9t. io.— 1915. Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Neue himmelskunöliche Literatur. Zu den zahlreichen guten Werken, die wir seit längerem i» der populären HimmclSkunde besitzen, sind in der letzten Zeit einige neue getreten, die wir trotz der nun bereits reichen Auswahl leb- Haft begnihen können. Es muß für diese Literatur doch wohl ein größeres Interesse vorhanden sein, als man gemeinhin annehmen ntöchle, denn einige Werke mußten lo rasch neu aufgelegt werden. daß die Herausgeber selbst davon überrascht sind. Ta ist zuerst da» größte Werk dieser Art zu nennen. Newcomb-Engel- mann» Populäre Astronomie(Leipzig, Wilbelm Engelmann, 191J, Preis geh. 14 M.. geb. 15,60 M.). Erst vor drei Iahren erschien die vierte nach Vogels Tode von Prof. Kempf- Potsdam herausgegebene Auflage und jetzt bereits wieder eine neue, obwohl da» Weck eins der umfangreichsten und teuersten ist. Da» ist sicher kein Zufall, sondern wohl im wesentlichen dem Um- stände zu danken, daß dieses Werk sich im Laufe der Zeit als das zuverlässigste und sorgfältigst redigierte erwiesen hat. Die Astro- nomie ist seit einigen Jahrzehnten durch die Astrophysik zu einer so umfassenden Wissenschaft geworden, die so viele große und schwere Hilfswissenschaften erfordert, daß es dem einzelnen un- möglich ist, sie ganz in allen Teilen zu beherrschen. Dem trägt das Buch, das schon auf der Grenze zu den wissenschaftlichen Büchern steht, in der Weise Rechnung, daß für die größeren Abschnitte Spezialforscher zu Redakteuren herangezogen werden. Bei dem Kapitel über die Sonne werden sogar regelmäßig die Gutachten einiger auf diesem Gebiete besonders hervorragender Gelehrter eingeholt und im Original veröffentlicht. Es sei nicht vergessen darauf hinzuweisen, daß diese? Buch nicht als erste Einführung in Betracht kommt, sondern mit Nutzen nur von dem durchgearbeitet wird, der sich ernsthafter mit dem Stoff befassen will. Dafür ist da» Buch als Nachschlagewer! vorzüglich geeignet und sollte in den größeren Arbciterbibliotheken vorhanden sein. Namentlich sind vor allen Dingen die Zahlennachweise und die kurzen biographischen Notizen von Wert, die wir auch bei den kommenden Auflagen nicht missen möchten, selbst auf die Gciahr hin, daß der Umfang noch mehr anschwillt— was übrigens durchaus kein Schade ist. Die Illuitrationcn die Buches sind vorzüglich und ihrer Bedeutung ent- sprechend gut ausgewählt. Nächst diesem verdiein ein anderes sehr bewährtes altes Werk genannt zu werden, nämlich Die st er Wegs populäre H i m- melskunde u n d mathematische Geographie(Ham- bürg. Verlag von Henri Grand, 1914), lange Zeil das einzige gute populäre Buch. Ter berühmte systematische Teil diese» Buches ist der Hauptsache nach seit Tiesterweg unverändert geblieben, dm gegen ist es sonst den neuen �Fortschritten angepatzt worden. Die neueste Auslage hat Prof. Schwaßmann, Hamburg besorgt. Am Schlüsse des Buches hat der Herausgeber ein Kapitel hinzugeiügt: ..Die Einrichtung einer neuzeitlichen Sternwarte", in dem er das Thema in der Form eines Besuches auf der neueingerichleten Sternwarte zu Hamburg-Bergedorf behandelt. Ter Leser be- kommt dadurch zugleich einen Einblick in die Arbeitsweise auf einer modernen HimmelSwartc. Sehr hübsch sind die beiden Stern- karten, die als herausnehmbare Blätter mit Pausekarton einge- richtet sind. Das Werk wird sich hoffentlich auch weiter dauernd auf dem Büchermärkte halten. Auch Prof. P l a ß m a n n S„H i m m e l S k u n d e" lHer- dersche Verlagshandlung, Freiburg i. Br., Pr. 11 M., geb. IL M.) est Ende vorigen Jahres neu erichienen. Dieses Werk ist eben- falls nicht für den ersten Anfang und besonders für solche, die weiter in den Stoff eindringen wollen. Es benutzt hier und da auch schon elementare mathematische Hilfsmittel. ES bevorzugt die ältere Astronomie, die sich mir den Bewegungen der Gestirne befaßt, und ist in seiner Art recht gut und gründlich. Ta das Buch gewissermaßen das katholische Buch de» Wissensgebietes ist, bekommt maii�eine Reihe Bilder und Mitteilungen aus den speziell katholischen Sternwarten, namentlich der vatikanischen in Rom, von denen man sonst nur wenig erfährt. Tic neuere Arttonomie ist dagegen sehr stiefmütterlich behandelt, so daß man dafür unbc- dingt eine Ergänzung braucht. Die in der Göschenschen Sammlung erschienene„Astro- nomie" von Möbius ist kürzlich in 11. Auflage erbauSgekom- men. Als Bearbeiter fungiert der Herausgeber der„Aftronomi- 'chen Nachrichten", Prof. Kobold-Kiel. Aus dem ehedem ein- bändigen Büchlein, sind im Laufe der Zeit drei entstanden dadurch, daß die Astropdyiik zu einem gesonderten Bändchen abgespaltet und das übrig gebliebene in zwei Bändchen geteilt wurde. Einer be- trifft das Planetensystem, der andere behandelt Kometen, Meteore io] Ueberfluß. Von Martin Andersen?!exö. Aage machte keine Miene, der Aufforderung nachzukom- men, obwohl der Vater ihm wiederholt zunickte. „Es ist auch nicht nötig." sagte Karl.