sr. is.— 1915. Unterhaltungsblatt ües Vorwärts Der Krieg in der Luft.*' ?�uppcn, Bati�ricn und Kolonnen suchen die Deckung, die das Gelände bietet, nicht nur, um Bomben und Pfeilen zu entgehen, sondern auch und nor allem, nm ihre Stellungen und Bctvegungen gehcimzubalten. Der Flieger hat verschiedene Methoden, den Seinen Mitteilungen zugehen zu lassen, irr gibt vermutlich teils direkte Sig- nale. z. B. mit Flaggen oder elektrischen Lampen, deren Licht man mit dem Fernrobr von der Grdc aus deutlich sehen kann. Wenn ein Flieger Kolonnen oder Truppen am Rande eines kleinen Wäldchens liegen sieht oder sie dort vermutet, zeichnet er am Himmelsgewölbe durch seinen Flug die Umrisse des fraglichen Gebietes ab, und so- fort werden Granaten dorthin geschleudert. Eine der wichtigsten Aufgaben der Flieger ist es also, das Artilleriefeuer zu lenken. Wenn eine französische Batterie sich die Aufgabe gestellt hat, eine deutsche Batterie zu beschießen und womöglich zu zerstören, deren ungefähre Lage dem Flieger bekannt ist, so steigt dieser in der Nähe des Ziels auf und lenkt das französische Feuer. Wenn die Granaten zu kurz niedergehen, beschreibt der Flieger einen Kreis mit kleinen Durch- messer». Dann wird der Abstand verlängert. Wird dieser zu groß, so daß die Granate hinter das Ziel fällt, dann beschreibt der Flieger einen Kreis mit großem Durchmesser. Fallen die Granaten links vom Ziel, dann macht er eine Schwenkung nach rechts, fallen sie rechts vom Ziel, dann macht er eine Schwenkung nach links. Auf diese Weise stellt er das Feuer immer näher auf das Ziel ein und erreicht das allein durch seine Bewegungen in der Luft. Es versteht sich von selbst, daß alle diese Kunstgriffe ebenso geschickt von den Deutschen pariert werden. Merkt eine Batterie, daß ein feindlicher Flieger sie beobachtet und das Feuer näher kommt, dann hört sie mit Schießen auf und verändert in der Nacht ihren Standort. Später fuhr ich mit Rittmeister von Behr auf den deutschen Flugplatz bei f., wo sechs Gotha-Tauben mit Mercedes-Mowren in großen gelben Zelten standen. Der einen Taube hatten Schrapnell- kugeln einen Flügel durchbohrt, und der Schwanz war mit kleinen Lappen geflickt; solche„Plaster" werden fast als Medaillen für Tapfer- keit im Felde angeschen. Fe mehr Narben der Aeroplan hat, desto mehr gefahren war der Flieger ausgesetzt, desto mehr hat er über dem Feuer der Feinde aufs Spiel gesetzt. Ich weiß nicht, welches Gefühl am unangenehmsten ist: einen fremden Flieger gerade über sich zu haben oder zu wissen, daß eine Ballonabwehrkanone gerade unter einem steht und zielt! Während wir ans dem Flugplatz waren, stiegen zwei Tauben aus. Es ist unendlich schön, ihre weichen, leichten Bewegungen zu sehen Ehe man weiß, wie es geschieht, verlassen die feinen Räder den Erdboden, die Taube steigt langsam über das Feld empor und gleitet über die Baumlvipfel dahin. Dann erhebt sie sich in Spiralen immer mehr über die Erde, und die zwei gewaltigen Eisernen Kreuze unter ihren Flügeln werden immer kleiner. Sic macht es wie die Brieftaube, die erst bis zu emer gewissen Höhe mi steigt, um einen orientierenden lieberblick über das Land zu gewinnen, und dann in gerader Linie auf ihr Ziel losschießt. Denn als unsere erste Gotha- Taube genügend hoch gestiegen war, ging sie aus der letzten Spirale direkt nach Süden ans die französischen Stellungen zu und West über diese bin. Dort muß der Beobachter, der mit Karte, Notizbuch und Fernrohr vorn sitzt, seine Beobachtungen machen und dann mit seinen Berichten zurückkommen, wnm er nicht während der Fahrt herunter- geschossen wird. lieber der feindlichen Steilimg geht man in eine Höhe von 2000 oder 2500 Metern, um einigermaßen vor dem Feuer von unten sicher zu sein. Aber' schon 600 Meter hoch bekommen der Flieger und sein Kamerad ein Gefühl von Ruhe, das dann mit jeden inesteren hundert Metern zunimmt. Nach einer Weile stieg die zweite Taube aus und folgte der Spur der ersten.