Nr. 9.- 1915. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Nienstilg, 12. hmm. Ein Gespräch mit einem Zelögrauen. Ich traf dieser Tage einen Bekannten, in Feldgrau, den Arm in der Binde. Sosvrt stürzte ich auf ihn los, packte ihn bei seinem gesunden Arm und sagte zu ihm: .Sie sind verwundet, lieber Freund? Wo war das? Noch Schmerzen'{ Waren Sie lange im Lazarett Z Wann müssen Sie loicder zur Front zurück?" Der Feldgraue sah mich an als wenn er mich gar nicht sähe. Er schien abgespannt zu sein, weshalb ich ihn einlud, ein Glas Bier mit mir zu trinken. .Ein Glas Bier?" meinte er darauf..Wirklich nur eins?" „Was meinen Sie mit Ihrer Frage, lieber Freund?" .Das wäre heute dann das Fünfundachtzigste, da-Z ich trinken müßte I" „Sie haben viele Bekannte?" „Ach wo. Aber ein jeder glaubt das Recht zu haben, einen beimgelehrlcn Berwundeten zum Trunk einladen zu dürfen. Wie nun, wenn er so schwach ist und jeder Einladung folgt? Dann sieht man abends einen betrunkenen Soldaten durch die Straßen rorkcln. Und alle Welt schreit dann:„Wie würdelos I" Schämt Ihr Euch denn gar nicht, Ihr Daheimgebliebenen Ich lächelte vor mich hin. Kriegsnervosität, sagte ich mir inr Stillen. Ich lenkte aber ein, ging neben ihm her und plauderte weiter: „Sie werden schwere Tage� durchgemacht haben. Unsereiner hat davon ja keine Ahnung. Sie werden gewiß vieles erzählen können." Der Feldgraue blickte mich flehend an. „Seien Sie so gut und fragen Sie mich nicht aus. Dieses fortwährende Ausfragen ist entsetzlich. Glauben Sie uns doch das eine: Wir sind ermüdet von den Strapazen, verwundet, und wir wollen uns, wir sollen uns von allem Ungemach erholen. Ich habe in der ersten Zeit alle Fragen geduldig beantwortet. Nun aber ist meine Geduld z» Ende. Ich erzähle grundsätzlich nichts mehr vom Kriege „Das ist gewiß zu verstehen," bemerkte ich begütigend,„immer- bin ist eS doch reine Vaterlandsliebe, die aus unseren Fragen spricht." Der Feldgraue lächelte auf. etwas schmerzlich, wie mir schien. „Fhr Taheimgebliebenen seid komische Käuze," entgegnete er, „Ihr macht jetzt sörmlich in Vaterlandsliebe. Ihr singt Kriegslieder mit greulichen Terten. Ihr dichtet, daß den ZeitungMeulen die Augen tränen vom vielen Lesen. Ihr gebt vaterländische Abendunterhai- rungen, Ihr sitzt an, Biertisch und redet mit lauter Stimme von der Vaterlandsliebe! Wird Euch das nicht selbst zuwider? Uns Heimkehrenden ist cS das schon längst!" Ich war natürlich zu zartfühlend, um dem Feldgrauen zu zeigen, daß seine Aeußerungen mich arg verschnupft hatten. Verschnupft war ich etwas, das muß ich gestehen. Wenn er auch draußen im Felde gewesen war, so halte er deshalb doch kein Recht, hier so aufzu- trumpfen, um so weniger, als er nicht einmal... Ja, richtig! Das war'S! Damit konnte ich ihn packen! „Tagen Sie, lieber Freund," redete ich den Feldgrauen so'n bißchen von oben herab an,.warum haben Sie denn nicht das Eiserne Kreuz?" „Aus diele Frage habe ich gewartet", antwortete der Feldgraue, „aber auch diese Frage will ich Ihnen so beantworten, daß Sic sie ganz gewiß nicht wieder stelle». Wir alle tun unsere Pflicht. Aber nicht allen ist der Augenblick beschieden, sich durch Mut und Geistes- gegenwart besonders auszeichnen zu können, obwohl die Kraft und das Wollen dazu in jede», deutsche» Soldaten steckt. Ihr Ofenhocker könnt das allerdings am wenigsten beurteilen. Um so weniger aber habt Ihr das Recht zu solchen törichten Fragen, die dazu so sehr nach Herzlosigkeit schmecken!" Ich halte plötzlich keine Lust mehr, da? Gespräch mit dem Feld- grauen fortzusetzen und verabschiedete mich von ihm. ES schien mir, als wenn der Feldgraue erleichtert aufatmete. Nur wenige Schritte erst sind wir von einander entfernt, da höre ich, wie der Feldgraue schon wieder von einem Bekannten an- geredet wird. Ich höre meine eigenen Worte: „Sie sind verwundet, lieber Freund? Wo war daZ? Noch Schmerzen? Waren Sie lange---" F. A. haltet öie Züße warm! Der Winter hat seinen Einzug gehalten und alle die Erschei- nungen, die durch eine veränderte Witterung hervorgerufen werden, machen sich an unserem Körper bemerkbar. Im Grunde genommen ist es nicht die Kälte, die unseren Oc- ganismus ungünstig beeinflußt, als vielmehr die Nässe, weil sie unserem Körper, infolge der Verdunstung einen großen Teil Wärme entzieht. Um diese verlorengegangene Wärme dein Körper wieder zu ersetzen, tragen wir wärmere Kleidung. Aber nicht die Ober- tleidcr sind es, die hier in Betracht kommen, sondern die Fuß- bekleidung; was gewiß ein jeder schon erfahren hat, wenn infolge nassen Schuhwerks und kalter Füße ein Frösteln sich einstellte. Pettenkofer, der über die Funktion der Kleider eiirgebende Unter- suchungen angestellt hat, sagt über den Nachteil nasser Füße: Wenn wir uns im Freien nasse Füße zugezogen haben, so beZinnt, sobald wir in ein warmes Zimmer mit trockener Lust kommen, eine be- deutende Verdunstung. Wenn man an der Fußbekleidung nur öv Gramm Wolle durchnäßt hat, so erfordert das Wasser darin so viel Wärme zu seiner Berdunstung, daß man damit Vj Pfund Wasser von Null Grad zum Sieden oder mehr als Vi Pfund Eis schmelzen könnte.