»ir. 26.— 1915. Unterhaltungsblatt öes Vorwärts- Im Postamt öer Kriegsgefangenen. Wie viele Gedanken und Hoffnungen deutscher Herzen, die um ihre kriegsgofangenen Lieben in Sorge find, schweifen jetzt nach dem großen AuStauschpostamt in B c r n, wo täglich durchschnitt lich 160 000 Postsachen von Kriegsgefangenen einlaufen, um von dort in die feindlichen Länder wciterbeför.dcrt zu werden! Tas veutrake Bern ist so zum Bindeglied geworden für alle durch die rayhe Hand des Krieges Getrennten, und ein Blick in den riefen- basten Postbetrieb, der sich stier entfaltet, eröffnet zugleich eine Ahllung von unzästligen rührenden und traurigen Schicksalen, die mit diesen Postsendungen vertnüpit sind. Der Berichterstatter kfnift Smitst, der jüngst die seltene Gclegenstcit fand, diese .ocnitato zu besuchen, erzählt von der Unmenge schwarzumrändcrter Kuverts, die hier durch die Hände der Postbeamten gehen. Die schweizerische Regierung bat die kostenlose Vermittlung von Nachrichten, die Kriegsgefangene an ihre Angehörigen oder n.«gekehrt geben wollen, bereits kurz nach Ausbruch des Krieges übernommen. Eine besondere Abteilung beschäftigt sich nur mit der Ueberweisuitg von Geld an die Gefangenen. In Teutschland sowohl wie in Frankreich müssen Postanweisungen van ganz bc- stimmter Größe und Fchchung für die Geldsendungen an Gc- fangene verwandt welken; sie sind an die„Turchyangspost" in Bern zu adressieren� Hier werden sie durch eine Schweizer Post- a«Weisung auf �lstem Papier ersetzt, auf die hin dann in Deutsch- land oder Frankreich die Auszahlung erfolgt. Nicht weniger als -10 weiblich� Postbeamte sind eifrig damit Ixtschäsligt, die Einzel- heiten�!>t? französischen oder deutschen Anweisungen ans die �chchweiz�r Formulare zu übertragen, und während die Anweisungen häufig mit einer Verspätung von 12— 15 Tagen von der ursprüng- ItchK� Ausgabestelle nach deni Berner Bureau gelangen, erleiden siK dgrt keine Verzögerung, die drei Tage übersteigen würde. „Neugierig sah ich einen Hausen deutscher und französischer Anweisungen� durch," berichtet Smith.„Ich fand schon ganz geringe Beträge von 1 M. oder 50 Centimes, aber die burcb- schnittliche Summe, die an die Gefangenen gesandt wird, bcläuft sich auf? M. oder 5 Fr. Vom 1. September bis zum Ende des Lahres 1011 hat die Berner Turchgangspost 221 687 Postanwei- sungen im Werte von 3 576 756 Fr. befördert, die an französische Gefangene nach Teutschland geschickt wurden, und 61015 Anweisungen im Werte von 1115 614 Fr., die an deutsche Gefangene nach Frankreich gingen. Seil dem 1. Dezember besteht eine ganz gleiche Organisation, die die Vermittlung von Geld an die russi- schen Gefangenen in Oesterreich �Ungarn und an die österreichisch- nngarischen Gefangenen in Rußland in die Wege leitet. Da die schweizerische Postanweisung wieder nach Bern zurückkommen muß zur � Feststellung der Summe, die an die Gefangenen des bc- treffenden Landes ausgezahlt worden ist, so wird sie zugleich zu einem wertvollen Dokument über das Schicksal der Gefangenen. Schon oft haben diese Postanweisungen dazu gedient, um Auskunft darüber zu geben, ob ein Vermißter noch am Leben ist. Tie andere Abteilung des Austauschpostamts, die die Expedition von Briefen, Postkarte und kleinen Paketen an die Kriegsgefangenen über- nimmt, ist nicht weniger interessant. Diese Arbeit wird ebenfalls kostenlos von der Schweizer Militärpost geleistet, die von besonders sprachkundigen Sortierern unterstützt wird." „Weder