— Ein deutscher Flieger in Bapaume hat nur später mancherlei von seinen Ersahrungen erzählt. Er braucht gewöhnlich dreiviertel Stunde»,»nr in eine Höhe von 2000 Metern zu gelangen, und erst wenn er so hoch gekommen ist, fliegt er über die französischen Linien. Tic Aussicht ist brillant. Er hat die Landschaft, in der der Kamps ausgesochtea wird, direkt unter sicb. Bei klarem, schönem Wetter sieht er alles, die luarschiercndcii Truppen, die Munitionskolonnen und die Trainwage», auch wenn sie mit Laub gedeckt sind. Er sieht die Ar- tillerieftcllnngen, wenn sie auch noch so gut in Hecken und Büschen versteckt sind; ja er sieht auch einzelne Reiter und Wanderer aus den Landstraßen. Aber noch andere? sieht er ans seiner luftigen Fahrt: das Feuer und die Ranchwolken ans den deutschen und französischen Kanonen, *) Aus: Hedin, Ein Volk in Waffen.(Brockhaus, Leipzig. Preis 1 M.) 48] Ueberfiuß. Von üf o r k i n U n d e r s e n N c x ö. Zerstreut los er die Inschriften aus heu Gräbern.„Ich klebe heim, um mit meinen Lieben zusmnmen zu sein," stand uns einem Grabmol; auf einem anderen:„Hier ruht ein ge- fluider, braver Knabe." Er lächelte in Gedanken und erinnerte sich anderer drolliger Grabinschriften, van denen er gelesen hatte, und gleichzeitig fiel ihm ein. daß er den Kirchhof verlassen müsse, wenn er nicht durch nnd durch uafl werden wollte; der Nebel troff von den Zweigen und siel in großen Tropfen ans ihn herab. Aber er blieb trotzdem sitzen nnd ver- suchte, eine witzige Grabschrist für sich selbst zn verfassen: „Er hatte eine ewig-mißvergniigte Weltanschauung— infolge elender Verdauung." Ewig� Na ja, die Worte klangen ganz nett. Aber stammten sie von ihm selber� Sie muteten ihn so bekannt an. Fußtritte auf deni Kies ließe» ihn zusammenfahren und aufschreien: Frau Sorensen kam ans ihn zn, sie mußte an der unteren Ecke des Kirchhofs, wo gleichfalls ein Törchen war, hereingekommen sein. Ihre Augen blickten stechend, und sie hatte rote Flecken im Gesicht. „Haben Sie Angst vor mir?" fragte sie bitter. „Nein— ich— warum?" fragte er verwirrt. „Ich dachte bloß, Sie wichen mir ans,— aber das haben Sie nicht nötig. Ick wollte nur— nun, wo ick fort reise und Sie vielleickt nie mehr zu sehen bekomme---" „Reisen Sie fort?" fragte Karl erstaunt.„Von Ihrem Manne fort? Im Ernst?" �_ „Ja. heut abend. Und da ich oic traf, meinte ich, ich wollte Ihnen adieu sagen. D esse n brauchen Sie sich wenig. stens nicht zu schämen— wie der Blumen." Ich habe mich der Blumen nicht geschämt. Aber mir scheint, wenn man Ihre nnd meine Stellung in Betracht ziebt, namentlich meine, übrigens alle Verhältnisse, so.. Er wußte nicht, was er dieser Frau antivorten sollte. „Ich weiß recht gut. daß es häßlich vou mir war, und daß das mit den Brieien und den Blumen mißverstanden iverden konnte." sagte sie uiedergeschlageii. Von meiner Seite war es bloß gemeint als— na, jetzt werden Sie mich ja ganz los, darüber freuen Sie sich gewiß?" „Ganz los— ich Sic? Ich verstehe nicht." „Toch. Sie verstehen mich sehr gut: ich will wich von meinem Manne scheiden lassen. Alle anderen glauben, ich ginge bloß in ein Sanatorium für Nervenkranke; so hat er es die Niederschläge und Explosionen. Es donnert nnd blitzt unter ihm von allen Seiten, und nicht genug damit: die Franzosen richten ihre Abwehrkanonen gegen ihn, um seine Flugmaschine zn zerstören und ihn zn töten. Ein Schrapnell nach dem andern krepiert in seiner Jiähc. Er ist in ungeheurer Spannung, das gestand er gern zu. Roch war er nicht perivundet worden, aber die Flügel seines Aero- Plans zeigten mehrere Schrapncllöcher, die mit kleinen Pflastern ausgebessert waren. Er hört die Masäiiiiengewelm' und die Gewehre knattern nnd iveiß, daß sie ans ihn gerichtet sind, und daß er mit dem Fernrohr von allen Seiten beobachtet wird. Wenn er dies ewige Donnern hört nnd weiß, daß er jeden Augenblick getroffen werden und fallen kann, muß er sich zusammennehmen, um nickst seine Kaltblütigkeit zn verlieren, denn in