st. 245— 1914. Unfcr�alfungeblotf öes Vorwärts A-WM.g.z.se!mdtt. Sucher von /lrbeitern für Arbeiter. Man kann sie in verschiedene Gruppen einteilen: in Bücher autobiographischen und schlechtweg dichlerischen oder erzählenden Charakters. Bei den Büchern ersterer Art wären Darstellungen rein zuständlicher Wesenheit und solche einer Aufwärtsenlwickelung im sozialdemokrati- schen Sinne zu unterscheiden. Zu jenen seltneren zähst„Marie Wegrainer"(Delphin- Verlag, München)/ Der dein Buche beigegebeue Waschzettel läßt durchblicken, daß„die Autorin eine„in der>Äleiiistadt lebende arme, einfache Arbeiterfrau" gewesen sei, die als Sechzigjährige ihren „Lebensroman" geschrieben hätte, lind zwar hätte sie aus einem „unwesentlichen äußerlichen Anlaß, der verschwiegen. bleiben chuß",'wirklich?) zur Feder gegriffen.. Man wird gut tun, diese Bemerkung als nichts weiter beim einen buchhändleri- schcn Trick zu nehmen. Nachträglich sind nämlich manche Verleger auf die Spekulation mit proletarischen„Lehensromanen" gekommen— um die Göhreschc Sammlung und sonstige Beispiele aus dem Kreise sozialdemokratischer Arbeiter nachzuahmen. Die üualititäi der Darbietung entspricht in der Regel dem Zweck und einer nur bürgerlichen Anschauung. Das Leben also, das Marie Wegrainer bis zu dein Zeitpunkt, da man � sie zum Schreiben an- eiferte, geführt hat, ist durchaus b ü r g e r li'ch- proletarisch. Die Schilderung paßt auf Millionen solcher völlig unaufgeklärt bleibender Dorf- oder Kleinstadlproletarier. Zwischen Elend und mancherlei kleinen Freuden, aber desto dicker gesäten Leiden srettet inan sich so durch bis zum Tode. Wo nun beinah alles, was ein Dasein lebenswert macht, fehlt, Pflegen Liebe und geschlechtliche Ge- misse die Hauptrolle zu spielen. Man verwundert sich deshalb nicht, wenn Marie Wegrainer mehrere uneheliche Kinder hat, bevor sie endlich doch noch unter die Haube kommt. Dazu treten einige legitime Sprossen nebst allen Existenzsorgen des versklavten Kleinbürgertums. Von Denken oder Nachsinnen über die Ursachen des sozialen und wirtschaftlichen Elends keine Spur. Insofern sagt der emporstrebenden, aufgeklärten Arbeiterschaft dieser„Lebensroman einer Arbeiterfrau" nichts, was sie nicht längst schon hinter sich hätte. WeniVs hoch kommt, kann man der Scbreiberin gerne nachrühmen: sie sei sicherlich ein intelligentes Geschöpf gewesen, das in der Schule gut und leicht gelernt und hernach als Stubenmädchen in wer- schiedenen„besseren Häusern" die Bestände der Leihbibliothek- bclletrislik mit Nutzen gelesen habe. Man merkt solche„Angetesen- hait" der unausgeglichenen Darstellungsweise und dem unpersön- lichen Stil der Schreiberin an. Wie da von einigen Lobhudlern an Gottfried Keller vergleichshalber erinnert werden konnte, erscheint rätselhaft. Von ganz anderer Art sind hingegen zwei' Bücher, in denen die Geschilvte einer Proletarierjugend aus eigenem Erleben erzählt wird. DaS eine heißt ,. Vom Waisenhaus bis zurFabrik", gegeben von Heinrich Georg Dikreiter lBerlag: Büchhandlung Vorwärts, Berlin»: das andere vll nt e r d em H o ih" von Otto K rille(Egon Fleische! u. Co., Berlin). Ob Waisenhaus, oder dörsischeS Armenhaus: in beiden Fällen ist. der Ursprung Armut. Nach traurigen Kittderjahreit kommen noch traurigere Lehrjahre. Insofern besteht zwischen den beiden Werdeprozessen ein Unterschied, als Dikreiter sich in Werkstätten der Erlernung eines Handwerks hingeben muß: während Ärille zunächst in einer Soldatenknaben-Erziehungsanstalt, sodann in einer gleichfalls sächsische» Unterofsizier-Vorschule fürs Kriegshandwerk gedrillt wird. Siebzehnjährig dreht er ihr aus Abneigung den Rücken und wird— Fabrikarbeiter wie, Dickreiter. Ob nun der ejne früher, der andere später zu sozialdemokratischer Anschaffung and Parteimitgliedschaft kommt, ist schließlich gleichgültig. Hauptsache bleibt dvch, daß es so kommt. Darair kann Nicht mal die Militätdienstzeit sltffaZ- Ändern. Hätte der Sozialismus keine andere Bedeutung, als die Geister zu � wecken, die Charaktere zu veredeln, überhaupt die Menschen besser zu machen, es wäre des Beweises feiner Notwendigkeit genug. Aus diesem Grunde sind beide Bücher lehrreich. In mancher Hinsicht ergeben sich gewisse Unterschiede. Krillc ist von beiden. die reichere Natur. Sein verfeinerter Darstellungsstil zeugt für den Dichterküitstler in ihm. Krille spricht ain Schlüsse seines Buches von tieuett Entwickelungsmöglichkeiten, jedenfalls• doch im dichterischen Sinne. Danach hofft er erst noch„sei» Bestes" zu geben— und wir hoffen s mit ihm. Als eine sensible Poetennatur offenbart sich auch der Wiener Arbeiter-Lyriker Alfons P e tz o l d in seinem Roman„ Erde". (Wiett-Leipzig. Deutsch- Oesterreichischer Verlag.) Viel Autobio- graphisches ist darin ausgestreut. Man liest von einem Arbeiter, der, in einer Krankenheilanftalt ein schwindsüchtiges' Mädchen kennen und lieben lernt. Sie heiraten hernach. Allem die Mutterschaft würde ihr den