8t. AI.- 1914. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Freitag,. 33. Gktaber. Napoleons Lanöungspläne in Cnglanö. . Dsr einzige Staatsmann des europäischen Festlandes, der Leben in klar bewußter Aufgabe, dem Kampf gegen Eng- � hingegeben hat, war Napoleon I. Er war auch der einzige, � ernsthaft den Gedanken gefaßt und seine Ausführungen bis , Rand der Verwirklichung geführt hat, in England zu ngs, in den Jahren 1803— 1805 widmete er sich solchen L�"??plänen. Unter den Geschichtsschreibern ist Streit, ob Pläne ernsthaft oder vielmehr nur eine auf oie Einschüchte- J'fl Englands berechnete Kriegslist gewesen sei, die dann frei- fi außerordentlich langwierig und kostspielig gewesen wäre. i aientlich die englischen Historiker sind aus durchsichtigen Grün- bemüht, diese Landungspläne entweder als Täuschungs- au behandeln oder als närrisches Hirngespinst zu ver- lag aber durchaus nicht in der Natur und in der Politik ; polcons, mit Angriffen zu drohen, die er nicht wirklich geplant ' In der Tat war sein Geist von diesem Plan erfüllt und erst �"ihn als unausführbar aufgeben mußte, ging er zu der Po- u der wirtschaftlichen Nivderzwingung Englands über, Durchsetzung die Einigung des �verständnislosen) euro- Ichen Festlands zur Voraussetzung hatte. Europa würde heute ein anderes Gesicht haben, wenn damals oleon Tamvfschiffe zur Verfügung gehabt hätte. Fulton hatte 1803 auf der Seine einen mit Dampf betriebenen Rad- Tirf, fubren lassen. Aber das war ein untauglicher Versuch. „'yde Erfinder hatte schon früher dem Ersten Konsul Napoleon ..»ahrzeug angeboten, das, wie er empfehlend schrieb,„Frank- -tt Unb die Welt vor dem Druck Englands" befreien würde; es .'«Dt Unterseeboot, ein unter Wasser tauchendes Segel- �- das von unten gegen das feindliche Schiff Bomben schleu- UjJ- Napoleon setzte zur Prüfung dieser Erfindung eine Kom . aion ein, der ein Naturforscher von der Bedeutung des Laplacl hrte. Es gelang auch im Juli 1801 einmal, ein kleines Schiff liest; Weise in die Luft zu sprengen; aber die' 'eine EntWickelung und praktische Verwendung. 'uopr" e'n' der ein Naturforscher von der Bedeutung des Laplace W rte-■ gelang auch im Juli 1801 einmal, ein kleines Schiff y.L lese Weise in die Luft zu sprengen; aber diese Erfindung 'eine EntWickelung und praktische Verwendung. �z iapoleons Landungspläne scheiterten an der technischen Un- Juchkeit seiner durch jeden Sturm zu vernichtenden Landungs- ![,: E' Schon 1789 dachte er an einen Truppentransport auf tili.? schiffen während der Nacht. Von 1803 bis 1805 hielt er jtu ,0'che Flotte flacher Boote bei Boulo-gne bereit. Auf 1300 ion,ec Pootc wollte er 100 000 Mann hinüberschaffen, gleichzeitig holländische Flotte 60 000 Mann an der englischen Küste „Acht Stunden Dunkelheit, die unfern Plan begünstigen, iL cn das Schicksal der Welt entscheiden", schrieb Napoleon im �trirfa �03 an den Admiral Gantheaume. In einem geheimen 'hnd Mottete damals der englische Admiral Montagu über diese ''in rJ Sohtzeuge ohne Kampffähigkeit und Beweglichkeit. Und �» chten schloß:„Diese Fahrzeuge kann man nach meiner nur verächtlich und lächerlich finden, und ich komme des- in der Ansicht, daß sie in so großer Zahl bei Boulogne nur in le? Slvcck angesammelt wurden, unsere Aufmerksamkeit auf sie ij1 cn und uns über das wirkliche Ziel des Angriffs zu täuschen, einer anderen Seite beabsichtigt wird." .zch uch die Pariser glaubten damals nicht an diese Spazierfahrt iJEngstnid, und man erteilte Napoleon den Witznamen„Don ?°ie de l a Manche"(Don Ouichote des Aermelkanals). st�rotzdem beharrte Napoleon auf seinem Landungsplan. Er st j�lugte sich eine Zeit lang mit der Abänderung, in Irland �»di dort einen Aufstand zu organisieren und mit den Auf- Ha n dann England zu erobern. Aber eS schien mehr wie ?Er, ob man auf den Aufstand rechnen könnte. itd... lich im Jahre 1805, als die Seemacht Frankreichs dadurch �Ain verstärkt wurde, daß sich die spanische Flotte zur Ver- Sm® ltcllte, versuchte Napoleon, die Landung durch einen See- s wit der englischen Flotte zu erzwingen.„England ist wohl 'schrieb Napoleon im Juni 1805,„da es keine Befestigungen Üif.""e Landarmee hat, für den Fall, daß es in seinem Innern itirf,■. mee von 100 000 auserlesenen kriegsgerüsteten Truppen Hl v �eht. Sechs Stunden Herrschaft über das Meer, und !>,'/'vd hat aufgehört zu existieren." Der Plan Napoleons war, tH Nzöstsche sotste sich mit der spanischen Truppe vereinigen stchs Etn die Aufmerksamkeit des gefürchtetcn Admirals der eng- nlottc, Nelson, abzulenken, auf dem Wege nach Westindien stu'b Plötzlich umkehren und von Boulogne aus dann die Lan- j! Napoleons decken. Aber Napoleon wartete in Boulogne ver- � � auf seine Flotte, die unter dem Kommando Villeneuves Nelson hatte das französisch-spanische Geschinader aufge- •tjOto"h® Billeneuve hatte sich in den Hafen von Cadix zurück- wo er nun liegen blieb. Das war das Ende der Napoleonischcn Landungspläne. Der Kaiser wurde nicht müde, in den schimpflichsten Ausdrücken Ville- neuve zu beschuldigen, daß er die Schuld an dem Mißlingen des Plans getragen. Er nannte den Admiral einen Menschen ohne Mut, ohne Gemeininteresse, der bereit wäre, alles zu opfern, so- fern er nur seine Haut rettete. Und wenn Napoleon ihn noch auf St. Helena anklagte, daß er das Scheitern der Landung in England verschuldet habe, so beweist das wohl hinlänglich den Ernst seiner Absicht. An diesen Ernst glaubte man schließlich auch in England. Dann man hatte alle möglichen Gegenmaßrcgeln getroffen. Die ganze Küste wurde mit Alarmtürmen ausgerüstet. Optische Tele- graphen oienten dem Nachrichtendienst. 