— Man wechsele also ja nasse Strümpfe, sowie überhaupt feuchte Kleider sobald als möglich, selbstverständlich auch die nassen Stiefel. Tie Kleidung ist— auch die Fußbekleidung—, weil sie die Eigenwärme und die Ausdünstungen uiiseres Körpers in heißen wie in kalten Klimaicn bei nasser und trockener Witte- rung in Ordnung zu halten vermag, ein wichtiges Hilfsmittel, durch das der Mensch jedem Himmelsstrich und jeder Temperatur zu trotzen vermag. Diese Kleidung»mtz aber dem Temperatur- und FenchtigkeitSgrade des KliinaZ und der Jahreszeit richtig angepaßt jein.— Wenn uns im Sommer bei heißer Witterung Sandalen genügen oder gar das Barfußgehen am Platze ist, so gebrauchen wir im Winter, nanientlich bei nasser Witterung, wasserdichte Lederschuhe oder-stiefel; denn der Zweck der Fußbekleidung ist doch immerhin der Schutz des Fußes im Sommier gegen die Hitze, im Herbst und Winter gegen Kälte und Nässe. Unsere moderne Fußbekleidung ist. zumal bei kalter und nasser Witterung, meistens viel zu leicht und vor allen Tingen viel zu eng. Die Nachteile, die enge Schübe und«ticscl mit sich bringen, bestehen nicht nur darin, daß sie durch Pressen und Drücken schaden, sondern daß sie das Vorhandensein einer im Sommer kühlenden, im Winter er- wärmenden Luftschicht über der Haut verhindern und dadurch eine Regulierung der Temperatur nicht zulassen. Solange eine enge Fußbekleidung trocken ist, mag es noch gehen; sobald sie aber naß wird, leitet sie— als guter Kältcleiter— die Außentemperatur sofort aus die Haut über, oder umgckebrt, die Hautwärme auf die Außentemperatur. Tie Weite oder Enge der Fußbekleidung ist darum für unser Wohlsein durchaus nicht ohne Wichtigkeit, und viele Erkrankungen können auf mangelhaftes Schuhlverk zurück- geführt werden. � Man hat nun zum Schutz gegen nasse und zugleich kalte Füße auf. Gummischuhe hingewiesen. Allerdings bieten diese einen ge- wissen Schutz und sind bei Kälte und Nässe empfehlenswert. Nur dürfen sie nicht zu lange aus dem Fuße bleiben, ebenso müssen sie im warmen Zjmmer sofort ausgezogen werden, und vor allein müssen die Strümpfe öfters gewechselt werden. Es ist nämlich von großer Bedeutung, daß stets eine poröse Schicht zwischen Fuß und äußerer Fußbekleidung sich befindet; mit Schweiß durchtränkte Strümpfe sind aber nicht mehr porös, da ja die Poren mit Feuchtig- kcit gefüllt sind. Jedermann wird an sich schon die Erfahrung gemacht haben, daß es bei kalten Füßen, sobald man von außen in die warme Stube tritt, kein besseres Mittel gibt, als lrockene, reine, wollene Strümpfe anzuziehen, und je gröber diese gestrickt sind, um so wärmer wird der Fuß. Auch Haarsohlen, Filzsohlen und dergleichen haben nur dann eine wärmende Eigenschast, wenn sie trocken und recht porös sind, je gröber, desto besser. Zum Dichten der Stiefel gegen eindringende Nässe ist schließ- lich ein gutes Oel nicht zu vergessen. iFur die lstierelsohlen nimmt man am beste» ungekochtes Leinöl, das aber für Oberleder nicht zu empfehlen ist.) Taß man selbst bei großer Kälte die Füße warmhalten kann durch eine paffende Futzbeklechung, das beweisen uns die Bewohner der Polarländcr. Tie Eskimos z. B. banrieren im Freien bei 40 Grad und mehr, aber ihre Füße sind dementsprechend bekleidet. Tie Wintertracht der Eskimos ist: longe Strümpfe von Renntier- fcll mit nach innen gekehrtem Haar, Socken von Häuten der Eider- gänse, mit Federn aus beiden Seiten, Socken von Seehundsfell» die Haare nach außen, Stiefel von Renntierfell und Sohlen von Seehundssell. Aehnlich ist die Fußbekleidung der Isländer, nur daß sie zumeist Lammfell benutzen. Auf den Shetlandinsel» werden die Strümpfe für die Fischer ans der gröbsten Wolle der dortigen halbwilden Schafe gefertigt; dasselbe ist auf den Faröerinscln der Fall. Ileberall wissen sich die Naturvölker in den Polarländern gegen kalte Füße zu schützen. Wir in der gemäßigten Zone sind infolge unserer verfeinerten Kultur meist schutzlos. Ties ist höchst bedauer- lich, wenn wir die