie ein Windeshauch, die Worte hinunter „Auf Wiedersehen! Icki liebe Dick»!", S�e blieb am Fenster stehen und bemühte sich, Domun- aues Bewegungen zu folgen. Die Nacht war noch immer sehr finster. Sie spähte nach der Schildwache hinüber und sah sie nicht; nur die Weide erschien wie ein bleicher Flecken imnitlen der Finsternis. Eine Weile lang hörte sie das kratzende Geräusch, welches Dominiques Korper beim Hinuntergleiten über die von Efeu bedeckten Mauern verursachte. Dann knarrte das Rad, und ein leises Geplätscher schallte herauf, das Zeichen, daß der junge Mann den Kahn erstiegen hatte. Eine Minute später erkannte sie wirklich auf dem grauen Wasserspiegel der Morelle die dunkle Silhouette des Kahnes. Da schnürte eine fürchterliche Angst ihre Kehle. Jeden Augenblick glaubte sie den Alarniruf der Schildwach? zu vernehmen. Die leisesten Geräusche, welche im Bereiche des Schattens vernehmlich wurden, kamen ihr vor wie hastige Schritte von Soldaten, wie Waffengeklirr, wie das Knacken von Flintenhähnen. Aber die Sekunden verflossen, die Landschaft behielt ihren erhabenen Frieden. Dominique mußte am anderen Ufer gelandet sein. Franeoise sah gar nichts mehr. Das Schweigen war nmjestätisch. Und dann hörte sie ein Stampfen, einen Herseren Aufschrei, den dumpfen Fall eines Körpers. Und dann trat wieder die tiefste Stille ein. Es war Fran?oiss, als ob der Tod an sie heranträte; starr und kalt stand sie angesichts der dichten Nacht. Seit dem ersten Tagesgrauen erfüllte Geschrei und Toben! die Mühle. Vater Merlier hatte eben die Türe der Stube aufgeschlossen, in welcher Fran?oise die Nacht über geweilt hatte. Das Mädchen stieg leichenblaß, in völliger Ruhe in den Hof hinab. Aber dort vermochte sie ein Zittern nicht zu unterdrücken, als sie neben dem Brunnen, auf einem aus- gebreiteten Mantel den Leichnam eines preußischen Soldaten liegen sah. Um den Toten standen Soldaten, gestikulierten, schrien und schimpften mit wütenden Gebärden. Mehrere von ihnen drohten mit der Faust nach dem Dorfe. Inzwischen hatte der Offizier Vater Merlier rufen lassen als den Vorstand der Gemeinde Rocreuse. „In der Nacht ist einer von unseren Soldaten am Ufev des Baches ermordet worden," rief er ihm entgegen mit zorn� erstickter Stimme.„Ich muß ein Exempel statuieren und ver- lasse mich darauf, daß Ihr uns nach Kräften unterstütz eg wttdct, dm Mrder zu entdecke�. 1 JScBerfü, Verlag von Hartleben. Wien und Leipzig. 953 Seiten, empfehlen; es ist offenbar von einem Oesterreicher verfaßt, und schreibt alle slawischen und ungarischen Namen mit der peinlichsten Ge- nauigkeit. allerdings ohne Angabe der Aussprache. Auch sind die Landkarten durchweg ziemlich zuverlässig; aber die Zeitungen— schweigt mir von Rom! Um hierbei gleich auf den Namen Z&moaö zu kommen! So heisit nämlich der Ort, bei dem vor kurzem der Auffenberg über die Russen siegte. So heisit er. richtig geschrieben. In den Zeitungen stand abwechselnd Zamocz und dann wieder der Reihe nach alles irgendwie Denkbare. Auf der Karte stand SamoSlsche. Halt. dachte ich mir gleich— man hat nicht umsonst einen Duzfreund gehabt unter der gröstten Nation der Erde— hier kommt sicherlich der Fall mit den beiden bemühten Zischern in Betracht, schlug im W e b e r s i k nach und— fand mich glänzend belohnt: es hieb Zamokö, mit& und ö am Ende. Was nun die Aussprache anbelangt, so ist zu bemerken, daß der Akzent, den die beiden Laute tragen, rm Polnstchen ausier über z auch nock über s. c und n gesetzt werden kann. Es ergibt sich also die Reihe: i, a, 6. n, und jedesmal bedeutet der Akzent einen leichten Nachschlag von j, dem deutschen j. Also klingen die Laute wie sj. hj. s« wird