ir g-m Unterhaltungsblatt des Vorwärts Musterung von Zranzofen öurch einen bayerischen Regimentsarzt.� Am o. September 1914 erhielt ich in Fler-Z von meinem Regimentskommandeur den Befehl, die hcerespflichtigen Einwohner de-Z Orte» vom 16. bis 48. Lebensjahre auf ihre Militärdienst- tauglichkeit zu untersuchen, eine Mahnahme, die höheren OrteZ befohlen war, um einen Nachschub bezw. Ersatz französischer Truppen 4ür jeden Fall zu verhindern. Vor dem Kirchlein, dessen Inneres vollgepfropft von verwundeten Deutschen und Franzosen lag und aus dem manch schwerer Seufzer und dumpfes Stöhnen heraus- drang, hatten sich die männlichen Einwohner des Ortes, eine Krüppelgarde im vollsten Sinne des Wortes, versammelt. Zwei Mann mit aufgepflanztem Seitengewehr sorgten für Ordnung und sollten ein Entlaufen der Franzosen verhindern. Zunächst mußten die Leute uirter 16 und über 48 Jahren an- treten; es waren nur 8, sie wurden zur Seite gestellt und ängstlich lehnten sie an der Kirchhofmauer, denn das a la mm-(an die Mauer) im Kriege ist immer ein Zeichen, daß das Leben verspielt ist. Diesmal bedeutete cS das Gegenteil, es sollte ihre Freilassung andeuten. Der Rest, zirka 49 Mann, formierte sich zu zweien, und je fünf Mann wurden aufgerufen, um in ein gegenüberliegendes Haus zur Untersuchung geführt zu werden. Umständlich entledigten sie sich ihrer wollenen dreifachen Unterkleider und scheu schauten sie nach dem Untersuchungsraum, wo ich in Filzpantoffeln— ich tvar selbst verwundet und konnte wegen geschwollenen FußeS in keine Stiefel— mit meinem Assistenzarzt die Musterung vornahm. Wenn ich an meine dreimaligen deutschen Musterungen oder Reservistenuntersuchungen denke, wo ich durchschnittlich gesundheil- strotzende, frische kräftige Männer zu mustern hatte, und hier diese Auslese kümmerlicher Gestalten vor Augen sah, durchzogen mich eigenartige Gefühle. Flehende Blicke von Familienvätern trafen mich, aber es hieß das Mitleid hintanhalten und die eisernen Kriegs- »esetze in ihre Rechte treten lassen.„C'ost la guerre"(das ist der Krieg), wie oft hörte ich im Verlauf des Feldzuges von alteir Müttern und Greisen in Frankreich dies stehende Wort! Die Untersuchung ging weiter, ein zitternder Mann von 99 Jahren trat hervor, der ununterbrochene Kanonendonner und die laum 2 Kilometer von unS entfernt einschlagenden feindlichen Gra- naten hatten eS ihm angetan. Die Worte ,,ä la gauche"(zur Linken)— links waren die Untauglichen aufgestellt nebeir den Jüngsten und Aeltestcn des Ortes— machten sein Gesicht erstrahlen. Ein junger Mann von 23 Jahren kam. zitternd am ganzen Körper, die Handgelenke in Watte eingehüllt, ein lebendes Skelett: „j'ai rhuinatisrnc1'(ich habe Rheumatismus) lispelte er und zeigte beide Arme, auch ihm war das„ä la gauclio" liebliche Musik. Die nächsten drei hatten alle nioglichen Klagen, aber nicht den geringsten Befund: einer davon, der vor einigen Tagen dem Ortskommandanten als unsicherer Kandidat vorgeführt wurde und auf Anrede, lebhaft mit den Händen gestikulierend, beut- lich zu machen suchte, er sei tanbstuinm, war unter ihnen. Damals konnte er— es gibt noch Wunder ohnegleichen— in einer Minute die Sprache wieder erlangen, als er die Worte„Pusille"(erschossen) gehört, und um Gnade bitten. Auch diesmal versuchte er eine ähnliche Komödie aufzuführen, aber auch das zweite Mal gelang ihm fein Schwindel nicht. Da er keinen Befund bot, hieß es nüt ihm und seinen zwei Kameraden„ä la droite"(zur Rechien). Ein anderer kam, ängstlich zeigte er auf die rechte Bauchseite ,.j'ai uu point ici"(ich habe hier einen Punkt); da aber Punkte, wenn sie noch so heikel sind, im Kriege keine Rolle spielen, hieß es „a la droitö". Sein Bruder, der neben ihm stand, merkte, daß mit„Point" wenig zu machen sei, darum führte er die ,,.4r»pvnälcits", die Blinddarmentzündung, an, von der wir im Felde und auch in Lazaretten, wie ich auch wiederholt von Kollegen hörte, erfreulicherweise so wenig sahen und hörten. Dann kam ein statt- licher Mann mit geraden Beinen und wenig Klagen, eben sagte ich ..tauglich" und zeigte nach rechts, als er schüchtern sagte:„Je suis le boulanger"(ich bin der Bäcker), dies schien ihm der letzte Rettungsanker zu sein und er hatte recht darin gehabt. Seit fünf Tagen halte er für unsere tapferen CbevaulegerZ das herrliche Weiß- brot gebacken und preiswert verkauft. Wie sehnten wir uns alle *) Wir entnehmen diese interessante Schilderung der„Feld- ärztlichen Beilage zur Miinchcner Medizinischen Wochenschrift", be- merken aber dabei, daß eZ schon im August bei uns hieß. Frankreich habe seine sämtlichen Reserven eingezogen. Daß dann im September nur eine»Krüppelgarde" übrig war, ist kein Wunder. 