die deutschen noch die französischen Postbehörden sortieren die Korrespondenz der Kriegsgefangenen mit ihren An- gehörigen. Wenn der Brief von einem Kriegsgefangenen kommt, so erhalt er nur von der Zensur einen Stempel mit dem Wort „Geprüft.." Täglich kommen nun etwa 120 Säcke mit unsortierten Briefen, die in Frankftirt am Main und in Pontalier gesammelt werden, auf dem Durchgangspostamt in Bern an. An dem Tage, wo ich � die Host besuchte, waren besonders viele und schwere französische Säcke da, die alle das Datum von Neujahr trugen und den französischen Kriegsgefangenen in Deutschland Grüße und gute Wünsche übermitteln sollten. All diese Briese werden in Bern sofort sortiert und in Pakete verpackt, die alle Schreiben an ein und dasselbe Gefangenenlager oder Lazarett enthalten, oder die Briefe werden nach«tädten geordnet, in denen die Ange- hörigen der Gefangenen laut Adresse wohnen. Tie wenigen, die übrig bleiben, haben allen Versuchen der Entzifferung widerstanden und müssen als unbestellbar zurückbehalten werden. Von den Schwierigkeiten der Lesung, die häusig vorhanden sind, wußte der Direktor Breny viel zu erzählen. Die Leute haben nicht selten nur mündlich dem Ort erfahren, in dem ihre Angehörigen sich als Gefangene befinden, und sie schreiben ihn nun, wie sie ihn nach der Aussprache verstanden haben. Dg gibt es viel zu raten; aber die Beamten, die über vorzügliche Sprachkenntnisse und große Hebung 26] Ueberfluß. Von Martin Andersen Ncxö. ..Natürlich, wenn ein junges Mädchen zum Stelldichein gsht und schlecht gelaunt ist, weil ihr Geliebter eine Flasche in der Tasche hat und zwischendurch mal einen schluck nimmt, dann ist sie hysterisch. Aber warum hast Tu mich denn da- sssKls nicht so genannt? Warum sagtest Tu im Gegenteil, ich sei Tein guter Geist und solle Tir über solche schlechte Neigung hinweghelfen? Jetzt b i n ich hysterisch, das weiß ich recht gut— und das ist Deine Schuld. Damals aber war r �och ich war so verschroben, daß ich daran glaubte. Dein guter Geist sein und Tick retten zu sollen. O, wie einfältig war ich doch, daß ich nicht sah, was Dich zu mir zog.— Ich war Dein guter Geist, jawohl, denn ich hatte zwanzigtaufend; und die fetztest Du in Gedanken in Alkohol um und wurdest so zärtlich— ach, so zärtlich... Ermnerst Tu �.ich an unser Bcisaminensein im Walde? Da wußte ich noch nicht, was für ein Subjekt Du warft, und war so lieb zu Dir. Wir hatten einander all unsere Liebe für diesen Abend versprochen, und mir lvar zumut, wie nie zuvor oder später. Ich zitterte vor Freude uno Erwartung; und wenn ich Angst bekam, jubelte es in mir auf vor Verlangen, Dich froh zu macheu. Und dann kamst Tu und warst ganz anders, als ich Dich mir vorgestellt hatte. Du hattest ja einen trockc- nen Hals. Warst so seltsam zerstreut— später habe ich ver- standen, warum. � Du sannst auf einen Anlaß, Dich ein wenig zu entfernen. Endlich fandest Tu�auch einen Grund: Tu wolltest mich und unsere Liebe, den Staub auf den Scbmetter- lingSfliigelu schonen. Als Tu zurückkamst, sprachst Du so schön darüber, und Du röchest von weitem aus dem Halse. Aber mich und meine Liebe ließest Tu im Stich, daß ich vor Scham in die Erde zu sinken drohte. Ach. wie Hab ich Dich deswegen seither gehaßt!".„ � �. „Ja, und hast geheult darüber, daß im i�emen schönen Vorsatz nicht durchführtest, und das Bedürfnis gehabt. Dich zu rächen, mich zu töten oder mir Hörner aufzusetzen! Liebes Kind, ich kenne die ganze Leier, babc sie hundertmal gehört. Nur schade, daß Tu Deinen würdigen Beschluß nicht aus- geführt hast." Sie lachte laut:_.... „Ja, aber noch ist es nicht zu spät,-tu liebst ia Dekorationen.