469 Kriegsschiffe und mehr als 700 armierte Boote waren zur Awehr der französischen Flotte bereit. Außerdem hatte man reguläre Truppen und Frei- willige in Bereitschaft. Man hatte alles vorbereitet, um die König- liche Familie und den Staatsschatz nach Worcester zu verbringen; den Schatz in die Kathedrale! Alles Kriegsmaterial sollte auf dem Kanalweg nach Mittelengland geschafft werden. Endlich sollten alle Lebensmitel, Waren, Vieh, Futtervorräte aus dem vom Feinde bedrohten Gebieten in das Innere des Landes ge- flüchtet werden, um die Eindringlinge auszuhungern. Alles Maß- nahmen, die zeigen, wie sehr England— trotz dem zur Schau getragenen Hohn— von der Möglichkeit einer Landung überzeugt war! Die öefenfive Offensive. (Schluß.) Daß sich Kuropatkin schon am 13. abends entschloß, seine Ostgruppe zurückzunehmen und das Umfassungsprojekt fallen zu lassen, hatte allerdings auch darin seinen Grund, daß ihm inzwischen die Ereignisse auf den anderen Abschnitten des Schlachtfeldes die Aussichtslosigkeit seiner Offensive deutlich dargctan hatten. Schon am 11. befanden sich die Divisionen Okus gegen Bilderling in der Rolle des Angreifers, während sich der russische Wille zur Offen- sive nur noch in einigen Gegenstößen, die insgesamt im Infanterie- feuer der Japaner zerschellten. Tie japanischen Angriffe hatten wie immer ausgesprochen defensiven Charakter, wie Rudeln von Maulwürfen arbeiteten sich die japanischen Schützenschwärme an den Gegner heran. Zu rascherem Vordringen wurde die Nacht benutzt und am Morgen des 12. konnten die japanischen Bataillone bereits aus gefährlicher Nähe den Kampf auftiehmen, dessen Last auf russischer Seite hauptsächlich das 17. Armeekorps zu tragen hatte. Bis 5 Uhr abends behauptete es sich, dann wich es, ins- besondere durch das konzentrische japanische Artilleriefeucr schwer erschüttert, bis an den Schaho zurück. Zu spät hatten Reserven vom 6, und 5. Korps eingegriffen, sie konnten nur mühsam die erschöpften und arg gelichteten Truppen des 17. Korps vor einem völligen Zusammenbruch bewahren. Nicht zu verhindern war es, daß 22 Geschütze in die Hände der Japaner fielen. In der Nacht erreichten die zurückflutenden Verbände der Gruppe Bilderlings — auch das bisher unerschütterte 10. Korps mußte sich der Rück- zugsbewegung anschließen— den Schaho und befestigten sich. Das 12, Korps in der Linie Linschipu-Lamudun, das 10. Korps auf den Höhen südlich des Ortes Schahopu, Kuropatkin sah die Lage höchst kritisch werden. Er mußte befürchten, daß es den Japanern gelingen könne, auf Mukden durchzustoßen und damit nicht nur den rechten Armeeflügel zu zertrümmern, sondern auch die Mitte und den rechten Armeeflügel östlich abzudrängen, so daß er den rechtzeitigen Anschluß an den Hunho und an die übw Mukden hinausführenden Hauptrückzugs- linie nicht mehr gewinnen könnte. ES galt nicht mehr zu siegen, sondern nur noch eine Katastrophe zu verhindern. Bilderling er- hielt nun den Auftrag, die Schaholini? mit äußerster Kraft fest- zuhalten und erhielt zureichende Unterstützungen vom 1. Armee- korps, die östlich vom Schahopu, in die breite und gefährliche Lücke zwischen dem 10. Korps und der Mittelgruppe der russischen Armee einrückten und insbesondere die das Vorgelände weithin be- herrschende stark befestigte Anhöhe östlich von Schahopu besetzten. Diese Höhe, die später den Namen„Putilowhügel" erhielt, spielte in den nun folgenden Kämpfen eine entscheidende Rolle. Am 13. bereitete Oku unter der Deckung heftigen Artillerie- feuerS seine Infanterie langsam bis auf 2000 Meter näher brin- gend, den entscheidenden Angriff vor, der dann am 14. um 4 Uhr früh mit einem jähen Ueberfall auf die Linien des 10. Korps ein- geleitet wurde. Es wurden dabei 24 Geschütze erobert, aber die Russen ermannten sich dennoch zu heftigem Widerstande, der nach mörderischem Ringen erst um 10 Uhr vormittags gebrochen wurde. Das 10. Korps wich über den Schaho zurück und damit war die Mitte der russischen Schlachtfront durchbrochen.... Das Ergebnis der Schlacht war bis zum Abend des 14. Ok-> tober ein vollständiger, wenn auch nicht ein entscheidender Sieg der Japaner. Es war ihnen gelungen, den an Zahl der Streit- kräfte erheblich überlegenen Gegner vollständig abzuschütteln und weit von sich wegzuschleudern, eine Zeitlang schien es sogar, als sei die russische Uebermacht von einem niederschmetternden Schlag bedroht. Als dieser daneben gegangen und es den Russen ge, lungen war, ihre Verbände jenseits des Schaho zur Llbwehr der japanischen Gegenoffensive zu vereinigen, kam die Schlacht zum Stehen. Noch volle drei Tage wurde weitergekämpft und in heißem Ringen schmiegte sich Front an Front, bis beide Heere, von einem unerhörten Blutverlust erschöpft, an den Rand ihrer Kräfte ge- kommen waren und fast gleichzeitig voneinander abließen. So leidenschaftlich sich die unerhörte Tapferkeit des japanischen Volks- Heeres auf weitere Erfolge mühte und so schwere Blutopfer sie auch noch brachte, so war es doch schließlich unmöglich, im frontalen Andringen jene zermalmende Wucht aufzubringen, die notwendig gewesen wäre, um die physische Uebermacht der russischen Korps zu brechen. So konnte sich denn schließlich die um fast ein Drittel an Zahl überlegene russische Armee gegen den numerisch weit schwächeren Angreifer, dem sie am 14. Oktober bald erleben wäre, mühsam in den Schahostellungen behaupten und dem stegreichen. Vordringen der Japaner in unentschiedener Schlacht Einhalt tun, Völlig