Tod bringen: das liegt so im Entwickelungsprozeß der Lungenschwindsucht. Als die junge Frau schon immer von dem zu erwartenden Kinde schwärmt, erschießt sie der entsetzlich ge- marterte Mann. Das schmeckt ziemlich nach Maeterlinckichen Problemen, wie ja denn recht viel angelesene Literatur zum Vor- schein kommt, sowohl iit langen lyrischen Naturstimmungen wie in allerhand philosophisch angehauchten Ergüssen, deren Stichhaltigkeil zweifelhaft scheint. Trotzdent ist Pctzold Dichter, nicht erst dank einer starken mächtigen Erschiittsrung der Seele oder irgendeiner ätißerlichett Einwirkung, sondern von Haus aus. Das brauchte er Nicht extra in einem seiner Zeit in Wien gehaltenen uM dann unter dem Titel /„Aus dem Leben und der Werkstätte eines Werdenden"(Wten-Leipzig, Anzengruber-Verlag tv13) als Büchlein gedruckten Vortrage zu bekennen. Der„geborene" Dichter gibt sich allemal kund im schöpferischen Trieb und Gestalten. Beides beweist Petzold in seinen verschiedenen Büchern Lyrik und Erzählungen. Die ursprüngliche Begabung auszubilden und zu veredeln, dazu sollte das Leben dienen. In Wien verbrachte Petzold seine Schul- und Lehrjahre. Er versuchte sich als Arbeitsbursche in allen möglichen Handwerken und Betrieben. Man sieht aber an diesem unruhvollen Wechsel der Beschäftigungen nur das Zufällige, im Talent, das sich stetig ausbreitet, das, Notwendige, Hauptsächliche, Beständige. Insofern sind Petzold und Krille sich verwandt— weil wirkliche Poeten- naturen. Während in den meisten dieser Bücher das eigene Ich zum. Gegenstand der Betrachtung erhoben wurde, offenbart der Roman„Der G o t t e S l ä st e r e r" von A. Ger...(Berlin, Verlag Buch- Handlung Vorwärts, geb. 1 M.) den eigentlichen Epiker. Nicht die eigene Persönlichkeit, sondern das Leben und Tun anderer Menschen wird darzustellen versucht. Und zwar sind erzgebirgische Waldarbeiter die Akteure und Helden. Und sozialistisch ist ihr Denken und Handeln. Mit diesem Roman ward Neuland erobert: eine Kategorie von Lohnsklaven, die man kaum näher kannte, wttrde hier zum ersten Male dichterisch und zugleich mit soziologischer .Gründlichkeit in den Rahmen eines ernsthaften Geschehens gestellt. Und man muß es dem Verfasser nachrühmen: er kemtt seine Leute, die mit kräftiger Anschaulichkeit gezeichnet werden. Man darf also diesem zu allererst i» der„Neuen Welt" erschienenen ErzählungS- werk eine fröhliche Fahrt wünschen. ES gehört in jede Arbeiter- bücherei. oü. Ersatz öer Petroleumlampen. In der Zeitschrift für Beleuchtungswesen wind die gegenwärtig durch de» Krieg hervorgebrachte Petroleum nrn und die Mittel zu ihrer Abhilfe von Dr. Lux erörtert. Vom«tandpunkte der Bc- leuchtungstechnik begrüßt er die Petrolenntirot, die zu einem Ersatz der Petroleumlampe geradezu drängt, denn„die gewöhnliche Petroleumlampe ist der unrationellste und im Betriebe kostspieligste aller gebräuchlichen Beleuchtungoapparote". Ihr Ersatz durch andere Beleuchtungsarten geht auch in Friedenszeiten bereits mit Erfolg vor sich, denn die Zahl der Petroleumlampen ist in Deutschland. auf zirka 21 Millionen zuriickgcgangen, während die der installierten elektrischen Glühlampen auf zirka 75 Millionen ge- stiegen ist. Trotzdem ist die Petroleumlampe noch immer das„Licht des kleinen.Mannes" itpd pei einem Mangel an Petroleum»verde» groHö T-dilo Äer Bsvölkerüitg ä'itf"gatcz gertttgwgrtige: Bcleuchtnngs- chrkttest nste' Rüdollampeu, Stearin- and i Ttrlgkerze«, angcwies«»' sewsLLK Pfittoleumtcunpe hat aegenüvor: dem Gaslicht und vom. noch»moderneren elektrischen- Glüblicht den Vorzug der leichten und" bequemen Transportierbarkcit, der trotz der Gefahr, die ein'Herum. hantieren mit brennender Lampe jedesmal mit sich Bringt, doch für kleinc Häushaltungen keineswegs gering geschätzt werden darf. Die llnadhängigkeit von einer Zentralstelle, die der Petröleumlampe ebenfalls nachgerühmt wird, ist dagegen sicherlich ein Nachteil,' denn statt eiues-bequeinen Ein- und Ausschaltens oder Anzündens und Abschließens des Lichts mutz die Lampe täglich gercimgt und gefüllt werden, zudem ist das Anzüitden so umständlich, daß matt sie auch bretmeit läßt, wenn der beleuchtete Räum kürzere und selbst län- sj Die blaue Woge. Von Martin Andersen N e x ö. Es»var recht spannend für einen so klemen Wicht, ihn in weiter Ferne zu wissen— und ilin. dann Plötzlich innerhalb der engen Sphäre des Städtchen auftauchen utch. allerlei Gegenstände aus den ferüsten■ phantastischsten Gegenden der Welt mitbringen zu sehest:.Korallen und merkwürdiges chinesisches Porzellan. Tätowiert»var er wie kein zweiter Seemann: seine Göstalt spukte' reichlich in meinem Knaben- sinn. Das mutzte eine ivimderdare Welt da draußen, sein, da sie ihn so ungern von sich gab und mit einem Ruck wieder- nahm— weg von allem, was er liebte! Voller»Taten war er auch ein richtiger Held! �Wie gern hätte ich ihn auf die Fahrt begleitet und einen Schimmer seines frohen, sorgen- losen Treibens