£, wie würde das Dich kleiden, wie gut würde es zu Deiner ganzen übrigen Würde, zu dem Abstinenzler- verfügen, leisten geradezu Wunder in der Entzifferung der un- leserlichsten Adressen. Sa sind z. B. Dutzende von Briefen aus Frankreich nach„Sibirien" adressiert. Tie Beamten wissen schon, daß das„Schlesien" beißen soll. Das französische„Silesie" klingt leicht wie das bekanntere„Siberie". Im Monor Dezember wurden in Bern 2 158 210 Briese und Postkarten und 68 321 Pakete an sranzösiscbe Kriegsgefangene in Deutschland und 1 871 708 Briese und Postkarten und 50 868 Pakete an deutsche Kriegs- gefangene in Frankreich befördert. Die Zahl der Sendungen wächst immer mckir. Tie durchschnittliche Ziffer von Postsendungen, die die Berner Gefangenenpost passieren, bclief sich im Januar auf 160 000 Briese und Karten." Kleines Feuilleton. Das Erlebnis ües Krieges. Es ist nicht allzuviel, was der Krieg bisher an literarischen Dauertverten gezeitigt hat. trotz aller Eildichterei, die in Vers und Prosa seit dem Tage der Mobilmachung betrieben wird, schließlich iragt man bei Produkten, die, aus dem Tage geboren, in die Stimmung des Tages hineinwirken sollen, ja auch nicht so peinlich nach dem ästhettschcn Ausweis. Alan sagt sieh: ein Er- von heute auf morgen nicht künstlerisch bewältigen; läßt es sich von beute aus morgen nicht künstlerisch bewältigen; läßt es sich menschlich doch nicht mal so schnell verarbeiten, lind aüf Kunst- macherei kommt es ja auch niemals weniger an als heute. Und doch freut man sich, wenn einem unter den unzähligen Eni- glcisungen aus Versfüßen ein Gedicht begegnet, das über den Augenblick hinaus schön bleibt. Die reinste Freude aber hatte, man bisher an den Berichten einiger Kriegsteilnehmer. In Feldpostbriefen gelangen selbst Unzünftigen, wie dem Schiiderer der schlackt bei Luittch(in der„Neuen Rundschau"), unter der Wucht der Eindrücke Worte von epischer Gestaltungskraft, die nicht der- blassen, und die vielen Literaten so nie und nimmer gelingen. Tie schönste Darstellung des Krieges aber gab bisher Wilhelm M ie h n e r in seinem Büchlein:„A m Fein de. Der August- seldzug in Ostpreußen."(Eugen csalzer, Heiibronn.s Dl i e ß n e r in seinem Büchlein:„A m F e i n d e. D e r A u g u st- Theaters, aber ein durchaus feiner, künstlerischer Geist, wie sein Roman„Der Mann im Spiegel" bezeugt. Als der Krieg ausbrach, zog Micßner mit ins Feld, und in seinem Büchlein berichtet er, was er dort gesehen. Er hat den Krieg gesehen; das furchtbar Ungeheure. Als Künstler hat er ihn gesehen und als Mensch hat er ihn erlebt. Er hat das Chaos erlebt, die hereinbrechende Sintflut, und den Geist, der ihm cnt- gegentritt, den großen Geist der Ordnung, der in Seelen zu sittlicher Kraft und stillem, hingebungsvollem Heldentume wird. Hier gibt es kaum das Heldentum des einzelnen. Das ist das Wundervolle an Mießners Büchlein: die geistige Durchdringung, die große Auffassung des Geschehens, die Hand in Hand geht mit einer Tarstellung von künstlerischer Schönheit. Er gibt Bilder, die ergreifen und erschüttern. Der Marsch des schlaf- tvandelnden Heeres: die Loslösung vom Feinde; der Zug der Soldaten und der Flüchtlinge auf den Landstraßen� die Armeen von Vieh, die in wilder Hast ins Land hineinjagen; die Schilderung der Schlacht: das alles ist