Folgen der nassen kalten Füße betrachten. Leider ist es meistens nur die Unkenntnis und Nachlässigkeit, der ivir unsere kalten Füße zu verdaiikeu haben. Aber auch unsere „Fußbekleidungskünstler" und die leidige Nachahmesucht kommen in Betracht. Wenn wir bei der Wahl unserer Fußbekleidung iveniger von der Mode als vom praktischen Verständnis geleitet würden, so würde es um die Gesundheit— soweit sie von warmen Füßen abhängt— besser bestellt sein. Theater unö Musik. Lessing-Theater: Königskinder. Was Ernst R o s in e r(Else Bernstein) mit der Umwandlung des Märchens vom Gänselisel und ihrem lieben Wanderknaben, die da leibhaftige Könige- linder wären und nach mancherlei Sckiicksalen selber ans den Thron gelangen, in eine gar traurig endende Geschichte bezweckte, wirb nicht recht ersichtlich. Philosophisch angekräitkelie Reflexionsdichtcrei ver- trägt sich schlecht mit echtester VollSpoesie. lind so wurde denn alle!-, was natürlich war, ins gerade Gegenteil verkehrt. Ten Widerspruch zwischen dem ursprünglichen Stoff und der Kunstform, in die diescc imler Aufwendung reichlicher Sentimentalilät geknetet wurde, vcrinochta auch selbst Engelbert Humperdinck nicht auszugleichen— so emsig er bestrebt war, seine Musik auf Märchenstimmung zu setzen. Gewiß, diese Musik klingt scköir und offenbart den ganzen Zauber Humper- dinckscher, an Wagner herangebildeter JnstrumentierungSkunst. Aber sie wirkt schließlich doch monoton, weil der Komponist, statt zu charakterisieren, nur immer den gesprochenen Text durch melodischen Slimmenklang begleiten mußte. Daher kam es wohl, daß der schier endlose Schlußakt trotz einer wunderfeinen winterlandschaftlichen Dekoration— einschläferte. Während der Musik durch das von Friedrich B e r m a n n geleitete Orchester eine ziemlich sorgsame Wiedergabe zuteil wurde,'ließ die Darstellung mancherlei zu wünschen übrig. Die Hexe sowohl als die Gestalten aus dem Volke überschritten nicht das Maß überlieferter Theatertypen. Zum Schluß wurde der anwesende Tondichter»lehrmalS vor die Rampe gerufen. elc. Theater in der Königgrätzcr Straße:„HerodcZ und Maria»i n c", Tragödie von Hebbel. Der Konflikt, den Hebbel hier gestattet, hat mancherlei Analogien mit dem von ihm in„Gssgcs Ring" Behandelten. Mariamne wie Rhodopc hängen in hingebend bewundernder Liebe an ihrem Manne, um dann, nach der Entdeckung, daß sie in ihrem Weib- und Menschenwerte von dem Geliebten freventlich verletzt sind, für die ihnen und dem ganzen weiblichen Geschlechte angetane Schmach das Werk der Rache zu vollziehen.- Die Energie, mit welcher Hebbel Konflikt nnd Vergeltung, die an? der schnöden Kränkung weiblichen Empfindens wachsen, in beiden Stücken bis zu lepten Konsequenzen, zu schwindelnd höchster Spitze forttreibt, hat etwa? Imponierendes, erweckt Bewunderung, doch auch abkühlendes Befremden. Das Schicksal, das er aufrollt, trägt mehr das Gepräge verstandeZmäßig auf gewisse Thesen eingestellicr Demonstration, als eines überzeugenden, die Herzen zwingenden Erlebnisses. In der Arr ihres Vergeltungswerkes erscheinen diese Frauen eher als Besessene der Idee, denn als lebende, der Wirklich- keit verflochtene Menschenwesen. Irene Driesch ist schon ans früheren Aufführungen als eine glänzende Mariamne bekannt. Die scheu in sich verschlossene Liebe, der Stolz, das heiße wilde Blut der Makkabäertochter, alle vom Dichter angeschlagenen Töne klingen in ihrem Spiel zu voller Sin- sonie zusammen. Sehr echt und rassig kam auch der bluttriefende HerodeS in de� Darstellung Hartaus, dein die schwere Aufgabe zufiel, Wegner zu vertreten, heraus. Rur die Besetzung der weib- lichen Nebenrollen störte in etwas die Geschlossenheit des Eindrucks. dt. kleines Zeuilleton. Gotcharö kuehl. Bierundsechzig Jahre alt ist der Dresdener Maler Gotthard Kuedl gestorben. Er stammle ans Lübeck. Das unverwundet erhalten» Stadtbild der damals noch inittelalterlichen Stadt wird den Jüngling zur Malerei verflihrt haben. Die gotisch träumenden Backsteinttrche», die pausbackigen Barockhänser der Patrizier, die tiefmäuligen Ein- fahrten der Kaufhöfe mit ihren Wolken von Gerüchen aus Nelke» ÖJ Uebersiuß. 