Nr. 63. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illustrierter Sonntags= Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Beitungs Preisliste für 1900 unter Er. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonels zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expeditton ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 16. März 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. „ Obscönitäten", die Herr Rören sich gesammelt, waren geschlecht- Kulturaufgaben leiden nicht. Das Endergebnis der Debatte faßt Für die Kunst! licher Natur; alle die gemeinen Theaterstücke, von denen der nationalliberale Abgeordnete Dr. Endemann in den Satz Der deutsche Reichstag bot am Donnerstag ein Schauspiel, wie die Mehrheit sprach, betrafen geschlechtliche Probleme. Das zusammmen: die Medizinalreform ist ad calendas graecas( auf un es sonst nur in den Parlamenten andrer Länder üblich ist. Unser nicht geschlechtliche Zotentum, das nach Herrn Nieberding durch den bestimmte Zeit) vertagt. Nur ein Trost wurde gespendet: Die wichtige Reichstag ist die ruhigste, sanfteste, gesittetste Boltsvertretung, die dent§ 184 a getroffen werden soll, ist überhaupt mit keiner Silbe erwähnt angordnungs- Frage der beamteten Aerzte wird nach den Wünschen der Beteiligten alsbald geregelt. So versprach der Minister. Etikette bar ist. Zuschauer, die aus Wien, Paris oder Rom fommen, entsetzen worden. Das gesamte Material, das die Heinzegarde vorgebracht und Mandarinentum werden in Preußen wenigstens nicht vernach sich über diese temperamentlose Sachlichkeit des deutschen Parlamen- hat, würde mithin gar nicht zur Begründung dieses Paragraphen lässigt. tarismus. Am Donnerstag aber stellte der Reichstag am Schluß ein passen. Nach der Eledigung des Kultusetats begann die zweite Lesung wild erregtes Heerlager dar. Unter der ziemlich hilflosen Leitung Darauf hätte Herr Nieberding die Mehrheit hinweisen und des Etats der Bauverwaltung. Herr v. Kardorff versuchte des freisinnigen Vicepräsidenten Schmidt, der sich in schwierigen zugleich darauf dringen müssen, daß der§ 184a, was sehr leicht war, dabei seinen Streit mit Herrn v. Thielen über die preußischen Augenblicken bei dem neben ihm stehenden Bureaudirektor Knad Rat so formuliert wurde, wie es seiner Jnterpretation entsprach. Statt Wasserbau- Techniker aus dem Reichstage im Abgeordnetenhause aus und Stärkung holte, inscenierte die Linke einen erfolgreichen Feldzug dessen hörte sich der Vertreter der Regierung ruhig an, wie die zufechten. Aber dieser Boden war ihm nicht günstiger. Er fand selbst auf gegen die lex Heinze- Mehrheit, die darauf drängte, die Beschluß- Mehrheit mit der unchristlichen Weltanschauung, mit der ge- der Rechten wenig Gegenliebe und Herr v. Thielen ging aus dent Rencontre als Sieger hervor. Vorher hatte Herr Schall fähigkeit des Hauses zu einer Bergewaltigung der Minder- schlechtlichen Schamlosigkeit usw. den Paragraphen begründete, über die Wasserverhältnisse der unteren Havel geklagt. Die Sache heit zu benutzen, die Beratung alt diesem Tage zu be- und erklärte sich für ihn, obwohl er ganz etwas andres damit wäre nicht erwähnenswert, wenn der Cladower Pastor nicht zur endigen und die lex Heinze endgültig zum Beschluß zu erheben. meinte wie die Reichstags- Mehrheit. Centrum und Konservative Schluß den lapidaren Satz ausgesprochen hätte, er habe zugleich int Die fonservativ- klerikale Mehrheit wollte die Vertagung der Dis- wollen gerade die Darstellungen aus der geschlechtlichen Welt, die Namen des Herrn v. Kröcher gesprochen, nehme aber alle Dummfuffion über die Kunst- und Theaterparagraphen verhindern, weil sie menschliche Nadtheit und die menschliche Wahrheit mit Hilfe der heiten, die er etwa gesagt haben könne, ganz auf die eigene Kappe. befürchtete, daß fie am Freitag für sich selbst nicht mehr in§ 184a ausrotten. Und die Regierung befürwortet ihn, obwohl sie Das ist ein Mann, der in seiner Unterwürfigkeit den Junkern ges beschlußfähiger Anzahl versammelt sein würde. Aber die Künstler- lediglich an nicht geschlechtliche Unflätigkeiten denkt, die allerdings fallen muß. Mit gebogenem Rüden ist er bereit, die Streiche allein zu empfangen, die sonst dem hochgeborenen Gönner mit treffen freiheit, für die von der Linken gestritten wurde, schien auch das mit der Kunst gar nichts zu thun haben! Das ist ein Doppel- fönnten. So muß das Verhältnis zwischen Geistlichen und GrundNaturell der Abgeordneten beeinflußt zu haben: man entschloß spiel, das am Freitag noch gebührend charakterisiert werden muß. Herrn nach dem Herzen der Krautjunter sein. sich zur Anwendung der äußersten geschäftsordnungsmäßig möglichen Freitag geht die Beratung weiter. Mittel und erreichte nach einem ersten, nicht erfolgreichen Obstruktionsversuch beim zweiten Streich den Zweck: die Beschlußunfähigkeit des Hauses wurde künstlich herbeigeführt und damit die Vertagung der Debatte erzwungen. Während dieser Vorgänge- die Sigung dehnte sich bis in die achte Stunde aus war der Reichstag der Schauplag lärmender Bethätigungen der höchst angeregten Stimmung. Als die Mehrheit merkte, daß die Minderheit mit ihrer Taktik schließlich Erfolg haben würde, übte man sich in den unparlamentarischsten Schmähungen. Man rief der mit gelassener Heiterkeit operierenden Linken:" Pfui!"" Gemeinheit!"" Raus mit den Juden!" und ähnliche Liebkosungen zu es fehlte nur noch das Klappen mit Bultdeckeln und das Werfen mit Tintenfässern. Die Scene mutete um so östreichischer an, als gerade auf der Höhe der Situation Herr Liebermann v. Sonnenberg mit Excercierplatz Stimme eine juden fresserische Ultrede brüllte. Welche Bedrohung in Wahrheit der ganzen Kunst aus dem§ 184a ersteht, das ging wieder aus einer Aeußerung des Centrumsjuristen Gröber hervor, der eine wohlthätige Folge des Gesetzes darin erblickt, daß die Künstler zur Vorsicht veranlaßt würden. Das freie Schaffen, das inmitten des fünstlerischen Gestaltungsdrangs das Straf gesetzbuch sich holt und grübelt, ob es sich diese oder jene Intuition gestatten dürfe!... Puttkamer. Vor kurzem schied der Minister a. D., Oberpräsident der Provinz hat ihn auf seinem Gute Karzin im Alter von 71 Jahren der Lod Bommern, v. Puttkamer, wegen Herzleidens aus dem Amte. Jetzt ereilt. Die Debatte selbst bewegte sich am Donnerstag in absteigender Die weitverzweigte Familie der Buttkamer ist eines jener AdelsLinie. Unser Genosse v. Vollmar setzte mit einer aufmerksam an- geschlechter, welche alles reaktionäre und volksfeindliche Invesen, das gehörten Rede großen Stils ein, in der er die ganze Kunstbarbarei des den preußischen Staat parasitisch uniklammert, in sich verkörpern. Und Centrums schilderte, zum Teil durch Zeugnisse aus dessen eignen Reihen. ein Typhus des typischen Junkergeschlechts war der jegt Verstorbene, Dann ließ mit der wachsenden Reihe der Redner das Interesse nach. dessen Name der deutschen Arbeiterklasse noch im Gedächtnis sein Nur die ausführliche Rede des freisinnigen Verteidigers freier Kunst, wird, wenn sein System längst dem Moder der Geschichte anheimfiel. 1879 wurde v. Buttkammer Stultusminister und benutzte seine Müller- Meiningen, und die mit überlegenem Humor und feinen zweijährige Thätigkeit in diesem Amte zur Stärkung aller funstsinnigen Bemerkungen erfüllten Ausführungen des süddeutschen orthodoxen Intoleranz, zur Verfrommung und Vermuckerung Nationalliberalen Deinhardt fanden noch die Beachtung des Hauses. des Schulwesens. Im Juni 1881 wurde Buttkamer Minister des Das Kunstverständnis der Mehrheit fie sprachen viel von der Innern und bald darauf Vicepräsident des preußischen Staatss erhabenen, idealen, göttlichen Kunst erreichte nicht ganz die Höhe ministeriums. In dieser Stellung wurde Buttkamer der fanatische Er blieb kons jenes biederen Berliner Kriminalschutzmanns, der die Entfernung einer Förderer des Bismarckschen Reaktionsregiments. Nachbildung von Böcklins herrlichem„ Spiel der Wellen" aus dem fervativer Parteimann als Minister. Er kannte kein andres staatsSchaufenster einer Kunsthandlung mit den Worten verlangte: männisches Ideal, als die vormärzliche Unpolitik Metternichs „ Das Bild mit dem nadten Weib muß heraus, das im Wasser wieder aufleben zu lassen, die da vom engherzigsten Standpunkte der Bureaukratie das gesamte Volksleben zu meistern vermeinte. liegt und die Brüste zeigt." Es ereignete sich, daß Herr Gröber den und die Mittel, die er anvendete, waren die niedersten und unfittallbekannten Maler Gabriel Mar wegen seines Professortitels als lichsten, zugleich aber auch die erfolglosesten. einen Gelehrten ansprach, und Herr Liebermann v. Sonnenberg von dem Apollo von Belvedere schrie. Um der Rettung der Kunst Willen verstand sich die von der Vergewaltigung bedrohte Minderheit des Reichstags zu diesem energischen Vorgehen, wie es von den ältesten Parlamentsjournalisten noch nicht erlebt worden ist. Aber diese Obstruktion war um so notwendiger, als durch die heutigen Verhandlungen über die §§ 184a und b der lex Heinze( Kunst und Theater) die Auffassung über den wirklichen Sinn und die eigentlichen Absichten der Bestimmungen so unklar und verworren geworden war, daß die für die Die Hauptaufgabe, die sich der Junter- Staatsmann gestellt hat, war die Vernichtung der Arbeiterbewegung der Sociallitterarische und künstlerische Unabhängigkeit kämpfenden Parteien gewiffenlos gehandelt hätten, wenn sie es geduldet haben würden, Dann begann jener Feldzug der Minderheit gegen den Versuch demokratie. Durch Ausweisungen, Belagerungszustand, Zeitungsdaß in dieser Wirrnis bereits eine Entscheidung mit überstürzter Haft des flerital- konservativen Startells, die Diskussion zu beendigen und die verbote suchte er der mächtig sich entfaltenden Bewegung Herr zu herbeigeführt worden wäre. Das ist einstweilen verhütet worden. Baragraphen sofort zu beschließen. Ein erster vom Centrum eingebrachter werden. Er sah hinter jedem Streit die Hydra der Revolution". An solcher völligen Verwirrung trägt die zweideutige und unsichere Bertagungsantrag fand nicht die nötige Unterstützung, weil der Er war der Nährvater des erbärmlichsten Spizeltums, er ehrte die Haltung der Regierung die Schuld. Der Staatssekretär Nieberding. Antragsteller von seiner eigenen Partei im Stich gelassen wurde. Spitzel mit Ehrenzeichen und Orden. Als Kaiser Friedrich zur Regierung kam und Kenntnis erhielt ein ebenso über als unerheblicher Jurist, der sich rühmte, zu der Präsident v. Ballestrem, der anscheinend die Vertagung wünschte, von der schamlofen Wahl ma che, die der Minister nicht nur das Haus. von ihm empfangenen Deputation von Künstlern und Gelehrten verließ danach Um 714 Uhr stellte Singer duldete, sondern anreizte, fonnte Buttkamer sich vor den Anklagen populär" gesprochen zu haben welche Gnade, daß ein Nieberding einen zweiten Bertagungsantrag mit namentlicher Abstimmung. der empörten Oeffentlichkeit nicht länger halten. Unter der Regiezu dem Niveau eines Mommsen hinabsteigt!- ist der Urheber Socialdemokraten und Freisimmige Volkspartei enteilten darauf rung Wilhelm II. wurde Buttkamer dann Oberpräsident von Pommern der beabsichtigten oder durch Ungeschick herbeigeführten Konfusion. dem Saal, nur ein paar Feuerwächter" zur Aufsicht zurücklaffend. und Ritter des Schwarzen Adlerordents; größeres Unheil fonnte er immer noch beschlußfähig. Bon nicht mehr anrichten. Die Regierung erklärte sich gegen den Theaterparagraphen Indessen das Haus war In Hunderte und tausende braver deutscher Arbeiterfamilien hat (§ 184b), weil er dank der schon bestehenden Polizeicensur überflüssig 203 Stimmen erklärten sich 182 gegen, 21 für die Vertagung. der brutale Junker aus Ostelbien schwerstes ungemach gebracht, um jci. Aber sie erklärte nicht, wie sie es bei dem Arbeit- Unter dem Hohngelächter der siegreichen" Mehrheit kehrten die feine politischen Gegner zu schädigen. Aber durch alle Unsäglichgeber Paragraphen that, daß das ganze Gesetz für ste Flüchtlinge der Linken in den Saal zurück. Liebermann v. Sonnen- feiten sind diese von Erfolg zu Erfolg geschritten und der Spigelumannehmbar wäre, wenn der Theaterparagraph beschlossen würde. berg hielt unter lärmender Unruhe seine Rede. Dann stellte Singer minister mußte, da seine Laufbahn endete, den Gegner, den er Noch auffälliger aber war die Haltung der Regierung gegenüber abermals den Vertagungsantrag. Gröber beantragte gleichzeitig Schluß vernichten wollte, mächtiger und zukunftsfroher sehen denn je dem§184a, der gegen Schriften und Darstellungen gerichtet ist, die der Debatte. Ueber beide Anträge wurde namentliche Abstimmung zuvor. ohne unzüchtig zu sein, die Schamhaftigkeit verlegen. Nach Herrn verlangt. Zuerst wurde über den Vertagungsantrag abgestimmt. die Mehrheit überbot Nieberdings Interpretation aber ist dieser§ 184 a, der die Kunst der Wiederum wanderte die Linke aus dem Saal An allen Punkten einzufeßen das ist bekanntlich die Losung Willkür gerichtlichen Auslegungseifers überliefert, ganz harmlos und sich in Beschimpfungen- diesmal aber schloß sich dem Exodus auch die Singer und Ridert hüteten, einsam unsrer weltpolitischen Regierung. Jetzt tauchen wiederum höchst darum zum mindesten unnötig. Er soll nach Herrn Nieberding nur freisinnige Vereinigung an. eine Ergänzung zu den bestehenden§ 184, der von den unzüchtigen thronend in der verödeten Linken, das Haus. Und jetzt waren die seltsame Nachrichten auf, die von neuen ErwerbungsSchriften 2c. handelt, bilden. Das Reichsgericht erkenne unter dem Auszüger die Lachenden. Nur 193 Stimmen ergab die Aus- plänen Deutschlands im Orient und in Ostasien melden. Begriff, unzüchtiger" Darstellungen nur Zotereien aus dem geschlecht- zählung. Herr v. Kardorff hatte die Niederlage noch im letzten Die Münchener Neuesten Nachrichten" bringen ein sensationelles lichen Gebiet. Hingegen seien audere, nicht geschlechtliche Unflätigkeiten Augenblick zu verhüten gesucht, indem er verlangte, daß die Telegramm aus Best. Ein Vertrauensmann der türkischen Balastnach dem bestehenden Recht nicht strafbar. Um diese zu treffen, abwesenden Abgeordneten, die den Antrag auf Vertagung unterstützt freise habe mitgeteilt, daß die Uebertragung der Bagdad= sei der§ 184a, dessen Annahme Herr Nieberding befürwortete, not hatten, auch als anwesend mitgezählt werden müßten. Indessen Bahn an die deutsche Gesellschaft durch die englische Botschaft in wendig. Unter solchen nicht geschlechtlichen Unflätigkeiten tann man dieser Trid half nichts. Es wurden nur die Anwesenden gezählt Konstantinopel unterstützt worden sei, daß auch sonst Deutschland das Einverständnis Englands habe zu weiteren kolonialpolitischen mur jene Schweinereien denken, wie sie sich namentlich in den das Haus war beschlußunfähig. alten deutschen schwankhaften Voltsbüchern massenhaft finden, und die So muß sich denn die Mehrheit die Fortsetzung der Debatte Erwerbungen. Das Telegramm sagt in dieser Hinsicht: zumeist der Sphäre des- Stoffwechsels entnommen sind; das wären am Freitag gefallen lassen. also unzüchtige Darstellungen nicht geschlechtlichen Charakters. Wenn aber die Regierung weiter nichts will, wie solche Erweiterung des Unzuchtsbegriffs wozu dann der ganze Lärm, wozu das Aufgebot eines besonderen Gesetzes, wozu ein neuer Paragraph! Es würde dann vollkommen genügen, wenn man gegenüber der reichsgerichtlichen Berengung des Begriffs„ unzüchtig" den§ 184 etwa dahin abänderte, daß man sagt:„ Wer geschlechtlich unzüchtige oder sonst unflätige Schriften 2c." Politische Uebersicht. Berlin, den 15. März. Neue ,, Punkte"? " In der deutschen Kolonialpolitik stehen bedeutungs bolle Ereignisse bevor. Deutschland ist im Begriffe, sich auf dem Wege nach Ostasien eine neue Kohlenstation zu fichern, und zwar die Jufel El Kucit, am perfischen Golf, gegenüber der Mündung des vereinigten Euphrat und Tigris gelegen. Diese Insel ist in jeder Hinsicht günstig gelegen. Sie ist geschützt gegen die vom indischen Meere wehenden Stürme und bietet einen absolut sichern Antergrund. El Sueit gehört gegens wärtig arabischen Stämmen und steht nominell unter der Obers herrschaft des Sultans. In China stehen weitere deutsche Erwerbungen unmittelbar bevor. Das preußische Abgeordnetenhaus beendete am Donnerstag endlich die zweite Lesung des Kultus. Etats. Beim Kapitel Medizinalwesen seyte noch eine lebhafte Debatte ein. Eine Reihe nationalliberaler Abgeordneter, in Berfolgte aber die Regierung nur diese Absicht mit dem Para der Mehrzahl Aerzte, drückte ihre Mißstimmung über das Steckengrophen, dann mußte sie sich bewußt sein, daß ihre Anschauung im bleiben der Medizinalreform aus. An die Ausführung des im Hochtrassesten Widerspruch zu den Wünschen und Meinungen der sommer vorigen Jahrs verabschiedeten Kreisarzt- Gesetzes ist die Reichstagsmehrheit steht, aus denen der Paragraph int Sinne Regierung noch nicht herangegangen. Kein Pfennig ist in den Etat dafür eingesetzt und die städtischen Gesundheitsseiner Urheber erwachsen ist; dann mußte der Regierungsvertreter fommissionen stehen noch auf dem Papier. Minister Studt ehrlicherweise, anstatt gegen die linke Seite zu polemisieren, die erklärte, daß auch kein Nachtrags- Etat zu Mehrheit darauf aufmerksam machen, daß sie sich im völligen Frr um das Versäumte nachzuholen. Verantwortlich für das Eintum über die Tendenzen des§ 184a befände. All die„ Unfittlich- frieren der Reform wurde von allen Seiten Herr v. Miquel geMit bittrem Spott citierte der Centrumsabgeordnete Dr. keiten", über die Konservative und Centrum gezetert, waren ja macht. - geschlechtlicher Art; all die Bilder, die Ruditäten" und Rügenberg das faniofe Wort des Herrn im Kastanienwäldchen: über den Inhalt des englisch- deutschen Geheimvertrags, der in erster erivarten sei, Im April geht ferner eine deutsche Expedition unter dem Protektorate des kolonialwirtschaftlichen Komitees in Berlin nach Anatolien. An der Spitze derselben steht Dr. Fikner in Halle a. S., ein Mitarbeiter des berühmten Geographen Professor Kirchhoff." Man erinnert fich der verschiedenartigen früheren Mutmaßungen Linie Afrifa betrifft, aber auch den portugiesischen Besiz in Asien mit Dinge vorbereitet und der politische Hauptzwed, der Sturz des die verbündeten Regierungen zu erjuchen, für die Pflege des Friedens umfassen soll. Ministeriums, gesichert werden... Es fam mun aber anders. Das zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gesegliche Bestimmungen Wahrscheinlich wird die Regierung über die neu auftauchenden Attentat des arbeitswilligen" Lakaien des Marquis de Solages und in Aussicht zu nehmen, durch welche den Arbeitern die Gerüchte eben so wenig flare Auskunft geben, wie ste es nicht das ruhige Verhalten der Streifenden haben die umfassenden Pläne Möglichkeit gegeben wird, sich an der Regelung gemeinsamer Angelegenheiten mit den Unternehmern und den Organen der Regethan hat bei den früheren. Zweifellos ist aber, daß die Regierung der kapitaliſtiſch- nationaliſtiſchen Opposition zu Schanden gemacht. Es ist der erste Streit in Carmaux, dem Sig Nefféguiers und gierung durch Vertrauensmänner zu beteiligen. Zu diesem Zwed des„ größeren Deutschland" uns noch allerlei weltpolitische Ueber- der Kohlendynastie Reille- Solages, der ohne militärisch p.lizeiliche soll der Antrag Lieber dahin erweitert werden, daß die Gewerberaschungen bringen wird, die aber nichts weniger als Annehmlich Gewaltthaten verläuft. Das erscheint dem dortigen Kapitalisten gerichte Interabteilungen gründen, denen die Errichtung von Unterflingel, der an ein schrankenloset 28iffirregiment gewöhnt ist, ale fiigungstaffent, Abgabe von Gutachten, Anträge betr. die gesundheitNicht ohne Humor ist es, daß unsrent königstreuen Agrariern die das Ende der Welt, als der Untergang aller Ordnung". Daher lichen Berhältnisse der Arbeiter, der Arbeiterwohnungen zu beraten und Weltpolitit, die ein besonderes Wert ihres Kaisers und Königs ist, die Einfegung des provokatorischen Brotestausschusses" der den Behörden vorzulegen. Ferner wird beantragt: Die Funktionen allmählich eine Gänsehaut über den Rücken treibt. Die„ Deutsche Arbeitswilligent", daher Sie selbst für Garmaurer Ber dieser Abteilungen der Gewerbegerichte als Einigungsamt im Mach Falle von Etreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern Tagesztg." sieht mit Entfegen, daß wir uns um kleiner Vorteile hältnisse unerhörte Proßenhaftigkeit des Kohlentönigs. halber mit Leib und Seele an England verschrieben haben". keiten bedeuten. 黃 * Deutsches Reich. " dent " - Von dieser alle möglichen Einigungsversuche der Streifen dahin zu gu eriveitern, daß eit gefeglich gesicherter Verden schroff abgelehnt halte, weigerte er sich zuletzt, den handlungszwang eingeführt wird. Bei Beginn der Debatte Kohleitgräbern felbst das Zugeständnis zu machen, von der sieben wurde eine entsprechende Resolution eingebracht. prozentigen Lohnprämic", die ihnen vor einigen Monaten bewilligt socialdemokratischer Seite wurde Bertagung beantragt; diefer wurde, 2/7 zu Gunsten der am schlechtesten bezahlten Sategorien, Antrag jedoch nach längerer Geschäftsordnings- Debatte abs Gegen die Fleischverteurer und Kornwucherer. insbesondere der Fördertente, zu verwenden, mit der Maßgabe, bab gelehnt. Frhr. v. Hey I begründete die obige Resolution. In Die Kölnische Zeitung" bringt einen sehr scharfen Artifel gegen dieser Zuschuß auch nach dem Ablauf der Brantienfefft( Ende 1001) England sei durch die Einigungsämter ein gutes Ergebnis erzielt die agrarische Verhetzung der deutschen Eriverbstlaffen, wie jie beim weiter bezahlt werden solle. worden, indem ungefähr 50 Proz. der ausgebrochenen Ausstände Fleischbeschau- und Warenhaussteuer Gesetz hervortréte. Sie ver- Damit ist der Kohlengräber- Streit, der für die Waffe der beigelegt worden seien. Fr. v. Richthofen geht auf die fucht das agrarische Gespenst zu bannen, indem sie das rote das Arbeiter von Anfang an ein Solidaritäts- Streit war, Arbeiterausschüsse und Einigungsämter ein. Der Arbeitgeber soll gegen aufruft: ein Aft der Solidarität mit den Förderleuten, vom Kohlenkönig sich verpflichtet fühlen, dabei mitzuvirken. Segig erflärt sich werden sie aber weber bie etgravier noch, die Induſtriellen und holung Die Saat ist ausgestreut und wartet der Ernte. Einheimsen zur reinften Machtprobe zugefpigt worden eine genaue Wieder gegen den zweiten Abfaz der Resolution und ist der Meinung, Vorgeheus Resseguiers im Glasarbeiterstreit von 1895. Daß erft obligatorische Gewerbegerichte eingeführt Kaufleute, sondern als tertius gaudens erscheint schon Daß beim Marquis de Solages, der in den Kammerwahlen von müßten. Dr. Sie betont, daß die Einignungsämter in Abteilungen Dr. riefengroß die Socialdemokratie am Horizonte. 1803 fiber ben Genoffen Jaurès geflegt, der politische( Gruppen) je nach ihrem Gewerbe eingeteilt werden müßten. Die Resolution wurde im Nicht die Industriellen und Kaufleute werden, wie die Gesichtspunkt, die Beibehaltung seines Deputiertenmandats, am v. Frege unterstützte die Resolution. „ Kreuz Zeitung" = ihrer thörichten Wilt prophezeit, schwersten wiegt, versteht sich von selbst. Zu alleben kommt, daß 1. Absatz mit allen, im 2. mit 15 gegen. 