unendlich schön und tief ergreifend zu- gleich. Aber aus Bildern wird das Bild des Krieges. Man erlebt Episoden; aber in den Episoden erlebt man das Ganz«, wie eine Künstlerpersönlichkeit von geistiger und menschlicher Oualitat es gesehen hat._ P. H. von öer fliegenden Kugel. Zu Millionen idbwirren jetzt Geschosse dureb die Luft und jedes davon könnte die Quelle reichster noturwissensckaftlicher Belehrung sein. Aber die Männer draußen im Felde haben keine Ruhe und keine Gelegenheit, sich über diese Dinge die erwünschte Klarheit zu verschaffen und die Daheimgebliebenen haben diese Gelegenheit erst recht nicbt. Die Vorgänge än einer fliegenden Kugel aber gehören zu den interessantesten aus der ganzen Physik, und volkstümliche Er- örternngen darüber sollte niemand versäumen, besonder«, wenn sie mit so ausgezeichneten Demonstrationen ansgestatiet sind, wie sie Professor Donath am Donnerstag in der.Urania" vorführte. Der Vortragende erläuterte die Er'cheinungen an fliegenden Geschossen von vielen Gesichtspunkten, denen hier zu folgen ebenso interessant wie ausgedehnt wäre. ES seien daher nur wenige Punkte kurz er- wähnt, z. B. daS. was über die mechanische Arbeitsleistung von Ge- schützen und Geschossen zu sagen ist. stern— und der Nase passen! Aber, mein Lieber, was fehlt denn der Nase? Gie ist ja ganz blau. Du solltest nicht so zornig werden. Herzenspetcrchen, Deine Nase verliert ihre schöne rote Farbe!" Er sah sie schmerzlich an. „Ja, gewiß, es ist ekelhaft, es ist widerwärtig!" schrie sie.„Aber Du kannst mich ja freigeben. Warum gibst Du mich nicht frei? Ich hatte mich so ganz an Dich geschmiegt, und ich war jung und hübsch, und doch konnte ich mit einer Branntwcinflasche nicht wetteifern. Aber nun will ich meine Freiheit haben. Ich will, hörst Tu! Ich will versuchen ob ich einen Mann treffe, der allcS um meinetwillen vergessen kann— bloß einen Tag. bloß eine Stunde. Lache nicht, denn es i st möglich. Das zwanzigjährige Zusammenleben mit Dir hat mich nicht wählerisch gemacht.--- Und Du kann st nicht mit mir leben, Tu mußt mich freigeben, hörst Du, hörst Du!— Ich bin Dir untreu gewesen!" „Du lügst!" rief er und reckte sich selbstbewußt auf. Seine Gestalt schien zu wachsen, bürgerliche Rcchtschaffenheit leuchtete aus seinen Mienen. „Ach. Tu bist Deiner Sache so sicher. Tyrann! Wie häßlich von Tir, so sicher zu sein!— Aber Du darfst es als Schcidungsgrund benutzen. Sag. ich sei Dir untreu gewesen und Tu könntest nicht mit mir zusanimen leben. Tus, was'" Sic warf sich vor ihm nieder. Er wich zurück.„Warum läufst Tu mir nicht einfach fort?" fragte er überlegen. Sie ergriff seine Hand, klammerte sich an sie und sah ihn an, eindringlich, mit großen Augen: „Nein, denn ich will frei von Tir sein— ganz frei, Tu! So. daß ich Dich und Deine ganze ekelhafte Rechtschaffenheit vergessen kann. Nicht das geringste will ich mehr mit Dir zu tun haben, nicht einmal auf dem Papier oder in Ge- danken. Ack, tu es, was? Dann bist Du so groß, und ich will Dir mein ganzes Leben lang dafür danken." Sie küßte feine Hand.. Er entzog sich ihr mit einer Bewegung, als schüttele er etwas Beschwerliches von sich. Aber sie sprang vor und stand ihm gegenüber, gespannt wie ein Tiger vor dem Sprunge, mit funkelnden Augen und mit Händen, die danach zitterten anzugreifen: „Tu willst mich nicht lassen, weil Tu dann zusammen- brächest. Tu Lump! Du kannst die Achtung Deiner Mit- bürger nicht entbehren! Wer ich werde den Leuten etwas zu schwatzen und zu lachen geben, kannst mir's glauben. Vor Von dem Sprengstosse werden etwa 50 Proz. auf das Geschoß übertragen. Aber auch das ist genug, um die bclaimten eiuictz- lichen Zerstörungen anzurichten. Eine Gewehrkugel bekommt allein schon rund 100 Meterkilogramm mit aus den Weg, die genügen, in der Nähe Eisenplatlen von Zemimelerstärke zu durchschlagen.