ermattet und totsiech lagen sich beide Heere auf Gewehr- schußdistanz gegenüber und verblieben nun durch Wochen in ihren Stellungen, in denen sie sich tief eingruben und vor deren Fronten allmählich wichtige Bollwerke aus dem Boden wuchsen. Die Maulwurfsarbeit war an die Stelle des Schlachtenmordens getreten und die beiden Armeen gerieten so in eine Lage, für die es in der neueren Kriegsgeschichte kein Vorbild gibt. Zwei Ar- meen, die miteinander nicht mehr kämpfen konnten, sondern einander belagern mußten, sowie man Festungen belagert. Für strategische Künste gab es da keinen Raum mehr, eine Kraft war durch die andere gebannt und in Schach gehalten. Höchstens daß die Russen, damit doch etwas geschehe, eine völlig zweck- und ergebnislose Kavallerieaktion in Szene setzten, den sogenanten„Raid". Dia Reiterdivisionen Mischtschcnkos, die ohne nennenswerten Erfolg die Flanken und die rückwärtigen Verbindungen der Japaner be- helligten und nach abenteuerlichen Irrfahrten wieder an ihren Ausgangspunkt zurückkehrten. Die Schlacht am Schaho hatte an die Verlust- und Opfer- fähigkeit beider Armeen die höchsten Anforderungen gestellt und das zehntägige leidenschaftliche Ringen hat Ströme von Menscheu- blut gekostet. Bisher hatte der mandschurische Feldzug, wenn man von den Vorgängen bei Port Arthur absieht, in dieser Hin» ficht kein anderes Bild gezeigt, als die Kriege der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Verluste hatten sich in den Grenzen des Gewohnten und für selbstverständlich Erachteten gehalten. Erst die Schlacht am Schaho stellte an den Opfermut der kämpfenden Heere Zumutungen, die weit über das bisher übliche Normalmaß der Anforderungen an die Fähigkeit, sich standhaft hinschlachten zu lassen, hinausgingen. Freilich verteilten sich die Schrecknisse dieses Mordens auf zehn Tage, aber bei manchem der kämpfenden Truppenkörper häuften sich die Greuel binnen wenigen Stunden in gräßlicher Weise. Ganz besonders groß waren in der Schlacht am Schaho die Verluste der Russen und wohl doppelt so hoch wie die der Japaner, was wohl ein Beweis dafür ist, wie sehr die japanische Taktik an Fähigkeit, das Gelände und seine Deckungen auszunutzen, desgleichen die Gewandtheit und Gelenkigkeit die russische übertraf. Die Russen verloren an Toten und Verwundeten fast 20 Prozent ihres Gefechtsstandes, nämlich 40 800 Mann. Dazu noch an Material 43 Geschütze und 73 Munitionswagen. Die Japaner verloren 3941 Tote und 16 394 Verwundete, dazu an Material 11 Geschütze und 1 Mascknnengewehr. Ter Treppenwitz der russischen Militärkritiker hat heraus- geftmden, daß es der Hauptfehler der russischen Heeresleitung war, den entscheidenden Umfassungsangriff in daS gebirgige Oftgelände des Schlachtfeldes zu verlegen. Diesen Ausführungen wird mit Recht die Tatsache entgegen- gehalten, daß die Russen fiir ihren umfassenden Angriff nicht we- niger als 78 Bataillone und 176 Geschütze zur Verfügung hatten, denen bloß 19 japanische Bataillone nebst 42 Geschützen gegen- überstanden. Die vierfache Uebermacht müßte, so sollte man meinen, schon einiges Ungemach mit in den Kauf nehmen dürfen und doch noch ihre Aufgabe erledigen können. Aber das ist eben seit jeher die psychologische Schwäche der.Kriegführung des zarischen Militarismus. Wenn ihr nicht bic Möglichkeit, den Gegner mit ihren täppischen Bärenpranken zu erdrücken, förmlich auf dem Präsentierteller geboten wird, versagt ihre Energie, die noch nie- mals ein zündender Funke von Genialität, Geist oder heroischer Portepeefähnrich Schaöius. Von D e t l e v v. L i l i e n c r o n. ließ meinen Trompeter seine„Stückchen" blasen, und ,'PQtt"--." i�cng aings. Ich konnte mich eines herzlichen leisen 1,�3 nicht erwehren, als ich die stolzen Schritte des %j|n' des Führers und seiner sechs Soldaten sah. Die \rs �geisterte ihr altes treues Soldatenherz. Unsere nickten mit den Köpfen. itisi°t te ich vorher an Schillers Drachentöter gedacht;„Mut «iw �"ch der Mameluck. Gehorsam ist des Christen Schnmck", . oaß jch den Mont-Salvage hinanritt als„tumper" �ei! Ä" i? kam mir nun der Gedanke, daß ich dem lustigen ® König von Avetot einen Besuch abstatten wollte. sckon hatten wir ein dumpfes Geräusch vernom- �11-T". Mötzlich, bei einer Biegung der Schncckenstraße, ly'ch im Ruck meinen Hengst an. Dem Trompeter blieb iN. �Nem schrecklichen Mißlaut sein„Stückchen" in den . n? sitzen. i.„ or uns zeigte sich eine wohl vierzig Meter lange Brücke, Hü eine grauenhafte Höllentiefe führte. An unserer lzi,. und an der gegenüberliegenden stürzten die Felsen >H j,, hinunter. Am Rande stiegen ungeheuere Tannen W c �üfte. Einige abgestorbene standen schräg oder lagen .sscht über dem Schlünde.» Wasserfälle, Gießbäche, große H hi'tte Rinnen sprangen und schössen, rauschten, polterten binab. Aus dem Tal selbst auoll ein grau- Xw1" Dampf empor, okme uns zu erreichen. Zuweilen bnr, oder so schien es uns wenigstens, einen breiten. vorbeiwirbelnden Strom unten. �Ui. kleine Mann trat wieder zu mir, beguckte mich, Vn sjck) über meine großgewordenen Augen und lachte. fyij1 fing er an(doch kauni wars zu verstehen vor dem %'.e|i der Wasser):„Ja, das haben Sie nicht geahnt, mein '(t �er. Wie eine Schlange, die sich in den Schwanz beißt" iW buchte wieder denselben Vergleich),„so umzieht dieser (zs®. Unser Städtchen. Die Wasser, die hinunterfallen, sind M>,.- aber frieren nie. Der Strom ist glutheiß. Wo seine �bi hat bisher niemand entdeckt. Vor einigen ' ließen wir. einen jungen Gelehrten, einen Natur.