5 Stimmen der Socialauf die Barrikaden steigen und die bestehende Gesellschaftsordnung die kapitolistisch nationalistische Opposition and jedem Streit, und demokraten angenommen, ebenso der Antrag Pachnide- Rösicke umwerfen, wohl aber werden die Socialdemokraten einen ganz besonders aus einent Streit in Carmaux, dem Ministerium( Dessau) mit 15 gegen 5 Stimmen. neuen gewaltigen Aufschwung und eine Vereinen Etrict brehen möchte. Die Kohlengräber haben deshalb einen stärkung ihrer parlamentarischen Macht erhalten, äußerst schweren Kampf zu bestehen. ivenn sie bei Neuwahlen unter der Parole gegen die Fleisch verteurer und Kornwucherer" in den Kampf gehen. Wir wünschen, daß auch dann die andren Parteien gegen Die Socialdemokraten stehen mögen. Aber Haß zeugt Haß, und wir besorgen, daß manche in ihren Lebensinteressen durch die Agrarier getränkte Leute nicht die politische Weitsicht und Selbstüberwindung haben werden, uni am Kampfe gegen die Socialdemokratie mit der gleichen Festigkeit wie bisher teilzunehmen." Wenn nun die Agrarier nicht ihre Beute schießen lassen! in 1. Sestreich- Ungarn. Wiest, 15. März. Abgeordnetenhaus. Der Handelsminister übermittelte bent Hause einen Gesekentwurf betreffend die Regelung des Hauslerhandels. Der Justizminister teilte in Beantwortung einer Interpellation wegen Erwirkung einer Amnestie für die wegen der Ausschreitungen in Mähren Verurteilten mit, daß durch Entschließung des Kaisers vom 11. März 8 Verurteilten teils Begnadiging, teils Serabsetzung der Strafe zu teil geworden sei. Weitere Gnaden gesuche befanden sich noch in amtlicher Behandlung. Der Bundesrat faßte in seiner Sigung vom Donnerstag unter andrem Beschluß über die Resolutionen des Reichstags zu einer Betition wegen Erhöhung des Bolls auf Erzeugnisse der Maschinen- Der Nennstundentag für Vergarbeiter. Der socialpolitische industrie, zu einer Petition bezüglich der Forderung der Einführung Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat file die Ausarbeitung eines des Befähigungsnachweises in Baugewerbe, und zu einer Petition Gesetzentwurfs leitende Grundsäze" aufgestellt. Diese Grundsätze betreffend die einheitliche Gestaltung des deutschen Bereins- follen folgende fein: und Versammlungsrechts. Dem Entwurf einer Reichs- 1. Der Betrieb bei den Kohlenbergwerken untertags wird auf schuldenordnung wurde in der Fassung der Reichstags- Beschlüsse zu neun Stunde it festgefeßt. geftimmt. Für und wider lex Seinze. Aus Dresden ist folgendes Telegramm an den Präsidenten des Reichstags abgesandt worden: „ Der Evangelische Arbeiterverein zu Dresden und Umgegend mit mehr als 7000 Mitgliedern ersucht den Reichstag auf das dringendste, den Gefezentivuf zur lex Heinze in vollem Umfang aufrechtzuerhalten, besonders auch trotz der gegenteiligen Eingaben die§§ 184a und 184b, die unser Volt vor tiefen Schäden zu bewahren geeignet find." Die sogenannten evangelischen Arbeitervereine find bekanntlich eine besondere Specialität Sachfens. Um den wahren Wert folcher Kundgebungen, wie der vorstehenden, richtig zu schätzen, fei bemerkt, daß diese Vereine teine Arbeiter vereine, sondern solche von Unternehmern, Bertmeistern, Beamten 2c. fitb. Den Ton geben fast durchgängig in den Vorständeit die Geist lichen an, ganz besonders aber in Dresden. Dann sei noch darauf hingewiesen, daß jenes Telegramm feineswegs von einer öffentlichen oder Mitgliederversammlung, sondern lediglich vom Vorstand des Vereins beschlossen wurde. Es ist daher recht unverfrorent, sich auf 7000 Mitglieder zu berufen. 2. Dieser normale Arbeitstag tritt mit 1. Januar 1901 in Kraft. Diese Durchführungsfrist kann in einzelnen Fällen bis zum 1. Jas muar 1902 ausgedehnt werden. Abänderung dieser Arbeitszeit erforderlich erscheint, Stann entweder 3. Bei einzelnen Bergwerken und Arbeiterkategorien, wo eine zeitweise oder dauernd eine Ausnahme gemacht werden. Die abgeänderte Arbeitsgeit tarf aber zehn Stunden nicht überschreiten. 4. Die Durchführungs- und Aufsichtsorgane sind von den elegierten der Gewerken und ber Arbeiter zu Ackerbauministerium die dritte und oberste Instanz. Die Berghauptmannschaft bildet die zweite und das bestellen. Unfallversicherungs- Kommiffion. Am Mittwoch legte zunächst die eine der eingesetlent SubTommissionen einen, mit Hilfe der Regierung zusammengebrachten Antrag vor, nach dem alle lands und forstwirtschaftlichen Nebenbetriebe, dem Wunsche der Agrarier gemäß, in die landwirtſchaftliche linfallversicherung hineingezogen werden können. Dieser Antrag wurde natürlich von der bürgerlichen Wehrheit angenomment. Im so cutschiedener trafen die Socialdemokratcit für ihren Anttrag ein, daß auch in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung bie Seite nach dem thatsächlichen Verdienst des Verunglückten und nicht mehr nach dem viel niedrigeren Durchschnittsverdienst berechnet werde. Seit gestern scheinen sich die Stonservativen diese angeblichen Durchschnittsverdienste etwas genauer angesehen zu haben. Denn sie beklagten sich wiederholt darüber, daß die Behörden die Durchschnittsverdienste viel zu niedrig abgeschätzt haben, und forderten eine neue, richtigere" Abschäzuig. Der Staatssekretär des Innern, dem ebenfalls plöglich„ unglaublich) niedrige" Durchschnittsverdienfte aufgefallent stud, versprach, daß die Schägungen in der nächsten Zeit von neuem revidiert und die Durchschnittsverdienste angemessen erhöht werden sollen. Aber auch er wandte sich gegen den socialdemokratischen Antrag, der zwar theoretisch führung fand begreiflicherweise den Beifall der Agrarier, und so das allein Richtige sei, aber jetzt, bei einer so schweren Not der Landwirtschaft", ganz undurchführbar erscheine. Diese Beweis wurde denn der socialdemokratische Antrag abgelehnt. Ein ganz neuer Vorschlag wurde von freisinniger Seite gemacht, nämlich die Rente zu erhöhen durch einen Zuschlag, der it so höher ist, je länger der Arbeiter bei dem landwirtschaftlichen Unternehmer in Arbeit gestanden hatte. Hierdurch würde diesen Arbeitern die Freizügigkeit noch mehr als bisher eingeschränkt werden. Gesetz zu faffen und diefes noch vor Vertagung des Reichsrats Eo einfach es aber wäre, diefe Grundfabe in ein paragraphiertes Diefer liberale" Borschlag fand aber nirgends Gegenliebe. Miur handelte es sich nur noch darum, wenigstens denjenigen nebenbei bemerkt ist gar kein Grund vorhanden, daß biese so erbebitiv gewerblichen Arbeitern, die im land- und Forstwirtschaftlichen Nebenerfolgt dit befchließen, so wird sich der Ausschuß dazu gewig nicht betrieben beschäftigt sind, diefelben Stenten zu sichert, wie den andren aufraffen. Die Kürze" der Zeit ist eben mir der Verwand; der gewerblichen Arbeitern. eigentliche Gumb ist we angel an Willen. Man will image gemäß, den Arbeitern in einer, eine besontere technische AusStreit nicht partei ergreifen für die Arbeiter, und so ergreift Grundlagen der gewerblichen Unfallversicherung vorbehalten. bildung erfordernden Stellung, die Rentenberechnung nach den man die Partei der Unternehmer! Master Es wurde daher einem tonfervativen AnSierbei hatten die Socialdemokraten nachgewiesen, daß auch durch diesen Antrag der als gerecht von allen Barteien anerkannte Anspruch der gewerblichen Arbeiter nicht gesichert werde. Die sogenannten ungelernten Arbeiter würden vielmehr auch froß diefes Antrags mit den niedrigeren Renten der landwirtschaftlichen Arbeiter abgefunden werden. Infolgedeffen beantragte der ultramontane Abgeordnete Dr. Opfergelt, daß alle Arbeiter, die hauptsächlich in den land und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieben beschäftigt werden", die gewerblichen Renten erhalten. Der Antrag wurde jedoch mit einer ganz geringen Mehrheit abgelehnt, weil die Konservativen und Nationalliberalen, sondern auch die beiden Vertreter der freisinnigen Voltspartei dagegen stimmten. Aus Breslau erhalten wir folgendes Privattelegramm: ald beim Frankreichend Mittwochabend fand im großen Schießwerder- Saal eine von Gegen die Anmestierung protestieren, wie wir gestern meldeten, Tausenden besuchte Protestversammlung gegen die lex Heinze Reinach, Picquart und 301a. Nun meldet sich bei der statt. Ansprachen hielten die Universitätsprofessoren Staufinaun und Amnestiekommission auch Esterhazy. Die„ Libre Parole" ver Felix Dahn, Museumsdirektor Dr. Janitsch und andre. Die von öffentlicht ein von Esterhazy an die Amnestiekommission des Senats Profeffor Kaufmann vorgeschlagene Protestresolution wurde von der gerichtetes Schreiben, in welchem er gegen die Amnestie Versammlung angenommen. borlage Ginspruch erhebt und erklärt, er habe vor dem fran Das Befinden des Abg. Dr. Lieber hat, wie die„ Ger- zösischen Generalkonsul in London nene, mit Dokumenten belegte mania" mitteilt, in den letzten Tagen wieder ungestörte und sehr Enthüllungen zu Protokoll gegebent. Die Amnestiekommission werde erfreuliche Fortschritte gemacht, so daß der Kranke jetzt täglich einige nicht wagen, die Amnestievorlage anzunehmen, sobald sie von seinen nicht nur Stunden außer dem Bette zubringen fann und so bald als tumlichteten Güthüllungen Stenntnis erhalten haben werde. in seine Heimat Camberg zu übersiedeln gedenkt. rammer zur Beratung der Gesetzesvorlage, durch welche die Paris, 15. März. Die Kommiffion der Deputierten Die Emdener See- Quarantäne- Anstalt, ein Plan der Strafbestimmungen füle Bergehen, welche Geistliche durch Wort Stadt Emden, von dem wir vor einiger Zeit sprachen ift mun oder Schrift begehen, abgeändert werden, hat die Vorlage mit 7 wohl für längere Beit endgültig von der Bildfläche verschwinden. gegen 4 Stimmen abgelehnt. Die Regierung hat bekanntlich jede Unterstützung verjagt, weil die England. Agrarier es so haben wolleit, und mit hat die Stadtverivaltung felber auf die weitere Verfolgung des Planes verzichtet, weil die London, 15. März. Unterhaue. Der erste Lord des Schnyjes Viehzuchter gedroht haben, die Emdener Viehmärkte zu Balfour teilt mit, der amerikantsche Geschäftsträger habe Lord Salisbontottieren. Die Einfuhrsperre gegen dänisches Schlachtvich bury at 18. März folgendes Telegramm von dem Staatssekretär ist also zum Schaden der Bevölkerung wiederum gerettet. bes Auswärtigen Hay fibermittelt: Auf dem Wege freundschaftlicher Ausland. ,, Arbeitswillige" Mörder. war # Paris, 13. März. Dann kam der socialdemokratische Antrag zur Verhandlung, welcher die Entschädigung an die Verletzten feitens der Unfallversicherung gleich nach dem Unfall und nicht erst von der 14. Woche ait beginnen laffeit will. Die Socialdemokraten wiefen darauf hin, daß für die landwirtschaftlichen Arbeiter der Krankenversicherunge zivang nicht gelte und deshalb für sie durch die Unfallversicherung gesorgt werden müsse. Troydem wurde auch dieser Antrag ab gelehnt mit der Bertröstung, daß bei der nächsten Reform der Sirantenversicherung auch die ländlichen Arbeiter berücksichtigt werden follen. Der nationalliberale Abg. Hoffmann( Dillenburg) schlug mat vor, daß man die von Herrn Frhrn. v. Thinefeld empfohlene Wayregel nicht gegen die Arbeiter, wohl aber gegen die Bauern zur Anwendung bringen möge. Den Arbeitern gegenüber könne man sich das zwar nicht erlauben, die Bauern jedoch würden dangit ganz zufrieden sein. Er zog es aber vor, auf einen solchen Antrag zu verzichten. Die neueste Germanisierungsmaßregel. Wie Flensborg guter Dienste teile ich dent englischen Minister der Auswärtigen mit, Avis" aus Klipleff meldet, hat dort der Amtsvorsteher mehreren daß ich heute ein Telegramm von dent amerikanischen Konsul In der Sigung am Donnerstag hatte die Kommission sich mit dänisch gesinnten Einwohnern die Wahl gestellt, entweder aus dem in Pretoria erhalten habe, welcher mitteilt, daß die Regierungen der einigen besonderen Wünschen der Agrarier zu beschäftigen. So hatte „ Sprachenverein", einem der drei großen nordschleswigschen dänischen beiden füdafrikanischen Republiken an den Präsidenten Macber ultramontane Abgeordnete Frhr. v. Thinefeld beantragt, Bereine auszutreten oder ihre ihnen bisher für die zwei jährlichen inley das Ersuchen gerichtet haben, zum Zwede der Ein daß eine Reute nicht gewährt werden soll, wenn die Einbuge an Griverbsfähigkeit nicht mehr als 20 Broz. beträgt. Der Herr Freiherr Markttage gewährte Schankerlaubnis einzubüßen. stellung der Feindseligkeiten vermittelnd eintreten zu wollen, und versicherte, daß er seinen Antrag u. a. mit Rücksicht auf das GerechtigkeitsNun werden diese Einwohner gewiß zu guten Preußen. baß ein ähnliches Gesich an die Vertreter der europäischen gefühl der Arbeiter eingebracht habe. Dasselbe empöre sich Mächte gerichtet worden ist. Indem ich diese Bitte Jiten mitteile, Sagegen, daß ein verunglückter Arbeiter, der„ ni" um 20 Proz. bin ich von den Präsidenten Mac Stinten beauftragt, die erwerbsunfähig sei, vielleicht aber trotzdem ebensoviel verdiene wie seine Hoffnung auszusprechen, daß ein Weg gefunden werbe, ber zum Stollegen, eine Mente erhalte. Dieser Vorschlag fand selbst bei dem Frieden führt, und Ihnen zu fagett, daß er mit Freuden auf irgend Geheimen Regierungsrat Caspar feinen Beifall. Der Herr warnte In Carmaug ist nun Blut gefloffen. Nicht durch militärische eine freundschaftliche Art dabei mitzuwirken bereit sei, den ge- die Kommission eindringlich davor, den Arbeitern zuzumuten, daß sie be Solages, gehofft und gewünscht hatte, sondern durch das Salisbury, fährt Balfour fort, habe hierauf an den amerikanischen gehe doch zu weit". Der Antrag wurde demt auch schließlich abGewehre, wie der Kohlenkönig und Abgeordnete, wearquis wünschten Erfolg zu erzielen.( Lauter Beifall bei den Fren.) Lord eine Erwerbsunfähigkeit bis zu 20 Broz. bei verunglückten Landarbeitern als teine Griverbsimfähigkeit gelten laffen sollten, dns Gewehr eines arbeitswilligen" Lakaien des Kohlentönigs ist ein Mitglied des Streikausschusses, Imbert, Mitglied des focia- Geschäftsträger white die Bitte gerichtet, der amerikanischen Regie- gelehnt. listischen Gemeinderats von Saint- Benoit( ein Vorort von Carmaur), rung die aufrichtigste Anerkennung der englischen Regierung auszu schwer verwundet worden. cin vorbedachter sprechen für den freundlichen Toit ihrer Mitteilung und ihr zu mörderischer leberfa II, verübt auf freiem Felde in der melden, daß die britische Regierung nicht die Absicht Hege, die Ver Nähe von Saint- Benoît. Der Mörder heißt Antray gutes und mittefung irgend einer fremden Macht in Südafrika anzu Antraygues ist Mitglied des vom Kohlentönig eingejetten Ausschusses zum nehmen.( Lanter anhaltender Beifall bei den Ministeriellen.) 0 Protest gegen den Streik". Ju diesem Ausschuß figen ble wirt- Hidman fragt an, ob Chamberlains Aufmerksamkeit auf die schaftliche und wahlpolitische Mameluckengarde des Kohlenkönigs, Es lag daher nur ein zweiter ultramontaner Antrag Renegaten der Arbeiterfiaffe, robe Gesellen, die um ein bißchen Nachricht gelenkt fei, daß die Boeren die Stohlengraben in der Nähe unternehmerlicher Gunst und Beförderung die Arbeitskollegen ver- von Ladysmith zerstört haben, und daß die Regterungsbeamten vor: Die Mente für eine durch einen Unfall herbeigeführte Griverberaten. Speciell Antraygues war Kandidat zum Posten offent den Entschluß kindgeben, die Maschinen und Betriebsanlagen unfähigkeit von weniger als 10 Pro 3. zu verweigert. Dies sei bereits eines Aufsehers. der bedeutendstent Goldminen demolieren und die Hauptgebäude von die Progis des Reichs- Versicherungsamts, deshalb erscheine es gut, es Der Mörder und feine intellektuellen" Auftraggeber haben sich Johannesburg zerstören zu wollen. Der Staatssekretär der Kolonien ausdrücklich im Gesetz auszusprechen. Die Socialdemokraten erklärten sich glücklicherweise arg verrechnet. Der Ueberfall sollte offenbar einen Chamberlain erwiderte, er sei durch derartige Nachrichten in den gegen diesen Antrag, da sie die vom Reichs- Versicherungsamt allgemeinen Aufruhr der Streifenden entfeffeln und damit die tang- Blättern aufmerksam geworden und die Angelegenheit werde zur leider befolgte Bragis als durchaus unbillig verurteilen Die musterhafte Disciplin der streifenden Kohlengräber hat den Plan bedeutet worden, daß von ihm und feiner Regierung erwartet werde, fie amt lehne in jenen Fällen nur in der Regel" die Rente ersehnte Gelegenheit schaffen, den Streik im Arbeiterblut zu ersticken. Beit erwogen; jedoch beim Ausbruch des Kriegs fei Präsident Krüger müßten. Auch die Regierung wandte sich gegen den Antrag, der eine bedenkliche Verschleppung sei. Denn das Neichs- VersicherungsIn Ausnahmefällen, in denen besondere wirtschaftliche Es ist bezeichnend, daß gerade am Vorabend des Attentats würden Leben und Eigentum aller friedlichen Personen schützen und ab. in der Pariser Patrie", die mit einigen andren nationalistischen würden verantwortlich gemacht werden für alle mit den Gebräuchen Momente mitsprechen, habe auch das Reichs- Versicherungsamt die Zahlung einer Rente als notwendig anerkannt. Das wäre aber, Sezblättern gegen die Streifenden von Carmaur hezt, eine greuliche civilisierter Wölfer nicht vereinbarer Handlungen.( Beifall.) wenn der Antrag angenommeit wird, unmöglich gemacht. Der AnSchilderung der Schredensberrschaft der Ausständigen erschienen war nebst den üblichen Klagen fiber die Unthätigkeit der Polizei und die trag fand die Wiehrheit nicht. Abwesenheit von Militär. Zugleich hatte der nationalistisch- antijemitische Abgeordnete Firmin- Faure eine ministerstützende Interpellation über die Verlegung der Arbeitsfreiheit" in Carmaug ein gebracht. Auf diese Weise sollte die Oeffentlichkeit auf die kommenden vereitelt. " Parlamentarisches. Die XVI. Reichstags- Kommission trat am Mittwoch unter dem Worfiz des Abg. v. Frege- Welgien zum erstenmal in diesem Jahr zusammen. Zur Erörterung stand der bekannte Antrag eyl u. Gen., = In Konsequenz einer beim Gewerbe Unfallversicherungs Gesch beschlossenen Aenderung war vorgeschlagen, die Rente auf 100 Proz. des Durchschnittsverdienstes zu erhöhen, wenn der Verunglückte nicht me völlig eriverbsunfähig, sondern auch so hilflos actvorden ist, daß er fremder Hilfe und Wartung bedarf. Der konservative Abg. Gamp will die erhöhte Mente nur Bann zulassen, wenn der Verunglückte„ in feiner Familie Wartung und Pflege nicht erhalten kann, sondern für diese Wartung und Pflege fremde Personen anzunehmen und zu bezahlen genötigt ist". Dies war dem Staatssekretär des Innern, Grafen v. Posadowsky, denn doch etwas zu stark. Er erklärte dem tonservativen Herrn, daß ein solcher Antrag aus der Gesinnung entsprungen sei, die man in manchen Gegenden auf dem Lande gefunden habe, die den Kranken auf dem Stroh elend zu Grunde gehen lasse und den Wahnsinnigen versorgte, indem man ihn in Retten lege. Für diesen Antrag zu stimmen, schämten sich sogar einige Konservative. Er wurde mit großer Mehrheit verworfen. Durch Statut soll jeder berunglückte ländliche Arbeiter beziv. dessen Witwe mit dem sogenannten Säufer gleichgestellt werden dadurch, daß ihnen daß ihnen die Rente die Rente ganz oder zum Teil in Naturalien ausgezahlt werden darf. Die Socialdemofraien verlangten in erster Linie die Streichung dieser ungeheuerlichen Ingerechtigkeit und, nachdem dies abgelehnt war, daß wenigstens die Zustimmung der Rentenberechtigten zu der Auszahlung in Naturalien notwendig fei. Aber auch diese Forderung wurde verworfen. Gegen sie stimmten nicht nur alle Agrarier, sondern auch die Freisinnigen. Nächste Sigung Freitag. " Partei- Machrichten. " " bringt der Kämmerer der Viehhofsverwaltung beffere Manteren Gine im Etats ausschuß abgelehnte Nesolution, den Magistrat bei.( Sehr richtig! und 11nrithe; Vorsteher Stellvertreter gut ersuchen, das Bedürfnis nach Bureaubeamten vor allem durch mich e I et ersucht, folche Ausdrücke zu vermeiden.) Auch Vermehrung der Assistenten, nicht aber der Diätare ad Anwärter der Oberbfirgermeister hat bei dem Empfange einer Deputation zu befriedigen, wird vom Stadiv. Pren wieder aufgenommen. Versprechungen gemacht, aber geschehen ist nichts. Stadtvv. Cassel und Mommsen beantragen außerdem die 3000 m. Stadtv. Wallach: Im ganzen liegen über 200 Gesuche der für außerordentliche Leistungen der Hilfearbeiter auf 0000 W. zu verschiedensten Beamtentlassen im Gehaltsausbesserung vor. Da erhöhen. können wir nicht eine einzige Kategorie herausgreifen. Der Magistrat Der betr. Specialetat geht an den Ausschuß zurück. steht mitten in der Veratung der Angelegenheit, und wir selbst Die Etats Verwaltung der Dienstgebäude und fönnen nicht wünschen, daß sie übers Stnie gebrochen wird. Gehalts- Bureaus" und„ Gefchäftsbedürfnisse und Prozeßerhöhungen zurückzubatieren, ist nicht Gepflegenheit der Berjammlung. to sten" find nur umvefentlich verändert. Die Versammlung beschließt unter Ablehnung des Antrags Stadtv. Bruns: Jim Ausschuß ist mein Antrag, den Magistrat Ulrich nach den Ausschußanträgen. zu ersuchen, 15 000 m. in den Gtat einzusetzen zur Ergänzung des Dem Versammlungsbeschlüsse vom Ende Juni v. J. wegen Er- Bücherbestandes der Stadtbibliothek, abgelehnt worden. Im richtung eines mit einer bakteriologischen Abteilung zu verbindenden vorigen Jahre hat der Magistrat vorgeschlagen, eine Scheidung der städtischen Amts für die Untersuchung von Nahrungs- und Bibliothek dahin vorzunehmen, daß im Rathause nur die HandGennsmitteln sowie von Gebrauchsgegenständen ist ber Wagistrat bibliothek für den Wlagistrat bleiben solle. Die Hauptmasse sollte beigetreten. als Grundstock für eine Stadtbibliothek nach der ZimmerDie Nachweisung über die Löhne und die Arbeitszeit der in ftraße fibergeführt werdest. Man war damals der Weining, den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter liegt jegt der Ver- Saß dieser Grundflock sofort eine bedeutende Bermehrung sammlung zur Stemitnisnahme vor." erhalten folle, und schon im vorigen Februar wurde eine dahin Stadtv. Start Goldschmidt befürwortet Ausschußberatung gehende Resolution gefaßt. Der Wagiftrat ist dem Beschlusse nicht und regt die obligatorische Einschung von Arbeiterausschüssen für nachgekommen. Nach der Zimmerstraße ist bei weitem auch nicht alles die einzelnen Verwaltungen an. Besonders mustergiftig feien die hingekommen, was man voransjette. Die Magistrats- Bibliothek Lohnfäße nicht. In der Heimstätte Blankenfelde würdent für eine ist bedeutend reicher geblieben als Sie andre, und der Etat enthält 12-14 tündige Arbeitszeit 2,50 M. gezahlt; auf den Rieselfeldern 8000 9. für weitere Bermehrung derselben. Damit wird bent Bewerde freie Wohnung und Garten- beziv. Feldingung gewährt, aber schluffe der Versammlung in feiner Weise entsprochen. Der Oberder Jahreswert dieser Emolumente weise außerordentliche Verbürgermeister hat versprochen, feinen Einfluß beim Magistrat für die fchiedenheit auf. Die Burschen bei der Straßenreinigung müßten Einiehung einer größeren Sinnte aufzuivenden; dieses Versprechen jahrelang bei 1,60 W. Togelohn stehen bleiben. Alle diefe Punkte ist leider nicht gehalten worden. müßten in einem Ausschuß näher beleuchtet werden. Reichstags- Abgeordneter Genoffe Bucb in Mülhausen erläßt gegenüber den verschiedenen Kombinationent der bürgerlichen Preffe über die Beweggründe seines Rücktritts von Abgeordnetenmandat, im Mülhauser Tageblatt" eine öffentliche Erklärunta, in der er 11. a. sagt: An dem Tage, an dent der von andrer Seite anges fündigte Schritt meiner Demissioit meinerseits wirklich erfolgen sollte, Stadtv. Sinje: Der Bericht ist sehr dürftig ausgefallen; es würde ich denselben in ausführlichster Weise, unter Angabe aller fehlt die Angabe, wieviel Arbeiter jedes eingelnen Betriebes den Gründe, öffentlich motiviereit. Ich betone aber heute schon laut und Minimallohn beziehen, und wieviel Arbeiter die angegebenen Arbeitsausdrücklich, daß diefer Schritt nicht hervorgehen würde aus einem zeiten haben; es fehlt ferner Auskunft über die Sündigungsfristen, Wechsel meiner politischen, wirtschaftlichen und focialen Heberzeuging: die Arbeitsordnungen e. Alle diese Fragen müffen aufgeklärt ich wäre in dieser Beziehung nachher, was ich vorher war. werden; deshalb haben wir den Antrag gestellt, die Nach Die" Post" kann sich noch immer nicht über Lütgenan beweisung einem Ausschusse zu übergeben. In einem Betriebe fängt ruhigen, hält es aber für notwendig, sich nach Succurs umzusehen. der Lohn mit 2,50 W., in andern mit 3 M. an. Die Laternen Eie citiert zum Beweise für die Richtigkeit ihrer Darstellung ein anzünder fehlen im Bericht überhaupt; sollte das an ihrem geringen andres Blatt, nämlich das freisintige Dortmunder Tageblatt", in Lohn von 60 M. gelegen haben, welcher die Oeffentlichkeit schent? dem die Verteidigung Lütgenaus durch Lütgenau selbst besorgt wird. nsfelbe gilt von Buzern und Heizern in den Wasserwerfen. Der Das ist doch gewiß ein unverdächtiges Zeugnis. Ausschuß up Klarheit darüber schaffen, wie die fociale Lage der städtischen Arbeiter im allgemeinen verbessert werden kann.( Beifall.) Die Nachweisung geht an einen Ausschuß. Gemeindewahlen. In Heddernheim( Wiesbaden) wurde am Dienstag ein Parteigenofie in den Gemeinderat gewählt, während ein zweites Mandat den Gegnern zufiel. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. 11. Sigung vom Donnerstag, den 15. März, tachmittags 5 11 hr. Zu Beginn der Sigung werden die net gewählten Stadtvv. Wurm und Littmann vom Vorsteher- Stellvertreter Michel ei in der üblichen Weise eingeführt und auf die Städte- Ordnung verpflichtet. Oberbürgermeister Kirschner: Sch habe seiner Zeit erklärt, nichts dagegen zu habent, daß die bisherigen 5000 M. erhöht werden, und die Erhöhung auf 8000 W. ift erfolgt. Eine weitere Erkläring habe ich nicht abgegeben. Wenn es sich barum handelt, eine große Bibliothet zu schaffen für wiffenschaftliche Forschungen, Sann würden auch 15 000 20. nicht ausreichett. Das fann aber nicht der Zweck der Bibliothek sein. Wir haben ja schon die königliche und die Universitätsbibliothek und die Boltsbibliotheken in Berlin. Wir können bloß eine Verwaltungsbibliothek herstellen für unsven täglichen Gebrauch, außerdem eine Sammlung solcher Werke, welche speciell auf die Berliner Geschichte Bezug haben. Material für naturwissenschaftliche Zwede 3. 