immer scharf gesprochen), tzj und nj. Es steht jetzt jedem frei, sich an die buchstaben- mäsiig richtige Aussprache deS Worte« heranzuwagen. Aber, lasit es lieber bleiben I In diesem Falle war es wohl wirklich eine Tal der Barmherzigkeit, daß die Karte SamoStsche daraus gemacht hatte. Denn daS kann die deutsche Zunge doch zur Not meistern. Obschon eS da» Richtige nicht ganz trifft. Es müßte am Ende offenbar statt tsch eher tzj heißen. Aber das kann man natürlich nicht schreiben. Trotzdem ist es wichtig, das in diesem Zusammen- hange zu wissen. Nämlich daS richtig», scharfe, breit gezischte tsch drückt der Pole anders aus. Er schreibt für diesen Fall oz(oh kommt nicht in Betracht; dieses wird wie das deutsche ch aus- gesprochen, auch zu Anfang). Lzariinsßi lautet also wie tscharlinjSki; übrigens wird auch hier der Deutsche das j weglassen. wie denn auch im deutschen Text meist der Akzent fehlt. Run, das mit dem o» ist ziemlich einfach, nicht wahr? Auch das nächste ist ziemlich einfach, daß nämlich das scharfe deutsche sch durch az ausgedrückt wird, wie man vom Namen Lsulo her weiß. Warazawa, d. i. Warschau, wild wie Warschawa ausgesprochen; das kann man machen.___ ?m waaslanö. Antwerpen ist gefallen; nun wird— wie mit Sicherheit an» zunehmen ist— da« Waasland den Schauplatz weiterer Kämpfe zwischen den deutschen Streitkräften und den aus dem Festungs- bereich entwichenen belgisch-englischen Truppen hergeben. Wie ein großes Rechteck erstreckt sich diese» fruchtbare, jetzt den Greueln des Krieges ausgesetzte Gebiet westlich von Antwerpen, im Osten und Süden von der Scheide begrenzt, während es im Norden an die holländische Provinz Seeland stößt und im Westen der von Gent nach Terneuzen führend» Kanal die Grenzlinie gegen das Land von Brügge bildet. Ist man von der Stadt Antwerpen im Boot über die fast 400 Meter breite Scheide übergesetzt, dann kann man vom Bahnhofe der Vorstadt Tete de Flandre die Waasbahn zu einer Fahrt durch das Land benutzen. Auf ihr haben König Albert und seine Truppen Antwerpen verlassen. An den beiden Forts Zwyndrecht und Sie. Marie vorbei fährt der Zug westwärt» über das im Laufe der Jahrhunderte von der Scheide ange- schwemmte Flachland, die„Polders". Di« engen Straßenzüge der Bororte verschwinden bald hinter dem Grün, das die sich mehren- den Bauernhöf« umgibt, und nur der gewaltige Turm der Käthe- drale Antwerpens bleibt noch länger« Zeit sichtbar. Zu Beginn der Fahrt sieht man viel Triften und Wiesen. Doch je näher wir St. Nikolaus kommen, desto zahlreicher werden üppige Felder und Gärten. Immer enger liegen die Bauernhöf« nebeneinander und bilden bald kleine Dörfer, die durch Laub- und Nadelwälder von- einander getrennt sind. Wir befinden uns mitten im Waasland, dem„fetten Land", wohl dem fruchtbarsten Gebiet ganz Europas; nach dem Belgien-Forscher Eiösteen mit einer Bevölkerungsdichte von L77 Menschen auf einem Quadratkilometer, einer Dichte, wie sie nur von einzelnen Gebieten des industriellen Sachsens noch über- troffen wird. Das ganze Land ist in Rechtecke zerlegt, von denen jedes einige Hektar groß ist und von Obstbäumen begrenzt wird. Jedes dieser Rechtecke ist ein Pachthof. In der Luft summen Bienenvölkchen, deren Körbe zwischen den Bäumen stehen. Feistes Rindvieh weidet im Schatten der Apfelbäume, und weißgetünchte Häuser mit grünen Fenstern und roten Dächern schauen über die beschnittenen Hecken, deren Laub schon herbstlich gefärbt ist. Doch die Bewohner dieser herrlichen Landschaft haben an der reichen Pracht außerhalb ihrer Häuser noch nicht genug: sie schmücke» auch deren Inneres verschwenderisch mit Blumen. Auf den Fensterbrettern