- t forscher, trotz aller erdenklichen Warnungen an Stricken hin unter. Als wir ihn nach einer halben Stunde wieder herauf zogen, lag er tot in den Seilen. Seine linke Hand umschloß einen Stengel, auf dem eine große himmelblaue Blume saß, wie wir sie nie gesehen haben.". In diesem Augenblick flog ein Reiher(ein Reiher im Dezember? aber mir fiel ein, daß er oft Standvogel ist) kaum haushoch über uns weg. Seine Fliigel donnerten, als wären sie von Erz. Huchda, huchda! der Houben los! beginnt ein Jagd- gedicht, das dem furchtbaren Kaiser Heinrich dem Sechsten zu- geschrieben wird. Und„Huchda, heida! der Houben losl" hätte ich gleich gerufen, als mir der große Fischvcrtilger über den Scheitel flog. Dem Edelfalken die Haube ab, und ihn nachgeworfen. Der Reiher hat ihn gesehen; er entledigt sich des Inhalts seines Kropfes, steigt, steigt in die Wolken. Ter Edelfalke ihm nach. Nun hat er ihn überflogen, er zupft ihn an den Schwingen. Der zweite Falke wird geworfen. Ah, ein wundervolles Bild: der Kampf am Himmelstor. Endlich überschlagen sich alle drei zur Erde. Reiter und Reiterinnen jagen hin. Dem Reiher wurden einige Prachtfedern ge- nommen; ihn ziert jetzt ein Blechschildchen, das schnell ihm umgehangen ist. Und wieder Freiheit, Freiheit, Freiheit... So war es einst. Tie edelste Jagd,. Verzeihung, meine Herren, für diese durchaus unnötige Abschweifung. Mein Lakenträger bibberte mit den Lippen und sah mich von der Seite an: ich bemerkte, daß er mir etwas sagen möchte. Nun, Meier, wollen Sie mir etwas mitteilen? Jch bog mich zu ihm, denn sonst war nichts zu verstehen. Er flüsterte mir wie in Besorgnis: Dies ist wie eine andere Welt, Herr General. Endlich zogen wir weiter, ohne Spiel, ohne Wort, über die lange, lange Brücke, die sich am anderen Ufer wieder in den schmalen gewundenen Weg verengte. Alle Schroffen und Schluchten waren verschwunden. Wir pilgerten durch eine Ebene. Der kleine Trommelschläger fiel wieder ein. Und vor- wärts gings. Plötzlich ein weites, offenes Tor, Festungs- mauer, Giebel einzelner Häuser, die Spitze eines Kirchturms, und drumdirum marschierten wir durch die Wölbung ins Städtchen xin. Gleich voran streckte sich„das Schloß" über. die anderen Dächer empor. Hier machten wir Halt, und der kleine Mann mit dem großen Säbel führte mich in dies Gebäude. Ich stand dem Gouverneur, dem Vicomte de Eombidres, gegenüber. Nie Hab ist so etwas erlebt. Ein unendlich in sich zusammengesunkenes Männchen mit einem Stelzfuß, in voller Uniform, geschmückt mit Orden über die ganze Brust, am Krückstock— lachte mich höhnisch von unten an, indem er den Kopf ganz schief hielt und mißtrauisch wie ein Rabe mich anblinzelte. „Sie kommen, Sie wollen, mein preußischer Kamerad.." und nun humpelte er durch den Niesensaal, worin wir uns befanden, und lachte, lachte, lachte, nicht mehr höhnisch, aber so fröhlich, lachte wie ein Kind. Dann stellte er sich wieder vor mir auf, guckte mich abermals schief von unten an, und sagte: -„Nun gut, was wollen Sie? Meine Festung haben, mein Eidechschen?" „Jch bin in der Tat hierher gekommen, mein Gouverneur." erwiderte ich ihm,„um Sie zu bitten, die Tore zu öffnen fiir meinen Obergeneral, der mit drcißigtausend.. „Mit dreißigtausend Mann," und wieder holperte der Alte im Zimmer umher. Aber sein Lachen klang anmutig und gutmütig. Rasch stampfte er auf mich zu, ergriff einen Rockknopf von mir und zerrte mich in ein Nebengemach. Hier stellte er mich vor ein ungeheures Fernrohr, putzte emsig mit seinem gelbseidenen Taschentuch an den Gläsern und schrie mich an:„Schauen Sie durch, bitte, Wenns gefällig ist; schauen Sie durch." Jcb legte mein Auge an und sah unsere Villa vor mir, bemerkte deutlich, wie unsere Leute über den Hof gingen. Der Greis rief:„Dreißigtausend Mann, dreißigtausend Mann! kaum viertausend haben Sie dort. Und wollen mich zur Uebergabe zwingen. Und wenn es über vicrmalhundert» tausend wären, unmöglich, unmöglich. Jch sprenge ja einfach meine lantv Brücke. Durch den dampfenden Fluß, der meinen Platz wie ein Ring umfließt, kann kein Mensch durch." „Dann werden wir die Ihnen anvertraute Burg au�- hungern." „Wie, was," schrie er, aus vollem Halse lachend,„aus- hungern wollen Sie uns, aushungern? Kommen Sie, mein Kamerad, ich will Ihnen zeigen..." und damit stapfte er voraus.(Forts, folgt.) Wallung zum Auslodern gebracht hat. Der Angriff fcheiterie. weil die russischen Truppenführer sich gerne des Mihgeschi�eS als Vorwand bedienten, hinter das sie ihr Nngeschick vor sich selbst verbargen und überdies auch, weil die Mißvergnügten KriegSknechte de» Zaren ihr« Unlust, mit Aufopferung tapfer zu kämpfen, desto unverhüllter zeigten, je mehr die außerordentlichen Strapazen ihren ohnedies schwachen Kämpferwillen ausmergelten. Letzten Endes hat sich in der Schlacht am Schahs ganz eklatant wieder nur die Unfähigkeit erwiesen, gegen eine Armee aufzukommen, die bei aller militärischen Form doch den Geist und den Willen deS Bolttheere» als eigentliche Kraftquellen in sich trägt. Wie öie Kohle entsteht. Von Robert Potonie. Es darf wohl als allbekannt vorausgesetzt werden, daß die meisten Gelehrten das Moor für die Wiege der Kohle halten. Will man also wissen, wie jener chemisch« Prozeß begonnen hat, durch den unser wichtigstes Mineral, die Steinkohle, geworden ist, dann wird man sich vergegenwärtigen müssen, wodurch denn ein totes Pflanzenmaterial zu Tori wird. Das ist das wichtigste Moment bei der ganzen Kohlewerdung; alles andere kann mit dem verglichen werden, den eine einmal angestoßene Kugel unbedingt rollen muß. Wenn alle Pflanzenreste zu Torf