3j Ueberstuß. Don Martin Andersen N c x ö. Einzig autorisierte Uebcrsetzung aus dein Tänischcn von Hermann Kit). „Tu kamst zwei Monate zu früh," sagte sie und holte hastig Atem. Ihr Herz klopfte so stark, daß die Stoße sich durch Karl hindurch auf das Sofa übertrugen, dessen Sprung- federn schwach im Takt init den unheimlich dumpfen Schlägen erklangen. „Schau, schau? Wie eifrig mich danach verlangt hat, am Tasein teilzunehmen! Und Tu ahnst gar nicht, warum ich solche Eile hatte?" Er drehte sich schnell uin und betrachtete sie scharf. Sie war aufgestanden und sah ihn schwermütig an. „Weißt Tu es wirklich nickt? Hat der Arzt es Tir nicht �gesagt?" Sie schüttelte langsam den Kopf, vermied es aber seinem Blick zu begegnen. „Tu lügst, Mutter, ich seh es Dir ait. Tu weißt sehr gut, daß das Korsett schuld ist. Also verstehst Du dock, daß man die Rücksicht auf eine schlanke Taille nicht höher stellen darf als Leben und Wohlfahrt eines anderen Menschen, selbst wenn es das eigene Kind ist. Aber das hast Tu getan, Dil bast ntich geopfert,— um Dich selber verunstalten zu können. Ich mache Dir keinen Vorwurf, weil Tu mir nicht die Brust gegeben hast,— das lag Tir nicht. Deine Natur war nickt dafür geeignet. Aber Tu hattest alle Bedingungen, mich gesund und kräftig in die Welt zu setzen, und Tu hast sie zu- nichte gemacht— mit Roheit. Ist es vielleicht nicht roh, wenn eine Schwangere darauf ausgeht, schlank zu sein? Es ist widerwärktg, ekelhaft.--- Und wem opfertest Tu mich denn? Kamst Tu Vaters Geschmack entgegen, wenn Tu mit der Korsettschnur unbarmherzig auf den Fötus ein- schnittest? Nein, Baters Geschmack ist nickt so schleckt, er haßt das Korsett. Und das wußtest Tu— Tu tatest es ihm zum Trotz.— Soll ich Tir sagen, warum?" fragte Karl ge- dämpft. Er war aufgestanden und ging drohend ans sie zu, und seine Stimme bebte vor Wut.„Wie alle lockern Weibs- bilder glaubtest Tu, daß die Männer Wert auf eine schlanke Taille legen; Du tatest es den Männern zuliebe, nicht einem, sondern allen'-- Dirne!" Er schrie es ihr ins Gesicht. danach, die wir den.Königskuchen", unser allerdings recht gutes, aus den Vorräten der eroberten Feste Manonviller auS herrlichem sranzösischen Mebl gebackenes Kommißbrot, seit 8 Wochen(? am ö. September? Red. des.Vorwärts".) fast ausschließlich genossen hatten. Er durfte im Einverständnis mit dem Ortskommandanten da bleiben, denn die armen Frauen und Kinder von Flers konnten wir trotz aller Kriegsgcsetze nicht verhungern lassen, und wer einmal sah, wie die Brotläden in Frankreichs Dörfern und auch Städten — ich sah es auch in Cambrai— von hungernden Frauen und Kindern in des Wortes vollstem Sinne belagert und gestürmt wurden, der müßte ein steinernes Herz haben, wollte er ihnen, die ihre„CouverturcS" siir die in den Schützengräben frierenden Soldaten fast alle hergeben mußten, auch ihren.Boulanger" noch nehmen. Nun kommt ein dürres Männlein, 49 Jahre alt, dünne, lange Haare, magere Hände, ängstliche Miene zeigend, zitternd am ganzen Körper...Arez-vous des plaintes? Etes-vous malade?"„Xou, nion mediccu"(Haben Sie Beschwerden Sind Sie krank? Nein, Herr Arzt), sagte er ruhig und scheinbar gesaßt. Und eben wollte ich ihn rechts stellen und mein.Tauglich" aussprechen, als er feuchtiränenden Auges sagte:„Kon medicen-majenr, j'ai onze eniants!i:(Herr Oberarzt, ich habe elf Kinder.) Mir standen fast auch die Tränen in den Augen, als ich diesen tapferen Gegner sah, und ich empfahl ihn der Gnade des Ortskommandanten. Inzwischen war der stellvertretende Maire— der Bürgermeister hatte sich schon bei Beginn des Krieges französisch empfohlen— mit dem standes- amtlichen Register, das wir angefordert hatten, herbeigeeilt, und tat- sächlich stimmten die Angaben des Mannes; ein Beweis, daß das französische Zwcikindershstem auf de:n Lande, wie wir uns oft zu überzeugen Gelegenheit hatten, nichts weniger als strikte ein- gehallri. wird. Drei Phthisiker, denen man den TodeZkeim auf den Gesichtern angeschrieben los. und deren Lungenbesund jeden Zweifel an ihren Angaben zerstreute, machten den Beschluß. Am Vorplatz zeigte mir einer von den Dreien, gleichsam, als wollte er seine Angaben be- kräfligen, cur Glas mit der Aufschrift:„Pilules creosotales, de Dr. I'loux, pharmacieu 1er classe"(Kreosotpillen, von Dr. Roux, Apotheker 1. Klasse). Eben schlug es 1 Uhr auf der nahen Kirche, und die Musterung, die erste, die ich in Frankreich hielt, war zu Eude. „Vous pouvez passer!"