stehen Geranien, Fuchsien und Tulpen, deren Blüten sich leuchtend von den gestärkten weihen Gardinen abheben. Alles ist sauber und nett und kein Dünger- Haufen verunzjert die Höfe. Die weißgetonte Steinplatte vor dem Eingang glänzt hell im Sonnenschein: vor der Tür liegen frische Zweige zum Abstreichen der Schuhe und all die zahlreichen Gärten scheinen trotz des Herbstlaubes ebenso sauber und schmutz- frei, wie in den Häusern der Fußboden der guten Stube. So ist das Waasland das klassische Land de» europäischen Ackerbaues. Von Natur war der Boden unfruchtbar, wie die Mark Brau- denburg, des heiligen römischen Reiches Streusandbüchse; doch schon die Römer erzählen uns. daß zu ihrer Zeit die Bewohner der Schcldeufer sich aus England Mergel geholt haben, um ihren mageren Boden zu verbessern. Klosterurkunden aus dem Mittel- alter bezeugen den schon damals hoch entwickelten Ackerbau und erzählen von den verschiedensten Düngemitteln, mit denen der Boden ständig verbessert wurde. Heute wird das Waasland, dessen Grund und Boden Grotzbesitzern gehört, von zahllosen Pächtern bearbeitet und gepflegt. Zwar treibt der Gutsbesitzer seine Pächter von Jahr zu Jahr, wenn auch nur um einige Frank, m die Höhe; doch die Bevölkerung des Waaslandes hat eine tiefe Abneigung dagegen, ihre Heimat zu verlassen. So kommt es, daß trotz zu- nehmender Bevölkerung die Erträgnisse des Boden« bei der immer intensiveren Bearbeitung ständig noch wachsen. In anspruchslosen Verhältnissen lebt der flandrische Pächter dahin. Er arbeitet selbst mit Hacke und Spaten auf den Feldern mit, und seine Frau u>ch Töchter verrichten ihre Hausarbeit barfuß oder in Holzschuhen. Er holt sich den Schlamm der Flüsse und Kanäle, den Viehdung der Landstraßen und die Abfallstoffe der Kanalisation aus den Städten für feine Gärten. Er sammelt den Harn des Rindviehs in Behältern und kauft außerdem noch be- deutende Mengen Guano, um seinen Gemüsefeldern den höchsten Ertrag abzuringen... Nur am«sonutag geht er gut gekleidet ein- her, und die Frauen tragen Schmucksachen und stecken sich Blumen ins Haar. Die prächtigen Wirtschaftsgebäude aber, die zwar dem Gutsbesitzer gehören, werden aufs beste gepflegt; setzt doch der Pächter seine Ehre darein, nicht schlechter zu wohnen, als die selb- ständigen Bauern der Gegend. St. Nikolas und Lokeren sind mit 39000 und 20 000 Eio, wohnern die beiden einzigen Städte des Waaslandes. Mit breiten, gut gepflasterten und mit Obstbäumen besetzten Straßen dehnen sie sich kilometerweit dahin und bieten mit ihren aus roten Backsteinen erbauten Häusern«inen Ordnung und Reinlichkeit der Bewohner verratenden Anblick. Von St. Nikolas geht eine Bahn südlich und überschreitet auf großer Brücke die Scheide, um nach Mecheln zu führen. Lokeren dagegen ist ein Knotenpunkt der von Brüssel kommenden Linie mit der Waaslandbahn Antwerpen-Gent. Heber den kleinen Ort Selzaete, wo der flüchtige König der Belgier eine Zeitlang sein Luartier aufschlug, geht die Linie über die Grenze nach dem holländischen Orte Sas van Gent und erreicht bei der be- festigten Hafenstadt Terneuzen die Mündung der Scheide. Hier endet auch der noch für mittler« Ozeanschiff« befahrbare Kanal, der die flandrische Hauptstadt Gent mit dem Meere verbindet. Kleines Jeuilleton. Unsere Soldaten gegen öle Ulkkarten. Aus Frankreich ist der„Köln. Ztg." der Brief eines Kompagnie. führers zugegangen, der besser als jede andere Erörterung die Verurteilung der Ulkkarten ausspricht. Der Brief lautet: „Vielleicht haben Sie die Güte, durch Veröffentlichung nach- folgender Zeilen einem von unseren Truppen stark empfundenen Mißstande abzuhelfen. Ich habe bei der Verteilung