würden, dann müßten über all, wo überhaupt ein Pflanzenwachstum stattfindet, Torflager entstehen. Wir wissen aber, daß z. V. die im Herbste von den Bäumen fallenden Bläter meist sehr schnell verwesen, d. h. sie der schwinden, populär gesprochen, ohne irgendeine Spur zu hinter lassen. Wir sehen also, daß zur Entstehung des Torfs besondere Bedingungen nötig find, die wahrscheinlich nicht überall bestehen. Was ist aber zunächst eine Verwesung? Wir kennen noch einen anderen außerordentlich häufigen Prozeß, bei dem gleich iallS ein Material sozusagen spurlos verschwindet. ES ist dies die Zerbrennung. Nichts ist also näherliegender, als anzunehmen, daß sich ein verwesender Körper ganz wie ein verbrennender in der Hauptsache in Gase verwandelt. In der Tat verbindet sich ein toter Pflanzenkörper bei der Verbrennung wie bei der Ver wesung mit dem Sauerstoff der Luft, und zwar im wesentlichen zu der gasförmigen Kohlensäure und zu Wasser. Der Unterschied zwischen den beiden Prozessen scheint zunächst nur der zu sein, baß da? Zusammentreten mit dem Sauerstoff in dem ersten Falle wesentlich schneller und mit Flammenerscheinung vor sich geht. während im zweiten Fall die Reaktion recht langsam und flammen los erfolgt. Noch ein anderer Prozeß, den wir als Vermoderung bezeichnen, muh hier erwähnt werden. Er weicht von dem eben geschilderten, der Verwesung in einem wichtigen Punkte ab. Fallen z. B. in einem Laubwalde im Herbst sehr viele Blätter von den Bäumen, so werden sie den ganzen Waldboden dicht bedecken und sich oft zu einer beträchtlichen Schicht anhöhen. Wenn sie sich, wie beispiels weise die Buchenblätter, nicht rollen, dann werden sie sich glatt aufeinanderlegen. Geht dann vielleicht ein Regen hernieder, so wird er die naßwerdenden Blätter noch dichter aufeinanderpacken. Die» wird die Möglichkeit der Verwesung, der flammenlosen Ver- brennung bedeutend einschränken, denn der Sauerstoff der Luft vermag so nur noch schwer auf die Blätter einzuwirken. Wer schon einmal einen Ofen geheizt hat, der weiß ja am besten, daß eine„gute' Verbrennung nur dann vor sich gehen kann, wenn hinreichender Zug vorhanden ist. So erklärt es sich auch, daß wir in unseren Buchenwäldern eine schwarze Humusschicht, den Moder vorfinden, die sich durch die alljährlich niederfallenden Blätter langsam mehrt. Immerhin pflegt aber die Einwirkung bei Sauer. stoffs noch stark genug zu fein, um die Mächtigkeit der HumuS- schicht in bescheidenen Grenzen zu halten. Man ahnt jetzt schon, wie diejenige Form der Zersetzung de» schaffen sein dürste, die für uns von ausschlaggebender Bedeutung ist. da sie zur Bildung de» Torfs führt. Sie beginnt genau so wie auch die Humusbildung. Da aber die Torfbildung nur in ruhigem Wasser statfindet, und in solchem nur außerordentlich wenig Sauer. stoff gelöst ist, da weiter bei der Vertorfung auf der kaum ent- standenen Humusschicht schon wieder neue Pflanzen emporwachsen, die den Zutritt deS Sauerstoffs immer mehr erschweren, so leuchtet es ein, daß die sich zersetzenden Pflanzenreste immer mehr in eine neue Richtung der Zersetzung hineinkommen müssen. Können doch die anderen Zersetzungsarten, die doch im weitesten Sinne alle Verbrennungen sind, ohne Luftstrom nicht vor sich gehen. Diese neue Zersetzungsrichtung ist nach der Definition von Liebig die Fäulnis. Die Pflanzen bestehen doch in der Hauptsache au» der Zellu» los«, au» dem Holzstoff. Wenn nun auch die Zellulose unter Luftabschluß recht haltbar ist, so fällt sie doch langsam einer Selbstzersetzung anheim. Sie teilt hierin ihr Schicksal mit allen anderen Substanzen, au» denen die Organismen bestehen. Die Konservenbüchsen zeigen uns, wie sich die Technik die Tatsache zunutz« macht, daß unter absolutem Luftabschluß diese Zersetzung nach menschlichen Begriffen nur sehr langsam vor sich geht. Wir wissen jedoch, daß früher oder später auch der Inhalt der Kon- servenbüchsen einer weitergehenden Zersetzung anHeim fällt. Die Zellulose besteht nun chemisch betrachtet au« Kohlenstoff und au» den Elementen de» Wasser», dem Wasserstoff und dem Sauerstoff. Auf nähere» brauchen wir hier nicht einzugehen. Wenn also die Zellulose durch den FäulniSprozeß zerfällt, so kann sie nur in Verbindungen zerfallen, die irgendwie au» diesen drei Elementen bestehen. Zunächst scheint ei da» Bestreben de» Sauerstoffs zu sein, sich au» der Bindung zu lösen, und er verflüchtigt sich im Laufe der Zeiten in Verbindung mit Wasserstoff als Wasser und in Verbindung mit Kohlenstoff al» gasförmige Kohlensäure. Tai Austreten größerer Mengen dieser Kohlensäure in den Braun. kohlenbergwerken bezeichnet der Bergmann al» schwer« Wetter oder al« Stickwetter. Da nun aber in der Zellulose sehr viel mehr Kohlenstoff und Wasserstoff vorhanden ist, als der in der Zellulose enthaltene Sauerstoff zu binden vermag, so nimmt der Sauerstoff »war bedeutend ab, von dem Wasserstoff und namentlich von dem Kohlenstoff bleiben jedoch beträchtliche Mengen zurück. Di« Stein- kohlen sind dementsprechend ein Gemenge fester Kohlenwasserstoff- Verbindungen. Sobald der in der Kohl« noch vorhandene Sauer- stoff nur noch eine geringe Rolle spielt, dann trennt sich all- mählich auch der übriggebliebene Wasserstoff in Verbindung mit dem Kohlenstoff al» Gas ebenfall» von dem Gestein, e» entsteht das Methan oder Grubengas. Aus dem praktischen Leben kennen wir diese Erscheinung durch die gefährlichen Schlagwetter. Der Fäulnisprozeß ist also ein Selbstzersetzungsprozeß; wir können zur Veranschaulichung auch sagen ein Gelbst.verbrennungS'. Prozeß. Verbrennt doch die Zellulose sozusagen von den Ele- menten, au» denen sie besteht durch den eigenen Sauerstoff so viel. wie dieser zu binden vermag. Dieser Prozeß verläuft um so reiner, je besser da» Pflanzenmatertal von der Luft abgeschlossen ist. und die» ist namentlich da der Fall, wo ein Torflager, nach- dem eS eine gewisse Mächtigkeit erlangt hat, mit Sand oder mit To« oder auch mit beiden Gesteinen bedeckt worden ist. Wie kann da» aber geschehen?