einer solchen Situation geben auch die stärksten Nerven nacks. Er tut seine Pflicht, er darf nicht nachgeben. Die Nerven- spcmnung kann er nicht überwinden, denn er ist ein Mensch. Aber er kehrt nicht um. bevor er seinen Auftrag ausgeführt und erfahren hat, was er wissen will. Seine Ailftnerksamicit ist aufs höchste angespannt, er sieht und hört alle?, nichts entgeht ihm. Er bemerkt auch schon aus weite Entfernung den französischen Aeroplan, der auf ihn lossteuert. Aber er ändert seinen Kurs nickst. Sie kommen sich immer näher. Keiner denkt daran, auszuweichen. Ein Zuschauer muß sich sagen, sie gehen einer unvermeidlichen Katastrophe ent- gegen, sie gehen ins Verderben. Aber so weit setzen sie ihren Flug doch nicht fort, denn bei einem Zusammenstoß stürzen sie beide herunter und finden den Tod, nnd das betrachtet man ans beiden Seiten als unnütz und unpraktisch. Der eine weicht daher rechtzeitig aus. Der Franzose ist oft mit einem Maschinengewehr beivaffnet, das für seinen deutschen Kollegen bestimmt ist. Daher geht der Deutsche mit Hilfe eines hastigen Griffs im rechten Augenblick entweder unter oder über seinen Gegner hinweg. Kommt er unter ihn, so lvird das Maschinengewehr, das nickt nach unten schießen kann, unschädlich. Steht er über seinem Gegner, dann erhall er einen Schutz durch den leichtgepanzerten Boden des Aeroplans. Die Hauptsache ist, daß er nicht in derselben Ebene wie der andere bleibt. Aber es kann sei», daß auch der Franzose aufsteigt, und daß ein Wettstreit entsteht, sich in der Höbe zn überbieten. Lst umkreisen sie sich lange wie ein paar spielende Eintagsfliegen, nähern sich einander, trennen sich, verfolgen und schießen, weichen ober immer einem Zusammenstoß aus. Es ist eine unbeschreibliche Spannung, nnd unierdes donnern unten die Kanonen und belauern die Soldaten sich in ihren Schützengräben. Wenn alles normal geht, kann der Flieger drei Stunden in der Lust bleiben. Hat er seine Aufgabe ausgeführt, so fliegt er nach der deutschen Seite zurück, hält den Motor an und gleitet in vier Minuten, die jedoch unendlich lang erscheinen, herab. Er geht im Gleitflug her- unter und kann imtcr gewissen Verhältnissen landen, ohne wieder den Motor in Gang zn setzen. Mit einem Gefühl des Behagens setzt er die Füße wieder auf das feste Land. Wirkliche Ruhe hat er jedoch selten, denn gerade die Fliegerstationcn werden von feindlichen Bombentverfcrn gern ansgesucht. Die französischen Flieger steigen oft ohne Beobachter auf, um inehr Bomben mitnehmen zn können. Ist der Apparat mit zwei Per- somm belastet, so können mir drei Bomben initgeiwmmen iverden, sonst sechs oder mehr. Eine Bombe wiegt 10 Kilogramm und ist einen halben Meter hoch. Die Treffsicherheit richtet sich nach der llebiing. Die meisten Boniben richten keinen Schaden an. Am öftesten Iverden Pferde getroffen. Als ich in Bapaume war, flog ein Flieger über ein Biwak in der Nähe. Fünf Man» hielten es für ratsam, unter einem schwer belastelen Bagagelvagen Schutz zn suchen. Aber der Wagen wurde getroffen, und von den Lentcii fanden sich nur noch Fetzen vor, als Hilfe anlangte. Wie weit ist es! Häufiger wohl als sonst wird in Kriegszeiten die Karte zur Hand genommen. Das geschieht im Felde wie bei denen, die in der Hemmt geblieben siiw. Gute Karken sind ja für. den Soldaten ganz unentbehrlich. Man bedenke doch beispielsweise, daß unter llmständen aus gedeckten Stellungen nach unsichtbaren Zielen ge- schössen iverden muß. Da kann nur die Karte die nötigen Weisun- gen geben, wie das Geschütz zu richten ist. Oder die Truppe marschiert in Feindesland, Ivo niemand Weg nnd>»teg kennt. Auch dann wird nur die Karte helfen, llnd man wird mit Reckt behaupten können, daß eine Armee, die das Bild eines Landes in guten Karten mit sich führt, dasselbe schon zum Teil„in der Tasche hat". arrangiert, weil er Angst vor einem Skandal hat; aber er weiß recht gut. daß ich nie mehr znriickkomme. Und ich Hab gedacht, Sie sollten die Wahrheit erfahren und nicht mit einer Lüge abgespeist werden wie die anderen,— weil Sic wir Ver- ständnis entgegengebracht haben." „DaS ist schön von Ihnen," sagte Bänder und machte Miene zn gehen.