„Ich habe schon eine vortreffliche Probe davon gesehen." »Ja, ja— der Bursche geniert sich. Es wäre Geld zu verdienen mit den Gliedmaßen, wenn wir zum Beispiel drüben in der Schenkstube'ne kleine Erhöhung anbrächten und ihn ein paar Proben davon ablegen ließen, was er kann. Das würde die eLute schon anziehen. Aber er ist leide nicht dazu zu bringen." Der Große. Schlottrige, hatte sich die ganze Zeit im .Hintergrunde des Zinnncrs aufgehalten, jetzt trat er näher. Karl betrachtete ihn: ihm war. als müsse er diese lange Ge- statt mit dem großen roten Schnurrbart von früher her kennen: aber das Typisch« an dem Manne täuschte ihn wohl. Der Zrmide verbeugte sich.„Das ist ja Herr Kaub. phi'l. Bänder, nicht wahr? Mein Name ist Rask. Stud. polyt. Wir haben uns doch mal gekannt." Karl schwebte es dunkel vor, daß er in seinen ersten Auchstagen ein-�oder zweimal einen Stud. polyt. Rask ge- troffen hatte. Später war ihm allerlei Unvorteilhaftes über ihn erzählt worden, und er hatte ihn dann ganz aus den Augen verloren. Aber das war mm schon eine Reihe von Jahren her.. �. „Es war eine sehr fluchtige Bekanntschaft," sagte Karl und reichte ihm die Hand.„Ich begreife nicht, daß Sie si'ch meiner noch entsinnen." „Das kommt wohl daher, weil Sie unter denen, die ich kennen lernte, so ungefähr der einzige Student waren, der mich nicht angepumpt bat.". „Ein sonderbarer Grund, mich rm Gedächtnis zu be- halten!— Und Sie sind immer noch Stud. polyt.?" Herr Rask zuckte m't den Achseln. „Manchmal ist er auch Stud. Suff," sagte Aage lachend. Der Kandidat runzelte die Stirn: „Mein Jreund Aage hat zuweilen eine eigentümliche Art. seiner Freundschaft Ausdruck zu verleihen: das ent- spricht genau seinem Alter und Reifegrad. Jedoch erkenne ich seinen guten Willen in hohem Grade an." Gekränkt ergriff er seinen Hut und ging hinau?. Aage eilte ihm nach. ; und das Sternshstem. Dem Prinzip der Göschen-Sammlung, alles aufs knappste zu drängen, folgt auch dieses Büchlein, so daß es zum Nachschlagen und Wiederholen besonders geeignet ist. Jedes Bändchen kostet hübsch und solide gebunden 90 Pf. In diesem Zusammenhange sei auch noch einmal auf die schönen kleinen Bändchen von Prof. M e s s e r s ch m i d t hinge- wiesen, die in den„Büchern der Raturwissenschast" bei Reclam herausgekommen sind:„Der Sternenhim m e l" und die „Physik der Gestirn e", jedes geschmackvoll gebunden 1 Mk., ungebunden 60 Pf., die in ihrer schlichten Sachlichreit ihre Freunde finden werden. Ein ganz neues Buch, das schon äußerlich sich als neu doku- mentiert, erschien kurz vor Weihnachten:„Mc&ready, Stcrn- b u ch für Anfänge r". Aus dem Englischen übersetzt von Max Jkle(Leipzig, Johann Ambrosius Barth. Preis geb. 12 M.). Neuerdings geschieht ja etwas in der Astronomie, so daß auch neues Bildmaterial an die Oeffentlichkeit gelangt. Besonder» die ameri- kanischen Sternwarten haben uns prachtvolle Bilder geschenkt. Wenn daher ein Buch neu herauskommt, kann man jetzt immer ein paar neue Bilder und Tafeln darin finden. Aber in diesem Buche hier sind lauter neue Klischees. Das ist sehr erfrischend, nament- lich weil sie auch so gut sind— wie auch das ganze Buch vorzüglich gedruckt ist. Das Buch nennt sich eine Anleitung zum Auffinden der Sterne und zum astronomischen Gebrauch des Opernglases, des Feldstechers und des Teleskops. Eigentlich beabsichtigte der Verfasser, ihm einen anderen varadoxen Titel zu geben:„Die Sterne— ohne alle Astronomie". Er sagt dazu:„Gerade so wie eine angenehme Vertraurheit mit den Blumen ohne ganz erheb- liche botanische Kenntnisse möglich ist, so kann es auch eine ange- nehme Kenntnis der Sterne ohne jegliche weitgehende Bekannt- schaft mit den teckmischen Seiten der Astronomie geben. Ja, die Freude an den Sternen kann den Weg zur Wissenschaft von den Sternen bilden, gerade wie eine natürliche vertraute Kenntnis der Blumen ostmal» zum Verständnis der Botanik führen wird." McKready ist der Uebcrzeugung, daß jemand die Welt der Sterne als eine neue Welt kennen lernen und sich daran erfreuen kann, ohne von der Astronomie etwas zu wissen und beruft sich dabei auf Earlyle. Nun, jedenfalls, ist soviel sicher, wer erst einmal Ge- schmuck an den Sternen gewonn n hat, dringt auch weiter, und aus manchem Manne ganz anderer Berufsstellung(Herschel war Mu- siker, Bcssel Kaufmannslehrling i ist ein berühmter Astronom ersten Ranges geworden. Es ist daher nicht zu gering anzuschlagen, wenn ein Buch wie diese» versucht, durch ansprechende Behandlung des Stoffes und Anleitung zu cigeiten Beobachtungen an die Wissens- begierigen heranzukommen. Es lehrt die Beobachtung mit den drei genannten Hilfsmitteln, beschreibt die zu schauenden �Welt- körpcr im Sonnensystem und in der Sternenwelt, gibt Sternkarten für alle Jahre in einer schon von Müller in seinem Atlas zur kosmischen Physik angewandten Art. McKready stellt aber den Nachtkarten, dem dunklen Himmel mit den weißen Sternen, das Negativ gegenüber niid erreicht dadurch eine seltene Anschau- lichkeit