(Sie können gehen) rief der Orts- kommandanl den links der Mauer Stehenden zu, und eins, zwei, drei waren sie dahin, erlöst von bangem Zweifel. Was war nun das Resultat der Musterung? Ganze„zehn" Man». Auch sie, diese auscrwähltcn Söhne MariannenS, hätten gegebenenfalls kaum merklich die deutsche Armee belästigt, aber vielleicht doch als Franktireurs manch ahnungsloser oder auch wach- samer Patrouille auS feigem Patriotismus Verluste beifügen können, darum ist Vorsicht am Platze. Als eben die„Tauglichen" zu zweien, von vier ChsveauxlegerS gardiert, abgeführt wurden, ging die stattliche Frau des Maire von Montanbon'mit ihren drei reizenden Kindern vorbei, sie war hier- her vor den feindlichen Granaten geflüchtet, die ihr Heimatsdorf zu einem wenig gcnnitlichen Aufenthalt machten; ihr Ehegemahl war zu den französischen Truppen einberufen. Wir unterhielten unS oft mit ihr, und ich wollte ihr eben be- greiflich machen, daß sie es unter deutschem Schutz doch reckt gut habe und vielleicht besser als in Frankreich; da traten ihr die Tränen in die Augen, als sie stolz sagte:„Je suis une inflammante i'ran- raise"(Ich bin begeisterte Französin). Mir aber preßte es die Worte heraus:„Abu respect, Madame"(Meine Hochachtung, gnädige Frau). Am Abend sah ich nochmals meine Gemusterten, als sie, um ihnen den AbschiedSschmerz etwas zu erleichtern und um jedes unnötige Aufsehen zu vermeiden, auf einer Nebenstraße des Dorfes an dessen Ausgang geführt und von einein kleinen Begleitkommando zur Gefangenensammelstelle gebracht wurden. Aengstllch ruhten ihre Blicke aus ihren Begleitern, den tapferen Bavern, vor denen die Franzosen noch genau wie 1879 höllischen Respekt haben. Von Longueval ber donnerten die Kanonen, deutlich hörten wir die Granalcu, die dort, kaum 2 Kilometer entfernt von unS, mit ihrem „lieblichen" Pfeifen einschlugen, und der Gcfangcncnzug schlich traurig dahin. Die�Abendrötc, die blutrot den Himmel umsäumte mit ihren grüueu Schattierungen, stimmte mich eigenartig ernst, aber in meinem Innersten sang es, wenn ich an diese Musterung in Frankreich dachte und an diese Ersatzreserve und diese» Landsturm eines ziemlich großen Dorfes:„Lieb' Vaterland magst ruhig sein!" Sir streckte die Hände nach ihm aus und jammerte herz- zerreißend. „Schlimmer— schlimmer noch!" rief er unerbittlich. „Tenn Tu trugst ein Kind unterm Herzen, lind Tu vcr- weigertest dem Kinde Raum in Dir, um Deine schlanke Taille zu behalten; Du verweigertest ihm Pflege, uni Deinen frischen Teint zu bewahren— lauter Dinge, deren Verlust daheim von niemandem beweint werden würde, wenn an ihrer Stelle Liebe wüchse. Du aber hattest wohl Verwendung für diese Tinge— Tu!" „Tu hast nicht das Reckt, mich zu beschuldigen und mir häßliche Namen zu geben," sagte sie und richtete sich empört auf.„Was ich auch an Euch versäumt haben inag, so bin ich T einem Vater doch immer treu gewesen." Er lachte höhnisch: „Nicht einmal Deine teuer erworbene Schönheit hast Tu Tir also zunutze gemacht. Nicht nur den Vater und mich, sondern alle hast Tu sie vernachlässigt." Tödliches Gift lag in den: mitleidigen Blick, mit dem er sie betrachtete. Weinend sank sie zusammen. „Nicht ich bin schuld, Ihr selbst seid es. Stets habt Ihr mich zurückgewiesen, weggestoßen, wenn ich mich Euch näherte. Stets habt Ihr zusammengehalten-- und mich gequält —— und Euch gefreut, wenn ich litt." „Ja. denn Tu wolltest bloß Liebkosungen, aber wir ivollten liebevolle Gedanken.— darum wiesen wir Tick zurück. Deine Gedanken galten nicht uns beiden allein, sondern allen anderen Männern,— darum hielten wir zusammen, gegen Dich und alle die anderen. Und Tu hättest bei den anderen, zu denen Tu gehörtest, Trost suchen müssen." „Du bist viel härter gegen mich als Dein Vater," schluchzte sie. „Weil ick viel mehr gelitten habe als er, jawohl! Er hat viel durch Dich verloren, ich aber habe alles verloren. Nicht einmal eine Mutter habe ich gehabt."' „Doch— dock, Karl!" sagte sie mit bebender Stimme und näherte sich ihm bittend.„Es soll alles gilt werden, wenn Tu mich nur nickt zu hart verurteilen willst." „Verurteilen... Nicht ich verurteile Dich. Ich-habe versucht zu verstehen, in der Absicht zu verzeihen—- und ich kann viel verstehen. Aber wenn ich das alles verstände, was bülfc das, da ich doch hasse, als ob ich gar nichts davon per- stände. Hörst Tu, Mutter, ich hasse Dich!" zischte er zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Tann legte er sich aufs Sofa, kehrte ihr den Rücken zu und sagte nichts mehr. Röntgenaufnahmen von Gesthosten. Zur Entfernung von Geschossen und anderen Fremdkörpern ist es überaus wichtig, die Lage des zu entfernenden Stückes im Körper genau zu kennen. Die wunderbare Entdeckung der Röiitgenstrahlcn und die großartige Entwicklung der Röntgenphotographie haben die Jünger der modernen Heilkunde gegenüber den noch vor zwei Jahr- zehnten operierenden Aerzten in eine geradezu glänzende Lage vcr- setzt, da die Röntgenphotographie da-s Geschoß oder andere Metall- teile deutlich in der Abbildung de? lebenden Körpers zeigt. Aber die genaue Entfernung deS Fremdkörpers von der Oberfläche der Haut und seine genaue Lage zu den Knochen ist durch eine gc- wöhnliche Röntgenphotographie doch nicht gegeben, weil die Plane die gesamte» Gebilde des Körpers nur in zwei Dimensionen, Länge und Breite, nicht aber auch in der dritten, der Tiefe, zeigt, und weil auch Verzeichnungen auftreten, wenn die Platte sich nahe an der Strahlenquelle befindet, wie eS bei den