2. gehört da nicht hinein. Bis zur nächsten Etatsberatung soll möglichst ein Programm für die Bibliothek ausgearbeitet werden. Stadtv. di albe hält die Resolution auch heute noch für Im Anschluß an das Kommunalbeamten Gejeh unterbreitet der vollberechtigt, will fie aber event. auf den nächsten Etat bezogen Magistrat den Entivurf eines Orts statuts für die Anstellung wiffen. der Kommunalbeamten. Gleichzeitig damit werden die Entwürfe Stabiv. Rosenow erinnert dem Oberbürgermeister gegenüber von Ortsstatuteit bezüglich der interbliebenen Veran den Beschhts von 1808 wegen Schaffung einer städtischen Centraljorgung der Kommunalbeamten und sonstigen Angestellten der bibliothet; von diefer fei jetzt auffälligeriveise gat felite Rebe mehr. Stadt Berlin erörtert. Auf die königliche und die Universitätsbibliothek sollte man doch in diesem Zusammenhange nicht mehr verweisen. Der Muttag Bruns fei anzunehmen. Stadtv. Dr. Preuß beantrant Beratung in einem vom Vorstande zu ernennenden Ausschusse und bedauert, daß ffir eine gründliche Beratung so wichtiger Vorlagen faun genügende Beit bleibt, wenn diese Ortsstatuten gleichzeitig mit dem Giat in Kraft treten sollen. An die Spiye misie das Princip gestellt werden, daß den Angestellten nach einer, Darauf fährt die Versammlung in der Beratung des Stadt gewiffen Zahl von Dienstjahren die Aussicht auf dauernde Versorgung haushalts- Etats für 1900 fort. Ueber die Specialetats für das eröffnet wird, womit eine Fülle von Unzufriedenheit, Werner und WeißArmenwesen, das Friedrich- Wilhelms- Hospital und die Siechen- stimmung in einem großen Aft beseitigt würde. Für die Schaffung anstalten, sowie für die Waisenpflege, die Fürsorge für ein- fündbarer, aber pensionsberechtigter Poften have er wenig Sympathie. gefeguete Waffen und die Unterbringung verwahrloster Kinder be- Für die Probisten fehle es an jeder Bestimmung. Als die Krönung richtet Stadtv. Heilmann. Menderigen hat der Etatsansschuß des Ganzen würde er die Schaffung eines großen Ortsstatuts benicht vorgenommen, dagegen folgende Resolution vorgeschlagen: trachten, welches alle Besoldungs- und Pensionsverhältnisse aller Die Versammlung ersucht den Wagiftrat, ihren Beschluß vom städtischen Beamten und Angestellten zusammenfasse. 10. Mai 1899, die Waiscutinder aus dem St. Joseph- Stadtv. Casiel ist in allen diesen Punkten entgegengesetzter Waisenhaufe zu Potsdam zu entfernen, nunmehr Meinung und giebt nach dem Vortrage des Herrn Preuß jede schnellstens zur Ausführung zu bringen und, follten fortgefeßioffnung auf, daß dieje Ortsstatuten zum 1. April in straft treten fatholische Pflegestellen nicht zu haben sein, die Waifenfinder, ut lönnen. Man have doch nicht bloß das Interesse der ingestellten beschadet ihrer katholischen Erziehung in geschlossene städtische zu wahren, sondern vor allein das Juterefie der Stadt, und das Waisenpflege zu nehinen. lönne nicht darin liegen, alle Angestellten schließlich etatsmäßig aut machen. Stabiv. Hugo Sachs bittet diesen Beschluß nicht anzunehmen. Eitte katholische Institution als solche anzugreifen, liege natürlich der Stadtverwaltung fern. Es habe sich trotzdem in der fatholischen Breffe gegen diesen Ausschußantrag Wibersprich erhoben. Die Ver jammlung mitfie jeden Verdacht abwehren, als ob auch nur ein lokalisierter Kulturkampf entfacht werden sollte. Man werde, nach dem man im Osten für die noch in Potsdam belassenen Waisen feine Unterluft, gefunden habe, nach dem Westen gehen, wo sich tachr Aussicht biete. Oberbürgermeister set richner: Gine solche Centralbibliothet wirde Wiiflionen fosten, und eine Konkurrenz init ber königlichen Bibliothel ist doch ausgeschlossen. Stadtv. Bruns: Die Ausdehnung unfrer Volksbibliotheken, auf die vorhin der Oberbürgermeister auch hinvies, findet doch schon räumlich ihre Grenzen. Ich bitte nochmals in Annahme meines Antrags, deur ich das eventuelle Ersuchen um baldige Vorlage eines Plans für das Bibliothekwefen hinzufüge. Nach Ablehnung des Hauptantrags wegeit Einstellung der 15 000 27. wird der Eventualantrag Bruns angenommen. Die Etats der Dienstpensionen, Witwen- und Waffenpensionen, Gemeinde- Friedhöfe und Civilstandsämter werden nach den Ansschußvorschlägen erledigt. Gegen 9½ 1hr werden die übrigen Beratungsgegenstände vertagt. Sociales. Die Aussperrung in der Berliner Holzindustrie. Bergarbeiterlöhne. Der„ Reichs- Anzeiger" veröffentlicht antStabtv. Borgmann: Nicht Liebe oder Neigung hat den liche Nachweisungen über die Bergarbeiterföhne in den staatlichen Magistrat zu der Vorlage veranlaßt, sondern ein gefeßlicher Bivang. Bergwerken Preußens. Die Nachweisungen tonstatieren allenthalben Wenn der Magistrat jegt die Sache zum 1. April in Straft feyzen von 1898 gu 1899 geringfügige Steigerungen der Löhne, die sich will, fo stellt er damit die Bersammlung wieder einmal vor die be- jedoch absolut als recht unzulänglich erweisen. Auf 1 Arbeiter und liebte Zwangslage. Mit dem stoflegen Brens fragen wir nicht da eine Schicht gerechnet stiegen die Durchschnittstöhne sämtlicher nach, ob die Vorlage zum 1. April in straft treten fann, sondern Arbeiter von 1898 g 99: Steinfohlen: in Oberschlesien von 2,73 m. legen auf gründliche Beratung und Unarbeitung derselben den auf 2,87 W., in Mieberschlesien von 2,07 w. auf 2,80 M., in Dort größten 28ert. Wie hätteit zunächst zunächst bas Interesse der mind vont 8,74 9. auf 3,06 9., bei Saarbrücken voit 3,40 m. auf Nachdem die Stadivv. Friedemann und Schwalbe sich Stadt zu wahren, meint Herr Caffel. Das Interesse der 3,40 W., bei Aachen von 8,27 W. auf 3,45 W. Jin Braunkohlenbau, im gleichen Sinne geäußert, bemerkt Angestellten ist atveifellos auch das Intereffe der Stadt, wir sind Bezirk Haffe, von 2,74 w. auf 2,87 9. Jm Salzbergbau von Stadtv. Brutus: Der fragliche Beschluß ist doch ein Gemeindes doch auf die betreffenden Beamten angewiefen, und wenn die Werte 3,59 W. anf 3,04 2. Im Erzbergbau: Mansfeld von 8,05 M. auf beschluß; der Ausschuß erinnert einfach daran, weil bekannt wurde, gedeihlich arbeiten sollen, miiffen wir uns eine gute Beamtenfchafi 3,19 W., Oberbarz von 2.13 M. auf 2,16 W., Siegen Maffan von daß er noch nicht ausgeführt ist. Der Etatsausschuß hat also im sicherit. Hoffentlich kommt aus dem Ausschnt ein Stefultat heraus, 2,89 9. auf 3,27 W., sonstiger recoisrheinischer von 2,72 9. auf besten Glauben gehandelt. Es handelt sich gar nicht um Kultur- welches uns davor befreit, unite Beamten immer und immer wieber 2,90 W., Tintsrheinischer von 2,38 W. auf 2,50 wt. fampf. Nachdem im Ausschuß festgestellt ist, daß es der Ver- als Bittsteller bei uns vorstellig werden zu sehen. waltung mimöglich war, die sämtlichen Kinder in der Stadtv. Dr. Nathan: Wir wollen doch in der Berliner Provinz anderweit unterzubringen, hat der Ausschuß die gefchloffene Stabiverwaltung nicht dem Beispiel des Herrn von Stummm folgen. Waisenpflege empfohlen, natfirlich tit der Voraussetzung, der seine Leute gut entlohnt und human behandelt, aber die Peitsche daß, wenn überhaupt religiöse Unterweisung notwendig ist, biefe in auf jeden Fall in der Hand bebaften will. Wenn ein Angestellter der katholischen Religion zu geschehen hat. Nach den in Potsdam eine Reihe von Jahren treu gebicit hat, foll er nachher nicht bloß vorgekommenen Mißhandlungen gleichviet, ob sie gerichtlich strafbar vom Wohlwollen der Verwaltung abhängen, senden einen gefeglichen die Bellegting des Streits hat dazu geführt, daß belde Parteien das Die vor den Gewerbegericht gestern fortgesette Befprechung über waren oder nicht muß die Berivaltung den damaligen Beschluß Anspruch haben. endlich ausführen. Oberbürgermeister st irfoner: Das Rommmal- Beamtengefey Bürgerfaale des Stathaufes in 10 the beginnen und werden Ginigungsanit anrufen. Die Werhandlungen werden hente int Stadtv. Sturt trich bittet mit den ersten beiden Vorrednern verpflichtete uns zu der Vorlegung des Ortestatuts, zit dem gleichfalls um Ablehnung der Resolution. Eine Mißhandlung habe sonst keine Veranlassung gewesen wäre. Die Mlage über eventuelt am Sonnabend fortgesetzt werden. Die Leitung der Werüberhandlungen wird der Vorfigende des Gewerbegerichts Serr v. Schulz gar nicht vorgelegen, bei der vorgekommenen Büchtigung fei vielleicht die verspätete Borlegung ist grundlos; midn vergißt, daß ein Klaps zu derbe gewefen. Die betreffende Pflegerin fei frei die städtische Verwaltung Berlins den laifang eines Wittelstaats übernehmen. Von feiten der Unternehmer find die Herren Ingenieur gesprochen worden. Bernhard und Fabrikbesitzer maak, von den Arbeitern BuchDie objektive Gerechtigkeit fordere die Ab- hat. Haben Sie die leberzeugung, daß wir im Magistrat nicht binder we affini und Tischler Koblenzer als Beisitzer bestimmt. lehmung der Resolution. fleißig arbeiten, fo sprechen Sie es offer aus. Wenn man Stadiv. H. Sachs: Wir brauchen uns auf eine Erörterung der sich immer ingest laffen soll, bie Enchen kommen verspätet Berechtigung unfres früheren Beschlusses nicht zurückdrängen zu und womöglich Die Streilleitung balle gestern Vormittag drei Versammlungen absichtlich verspätet, so muß das die lassen. In diesem Punkte muß ich die Bundesgenossenschaft des Arbeitsfreudigkeit der Magistratsmitglieder wesentlich beeinträchtigen. fammlungslokale hatte man den Saal der Brauerei Lipps, Konzerteinberufen, die einen überaus qufen Besuch aufwiesen. Als Ver( Zustimmung.) never die Einzelheiten kann man sich im Ausschuß hans anssonci und Wernans Lokal in Anspruch genommen. Die Resolution wird von der Mehrheit abgelehnt, die Etats unterhalten; prinzipielle Differenzen find taum vorhanden. Der Berichte über den Stand des Streifs, die von Stujche, werden genehmigt. Die Etats für Viehmarkt, Schlachthof und Fleischschan find nicht angezeigt erweisen. Inlegt verwahrt sich der Oberbürgermeister Dobbad und Böske gegeben wurden, enthielten feine neue n ebeitfalls im Ausschuß nicht beanstandet worden. Die Petition der scharf gegen die Unterstellung, die in der Erwähnung der Peitschenaben, jie gipfelten gemeinsam in der strikten Ablehnung einer bedingungslosen Aufnahme der Arbeit. Diefer Standpunkt fand in Beamten diefer städtischen Einrichtungen um Gehaltsaufbefferung des Freiherrn v. Stimum gelegen hat. will der Ausschng dem Magiftrat zur Berfidsichtigung fiberwiesen Die Vorlagen werden schließlich einem Ausschuß von 15 Mit den Berfammlungen lebhafte Zustimmung. Man ist mit den Verhandlungen vor dem Gewerbegericht einverstanden, ohne daß die uiffent eitte weitergehende Resolution, wonach für diesen Zived gliedern überwiefen, der von den Abteilungen zu wähten ist. ( Aufbesserung un etiva 15 Broz.) 75 000 9. in den Etat für 1900 Nach erfolgter Ausschußberatung soll die Ehrung der Akademie Streifenden in einer Bivangslage sind, die ihnen das Aufgeben ihrer eingeseyt werden sollen, hat keine Mehrheit gefunden. Dagegen der Wiffenschaften aus Mulaj ihres 200jährigen Bestehens berechtigten Wünsche ratham erscheinen ließe. Der Zusammenhalt wird noch vorgeschlagen, in einer besonderen Resolution ben in der Weise erfolgen, daß ihr 100.000 m2. aur Förderung der unter den Streikenden ist ein vorzüglicher und es herrschte eine Magistrat zu ersuchen, die Vichhofsverwaltung anzuweisen, feine naturwissenschaften überwiesen werden. begeisterte Stimmung für die Fortsegung des Kampfes. Obertreiber und Treiber der Vichkommissionäre auf dem städtischen Rich Stabiv. Mommie bittet die hervorgehobenie Zwerbefiimmung hofe beschäftigen zu laffen, welche nicht gegen lnfall versichert find. zu streichen. Wenn ein foldies Gefchent dem Gefamtinstitut gemacht Die bisherigen Gebührentarife für Schlachtungen und Fleischbeschau werde, fo hätten fich die Akademiter felbft die stöpfe über die Versollen auch für 1900 in Geltung bleiben. wendung zu zerbrechen. Vorrebners ablehnen. Gedanke einer Rodifitation ulrd sich int Ausschusse wohl auch als # Die In der Meisterversammlung, die am Wittivoch für Süd- Ost tante, empfahl Eifdilermeister Stöbel der Einigung nicht hindernd entgegenzustehen. Es sei Zeit, den Streit an beenden, da die kleinen Meister den größten Nachteil hätten. Auch seien die Kassen der Gefellen noch nicht so geleert, um sich der Hoffnung hingeben zu können, daß die Arbeiter nachgeben. Im besondern wünschte Bedner au wiffen, ob es wahr sei, daß die großen Betriebe fich vergröjern wollen. Es bestehe dann die Gefahr, daß die kleinen eifter ihre besseren Arbeiten überhaupt nicht wieder bekämen und von der Konkurrenz erdrückt würden. Redner fand in der Versammlung vielfach Zustimmung. Gewerkschaftliches. Stadtv. Kurt Ulrich tritt für die Petition der Beamten ein. Oberbürgermeister Kirschner hält eine solche Bestimmung in Troß der Geringfügigkeit der Gehälter und wiederholter Petitionen der Stiftungsurkunde nicht für nötig. Für den Antrag Schwalbe seien bisher ihre Wünsche nicht erfüllt worden. Redner beantragt, habe sich der Magistrat schon in der vorigen Woche entschieden. in den Etat 75 000 m. einzusetzen. Vorsteher Langerhans tritt für den Ausschußantrag eint, Stadtrat Hübner: Seit 1894 bekommen die Betreffenden Gerstenberg für den Antrag Mommsen. Letzterer wird ab alle 2, 8 Jahre eine Zulage. Mit der generellen Beratung der Auf- gelehnt und befchloffen, bie Stiftung in 8 besondere zur Förde befferungsfrage ist der Magistrat beschäftigt. rung der Naturiviffenfchaften" git bestimment. Stadtv. Bruns: Die Leute mögen ja gewisse Alterszulagen be- Hierauf wird die Stateberatung fortgesetzt. Die Gehälter Tommen, aber ihre Gehälter stehen immer noch auf dem Standpunkt von der Magistratsmitglieder werden bewilligt. Wei dent 1889, während alle übrigen Beamten seitdem bedeutende Berbefferungen Gehältern der zum Personalbesoldungs@tat geerfahren haben. Daran muß die Bichhofsverwaltung doch auch mit hörigen Beamten und gestellten ist eine Petition des schuld sein. Ich fann mir wünschen, daß der Magistrat, wenn er, Burcandirettors& äse de erörtert worden, welche für die im Bureau Die Zahlstellen des Verbands der Zimmerer der Provinz wie im Ausschusse angekündigt, im Sommer zu einer Vorlage der Versammlung beschäftigten Sekretäre, Hilfearbeiter und Diener Brandenburg treten am Sonntag, den 18. b. M., vormittags schreitet, diese mit rüdivirtender Kraft bis zum 1. April anstatten eine angemessene Entschädigung für ihre ständige Anwesenheit in 9 11hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, zu einer wird. Sonst missen diese Beamten sich mit einem sehr schlechten den Abendfizzungen der Versammlung und der Ausschüsse aus- Sonferenz zufammen, in der folgende Tagesordnung zur Besprechung Trost begnügen. Die Vichhofsverwaltung hat fiberhaupt keine wirken will. fteht: 1. Bericht der Agitationsfommission. 2. Die Agitation in Neigung, unsre Wünsche zu berücksichtigen. Die gewünschte Die Pelition wird dem Magiftrat zur Berid fichtigung der Zulunft. 3. lafre Lohnbewegungen. 4. Streit und örtliche Specialisierung der Löhne in Etat ist nicht erfolgt. Vielleicht überwiesen. Fouds. Berlin und Umgegend. Bloemfontein ist gestern von den Engländern besekt worden, nachdem unsre Burghers sich in nördlicher Richtung zurückgezogen hatten. Der Sitz der Regierung des Oranje- Freistaats ist vorher nach Kroonstad verlegt worden. Kämpfen hören. Diese dürften sich vorerst auf dem Terrain nordöst I ich von Bloemfontein abspielen, das wieder bergig ist und den Boeren bessere Verteidigungsstellungen bietet, als das weite, flache Gebiet zwischen Kimberley und Bloemfontein, in dem sie sich nicht halten konnten. Achtung, Kleber( Tapezierer)! Laut Beschluß der am I erklärt, soweit die Orts- Krankenkassen- Borstände( insbesondere die 11. März stattgefundenen Bersammlung hat jeder arbeitende Kollege socialdemokratischen) in Frage kommen, haben sie stets das Wohl ihrer vom 11. März ab bis auf weiteres pro Woche eine Mark zum Streit- Berufsgenossen im Auge gehabt und sind bestrebt gewesen, die gefonds beizutragen. Zum Kleben der Marken ist von dem genannten schaffene Organisation zum Nußen ihrer Mitglieder auszubauen, sie Tage ab die neue Quittungskarte zum Streit- und Agitationsfonds weisen daher die ihnen vom Minister v. Rheinbaben unterschobene Man wird also demnächst wahrscheinlich von neuen heftigen zu benußen. Diese Karten werden am Freitagabend im Bureau, zweifelhafte Thätigkeit mit Entschiedenheit zurück. Schüßenstr. 18-19, an die Zahlstellen- Inhaber ausgehändigt und Der Verband der Bäcker beschäftigte sich am 6. März nach haben diese die Karten den Kollegen ihres Bezirks in der einem Referat des Herrn Dr. Joël mit der Meisterversammlung in Morgensprache am Sonntag, den 18. März, zu übermitteln und der Konkordia. opfner fritisierte besonders den Ausspruch des hierüber genau Liste zu führen. Die arbeitslosen Kollegen sind ver- Altmeisters Kaufmann, der behauptete, den Streitführern sei es nur pflichtet, ihre Karte am Freitagnachmittag von 2–4 Uhr, im Bureau barum zu thun, die Gesellen aus dem Hauſe des Meisters fortzuSchüßenstr. 18-19 in Empfang zu nehmen, resp. als arbeitslos abstempeln zu lassen. Die nicht zu dieser Kontrolle erscheinenden bringen, um sie in socialdemokratische Schlafstellen, die doch nur Von der Uebergabe Bloemfonteins Arbeitslosen haben ebenfalls eine Mart zum Streiffonds zu ent- Bennen feien, unterzubringen. Demgegenüber konnte ein Mitglied, das längere Zeit bei Herrn Kaufmann beschäftigt war, liegen jegt ausführlichere Meldungen vor. So wird berichtet: Am Die Lohnkommission. fonstatieren, daß bei diesem Herrn die Schlafstätten der 12. März drohte General French, die Stadt zu beschießen, wenn sie Gesellen sehr gut die Bezeichnung Bennen vertragen fönnen. sich nicht ergebe. Am Dienstag früh wurde die weiße lagge Die Holzinduftriellen Bremens machen mit den Unter- Die Schlafstätte sei hier sehr flein, liege neben dem Mehlboden, gehißt und eine Deputation begab sich zum Feldmarschall Roberts, nehmern ogemann und Wardenberg, deren Hobelwerk weshalb die Kleider immer bestaubt sind. Ueber der Schlafſtube velcher um 9 Uhr unter lebhaften Ovationen seinen feierlichen und Dampffägerei seit Wochenfrist durch Streit in Stillstand versetzt befinde sich ein Cigarrenladen. Da sei es erklärlich, daß die Ge- Einzug hielt. Roberts besuchte die öffentlichen Gebäude, von einer ist, gemeinsame Sache. Sie haben mit der Aussperrung der fellen, die am Tage schlafen müssen, durch das fortwährende Gehen begeisterten Boltsmenge umbrängt. Präsident Steijn und die Mehr Kistenarbeiter begonnen, um auf diese Weise den Streikenden und Kommen sehr gestört werden. Wenn die Gesellen sich anziehen, zahl der fämpfenden Burghers sind nach Norden entflohen. Die die Geldmittel zu entziehen und so den Logemannschen Streit zu müsse einer auf den andren warten, da für zwei nicht Play ist. Die Eisenbahn ist nicht beschädigt. brechen. Für die nächsten Tage steht ein allgemeiner Ausweitere Besprechung führte zu dem Beschluß, in nächster Zeit im stand der Kistenmacher in Aussicht. Die Unternehmerschaft läßt in Fachorgan die schlechten Schlafstätten bekannt zu geben. zahlreichen Provingblättern Maschinen- und Playzarbeiter suchen. Es wird deshalb dringend um Fernhaltung des Zuzugs gebeten. Bei den Gewerbegerichts: Wahlen in Kassel siegte in der Klasse der Arbeitnehmer die Liste des Gewerkschaftskartells. richten. Deutsches Reich. Die Aussperrung der Schuhmacher in Tuttlingen ist zur That geworden. In 23 Fabriken find ca. 2000 Schuhmacher ausgesperrt. Der Gewaltaft der Unternehmer gleicht dem der Berliner Tischlermeister; wie hier, so will man auch dort die Arbeiter durch die Aussperrung zwingen, ihre Forderungen zurückzuziehen; man will die Unterstützungskaffe sprengen, um so den Widerstand der Arbeiter zu brechen. Diesen Plan zu vereiteln, werden die Arbeiter mit vereinten Kräften für die Unterstützung der Ausgesperrten wirken; das Unternehmertum wird mit diesen brutalen Mitteln nicht über die Arbeiter triumphieren. Gerichts- Beitung. Polizeikampf gegen die Streifpoften. Eine Depesche des Feldmarschalls Lord Roberts aus Bloem fontein vom Dienstagabend 8 Uhr meldet: Mit Gottes Hilfe und Die Metallarbeiter- Gewerkschaft" hatte zum Sonntagnach durch die Tapferkeit der Soldaten Ihrer Majestät haben die mittag eine Versammlung der Rohrleger und Helfer Truppen unter meinem Befehl Bloemfontein befeẞt. einberufen, die von ungefähr 30 Personen, meist Leute der Firma Die britische Flagge weht jetzt über dem Präsidialgebäude, Siegmund, besucht war. Von einer eigentlichen Erledigung der Frage: welches gestern abend von dem vormaligen Präsidenten des andrer Bauarbeiter?" konnte deshalb nicht die Rede sein. Dannen- maligen Regierung, Fraser, der Bürgermeister, der Sekretär der „ Wie stellen sich die Rohrleger und Helfer zu den Errungenschaften Freistaats, Stejn, geräumt worden ist. Das Mitglied der vorberg wies darauf hin, daß die Rohrleger zu den schlechtest bezahlten Regierung, der Landdroft und andre Beamte trafen mich 2 Meilen Bauarbeitern gehörten und allen Grund hätten, an eine Verbesserung außerhalb der Stadt und überreichten mir die Schlüssel zu den Der Feind hat sich aus der Nachbarschaft ihrer Lage zu denken. Vor allem müßten sie sich erst beffer organi- Regierumgsgebäuden. zurückgezogen und alles scheint ruhig. Die Bewohner Bloemfonteins sieren. Aehnlich äußerten sich einige andre Redner. bereiteten den Truppen einen herzlichen Empfang. Nach einem englischen Zeitungsbericht sind es die Grundbesitzer gewesen, die bei der angedrohten Beschießung für ihre Gebände fürchteten und die Uebergabe durchsetzten. Diese werden vermutlich auch den oben gemeldeten„ begeisterten" Empfang bereitet haben. " 1 8 * der Der Die Schneider der Herrenmaß- Branche hielten am 13. März eine öffentliche Versammlung ab, welche den geräumigen Saal und die Galerien der Berliner Ressource bis auf den letzten Platz füllte. Das Thema, über welches sitter referierte, lautete: Unsere Forderungen". Es sei das erste Mal, daß im Schneidergewerbe der Versuch mit der Aufstellung eines festen Lohntarifs geNicht zu übersehen ist, daß Roberts in den obigen Meldungen macht würde. Alle früheren Lohnbewegungen haben sich nur immer Der Streit bei darauf beschränkt, auf diesen oder jenen Gegenstand einen prozentualen planmäßig von der gewesenen Regierung des Oranjes Habildt u. Co., der zu einer großen Zahl von polizeilichen, von den Aufschlag zu fordern. Numehr mache sich eine starke Strömung Freistaats spricht. Auch in England wird die Situation so aufHauptstadt Gerichten, wie wir bereits berichtet haben, fast durchweg aufgehobenen für Einführung eines feſten Tarifs in der Arbeiterschaft geltend. gefaßt. Die" Time" schreiben die waren. beiden verbündeten Republiken ist in Strafmandaten geführt hat, beschäftigte am 14. d. M. von neuem das Man könne auf einen starken Widerstand bei den Unternehmern Oranje- Freistaat hat hat aufgehört, als poliSchöffengericht. Der am 6. Januar d. J. mit der Ueberwachung der rechnen, die fich charakteristischerweise mit dem Gedanken einer durch- tisches Wesen zu bestehe it. Lord Roberts ist jetzt Streitposten betraute Schuhmann erstattete Anzeige gegen den greifenden Ordnung der Arbeitsverhältnisse gar nicht befreunden im Namen der Königin de facto und de jure Herrscher von Drechsler Hirsch, daß dieser der Aufforderung eines wollen. Dieselben Unternehmer, die die von den Stofflieferanten Beamten, weiter zu gehen, nicht nachgekommen sei. vorgenommene 20 proz. Preiserhöhung ohne Murren und als etwas Bloemfontein und von einem großen Teile der südlichen Gebiete der Die Folge davon war ein Strafmandat über 10 Mart. Was ergab ganz Selbstverständliches sich gefallen ließen, sträuben sich, wenn die Republik." Daily Graphic" sagt:„ Die Flagge, die jetzt über der aber nun die eidliche Vernehmung des Schußmanns? Er befundete, Arbeiter eine Regelung und kleine Aufbesserung ihrer Löhne be- früheren Residenz des Präsidenten Steijn weht, ist nicht der daß er den Angeklagten niemals zum Weitergehen auf anspruchen. Im so energischer müssen die Arbeiter an ihren Forde- Sammelpunkt einer zeitweiligen militärischen Besetzung, son gefordert habe, sodaß also die entscheidende Boraussetzung nungen festhalten, da die Durchführung derselben gleichzeitig einen dern ein Merkmal der neuen Herrschaft für den Freistaat und zur Bestrafung fehlte. Der Schutzmann fiftierte vielmehr, wie großen Schritt vorwärts zur Erringung einer zweiten und schon sehr einer neuen Aera für Südafrika. Der Oranjefreistaat gehört jetzt er selbst eidlich sagte, der Hirsch nur deshalb, weil er ver- alten Forderung der Schneider bedeute: zur Einführung von Betriebs- der Geschichte an." mutete, daß Hirsch als Streitposten den öffentlichen Frieden werkstätten. Die Disfussion bewegte sich in zustimmenden Sinne. Cronje und seine Streiter werden jetzt nach der Jusel. stören würde, und weil ein Kollege des Schutzmanns, der früher Unter Verschiedenem wurde bekannt gegeben, daß in Erfurt und Hamam Elisabeth- Ufer Dienst hatte, ihm gesagt hatte, daß der Angeklagte burg( Firma Neustadt) die Wilitärschneider in Differenzen mit den St. Helena eingeschifft. Sie sollen bereits start mit Vorbereitungen dort Streikposten stand, und daß er ihn nicht sistieren konnte, weil Unternehmern geraten sind. Weiter wurde mitgeteilt, daß in der zur Flucht beschäftigt gewesen sein. Aus Simonstown wird vom der Angeklagte immer fortging. Auf diese Bemerkung Kostümbranche die Lohntarise am Donnerstag früh den Unter- 14. d. M. gemeldet: Hier herrscht allgemeine Befriedigung über die heute erfolgte des Schußmanns erwiderte der Vorsitzende, daß, wenn der Annehmern ausgehändigt werden mit einer Bedenfzeit bis Sonnabendgeklagte immer fortging" er ja gerade das gethan habe, was das abend, desgleichen die Tarife der Herrenmaß- Brauche am 19. März Abreise General Cronjes und seiner Genossen nach St. Helena. Gesetz fordert. In Uebereinstimmung mit dem Antrage des Amts- mit einer Bedenkzeit bis 24. März. Für den Eifer der Polizei Die gefangenen Boeren haben während der ganzen Dauer ihres anwalts und des Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, ist es bezeichnend, daß den Streikenden der Firma Baum( Reise- hiesigen Aufenthalts eine große Anzahl Pasteten und Kürbisse ersprach das Gericht den hirich frei, weil diefer absolut geschäft) in der Friedrichstraße jedes Betreten der Friedrichstraße halten, in denen sich, wie man fand, Briefe befanden. Man vers nichts strafbares gethan habe." zwischen Mohren- und Leipzigerstraße einfach verboten wurde. Einige sichert in gut unterrichteten Kreisen, daß die Entdeckung dieser Streikende, die es dennoch gewagt hatten, wurden auf der Polizei- geheimen Korrespondenz gerade noch rechtzeitig genug erfolgt sei, wache ca. 3 Stunden festgehalten. Nach einem packenden Schlußwort um eine allgemeine Flucht zu verhindern. des Vorfizenden Schulz wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Schneiderbewegung geschlossen. Letzte Meldungen. Ein geisteskranker Betrüger. Die Strafthaten des che- wache maligen Studenten der Theologie Rudolf Berlinide, der mit Vorliebe als„ Dr. juris" auftrat, beschäftigten gestern die zweite Straffammer des Landgerichts I. Er hat thatsächlich hier in Berlin London, 15. März.