der Postsachen an die Mannschaften verschiedentlich beobachtet, wie sich darunter Postkarten befanden, die die besiegten Franzosen, Engländer und Russen in geschmackloser Weise verhöhnten. Der Eindruck dieser Postkarten aus unsere Leute ist ein höchst bemerkenswerter. Fast keiner freut sich über die Karte, im Gegenteil drückte jeder Mann sein Mißfallen darüber aus. Ich habe einen Mann gesehen, dem die Tränen in die Augen traten. Es ist dies verständlich, wenn man die Sachlage bedenkt. Wir sehen, wie die Siege errungen werden. Wir sehen auch, mit welch gewaltigen Opfern dies ae- schieht. Wir sehen das unsägliche Elend des Schlachtfeldes. Wir freuen uns zwar über die Siege, aber unsere Freude ist gedämpft durch die Erinnerung an die traurigen Bilder, die wir fast täglich vor Augen haben. Und unsere Gegner haben es wahrlich zum weitaus größten Teile nicht verdient, daß man sie so verspottet. Hätten sie sich nicht so tapfer geschlagen, so hätten wir nicht solche Verluste zu verzeichnen. Ist daher schon an und für sich eine solche Karte m. E. äußerst geschmacklos, so wirkt sie hier im Felde an- gesichtS unserer Toten und Verwundeten geradezu widerwärtig. Eine solch« Karte paßt ins Feld genau so gut, wie ein Clown aus ein Leichenbegängnis. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei. daß derartige Karten weniger an unsere Truppen gelangen." �ine Stäötegrünöung in Söhnten. Die Prager.Narodni Po litika" berichtet: Der gegenwärtige Krieg hat zu einer ganz merkwürdigen Gründung Anlaß gegeben. Auch nach Böhmen kommen täglich galizische Flüchtlinge in großer Zahl, die teils in Prag, teils in den Landstädten und Dörfern Unrerkunst finden. Aus Bemühen de« Stallhalter« wi,d nun sür sie in der unmittelbarsten Nähe von Chotzen23 Lire, die Capelle der Mediceer an 40 000, das Museum von E. Marco 25 200 usw- Die Einkünfte auS dem Dogenpalast zu Venedig erreichten nahezu 103 000 Lire, die der königlichen Galerien 48 266 und daS archäo- logische Museum 13 057 Lire. An erster Stelle indessen stehen die Ausgrabungen von Pompeji, deren Eintrittsgelder sich im Jahre t218/l4 zu 203 908 Lire an- hänkien. Bon den Sehenswürdigkeiten anderer Stadl« trug die Pino« tothek der Brera 52 023 Lire ein, das Abendmahl von Lionardo ziemlich 50 000, das Nationalmuseum zu Neapel etwa 70 000, daS Museum S. Martina, ebenfalls zu Neapel, 19 630, die Certoso von Pavia gegen 22 500 und die Villa des Hadrian bei Tivoli lö 586 Lire. Viel höhere Ziffern ergäben sich, wenn man zu den Ertrag- nissen an Eintrittsgeldern aus öffentlichen Sehenswürdigkeiten noch jene aus den zahlreichen privaten rechnen würde. All solche Summen jedoch, füg» Maineri hinzu, sind verschwindend im Vergleich zu dem. wa« die augenblicklich vom Kriege ferngehaUenen Fremden sonst noch tn Italien auszugeben pflegen. Notiz«». — Kunstchranik. Bei Paul C a f s i r e r ist eine neue Ausstellung eröffnet worden. Vertreten sind mit neueren Arbeilen Robert Breyer. Konrad von Kardorff. Fritz Rhein und Waldemar Rösler, vier Künstler, die jetzt im Felde stehen; ferner werden zwei Werke von Hans Thoma. darunter die große.Pferdeiränke. von 1835. und graphische Arbeiten von Max Liebermann gezeigt. — Musikchronik. Der Verein der Berliner Musiker hat, um die Notlage unter seinen Mitgliedern zu mildern. auS seinen Reihen ein Orchester gebildet, um volkstümliche Konzerte zu veranstalten. Die musikalische Leitung hat der Präsident de» Allgemeinen Deutschen MusikerverbandeS, Kammermusiker Gustav Cord«. DaS erste Konzert findet am Donnerstag, den Ib. Oktober. 