üblichen Nahausnahmcn der Fall ist. Man muß daher den beireffenden Körperteil nacheinander in zwei zueinander senkrechten Richtungen aus zwei verschiedene Platten aufnehmen, um die ganz genaue Lage� de» Fremdkörpers und seine Größe zu ermitteln. Das ist aber bei den gewöhnlichen Röntgeneinrichtungen oft mir sehr schiver möglich und erfordert in jedem Fall auch zwei Platten, ebenso wie die stereoskopischen Röntgen- aufnabmcn, bei denen eine unmittelbare Raumwabrnehmung dadurch erreicht wird, daß für die beiden Augen zwei besondere Bilder von etwas verschiedenen Punkten aus aufgenommen werden, von denen jedes Auge in einem geeigneten Betrachtungsapparat nur das für es bestimmte Bild sieht und die dadurch zu einem gemeinsamen räumlich erscheinenden Eindruck vereinigt Werden. Aus den perspel- tivischen Verschiedenheiten der beiden Bilder kann man außerdem durch Messung und'Rechnung auch die absoluten Abstände der einzelnen Punkte und Gegenstände feststellen. In der„Wiener Klinischen Wochenschrift" macht nun Prof. Trendelen« bürg auf eine Methode aufmerksam, zwei Bilder mit verschiedener Perspektive, also zwei Ausnahmen von zwei verschiedenen Punkten aus, aus einer und derselben Platte zu erhalten und dadurch ebcufalls genaue Abmessungen vornehmen zu können. Ter aufzunehmende Körper oder Körperteil kann hierbei in unvcr- ändertcr Lagerung bei beiden unmittelbar hintcreinauder folgenden Aufnahmen verbleiben; verschoben wird lediglich der Ausnahme- apparat mit der Platte. Man sieht dann auf der Platte z. B. bei der Ausnahme des Oberschenkels mit einem in ihm steckenden Geschoß zwei Ilmrisse des Knochens, der Hantgrenzen und des Geschosses, uns denen nach einfachen Abmessungen sämtliche gewünschten Dimen- sionen sich leicht ergeben. Bei' reichhaltiger gestalteten Gegenden wie z. B. der Schüller sieht das Gesamtbild auf der Platte natür- lich etwas verwirrend aus, doch lernt man nach einiger Ucbung sehr schnell jedes Bild in allen Einzelheiten richtig zu lesen und ihm die zur Berechnung nötigen Maße zn entnehmen. Die Belichtungsdauer für jede Aufnahme soll etwa die Hälfte von der einer gewöhnlichen Einzelanfnahme der betreffenden Körpergegend unter sonst gleichen Bedingungen betragen. Will man aber aus dein Verschiebungsbild möglichst viele Einzelheiten über feinere Knochen- strukturen z. B. bei Schußverletznngen erfahre», so empfiehlt es sich. bei der ersten Aufnahme etwas länger zu belichten und bei der zweiten gegen die erste verschobene nur so kurz, daß die Schatten der maßgebenden Knochenränder und deS Fremdkörpers noch deutlich sichtbar werden, aber trotzdem das erste Bild möglichst wenig überdecken. Die Genauigkeit, die mit dem angegebenen Verfahren erreicht wird, ist ganz erstaunlich. Für ein russisches Jnfantcriegeschoß er- gab die Berechnung in einem Falle eine Länge von 2,8, in einem andern von 2,9 Zentimeter: die wirkliche Länge betrug 2,3ö. Der Durchmesser einer in der Schultergegend sitzenden Schrapnellkugcl ergab sich zu 1,2 Zentimeter gegenüber 1,18 Zentimeter wirklicher Größe. Man kann also in Lazaretten mit Hilfe einer ganz ein- fachen Röntgenausslattung und"ohne besondere Metzvorrichtungcn recht genaue Ortsbestimmungen der Geschoffe im Körper auSsührrn, die dem operativen Eingriff eine sichere Grundlage bieten. Theater. Volksbühne:„Götz von Berlichingen". Tchan- spiel von Goethe. ES ist keine Frage der Aesthciik, was tragischer sei: der Unter- gang des Ritterstandes, dessen beste Vertreter für die Ausrecht- erhallung überlebter Zustände, einer Art Adclsdemokratie. kämpften und starben, oder das Scheitern jener Vorkämpfer einer Mit gebriigtem Nacken stand die Mutter da wie ein zahmes Tier, das einen Schlag gegen den Kopf bekommen hat und auf eilten zweiten wartet. Dann richtete sie sich ans, wandte sich ihm zu, mit einem Gesicht, das ganz verzerrt vor Schmerz war, und tat ein paar Schritte vorwärts. Vor dem Sofa blieb sie stehen und starrte eine Miele ans seinen Rücken, mit jenem seelenlosen Ausdruck unbeholfener Rat- losigkeit, die sie im Kleinen wie im Großen zu befallen pflegte und ihr die Bezeichnung: dumm verschafft hatte. Tann wandte sie sich schwerfällig ab und wankte aus dem Zimmer. * Karl lag noch in der gleichen Stellung da, als der Vater am Abend zu ihm kam. Dieser sah sofort, daß etwas Ungewöhnliches geschehen war. „Ist Tir etwas zugestoßen?" fragte er mit seiner ruhigen Stimme, die dem Sohne ivohltat, weil er wußte, daß eine Unendlichkeit von Gefühl hinter dem schlichten Klange lag. „Ich habe der Mutter die Wahrheit gesagt," erwiderte Karl. „Das hättest Tu nicht tun sollen, mein Freund." � „Warum nicht?" „Weil sie sie doch nicht versteht, sondern himmelschreien- des Unrecht zn erleiden meint." „Vielleicht tut sie das auch— auf ihre Art. Nachdem ich das aber heut mitangesehen habe, kann ich es trotzdem nicht mehr ertragen, mit ibr unter einem Dach