53o« Martin Andersen N ex ö. 4. Ein bleierner Druck, der überall dicht anschloß, außen und innen, und Glieder, Gedanken und Sprache in Versteinerung eingekapselt hielt; ein graues Staunen, das von allen Seiten herbcisickerte. sich festsetzte wie Schlamm und erstarrte. Mehr und mehr schlug sich nieder; es wurde ein ganzer Ball, der von allen Seiten her preßte«rit zermalmender Wucht. Aber der Druck schwenkte herum und kam von innen, unsicht- bare Teilchen wirbelten in wimmelnder Unruhe� dehnten sich mit unmäßiger Eile aus und erzeugten eine Spanming— wie eine Explosion nn Ausbruch. Dann ein schwaches Bersten und eine leise Bewegung, stärkor und stärker zum stalle steigend. Blauschwarzes Dunkel raste vorüber in schwindeln- der Hast— Wolken von brandgelbem Qualm, graue Massen wälzten sich wie Eingeweide bervor, Lichter flackerten auf und verschwanden. Und die Bewegung wurde gesteigert» wurde zu Lauten; gurgelnd, brausend und kochend fuhren die Massen vorbei; es siedete, pfiff und verlor sich nach oben, und aus der Tiefe stieg ein fernes, zartes Janunern wie von Milliarden Neugeborener. Tann tönte eine menschliche Stimme herauf, der.Hufschlag eines Pferdes, die Borstel- lmtg viui etwas Festem, von Erde. Die Fahrt wurde auf- gehalten durch einen gewaltigen Stoß, ein Ruck der Angst und ein unleidlicher Ekel folgte, wie der ihn verspürt, der Ivicder zum Leben zurückkehrt.--- Karl Bauder öffnete die Augen und erblickte den schmutzigen Fußboden und zwei dicke Beine in roten Strümp- seil und ausgetretenen Hausschuhen. Taruber zeigte sich der Rand eines rotwollenen Unterrocks und ein nasser, schniiutzi- ger Rock, der sich bis weit hinaus fortzusetzen schien. Ein scharfer Geruch kitzelte seine Nase, und sein Kops schmerzte da, wo er den Fußboden berührte. � Bei diesen beiden klaren Siuueslvahrnchnlungeii durchschoß ihn ein heftiger Blut- ström, begleitet von einer warmen, innigen Freude darüber, daß er lebte. Verwirrt erhob er sich und stand Aug in Aug vor der Hoteliuagd. einem entsetzlich schmierigen Weibe anfangs der Dreißig. Ihr Gesicht war breit und fleischig, aber ganz flach und umgeben von dünnen blonden Haarzotteln: stc hatte kleine farblose Augen und eine Stlinipfnase. die Haut war weiß und gefleckt wie ein Goldbuttenbauch, um die Nase und unter beu Augen dicht mit Sommersprossen gesprenkelt; und im Ausdruck sagte ihm etlvas, daß sie entweder taub oder blödsinnig sei. „Hat man geschlafen?" fragte sie und gaffte ihm ver- traulich ins Gesicht, lvechrend sie ihm mit dein einen Knöchel gegen den Oberarm stieß. Erstaunt maß er sie mit den Augen, aber sie lächelte bloß mit offenem Munde, und dieses Lächeln. daS nur die niedrigste Art von Neugier verriet, er- schien ihm so tierisch, daß er ihr den Rücken kehrte, ohne etwas zu sagen, und in seinem Koffer zu wühlen begann. Als er ausschaute, stand sie vorgebeugt hinter ihm auf den Besen gestützt lind starrte über seine Schulter in den Koffer hinab, t�ie war sehr bei der Sache und verfolgte mit einer Drehung des Kopses jede seiner Hmidbewegungen, wie eine mechanische Puppe; bei dem Anblick eines hellroten Flanellhemdcs stieß sie einen leichten Schrei der Ueber- raschung aus. legte sich neben ihm auf die Knie und gurgelte einige unverständliche Laute hervor � das Gesicht ganz im Koffer drin. Es wurde ihm unheimlich zumut, und er warf den Teckel hart zu; da richtete sie sich auf und fing an zu fegen, wobei sie leise mit sich selbst redete. Ihr Leibchen stand aus dem Rücken offen und bildete eine senkrechte. linsenförmige Spalte, die ein ungebleichtes Hemd mit braunen Flecken von Floh- stichen sehen ließ: und bei jeder Bewegung, die sie machte, ging von ihr jener scharfe tierische Geruch aus, den er bei seinem Aufwachen bemerkt hatte. Sie hatte den Fußboden nicht angefeuchtet, und der Staub wirbelte um sie auf. „So öffnen Sie doch ein Fenster, wenn Sie fegen, Menschenskind!" schrie er erbitters. Sie tat es— also konnte sie doch nicht völlig idiotisch sein. Er eilte aus dem Zimmer.„Das Bett muß auch frisch bezogen werden," sagte er in befehlendem Ton. � „Der andere hatte ja nur zwei Nächte drin gelegen," sagte sie und hielt gaffend zwei Finger in die Luft. „Das mag schon sein, aber ich verlange es nun mal." erwiderte er schroff und ging. Auf dem Wege hinaus trat er ins Billardziimner zum Wirt:„Sic sorgen wohl dafür, daß mein Bett frisch be- zogen wird! Ich glaube nicht, daß es mir gelungen ist, es dem Mädchen begreiflich zu machen." „Natürlich, natürlich! Wir sind doch auch keine Schweine.