und eine große Leichtigkeit in der Orientierung. Auch den Mondbildern für die einzelnen Phasen stellt er ErläuterungSkartei« gegenüber, so daß man sich in jedem Falle leicht zurechtfinden kann. Wer den Wunsch bat, mit kleinen Jnstrunienten zu beob- achten, dem wird eine nützliche Beschreibung und Erläuterung dafür gegeben. Während das zuletzt erwähnte Buch den rechten Koniakt mit der lebendigen Natur hat, weil es hinaustreibr, liegt in F e r d i- nand Meisels„Wandlungen des Weltbildes und des Wissens von der Erde" ein Buch für das Lese- und Studierzimmer vor. i Deutsche Verlagsaustalt Stuttgart. Preis geb. 7,50 M.) Es bildet den ersten Band eine» großangelegten, unter Lamprechis Äegide erscheinenden Werke»„Das Weltbild der Gegenwart" und paßt mehr unter diesen als unter seinen eigenen Titel. Auch von diesem Buche ist das Rühmliche zu sagen, daß es ein neue» ist! Es ist ein vollständiges populäres Lehr- buch der Astronomie geworden, das allerdings weiter greift, al» die gewöhnlichen, da» von hoher Warte au» schneidende Kritik an den Lehren und vulgären Darstellung:- und Redeweisen übt und überall versucht, klar and scharf zu sein, namentlich in den Be- griffen. Schon die Einleitung gibt davon das beste Zeugnis. Eine eingehende Würdigung des Werkes würde eine Serie Artikel ver- langen, die zwar äußerst lehrreich sein könnten, für die hier jedoch der Platz-ehlt. Es sei deshalb nur kurz gesagt, daß das Buch die populären Kenntnisse eigentlich schon voraussetzt und in der Tat seinen besonderen Wert in der Klärung dieser Kenntnisse besitzt. Wer sich ihm anvertraut und sich die lohnende Zeit nimmt, es durchzuarbeiten, hat allerdings den größten Nutzen davon. Denn „Trinkt er?" fragte Karl. „Trinken---- das tut er nicht. Aber mein Sohn ist— geradeheraus gesagt— ein Klaps." „Aber warum war er denn beleidigt?" „Ja, sehen Sie. er hat manchmal so seine Anfälle... jeden zweiten oder dritten Monat. Dann richtet er sich ganz fürchterlich zu. so fein und nobel er sonst auch ist. Denn für gewöhnlich ist er wirklich der edelste Mensch unter der Sonne, und er verschenkt Unmengen, so daß man verstehen kann, daß er nicht gern daran erinnert wird." Aber trug er denn nicht den Abstinenzlerstern?" fragte Karl verwundert. „Doch, doch. Er ist der Matador des Vereins, und wir haben ihm für vieles zu danken, das können Sie glauben. Sehen Sie. wenn die Anfälle sich nähern, meldet er seinen Austritt an: und dann geht es uns ja im Grunde nichts an. was er treibt. Hinterher, wenn er ganz elend ist vor Katzenjammer und schlechtem Gewissen, können wir's ja nicht über uns bringen, ihm die Aufnahme zu verweigern, das wäre auch gar nicht ani Platze: denn wenn man die zwei, drei Tage zwischendurch ausnimmt, ist er unserer Sache in jeder Beziehung treu, und er bat dem Verein mehr als ein» mal über eine Geldkalamität hinweggeholfen. Und ein Charakter ist er. Wissen Sie: einmal, als der Anfall sich näherte und ich zufällig verreist war. schickte er mir wahr- haftig die Meldung ver Draht. Das hätten nicht viele getan. Aber ist's n'cht zu komisch, wie plötzlich das einen befallen kann— genau wie Cholerine. Huhe... und fort, die Zunge aus dem Halse... aber die Abmeldung unterlassen? ... Nein. Gelübde ist Gelübdel Ich muß Ihnen sagen, ich war wirklich gerührt." „Haben Sie geweint?" fragte Karl spöttisch. „Nu, nein, das will ich ja nicht gerade behaupten.— Nein, was ich sagen wollte, mein Junge.— der pflügt sonst die See und die salzigen Wogen. Aber jetzt hat man hier in der Stadt eine Navigationsschule errichtet.— und da haben wir gemeint, er solle sein Steuermannexamen machen. Man ist seinen Kindern ja eine gute Erziehung schuldig, was an- deres kriegt er wohl kaum mal von uns. Es fällt ihm ein bißchen schwer, mitzukommen, denn er hat nicht viel Aus- dauer. wenn's heißt, über den Büchern zu sitzen: aber dann hilft Kandidat Rask ihm bei den schwierigeren Sachen. Das ist ja immerhin eine Erleichterung für den Jungen und kostet weder ihn noch uns etwas." „Ja. das ist allerdings ein sehr wesentlicher Vorteil beim Unterricht,— falls er im übrigen gut ist." es ist in jedem Sinne modern, in der Darstellung, die überall bis zu den allerneuesten Ergebnissen führt, sowie in ver ganzen Au'- iass'ung. Wer es abschnittweise vornimmt, kommt am besten hin- durch und kann sich am Ende sagen, er habe davon etwas gehabt. In wieder anderer Beziehung gut und neu ist ein Buch von Dr. K r i tz i n g e r:„Die Errungenschaften der Astro- nomie nach den Originalarbeiten der führenden Forscher dargestellt"(Verlag Gustav Kieperheuer, Weimar. Preis geb. 6 M.). Auch dieses ist der erste Band einer„Erkenntnis- bücherei", die da» angedeutete Prinzip für alle Gebiete durchführen will und einen Vorgänger in den wohlfeilen„Quellenbüchern" von Voigtländer hat. In der Astronomie bieten sich dem wegen der sprachlichen Verschiedenheiten der Originaltexte gewisse Schwic- rigkeiten, doch sind sie in dem vorliegenden Bande geschickt über- wunden