zn leben." Ter Vater nickte:„Es hat eine Zeit gegeben,>vo auch ich meinte, daß sie Unrecht erleide,— und wo ich sie trotzdem auch nicht ertragen konnte. Aber in unserem Lande ist es schwieriger, sich scheiden als sich trauen zn lassen; sonst gäbe es wohl nicht so viele Ehen. Und von ihr und allem weg- rennen mochte ich denn doch nicht. So vieles hielt mich zurück: die Rücksicht ans Dich, die Ungewißheit, ob ich wieder imstande sein würde, mir einen Berns zu schaffen..." „... und die Feigbeit," warf Karl spöttisch ein. „Auch die trug wohl mit zum Ausgang bei," sagte der Vater freundlich,„vielleicht sogar in nicht geringem Maße. Uns Aeltcren ist es ja naturgemäß schwerer geworden, uns von Vorurteilen freizumachen, als Euck. die Ihr nach uns kamt. Allmählich bin ich sa auch dickfällig geworden, außer- dem— was man nie gekannt hat, entbehrt.man schwerlich lange. Alles in ollem ließ ich der Sache ihren Lauf, und jetzt halte ich es ganz gut aus und tröste mich damit, daß das ganze Unrecht auf ihrer Seite liegt,— namentlich weil sie seinerzeit nicht in die Scheidung einwilligte.".(Forts, folgt.) neuen Ordnung, die den vcri?lavten Bauernstand durch eine um Jahrhunderte verfrühte Beioegung zu emanzipieren hofften. Tragisch ist beides, weil beidemale jenes„Sichveimesien� der Individuen vorliegt, das aus dem intellektuellen dos moralische Unrecht zeitigt. Keine Frage der Aesthetik also ist es, was von beidem man als tragischer empfindet, sondern eine Frage der... Weltanschauung, eine Frage dessen, was man früher den Klassenstandpunkt nannte. Daß Goethe sich um die Bauernlragik nicht kümmerte, ist außerdem auch noch dem Fehlen jeder historischen Orientierung seiner Zeit über das Wesen jener Reformalionszeit geschuldet. Daß er nun gar, statt sich auf die agitatorisch dankbaren Figuren des Hutten und �ickingen zu werfen, eine beiläufige Erscheinung wie den Strauch- ritler Götz zum Vorwurf eines Kunstwerkes nahm, ist freilich nur ein Beweis seines dichterischen Genies, dem es zuvörderst um das künstlerische Gestalten ging. Das Gegenstück wäre jener Kunslhand- werker, der vor einigen Jahren den Thomas Münzer auf Grund marxistischer Etwägungen drainatisierie, was dann solidarische Leute als ein Heldensuick dem unmarxistischen„Florian Geyer" des Haupt- inann entgegenstellten. Die moralische Unbekümmertheit des Künstlers tritt ja bei Goethe überhaupt besonders hell in Erscheinung, und so auch im Falle Berlichingen: Bei manchen Zügen, die er unternahm, Er half und schadete, so wie es kam; Bald gab er selbst, bald brach er das Geleit, Tat recht und unrecht in Verworrenheit... So stellte der Dichter ein halbes Jahrhundert nach seinem ersten Götz in einem Gelegenheitsgedicht den Ritter in das wahre Licht, nachdem er vorher sein Bild bei jeder neuen Bearbeitung des Schauspiels noch mehr idealistert halle. Auch die bekannteste, die Fassung von 1773 war schon eine auffallende Revision der ersten Niederschrift von 1771; die Bauern kamen immer schlechter weg, der freiheitliche Zug trat immer mehr zurück, spießerhafte Sentimentalität immer stärker hervor, bis dann 1804 der alte Minister aufs skrupel- loseste alles, was gegen die Fürsten gesagt wurde, ganz ausmerzte oder ihm die Spitze abbrach. Da inzwischen hiermit die Bedenklich- leiten des Schauspiels nicht erschöpft sind, vielmehr insbesondere auch das historische Detail oft und arg misthandelt ist. must jeder Versuch einer Neugestaltung sich auf künstlerische Gesichtspunkte be- schränken, und da mag denn freilich die Ausgabe von 1773 zugrunde liegen, wobei fich allerdings über die Herübernahme mancher Szenen aus den anderen Fassungen rechten lieste. Die Selbstverleugnung, die in der fast programmatischen Auf- führung dieses Rilterdramas durch die Freie Volksbühne liegt, erhält ihre Rechtfertigung durch den Umstand, dast es ja in der Tat in Deutschland immer nur die Ritter gewesen find, die bis zum Ende durchhielten, wenn es ihre Sache galt; ein Umstand freilich, der nichi so offen zutage liegt, dast er sich dem unbefangenen Auge des Volksbübncnabonueuten darböte. Die Bewältigung der zwanzig Bilder, in denen man das Stück spielte, gelang nicht recht. Der Regisseur Lessing erreichte mit seiner brauchbaren, aber nicht eben überwältigenden Mannschaft, die er obendrein noch erst zu sormeu hat. achtbare Wirkungen. Indessen bat uns die Schule des Realis- mus zu empfindlich gemachr, als dast die bloß zureichende Gliederung der Massen- und Kriegsszenen uns genug tun könnte. Für all' das sehe ich das Heil erst i» der Vervollkommnung des sprechenden Films — vorausgesetzt, dast zur Zeil dieser Vervollkommnung unsere theatralischen Instinkte überhaupt noch auf eine dramatische Oeko- vomiere flektieren werden, die solche mehr zirzensischen Szenen braucht. Versteht sich im übrigen bei Leising, dast alle salichen Töne ver- mieden wurden. Darüber hinaus paisierie