da draußen gesehen! Als Erwachsener erlebte ich das wirklich und machte einen seiner Ziisse mit. Es ist jetzt einige Jahre her. Ich wartete in einem der großen Mittelmeerhäfen auf Schiffsgelegenheit nach Hause. Eines Tages kam die„Danmark" ans der Heimfahrt in den Hafen— eine arg mitgenommene Schute, die aus dem Osten kam. wo sie während des russisch-japanischen Krieges im Trüben gefischt und mancherlei durchgemacht hatte. Ter Frachtmarkt war in jenen Jahren flau bei uns, und die„Dan- mark" sollte gerade auflegen, als das russische Ostsee-Ge- schwäder sich auf: seine Todesfahrt begab und nach Fracht- Kämpfern zur Begleitung mit Kohlen suchte. Es war ein halsbrecherisches Unternehmen, die Frachtkurse waren doppelt, mrd die..Danmark" meldete sich sofort. Auf diese Weise kam sie nach dem Osten, und da man nun einmal da draußen war, nahm man das Ganze mit: fuhr mit versiegelten Ordern und vermummter. Last vor Korea, segelte andauernd mit abge- blendeten Laternen, tastete sich vorwärts zwischen japanischen Kreuzern und Unterwasserminen aus verdächtigen»Fahrten nach Port Arthur und Wladiwostok. Das waren Seiten, wo man jeden Augenblick ins Jenseits-geschickt— im Bruchteil. einer Minute gänzlich vertilgt werden konnte. Aber ging es gut, so ersetzte jede Fahrt niehrjährige beharrliche Arbeit. Jetzt war die„Danmark"'also auf den: Heimwege, tüchtig mitgenommen, unterm Boden ganz bewachsen, so daß die Ge- schwindigkcit verloren zu gehen drohte— aber mit gefülltem Eisentoernst, Es war nicht gelungen, Ladung gleich bis nach Europa heim zu bekommen, man mußte' die Rückfabrt in Etappen machen, damit sie nicht alles aufzehrte. Von Japan lief man mit einer- Ladung Kohlen nach. Honkong und. Bangkok: in Bangkok wartete eine Viertelladung Getreide und Tieklsolz, die nach Rotterdam sollte: dann ging's hinüber nach Sigapur, um Gambir zu holen, das als Lohe für Segel' und Fischnetze gebraucht wird, und von da nach Rangun, wo Reis geladen wurde. Messina hatte man angelaufen, um die Bunker fülle« und einige tausend Kisten-mit Apfelsinen aufzunehmen, die nach Kopenhagen gingen, dem Endpunkt der Reise.--■- Der Kapitän hatte nichts dagegen, mich mitzunehnien, und bat lnich, sofort an Bord zu kommen, toeil das Schiff ab» fahren sollte, sobald das Einladen beendet war.- Er gab mir einen Matrosen mit, der bei meinem Gepäck initanfassen sollte. „Aber tun Sic mir den Gefallen, ihn im Auge zu behalten." sagte er.„Es ist ein tüchtiger Bursche, aber geht er erst auf eigene Faust los, dann können wir im Schiffsjournal nach ihm suchen. Und nun Hab ich ihn so weit gekriegt, da möchte ich auch das Vergnügen haben, ihn so einigermaßen ganz bis nach Dänemark zu bringen." Es war ein bärtiger Seentann von vierzig bis fünfzig Jahren, braun wie ein Halbneger. Solange wir vom Schiff ans zu sehen waren blieb er einige Schritt hinter mir, aber bei der ersten Biegung holte er mich ein. Er untersuchte mich ein bißchen von der Seite, während er sein Priemchen kaute. Dann spuckte er eine Flut mitten auf die Straße, um den Mund freizubekommen, und rief: „Es ist doch großartig, wieder auf der Heimfahrt zu sein! Wie cs wohl zu Hause aussehen mag." Aus dem Gespräch ging hervor, daß wir beide an dem- selben Strande unsere Heimat hatten, und nun erkannte ich ihn an den starken tätowierten Armen wieder— cs war Marthas Peter. Ich war schon ziemlich lange nicht mehr da- heim gewesen: aber ich wußte doch mehr von den Tingen zu Hause als er— auch von den seinen. Unter anderem konnte ich ihin mitteilen, daß. seine älteste Tochter geheiratet hatte und ihren eigenen Hausstand führte, und daß er Großvater geworden war. Die Nachricht schien starken Eindruck auf ihn zu machen. Eine Weile ging, er schweigend neben mir her, seine Kiefer beschäftigten sich eifrig mit dein Kautabak." Tann griff- er in den Hosenbund und sagte langsam, als Fortsetzung einer inneren' Gedankenreihe:„Ja, da schindet mgn sich auf der Erde rund für nichts und wieder nichts— und bürflet sich alles mögliche auf: aber-nun soll's zu Ende damit fein." „Das- hast Du wohl schon mehrmals gemeint, Peter!" wandte ich vorsichtig ein. „Allerdings— das ist richtig. Aber Du kannst mir glauben, diesmal Hab ich Zeit gehabt, über die Dinge nach- zudenken; es war kein-Spaß, da draußen zwischen. den sapani- gere Zeit nicht benutzt»vird. Tics bedingt also. eine Verschwendung des Brennmaterials,.von der die Verwendung von Gas und clek- irischem Licht frei. ist.. � Ter stärkste Konkurrent für die Petroleumlampe ist das Gaslicht geworden, zumal in einer Reihe von Großstädten planmäßig und systematisch dem Kleinkonjitmenten das Beziehen von»Aas durch Aufstellung von» Automaten. mit unentgeltlicher oder sehr billiger leihweiser Lieferung von Beleücktnngsgegenständcn erleichtert wird.»Bei der gegenwärtigen Pctroleumnot müssen die Gas- anstalten in dieser Richtung noch mehr tun. Für sie selbst wird sich das lohnen, da sie einmal gewonnene Abnehmer