worden. Tie Linien von einem Forscher zum andern und die Verbindung des Ganzen zu einer einheitlichen Darstellung ist gut gelungen. Da» Bucb wird zweifellos dazu beitragen, die himmelskniidlichen Kenntnisse zu verbreiten und sie vielen näher zu bringen. Es ist geschmackvoll und schön gedruckt. Tie Auflösung vieler Holzschnitte aus alten Werken in Rasterbilder, die doch auch' nur ein Notbehelf sind, erweist sich aber nicht als vorteilhaft; zwar werden die Bilder„künstlerischer", verlieren aber an Deutlichkeit oft erheblich. Von dem vor einiger Zeit verstorbenen Potsdamer Professor Scheiner erschien vor einigen Wochen die vierte von ihm selbst noch bearbeitete Auslage seine» Werkchen-„Der Bau des Weltalls"(Teubner,„Aus Natur und Geisteswelt", geb. 1,25 Mark). Aus knappem Raum hat Scheiner hier ein Bild vom Uni- versum gegeben, das ich in vieler Beziehung mustergültig nennen möchte und jedem Freunde der Himmelskunde warm empfehle. Ein spezielle» Problem bebandelt Johanne» C. B a r o l i n in einer kleinen Schrift„D er H u n d e r t st u n d e n t a g"(Wien. Wilhelm Braumüllsr, 1914. Preis geh. 1,50 M.). Von seinen Vorschlägen ist der originellste und beachtenswerteste die Einrich- tung des HundertstundentageS. Jede Tagesstunde erhält dann die ungefähre Länge der jetzigen Biertelstunde. Bei der Kalender- reform, die auf die Dauer nicht zu umgehen sein wird, sollten diese Vorschläge Beachtung finden. Ein reizende» Hilfsmittel hat übrigens der TeuLnersche Vcr- lag in den Handel gebracht, nämlich Modellierbogen, au» denen man einen Himmelsglobus fertigen kann. Man klebt die einzelnen Teile zusammen und durchsticht die Sterne. Die Kugel- kappe der für uns südlichen Zirkumpolarsterne fehlt, weil diese Sterne ja doch nicht zu sehen sind. Man kann dann von dort aus in den Globus gucken und sieht, wenn man ihn gegen Lampen- oder Tageslicht bält, die hellen Sterne auf dem dunklen Himmel wie in der Wirklichkeit.— Der Verlag bringt drei Ausgaben auf den Markt, zu 1,50 M.. zu 3 M. und zu 4,50 M. Tie erste Aus- gäbe enthält das Netz des Globus in zwölf Zweiccken, das Laub« sägemuster für das Holzgestell, die Kreisieilung auf Karton für den Horizont und die Anleitung zum Gebrauch. Ausgabe 2 gibt das Gestell mit Kreisteilung zum Zusammenstellen fertig und die dritte Ausgabe das Gestell mit Globu» fertig zum Gebrauch. Autor dieses Hilfsmittels ist Prof. Alois H ö f l e r. Unter diesen neuen Werken wird jeder etwas Passendes der- auSfinden.__ A. L. Gefahren öer Unterseeboote. Die Gefahren, denen die Ilnterseebote und ihre Bemannung ausgesetzt sind, werden ebenso sehr überschätz! wie die des Flug- wesens. Die modernen Unterseeboote entsprechen ihrem Namen nicht in dem Sinne, daß sie etwa in der Regel unter Wasser fahren; es sind vielmehr Boote, die für ein gelegentliches Untertauchen und Weiterfahren in gelauchtem Zustande eingerichtet sind, so daß man sie vielleicht richtiger Tauchbooic nennt. Da sie bis in beträchtliche Tiefe tauchen müssen— bis zu 60 Meter— so müssen ihre Wände so stark sein, daß sie den außerordentlich starken Wasserdruck in jenen Tiefen auszuhalten vermögen. Das gibt ihnen bei etwaigen Zusammenstößen mit anderen Schiffen einen großen Vorzug vor ihnen, so daß die Gefahr bei einer solchen Kollision in der Regel für da» andere Schiff größer ist als für das Tauchboot. ES kann freilich unter besonders unglücklichen Umständen einmal vorkommen, daß ein Unterseeboot von einem großen Dampfer so überrannt wird, daß c» unter diesen gepreßt wird. Stehen dann die Luken offen, so kann es sich ereignen, daß ein so rascher und so starker Wasser- einbruch erfolgt, daß eine Rettung nicht mehr möglich ist. Doch ist diese Gefahr, gerade bei den modernen Tauchbooten, die einen „Gut? Ja, das können Sie glauben, daß der Kandidat Verstand hat zu viel, in der Welt durchzukommen. Es geht nicht an, allzu klug zu sein, will ich Ihnen sagen. Tann endet es leicht damit, daß man nicht mit sich selber fertig wird. Na. Sie kennen ihn ja." fügte der Wirt hinzu und ging auf den Hof hinaus, um Flaschen zu spülen. Die Sonne stand noch hoch, aber Karl war zu müde und matt, irgend etwas zu unternehmen, und er ging auf sein Zimmer, um zu sehen, ob es zurechtgemacht sei. Ter ärgste Treck war vom Fußboden entfernt, aber die Laken auf dein Bett waren dieselben, er erkannte sie an den Streifen. Sie waren bloß gerollt woden. Diese kleine Prüfung war zu viel für seinen reizbaren Zustand. Er fühlte sich zu krank und ohnmächtig, seine Forderung durchzuführen, die Er- bitterung schnürte ihm die Kehle zu. und er sank auf den Bettrand hin und brach in zornbebcndes Schluchzen aus. Eine Weile saß er so. dann versank er in seine resignierte Mattig- keit, kleidete sich aus und kroch ins Bett. Einen Augenblick schaukelle sein Lager mit ihm auf und nieder, dann schlief er ein. 3. An den folgenden Tagen war Karl Baader häufig mit Aage Sörensen und dem„Kandidaten" zusammen, der täglich ins Abstinenzlerheim kam. Er fühlte