„Ich will Sie auf Ihrem Morgenspazie» gang nicht stören. Leben Sie wohl! Wir sehen uns— wie Sie vorhin sagten— Wohl kaum noch." Er reichte ihr die Hand. Sie hielt sie krampfhast feit und sah ihn bittend an. „Sie sollten nickt so hart seinl Ick ineine, Sie könnten mir recht gut einen Augenblick opfern, wenn ick zwei Stunden gesessen und auf Sie gewartet habe, so daß ick ganz durch- näßt und verfrocen bili. Aber es zieht Sie vielleicht etwas fort?" fügte sie mit boshaftem Lächeln hinzu. Er iialmi die Hand mit einem Ruck zurück und runzelte die Stirn.„N»li soll's genug sein," sagte er und begann zn gehen. Sie legte ihre Hand auf seinen Arm.„Ach, warten Sie doch, ivarten Sic doch!" bat sie mit einer Stimme, die vor Schluchzen zitterte.„Sie wissen gar nicht, was ich getan habe. Ich habe ihm erlaubt, mich der Unzucht zu beschuldigen, und ihm gedroht, sie wirklich auszuüben, wenn er mich nicht losläßt. Und ich babe ans jedes Anrecht auf Unterstützung durch ihn schriftlich verzichtet, so doß ich jetzt ganz allein und hilflos in der Welt dastehe,— bloß um von ihm fortznkommen. Hat denn das alles gar keinen Wert? Könne» Sie einem Men- scheu, der so viel getan hat, und den Sie»ic mehr zn sehen bekommen, nicht eine Minute Ihres Lehens opfern?" Gegen seinen Willen erwachte sein Mitgefühl.„Wohin reisen Sie?" fragte er zögernd. „Ick weiß es noch nicht, ober es ist auch gleichgültig. Ich kann mich überall aushalten, nur hier nicht." „Haben Sie gar keine Maßnahmen getrofse» oder etwas für die Zukunft in Aussicht geuowmen? Es ist doch reckt vermessen, sich so ins Ungewisse zn stürzen— für Sic als Frau und in Ihrem Alter. Sie könuen krank werden, müsseu hungern, Not jeder Art leiden, ohne jemand zur Seite zu haben." Seine Stimme wurde warm vor Bewegung. „So reisen Sic mit mir!" flüsterte sie plötzlich und griff nach ihm. Er zuckte zurück, dann zwang er sich zu einem Lachen. „Zum Glück sind Sie zu Scherzen aufgelegt." sagte er. „Und worum sollte ich das nickst sein, jetzt, Ivo alles in so hellem Lichte vor mir liegt? Weil ich Weib bin. darf ich wohl auch versuchen, etwas zu erleben? Und ich bin jung Auch die Daheim gebliebenen freuen sich, wenn ihnen die Zeitung eine hübsche Uebersichtskarte der Kriegsgebietc gibt. Dabei wird aber sehr häufig das Interesse in der Frage gipfeln: Wcc weit ist es von diesem Orte zu jenem? Wieviel Kilometer haben unsere Braven noch zurückzulegen, bis sie da oder dort sind? Diese Kilomelerfragc, wenn wir sie so nennen dürfen, die im Feld natürlich noch viel bedeutsamer ist, läßt sich jedoch nicht immer leicht beantworte», nnd es ist recht interessant, zu prüfen, wie ncan denn Entfernungen auf der Karte überhaupt mißt. Alle unsere Karte» müssen, auch wenn ein noch so großes Blatt zur Verfügung sieht, natürlich im sogenannten verjüngten Maßslabe gezeichnet werden. Dieser ist in, allgemeinen bei den Karten angegeben, und es ist dies auch als durchaus wünschenswert zu bezeichnen. So lesen wir etwa: Matzstab l: 200 000, und das heißt also, daß jede Strecke der Karte in Wirklichkeit 200 000mal so groß ist. Das Millimeter würde daher hier eine Entfernung von 200 Metern darstellen, nnd 5 Millimeter wären gerade Z Kilometer. Allerdings werden den, Beschauer einer 5karte derartige Rechnungen gewöhnlich nickt zugemutet. Es pflegt vielmehr meist der Maß- stab noch direkter angegeben zn sein. Er stellt sich in unseren, Falle etwa als eine 25 Millimeter lange Linie dar, die von 5 zu 5 Millimetern unterteilt ist und die Bezeichnungen 0, t, L, S, 4, 5 Kilometer trägt. Nun wird sich auch der Laie unschwer in solch einen Maßstob hineinzufinden vermögen. Man könnte daher annehmen, daß die Frage nach Entfernungen allenthalben mittels eines Zirkels schnell nnd sicher beantwortet werden könnte. Und doch bieten