wohl auch später behalten werden, denn wer erst einmal die Vorzüge des Gaslichts vor dem Petrolellinltcht aus der praktischen Erfahrung kckn'nen gelernt hat, wird schwerlich später wieder zum»Petroleum zurück. lebren. Freilich sind selbst in Großstädten bei> nettem noch nicht alle Wohnungen nüt Gasleitungen- versehen, in einer so modernen Stadt wie Charlottenburg z. V. gibt es nach einer im vorigen Jahr vovgeuommenen Feststellung noch JO OOO solcher Wohnungen. Die Verwaltung der' städ'tischeu Gaswerke kommt daher den Hausbesitzern»nährend der Kriegszeit bei' Einrichtung von Gasleitungen durch erhebliche. Erntätzigüng.des»Preises und Aufschub der Zah< luiigsverpslichtung bis läffgerc Zeit nach Beendigung des Krieges entgegen. Viele kleinere Lrischaste» sind aber nicht int Besitze einer Gas- anjtalt; hier mutzten, die elektrischen Uederlandzentralen in. Aktion .treten, um solche Orte in'ihr Versorguugsgebiet einzuvezieheu. Aus'diese Weise köitnten. wie L. ausführt, bequem' drei Viertel oller .noch'im Betrieb befindlichen Pckroleumlampen durch Gas und elektrisches Ltchl' ersetzt werden. Es bleiben dann aber troch zahl- reiche Lichtverbrauchet:, denen' Heide Wege verschlössen sind.- Sic aus Azetylcuanlagcit zu verweisen, erscheint Lux bedenklich,-da der Betrieb-kleiner und klent'jter Äzetbienerzeuger m der Hand von Läicn zu gefährlich ist.' Er empfiehlt die Herstellung kleiner Litftga-s- 'anlagen, die»' für den»Betrieb mit-Blangas. einzurichten sind, und verweist schließlich aus die Umwandlung von'Petroleunstampen in Spiritusgluhlanipen, die er jedoch nur in möglichst- geringen» Um- sänge,.vorgenommen sehen möchte, damit nicht Kartosselri. die noch zu Ernährung Szwccken dienen könnten, in der Spiritnsbrennerci verwendet'ivcrdcn. kleines Zeuilleton. Das Theatergeschäft im Kriege. Die deutschen und österreichischen Theater haben trotz der schwierigen durch den Krieg geschaffenen Berhältnisse zum großen »Teil ihre Pforten geöffnet und spielen, obwohl Aussichten auf Gewinn bei der jetzigen Lage nicht bestehen. Wie sich die finanzielle Sttuation der Bühnen nunmehr gestallel hat, das erörtert, hauptsächlich an dem typischen Beispiel der Berliner Theaterverhältnisie,- der bekannte Fachmann in allen Theatersinanzfragen Dr. Max Epstein in einem Aussatz der„Schäubühne". Besonders schlecht sind die Theater- direktoren daran, die sehr hohe Miete zu zahlen haben oder, wenn sie Eigentümer fhrer Theater find, große Hypothekenzinsen. So muß Max Reinhardt als Eigentümer setner Theater alle Hhpothekenlasten selbst tragen, während die Direktoren, die nur Mieter sind, pon den Eigentümern beträchtliche AiietSnachlässe' verlangt und erhalten haben. Die Höhe der Nachlässe ist je nach dem Inhalt des Vertrages und nach der Sicherheit des Direktors verschieden ausgefallen. Wo ein sehr reicher Mann Pächter ist, wie beim Theater de» Westens, muß er die volle Miete weiter zahlen. Das ist aber auch der einzige Fall in Berlin: sonst haben die Direktoren von den Eigentümern im allgemeinen eilte Herabsatzung der Miete um etwa esit..Drittel. erhäften, daS Deutsche Künstlertheatex. daS sich schon pox deU Hti.ege:.tticht, gilt rentierte ustd.,in dieser Saison ttoH keinen Erfolg erzielte, sogar' uitt zwei Drittel/4 Dem Deutschen OperMause ist von dem Eigentümer, der-Stadt Charlottenburg, die Miete iiber- haupt erlassen worden. Die Direktoren haben mit ihren Mitgliedern vielfach nur ganz kurzfristige Verträge abgeschlossen. Gerade bei den bestfuitdierten Thealern, bei denen es sich um sehr große Objekte handelt, können bei einer langen Dauer des Krieges Verluste cnt- stehen, ivährend bei kleineren Unternehmungen, selbst wenn sie schlecht fundiert sind, die Beteiligten größere Rücksicht nehmen. Im Deutschen Theater, wo zunächst Shakespeare trotz aller zu- stimmenden Antworten auf eine Umfrage nicht mehr„ziehen" schcn Minen ffentmzuplnntschcn. Von viel Schlaf war auch nicht die Rede! Der Alte uird beide S-teuennänner Tag und Nacht auf der Brücke— und zwei Mann auf dem Back zum Ausguck: und Peter mußte immer der eine davon sein. So- bald er in eine Ecke entwischte, um sich aufs Ohr zu legen— wo' zum Henker ist Peter? schläft der Bursche denn immer!— Hallo,' Peter,-was Neues in Sicht?— Jawohl, Kapitän, es schwimmen Minen an Steuerbord und Backbord!— Verflucht, laß sie schwimmen, wir müssen durch! Ahead!— Na, Draht verdiente man ja, und.ltuu ist's am besten, an Land zu gehen. Ein Seemann nimmt sich sein Teil, wo er kann: und bevor man's weiß, ist die Flasche leer. Ich Hab ja auch zü/Haps allerlei wieder gutzumachen!" Er sah mich mit seinen hell- blauen Kinderaugen an, die immer noch so offen waren wie ein Blick am-Horizont, hin. Ich war erstaunt, wie wenig das Leben in diese Augen abzulagern vermocht hatte.