auch manches positiv Echte, etwa in Werners Götz, Paulys Bischof, Rameaus Bruder Mart'n uiw. usw. Das Probestück für die künstlerische Leistungsfähigkeit der Bübne soll noch kommen. E.?. Kleines Feuilleton. Karl Golömark. Karl Goldmark, der am 2. Januar in Wien gestorben ist, er- blickte als 18. von 21 Kindern aui 18. Mai 1830 zu Kesztbely in Ungarn das Licht der Welt. Seme musikalische Begabung kündigte sich bereits in frühem Kindesalier an. Mit 14 Jadren kam er nach Wien, wo er bei Jani'a und Böhn als Geiger ausgebildet wurde und 1847 ins Konservatorium eintrat. Da dieses aber wegen der politischen Unruhen bald darauf geschlossen wurde, so sah sich der junge Musiker, der schon lange darauf loskomponiert halte, auf den Selbstunterricht angewiesen und genötigt, sein Brot durck Unterrichlgeben zu verdienen. Nachdem er bereits früher durch kleine Kompositionen die Auimerksamkeit der Kritik auf sich gelenkt hatte, gewann er mit seiner Sakunlalaouvertüre auch die Gunst des Musikpublikums. Die Ouvertüre bildete den viel- versprechenden Auftakt zu der Oper„Die Königin von Saba", die den Ruf des Komponisten begründete. Das Werk, an dem Gold- mark zehn Jahre gearbeitet hatte, und das nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten im Jahre 18?ö in der Wiener Hofoper endlich in Szene ging, ist bis zum heutigen Tage im Repertoire lebendig ge- blieben und vermochte sich auch die Bühnen des Auslaiidcs zu er- obern. Noch zehnjähriger Pause liest Goldmark„Der Königin von Saba" die Oper„Merlin" folgen, die später einer Umarbeitung unterzogen wurde, aber auch in der neuen Fassung aus� der Bübne nicht festen Fuß fassen konnte. Mehr Glück als diese Oper, deren Stoff der Artussage entnommen war, hatte das„Heinichen am Herd", während„Die Kriegsgciangene",„Götz von Berlichingen" und„Das Wintermörcheu" über den Augenblickserfolg nicht hinaus- zugelangen vermochten. Notizen. — Tbeaterchronik. Im Theater in der König» grätzer Straße ist in Abänderung des Spielplanes die erste Aufführung von Hebbels„Herodes und Mariamne" auf kommenden Sonnabend verschoben worden. — Konzertchronik. Tie Dichter- und Tondichterabendo des Schiller-Theaters Charlotten bürg werden am Sonntag, den 10. Jaimar, abends Sl!3 Uhr. mit einem„Karl-Maria- Von-Weber-Abend" eröffnet. Eintrillspreis, wie immer, 50Pi. einschliest- lich Garderobe und Programm.— Die Nachmittag skonzerte des Schiller-Thealers in, Schiller-Tbeaier C b a r» l o t t e n b n r g nehmen am Sonntag, den 10. Januar, mittags Punkt 12 Uhr. wieder ihren Anfang. Für das erste Konzerl ist das Trio in B-moll von Robert Volkmann und das Klavierquintett in �.-änr von A. Dvorak in Aussicht genommen. — K u n st a b e n d. Im Lessing-Museum lBrüder» stratze 13) spricht Donnerstag, den 7. Januar, abends 8 Uhr, Paul Friedrich über„G r a b b e als vaterländischer Dichter". Eine Ge- sangsszene der unveröffentlichten Musik zu„Don Juan und Faust" von Lortzing gelangt zum Vortrag. Dichtungen von und auf Grabbe rezitiert Marcel Savern. — Vorträge. In der Technischen Hochschule in Charlotten- bürg wird am Donnerstag, den 7. Januar lölo. abends 6 Uhr. Professor Flamm über das Thema„Schiffbau und Schiffahrt zur Kriegszeit" sprechen. Der Eintritt ist frei.— Proiesior Dr. Paul Schubring hat für seinen VonragszykluZ im Schillersaal, Charlottenburg, der Mittwoch, den 13. Januar, abends 9 Uhr. beginnt, das Tbema gewählt„Der Krieg in der bildenden Kunst". Der Vortragende wird dies Tbema durch die Kunst der Griechen und Römer bis in da? 19. Jahrhundert verfolgen.— U c b c v Volksernährung im Kriege spricht am Mittwochabend, 8 Uhr, in der Hochschule für Musik Prof. Hermann Schumacher aus Bonn. M MM»»»stiel»Bf im MM»»M ge!»lle»e» Smsse»! In Frankreich gefallen Kell*! WSsiSlfigj Bürstenmacher, Berliner Str. 7(5, 5. Bezirk. 245/11 Den im Felde erhaltenen Verletzungen im Lazarett erlegen RudoSph, Schlosser, Harzer Str. 3, 4. Bezirk. Lorlslclemokfstlsohee Wahlverein Neukölln.| Gefallen im Osten am 22. November 1914 unser Genosse BCaH Presscr, 83 Jahre alt. 18115| Sozialdern. Krels-Wahlvereln Niederbarnini, Bez. WeiSensee. Zin Osten starb am 27. Dezember an den Folgen eines Bauch- schusseS der Genosse Ed&iard E-Iabea�andt, Egm-mtstr. 4.. Sozialdemokrat. Krcis-Wahlverein, Bez. Lichtenberg. SoziaWemßkratisElierWalilvereiii i. d. yerLReiehstagswaWkreis. Am 1. Januar verstarb der Gastwirt Otto Hahnel (51. Bezirk) Blumenihalstr. 5. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 5. Januar, nach- mittags 3 Uhr, vom Kirchhos der rcuther-Gcmcinde in Lankwitz aua statt. Um rege Beteiligung ersucht 207/16 Ter Borstand. mtm SßzialflemokratisEheFWaliivBrelD f. d. 4. ßerl. Reiclistagswatilkreis Frankfurter Viertel. Bezirk 265. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gerber Franz Pilzecker Blumcnstr. 