sich hicr besondere Schwierigkeiten! Wir wissen, daß die Erde eine Kugel ist. während unsere Karten ihre Gebiete stets als ebene Gebilde darstellen. Hierin liegt etwas Fehlerhaftes, was aber nicht zu vermeiden ist. Stellte unser Planet nämlich etnen Kegel oder einen Zylinder dar, so würden sich die Mäntel sehr wohl zn einer Ebene auseinander- falten lassen, und man könnte das Runds als Ebenes abbilden, ohne den räumlichen Gestaltungen irgendwelche Gewalt anzutun. Dagegen ist es mathematisch unmöglich, eine Kngelfläche aus eine Ebene zu bringen, und ivenn die Geographen die verschiedensten „Projektionen" ersonnen babcn, um das Kartennetz doch auf die Blätter unseres Atlasses zu zwir-gen, so bedeuten sie im Grunde doch nur mehr oder weniger geschickt ersonnene Auswege._ Infolgedessen wird auf einer Karte ctlva das Verhältnis zwischen Zeichnung und Wirklichkeit am einen Rande nicht mit dem über- einstimme,,, welches an, anderen herrscht. Damit lvird aber der angegebene Maßstab unsicher; er kann nur den Rang einer Durch- schnittsgröße beanspruchen. Heberall also. Ivo große Gebiete abgebildet sind, wie etwa ganze Weltteile mit den für sie notwendigen Projektionen, Iverden Entfernungsmessungen vielfach ungenau bleiben, Ivenn auch der Zeichner einen bestimmten Matzstab angegeben und damit be- hauptet hat, daß man nach einem solchen die Entfernungen be- messen dürfte. Und wenn bei Karten in der bekannten Mercator- projektiv,, für den Gürtel zwischen 0 und 20, 20 und 40, 40»nd 60, 60 und 80 Grad Breite ein besonderer Ratzstab angegeben ist, sa bedeutet dies wohl ein gewisses Eingehen auf die Seltsam- keiteu solcher Karten; aber es lvird dadurch doch nur der gröbsten Widersinnigkeit vorgebeugt. Stellen wir dagegen, wie dies ans Generalstabskarten. Meßtischblättern und dergleichen geschieht, nur kleine Ausschnitte der Erdoberfläche dar, so'lassen sich diese immerbin so zeichnen, daß sie die Verantwortung' für den angegebenen Maßstab fast vollständig zu tragen vermögen. Darum kommen hier diese Bedenken praktisch weniger in Betracht. Aber auch ans einer Spezialkorie mutz man messen lernen! Greife» wir nämlich die Entfernung zweier Punkte mit dem Zirkel direkt ab. so ermitteln wir damit nur die Luftlinie zwischen ihnen. Run mag diese von Bedeutung sein, wenn es gilt, die Bahn eines Geschosses zn bestimmen, die Reichweite der Funken- telegraphie zu prüfe», den Weg einer Brieftaube zn messen, oder die Zonen für gewisse Postbereichc sestzulegen. Wenn es sich jedoch z. B. nm einen zwischen zwei Orten zurüikzulegendei. Weg handelt, so wird derselve zumeist durchaus nicht in gerader Linie gemessen werden dürfen. Da gilt es denn, mit einem Zirkel solchen Pfaden sorgfältig in kleinen Schritten zu folgen._ Oder es tritt im Meßrädchen ein gefälliges Instrument in Dienst, mit welchen, die Strecke abgerollt wird, worauf ihre Länge au? den Rad- Umläufen bestimmt wird. So will auch das Entfernungsmessen gelernt sein! genug, dies und jenes zu nehmen, wie es kommt. Aber das ist gar nicht nötig, denn es wartet meiner Glück genug." Mit ironischem Lächeln neigte er den Kopf. „Ihrer nicht," erwiderte sie hastig,„llnd Sie sind zn schwach zn verstehen, was ich weine. Ich bin auch bloß hier- her gekommen, weil Sie mir leid taten nnd ich dachte, Sie sollten wissen, wie die Dinge lägen. Ich will es nicht ans mich laden, treulos zu sein, aber im übrigen ist es mir gleich- güllig, wie Sie es auffassen." Karl begann müde zu werden.