- Auf der Reife nach der.He iinat plauderten wir nicht selten zusammen. Am Tage, wenn er bei seiner Arbeit war, gab er sich' am liebsten den Anschein, als kennten wir einander nicht: wenn Kastitän öder Steuermann in der. Nahe war: ant- wortete er mir kurz und dienstlich. Aber am Abend, wenn er selbst frei war und wußte,, daß der Alte in der Kyje lag, kam er zit mir und ließ sich in.meiner Kajüte nieder, um ein Schwätzchen mit mir zu hälten— am liebsten von denen da- heim.' ES lvar eiste Reihe von Jahren vergangen,- seitdem er zuletzt zu Hause war, und ex litt stark an Heimweh. Er war kein Kopfhänger: und.seine Arbeit verrichtete er» mit einer Laune, die. ist die. ganze Mannschaft.Leben brachte. Wenn wir aber so saßen undwoin Heim sprachen, überkam ihn eine eigentümliche Wehmut oder er fiirg an, gegen sich selbst los- zudonnern: So ein Schuft, der es nicht verdiente, daß ein Mensch auf Erden ihn lieb hatte.„Da haben sie gesessen und gut an einen gedacht— und obendrein vielleicht Not gelitten," rief er dann aus.„Glaubst- Du, daß sie Mangel gehabt haben, wenn unsereins das Geld verpulvert hat an der ersten besten Stelle, wo man ans Land kam?" Ich mußte antworten, daß die Seinen, soweit ich wisse. gut durchgekömnien seflen— aber natürlich nur' durch tapfere Arbeit.■.- „Es ist eine Schweinerei, Du! Denn sie hätten mit dem Häkelzeug dasitzen und.es gut haben können-- hätten einen Weg in. die Stadt inachen können zur Tasse Kaffee,' wenn wäu die Heuer bloß' beisammen gehalten hätte. Aber so.sind wir Seeleute: unser Herrgott»mtß verflixt beschäftigt gewesen sein, als-'er uns gemacht hat. Er hat vergessen, den Spund draufzusetzen, und da fährt man um die ffi de yerum. macht eine ungeheure Menge durch— und wird doch nie älter als ein zweijähriges Kind. Das ganze läuft durch einen durchs tinchallein-gehen lernt man nie,'"..;(Schluß folgt.) wollte, hat der große Erfolg de-Z„Wollenstem" jeden Zweifel an dem gesicherten Fortbestehen dieser Bühne gehoben; auch die Kammer- spiele arbeiten mit vollen Häusern. Alle Berliner Theater sind jetzt geöffnet mit Ausnahme des MetropoltheaterS, das zu Weihnachten auch seine Spielzeit beginnen soll. In den ersten zwei Dritteln des WeihnachtsmonatS geht das Theatergeschäft stets schlecht; zudem aber müssen auch die vielen Bühnen einander daS Publikum weg» nehmen. Bisher waren die Einnahmen am Sonnabend und Sonn- tag fast überall ausgezeichnet; jetzt aber, da fast alle Theater offen haben, wird es schlechter, und Epstein schlagt deshalb vor, einzelne Theater sollten der Reihe nach eine bestimmte Zeit geschlaffen bleiben oder die Theater sollten nicht täglich spielen. In Wien machen die Theater gaipz gute Geschäfte; auch in Dresden sind sie erträglich Viel mehr leiden schon Hamburg und Leipzig unter starker Ungunst der Theaterverhältniffe. Im allgemeinen liegt eS aber ähnlich wie in Berlin. Die stellungslosen Schauspieler und Sänger werden überall teilweife durch Bunte Abende und Vorträge beschäftigt, die sich jetzt großer Beliebtheit erfreuen. Otts Gottfrieö Kellers Malertagen. Einen EinblZck in die Entwicklung des jungen Gottfried Keller, besonders über seine Miinchenec Zeit, da er noch als Maler den rechten Weg für seine Begabung zu finden hoffte, gewähren die Briefe an feinen Freund und Malergenossen Joh. Sal. Hegi, die Emil Eniwtinger. im neuesten Heft der„Deutschen Rundschau" ver- offen tlicht. Das Münchener Künsilerleben, wie eS der eigenwillige Schweizer bald in eifriger Arbeit, bald in nachdenklichem Mühig- gang, stets aber um die Gestaltung seiner Persönlichkeit ringend, führte, zieht in bunten Bildern an uns vorüber. � Geldsorgen fehlen nie. aber dafür ist lustige Gesellschaft da. Schwieriger werden die Verhältnisse, als schließlich die offizielle Unterstützung aufhört. In einem Mohen Klagcbrief vom ld. April 1841 schildert er dem Freunde sein ganzes Elend:„Schon habe ich dreimal ivas auSgenellt, Komplimente darüber eingesammelt, aber noch nie eine von jenen vermaledeitcu Ankaufsnummern an meinen Bildchen cnldecki. Dabei kann meine liebe Alte mir nichts mehr schicken, ohne äußerste Einschränkung, und um ihr allen Kummer zu er- sparen, schreibe ich ganz fidel nach Hause, als ob ich in größten Flo- ribus lebte, indes ich ganz gemütlich auf dein räudigsten und schä- bigsten Hunde, reite, den es zemals gegeben hat. Meinen Bekannten läge ich immer, ich erwarte noch Geld von zu Hause, sonst hätten sie wahrscheinlich vermöge ihrer glänzeicden Generosität mir längst isiefit mehr gepumpt und ich wäre also schon längst krepiert. Du siehst also, daß ich die Sache ziemlich leicht aufnehme; ich leb wie der elendeste Windbeutel in den Tag hinein und setze meine Hoffnung immer auf �dic nächste Arbeit, die fertig wird, dock, immer vergeblich. Dies die Schattenseite meiner gegenwärtigen Lage, die Lichtseite besteht lediglich darin, daß ich mir selbst sage:„Mut, Kellcrchen, du halt dick ein wenig unbesonnenerweise ins Leben hinaus- geworfen, bist ins Pech geraten; aber eS wird schon wieder anders kommen; tue immer dein Möglichstes, und du wirit auch wieder herausgezogen»erden, andere