34, gestorben ist. Ehre seinem Andenken k Tie Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags Uhr, von der Halle des Martus-Kirch- Hosts in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 2lS/tS ver V<»r«t-»nS. —— Ba'Mwwuam'— I Sozialdemokratischer Wahhrerein Ii, d.8. Berl. Rei;!istagswahlkreis. 8. Abt. Bez. 598. Am Sonnabend, den 2. Ja- 1 nuar, verstarb unser Genosse, der Z chanlwirt Paul Tuschinski Putbuser Str. IL Ehre seinem Andenken? Dia Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Januar, nach mittags 3�/, Uhr, von der Leichen balle des Friedens-Kirchbojes in Nieder- Schönhausen, Nordend. aus statt. Um rege Beteiligung ersucht .Dkr Vorxtand. Arbeiter- Radlahrer- Band „Solidarität" j OrtsgrnppcWeisiensec-Berlin Am 22. November 1914 fiel j in Erfüllung ferner Pfticht im Gc- j:cd)l bei Lowicz in Russisch-Polen | unser lieber und treuer Sports- I genösse Karl MummeHbei Berlin-Weißensee. Mit der Wiiwe und den drei kleinen Kindern betrauern auch -oir den unersetzlichen Verlust und werden sein Andenken treu in Ehren holten. 12/13 Ruhe sanft in fremder Erde. Aufzogsmonteiire Berlins. Unser Mitglied und Vertrauens- ucann, der Monteur �ZSNS Heinkel Kanonier beim Feld.-Art-Reg. 79 fiel in den Kämpfen in Polen. Wir werden sein Andenken in Ehren hatten. 806b Uiiterslübiings- und Hilfsvercin der Aufzugsmonteure Berlins. I. A.: Der Vorstand. Den Heldentod fürs Vaterland I starb am 22. November aus dem östlichen Äriegsschaublatz mein hcißgeliebierMann, unser Herzens- | guter Vater Karl Mummelthei 1 33 Jahre alt. Dieses zeigen schmec-zersüllt an ZlsR'iv Zliimmcltkel und Kinder. 143A Es rief die Psticht ibn in den Streit Und tapser zu kämpfen war er bereit. Wir hofften aus ein Wiedcrsehn. Doch größer ist jetzt unser Leiden. Da dieses nichi mebr kann geschchn. Geflossen ist sein junges Blut Zu früh sür uns. Er war so gut. Leicht sei ibm die jremde Erde! freie Turnerscliaft Reukölln-Britz. In Erfüllung der traurigen Pflicht geben wir hierdurch allen Mitgliedern be- kannt, daß unser Turngenosse der III. Abtellung 185/7 Wilkelm Kruger Unteroffizier der Reserve im Res.-Jns.-Reg. Nr. 206 bei den Kämpfen am Ascrkanal gefallen ist. Ehre seinem Andenke«! !RrankeiKSter!!e-!i.tehii!ikasse | für männl. Personen aller Berufe Groß-Berlin. Am Sonnabend, den 2. Januar 1915, verstarb unser Mitglied Franz Pilzecker (Lederarbeiter). 291/12 Ehre seinem Andenke» 1 Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 5. Januar, nach. mittags 2>/, Uhr, von der Leichen- Hage des«t. MarkuS-Kirchhoses in Wilhclmsberg aus statt. Der Vorstand. mmi j Verband d.ßucii-ii.Steindruckerei- Hilisarbeiler und Arbeiterinnen Deutschlands. -- Ortsvcrwaltung Berlin.------- Am 1. d. M.oerstarb nach schwerer Krankheit unser Mitglied Anna Lennig im Alter von 20 Jahren. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung finde! am Dienstag, nachmittags 2 Uhr, aus I dem Neuköllner Friedhos, Marien. dorier Weg, statt. 28/15 Die Ortsverwaltung. Allzufrüh und fem von der Heimat verstarb im Lazarett im Osten am 16. Dezember mein innigstgeliebter. unvergeßlicher Gatte, meines Kindes treusorgen- der. liebevoller Vater, Bruder, Schwiegersolm. Schwager und Onkel, der Wehrmann Kerinaim Fulirmaim Jnfontcrie Regiment 41 im 35. Lebensjahre. 808b Witwe Herinine Fuhrmann nebst Sohn. Du treues Herz, rub still in Frieden, 'All' unser Glück nahmst Du mit hin, Nur sür die Deinen streben, War Deine höchste Pflicht. Ich kann Dir nichts mehr bieten. Mit nichts mehr Dich erfreu'n, Nicht eine Handvoll Blüten, Aus Deinen Hügel streu'». Ruhe sanft so fern von all den Lieben l Nach langem Leiden cnl�Ües am 31. Dezember mein ließrr Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel 149A Wilkelm Emgel Lübbener Str. 7. Beerdigung heute Dienstag, nachmittags 2'/. Uhr, auf dem Emmaus-Kirchhös. Hermannstr. I TTPOGRiPHII. Den werten Milglledern die traurige Nachricht, daß am 3. Ja- nuar unser treues Mitglied kritsE Eggers nach längerem Leiden im Aller von 56 Jahren verstorben ist Ehre seinem Andenke»? Zoblreiche Beteiligung, besonders der Sänger, erwartet ver Vorstand. Beerdigung siehe vorstehend. Beuiscber�taliarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Schlosser Erws'� Clauß gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 129/17 Die Ortsverwaltung. VepbandderSattleru.PoptefeuUler Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Porteseuiller Richard Knoblauch verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute DienSIag. den 5. Januar, noch. mittags o Uhr, von der Leichen- halle des Auserstehungs-Kirchhoses in Weißensee aus statt. Die Ortsverwaltung. Am 3. Januar verstarb nach längerem Leiden unser lieber Kollege, der Schriftsetzer FHtz Eggers aus Bremen im Atter von 56 Jahren. Wir verlieren in ihm einen ausrichtigen Kollegen, dessen An- denken wir in Ehre» hatten werden. Tie Kollegen deS„Berliner Tageblatts-. Die Beerdigung findei am Donncrslagvormiltag 10 Uhr