( W. T. B.) Wie nunmehr in politischen Theologie und Jura studiert, aber nicht promoviert; gleichwohl be= Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Kreisen versichert wird, beabsichtigt die Regierung der Charteredzeichnete er sich auf Visitenkarten und Briefbogen als Dr. jur. und Berlins und der Umgegend hatte a i 6. März zwei Versamma Compagnie, welcher das Rhodesiagebiet angehört, die Konzession zu ließ sich auch stets so anreden. Er hat es verstanden, mehrere lungen auberaumt. Die eine tagie bei Brochnow, Sebastianstraße, entziehen, um auf diese Weise die Persönlichkeit des Cecil Rhodes, Personen in etwas abenteuerlicher Weise um Geldbeträge in die andre in Milbrodts Festfälen, Müllerstraße. Man beschäftigte sich welche ein Hindernis für die Wiederherstellung des Friedens ist, Höhe von vielen Tausenden von Mark zu bringen. Er verbreitete in beiden Versammlungen mit den Plänen der Arbeitgeber in Baus zu beseitigen. das Gerücht, daß er der Privatsekretär und die rechte Hand gewerbe. Die Referenten Stater und Gehl betrachteten die Ein- London, 15. März.( B. H.) Die Bedingungen Salisburys des Dr. Georg Siemens, Direktors der Deutschen Bank, sei, führung der Arbeitszettel gegen die Vereinbarungen verstoßend, die haben in Pretoria allgemein empört. In einer Boltsversammlung genau wisse, welche Geschäfte dieser mache und deshalb im stande von beiden Interessenten festgelegt sind. Ferner kritisierten die wurde der Kampf bis aufs äußerste, sowie die Anwendung jeder sei, Personen, die sich mit größeren Geldsummen an ihn wenden Redner die Streifklausel, die von den Unternehmern bei kommunalen bisher unterlassenen Widerstandsart beschlossen. würden, zu großen Verdiensten zu verhelfen. Zu derartigen und staatlichen Bauten eingeführt ist, und schilderten die New York, 15. März. In einer Zuschrift des früheren Spekulationszweden erhielt er von einer Seite 2000 W., von einer Schädlichkeit der Accordarbeit. Es wurden folgende Beschlüsse Transvaaler Generalkonsuls in London Montagu White an die andern Person 6500 M., dann wieder 13 000 m. und 9250 M. gefaßt: New York World" führt derselbe aus, aus strategischen Gründen Alle diese vertrauensseligen Personen sind um die Taufende ge= 1. Die Arbeitervertreter in der Achtzehner- Kommission haben seien die Boeren genötigt, Johannesburg zu zerstören, was kommen, mit denen sie so viel Geld zu verdienen gehofft hatten. sämtliche Nebenverträge außer den am 24. Juni 1899 geschlossenen einen Verlust von wenigstens 150 Millionen ausmachen würde. Der Herr„ Dr." Berlinicke hatte die Angaben, mit denen er die Leute Vertrag zurückzuweisen. Er hoffe, daß etwas für beide kriegführenden Teile Annehmbares föderte, völlig aus der Luft gegriffen. Er hatte weder mit 2. Die Versammlung beschließt keinerlei Nebenverträge zu unter gethan werde, bevor eine solche Katastrophe eintrete. Dr. Siemens, noch mit einen andren Bankier in Verbindung ge- schreiben. Sollten dadurch die Kollegen die Arbeit verlieren, so sind sie dazu gezwungen wären, würden die Boeren Johannesburg opfern standen und gar nicht daran gedacht, Geldgeschäfte zu machen. Er hat dieselben verpflichtet, die Kommission zu veranlassen, weitere Schritte und dann bis zum letzten Blutstropfen um den Besitz von Pretoria die großen Geldsummen für sich selbst verbraucht, es ist aber keine rechte einzuleiten. Die Kollegen sind dann als gemaßregelt zu betrachten. tämpfen. Klarheit darüber zu erlangen gewesen, wo sie eigentlich hingekommen Die Versammelten verpflichten sich dahin zu wirken, daß sämtliche Aber wenn find. In einem früheren Termin hatte sein Verteidiger Rechtsanwalt Kollegen die Accordarbeit, da sie den Bestrebungen der Arbeiter zu Lekte Nachrichten und Depeschen. " Kiel, 15. März.( W. T. V.) Bei der heutigen Galata fel aus Anlaß der Taufe des jüngsten Sohnes des Prinzen Heinrich brachte der Kaiser einen Trinkspruch auf den Täufling aus und betonte, daß derselbe der erste preußische Prinz sei, bei welchem die Hansa Gevatter gestanden. Dr. Werthauer den Antrag gestellt, den Angeklagten auf seinen widerläuft, verwerfen. Geisteszust and untersuchen zu lassen und eine Reihe von That- Am 11. März hielt der Verein eine sehr gut besuchte Versamm sachen angeführt, die darauf hindeuteten, daß der Angeklagte an lung ab, in der Reichstags- Abgeordneter Rosenow in interIdeenvorstellungen und Größenwahnsinn leide. So hat er sich fest essanter Weise über die wirtschaftlichen Kämpfe der Gegenwart sprach. in den Wahn hineingelebt, daß er eine bestimmt benannte Im Verschiedenen wurde das Verhalten des Vorstands guts Dame mit vielen Millionen heiraten und dann ein Welt geheißen, wonach derselbe den streitenden Tischlern 2000 m. überMalzbier" brauen würde. Ein andermal hat er den Auftrag wiesen hat. Man ermächtigte den Vorstand weiter, einen diesMünchen, 15. März.( W. T. B.) Im Finanzausschuß tam heute erteilt, für ihn eine große Wohnung von acht Zimmern zu mieten, bezüglichen Bürgschaftsschein zu unterschreiben. Ferner wurde be- eine vom Universitätsprofessor Lipps- München in einer Versammlung da er demnächst in den Reichstag gehe und Minister werden solle. schlossen, den 1. Mai durch vollständige Arbeitsruhe zu feiern. gegen die lex Heinze gemachte Aeußerung, er habe das absolute In einer Unzahl von Gedichten hat er eine glühende Phantasie bes Wilmersdorf. Hier tagte am 18. d. M. eine Versammlung, Vertrauen in unsre Rechtsprechung verloren, zur Sprache. liberale Abgeordnete wiesen die fundet. Um seinen Freunden gegenüber als großer Wohlthäter da- in der Reichstags Abgeordneter 8ubeil über die Stichwahl zur Centrums- Abgeordnete und zustehen, verschenkte er fast jeden Abend Theaterbillets zu den feinsten Gemeindevertretung sprach. Die Wahl findet am Montag, den hierin liegende Verdächtigung des deutschen Richterstandes zurück, Theatern und soll hierfür etwa 10 000 m. bezahlt haben usw. usw. 19. März, von 10-2 und von 3-6 Uhr statt. Freitagabend 7/2 Uhr auch der Justizminister bedauerte die Aeußerung und bemerkte, er Der Angeklagte ist denn auch auf längere Beit zur Beobachtung findet eine Flugblattverbreitung statt, zu der die Genossen um Unter- behalte sich weitere Schritte vor. seines Geisteszustandes der Charité überwiesen worden. Ueber die ftüßung gebeten werden. Brig, 15. März.( B. H.) Heute vormittag fanden große Die Streifenden nahmen Straßendemonstrationen statt. eine Ergebnisse berichtete gestern der Oberarzt Dr. Henneberg. Danach leidet der Angeklagte an einem exorbitanten Selbstbewußtsein und drohende Haltung an. Blutige Konflikte stehen bevor. ( W. T. B.) Paris, 15. März. Senat. Auf eine An frankhaft überreizter Phantasie. Er bildet sich thatsächlich ein, ein reicher Mann zu sein, der mit allen möglichen Herren der Geld- Von dem Depeschenwechsel zwischen den Präsidenten der beiden frage des Senators Chaunie, was die Regierung in betreff aristokratie in Verbindung stehe und die Ehrenpflicht habe, ein Wohl- fämpfenden Republiken und der abweisenden Antwort der englischen des Gesuchs um thun gedenke, das die Intervention zu thun gedenke, Krüger und Stejn ant die Mächte richtete, thäter der Armen und Beschüßer der Bedrängten zu sein. In der Regierung haben wir die Leser gestern unterrichtet. In amerika- Präsidenten That ist er sehr mildthätig gewesen. Er hat alle möglichen Schrift nischen Blättern wird die Ansicht ausgesprochen, Strüger selbst Bretoria hat der Regierung in einem Telegramm mitgeteilt, daß Schrift- nischen erwidert der Minister des Aeußern Delcassé:„ Unser Konsul in stücke an berühmte Leute gerichtet und eine große Kette von Sonder: die Annahme seiner Vorschläge seiner Vorschläge durch England die Präsidenten der beiden Republiken um die Jutervention der lichkeiten in die Erscheinung treten laffen. So besaß er beispielsweise habe auf eine Puppe, die er für ein lebendes Wesen hielt; an sie richtete feineswegs gerechnet, sondern nur eine autoritative Mitteilung er- Mächte für einen Frieden auf die Grundlage der Unabhängigkeit er zahlreiche Briefe, glaubte, daß er ihretwegen ein Duell ausfechten reichen wollen, daß es auf die Annettierung der beiden der Republiken nachgesucht hätten. Die englische Regierung hatte müsse, ventilierte den Plan, fie ins Bad zu schicken usw. Der Sach- Republiken abgesehen sei. Diese Gewißheit werde die Boeren auf diesen Schritt den beiden Präsidenten öffentlich erwidert, sie verständige gab auf Grund der vielen Einzelheiten, auf die sich seine nun zur höchsten Wut und größten Widerstandstraft fönne dieser Unabhängigkeit nicht zustimmen. der Mächte könnte nicht mehr stattfinden. Beobachtung erstreckte, sein Gutachten dahin ab, daß der Angeklagte entflammen. an einer frankhaften Störung der Geisteskräfte leide und auch ( B. H.) Während eines Manövers der Alpentruppen stürzte ein Soldat in einen Abgrund. Ein Offizier, schon zur Zeit der That teine freie Willensbestimmung hatte. Auf der ihn retten wollte, stürzte gleichfalls hinab. Beide wurden als Grund dieses Gutachtens mußte der Gerichtshof zur Freisprechung Leichen herausgeschafft. des Angeklagten kommen. Versammlungen. Der Arbeitervertreter Verein hielt am 8. März seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, in welcher ein Referat über das Invalidenversicherungs- Gesetz gehalten wurde. Unter Berschiedenem gab die Aeußerung des Ministers v. Rheinbaben Veranlassung zu folgender einstimmig angenommenen Resolution: Die Versammlung protestiert gegen die Aeußerung des Ministers b. Rheinbaben im Abgeordnetenhause vom 23. Februar d. J., betr. ,, die aweifelhafte Thätigkeit der socialdemokratischen Orts Krantentassen Vorstände." Der Krieg. Nizza, 15. März. Jedenfalls wird jezt aus Pretoria bestätigt, daß die Boeren ihren Unabhängigkeitskampf bis aufs äußerste durchführen wollen. Das New Yorker„ Evening Journal" veröffentlicht folgende Depesche des Präsidenten Krüger aus Pretoria vom 13. d. M.: Die Burghers werden erst mit dem Tode zu kämpfen aufhören. Unfre Streitkräfte kehren in guter Ordnung nach der ersten Verteidigungslinie auf unfrem eignen Grund und Boden zurück. Der Feldzug in Natal war länger zu unsern Gunsten als erwartet worden war. Die Engländer werden nie bis Pretoria tommen. Die Burghers Steijn, Joubert und ich Die Burghers Steijn, Joubert und ich wie alle andern sind einig; es ist kein Streit zwischen uns vor handen. Gott helfe uns! Und in Pretoria wurde die folgende amtliche Bekannt Die Versammlung ma chung erlassen: London, 15. März.( W. T. B.) Das Unterhaus hat die dritte Lesung der Kriegsanleihe: Bill mit 172 gegen 23 Stimmen an genommen. Apia, 1. März.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) In Gegenwart der Vertreter der Vertragsmächte sowie Mataafas und Danach Tamaseses ist die deutsche Flagge gehißt worden. fand die öffentliche Versöhnung der beiden Häuptlinge statt. Dr. Solf ist deutscher Gouverneur von Samoa. Das Obergericht, der Gemeinderat, die Gemeinde- Aemter und die Konsulargerichte haben zu bestehen aufgehört. Die Eingebornen verhalten sich sämtlich rubig. Eine öffentliche Bekanntmachung teilt mit, daß Samoa unter deutschen Schuß und deutsche Herrschaft genommen ist. Hierzu 2 Beilagen und unterbaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Nr. 63. 17. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. freitag, 16. März 1900. ihm kein anständiger Mensch eine Thräne nachweinen.( Abg. Rören: ein derartiger Kautschuk, daß etivas Bernünftiges bei ihrer Ausnicht richtig!) Nun Sie werden das ja nachher näher erklären, ich legung gar nicht heraus kommen fann. Unsere Rechtsprechung ist be. 31 den 168. Sigung vom Donnerstag, 15. März 1900, 1 hr. verde Ihnen auch sonst noch genug Veranlassung geben, sich zu famtermaßen derartig, daß sie die Gesetze bis weit über den ge äußern.( Heiterkeit.) Jetzt in dritter Lesung nach der Protest- letzten Konsequenzen ausdehnt noch Am Bundesratstisch: Nieberding. aalbewegung treten an die Stelle Sudermanns plötzlich die Geschwister funden Menschenverstand hinans, so daß der Gesetzgeber oft sein Barrison. In zweiter Lesung sprach man von der unchristlichen Kunst, eigenes Werk in den Händen der Richter nicht wiedererkennt. gut! lints.) Wenn die Herren aber wirklich nichts andres wollten, schamlos ist. Denken Sie nur daran, was bei der zweiten Lesung iegt hat man sich auf die Gummi- Artikel zurüdgezogen.( Sehr Sie sagen: Das unverdorbene Bolksgefühl wird leicht erkennen, was als die nackte Gemeinheit aus der Oeffentlichkeit verbannen, wozu Ihnen einer unsrer Vertreter zu§ 181 gesagt hat, daß das Bu dann der Lärm? wozu diese ganze gesetzgeberische Aktion. Es ist sammenleben der Brautlente in weiten Kreiſen Deutschlands Ihnen doch der Nachweis geliefert, daß fie all solche Schamlofig nicht als schimpflich oder gar verbrecherisch betrachtet wird. feiten heute schon jeden Augenblick verbieten können. Dazu bietet Wo ist denn damals die Anerkennung des unverdorbenen die Gefeßgebung, wenn auch nicht durch den Wortlaut, so doch durch Volksgefühls geblieben? Damals fagten Sie: Das ist unmoralisch; die Auslegung der Gesetze Handhaben genug. Lefen Sie einen das muß bestraft werden. Erwägen Sie, welche höchst eigentümliche beliebigen Kommentar, so werden Sie finden, daß heute schon unter Vorstellungen das Volk oft über die Sittlichkeit hat. Ich wollte zuUmständen sogar Dinge von dem§ 184 getroffen werden können, durch nächst nicht auf dieses Gebiet eingehen, weil es uns ein wenig auf welche die guten Sitten nicht einmal verletzt zu werden brauchen. Im die gestrige Debatte zurückbringt. Aber einige Beiſpiele muß ich übrigen ist es nachweisbar, daß dem Kunsiparagraphen eine derartig Ihnen doch anführen. Ich kenne Gegenden, wo der Verkehr der milde Auffassung garnicht zu Grunde liegen fann. Man braucht nur Geschlechter der denkbar freieste ist, wo sich bei jedem est das Es ist einige an die Aeußerungen der Vertreter dieses Paragraphen zu denken Lusigefühl sofort auf das geschlechtliche Gefühl wirft. und an das bisherige Vorgehen der Behörden. Was ist nicht schon Wochen her, da hat in München eine Gerichtsverhandlung inter Drei Bauernmädchen aus einem von München entfernt haben sich iegt alles als unfittlich angesehen worden? Herr Nieberding hat effanter Art stattgefunden. gestern mit einer gewissen Genugthuung darauf hingewiesen, daß die Ort nicht allzu weit daß sie einen Burschen gewaltsam auszogen Nachricht von der Beschlagnahme des Böcklinschen Bildes„ Das Spiel vergnügt, Die dritte Beratung der lex Heinze wird fortgesetzt. Die§§ 184, 184a und 184b werden zusammen beraten. § 184 lautet nach dem Beschluß des Reichstags in zweiter § 184 lautet nach dem Beschluß des Reichstags in zweiter Lesung: mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft, iver 1. unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen feilhält, verkauft, verteilt, an Orten, welche dem Publifum zugänglich sind, ausstellt oder anschlägt oder sonst verbreitet, sie zum Zweck der Verbreitung herstellt oder zu demselben Zweck vorrätig hält, 2. unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen einer Person unter 18 Jahren gegen Entgelt überläßt oder an3. Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauch bestimmt sind, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder solche Gegenstände dem Publikum ankündigt oder aupreist; 4. öffentliche Ankündigungen erläßt, welche dazu bestimmt sind, unzüchtigen Verkehr herbeizuführen. Neben der Gefängnisstrafe kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte sowie auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt Die Abgg. Bech- Koburg und Genossen beantragen, in Ziffer die Worte: vorrätig hält" zu streichen. Der Kompromiß- Antrag des Centrums, der Konservativen und der Reichspartei will in Nummer 2 den Wortlaut der Regierungsbietet; werden. 1 vorlage wieder herstellen, d. h. statt„ unter achtzehn" Jahren unter sechzehn" Jahren setzen. § 184 a lautet in der Fassung zweiter Lesung: 1. zu geschäftlichen Zweden an öffentlichen Straßen, Plätzen oder au andren Orten, die dem öffentlichen Verkehr dienen, in Aergernis erregender Weise ausstellt oder anschlägt, 2. einer Person unter 16 Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet. der Wellen" unrichtig war. Das mag ja sein, jebenfalls giebt es eine An- und mit ihm Unzucht trieben. Die Sache tam vor Gericht. und an zahl andrer Stunstiverke, die von der Polizei fonfisciert worden sind. Ich Das Gericht hat gefunden, das sei ein derber ländlicher Erntescherz. habe hier eine Sammelmappe von solchen Kunstwerken, die sich auf( Große Heiterfeit.) Ich kenne eine Gegend, da wurden die ersten ganz Deutschland erstreckt; darunter befinden sich Bilder von Rubens, böhmischen Bergarbeiterinnen, die an einem öffentlichen Ort ihre Correggio, Canovas Grazien, die man als unjittlich angesehen hat. Kinder stillten, halb totgeschlagen, weil man jo etwas unfittlich nannte. bezeichnen. 03. V. die Pietà von Gabriel May. In Würzburg überhaupt nicht geſtillt werden.( Sehr gut 1 und Heiterkeit links her Man ist sogar soweit gegangen, religiöse Stoffe als uusittlich zu Das fam vermutlich daher, daß in dieser Gegend einheimische Kinder hat man das berühmte Bild von Wohlgemuth überklegt Stuttgart wurden Leute aus den bayrischen Alpen wegen ihrer nackten gewissen plastischen Darstellungen Berstümmelungen nie unfittlich genannt.( Heiterfeit links.) Und als in einer Aber alles das ist audren Gegend Sommerfrischler erschienen und badeten, hat ein Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis der niederträchtigsten Art borgenommen. zu sechshundert Mark wird bestraft, wer Schriften, Abbildungen nadten Bein oder jogar Arm den Herren nicht genug. Es giebt Leute, die bei jedem Bauernmädchen gesagt:" Das muß ich mich aber sagen, so nackeno an irgend etwas Unfittliches ins Wasser zu steigen!"( Große Heiterfeit.) Das find die angeblich oder Darstellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Scham- denken müssen, und die dann mit ihrem hochgeschraubten unverdorbenen Menschen! Wenn man den nackten Körper darstell, gefühl gröblich verletzt, einer Berson unter achtzehn Jahren gegen Kunstverständnis nach der Polizei schreien.( Sehr richtig bei den es mag in der züchtigsten Weise geschehen, sie sehen es als Entgelt überläßt oder anbietet, oder zu geschäftlichen Zwecken oder Socialdemokraten.) Ich will Ihnen als Zeugnis für die in unfittlich an( sehr richtig! links), weil sie so etwas nie gesehen haben, in der Absicht, das Schamgefühl zu verlegen, an öffentlichen Centrumskreisen herrschende Kunstauffassung ein im katholischen Ver- und zweitens weil ihre Augen und ihr Verstand derartige Dinge Straßen, Plägen oder andren Orten, die dem öffentlichen Verkehr dienen, in Aergernis erregender Weise ausstellt oder an- lage erschienenes Buch des Herrn Veremundus anführen. In dieser nicht versteht und weil sie deshalb stets an etwas andres denken. kehr dienen, in Aergernis erregender Weise ausstellt oder an Echrift wird Front gemacht gegen die„ engherzige, flein- Es ist also nicht wahr, daß das Bolt im stande wäre, über Dazu bedarf es schlägt. des gebildeten Wenn aber Leute von ges Die Abgg. Bedh- Koburg und Genossen beantragen, den liche, rückständige" tünstlerische und litterarische die Stunft zu urteilen. Auffassung, die in Centrumsfreisen herrscht. Es und geläuterten Geschmacks. § 184 a zu streichen. wird davon gesprochen, daß man in Centrumsfreisen jedes Wert ellschaftlicher Bildung oft schon unglaubliche Kunstbanaufen Der Kompromißantrag will dem§ 184 a folgende Fassung nach seiner Zuträglichkeit für Badfische, Schuljungen und find, wie kann dann erst das Volf im stande sein, entsprechende geben: Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis Kinderstuben beurteilt", und der Verfasser geht gegen diese geradezu Stenntniffe zu haben. Ganz gewiß find im Volfe große Anlagen für zu sechshundert Mark wird bestraft, wer Schriften, Abbildungen unglaubliche Brüderie" los, die in jenen Streisen herrscht, gegen die Kunst vorhanden. In großen Teilen des Volks lebt gewiß ein Sehnen oder Darstellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Scham- erschreckliche Empfindsamkeit", der selbst die Sprache und Bilder des nach dem Schönen und Künstlerischen. Aber erst muß das Bolt Evangeliums nicht zurückhaltend genug seien, gegen die„ altjungfer- jocial gehoben und gebildet werden, um in diesen Dingen ein Urteil gefühl gröblich verlegen, lichen Gouvernantenseelen, die sich bei Gott darüber beschweren abgeben zu können. Wer behauptet, das unverdorbene Volksgemüt und müßten, daß er gewisse Dinge nun einmal so geschaffen habe."-Gefühl könne in den Fragen der Kunst ein maßgebendes Urteil abgeben, ( Große Heiterkeit.) Der Verfasser erklärt diese Art, die Dinge von dem muß ich annehmen, daß er sich einer willkürlichen Redewendung zu beurteilen, zum Teil aus der Geistesverfassung, die bedient oder aber es steckt dahinter eine Schmeichelei, die von dem Hinter zwar das sittlich Reine wolle, aber doch in ihrer nu- gedanken ausgeht, daß die Herren ihre eignen Stunstgedanken dem Bolk § 184b lautet in der Fassung zweiter Lesung: gezügelten Phantasie unwillkürlich überall doch gleich das unterlegen wollen, um dann auf das Volk als eine Autorität hinzuweisen. Mit Gefängnisfirafe bis zu einem Jahr oder mit Geld- Schlimmste wittere. Diese Brüderie zu befämpfen, heißt nicht der( Sehr richtig! linis.) Nach alledem bleibt für mich bestehen, daß die KunstSchamlosigkeit Vorschub leisten, sondern die wahre Sittlichkeit retten." paragraphen eine Herabwürdigung der Kunst und eine schwere Gefahr für strafe bis zu eintausend Mark wird bestraft, wer öffentlich Soweit Veremundus. llebrigens setzen sich die Herren vom Centrum die Kunst bilden. Die Künstler haben vollkommen recht gehabt, daß sie sich theatralische Vorstellungen, Singspiele, Gesangs oder deklama auch mit den eigenen Kunstüberlieferungen ihrer Kirche vollständig durch juristische Zwirnsfäden und Auslegungskünfte nicht haben abtorische Vorträge, Schanstellungen von Personen oder ähnliche in Widerspruch. Die alte Kirche ist vorurteilslos genug gegen die halten lassen, gegen die Vorlage Protest zu erheben. Herr Aufführungen veranstaltet oder leitet, welche durch gröbliche Ver- antife Stunft gewesen. Sie hat an religiösen Stätten selbst das Gröber hat gestern sich gegen diese Protestversammlungen ges legung des Schamgefühls und Sittlichkeitsgefühls ergernis zu Nackte in der antiken Kunst gelassen, ohne daß sie sich dadurch in wendet und hat gemeint, in München habe man am fräftigsten erregen geeignet sind." ihrer Sittlichkeit bedroht fühlte. Die Schen vor der Nacktheit ist gesprochen. Ich habe die Versammlung mitgemacht und ich habe mich Gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher in öffentlichen theatralischen Vorstellungen, Singspielen, Gesangs- oder deklama- erst dann eingetreten, als die Kunst unvermögend war, den nadien gefreut über den frischen und fräftigen Ton, mit dem man dort ge torischen Vorträgen, Schaustellungen von Personen oder ähnlichen menschlichen Körper richtig wiederzugeben und mit dem steifen iprochen hat.