haben auch das nämliche LoS gehabt, die fetzt der verdammten Hure von Glück im Schoß sitzen, und es dient vielleicht zur größeren Würze deines späteren Lebens, einst sagen zu können, das und das habe ich durchgeinacht, und ich habe oft lange Zeit nnr Disteln und stinkende Krötenblumen statt Rosen und Lilien gepflückt. Das einzig«, waö mir Angst macht, ist die Furcht, ein gemeines, untätiges und verdorbenes Subjekt zu wer- den, und ick nmß mich ungeheuer anstrengen, bei dem immer- währenden Peche dies zu verhüten; und nur durch gute Lektüre habe ich mich bisher noch solid erhalte»." Keller kehrte als ein„Schiffbrüchiger" nach Zürich zurück; aber hier entdeckte er seinen wahren Beruf und wurde zum Dichter. „Mick betreffend, bin ich immer noch im alten Wogen und Treiben und Vegetieren," schreibt er an Hegi am 28. September 1345,„und mein einziges Trachten ist, meinen ersten Band Gedichte zusammen. zubringen, was mit einem Schlage all meine Verhältnisse ändern wird. Alles Bisherige war nur sicher vorbereitend, und ich werde mit jedem Tage strenger und einsichtiger gegen mich selbst, um nichts zu übereilen."_ Ein öilü vom überschwemmten Schlachtfeld. Der kleine Streifen Landes am Dserkanal, auf dem noch vor kurzem so erbittert gekämpft wurde, ist jetzt nach der künstlich her- beigeiührten Ueberichwemmung eine glitzernde Wasserfläche, aus der wie schwarze tiefliegende Jnselchen hie und da ein paar Flecken trockenen Bodens, ein oder zwei vereinzelte GeHöste, hervorragen. Außerdem haben die Deutschen sich hier noch einen Weg gehalten. der aus einer Chaussee gebaut ist und so wenige Zoll über die Fluten ragt, wenngleich auch er hier und da von ihnen überspült wird. Vorgeschobene Posten halten die Wacht über dieses Neber- schwemmungSgebiet, aber sie webren nicht den ab und zu herum- kriechenden Belgiern; ein Kampf ist hier unmöglich, und diese ganze öde leere Fläche kündet nur noch von vergangenen Schlachten. So hat denn, auch ein englischer Berichierstatter G. Ward Price dem Gebiet einen Besuch abstatten können und erzählt nun von dem Wirrwarr, den die Flut gnädig mit einer dünnen Wafferich'cht über- deckt hat. Die verlassenen Schützengräben lassen sich deutlich in ihren Zickzacklinien erkennen und sehen an der Oberfläche der Flut wie eine lange Schlammschlange aus. An den Rändern schwimmen Stroh, Papier, leere Flaschen imd tote Kühe in wüstem Gemisch herum und lassen das Leben ahnen, da? einst hier geherrscht. Durch den schmutzigen Wasserspiegel hindurch sieht man noch, wie sich die Deutschen hier häuslich eingerichtet hatten, wie viel Gegenstände sie mitbrachten, um es sich etwa? behaglich zu machen. Nun ist alle? wüst und leer. Nur noch ein paar Gruppen von zwei oder drei belgischen Soldaten waten in dem spritzenden Wasser herum an Stellen, wo die Flut nicht tief ist, oder auf dem einzigen noch herausragenden Weg. und die Deutichen kümmern sich nicht viel um sie. Die Belgier lungern, ob sie ni»t etwas Brauchbares sinden könnten, und manch- mal haben sie Glück. Da kehren z. B. zwe, nach ihren Linien zurück, triefend vor Näsie, aber auf der Schulter des einen liegt ein Sack, in dem sich etwas Lebendiges quiekend und grunzend bewegt. „Was habt Ihr denn da im Sack?" fragt ein Offizier.„Nur ein ganz kleine? Schwein, mein Kapitän," antwortet der eine Soldat in bittendem Ton.„ES wäre doch zu unbarmherzig gewesen, es da drüben in dein überschwemmten Gehöft vor Hunger sterben zulassen, und so sind wir denn hinübergewatet, um es zu befreien," Der Offizier fragt nicht weiter, aber nimmt wohl an, daß eS nicht nur Beweggründe reiner Menschlichkeit waren, die die Soldaten zu Rettern des Schweines machten. Die belgischen Krieger wollen auch gern wieder einmal einen warmen Braten in ihren Töpfen haben. Solche FouragierungSausflüge in der Nässe sind nicht immer gefahrlos. Die Deutschen lassen sich die Feinde, obgleich sie gut- mülig vieles nachsehen, doch nicht zu nahe kommen, und als sich die Belgier neulich einem von den Deutschen besetzten, ringS vom Wasser umgebenen Gehöft näherten, fiel ein Schuß, und ein Belgier stürzte der Länge nach in das Wasser, worauf die andern bis an die Brust nachwaten mußten, um den Verwundeten unter vielen Mühen aus dem Wasser herauszubringen. Die Deutschen feuerten nichl mehr; sie hatten die andern nur warnen wollen. Ueberhaupt führt diese natürliche Wasserjjrenze, die zwischen die Feuerlinien(jelegt ist und auf der nicht gekämpft werden kann, zu einer gegenseitigen Duldung. DaS überschwemmte Gebiet ist so etwas wie eine Neutralitätszone, auf der man die Feinde nach Lträsten schont. haben wir genug holz zur Papierherftelluug! lieber unsere Holzvorräle für die Papierfabrikation sind in einer Besprechung, die sich an einem Vortrag von Prof. Dr. Sckwalbe „über Land« und Forstwirlschaft als Rohstofferzeuger der Papier« fabrikation", gehalten auf der Hauptversammlung des Vereins der Zellstoff- und Papierchemiker