von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Neukölln, Hermann- straße, aus statt, Statt besonderer Meldung! Am 2. Januar 1915, nachm ■i1!, Uhr, cnlschlies nach jaore- langen schweren Leiden mein lieber, unvergeßlicher Mann Paul Tuschinski im Atter von 44 Jahren. In tiefem Schmerz die trauernde Witwe Klara Tnschlnski. Die Beerdigung findet am MUtwoch, den 6, Januar, nach- mittags 3'l, Uhr, von der Leichen- halle des Kirchhofs der Friedens- Gemeinde in Nordend aus statt. Am 30. November Osten unser Kollege Otto Lennet Ehre seinem Andenken k Die Kollegen der T. W. F., Abrettung Schleiferei I.. Wittena«. s20a Nach langem, bangem Warten die traurig- Nachricht, daß am 30. Ottober mein innigstgeliebter Alan», mein guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel. Neste, Cousin und Enkel, der Gefreite der Reserve Ata Rudolph in Frankreich im blühenden Alter von 24 Jahren den Heldenwd starb. Berlin N., Grünthaler Str. 84. Frau Ww. Rudolph als Mutler Frau Klara Rudolph als grau Fainllio Apfelstaedt als Schwester und Schwager. Wir können Dir nichts mehr bieten, Mit nichts mehr Dich erfreu'n, Nicht mal eine Handvoll Blüten Auls frische Grao Dir ftreu'n. Ruhe sankt, so fern von Deinen l28aj Lieben! Im Osten fiel unker braver Genosse, der Saniläts- Gefreite der Res. im Jnsanterie-Regt. 148 dakoh Gendera. Ehre seinem Andenke»! Arbeiter> Sanitätskoloune Dempclhof-Mariendorf. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unsere liebe Mutter, Schwieg«- und Großmutter Lisette Heisa g-b. zicra«.. am Sonntag verstorben ist. Dies zeigen ticsbettüb! an Hermann Keyse nebst Frau und Kindern. Die Beerdigung findei statt am Mittwoch, den 6. Januar, nachmittags 3'/. Uhr, von der Leichenballe des Philipous-'Apostel- Kirchhofes in der Müllersttaxe. Ecke Seestraße, aus. 8l3b Vodesan�eige. Nachdem er am ersten Weih- nachlstage noch einen herzlichen Zrostbrics an eine bekümmerte Mutter um ihren aus den Schlacht- seldern verschollenen Sohn ge- ichrieben hatte, wurde nicht lange nachher aus dem Kampsplatze im Oberclsaß schwer verwundet und narb im Hascnramhospital in Mülhauien unser lieber jüngster Sohn, Bruder, Oheim, Schwager, Vetter und Neffe, der Gefreite im altiven Infanterie- Regiment Nr. 25, II. Kompagnie, Schriftsetzer Paul Schumacher im Alter von 23 Jahren. Wer den von bobcr Psticht- ersüllung und unablässiger Sorge sür daS'Wohl seiner Angehörigen beleellen Verstorbenen gekannl bat, wird unseren Schmerz zu würdigen wissen. Köln-Bayenthal, Bernhardstr. 75, Solingen. Etberscld, Hückeswagen, Leipzig. Frankfurt a. M.. Ebren- seid, Ohligs. Steher w Oberösler- reich, den 2. Januar 1915 Familie sieorx Schumacher. Am 2. Januar, nachmittags 3 Uhr, verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden unsere einzige inniggeliebte Tochter Margarete Rieiilein im Atter von Ist- Jahren. In tiefer Trauer Artnr Rlchleln zurzeit im Felde. Anna Riehlein, geb. Lau. Berlin X 65, Müllerstr. 40. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Januar, lS/4 Uhr, vom städtischen Friedhof, Müller-, Ecke Seeslraße, aus statt. 8!lb Allzu früh und fern von seinen Hieben starb den Heldentod in treuer Pflichterfüllung in Franl- reich am L's. Dezember. 4 Uhr 20 Min nachmittags, mein inrngst. geliebter Mann und Ireusorgender Paler meiner lieben Kinder, unser herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, Erfatzreservist Rudolf Allers im 25. Lebensjahre. LtOb In tiefstem Schmerz Fr°u Marllia Miers geb. Seidler nebst Kindern. In treuer Pflichlersüllnng starb den Heldentod im Osten am 25. Ollober unser Inniggeliebter. unvergeglicher Sohn, Bruder, Neffe, Vetter und Bräutigam, der Webrnrarm Emil Krause Landwehr-Jnsanterie-Reg. Nr. 18, 5. Kompagnie im blühenden Atter von 34 Jahren. In tiefstem Schmerz Ferdinand Sanle, Luise Santo geh. Krause Bruder Willi u. Braut Anna Petri Lichtenberg, Scharmwcbcrslr. 60. Du gingst dahin, zu kämpsen sü> den Frieden Und sand'st den Tod io fern von Deinen Lieben, Die nun im tiefsten schmerze um Dich weinen. Nun fchlummre sanft, beweint von all' den Deinen. Geliebt, beweint und unvergessen! Danksagung:* Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspendenbei der Beerdigung meines lieben Manne» und ValerS, deS Tischlers Lvksrm Roß sage ich allen Verwandten und Be- kannten, insbesondere dem Herrn Wieloch sür seine trostreichen Worte, von Samern, dem 4. Wahttreis, den Genossen des 195. Bezuls des Deutlchen Holzarbeiter> Verbandes, den Kollegen der Lustvertebrsgcsell- Ichast, der 109. Stenervorecnschätzungs- kommisfion, sowie den Mitgliedern des 59. GemeindewaisenraieS meinen herzlichsten Dank. Emma Rost nevft Dochter. ReutersWerke . 3 Bande 4 Matt. ______ Buchhandlung vorwärts Kerantwoniicher Ä-dakteurVÄlfred Wlclepp. Neukölln. Für den Inseratenteil verantio.: TV. Glocke, Äerlin. Druck u-BerlagtLorwärtSibuchdruck-rk,»."Verlagsanstalt Paul Singei& Lo„ Berlin SW.