— Man versteht unter einem Meterkilogramm srnki;) diejenige Arbeitsleistung, die dazugehört, um ein Kilogramm einen Meter hoch zu heben.— Bei den Artilleriegeschossen steigert sich diese Leistung ins Gigantische. Unsere modernsten größten Schissögeschntze von 10,5 Zentimeter Kaliber übertragen auf das Geschoß cinc Leistung von über 4t Millionen Meterkilograinm'. Wenn ein mit 70 Kilometer Stundengeschwindigkeit dahinbrausender 3>Zug plötzlich zum Stehen kommt, z. B. durch einen Ausaminenstotz, io malt sich jeder- mann lebhaft auö. was davon übrig bleibt. Aber die ihm inne- wohnende Wucht ist doch nur den dritten Teil so groß, wie die des größten deutschen SchissSgeschosies! Würde niair einen vollbesetzten Berliner Autoniobilomnibus 1000 Meter hoch schleudern, so brauchte man dazu dieselbe Energie, wie sie unser SckiffSgcschoß beim Austritt ans der Geichützmündulig hat. So wird es klar, daß dieses Geschoß eine vor die Mündung gehaltene Panzerplatte von 1'/» Meter Ticke zu durchschlagen vermag. Ein anderes interessantes Kapitel ist die Gcschoßphotögraphic, die namentlich hier in Berlin eine weitgehende Ausbildung erfahren hat. Mit Hilfe des elektrischen Funkens ist man imstande, haar- scharfe Moincntbilder von fliegenoen Geschossen herzustellen. Man beleuchtet sie durch elektrische Funken, die so kurze Dauer haben, daß wahrend dieser Zeit selbst das schnellfliegende Geschoß slillzu- stehen scheint. Eine solche Aufnahme führte der Vortragende im Hörial mit einem Tesching aus, so daß man am Schlüsse des Vortrage- die Aufnahme betrachten konnte. Dieser Versuch ließ die Zuhörer die Geschwindigkeit des Teschinggeschosses selbst ziemlich genau fest- stelle»: sie ergab sich zu 100 Meter in der Sekunde.— ES sei nur erwähnt, daß die Probleme des Luftwiderstandes namentlich bei der Besprechung der Geschoßbahnen erörtert wurden, daß die Schall- erscheinungen, die Luflbewegungen und die Geschoßphotographie und -Kmemalögraphie besprochen und an der Hand vieler Versuche und Lichtbilder in der anregendsten und fesselndsten Weise deinonstrierl wurden. Der Vortrag wird hoffentlich recht oft wiederholt werden. Notizen. — Theaierchronik. Else Lehmann tritt vom Mär.; an in den Verband der Volksbühnen;Theater am Büloivplay! ein.— Im Friedrich-Wilhelm st ädtischen Theater gelangt Freilag„FigaroS Hochzeit" von Mozart zur Aufführung.— Im Klein en Th eate r findet am 5. Febr. die Erstaufführung von Eduard von Baucrnfelds Lustspiel.Ter kategorische Imperativ" stau, das zur Zeit des Wiener Kongresses spielt. Lorträge. Im Institut für Meereskunde spricht Dienstag, den 2. Februar, Prof. A. Merz über: Die Stellung des M i t t e I m e e r e ö im K a m p f d c r Völker, Freilag, den 5. Febr., Dr. H. Behrens über: K ü st e n als Landesgrenzen, Sonnabend, den 6. Febr., Physiker W. Pauck über: Funkentelegraphie im Land-, Luft- undSeekrieg, — Tie Les sing-Hochschule versendet soeben ihr neues Verzeichnis, das für Februar wieder eine Reihe neuer Vortragt Zyklen ankündigt. Das Programm wird kostenfrei versandt durch die Leitung: Berlin C. 2, Äarser-Wilhelm- Straße 62. — 75 