( Lachen im Centrum.) Ich glaube, diese Neden von Aufführungen durch die Art seines Vortrags oder Auftretens das byzantinischen Mantel vom Kinn bis zur Fußspize alles bedeckte, München werden, wie ähnliche andre, auch dann sehr nützliche Dokumente was sie nicht darstellen konnte.( Sehr richtig! links.) Als dann die sein, wenn sie dem Neichstag nicht auf amtlichem Weg zugehen. Scham oder Sittlichkeitsgefühl gröblich verlegt. Die Abgg. Bech- Koburg und Genossen beantragen, den§ 184b Sunft wieder emportam, wuchs natürlich auch wieder der Drang zur( Sehr richtig! links.) Die Herren Kollegen Rören und Gröber haben Darstellung des nackten menschlichen Körpers, und der Höhepunkt die Protestversammlungen lächerlich gemacht. Sie haben die Teilzu streichen. Der Kompromißantrag will dem§ 184b folgende Faffung jener Renaissancezeit, an deren Förderung die Päpfie in Rom selbst nehmer und Redner vei diesen Bersammlungen in wenig hoch ganz besonderen Anteil genommen haben, ist zu gleicher Zeit wieder schäßender Weise behandelt und haben nicht abfällig genug urteilen geben: Wer in öffentlichen Vorträgen von Gesangs- oder sonstigen der Höhepunkt der Darstellung des nackten, menschlichen Körpers. Denken fönnen über die Maßlosigkeit der Sprache, die dort geherrscht hat. Wer in öffentlichen Vorträgen von Gesangs- oder sonstigen Sie doch an die Kraftgestalten Michel Angelos in der fixtinischen Stapelle, Denken Sie( zum Centrum) doch ein wenig an das Bibchwort vom Unterhaltungsstücken oder innerhalb offentlicher Schaustellungen wo die Päpste selbst lange Zeit Gottesdienst abgehalten haben, ohne Splitter und Balfen. Den winzigen Splitter im Auge des Gegners oder Aufführungen öffentlich ein ergernis giebt durch eine Handlung, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl sich im mindesten dadurch beunruhigt zu fühlen. Auch in Bezug auf sehen Sie, aber den riesigen Balfen in Ihrem eignen Auge haben Sie das Drama und Theater ist man in jener Zeit keineswegs besonders nicht erkannt.( Sehr richtig! und Heiterkeit links.) In der Münchner gröblich verletzt, wird mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr prüde gewesen. Ich erinnere Sie an das Drama Mandragola von Versammlung war so ziemlich alles vertreten, was in der Münchner Ich habe mich dort oder mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark bestraft. Es hat mich namentlich gefreut, daß Dieser Paragraph soll als§ 183a vor§ 184 eingefügt werden. Macchiavelli. Ich habe felbft lange Zeit gezögert, mir das Werk zu fünstlerischen Welt einen Namen hat. kaufen, da ich davon soviel Böses gehört hatte, und fürchtete, daß sehr wohl gefühlt. diesen Kreisen der Vertreter der Socialdemokratie mein gartsinn, meine Sittlichkeit dadurch verlegt werden könnte. in Wissenschaft und Litteratur am Es ist demütigend und entwürdigend für die Kunst, daß, nach( Heiterfeit.) Als ich aber hörte, daß das Drama vor dem die Freiheit von Kunst, ( Zwischenruf im Centrum: dem wir hier über das Zuhälter- und Kupplertum bis zum Ueber Papst selbst aufgeführt ist, habe ich es doch geleien; und nachdrücklichsten verteidigt hat. dieses Der hat auch dazu gepaẞt!) Ich mag dem Zwischenrufer nicht gern daß, obwohl allerdings jagen, druß verhandelt haben, in unmittelbarem Anschluß daran über Kunst in einen Vergleich sagen, aber lieber halte ich zu solchen Leuten, wie sie und Litteratur verhandelt werden soll. Dies Gefühl ist es, was be- Drama gewiß nicht das schlimmste seiner Zeit ist sonders die Künstlerkreise aus ihrer bisherigen politischen Judifferenz den Volkstheatern jener Zeit wird man wahrscheinlich ganz andre dort in der Versammlung waren, als zu andren.( Sehr gut! bei den aufgerüttelt und zu ihrer Protestbewegung veranlaßt hat. Wenn ich Dinge geboten haben daß es doch schlimmer ist, als jo ziemlich Socialdemokraten.) Als diese Verfanmmlung abgehalten wurde, fand erwäge, was in den letzten Tagen von den Herren Rören, Stod alles, was unser modernes Theater bietet.( Hört! hört! bei den gleichzeitig eine von der Centrumsseite einberufene Versammlung mann usw. zur Rechtfertigung der Forderung vorgebracht ist, daß Socialdemokraten.) Ein Mann, der nicht nur in der Kunstgeschichte, statt, und in ihr wurde in einer Weise gesprochen, die Ihnen wohl man die Darstellungen der Kunst unter eine besondere fittliche Auf- sondern auch in Ihren Streisen( nach rechts) einen sehr guten Namen auch von Interesse sein wird. Als also in unsrer Versammlung sicht stellen müsse, so war es zweierlei. Einmal schilderten die hat, Overbed, hat einmal über die Benus von Milo das Urteil ab- die ganze künstlerische und litterarische Welt beieinander war, wo also Herren die heute angeblich herrschende Unsittlichkeit in einer gegeben, daß in ihr feine Spur von sinnlicher Bewegung oder Leidens noch kein Mensch wissen konnte, was in dieser Versammlung verhandelt Weise, als ob wir in Sodom und Gomorra ichaft sei, man könne ihren Ausdruck cher falt und stolz nennen. werde, da hat der Vorsitzende jener Centrumsversammlung sich dahin fänden. Ich bitte Sie aber zu bedenken, daß Moralisten zu Run, dieses Sunsiwerk, vielleicht das größte, was wir überhaupt ausgesprochen, in dem andren Lokale drüben sei man im Namen der bei den wohl noch cin niemals gebildeter Unfittlichkeit und der Fleischeslust versammelt. Wenn der Betreffende, jeder Zeit genau ebenso gesprochen haben; die alten Leute, die mit besitzen, etwas andres empfunden hat als der das gejagt hat, nicht ein bayrischer Landtags- Abgeordneter wäre, gesunder Mensch cinem gewissen Bedauern auf die zurückgelegte Jugend zurückblickten, und Bewunderung ist einmal, die ( Schr eben der Schönheit, als dem ich einige parlamentarische Rücksicht schuldig bin, sollte haben immer über die Verschlechterung der Welt geklagt. dem betreffenden einfilbigen nicht richtig! bei den Socialdemokraten.) Unfre Zeit ist in sittlicher Be- es in einer Münchener Stunsthandlung öffentlich ausgestellt war, von es zu seiner Sennzeichnung an fehlen. und Heiterkeit links.) ( Schr gut! und zichung gewiß nicht ideal, wir Socialdemokraten werden die letzten dem Centralorgan der Centrumspartei bezeichnet worden als eine Worte sein, um das zu behaupten im Gegenteil find wir gerade die einfach finnlich wirkende Nudität, als eine Oscönität, und man Ich will Ihnen auch noch sagen, daß es erst eine Frage ist, was in ersten, die auf die Unjittlichkeit der heutigen Zustände hinweisen hat auch gefordert und auch durchgesetzt, daß es aus dem Schau- der Welt lächerlich ist, eine vom Augenblick eingegebene scharfe oder aber soviel steht fest, daß unsre Zeit in sittlicher Beziehung fenster entfernt wurde.( hört! hört!) Angesichts solcher Dinge muß unrichtige Versammlungsäußerung oder eine Kunstauffassung, der nicht im Absteigen, sondern in einem, wenn auch langsamen man es begreifen, wenn der vorher genamite Veremundus in seiner die Blindheit und Unkultur an der Stirn steht.( Sehr richtig! Alle Kunst des Interpretierens wird Ihnen nichts Aufsteigen begriffen ist. Soweit aber die Roheit wirklich vorhanden Echrift ein Urteil anführt, welches von dem hervorragenden latho- links.) Er hat zwar zu helfen. Man wird mit Recht nach wie vor erkennen, daß durch den ist, hängt dies doch nur in ganz verschwindendem Maße damit zu lischen Künstler Huysman abgegeben ist. fammen, daß bestimmte Stunst- und Litteraturwerke geschaffen werden, nächst franzöfifche Verhältnisse im Auge( Schr richtig! im Kunstparagraphen mit der Freiheit der Kunst auch die Kunst selbst das Urteil gilt aber, tvie Veremundus fagt, bekämpft wird, gerade so wie beim Umsturzgesch mit der Freiheit ( sehr richtig! bei den Socialdemokraten) sondern diese jittliche Ver- Centrum), Sinne gewissen Er der Wissenschaft die Wissenschaft felbst bekämpft worden ist. Deshalb für auch Deutschland. ganz rohung hat in allererster Linie sociale Grundlagen und hängt zu im „ Die katholische Partei ist 11327 mehrere Jahrhunderte leisten wir Socialdemokraten auch hier entschieden Widerstand. Und fammen mit dem Kontrast des immer steigenden Reichtume jagt: und Luxus und der Armut, dem Elend, der Abhängigkeit, zurückgeblieben. Sie ist verbauert. Sie ist unfähig, in der Kunst wenn es uns nicht möglich fein sollte, die Annahme dieses Paragraphen die in großen Massen des Volks vorhanden ist. Gegen diese das Gute vom Schlechten zu sondern, kurz, sie habe solche Dumm zu hindern und wenn auch diese Prüfung noch über Deutschland Ursachen helfen feinerlei Strafgesetz- Paragraphen.( Schr richtig! heiten und solchen ungeheuren Blödsinn zu Tage gefördert, daß tommen sollte( Lachen im Centrum und rechts; Sehr richtig! links), bei den Socialdemokraten.) Die Kunst hat an dieser Verrohung sehr sie der vollen Verachtung anheimfällt."( Sehr richtig! bei den dann warten Sie erst mal ab, was in den nächsten Jahren alles wenig Anteil, sondern gerade umgekehrt. Das Unbekanntsein der Socialdemokraten. Unruhe im Centrum.) Die Herren wollen das geschehen wird. Die Kunst werden Sie nicht umbringen können. großen Wolfsmasse mit den Kunstidealen, der Mangel an Bildung Nackte aus der Kunst so weit wie möglich beseitigen. Der nackte Aber ein Haufen Dummheiten wird geschehen, so daß Sie Ihr blaues überhaupt, und das Aufgehen großer Volksmassen in der Misere des Körper wird aber für die bildende Kunst stets ein Prüfstein der Künstler- Wunder erleben. Die Socialdemokratie wird wie früher täglichen Kampfs um das nackte Leben und der daraus folgende schaft sein( Sehr richtig! links), und wer der Kunst die Darstellung auch immer mit Kunst, Wissenschaft und Litteratur gehen, und mit Mangel an Bildung des Gefühlslebens, Läuterung des Geschmacks des Nackten nehmen will, nimmt ihr einfach die Freiheit, die ihre diesen drei Bundesgenoffen wird fie fiegen.( Stürmischer BeiLebensbedingung ist.( Sehr richtig! links.) Ebenso wie mit der bildenden fall bei den Socialdemokraten.) ufw., tragen vielmehr an dieser Verrohung schuld. Abg. v. Vollmar( Soc.): be ich mut 111111 Abg. Simburg( f.) Zweitens haben die Herren sich bemüht, die Bedeutung der vor- Stunst verhält es sich mit der dramatischen. Der Dichter muß das liegenden Paragraphen nach Möglichkeit abzuschwächen und zu be- Menschenleben schildern, nicht wie er es gern haben möchte, sondern bittet um Annahme der Kompromißanträge. Wir haben darin die weisen, daß die Stimist eigentlich durch sie gar nicht getroffen werde. wie es ist. Wenn er in diesem Menschenleben sehr düstere Sitten: Herr Rören meinte: was wollen Sie denn eigentlich, der Kunst zustände findet, so darf er an ihnen nicht vorübergehen und vor allem Dinge treffen wollen, die, obwohl sie schamlos find, bisher nicht gesondern gegen schmutzige Darstellungen gewendet. Gegen die Stücke reicht wollen wir ja nichts thun, wir wollen nichts als die nackte Gemein- darf er nicht vorübergehen an dem wichtigsten Problemt, dem troffen werden konnten, uns dann aber nicht gegen die Stücke selbst, heit und die jämmerlichsten Darstellungen der Unzucht aus der erotischen Problem.( Sehr richtig! links.) Nun haben die Herren vorgestern gesagt, die Richter werden ja schließlich die Censur aus. Nach der neuen Fassung kann gar kein Deffentlichkeit verbannen. Diese Milde der Auffassung muß doch ver dächtig erscheinen, und wenn wir nach ihren Ursachen forschen, schon zweifellos das Richtige herausfinden. Bei uns Socialdemokraten Geschrei mehr erhoben werden, als wenn es fünftig nicht mehr aufzuführen.( Beifall rechts.) so müssen wir zu der Meinung kommen, daß die Protestbewegung dürfen Sie nicht ein solches Vertrauen zu der deutschen Recht möglich sein würde, Dramen von Goethe und Shakespeare nicht mehr Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.): Der Künstler auf die Herren doch einen größeren Eindruck gemacht sprechung verlangen, und besonders nach der ganz einseitigen hat, als sie eingestehen wollen.( Sehr richtig! bei den Social- Beweisführung, die wir vorgestern von den Kollegen Rören Herr Rören hat die Protestversammlungen als Wind bezeichnet. demokraten.) Noch in der zweiten Lesung hat Herr Rören erklärt, und Gröber gehört haben, haben wir noch viel weniger Vertrauen. wenn Sudermann von der Bühne verschwinden würde, so würde Die Bestimmungen, wie sie jetzt in das Gesetz hinein fommen, sind Warum reden Sie aber dann Tage lang in den Wind hinein, gegen ob das " Abg. Gröber( C.): Des den Wind.( Heiterkeit.) Jawohl, die Protestversammlungen liegen| Maßnahmen ferngehalten werden konnte.( Hört! hört! links.) danach einrichten, was einmal der Herr Reichskanzler ge Ihnen schwer im Magen. M. H. Sie find hier die Ange- Eine weitere Frage Frage ist, ReichsGewiß, die unter den jezigen Verhält- fagt hat. Meinung Herrn Flagten. Ein großer Teil des Bolts hat sie angeklagt.( Große nissen solche Bestimmungen notwendig find. Ich meine fauglers ist für die Richter ebenso wenig entscheidend, wie die meinige. Unruhe im Centrum und rechts.) Deshalb die langen Verteidigungs- aber, daß die heute bestehende Censur und der§ 183 vollkommen Wenn hier aber konstatiert wird, daß die verbündeten Regierungen reden.( Heiterkeit.) Herr Rören nennt die Protestbewegung gegenügen. Was die Censur betrifft, fo kommen die unglaublichsten eine bestimmte Auffassung eines Paragraphen haben und wenn schmadlos. Ist es denn geschmackvoll, hier Herrn Dr. Hirth, der sich Dinge vor. Das neueste ist, daß das Stück„ Schuldig" von Richard außerdem auch die Mehrheit des Reichstags dieselbe Auffassung verhier nicht verteidigen kann, einen Hauptinteressenten der lex Heinze Voß von einer sächsischen Hauptmannschaft aus staatserhaltenden tritt, dann möchte ich den Richter sehen, der es unternimmt, in seinem ( Lachen bei den Socialzu nennen? Ist es denn geschmackvoll, mich in Verbindung mit einer Gründen verboten worden ist. Dieses Stück ist der kunstsinnigen Urteil darauf keine Rücksicht zu nehmen. Dirnenversammlung zu bringen, von der ich erst durch Herrn Rören Gemahlin des Herzogs von Meiningen gewidmet. Es ist demokraten.) Das Reichsgericht wird jedenfalls die nötigen Schranken Kenntnis erlangt habe? Herr Rören wollte mich in Gegensatz zu eine Beleidigung der Kreise, die Stüd angenommen ziehen. Schließlich muß ich dem Abg. Müller- Meiningen gegenüber Herrn Lenzmann bringen, der sich gescheut habe, starke Ausdrücke zu haben, wenn 11an mit einer derartigen Prüderie das noch konstatieren, daß meine gestrige Darstellung über die angebliche brauchen, wegen der auf der Tribüne anwesenden Damen. Gestern gegen vorgeht. In der Jugend" von May Halbe ist Beschlagnahme des Böcklinschen Spiel der Wellen" richtig war, sie aber hat sich herr Schrempf hier in Ausdrücke hineingekniet, daß die von einem Cenfor z. B. folgende Streichung vorgenommen. Hans entspricht dem amtlichen Bericht des Berliner Polizeipräsidenten. Damen geflohen sind. Die Künstler sind hier als Leute hingestellt fagt: Weißt Du, wie Du heute morgen draußen vor meiner Thür worden, die gar nicht wissen, warum es sich eigentlich standest zum Wecken, da dachte ich, es wäre so schön, wenn Du Handelt. Das wissen die Herren sehr wohl. Freilich, einen hereinkämst. Von diesem Passins hat der Censor die Worte zum Was die Ausführungen des Abg. v. Vollmar über die fatho Fehler haben sie gemacht, fie hätten sich zu der Unter- Wecken" und" Du hereinkämst" gestrichen, so daß stehen geblieben lische Kunstauffassung und die Ausfälle des Abg. Müller- Meiningen redung mit dem Herrn Reichskanzler und dem Staatssekretär ist: „ Da dachte ich, es wäre so schön, wenn mit der lex Heinze zu thun hatten, ist mir unverständ Nieberding einen Juristen mitnehmen sollen. Es sind ihnen vom( Stürmische Heiterkeit.) Wer soll über die Grenze des Künstlich geblieben.( Schr richtig! im Centrum.) Wenn Herr Müller Staatssekretär soviel juristische Einwände gemacht worden, daß lerischen befinden? Das Gewissen des Autors oder das übrigens die Herren in Rom turmhoch in ihrer künstlerischen Aufihnen gauz dumm im Kopf davon davon geworden ist( Heiferkeit), des Schußmanns? Wir halten eine Verstärkung der Straf- fassung dastehend bezeichnet hat, so kann uns das nur freuen, sonst wie mir einer der Teilnehmer der Audienz selbst gesagt hat.( Große beſtimmungen gegen das ernste Theater nach diefen Censur- haben wir von jener Seite stets mir äußerst abfällige Urteile über Heiterkeit im Centrum und rechts.) Unter den Petenten stehen aber proben für ganz imnötig. Herr Gröber hat auch die aus- die Finsternis vom Rom gehört.( Sehr gut! im Centrum.) Herr hervorragende Juristen, die noch mehr gelten, als Herr Rören und Herr ländische Gesetzgebung herangezogen. Er hat auf die französische Müller ist auch auf die Protestversammlungen zurückgekommen und Gröber. Ich nenne nur Herrn Prof. Binding und Herrn v. Beidler. An und italienische Gesetzgebung hingewiesen. Ich behaupte, es ist eine hat sich beklagt, daß wir so scharfe Ausdrücke gegen die Herren ge= Herrn Stöcker und seinen Freunden, die hier die Künstler ver- Herabwürdigung des deutschen Volks, wenn man 1113 auf braucht haben. Nun, dazu waren wir wohl nach ihren Ausfällen imglimpft haben, werden sich diese noch furchtbar rächen.( Heiter gleichen Boden mit den sittlichen Verhältnissen in den gegen uns durchaus berechtigt.( Sehr richtig! im Centrum.) Redner fcit rechts.) Die Herren verfügen über die Kraft der Satire und großen Städten Italiens stellt. Wir sind die reinsten citiert eine Reihe von scharfen Aeußerungen gegen die lex Heinze, damit werden sie Sie für spätere Zeiten verewigen.( Sehr gut, links.) Tugendwächter gegenüber den Italienern. Nur ein einziges Straf- unter andren von„ Gabriel Mar, dem hervorragenden Repräsentanten Herr Stöcker sprach von christlicher Moral. Giebt es denn eine einheitliche gesetz ist vergleichbar mit der lex Heinze, das Strafgesetz von deutscher Gelehrsamkeit".( Stürmische Heiterkeit.) Wenn Herr Müller christliche Moral? Ist sie bei Protestanten und Katholiken nicht Ecuador.( Heiterkeit.) Viel wirksamer als durch solche Gesetze wirken übrigens immer von der gewaltigen Erregung unter den Künstlern sprach verschieden? Die Moral ist doch überhaupt nicht an die Konfession Sie durch die Erziehung der Jugend zum künstlerischen Verständnis so kann ich ihn aus seiner eignen Rede in der Protestversammlung gebunden.( Sehr richtig! links.) Sonst müßten Sie ja alle Nichtchristen auf die Hebung der Sittlichkeit. Ich komme zum Schluß. Die widerlegen. Damals rief er die Künſtler auf aus ihrem Murmeltierals immoralisch bezeichnen. Wollen Sie diese Konsequenz ziehen?( Abg. ganze deutsche Künstlerschaft und Litteraturwelt hält in schlaf, den sie zehn Jahre lang geträumt hätten, und sprach vou Stöcker ruft: Ja!) So, da kommt ja der Teufelsfuß zum Vorschein. feltener Einmütigkeit den§ 180a- b für eine große Ge- ihrer Schwerfälligkeit. Er erklärte ihnen, daß er leider bisher faft ( Heiterkeit.) Wir sind gegen die Paragraphen, auch in der neuen Form. fahr für die deutsche Kunst und Litteratur. Wir fehen allein im Reichstag den Kampf für die deutsche Litteratur geführt ( Stürmische Heiterfeit.) Er forderte sie auf, in einer Sie sind und bleiben Kautschukparagraphen.( Sehr richtig! links.) Was in diesem Paragraphen aber mit Herrn Bebel einen weiteren Schritt habe. heißt ergernis erregen". Der traurige Denunziant, der vor- in der Reihe von reaktionären Bestimmungen, die begonnen haben Flut von Protesiversammlungen den Kampf gegen die Knebelung fchriftsmäßig Aergernis nimmt, den hat die Polizei jeder Zeit mit dem preußischen Schulgesetz und fortgesetzt wurden in der Zucht: der Kunst aufzunehmen, und bot ihnen seine Führerschaft an. zur Hand.( Sehr richtig, links.) Wollen Sie die Abbildungen von hausvorlage. Eine freie Litteratur und eine freie Kunst sind der Tapfer wie die Boeren wollte er in den Kampf ziehen. Er hat dam unsern größten Meisterwerken bildender Kunst wirklich aus Reaktion stets ein Dorn im Auge gewesen. Nehmen Sie dieses noch von dem Kampf gegen die schwarze Bande gesprochen. Auf den Schaufenstern verbannen? Dann müssen Sie aber Gejezz mur ruhig an, dann wird Ihr Name prangen in der deutschen ein Kosewort mehr oder weniger kommt es nicht an. Was sehen tonfequenterweise auch den Originalen zu Leibe gehen. Kunst und Litteratur, aber nicht mit goldnen, sondern mit schwarzen wir nun hier in Berlin auf den Theatern für Schlüpfrigkeiten. Das wollen Sie ja auch, aber das können Sie nicht. Herr Hören Juitialen.( Lebhaftes Bravo! lints.) Man fagt, das könnte schon jetzt durch die Polizei verboten werden. Aber ( Sehr richtig! links.) wir sprach von Zustimmungskindgebungen für ihn aus Künstlerkreisen. haben aufgehört, auf Warum kommen Sie mit Ihrer Liste denn nicht heraus? Wo sind die Waffe noch zu rechnen, sie ist gerade in Berlin besonders denn Ihre Notabilitäten in Kunst und Litteratur. Heraus mit der Der Herr Abg. Müller- Meiningen hat einige Ausführungen über stumpf.( Sehr gut! im Centrum.) Ich habe hier eine Anzahl von Liste! Unter den Protestkundgebungen stehen Leute wie Adolf v. Menzel, die Konferenz gemacht, die ich vor einigen Tagen mit hochangesehenen Stritifen über das im Residenz Theater aufgeführte Stüd Begas, Kuaus.( Abg. Rören ruft: leider!) Wie weit es schon ge- Künstlern und Gelehrten gehabt habe, welche ich zurückweisen muß. Familie Toutbiquet". Alle die Blätter konstatieren die Fülle von kommen ist, zeigt, daß schon Bilder von Rubens als unfittlich hin- Er hat gesagt, ich hätte den Teilnehmern dieser Konferenz Aus- 3oten und das Unzüchtige des Inhalts, der das Publikum zu gestellt werden. In den Laden der Kunsthandlung von Steller u. Neiner führungen gemacht über den homunculus normalis. Ich habe brüllendem Geheul hingerissen hat. Im Darmstädter Hoftheater ich habe mich nochmals genau informiert und muß dem den Herren dargelegt, daß bei der Beurteilung der Begriffe, die wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag eine Operette mit so schlüpfrigem widersprechen, was der Herr Staatssekretär hier zur Verteidigung hier in Frage stehen, die Durchschnittsauffassung des Volts, nicht Text aufgeführt, daß sie deshalb durchfiel. Solches Material findet der Polizei angeführt hat eines Tags ein Kriminalkommissar, aber die Auffassung irgend eines einen oder man in Hülle und Fülle. Daß aber die Lente bestraft worden seien, Namens Damm, und sagte dem Firmeninhaber: Thun Sie das Weib andren Richtung extrem veranlagten Menschen entscheidend ist. Dieser habe ich noch nicht gehört. Auch im Münchener Gärtnerplay= aus dem Schaufenster, des im Wasser liegt und die Brüste zeigt. Gedanke ist seit vielen Jahren ein feststehender Grundsatz des Reichs- Theater, dessen Direktor sich in der Münchener Protestversammlung ( Große Heiterkeit.) Gemeint war damit das Böcklinsche Bild„ Das gerichts, so daß ich nicht verstehe, wie man darauf den Namen ebenfalls mit entrüstet hat, wird jezt gerade ein recht zotenhaftes erzählt. Es erschien einige Tage darauf der Chef der Berliner daß der Herr Vorredner nur einen billigen Witz hat machen Marim" gegeben, Spiel der Wellen". Der Vorgang wurde in einer Berliner Zeitung homunculus normalis anvenden kann, ich müßte denn annehmen, Stück, die auch hier im Residenz- Theater aufgeführte Dame von Herrn von Vollmar wird es interessieren, was Kriminalpolizei und erkundigte sich, ob der Vorfall sich wirklich so wollen.( Sehr gut! im Centrum.) Herr Müller- Meiningen hat die Münchener Post", das socialdemokratische Organ Münchens, abgespielt habe, er wolle gegen das Blatt Strafantrag stellen. Der sich auch von seinem Gewährsmann berichten lassen, ich sei über diefes Stück jagt. Dieses Blatt konstatiert, daß das Stück voll Firmeninhaber bestätigte ihm die Richtigkeit der Darstellung mit meinen Ausführungen von den Herren in den Sand gestreckt der heftigsten Zoten ist und, ohne unzüchtig zu sein, das Schamund legte ihm das Bild vor. Der Chef war gerade ent- worden und wenn die Konferenz länger gedauert hätte, wäre es mir gefühl zu verlegen geeignet ist.