Nr. 64. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ,, Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlins Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Obstruktion! Sonnabend, den 17. März 1900. parlamentarische Freiheit zurückschreckt der Macht. strupellose Ausbeuter Die Verhandlungen am Freitag, die zum erstenmal im deutschen Reichstag unter dem Zeichen der Obstruktion einer in der Notwehr befindlichen parlamentarischen Minderheit stand, die im Volle die Mehrheit und die gesamte Intelligenz hinter sich hat- die Verhandlungen bestanden im wesentlichen aus namentlichen Abstimmungen, Zwischenrufen, Geschäftsordnungsdebatten, persönlichen Bemerkungen und Anträgen. Die Stimmung war eine Mischung von leidenschaftlicher Erregung und humoristischen Anwandlungen. Die siegesgewisse Mehrheit war recht kleinlaut geworden; sie sah ihre Ohnmacht gegenüber dem Freiheitskampf der Minderheit ein. Ihre Verzweiflung machte sich wiederholt in Ausläufern umparlamentarischer Interpellationen Luft. Der brutale Vergewaltigungsversuch, den die klerikal- konservative Mehrheit des Reichstags am Donnerstag unternommen, hat sich in ungeahnter Schärfe wider seine Urheber gekehrt. Die Minderheit, die ja der Träger der gesamten öffentlichen Meinung ist, griff zur Notwehr und organisierte den parlamentarischen Widerstand, den die Geschäftsordnung des Hauses gestattet. Es war eine nicht zu duldende Anmaßung, daß diese Mehrheit gegenüber der gewaltigen Bewegung aller Volkskreise, denen Geistesfreiheit noch das teuerste Gut ist, sogar die bloße Aussprache über die Kunstparagraphen der lex Heinze zu verhindern strebte, indem sie ihre für einige Tage zusammentelegraphierten Haufen- sonst sieht man die meisten Herren niemals in Berlin zu der Durchsetzung eines die Debatte köpfenden Schlußantrags Die Socialdemokratie und die freisinnigen Parteien hielten zubenutzen wollte. Genosse Singer hob am Freitag mit Recht hervor, sammen, von rechts gesellten sich hier ein paar Nationalliberale ge= daß dieselben Leute, die über irgend eine agrarische Profitfrage legentlich hinzu. Diese Minderheit war gerade start genug, um Anwochenlang debattieren, jest, wo die idealen Interessen der deutschen träge zu stellen und namentliche Abstimmungen zu ertrozen. Singer Kultur auf dem Spiele stehen, das Gesetz mit Heissah und Hussah und Nichter leiteten gegen Gröber und Limburg- Stirum die Organi fation des Widerstands. Die Genossen Stadthagen und Heine be mühten sich durch eindringliche Reden die oberflächliche Behandlung des Reaktionsgesetzes nach Kräften zu verhindern. zur hastigen Verabschiedung hetzen wollen. Der Schlußantrag der Mehrheit verstieß um so gröber gegen alle Forderungen parlamentarischer Gewissenhaftigkeit und Gerechtigteit, als die Debatte über die wichtigen Paragraphen nicht die minTeilweise spizte sich die Erörterung zu persönlichen Auseinanderdefte Klarheit über ihren Sinn und ihre Absicht geschaffen hatte. sezungen von schneidender Schärfe zu, in denen sich die tiefen Gegen Im Gegenteil: wie wir schon gestern hervorgehoben haben, fäße der Weltanschauung offenbarten, so als Stöcker und Müllerhatte es sich herausgestellt, daß zwischen der Interpretation Meiningen aneinandergerieten, und Stadthagen mit schlagfertiger der Paragraphen durch die Regierungsvertreter und der Be- Gelassenheit einen Schneidigkeitsversuch des Grafen Oriola abwehrte. gründung durch die Mehrheitsparteien ein Klaffender Widerspruch Es gewitterte mitunter, und die Schwüle entlud sich in grellen bestand, der schlechterdings erst zur Auflösung gebracht werden mußte, ehe man das Gesez fertigstellen durfte. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. § 362a. Jedes Arbeits- oder Dienstverhältnis darf ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist von dem Dienstverpflichteten aufgehoben werden, wenn durch das Arbeits- oder Dienstverhältnis die Sittlichkeit des Dienstverpflichteten gefährdet ist. § 362 b. Jedem Einwohner des Deutschen Reichs ohne Unter schied des Geschlechts steht das Recht zu, sich zur Erringung besierer Löhne und Arbeitsbedingungen oder einer besseren Lebenslage mit andren zu vereinigen. Wer dieses Necht verletzt, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten bestraft. Der Versuch ist strafbar. Politische Ueberlicht. Berlin, den 16. März. Bestrafte Voreiligkeit. " " Die Entrüstung der industriellen und kommerziellen Kreise gegen die Beschlüsse der agrarischen Reichstags- Mehrheit zum Fleisch beschau- Gesetz wächst von Tag zu Tag. Die Regierung erkennt die Unmöglichkeit, ein Kompromiß zu schaffen, das den Agrariern genügen würde, wenn sie nicht die vitalſten Interessen des deutschen Volks, die Ernährung der arbeitenden Klassen und die Stetigkeit der Handelsbeziehungen mit Amerika auf das Spiel setzen will. Es scheint, als solle das Gesetz, nachdem es aus einem hygienischen zu einem agrarischen Ausbeutungsgesetz umgestaltet worden ist, völlig scheitern. Niemals hat das Agrariertum sich von seiner Habgier zu größerer Thorheit verleiten lassen, als bei der Durchdrückung seiner größerer Thorheit verleiten lassen, als bei der Durchdrückung seiner Fleischsperrungs- Wünsche im Reichstag. Es hat verraten, was es dem deutschen Volk bei der bevorstehenden Neuregelung der Blitzen: Hinter den mannigfach humoristisch wirkenden Aeußerlichkeiten Handelsverträge zumuten will. Es wollte die Erfüllung alter Undes parlamentarischen Zweikampfs barg sich der düstere Ernst zweier Hatte die äußerste Linke am Donnerstag durch Verlassen des mit einander auf Tod und Leben ringenden Lebensauffassungen: Das verschämtheiten, die es alsdann durchzuführen lauerte, schon jetzt Saals die Beschlußunfähigkeit des Hauses herbeigeführt, so wurde zwanzigste Jahrhundert wehrte die herabziehenden Mächte der Ver- im voraus festlegen; die Fleischsperre sollte das Vorspiel werden für die Sperre des ausländischen Brotkorns. Der dreiste am Freitag die Verhandlung durch immer wiederholte namentliche gangenheit ab. Ueberrumpelungsversuch aber tehrt sich gegen die Urheber. Abstimmungen und neue Anträge zu einer gründlichen Ver- Die Sigung began, indem die Mehrheit-196 gegen Die ungeheuere Gefahr wird täglich flarer. Die Herren tiefung und Klärung genötigt. Und eine Klärung hat denn 82 Stimmen- den Schluß der Debatte über den Kunstparagraphen Sunker haben zu früh ihr wahres Antlitz enthüllt und ihr auch die Obstruktion bereits an diesem Tage gebracht, eine durchsetzte. Die Redner, denen das Wort abgeschnitten wurde, stellten erster Erfolg ist eine tiefe Entfremdung mit den mächtigen Klärung, die für die Erkenntnis unsrer inneren Zustände diese Mundtotmachung fest. Insbesondere äußerte sich der antiund die Würdigung des Werts und des Charakters der Parteien semitische Abgeordnete Bindewald, der einzige Berufslünstler des Streifen der schutzzöllnerischen Großindustrie, die sich lossagen von unschätzbarer Bedeutung ist. In ihrem finnlosen Merger, daß es Hauses, entgegen der Haltung seiner Partei scharf gegen den von der vielgepriesenen Sammlung", da sie erkennen, daß ihnen nicht gelang, die lex Heinze in der gewünschten Beschleunigung Paragraphen und ihre Verteidiger, die von der Kunst so viel die Agrarier von der Sammlungspolitik nur Füllung der eigenen Taschen auf Kosten aller andren Volkskreise verlangen. zur Verabschiedung zu bringen, entschlüpfte den Mehrheitsparteien verständen, wie die Blinden von der Farbe. Die Kreuz- Zeitung" ist entsetzt ob der Absage, welche nicht nur das Geheimnis, daß das Gesetz thatsächlich auch gegen Dann hagelte es persönliche Bemerkungen, wobei der Präsident die Großindustrie des Centralverbands sowie die HandelsWerke der wirklichen Kunst gerichtet sei, sondern sie verstanden sich v. Ballestrem mit gewohnter Sicherheit die Grenzen des Persön kammern in allen Teilen des Reichs den Fleischbeschausogar zu einem parlamentarischen Staatsstreich, zit einem lichen haarscharf wahrte und durch humoristische Einfälle versöhnlich Beschlüssen des Reichstags erteilen. Wenn schon darüber, zweifellosen Umsturz der Geschäftsordnung. Von den Kon- wirkte. Bei dem§ 184a mißlang der Versuch, eine namentliche Abruft sie aus, ein Lärm erhoben wird, als ob die Welt unterservativen ist es nicht anders zu erwarten, daß sie ihre Stimmung herbeizuführen. Dagegen wurde über den Theater gehen sollte, wie kann man sich da der Hoffnung hingeben, Macht wider Recht und Gesetz brauchen, wann und wie sie vermögen. paragraphen( 184b) namentlich abgestimmt; er ward mit 166 gegen daß die Wortführer der Gewerbethätigkeit jemals für die unDaß aber das Centrum seine Vergangenheit, eine Traditionen aus 124 Stimmen angenommen. der Kulturkampfzeit so schmählich verraten konnte, das war doch Eine eindreiviertelstündige Rede improvisierte Genosse Stadt- gleich wichtigere Erhöhung der Getreidezölle zu haben überraschend. Unter der Führung des Abg. Gröber erklärte das Hagen zum§ 184c, der Strasbestimmungen über Veröffentlichungen wären?" Die" Post" aber, die eifrigste Verfechterin der Sammelpolitik soll diese doch vor allem ScharfmacherCentrum die Beratung eines neu gestellten Antrags für geschäfts- aus geheimen Gerichtsverhandlungen enthielt. Stadthagen brachte zwecken dienen versucht vergeblich die angstvoll verstörten ordnungsmäßig unzulässig, obwohl die Geschäftsordnung nichts von ein reichhaltiges Material bei, um zu zeigen, wie dieser Paragraph Agrarier zu beruhigen, indem sie schon jetzt eine bindende solchen Willtüraften weiß. Aber mehr noch: Herr Gröber drohte in die Unſittlichkeit geradezu schüße, wie namentlich hocharistokratische Zusicherung erhöhter Getreidezölle vorschlägt. Das Blatt des feiner Aufregung über die erfolgreiche Obstruktion sogar mit Aenderung wüstlinge aus diesem Paragraphen Waffen gegen ihre Opfer Herrn v. Stumm beweist mit seinem Vorschlage nur, wie bös der Geschäftsordnung, mit einer„ lex Heinze" gegen die parlamen- empfingen. Die zündende Rede hatte bei der Heinzemehrheit die Situation ist, in die sich das Junkertum verstrickt hat. tarische Freiheit. stellenweise Empörung hervorgerufen, die sich dann in persön Die Deutsche Tageszeitung", stets das enfant Nachdem die Kunstparagraphen von der Mehrheit des Hauses lichen Bemerkungen äußerte. Der immer zur Unzeit lachende terrible, das plump herauspoltert, was die diplomatischeren Oriola und der angenommen waren, ohne daß eine weitere Diskussion stattfinden Graf Graf Arnim, der int Namen konnte die Sitzung begann gleich mit einem rücksichtslos er- feiner ganzen Familie persönlich zu werden vergeblich unter- Elemente der konservativen Partei kaum anzudeuten wagen, läßt seiner Enttäuschung über das Mißlingen der Fleischzwungenen Schluß der Debatte beantragte Genosse Heine einen nahm, beteiligten sich an diesen Bemerkungen. Genosse Heine verteuerungspläne freien Lauf. Sie weiß auch, aus welchem neuen§ 184d, wonach Produktionen von höheren wissenschaftlichen und ergänzte noch die Ausführungen Stadthagens, der beim Schluſſe Grunde die Regierung von ihren agrarischen Lieblingen sich Künstlerischen Interessen durch die Strafbestimmungen der Unzüchtigkeits- feiner Rede lebhaft beglückwünscht wurde. Natürlich gelangte auch abkehrt: die gräßliche Flotte ist Schuld. Handel und und Schamhaftigkeits- Berlegungs- Paragraphen nicht betroffen werden dieser§ 184c in namentlicher Abstimmung zur Annahme. sollen. Dieser Antrag war eine ganz notwendige, zur Aufklärung und Der Rest der Sitzung wurde durch die erwähnte Geschäfts- Industrie erklären: Was soll uns die Flotte, wenn eine agrarische Präcifierung der§§ 184, 184a und 184b geradezu unvermeidliche ordnungsdebatte über den§ 184d( Antrag Heine) ausgefüllt. Nach- Sperrpolitik den Handel unterbindet und die Industrie lahm Ergänzung. Und wenn es keine Heuchelei war, was die Redner dem der Antrag für unzulässig erklärt worden war, vertagte sich das legt? Und die Regierung, welche die Flotte will, fann nicht zu Gunsten eines verkrachten Junkertums die geldkräftigen der Heinze- Mehrheit unablässig beteuert hatten, daß die Freiheit der Haus auf Sonnabend 11 Uhr. Kunst und Wissenschaft nicht angetastet werden sollte, so hatte gerade Herr Gröber hatte namens der Mehrheit erklärt, sie würden Streise der Großkaufmannschaft, des Reedertums und der Panzerplatten Lieferanten zurückstoßen. Die Konservativen die Mehrheit den größten Anlaß, den doch ihren vorgeschützten Ab- nicht vom Plage weichen, ehe sie die lex Heinze zum Beschluß ge- aber haben sich für die Flottenbewilligung so festgelegt, sichten entsprechenden Ergänzungsantrag Heine einstimmig an- bracht hätten. Indessen die Socialdemokratie hat eine große Anzahl daß ihre Opposition nur heimlich wühlen darf, aber nicht zu zunehmen. Nichts von dem geschah. Im Gegenteil: das Centrum Anträge teils eingebracht, teils vorbereitet, um, so viel an ihr einer Verweigerung der Heeresfolge im Parlament führen demaskierte sich und Herr Gröber erklärte, daß es ganz gleichgültig liegt, für eine gründliche Beratung und zugleich für eine kann. Allerdings die„ Deutsche Tageszeitung" droht der Resei, ob es künstlerische oder nicht künstlerische Darstellungen seien. Verbesserung des reaktionären Entwurfs Sorge zu tragen. So liegt Ja, die Mehrheit geriet in solche blinde Wut über diesen Antrag, ein Antrag vor, wonach die§§ 184, 184a und b am 1. Januar 1920 gierung mit dem offenen Abfall der Landwirtschaft von der der doch nur ihre eigenen Versicherungen beim Wort nahm, daß fie in Straft treten sollen- eine durchaus angemessene Bestimmung, da Flotte, falls nicht die Fleischverteuerung Gesetz wird: das wackere, die Rechte des Parlaments doch angeblich über die Bedeutung dieser Paragraphen noch eine solche Wirrnis eifersüchtig wahrende Centrum voran dazu herbeiließ, unter herrscht, daß sie der klärenden Zeit bedürfen. sich den nichtigsten Vorwänden entgegen dem flaren Sinn Die Mehrheit wird also nicht allzu schnell ihrer Sehnsucht der Geschäftsordnung und dem bisherigen Brauch des Hauses schon genügen und mit der lex Heinze im Koffer abreisen können. die bloße Diskussion des Antrags Heine gewaltsam zu verhindern und mit 155 gegen 105 Stimmen den Antrag für geschäftsordnungsmäßig unzulässig zu erklären. Das Centrum trat geschlossen für diese Beeinträchtigung der parlamentarischen Befugnisse ein, die einen höchst bedenklichen Präcedenzfall bildet und der einmal dem Centrum selbst gefährlich werden könnte. Auch ein Teil der Nationalliberalen unterstützte diesen Schlag gegen den Parlamentarismus. In der Mehrheit aber fanden sich auch vereinzelte Dissidenten, die so viel flare Ueberlegung behielten, daß sie der Tyrannisierung des Neichstags widerstritten; so stimmte der Sohn des Reichskanzlers im Sinne der Minderheit. * Unter den socialdemokratischen Anträgen nennen wir: Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich erhält folgenden § 327 a: Wer die Gesundheit einer Person dadurch gefährdet, daß er wissend, daß er mit einer ansteckenden Geschlechtskrankheit behaftet ist, den Beischlaf ausübt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark bestraft. Für den Fall der Ablehnung des Antrags Albrecht und Ges noffen Nr. 2( Aufhebung des§ 361 St.-G.-B.) erhält§ 361 Nr. 6 außer dem beantragten Zusatz noch folgenden Zusay: Es ist verboten, eine weibliche Person wider ihren Willen einer förperlichen Untersuchung zu unterwerfen. 17 # Das Fleischbeschau- Gesetz hat ja mit der Flottenvorlage u nmittelbar nichts zu thun, wohl aber mittelbar. Es liegt auf der Hand und läßt sich gar nicht verschweigen, daß durch die Ablehnung des Fleischbeschau- Gesezes die Stim mung in allen landwirtschaftlichen Kreisen für die Flotte sehr bedenklich beeinflußt werden müßte. Wenn es wegen der Flotte zur Reichstags- Auflösung fommen sollte, ohne daß die Fleischbeschanfrage erledigt wäre, dann können wir mit aller Bestimmtheit versichern, daß die Zahl der Flottenfreunde im Reichstage wesentlich vermindert würde. Die Großstädte, die jetzt den Entrüstungsrummel machen, wählen ficher wieder socialdemokratische oder freisinnig- voltsparteiliche Abgeordnete. In den ländlichen Kreisen aber wird den Konservativen und den verwandten Parteien die Wahlagitation unt= gemein erschwert und der Wahlerfolg sehr gefährdet. Das sind Erwägungen, die sich jedem aufdrängen müssen, der sicht und sehen will." Ob solche Drohungen die Regierung einschüchtern werden? Wohl kaum. Offenbar konzentriert sie vorläufig ihre Be mühungen auf die Flottenvorlage. Diese ist aber nur durchDas Recht der Polizeibehörde, Personen, welche der sittenpolizeilichen Kontrole unterstellt sind, auf ihren Gesundheitszustand zu untersuchen, wird hiervon nicht berührt. Die Unter- zuführen, wenn die Regierung wenigstens für einen Augenblick ihr agrarisches Herz vergißt. Sie kann nicht an demselben fuchung darf nicht durch einen Mann erfolgen. Der Reichstag welle beschließen: dem Strafgesetzbuch ein- Tage weltumspannende Erweiterungspolitik und agrarische Die Selbstentblößung des Centrums war das wichtigste Ergebnis der Verhandlung. Die ärgerliche Obstruktion hatte es hervorgelodt, sich in seinem wahren Wesen zu zeigen. Die ganze Oeffentlichkeit weiß jest, daß die Heinze- Mehrheit in der That die freie Kunst und Wissenschaft unter die Polizeikontrolle stellen will, daß dies der Sinn und Zweck ihrer Beschlüsse ist, und daß sie, in der Gier, die Beute zu bergen, sogar nicht vor einem Attentat auf die zufügen: Absperrungspolitik betreiben. Ist erst die Flotte bewilligt, Eine Kanaldebatte. Dresden, 16. März.( Eig. Ber.) Die hiesige Handels dann wird der Zickzackkurs hurtig wieder ins agrarische ringern, aber die gegebenen Zahlen zeigen, daß es bei allen andren Fahrwasser hinüberspringen. Kasseneinrichtungen noch notwendiger ist, wie bei den Ortskranken- und Gewerbekammer hat Stellung genommen zu den Bes Wie immer aber diese verworrene Situation sich lösen tassen. Oft genug ist von uns die Forderung erhoben worden, alle drei schlüssen der 15. Kommission des Reichstags, den Gesezentwurf über wird, das ist der Erfolg der Kämpfe um das Fleischbeschau- 3weige des Versicherungswesens zu vereinigen, gerade mit dem die Schlachtvich- und Fleischbeschau betreffend. Diese Störperschaft ist min in ihren Beschlüssen zu den gerade entgegengesettet Gesetz: Der arbeitenden Klasse ist durch dies voreilig ent- Hinweis auf die Möglichkeit der Verringerung der Verwaltungs- Ergebnissen gekommen, als die Mehrheit der„ Ordnungsparteien" hüllte Ziel der Fleischsperre offenbar geworden, welche scham- toften. des Landtags. Die Handelskammer kommt nach eingehender Losen Anschläge wider die Volfsernährung das Junkertum bei Daß den Kassen zum Borivurf gemacht wird, auf Verringerung Begründung daher zu dem Schluß, daß die Durchführung der auf Kosten der Kraft und der Neuregelung der Handelsbeziehungen im Schilde führt. der Arzneikosten hinzuwirken, darüber braucht man bei der notorischen Kommissionsbeschlüsse uur Auswucherung der Kranken und ihrer Kassen durch das heutige Gesundheit des arbeitenden Volts möglich ist. Die sächsische Regierung wird daher daher aufgefordert, gegen Apothekenwesen wirklich kein Wort weiter zu verlieren. Die Beschlüsse bei der Reichsregierung zu wirken. Aber eines sei noch gesagt! Wenn man es heute unangenehm jene Beschlüsse bei In der Freitags Sigung des preußischen Abgeordnetenhauses dem Einfluß der Agrarier nunmehr ein formeller diesbezüglicher fam es bei der zweiten Lesung des Etats der Bauverwaltung zu empfindet, daß die socialdemokratischen Arbeiter in Sache wird alsbald auch den Zandtag beschäftigen, da unter einer interessanten Auseinandersetzung zwischen den Agrariern und der Verwaltung der Ortskaffen von ihren gesetzlichen Rechten Gebrauch Antrag an die zweite Kammer gelangt ist, der in den nächsten den Vertretern der Industrie über die in Aussicht gestellte Stanal- machen, so haben sich die herrschenden Kreise das selbst zuzuschreiben. Tagen im Plenuni zur Verhandlung fommen wird. Der Antrag ist vorlage. Ob die Vorlage noch in dieser Session zu erwarten ist, Gerade die socialdemokratischen Arbeiter waren anfangs durchaus nicht von den Abgg. Opitz( f.) und Georgi( nat!.) eingebracht, und Dem legt darüber herrschen bekanntlich nicht ganz unbegründete Zweifel. Es geneigt, in die Ortskaffen einzutreten. Sie hatten sich ihre freien Hilfs- von 50 Abgeordneten dieser Parteien unterzeichnet. ist sehr wohl anzunehmen, daß die Regierung, die zur Durchbringung tassen geschaffen und wollten mit den Unternehmern in den Ortskaffen genannten Herrn steht die Einbringung eines derartigen, mit den der Flottenvorlage im Reichstag der agrarischen Stimmen be durchaus nichts zu schaffen haben. Erst die systematische Bekämpfung gesammten Interessen des sächsischen Volkes in Widerspruch stehenden darf, den Agrariern dadurch entgegenkommt, daß sie einstweilen auf der freien Hilfskaffen und die Bevorzugung der Ortskassen durch das Antrags als Präsident einer Handels- und Gewerbekammer besonders ein wichtiges Kulturwerk in Preußen Verzicht leistet. Der Versuch Krankenversicherungs- Gesetz und seine Handhabung awangen gut an. des Abg. v. Eynern( natl.), den v. Minister Thielen zu einer unNürnberg, 14. März. Einer von Frankfurt a. M. ausgegangenen zweideutigen Erklärung zu veranlassen, indem er an ihn die Frage die Arbeiter geradezu massenhaft in die Ortskaffen. Hat man vielrichtete, wann die Kanalvorlage fommt, hatte feinen Erfolg. Der leicht erwartet, diese an Selbstverwaltung gewöhnten Elemente Anregung, die Entscheidungen der Gewerbegerichte in Bezug Minister wich der Antwort aus und erwiderte mur, er könne die würden sich von den Unternehmern willenlos gängeln lassen? auf die im hei auf die im Bürgerlichen Gefeßbuch neugeregelten Vertragsverhält berechtigte Frage des Abg. v. Eynern nicht genau auf Das Unternehmertum maßregelte mit Hilfe der Gesetzgebung nisse zu sammeln und so zur Einheitlichkeit der Rechtsprechung beiden Tag beantworten. Gr fönne nur fagen, daß die freien Hilfskaffen, die man als socialdemokratische Organizutragen, hat sich der Magistrat angeschlossen. die Regierung sich sich über die neue Kanalvorlage schlüssig fationen" denunzierte; die Arbeiter mußten dem Druck nachgeben gemacht habe, die technischen Arbeiten Karlsruhe, 15. März. Der Aufstand von 1849 im badiArbeiten seien seien vollendet, und in die einst so gehätschelten Ortstassen eintreten; ſeit schen Parlament.( Eig. Ber.) Seit vielen Jahren bildet die Beaber es bedürfe noch der vollständigen wirtschaftlichen Unternehmertum, daß es die ratung des Budgets des Ministeriums des Innern im badischen Vorbereitung der Vorlage. In dieser Vorbereitung sei die Regierung einigen Jahren sieht das verstanden haben, auch in den Landtag Anlaß zu heftigen Debatten. Seitens der gesamten Oppojegt begriffen; wann sie zu Ende sein werde, tönne er aber mit socialdemokratischen Arbeiter verstanden haben, auch Sicherheit nicht sagen. Der Erklärung des Ministers folgte zunächst Ortskassen noch ihre Rechte zu wahren, und num werden fition war Minister Eisenlohr jeweils schweren Angriffen ausgesetzt, eine erwartungsvolle Stille, die dann einem großen Heiterfeits- wiederum die Ortstassen fast als socialdemokratische Einrichtungen die auf dem letzten Landtag sogar zu einem Mißtrauensvotum gegen das Ministerium Eisenlohr führten. Dieses Jahr ausbruch wich. verschrieen. Das der wirkliche Sachverhalt. ging es harmloser her. Der Centrumsführer Wacker, welcher Was will man nun eigentlich? bisher stets den Angriff eröffnete und mit Wucht führte, war diesmal wesentlich verföhnlicher gestimmt. Er beschränkte sich in der Hauptfache auf die Erklärung, daß das Verhältnis zwischen seiner Partei und dem Minister sich nicht gebessert, sogar eher verschlechtert habe. Einen energischeren Ton schlug unser Genosse Fendrich an. Er brachte eine ganze Reihe Beschwerden über die chilanöfe Handhabung des Vereins- und Versammlungsrechts zur Sprache, wobei er ins die Haltung Des Ministeriums gegenüber besondere von unsrer Partei geplanten Erinnerungsfeier an die im Der Minister, welcher bis dahin eine sonst nicht gewohnte Ruhe an Jahre 1849 in Baden standrechtlich Erschoffenen scharf kritisierte. ben Tag legte, wurde über diese Ausführungen wieder sehr nervös. Seine Erwiderung war, soweit er das historische Gebiet der Revolution von 1848/49 behandelte, mehr als bedentlich. Er suchte einen Unterschied zwischen der Bewegung von 1848 und der von 1849 au konstruieren; schließlich verstieg er sich zu einer Beleidigung jener tapferen Männer, die in Baden der preußischen Soldatesia Mein= Meuterer und zum Opfer fielen. eidige nannte fie Herr Eisenlohr. Dem Demokraten Mujer wvar ein Leichtes, den„ Historiker" Eisenlohr Wie sehr übrigens durch die Kanalvorlage schon wieder rechter und linker Hand alles vertauscht ist, zeigt die Thatsache, das Herr ganz gründlich auf den Sand zu setzen. Die Debatte, welche sich Frhr. v. 3edli( ft.) sich plötzlich auf den konstitutionellen Gemeindewahlrechts- ,, Reform". Das Ergebnis der ersten fast mir um die Revolution von 1848/49 dreht, dürfte am SonnStandpunkt stellte und darauf hinwies, daß die verjährige Lesung des Gemeindewahlrechts- Gesetzes in der Kommission des abend ihr Ende erreichen. Von einem erneuten Mißtrauensvotum Kanalvorlage mit einer Mehrheit von über 100 Stimmen abgelehnt Abgeordnetenhauses ist die Annahme der Regierungs- war bis jetzt noch keine Rede. Vielleicht kommt es bei Beratung der wurde, während die Liberalen es für angebracht hielten, an den vorlage mit der Maßgabe, daß für Ortestatute eine 3 wei Wahlrechts- Anträge. Militärkonflikt der sechziger Jahre zu erinnern, wo bekanntlich die drittel- Mehrheit als erforderlich erklärt, dagegen brachte. eintreten ist. der beruhen auf einer vorgängigen Verständigung zwischen Konser vativen und Centru m. # In der Debatte, die sich an die Worte des Ministers fnüpfte, plagten wieder die Interessengegenfäße aufeinander. Das Krankenversicherungs Gesetz enthält über die Verwaltung Hauptsächlich war es Freiherr v. 3edlitz( k.), der gegen Die Kanalvorlage mobil zu machen fuchte. Jegt, wo er fein der Staſſen ſtrenge Vorschriften, die Aufsichtsbehörden üben scharfe hohes Staatsamt mehr bekleidet, darf er ja offen seine Meinung Kontrolle und die Arbeiter thun in den Kassen nur was Rechtens ist. fagen, jest braucht er nicht mehr als Abgeordneter so und als Mit- Thäten fie andres, so böte das Gesetz Mittel genug, fie daran zu hindern. arbeiter der„ Post" anders zu