8 Uhr abends, in Steglitz, Albrechlshos, statt. -�Sicherung der belgischen Kunstwerke. Der „Kunslwart" macht den vernünftigen Vorschlag, die nach Belgiess entsandte Kunstkommsssion solle die Kunstwerl» nicht nur katalog" sieren und vor Zerstörung sichern, sondern auch vor der Verschleppung und Verschleuderung durch Kunsthändler und Kunstgauner. Vor allem sollte der Verlaus aller Kunstwerke und Altertümer verboten werden.— Wir nehmen an. daß die Kommission in diesem Sinn» wirken wird. Daß die Kuniiweik« im Lande bleiben, versteht ss� von selber. Wenn ein deutscher Kunslschriststeller in der Zeitichrin «Kunst und Künstler" Räuberei gegen Belgien in Vorschlag bringt, so ist er nicht weiter ernst zu nehmen. -�FranzösischeErsabrungenbeiAmputationew Dr. Henry de Barigny beschäftigt sich im«Journal des Döbais mit diesem Thema. Während de» ersten MoiialS der chirurgischen Arbeit am Vichy-Hospital wurden mehr als 600 Operationen aus- geiührt. Diese Zahl ist im Berbältni« zu der Ziffer der einaeliefeilen Verwundelen, die 6000 bi« 7000 betrug, iehr gering. Und von dieien 600 Operationen waren nur 10 Amputationen, und von dteien die meisten nur kleine Amputalionen. Da« ist außerordentlich w«n>g im Vergleich zu der Fülle von Amputationen in allen früheren Kriegen. Die Anschauung der modernen Medizin, daß Ampu tationen sür die Verwundeten nicht günstig seien, erweist sich all al« richtig. „TMMClHÄ« Genossenschaft z. Ausführung v. Edelputzfassaden«. e.m. h.h. Das Mitgliederguthoden beträgt am LI. Dezember 1912«»0.— M. und am 81. Dezbr. 1918 650,— M. hat fich also um 100,— M. vennehrt. Oer VvrelavS t Oer AufelvhUrat: Kart Lehnlg. 106/16 uer»orsiBim: Max tzöppner. Friedrich Dochow. bisoon Tie siolt� �.d, Man davon Amuf od Paiotol noch Mtst, tdtkk. dmttrK Zutalen om 25 Mark an. Morlta Laband Ntue Promcnadt 8, U.< StadA. Bin.) Heines Werke .] Statu« SUrf. Buchhandlung vorwärt,_ �Nri-f'lwi'rllicher Wielrvv Neukössn FS? 1 Annaliireiteilcn fOr„Kleine Anzeigen Iterlln C.«. Habnikch. Ilckerslr. 17». � O. VelerSburgei Vla» V(»uiliiv Bogel. Äovpetifttlfe»** St. Ivengel», MarkuSstr. 36. VO.«. Znchi. Ammanuclktrchstr. 12. I. Renk,»armmür.<2, A. Wolgast. Vattslraße 9. H. Fischer. Va'lianlli-ß' Karl Mar». Greisenbagener Vir tÄ I.Hönisch. Müller'» 31» H. Bogel. 2or»m.uir. 87. A.»iru..>n»alid»»ur>-> VW. Sa amou Joseph, Tilbelmshavener Str. 48 ®. Schmidt. ibSmaldi" 4, Tarl»,. riigeldergri SN 21 St. Rm, i-nnwtiti. 31 H. Lelimann. Kollbii'er vainm s. �O. Vaul Bohra, Lauüvei l'ii'v H>>. B. iborich. chngetuier 1» Adli-ruhnr. Karl Schwärzt»,'», BiSmarckslr. 28. Ilninoiichu len« ejc. H. Hornig, Mariciiitmtei Sti IL, L ItorMigwalde. Baut Kie»aft, Stäu'chstr. 10. 1 harlolienbiirs. iHustnb Scharnvrrg. Seiend»»»,> Sir 1. t'ric-drichHbacen. Ernst Wertmann. Kövemcker Su. 18. UrUnmi. Franz Klein, Friedrichlu.>0. JvlianniKthal. Viag Gonschnr Parlitr. 23 Karinlioriit. Siiit.ard Stüter. Ziödclllr. 9. U ttmil Wischer, Slievcviit. 0. vnfien. t,lrntriilicr&. Cito Settel, Waitenbergm. 1. V ieuer-bchdni'««ide. Will). Unruh, örüutnfU 10. Vomattes. Wilvelin Jappe. Lutherstr. 2„ e>U<.-r.�ci,t»a«'H, cid«. Alfred Bader,'JäüheimmeiiBotiU. 17, 2 so» l-ankotv. Cito Stisfniann, Müdtenirr 80. Kclnickendort. P. Gursch, Promnzslr. 56. Laven Veal-tiUn. M. zätinrim. Neaarm 2. Eonrad, Hermaiiattr- � E. Srohr, Siegjriedslr. 23/29. KuniiMvlHbiirg. A. Stoirntrauz, eUt-kwgi-ogeii 56. behünebers. Wilvelm Bnuraler. Rarnn-uulhkt-SU 69>m iia®"1* Spandau. Kappen. Breiteslr. 64. Vevrtten. H. Beruiee. Atjenstr. 6 Tempelltol. Joh. Krohn. Borussiastr. 62. ?>«pl(m. Rodert tSrararnz, ftieiüoljftc. 412, Laden. »» eilienaee. Fuhrmann, Sedanür. 106. Schillert. Berliner illle« WUieradart. Panl Schubert. Sita lm«aut 27._ Buchdrucker«, u. VerlaoS., noi, Pan u»' n oerun 4K