— So, so. Stine konnte Sic nicht verstehen? Na ja, zu den Allerklügsten gehört sie ja nicht. Aber wir haben sie un mal ins Haus gekriegt nnd bringen's nicht übers Herz, sie wegzujagen, denn wohin soll so ein armes Frauen- ziimner? Sie kann ja auch das Allergröbste ini Hause tun, wenn man sie sich selbst überläßt. Und außerdem haben wir ja etwas davon, daß wir sie behalten; also geht es schon- alles in allem." «Sorgt die Stadt für sie?" fragte Karl. „Nein, sie hat ganz wohlhabende Verwandte, die be- zahle» für sie. Wir bekommen zweihundert Kronen im Jahr, und das ist auch nicht viel dafür, Irrenwärter zu sein." „Hat sie Anfälle?" „Ja, Lachanfällc. Sie macht überhaupt alles mit Ge- mütlichkeit ab. Ist das nicht erstaunlich? Je weniger Grütze die Leute im Kopfe haben,"— er klopfte sich dabei mit dem Mittelfinger auf den Kopf—„desto zufriedener sind sie. Na, ich will im übrigen nicht klagen." „Weder nach der einen noch anderen Richtung vielleicht?'� fragte Karl mit leichtem Lächeln. „Nein, nein, durchaus nicht," lachte der Wirt und schlug sich auf die schenket.„Hä hä hä! Das war gut gesagt— ja, wir verstehen." Er kniff das eine Auge zusammen und be- trachtete Karl verschmitzt. Draußen auf dem Hof ertönten Stimmen, und zwei Mäuiicr traten ein, ein ungewöhnlich starkgebauter sunger Mann und ein etwas älterer, groß und schlottrig. Ter jüngere, der voranging, grüßte Karl wiedererkennend. „Das ist mein Sohn. Aage." sagte der Wirt. „Ich sah Sic vorhin, als sie auf dem Dampfer vorbei- kamen," sagte Aage ein wenig verlegen. „Ach, dann waren Sie das wohl, der da weit draußen im Fjord schwamm," rief Karl mit einem Anflug von Bc- wunderung in der Stimme. „Schwamm?... Ja. der verflixte Bursche ist bei allem dabei, wo's auf Kräfte ankommt. Aber er ist auch danach gebaut, was? Er ist übrigens damit geboren, denn er hat gut acht Kilo gewogen, als er zur Welt kam. Das war eine schwere Nacht. Ich weiß noch, ich lief..." „Das ist so lange her, Vater," unterbrach ihn Aage. „Gewiß, gewiß! Aber sonderbar ist es nichtsdcsto- weniger. Er wiegt fast ebensoviel wie meine Frau und ich zufcnumeti, und er kann den Stuhl mit mir in den steilen Armen halten.~ Zeig W) mal Herrn Bauder Deine Kräfte!"(Forts, folgt.) und Zimt, Hanffasern und geleertem Holz, und dann die kleinen, dlanken Häuschen der Kapitänswitwen mit den zärtlich gepflegten Blumennäpfen hinter immer frisch gewaschenen Gardinen: solche Poeterei aus runzeliger Harmlosigkeit und schnurrendem Behagen, solch Erinnern an stolze Vergangenheit und solche Gegenwari des Hindämmerns verstrickten den Gotthard Kuehl in derbe Melancholie, aber auch in heitere Empfindsamkeit. So vorbereitet, mit altdeutschen, verlieblen Augen ging Kuehl. das Malhanvwerk zu erlernen. Erst nach München, dann nach Paris. Hier begegnete e> den Jlnpressionisten, den Meistern der Luft und ihrer Musik, der Bewegung und ihrer Dramatik, der Farbe und ihrer leidenschafl- lichen Zauberei. Kuehl aber war derbknochig, schwerfällig, zäh- fingrig. Er vermochte es nicht, die Natur nur als eine Sensation der Nerven zu empfindender konnte sich die Bilder nicht ohne einen geistigen Inhalt, ohne irgendeine kleine Sentimentalirät, einen Scherz oder ein Bekenntnis vorstellen. Er blieb malend immer ein wenig Illustrator, Geschichienerzähler, Verichierslauer. Aber: er batle Paris gesehen und geliebt. Er wufitx, was Malerei ist, und strebte daruni eifersüchtig danach, das Gebot der Sinnlichkeit zu er süllen. Zunächst an Erinnerungen aus der Heimat: er malle pübcckisches, die Gassen, die Giebel, die bartbefrästen Veteranen deS Salzwassers.(Ein Bild dieser Zeit,„Aus dem Ahe männerhaus", hängt in der Nationalgaleric.) Dann, an die Dresdener Akademie berufen, malte er diese Sladt die wohl die malerischste aller grofien Städte Deutschlands genannt � werden_ kann. Er malte die graualte AugustuS brücke, die im Jesuitenbarock jauchzende Hofkirche, die ernste Frauen kirche, die Brühlschen Terrassen. Er malte die weiche Schönheit dieser Steinlandsckaften zu allen Zeiten des Tages; bald schlägt helle Sonne auf das mürrische Heldenantliy der Augustbrücke, bald taucht es in Nacht, in Regen, in Schneegestöber. Kuehl war daneben ein ausgezeichneter Ausstellungsorganisator; er verstand es, die großen Dresdener Kunstausstellungen ungemein interessant und anregend zu gestalten. Wie oft haben wir den Berliner Glaspalast durch das Dresdener Vorbild strafen müssen. Das Rätsel solches Erfolges ist dieses: Gotthard Kuehl hatte vor der Kunst eine tiefe Achtung._ r. br. Norüenskjolüs neueste Forschungen. Soeben ist Freiherr Erland von Nordenfljöll» in Begleitung seiner Gattin, die seine letzte Expedition nach Südamerika mitgemacht hat, wieder in Schwülen eingetroffen. Seine For- schungSreise in die unbekannten Gebiete deS Südens der Neuen Welt waren von bemerkenswerten wissenschaftlichen Erfolgen ge- krönt. Nordenskjöld begab sich im Frühjahr 1313 in Begleitung seiner Frau von Buenos Aires direkt nach Dacuiba, einer Ortschaft an der Grenze zwischen