reden und zu schreiben. Für die Das ist den Hetzern gegen die Krankenkassen sehr wohl bekannt. baldige Einbringung der Vorlage legten sich die Abgg. v. Eynern Die Hegerei läuft deshalb auch auf ehvas andres hinaus: nicht um ( natl.), Dr. Barth( frs. Vg.) und Schmieding( natl.) ins Zeug. die Herabsetzung der Verwaltungskosten ist es dem Unternehmertum Zepterer erklärte fich sogar geneigt, für die Entwicklung des Verkehrs durch zu thun, sondern um eine weitere Einschränkung des ohnehin Wege, Eisenbahnen und Wasserstraßen den Agrariern ein Aequivalent fehr geringen Selbstverwaltungsrechts der Versicherten, wie in Form eines stärkeren Schußes der heimischen Landwirtschaft gegen man fie z. B. in Sachsen schon mehrfach auf dem Verwaltungswege auswärtige Konkurrenz zu gewähren. Mit andren Worten: Dafür, daß in Breußen ein Kulturbedürfnis befriedigt wird, dessen Befriedigung versucht hat. Das ist die Absicht und dafür will man scharf der Minister im vorigen Jahr als durchaus notwendig bezeichnet machen! Die Zwangskaffen sollen auch noch eine Zwangshat, sollen dem Volfe die wichtigsten Nahrungsmittel verteuert verwaltung bekommen! Die Arbeiter mögen das Treiben der werden. Der arme Mann soll wieder einmal die Kosten für all- herrschfichtigen Klique scharf beobachten! gemeine Zwede aufbringen, den Profit aber wollen die Schlotjunker allein einheimsen. Und das, obgleich die Landwirtschaft nachweislich überhaupt keinen Schaden vom Kanal hat! Deutsches Reich. der Regierung gegen den Willen des Landtags ihre Vorlage durch die Bestimmung, daß nur von zehn zu zehn Jahren Aenderungen hrieben, eine Polizeiverordnung erlassen, welche den Gebrauch von Heute findet wieder eine Abendsigung statt, in der der Etat der Bauverwaltung zu Ende beraten werden soll. Feinde der Krankenkassen. Die Nationalliberalen, die durch ein derartiges Gemeindewahl Gesetz ihre Herrschaft in einigen Gemeinden zu verlieren befürchten müssen, werden natürlich alsbald wieder Lärm schlagen, wie sie im Bon offiziöfer Stelle ausgehend, macht jetzt eine ganz gemeine vorigen Jahre nach ähnlichen Ergebnissen der Kommissionsberatungen Berleumdung der Krankenkassen- Verwaltungen thaten. Das widerliche Spiel der Geldjadrivalitäten um die Macht die Runde durch die Presse. In Anknüpfung an die in Vorbereitung in den Gemeinden nimmt seinen Fortgang. befindliche Revision des Kranten Versicherungsgesetzes wird ausgeführt, daß die Verwaltungskosten der Auf die Knie! Es werden Kasernen gebaut! Der Krankenkassen im Verhältnis zu den Ausgaben für Aerzte und erste Bürgermeister von Küftrin veröffentlicht folgendes: Arzneien viel zu hoch seien. Dann heißt es weiter: = An meine Mitbürger! Entgegen dem Beschlusse seiner Budget kommission hat soeben der St eichstag mit großer Majorität den " Die Socialdemokratie, welche ja bei einer großen Zahl von Safernenbau für Küftrin nach der Vorlage des Kriegsministeriums Orts- Krankenkassen ihre Anhänger durch Verleihung der Beamten bewilligt. Die Bedeutung dieser Thatsache für den wirtschaftlichen stellen versorgt und deshalb ein großes Interesse an möglichst Aufschwung Küstrins will ich nicht weiter hervorheben.. Wohl aber Hohen Verwaltungskosten bei der Krankenversicherung hat, hat halte ich es für meine ernste Pflicht, öffentlich zu bekennen, daß häufiger darauf hingewirkt, die Kosten für die Aerzte und die ich bei der jahrelangen stillen Arbeit in dieser Sache immer wieder Arzenieien herunterzudrücken. Es sind ja nach dieser Rich- und gerade dann, wenn menschliche Hilfe zu versagen drohte, tung die sonderbarsten Manipulationen vorgenommen worden. so rechtsichtlich auf Gottes gnädiges Walten, auf sein Er Davon aber, daß die Socialdemokratie die Minderung der barmen und seine Hilfe gestoßen bin und selten so lebendig Verwaltungskosten auch Itur einmal in Anregung gebracht wie hier die Wahrheit des Wortes, der Mensch denkt und Gott hätte, hat man nie gehört. Es wird deshalb Zeit, daß von Gesezes lentt, an mir erfahren habe! Meine Mitbürger bitte ich deshalb wegen hierauf hingewirkt wird.... Zu wünschen wäre jedenfalls, daß die Zahl der Kaſſen vermindert würde. Gerade weil so viele Kaffen existieren, sind die Verwaltungskosten so hoch geworden. Auch find ja größere Kassen leistungsfähiger als fleinere. Wenn mit einer solchen Vereinfachung der Kassenorganisation auch die Zahl der Stellen verringert wird, welche die Socialdemokratie für ihre Agitatoren in den Kassen zur Verfügung hat, so schadet das gar nichts. Im Gegenteil, es fann nur gewünscht werden, daß ein Misstand beseitigt wird, bei dem eine auf den Umsturz des Staates hinarbeitende Partei staatliche Einrichtungen zur Versorgung ihrer Agitatoren und zur Erweiterung vereinigen lassen. ihrer Propaganda benutt. von ganzem Herzen, Gott dem Herrn innigst zu danken und am nächsten Somitag in seinem Hause dankerfüllten Herzens ihm die Ehre zu geben! Küstrin, den 27. Februar 1900. Der erste Bürgermeister. Detlefsen. Der Herr erfte Bürgermeister von Küstrin ist offenbar ein sehr frommer Mann. Da muß es nur verwundern, daß er nicht bemerkt, wie Kasernenbauten und friegerisches Wesen sich zwar mit christlichen Nebensarten, aber nicht mit dem Geist des Christentums Weberschutz. In Krefeld ist, so wird uns von dort ges Bleigewichten bei Harnischen verbietet. Seit Einführung der Jaquardweberei sind diese Bleigewichte gebraucht worden. Nachdem der Gebrauch derselben in der Schweiz aus sanitären Rüdsichten verboten ist, haben hier auch Untersuchungen über die Gesundheitsgefährlichkeit stattgefunden. Es wurde fonstatiert, daß langsame Bleivergiftungen bei den Jaquardwebern durch den Daher die Verordnung. Gegen dieselbe Bleistaub stattfinden. opponiert die Handelskammer und verlangt zum mindesten eine Uebergangszeit von 7 Jahren. Diese Verordnung sei sehr einschneidend für diese Gegend, und hätten einige Firmen dadurch VerInste von 30 bis 35 000 Mark. Wie sich die Regierung zu diesen Protesten stellt, ist noch nicht bekannt. Warenhaussteuer. Wie aus Stuttgart gemeldet wird, lehnte die Steuerkommission des Landtags einen Antrag auf Einführung einer mi azbesteuerung der Warenhäuser ab. Der Miniſter des Innern v. Bischek und der Finanzminister v. Zeher hatten ihre lebhaften Bedenken hervorgehoben und empfohlen, die Erfahrungen abzuwarten, die man in Preußen mit dieser Steuer machen werde. Nachtragsetat. In dem an den Bundesrat gelangten Nachtragsetat für 1900 werden an einmaligen Ausgaben 5 881 057 M. gefordert, und zwar 11. a. 4 500 000 M. zur Vervollständigung des deutschen Eisenbahnneges im Interesse der Landesverteidigung( Reichszuschüsse zu Bahnbauten Mombach- Sostheim, zum Anschluß an die Bahnlinie Frankfurt a. M. bis Kastel mit fester Ueberbrückung des Rheins bei Mainz 2c.); 320 000 M. zum Ankauf eines Grundstücks in Holtenau bei Kiel für die Unterbringung der Torpedo. Abteilungen und Torpedoboots Reservedivisionen. Für die kolonialverwaltung werden 997 300 M. gefordert, nämlich Zuschuß für Kamerun 865 300 M. und Zuschuß zu den Verwaltungsfosten für Samoa 52 000 m. Diesen frechen Verdrehungen sei folgendes zur Klarstellung des wirk- Die Kosten des Panzermaterials werden sich bei den in der Der Nachtragsetat für Kamerun wird damit begründet, daß es lichen Sachverhalts entgegengestellt: Die Verwaltungsfosten sämtlicher neuen Flottenvorlage vorgeschlagenen Schiffsbauten gegenüber den Berliner Orts- Krankenkassen betrugen im Jahre 1898 nach dem früheren Preisen sehr erheblich steigern. Nach einer Aulage amtlichen Bericht im Gemeindeblatt 8 Proz. der Gesamtausgabe zuni mündlichen Bericht der Budgetkommission des Reichstags stellen und find fonach wesentlich niedriger, wie die Verwaltungskosten der sich, wie die„ Kölnische Volkszeitung" mitteilt, die kosten des Vertikal- Panzermaterials für ein Linienschiff auf 5 922 000 2. von den Unternehmern allein verwalteten Berufsgenojiens( 2 552 600 Stilo zu 2,32 M.), Stoſtenſteigerung für das Schiff geeignet, die deutsche Herrschaft auf die durch die internationalen fchaften und der staatlich verwalteten Invalidenversiche 392 000 M., also Kosten für 28 Linienschiffe rund 166 000 000 m. rung. Bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften betrugen nämlich Bei den großen Kreuzern sind die Kosten für Schiffskörper und die Verwaltungskosten im Jahre 1897 nach den dem Reichstag zu- Panzermaterial zusammen angegegeben( pro Krenzer 8 480 000 statt gegangenen Nachweisungen 10,2 Proz., in dem Zeitraum von 1886 bis 6 974 261 M.); es werden für 20 große Streuzer etwa 40 000 000 Stilo 1896 fogar 11 Proz., bei den landwirtschaftlichen Berufsgenossen- Banzermaterial= ettva 92 800 000 9. erforderlich sein, macht zu schaften 11,3 Broz. im Jahre 1897 und 15,2 Proz. in dem Zeit- fammen rund 260 000 000 W. allein für Panzermaterial, noch abraum bon 1886 bis 1896. Bei der Invalidenversicherung betrugen, gesehen von den kleinen Kreuzern, bei welchen die Mehrkosten gleichfalls nach den dem Reichstage zugegangenen amtlichen Nachfür Panzermaterial des einzelnen Kreuzers auf 13 900 M. angegeben sind. weisungen für 1897, die Verwaltungskosten 12,1 Proz. der Gesamtnicht genüge, die Besizergreifung des Landes auf diejenigen Distrikte zu beschränken, welche die Schuytruppe jezt thatsächlich besezt hält, daß vielmehr ein weiteres Vorgehen in das Bennegebiet und Anlage einer festen Station bei dem an diesem Fluß gelegenen Platz Garna nötig jei. Die Umstände seien( gegenwärtig besonders dazu einer festen Station bei dem an diesem Fluß gelegenen Platz Garna Berträge vorbehaltenen Gebiete wenigstens bis zum Venue bei entsprechender Machtentfaltung ohne Gewaltmaßregeln auch thatsächlich auszubehnen. Für den Handel ergiebt sich daraus die Erschließung es gesamten Adamaua, und er wird in die Lage versetzt, sich die Verfehrsstraße des Niger unmittelbar muzbar zu machen. Zur Erfüllung dieser Aufgaben ist die Schuttuuppe in der im Etat für 1900 vorgesehenen Stärke von 500 Farbigen nebst farbigen Chargen bei weitem nicht schließlich der Chargen erhöht werden, wozu noch ein Artillerieausreichend. Sie muß auf mindestens 750 Köpfe einDetachement von 50 Köpfen und, um eine regelmäßige Erausgaben abzüglich der Kapitalanlagen. Dabei darf man aber nicht Gesetzentwurf betreffend private Versicherungs- Untergänzung der häufig wechselnden Leute und eine ausreichende Ausbildung des Ersatzes zu ermöglichen, eine Stammcompagnie von vergessen, daß für die Berufsgenossenschaften die Post auf lange nehmungen. Dieser dem Bundesrat zugegangene Gesetzentwurf be- 100 Stopfen zu treten haben. Der Bedarf an Farbigen stellt sich Fristen die Zahlungen übernimmt und daß die Hälfte der Invaliden- handelt in nen Abschnitten folgendes: Zulassung zum Geschäfts- demnach überhaupt auf 900 Stöpfe. Die in dieser Weise ver versicherungs- Anstalten die Einziehung der Beiträge den Kranken- betrieb, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, Geschäftsführung tassen übertragen haben und dafür nur eine die wirklichen Kosten der Versicherungsanstalten, Beaufsichtigung der Anstalten, ausländische stärkte farbige Truppe bedingt auch eine entsprechende Mehreinstellung von europäischen Chargen. lange nicht erreichende Vergütung bezahlen. Das bedeutet für diese Versicherungsanstalten, Uebergangsvorschriften für die beim Inkrafttreten des Gesetzes zum Geschäftsbetrieb befugten Anstalten, Strafbeiden Versicherungseinrichtungen ganz wesentliche Ersparnisse an vorschriften und Schlußvorschriften. Der Entwurf beschränkt sich Berwaltungskosten, die den Krankenkassen nicht zu gute kommen. auf die Regelung der öffentlich- rechtlichen Seite des Ver Ein Disciplinarverfahren droht dem Münchener UniDaß größere Kassen leistungsfähiger sind wie kleinere und des- sicherungswesens und behält die dent bürgerlichen Recht anheim- versitäts- Professor Lips. Er hatte in einer Protesthalb eine Verminderung der Zahl der Kaffen wünschenswert fallende Ordnung des Rechts des Versicherungsvertrags einem versammlung gegen die lex einge in München erklärt:" Das das ist eine Binsenwahrheit, die gerade wir nun besondern Gesetze vor. Der Entwurf ist auf dem Princip der absolute Vertrauen auf unsre Rechtsprechung, das spreche ich offen Die Rede von der absoluten Unbestechfchon lange genug predigen. Nur schade, daß man das in Nes Staatsaufsicht über die Versicherungsanstalten und in Kon aus, ich habe es verloren. gierungs- und Unternehmerkreisen nicht eingesehen hat bei der ſequenz hiervon auf dem des Konzessionssystems aufgebaut. lichkeit des deutschen Richterstandes ist für mich Legende geworden." Schaffung der Innungs tassen. Bei den Berliner Jnnungs- Der Entwurf will einer Reichsbehörde die Aufsicht über die Im Finanzausschusse der bayrischen Stammer wurde am Donnerstag tassen betrugen nach der schon genannten Quelle im Jahre 1898 größeren Versicherungsanstalten, d. h. über diejenigen übertragen, dieser Angriff gegen den deutschen Richterstand von liberalen und welche ihren Geschäftsbetrieb nicht bloß auf einen Bundesstaat| Centrumsabgeordneten zurückgewiesen. Der Justizminister bedie Verwaltungskosten 14,23 Proz. der Ausgaben, also beinahe beschränken. Der centralen Reichsbehörde soll ein Verdauerte die Aeußerung und erklärte, er behalte sich weitere doppelt soviel wie bei den Ortstassen. sicherungsbeirat zur Seite gestellt, werden, gebildet aus Schritte vor. Der Kultusminister betonte, er werde abwarten, Natürlich haben wir nichts dagegen einzuwenden, wenn Mittel angesehenen, erfahrenen Vertretern und Kennern des Versicherungs- bis ihm die Akten vom Justizministerium zugegangen seien. gefunden werden, die Verwaltungskosten der Krankenkassen zu ver- wesens. wäre Arons Nachfolge. Ausland. Rußlands Vorrücken. Trefflich versteht es die russische Diplomatie, das Engagement Oestreich Ungarn. E3 meist nachgeben müssen. Niemand sei mehr sicher gewesen vor einent Streif, und, Int sich vor folchen zu schützen, hätten die Unternehmer die Freie Vereinigung der HolzParlamentarisches. Unfallversicherungs- Kommission. Am Freitag wurde die ganze Sigung in Anspruch genommen industriellen gegründet. Die jetzt aufgestellten Forderungen Englands in Südafrika für sich auszunuzen, indem Rußland im durch die Debatte darüber, wie die Landwirte die durch die Unfall- der Arbeiter seien der Freien Bereinigung in einer andren persischen wie im türkischen Gebiet vorschreitet, eine Position versicherung verursachten Stoften am besten aufbringen können. Nach Form vorgelegt worden, als jie Glocke jest vorgetragen habe. Ez nach der andern gewinnt, ohne int mindesten besorgt den bestehenden Gesetz soll dies in erster Linie geschehen durch Zuschläge sei ein Minimallohn von 24 M. für den schwächsten Arbeiter und ſein zu müssen, daß England ein energisches Veto zu den direkten Staats- oder Kommunalsteuern. Sofern dies nicht der Fall Garantie des bisher verdienten Lohnes bei Accordarbeit gefordert einlegt. Dieses Erstarken der russischen Konkurrenten in Asien muß ist, erfolgt die Umlage der Beiträge nach der Höhe der mit dem Betrieb worden. Eine solche Forderung sei aber unannehmbar. Die Liefe= England ruhig hinnehmen, weil es alle seine Kräfte im südafrikani- verbundenen Unfallgefahren und dem Maße der in den Betrieben rung der Maschinenarbeit durch den Unternehmer sei selbstverständschen Eroberungsfriege gebraucht. durchschnittlich erforderlichen menschlichen Arbeit. In sehr vielen lich, aber jetzt werde gefordert, daß die Accordpreise auf der bisWie Rußland diese Situation für sich auszunuzen versteht, dafür Fällen wurden die Kosten durch Zuschläge zur Grundsteuer auf- herigen Höhe bleiben und die Maschinenarbeit außerdem vom Meister legt wieder die folgende Meldung beredtes Zeugnis ab: gebracht. In Prenßen hat dies System zu überaus schweren Un- bezahlt werden solle. Ferner sei immer die Rede davon gewesen, daß London, 16. März. Die„ Times" veröffentlichen ein Telegramm gerechtigkeiten geführt, da die Veranlagung nach der Grundsteuer den Arbeitern das Material an die Bank gebracht werden müsse. aus Konstantinopel, wonach die russische Regierung bei der gerechten Abschätzung erfolgt. auf Grund einer ganz veralteten ind meistens höchst un- Die Bezahlung des Holzabtragens sei selbstverständlich und werde ist daher aus den länd- schon längst geleistet. In der Form, wie die Forderungen ur türkischen Regierung die Ueberlassung einer Kohlenstation lichen Streisen dringend der Wunsch nach einer Aenderung dieser sprünglich aufgestellt wurden, seien sie umannehmbar. Ihre Annahme auf einer der Inseln Lesuwvo, Imbro oder Mytilene verlangt. Verhältnisse laut geworden. Wie die Debatte ergiebt, herrschen würde die Berliner Möbelindustrie, die schwer unter der Konkurrenz Die türkische Regierung soll infolge dieser Forderung bei der russischen überhaupt in Preußen bezüglich dieser Verhältnisse recht der Provinz und des Auslandes leide, ganz konkurrenzunfähig Regierung Schritte gethan haben, damit dieselbe zurückgezogen charakteristische Zustände. Der Abg. Röside- Dessau teilte mit, machen. Berlin stehe jetzt mit einem Durchschnittslohn von werde. Die Antwort des Grafen Murawiew soll derartig daß in dem Kreise Bauch- Belzig die Kosten für die ländliche Unfall 24,07 m. bei 52jiündiger Arbeitszeit erheblich günstiger für fategorisch gewesen sein, daß der Sultan einen Minister- und versicherung, die sich gegenwärtig auf ca. 36 000 m. pro Jahr die Arbeiter da, als alle andren deutschen Städte, in denen eine Kriegsrat einberufen hat. belaufen, einfach durch die allgemeinen Kreisabgaben gedeckt werden. Möbelindustrie herrscht. Der Streik sei überflüssig gewesen, da die Infolge dieses Systems werden von diesen Lasten auch alle die- Berhältnisse der Berliner Möbeltischler gute seien. Wenn der Frieden jenigen Streisinfassen betroffen, die gar nicht Landwirtschaft betreiben. geschlossen werde, dann dürfe es nicht wieder vorkommen, daß die So alle Handwerker und gewerblichen Arbeiter mit einem Einkommen Streitführer ihre Leute ohne Ursache ins Feuer kommandieren. Barlamentarische Lage in Oestreich. Der Ministerpräsident über 420 M. pro Jahr. Diese Art der Beibringung der nötigen Nach dem Umfang des Streits befragt, jagt Direktor Lorenz, b. Körber erklärte im Abgeordnetenhaus, falls die demnächst Mittel für die landwirtschaftliche Unfallversicherung sei nicht nur cs befinden sich 1300 Betriebe mit 15 000 Arbeitern im Ausstande. zufammentretenden Landtage mit thunlichster Beschleunigung ihre ungerecht, sondern auch ungefeglich. Der Staateetär gab dies zu Die Fräsereien hätten nur deshalb ihre Betriebe geschlossen, Arbeiten vollenden, dürfte es rätlich erscheinen, die Delegationen und versprach, sofort für Abhilfe zu sorgen. In Württemberg da- weil es ihnen infolge des Streits der Tischler an Arbeit fehle. fofort zur Feststellung des gemeinsamen Budgets zu versammeln gegen, wo durch ein allgemeines Landesgesetz die Aufbringung der ſtellen, wo weniger als 24 m. verdient wird, die Accordpreise zur Kimmel erklärt, die Unternehmer seien bereit, in den Werkund gleich darauf eventuell, wie es schon vorgekommen sei, während nötigen Mittel durch einen Zuschlag zur Grundsteuer vorstellen, der Session der Delegationen, jedenfalls aber im Mai den Reichsrat geschrieben ist, hat sich dieses System durchaus bewährt, so erhöhen. Sie schlagen deshalb vor, eine Kommission von 18 Mitzu einer längeren Tagung einzuberufen. Der Ministerpräsident daß die Interessenten nicht daran denken, einen andern Weg ein- gliedern, je zur Hälfte aus Arbeitnehmern und Arbeitgebern beglaubt, es werde in der nächsten Session ausreichend Zeit vorhanden zuschlagen. Ebenso sollen die Verhältnisse in Bayern liegen. Dies stehend, einzusehen, welche zu prüfen hat, ob der geringe Verdienst fein, über die vielen von der Regierung eingebrachten Vorlagen zu fommt aber daher, weil dort die Steuer nach einer viel besseren auf niedrige Accordlöhne oder auf die Ungeübtheit des betreffenden verhandeln und, wie die Regierung lebhaft wünsche, dieselben auch Abschätzung erhoben werden kann. Arbeiters zurückzuführen ist. Im letzteren Fall fönne eine Lohnzu erledigen. In der Kommission war man sich darüber einig, daß die erhöhung nicht erfolgen. Am Freitag nahm das Abgeordnetenhaus den Gefeßentwurf richtigste Art, die Gelder aufzubringen, diejenige sei, die Rücksicht Numehr nimmt der Vorsitzende des Holzarbeiter Verbandes betreffend die Arbeitsstatistik an, nachdem der Justizminister nimmt auf die Unfallgefahren und die Verwendung menschlicher Sloß das Wort: Wenn Herr Direktor Lorenz den Streifführern" Spens v. Boden im Laufe der Debatte eine befriedigende Erklärung Arbeit. Auch die Negierung erkannte dies au, ersuchte aber die den unberechtigten Borwurf machte, sie hätten ihre Leute ohne abgegeben hatte. Kommission, davon Abstand zu nehmen, ein bestimmtes Verfahren Ursache ins Feuer kommandiert, so hätte ihm doch ein wenig das für alle Bezirke vorzuschreiben. Die Verhältnisse seien überaus ver- Hera Hopfen müssen, da er wijie, daß ja gerade die Unternehmer schieden und deshalb müßte es den Beteiligten in den ver- alles aufgeboten haben, um die Aussperrung zu einer möglichst fchiedenen Berufsgenossenschaften freistehen, diejenige Art zu wählen, allgemeinen zu machen. Die Wünsche der Berliner Tischler seien welche in dem besonderen Falle als die praktischte erscheine. Die weiter gegangen, als die jesigen Forderungen. Sie hätten den Achtfeiner Zeit eingefeßte Subtommission hatte sich zwar über einen hundentag und die Abschaffung der Accordarbeit gewünscht. Sie Antrag nicht verständigen können, jedoch war infolge einer Anregung hätten sich dann aber auf die jegt gestellten Forderungen beschränkt, Neunstundentag für Bergarbeiter. Dersocialpolitische der Regierung der Vorschlag gemacht worden, daß in erster Linie die in der Annahme, daß diese von den Unternehmern ohne weiteres Ausschuß des östreichischen Barlaments nahm nach längerer De Umlage erfolgen solle nach der Unfallgefahr und der zur Verwendung bewilligt werden können. Bemt jetzt auf der andren Seite be batte einen Gesezentwurf feines Subkomitees an, welcher als kommenden menschlichen Arbeit. Außerdem aber sollte es den Beteiligten hauptet werde, es feien weitergehende Forderungen aufgestellt normale Arbeitszeit für die Arbeiter unter Tage höchstens it enn freistehen, durch Genossenschaftsstatut einen Zuschlag auf die Grund worden, so scheine ein Mißverständnis bei den Arbeitgebern obStunden, einschließlich der Ein- und Ausfahrt, festsetzt. Der steuer vorzuschreiben. Um aber eine Majorisierung zu verhindern, zuwalten. Hätte sich die Freie Vereinigung auf Verhandlungen einNormalarbeitstag soll am 1. Januar 1901 in Kraft treten, in besonders ist zu dem Zuschlag zur Grundsteuer Zweidrittel- Mehrheit er- gelassen, dann könnte der Streit längst beendet jein. zu berücksichtigenden Fällen erst am 1. Januar 1902. In dringenden forderlich. Redner begründet in ausführlicher Weise die Forderungen Ausnahmefällen sind leberstunden zulässig. Die Entscheidung der Tischler. Auf eine Anfrage des Beisigers Maaß, was hierüber steht einer ständigen Kommission zu, welche aus Vertretern unter einem schwachen Mittelarbeiter zu verstehen fei, antwortet der Staatsbehörde, der Bergbau- Unternehmer und der Arbeiter be: sel op: wit zahlenmäßiger Sicherheit lasse sich das nicht sagen. steht. Außerdem wurde ein Antrag auf Permanenz- Erklärung des des Abg. Freiherrn v. Stumm zu beanstanden beschloffen. Die Körperkraft, der aber hinsichtlich seiner geistigen und technischen Die Wahlprüfungs- Kommission des Reichstags hat die Wahl Ein schwacher Mittelarbeiter sei ein Arbeiter im Vollbesitz der Ausschusses angenommen. Im Laufe der Debatte wies der Ministerpräsident auf den guten Willen der Regierung hin, eine Abkürzung burg wurde für gültig erklärt, aber dem Reichskanzler die Protest- sähigkeiten unter dem Durchschnitt der Arbeiter der betreffenden im Ausdruck, daß durch Zustandekommen der angekündigten bezüglichen behauptung zur Kenntnisnahine überwiesen, daß bei Beschlage Maschinenarbeiter Jäck bemerkt, die Fräsereien hätten Vorlage in der von der Regierung für nach Ostern in Aussicht ge- nahme socialdemokratischer Flugblätter auch die Stimmzettel beschlag- nicht, wie Direktor Lorenz jagte, wegen Mangel nommenen Seffion die Angelegenheit einen befriedigenden Abschluß nahmt find. = Das Herrenhaus genehmigte den zwischen Oestreich- Ungarn und Deutschland abgeschlossenen Staatsvertrag vom 30. Dezember 1899, betreffend den gegenseitigen Schuh von Werken Der Litteratur, Kunst und Photographie. finden werde. troffen. = Der Frankreich. Paris, 16. März. Der frühere Minister Lockroy wird ein nenes Flottenprogramm einbringen, worin er eine ganz bedeutende Vergrößerung der Flotte verlangt. Paris, 16. März. Deputiertenkammer. Nach längerer Debatte wird mit 472 gegen 46 Stimmen ein Antrag Rouvier angenommen, wonach es teinem Deputierten gestattet ist, nach den drei Tagen, welche auf die Einbringung des Generalberichts über das Budget folgen, noch einen Abänderungsantrag zu diesem zu stellen. Italien. Rom, 16. März. Die Deputiertentammer fezte die Begründung der Amendements des Artikels 1 des„ Decreto Legge ohne Zwischenfall fort und beschloß, wöchentlich zwei Sigungen am Vormittag zu halten und von Dienstag ab die Nachmittags- Sigungen bis 8 1hr abends auszudehnen. Türkei. Nächste Sigung Sonnabend : Der an Arbeit den Betrieb geschlossen, sondern auf Verlangen der Freien Vereinigung, damit diejenigen Maschinenarbeit bekommen sollten. In dem Betriebe, wo Redner die Die Schließung der Universität Lemberg wegen Studenten- Der Tischlerstreit vor dem Einigungsamt. Tischlernteiſter, welche die Forderungen bewidigt hatten, feine unruhen war früher gemeldet worden. Der östreichische Unterrichts- Am Freitag beschäftigte sich das Gewerbegericht als Einigungs- beschäftigt war, sei Arbeit in vollem Maße für alle Arbeiter vorminister hat nunmehr telegraphisch angeordnet, daß die Schließung amt mit dem Ausstand der Holzarbeiter. Die Verhandlungen fanden handen gewesen, aber der Meister habe erklärt, er müsse dem Verder Lemberger polytechnischen Hochschule, die durch den Rektor er- im Bürgersaal des Rathauses unter starker Beteiligung von Zuhörern langen der Freien Bereinigung folgen und den Betrieb schließen. folgte, wieder rückgängig gemacht werde, da zur Schlichung aus beiden Barteien statt. Glocfe, der hierauf noch einmal das Wort ergreift, verwahrt einer Hochschule gesetzlich mir der Unterrichtsminister und nicht der Den Vorsiz im Einigungsamt führte Gewerberichter v. Su 13. sich gegen die Unterstellung, daß die Verbandsleitung die Tischler in Rektor ermächtigt sei. Es seien vorläufig nur die Kollegien des Als Beisiger fungieren seitens der Arbeitgeber: Ingenieur Bernden Streit fommandiert habe. Die Freie Vereinigung habe schon Prof. Thullie, gegen den die Studentendemonstrationen gerichtet hard und Fabrikant Maaß. seitens der Arbeitnehmer: Tischler drei Tage vor der Aufstellung der Forderungen beschlossen, daß jede waren, zu sistieren. Professor Thullie erhält Urlaub auf unbestimmte stoblenzer und Buchdrucker Massini. Forderung der Arbeiter abzulehnen sei. Die Zahl der Streikenden Zeit. Die Lemberger Bolenblätter führen diese Verfügung des UnterNach Eröffnung der Sigung teilt der Vorsitzende v. Schulz giebt der Redner auf 6000 an. Weiter stellt er an der Hand einer richtsministers auf die Intervention des socialdemokratischen mit, daß keine der beiden Parteien aus eigner Initiative das Statistit fest, daß Löhne von 10, 12, 15, 18 M. in der Berliner Reichsrats Abgeordneten Daszynski zurück. Rektor und die Professoren sind durch diese Wendung sehr beinigungsamt angerufen hat. Dies sei vielmehr auf Veranlaffung Möbelbranche gar nicht selten seien. des Gewerbegerichts geschehen. Nachdem noch Dietrich als Vertreter der Tokalorganisierten Hierauf werden die Personen, die als Vertreter der Parteien Tischler gesprochen hatte, schließt die Generaldiskussion und die anivesend sind, festgestellt. Seitens der Arbeiter sind anwesend: Specialdebatte beginnt mit dem Punkt: Erhöhung der loß. Glode, Mai( vom Holzarbeiter- Berband), Tabbert Accorbpreise und der Abschlagszahlung. Diese Forderung ( Drechsler), Jack( Masch.