( Große Heiterkeit. Abg. Vollmar Das beweist gar nichts.") Und wenn man hier gegen gegengesetzter Meinung wie sein untergebener Stommissar. Zur Ehre noch übler gegangen. Ich schätze die Herren viel zu hoch, als daß ruft: fam " -O Staatssekretär Nieberding: der nach " " " Was wird auch in den nicht um der Kunst zu dienen, sondern bloß um Geld zu verdienen. Herr Bebel meinte, es komme auf die Anwendung der Geseze an, und verschiedentlich ist gesagt worden, daß in der Auslegungstunft die deutschen Richter alle ihre ausländischen Kollegen übertreffen. Das muß ich bestreiten. Denken Sie nur an das Gesetz über den unlauteren Wettbewerb. Was hat der französische Richter nicht aus dem kleinen Sätzchen aus dem code gemacht? Wir haben ein Specialgejez und es wird kaum in richtiger Weise angewendet. Der deutsche Richter, und das ist sein Fehler, hält sich mehr an den Wortlaut, weniger an den Geist und den Sinn. Wenn er lezteres mehr thäte, dann könnten viel mehr Dinge getroffen werden, die bei der jetzigen des Beamtent will ich anführen, daß er sich um die ich einem derfelben eine solche au Falstaff erinnernde Aeußerung solche Scheußlichkeiten einschreiten will, dann fallen uns die Herren Ergreifung der Seepiraten vom Müggeljee große Verdienste erworben zutrauen könnte.( Sehr gut! im Centrum.). Weiter hat der Herr der Linken in den Arm und jammern über die Gefährdung der hat, aber von der Stunst scheint er noch weniger zu verstehen, wie der Abgeordnete berichtet, meine Ausführungen wären so fein Freiheit der Kunst. Sie sagen, es braucht ja niemand in dieje Elefant vom Flöten blaien.( Sehr richtig! links.) Aber nicht nur der Kunst, juristisch gewesen, daß es den Herren ganz dumm zim Kopf Theater hineinzugehen. Wer hineingeht, ist abgebrüht genug, und sondern auch den Industrieprodukten wird die jest herrschende Brüderie geworden wäre. Ich kann diese Wahrnehmung nicht bestätigen es muß auch Schanstellungen für abgebrühte Leute geben.( Seiterkeit.) gefährlich. Da ist auf die Anzeige eines Pfarrers das Plakat einer Korsett- Heiterkeit), sondern ich muß den Herren das Zeugnis geben, daß sie Aber das weiß nicht jeder, der aus der Fremde nach Berlin kommt, fabrik vom Bahnhof entfernt worden. Ich habe das Plakat hier, bis zum Schluß mit mir flar und objektiv diskutiert haben. Wenn daß das Theater, das den Titel Residenz- Theater führt, auf jehen Sie selbst, ob es unzüchtig oder schamlos ist.( Heiterkeit.) Hat einer der Herren von sich selbst eine andre Ansicht haben sollte, so io niedrigem künstlerischen Niveau steht. der Geistliche an den nadten wilden Männern hier oben in der Ecke kann ich nicht dafür.( Heiterkeit.) Dann ist der Herr Vorredner Singipielhallen den jungen Lenten für abscheuliches Zeug geboten, Anstoß genommen? Die sind aus dem preußischen Wappen.( Große darauf zurückgekommen, daß ich gestern gesagt hätte: die Erregung Heiterkeit.) Oder etwa an dem ausgeschnittenen Kleide der weib- der Künstler sei nicht wunderbar, weil ihnen die juristische Logit lichen Berson,( Ruf links: Hofdame nein, es ist keine Hofdame, so abgehe. Ich muß diese Behauptung aufrecht erbalten, sche aber darin tief ist der Ausschnitt nicht.( Heiterfeit.) Es wäre vielleicht nichts Verletzendes für die Künstlerwelt. Ebenso wie ich es keinem folgerichtig, wenn überhaupt Korsetts als unzüchtig nicht mehr in Künstler verübeln würde, wenn er mir sagte, ich kenne die Gesche der den Auslagen der Läden liegen dürften. Bedenken Sie aber doch, ästhetischen Stritik nicht genügend, ebenso wenig fann ein Stünstler etwas unfre ganze Kunstindustrie wird gefährdet. Gerade auf dem Gebiete dabei finden, wenn ich ihm sage, daß er auf dem Gebiete der der künstlerischen Reproduktion haben wir uns einen Weltruf erworben. juristischen Logit nicht bewandert sei, denn ihre Gesetze beruhen nicht Ohne Ruditäten geht es eben nicht ab, auch in der Keramit, der auf Eingebung und Phantasie, sondern werden auch auf Grund von Kleinplastik nicht, jie alle können ohne künstlerische Afte nicht auskommen. Anlage und eingehendem Studium erkannt. Was mm den§ 184a Nach der Ansicht des Kollegen Rören giebt es kaum etwas schamlojeres betrifft, so hat der Herr Vorredner ihn als Monstrojität, als die Leda mit dem Schwan. Nun ist mir von einem Kunstkenner, Monstrum und Kautschuk bezeichnet. Ich glaube nicht, daß Auslegung unbestraft bleiben. Herr Stollege Schrader bezeichnete bie dem ich unbedingt vertrane, gesagt worden, ich habe mich auch noch er mit derartigen Expektorationen auf das Haus Eindruck Kunst als eine Gottheit, über die kein Richter urteilen dürfe. Der durch ein Buch darüber informiert, daß an der Mittelthüre der machen wird.( Sehr richtig! im Centrum.) Für mich beweisen Gedanke fehrt ja auch in einigen Protesten der Künstler wieder. Wäre Peterskirche in Rom große Broncen von hervorragenden Meistern sie mur, daß es ihm an Argumenten fehlt. Der§ 184 fann nur in das aber richtig, so müßten Sie auch folgerichtig das geltende Gesetz ausgeführt sind, von denen die eine Christus mit den Verbindung mit dem§ 184a verstanden werden. 184a spricht von beseitigen. Kollege Müller sprach von der Gefährdung der Industrie. Aposteln darstellt. Zur Seite sind Arabesken und alt Dingen, die das Echamgefühl verlegen ohne unzüchtig zu sein. Wenn die Industrie, die sich mit der Verbreitung solcher Anstößigkeiten mythologische Darstellungen angebracht, und die eine geigt§ 184 spricht von unzüchtigen Dingen oder wie man es sonst bes beschäftigt, weniger gute Geschäfte macht, so ist das gar nicht Corregios Leda mit dem Schwan. Gehen durch diese Mittelthir zeichnet von Dingen, die das Schamgefühl auf geichlechtlichem bedauerlich. Man hat hier von Heuchlern auf unsrer Seite nicht auch unreife junge Menschen, die in der Mythologie Bescheid Gebiet berlegen. Wir haben es aber mit Verletzungen gesprochen und da ist auch ein Name genannt worden, eines wissen, sehen nicht die jungen Alumnen auch diese Darstellung? des Schamgefühls auf geschlechtlichem Gebiet und auf dem Gebiet, Mannes, auf den diese Bezeichnung zutrifft. Aber wollen Sie Und die Abbildungen will man hier aus den Schaufenstern das außerhalb des Geschlechtslebens liegt, zu thun. Die einen uns denn insgesamt diesen Vorwurf machen, dann hört ja jede der Läden entfernen. Selbst in katholischen Kreisent werden sind nach§ 184, die andern nach§ 184 a strafbar.§ 184 besteht rubige Debatte auf. Ich glaube nicht, daß. wenn die vorliegenden Stimmen laut, die sich gegen solchen Zelotismus wenden. jetzt schon, es fragt sich also, ob es notwendig war, über ihn hinans- Baragraphen Gejegeskraft erlangen, viele Künstler davon betroffen Eine katholische Zeitschrift: Die litterarische Warte" wirft die Frage zugehen. Dafür, daß dies nötig ist, kann ich Ihnen einen klassischen werden würden. Die Kunst darf nicht auf Abwege geraten, die nicht auf, warum die katholische Kunst am Marasmus dahinwelft, und Bengen anführen, einen hochangesehenen Gelehrten und hervor eines Menschen, sondern mehr einer Schweineherde würdig sind. als Antwort darauf heißt es: Die tiefste Ursache für unire ragenden Juristen. Er wünschte von mir zu wissen, was für Sachen( Lebhafter Beifall im Centrum und rechts.) Geh. Nat Kruse: Juferiorität ist unser mangelndes Verständnis für das Fortschreiten vorkämen, die inter§ 184a, also unter Roheiten nicht geschlechtlicher der nationalen Kunst. Bei§ 184b find Sie ja bestrebt ge- Natur fallen könnten. Ich habe ihm einige folcher Sachen vor Vom Minister des Hunern für Preußen sind die nötigen Aus wesen, die Giftzähne auszunehmen, aber es ist Ihnen gelegt, worauf er sagte: aber das ist ja unzüchtig. Ich erweisungen gegeben worden, um fünftighin das Obsture von den doch nicht gelungen. Er bleibt auch jetzt für uns unwiderte: ja im Sinne des Volks ist das unzüchtig, aber Theatern fernzuhalten. Die§§ 184a und 184b beziehen sich nicht annehmbar. Denn Gummielastikum ist erstens einmal der nicht nach der Judikatur des Reichsgerichts, denn es hat mit geschlecht auf Anstößigkeiten auf geschlechtlichem Gebiet, nicht gegen Begriff des Aergerniserregens. Dann findet sich auch hier lichen Dingen nichts zu thun. Also selbst ein hervorragender Jurist unflätereien. Es ist wahr, es giebt auf unsren Theatern die Bedrohung von Handlungen, die, ohne unzüchtig zu fein. hat zugeben müssen, daß die heutigen Geseggeber nicht ausreichen, jest manchmal Frivolitäten. Aber Unflätereien, wie fie das Schamgefühl erheblich verletzen. Die ganze Verantwortung wird um alles zu bestrafen, was in der That das Schamgefühl verletzt. das vorige Jahrhundert, wo der Hanswurst auf dem Theater jetzt vom Autor auf dem Schauspieler gewälzt. Die Folge davon Uebrigens verweise ich Sie auch auf die Neujahrskarten, illustrierte herrschte, hervorgebracht hat, tommen jezt nicht mehr vor, höchstens ist, daß der Schauspieler der Censor des Autors wird. Wie sollen Postkarten und all die Dinge, die in den Schaufenstern gewisser daß sich im Eirfus ein Clown eine derartige Infläterei erlaubt, Schauspieler den Mut finden, den" Faust" oder gar die„ Räuber" dar- Geschäfte ausliegen, und das Schamgefühl jedes anständigen Menschen deren Wiederholung aber auch bald verhindert wird. Was zustellen. Wenn sie konsequent sein wollen, müßten Sie noch eine verlegen, ohne von geschlechtlichen Dingen zu handeln. Noch ein Beispiel nun die neue Fassung des§ 184b betrifft, so meine ich, Reichs- Kleider- Ordnung und ein Reichs- Gebärden- Gesetz beschließen. muß ich Ihnen anführen. Ich erhielt vor furzem einen Brief von ihm find die giftigen Zähne ausgebrochen. Er wird ein ziemlich Das wären dann die notwendigen Ausführungsbestimmungen, von einem englischen Landgeistlichen, dem eine Anzahl von Abbildungen beichauliches Dasein in den Gefeyzbüchern und Kommentaren führen, denen der Herr Staatssekretär Nieberding bei der Audienz ge- der schmusigsten Art beigefügt waren. Der Geistliche schrieb dazu( Heiterkeit) und er wird kaum in die Arena der Gerichte hinabsprochen hat. einen Brief voller Entrüstung, in dem er mir mitteilte, daß sein zusteigen brauchen. Im Namen der verbündeten Regierungen bitte Eine besondere Veranlassung habe ich noch, auf Herrn Euder- Sohn von einer Erholungsreise nach Deutschland diese Karten mit ich Sie deshalb dringend, diesen Paragraphen als überflüssig abmann einzugehen. In dem stenographischen Bericht der Rede des gebracht habe. Er könne es nicht verstehen, daß gerade in Deutsch zulehnen.( Lebhafter Beifall links.) Herrn Rören ist Herr Sudermann etwas besser weggekommen, als land feine Geseze gebe, die eine solche Beschußung im Plenum. Abg. Dr. Deinhard( natl.): Aber diesen gefeierten Dichter muß ich doch in Schutz und Verführung von Kindern verhinderten. Herr Müller nehmen. Im Bolte würde man es nicht verstehen, wenn ich es hat von dem Kautschukbegriff:„ in ärgerniserregender Weise" Wir haben den ursprünglichen Zweck der Vorlage, den Kampf Dieser Begriff unterließe. Zwei Werke von Herrn Sudermann haben vor allem Anstoß gesprochen. der bisherigen gegen Zuhälter- und Dirnentum freudig unterstützt. Mit dem Vorerregt. Zunächst„ Sodoms Ende". Es wurde vom früheren Berliner Braris Gerichte eine derartig feste Auslegung ge- gehen gegen die Kunst sind wir nicht einverstanden. Wir schließen Polizeipräsidenten verboten. Herr v. Richthofen sprach dabei die funden, daß ich nicht verstehe, wie ein Jurist ihn als Kautschuk uns der Protestbewegung der Künstler an, sie ist durchaus nicht ( Der Redner bleibt taffischen Worte: Die ganze Richtung paßt uns nicht. Zwei bestimmung bezeichnen fam.( Sehr gut! rechts.) Ebenso hat man fünstlich gemacht, sondern sehr berechtigt. Ministern wurde darauf das Stück separat vorgespielt: Herrn v. Goßler den Begriff der Ausstellung an Orten die den öffentlichen Verkehr ziemlich unverständlich.) Die feinen Unterscheidungen werden von und Herrn Herfurth. Letzterer gestattete die öffentliche Aufführung. dienen", für sehr ausdehnungsfähig gehalten. Auch das ganz ohne unteren Polizei- Organen nicht vorgenommen werden können. Nehmen Er war ein ganz moderner Mensch und sagte: ich habe mich gefragt, ob Grund. In§ 184 Nr. 3 ist von„ Orten, die dem Publikum zu wir einmal einen Gendarmen. Er geht morgens auf der Straße meine Frau dicses Stück sehen darf und habe diese Frage bejaht. Die Worte gänglich find", die Rede und in§ 184a von Orten, die dem öffent- und schaut auch gern in die Laden hinein und sicht da zum erstenmal die die find durch Herrn Dr. Oskar Blumenthal verbürgt, zu dem sie ge- lichen Verkehr dienen". Damit ist Sache ganz klar Figur von Schaper Aporyomenos". Ich nenne sie keine göttliche, sondern sprochen worden sind. Ist das nicht auch ein ganz richtiger Stand gestellt, denn der Gesetzgeber braucht nie einen verschiedenen eine menschliche Figur, die durch wunderbare Feinheit, durch den punkt? Wer soll denn der normale Mensch mit dem normalen Ausdruck für denselben Begriff; es handelt sich demnach hier um Rythmus ihrer Bewegungen zum großen Kunstwerk wird. Festzus Sittlichkeitsgefühl sein, etwa ein 16 jähriger Badfisch? Das zweite zwei verschiedene Begriffe. Oeffentliche Museen, Gärten, Aus- stellen, daß das Bild in ergernis erregender Weise ausgestellt war, Stück, das Anstoß erregte, war sein" Johannes". Ein Blatt, das stellungen usw., aus denen irgend jemand die Befugnis hat, Fremde fällt nicht schwer. Leute, die so etwas behaupten, finden sich immer. Herr Gröber doch einigermaßen als maßgebend anerkennen wird, ist herauszuweisen, sind„ Orte, die dem Publikum zugänglich find". Nun soll die zweite Bestimmung des Gesetzes erfüllt werden, zu der württembergische Staatsanzeiger". Dieses Blatt schrieb: Gs Straßen, öffentliche Bläge usw. Orte, die dem öffentlichen Verkehr ermitteln, ob das Schangefühl gröblich verlegt wird. Der Gendarm ist unerfindlich, wie ein Werk, das in seiner Tendenz die christliche dienen". Das ist die Auffassung der verbündeten Regierungen. ist in der Kaserne mehr zum brauchbaren Verteidiger des VaterLiebe verherrlicht, von ciner Berliner Bühne durch die polizeilichen Herr Bassermann meinte, welcher Richter wird sein Urteil Tandes ausgebildet, als daß ihm Gelegenheit gegeben wäre, fich " der hat aber int Ueber ( Schluß siehe 2. Beilage.) Allgem. Kranken- und Sterbefasse der Metallarbeiter.( E. H. 29 Hamburg, Filiale Berlin 4). Sonnabend, den 17. März, abends 8½½ Uhr: Mitglieder Versammlung bei Frizz Wilke, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Kandidaten- Aufstellung. 3. Verschiedenes. in der Specialität des Schamgefühls auszubilden. Hier aber soll| über den Begriff schön aufgezählt. Am Schluß fagt| Siegesgedanken zu verkörpern, der das Wachstum Preußens feiert. cr ermitteln, ob sein Schamgefühl gröblich verlegt ist. Wie macht dann der Verfasser: Es fann auch noch andre geben."( Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Was schön ist in der er das? Er stellt sich vor, wie wäre dir zu Mute, wenn du in( Große Heiterkeit.) an den Mangel Definitionen Weltgeschichte soll nicht verborgen und versteckt werden. Wir wollen einer solchen Haltung als Atleth daständest!( Stürmische Heiterkeit.) tamm uns auch die juridische Logik des Herrn Staats es nicht bestrafen und verkümmern lassen. Darum weg mit diesem Er denkt sich als ausgezogener Gendarm und nicht als göttlichen sekretärs nicht hinweghelfen. Gerade der Begriff, was schamhaft, ist Paragraphen! Die freie Kunst für unser ganzes Volk. Ringkämpfer.( Stürmische Heiterkeit.) Nun schämt sich der Gendarm. ungemein schwankend. Sind doch in mittelalterlichen Kirchen Ab( Stürmische Heiterfeit.) Sie können sich wohl nicht vorstellen, daß sich bildungen vorhanden, die jeder von uns Anstand nehmen würde, in ein Gendarm schämt?( Erneute Heiterkeit.) Ich will es Ihnen einmal feinen Privatzimmern aufzuhängen( Sehr richtig!) und niemand hat in einem Bilde kurz darlegen. Wie wenn im Frühsommer die seiner Zeit etwas Sündhaftes darin gesehen. Weil aber alle diese Begriffe blassen Schatten der Nacht zurückweichen vor dem silbernen kommenden schwanken, müssen notwendig Mißgriffe vorkommen. Schon jetzt kommen Tag und allmählich das Licht dieselben goldenen Farben annimmt, genug vor. Groß gezogen wird nur die häßliche Heuchelei. bis plöglich siegreich Eos mit den rosigen Fingern erscheint und( Lebhafter Beifall.) Der Künstler muß frei schaffen, auf sein Schaffen Wetter Prognose für Freitag, den 16. März 1900. das rosige Licht sich verbreitet über Feld und Wald, dürfen solche Gedanken nicht einwirken, man kann auf künstlerische Zunächst etwas wärmer, vorwiegend trübe mit Niederschlägen und über Leben und Natur, so strahlt dann der Gendarm Gedanken nicht jagen wie mit Hunden auf Hasen, fie stellen sich nur frischen westlichen Winden, nachher aufklarend und etwas kälter. in dem rosigen Licht, in dem er sich schämt.( Stürmische Heiterfeit.) ein, wenn der Mensch sich frei fühlt von jedem Zwang. Und woSezt sind also die Bedingungen gegeben, die notwendig sind, damit für soll alles das gemacht werden? Auf die Gesetzgebung der Gendarm die Sache vor den Richter bringt. Er nimmt also den Frankreichs wird hingewiesen, aber sehen Sie einmal an, W. L., Siboldstraße. Beschweren Sie sich zunächst bei der Direktion unglücklichen Apogyomenos zum Richter, zum Strafrichter, der kein wie die gerühmte Gesetzgebung Frankreichs gehandhabt wird! Burg. Schon vor einigen Tagen erledigt. Kunstrichter ist. Von Aesthetik versteht er nicht viel. So macht Ich war lange Zeit in Paris, na, genug!( Große Heiterkeit.) Wir des Krankenhauses. V. F. 24. Der Stempel scheint noch nicht sehr alt. Die Schrist er es wie der Gendarm und beginnt sich wie dieser zu schämen. wollen die gesunde Erziehung zur Kunst. Dem Volf muß die Mög gattung ist gothisch. Den anscheinend lateinischen Zuhalt der Umschrift ( Stürmische Heiterkeit.) So können Urteile zu stande kommen. lichkeit gegeben werden, an der Kunst sich zu erfreuen, es muß haben wir wegen der Undeutlichkeit nicht entziffern fönnen. Machen Sie fie au verstehen. Was heißt denn das, die Schamhaftigkeit gröblich verletzen"? lernen, Darum sehe ich in dem einen Abdruck mit Stempelfarbe auf Papier, der deutlicher ausfällt als Schen Sie sich die Sache doch mal selber an.( Große Heiterkeit.) Schmuck der Sieges- Allee eine so große That.( Stürmische auf Siegellack und wenden Sie sich an einen Antiquitätenhändler. Am Mit der Definition ist es ein eigentümlich Ding. In den Vor- Heiterkeit links.) Darüber ist nicht zu lachen.( Ernente Heiterkeit.) nächsten wohnen Ihnen von solchen: B. Bibo, Oranienburgerstr. 9, und esungen Friedrich Vischers werden eine Reihe Definitionen Ich finde den Gedanken erhaben, in einer Reihe von Statuen den A. Sello, Krausnicftr. 13. I ur en Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 16. März. Opernhaus. Der Bärenhäuter. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Die Tochter des Erasmus. Anfang 7 Uhr. Buß Salon, Urania Palast- Theater Blondestens on 22 Taubenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv Hörsaal: Dr. Schwahn:" Urgeschichte der Erde." Invalidenstr. 57/62: früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Ganz Berlin amüsiert sich über das wunderbare neue Grosse März- Programm. Roloffaler Beifall bei dem Auftreten der erstklassigen Kunst- Specialitäten. Neu! Die elektr. musikalische Neu! Demonstration. Um 81 Uhr: Gr. Lacherfolg. Direttor Winkler und Fröbel in der HochDeutsches. Der Probekandidat. An- Tägl. Sternwarte. drastischen Gesangsburleste fang 7 1hr. Lessing. Kean. Anfang 72 Uhr. Berliner. Freilicht. Anf. 72 Uhr. Neues. Nackte Kunst. Anfang 72 Uhr. Schiller. Macbeth. Anfang 8 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Westen. Der Zigeunerbaron. An- Nur noch kurze Zeit! fang 7 Uhr. Thalia. Jm Himmelhof. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Luisen. Kean, oder: Genie und Leidenschaft. Anfang 8 Uhr. Central. Die Puppe. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Der Minenkönig von Transvaal. Anfang 8 Uhr. U Belle Alliance. Die Reise nach Amerika. Anfang 8 Uhr. Victoria. Dichter und Bauer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Othello, der Mohr von Benedig. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Int Reiche des Indra. Anfang 7 Uhr. Valaft. Specialitäten Vorstellung. い Der felige Zwiebelmann. Anfang 71/2 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Paffage Panoptikum. Specialis a täten Borstellung. Urania. Juvalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv". Der indische Fakir Kalakutta und der Zauberkünstler Mr. Jérôme. CASTANS PANOPTICUM Neu! Neu! Neu! Der jelige Zwiebelmann. Anfang 7 Uhr. Kaffeneröffn. 62 Uhr. Vorverkauf: Vormittags v. 11-1 Uhr. Sonnabend, den 17. März: Geschlossen. Sanssouci Kottbuserstr. 4 a. Freitag und Sonnabend: Keine Soiree. Sonntag, den 18. März: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Neu! Neu! Wir von der Kavalleric. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Anfang der Vorst. 7 Uhr. Cirkus Busch. Nur noch kurze Zeit! Heute Freitag, den 16. März, abends 7 Uhr: Gr. Ein Riese Gala- Clown- Abend. der englischen Armee Sergeant Th. Dalroy 2 m 30 cm hoch! Oberbayrische Sänger und Schuhplattler- Gesellschaft. Zum 127. Male: Die Camorra. 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( E. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 17. März, abends 81/2 Uhr, bei Frik Wilke, Andreasstraße 26: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht pro Februar 1900. 2. Kandidaten Aufstellung. 3. Verschiedenes. Um Gesangsaufführung, Auftreten der Berliner Volkssänger- Gesellschaft Lewandowsky. abreiches und pünktliches ErDA 215/3 Grosser Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf., an der Kasse 30 Pf. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Achtung! Drechsler. Achtung! Sonnabend, den 17. März, abends 8% 1hr, im Lokale des Herrn Mörschel, Jüdenstraße 35/36: 81/8 Das Komitee. Die Ortsverwaltung. NB. Wir ersuchen diejenigen Mitglieder, welche in der Februar- Ver: jammlung anwesend waren, vollzählig zu erscheinen. 28996 Suppe, Gemüse, Mittagstisch Braten it. Kompott. infl. Bier 50 Pf.) Köpnickerstr. 55a. Bum18. März Die im März fällige Nummer des Agitations- Organs „ Die Fackel" ist textlich dem Deutschlands. Sektion Berlin I. Sonnabend, den 17. März, abends 1/29 Uhr, Sophienstraße 5: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Ingenieurs Herrn Grempe über:" Die Entwicklung des Automobilismus und die damit verbundenen Vorteile für den Berkehr. 2. Berichterstattung des Kartelldelegierten Kollegen F. Abraham. 3. Ber: bandsangelegenheiten. 266/9 Kollegen willkommen. Der Vorstand. Charlottenburg. Volks- Versammlung Sonntag, den 18. März, nachmittags 1/2 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstraße Nr. 94. Tages Ordnung: Der achtzehnte März. Referent: Reichstags: Abgeordneter Kunert. 201/52 Der Vertrauensmann. Achtung! Achtung! Rummelsburg- Stralau. Am Sonntag, den 18. März, nachmittags 2 Uhr, im Lokal der Wwe. Schonert( Café Neu- Seeland), Stralan: Kommiſſions- Sihung der Drechsler. Andenken der Märzgefallenen Volks- Versammlung NB. Jeder in Arbeit stehende Drechsler ist verpflichtet, um den Beschlüssen des Verbands nachzufommen, pro Woche mindestens 1 Mark zum Streiffonds zu zahlen. Die Bertrauensmänner haben dafür zu sorgen, daß jeder zahlt. Anfang nächster Woche findet eine Vertrauensmänner Versammlung der Drechsler für das Centrum statt. Wo und wann siehe am Sonntag im Vorwärts". 3. A: Paul Bünte. " gewidmet und erscheint daher als März- Zeitung" 8 Seiten Groß- Folio. Preis pro Nummer 10 Pfennig. Wabatt. Verband der Möbelpolierer efellungen bitten jofort zu richten an Carl Dimmick, Berlin S. Berlins und Umgegend. Luisen- Ufer 11. [ 39152* Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referentin Frau Mesch. 222/7 2. Stellungnahme zum 1. Mai. Zur Deckung der Unkosten wird ein Enfree von 10 Pf. erhoben. Die Vertrauensleute. Zu zahlreichem Besuch laden ein Socialdemokrat. Verein zu Schöneberg. Sonnabend, den 17. März 1900, Freitag, den 16. März, abends 8 1hr, im gofale„ Königsbaut, Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter im Saale der Schloß- Brauerei, Hauptstraße 112: Große Frankfurterstraße 117: 145/10 Große Versammlung. Tagesordnung: Situationsbericht über den Streif. Mitgliedsbuch legitimiert. E Deutschlands( Zahlstelie Berlin V). Gruppe Rabikspanner und Träger. Kontrollfarte oder Sonntag, den 18. März, vormittags 10 Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobftraße 75: Die Kommission. Fachverein der Holz- u. Bretterträger Mitglieder- Versammlung Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. März, vormittags 10% Uhr, im Lokale des Serrn Wilke, Andreasstraße 26: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: Lages Ordnung: 1. Bericht der Konferenz vom 11. März 1900. 2. Wahl der Delegierten zur Brovinzial- Konferenz. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Versammlung wird punkt 10 Uhr eröffnet. Die Ortsverwaltung. 