„Sie haben mir das Vor- kaufsrecht zugedacht? Vielen Dank, aber ich bin— wie Sie selbst angedeutet Haben— bereits gut versorgt," erwiderte er boshaft. Sie blickte in die Ferne: „Ich hätte Sie pflegen nnd gut zu Ihnen sein können, weil ich ein Herz für alles Leidende habe. Aber Sie sind ein llnglücklicher, der sein eigenes Wohl nicht kennt. Ter Schwache weiß nichts vom Glück,— nnd warum sollte ich mich wohl zweiinal für einen Unglücklichen opfern? Nun habe ich mcin Bestes zwanzig Jalire lang belvabrt, und jetzt will ich das Recht haben, einen Mann ganz glücklich zn machen. Da draußen gibt es Männer, aufrechte, starke Männzr, die ein reifes Weib, dos sich seiner selbst bewußt ist, der siebzehn- jährigen Gans vorziehend Mit unbegreiflichem Stolze sah sie ihn an und reichte ihm die Spitze ihrer Finger:„Adieu! Und bilden Sie sich nicht zn viel ein, weil eine Frau Mitleid mit Ihnen gebabt bat. Einigen Menschen ist es gegeben, sich so reich zn fühlen, daß sie ihren Ueberfluß mit anderen teilen müssen." Sie lächelte groß und nachsichtig und ging aufrecht de» Weg entlang. Er schlug die entgegengesetzte Richtung ein. Als er ein paar Schritte gegangen war, horte er laufende Fußtritte, und bevor er sich nmdrchtc, hatte sie sich an ihn geklammert. „Gehen Sie doch nicht so von mir! Wie können Sie das tun! Wie können Sie das tun!" schrie sie, und Zuckungen von Schmerz entstellten ihr Gesicht.„Sie sehen ja, wie ich Sie luchc, und nun wenden Sie mir so grausam den Nucken. Es geschieht ja alles um Ihretwillen, und wenn Sie wollen, werde ich Ihnen mein ganzes Leben opfern nnd Sie hegen nnd pflegen. Ich werde Ihnen keine Fessel auferlegen; Sie sollen tun und lassen können, was Sie wollen, wenn ich nur bei Ihnen sein und mich die Ihre lieiiiien darf.— Das andere war gar nicht wahr— ich bi n zu alt, ich mache mir nichts daraus; wenn ich nur um Sie sein darf, nnd wenn Sie nur mit mir reden, wich verstehen nnd Vertrauen zn mir haben wollen. Ich hranche einen guten, guten Freund, um glücklich zu sein— nichts anderes,"'(Forts. folgtI � Theater. Goethes F a u st i ui S ch i l l c r- T h o a t c r. Ein gecütlcU volles Haus, eine anscheinend mit Vertrautheit au die Dichtung diugegebene Zuhörerschaft drückte dieser Vorstellung ihren besonderen Stempel aus.„Faust"— wie man auch über die Naivität des mittelalterlich deutschen JungweibeS bei Goethe beulen mag— sollte ja nicht bloß die HauSbibel des Volkes sein, sondern iiberbaupt immer mustergültig gegeben werden können, ohne daß ein Extra- verdienst in solcher Verpflichtung gegen den größten Genius unserer Poesie erblickt würde. Ob Georg PaeschkeS Darstellung des Titelhelden alle Bedingungen restlos erfüllt, sage ich nicht. Mir seinem allen Kaust wird man mitgehen! denn da befindet sich der Schauspieler mit der durch das dichterische Wort in realistisches Leben umgesetzten Situation im vollen Einklang. Den v c r j ü n a t e n Faust zu ver» körpern, gelang dem Künstler weniger eindringlich. Alfred Brauns Mephisto war entschieden ein shmpathischer Gesell und war' es noch inehr, wenn er das Gesichlcrschneiden weniger aufiällig als un- crläßliches Charakteristikum seines Helden ansähe. Margarete und Else W a s a: der Vergleich hinkt schon. Indessen hatte die auf dem Parkelt der Gesellschaftsdamen so � sickere Darstellerin doch auch ihre sehr starken Seiten. Das Stärlste gab sie allerdings in der erschütternden Kerkerszene. Und dann sind von kleineit Rollenvertretern Fanny Wolfs(Frau Schwertlein) und Otto Laubinger(Schüler) sowie die Kumpanei im Leipziger Keller und die Hexenszene als sehr gelungen zu bezeichnen. Die bildliche Ausstattung war in mancher Beziehung hervorragend gut; hie und da etwas überladen. Die steis in ägyptische Finsternis getauchte Bühne bei allen Verwandlungen vermochte die Zweckmäßigkeil dieser ihrer Eigenschaft nicht überzeugend darzulun. Auch sollte künftig noch mehr Sorgfalt auf die genaue Wiedergabe des Textes ver- ivendet werden als diesmal. Im ganzen darf aber dieie zmn aulen Teil von poetischer Weihe durchlränlte Fauftaufführung den besseren ihrer Art zugezählt werden. ek. Kleines Zeuilleton. Seachp Heaö. Zwischen Brighton und Hostings ragt an der Südküste Eng- laud eine gewaltige Felsnase ins Meer. Das ist Beachq Head mir seinem gewaltigen 47 Meter hohen Leuchtturm, der die jüngste Tal eines unserer Üntersecbote sehen konnte, das den englischen Truppentransportdampfer lS2 hier versenkt hat. Erst bei Brighton beginnt das