- Arb.), Helfert( Polierer), Meier( Bild- wird von den Vertretern der Arbeiter folgendermaßen präzisiert: hauer), Dietrich( lofalorganis. Tischler), Geist( Hirsch- Dunckerscher Es gebe Werkstellen, wo ausschließlich tüchtige Arbeiter beschäftigt Gewerkverein der Tischler). werden, die natürlich mehr als 24 M. verdienen und zwar anf denDie Unternehmer sind vertreten durch: Direktor Lorenz, selben Artikel und zu denselben Preisen, bei denen schwache Arbeiter Simmel, Kaiser, Bry, Groschkus, Kunow, Nochardt in anderen Werkstellen erheblich unter 24 M. bleiben. Nun solle der und andre. Accordpreis dieses Artikels erhöht werden, so daß der schwache Glocke, der als Vertreter der Arbeiter zunächst das Wort er- Mittelarbeiter in der Lage ist, 24 M. wöchentlich zu verdienen. Die hält, führt aus: Bor dem Jahre 1896 fei die Lage der Berliner Folge davon sei natürlich, daß auch dem tüchtigen Arbeiter die Er Möbeltischler eine sehr traurige gewesen. Die Accordpreise waren höhung zu gute komme. Dagegen wendet der Arbeitgeberso niedrig, daß der durchschnittliche Wochenverdienst 18-21 M. betrug. Vertreter Bry cin, das jei nicht mehr eine Bewegung bes Im Jahre 1896 habe dann die Organisation für die Berliner unter der Devise:„ Schutz schwachen Mittelarbeiters", Möbeltischler eine Minimal- Abschlagzahlung von 21 M. durchgeführt. sondern eine generelle Lohnerhöhung. Auf eine solche könnten Benn Arbeitgeber nicht einlassen. die LohnSeit jener Zeit hätten sich aber die Preise der Lebensmittel derart sich gesteigert, daß ein Wochenverdienst von 21 M. nicht mehr ausreichte. erhöhung bloß dem schwachen Mittelarbeiter zu gute fommen jolle, Weiter sei zu berücksichtigen, daß in der Berliner Möbelindustrie dann dürften diejenigen, welche heute schon mehr als 24 M. ver geradezu anarchische Zustände herrschen. Während in besseren Werf dienen, keine weitere Forderung stellen. Io entgegnet darauf: stellen ausreichende Löhne verdient werden, kommen die Arbeiter in den Da der mit großem Stapital arbeitende Unternehmer einen größeren schlechteren Werkstellen nur auf einen Wochenverdienst von 15-21 M. Gewinn erzielt, als es dem Unternehmer mit einem Stapital in Einerseits um diese niedrigen Löhne zu erhöhen, andrerieits um derselben Zeit möglich ist, so habe auch der Arbeiter, dem eine hohe eine größere Einheitlichkeit in den Löhnen herbeizuführen, hätten die Arbeitskraft zur Verfügung steht, berechtigten Anspruch auf Möbeltischler nun einen Minimalverdienst von 24 M. gefordert, der einen höheren Verdienst, wie der schwache Arbeiter. Im weiteren nicht für den schwächsten Arbeiter, sondern für den schwachen Mittel- Verlauf der Debatte empfiehlt Arbeitgeber- Vertreter Bry den von arbeiter gelten solle. Was die zweite Forderung: Bezahlung der Kimmel gemachten Vorschlag: Einsetzung einer Kommission, welche Maschinenarbeit durch den Meister anbetrifft, so sei es doch selbst die Accorèpreise zu prüfen und zu regeln hat. Glocke: Herr Bry, verständlich, daß diese notwendigen Vorarbeiten, ebenso wie das wie denken Sie sich denn das? Collen wir denn so lange streifen, Rohmaterial, dem Gefellen geliefert werden müssen. Die dritte bis die Kommission ihre Arbeit erledigt hat? Bry: Nein, Sie sollen Forderung: Bezahlung für das Holzabtragen werde ja schon in vielen erst anfangen zu arbeiten!( Oho! Große Bewegung unter den ZuBetrieben anerkannt und gelte also nur noch für solche Wertstellen, hörern auf der Seite der den Arbeitern zugewiesenen Plätze.) Glocke: Herr wo die Gesellen für das Holzabtragen eine Vergütung in Gestalt un, Bry, Entgegen 10 citer von Bier und Schnaps, aber kein Geld bekommen. Unternehmer, tommen wollen wir die jetzt der Freien Vereinigung der Holzindustriellen angehören, streifen und sehen, wer es am längsten aushält. hätten bei früheren Gelegenheiten gesagt, die Tischler sollten doch( Unruhe auf der Seite der Arbeitgeber.) Bry ruft: Also Sie wollen mit einem allgemeinen Streit vorgehen gegen alle die Werkstellen, die Straftprobe! Glocke: Das nicht, aber wir, wollen uns nicht welche die schlechtesten Löhne zahlen, damit der Schundkonkurrenz, bedingungslos unterwerfen! Der Handel mit China. Der Washingtoner Berichterstatter unter der die guten Geschäfte ebenso leiden, wie die Arbeiter, Es folgt die Diskussion über den Punkt, welcher die Maschinent= der Morning Post" erfährt, das Staatsdepartement habe Depeschen ein Ende gemacht werde. Als nun die Berliner Möbeltischler, von arbeit betrifft. Nachdem Glocke die Bezahlung der Maschinenaus Betingchalten, wat die Saiferin bon China jeder weitergehenden Forderung absehend, einen Minimallohn von arbeit durch die Meister begründet hatte, erklärt ber Internehmer entschlossen jedwedes Abkommen den Mächten zur 24 Mr. verlangten, wodurch doch in erster Linie die besagten schlecht Vertreter Friedrichs: Es sei eine alte Gewohnheit, daß der Unterstützung der Politik der offenen Thür" zu zahlenden Firmen getroffen werden, da hätten sie geglaubt, Gejelle das Hobeln und Schneiden selber bezahle, und dabei solle es annullieren. In Regierungsfreifen herrsche Verstimmung, weil die Anerkennung der int der Freien Vereinigung zu au bleiben. Das Fraisen bezahlen die Meister. guter Grund für die Annahme vorhanden sei, daß die fammengeschlossenen Unternehmer zu finden, oder doch zum Nachdem die Debatte über die Forderungen der Tischler ge= Kaijerin mit Rußland wegen dieser Angelegenheit verhandelt habe, mindesten, daß man sich mit ihnen in Unterhandlungen ein- fchloffen war, wurde auch die Lohnbewegung der Einsezer die Kaiserin soll insbesondere aufgebracht sein gegen die Vereinigten laffen würde. Die Forderungen seien vor dem Streit der Freien behandelt. Kotowsky begründet die Forderungen der Einscher Staaten wegen deren Bestreben, den Freihandel in China zu Vereinigung eingereicht worden, diese habe aber sowohl die und weist darauf hin, daß der Tarif, den die Einfeßer aufgestellt fördern. Wahrscheinlich infolge der Wichtigkeit dieser Mitteilung Forderungen, wie auch jede Verhandlung mit den Vertretern der haben, von 2/3 der Arbeitgeber anerkannt sei, und auch 3/4 der Einhabe die amerikanische Regierung plöglich beschlossen, ein Geschwader Arbeiter abgelehnt und den Tischlern sei nichts andres übrig ge- fetzer nach diesem Tarif beschäftigt werden. Die Einsetzer fordern in den chinesischen Gewässern zu stationieren. blieben, als in den Streik einzutreten. allgemeine Anerkennung des Tarifs, oder Gewährung eines MinimalOsman Pascha, der Verteidiger von Plewna im russischtürkischen Kriege, ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Löwe von Plewna" war ein durchaus chrenhafter Charakter. Er war mir Soldat und mischte sich nie in politische Intriguen. So genoß er das vollste Vertrauen des Sultans, der ihn stets um sich hatte; aber mehr noch als der Sultan schätzte ihn die ganze Nation, für die er, wie Garibaldi für die Italiener, ein Nationalheros geworden war. Populär wurde er durch die zähe Verteidigung von Plewna. Nach der Kaputulation am 10. Dezember 1877 wurde Osman Pascha als Kriegsgefangener nach Rußland gebracht, von wo er im April 1878 nach Konstantinopel zurückkehrte, wo ihm die Reorganisation des türkischen Heeres übertragen wurde. Bis zum Jahre 1885 war Osman Pascha mit einer kurzen Unterbrechung Striegsminister( Serastier). Seitdem lebte er ohne amtliche Funktion am Hofe des Sultans. Asien. Amerika. Revolution in Brafilien. Die„ Times" meldet ans Buenos Aires von gestern: Eine revolutionäre Bewegung ist in der Provinz Entre Rios ausgebrochen. Die Aufständischen besetzten drei größere Städte. das Hierauf nimmt Direktor 2orenz von der Firma J. C. Pfaff Wochenlohnes von 36 M. bei 52stündiger Arbeitszeit. Die Ver das Wort als Vertreter der Arbeitgeber: Im Jahre 1896 hätten treter der Arbeitgeber lehnen beide Forderungen ab, sie bestreiten, die Unternehmer den Arbeitern Konzeffionen machen müssen. Die daß so zahlreiche Bewilligungen des Tarifs erfolgt seien und Arbeitgeber hätten damals geglaubt, sie würden mun Ruhe und machen einen etwaigen Friedensschluß davon abhängig, daß die Frieden haben. Aber sie faben sich getäuscht, denn die Arbeiter gingen Einfeger ihre Forderungen zurückziehen. fortwährend mit partiellen Streits vor, und zwar nicht nur in den Hierauf wird nochmals auf die Forderungen der Möbeltischler schlechten, sondern auch in den besseren Werkstellen, wo Löhne von zurückgegriffen und seitens der Arbeiter die Forderung: Garantie 30 M. und noch mehr verdient wurden. Die Arbeitgeber hätten des Lohns bei neuen Arbeiten und Arbeiten nach " 8eichnung, begründet. Die Unternehmer wollen von einer An- 1 fügt haben. Am Donnerstag fand eine von den Meistern Studenten und Ingenieur Eleven gemeldet, um der erkennung dieser Forderung nichts wissen, denn- sagen sie es einberufene gemeinsame Sigung mit den Vertretern der Arbeiter Vergewaltigung durch die Arbeiter abzuhelfen"," müsse dem Billigkeitsgefühl der Arbeitgeber überlassen bleiben, in statt, welche jedoch zu einer Einigung nicht führte, da die Herren sie sowie einige junge Damen der Oberklasse wollen die Arbeit der folchen Fällen, wo sich der Arbeiter in der Veranschlagung des Preises Arbeitgeber an dem obigen Beschluß festhielten. Die Arbeitnehmer Druckereiarbeiter übernehmen! Es sind bis jetzt 179 Personen, die geirrt hat, ihm entgegenzukommen. famen den Vorschlägen der Meister in so weit entgegen, daß sie für in einer Helsingforser Druckerei beschäftigt find, und sich auch zur Der Krieg. Nunmehr vertritt Maß die Forderung der Tischler der ganz schwache und erst furze Zeit ausgelernte Arbeiter einen niedrigeren Nachtarbeit bereit erklärt haben. Ladeneinrichtungsbranche: Gewährung eines Wochenlohns Lohnfaz vereinbaren wollten, im allgemeinen jedoch an dem von 24 M. Er veriveist darauf, daß schon 25 Betriebe dieser Stundenlohn von 60 Pf. festhielten, da das Tapezierer- Gewerbe zum Branche, die 527 Arbeiter beschäftigen, die Lohnarbeit eingeführt größten Teil ein Saison- Getverbe ist, mithin die Arbeiter keine haben. Der Sprecher der Arbeitgeber weist diese Forderung ent- regelmäßige Beschäftigung haben. Da die Verkürzung der Viel Neues ist vom Kriegsschauplatz nicht zu melden. Die Engs. schieden zurück. Die Beseitigung der Accordarbeit sei eine Lieblings- Arbeitszeit auf höchstens zweiundfünfzig Stunden pro Woche idee des Holzarbeiter- Verbandes, und nun solle diese Idee zunächst die wichtigste Forderung ist, konnten die Arbeiter weiter länder find noch damit beschäftigt, sich in Bloemfontein häuslich in der Ladeneinrichtung verwirklicht werden. Darauf fönnten aber keine Zugeständnisse machen. Die zwei Versammlungen am Donnerstag einzurichten. Der zum Gouverneur von Bloemfontein ernannte die Arbeitgeber nicht eingehen, denn wenn nicht mehr in abend waren mit der Haltung ihrer Vertreter einverstanden, und General Brethman hat eine Proklamation erlassen, in welcher Accord gearbeitet werde, dann fehle jede Grundlage für eine wird es nun Sache der am Montag stattfindenden Meisterversammalle Bürger innerhalb eines Umkreises von zehn Meilen aufgefordert Kalkulation des Preises. Seitens der Arbeitervertreter wird geltend lung und der am Dienstag stattfindenden Verbandsversammlung werden, bei Strafe der Konfistation ihres Eigentums die Waffen gemacht, daß die Lohnarbeit für die Ladeneinrichtung um deswillen sein, weiter darüber zu diskutieren und zu beschließen. geboten fei, weil in dieser Branche die Arbeiten so verschieden Veranlassung zu weitgehenden Konzessionen haben die Ar- abzuliefern. Der General ernannte Collins an Stelle Papenfus' zum feien, daß fast nie ein und derselbe Artikel mehrmals angefertigt beiter nicht, δα sowohl die geschäftliche Situation, als auch der Geist der Streifenden ein ganz vorzüglicher ist. Die Landdrost. Das Mitglied der früheren Regierung Fraser und Die Verhandlungen, die um 10 Uhr vormittags begannen, Firmen Frank u. Co., Fock u. Kretschmar, Markiewig u. Dittmar der Bürgermeister werden in örtlichen Angelegenheiten währten, abgesehen von einer einstündigen Unterbrechung, bis nach- scheinen es auf eine Kraftprobe ankommen laffen zu wollen. Jedoch zu Rate gezogen. Eine große Menge von Vorräten, die von dem mittags um 3/46. Dann zog sich das Einigungsamt zurück. Nach die Tapezierer werden die Arbeit nicht früher aufnehmen, bis die seitens der Boeren beim Wasserfall am Rietfluß erbeuteten englischen furzer Beratung verkündete der Vorsitzende, daß die weitere Ver- Bewilligung der Forderungen stattgefunden hat. Convoy herrühren, sollen noch aufgefunden worden sein. Handlung bis Sonnabend 12 Uhr vertagt ist. Die Boeren werde. * 營 Die Agitations- Kommission. Der Streik der Korbmacher( Grünbranche) für Berlin und rüsten dagegen zum Widerstand. Der Staatssekretär der südUmgegend dauert fort. Den Tarif haben bis jetzt 4 Arbeitgeber afrikanischen Republik Reitz hat eine Proklamation erlassen, bewilligt, mit 3 Arbeitgebern ist eine Einigung erzielt worden. Von in welcher er Salisburys Behauptungen widerlegt. Es heißt in der den anfänglich 80 streifenden Korbmachern befinden sich noch 25 Kollegen im Ausstand. Es sind die Unverheirateten und auch Proklamation, die Republik habe an die britische Regierung einige Verheiratete außerhalb in Arbeit getreten; somit werden die feinerzeit die Forderung gerichtet, die britischen Truppen zurückKonsumenten in diesem Jahre, da sich der Streik noch länger aus- zuziehen, sonst würde sie deren Anwesenheit als Kriegserklärung aufdehnt, ihren Bedarf nicht halb decken können. Der Zuzug ist fern fassen. Hierin brauchte man noch keine Striegserklärung von seiten der Boeren zu sehen. Beides, die Rüstungen und das Ultimatum, feien Schutzmaßregeln gewesen, die aus dem Zuge Jamesons folgten und aus der durch chiffrierte Telegramme sich ergebenden Entdeckung, daß britische Kabinettsminister in den Versuch verwickelt waren, den Republiken ihre Unabhängigkeit zu stehlen. Jetzt sei durch Salisburys Telegramm aller Zweifel beseitigt und die Bürger müßten für ihre nationale Existenz kämpfen in dem Vertrauen, daß Gott das Recht schützen werde. Vom Widerstand. Partei- Machrichten. Partei- Organisation. In Schlesien giebt es nach einem Bericht, der auf einer Wahlkreis- Konferenz für Striegan- SchweidnißFreiburg erstattet wurde, 18 Partei- Organisationen mit 4000 Mit gliedern. Agitationskalender wurden insgesamt 70 000 verbreitet, wovon 12500 allein auf obengenannten Wahlkreis entfielen. Ein Prozeß wegen Verbreitung des Kalenders endigte mit Freisprechung. zu halten. Der ,, Stettiner Volksbote" schloß im vergangenen Jahre mit einem Ueberschuß von rund 4500 M. ab. Zur Ausgestaltung des Blatts beschloß eine Parteiversammlung, den Gesellschaftern die Die Maurer und Zimmerer in Hamburg haben in zahl Anstellung eines zweiten Redacteurs, sowie die Verstärkung des Um- reich besuchten Versammlungen mit großer Mehrheit die Vereinbarung fanges zu empfehlen. mit der Inmung Bauhütte" angenommen, wonach bis zum 15. März 1902 die Arbeitszeit 91/2 Stunden und der Stundenlohn 65 Pf. beträgt. Der Lohn der Steinfeger und Rammer ist vom 15. März ab von 50 beziv. 44 auf 55 bezw. 50 Pf. pro Stunde erhöht worden. Eine Parteiversammlung in Stuttgart beschloß, bei der demnächst stattfindenden Landesversammlung einen Antrag auf Vergrößerung der Schwäbischen Tagwacht" zu stellen. Eine Konferenz der socialdemokratischen Gemeindevertreter für das Herzogtum Gotha tagte in Ohrdruf. Es wurde beschlossen, daß überall für Abschaffung der sogenannten Nachbargelder( GemeindeBürgerschaftskosten) eingetreten werden soll. Ferner wurde beschlossen, daß Kompromisse bei den Gemeindewahlen vermieden werden sollen. Die nächste Konferenz soll im Oktober abgehalten werden. Gegen die Wahl Plackes in Calbe- Aschersleben ist, wie die " Magdeburger Volksstimme" zur Richtigstellung entgegengesetten Meldingen bürgerlicher Blätter berichtet, unsrerseits rechtzeitig Protest erhoben worden. Beschlagnahmt wurden in Sondershausen eine Anzahl Flugblätter gegen die Flottenvorlage, die von unsern Genossen dort verbreitet wurden. Der größte Teil der Flugblätter war jedoch schon verbreitet. Aus welchem Grunde die Beschlagnahme erfolgte, wird nicht mitgeteilt. Die Köllerei in Elmshorn ist jetzt erledigt. Die Stadtverordneten Krause, Göttsche und Rehders haben mit Genehmigung des Stadtverordneten- Kollegiums ihre Mandate niedergelegt. Da der Stadtverordnete Feldvoß in aller Form aus der Partei ausgetreten ist, so figt jetzt nur noch ein socialdemokratischer Vertreter, der Genosse Budag, im dortigen Stadtparlament. Hoffentlich sind die Genoffen Elmshorns in der Lage, bei der in sechs oder sieben Wochen stattfindenden Neuwahl die Schlappe auszuwegen. Gemeindewahlen. In Lägerdorf wurde in der dritten Klasse der socialdemokratische Kandidat mit 168 gegen 4 Stimmen gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches usw. " Wegen Beleidigung eines Lehrers wurde Genoffe Stücklen, Redacteur der Altenburger Volkszeitung", zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Gleichfalls wegen Beleidigung wurde Genosse Quarck in Frankfurt a. M. als verantwortlicher Redacteur der " Boltsstimme" zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Sein Objekt war ein Pfarrer. Deutsches Reich. Zum Streik im Düsseldorfer Emaillierwerke von Wort= mann u. Elbers ist zu melden, daß die Streifenden zäher denn je zusammenhalten. Der Firmeninhaber Dr. Elbers sowie Meister desselben reisen in alle Windrosen, um sogen. Arbeitswillige zu bekommen, bisher nahezu vergebens. Es haben nur wenige Streitbrecher bis zur Stunde sich hier eingefunden. Während nun die Hirsch- Dunckerschen mit dem Metallarbeiter- Verband zusammen die Streifenden kräftigst unterstützen, treiben die sogenannten ristlichen Metallarbeiter genau wie in der vorigen Boche bei der hiesigen Textilarbeiter- Bewegung die schofe I st en Quertreibereien. Sie schimpfen auf die Streikenden, neinen den Streit einen von„ Hezern" geschürten usw. Mögen die aus wärtigen Arbeiter all' diesen Lügen, die gegen die Streifenden verbreitet werden, keinen Glauben schenken. Der Streit ist ein durchaus gerechter, darum ist Zuzug nach Düsseldorf zu vermeiden. Die Nachwehen vom Bergarbeiterstreik sind da am schlimmsten, wo am wenigsten erreicht worden ist. Im Meuse I wiser Revier, wo seitens der Behörden am schärfsten gegen den Streit vorgegangen wurde, sind jetzt noch 30 Gemaßregelte zu unterflügen. Halle westlich hatte 35 Gemaßregelte zu verzeichnen, die aber bis auf 15 anderweitig untergebracht worden sind. Im Weißenfelser Revier sind nur 2 Bergleute gemaßregelt worden, während im Revier Halle östlich, wo die Berglente am tapfersten In Meuselwitz ist auch die Mitgliederzahl im Verbande zurückausharrten, der Streit für alle einen guten Ausgang genommen hat. gegangen, während in Halle östlich eine Zunahme zu verzeichnen ist. In Aschersleben ist die achistündige Schicht bewilligt worden und in Keuschberg, wo man so leidlich abschnitt, hat die Grubenverwaltung den Vertrauensmann, der zukünftig alle Beschwerden vorbringen soll, anerkannt. Im allgemeinen ist die Lage jegt aber günstiger, als vor dem Streik. Ausland. Nach einer Meldung aus Lorenço Marques sammeln sich jetzt starke Boeren- Kommandos bei Warrenton am Vaalfluffe, wo die Freistaatboeren dem Vorstoß des Lord Roberts Widerstand bieten wollen. Nach einer Bloemfonteiner Drahtung des Daily Telegraph" beabsichtigen die Boeren Brandford zu verteidigen, Die Stellung der Boeren am Oranjefluß scheint, wie nicht anders zu erwarten war, unhaltbar zu sein. Die Londoner Blätter melden vom Donnerstag: Der le bergang über den Oranjefluß wurde heute mit Erfolg forciert( vermutlich durch den General Clements). Die auf den Hügeln stehenden Boeren wurden überrascht und setzten dem Uebergang über den Fluß keinen Widerstand entgegen. Gegenwärtig wird eine Ponton brücke für die Hinüberschaffung der schweren Geschütze hergestellt. Gin kräftiger Vorstoß steht bevor. # Englische Konflikte mit Deutschland? Vor einigen Tagen meldeten wir, daß mehrere Abgeordnete der Boeren nach Europa fahren, um dort eine Intervention der Mächte zu veranlassen. Der Staatssekretär Fischer vertritt die beiden Republiken, Wolmarans Transvaal, Wessels den Oranje- Freistaat. Der Daily Mail" wird nun versichert, das englische Kriegsschiff Thetis" solle ausgefandt sein, um Fischer und Wolmarans, die auf dem deutschen Reichs- Postdampfer Kaiser" nach Europa reisen, zu Striegsgefangenen zu machen. Einen solchen Bruch des Völkerrechts zu vollziehen, dürfte sich aber England noch überlegen. Friedensstimmungen in England. London, 16. März. Der Vollziehungsausschuß der Gegner des triegs hat gestern folgende Tagesordnung angenommen: Angesichts der Antwort Lord Salisburys auf die Erklärung der Präsidenten Krüger und Steijn, wodurch die Maske endlich gefallen ist und die Wahrheit an den Tag kommt, und welche den Beweis liefert, daß der ganze der Boerenrepubliken ist, erklärt der Ausschuß die Stunde für geZweck des Krieges die Vernichtung der Unabhängigkeit komunen, daß sich alle treuen Bürger Englands zusammenthun, um die sich auflehnt alles mögliche gegen den Ausrottungskrieg zu veranstalten, welcher Die ausständigen Bergarbeiter in Oestreich sind aufs höchste Wegen Beleidigung eines Gendarmen wurde Genosse lubesonnenheiten ausartet, die für die Arbeiter die übelſten Folgen erbittert und es scheint, als ob der bisher ruhig geführte Stampf zu Deinhardt, verantwortlicher Redacteur der Straßburger Freien Presse", zu 150 M. Geldstrafe verurteilt. Der Gendarm, Namens tragen können. Die Berichte aus dem Streifrevier spiegeln Kampe, hatte im November v. Js. den 27 Jahre alten Italiener die Stimmung der Verzweiflung wieder, Stella auf der Flucht erschossen und diesen Vorfall hatte Deinhardt gegen die rohe, brutale Gewalt der Unternehmer, die hartherzig im Gegensaße zu den nationalen Versprechen der Regierung steht, etwas ungenau geschildert. Er hatte gesagt, daß mehrere Schüsse ledes Entgegenkommen gegen die Arbeiter ablehnen. Aus Brig und wofür es in der Geschichte nur ein Beispiel giebt, nämlich die des Gendarmen den Stella getroffen hätten, während die Unter- Massen von streikenden Bergleuten gegen die Stadt heran, wurden wird gemeldet. Im Laufe des heutigen Vormittags zogen große Aufteilung Polens. suchung ergab, daß nur der letzte getroffen hatte. aber von der Polizei am Betreten derselben gehindert. Infolge von widerseglichkeiten kam es zu Ausschreitungen, bei denen ein Gendarm durch einen Steinwurf verlegt wurde; es wurde hierauf Militär Das Komitee zur Bekämpfung der Kunstparagraphen der lex requiriert, welches die Menge auseinandertrieb. Acht Verhaftungen Heinze( Vorsitzender Hermann Sudermann) ersucht uns um Aufnahme der nachstehenden Notiz: wurden vorgenommen. Bemerkenswert ist die in der Verhandlung aufgehellte gering fügige Ursache, der das Menschenleben zum Opfer gefallen. Stella hatte bei einer Strämerin 144 M. für Lebensmittel bezahlt, die er in Gemeinschaft mit seinen Kameraden bei ihr auf Kredit entnommen hatte. Die Krämerin behauptete, sie hätte noch 45 M. zu bekommen. Stella bestritt dies mit der Erwiderung, daß dann ein andrer seinen Namen mißbraucht haben müßte. Darauf wandte sich die Frau an den Gendarm Kampe, dieser drohte deni statt. Stella mit Verhaftung wegen Betrugs, wenn er nicht sofort zahle und als dieser sich unter der schon erwähnten Aus der Schweiz. In Interlaken streifen die Schreiner, Begründung weigerte, erklärte ihn Stampe für verhaftet. Stella weil ihre Forderungen: Bebujumbentag, 4,30 Fr. Minimallon, fezte sich zur Wehr und entfloh schließlich und dabei schoß ihn der Lohnzuschläge von 25 bis 50 Prozent für Ueberzeit- und Sonntags: arbeit, Regelung der Accordarbeit, Freigabe des 1. Mai 2c., nicht Es erscheint danach höchst zweifelhaft, ob sich der Beamte bei bewilligt würden. der Verhaftung in rechtmäßiger Ausübung seines Amts befand. Eine gegen Kampe geführte Disciplinar- Untersuchung scheint sich mit Französische Streits im Januar. Das Arbeitsamt verwurde darüber nur mitgeteilt, daß er, nachdem der Verhaftete gedieser Seite der Sache gar nicht beschäftigt zu haben. Vor Gericht flohen, von seiner Waffe keinen vorschriftswidrigen Gebrauch gemacht habe. Sollte die Staatsanwaltschaft nicht Veranlassung haben, den Vorgang nochmals gründlich zu untersuchen? Gendarm nieder. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Lohnbewegung der Tapezierer. Zur lex Heinze. Aus Nürschau wird gemeldet: Gine größere Anzahl von Arbeitern hat sich zur Wiederaufnahme der Arbeit für morgen und kunstfeindlichen Paragraphen der sog. lex Heinze hat das Komitee Gegenüber der heute erfolgten Annahme der litteratur- und Montag angemeldet; morgen findet eine Sigung des Einigungsamts unter Hermann Sudermanns Vorsiz sich einstimmig dafür entschieden, den Widerstand gegen die geplanten Beschränkungen mit allen gefeglichen Mitteln fortzuführen. Diese Bestimmungen find 8war mehrfach im. Vergleich mit den Beschlüssen zweiter Lesung abgeschwächt worden, auf der andren Seite ist aber infolge der verschiedenen und sich vielfach widersprechender Auslegungen, welche die Beschlüsse bereits in der Verhandlung erhalten haben, eine gesteigerte Verwirrung zu Tage getreten, die der Interpretationskunst der zeichnet im Januar 65 Streits mit 20 578 Teilnehmern( für 64 Streits mit 41 142 Teilnehmern im Dezember 1899. Die durch Kunſt, Theater und die mit ihnen im Zusammenhang stehenden 69 Streifs) gegenüber 31 Streits im gleichen Monat des Vorjahrs und Gerichte den ausgedehntesten Spielraum giebt und Litteratur, schnittliche Zahl der Jantar- Streits in den letzten 5 Jahren beträgt Gewerbe der Rechtssicherheit entzieht. bloß 29. Die Streitbewegung hält demnach in früherer Stärke an. Kunstparagraphen der lex Heinze müßten daher fort Die Litteratur- und Die doppelt so große Zahl der Ausständigen im Dezember ist auf den während als eine schwere Echädigung freier Sunstentwicklung Weber- und Kohlengräberstreit des Loire- Departements zurückzuführen, bekämpft werden. Das Komitee hat sich der Erwartung hingegeben, die für sich allein 37 000 Ausständige umfaßten. Von den 65 Januar- daß die von den Bestimmungen der Kunstparagraphen gezogenen Streits erstreckten sich 7 auf mehrere Betriebe. Die meisten Streits( 38) Berufskreise, Genossenschaften und Korporationen mit ihren Einzelentfallen auf die Textilindustrie, dann folgen die Metallindustrie mit 8, die Kohlenindustrie mit 5, die Leder- und die Bauindustrie regierungen in Verhandlung treten, damit diese dem Gesetzvorschlag mit je 4 Streits und weitere 6 Gewerbe mit je 1 Streit. Ent in der vorliegenden Fassung die Zustimmung versagen. Das Komitee Die Tapezierer, die seit Montag in den Streif getreten sprechend dem andauernden flotten Geschäftsgang waren es mit wird demnächst Veranlassung nehmen, mit weiteren Kundgebungen find, haben den Erfolg zu verzeichnen, daß bis jetzt 102 Firmen mit einigen Ausnahmen durchweg Angriffsstreits: 41 Lohnerhöhungs- vor die Oeffentlichkeit zu treten. 513 Arbeitern bewilligt haben. Im Ausstand befinden sich 289 Ar- Forderungen gegenüber 3 Lohnabwehr- Streits, in 5 Fällen wurde beiter bei 57 Firmen. Kurz nachdem von seiten der Verbandsleitung um eine Arbeitszeitverkürzung gekämpft und in 1 Fall gegen eine die Forderungen an die Unternehmer gesandt waren, befaßten fich Berlängerung der Arbeitszeit u. a. n. 2 u 8 gang von 54 im Ausgang sowohl die Innung als auch die Werkführer der 15 größeren Ge- Januar und 3 vorher begonnenen Streits: 13 Erfolge, 26 Ausgleiche schäfte mit den Forderungen der Gehilfen und bewilligten einen Durch- und 18 Mißerfolge. schnittslohn von 55 Pf.( gefordert find 60 Pf.), eine Erhöhung der AccordLehte Nachrichten und Depeschen. Echatlar, 16. März.( W. T. B.) Anläßlich der Entfernung eines ansständigen Arbeiters aus seiner der Kohlengewerkschaft gehörigen fäge um höchstens 10 Proz.( gefordert sind 20 Proz.) Die andren Der Typographen- Streik in Finnland, der fast 2000 ohmung fam es zu Zusammenrottungen, welche jedoch von der Forderungen( Verfürzung der Arbeitszeit auf höchstens 52 Stunden, Seßer und Druder umfaßt, bat am 13. d. M. im ganzen Gendarmerie zerstreut wurden. Die Haltung der Arbeiter ist eine Ueberstunden- Zuschlag, 1. Mai usw.) sollten freier Vereinbarung über- Lande begonnen. Die Typographen verlangten im Oktober 1899 gereizte. lassen bleiben. Auf keinen Fall sollen aber die Forderungen, selbst eine Lohnerhöhung, da ihre Löhne stehen geblieben waren, während Bergen, 16. März.( W. T. B.) Der hier beheimatete Dampfer wenn sie bewilligt sind, durch Namens- Unterschrift bestätigt werden. die aller andren Arbeiter erhöht wurden. Die geforderte Lohn Dovre" ist am vorigen Freitag mit einem andren Dampfer zus und war sehr bescheiden Eine Anzahl großer Geschäfte, denen der Streit sehr ungelegen aufbesserung entsprach mir dem fammengestoßen, und es gilt hier als faum zweifelhaft, daß der tommt, haben sich nun dadurch aus der Schlinge dieses Beschlusies Steigen der Lebensmittelpreise. Aber die Arbeitgeber lehnten andre Dampfer der Dampfer„ Cuvier" gewesen ist, der nach Der Behauptung aber, daß gezogen, daß sie die, von den Arbeitern dieser Firmen formu- jogar jede Unterhandlung ab und sind jetzt hoch entrüstet, wie die einer Lloydmeldung gesunken ist. lierten Forderungen mit dem Geschäftsstempel unterzeichnen ganze kapitalistische Presse, daß die Drucker wegen ihrer über der„ Dobre" den Ort der Kollision verlassen hätte, ohne sich und diese Tarife in der Werkstatt als gültig aushängen. Ist es nun triebenen Forderungen" wagten, einen Streit zu beginnen zu einer um das Schicksal der Mannschaft des„ Cuvier" zu bekümmern, wird an sich schon interessant, daß im Tapezierergewerbe die Werkführer Zeit, da die Druckereien mit Arbeit überhäuft seien. Ja, sie widersprochen, da der„ Dovre" zwei und eine halbe Stunde daselbst Von seiten des der großen Geschäfte bestimmen, was die große Zahl der Berliner beschuldigen die Arbeiter des Verrates am Vaterlande, weil die liegen geblieben sei, ohne etwas zu entdecken. Dovre" wird ferner behauptet, daß„ Cuvier" durch fehlerhaftes Tapezierermeister zu bewilligen hat, so ist es um so interessanter zu Parlamentsarbeiten durch die Verhinderung der Druckarbeiten versehen, daß sich die Junungsmeister sofort diesem Beschluß ge- zögert würden. Nun haben sich aber die schwedisch- sprechenden Manövrieren den Zusammenstoß verschuldet habe. Hierzu 2 Beilagen. Berantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich Th. Glocke in Berlin. Druck und verlag von Mag Bading in Berlin. Jr. 64. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 109. igung vom Freitag, 16. März 1000, 1 11 hr. Am Bundesratstisch: Nieberding. Die dritte Beratung der lex Heinze wird fortgesetzt. Zunächst soll über den gestern von den Abg. Graf Hompesch and Genossen beantragten Antrag auf Schluß der Debatte über die §§ 184, 184a und 184b abgestimmt werden. Abg. Singer( Soc.) beantragt namentliche Abstimmung über den Schlußantrag. Für den Antrag erheben sich die Socialdemokraten und freifinnigen Gruppen. Die Unterstützung reicht aus. Die min folgende Auszählung ergiebt, daß 281 Abgeordnete anwesend sind. Es stimmen mit ja 196, mit nein 82 Mitglieder. 3 Mitglieder enthalten sich der Abstimmung. Der Antrag auf Schluß der Debatte ist somit Die Abgg. Dr. Schoenlank und Thiele( Soc.) stellen fest, daß sie infolge der Annahme des Schlußantrags nicht zum Wort gekommen sind. Der Abg. Schoen lank bemerkt zugleich, er sei ermächtigt, dies auch für eine ganze Neihe von andren Mitgliedern des Hauses ausdrücklich zu erklären. angenommen. Abg. Dr. Oertel( f.) konstatiert, daß er persönlich Herrn Echoenlank nicht beauftragt habe, auch für ihn zu erklären, daß er nicht zum Wort gekommen sei.( Heiterkeit.) Die Abgg. Träger und Dr. Bargmann( frs. Vp.) stellen ebenfalls fest, daß ihnen durch Annahme des Echlußantrags das Wort abgeschnitten ist. Abg. Bindewald( Antis.) bedauert, daß auch ihm als dem einzigen in den Reichstag gewählten Künstler das Wort abgeschnitten sei; es sei ihm deshalb nicht möglich gewesen, seinen von der Ansicht der Rechten abweichenden Standpunkt farzulegen, während Leute zu Worte gekommen seien, die von der Kunst so vic! verstünden, wie der Blinde von den Farben.( Beifall links, große Unruhe rechts.) Es folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Präsident Graf Ballestrem erklärt, da die Mitglieder in der gestrigen Sigung persönliche Bemerkungen nicht hätten machen können, werde er zulassen, daß sich heute die persönlichen Bemerkungen auch auf die gestrige Sitzung beziehen können. Abg. Stöcker( wildkons.) fwendet sich in einer persönlichen Bemerkung gegen einige Menße rungen des Abg. Müller- Meiningen. Der Abg. Müller- Meiningen habe den Ausdruck Gelehrtenmoral" so aufgefaßt, als habe er ( Stöcker) diesen Kreisen die Moral absprechen wollen. Er habe mur gesagt, der Maßstab, den wir an die sittlichen Anschannugen des Volks legen, dürfe nicht die Gelehrten- oder Künstlermoral sein. Der Abg. Müller- Meiningen hat auch meine Aeußerung über die schlauen Tenfel" nicht richtig verstanden. Er meinte, hinter den Bestrebungen, wie er sie verfolge, stehe eine Masse Intelligenz. Darauf habe ich ihm erwidert, die Intelligenz könne hier keinen richtigen Maßstab abgeben, weil es auch teuflische Intelligenz gebe. Der Abg. Müller- Meiningen hat mich endlich wegen meiner Stellung in dieser Frage mit dem Hohn und Spott weiter Kreise bedroht. Ich kann ihm nur sagen: Davor fürchte ich mich nicht. Im übrigen gestehe ich gern, daß der Abg. Müller- Meiningen nicht zu den schlauen Teufeln gehört.( Ruf links: Meineidspfaffe!) Abg. Schrempf( f.): Der Herr Abg. Müller Meiningen hat mit einem gewissen fitt lichen Schaudern davon gesprochen, daß ich ein Wort im Reichstage benutze, das er nur außerhalb des Hauses wiederholen könne. Wir haben Tage lang über die Prostitution debattiert. Wenn ich da die Sache deutlich beim Namen als Hurerei" bezeichne, so liegt das Anstößige in der Sache. Die deutsche Sprache ist manchmal etwas roh. Unruhe links.) 2. züchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen einer Person unter sechzehn Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet; 3. Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauch bestimmt sind, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder solche Gegenstände dem Bublikum ankündigt oder aupreist; 4. öffentliche Ankündigungen erläßt, welche dazu bestimmt find, unzüchtigen Verkehr herbeizuführen. Neben der Gefängnisstrafe fann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte sowie auf Zulässigkeit von Polizei Aufsicht erkannt werden. 1. zu geschäftlichen Zwecken an öffentlichen Straßen, Plätzen oder an andren Orten, die dem öffentlichen Verkehr dienen, in ärgerniserregender Weise ausstellt oder anschlägt; 2. einer Person unter 16 Jahren gegen Entgelt überläßt oder anbietet. Gegen den Antrag stimmten die Socialdemokraten, Freisinnigen und der größte Teil der Nationalliberalen. Präsident Graf Ballestrem: Wir kommen nunmehr zur Abstimmung über den§ 184 h. Sonnabend, 17. März 1900. vor. dazu dienen, die Sinnlichkeit, die Leidenschaftlichkeit zu erwecken." verwehrt werden, aus diesen Prozessen und den amtlichen ( Hört hört! links.) Ich frage Sie, ob dieser allgemeine Pasius Schriftstücken Mitteilungen zu machen?( Bei den weiteren Ausnicht ganz genau auf die Reproduktion der Stunstwerke paßt. führungen des Redners verlassen die Rechte, das Centrum und ein Die geeignetfte Was Endermann betrifft, so habe ich Herrn Rören aufgefordert, großer Teil der Nationalliberalen den Saal.) Wohin würde es führen, er folle mir angeben, was ihm an Sudermanns Werken unfittlich Kontrolle ist die Oeffentlichkeit. Sie gerade auf diesem Gebiet die Oeffentlichkeit sei. Eine Antwort darauf ist er mir bis heute schuldig geblieben; wenn ausschließen? Wenn die Oeffentlichkeit besteht, dann fann man jagen, das genügt mir schon.( Bravo! links. Lachen rechts.) Ich komme noch furz auf die Bemerkung des Herrn Schrempf. so sehen die Lente aus, die für Sittlichkeit schwärmen, scht, diese brauch des betreffenden Worts und das sichtliche Behagen( Große meinen Weise versucht man den Arbeiterinnen die geschlechtliche Ehre Es ist nicht das Wort an sich gewesen, sondern der wiederholte Ge- Fülle von Unrecht geschieht Arbeiterinnen gegenüber! In dieser ge=. Unruhe rechts. Rufe: Mund halten! Schweinebande!), mit dem er zu nehmen! Ich habe schon früher ein Urteil vorgetragen, woraus Gesellschaftskreisen mit der es gebrauchte, haben, ohne unzüchtig zu sein, mein Schamgefühl flar erhellt, wie in begüterten verlent.( Stürmische Heiterkeit.) Herrn Stöder tann ich ausführlich geichlechtlichen Ehre der Mädchen umgesprungen und nachher nicht erwidern, da ich bei dem großen Lärm vieles nicht verstanden seitens der Gerichte milde vorgegangen wird. Als ich noch habe. Er hat aber eine Menge Großheiten vorgebracht. Präsident Amwalt war, erschien im Jahre 1891 ein Mädchen bei mir, das bei Graf Ballestrem erfärt diesen Ausdruck einem Stollegen gegenüber einer Gutsbesitzerin Emilie Lützow in Stellung war. Sie beklagte für unzulässig.) Den Ausdruck„ Kapuzinade" auf die Rede des fich bitter, daß ihr von der Herrin gesagt worden sei. bei ihr verHerrn Stöcker will ich gern zurücknehmen. Noch viel weniger aber als fehre ein Prinz, es war der Prinz Albert von Sachsen- Altenburg der Kapuziner will mir der Tartüffe gefallen.( Lebhafter Beifall links.) mit einem Mädchen, das bei ihr wohne. Sie solle sich doch einmal Präsident Graf v. Ballestrem: Ich konstatiere mur, daß der auf das Bett jegen, und wenn der Prinz ihr einen Kuß gebe und Ausdruck Kapuzinade keine Beleidigung ist, da ja die Kapuziner ihr 100 M. in die Hand drücken wolle, dan solle sie doch nicht so dummm sein, sich zu weigern.( Hört! hört! bei den Socialhöchst achtungswerte Leute sind.( Stürmische Seiterfeit lints.) Abg. Stöcker( wildt.): Ob Herr Müller- Meiningen bei seinem demokraten.) Das Mädchen erklärte aber, sie lasse sich das Ausdrud Stapuzinade bleibt, ist mir gleichgültig. Eine Kapuzinade nicht gefallen. Ihre Eltern, brave Arbeitsleute, hätten gejagt, jie ist mir immer noch lieber als eine Harlekinade.( Heiterkeit rechts. hätte mir ein fleines Gut, was, viele Wohlhabende nicht haben. Das sollte sie bewahren und für kein Geld preisgeben. Darauf wiederHierauf wird die Abstimmung vorgenommen.§ 184 wird in der holten sich die Versuche, das junge Mädchen für einen Prinzen zu ver Fassung der Beschlüsse zweiter Lejung mit der Aenderung des Kom- führen. Schließlich fündigte das Wiädchen, eil sie sich dem Herrn nicht preisgeben wollte. Sie verlangte ihren rüdständigen Zohn. Die promißantrags angenommen. Die beschlossene Fassung lautet: Mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis Gutsbesitzerin lehnte es ab, würgte das Mädchen am Halse, rip es zu eintausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer an den Haaren, so daß es drei Wochen in der Charité frank lag. 1. unzüchtige Schriften. Abbildungen oder Darstellungen feil Ich riet dem Mädchen, sich an die Staatsanwaltschaft zu wenden. hält, verkauft, verteilt, an Orten, welche dem Publikum zugänglich Das Mädchen aber teilte mir mit, sie habe eine zuschickung sind, ausstellt oder anschlägt oder sonst verbreitet, sie zum Zwecke vom Staatsanwalt erhalten, worin es heißt: Ein öffentliches der Verbreitung herstellt oder zu demselben Zweck vorrätig hält, Intereffe liegt nicht In der ( Hört! hört! links.) ankündigt oder aupreist; Beschwerde ivies ich darauf hin. ich hätte eruiert, die Frau Gutsbesiyerin halte ein Absicigequartier, es vers fehrten bei ihr, abgesehen von diesem Prinzen, mehrere andre feine Herren, auch ein paar Lieutenants außer Dienst und eine ganze Weihe von Mitgliedern des Unionklubs. Ich bin bereit, die Namen zu nennen, wenn die Herren rufen: Namen nennen!( Sehr gut! links.) Die Namen flingen ganz den Namen ähnlich, wie sie Stollegen in unsrer Mitte tragen.( hört! hört! links.) Nun wurde endlich gegen die Gutsbefigerin Antlage erhoben wegen Kuppelei, Beleidigung und Mißhandlung. Ich trat als Nebenkläger für das Mädchen auf und hörte vom Staatsanwalt zu meiner Verwunderung: mit 20 M. sei diese § 184a wird in der Fassung des Kompromißanirages au- ungeheure Beleidigung und Misshandlung hinreichend gesühnt. Wenn Sie jetzt genommen. Damit entfallen alle übrigen Anträge. Die be-( hört! hört! links.) zum Gesetz machen, was hier steht, wäre ich nicht mehr berechtigt, derartige schlossene Faffung lautet: Mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis Vorfälle mitzuteilen, weil cs Aergernis bei der Staatszu 600 Mark wird bestrast, wer Schriften, Abbildungen oder Dar anwaltschaft erregen müßte. Thatsächlich ist die Gutsbesitzerin stellungen, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Scham- zu 6 Wochen wegen Kuppelei verurteilt. Sie hat ungefähr 6000 M. gefühl gröblich verlegen, in einem Jahr verdient, und dafür hat sie 6 Wochen gesessen. Das sind Fälle, die weit schlimmer sind als die, die seiner Zeit durch den Prozeß Heinze an die Oeffentlichkeit gekommen sind.( Sehr richtig! links.) Warum sollen gemeine Menschen und Kuppler nicht an den Branger gestellt werden? Warum soll ein armes Mädchen nicht erzählen dürfen, was ihm geschehen ist? Nicht einmal seinem Bräutigam dürfte es so etwas fünftig erzählen, weil es ergernis erregen würde. Dieser Paragraph ist vielleicht der schlimmste, den das ganze Gesetz enthält. Hier fehlt jeder Grund. Herr Nintelen hat am 18. März 1887 denselben Standpunkt wie ich heute vertreten. Ab. Singer( zur Geschäftsordnung): Herr Präsident, Sie haben( Rebner verliest ein langes Citat aus der damaligen Nede vorhin erklärt, daß die Schlußabstimmung über§ 184 a cine des Abg. Rintelen.) Den gleichen Standpunkt nahm Da= namentliche sein jolle, da der Antrag gestellt und genügend mals auch die socialdemokratische Partei ein. Sie ivics unterstützt ist. Vielleicht haben Sie nunmehr die Güte, nachdem der daraufhin, daß es ihr damals unmöglich gemacht werden sollte, Kompromißanirag angenommen ist, über den Paragraphen selbst die Mitteilungen über Ihring- Mahlow, Neuß. Naporra und alle jene namentliche Abstimmung eintreten zu lassen. Spigel zu machen, die im Dienst der Polizei standen, andren, Präsident Graf Ballestrem: Der Herr Abg. Singer irrt sich. gemeine Verbrechen andichteten und wohlgemut in Prozessen aus eigner Wissenschaft könnten sie nichts sagen, würde abstimmen lassen und falls derselbe abgelehnt würde, aber sie hätten Zeugen; diese Bengen feien aber so schlecht, würde ich über den§ 184a abstimmen lassen. Diese Abstimmung daß sie Deren Namen in der Oeffentlichkeit nicht nennen würde dann eine namentliche sein. Durch die Annahme des Antrags dürften.( hört! hört! bei den Soc.) In mehreren Prozessen ist es ist ja der§ 184a der Regierungsvorlage erledigt. ja gelungen, folche Hintermänner vorzuführen. Es waren in der, Abg. Singer( Soc.): Der Antrag auf namentliche Abstimmung Mehrzahl zuhälter und Dirnen. Hat doch in einem Prozeß der bezieht sich auf§ 184a. frühere Polizeipräsident von Berlin zugegeben, unter Präsident Graf Ballestrem: Ich muß bei meinen Ausführungen Vigilanten der Polizei feien auch folche, die mit Zuchthaus Der Abg. Müller- Meiningen hat sich gestern mit meinen Ausbleiben. Herr Singer hätte zur rechten Zeit Einspruch erheben bestraft seien.( Hört! hört! bei den Soc.) Ich fragte, ob auch geführungen von der zweiten Lesung her befaßt. Er hat sich also auf sollen. Ich gebe ihm anheim, die Konsequenzen daraus beim nächsten wohnheitsmäßige Verbrecher im Dienste der Polizei ständen. Auch das feine Erwiderung fünf ganze Wochen vorbereiten müſſen. Da hätte Paragraphen zu ziehen, wo ich ebenso verfahren werde.( Großze Un- wurde bejaht.( Hört! hört! bei den Soc.) Und doch erklärten die Herren er sich doch wenigstens genan über meine Worte informieren können. die öffentliche Sittlichkeit für gefährdet, wenn hier nicht die DeffentEr hat aber so viel Unrichtigkeiten vorgebracht, daß ich bei einem Wir fonimen nunmehr zur Abstimmung über den§ 184b. lichkeit ausgeschlossen würde. Das Centrum hat damals gegen: andren Abgeordneten als den Kollegen Müller Mangel an bona Ich schlage Ihnen vor, bei dieser Abstimmung in derfelben Weise§ 184, Abs. 2 gestimmt. Warum flappt es jetzt um? Jeßt ſtimmien fides( gutem Glauben) annehmen könnte. Zur Richtigstellung verSie für den verstärkten§ 184c. Sie müßten aber für weise ich einfach auf das Stenogramm meiner damaligen Reden. Ich zu verfahren, wie bei dem vorigen Paragraphen. Abg. Singer( zur Geschäftsordnung): Ich will durchaus nicht unsern Antrag stimmen!" leber derartige schmutzige Sachen würde diesen Hinweis für genügend halten, wenn es sich um ein die Richtigkeit der Vorschläge des Präsidenten bezweifeln; indessen darf nicht der Schleier des Geheimnisses gebreitet werden. gewöhnliches koordiniertes Mitglied handeln würden. Da aber Herr wird durch diese Art der Abstimmung dem Wunsch eines großen( Sehr richtig!) Nur solche, die Mädchen mißbrauchen, Abg. Müller- Meiningen nach seiner eigenen Erklärung( Glocke des Präsidenten; Präsident Graf Ballestrem bittet den Redner, im Teils des Hauses nicht Rechnung getragen. Ich bin nunmehr solche, die als Zuhälter, Vigilanten usw. thätig sind, haben ein Rahmen einer persönlichen Bemerkung zu bleiben). Also aus Rücksicht gezwungen, die namentliche Abstimmung über sämtliche zu diesem Interesse daran, daß über ihre sicherheitsfördernde Thätigkeit nichts auf die besondere Qualität des Herrn Müller will ich einiges ans Paragraphen gestellten Anträge zu beantragen.( Lebhafte Unruhe in die Oeffentlichkeit dringt, daß fie als die Schmugleute, die sie sind, nicht erkannt werden.( Sehr richtig.) rechts. Bravo! links.) Redner führt seinen Ausführungen richtig stellen. Ich soll gesagt haben, alle Reproduktionen gewisser Stunstwerke seien schamlos und unzüchtig. Moment, wo wir uns in der Abstimmung befinden, einen Antrag die Supplerinnen gegen Stantion in Freiheit gesetzt. Als es zur Ber Abg. Gröber( C.): Ich halte es für unzulässig, in diesem verschiedene Kuppeleiprozeffe an. In drei Fällen von fünfen wurden Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur auf den Unterschied auf namentliche Abstimmung zu stellen. Handlung fam, waren, die Dämchen weit weg.( hört! hört! bei den zwischen wirklichen Stunstwerken und der Reproduktion hingewiesen, und diesen wird niemand lengnen. Socialdemokraten.) In einem Prozesse seien ihm Dinge vor Augen Dann hat der gekommen, die er nicht für möglich gehalten hätte. Lente in hohen Stellungen hätten sexuelle Verfehlungen begangen, die an ihrer Zu rechnungsfähigkeit Zweifel erweden mußten. In dem einen Kupplernest wurde damals ein Prinz, bevor es ausgenommen wurde, durch einen andern hochgestellten Herrn abgerufen.( Hört! hört!) Als die Angeklagte die Herren, die dort verkehrt hatten, als Zeugen nannte, wurde die Verhandlung vertagt, die Supplerin ins Untersuchungsgefängnis zurückgeführt, und nach drei Wochen bekam ich die Nachricht, die Kupplerin sei entflohen. Steckbriefe wurden losgelassen. Das Weib befindet sich jetzt in Amsterdam und hält dort ein Bordell mit sehr nobler Kundschaft.( Hört! hört!) und darüber sollen nicht Mitteilungen in die Oeffentlichkeit gelangen dürfen? Wenn sich ein Lehrer, wie es ja leider vorkommt, Herr Müller hat weiter unwahr behauptet, ich hätte geringfügig den Kindern vergeht, muß das doch veröffentlicht werden.( Sehr richtig!) Echon um die vorgesezte Behörde und die Eltern darauf von den Protestversammlungen gesprochen. Ich habe keineswegs aufmerksam zu machen( Sehr richtig! Lebhafte Zustimmung bei über diese Versammlungen geringfügig geurteilt, sondern nur aus den den Socialdemokraten), daß sie vorsichtig sein sollen, daß sie nicht Reden, die dort gehalten worden sind, meine Schlußfolgerungen geden gleißnerischen Worten und dem gleißnerischen Gesicht dieser Leute zogen.( Lachen links.) Was weiter daran illoyal sein soll, die Wit Geldstrafe bis zu 300 M. oder mit Gefängnis bis zu glauben sollen, sie als Erzieher oder Lehrer haben. daß ich den Herrn Dr. Hirth als besondren Intereffenten der sechs Monaten wird bestraft, wer aus Gerichtsverhandlungen, für Gerade für diese Verbrecher wäre der§ 184c ein Schutz. lex Heinze dargestellt habe, weiß ich nicht. Gerade nach der welche wegen Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit aus- Wenn sie aus dem Zuchthaus herauskommen, kann ihnen Meinung des Herrn Müller- Meiningen ist doch die lex Heinze dazu geschlossen war oder aus den diesen Verhandlungen zu Grunde ja niemand nachweisen, was sie vorher gethan haben, denn wenn angethan, die Kunst zu nebeln, und hierbei ist doch gewiß Herr Hirth angethan, die Kunst zu knebeln, und hierbei ist doch gewiß Herr Hirth liegenden amtlichen Schriftstücken öffentlich Mitteilungen macht, welche Sie aus amtlichen Schriftstücken Mitteilungen machen, die geeignet interessiert.( Große Unruhe links.)( Präsident Graf Ballestrem: geeignet sind, Aergernis zu erregen." sind, Aergernis zu erregen, sollen Sie ja nach§ 184c bestraft werden. Das war feine persönliche Bemerkung mehr.) Hier wird ein unerhörter Preßinebel geschaffen.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Das höchste, was Sie erstreben tönnen, ist ( mit lautem Safe empfangen, besteigt mit einem großen Back Bücher doch aber die unbedingte Wahrheit.( Sehr richtig! bei den Socialdie Tribüne. Große Heiterkeit. Redner ist bei der im Hause herr- demokraten.) Mit derartigen Bestimmungen kann man sich aber nur Abg. Müller- Meiningen( frf. Vp.): erklären, wenn man schenden Unruhe schwer verständlich.) Er erinnert daran, daß sich in einverstanden die Heuchelei für das Was für traurige Zustände herrschen Es ist vollkommen unrichtig, daß ich fünf Wochen Zeit gehabt früheren Jahren gegen ähnliche Vorschriften Windthorst und andre Erstrebenswerte hält. habe, um auf die Angriffe des Herrn Nören zu antworten. Ich Redner des Centrums sehr energisch erklärt haben, er hebt hervor, auf feruellem Gebiet in manchen Fabriken. Redner teilt der Werkmeister Mädchen hätte fofort erividert, wenn Sie( nach rechts) uns in der zweiten daß die Mißstände, welche durch das vorliegende Gefeß getroffen ausdrücklich einen Fall mit, Lesung nicht durch Ihre Schlußanträge mundtot gemacht hätten. werden sollen, gar nicht an das Tageslicht gekommen wären, durch Versprechen leichterer Arbeit zu unsittlichen Handlungen zu ( Lebhafter Beifall links, große Unruhe rechts.) Was die Reproduktion wenn sich nicht die breite Oeffentlichkeit so start damit verleiten versuchte. Solche Fälle konnten wir bis jetzt veröffentlichen, anbetrifft, so will ich nur einen Satz aus der Rede des Herrn Rören beschäftigt hätte. Gerade in den unter Ausschluß der fünftig würde es verboten sein, Schmutzfinken als Schmuthfinfen Er sagte:„ Die Stunft tritt in solchen Reproduktionen Deffentlichkeit geführten Verhandlungen treten gräßliche Miß zu bezeichnen.