im Dezember 1313, knüpfte, bemerkenswerte Mitteilungen gemacht worden, die dadurch a» Bedeutung gewinnen, daß für die Ausrüstung unserer Soldaten im Felde Papier für Schnupftücher, Socken und Westen empfohlen und auch wohl schon verwandt wird, gestützt auf die Erfahrungen, die die Japaner im Feldzuge gegen Rußland mit Papier gemacht haben. Prof. Sckwalbe kam in seinen Ausführungen zu dem Schluß, daß das Holz für die Papierberstellung wahrscheinlich niemals durch unsere Pflanzen in großem Maße werde ersetzt werden können. Im Anschluß hieran tauchte die Frage auf, ob Deutschland seinen Bedarf an Holz durch seine eigenen Wälder decken könne oder vom Ausland abhängig sei. Die folgenden Zahlen geben hierauf eine für unser Vaterland reckt erfreuliche Antwort. Der Gesamtbedarf an Holz für die Papierindustrie hat sich im Jahre 1S13 auf 88 Mi II Festmeter belaufen, wovon 20 Millionen zu Holzzellstoff verarbeitet worden, der Rest ani Holzichliff u'w. entfiel. Deutschland erzeugt im Jahre rund 700000 Tonnen Holzzellstoff, wozu etwa 3,5 Mill. Festmeter Holz gebraucht werden. Da aui Holzschliff usw. etwa dieselbe Menge enisälli, beträgi der Holzbedarf in Deulichland rund sieben Millionen Festmeter. Nach einer forstlichen Statistik von Prof. Kirchner aus den 80er Jahren stehen aber an Holz, das für die Papierfabrikation geeignet ist lFichie, Tanne, Kiefer), jährlich rund 22 Millionen Festmcler zur Verfügung, so daß unser Bedarf reichlich aus den deutschen Wäldern gedeckt werden kann. Die Tat- fache, daß wir trotzdem etwa die Hälsie des Bedarfs auS dem Aus- lande eingeführt haben, erklärt sich dadurch, daß die Jndustricmitlcl- punkte vielfach nichi in der Nähe der großen Wälder liegen, und jede Fabrik natürlich ihr Holz so billig wie möglich einzukaufen trachten muß. Ist uns da-S Ausland verschlossen, so werden wir mit den eigenen Beständeu auskommen. Staat und Technik werden aber darauf bedacht sein müssen, durch günstige Frachliäye und Schaffung neuer und leistungsfähiger Wege und Beförderungsmittel die natür- lichen Bodenichätze unieres Landes schnell und billig an die Stellen hinzuführen, wo sie gebraucht werden. Notizen. — Die Theaterzen iur rechtfertigt sich in einer längeren Zuschrift an das„Berliner Tageblatt"— weil sie Strind- bergS„Luther" zugelasien bat. Sie fürchtet davon keine Störung des Burgfriedens unter den Konfessionen und„jedenfalls ist Strind- berg einer der bedeutendsten Dramatiker der neueren Zeit, dessen Schöpfungen nicht ohne zwingenden Grund vom Theater ferngehalten werden dürfen." Außerdem find auch alle Stellen ausgemerzt, die etwa bei den Katholiken AergerniS erregen könnten. In Summa: „Das Charakterbild eines deutschen Mannes, der das, was er für seine GewissenSpflicht erkannt hat, trotz aller sich auftürmenden Schwierigleiten und Gefahren mit zäher und eiserner Energie durch- führt, ist gerade jetzt geeignet, auf die vorurteilsfreien Zuschauer aller Konfesstonen erfrischend und befteiend zu wirken." Wer hätte gedacht, daß unsere Theaterzensur jemals selber in die Debatte eingreifen und so beredt werden könnte! — Theater chronik. Im Deutschen Künstler- Theater mußte die Uraufführung von StrindbergS„Luther" wegen technischer Schwierigkeilen und Erkrankung des Frl. Adele Sandrock auf Sonnabend, den 5. Dezember, verlegt werden. — Kasper im Trianon-Theater. Böcklins Künstler- Kaspertheater wird im Trianon-Theater einkehren. Sonntag, den 6. und Mittwoch, den 9., nachm. 4 Uhr. sind die ersten Lorstellungen. Die Preise sind von 30 Pf. an. — Die Große Berliner Kunstausstellung soll auch im Sommer 1915, wie alljährlich, veranstaltet werden. Die Bor- bereitungen haben unter der Leitung Prof. LanghammerS de- gönnen. — Die geschlossenen Museen. Der Pariser„TempS" meldet: Die Pariser Museen bleiben vorläufig geschlossen, da die bereits ungenügende Zahl der Wächter infolge der bevorstehenden Einberufung neuer Altersklassen weiter vermindert wird. VorsichtZ- halber wurde eine Anzahl Kunstwerke nach der Provinz gesandt und dort verborgen. Im Louvre ist kein Museumsstück mehr. Biufarme und Kranke trink«» während der Rekonvaleszenz feurig eUeeen Qanfa I iiima Stärkung»- Fl. 1.50 Nachahmung bitte zurückzuweisen. Odilia LUCIa Rotwein u. 2.—. !WWI Todes-Anzeigen l Im Andenke» mlerei ml dem sneMmM leWenen Mfienl Bei den KSwpien Im Westen(bei Beaucorat Harne!) fiel am 27. Oktober unser Mitglied, der Genosse 223/18 Hermann Welk la, Abteilung, Bezirk 419. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 5. Berliner Relehetagawahlkr «m 23. November verstarb Im ShorlotlenVurger Sanatorium an den Folgen eines»opsschusseS unser Genosse 10/8 Otto Streße. Sozialdemokrat. Wahlvereln Niederbarnim. Bez Lichtenberg, Ruderverein„Vorwärts44. Usch loneem, mit großer Geduld ertragenem Leiden rereohied»m Montag, den 80. November, unser Sportgenosee| Oskar Gey im Alter von 34 Jahren. Wir verlieren in dem eo früh Hahingeeohiedenen einen lieben und treuen Sportgenouaen, der zwölf Jahre dem Verein als Mitglied angehörte und lange Jahre das Amt eines Hausverwalteta bekleidete, Sein edler Ohnrakter| sowie seine aufopfernde Tätigkeit für den Verein werden | ihn uns unvergeßlich machen. Ehr«.einem Andenken! Die Einäscherung findet heute Donnerstag, den 3. De- 1 zember, nachmittags 4 UhT, im Kremetonum Berlin.