niedrige und sumpfige Küstengebiet, auf dein noch Portsmoulh liegt, dem festen Gestein zu weicben. Der Strand wird immer steiler, und bald ragen Klippen an der Küste empor. Di« Ausläufer der von Norden kommenden South-Downs werden all- mählich höher, bis sie das Vorgebirge Beacky Head er- reicht haben und hier angesichts des Kanals jählings in das Meer abstürzen. Mit dem Periskop eines UnterseeboteS kann man an dieser Felsenküste außer dem gewaltigen Leuchtturm nur die von schäumenden Wellen umbrandeten Felsen sehen. Was sie dem Auge des Unterseebootes verbergen, ist eine keineswegs reizvolle Land- schaft. Kurzes, wenn auch fettes GraS bedeckt die Hügel der South- DomnS, die ausschließlich Weiden für die besonders geschätzten� süd- englischen Sckafe abgeben. Ab und zu durchzieht ein alter Stein- wall die Landschaft oder auf einem der Hügel wird hinter einer Erdaufschütrung eine Steinmauer sichtbar. Diese ruhigen Weidegefilde waren einst vielumstritteileS Gebiet, und heute noch find die altenglischen Befestigungswerke deutlich er- kennbar. Das bekannteste von ihnen ist wohl der»Poor Man'S Dyke", ein gewaltiger Wallgraben in unmittelbarer Nähe der Stadl Brighton, der sich in zwei Kilometer Länge bogenförmig um einen Hügel herumzieht, der ebenfalls noch die Reste ehemaliger Bekesti- gungZwerke trägt, die von den abergläubischen Bewohnern der Gegend nicht als Menschenwerk betrachtet, sondern dem Teufet zu- geschrieben werden und im Volksmund„Devil's Dyle" heißen. Beachy Head hat schon wiederholt de» Donner feindlicher Ge- schütze gehört und die Vernichtung englischer Schiffe durch Feindes- Hand gesehen. Bekannt ist der hier eriochlene Seesieg der Fron- zosen unter Admiral Tourville über daö englisch-holländische Geschwader unier Lord Torrington vom 10. Füll 1690, eine der größten Seeschlachten der damaligen Zeit. Die Anhänger deö katholischen Thronprälendenten Jakob rührten sich in England immer mehr, Jr- land stand seit über einem Jahr in erfolgreichem Aufstande, und die Herr- schalt deL kaum auf englischem Boden gelandeten Wilhelm von Oranie» schien bedroht. Da veranlaßte dieser die verbündete englisch-holländische Flotte, ihren Schlupfwinkel hinter der Insel W>ghl zu Verlanen und dem Feinde entgegenzufahren. Mit 60 Schiffen stieß Lord Torrington auf die 7V französischen Fahrzeuge Admiral Tourvilles, der mir geschickter Taktik zuerst die holländische Nachhut angriff und sie gesondert schlug. Erst die einsetzende Ebbe trennte die Gegner. Als die Flut sie von neuem aneinander brachte. flohen die Engländer und mußten 16 ihrer schwer beschädigten Schiffe auf den Strand von Beachy Head auflaufen lassen und in Brand stecken, um sie nicht dem Gegner auszuliefern. Die Frau- zosen verloren nicht ein einziges Schiff. d!e Deutschen in Älle. Wie die deutsche Militärverwaltung für die Stadt Lille und deren Umgegend sorgt, gebt auS dem vom.Buchhändler» Bölsenblatt" veröffenllichlen Brief eines Landwebrunleroffiziers Greßmann hervor. Die Schulen, die mehrere Monate infolge des Mangels an Lehrkräften geschlossen waren, haben jetzt den Unter- richt wieder aufnehmen müssen und die Zeiten sind vorüber, wo jeder Knirps auf der Straße auf die Frage nach seinem Lehrer mit liefer Befriedigung antworte» konnte:„Lareiiz laguerre, pour faire pouf."(Im Krieg, um puff— puff zu machen.) Sodann haben die Gespanne der deut'chen Artillerie und des TrainS während des trockenen Wetters die vernachlässigten Felder der ftanzösilchen Bauern bestellt und die Ausiaat vorbereitet, damit die Bevölkerung nicht Hunger leiden muß, wenn audere ernten. EineS besonderen Schutzes erfreuen sich aber die Bücher und Kunstschätze der in der Umgebung liegenden Schlösser altftanzösischer Adelsiamilien, die ein beliebtes Ziel der englischen Geschütze bilden. Ihre Biblio- lheken und kostbaren Kunstwerke sind von den Deuischcn größtenteils in Sicherheit gebracht worden. Das deutsche Gou- vernement bat angeordnet, daß der Direktor des Liller Museums in Begleitung eines Offizier» die in Frage kommenden Schlösser durchgeht und alle die Sachen bezeichnet, die vorläufig in Sicherheil gebracht und dem Besitzer nach Beendigung des Krieges wieder zugestellt werden sollen.