( Sehr richtig! links.) Schließlich können wir alle nur noch in Reichstage vorbringen und zurück und die Nacktheit als solche hervor und die Nacktheit kann nur stände zu Taxe. Soll den Beteiliaten durch diesen Paragraphen solche Fälle Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter! Sie können ( Große Heiterfeit.) feine persönliche Bemerkung machen im Namen der deutschen Sprache. ch habe ausdrücklich gesagt, daß ich über den Kompromißantrag erklärten, aus Abg. Schrempf( fortfahrend): Herr Müller ist ein großer Freund des Nackten. Da muß er doch auch die nackte Wahrheit vertragen können.( Lachen links.) Präsident Graf Ballestrem: Auch das war keine persönliche Bemerkung mehr.( Heiterkeit.) Abg. Rören( C.): rithe links.) Abg. Richter( frf. Bp.): Es ist ein bekannter Grundfaz, daß wo namentliche Abstimmungen noch in dem Momente, vom Kollege Müller unwahr, natürlich objektiv unwahr, behauptet, ich Präsidenten gerufen wird, vorgenommen werden können. Gerade hätte erklärt, die Reproduktion der Leda wäre das Alterungsinstigste, der jetzige Moment ist der richtigste für den Antrag gewesen. was mir vorgekommen wäre. Ich habe aber nur gesagt, daß ich im Präsident Graf Ballestrem. Auch ich bin der Meinung, daß Besize von zehn verschiedenen Reproduktionen dieses Bildes sei, ich nach der Geschäftsordnung verpflichtet bin, auch jetzt noch Anvon denen eine der andern ebenso wenig wie dem Original gleicht. träge auf namentliche Abstimmung entgegen zu nehmen.( Bravo! Weiter soll ich gesagt haben, es wäre wünschenswert, daß links.) Sudermann von der Bühne verschwinde. Auch das ist unwahr. Ich habe gesagt, was widerwärtig und schamlos sei, müsse verschwinden. Darauf erwiderte Stollege Müller, nach den Bestimmungen des§ 184b würde wahrscheinlich der ganze Sudermann von der Bühne verschwinden. Ich habe darauf nur gesagt, ich würde es nicht bedauern, wenn manches von Supermann von der Bühne ver schwinden würde. Weiter hat Herr Müller von Wigblättern gesprochen. Nun ich habe noch niemals eine schwächere Gegnerschaft gehabt als„ ult", " Kladderadatsch" und ihre Stunstschuztruppe. Die namentliche Abstimmung erfolgt über den Kompromiß antrag zu§ 184b und ergiebt die Annahme desselben mit 166 gegen 124 Stimmen. § 184b lautet in der beschlossenen Fassung: Wer in öffentlichen Vorträgen von Gesangs- oder Unterhaltungsstücken oder innerhalb öffentlicher Schaustellungen oder Aufführungen ein Aergernis giebt durch eine Handlung, welche, ohne unzüchtig zu sein, das Schamgefühl gröblich verlegt, wird mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark bestraft. Es folgt der§ 184 c, welcher lautet: Abg. Stadthagen( Soc.): den an würden hierzu gezivungen fein. Das würde aber den Präsident Graf Ballestrem: Sie haben sich hier nichts zu ver- ordnung ist dazu gemacht, daß die Minderheit gehört wird. größten Teil der Etatsberatungen ausfüllen,( Sehr richtig! bitten.( Bravo! rechts und im Centrum.) nur fonstatiert, unt in meiner Rede fortfahren zu können. Abg. Graf Arnim( Rp.): Herr Stadthagen sprach davon, daß in Bezirken, wo die Arnimische Familie reich begütert ist, die Landmädchen schutzlos find, und von dem Schmutz, den sie aus dem Pfuhl der Gemeinheit in den Arnimschen Bezirken in sich gesogen hätten. Ich muß... Präsident Graf Ballestrem: Es ist ja bedauernswert, Sie dürfen aber geschäftsordnungsmäßig im Namen der Arnimschen Familie teine persönliche Bemerkung machen. Abg. Graf Arnim: Jedenfalls darf ich aber dem Gefühl der Entrüstung Ausdruck geben, daß auf jener Seite anonyme Angriffe an der Tagesordnung sind. lex Gröber macht, möchte ich das Centrum doch daran erinnern, ( Rufe links:„ Na also, weshalb werden wir vergewaltigt?") bei dent Socialdemokraten.) dem auf furze Andeutungen fönnten wir uns fünftig nicht mehr beschränken. Das kann nicht Sie sind in ausreichendem Maße gehört worden und unsrerseits Abg. Stadthagen( Soc.): im Interesse der Würde des Reichstags liegen. Sie haben kein Recht, Dann bitte ich den Herrn Präsidenten dafür zu sorgen, das liegt feine Bergewaltigung vor. Die Geschäftsordnung hat nicht den solche Zurufe unterbleiben. den armen Opfern der heutigen Gesellschaftsordnung, den armen Ich bleibe dabei, daß, als ich die be- Zweck, daß die Mehrheit von der Minderheit tyrannisiert werden Kindern, die heute mißbraucht, verführt und sittlich ruiniert werden, treffenden Ausführungen machte, der Herr Abg. Graf Oriola laut Linken gehandhabt wird, legt die Frage nahe, ob die Mehrheit, der tann. Die ganze Art und Weise, wie hier die Obstruktion von der zuzurufen:„ Leidet ohne klagen zu dürfen!( Sehr richtig bei den Soc.) gelacht hat. Er wird aus dem Stenogramm ersehen, daß ich Linken gehandhabt wird, legt die Frage nahe, ob die Mehrheit, der alt der Verabschiedung des vorliegenden Gesetzes liegt, und Redner geht noch einmal auf die Verhandlungen der Jahre 1886 weiter nichts konstatiert habe, als dies Lachen; er hat also die die Verantwortung dafür auf sich nimmt, nicht zu einer und 1892 ein und ruft dem Centrum und der Rechten zu: Warum nicht das Recht, sollen denn die Opfer der Wolluft und der Verbrechen andrer zu sprechen. Er hat mir insinuiert, ich hätte sein Lachen Aenderung der Geschäftsordnung greifen muß. gezwungen werden, den Mund zu halten?( Burufe.) Der Graf Abg. Singer( Soc.): Oriola lacht.( Heiterkeit.) Neulich lachte der Abg. Graf Oriola über Ach nein, ich hatte genug Materialthier, um ruhig noch einige Stunden Wenn die Mehrheit jezt noch gar die Geschäftsordnung ändern die Form der Rede des Abg. Hilpert, jetzt lacht er über den ernſten ſprechen zu können. Uebrigens, wenn ich um Stoff verlegen gewesen will, so würde sie nur auf den gleichen Bahnen wandeln, die sie Inhalt, lacht darüber, daß ich auf Grund von Gerichtserkenntnissen fest die Berson ist, dessen Lachen mir sofort neuen Stoff zuführt?( Große und Wissenschaft würde die Unterdrückung der parlamentarischen wäre, wie kommt Herr Graf Oriola zu der Annahme, daß er gerade mit dieser lex Heinze beschritten hat. Zur Unterdrückung von Kunst Helfte, wie Mädchen an Prinzen verkauft werden sollten!( Sört! hört! Seiterkeit.)- Thatsache ist, daß in dem Augenblick, als ich Sie und Wiſſenſchaft würde die Unterdrückung der parlamentarischen links, Unruhe rechts, Burufe: Sprechen Sie zu ihren Stammesgenossen) Die Herren v. Reizenſtein usw. sind nicht meine Stammesgenossen. bringend um Schutz bat gegen eines der ungeheuerlichsten Ber- Freiheit kommen.( Bravo! links, Lärm rechts.) The man aber diese ( Sehr gut! links.) Die Bestimmung, unter der der Name des Grafen brechen, als ich Sie dringend bat, deshalb den§ 184c abzulehnen, daß es eine Zeit gegeben hat, wo es von derselben Geschäftsordnung Oriola steht, zwingt die Mädchen, den Mund zu halten und nicht zu daß in diesem Augenblick der Graf Oriola laut gelacht hat. Was ebenfalls weitgehenden Gebrauch gemacht hat, wo das Centrum in erzählen, wie Prinzen und Gutsbesitzers- Frauen gegen sie vorhaben Sie also eigentlich berichtigt?( Große Heiterkeit.) der Opposition war. Ich habe also vorläufig noch das Vertrauen, gehen.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Da möchte man daß sich Herr Gröber die Sache überlegen wird. Er sprach davon, Denn doch die Herren mit den lächelnden Mienen des Grafen wir wollten die Majorität tyrannisieren. Wenn hier jemand ver Oriola bitten, mindestens keine Bestimmung zu treffen, die der gewaltigt worden ist, so ist es die Minorität. Handelt es sich um Heuchelei den größten Vorschub leisten muß.( Burufe rechts.) Herr neue Zölle, um bimetallistische oder agrarische Ferderungen, dann Graf Arnim, ich muß noch einmal wiederholen, daß ich nicht der bedattieren dieselben Herren hier tage: und wochenlang. Wenn ich die Standesgenosse des Prinzen Albert von Sachsen Altenburg Wahl habe zwischen solchen materiellen Dingen und den idealen bin, auch nicht der des Lieutenants v. Stoße.( Sehr gut! bei den Interessen, die hier auf dem Spiel stehen, so ziehe ich eine ausführ Socialdemokraten; Unruhe rechts und in der Mitte.) Herr Abliche Erörterung über diese idealen Dinge entschieden vor. Mit meiner geordneter Gröber, ich spreche zur Sache, die die nicht zur Sache Aeußerung über die Obstruktion habe ich wohl kein Geheimnis versprechen, sind Sie und Graf Arnim.( Präsident Graf Ballestrem raten. Herr Gröber sprach von dem undemokratischen Auflehner bittet das Haus um Ruhe.) Der Herr Präsident hat Ihnen also gegen eine Mehrheit. Reden Sie sich doch nicht ein, daß selbst gezeigt, daß Ihre Zurufe unsachlich find.( Sehr gut! links.) Abg. Graf Oriola: Wenu Herr Stadthagen nicht versteht, daß wenn Sie auch hier im Hause die Mehrheit haben, daß im Volk Die Lehren der Geschichte, meine Herren, beweisen, daß es oft ein es für mich einen sehr schweren Vorwurf bedeutet, daß ich lache, für dieses Gesetz eine Mehrheit da ist. Sollte hier eine Voltseigen Ding war mit den Vorkämpfern der Sittlichkeit, daß der wenn er von gemeinen Mißhandlungen von Mädchen spricht, wenn abstimmung herbeigeführt werden, so würde sie gegen Sie ausfallen. artige Sittlichkeitsbestrafungen oft von solchen Lenten ausgingen, er noch nicht versteht, daß jeder anständige Mensch darüber empört Im übrigen bemerke ich, daß, falls der Präsident auf den Widerdie nachher ins Zuchthaus kamen.( Sehr gut! links.) Im Jahre sein muß, so überlasse ich diese Stellungnahme der Beurteilung des spruch des Abg. Gröber über die Zulässigkeit unfres Antrags eine 1254 errichtete der Bischof von Paris, hochherzig wie er war, ein Hauses.( Bravo! rechts.) Abstimmung herbeiführen sollte, auch diese Abstimmung eine Rettungsinstitut für gefallene Mädchen, irre ich mich nicht, die erste Abg. Stadthagen( Soc.): Wenn ich nicht selbst geglaubt hätte, namentliche sein wird. Anstalt dieser Art, die von der katholischen Kirche ausging. daß Herr Graf Oriola das Gefühl der Entrüstung bei meinen Aus( zurufe: Zur Sache!) Meine Herren, wenn Sie zugehört führungen hätte haben müssen, so hätte ich ihn nicht apostrophiert. hätten, würden Sie einsehen, daß cô zur Sache gehört.( Schr gut! links.) ( Heiterkeit und Zustimmung links.) Ich kann den Herren Ju namentlicher Abstimmung wird nunmehr der raten, die Geschichte der Prostitution fleißig zu§ 184c mit 196 gegen 73 Stimmen angenommen. studieren.( Heiterkeit.) Ich will Ihnen aber entgegenkommen und nicht soweit in der Geschichte zurückgehen und mich begnügen, Präsident Graf v. Ballestrent: Sie auf die Geschichte der Berliner Prostitution zu verweisen, die Es liegt mir ein neuer Antrag des Abg. Heine( Soc.) vor, einen auf jedem ihrer Blätter schreit gegen Bestimmungen, wie Sie sie weiteren§ 184d einzufügen, welcher ausspricht: Die Bestimmungen hier einführen wollen. Ich will weiter den Fürsten Bismarck der§§ 184, 184a und 184b finden keine Anwendungen, wenn es sich als Zeugen anrufen, der, als man ihm vorwarf, er wolle um Darstellungen oder Produktionen handelt, welche im Sinne der die Oeffentlichkeit nicht, entrüstet erwiderte, er wünsche, Reichs- Gewerbe- Ordnung ein höheres Kunst- oder wissenschaftliches daß die Blendlaterne der Oeffentlichkeit in die dunkelsten Interesse haben. Winkel hineinleuchte.( Sehr gut! links.) Wollen Sie aber Abg. Gröber( C.)( zur Geschäftsordnung): Ich halte den Antrag durchaus diese Bestimmung, so seien Sie fonsequent und verbieten Heine für gefchäftsordnungsmäßig unzulässig, denn er hat keinen Sie überhaupt Mitteilungen darüber, daß ein gemeiner Mensch weiteren Zweck, als die Debatte, welche bereits geschlossen worden gemein gehandelt hat. Dann wird man auch in den Bezirken, wo ist, von neuem aufzunehmen. die Familie Arnim reich begütert ist, nicht mehr hören, daß arme Landmädchen vergewaltigt sind sie dürfen dann nämlich nichts Abg. Singer( Soc.): davon wissen.( Sehr gut! links.) man novelle an. Abg. Nichter( frf. Vp.): Wir wollen uns gegen Verge: valtigung schügen. Den Anfang der Obstruktion aber haben Sie gestern abend gemacht, als Sie gegen den von Ihren Führern Graf v. Hompesch, Dr. Stockmann und v. Levezzow gestellten Vertagungsantrag gestimmt haben. Diese Herren waren so objektiv und wollten die Debatte nicht abschneiden. Sie sind ihnen nicht gefolgt und wir haben die Nolle Ihrer Führer übernehmen müssent.( Sehr gut! lints. Pfui- Rufe rechts.) Herr Gröber, auch wir verlangen Gleichheit vor dem Gesez. Begeht ein Künstler etwas Strafbares, soll er bestraft werden. Darum handelt es sich aber hier nicht. Hier dreht es sich um die Frage, ist die Produktion oder Dar stellung fünstlerisch oder wissenschaftlich. Das ist ganz etwas andres Drohungen mit der Aenderung der Geschäftsordnung sind schon oft gefallen, aber niemals ausgeführt worden. Solche Drohungen sind auch schon gegen das Centrum gerichtet worden, denn auch der alte Windthorst pflegte sich seiner Haut zu wehren. Abg. Gröber( C.): wie sehr Herr Gröber irrt, der Antrag Heine behandelt nicht das, was Das Centrum hat nur Obstruktion gemacht, wenn es überhaupt Der§ 184 c ist ein Schutz für solche Leute, die allen Lastern Gewerbe- Ordnung an, die einen Unterschied macht, ob eine Dar- Ist Ihnen das aber geschehen?( Rufe links: Jawohl, Jawohl!) wir hier schon verhandelt haben. Er schließt sich eng an die Reichs- nicht zum Wort verstattet worden ist.( Stufe links: Na also!) im Geheimen fröhnen. Einen solchen Schutz wollen wir nicht. Wir stellung oder Produktion höheren künstlerischen oder wissenschaftlichen Niemand von Ihnen ist es verschränkt worden, seiner gegen haben für die breite Oeffentlichkeit gekämpft; früher stand das Wert hat oder nicht, oder ob es sich um eine allgemeine Schau- teiligen Ueberzeugung Ausdruck zu geben. Ich habe auch nichts gegen Centrum auf unsrer Seite; jetzt hat es uns im Stich gelassen. Der Abgeordnete Rören hat sich über die Versammlungen von der Regierung und müßte nach dem, was die Herren in den letzten Bogegen ich mich wende, ist, daß Sie jetzt etwas gegen die Gestellung handelt. Unser Antrag entspricht ganz den Jutentionen die Anwendung aller geschäftsordnungsmäßig zulässigen Mittel. Frauen und Mädchen des arbeitenden Volks moquiert, in denen gegen das Gesetz protestiert worden ist. Ich kann darauf nur er- Tagen hier so häufig erklärt haben, auch den Intentionen der schäftsordnung unternehmen wollen. Ihr Antrag Heine ist unzulässig. widern, daß die Arbeiterinnen Deutschlands nicht die Gewohnheit haben, Kompromißmehrheit entsprechen. Wir haben den Willen, daß dieser er darf nicht zur Beratung gestellt werden.( Lebhafter Beifall im aus falscher Scham zu schweigen, wenn Ihnen etwas inbilliges Gegen unfren Antrag liegen absolut keine geschäftsordnungsmäßigen Gedanke hier in der Vorlage noch klar zum Ausdruck gebracht wird. Centrum und rechts.) widerfährt.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Abg. Graf Limburg- Stirum( f.): Ich kann Sie nur bitten, den Paragraphen abzulehnen. Mir Bedenken vor. Sollten aber, entgegen unsrer Anschauung, solche giebt dem Abg. Gröber in seinen Ausführungen über die frühere würde es unverständlich sein, wenn dieses Haus eine Bestimmung Bedenken playgreifen, so fündige ich hiermit bereits einen neuen annimmt und die Regierung ihr die Zustimmung giebt, die wie keine Antrag an, welcher lautet:" Die Bestimmungen der§§ 184, 184a Obstruktion des Centrums recht. Was das Centrum zur Zeit der zweite geeignet ist, die Heuchelei zu befördern.( Lebhafter Beifall und 184b treten erst mit dem ersten Jannar 1920 in Kraft." Maigefege in dieser Beziehung gethan hat, war geringfügig und bescheiden im Vergleich zu dem heutigen Auftreten der Linken.( Große bei den Socialdemokraten.) ( Stürmische, nicht endenwollende Heiterkeit.) Heiterkeit links). Bei den Maigesezen versuchte die Majorität Reden über Abg. Richter( frs. Vp.): Abg. Heine( Soc.): die einzelnen Baragraphen zu verhindern. Dagegen war der Wider-) Daß der zweite vom Abg. Singer angekündigte Antrag geschäfts- stand des Centrums berechtigt. Heute aber wollen Sie überhaupt Dieser ganze Paragraph iſt Fleisch vom Fleische dieses Anti- ordnungsmäßig zulässig ist, ist zweifellos. Ich erinnere nur an einen verhindern, daß wir zum Schluß kommen.( Sehr richtig! rechts.) fleischgesetzes, er übersteigt aber an Monstrosität alle übrigen Be- Präcedenzfall beim Zolltarif aus dem Jahre 1879, wo beschlossen Gröber hat vollkommen recht: Der Sinn der§§ 184a und b deckt stimmungen des Gefeyes. Man fragt sich zunächst, warum mir Berichte aus Verhandlungen verboten sein sollen, für welche wegen wurde, daß ein Zoll auf Flacks erst zwei Jahre später in Straft sich mit dem Antrag Heine. Gefährdung der Sittlichkeit die Oeffentlichkeit ausgeschlossen auf Wunsch der verbündeten Regierungen in das Gesetz hinein. Als treten solle als die übrigen Zölle. Diese Bestimmung kam damals Abg. Singer( Soc.): iſt. Warum nicht auch, wenn die Oeffentlichkeit wegen die 2 Jahre abgelaufen waren, brachte die Regierung eine Novelle Herr Gröber behauptet, die Opposition sei gestern ausgiebig Gefährdung der öffentlichen Ordnung ausgeschlossen ist. Dann sollen Mitteilungen verboten sein, die geeignet sind, ein, in der der Flachszoll aufgehoben wurde. Aber auch den ersten zum Wort gekommen. Das ist nicht richtig. Gestern haben zwei, Antrag halte ich für geschäftsordnungsmäßig zulässig, denn er macht, drei Konservative und Centrums- Abgeordnete hinter einander Aergernis zu erregen". Natürlich ist hier wieder von Aergernis, im wie der Abg. Singer sehr richtig ausführt, eine neue Unterscheidung, gesprochen.( Widerspruch rechts und in Centrum.) Dann wollten ganz unbestimmt, seine Aufnahme in diesen Paragraphen birgt die und schließt sich eng an die Bestimmungen der Reichs- Gewerbes Der Bertagungsantrag und die andern Vorgänge gestern beweisen, Gefahr in sich, daß Leute, deren Gerechtigkeitsgefühl und Ihr Verhalten als Unrecht empfunden worden moralisches Urteil nicht reif ist mit all ihren Sympathien Abg. Gröber( C.): Gerade die Ausführungen der beiden Vor- iſt.( Sehr richtig! links.) Sie haben ja freilich in den und Antipathien in Gerichtsverhandlungen gehen und dann be- redner beweisen, daß hier Obstruktion getrieben werden foll, um Kompromißverhandlungen Gelegenheit gehabt, noch eine bchaupten, sie hätten Aergernis bekommen. Dann sind Mitteilungen über die Debatte, die bereits geschlossen ist, wieder aufnehmen zu können. fondre private Lesung des Entwurfs vorzunehmen.( Heiterkeit.) folche Gerichtsverhandlungen verboten.( Sehr richtig! bei den Soc.) Wir lehnen die in dem Antrag Heine gemachte Unterscheidung ab. Sondre private Lesung des Entwurfs vorzunehmen.( Heiterkeit.) Herr Nieberding meinte gestern sehr richtig, wenn eine Lücke im Für uns ist es egal, ob eine Darstellung fünstlerisch ist oder nicht, Herr Gröber behauptet, der Antrag Heine verstoße gegen die Geschäftsordnung. In der Geschäftsordnung steht davon fein; Gesetz sei, so sei es bedauerlich, sie nicht auszufüllen, weil die Richter wenn sie schamlos ist.( Lebhafte Rufe links: Aha 1) Ich halte den Wort. Herr Gröber fühlt sich offenbar dabei mehr als sonst leicht über den Buchstaben des Gesetzes mit ihren Inter- Antrag Heine nach wie vor für geschäftsordnungsmäßig unzulässig. Jurist und nicht als Parlamentarier.( Sehr gut! links.) pretationsfünften hinausgingen. Dieses llebel fann über den Antrag Singer werde ich mich aussprechen, sobald er Bom juristischen Standpunkt der abgeurteilten Sache urteilt aber nicht damit vermeiden, daß man den Richtern neue vorliegt. außerordentlich kautschukartige Paragraphen giebt. Was Abg. Singer( Soz.): Wenn der Antrag, den wir gestellt haben, er. Aber selbst das Gericht verhandelt ja erst darüber, ob eine Sache alles in gewissen Kreisen als ergernis erregend angesehen weiter feine Folgen haben sollte, als daß damit Herrn Gröber dieses als abgeurteilt anzusehen ist. Und wir sind nicht Gericht, sondern Volkswird, das haben wir ja erst in den letzten Tagen wieder erlebt. lekte Zugeständnis herausgelockt worden ist, so sind wir mit vertretung. Der Majorität muß ins Bewußtsein gerufen werden, daß Im„ Reichsboten" stand über ein Stück, deffen Aufführung verboten dem Erfolg zufrieden.( Sehr gut! links.) Während sich gestern die ein großer Teil dieses Hauses, und namentlich der Teil, hinter dem die war, das Schauspiel sei ein Tendenzdrama voller Anklagen gegen Herren mit aller sittlichen Entrüstung dagegen verwahrt haben, größte Wählermasse steht( Lärm rechts), das Verlangen hat, eingehend noch über diese wichtige Sache zu verhandeln. die bestehende Gesellschaftsordnung, deswegen sei es verwerflich. als ob fie irgend wie die Kunft treffen wollten, hat heute Herr Sie nicht auf dem Wege einer fünstlichen Interpretation der Geschäfts( Hört, hört! links.) Also alles, was an der bestehenden Gesellschafts- Gröber erklärt, daß es ihm gleichgültig ist, ob die Darstellung ordnung diese Verhandlungen zu verhindern suchen. Herr Gröber ordnung Kritik übt, das erregt Ihnen( nach rechts) Aergernis. fünstlerisch ist oder nicht.( Schr gut! links.) Dieses Zugeständnis steht auf einem sehr undemokratischen Wege. Bedenten Sie die Daß sich Leute andrer Richtung auch recht gröblich ärgern werden wir uns ad notam nehmen, wenn das Geses erst unter Dach Konsequenzen einer solchen Vergewaltigung der Redefreiheit. Schaffen über das Gebahren der Lente, die Dunkelheit statt Licht verbreiten, und Fach ist und die Herren sich bei irgend einer Gelegenheit Sie kein Präjudiz, das allen Parteien schaden kann. Handeln Sie daran nehmen Sie keinen Anstoß. Nichts hat z. B. in neuester Zeit soviel einmal als wahre Wenn wahre Kunstfreunde aufspielen sollten. Mergernis erregt, wie die Verurteilung des Privatdocenten Arons. Herr Gröber gemeint hat, wir hätten den Antrag mir gestellt, nicht im Aerger!( Bravo! links.) Präsident Graf Ballestrem fonstatiert, daß gestern 9 Redner ( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.)" Wozu ist denn dieser Para- um hier Obstruktion zu treiben, so ist das in der Sache nicht Davon waren 5 Gegner, 4 Anhänger der Vorgraph überhaupt nötig? Es ist seit dem Bestehen der Strafprozeß richtig. Ich mache aber kein Hehl daraus, daß wir uns der Ob gesprochen haben. Ordnung noch nicht ein Fall der mißbräuchlichen Veröffentlichung ſtruktion gegen ein solches Gesez wie das vorliegende durchaus lage. Es ist also nicht richtig, daß weniger Gegner als Anhänger aus Gerichtsverhandlungen vorgekommen, gegen den man nicht hätte nicht schämen. Wir wollen das Volk davor bewahren, daß mit zum Wort gekommen seien.( Beifall rechts.) vorgehen können. Wir können in diesem Paragraphen nichts andres sehen, diesem Gesetz die Macht der Finsternis in Deutschland gewinnt. Abg. Richter( frf. Vp.): Es ist ja ein offenes Geheimnis, Deshalb wenden wir alle als einen weiteren Versuch, die Grundlagen der Strafprozeß-( Lärm im Centrum und rechts.) weshalb Sie Schluß machen tvollen. Eine Anzahl Herren vom Ordnung zu untergraben. Ich bitte Sie, den Paragraphen ab- Mittel, die geschäftsordnungsmäßig zulässig sind, an und kümmern uns Centrum und von der Rechten sind vor acht Tagen hergekommen, nicht darum, ob das den Beifall des Herrn Gröber und seiner Freunde die wir sonst nicht die Ehre haben, hier im Hause zu zulehnen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) von der Mehrheit. die es beschließen will, daß sie auch hier anfindet. Soll das Gesetz zu stande kommen, so verlangen wir auch sehen.( Große Heiterkeit links.) Diese Herren wollen heute abend abreisen und darum soll sich der ganze Reichswesend ist. Mit unsren Stimmen, positiv oder negativ, bekommen tag bengen. Windthorst und Mallinckrodt haben es noch Sie das Gesez niemals. Abg. Richter( frf. Vp.): Der Antrag will durchaus nicht die ganz anders verstanden, die Minorität zu schützen. Was ich von Damit schließt die Diskussion. bereits geschlossene Debatte wieder aufnehmen. Er enthält einen dieser Kunst verstehe, habe ich von diesen Herren gelernt.( Bravo! links). Abg. Singer( Soc.) beantragt namentliche Abstimmung über ganz neuen Gesichtspunkt. Der Richter soll gezwungen werden, zut ben§ 184 c. Die Redefreiheit ist nicht verkürzt prüfen, ob eine Darstellung künstlerisch ist oder nicht. Abg. Gröber( C.): worden. Alle Ansichten sind ausführlich zum Wort gekommen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Abg. Gröber( C.): Bei einer Voltsabstimmung über die lex Heinze würden Abg. Graf Oriola( natl.): Herr Stadthagen hat behauptet, ich Es dreht sich hier um Schamlosigkeiten, und es ist gleich, ob die Herren schlechte Geschäfte machen.( Oho! links). Die christliche hätte, während er von Mädchen sprach, die schutzlos ihren Verführern diese von einem Künstler oder Nichtkünstler ausgeübt werden. Auffassung des Volts würde sich schon durchsetzen. Herr Singer gegenüber wären, gelacht. Darin liegt ein derartig schwerer Vor- Wir verlangen gleiches Recht für alle, und ich wundre mich nur, will das gefährliche Präjudiz schaffen, daß eine bereits geschloffene wurf gegen meine sittliche Anschauung, den ich mit aller Entschieden- daß die Herren der Linken diesen Grundsatz nicht zu dem ihrigen Debatte fünfmal, sechsmal, hundertmal wiederholt werden kann. heit zurückweisen nuuß.( Bravo! rechts.) Ich habe die Rede des machen. Ich bin der Meinung, daß die wahre Kunst mit dem Ihre Absicht( nach links) ist es, uns durch Ihre Obstruktion nicht Herrn Abg. Stadthagen überhaupt nicht beachtet, sondern habe mich Gesetz nicht in Konflikt fomment fant. Sie aber wollen zum Schluß kommen zu lassen. Sie haben die Hoffnung, mit einem Stollegen im Zwiegespräch befunden. Herr Stadthagen den Gatz aufstellen: Die Kunst muß ganz frei sein. daß verschiedene Hereen aus der Mitte und von der Rechten weghat zur Verlängerung seiner Nede es jedenfalls für notwendig ge- Dazu giebt sich die Mehrheit dieses Hauses nicht her. Es ist echt reisen werden, das haben Sie ja offen ausgeplauscht.( Lachen links.) funden, jene völlig unqualifizierbaren Angriffe gegen mich zu erDa aber hoffen Sie vergeblich. Mögen auch noch so viel namentliche heben.( Unruhe bei den Socialdemokraten.) Abstimmungen founnen, wir bleiben bis zum Schluß.( Bravo! im Centrum und rechts.) Geheimrat v. Leuthe: Ich will mich auf die kurze Bemerkung beschränken, daß diefer Paragraph, den Herr Heine als neu be zeichnet hat, bereits seit einer langen Reihe von Jahren Gesetz ist ( Hört! hört! rechts.) Abg. Stadthagen( Soc.):( Burufe rechts: Maul halten!) Ich verbitte mir solche Zurufe.( Bravo! lints.) demokratisch", daß Sie zur Obstruktion greifen, obgleich eine geschlossene Mehrheit hier im Hause gegen Sie vorhanden ist. Natür lich, wenn die Mehrheit Ihrem Willen nicht entspricht, dann ist sie nichts wert.