Argentinien und Bolivia. Sie wurde als Ausgangspunkt für die Reise in die Provinz Corriera benutzt, wo Nordenskjöld die Gebiete aufsuchte, die von den Chiriguano- Indianern bewohnt sind. Er konnte dort zahlreiche Photographien alter Inschriften aufnehmen und Ruinen von Jnkabauten unter- suchen, die sich in gayz entlegenen Gebirgsgegenden fanden. Die Chiriguanoindianer befinden sich nach den Beobachtungen, die Zkordenskjöld hat machen können, dank dem Einfluß der dort tätigen katholischen Missionare, in einem gewissen halbzivilisierten Zu- stände, bewahren aber doch noch viel von ihren Mythen und ihrem alten Glauben. Es wurden im Gebiet dieser Indianer antike Fried- Höfe entdeckt; auch fand man dort Muschelschalen, ein Umstand, der geeignet erscheint, die schon früher gehegte Annahme zu bestätigen, daß es eine Epoche gegeben hat, in der direkte Beziehungen zwischen dieser Binnenregion und dem Stillen Ozean bestanden haben. Kurz bevor Nordenskjöld und seine Frau in Cochabamba eintrafen, hatten sie noch Gelegenheit, die befestigte antike Stadt Jcallaceta zu durchforschen, die auf einem hervorspringenden Gebirgskamm gelegen ist. Unter den Ruinen der alten Stadt wurden Bau- krümmer angetroffen, die von einer bemerkenswerten Kulturstufe ihrer versunkenen Bewohner sprechen. Der Ort war von Mauern und Verteidigungswerken umgeben, von denen ein Teil, der in Stein ausgeführt ist, noch vorhanden ist. Tie Expedition setzte dann ihre Reise nach dem Oberlauf des Flusses Beni fort und besuchte die Moceton- und Chimanstämme, die bis dahin noch nie von Weißen aufgesucht waren. Diese In- diauer bewahren die Vorstellung von der einstigen Existenz vor- weltlicher Niesentiere und tragen kleine fossile Knochen von Mast- odonten als Amulette. Zu weiteren Untersuchungen entfernte sich hier ein Begleiter Nordenftjölds von der Expedition und tourde dabei von den Eingeborenen ermordet. Später kam die Expedition nach Santa Anna und fuhr von dort in einem Kanoe nach den Mojo-Regionen im Grenzgebiet zwischen Bolivia und Brasilien, die von den Flüssen Mamore, Machupe und Jtenas durchflössen sind. Am Machupe bauen die Mojoindianer Wälle und Kanäle; hier sitzen außerdem die Jtomanoindianer, die die Seelen der Toten anrufen, mit deren Hilfe die Medizinmänner des Stammes auch Krankheiten heilen. Am Jtenas traf man den Pausenastamm an, dessen Angehörige fehr�solide und gut eingerichtete steinerne Wohn- stätten bauen. In«terra de Paressi stieß man dann auf die Huaris, einem sehr wilden, durchaus kannibalischen Jndiauerstamm, der nocfi nicht über die Entwickelung der Steinzeit hinaus ist. Die Weiber des Stammes, die man sah, ivaren vollständig nackt, ließen sich aber durch die weißen Fremdlinge durchaus nicht stören. Sie kamen sogar mit großer Neugier an das Lager heran, um die weiße Frau zu bestaunen, die wie ein Mann gekleidet war. Weiter gelangte die Expedition zu den Huranhamos, einem sehr kriege- rischen Stamm, der Geräte und Waffen aus Menschenknochen ver- fertigt. Bei den Chamasindianern, einem vorher noch fast völlig unbekannten Stamm, erreichte Nordenskjöld die Kunde vom Aus- bruch des Weltkrieges. Und da er der Meinung war, daß auch Schweden in den Krieg hineingezogen werden würde, so brach er seine erfolgreiche Expedition ab und kehrte über Buenos Aires nach Europa zurück._ Ein fahrbarer Röntgenapparat. Nicht jedes der vielen Lazarette, die es augenblicklich in Berkin gibt, zumal die Menge der kleineren Vereinslazarette, die für 30 bis 50 Verwundete bestimmt sind, kann sich einen eigenen Röntgen- apparat leisten. Diesem Mangel hat nun eine Erfindung ab- geHolsen, die sich bereits glänzend zu bewähren angefangen hat. Ein Automobil, das beim Vorüberfahren den wenigsten durch irgendwelche Besonderheiten auffallen wird, ist für die Auf- nähme eines vollständigen Röntgenapparats eingerichtet, außer« dem ist in dem Wagen ein Akkumulator eingebaut. JedeS Lazarett, das im Jnieresse eines seiner Kranken eine Photo- graphische Röntgenaufnahme zur Erkennung einer Knochenzertrümme- rung, zur Feststellung der Lage eines Geschosses im Körper oder zu sonstigen diagnostischen oder Heilzwecken machen möchte, kann sich telephonisch den Wagen bestellen. Dieser fährt vor, der Apvarat wird in daS Lazarett, neben das Krankenbett gebracht, vom Wagen auS eine elektrische Leitung binaufgelegt und dann von dem Alku« mulator aus bei der photographischen Ausnahme der Apparat be- dient. Wie unS mitgeteilt wird, steht der Röntgenwagen nicht nur den Lazaretten, sondern auch Privatleuten für besonders schwere Fälle