sich von Anfang an abgestoßen von Rask. der Idealist war und meinte, man müsse die strenasten sittlichen Forderungen an sich und seine Mitmenschen stellen, damit diese etwas hätten, zu dem sie aufblicken und dein sie nach- streben könnten. Ter Kandidat beschäftigte sich überhaupt stark mit der> Veredelung der Menschheit: und wie man deutlich merkte, war er es gewohnt, daß die Leute zu ihm aufschauten als zu einer edlen, großdenkenden Natur. Doch auf Karl wirkten seine weitgreifenden Ideen sehr wohlfeil. An den ersten beiden Tagen ließ er sich auf einen Wortstreit mit ihm ein. aber er konnte diese Seminaristen' predigten nicht aushalten: daß Kunst und Literatur edel sein und leuchtende Vorbilder für die Menschen aufstellen mutzten, die nach der Ansicht des Kandidaten offenbar gefallene Engel waren und bloß lyrischen Gewäsches bedurften, sich wieder zu erheben. Er konnte ganz rasend werden, wenn er auf Grund einer so seichten Auffassung diskutieren sollte, und er hielt sich für zu gut dazu. Trum ging er schnell jeder ernsten Erörterung niit dein Kandidaten mis dem Wege und hielt ihn sich mit kleinen zynischen Bemerkungen vom Leibe. w-rtf. fttoBeit Sfuftticb IjaBcit uuL weit aus dem Wasser hervorragen, äußerst gering. Im allgemeinen ist also eine Äollisionsgefahr sur die Tauchboote nicht größer, sondern eher geringer als für andere Cchiffsthpcn. Anders verbal t es sich mit Zusammenstößen unter Wasser, die ja für andere Schiffe überhaupt nicht in Betracht kom- nien. Besonders wenn das Unterseeboot aus irgendwelchen Grün- den mit eingezogenen Sehröhren, also gleichsam ohne Augen fährt, vermag es einer solchen Gefahr zuweilen nicht rechtzeitig vorzu- beugen. Das Tauchboot hat in diesem Zustand seine Tauchtanks, die außerhalb des eigentlichen Bootskörpers zwischen ihm und einer starken Außenhaut von schiffsähnlicher Form angebracht sind, völlig gefüllt, so daß dieser Raun: geradezu einen Sicherheit gewährenden Puffer darstellt. Immerhin ist ein Einbruch von Wasser, mag er durch einen Zusammenstoß oder aus irgendeinem anderen Grunde, undichte Luken oder ähnliches entstanden sein, bei einem unter Wasser befindlichen Bool oder auch bei einem, das seinen Auftrieb bereits so weit vermindert hat, daß es gerade zum Tauchen bereit ist, stets eine große Gefahr, zumal, wenn die Fähigkeit des Wasser- ausblasens der Stärke des Wassereinbruchs nicht gleichkommt. Weitere Gefahren für Unterseeboote bilden die Oelexplosionen, die nicht selten vorkamen, solange man nur Leichtölmotoren für die Unterseeboote verwenden konnte, da die leichten Lele bei den im Unterseeboot vorhandenen Temperaturen stets verdampfen und mit der Luft ein explosives Gemisch geben. Gerade dieser Umstand hat die deutsche Marineverwaltung veranlaßt, verhältnismäßig spät an den Bau und die Verwendung von Unterseebooten heranzugehen. Sie zögerte, bis ein für Unterseeboote brauchbarer Schwerölmotor existierte, und durch dieses vorsichtige und gewissenhafte Vorgehen ist unsere deutsche Marine von Oelexplosionen auf Unterseebooten völlig verschont geblieben, die auf anderen Marinen erhebliche Opfer an Menschenleben gefordert haben. Auch Knallgaserplosionen können beim Laden der Akkumula- koren vorkommen und gefährlich werden. Natürlich sind die Akku- mulatorenbatterien mit besonderen Ventilationseinrichtungen ver- sehen, um diese Gefahr zu beseitigen. Aber es liegt in der Natur aller von Menschen geschaffenen Dinge, daß durch irgendein un- glückliches Zusammenwirken verschiedener Umstände doch einmal eine Kontroll- oder Sicherheitsvorrichtung sowie eine Rettungsein- richtung versagt. Das ist aber bei Unterseebooten nicht anders wie auf anderen Schiffen. Die Erfahrung beweist jedenfalls, daß die Zahl der Unfälle auf Unterseebooten sich dauernd vermindert, obwohl die Zahl der Unterseeboote beständig gewachsen ist; man hat es eben immer mehr gelernt, die Gefahren zu vermeiden und ihnen zu begegnen. Uebelständen abzuhelfen gelang erst der modernen Technik. Man lernte es, Verbandstoff durch starken Druck auf einen sehr geringen Raum zusammenzupressen und viele Arzneimittel, die in flüssigem Zustmide leicht dem Verderben ausgesetzt waren, in fester Form, namentlich in der von Tabletten, herzustellen. Diese Tabletten zeigen einen doppelten Vorteil: sie überdauern Witterungseinflüsse wie ark- tische Kälte und tropische Hitze, ohne an Wirksamkeit zu verlieren, und enthalten den in ihnen wirksamen Stoff in einer so genauen Dosierung, daß ein Abwägen gänzlich überflüssig wird. Wo man früher ängstlich so und so viele Gramm flüssiger oder pulvcrförmiger Medikamente abwog, gibt man heute einfach eine gewisse Zahl von Tabletten. Ein Irrtum in der.Höbe der Dosis kommt nicht so leicht vor, und die Ersparnis an Zeit ist von unberechenbarem Wert, wenn man das Uebermaß an Arbeit und Eile berücksichtigt, mit dem in einem heutigen Kriege die Aerzte infolge der Massenverwundungen zu rechnen haben. Vor kurzer Zeit war England mit der Erzeugung