( Lärm links. Rufe: Wir sind vergewaltigt!) Die GeschäftsDamit schließt die Geschäftsordnungs- Debatte. Da follten In namentlichen Abstimmung wird der Antrag Heine(§ 184d) mit 155 gegen 105 Stimmen für geschäftsordnungsmäßig uuzu laffig erklärt. Für die Zulässigkeit stimmt die gesamte Linke und die Mehrzahl der Nationalliberalen mit Ausnahme der Abgg. Heyl zu Herrnsheim, Graf Oriola, Place u. a. Die Weiterberatung wird hierauf auf Vorschlag des Präsidenten auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. Schluß 7 Uhr. Versammlungen. 1 namens - Einr Präsident Graf Ballestrem: Da aus dem Hause Zweifel laut| Schmidt über den Stand der Lohnbewegung in seinem Berufe. I zwischen Dittmar Charlottenburg und Petruschke- Schöne Der Vorsitzende Niederauer empfahl ceworden sind, ob der Antrag Heine geschäftsordnungsmäßig zulässig Bemerkenswert in diesem Kampf ist, daß troz Nichtvorhandenseins berg notwendig gemacht. einer Unternehmer Organisation sich am ersten Tage des Kampfes nun des Vorstandes, die Entscheidung möglichst ist, lasse ich darüber abstimmen. zu überlassen. Es wurden Die Abstimmung darüber ist auf Antrag des Abg. Singer Sofort die Inhaber der größeren Betriebe verständigten und geschlossen den Kollegen in der Provinz vorgingen. denn auch 94 unbeschriebene Stimmzettel abgegeben. 15 Stimmen namentlich.( Lärm rechts.) 10 auf Petruschke. Die geplante Unentschuldigt fehlten die Vertreter folgender Berufe: Bau- fielen auf Dittmar, anschläger, Eisenformer, Glaser, Marmors und Granitarbeiter, Lohnbewegung der Schoßschuhmacher veranlaßte eine Maurer, Porzellanarbeiter, Rabigpuger, Sattler, Stereotypeure, längere Debatte. Die Löhne find wieder zurückgegangen. Die Lohnkommission hat deshalb beschlossen, den letzten Tarif den Forderungen Schriftgießer und Wäschebranche. sammlungen, die am Donnerstag stattfanden. Mit dem Streik der Tapezierer beschäftigten sich zwei Ver- 3 Grunde zu legen. Ein allgemeiner Streit wird nicht für möglich gehalten. Es tommen besonders die Werkstellen und Geschäfte in Betracht. vo gute Arbeit gemacht wird. Die Versamm In Kellers Saal referierte öuide. Er teilte mit, daß lung erklärte sich in einer Resolution damit einverstanden, in 95 Werkstellen mit etwa 500 Stollegen die Forderungen bewilligt baß die Schoßschuhmacher der besseren Maßgeschäfte noch seien, während sich 59 Werkstellen mit 243 Kollegen im Streit be in diesem Frühjahr in eine Lohnbewegung eintreten. finden. Der Stand der Bewegung ist ein günstiger, das Resultat Antrag auf Erhöhung der Beiträge zum Lokalfonds wurde nach Nach einem Eine öffentliche Holzarbeiter Versammlung für den Wedding erfreuliches Zeichen sei es zu betrachten, daß die Immung an die längerer Debatte angenommen. Vom 1. April bis zum 1. Mai solt danach der doppelte Beitrag erhoben werden. und Gesundbrunnen fagte am Donnerstag im Kolberger Salon, Streifenden herangetreten ist, um mit ihnen zu unterhandeln. weiteren Beschlusse ist vom 1. April ab die freie Zustellung des weiteren Beschlusse ist vom 1. April ab die freie Zustellung des in der N. Fendel über den Streit der Möbeltischler und die In einer Besprechung, die zwischen Vertretern der Streikenden Fachblatts davon abhängig, daß die Kollegen die Vereinsbeiträge Aussperrung der Bautischler referierte. Der Redner schilderte die und einer Kommission der Junung stattfand, habe die letztere 3 statutengemäß zahlen und regelmäßig zum Lokalfonds steuern. Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Holzarbeiter, den bisherigen Verlauf den Forderungen der Arbeiter folgende Stellung eingenommen: Weber den Streit bei Mar Tad in Strausberg berichtete der Bewegung und kam zu dem Schluß, daß trotz der unschönen und Einen Stundenlohn von 60 Pf. halten die Meister zwar für be- Herrmann. Es haben sich einige Streifbrecher aus andern Berufen brutalen Kampfesweise der Unternehmer, die tausende ganz un- rechtigt, jedoch sind sie der Meinung, daß die Kleinmeister denselben beteiligte Arbeiter ausgesperrt haben, die Bewegung doch zu Gunsten nicht zahlen können, deshalb schlägt die Innungskommission vor, daß gefunden. Die Kollegen ſelbſt ſtehen fest zuſammen. Es wird beder Arbeiter verlaufen wird, wenn sie so wie bisher treu und ein Durchschnittslohn von 55 Pf., für bessere Arbeiter 60 Bf., eventuell fürchtet, daß der Fabrikant Gräf in Berlin für Tack liefern könnte. folgenden Diskussion wurde das Gebahren der Großunternehmer Accordlöhne, den die Arbeiter fordern, schlagen die Meister einen Streifenden wurden 200 Mark aus dem Lokalfonds bewilligt und In der hierauf auch mehr gezahlt werde. Anstatt der 20 Proz. Aufschlag auf die Einige Arbeiter aus Gräfs Fabrik versprachen, auf dem Posten zu sein. Bisher sei Tacksche Arbeit noch nicht gemacht worden. Den gegenüber dem Kleinmeistertum, das den Scharfmachern nur mit solchen von 10 Proz. in besseren und 50 Proz. in den sog. Schund es wurde beschlossen, die Listensammlung für sie fortzusetzen. Die Widerwillen und gezwungen durch die Verhältnisse Gefolgschaft werkstellen vor, denn es liege auch im Jutereffe der Unternehmer, Sperre bei sui che wurde aufrechterhalten. Die Ortsverwaltung leistet, recht treffend illustriert. Mit dem Hinweis darauf, daß der daß der Schundkonkurrenz ein Ende gemacht werde. Die Forderung: soll indessen mit Herrn Kusche verhandeln. Kampf noch längere Zeit andauern könne, obwohl die Arbeiter einer Sonnabend eine Stunde früher Feierabend, erkennen die Meister an, Berständigung nicht abgeneigt seien, wurden diejenigen, die sich noch jedoch wollen sie die weitere Forderung, auch Montags eine Stunde Die Möbelpolierer hielten gestern eine sehr stark besuchte Berin Arbeit befinden, zur regelmäßigen Beitragsleistung für den früher Feierabend zu machen, nicht bewilligen. Für Ueberstunden- sammlung ab. Höfer und Nieja fonnten mur berichten, daß Streitfonds aufgefordert, damit es in keinem Fall an finanziellen Arbeit wollen die Meister einen Ausschlag von 20 Proz. gewähren, feine besondere Aenderung vor dem Bekanntwerden über den Mitteln fehle. und auf Abschaffung der Ueberstunden- Arbeit in Zukunft Hinwirken. Schiedsspruch des Einigungsamts eingetreten sei. Einige Unternehmer Berliner Gewerkschafts- Kommission. In der am 15. d. M. Die aufgestellten hygienischen Forderungen( Reinigung der Werkstatt 2c.) hätten zwar Einzelheiten bewilligt, fönnten aber wegen Mangels in den Arminhallen stattgefundenen Delegiertensitzung stand als erster halten die Meister für selbstverständlich, und hinsichtlich der Freigabe an Fräse- Arbeiten feine Arbeiten ausführen lassen. Die Zahl der Punkt auf der Tagesordnung: Bericht über die Aussperrung der des 1. Mai soll es in jedem einzelnen Fall der Vereinbarung über- Ausständigen hat zugenommen, die Möbelpolierer seien aber bereit, zu Holzarbeiter. Glo de gab eine eingehende Schilderung des Stampfes, lassen bleiben. Eine am Montag stattfindende Junungsversammlung Gunsten der Tischler vorläufig von einigen Forderungen abzusehen. Die Unterstützung beträgt bis auf weiteres wie bisher für Volldie fich im allgemeinen mit den im Vorwärts" gegebenen Dar- foll über diese Vorschläge Beschluß faffen. Der Referent empfahl folgende Resolution: berechtigte 12 M., für Halbberechtigte 6 M. pro Woche, deren Ausstellungen deckt. Er fügte hinzu, daß natürlich den Arbeitern an ausgedehnten Streits überhaupt nichts gelegen sei, aber es wäre Die Versammlung erklärt, an den aufgestellten Forderungen zahlung wie gewöhnlich im Bureau, Blumenstr. 38, erfolgt. Nach nicht unmöglich, daß der gegenwärtige Kampf noch größere Dimen- festzuhalten, und auf den Vorschlag der Prinzipale einer zündenden Ansprache Reuters, im Stampfe auszuharren, erfolgte fionen annehme und weitere Arbeiterkategorien in denselben hinein- nicht einzugehen, da derselbe uns zu wenig entgegen Schluß der Versammlung. fommt. Einen Durchschnittslohu von 55 Pf. können Freireligiöse Gemeinde zu Berlin. Sonntag, den 18. März, vormt. bezogen würden. Aus diesen Gründen sei es notwendig, daß die Berliner wir deshalb nicht anerkennen, weil zu befürchten ist, daß 8 Uhr, im oberen Saal des„ Englischen Gartens", Alexanderfir. 270: Arbeiterschaft die Berechtigung des Stampfes anerkennt und demselben er von den Prinzipalen als Magimallohn betrachtet wird, wie Bersammlung." Freireligiöse Vorlesung". Um 10 Uhr vormittags ihre Unterstützung zubillige. Ohne Debatte wird diesem Antrage es seinerzeit mit dem Stundenlohn von 50 Pf. thatsächlich der Fall ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Das Bater infer Montag, den 19. März, zugestimmt. Sodann berichtet Schulz über die Lohnbewegung der war. Wir halten an der Forderung eines Durchschnittslohns von 60 Pf. IV. und vergieb uns unsre Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern." Schneider. Derselbe betont zunächst, daß die diesmalige Bewegung fest und würden einen niedrigeren Lohnsatz nur für besonders schwache Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Arbeiter zugestehen. in gar keinem Vergleich stehe mit der 1896 er Bewegung. Die BeAn der Forderung: Sonnabends und Mon- 8 Uhr( pünktlich), ebendaselbst: Beschließende Versammlung. Humanistische Gemeinde, Mohrenstraße 47, im oberen Saal des. rechtigung der aufgestellten Forderungen an sich gehe wohl daraus tags eine Stunde früher Feierabend, halten wir fest und überlassen hervor, daß die für ein und dieselbe Arbeit gezahlten Löhne um drei die Regelung im einzelnen Fall den Kollegen, in keinem Fall Brandenburger Hauses. Sonntag, den 18. März, vormittags 10% Uhr, Humanismus und Katechismus, Pietät und Treue". Damen und Herren bis fünf Mark differierten. Es sind bekanntlich drei verschiedene darf aber länger als 52 Stunden in der Woche gearbeitet Herr Dr. Rudolph Penzig: Vierter Vortrag feines Bortrags- Cyffuſes: werden. Bei dem Zuschlage von 20 Pf. für Ueberstunden haben als Gäste freien Zutritt. Tarife aufgestellt; es fommen im ganzen in Betracht: Für die Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Abteilung Berlin.. I. Tarifflaffe 47-50 Geschäfte; für die II. und III. Tarifflaffe je muß es bleiben, denn nur dadurch kann eine Garantie für AbIn den übrigen Sonnabend, den 17. März, abends 81 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses: 240-250 Geschäfte, von denen jedoch ungefähr je ein Drittel schaffung der Ueberstundenarbeit gegeben werden. schon jetzt annähernd das Geforderte zahlen, so daß Bunften sind wir mit den Vorschlägen der Prinzipale einverstanden. Monatsfizung und Vortrag von Dr. med. Herszky- Wien: Staat und hier zu feinem wesentlichen Stampf kommen dürfte. Imi In der Diskussion kam die Ansicht zum Ausdruck, daß angesichts Ehe."- Diskussion. Allgem. Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter.( E. H. 29 Sonnabend, den 17. März, abends 9 Uhr, ungünstigsten Falle tönnten 8000 Perfonen in Frage kommen, der günstigen Lage des Streiks, und da die Zahl der Werkstellen, wahrscheinlich sei es aber, daß der Kampf solchen Umfang nicht an welche mit den Gehilfen in Unterhandlung treten, sich fortwährend Samburg, Filiale Berlin 5). bei Koplin, Lothringerstr. 68: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Auf Filiale Berlin 6. nehmen wird. Auf Antrag Döblin, dem sich Nät her und mehrt, an ein unbedingtes Nachgeben der Ausständigen nicht 3 ftellung der Kandidaten zur Generalversammlung. Winkler anschließen, wird die Angelegenheit an den Ausschuß Sonnabend, den 17. März, abends 9 Uhr, bei Dieke, Ackerstr. 123: Mit Die Resolution fand einstimmige Annahme. gliederversammlung. Aufstellung der Kandidaten zur diesjährigen Generalzurückverwiesen. Winkler als Mitglied des Ausschusses erklärte Die zweite Versammlung tagte in Cohns Saa 1. Nach dem versammlung. Filiale Charlottenburg. Sonnabend, den 17. März, abends jedoch ausdrücklich, daß derselbe die eventuelle Unterstützung der Referat des Tapezierers Sander entstand eine Diskussion, in der 8 Uhr, im Restaurant Leder, Bismarckstr. 74: Mitgliederversammlung: Schneiderbewegung mit gutem Gewissen empfohlen hätte. 1. Abrechnung. 2. Delegiertenaufstellung zur Es folgt von allen Seiten betont wurde, daß man zu einer Einigung mit Tagesordning: dann die Wahl des Gewerkschafts- Sekretärs. Filiale Nixdorf. Sonn Seitens des Ausschusses wurden Körsten und Link als den Prinzipalen bereit sei, ohne sich jedoch auf eine bedingungslose versammlung. 3. Innere Kassenangelegenheiten. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Aufstellung von Delegierten zur Kandidaten vorgeschlagen, von denen ersterer mit 57 von Annahme der von denselben gemachten Vorschläge einzulassen. An abend, den 17. März, bei Filice, Stirchhofstr. 41: Mitgliederversammlung. 65 abgegebenen Stimmen gewählt wurde. Die Vertreter der Kaufden Hauptpunkten der aufgestellten Forderungen, besonders dem Generalversammlung. leute erklären, daß sie sich der Stimmenabgabe enthalten, weil ihnen Durchschnittslohn von 60 Pf. müsse unbedingt festgehalten werden. das für den Posten ausgeworfene Gehalt zu niedrig ist. Streiter Auch hier wurde eine Resolution, desselben Inhalts wie die vor befürwortete die Anstellung zweier Beamten, da die Mitgliederzahl stehende, einstimmig angenommen. Schutzverband deutscher Radfahrer. Sonntag, 18. März: Nach der in der Gewerkschaftskommission vertretenen Gewerkschaften jetzt Der Verein deutscher Schuhmacher hielt am Montagabend Boffen. Start: 9 Uhr, stottbuser Brücke. einen höheren Stand erreicht hat als zur Zeit des Austritts der bei Pohl, Rosenthalerstraße, eine außerordentliche Generalversamm- Verein ehemaliger Rummelsburger Waisenhaus Zöglinge. Totalorganisierten Gewerkschaften. Der Antrag wurde von lung ab. Die Wahl des für den 30. Bezirk zu wählenden Dele- Seute Abend: 28 jähriges Stiftungsfest in Böhmischen Brauhaus unter verschiedenen Seiten befämpft. Weiter berichtet Tapezierer gierten zur Generalversammlung in Magdeburg hat eine Stichwahl witwirkung der Knabenkapelle des Rummelsburger Waisenhauses. Todes Anzeige. Den Mitgliedern des 37/2 Kranken- Unterstützungs- und Be gräbnis- Vereins der Bau: und gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Carl Borchert ain 12. b. M. plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 17. d. M. nachu. 1 Uhr, bon der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofs aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Nach schweren Leiden entschlief heute bormittag 9 Uhr mein inniggeliebter Mann, unser lieber Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Ontel, der Möbelpolierer Hermann Härtig im 33. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Berlin, den 14. März 1900 ( 2935b Die trauernden Hinterbliebenen. DieBeerdigung findet am Sonntag, 18. März, nachm. 21hr, von der Kapelle des Augusta Hospitals, Scharnhorst ftraße, aus nach dem Kirchhof der Anbreas: Gemeinde in Wilhelmsberg statt. Verband der Möbelpolierer. Den Mitgliedern hiermit bie trau rige Nachricht, daß unser Kollege Hermann Härtig im Alter von 32 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag: nachmittag 2 Uhr vom Augusta Sospital, Scharnhorststraße, aus nach bem Lazarus- Friedhof in Wilhelms: berg statt. Um recht zahlreiche Be teiligung ersucht Der Vorstand. Todes Anzeige. Den Mitgliedern des Wahlvereins des IV. Berliner Reichstags- Wahlkreises es Den Tod ihres geliebten süßen Lottchen zeigen tiefbetrübt an Dr. Beutler u. Frau, Gerichtstr. 28. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr auf dem Friedhof der Freiret. Gemeinde, Pappel- Allee, statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein Bruder August Marschner, Hagels: bergerstraße 25, am 12. März plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. März, nach mittags 2 Uhr vom Schauhause nach dem Friedhof der Heiligen KreuzGemeinde statt. Gottfried Marschner. Todes- Anzeige. Am 15. d. M. verstarb unser Kollege, der Klavierarbeiter 29296 Ernst Sachse. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag, 2% Uhr, vom Trauerhause Friedenstr. 2 nach dem Bartholomäus Kirchhof, Weißensee, statt. Die Kollegen der Piano- Fabrik Alb. Gast& Co. Allen Freunden und Genossen für die zahlreiche Beteiligung und Kranzspendung bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unsrer guten Mutter sagen wir hiermit unsern herzlichsten Dank. 29176 Wilh. Garbe nebst tindern. Allgem. Kranken- u. Sterbefasse der Metallarbeiter. ( E.. 29 Hamburg, Filiale Berlin I.) Sonntag, den 18. März, vorm. 101/2 Uhr, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht Januar- Februar 1900. 2. Kandidaten- Aufstellung zur General Versammlung. 119/1 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Er: scheinen wird ersucht. Die Ortsverwaltung. ( Osten) zur Nachricht, daß unser Restaurant Konkordia- Garten Mitglied, der Möbelpolierer Hermann Härtig. nad schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet ani Sonntag nachmittag 2 Uhr vom Augusta Hospital, Scharnhorststraße, aus nach Wilhelmsberg, Andreas- Gemeinde statt Um rege Beteiligung ersucht 242/8 Der Vorstand. zu den Wasserwerken. Land rger Chauffee 1. Größter u. sjönster Saal u. Garten der Umgegend Berlins( Nordost). Umfaßt 1500 Personen und steht dem geehrten Publifum sowie Vereinen zur gefälligen Verfügung. denken sei. Seefisch- Kochbücher erhalten Käufer gratis. 1 " " Centralverein der im Adressenwesen und verwandten Branchen abends 8 Uhr, bei Kernchen, Wallstr. 57. Beschäftigten, Berlin. Versammlung am Sonnabend, den 17. März, Preise billig! 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Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. 37569 Nr. 64. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 17. März 1900. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Berliner Vertrauensleute machen wir darauf aufmerkfam, daß der Kranz für die Märzgefallenen am Sonntagmorgen 7/2 Uhr vom Lokal des Genossen Otto Franke, Pallisadenstraße 9, nach dem Friedrichshain getragen wird. Spandau. Morgen, Sonntag, nachmittags 32 Uhr, findet in Behes Lokal, Pichelsdorferstr. 39, eine öffentliche Volksversammlung statt, in welcher nach einem Referat über„ Das Jahr 1848 und der 18. März" Stellung zur diesjährigen Maifeier genommen werden wird. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein. Lokalen am Sonnabend von 71/ 2-10 Uhr melden. Lichtenberg- Friedrichsberg. Morgen, Sonntag, mittags 12 Uhr, findet im Lokal von Höflich, Frankfurter Chaussee 120, eine Kommunalwähler- Versammlung statt. Die Verfammlung wird um 12 Uhr pünktlich eröffnet. Dieser Plan ist, wie der gestrige Beschluß der Stadtverordneten- das Gelingen des Versuchs, so wird er weiter ausgedehnt werden. Versammlung zeigt, dem Klerifalismus geglückt. Die 38 Berliner Einstweilen hat der automatische Fernsprecher noch einen Mangel: Kinder bleiben augenscheinlich dem Josephs- Stift erhalten. Die be- der durch ihn angerufene Teilnehmer ist nicht in der Lage, von sich schämende Rolle, die die Reichshauptstadt in diesem Fall spielt, liegt aus eine Verbindung zu lösen, wenn der anrufende Teilnehmer aboffen vor aller Augen. Will sie sich allmählich rehabilitieren und sichtlich oder versehentlich unterläßt, den Hörer wieder anzuhängen will sie zugleich den in Betracht kommenden katholischen Kindern die und dadurch die Trennung herbeizuführen. diesen gebührende Erziehung sichern, so hat sie durch die leicht zu bewerkstelligende Vergrößerung des städtischen Waisen= Hauses die Kinder baldigst unter ihre, der Stadt eigne Obhut zu bringen. Der Der erste Versuchszug mit elektrischem Motorwagen ist gestern vormittag Punkt 10 Uhr vom hiesigen Wannsee- Bahnhof abgegangen und hat die Fahrt bis Zehlendorf durchgeführt. Motorwagen unterschied sich nur wenig von den sonstigen Wagen III. Klasse. In den ersten drei Abteilungen waren der Motor, die zugehörenden Apparate und das Bedienungspersonal untergebracht, während die übrigen drei Abteile für Fahrgäste eingerichtet sind und den Vermerk„ Nichtraucher" tragen. Pünktlich 11 Uhr 11 Minuten lief der Zug auf dem Einfahrtsgeleis des Wannsee- Bahnhofs, von dem er auch abgefahren war, wieder ein. Diese erste Versuchsfahrt war ohne Zuhilfenahme des elektrischen Stroms vor sich geneuen schweren Henschelschen Maschinen besorgt, die seit der kürzeren Fahrzeit auf der Wannseebahn in Verwendung find. Die Fahrt war im ganzen glatt und tadellos verlaufen, und bis auf einige zu verbessernde Verbindungen der Kontaktschienen haben sich nur leicht zu Der nächste beseitigende kleine Uebelstände bemerkbar gemacht. Probezug, und zwar mit elektrischem Startstrom, ist für nächste Woche von Montag zu Dienstag Nacht vorläufig in Aussicht ge= nommen. Ein Unternehmerstreik in Sicht. Die städtischen Baudeputationen haben nach der Mitteilung des Stadtbaurats Hoffmann das Adlershof. Sonnabend nachmittag im Restaurant Schmauser Verlangen der Unternehmer auf Einfügung der berüchtigten Streit Versammlung. Tagesordnung: Die Bedeutung des 18. März". flausel in die städtischen Submissionsbedingungen zurück Lichtenberg- Friedrichsberg. Am Sonnabend, abends 71/2 Uhr, gewiesen. Diese ablehnende Haltung hat nun das organisierte findet eine Flugblattverbreitung statt. Es ist unbedingt| Bauunternehmertum so arg verschnupft, daß es, wie wir erforderlich, daß jeder, der es irgend möglich machen kann, sich zu zuverlässig erfahren, mit einem fürchterlichen Schritt zu drohen gangen. Das Durchschleppen des Motorwagens hatte eine von den diesem Zweck in dem Lokal von Wilhelm Schumann, Frankfurter beabsichtigt. Die Herren wollen nämlich nicht mehr und nicht Allee 181, oder bei Lutterbüſe, Friedrich Karlstr. 11, pünktlich ein weniger, als den Beschluß fassen, daß jegliche Uebernahme findet. Die Parteigenossen, welche bei der Wahlarbeit am Montag, den 18. März, und Dienstag, den 19. März von städtischer Arbeit so lange verweigert werden Hilfe leisten wollen, mögen sich ebenfalls in obengenannten soll, bis die Stadt sich mit der Streitklausel einverstanden erklärt hat. Das ist ein Unterfangen, so fühn und so schön, daß wir, offen gestanden, kaum zu hoffen wagen, es erfüllt zu sehen. So wenig wir sonst an den Verheßungsversuchen des Scharfmachertums Gefallen finden, dieser Beschluß wäre unsrer vollsten Beim bevorstehenden Quartalswechsel beginnt der Umzug Billigung und Unterstützung sicher, und die Berliner Arbeiterschaft erst am 2. April, da der 1. April auf einen Sonntag fällt, an dent würde alles daran setzen, ihn zur Durchführung zu bringen. die Umzugspflicht ruht. Bei kleinen, aus höchstens zwei Zimmern Wilmersdorf- Halensee. Die Stichwahl zur GemeindeWäre damit doch die so lange von socialdemokratischer Seite mit Zubehör bestehenden Wohnungen muß der Umzug bereits am Vertretung zwischen unsrem Genossen Hermann Behrendt und Nachstätt( fonservativ) findet am Montag, den 19. März, herbeigewünschte Gelegenheit gegeben, durch die That vor aller Welt 2., bei mittleren, aus drei oder vier Zimmern und Zubehör bevon 10 bis 2 Uhr und von 3 bis 6 Uhr im Victoria- Garten zu beweisen, wie grenzenlos überflüssig die„ Arbeitgeber" bei stehenden Wohnungen am 3., mittags 12 Uhr, und bei großen, mehr statt. Die Gegner werden auch bei dieser Gelegenheit alle ihre be- städtischen Arbeiten sind. Wit welchem Behagen würden die Arbeiter als vier Wohnzimmer umfassenden Wohnungen am 4. April, kannten Ränke und Kniffe zur Anwendung bringen, um die ab- sich zu Tausenden unter die Leitung der von der Stadt an- mittags 12 Uhr beendet sein. hängigen Wähler, Beamten usw. zur Stimmabgabe für Herrn gestellten Ingenieure und Baumeister begeben, um dann bei Ein Student als Lebensretter. Der 54 Jahre alte, wohnungs. Nachstätt zu zwingen. Um so mehr ist es Pflicht eines jeden Partei- normalen Gewerkschaftslöhnen Hoch- und Tiefbauten, so viele als lose Schneider Gustav Müller befand sich in der Nacht zu gestern in genossen, eines jeden Arbeiters, rechtzeitig zur Wahl zu gehen, sowie dahin zu wirken, daß seine Bekannten, Nachbarn und Mitarbeiter begehrt werden, zu errichten! Und mit welcher Seelenruhe könnten angetrunkenem Zustande am Hafenplate. Gegen 3 Uhr morgens ihr Wahlrecht ausüben. Auf Zuzug aus den bürgerlichen Parteien die verantwortlichen Personen in der Stadtverwaltung ihres Amts geriet er plötzlich ins Wasser. haben wir nicht zu rechnen. Nur unfren eignen Anstrengungen walten, wenn sie keinerlei Furcht mehr zu haben brauchen, daß fönnen wir den Sieg verdanken. Tretet Mann für Mann an den die Stadt durch schlechte Materialien, liederliche Arbeit und Wahltisch und fördert den Sieg des Maurers Hermann alle die andren Krebsschäden des Submissionswesens geschädigt Behrendt. würde! Wie wäre es mit einer städtischen Unterstützung desUnternehmerstreiks? In der That, es wäre zu prächtig, wenn die Scharfmacher auch in diesem Falle fest blieben, wenn sie sich am eignen Größenwahn zu Grunde richteten! Hoffen wir das Beste auch von den liberalen Stadtverordneten, die sich Arbeiterforderungen gegenüber ja immer recht standhaft gezeigt haben! Ob er in der Trunkenheit hineinfiel oder in selbstmörderischer Absicht hineinsprang, ließ sich bisher nicht feststellen, da er noch nicht vernehmungsfähig ist. Nachdem Müller mehrmals untergegangen und wieder aufgetaucht war, schrie er jämmerlich um Hilfe. Der Student der Technischen Hochschule zu Charlottenburg, Mar Simon aus der Schlüterstr. 