— Man kann unsere sich ständig ab- kühlende Erde mit einem vertrocknenden Apfel vergleichen. Wie auf diesem, so sinken auch auf ihr hier und dort gewisse Partten der Oberfläche ein und an die tiefsten Stellen begibt sich immer da« Wasser So kann e» leicht kommen, daß ein Moor, da» auf dem Festlande entstanden ist, später unter den Meeresspiegel ge- rät. Da» Meer setzt aber namentlich in ruhigen Buchten Tone, Sande usw. ab, die ihm von den Flüssen zugeführt werden und die ein dort befindliches Torflager bedecken können. Man er- innere sich an die Delta». Bei fo gutem Abschluß führt dann der FäulniSprozeß schließlich zu den �kannten festen Produkten, in denen sich der Kohlenstoff stetig anreichert. Wir erhalten die Reihe: Torf, Braunkohle, Steinkohl«, Anthrazit. Der Fachmann nennt den Prozeh der Kohlewerbung eine Inkohlung. Man darf nicht von einer Verkohlung sprechen, denn als solche bezeichnet man die allerdings gleichfalls bei Luftabschluß, aber durch Hitze vor sich gehende schnelle Zersetzung der Zellulose und anderer kohlenstoffhaltigen Körper. E« entweichen hierbei gleichfalls Gase, aber die Zersetzung ist eine so radikale, daß reiner Kohlenstoff zurückbleibt. Man denke hier an die Gewinnung der Holzkohle in den Kohlenmeilern. Der so häufig übersehene Unter- schied zwischen Kohlenstoff und Kohle tritt hier deutlich vor Augen. Außer den Ablagerungen von höheren Pflanzen, wie sie un» in den Torflagern entgegentreten, gibt e» nun in der Natur noch andere große"Ansammlungen von toten Lebewesen. Auf dem Grunde der ruhigen Gewässer findet sich ein organischer Schlamm, den R. Potoniä Faulschwamm genannt hat, weil er dem Fäulni«- prozetz unterliegt. Er besteht aus den Leichen mikroskopisch kleiner Organismen, die ständig auf den Boden Herabfinken und den See schließlich oft ganz zu füllen vermögen. Die chemische Zu- sammensetzung dieser kleinen Lebewesen ähnelt mehr derjenigen der Tiere als der der Pflanzen. So enthalten sie unter anderem mehr Eiweiß und mehr Fetie. Dies bedingt, daß das Produkt ihrer Selbstzersctzung ein anderes ist als das de? Torfe. Es ent- stehen Kohlen, die wesentlich mehr Wasserstoff enthalten al» die aus höheren Landpflanzen entstandenen. Wie uns also die Torfbildung und ja auch die gelegentliche Verdorbenheit des Inhalts unserer Konservenbüchsen lehrt, fällt das von der Luft völlig abgeschlossene tote Pflanzenmaterial einem langsamen, freiwilligen Zerfall anHeim, der schließlich zur Kohle- bildung führt. Weher Druck noch Hitze scheinen bei ver Kohle- werdung unbedingt notwendig zu sein. ES handelt sich nur darum, daß da» Pflanzenmaterial möglichst gut abgeschlossen lagert. Hitze und Druck wirken wohl nur reaktionsbeschleunigend! Diese An- nähme hat neuerdings der Chemiker Bcrgius durch mancherlei interessante Experimente noch wahrscheinlicher gemacht als sie sich schon von vornherein darstellte. Die Kartoffel im Kriege. Zeiten der größten Not waren«S, al« die Kartoffeln in Deutsch land eingeführt wurden. Seit der Zeit sind sie recht eigentlich da» Nahrungsmittel des armen Manne« geworden. Ob daS nun gerade ein Zeichen hochentwickelter Kultur ist, dürfte freilich eine andere Frage sein. In der gegenwärtigen Zeit hat aber dock, die Kartoffel eine erhöht« Bedeutung für die BolkSernährung. Solange diese Frucht in ausreichendem Maße und zu erschwinglichen Preisen vor- banden ist, kann wenigsten« von einer der früher so häufigen Hungert nöte nicht die Rede sein. Von großer Wichtigkeit ist da« Trocknen der Kartoffeln. Die .Zeitschrift für S p i r i t u« i n d u ftr i e' weist wiederholt daraus hin, daß diese« Verfahren gerade jetzt viel mehr al» ionst zur Anwendung kommen müsse. E» sei notwendig, neu« Kräste dazu anzulernen. Die mit diesem Verfahren sck>on vertrauten Leute müßten jetzt leitende Stellungen einnehmen um so da» Anlernen ftisäier Kräfte zu befördern. Die Fachschrift verspricht sich davon verschiedene für die Volkswirtschaft wichtige Borteile. E» würde, so meint da« Blatt, dadurch ein bedeutend besserer Ausgleich geschaffen werden zwischen guten und minder guten Erntejahren. Dt» ge- trocknete Kartoffel hält sich natürlich viel länger als die frische. Auch sonst bietet die getrocknete Kartoffel noch eine nicht unbeträcht liche Ersparnis der Transportkosten. Ferner sind Versuche gemacht worden, von der getrockneten Kartoffel ein Mehl herzustellen, da« den Brotgetreiden beigemischt werden kann. Aus diesem Gebiete ist die.Gesellschaft zur Förderung de» Baues und der wirtschaftlich zweckmäßigen Berwenduna der Kartoffel' besonders rührig. Das Broimehl und 20 Millionen Doppelzentner ausländischen Getreide« soll zu ersetzen sein durch Walzenmehl aus 22 Millionen Dopvelzennrern Trockenkartoffeln. ES wäre also auf dies« Weise doch die Möglichkeit geschaffen, un» in der Ernährung vom Auslände unabhängig zu machen. Wenigsten» für die Dauer de« Kriege» und hinstchiltch der wichtigsten Nahrung»- mittel. Wenn nun dazu noch eine wesentlich geringere Verwendung von Mehl für die Feinbäckerei und Kondilorei käme, wäre«» so gut wie ausgeschlossen, daß e« zu größeren