32/12 Vereinsvergnügen. Recitationen. 15/2 Gesangs- Aufführungen. Humoristische Vorträge. Tanz. Anfang 8 Uhr. Entree 10 Pfennig. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Ginlaß gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuchs. Für Dampferpartien und Ausflüge! remsangelege unit and set style and be infertung ber, Stigler: Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter Zum Sportshaus" in Ziegenhals bei Zeuthen. 1. Wie wir uns zum Streit der Rusperrung 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. 84/4 Umt zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verein der Bananschläger Berlins Umgegend. und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 19. März, abends 8½ Uhr, bei Graumann, Naunynstr. 27: St Zonster, Jan the Bark, amidan 10%, Mor, Ausserordentliche General- Versammlung. Am Sonntag, den 18. März, vormittage Uhr, im Lokal Herrn Wuste, Grenadierstr. 33: Ausserordentliche General- Versammlung. 33/14 Tages- Ordnung: Statutenberatung. Der Vorstand. Lichtenberg- Friedrichsberg. Sonntag, den 18. März, mittags 12 Uhr: Oeffentl. Kommunalwähler- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Curt Freudenberg über: Der 18. März und feine Bedeutung". 2. Disfussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Eintritt nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuchs. Diejenigen Mitglieder, die noch Billets vom Maskenball haben, werden ersucht, so schnell wie möglich abzurechnen. Zu der Vorstellung in der Urania" am Sonntag, den 1. April, nachmittags 4 1hr, sind noch Billets zum Preise von 75, 60, 50 f. zu haben beim Staffierer Hense!, Reichenbergerstraße 59. 141/11 Der Vorstand. Verband des technischen Bühnenpersonals. Sonnabend, den 17. März, abends 11 1hr, im Englischen Hof", Nene Rofstraße 3: Versammlung. in Höflichs Ball- Salon, Frankfurter Chauffee 120. Tagesordnung: 1. Unser Flugblatt in bürgerpartellicher Be- Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Victor Fränk leuchtung. 2. Distufion. Infer Staablatt, in 222/8 über: Wie berücksichtigt das Bürgerliche Gesetzbuch die wirtschaftlich Schwachen? Da die Versammlung mur bis 2 Uhr tagen darf, ist pünktliches Er: 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Abrechnung vom Maskenball. 4. Berschiedenes scheinen nötig. Das Wahlkomitee. und Fragefasten. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worie mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 101K* [ 2914b] Der Vorstand. Görlitzer- u. Stadtbahn.) Neu eröffnet! Gänzlich renoviert! Herrlich am Wald und Wasser gelegen, Dampfersteg. Bereine und Gesellschaften bitte recht zeitig anzumelden. Jede Auskunft, 38139* auch per Telephon, bereitivilligst. Hugo Engel, Berlin O., Tilsiterstr. 87. Tel.: Amt VII, 3242. Unsinn ist Viel Geld für Hüte auszugeben, man erhält auch zu billigen Preisen gute Sachen, wenn man die richtige Bezugsquelle fennt.[ 37889* Knabenfilzhüte 1-3 m. Herrenfilzhüte, weich 1,75-5,50 fteif 2,00-5,50 Cylinderhüte 4,00-11,00 Chapeaux claques 8,00-10,00 " " im Einzelverkauf bei Arnold& Eggert Out- Engros- Geschäft Waldemarstr. 44, part. Kein Laden. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilz. wöchentl. 1 M Zähne 2 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Sprechst.9-7 Kleine Anzeigen. 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Vor Verkündigung des Resultats der Abstimmung erhält das socialdemokratischer Seite gestellten Antrag, den Genosse Hinge beWort zur Geschäftsordnung gründete, einem Ausschuß überwiesen, der möglichst noch mehr Klarheit über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter schaffen soll. Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich möchte darauf hinweisen, daß bei der vorigen Addition ein Rechenfehler mit unterlaufen ist. Die 50-60 Mitglieder, die vorhin den Antrag auf namentliche Abſtimmung gestellt haben, müssen unbedingt als anwesend gerechnet werden.( Widerspruch links.) Berichtigung. In dem gestrigen Reichstagsbericht ist aus Bersehen der Wortlaut der Stelle in der Rede des Genossen Stadthagen weggeblieben, auf welche der Ordnungsruf des Präsidenten erfolgte. Abg. Stadthagen sagte: Hier liegt mir das„ Berliner Tageblatt" vor, das ja auch in der sogen. Bekämpfung der Socialdemokratie und in der Hochhaltung der Fahne für Ordnung, Unzucht und Flotte macht. Präsident Graf Ballestrem erklärte hierauf: Die Ordnung sei die Grundlage des Staats, die Flotte eine Institution des Reichs, und diese staatliche Einrichtung mit der Unzucht in Verbindung zu bringen sei parlamentarisch unzulässig. Berliner Partei- Angelegenheiten. " Ueber die technische Konstruktion des§ 184b ist noch von feiner Seite geredet worden. Ich will das nachholen und den Paragraphen einmal unter die juristische Lupe nehmen. Da ergiebt sich, daß er nicht aus einheitlichem Guß gemacht ist, sondern aus einer Reihe von mildthätigen Beiträgen sich zusammensetzt.( Heiterkeit). Das Resultat ist ein monströses juristisches Gebilde, das zu den schwersten Bedenken Anlaß giebt. Schon ein unanständiges Lächeln kann das Schamgefühl eines besonders Empfindsamen verletzen. Dinge, die auf der Straße erlaubt sind, würden im Theater unter das Strafgesez fallen. Das geht doch gar nicht an. Soll denn der§ 184 b auch Vorgänge im Zuschauerraum treffen? Erster Wahlkreis. Die Parteigenossen und Genossinnen die Die Rechtsprechung wird außerordentliche Schwierigkeiten mit diesem Paragraphen haben. Mir ist die juristische werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Sonntagabend 7 Uhr Seite gleichgültig, ich stimme aus principiellen Gründen dagegen. in Cohns großem Festsaal eine öffentliche Versammlung stattfindet. Bloß den Juristen auf der Gegenseite wollte ich meine juristischen Dr. Mar Schütte spricht über die Bedeutung des 18. März für Bedenken ins Gesicht machen.( Beifall links.) das Proletariat. Nachdem gemütliches Beifammensein mit Tanz. TechAbg. Dr. Stockmann( Rp.) verteidigt unter großer Unruhe des Hauses die Kompromißanträge. Er bleibt dabei, daß die Künstler aufgehetzt seien. Die Vorlage wolle das Gemeine, nicht die Kunst treffen. Abg. Schrader( frs. Vg.) wiederholt seine schon neulich abgegebene Erklärung, daß für die neuen Gesetzesbestimmungen tein Bedürfnis vorliegt, die Dehn barkeit der fraglichen Bestimmungen aller Kunst sehr gefährlich werden können. Ein Bertagungsantrag der Abgg. Graf Hompesch, Dr. Stod mann und v. Levezow wird abgelehnt, da sich vom Centrum nur einzelne Abgeordnete erheben. Zweiter Wahlkreis. Am Sonntagvormittag 11 Uhr spricht Genosse Bebel in Kliems Festsälen, Hasenheide 14-15, über den 18. März. Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. Der socialdemokratische Verein in Johannisthal hält Sonnabend seine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen Lankow über Volksschule und Junkertum. Für Rummelsburg- Stralau findet Sonntagnachmittag 2 Uhr im Lofal der Witve Schonert eine Volksversammlung statt, in welcher Frau Mesch über die Bedeutung des 18. März spricht. die des Bayrischer Bundesbevollmächtigter Graf Lerchenfeld: Ich muß den poetischen Ausführungen meines Landsmanns leider Der Friedhof der Märzgefallenen wird sich an dem diesin einigen Bemerkungen entgegentreten. Ich halte das für meine jährigen 18. März den Besuchern in noch vernachlässigterem Pflicht als Vertreter der bayrischen Regierung, die seiner Zeit Wert darauf gelegt hat, daß der§ 184a, und nur von dem sprach ich, in den Abg. Singer( Soc.): Die Auffassung des Vorredners ist total 3 ustande als sonst darbieten. In dem ganzen vorigen Jahr ist noch nicht einmal so Entwurf aufgenommen worden ist. Der bayrischen Regierung wird irrig. Nach der Geschäftsordnung kann niemand gezwungen werden, nichts von Belang daran gethan worden im allgemeinen nicht vorgeworfen werden können, daß sie kein der einen Antrag gestellt hat, bei der Abstimmung anwesend zu sein viel, als nötig gewesen wäre, um wenigstens einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen. Daß der Zaun und das Eingangsthor, Interesse für Kunst hatte oder daß ihre Auffassung der Kunst oder mit ja oder nein zu stimmen. eng, altmodisch und rückläufig sei. Wenn wir trotzdem Abg. Richter( frs. Vp.): Nachdem die Mehrheit den Schluß die durch ihre häßliche Dürftigkeit die weihevolle Stätte verunzieren, § 184a empfehlen, so liegt der Grund darin, daß forcieren wollte, hat die Linke von allen ihr zu Gebote stehenden noch nicht beseitigt sind, wird durch die lange Dauer des benach Ansicht meiner Regierung dieser Paragraph mit der geschäftsordnungsmäßigen Mitteln Gebrauch gemacht. Nicht die Zahl rüchtigten Portalstreits entschuldigt. Aber dieser EntschuldigungsKunst überhaupt nichts zu thun hat und keine Beschränkung der der Hüte ist für die Abstimmung maßgebend, sondern die Zahl der grund läßt sich nicht auch für die Verwahrlosung des Friedhofs selber geltend machen. Die städtische Parkverwaltung, deren AufKunst enthält.( Bravo! rechts und im Centrum.) Niemand wird hier im Saale anwesenden Mitglieder.( Sehr richtig! links.) Vicepräsident Schmidt: An der Abstimmung haben sich nur sicht der kleine Friedhof unterſtellt ist, sieht dem fortschreitenden es als Aufgabe der Kunſt bezeichnen wollen, Dinge herzustellen, 191. Abgeordnete beteiligt. Das Haus ist also nicht beschlußfähig. Verfall der Grabdenkmäler anscheinend mit vollkommenſter Gleichwelche das Schamgefühl gröblich verlegen. Es Sie läßt auch der Ephendecke des Massengrabes ja nicht von der Herstellung, von der Verbreitung, vom Vertrieb, Ich beraume die nächste Sigung an auf Freitag 1 Uhr mit folgender gültigkeit zu. auch nicht von der Ausstellung im allgemeinen, sondern nur von der Tagesordnung: 3. Lesung der lex Heinze; 3. Lesung des Münz- feine hinreichende Pflege angedeihen. Der Epheu ist bereits seit Ausstellung in Schaufenstern. Wer die Galerien, wer eine Ausstellung gesetzes; 2. Lesung der zurückgestellten Paragraphen der Gewerbe- Jahren an vielen Stellen völlig zerstört, so daß die kahle Erde hervortritt. Wenn bisher wirklich jemals die ernste Absicht bestanden besucht und Anstoß an einem Bild nimmt, hat es sich selbst zuzu- Ordnung. schreiben, denn es stand ihm ja frei, die Ausstellung zu besuchen hat, den Friedhof in einen angemessenen Zustand zu versetzen, so Schluß 71/2 Uhr. hätte dies längst geschehen können. Durch den Portalstreit wäre die oder nicht. Anders aber steht es doch mit den Schaufenstern. Das Parkverwaltung nicht daran gehindert worden, wenigstens zur ErBublikum hat ein Recht darauf, dagegen geschützt zu werden, daß haltung der Denkmäler und zur Erneuerung der Ephendecke bei durch Ausstellungen in Schaufenſtern ſein Schamgefühl gröblich verzeiten das Erforderliche zu thun. Man muß in der That vermuten, letzt wird. daß es gewisse Leute in der freisinnigen" städtischen Verwaltung am liebsten gesehen hätten, wenn der Vorschlag der antisemitischen Staatsbürger Zeitung", den Friedhof dem Erdboden gleich zu machen, hätte ausgeführt werden können. hat in seiner am Mittwoch abgehaltenen Sitzung die Etats der Der Etats- Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung Gemeindeschulen und Hochbauten erledigt. Beim Etat der Gemeindeschulen erkundigte sich Stadtv. Bruns nach dem Schicksal des am 21. Oktober 1897 von der Stadtverordneten- Versammlung auf Antrag Singer und Genossen gefaßten Beschlusses, worin die Versammlung den Magistrat ersuchte, der Schuldeputation Frage über Einführung achtklassigen Schulsystems zur Erörterung zu übertragen und der Versammlung eine Vorlage darüber zu unterbreiten. Seit jenem Bes schluß seien nunmehr 21/2 Jahre verflossen und noch immer habe die Stadtschulrat Versammlung keine Nachricht erhalten. Bertram wies auf die Schwierigkeiten der Aufstellung des neuen Lehrplans hin, eine Arbeit, die eben diese Zeit in Anspruch genommen habe. In allernächster Zeit würde aber die Sache an die Stadtverordneten Versammlung tommen. Stadtv. Borgmann rügte den Mißstand der sogenannten gemischten Selassen, in denen die Kinder in zwei Abteilungen getrennt von einem Lehrer unterrichtet werden, und wünschte dessen Abstellung. Gleichzeitig regte er an, die Schulverwaltung möge bei Aufschließung neuer Bauterrains gleich darauf Bedacht nehmen, sich die nötigen Schul- Grundstücke zu sichern und so dafür zu jorgen, daß die jeßige S chu luot und namentlich das Elend der Stadtv. Bruns Friedrichshagen. Der Arbeiterbildungsverein hält am Sonn- fliegenden lassen nicht verewigt werde. abend, abends 81/2 Uhr, im Gesellschaftshause eine öffentliche Ver- fragte ferner den Magistrat, ob die Schuldeputation, nicht in der ſammlung ab, in welcher Schriftsteller Wilhelm Bölsche über Lage sei, den in legter Zeit wieder öfter vorgekommenen Fällen, daß Giordano Bruno referieren wird. Gäste sind willkommen. die Lehrer das Züchtigungsrecht überschreiten, entgegenzutreten. Stadtschulrat Bertram bedauerte diese AusTempelhof. Dienstag, den 20. März d. J., in der Zeit von schreitungen der Lehrer. Die Berliner Schulverwaltung habe 8 bis 11 Uhr vormittags findet im hiesigen Gemeinde- Sigungs- immer auf dem Standpunkt gestanden, daß vom 3üchtigungszimmer, Dorfstraße 17, die Neuwahl eines Gemeindevertreters für die dritte Abteilung statt. Es kann ein Unangesessener gewählt echt überhaupt nur in Ausnahmefällen Gebrauchwerden. Die socialdemokratische Partei hat sich bisher an den Ge- gemacht werden jolle. Der Verwaltung seien leider durch meindewahlen nicht beteiligt. Nunmehr aber wurde die Notwendig feit einer Beteiligung in Versammlungen des Arbeiter- Bildungsvereins Deffentlichkeit unterbreitet habe. set der Thatbestand n dem Fall, den der" Vorwärts" am Sonntag der betont. Demzufolge ist Genosse Martin Müller, Metallarbeiter, allerdings richtig dargestellt, dagegen stimme der Name Berlinerstr. 41 als Kandidat der Socialdemokratie aufgestellt. Bartei- des Lehrers und die Nummer der Schule nicht. Der prügelnde genossen. Ihr wißt, daß die Gegner versuchen, den Sieg der Social- Zehrer unterrichte in einer Schule in der Markusstraße und sei bemokratie mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu ver hindern. einiger Zeit schon einmal wegen lleber Es ist ihnen leider auch gelungen, uns alle Säle zu schreitung des Züchtigungsrechts vom Provinzial öffentlichen Wähler- wie Volksversammlungen abzutreiben. Wir sind disciplinarisch zur Schulkollegium Verant nun gezwungen, den Wählern der dritten Klasse unser Programm usw. wortung gezogen worden.( Hierzu bemerken wir, daß wir durch Flugblätter zur Kenntnis zu bringen. Zu diesem Zweck in dieser Notiz ganz richtig die Schule in der Markusstraße genannt erfolgt am Sonntag, präcise 71/2 Uhr früh, eine Verteilung. haben. Sollte die Nummer der Schule nicht richtig angegeben Treffpunkt bei Gerth, Dorfstr. 18, und Müller, Berlinerstr. 41. Die sein, so wäre das ein höchst nebensächliches Versehen; ingleichen Parteigenossen werden ersucht, hierbei thatkräftigst zu helfen. wäre der Umstand zu verzeihen, daß der polnische Name des Lehrers nicht wörtlich genau genannt ist. D. R.) Beim Hochbau Etat fragte Stadtv. Bruns, ob der Brit. Sonntagnachmittag 21/2 Uhr findet bei Püschel( Landhaus), Chauffeestraße 97, eine öffentliche Kommunalwähler- Berjamm- Magistrat schon zu der von den Bau- Unternehmern gewünschten ng statt, Referent ist Genosse Regeran. Sonntag früh 7/2 Uhr Aufnahme der Streitklausel in den Submissionsbedingungen Die Genossen werden Stelling Hoffmann genommen habe. findet Flugblatt Verteilung statt. eriucht, sich hierzu im Lofal von Dorn, Bürgerstraße 4, einzufinden. viderte, daß die vereinigten Baudeputationen am Mittwoch die StreifLiebermann v. Sonnenberg fährt fort: Der Kollege Müller- Die Gemeinderatswahl findet Dienstag, 20. März, nachmittags von in eingehender Diskussion beschlossen hätten, Meiningen hat hier seiner selbst gespottet und wußte nicht wie. Mit 1-5 Uhr statt. Das Wahlfomitee. klausel nicht aufzunehmen. Diese Mitteilung steht einem Musterkofferchen kam er auf die Tribüne und zeigte nach dem Rathaus gebrachten Schöneberg. Am Sonnabend wird vom„ Socialdemokratischen in Widerspruch mit der gestern aus Bänkelsängerart schöne Bilderchen. Herr Müller ist mit seinen Verein" in der Schloßbrauerei ein feines Vereinsvergnügen, zu Meldung, wonach wegen Streiftlaufel mit der Unternehmerorganisation Knappen gegen Windmühlen geritten.( Große Heiterkeit.) Wer sind denn die Leute, die den Lärm machen? Die Juden. In dem Mitglieder nebst deren Angehörige eingeladen sind, veranstaltet. verhandelt werden soll. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Frankfurt hat Herr Munt, in Berlin haben die Herren Salinger Löwenfeld und Bruno Meyer( Christ!), in München Herr Bernstein, in Stuttgart Herr Elsaß gesprochen. Wer vertreibt denn die unzüchtigen Bilder? Die betriebsame Rasse.' Stürmische Heiterkeit.) Sudermanns Sodoms Ende" kennt Herr Dr. MüllerMeiningen wohl nicht. Sonst hätte er es nicht erwähnt, denn gerade setzte gestern die zweite Lesung des Stadthaushalt Etats Betreffende dieses Stück hält der verfaulten Judengesellschaft ein getreues pro 1900 fort. Die zur Beratung stehenden Special- Etats wurden harrten der Spiegelbild hin. Man muß das Kunstwerk im ganzen betrachten. nach den Vorschlägen des Etats- Ausschusses angenommen. Beim Papiere abgeben, sich durch Unterschrift mit dem Ausschluß der KünEinzelne Teile können sehr wohl das Schamgefühl verlegen. Denken Waisen Etat tam noch einmal die Angelegenheit des Potsdamer digung einverstanden erklären usw. Bei dieser Gelegenheit fiel es Sie sich die Liebesscene aus der„ Walküre" oder aus„ Romeo und St. Joseph- Waisenhauses zur Sprache, die im vorigen Jahre so dem Bauarbeiter bei, den Polier Bresch nach der Hauptsache, nämlich Julia" aus dem Zusammenhange herausgerissen und von großes und berechtigtes Aufsehen erregt hat. Da der seiner Zeit von der nach der Höhe des Lohns zu fragen. Kaum hatte dieser Mann einer Lona Barrison als Liebhaberin auf einem Tingel- Stadtverordneten Versammlung gefaßte Beschluß, daß sämtliche die Frage vernommen, als er dem Fragesteller mit den Worten, daß der Stadt Berlin aus diesem tangel aufgeführt, würde das nicht Ihr Schamgefühl ver- Waisenkinder Waisenhause er schnell vom Bau fortgehen möge, die Papiere zurückgab; man lezen? Oder das Mittelstück des Körpers des Apollo von Belvédere herauszunehmen seien, vom Magistrat noch nicht voll zur wisse ja noch gar nicht, ob er, der Bauarbeiter, auch einen Spatenempfahl der Etat- stiel anfassen könne! So geht es dem Arbeiter auf Bauten, wenn ( Rufe Belvedere), würde das nicht Ihr Schamgefühl verlegen? Ich Ausführung gebracht worden ist, so sehe in den Gesezesparagraphen keine Gefahr. Ich schäße unire ausschuß der Versammlung eine Resolution, durch die der Magistrat er sich getraut, nach der Lohnhöhe zu fragen; stellt er aber keine deutschen Richter höher ein, als es hier Herr Bechmesser- Nürnberg an seine Pflicht erinnert werden sollte. Die Resolution fand aber solche Aufrage, so lann er sicher sein, mit dem niedrigsten Lohn ab( Seiterkeit), ich wollte sagen Herr Abg. Beckh- Koburg gethan hat. diesmal teine Mehrheit, weil ein Teil der Versammlung inzwischen gespeist zu werden. ( Höhnisches Bravo! links, Beifall rechts.) Geh. Oberregierungsrat Lenthe bleibt bei der folossalen Unruhe im Hause unverständlich. Er scheint sich gegen§ 184b zu wenden, aber den§ 184a zu verteidigen. Jetzt beantragt Abg. Singer( Soc.) die Vertagung der Sizung. dessen beantragt zur Unterſtützung dieses Antrags erheben sich nur die Social demokraten, Freiſinnigen und ein Teil der Nationalliberalen. InfolgeAbg. Singer( Soc.) namentliche Abstimmung über den Vertagungsantrag. Dieser Antrag wird genügend unterſtüßt. Bei der Auszählung verlassen die meisten Freisinnigen und Socialdemokraten den Saal, um die Beschlußzunfähigkeit herbei8 bren. Dieses gelingt nicht. An der Abstimmung nehmen 203 Mitglieder teil, davon stimmen 182 gegen 21 Stimmen für die Vertagung. Die Vertagung ist also abgelehnt. Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.) tritt für die Kompromißanträge ein. Die neuen Bestimmungen sind flar, höchstens nicht für Juristen. Die Künſtler hätten es unter ihrer Würde halten sollen, Broteste einzureichen. Daß fie es gethan haben, zeigt, welch eine unheimliche Macht die jüdische Phrase hat. ( Auf der Linken herrscht große Unruhe. Der Reduer brüllt die einzelnen Säge mit Stentorstimme in den Saal.) Bicepräsident Schmidt läutet die Glocke und sagt: Ja muß die Herren dringend bitten, nicht mehr durch Lärmen die Würde des Hauses weiter zu stören. Abg. Singer beantragt Vertagung der Sigung. Abg. Gröber beantragt Schluß der Debatte. Abg. Singer( Soc.) zur Geschäftsordnung: Ich bin der Meinung, daß der Vertagungsantrag zuerst zur Abstimmung gelangen muß. Um aber keine Geschäftsordnungs- Debatte aufkommen zu lassen, beantrage ich über beide Anträge namentliche Abstimmung.( Große Heiterkeit.) Lokales. Das Wahlkomitee. Die Stadtverordneten- Versammlung " vor い Stadtbaurat er= Die Lohnkommission der Bauarbeiter( centraler Richtung( schreibt uns: Wie es in Berlin den Bauarbeitern gehen kann, wenn sie Arbeit suchen, zeigt ein Fall, der am Montag einen organisierten Bauarbeiter an dem von Held u. Franke errichteten tgl. Marstall betroffen hat. Arbeit Bei der Anfrage um wurde der dort angenommen. Die üblichen üblichen Formalitäten Erledigung. der Neueingestellte sollte feine " andern Sinns geworden ist. Die meisten der Redner, die gegen die Von den Aermften der Armen. Die Herberge des Elends, Resolution sprachen, bezeichneten ihre Annahme als eine Gefahr für das städtische Obdach, wurde im Laufe des Monats Februar er. von den konfessionellen Frieden, eine Beleidigung unsrer katholischen Mit- 49 707 nächtlich Obdachlosen, und zwar von 48 490 Männern und bürger usw. Dem Bathos dieser Herren begegnete Genosse Bruns 1217 Franen benußt. Von diesen unglücklichen Personen wurden 26 mit der nüchternen Feststellung, daß von einem„ lokalen Kulturkampf" dem Krankenhaus am Friedrichshain, 40 dem Krankenhaus Moabit, Die Kinder sollen aus der Anstalt her 17 der Charité, 2 der Anstalt für Epileptische Wuhlgarten", 29 der gar keine Rede sein könne. Ge= ausgenommen werden, weil zu befürchten ist, daß sie hier unan- Geschlechtstranten- Station und 238 der Polizei überwiesen. gemessen behandelt werden. Daß kein Gewissenszwang, teine Er- badet haben von den Obdachlosen 20 197. In der Abteilung für Abg. Gröber( C.) meint, der Schlußantrag müsse zuerst zur ziehung in einer andren Konfession beabsichtigt wird, versteht sich von obdachlose Familien befanden sich am 1. Februar cr. 70 Familien Abstimmung gelangen. felbst. Die Ablehnung der Resolution erfolgte mit einer nur sehr mit 220 Personen und 93 Einzelpersonen. Am 1. März hatte sich Vicepräsident Schmidt widerspricht der Auffassung des Abgeord- tnappen Mehrheit. Beim Etat des Vieh- und Schlacht der Bestand auf 88 Familien mit 271 Personen und 99 Einzelneten Gröber. hofs beantragte der Ausschuß, eine Petition von Beamten personen erhöht. Abg. Richter( freis. Vp.): Es liegt doch in der Natur der um Gehaltsaufbesserung dem Magistrat um Berück Sache, daß der Bertagungsantrag vorgeht. Sollte aber Widerspruchsichtigung zu überweisen. Genosse Bruns wies darauf hin, daß erhoben werden und es zur Abstimmung tommen, so könnte ja auch die Aufbesserung längst erfolgt sein müßte, da ja bereits ein diese Abstimmung eine namentliche sein.( Große Heiterfeit.) diesbezüglicher Beschluß der Versammlung vorliege. Der Antrag auf Bicepräsident Schmidt: Ich lasse zunächst über den Wer- Ueberweisung wurde angenommen. Die weitere Beratung des tagungsantrag abstimmen. Der Namensaufruf erfolgt. Die Etats führte noch mehrfach zu längeren Erörterungen, die aber gesamte Linke bis auf die Abgeordneten Singer und Rickert meist mit Ausnahme etwa der Debatte über die Bibliothet veriäßt den Saal, 117 die Beschlußfähigkeit zu vereiteln. frage- ohne allgemeineres Interesse waren. Von den sonstigen ( Auf der Rechten lärmt man bei diesem Massenauszug. Rufe: Beratungsgegenständen, die auf der langen Tagesordnung standen, fui! Gemeinheit!) sei hier noch die vom Magistrat gegebene, etwas kahl aus über Nachweisung die Als nach der Abstimmung Abg. Eugen Richter in den Saal gefallene Arbeitszeit tritt, wird er von lautem Oho! begrüßt.