von Medikamenten in Tablcttenform noch der deutschen Industrie überlegen, doch hat sich diese im Laufe des letzten Jahrzehnts erfolg- reich Mühe gegeben, den Abstand einzuholen, vom Knegsftrnitätswefen. Unverhältnismäßig umfangreicher als heutzutage waren die Sanitätsformationen der früheren Zeiten in bezug auf die Masse des toten Materials. Namentlich das Mittelalter zeichnete sich durch das Uebermaß von Arzneimitteln aus, die die Bagage des Feldmedikus belasteten. Eine große Rolle spielten dabei Abführmittel jeder Art in einer Zahl, daß man glauben könnte, die Kriegszüge des Mittel- alters seien ein großes Freßgelage gewesen. Als nicht nünder wichtig galten Salben aller erdenklicher Serien; besondere Wirkungen schrieb man namentlich dem Hunde- und dem Menschenfett zu. Mit der chirurgischen Hilfeleistung war es damals naturgemäß sehr schlecht bestellt; der Hospitalbrand, die Vereiterung der Wunden mit tödlichem Verlauf waren der gewöhnliche Ausgang kriegschirurgischer Ops- rationen. Wenn man dazu bedenkt, daß es zu jener Zeit keine Mittel zur Betäubung gab, die dein Verwundeten die Schnierzen der Operation ersparten, kann man sich ungefähr einen Begriff von den Vorgängen machen, die auf den Verbandplätzen die Nerven der Aerzte, des Hilfspersonals und der Verwundeten selbst bis zum Zerreissen spannte. Erschütternde Schilderungen über diese Greuel, wenn auch aus späterer Zeit, geben uns Tolstoi in„Krieg und Frieden" und Dunant, der Begründer der Genfer Konvention, in seiner„Erinnerung an Solferino'. Dazu waren im Mittelalter die Aerzte noch von abergläubischen Vorstellungen befangen, deren Konsequenzen den Verwundeten ebenso viele unnütze Oualen ver- ursachten lvie sie die ohnehin schon fürchterlichen Wunden' vcrschlim- merten. Galten doch lange Zeit hindurch die durck Muöketenkugeln hervorgerufenen Wunden als„vergiftet", lim der Giftwirkung zu begegnen, goß man daher diese Wunden mit siedendem Oel aus. Erst als nach einer Schlacht im Heere Franz I. von Frankreich das Oel fehlte und entgegen den Befürchtungen der Aerzte, daß nun alle Ver- wundsten an Vergiftung sterben müßten, die Wunden besser heilten als ohne das Ausgießen mit siedendem Oel, nahm man allmählich von dieser barbarischen BeHandlungsweise Abstand. Zu der wertvollsten Kunst der mittelalterlichen Feldärzte, aus die sie sich nicht wenig zugute hielten, gehörte das Austüfteln und Ausschreiben ellenlanger Rezepte, die um so besser wirken sollten, je komplizierter die Zusammensetzung des Medikaments war. Mit der Zeit wurden ja eine große Menge überflüssige Arzneimittel aus den Feldapotheken ausgemerzt, teils weil man einsah, daß die Menge der Medikamente an Gewicht und Art allein nicht den Heilerfolg ver- bürgte, teils weil die Belastung der Sanitätskolonnen ihre Beweg- lichkeit überaus erschwerte. Aber noch im Krimkriege hantierte man mit großen Kisten und Ballen von Verbandstoff und großen Fässern von Arzneimitteln, die selbst für Lazarette mittlerer Größe eine eben- solche Raumverschwendung bedeuteten, wie sie leicht verdarben. Diesen kleines Feuilleton. Eine Jrieöensmarfeillaise. Einem Aussatz der„Köln. Ztg.", der sich u. a. mit den deutschen und französischen Nalionalgesängen der vormärzlichen Zeil befaßt, entnehmen wir die folgende Reminiszenz. Es handelt sich um die Kriegsgefahr des Jahres 1840: Der großen Masse der Chauvinisieu stand in Frankreich eine nicht unbelrächtliche Zahl von Leuten gegenüber, die ruhiger dachien. Alphonse de Lamarliue verfaßte eine Friedcnsmarseillaise„Inr Marseillaise de la Paix", die ihm mancve Anpöbelnng eintrug, aber namentlich in den breitern Schichten der arbeitenden Bevölkerung lebhafte Zustimmung fand. Eine kleine Ucbersetzungsprobe aus dem ziemlich umfangreichen Gedichte möge folgen. Wälz deine Wellen frei und stolz, o Rhein, Du Nil des Westens, Born für Nationen. Die Völker, die an deinen Ufern wohnen, Laß sie von Hader frei und Zwietracht sein! Der Franken heißes, kühles deutsches Blut, Es färbe niemals deine reine Flut. Die Brücke, die ein Volk dem andern schlägt Wie eine dargereichte Hand, sie dröhne Zum grausen Morde niemals unsrer Söhne Von Feuerschlünden, die sie murrend trägt. Wälz deine Wellen frei und königlich Und frage nimmer, ob in deinen Gauen Zum Aufgang, ob zum Niedergange schauen Die Völler beide, die umwohnen dich. Es ist so groß, es ist so weit die Welt. Gibt's Grenzen droben an dem Himmelszelt? Horcht auf den Gott, der euch im Busen spricht: Nicht Meer, nickt Ströme hemmen die Gedanken. Was soll der Haß? Was sollen alle Schranken? Die rechte Liebe kennet Schranken nicht. Wälz deine Wellen frei und friedevoll. Ein Lied der Eintracht klinge ob den Wogen, Darin sich unser beider Banner soll Abspiegeln als ein Friedensregenbogen. Dem Friedensschwärmer Lamartine ist es erspart geblieben, zu sehen, wie die rauhe Wirklichkeit unbeirrt ihren Weg schreitet. Er starb rechtzeitig im Jahre 1869... Oer Krieg mit Gla�e-Hanüschuhen. Unter diesem Titel schildert