Verlegenheiten in der Er- nährulig de» Volke« kommen könnt«. Noch etwa« käme hinzu: Nach einer Mitteilung der obengenannten Zeitschrift hat die ernährungsphysiologische Abteilung für da» GährungSgewerbe interessante versuche gemocht mit der Ver« Wendung von Kartoffelkrautbeu al» Pferdefutter. Wenn sich diese Versuche weiter gut bewähren, ist deren Bedeulung iür die Volkswirtswaft Ichwerlich zu überschätzen. Ein Pferd, da» mit diesem Heu gesütteri wurde, und zwar l1/, Monate hindurch. soll sich sehr wohl dabei befunden und an Gewicht sogar zugenomm«» haben. Viele taufende von Hektaren würden so frei werden für die Erzeugung von Brotgetreide. Millionen von Mark würden der deutsche» Volkswirtschaft erhalten werden. Nack, Rußland allein find alljährlich 250—280 Millionen Mark nur für Futlergerste gegangen. So würde also der Krieg den Antrieb zu technischen Verbesse- rungen und Fortschritten gegeben haben. Kleines Zeuilleton. �»uch ein Sparer. Ich schicke vorau«, daß ich über jahrelange persönliche Erfahrung verfüge. Ich weiß, daß dauernd fortgesetzte« Hungern der Gesund- beit unzuträglich ist. wie jede« Vergnügen, dem man sich im Uebermatz hingibt. Andererseits aber fühlt man sich dabei voll- ständig frei von den Beschwerden, die nach einem reichlich begossenen kompalten Diner in Verbindung mit aufregenden Börsennachrichten den Verdauungsschlaf selbst im bequemsten Klubsessel zu einem Schauerkientopp perverser Traumbilder machen. Ich erinnere mich nicht, jemals von meiner Frau Vorwürfe gehört zu haben, weil au«- ?«rechnet Kommerzienrat Brückengeländer feiner Frau da» Brillant- ollier kaufte, da« neulich bei Werner im Schausenster lag. Heber« Haupt ist unsere Ehe vorbildlich ftiedltch, solange wir noch den Broschen besitzen, den wir zur Bezahlung der FrühstllckSsemmeln am nächsten Morgen brauchen. Andernfall« allerdings... Aber schließlich: Ruhige Eben sind Luxu» für wohl- situiert« Leute. Wo aber daS Portemonnaie dl« bekannte Leer« de« modernen Schlochtselde» zeigt, empfindet man die Ehe nur noch als eine zivilrechtliche Handschelle und jeden Bissen Brot, den man trocken herunterwürgt, als einen Diebstahl am andern. Und doch: wenn ich mich st e t« so satt essen könnte, wie ich jetzt bloß ein- m a l sein möchte, würde ich vielleicht einen Schmerbauch kriegen und meine grau so fett werden, daß ich mir nach jedem Kuß dt« Lippen mit Benzin reinigen müßte. Stellen Sie sich vor: hochgradig er- schwert« Verdauung, vielleicht gar ein Schloganfall oder eine gut bürgerliche Herzverfettung I Nein, ich bleibe lieber wie ich bin. Ich habe nicht nur kein« Verdauunglschwierigkeiten, sondern sogar au»- gedehnte Feierschichten auf diesem Gebiete. Ich spar» also Energien in meinem KörperhauShalt. Verstebe» Sie wohl: I ch. der arme Teufel, spare! wenn da« nur die Steuerbehörde nicht erfährt!_ Rezept, um gefangen genommen zu werden. AuS den letzten Kämpfen an der ostpreußischen Grenze teilt ein Offizier den.Münchener N. N.' folgende Begebenheit mit. die für die Stimmung unter den russischen Truppen bezeichnend ist: Sieben deutsche Infanteristen waren beim Vorrücken von ihrem Truppenteil abgekommen und sahen sich plötzlich von 17 russischen Infanteristen umzingelt, die au» dem dichten Unterholz hervordrangen. Die Deutschen mußten sich gefangen geben. Kaum hatte der Abtrantport begonnen, al» unter den Russen Verhandlungen begannen und st« schließlich die Frag« an die Deuifchen richtete«, ob sie eigentlich Mö darauf legten, in Gefangenschaft zu geraten. Unsere Leute veriwmW diese Frage natürlich aus vollster Ueberzeugung. Darauf erllartt» die Russen, sie wären durchaus nicht abgeneigt, in d«u>M Gefangenschaft zu gelangen, weil ihnen die gute Ernährung und die Aussicht, heil aus dem Krieg nach Haufe zu kommen, verlockender erscheu», al» unter beständigem Hungerlerden weiter allen Gefahren de« Kriege«»»«gesetzt z« sein. So gelang' man schnell zu einer Verständigung. Die Rollen wurden vertäu'� und stolz zogen unsere sieben Ostpreußen mit den gefangenen siebzW Russen ihrem Truppenteil zu. Neutralität in öer Schule. Aus Rew York wird der.Franlf. Ztg.' geschrieben: � neue Schuljahr hat vor kurzem begonnen, diesmal mit eine« t"' sonder« schwierigen Problem für dre Unterrichrsbehörden. In'' höheren Klaffen der Bolkslchulen und in allen Hord'chulen schon seit langem unter Leitung de« Lehrperfonat» die Zeitereignw erörtert, die auch mit Vorliebe zu Auffatzlhemata genommen ES fragt sich nun. wie der europärsche Krieg m den hiesigen SEdbulfjf* handelt werden solle, da ja dieKinder zum großen Teil von auSteinW** Eltern abstammen und zweifellos von Hauie vorgefaßte Meinung und fertige Urteile, namentlich über die Ursachen des großen. fliktS, mitbringen. Die Schulverwaltung hak nun angeordnel. � nur Kriegs-Geographie gelehrt werden, im übrigen aber der«e» weder in den Klaffenzimmern noch in den Pausen erwähni wer» darf. In einigen Schulen in den durchaus amerikanitchrn Dnir'« von Rew-Jerfey ist infolge der Auffaffimg. Deutschland se' für? Krieg verantwortlich zu halten— ein« Auffaffimg. die detam" den Amerikanern durch die Londoner und Pariser Depeicheu" geflößt worden ist— ein Rachlaffen im Swdium des Deuts«»«» bemerken gewesen, da» meisten« ja nur freiwilliger Lehrgegenl' ist. Hier in Rew York zeigt sich aber diese Wirkung»im» Gegenteil; in der Washington-Irring-High-School ist die Zahl Deutsch lernenden Mädchen von 2691 im Vorjahre auf S™ diesem Jahre gestiegen._ Der Fachmann nennt den Prozeß der Kohlewerdung eine begonnen, als unter den Russen Verhandlungen begannen