Privatlazarettzügel Wie wir einer Mitteilung de?.Konfektionär" entnehmen, sind bisher nicht woniger als 75 Privat- lazarettzüge gestiftet worden. Ein Lazarettzug kostet durchschnittlich 80 000— 100 000 M. Die meiste» Lazarett«ige hat das Role Kreu i in den verschiedensten Organisationen gestiftet, und zwar nicht weniger als 15 Züge. Es ist auf diese Weise erreicht worden, daß. wie das preußische Kriegsministerium mitteilt, der Bedarf an Lazarett- zügen zur Zeit gedeckt ist, so daß neue Züge vorläufig nicht mehr aufgestellt werden. — Die Launen der Geschosse. Unter den vielen Merk- Würdigkeiten, die während des Krieges bereits von Geschoßwirkungen berichtet worden sind, verdient die folgende, von der italienische Blätter erzählen, besondere Erwähnung. In A r r a s fiel während einer Beschießung eine Granate auf ein Privalgrundstück, das an die Provinzialstraße angrenzt, höhlte hier ein tiefes Loch in die Erde um einen großen Baum, hob dann durch die Gewalt ihrer Spreng- Wirkung den Baum mit allen Wurzeln aus dem Boden und schleuderte ihn über die Umfassungsmauer, die eine Höhe von etwa 1 Meter hatte. Der ganze Baum ivurde so etwas gewaltsam an- dem Garten auf die Landstraße„verpflanzt". der ganzen Stadt sollst Du läckierlich gemacht werden. Denn die Leute werden trotzdem aus Dich mit Fingern zeigen: Seht, da gebt öer Mann, dessen Frau ihre Zuflucht zn den Hafenarbeitern nehmen muß--- Nein, nein, mach Tir nichts ans oll den Schlechtigkeiten, die ich sage. Gib mir nur meine Freiheit! Du sollst gar nichts für mich zu bezahlen brauchen. Und wenn Tu obendrein sagen kannst, Tu hättest mich beim Ehebruch ertappt.. Einen Augenblick leuchtete sein Gesicht;„Verlangst Du wirklich gar nichts?" Aber sie sing den Glanz auf und wurde flammcndrot vor Zorn: „Doch, ich verlange anderlhalb Tausend im Jahr," sagte sie mit schadenfrohem Lachen,„anderthalb Tausend, Tu! Und dann verlange ich, daß Tu hin und wieder die Nacht bei mir verbringst— mit einer gefüllten Branntweinflasche zwischen uns, wie in unserer Jugend. Selbst wenn wir voneinander- gehen müssen, wollen wir doch unseren schönsten Erinnerungen nicht untreu Werdern nicht wahr, mein liebes Peterchcn?" Sic hatte ibn angefaßt und begann, ihn zu liebkosen. Aber er riß sich los und floh mit verzweifeltem Kopfschütteln aus der Stube. 11. Als Rask aus dem Tor des Abstinenzlerheims hinaus- trat, schlug er den Kragen über die Ohren und schlenderte verwegen inti leise trällernd nach dem Hafen. Aber dieses Trällern konnte nicht den Ausdruck tiefer Freude sein, denn irgend etwas— war es nun ein weicher Ton in der Melodie oder das klagende Kreischen des Tors, das ihm einen Augenblick wie das Schluchzen eines Kindes erschien— irgend etwas machte seine Stimme dumpf und den Blick ein wenig verschleiert. Und der traurige Klang der Stimme narrte die Gesichtsmuskeln und ließ sie vor ver- haltenen Tränen zittern. Diese Anfälle von stillem Schluchzen tvarcn nicht selten bei ihm; sie entstanden häufig aus ganz unbedeutenden An- lässeu, und er hatte dann stets das innigste Mitleid mit sich selber. Jetzt sah er auch recht gut. wie schwierig seine Lage war. Sein Inneres war ja im Augenblick der Schauplatz eines aufreibenden Kampfes zwischen den beiden Naturen in ihm, der emporstrebenden und der gemeinen— zwischen Mensch und Tier, wie er sie oft bezeichnete. (Forts, folgt.) �tngroS'Xager�. -%erimer7itäJ£ra!]äp&ärenTUtt ÜZ je«ier Holz- und. 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