zur Verfügung, bei denen jede Umlagerung, jeder Transport des Patienten, selbst aus dem Krankenzimmer in einen naheliegenden Raum, wegen drohender Lebensgefahr oder der mit dem Transport verbundenen Schmerzen ausgeschlossen ist. DaS Modell eines in Tätigkeit befindlichen RöntgenwagenS ist gegenwärtig in der.Aus« üellung für Verwundeten- und Kranken-Fürsorge im Kriege� im ReichStagsgebäude zu besichtigen. Lieber Wundstarrkrampf. Die KriegSärztliche Vereinigung von Straßburg hat auf Grund einer Umftage Näheres üb« die Häufigkeit und der Verlauf der Teianuserkrankungen �Wundstarrkrampfs zu ermitteln versucht und teilt die vorläufigen Ergebnisse in der.Münchener Medizinischen Wochenschrift mit. Im Krimkrieg erkrankten beim englischen Heers nur 1,5 vom Tausend der Verwundeten an Tetanus, im ameri» kanischen Sezessionskriege waren es 2 vom Tausend, im deutschfranzösischen Kriegs beim deutschen Heere 3,5 vom Tausend, im russisch-türkischen FeltHUg von 1877/78 bei der russischen Armee nur 1,2 vom Tausend. Die Ergebnisse der Untersuchung, die sich auf die Zeit von 3 Monaten ll. August bis 31. Oktober) erstreckt, zeigen eins erheblich größere Zahl von Tetanussällen. Es wurden bei 27 67? Verwundeten nicht weniger als 174 solcher Fälle beobachtet, das ist 6,6 vom Tausend. Die Fälle sind also glücklicherweise bei weitem nicht so zahlreich, wie man nach übertriebenen Gerüchten annehmen kannte, aber sie übertreffen die in früheren Kriegen beobachteten Fälle doch ganz erheblich. Das hängt zweifellos mit der gegen» ivärtigen Art der Kriegftihrung zusammen, wo die Kämpfenden tage» und wochenlang im Walde und in Schützengräben liegen, wo die Wunden leicht mit Erde verschmutzt werden. Zur Bekämpfung des überaus gefährlichen Wundstarrkrampfes kommt eine Schutzimpfung mit einem Starrkrampfheflserum in Be- tracht, die vielfach auch prophylaktisch I vorbeugend! vorgenommen wird. Bekannt ist serner, daß die Heilwirkung des Lichtes mit Er- folg bei Wundstarrkrampf angewendet wird, indem die Wunde der künstlichen Höhensonne, das ist der Bestrahlung mit dem Aronsscheu Ouecksilberdampflicht ausgesetzt wird, wobei besonders die ultra- violetten Strahlen zur Geltung kommen. Als ein weiteres Mittel zur Verhütung der Tetanusgefahr empfiehlt in der„Münchener Me- dizinischen Wochenschrift" Dr. Heister die Behandlung der Wunde mit strömender Luft. Unter der Einwirkung eines heißen Luststromes trocknen große offene Wundflächen schnell und die Ausscheidungen werden sehr viel geringer. Durch die vermehrte Sauerstoffzufuhr, der mit der Luft auch in die Buchten und Nischen des zerfetzten Ge- webeS eindringt, mutz die Entwickelung der Starrkrampferreger ge- hemmt werden._ Notizen. — I n der Schach spalte vom Freitag, den 8. d. M., ist durch ein Schreibversehen ein Fehler entstanden. In der Lösung des Vierzügers muß eS statt 3. h 8 T heißen: 3. b 8 T. — Theaterchronik. Nach der.Voss. Ztg." wird Friedrich Kayßler denznächst die Leitung des Künstler-Theaters übernehmen. Der Geschäftsführer Friedmann tritt dieser Tage in den Betrieb des Theaters am Bülowplatz über. — Die.Jugend" als Oper. Kapellmeister I. Wag- Halter vom Charlottenburger Opernhause will Max Halbes.Jugend� vertonen. — Musikchronik. In der Jerusalemskirche veranstaltet der Organist Wolfgang Rcimann am Mmwoch«in Orgelkonzert, in dem Werke alter Meister zum Vortrag gelangen. Programm zu 20 Pf. berechtigt zum Eintritt. — Vorträge. In der Urania behandelt am Freitag, den Id. Januar, unter dem Titel»Der Grenzkamm und die Kampfftälten der Vogesen" der Herausgeber der Zeitschrift.Die Vogesen" Adrian Mayer die Landschaft und Kampfgebiete an der westlichen Grenz« in Wort und Bild. Auch eine Reibe von Bildern der vom Krieg« betroffenen Ortschaffen sowie Bilder aus dem Feldleben unserer Truppen sind in den Vortrag eingeschlossen. — Der Krieg und der englische Buchhandel. Der Buchhandel gehört in England �u den Geschäftszweigen, die am meisten durch den Krieg betroffen worden sind. Während im Jahre 1913 12 537 neue Bücher erschienen, wurden im Jahre 1914 nur 10 695 veröffentlicht. Der Einfluß deS Krieges ist dabei größer, als es nach diesen Zahlen scheinen könnte, da in den ersten sieben Monaten der englische Buchhandel eine besonders günstige Zeit halte und eine sehr starke Vermehrung der Neuerscheinungen erfolgte. Außerdem haben alle Bücher, die von Anfang August bis Ende Dezember erschienen, nur eine sehr kleine Auflage. Nur die Militär» literatur hat stark zugenommen. Ideatw für Dienstag, 12. Janoar: Berliner Theater 8uhi:„Extrablätter 1" D entsehe« Künstler- Tta. sIIhr: Luther. Deatscbes Opernhaas, Charlotteab. 