ein Berichterstatter aus Johannis- bürg die Kämpfe der Buren gegeneinander. Tic Aufständischen huldigen dem Grundsatz:„Laß dich nicht erwischen," und die Truppen der Regierung handeln nach dem Prinzip:„Schieße nicht, bis nicht auf dich geschossen wird". Die Folge dieser Grundsätze ist ein„Feldzng mit Glacehandschuhen", ein lang sich hinziehendes ewiges Hin und Her von Angriffen und Verfolgungen, von Zügen über Höhen und Tal, durch Flüsse und Busch und Wüste. Wer zuerst müde wird bei diesem ewigen Herumziehen, der verliert, und da die Leute der Regierung über die Eisenbahn und Auto- mobile verfügen, so sind sie meistens im Vorteil. Auf beiden Seiten aber will man sich nicht wehe tun, sondern vor allem Menschenleben schonen. „Wer aus der Vogelperspektive auf Transvaal, den Freistaat und einige Gebiete des britischen Betschuaneniandes und der Kap- kolonie einen Blick tun könnte, dem würde sich ein werkwürdiges' Schauspiel enthüllen. Auf ein weites großes Land würde man da herunter schauen, hie und da bedeckt mit kleinen Trupps bc- waffnetcr Männer. Das sind die Regierungssoldaten und die Aufständischen, die gegenseitig aufeinander Jagd machen. Sie klettern tagelang mühselig über Gebirge: sie reiten durch weite Ebenen, die durch und durch aufgeweicht sind von strömenden Regengüssen; sie schleichen ermattet durch sandige Wüsten untei brennender Sonne mit geschwollenen Lippen und aus Pferden, die vor Ermattung stolpern. Hie und da.stoßen ans einmal zwei solcher Trupps, die aus Feinden bestehen, aufeinander und liefern sich eine Schlacht mit wechselndem Ausgang." Die große Schwierigkeit der Kriegführung besteht auch diesmal wieder wie im großen Burenkrieg darin, die Aufständischen zu packen und festzuhalten. Nur Ausdauer und unermüdliche Geduld können da Erfolg bringen, aber der Wille zur Vernichtung des Feindes fehlt den Buren, die für die englische Regierung ins Feld gezogen sind. Alte Freunde kämpfen hier gegeneinander. Noch- barn, die von Kindheit an miteinander gut bekannt waren; die Regicrungstruppen werden gegen Fübrcr geschickt, die sie selbst einmal verehrt, für die sie bei den Wahlen gestimmt haben. Ist es da verwunderlich, wenn sie die Feinde mit Glacehandschuhen an- fassen? Nicht die Besiegung der Aufständischen ist die größte Sorge, die General Botho und seine Regierung haben. Eine viel schwerere Aufgabe für ihn wird darin bestehen, den Schatten der Vergangenheit" zu bannen, der noch immer aus dem Lande liegt und sich nun wieder riesengroß erhoben hat. Die Mafthküche öer preußisihen Eisenbahn. Wo werden die unzähligen Handtücher und die Nicsenmengen der für den Scklafwagenbetrieb der Eisenbahnen erforderlichen Wäsche gereinigt und ausgebessert? Nun, in dem Haushall der preußischen Eisenbahnverwaltung, die ja das größle wirlsckaftliche Unlernehmen der Erde darstellt, fehlt auch die Waschküche nicht. Die erste Eiienbahnwaschanstalt wurde auf dem Berliner Bahnhof Grunewald im Jahre 1998 erbaut und hat in den letzten Jahren rund 680 000 Kilogramm Wäsche Trockengewicht zu reinigen gehabt. Diese Menge kvnnie nur dadurch bewältigt werden, daß man in zwei täglichen Arbeitsschichten von je acht Stunden arberten ließ. Doch die Waschküche war an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit an- gelangt, so daß in Rummelsburg eine zweite errichtet werden mußte, über die Baurat Cornelius in der„Verkebrs« technischen Woche" allerhand interessante Einzelheiten mitteilt. Dre Arbeitszeit in dieser neuen Waschküche konnte auf eine TageS- schickt voll 12 Stunden herabgesetzt werden. Rechts und links des Gebäudceingangs liegen der Annahme- und der AuSgaberaum. Von einem zum andern wandert nun die Wäsche in einem richtigen Kreis- lauf durch viele fleißige Hände und mancherlei Maschinen, bis sie gesäubert und getrocknet wieder abgeholt werden kann. Und neben den„Eisenbahnwäschermädeln" gibt eö Stopferinnen, Näherinnen und Stickerinnen, die in besonderen Räumen die beschädigten Wäsche- stücke ausbessern. Der Vorteil dieser eigenen Waschanstalt der preußischen StaatSeisenbahnen ist ein doppelter. Einmal sind die Kosten sehr gering, denn sie betragen nur etwa 10 Pf. für das Kilo- gramm Wäsche Trockengewicht, dann aber kann die Bahnverwallung mit Bestimmtheit auf die rechtzeitige Versorgung mit frischer Wäsche rechnen._ Notizen. — Borträge. Ueber„Die ethische und wirtschaftliche Be- deutung der Kriegs-Krüppelfür sorge" wird Professor Dr. K. B i e s a l s k i in der„Ausstellung für Verwundeten- und Kranken-Fürsorge im Kriege" am Mittwoch, den 18. Januar, abends Si/t Uhr, im Hauplsitzungsiaal des Reichstags reden. Der Eintritts« preis für den Vortrag, der zugleich tum Besuch der Ausstellung be« rechtigt, beträgt 60 Pf.