69, der zufällig des Weges kam, wurde hierdurch auf den Ertrintenden aufmerksam, entledigte sich seiner Oberkleider, sprang in den Hafen hinein und schwanim auf Müller zu. Es gelang ihm auch, ihn zu fassen und aus Land zu ziehen. Mit Hilfe eines Schußmanns vom 34. Revier aufs Trockene gebracht, wurde der bereits halb erstarrte Mann von dem Beamten schleunigst nach der Unfallstation I in der Wilhelmstraße und von dort nach der Charité übergeführt. Der Lebensretter zog jeine Oberkleider wieder an und fuhr eiligst nach Hause, nachdem seine Persönlichkeit festgestellt worden war. Bankow. Parteigenossen! Am Montag, den 19. März, finden die Erjazwahlen zur Gemeindevertretung in der dritten Wählerklasse statt. Die Wahl ist auf die Zeit von vormittags 11 Uhr bis abends 8 Uhr festgeiezt. Als Kandidaten sind aufgestellt: im ersten Bezirk Heinrich Klingenberg, Restaurateur; im zweiten Bezirk Georg Freiwaldt, Tapezierer. Wir ersuchen die Parteigenossen, die Agitation in der Weise zu betreiben, daß sie auf der Fahrt zur Arbeitsstätte die uns Feri stehenden auf die stattfindende Wahl aufmerksam machen. Wenn alle In den letzten Tagen hatten wir, wie so häufig schon, über in die Wahllisten eingeschriebenen Arbeiter und Genossen am Wahl- mehrere schwere Fälle von Prügelpädagogif zu berichten. In der Angelegenheit des Bankiers August Sternberg tage für unfren Kandidaten eintreten, so müssen wir siegen. Am Jede einzelne dieser Mißhandlungen verdient gewiß die härteste ist jetzt auch der diesem befreundete Herr Luppa, Direktor der Sonntag, den 18. März, findet eine Flugblatt Verteilung Berurteilung schon um deswillen, weil sie meist aus recht nichtigen Konsolidierten Mariengrube, in Untersuchungshaft ge= statt. Wir ersuchen die Genossen, sich früh 7 Uhr bei Devantier, Ursachen herrührte und gegen Angehörige der ärmsten und daher hilf- nommen worden. Wie es heißt, wird ihm zur Laſt gelegt, Mühlen- und Florastraßen- Ecke, zahlreich einzufinden. Gleichzeitig losesten Bevölkerungsschichten gerichtet war. Auch ist ja bekannt, daß Beugen in unerlaubter Weise zu günstigen Aussagen für Sternberg Sonntagnachmittag 2 öffentliche die durchgängigen Züchtigungen, wenn auch nicht von den königlichen, zu bestimmen versucht zu haben. Wähler Versammlungen einberufen und zwar im so doch von den städtischen Aufsichtsbehörden verurteilt werden und Städtische Taubstummen- Schule. Die Aufnahme neuer ersten Bezirk im Restaurant Thürmchen", Kaiser Friedrichstraße 12, daß es nicht Wille der Stadtverwaltung ist, daß in andren als Schüler findet alljährlich anfangs April und anfangs Oftober statt. im zweiten Bezirk bei Blautrock, Nordstern", Wollantstraße 112. Ausnahmefällen der Bakel geschwungen wird. Eltern bezw. Vormünder taubstummer schulfähiger und noch nicht Referenten sind die Stadtvv. Genossen Augustin und Borgeingeschulter Kinder haben Anmeldungen zum bevorstehenden Sommermann Berlin. = Das Wahlkomitee. semester bis spätestens 1. April cr. bei dem Direktor der Schule Herrn Guzmann, Markusstraße 49, anzubringen. haben wir am Friedrichsfelde. Sonntag findet im Lokal von Bube, nachmittags 4 1hr, eine Volksversammlung statt, in welcher Genoffe P. Jahn über:„ Die moderne Arbeiterbewegung und die Bedeutung des 18. März für das Proletariat" sprechen wird. Kommunales. Im Hörsaal der Urania wird Herr Professor Dr. Müller am Sonna abend, abends 8 Uhr, einen Vortrag über die Entwicklung des Hühnchens im Ei halten. Von besonderem Interesse wird die Vorführung ausgebrüteter Eier aus den Brutapparaten der Urania sein. Es wird an denselben die Herzbewegung des Keimes und der außerhalb des tierisches Leibes sich vollziehende Blutkreislauf gezeigt werden. Bei alledem aber trägt auch die Stadt ein beträchtliches Teil Schuld an den beklagenswerten Ausschreitungen und zwar dadurch, daß sie den Lehrer weit über Gebühr belastet. Ein pädagoge, der 60-70 Schüler in einer Klasse zu unterrichten hat, der jahraus jahrein den Mißhelligkeiten ausgelegt ist, welche das System der fliegenden Klassen Klassen auch für ihn mit fich bringt, muß schon ein ganz besonderes Talent sein und Nerven von Eisen haben, wenn ihm unter allen Umständen die für den Unterricht notwendige Ruhe bewahrt bleiben soll. So wenig wir die von uns aufgedeckten Fälle an sich entschuldigen wollen, so Karl Weiß- Theater. Die englischen Börsianer find nicht die sehr müssen wir betonen, daß die Stadtverwaltung das Maß der Aus der Magistratsfihung vom Freitag. Dem Beschlusse Schuld so lange mit den in Betracht kommenden Lehrern zu teilen einzigen Menschen, denen der blutige Boerenkrieg eine Geschäftsder Stadtverordneten- Bersammlung, betreffend die Genehmigung der spekulation iſt. Auch die deutsche Kunst, soweit sie sich in den 100 000 Mart- Stiftung für die Akademie der Wissenschaften, hat, bis das Gemeindeschulivesen auf eine menschenwürdige Borstadt- Theatern mehr schlecht als recht durchschlägt, sucht aus den aus Veranlaffung der Jubelfeier ihres zweihundertjährigen Bestehens, Höhe gehoben ist. afrikanischen Gräueln ein paar Thaler Gewinn zu ergattern. zu Stipendien für Studierende der Wissenschaften, ist der Magistrat Die Maßnahmen, die anläßlich des Eingehens der Privat- Vor einigen Wochen haben wir über das Beispiel eines nach dem gestrigen Beschlusse des Kollegiums beigetreten. beförderungs- Anstalten( am 31. März) getroffen werden müssen, kleinen Spekulanten im Norden der Stadt berichtet, und gestern Das Magistratskollegium hat in seiner gestrigen Sigung auf sind von der Reichs Postverwaltung schon längere Zeit vorbereitet war es Herr Direktor Weiß im äußersten Osten, dem die BoerenVorschlag der städtischen Verkehrsdeputation beschlossen, der Großen worden. Die an 67 verschiedenen Orten bestehenden 73 Privat- generale gerade die rechten erschienen, den Kunsttempel an den Berliner Straßenbahn die Anlage mehrerer Anschlußstrecken an ihre anstalten beschäftigen zusammen ein Personal von 2176 Stöpfen. Frankfurter Linden zu füllen. Das war ein Halloh im Parterre, großen durchgehenden Strecken der Straßenbahn und einige Ver- Hiervon entfallen auf die Berliner Paketfahrt- Aktiengesellschaft als Herr Weiß, der Boerenpräsident, umgeben von Joubert, Cronje, bindungsstrecken zu genehmigen. Die größte dieser Strecken hat nur allein 986 lediglich im Briefbestellungs- usw. Dienst beschäftigte Meyer usw. so eine Art Rütlischwur leistete und sein Volt eine Länge von 400 Meter. Dieselben betreffen 1. Küstriner- Personen; weitere 3 Anstalten beschäftigen über 100 und 4 An- die Engländer verprügeln hieß. Allerdings, vom reinen Boerenplat- Königsbergerstraße bis Frankfurter Allee. 2. Vineta stalten über 50 Angestellte. Die Berliner Paketfahrt- Attien- patriotismus kann der Mensch auch im Ostend Theater ebensowenig play- Swinemünderstraße- Rammlerstraße. 3. Friedrich Karl- Ufer, gesellschaft befördert nach ihren Angaben zur Zeit etwa leben, wie von lauter Schlagsahne oder Paprika, und daher mußte zwischen Alt- Moabit und Karlstraße. 4. Göben- und Pallasstraße. 45 Millionen verschlossener Briefe. während die Reichspost die Boerenforsche zunächst mit der normalen Liebeshistorie, dann 5. Kommandantenstraße von der Linden bis zur Beuthstraße. in Berlin und seinen Vororten nur rund 35 Millionen derartiger aber zur Erhöhung der Schmackhaftigkeit noch mit den Schandthaten 6. Ueber die Grünauerstraßen- Brücke. 7. Koloniestraße- Dront- Ortsbriefe besorgt. In der Reichshauptstadt werden daher des ortsüblichen Bösewichts vermengt werden, den wir diesmal in heimerstraße bis zur Weichbildgrenze. 8.Die Huttenstraße. auch ganz besonders umfassende Vorkehrungen getroffen, um einen Gestalt eines englischen Diamantgruben- Schwindlers vor uns 9. Wiesenstraße- Spreewaldplay. 10. Glogauerstraße zwischen Reichen- geordneten Betrieb sicher zu stellen. Für den Wertzeichenverkauf sehen. So war alles hübsch bereitet worden, und wenn jetzt das bergerstraße und Kottbuserufer. 11. Ueber die Thielen- Brücke. werden bei den Postanstalten, bei denen die Schalter jetzt schon start Publikum nicht ebenso forsch auf die Kasse des Ostend- Theaters los12. Stendalerstraße und Salzwedelerstraße. Eine diesbezügliche Bor- belastet sind, unter Verstärkung des Personals weitere Schalter neu stürmt, wie die Boerenarmee auf das Lager ihrer Feinde, so ist das lage wird der Stadtverordneten- Versammlung zur Genehmigung eröffnet werden. Auch erfolgt eine erhebliche Vermehrung der gewiß nicht Schuld der Direktion. Sie hat im„ Minenkönig von unterbreitet werden. Straßenbriefkasten, um den Wegfall der 2200 Briefkasten der Paket- Transvaal" von neuem gezeigt, daß sie sich voll ihrer Mission fahrt nicht fühlbar zu machen. Die von der Reichs- Postverwaltung bewußt ist, den Zeitgeist bei der Stirnlocke zu fassen. zum Ersatz bestimmten Straßenbriefkasten sind nicht ganz aus GußFeuerbericht. Freitagnachmittag wurde die Wehr gleichzeitig eisen wie seither, sondern haben nur einen Rahmen aus Eisen, sind sonst aber aus emailliertem Stahlblech hergestellt und infolgedeffen be- nach 8 offenerstr. 49 und nach der Alten Schönhauser deutend leichter als das jezige Modell. Um die Schlußzeit für die Straße 4 gerufen. In beiden Fällen brauchte sie nicht in ThätigOrtssendungen thunlichst spät eintreten zu lassen, wird, wie schon mit- teit zu treten. Sturz darauf war Melanchton str. 23. ein durch entstandener Kellerbrand zu beseitigen, der geteilt wurde, die Dauer der Leerungsgänge durch Verkleinerung der unvorsichtigkeit Dresdenerstr. 131 Bezirke und Einstellung von Dreirädern verkürzt werden. Um dem Papier und Packmaterial einäſcherte. und Wäsche Feuer Ein gefangen. gesteigerten Raumbedürfnisse des Briefpostamts zu entsprechen, ist in dem Kaufhause„ Brandenburg" ein 1300 Quadratmeter großer Raum, Schornsteinbrand verursachte einen Alarm nach StettinerAm Nord Ufer 4 war ein mit Coats der bereits bei" dem legten Jahreswechsel zur Unterbringung der Straße 38. angemietet worden. Dorthin wird die Brief- Abfertigungsstelle für löschte. Aus geringfügigen Anlässen erfolgten Alarmierungen nach Neujahrsfortierstelle benutzt worden war, für eine Reihe von Jahren gefüllter Wagen in Brand geraten, den die Wehr bald abFernsendungen und die Drucksachenstelle verlegt werden, während der Frankfurter Alle 93 und Feilnerstraße 15. DonnerstagOrtsfortierbetrieb auf dem reichseignen Grundstück in der Spandauer- abend gingen Buggenhagenerstraße 6 und KastanienAllee 22 Gardinen und Möbel in Flammen auf. Lokales. hatten D Die triumphierende Kirche. In der Angelegenheit des St. Josephs- Stifts hat die Stadtverordneten Mehrheit sich vorgestern arg ins Bockshorn jagen lassen. Um feinen lokalen Stulturkampf heraufzubeschwören, um die katholischen Mitbürger nicht zu beleidigen, haben die ängstlichen Stadtväter die Mahnung des Etats- Ausschusses an den Magistrat, er möge mit dem Horte der Schwester Carola reinen Tisch machen, nicht für angebracht gehalten. Nicht umsonst hat also das hiesige Organ jener durch die berüchtigte Mißhandlungs- Affaire bekannt gewordenen Erziehungsanstalt in spaltenlangen Leitartikeln Lärm geschlagen. Der Unbeteiligte konnte nach dem großen Gepolter dieses Blattes allerdings zu der Meinung verleitet werden, daß von seiten der Stadt an den katholischen Waisen so etwas wie eine zweite Auf- straße verbleibt. lage des Bethlehemitischen Kindermordes beabsichtigt gewesen sei. Wie Automatisches Telephon. Vor kurzem war die Nachricht durch Aus den Nachbarorten. lag aber die Angelegenheit in Wirklichkeit? Im ganzen sollen 38 die Zeitungen gegangen, daß die französische Postverwaltung der Berliner Kinder, die sich noch im Josephs- Stift befinden, wohl- Prüfung des automatischen Telephons, einer amerikanischen Erfindung, Treptow Baumschalenweg. Bei der Gemeinderatswahl am gemerkt, nicht bei evangelischen, sondern bei fatholischen näher getreten sei. Einzelne Blätter knüpften an die Mitteilung die Donnerstag unterlagen leider unsre Genossen gegen die verPflegeeltern untergebracht werden, da im städtischen Bemerkung, daß die Reichs- Postverwaltung diese Verbesserung sich einten Ordnungsbrüder. Nicht mehr als fünf Vereine hatten gegen Waisenhause zur Zeit keine genügende Gelegenheit zu gesonderter entgehen lasse. In Wirklichkeit ist es, wie berichtet wird, die franzö- uns ihre Sammelagitation entfaltet und es gelang ihnen auch bei katholischer Erziehung zu beschaffen ist. Nun hätten sich in Berlin fische Postverwaltung, die hinter der deutscheit zurückgeblieben ist. einer Abgabe von mindestens 30 Bettelſtimmen, auf ihre Kandidaten und dessen nächster Umgebung gewiß ohne allzu große Schwierig Die Reichs- Postverwaltung hat sich das Patent gesichert und die Firma 220 bezw. 217 Stimmen zu vereinigen, während unsre Kandidaten und Krebs 143 beztv. 142 persönlich abgegebene feit genügend fatholische Familienväter von entsprechender Qualifi- Ludwig Löwe, der dafür die Anfertigung der Apparate in Aus- Gerisch tation zur Aufnahme der Kinder bereit gefunden, wenn nicht sicht gestellt worden, veranlaßt, auf ihre Kosten einen größeren, zu Stimmen erhielten! Sie haben es sich also etwas tosten lassen stritte innegehalten. von flerifaler Seite der große Gewissens bann gekommen nächst 400 Anschlüsse umfassenden praktischen Versuch anzustellen. für den Fall, daß die Bekanntmachung wäre. Es sollten nämlich dem Potsdamer Institut, in dem die Das Vermittelungsamt in der Oranienburgerstraße ist bereits aus wird, wonach jede Vollmacht mit 1,50 M. zu stempeln ist. Alle Schwester Carola ungestraft ihre Grausamkeiten begehen durfte, gebaut; die Verlegung der Stabel erfolgt, sobald der Boden frostfrei Vollmachten waren zwar nicht gestempelt, sie sind aber doch gezählt die Berliner Kinder um jeden Preis erhalten bleiben, geworden, wahrscheinlich noch in diesem Monat. Der automatische worden mit der Motivierung, daß darüber die Gemeindevertretung es sollte auch in diesem Fall, wo einem wehrlosen Knaben das Fernsprecher ermöglicht dem Angeschlossenen, die Verbindung mit einem entscheiden werde. Daß nur von einer Scheinwahl die Rede sein grausamste Unrecht zugefügt worden war, die katholische Kirche als andren Teilnehmer ohne Anrufung eines Vermittelungsamts selbst konnte, sah man so recht, wenn man betrachtete, wie die Gendarmen," bie triumphierende Macht dastehen. Wer es als guter herzustellen und die hergestellte Verbindung auch wieder zu lösen. Amts- und Gemeindediener, Portiers und Gärtner der Villen unter Ratholit nicht mit der Kirche verderben wollte, durfte kein Kind aus Zu dem in Rede stehenden Versuch sind 400 Firmen ausgesucht den Augen ihrer Vorgesetzten pflichtgetreu ihre Stimme abgaben. Wenn dem Josephsstift bei sich aufnehmen. worden, die den Fernsprecher viel bemuzen. Ergiebt die Erfahrung auch sonst der Antisemit den verjudeten Fortschrittsmann verpönt, wenn " alt auch bei andren Gelegenheiten jede, auch nur liberale Gesinnung dent Aus Groß- Lichterfelde wird uns berichtet: Die Gemeinde- Verhalten der Bautischler wegen der Ausführung von Werkstatt, Beamten verboten ist, so wird dieses alles aufgehoben, wenn es vertretung hat die Gemeinde Grundstener Ordnung in einigen arbeiten getadelt wurde, beschloß die Versammlung einstimmig, daß gegen die Arbeiterflasse gilt. Die Beteiligung war eine stärkere gegen Punkten abgeändert. Neu ist folgende Bestimmung: Die Steuer- der Referent als Delegierter beim Einigungsamt für die bisherigen Ins jonst und wäre noch stärker gewesen, wenn die Wahlzeit günstiger ge- pflicht oder Steuererhöhung hinsichtlich neu erbauter oder in ihrer Forderungen der Einsetzer energisch einzutreten habe. wesen wäre; doch haben von 988 eingeschriebenen Wählern der dritten Substanz verbesserter Gebäude beginnt nach Ablauf des besondere soll möglichste Beseitigung der Accordarbeit, Selaffe immerhin nur 362 ihre Stimmen abgegeben. Wahlberechtigte Monats, in welchem der Neubau bewohnbar oder benugbar ge- Stelle dessen 36 Mark Wochenlohn, andernfalls unbedingte Stimmen find 955 eingeschrieben; also entfallen auf die zweite und erste worden oder die Verbesserung vollendet ist." Herr Schöffe Lange Anerkennung des Tarifs, sowie Lohnauszahlung SonnabendnachKlasse 17 Stimmen. Es wiegt also eine Stimme in den ersten sprach in der betreffenden Sigung mit Emphase davon, daß diese mittags 5 Uhr auf den Bauten bezw. im Comptoir erstrebt werden. beiden Klassen soviel wie 551/2 Stimmen in der dritten Klasse. Diese Bestimmung nur gerecht sei. Das stimmt. Es hat aber auch erst Ferner wurde beschlossen, daß das Bureau der Einsezer bis auf ungerechte Berteilung muß uns für die Zukunft immer wieder ein eines Wintes von oben bedurft, bis diese gerechte" Bestimmung weiteres, wie bisher, Alte Jakobstr. 75 verbleibt, wo sich jeder Ansporn sein, alles daran zu sehen, daß in der dritten Klasse Männer getroffen worden ist. Bisher haben diejenigen Hausbesitzer, deren Arbeitsuchende zu melden und eine Arbeitsberechtigungskarte zu vergewählt werden, welche das volle Vertrauen auch der klassenbewußten Reubau im Monat Mai oder Juni bezogen wurde, und aus langen hat. Alle übrigen diesbezüglichen Mitteilungen erfolgen in Arbeiter genießen. welchem von diesem Zeitpunkte alt die Erträgnisse ein- der öffentlichen Versammlung am Dienstag, den 20. März. Zur gingen, die erhöhte Steuer bis zum nächsten April Kontrolle des Streiffonds wurden drei Revisoren gewählt. auf Kosten der übrigen Steuerzahler! Schließlich müssen wir noch nicht zu bezahlen brauchen. Jedenfalls ein sehr angenehmes Geschenk rügen, daß es nahezu unmöglich ist, den Verhandlungen folgen zu können, da die Herren Gemeindevertreter sich befleißigen, so leise wie nur möglich zu sprechen; auch die Tischgespräche während der Ausführungen eines Redners machten sich in der letzten Sigung im angenehm bemerkbar. Charlottenburg. Zu der vom Magistrat vorgeschlagenen und ( bom Etatsausschuß genehmigten Aufbesserung der Löhne und Ordnung der Lohnverhältnisse der städtischen Arbeiter haben die socialdemokratischen Stadtverordneten eine Reihe von Abänderungen beantragt. Während nach der Vorlage die Verwaltungs- Deputationen ermächtigt werden, jeden Arbeiter bei guten Leistungen und bei guter Führung in gleichen Raten nach mindestens zweijährigen Zeiträumen bis zum Aus der Kolonie Grunewald. Der Regierungspräsident in Höchstlohn aufrücken zu lassen, soll nach den socialdemokratischen Anträgen jeder Arbeiter von von zwei 3tvei zu zwei Jahren in Potsdam hat an den Gemeindevorstand der Villenkolonie Grunedie nächsthohen Gehaltsklassen aufrücken, bis er den Höchst- wald die Mitteilung gelangen lassen, daß das Gesuch um Anreihung lohn erreicht hat. Während ferner die Vorlage eine der Kolonie an den kriminalpolizeilichen Dienst der Stadt Berlin gewöhnliche Arbeitszeit von zehn Stunden vorschlägt und die behördliche Genehmigung nicht gefunden habe. leberstunden nur dann bezahlen will, wenn an einem Schmargendorf. Der Etat für 1900/01 wird in Einnahme und Tage mehr als eine zu leisten ist, fordern unsre Genossen eine Ausgabe auf 308 700 M. festgesetzt, die Steuern betragen 100 Proz. Beschränkung der Arbeitszeit auf 9 Stunden und für Ueberstunden der Staatseinkommensteuer, 100 Broz. der Gewerbesteuer für 3. einen Lohnzuschlag von 33½ Proz, für Sonntags- und Nachtarbeit und 4. Klaffe, 150 Proz. für 1. und 2. Klasse und 200 Proz. der einen solchen von 50 Proz. Weiter soll nach den socialdemokratischen Grund- und Gebäudesteuer in Form einer besonderen GrundwertAnträgen den zu militärischen lebungen eingezogenen steuer in Höhe von 1,3 vom Zanfend des gemeinen Beris. Der Arbeitern der volle Lohn abzüglich der ihnen gesetzlich zustehenden Schuletat ist auf 22 700 M. normiert. Unterstützung von Reichs wegen gezahlt werden. Die VorTage schlägt die Zahlung des halben Lohns auf die Dauer von hochstens 8 Wochen vor. Neu hinzuzufügen beautragen unfre Genossen eine Bestimmung, wonach jeder Arbeiter, der mindestens Sociale Rechtspflege. 25 M. für die verwundeten Voeren kamen aus einem vor Vermischtes. Mordes an dem Obertertianer Ernst Winter aus Brechlau Der Mord in Konit. Das Dunkel des grauenerregenden konnte bis jetzt noch nicht gelichtet werden. Gestern wurden Nachforschungen nach den fehlenden Körperteilen im die hiesigen Mönchsee fortgesetzt, fie blieben jedoch ergebnislos, ebenso die Untersuchung der Dunghaufen auf den Gehöften mehrerer hiesiger Fleischermeister. Auch wurden, wie die„ Danziger Neuesten Nachr." melden, zahlreiche Haussuchungen abgehalten, sie hatten aber bis jetzt auch keinen Erfolg. Wie weiter berichtet wird, find muun auch die fehlenden Eingeweide, die ebenfalls in Backpapier eingewickelt und mit Bindfaden sorgfältig umschnürt waren, gefunden worden. Bemerkt sei noch, daß der Leiche das Herz herausgenommen und das Rückgrat mehrmals geknickt ist. Auf dem hiesigen Güterbahnhof soll ein Stück Packleinwand, das dasselbe Zeichen H. W." trägt wie das Stück, in das der Rumpf des Ermordeten eingenäht var, aber nicht die weiteren Ziffern 3742", beschlagnahmit worden sein. Die Kleider und die Uhr des Ermordeten fehlen gleichfalls noch. leber[ ein schweres Eisenbahnmnglück wird aus Stöln bes awei Jahre im Dienst der Stadt beschäftigt ist, Anspruch auf einen der Stammer VII des Gewerbegerichts geschlossenen Vergleich richtet: Donnerstagnachmittag entgleifte ein Arbeitszug auf der der jährlichen Erholungsurlaub von einer Woche unter heraus. Der Kutscher B. verlangte von der Kannenbier- Gesellschaft, Friedenshütte bei neuttingen( Lothringen) gehörigen Privatbahn. Fortbezug feines vollen Lohns hat. Die Anträge werden voraus- baß sie ihm sein Sparkassenbuch über mehrere hundert Mart heraus- wei Arbeiter, welche unter die Maschine gerieten, waren fo fichtlich schon am nächsten Mittwoch zur Beratung kommen. gebe und für die Aufhebung des Sperrvermerfs Sorge trage. Es fort tot, drei starben auf dem Transport; fünf weitere Arbeiter wurden teils schwer, teils Zu dem vor längerer Zeit gegen den Schriftsteller Joachim handelte sich unt eine Kautions, die die Gesellschaft für verfallen leicht verlegt. Die Ursache des Unglüids ist noch nicht aufIn Gehljen wegen Beleidigung des Stadtsekretärs Kuhlow zu Char- erklärt hatte, weil der Kläger vor Ablauf von 3 Monaten nach Begeflärt. Untersuchung ist eingeleitet. lottenburg verhandelten Prozeß war auch der Grundstücsmaller endigung des Arbeitsverhältnisses in ein Konkurrenzgeschäft ein- geklärt. Untersuchung ist eingeleitet. Ein Leprafall. Während einer Musterung von MilitärSaling Fischer als Mitangeflagter beteiligt. Beide Angeklagte wurden getreten sein soll. Der Kläger hatte sich vertraglich verpflichtet, das bekanntlich in diesem Punkte freigesprochen. Das Erkenntnis, welches nicht zu thun oder aber eine Stonventionalstrafe bis zu 500 2. zu pflichtigen wurde in Oelsnis i. B. bei einem Dienstknecht aus Herr Saling Fischer durch Druck hat vervielfältigen lassen, um es zahlen. Der Vertreter der beklagten Gesellschaft bestritt die Zu Vogtsberg, die Le pra frantheit fonstatiert. Der Krante, dem ein vorkommenden Falls zu seiner Rechtfertigung zu gebrauchen, enthält ständigkeit des Gewerbegerichts, veil Bierfahrer Handlungsgehilfen Finger zum Teil abgefault ist, wurde der Leipziger Universitätsklinik eine herbe Kritik des Verhaltens Kuhlows. Es heißt u. a. darin: seien. Die Beisiger stellten durch Befragen des Klägers feft, daß er zugeführt. Er ist aus Ostpreußen gebürtig. Wenn der Stadtsekretär Kuhlow die Stellung des Strafantrags nicht nur mit den Kunden zu verkehren, sondern auch die Pferde gegen Fischer veranlaßte, so that er dies in dem Bewußtsein, daß 3 pugen und ähnliche Arbeiten zu verrichten hatte. In diesem Punkte Fischer eine falsche Thatfache nicht verbreitet hatte. Ferner hatte Kuhlow trat deshalb das Gericht dem Einwande der Unzuständigkeit nicht bei. feinen Grund, anzunehmen, daß Fischer ihn der Bestechlichkeit oder Dagegen mußte es sich für unzuständig erklären mit Rücksicht auf Bestochenheit verdächtigt hätte oder verdächtigen wollte, zumal der den legten Absatz des§ 3 des Gewerbegerichts- Gesezes, wo es Bestechlichkeit im Amt. Denn die Mafferthätigkeit des Kuhlow in heißt: Streitigkeiten über eine Konventionalftrafe, welche für den Der Maler Franz Stuck ist in München lebensgefährlich der Grundstücks- Angelegenheit war ihm nicht amtlich aufgetragen, fie all ausbedungen ist, daß der Arbeiter nach Beendigung des Arbeitsstand gänzlich außerhalb seiner Dienstpflichten, und wenn er dafür verhältnisses ein solches bei andern Arbeitgebern eingeht oder ein an einer Lungenentzündung erkrankt. Aus Sandefjord( Norwegen) wird telegraphisch gemeldet: In gehöriger oder ungehörigerweise eine Provision annahm, da- eigues Geschäft errichtet, gehören nicht zur Zuständigkeit der bei den Saling Fischer zurückdrängte und zum Unmut in Worten Gewerbegerichte. Der Vorsitzende Dr. Meier bahnte noch einen der vergangenen Nacht brach in einer Maschinenfabrit Feuer aus, veranlaßte, so hatte alles dies mit dem Amt des Kuhlow nichts Bergleich an, als die Beisitzer schon, im Ueberrock und den Hut in welches sich infolge starken Südwestwindes weiter ausdehnte. Fünfzig zu thun." Der Kläger wurde be- Häuser des bedeutendsten Geschäftsviertels sowie die Kirche wurden der Hand, zum Fortgehen bereit waren. stimmt, 25 M. für die verwundeten Boeren an den General- burch das Feuer zerstört. Menschen sind bei dem Brande nicht ums konsul v. Winterfeld einzuzahlen, und der Direktor der Beklagten Leben gekommen. Der Echaden wird auf ein bis zwei Stuhlow ist bekanntlich nach Beendigung des Prozesses wegen feines Verhaltens im Disciplinarweg gentaßregelt worden. verpflichtete sich, das Sparkassenbuch freizugeben. Gerichts- Beifung. Grubenunglück. Aus Köln, 16. März, wird telegraphiert: Auf der bei Grafrath gelegenen Grube Fortuna" wurden gestern fünf Arbeiter durch schlechte Wetter betäubt, jedoch unverlegt herausgebracht. Die Blättermeldungen, wonach fünf Mann ums Leben gekommen seien, bestätigen sich somit nicht. Millionen Kronen geschätzt. 14 Grubenarbeiter getötet. Bei einer Grubenexplosion in Baldagno bei Vicenza wurden, wie ein Telegrammi meldet, 14 Arbeiter getötet. " Marktpreise von Berlin am 15. März 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Str. 15,40 14.-| Schweinefleisch 1 kg 1,60 14,30 13,70 Kalbfleisch * Weizen Roggen Futter- Gerste Hafer gut 1,60 14, " 13, Sammelfleisch 1,60 1, " 15, 14,30 Butter 2,60 2, " mittel 14,20 13,50 Gier 60 Stit " " gering Nichtstroh 13,40 12,80 Karpfen 1 kg 4,80 2,50 2,20 " " 4,32 4, ale 3,- 1, " Hen 6,90 4,20 8ander 2,50 1, " " " 40, 1,80 1, " " 45, 25,- Barsche " 1,80 0,80 70, " 30, Schleie " 2,80 1,20 7, 5,- Bleie 1,20 0,80 1,60 1,20 Krebse 1,20 1, +) Grbsen Speisebohnen insen Startoffeln, neue Rindfletsch, Kente 1kg " 25,- Hechte per Schock 12,3, do. Bauch *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirtschaftskammern Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppelcentner. +) Kleinhandelspreise. Produkten martt vom 16. März. Getreide. Der Frühmarkt Prügelpädagogik und kein Ende. Dem unter dieser Spitzmarte gestern veröffentlichten Bericht können wir noch folgendes hinzufügen: Der Knabe Schremmer in Rigdorf ist im Rathaus vom Bürgermeister Voigt und dem Schulinspektor Dr. von Komorowsky Im Militärbefreiungs- Prozeß zu Elberfeld drehte sich die vernommen worden. Zugegen war ein socialdemokratischer Berhandlung gestern vornehmlich um die Vernehmung des Arztes Stadtverordneter, der fich des Bedrängten besonders angenommen Dr. 3iel, der beschuldigt wird, den verstorbenen Unternehmer der hatte. Der Knabe und seine Mutter gaben an, daß Lehrer Jülicher Militärbefreiungs- Geschäfte. Strudsberg, durch Ausstellung ihn einmal mit einem Buch auf die Nase geschlagen habe, so daß von Attesten und Hergabe von Medikamenten Beihilfe geleistet zu Blut geflossen sei. Von den letzten Schlägen waren die Spuren au haben. Dr. Ziel bestritt auf Befragen des Gerichtspräsidenten entden Augen noch deutlich erkennbar, obwohl die Züchtigung mindestens fchieden jegliche Schuld. Präf.: Es war Ihnen doch aber beeine Woche vorher erfolgt war. Bürgermeister Boigt veranlaßte eine fannt, daß Strudsberg sich mit Militärbefreiungs- Geschäften be= ärztliche Behandlung des Kleinen. In der Angelegenheit Schremmer faßte? Präs.: Dr. Ziel: Das habe ich später erfahren. fällt besonders ins Gewicht, daß Frau Schremmer nach ihren Wodurch haben Sie das erfahren? Dr. Ziel: Ich habe Herrn Voigt und Herrn Dr. v. Komorowsky gegenüber gemachten dem Strudsberg einmal auf sein Befragen gesagt, daß ich Angaben den Lehrer Jülicher vor einiger Zeit darum gebeten hat, mit einem Militärarzt in Eisenach bekannt bin. Strucksberg beden Knaben zu schonen, weil seine Begabung hinter der normalen merkte darauf: Fahren Sie zu diesem Ihren Kollegen nach Eisenach. zurückſtehe. dann können Sie 500 Mark verdienen. Präs.: Was verstanden Die lehte Sigung der Stadtverordneten- Versammlung in Sie darunter?