( Nichter verbeugt sich und die Löhne der in städtischen Betrieben be der Veranlagungskommission mündlich zu Protokoll zu geben. Bei dankend.) jchäftigten Arbeiter erwähnt. Sie wurde auf einen von In Sachen ,, Veranlagung zur Einkommensteuer" erläßt der Vorsitzende der Veranlagungskommission des Kreises Nieders barnim, Regierungsrat v. Kameke, folgende Bekanntmachung: Zahlreiche Steuerpflichtige pflegen ihre Berufungen, Beschwerden und andre Eingaben in Steueraugelegenheiten durch Mittelspersonen anfertigen zu lassen, welche die Abfassung von Schriftsäßen für andre gegen Entgelt besorgen. Anscheinend ist es nicht überall genügend bekannt, daß es jedem Steuerpflichtigen freisteht, Anträge der be= zeichneten Art, insbesondere auch Berufungen gegen die Veranlagung zur Einkommen- und Ergänzungssteuer in dem Bureau des Vorsigenden Benutzung dieser Gelegenheit wird den Steuerpflichtigen die nicht Dic felten beträchtliche Gebühr den Concipienten erspart und überdies| das Gewerbegericht wurde mit einigen vom Bezirksausschus I Während der Staatsanwalt kurz und bündig die Ber Sicherheit für eine sachgemäße Abfaffung ihrer Anträge geboten." gewünschten Menderungen genehmigt. werfung der Berufung beantragte, führte der Angeffagie, ter sich Die kämpfende Heilsarmee. Von Heilsarmee- Soldaten wurde Die Gemeindevertretung in Friedrichshagen nahm in der selbst verteidigte, en, daß er freigesprochen werden mlisse, da er in seinen Handlungen sich von juristischen Gr gestern abend auf dem Hofe des Grundstücks Landsbergerstr. 42 der letzten Sizung von der ministeriellen Genehmigung des Pro- wägungen habe leiten lassen, die sowohl vom preußischen Tischler Müller gemißhandelt und übel zugerichtet. In dem ge- gymnasiums Kenntnis. Dasselbe wird nunmehr definitiv am 1. April Kultusminister Falk als auch vont höchsten Gerichtshof nannten Hause befindet sich eine Bethalle der Heilsarmee, in welcher mit drei Vorschultlassen sowie Sexta und Quinta eröffnet. Die in Prenzen als zu stecht bestehend bezeichnet worden seien. gestern eine Andacht stattfand. M., der die Landsbergerstraße passierte Einführung des fiebenstufigen Schulsystems in den Gemeindeschulen wenn später diese vom Kammergericht sanktionierte Rechtsund aus der Gebetshalle die länge einer Zichharmonika vernahm, zum 1. April ist von der fönigl. Stegierung genehmigt. wollte die Gelegenheit benzen, einer Versammlung der Hells- Umfassteuer bei den Verkauf von Häusern und Grundstücken wurde auffassung vom felben Gericht als eine irrtümliche hingestellt worden co armee beizuwohnen. Am Eingang zu der nach dem Hofe au ge- von 1/2 auf 1 Proz. erhöht. Ein Antrag um Verschärfung sei, o sei das an sich schon furios, noch befrenidlicher aber sei es, Tegenen Halle machte ein Heilsfoldat den Tischler darauf aufmerksam, der Polizeiverordnung bezüglich der Nuhe, Ordnung und Sicherheit wenn er als Angeklagter für einen Irrtum bestraft werde, der von einem Minister, wie von Mitgliedern des höchsten Gerichtshofs be daß nur Mitglieder Zutritt haben und es entstand zwifchen den auf den Straßen wurde trotz des Hinweises der Genoffen gangen worden sei. Er habe im Vertrauen auf diese Autoritäten beiden ein kleiner Wortwechsel. Plötzlich verfekte der Thürhüter Barth und Sonnenburg, daß derartige Paragraphen sehr dehnbar gangen worden sei. Er habe im Vertrauen auf diese Autoritäten gehandelt; welch ein Widerspruch sei es, wenn der Bürger, der den dem vor ihm Stehenden einen heftigen Stoß, so daß M. zu Boden feien und harmlose Spaziergänger sehr leicht mit Strafmandaten höchsten Autoritäten nachlebe, bestraft werde, während die Mitglieder stürzte. Gleichzeitig Tam aus der Halle ein zweiter Heilsfoldat bedacht würden, gegen die Stimmen derfelben angenommen. Bei des autoritären Gerichts sich ungestraft irren könnten. Sei er fchuldig, herausgeeilt, und die beiden mishandelten nun den wehrlos auf der der Beratung des Gemeindehaushalts- Stats für das laufende Nech so feien die Mitglieder des Kammergerichts ebenfalls schuldig und gehörten Erde Liegenden. M. wurde nach Angaben von Augenzeugen mit nungsjahr wurde vom Genoffen Sonnenburg auf die lugerechtigkeit neben ihm auf die Anklagebant. Hätten diese Herren ihn doch durch Stiefelabfägen getreten und erlitt neben andren Verlegungen am der Vier- und Luftbarkeitssteuer hingewiefeit. Beide Positionen ihren Urteilsspruch zu der später für strafbar erklärten Handlung ganzen Störper auch einen Bruch des linken Schulterblatts, der wahr wurden gegen die Stimmen von Barth und Sonnenburg angenommen. ange stiftet. Sei er fchon deswegen freizusprechen, so ferner im scheinlich eine dauernde Arbeitsunfähigkeit des Tischlers zur Folge Ein Antrag von Sonnenburg, das Jahresgehalt der beiden Wegearbeiter besonderen Falle, weil er für eine und dieselbe Handlung nicht zweihaben dürfte. Als die sich ansammelnden Zuschauer eine drohende auf 900 M. zu erhöhen, wurde abgelehnt. Ein Antrag von Barth, zur mal bestraft werden könne. Die Strafkammer, vor der er jetzt stehe, Haltung gegen die Heilssoldaten annahmen, flüchteten diese in die Morgenbeleuchtung während der Wintermonate 600 M., sowie ein andrer have in ihrem Urteil vom 27. Mai 1899 feine Straftat als eine Bethalle. Hier wurden fie von hinzu gekommenen Schußleuten Antrag von 400 M. wurden abgelehnt, ein Antrag von.300. einzige Handlung bezeichnet, ebenso das Kammergericht, indem es herausgeholt und zur Feststellung ihrer Personalien nach der Polizei- dagegen angenommen. Bei der Festsetzung der Gehälter und diesem Urteil beigetreten fei. Insbesondere aber müsse er von der wache gebracht. Löhne der Straßenbahn Angestellten befürworteten Auflage, feinen Sohn vom evangelischen Reformationsfest fern= Polizeilich ausgehoben wurde in letzter Nacht der Keller von Barth und Sonnenburg wiederholt die Aufbesserung der Löhne für gehalten zu haben, freigesprochen werde. Nachdem das StammerHoffmann, Brunnenstraße. Es mußten 39 Personen den Weg zum Schaffner, Kutscher und Stalllente. Barths Antrag, das Aufangsgericht Polizeipräsidium antreten, von denen 16 festgenommen wurden. gehalt auf 75 m., das Höchstgehalt auf 100 m. festzuseßen, wurde gericht einmal das bedenkliche Urteil gefällt hätte; sei sein Sohn in ber jüdischen Religion unterrichtet wurden; es wäre unUnter diesen befanden sich einige schwere Jungen", die seit längerer ob der Gemeindevorstand zur Errichtung einer Volksbibliothek schon zulässig, das sind zur Teilnahme an der Feier einer ihm fremden Zeit gesucht wurden. Stellung genommen habe, da doch zu diesem Zweck 200 M. be- Religionsgemeinschaft zu zwingen. Im weiteren beantragte HoffDie Mörderin der Gastwirtin Witwe Fieli zu Alt- willigt feien, erklärte der Vorsteher, der Vertretung in der nächsten mannt außer der Freisprechung Ersatz der ihm persönlich er Buchhorst, das junge Dienstmädchen Bertha Schröter, wurde, wie Sigung Vorschläge unterbreiten zu wollen. Bei der Abstimmung wir feiner Beit mitteilten, vor sechs Wochen zur Beobachtung ihres wurde der Gesamtetat, der in Einnahme und Ausgabe mit Geisteszustandes nach der Neuen Charitè gebracht, da man an ihrer 228 500 M. abschließt, gegen die Stimmen von Barth und SonnenZurechnungsfähigkeit zweifelte. Gestern wurde sie nach Abschluß der burg angenommen. Beobachtung in das Untersuchungsgefängnis zurückgebracht. Ueber das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung wird vorläufig nichts mitgeteilt. Den in Hannover vom Konsistorium gemaßregelten Prediger Weingart hat der Magistrat eingeladen, an der hiesigen Markusfirche, wo eine Stelle frci wird, eine Probepredigt zu halten. M. wachsenen Unkosten 2c., Nach einer viertelstündigen Beratung fällte der Gerichtshof folgendes Urteil: Das Urteil des Schöffengerichts ist insoweit aufzuheben, als es zwei verschiedene strafbare Handlungen annimmt. Es war ein Frrtum dieser Instanz, daß die Strafthaten des Angeklagten in der Zeit bis zum 27. Mai 1899, wo das Landgericht seinen Spruch gefällt hatte, eine Handlung für sich bildeten, die von einer zweiten, vom 27. Mai bis 14. September begangenen Handlung zu trennen sei. Für die eine einheitliche Handlung aber fei der Angeklagte mit neun Mark Geldstrafe zu belegent. Wegen Fernhaltung seines Sohns vom evangelischen ReformationsFest tönne er nicht bestraft werden, hier sei also auf Freisprechung zu erkennen. Hoffmann geht nunmehr aus Rammergericht; auch beabsichtigt er, feine Angelegenheit in einer Broschüre, die besonders den Reichstags- und Landtags- Abgeordneten wie der Regierung zugehen soll, der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Ein neuer Amtsgerichtsbezirk soll für einen Teil der Kreise Teltow und Bauch- Belzig zur Entlastung des Amtsgerichts Potsdam gebildet und zu diesem Zwecke in Nowawes Neuendorf ein Amtsgericht errichtet werden. Das Landgericht in Potsdami hat bereits an zuständiger Stelle den Antrag auf Abtrennung des Fabrikorts Nowaves- Reuendorf sowie der Ortschaften Klein- Glicnide, NeubabelsEine Fachausstellung von Straßenbau Materialien und berg, Wannsee, Drewiß. Gütergos, Stahusdorf, Klein- Machnow, Handwerkszeugen haben die deutschen Steinsetzer- Immungen bei Rudow, Philippsihal, Schenkendorf und einiger angrenzender Ort Gelegenheit ihres Verbandstages in den Räumten des Lokals fchaften des gauch Belziger Streises gestellt. In Rowawes Elysium" veranstaltet. Die Ausstellung repräsentiert nur einen be- Neuendorf ist man bereits bemüht, einen geeigneten Bauplatz für scheidenen Teil der deutschen Pflasterbau Industrie; in der das neu zu errichtende Amtsgericht ausfindig zu machen. Hauptsache sind sächsische, schlesische und märkische Produkte vertreten, doch hat man ebenfalls mehrere Sortiments schwedischer Mittwochabend die bekannte Heyliche Farbenfabrik in CharlottenBrände in den Vororten. Von einem großen Brande wurde Der Militärbefreiungs Prozeß in Elberfeld hat gestern Granitpflastersteine, die hauptsächlich in Berlin Verwendung finden, burg, am Salzufer 8, Heimgesucht. Das Feuer nahm rasch der vormittag vor der ersten Straffammer des Landgerichts unter ausgestellt. Besonders interessant ist eine vom Steinſegmeister Moos artige Dimensionen an, daß die Hilfe der Berliner Feuerwehr in starkem Andrang des Publikums begonnen. Den Vorsiz bei den in Dresden herrührende Sammlung von Proben der in verschiedenen Anspruch genommen werden mußte. Die Löscharbeiten waren wegen Verhandlungen führt Landgerichtsdirektor Kiel, die StaatsanwaltGroßstädten zur Verwendung kommenden Gesteinsarten. Sehr vermißt haben wir Ausstellungsobjekte, die der Beschränkung der Unfall- der großen Vorräte an Chemikalien und Säuren mit besonderer schaft ist durch den Ersten Staatsanwalt Zonen und Staatsanivalt Gefahr verbunden.- Gine große genersbrunft hat Mittwochabend Alberts vertreten. In dem Verhör bestreiten sämtliche Angeklagte gefahr oder dem Schuße gegen Erkrankungen dienen, als Baubuden 2c. Sieht man von diesem Mangel ab, so bietet die Aus- in dem benachbarten Blankenburg, zwischen Pankow und ihre Schuld. Französisch- Buchholz, einen Teil von Krothanrers Dingerfabrik zerstört. stellung, die heute zuletzt geöffnet ist, dem Fachmann manches von Eine Spiritusexplosion, bei der Menschen schwer verlegt wurden, Beachtung. Unwilfürlich kommt dem Beschauer die Frage, wie es hat sich gestern abend gegen 7 Uhr in der Richard Heinasschen möglich ist, daß bei so vorzüglichem Material unser Straßenpflaster Großdestillation, König- Chanjice 62 in Weißensee, ereignet. In dent durchweg mittelmäßig, wenn nicht gar ungenügend genannt werden muß. Für den, der die Schäden des Submissionswesens fennt, ist die Antwort auf diese verfängliche Frage allerdings leicht gegeben. Aus den Nachbarorten. = Vermischtes. Aus Konik wird berichtet. Ein scheußliches Verbrechen ist hier Weitere Nachauf dem Hofe gelegenen Destillierraum war der Steffermeister August verübt worden. Am Dienstagnachmittag wurden in dem interhalb Reichenbach mit dem Arbeiter Bank Zwenget damit beschäftigt, den der Stadt belegenen Mönchsee in einem Sack verpackt die in einer frischen menschlichen Leice Spiritus eines in der Destillierblaje zurüdgebliebenen Destillations Stüde zerhadten Teile Seit Sonntag rückstands vollends abzutreiben. als die Blaje zur Explosion tam und aufgefunden. Kopf, Arme und Beine fehlten. den siedend heißen Inhalt über die beiden Genannten ergoß. Reichen wurde der Obertertianer Ernst Winter aus Brechlan vermißi. Prügelpädagogik und kein Ende. Ein amtliches Verfahren bach ist im Gesicht, an den Händen und Armen, der linken Brust und Die hiervon telegraphisch benachrichtigten Eltern trafen fofort hier wegen gröblicher Ueberschreitung des Büchtigungsrechts ist wieder einem Unterschenkel so furchtbar zugerichtet, daß ihm die schneeweiß ein. Von dem tief erschütterten Bater wurde in dem Funde der gegen einen Gemeindeschullehrer, den in der zweiten Klasse der ersten verbrannte Sant in großen Fezen vom Leibe fiel; er wurde mittels Leichnam seines Sohnes erkanit. Der Erste Staatsanwalt Settegast Knabenschule zu Nixdorf unterrichtenden Lehrer Jülicher, ein- eines Lidschen Strankenwagens nach dem Krankenhause Friedrichs erschien und nahm den Thatbestand an Ort und Stelle auf. Nach geleitet worden. Ein Berichterstatter meldet darüber: Der Genannte hain geschafft. Zwengel hat hauptsächlich an den Händen und den Gutachten des Kreisphysikus Dr. Müller sind die fehlenden pflegt seine Schüler in der Weise zu züchtigen, daß er ihnen mit der Armen Wunden erlitten. Da der Helm der Blase abflog und die Glieder mit einer Säge abgetrennt worden. Hand ins Gesicht schlägt, wobei er aber häufig statt der Junenseite Decke durchschlug, pflanzte sich das Fener fort, so daß die Fener- fuchungen an dem Fundorte förderten später noch einen Arm der Hand deren Außenseite anwendet und zwar so, daß dadurch wehr gegen 11/2 Stunden mit der Löschung des Brandes zu thun 3 Tage. Trotzdem bis zum Abend eifrig unter Leitung der hiesigen Bolizisten nach den andern fehlenden Körperteilen gefischt bei den Gezüchtigten mehrfach Nasenbluten, blaue Augen und hatte. wurde, fand man doch nichts mehr. Verschiedene Personen, geschwollene Backen entstanden sind. Ferner hat er die Kuaben an Groß Lichterfelde. Die hiesige Gemeindevertretung beschloß mit denen der bedauernswerte Knabe in näherer Beziehung den Ohren und derart an den Haaren geriffen, daß ihnen in ihrer jüngsten Sitzung die Errichtung einer Rektorstelle bei gestanden hatte, wurden sogleich ins Verhör genommen. Mehrere ganze Büschel ausgerissen worden sind. Allein aus der Schule IV. Reftor wird der bisherige Hauptlehrer an derselben Staufleute, die zur Stelle gerufen wurden, konnten keine Auskunft füngsten Zeit sind nicht weniger als fünf solcher Fälle Schule, Herr Schlegel. Alsdann erfolgte die zweite Lefung des über die Herkunft des Sacks, in den der Leichnam genäht war und zur Kenntnis gelangt, welche die Söhne eines Gerichtsvollziehers Gemeinde Etats. Die Beratung" des Millionen- Etats nahm der die Signatur H. 2. 3742" trug, erteilen. Borchardt, des Ladiermeisters Lilienthal, der Arbeiter ganze zwanzig Minuten in Anspruch. Gesondert erfolgte die Be- Fabrikbrand. Aus Kopenhagen meldet der Telegraph: Hente Lehmann und Rosenow sowie einer Witwe Schremmer sprechung des Etats, das Gut Berben betreffend. Derfelbe mittag brach in der Maschinenfabrik„ Poten", welche in der Vorstadt betreffen. Der Zweitgenannte hat sich die Körperverletzung seines Sohne, bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 48 000 M. Die allgemeinen Noerrebrod gelegen ist, Fener aus, welches die Hauptgebäude der vom Lehrer Jülicher am 1. März gezüchtigt" worden ist, durch ein Berwaltungskosten beziffern sich auf 24 480 W.; das Gehalt des vernichtete. Der Gesamtschaden wird auf 11/2 Millionen Kronen Attest des Arztes Dr. Seelig in Nigdorf bescheinigen lassen. Dies Attest Administrators Busse beträgt 2000 M. Es werden von gefchäßt. lautet: Den 13jährigen Schüler Hans Lilienthal in Rigdorf habe ich heute der Gutskommission 25 100 M. zur Anschaffung von lebendem ( 2. März) untersucht. Die gange linte Gesichtshälfte ist und totem Juventar Der Betrag wirb Dem Der rumänische Prinz Nicolas de Souto, ein Verwandter Juventar verlangt. blau und grün gefärbt, besonders stark tritt die rote Farbe am sanalisationsfonds entnommen. 8u bemerken ist noch, daß die des Königs von Serbien, ist in Paris wegen Betruges festgenommen Genannter Prinz intern Augenlide hervor. Die obere Grenze der Verlegung bildet Gesindelöhne" im Etat mit nur 8700 2. figurieren. Während eine und hinter Schloß und Riegel gebracht worden. die Schläfengegend und die Haargrenze, hinten reicht die gefärbte Anzahl der Herren Gemeindevertreter in der Diskussion fich haupt hatte eine inzwischen verstorbene Brinzessin geheiratet und sein sächlich nur mit dem Gutsvich beschäftigten, wäre es vielleicht nicht mehrere Millionen betragendes Vermögen verspielt. Sodann machte fonds für das, Gesinde" sich nach der Muzahl der auf dem haftung erfolgt ist. unangebracht gewesen, mit Rücjicht auf den sehr niedrigen Lohns er allerhand bedenkliche Finanzgeschäfte, wegen deren jezt seine VerGute vorhandenen Arbeitskräfte, über Lohn- und Arbeitsbedingungen, sowie die Wohnungsverhältnisse zu erkundigen. " Stelle bis über das Ohr hinaus an den Halsmuskel. Die untere Grenze bildet ungefähr der Kieferwinkel. Am Ohr selbst und am Auge habe ich Verlegungen nicht wahrgenommen, ebensowenig im Munde. Die ganze linke Backe ist gegen die rechte Seite er he bDie Peft. Den Times" wird aus Buenos- Ayres bom lich angeschwollen. Nach der Angabe des Knaben ist diese 13. d. M. gemeldet: Der Ausbruch der Beulenpest wird jezt halbStelle durch drei starke Ohrfeigen entstanden, welche er gestern erlitten hat. Es bestand gleich darauf auch Nasenbluten. Der Bau der Sekundärbahn von Neinickendorf- Rosenthal amtlich zugegeben. In den letzten zwei Monaten sind 23 Personen In Sidney sind zwei nene ErEinen dauernden Schaden wird p. Lilienthal nicht davontragen.( Berlin- Stettiner Eisenbahn) über Schildow, Mühlenbeck, Schönwalde an der Senche gestorben. In einem zweiten Fall hat der Lehrer den 12 Jahr alten schwäch nach Basdorf mit Zweiglinien nach Liebenwalde und Groß- Schönes tranfungsfälle sowie ein Todesfall an Best vorgekommen. lichen Knaben Schremmer aus geringfügiger Ursache derart durch beck ist gestern in Angriff genommen worden. Die Bahnstrecke Fauftschläge ins Gesicht gepeinigt, daß das Kind mehrere Tage frant Reinickendorf- Wandlitz soll dem Vernehmen nach so gefördert war. Die Angelegenheit hat bereits die Schuldeputation beschäftigt werden, daß der Bahnbetrieb schon in diesem Herbst eröffuct und soll auch in der Stadtverordneten- Versammlung zur Sprache werden kann. gebracht werden. Gerichts- Beifung. Marktpreise von Berlin am 14. März 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Str. 15,40 14.- Schweinefleisch 1 kg * *) Weizen Noggen Futter- Serfte hafer gut mittel " gering " Nichtstroh Hell Speisebohnen infen Erben 14,20 13,50 Gier 13,40 12,80 Starpfen 4,32 4,-ale 6,00 4,20 8ander 1,60 1,60 1,60 1" 2,60 2, 4,80 2.60 2,20 14,30 13,70 Stalbfleisch " 14,- 13,- Hammelfleisch " 15,- 14,30 Butter 60 Slid 1 kg 1,20 " 3, 1, " 2,50 1, " 1,80 1, 1,80 0,80 " " 2,80 1,20 1,20 0,80 per Schort 12,-3, " 40,- 25, Bechte . 45, 25,- Bariche " 70,- 30, Schleie startossein, neue Stindieifd, Stente 1 kg " 7,- 5- Bleie 1,60 1,20 rebje 1,20 1, Die Charlottenburger Stadtverordneten: Sigung nahm gestern ein unerwartet schnelles Ende. Der Vorsteher Dr. Jaffé gab, nachdem der erste Punkt der Tagesordnung seine Erledigung Gewissenszwang in Preußen. Der Parteigenosse Buchhändler gefunden, zu allgemeiner Ueberraschung die Erklärung ab, daß er Hoffmann hatte sich vorgestern, wie schon furz berichtet worden, fich genötigt fehe, fein Amt als Vorsteher niederzulegen. An vor der hiesigen Berufungs- Straffammer zu verantworten, weil er diese Erklärung schloß sich zur Erörterung der Angelegen- als Dissident seinen Sohn vom evangelischen Religionsunterricht heit eine 13/4 Stunden währende, nicht öffentliche Sigung. ferngehalten hatte. Der für das, was man tomischerweise in Nach Wiederherstellung der Oeffentlichkeit wurde wurde schnell die Preußen immer noch Gewissensfreiheit nemnt, bezeichnende Fall liegt Vorlage über die Anschaffung von Dampffeuerfprigen unter folgendermaßen. Am 6. Februar 1890 war Hoffman von der dv. Batch Dach gebracht; dann erfolgte die sofortige Neuwahl des Stadt- gleichen Anklage durch Urteil des Kammergerichte, das sich auf die *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landverordneten- Vorstehers, deren Ergebnis die einstimmige Wiederwahl Erlasse des Kultusministers Falt gestützt hatte, freigesprochen worden. Notierungsstelle und ungerechnet vom Polizeis des Dr. Jaffé war. Unter lebhaftem Bravo erklärte dieser, die Wahl Neun Jahre nach dieser Freisprechung hatte dasselbe Gericht am wirtschaftskammern annehmen zu wollen. Hierauf wurde die Sigung schnell geschlossen. 14. Sept. 1899 denselben Angeklagten wegen derselben Handlung zu 5 M. präsidium für den Doppelcentner. Kleinhandelspreije. Ueber die Gründe, die den Vorsteher veranlaßten, sein Amt nieder- Strafe verurteilt und das frühere Ürteil als irrtümlich bezeichnet, nachdem Produktenmarkt vom 15. März. Getreide. Der Frühmarkft zulegen, verlautet, daß es im Etatsausschusse zu heftigen persön- die unteren Instanzen schon vorher zu Hoffmanns Ungunsten erkannt Angebot überwog. Die mangelhafte Qualität des offerierten inländischen lichen Auseinanderſegungen zwischen Dr. Jaffé und dem Ober- hatten. Da aber Hoffmann bis zu dem Tage, an welchem das Kammer- war etwas fefter für effektive Ware, bald aber wieder nachgebend, da das gericht sein zweites Verdikt fällte, seinen Sohn den Religions Roggens und der Umstand, daß rusische Ware und Abladungen noch nicht Bürgermeister Schuftehrus gekommen sei. unterricht ferngehalten hatte, regnete es eine ganze Anzahl weiterer rentabel ist, blieb ohne Einfluß auf die Tendenz. Preise für Weizen und Aus Rigdorf. Gestern wurde hier ein fahnenflüchtiger Unter- Strafverfügungen. Das Schöffengericht hat diese Fälle als zwei Roggen ungefähr wie gestern. Der Lieferungshandel des Mittagsmarktes offizier des 14. Infanterie- Regiments durch einen Schußmanu fest- Handlungen betrachtet, und in einem Falle auf 5 Mart, im andern lag schwächer. Paris schloß gestern tros falter Witterung in flaner Haltung. genommen und an die Militärbehörde in Berlin eingeliefert. Der Fall auf 4 Mart Strafe erkannt. In dem legten Fall war be Die neuerliche Hausse in Nordamerika machte wenig Eindruck, da man die Verhaftete war vor zwei Jahren von seinem Truppenteil desertiert sonders der Umstand einbegriffen, daß Hoffmann seinen Sohn am Gründe der dortigen festen Preisgestaltung, welche angeblich in der Beund wurde seitdem steckbrieflich verfolgt, hatte sich aber bisher allen von der evangelischente formationsfeier in der Schule fern fürchtung politischer Komplikationen in Europa liegen, für nichts weniger ars stichhaltig erachtet. Die Umsätze waren belanglos; ein rückgängige Nachforschungen zu entziehen gewußt. Jetzt hatte ihn ein Freund" gehalten hatte. Preisbewegung wurde durch die Festigkeit der östreichisch ungarischen Märkte der Polizei verraten. Bei Beginn der vorgestrigen Verhandlung gab der Vorsitzende verhindert. Weizen und Roggen lagen nominell unverändert. Hafer fest Reinickendorf. In der letzten Sigung des Gemeinderats be- dem Angeklagten den Rat, die Berufung zurückzuziehen; das Kammer auf höhere Preisforderungen an den Provinzial- und Auslandsplägen, zeichnete der Amtsvorsteher die Finanzlage des Orts als eine gericht habe sich neuerdings doch nun einmal principiell gegen sowie fnappes Angebot. Mehl war geschäftslos, Roggenmehl nominell begute; die Kreissteuern könnten voraussichtlich auf 35 Prozent herab- Hoffmanns Rechtsauffassung erklärt. Der Angeklagte erklärte diesem Hauptet. Beizenmehl eher weichend. Rüböl schwach tendierend auf Pariser gesezt werden. Die Verhandlungen wegen des Nordkanals Rat gegenüber, daß er auf Weiterführung seiner Sache bestehen Abgaben. Am Spiritusmartt verharrte 70er Toco auf seinem gestrigen Preiſe find nach Mitteilung des Amtsvorstehers an dem Widerstand Berlins müsse; wo sei eine Garantie gegeben, daß das Kammergericht, so. gescheitert; Aussicht auf Erfolg hätte das Projekt erst, wenn der gut es seine Ansicht von 1890 bis 1899 zu seines, des Angeklagten von 48,20. Gehandelt wurden circa 15 000 Liter. Eier Bericht vom 15. März. Normale Eier je nach Qualität von Streisausschuß davon absehe, es als Kreisangelegenheit zu behandeln. Ungunsten geändert habe, in einer späteren Berhandlung nicht auch 2,65-3,00. per Schock. Aussortierte Kleine Ware je nach Qualität von Die Kosten des Kanals sollen sich auf 40 Millionen Mark stellen; wieder einmal zu seinen Gunsten urteilen könne? Vom Landgericht 2,50 bis 2,55 M. per Schock. Kalfeier je nach Qualität von 0,00 bis 0,00 Wt. hiervon entfallen 10 Millionen auf Landerwerb. Das Ortsstatut für aber erwarte er auch aus andren Gründen ein freisprechendes Urteil. I per Schock. Tendenz: lebhafter. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.