und st« B-räntw� Redakt.: Alfred Wielepp. Neukölln. Inseratenteil verantw. Inseratenteil verantw.: Zh. Glocke. Berlin. Druck u.Le"rIag:VörwSrtl Krieg l« Utopia. In dem berühmten StaatZroman von der glückseligen Utopra, den der englische Kanzler Thoma» More vor jeB, Jahren ersann, befindet sich auch«in Abschnitt über das K» S-j Wesen der Utopier. Wen sollt« die« heut« nicht interessieren, den, der in Utopia nicht zu Haufe ist, sei kurz bemerkt, daß J Eiland von unsichtbaren Klippen in so gefährlicher Weis« unu»«. ist, daß fremde Schiffe sich ohne utopischen Lotsen kaum w.J wagen können, und daß zur eigentlichen Landesverteidigung � allgemeinen die Besatzung eine« Turmes aenügt, der auf Felsen errichtet ist. Der Krieg, den die Inselbewohner sehr h ,L und auf alle Weise zu vermeiden suchen, bleibt ihnen aber n � destoweniaer nicht völlig erspart. Bei gewiffen Anlässen ert�� er auch ihnen unvermeidlich. Aber menichenwürdig«»schrint• jj nur ein Kampf, der„durch Geisteskräfte', d. h. durch uff'' i deutlicher gesagt, durch Bestechung autgefochten wirdl Tofort. der Kriegserklärung sorgen sie deshalb dafür,„daß heimlich un � gleicher Zeit eine große Anzahl mit ihrem Staatssiegel»rr|e° � Proklamationen an den bekanntesten Orten feindlichen• geheftet werden'. In diesen Proklamationen werden t,e'- Gummen versprochen für die Tötung oder Auslieferung Personen, die al» Häupter und Führer de« Volk» in" kommen, die in verantwortungsvollen Stellen sind, denen die Schuld am Zerwürfnisse zuspricht usw. Auf diel« � gelingt e» meist, im feindlichen Polle Verwirrung zu seiner Leiter zu berauben und nur wenig Blut fliegen 8U. Die ganz märchenhafte Höhe der Gummen, die man in für solche Bestrebungen binschleudern kann, erflärt sich"f: � folgenden weisen Staattfürsorge: Damit man keinen Tun» � einem Krieg»schatz anzulegen braucht, und doch jederzeit zu K � zwecken fabelhaft« Gold- und Silbermaffen zur Verfügung sorgt die Regierung dafür, daß diese Edelmetalle in dem � � reiche für etwa» höchst Schimpfliche» gelten, das niemand zurückzubehalten strebt. So verwendet man da» Gold auf z. B. zu Ketten, mit denen man Sklaven oder verbrech«' Außerdem benutzt man da» Gold noch zu einem anderen � niederen Zweck, nämlich zur Herstellung gewisser denen man nicht zu sprechen pflegt. Kein Wunder, daß im*„51 falle jeder Utopier sich ohne Schmerzen von allem Güldenen und e» dem Vaterlande leichten Herzen« opfert I»iii', Eine Wehrpflicht gibt e» auf jener Insel nicht, nur willige ziehen in den Krieg. Wollen ihr« Frauen sie �1 so werden sie deswegen belobt. Auch achtet man darauf- � Familienmitglieder Schulter an Schulter kämpfen,.Nj*" jenigen sich gegenseitig die erste Hilfe leisten- die von Nam � stärksten Antrieb haben, sich beizustehen'. Sollte e« dem � gelingen, den Krieg auf die Insel zu tragen, so wird m Feiglingen, die auch dann noch nicht zum Kampf entschlofie in zweierlei Weis« vorgegangen. Entweder werden � der Ftstung«mauern einfach eingesperrt, so daß sie reißen vermögen, oder man steckt sie auf die Schiffe, die da � verteidigen. Die Aussichtslosigkeit aller Fluchtbestrebung.� � die Umgebung von Mutigen und Braven sorgen dann dasu- die Aengstlichen ihre Furcht verlieren und sich zur Mannyai belehren._ Notize». r-j — Musikchronik. Am Donnerstag, den Sv. Oktober. 8 Uhr, findet im Schultheiß, früher Berliner Union»-«'.jj- Hasenheid« 22—81, ein Volkskonzert de»*xilü harmonischen Orchester» unter Leitung fem«». genten Camillo Hildebrand statt. Zur Lufiübrung low � Ouvertüre zu„Egmont* von Beethoven, Variationen ,�i' dem.Kaiserquartett' von Haydn. Ungarische üw' Nr. 2 von Liszt, Ouvertüre zu.Tannhäuser' von f» greift „Peer Ghnt' von Grieg usw. Eintrittskarten auM von 80 Pf. sind im Bureau der Berliner GewerkichaftSkow Engelufer IS. Zimmer 18, vormittag« von 0—12 Ubr. von 4—7 Ubr, außer Sonnabendsnachmittaa», sowie in der L'S Handlung von Horsch, Engelufer 18, zu haben., fJnC1 — Der verein Berliner Künstler bot L/l Künstlerhause. Beklevuestr. 3, seit einigen Jahren«ine veriM' stelle eingerichtet und bringt diese im Interesse seiner jetzt in Erinnerung. Sie weist jedem, der etwa da» gefallenen Angehörigen malen lassen will, geeignete Kunst''»j# — Reklame-Aus st«llu n g. Die Berliner TypsB„It,-> Gesellschaft bat im Berliner Buchgewerbesaale, Deffauer~(ü vor» HI, eine Ausstellung von Werbearbeiien veraiistaltet, xck Kriegsbeginn hergestellt wurden. Die Ausstellung ist 11—2 Uhr mittag« geöffnet. r". C — San Giul'iano« zweitausend Orden. eben dahingeschieden« italienische Minister de» AuSwäriw- Giuliono erfreut« sich«ine« Ordensfegens, wie er selbst am meisten davon heimgesuchten Staatsmännern selten ist. � doch die Zahl der Orden und Ehrenzeichen, die er mäbr-m langen diplomatischen und politische» Karriere erhalte» Ziffer 2172!»e1' — Lazarettschiffe zur Beförderung v«» wundeten Soldaten hat die Militärvern ltung»al? Mitteilung der„Zeitung de« Verein» deutscher EisenbalM'��ü' tungen' im Gebiete der Spree und der Havel'au» umg Lastkähnen hergestellt. Dies« Fahrzeuge, die gegenüber de'«Jijj bahnbeförderung den Vorzug gleichmäßigere und sanfw» M' I wegung bieten, sind zum Teil von den Wasserbauämter» p! Umgebung von Berlin zur Verfügung gestellt worden. rnilt� teil» Spreekähne(Zillen), teil» Prähme, die sonst i�jirUW' bringung von Arbeitern verwendet wurden. Auf diese gut'' sind langgestreckte Holzbauten mit Oberlicht und reichl'ch��)� zufuhr aufgesetzt worden, die für 80 bi» 40 Personen au»]�U�' Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer ch Co. LerU» �