- Dr. Ziel: Ich verstand, daß ich diesen meinen Spandau beschäftigte sich mit der Aufbefferung der Löhne der Kollegen bitten soll, den Strudsberg in seinem Freimachergeschäft städtischen Forstarbeiter. Bon den socialdemokratischen Stadtverord- zu unterstügen. Präs.: Und was antworteten Sie dem Strucksneteu Dusch und Genossen war in einer der früheren Sigungen berg auf diese Zumutung? Dr. 3iel: Ich sagte: Ich denke Bräs: War das alles? Dr. Ziel: Jawohl.- Präs.: Sie der Antrag gestellt worden, die Löhne der Forstarbeiter, welche blieben aber nach wie vor mit Strucksberg befreundet? Dr. Ziel: bisher zwischen 1,59 Mark bis höchstens 2,70 Mart Ich blieb bei ihm Hansarzt, da diese Stelle eine sehr einpro Tag für männliche und zwischen 0,80 W. bis etwa 1 2. trägliche war.- Bräf.: Strudsberg hat Ihnen nun eine Anzahl war bei ſehr ſtillem Geschäft start verflaut, was auch mittags fortdauerte pro Tag für weibliche Arbeiter bewegten, auf 35 Bf. und 20 Pf. junger Lente zugeführt, die Sie betreffs ihrer Militärtauglichkeit und einen Rückgang der Lieferungspreise um anfangs 50 Pfennig, zuletzt pro Stunde zu erhöhen. Dieser Antrag wurde damals einer ge- untersuchen sollten? Dr. Ziel: Ich habe die Angeklagten jedoch um 1 M. im Lieferungshandel zur Folge hatte. Als unmittelbare mischten Kommission zur Beratung überwiesen. Diese und der Magistrat schlugen jetzt der Versammlung vor, den Tagelohnsaß der Mülhoff jr. und üle jr. bezüglich ihrer Militärtauglichkeit Gründe der schwachen Stimmung tamen die gleichlautenden TendenzForstarbeiter, nach dem Ermessen des Oberförst er untersucht, habe auch für einige auswärts wohnende junge Leute berichte aus Destreich- Ungarn und dem sonstigen Auslande sowie auch Atteste ausgestellt. auf 2,70 M. bis 3 M. für männliche, und auf 1 M. bis 1,50 M. lungen. Mit Militärbefreiung habe ich mich niemals beschäftigt, daß hier ein wesentlicher Rückgang der Preise nicht zu fonstatieren war. Es waren das aber keine ungefeßliche Hand- einige Privatmeldungen über günstigen Saatenstand im Inlande in Be tracht. Der Lage des Lieferungshandels entsprach das Effektivgeschäft, mur für weibliche Arbeiter festzusetzen. In der sehr ausgedehnten Ich habe auch den Strucksberg bezüglich meiner Grundfäße, daß Ausländische Offerten waren reichlich vorhanden; auch aus der Provinz und stellenweise sehr erregten Debatte hielten unsre Genossen ihren ich mich niemals dazu hergeben werde, ihm bei einer Militärbefreiung waren Ladungen und Bahnware ſtart angeboten, doch war die Kauflust Antrag aufrecht und begründeten ihn sehr temperamentvoll; der socialdemokratische Antrag erhielt jedoch nicht die Mehrheit.' An- behilflich zu sein, nicht im Unklaren gelassen. Ich habe mich schon gleich Null. Umfäße waren infolge deffen belanglos. Hafer lag flau, leblos, genommen wurde ein Antrag des Stadtv. 3schalig, nach welchem deshalb nicht dazu hergegeben, da ich mir sagte: Die jungen Lente, nur für geringere Qualitäten war geringe Nachfrage vorhanden. Rüböi Spiritus loco 70er 48,30(+0,10). Umgesetzt wurden circa die Stundenlöhne nach dem Ermessen der Oberförsters" die sich freimachen lassen, find Söhne wohlhabender Leute. Wenn war im Preise nominell unverändert abwärts tendierend. 10 000 Liter. zwischen 30 bis 35 Bf. beziehungsweise 15 bis 20 f. vom 1. April diefe vom Militär hefreit werden, dann muß dafür womöglich der Sohn einer armen Witwe Soldat werden.-Präs: Sie geben ab betragen sollen. Dies bedeutet immerhin einen schönen Erfolg für also zu, daß Strucksberg Ihnen zugemutet hat, ihm in feinem unfre Genossen im Spandauer Stadtparlament. Eine weitere VorLage, welche sich mit Regelung der Pensions- und Relittenversorgungsa wohl, das hat er gethan, ich habe aber diese Zumutung stets Freimachungsgeschäft behilflich zu sein?-Dr. 8iel: Verhältnisse der städtischen Arbeiter beschäftigt, und zu der unsre mit Entrüstung zurückgewiesen. Genossen gleichfalls den Anstoß gegeben haben, wurde auf Antrag Der Präsident verliest alsdann die Aussage des verdes Stadtv. Duds ch an die Kommission zur nochmaligen Beratung ftorbenen Strudsberg. Lesterer hat danach ausgejagt: Dr. Ziel zurüdverwiesen. habe auf sein( Strucksbergs) Ersuchen eine Anzahl junger Leute In der Schöneberger Schulaffaire ist jetzt den Eltern des untersucht und auch Atteste ausgestellt. Ob Dr. Ziel gewußt habe, winemde 748 SW berstorbenen Knaben Fischer, welche schon im Juni vor. Js. nach der daß es sich um reimacherei handelt, wisse er nicht. Dr. Ziel hamburg Entscheidung des Landgerichts II aufs neue gegen den Lehrer Richard habe ihm später einmal gesagt: Wenn er zu einem ihm befreundeten Berlin Strafantrag gestellt hatten und dann nach der Freisprechung des Militärarzt fahren wolle, dann fahre er gern mit. Dr. Ziel: Wiesbaden wegen Beleidigung des Lehrers angeklagt gelesenen Redacteurs Brü- Das bestreite ich ganz entschieden. Strucksberg hat mich wohl aufning und des Schriftstellers Vormeng die Staatsanwaltschaft an diesen gefordert, meine Freundschaft mit den Militärärzten, mit denen ich neuen Strafantrag erinnert haben, vom Ersten Staatsanwalt am früher befreundet war, zu erneuern und ihn alsdamn denselben vorLandgericht II folgender Bescheid zugegangen:" In der Straffache zustellen, ich habe dies aber mit Entschiedenheit abgelehnt. Dr. Ziel schlägen und frischen westlichen Winden. gegen den Lehrer Richard wegen Körperverlegung benachrichtige ich giebt ferner zu, daß er auf Drängen der Frau Strudsberg aus Sie auf Ihre erneuten Anträge auf Strafverfolgung vom 3. Juni 1899 feinen Geschäftsbüchern verschiedene Seiten herausgerissen habe. und 11. ds. Mts. vorläufig, daß demnächst die erneute Prüfung der Bei der Verhandlung des Prozesses Kriegsheim kam es, Sache erfolgen wird und Sie mit entsprechender Nachricht von dem wie erinnerlich sein wird, zu einem Zwiespalt zwischen dem VorErgebnisse derselben werden versehen werden." sigenden Landgerichtsdirektor Stösler und dem Verteidiger RechtsDie gestrige Juristische Sprechstunde" mußte ausfallen, weil Infolge weiteren Kuschwellens der Spree hat die Neber- anwalt Morris. Leyterer fühlte sich dadurch verlegt, daß ihm der Herr Rechtsanwalt durch die lange Dauer der Meichstags: Auch die für heute ge schwemmung der Ländereien zwischen Westend und Spandau auf einige von ihm gemachte Angriffe auf die Unbefangenheit des fizung am Erscheinen verhindert war. leitender Stelle der Vorwurf der plante Sprechstunde kann nicht stattfinden. Es findet die nächste fowie auf der andren Seite des Fluffes zwischen Jungfernhaide und Untersuchungsrichters von Auf die hiergegen von Sprechstunde deshalb am Montag von 4½ Uhr ab statt. Spandau start zugenommen. Die weiten Wiesenflächen bilden einen Sensationsmacherei gemacht worden war. Südende. 1. Der Wirt war nicht berechtigt, von Ihnen einen Stempelgewaltigen See, wo die Fischer mit ihren Handkähnen den Hechte- ihm eingelegte Beschwerde beim Landgerichts- Präsidenten ist jetzt Darin wird unter Zurückweisung betrag zu verlangen, weil Ihr Vertrag über einen Jahreszins unter fang betreiben. Die Hechte treten jegt in großen Massen aus, um der Bescheid eingegangen. zu laichen. Durch die Ueberschwemmung sind auch verschiedene Wege einiger andrer Beschwerdepunkte anerkannt, daß jener Vorwurf 300 M. lautet und solche Verträge stempelfrei sind. Den zu unrecht erunter Wasser gesetzt; an sonst verkehrsreichen Stellen ist Fährbetrieb unbegründet und in der Form verlegend" gehobenen Betrag können Sie von der nächsten Miete abziehen und außerdem Bestrafung wegen Betruges beantragen. 2. Wenn der Garten zu Ihrem wesen sei. ausschließlichen Gebrauch vermiethet ist, können Sie die Thür anbringen, eingerichtet worden. sonst nicht. F. P. Eine Echonzeit für Steuerzahlung nach Entlassung vom Militär giebt es nicht. P. Sch., Nieder- Schöneweide. Nein. B. in Kassel. Der Sachverhalt, der in Ihrer früheren, nach seiner Beantwortung vernichteten Brief enthalten war, fehlt Ihrer jezigen Ans Rudolf T. 57, frage. Wiederholen Sie denselben und Ihre Anfrage. Nein; Ihre Schwester tann mit Aussicht auf Erfolg flagen.- c. 2. Ja. Ein Banunfall mit tödlichem Ausgange wird aus Schöne berg gemeldet. Bei einem Neubau in der Hohenstaufenstrafe stürzte der Maurer Gottlieb Streich kopfüber in den Steller Hinab. Dabei schlug er so unglücklich auf, daß er das Genick brach und schon nach wenigen Minuten seinen Geist aufgab. Dersammlungen. In der Versammlung der Einsetzer am Donnerstag berichtete Kurkowsky über die Verhandlungen der Holzarbeiter mit den Unternehmern. Nach eingehender Besprechung, wobei vielfach das Witterungsübersicht vom 16. März 1900, morgens 8 1hr. Stationen München Wien Barometerfland mm WindBunpa Windstärte Wetter Temp. n. 5. 5° 4° N. Stationen Barometer ftand mm Wind Windstärke rigtung Wetter paparanda 7420 4 Petersburg 750 SSO 3bedeckt 4 Cort Temp. n. C. 5 Regen 3 4Schnee 746 S 750 SA 734 SW 757 SW 6 bedeckt -3 3 bedeckt 3 Regen 5 Aberdeen 4 bedeckt 3 bedeckt 2 Baris 3 756 9N3 4hlb.bed. 747 N 7bedeckt 0 757 3 bedeckt 5 3 757 3 Wetter Brognose für Sonnabend, den 17. März 1900. Etwas fälter, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig, mit Nieders Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 17. März. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Anfang 72 Uhr. Urania Tanbenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv: Hörsaal: Professor Dr. Müller:„ Das Hühnchen im Ei." Invalidenstr. 57/62: Verein der Rohrer Achtung! Vergolder. Achtung! Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. d. M., nach Verband der im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. mittags 2 Uhr, im Lokal des Genossen Wilke, Andreasstr. 26 Versammlung Am Montag, den 19. März 1900, abends präcije S Uhr, in den„ Arminhallen". Kommandantenstraße Nr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: い mit Frauen. Tages Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission. Bereinsangelegenheiten. 3. Vortrag 1. Vortrag des Genossen Georg Wagner über: Moderne Prostitution und ihre Moral". 2. Dis 225/5 fussion. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich Laut Bersammlungsbeschluß vom 19. Februar wird die Versammlung pünktlich& Uhr eröffnet Der Vorstand. eröffnet. Der Vorstand. und ist vollzähliges Erscheinen sämtlicher Mitglieder und Frauen erwünscht. Schauspielhaus. Jugend von heute. Tägl. Sternwarte.ber die Bedeutung des 18. März. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Wenn wir Toten er: wachen. Anfang 7 Uhr. Leffing. Shylock. Sierauf: Le distrazioni del Signor Antenore. Anfang 72 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Berliner. Amphitryon. Totentana PANOPTICUM Anfang 72 Uhr. Neues. Nackte Kunst. 72 Uhr. Anfang Schiller. Macbeth. Anfang 8 11hr. Westen. Der Troubadour. Die schöne Galathee. Anfang 71 hr. Thalia. Im Himmelhof. Anfang 712 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Luifen. Die Räuber. Anfang 8 Uhr. Central. Die Puppe. 72 Uhr. Anfang Carl Weiß. Der Minentönig von Transvaal. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Kindervorsteffug: Dornröschen. Neu! Nen! New! Ein Riese Adtung! Metallarbeiter. Adtung! Adtung! Kistenmacher. Adtung! Montag, den 19. März, abends präcise 8 Uhr, in ben Borussia- Sälen, Aderstr. 6/7: Fortsetzung der am 27. Februar im Kösliner Hof" vertagten Montag, den 19. März cr., abends 8½ 11hr, im Königstadt Kasino, Holzmarfiftr. 72, Ecke Alexanderstraße: Sergeant Th. Dalroy öffentlichen Broteftversammlung Versammlung. englischen Armee 2 m 30 cm hoch! Sänger Oberbayrische Sänger und Schuhplattler- Gesellschaft. mit derselben Tagesordnung. Tages Ordnung: 1. Welche Lehren ziehen wir aus der Aussperrung der Holzarbeiter? Zu dieser Versammlung find hierdurch spec. die Kollegen Räther und Referent: Benoffe F. Kater. 2. Discussion. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung halber ist das Erscheinen sämtlicher Pezold sowie der Nedacteur Herr Rob. Schmidt eingeladen. Kollegen notwendig. Zahlreiches Erscheinen erwarten Der Vorstand. J. A.: Kari Juckel. 280/16 Die Beauftragten. Verband der Fabrik-, LandPassage- Panopticum.Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Belle Alliance. Die Reise nach Nur noch kurze Zeit! Sonntag, 18. März, nem. 4% Uhr, bei Raabe, Kolbergerstr. 23: Amerika. Anfang 8 Uhr. Victoria. Dichter und Bauer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Bärenhäuter. Hierauf: Alex Heinze. Anfang 8 Uhr. Nachu. 4 Uhr: Doppel Kinder: vorstellung: Dornröschen. Die Puppenfee, Metropol. Specialitätenvorstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Im Reiche des Indra. Anfang 71/2 Uhr. Palast. Geschlossen. Der indische Fakir Kalakutta und der Zauberkünstler Mr. Jérôme. Central Theater Direktion: José Ferenczy. Die Puppe. ( La Poupée). Reichshallen. Stettiner Sänger. Operette in 3 Aften und einem BorAnfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Specialispiel von Orbonneau und Sturgeß. täten Borstellung. Musif von Ed. Audran. Urania. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 yr: Sternwarte. Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Bon den Alpen zum Vesuv". Ju Hörsaal: Professor Dr. Müller:„ Das Hühnchen im Gi". Schiller Theater ( Wallner Theater). Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntag nachmittag zu halben Preisen: Der Zigeunerbaron, Operette von Johann Strauß. Mitglieder- Versammlung. In demselben Lokal abends 6 1hr: Deffentl. Bersammlung sämtl. Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Gntheit über: Das neue UnfallversicherungsGesez. 2. Disfuiñon. Nach der Versammlung: 2919b Gemütliches Beisammensein und Tanz. Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen werden gebeten, in dieser Ver: Der Einberufer: W. Funk. fammlung zu erfcheinen. Arbeiter u. Unterangestellte der städtischen Kanalisation einschl. Pumpstation Abt. 8. Sonntag, den 18. März, vormittags 11 1hr: Oeffentliche Versammlung zwecks Stellungnahme zu der nenzubegründenden Betriebs- Krankenkaffe, W. Noacks Theater, name sur Delegiertenwahl. 3. Berſchiedenes. Brinnenstraße 16. Heute Sonnabend, den 17. März: Wegen Privatfestlichkeit keine Vorstellung. Sonntag: Sonnabend, abends 8 ur: Berlin, wie es lebt und liebt. Macbeth. Trauerspiel in fünf Aufzügen von William Shakespeare. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntag, abends 8 Uhr: Freudvoll und leidvoll. Montag, abends 8 Uhr: Macbeth. Belle- Alliance- Theater. Gastspiel des tal. Soffchauspielers Emil Richard. Thalia- Theater. Tel. Amt IVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. Täglich: Niesenlacherfolg! Im Himmelhof. Thomas, Thielscher, Heimerding, Junkermann, Paulmüller. Anfang 74 Uhr. 2299B im„ Englischen Garten", Alexanderstr. 27e. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Assmann. 2. Stellung Es ist Pflicht eines jeden Versicherungspflichtigen zu erscheinen Der Ginberufer. Kartonarbeiter und Arbeiterinnen! Dienstag, den 20. März, abends 81/2 11hr ,. 94/8 Militärschneider! Sonnabend, den 17. März, abends 812 Uhr, in den Armin hallen, Kommandantenstraße 20: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 2 1. Die letten Vorkommnisse in der Militärbranche und Stellungnahme zur Lohnbewegung der Civilschneider. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. lim zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. 164/3 Kostümschneider und Schneiderinnen! Sonntag, den 18. März, vormittags 10 Uhr, in der Vertiner Große öffentliche Versammlung aller in der Kostümbranche Beschäftigten. Dessource, Kommandantenstraße 57: Tagesordnung: Berichterstattung und weitere Beschlußfaffung über die seitens der Unternehmer eingelaufenen Antworten auf unfre Forderungen. Pflicht aller in dieser Branche Beschäftigten ist es, in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung pünktlich und zahlreich zu erscheineit. Der Vertrauensmann. 4/4 Verein der Maschinisten, Heizer u. Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. d. M., nachmittags 5 thr: Derfammlung in Cohns eftfälen, Benthiraje Nr. 20. Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Morgenstern über die neuesten Nettungs menten und Demonstrationen. Berschiebenes. Fragekasten. 138/7 Der Vorstand. in Heuersteins Festfälen( M. Herzberg), Alte Jakobftr. 75: apparate bei Kohlenovyögasvergiftungen und großen Bränden, mit ExperiGroße öffentliche Versammlung aller in Kartonfabriken beschäft. Arbeiter a. Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung der Arbeiterorganisationen. Referent: Stadt verordneter Fritz Wilke. 2. Was beabsichtigt der neugegründete Verein der Kartonfabrikanten? Referent: Sollege Adolf Bellin. 3. Verschiedenes. Verband der Möbelpolierer. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung, ersuchen wir alle in Karton: Morgen und folgende Tage: Im fabriken beschäftigten Kollegen und Kolleginnen, vollzählig in dieser Versammlung zu erscheinen. Niemand darf fehlen! Mit follegialem Gruß Hugo Friedrich, Cartonzuschneider. 146/1 Simmelhof. Die Reife und Amerika Apollo- Theater. nach Volksstück mit Gesang in 5 Aften. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol- Theater. Täglich um 9 Uhr 30 min.: Verkehrte Welt! mit der Hochoriginellen Weiber- Parade. Vorher: Das große MärzSpecialitäten- Programm: Die 8 Diamants, Deltorelli- Trio, Fred Gillet, 8 23/4 Montag, den 19.$. W., bei Wilke, Aubrensstr. 26: Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Heute abend in sämtlichen Zahlstellen Entgegennahme von Beiträgen. Der Vorstand. Achtung, Schmiede! Verein der Zimmerer Berlins und Umgeg. Im Reiche des Indra Sonntag, den 18. März, nachmittags 4½ Uhr, bei Buske, und Grenadierstraße 33: erstklassige Specialitäten. Große öffentl. Versammlung. Beginn der Vorstellung 7 Uhr. Vorverkauf von 10-2 Uhr im Theater sowie beim Invalidendank" und Künstlerdank". Cirkus Busch. Nur noch furze Zeit! Heute Sonnabend, den 17. März, abends 71% Uhr: High Life Evening. Zum 128. Male: Die Camorra. Außerdem: Neue Debüts! Alone& Camplon, fomische Redturner. Die Alfredos, 4 Berfonen. Akrobatische Tages Ordnung: 1. Vortrag der Genossin Mesch. 2. Diskussion. Nach der Ber fammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet Die Agitationskommission der Schmiede. Aditung! 176/3 Sonntag, den 18. März cr., vormittags 10 1hr, Große Mitglieder- Versammlung im großen Saale des Herrn Cohn, Beuthstraße 20. Tagesordnung: 1. Die Aussperrung der Holzarbeiter und Bereinsangelegenheiten. 2. Vortrag über: Die Bedeutung des 18. März für das Proletariat". Referent Genoffe Marckwald. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es notwendig, daß jedes Mitglied erscheint. 257/14 Der Vorstand. Central- Verband der deutschen Brauer Wo? und verw. Berufsgenossen( Sektion der Hilfsarbeiter). Meisterspiele. Biethen aus dem Busch. Sonntag, den 18. März cr., präcise 1 1hr, in den Arminhallen, Cirkus Sandor- Trio, Les Rissots, Schumann. The Daytons, Mary Wolf etc. Anfang an Wochentagen um 8, an Sonntagen um 7 Uhr. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Sonnabend, den 17. März 1900: Wegen Vereinsfestlichkeit geschlossen. Morgen Sonntag und folgende Tage bas erfolgreiche wunderbare Grosse März- Programm. Noch nie dagewesen! Clare Schäfer mit ihren 12 dressierten Siegen. Mittwoch, den 21. März: Benefiz für Rob. Dill. Einmal. Aufführung: " Die neue Herrin". Kom. Operette. Sonnabend, den 24. März: Früh lings Jubel Kostümfest. FreiTanz und Preisverteilung. Heute Sonnabend, den 17. März, abends präc. 7 Uhr: 17. Grande Soirée High Life. Gala Programm. Neu! Neu! Zum 5. Male: Ein musikalisches Entree vott 60 Damen. Neu! Die fliegenden Hunde des Mister Wilkes. Neu!? The two Martinecks? Neu! Der phänomenale Reitfünstler Mister Loyd. Direktor Albert Schumann mit seinen anerkannt unerreicht dastehenden Original Dreſsuren. Zum Schluß zum 43. Male: Doktor Faust. Eine romantisch- phantastische Handlung in drei Abteilungen vom Hofballettmeister A. Siems. Sonntag: 2 große brillante Gala Vorstellungen. Nachm. 312 Uhr: Im Die Weihnachtsbazar ober: Buppenkönigin. Abds. 7%, Uhr: Carl Weiss- Theater Dr. aut. In beiden Borstellungen: Gr. Frankfurterstrasse 132. Nachmittags 4 Uhr: Kinder Vorstellung. Dornröschen. Kleine Pretje. Abends 8 Uhr: Der Gin musikalisches Entree, gespielt von 40 Damen. Nachm. 1 Kind frei. und Garten, Gr. Buß Salon Frankfurterst.85 Inh. Otto Theel. Empfehle meinen Minenkönig von Transvaal. Saat nebst Garten zu Sommerfesten Borzugsbillets haben Gültigkeit. noch für einige Sonnabende. Otto Theel. Kommandantenstraße Nr. 20: ist der schönste Aufenthalt für Ausflüge und Land: partien? Auf der Insel Pichelswerder beim alten Freund. Möbel- Offerte! [* Wegen Aufgabe werden Krausnickstr. 22, bei der Oranienburger. große Borräte von ſtraße. Hof Fabritieicher, Zimmer- Einrichtungen, sowie eleganter wie einfacher Möbel, bedeutend Gr. öffentl. Versammlung der Brauerei- Hilfsarbeiter. eingeine Stücke en oerwaren Tages Ordnung: Spieget und 1. Wie stellen fich die Silssarbeiter zu der jesigen Lohnaufbesserung im unter dem Selbstkostenpreis verkauft! Brauereibetriebe? Referent: Paul Jahn. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission. Zu dieser Versammlung werden fämtliche Hof- und Stelierarbeiter, Stall: Teute, Kutscher, Mitfahrer, Seizer, Maschinisien und sonstige Hilfsarbeiter eingeladen. Es ist Pflicht, pünktlich zu erscheinen, da der Saal um 5 Uhr geräumt werden muß. 29056 Der Einberufer. Tapezierer. Hente, Sonnabend, den 17. März, vormittags 10 Uhr, bei Cohn, Beuthstraße Nr. 21: 177/10 Versammlung der Streikenden. Reichshallen. Gute sparsame Küche erzielt die Hausfrau mit Lösl. Frühstücks- Suppen Gemüse- und Kraftsuppen Bouillon- Kapseln Suppen- Würze MAGGI Stets zu haben bei Ernst Giese, Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee 45. Filiale: Frankfurter Chaussee 105. Möbel auf Teilzahl. Oranienstr. 131. Speck Coulante one uzahl. Babl- Beb. H.& M. Lewent. Beamten fetten a Bid. 55 Bi. 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In dem Möbel- und Polsterwaren- Magazin von Wilhelm Müller, Gerichtstraße Nr. 10, am Hochplatz faufen Sie komplette bürgerliche Wohnungseinrichtungen, sowie einzelne Möbel, Polsterwaren und Teppiche zu nicht erhöhten Preisen auch auf Teilzahlung. 1. Ziehung d.3. Klasse 202. Kgl. Preuß. Lotterie. 8iehung vom 16. März 1900, vormittags. Nur die Gewinne über 160 Wart find den betreffenden Summern in Barentheje beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 23 68 132 263 88 801 36 50[ 300] 1038 50 71 395 505 16 83 664 712 913 34 2078 316 22 465 583 617 43 721 831 50 51 98 988[ 200] 3079 109 13 76 464 524 937 73 41 35 64 242 63 435 49 79 95 599 650 777 868 906 5151 221 52 69 321 89 557 727 33 832 91 940 77 6064 301 522 48 633 63 738 78 859 920 7042 49 254 335 503 791 800 6 95 8033 105 72 81 334 69 94 506 80[ 5000] 97 683 832 936 9099 241 329 410 31 502 65 66 709 58 859 83 906 53 10045 153 266 78 365 67 94 578 662 95 997 11508 19 603 51 863 12249 323 404 515 60 88 921 13024 126 81 334 565 657 92 701 14024 137 99 400 650 80 895 15007 46 87 216 47 485 619 858 82 926 16042 109 49 242 44 521 43 56 626 744 992 17110 49 297 301[ 200] 57 59 89 96 689 18051 128 50 219 56 534[ 200] 861,959 19057 131 241 94 97 305 63 430 566 614 55 20000 389 504 69 74 786 849 930 69 21208 359 420 516 659[ 200] 837 80 968 22138 70 283 370 444 87 577 671 761 98 813 924 23037 209 305 32 628 35 877 24147 251 53 341 626 800[ 300] 944 80 84 25080 255 61 90 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Tages Ordnung: 115/ 5* Das Attentat der ,, Kühnemänner" auf den Neunstundentag durch den Beschluß auf allgemeine Wiedereinführung der 10stündigen Arbeitszeit. Referent Otto Naether. 3878L* Cylinder- Hüte fauft man am billigsten direkt in der Fabrik. Chapeaux claques, weiche und steife Filzhüte, Einsegnungs- Hüte zu billigsten Preisen bei Max Radtke, Blumenstr. 39, Ecke Andreasstraße( kein Laden). X 38262* * Hans Kayser Görlitzer Bahnhof, Plak 6. Billigste Bezugsquelle für Press- u. Steinkohlen. 1.3iehung d. 3. Klaffe 202.Kgl. Preuß.Lotterie. 58 739 47[ 200] 70 117077 118 25( 200) 207 74 307 516 Ziehung vom 16. März 1900, nachmittaus. Nur d.e Gewinne über 160 Mark find den betreffenden Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 3 150 438 503 737 64 97 830 45 928 1044[ 500] 65 76 236 71 343 548 54 93 788 843 71 2188 255 818 20 82 419 95 521 76 612 85 86 867 3027 202 98 353 516 41 660 83 789 865 4100 201 91 338 408 91 545 81 653 [ 200] 96 762 5328 522 753 957 6024 52 56 220 55 316 86 855 90 974 7002 3 95 157 95 231 336 564[ 200] 712 53 902 8132 34 456 70 678 774 86 812[ 200] 998 9042 131 89 67 264 391 93 449 59 642 786 934 50 10120 318 89 93 553 81 651 76 806 910 67 11103 208 35 315 48 403 1500] 540 695 732 51 804 34 12275 378 486 556 642 786 96 13095 178 93 248 77 472 517 63 89 652 705 857 96 14041 69 131 57 75 97 279 322 548 698 937 15003 10[ 200) 407 44 596 679 710 918 16237 72 78 367 473 613 805 920 67 17020 116 19 45 200 344 451 59 757 81 933[ 300] 18031 69 316 586 642 736 19067 377 481 87 99 605 13 23 27 760 808 97 20184 353 528 658 69 951 21219 334 487 585 90 803( 300) 17 974 22299 386[ 300] 413 533 653 59 719 30 82 936 97 23063 173 87 217 32 346 416 19 54 707 62 866 926 24017 79 84 218 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