7 uhr: Die Walküre. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 8,/< u: Gasparone. Gebr. Herrnleld-Tbcater 8uhr: So leben wir! Zwei leuchtende Punkte. Kleines Theater 8Uhr: Jettehen Geberl. KomOdlenhans 8mir: Sturmidyll. Dessins-Theater 8Uhr Königskinder. f/astaplelhans &u v-: Leutnantsmündel. IBetropol-Theater «Fbr: Wjr jjg�J lHontls Operetten-Theater 8inir:Der liebe Pepi. Kesldenr-Theater 8 ühr: Krümel vor Paris. Bose-Theater 8 17111: Sein ganzes Glück. Schiller-Theater O. 8 Uhr: Der Seeräuber. Schlller-Th. Charlottenbg. 8 0te! Nora. Thalia-Theater '� Kam'rad Männe. Theater am iVolIendorfpI. s,/' 17: Immer feste drufl! Theater a. d.Weidendammerbrücke 81<>U: Die deutsche Marke. Theater dos Westens 8 Uhr: pofeublul. Mittw.naobm.; Vater zieht In« Feld. Theater In der Königgrätzer Straße 8Ulir: Ranseh. Trlanon-Theater 81,< u: Das Liebesnest. Volksbühne. TheateramBülowpIatz 8,/. u.: Von Berlictiingen. Walhalla-Theater D-: Die Fitsler-Clirlsll, URANIA T"3S':1"U""- 4 Uhr(Halbe Preise): Die Weiehsel iUüi die rar. Seen. Abends 8 Uhr: Auf den Schlacht* leidern Ostpreußens. SÄRRASANI Tätlich 72/, I hr abends: (Die kleinsten Männer der Welt) und das übrige unerreicht dastehende Biesen-Programm ha Isen-Theater. •816U-: Der Stabstrompeter. Sonnftbd. 4 Ulu: Kindervorätellg.: Frau Holle. Zirkus Alb. Schumann Dienstag, 12. Januar, Anf.T'/.Uhr; Gr. Sport- Vorstelluns mit ausgewähltem Programm. U. a.: Neu! Der lallende Mensch. Weises 5 dressierte Orginal rad- fahrende u. rollschuhlauf. Bären. Urian.d.einz. mSnnl.Orang-Utang, als Akrobat. Baron's urkomische Tiger- u. Lflwengruppe(Parodie). Gebr. Ernst u. Oskar Schumann. Um 91/. Uhr: Um»'/. Uhr; Ost und West Gr. patriot. Schaustück aus der Gegenwart in 4 AJrten u. der phänomenalen Schluß- apotheoae. Kasino-Theater. Lothringer Straße 87. Täglich 8 Uhr. Wieder ein neuer Schlager. Der größte Erfolg seit Bestehen: Durch Dick und Dünn. Volks-Lustsviet in 3 Akt. v. HanS Berg. Dazu erstllass. Spez.-KriegSaufnahm. Sonntag 4 Uhr: Deutsche Mütter. Reicbsbsiien-Tbester. Stettiner Sänger. Zum Schluß: „Unser Oskar" Ansang 8 Uhr. . Mllitärpersonen gjjä und deren An- gehörigen voll- kommen sreier Zutritt zu den Stett. Sängern. A' MMi r ussteiSyng� (flr Verwundetsn- und Krankan-FOrtorge Im Kriege Heule Nachmittag 5 Uhr Im Hauptsllzungstaif das Reichstags(Eingang n) Körting „..bar HallerlBBCB" DdrWMPI.fllf htittllsng end Vortrt|., Spezialarzt Dr. med. WockenfnS, Frledriohslr. 125,(Oranienb. Tori. ffir Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hala-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Hellung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.* 8pr. 11— 2 u. 6— 8, Sonnt 9— 10 H.& P. Uder, Haupt-Niederlage der k. k. üsterr. Tabak-Regie. Zigarren— Zigaretten— Ranchtabake. Nur für Wiederverkäuker zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikat« der Pinn» F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauohtabakfabrikation. Jahresproduktion über 6 OOO OOO Pfd. Raaehtabake. Zigaretten-Spezialität; l/Algerlenne." Großer Robert Stekil sowie der glünsende TSsr Jannar• Spielplan. Kleine Preise! V oigt-Tliea ter. Badstr 58. Badstr. 58. Morgen Mittwoch, den 13. Januar: „Das Geheimnis der alten Mamsell" ober Ha8 und Liebe. Schauspiel in 3 Abt., 5 Akt. u. 1 Borst).: „Die Gaukiers Tochter". Kasseneröffnung 7 Uhr, Ans. 8 Uhr. Tkootcr Folios Captiee 8J,j Possen-Theater Jlorlta wird energisch. Das Lentnantsfenster. Kandwehrleute. Martin Kettner a. G. IBürger-Säte Neukölln[ Bergstraße 147. Dienstag, den 12. Januar(sowie g | jeden Dienstag), abends 8st. Uhr: E Konzert> des Blüthner-Orchesters unter Leitung d. Herrn Kapell-| meisters Paul Donath. Solistin; Frau Brigitta Thielemann Eintrittspreise: An der Abend- j kasee 60 u. 40 Pf., im Vor- j verkauf 50 u, 30 Pf. Karten in den Bürger-Sälen und bekannten Handlungen. Inventur-Verkauf Nach beendeter Inventur sind unsere noch haJJjßn PpeiS KorSKgOSvtzt Astrachan� Mäntel sehr praktisch Im Tragen 1650, 2250, 27, 33, 45 M. Jackett= u. Paletot=Kleider blau und schwarz Wert 18-95, jetzt 850, 12, 1650, 21, 30, 38, 45 M. Kostümröcke, Man und schwarz, Wert 12-83, jetzt 575, 750, II, 1350, 18, 21 M. Garnierte Kleider auch schwarz Wort 42-125, jetzt 28� 36, 42, 48, 55, 68 M. Besonders preiswert: ca. ISO JadtelMeider SfS. ßSO I ca. 320 nollene Sinsen V 975 gestreift und kariert, Jackett auf Futter M. w»| nur gediegene Stoffe, uni und gestreift, M. 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