| Oerichtstraße, statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorntnnd. Dentseher Transportarbeiter-Terlianl Bezirkeverwaltung Gro(-Berlln. Ten Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Wächter rerölvsvl! ftHriroek am 1. Dezember Im Alter von 64 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet am Sonnabend, den d. Dezember, nachmittag» 3 Uhr, von der Leichenhalle de» neuen gatobi, Kirchhose?, Hermannstraße, au» statt. 68/4 Dia Bezlrkaverwaliung Fern von der Heimat aus russischem Boden fiel am 26. Ol- lober unser lieber Sangesbruder Moll Granwald. ehrende? VS6b Wir werden ihm ein Andenken bewahren Der verstand. Stumm schläft der Sänger. Am Montag, den 30. Novem- der. verstarb meine lieb« Frau Gertrud Kluge im 40. Lebensjahre. Die» zeigt steibetrilbt an Denow Klage. Berlin-Lichtenberg, Neue«ahnbosstraße 3. Di« Einäscherung findet heute DonnerSIag, den 3. Dezember, naidmitlagS 4 Uhr, in Baum« schulenweg statt. VeM der Bureauaogestellteo Ort.gruppc Grott-Berlln Nachruf. Am 26. November verstarb nach langer Krankheit unser lang- jähriger treuer Kollege Bnreanvorsteher Rani Weiser. Er war stet» bereit, sllr die Interessen der Kollegenschast ein- zutreten und werden wir ihm ein ehrendes Andenke» bewahren. 46ttf����D!l�0rtsverw»üunj� Allzusrüh und fem von der Heimai siel am Ll. Oktober mein heißgeliebter, unvergeßlicher(Satte, meines KlndeS herzensguter, treusorgender Vater, Schwieger. sobn, Bruder, Schwager und Onkel, der Spanner 14SA fttflGolrinunelplennlg im Alter von 33 Jahren. Im tiefsten Schmerz Im Namen aller Hinterbliebenen Lina Schinunelpfennig geb. SlttDaer nebst Tochter. Allzufrüh und lern von seinen Lieben fiel am 23. Oktober beim Sturm im Westen mein innig- geliebter(Satte, Bruder, Schwager und Onkel, der Wehrmann �rtur �chterderx im blühenden Aller von 82 Jahren. Den Schmerz sllr den Verstor- denen werden alle empfinden, die ihn gekannt. In liesem schmerz Frau Helene Achterberg geb FuchS Willi Achterberg als Bruder. Ruhe sanft In fremder Erde. Statt besonderer Meldung. Montag früh?>/, Uhr mtschlies mein guter Mann 120A Wilhelm Jabneke, Die» zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme an Marie Jahneke KnobelSdorffstraße 17. Die Beerdigung finde! In Stahnsdorf, am Donnerstag, nachmittags 3'/, Uhr, statt. Absahrt Bahnhos Charlotten- bürg 1 Uhr 54 Minuten. Danksagung. Für die vielen Beweil« herzlicher Teilnahm« und die zahlreichen Kranz. spenden bei der Beerdigung meines lieben Manne« und gulen Vaters Otts Carow sagen wir allen Verwandten, Be« kannten und dein Wahlvertin unseren herzlichsten Dank. 13131 Witwe Anna Carow nebst Kindern, Wltbyer Straße 14. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei der Beerdigung meine» lieben Manne», deS Formers Nie» Blume sage allen Verwandten und Bekannten sowie den Kollegen und Kolleginnen der Firma Hugo Härtung meinen innigsten Lank. 104« Luise Blume geb. Riemer. Spezialarzt Dr. med. Wockrnfnit, Frledrichetr 125,(Oranienb. Tor). IDr Syphilis. Harn- u Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntereuchung. Schnelle, sichere eehmerzlose Heilung ohne Berufs- sttrung. Teilzahlung.* Spr. 11—2 u. 6—8, Sonnt. 9—10 Pelzwaren Fabrik und Lager von Stolas, Krawatten, Mllltlr-Pelz- westen, Pelzhllten, Pelzjacken, Muffen, Pelzen, Klndergarnit. usw. Nur reelle Ware, von der einfachsten bi? zur elegantesten. Tausende Sachen auf Lager. Auch Einzelverkauf zu billigen Preisen.— Sonntags geöffnet. F. Kalmann, Kürschnermeister, nur Kommandantenst.lS I. Etage, b. d. BeuthstraBa. Tel.: Zentrum 3917. Gegr. 1894 J Spezialarzt |. Haut-, Harn-, Zpranenleiden, nerv. Schwäche, iveinkranie jeder Art, Ehrlich Hat«< Kuren in Dl. Homeyer-N Untersuchung., Fäden>. Harn uiw. Fiiidriiilitlr. 81, Spr. 10—2, 6—9, Sonnt. 11—2. Honorar mästig, auch TeilzahL Separate» Dameuzimmer. Cmti Sylva- Cigaretten BK" Xruetfrel k-mm Paletot- Stotte, Ulsterstoffe C C 7 Mtr. M. Oi-» 0.-, Ii— SÄtt, 10.-, 15,-, 20.- Tachlager Koch& Seeland 0. m d.U. Certrauteir.M, etrlklrohe. Eine Kriegs« Chronik� wie sie der Arbeiter will, gemoinverBtändilch und von tieferem Wert, verbunden mit unterhaltenden und belehrenden Beitrftgen führender Sohrifteteller, Abbildungen künstlerischer Art, sowie aktuellen Bildern, bietet die die allen denen empfohlen sei, die für sich und ihre Kaohkommen eine bleibende Erinnerung an diese denkwürdige Zeit wünschen. Kriegs-Lese, Wöchentlich 10 Pf. An die Verwärte-Buchhandlung (Paul Singer), Berlin SW. Lindenstr. 8. Erbitte: I Die Kriegs-Lese wöchentlich 10 PI mit oder ohne Nachlieferung. Name u. Straße:.........