— Ueber„England und Deutsch- land im Weltkriege" werden im Freien Volkswirtschaftlichen Seminar in der Landivirtschaftlichen Hochschule. Berlinds, Invaliden- straße 42, Hörsaal X, zwei Vorträge von Großkaufleuten gehalten werden. Am 14. Januar, abends 8V« Uhr, spricht A. Pohlmann- Hohenaspe. Am 22. Januar spricht einer der Togokaufleute, I. K, Victor- Bremen, über die Bedeutung der englischen An- griffe auf die deutschen Kolonien. — Deutsche Kunst in Feindesland. Die Aufführungen klassischer deutscher Musik, die Professor Fritz Stein-Meiningen seit etwa vier Woben in der Kathedrale von L a o n veranstaltet, haben jetzt eine bedeutende Bereicherung durch die Gründung eines „ K r i e g§- M ä n n e r ch o r S" erfahren, der aus 7ö Soldaten und Krankenpflegern besteht. Er trat zum erstenmal mit schönem Erfolg in einer musikalischen Weihnachtsandachl hervor. Am Silvestertag und dem folgenden Sonntag unternahm Professor Stein mit seinem Chv' Gastreisen. — Tolstois Haus iu Flammen. Wie der„Voss. Ztg." aus Stockholm gemeldet wird, nahm die politische Polizei eine Haussuchung bei der Witwe Leo Tolstois auf dem Gute Jasnaja Poljana vor. Die belastenden revolutionären Papiere wurden zwar nicht gesunden, doch ging das Schloß während der Anwesenheit der Polizei auf geheimnisvolle Weise in Flammen aus. — Als erste deutsche Lazarettärzlin ist nach der „Franks, Ztg." von der Heeresverwaltung Frau Dr. Elisabeth Reinicke zugelassen worden, Sie erhielt den Rang eines Sanitätsoffiziers. — Das Esperanto und der Krieg. Nach einem Schweizer Blatte erscheinen die Mitteilungen des Großen General- stabes täglich auch in Eiveranto und werden als Flugblätter inS Ausland geschickt. Auch das Gelbbuch und andere Kriegsdokumente würden in Esperanto verbreitet. Außerdem erscheint zweimal im Monat eine illustrierte Zertichrist in Esperanto zum Zweck Deutsch- land gegen falsche Anklagen und Verleumdungen zu verteidigen. Theater für Mittwoch, 13. Janaar: ■r Theater Peterchens Mondfahrt Extrablätter!" Berliner Theater 31/, Uhr: Peterchens Mondfahrt. 8 Uhr:~"' Wentsehcs K4tnstler-Th. 8 Uhr: Jugend. SchiHer-Theater O. 8 Uhr: HusarenOeber. Wehllker-Th.(Iharlottenbg. 8 Uhr: 1>ic Kenverniiihlteu. Amphitrz on. Thalsn-Theater 8Uhr Kam rad Manne. Thenfer am A'ollendorfpl. 81,4 u Immer feste druff! Thealer a. d.Weidendammerbn'cke 8:10U-; Die deutsche Marke. Theater des Westens 8Ulir ialdmeister. 4 Uhr: Vater scleht ins Feld. Theater tu der Küniggiätzer Straße 71/j u-; Herodes und Mafiamne. Trianou-Thcater 814 u; Das Liebesnest. Volksbühne. Theater amBülowplatz S!/4 u: Götz von ßerlichingen. Walhalla Theater 81/4 u-: Die Förster-Christi. für Verwundeten- und k Kranken-FUrsorge im Kriege Heute Abend S1/« Uhr Im Hsuptsitzungssaal dos Reichstags'Eingang n) Vortrag pDr?f' K. Biesalski „Die ethische und wirtschaftlich* 8a- eeutung darKriogs-Krüppeltürsorge'4. EictrHi 50 PUOr Aussfsllnng«nd Vortrse. URANIA Ta.j*'in9.tr 4 Uhr(Halbe Preise): Die Weichsel oiiil die masur.Seeii. Abends 8 Uhr: Auf den Schlachts feldern Ostpreußens. Zirkus Alb. Schumann Mittwoch, 13. Januar. Anf.7';,Uhr. j Extra-Vorstellnns: mit ausg-eTvähliem Proaramm. U. a.: Neu! Der fallende Mensch.| Weises S dressierte Orginal rad fahrende u. rollschuhlauf. Pären. Urian.d.einz. mannl.Orang- litang 1 als Akrobat. Baron'» urkomische Tiger- u. LSwengruppe(Parodie), j Gebr. Ernst u. Oskar Schumann Um if'jt Uhr: Um 1>V4 Uhr; j Ost und West Gr. patriot. Schaustück aus der| Gegenwart in 4 Akten u. der phänomenalen Schlnß- apotheose. Toi eater. Badstr 58. Badstr. 58. Heute Mittwoch, den 13. Januar: „Das Geheimnis der alten Mamsell" oder HaB und Liebe. Schauspiel in 3 Abt.. 5 Akt. u. 1 Borsp.: „Die Gauklers Tochter". Kasscnerösfnung 7 Uhr, Ans. 8 Uhr. JV. Possen-Theater 8� Tloritz Mint enorjjisch. Bau I.oiitnnntsfouster. IjandUvchrlente. Marlin Keilner a. G. Caslno-7hsa!er. j lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Wieder ein neuer Sälager. Der größte Erfolg seit Keslchen: Durch Dick und Dünn. Volks. Luslspicl in 3 Alt. v. Hans Berg. Dazu erstklass. Spez.-Kriegsaulnahm. 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Kowc-Theatcp 8 lJhr: Sein ganzes Gluck. , Lcrantwort sicher Ottheft tut: Alfred Wielepp, Neukölln, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berltn. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. VerlagSanstasi Paul Singer& Eo„ Berlin SW. SÄERÄSÄN1 Heute Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Familien-Vorstellung mit dem vollständigen Abend- __ Programm._ Heute Mittwoch, abends 7'/, Uhr: Gr. Gala-Vorstellung mit neuen Attraktionen. An den Kachmittags- Vorstellungen zahlen Kinder und Militär bis zum Feldwebel halbe Preise. I,ni>»-n-Thcater. 8'15U-: Der Stabstrompeter. Sonnabd. 4 Uhi: Kindervorstellg.; Frau Holle. Stempel fab rik Robert Hectif, 1nh.:Alfr.SElineller Brrlln S. 43. Slitfcrftr. 116 liefert schnell billig Reichshaüen-Iheater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: XTuser Oskar" Anfang 8 Uhr. Militärpcrsonen und deren An- gehörigen voll- kommen freier Zutritt zu den Stell. Sängern. Spezlaiargi k. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut- _ und Harn-Untersuchungen. 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