„Ich selbst,— so schreibt der in Friedcnszeiten als Buchhändler tätige Landwehrunlerosfizier— habe den Auftrag gehabt, die Bibliothek eine» Schlosses auf wert- volle Bände durchzusehen und weiß, daß dort allein viele Hundert Werke, worunter sich eine ganze Reihe Erstausgaben ftanzösiicher Klassiker befinden, vor der Zerstörung durch den Krieg betvahrt worden find."_ Groöno. Die Stadt Grvdno, in deren Nähe soeben ein Teil der russischen Armee eine schwere Niederlage erlitten hat, ist als Hauplsiadl des gleichnamigen westrussischen Gouvernements von größter strategischer Bedeutung, liegt sie doch al» wichtiger Eisenbahnknotenpunkt an der Strecke Warschau- Petersburg. Jeder Reisende, der Grodno besucht, wird sofort unter dem Eindruck stehen, in einer echt russischen Stadl zu weilen. Denn trotzdem Grodno mehr als 50000 Einwohner Hot, find die weitaus meisten Häuser nicht» anderes als schwarze Holz- Hütten. Die Verwendung des Hölzes beim Hausbau lag aller- dingö hier auch sehr nahe; denn da» Gouvernement Grodno ist außerordentlich waldreich; die große Biolowiescher Heide und der riesige Groduoer Wald sind fast unerschöpfliche Holzquellen. Grodno ist Sitz deö Gouverneurs und glciebzeittg eine gut befestigte Garnisonsstadt, woher sich auch erklärt, daß sich die Russen nach der vernichtenden Niederlage ihrer 10. Armee gerade hier zu neuem Gefecht gestellt haben. In der russiich-polnischen Geschichte hat Grodno wiederholt eine Rolle gespielt. Bereits zu Ende des 12. Jahrhunderts wurde eS in einer Urkunde erwähnt. Im Jahre 1241 schwer heimgesucht durch den lleberfall der Tataren, kam Grodn» einige Zeit später an die Litauer. Die Glanzperiode der Stadt fiel in die Jahre 1576 bis 1586, als Stephan Bathori, der nach seiner Vermählung mit der jagellonischen Prinzessin Anna König von Polen geworden war, hier seine Residenz ausschlug. Er hat während der Zeit seiner Regierung sehr viel sür Grodno getan, dessen Handel mit Getreide und Bauholz damals den ersten Ausschwung nahm. In Grodno wurden teil dem Ende des 17. Jahrhunderts die polnischen Reichsrage abgehalten; hier unterschrieben die polnischen Reichs- stände die zweite Teilung Polens, und hier legte Stanislaus August Poniatowsli am 25. November 1795 seine Krone nieder. Seil der zweiten Teilung Polens ist Grodno in russischen Besitz über- gegangen, um 1801 Gouvernementssiadt zu werden. Auch als Industriestadt ist Grodno heuie von Bedeutung. ES gibt dort in erster Linie Gewehrtabriken? daneben versorgt Grodno das Gouvernement aber auch noch mit Maschinen, Wagen, Seife und Lichtern. Der ledhafte Verkehr wird dadurch noch begünstigt, daß ganz in der Nähe der Siadt die Mineralquellen von Druskieniki liegen, die jährlich von Tausenden von Badegästen be- sucht werden._ Notize». — Vorträge. Prot. Sleindorff hat sich bereit erklärt, seinen Vortrag„Der Suezkanal, Aegypten und England" am Montag in der Urania noch einmal zu wiederholen, da die Eintrittskarten zu dem ersten Vortrag bereits sehr früh vergriffen waren. — NovelliS Abschied von der Bühne. Ermcte Novell!, der berühmte, auch bei uns nach Verdienst geichätzte italienische Darsteller, hat sich dieser Tage in Mailand von seinem Publikum und seinen Kollegen verabschiedet. Ter große Künstler, der zum letzten Male auf den wellbedeutcnden Brettern stand, hatte zur Abschiedsvorstellung den„Papa Lebounard" gewählt, der zu seinen vorzüglichsten Rollen zählt. — Nathan der Weise und der Weltkrieg. Der klerikale Rotterdamer.Maasbode" findet, daß der Zweck des Weltkrieges, die Hebung der Frömmigkeit, noch nicht genügend begriffen werde. Die Sünde geht noch boffärlig umher, und als LieblingSstätte bat sie sich das Wiener Hoslhealer auLerloren. Der Wiener Berichterstatter des Blattes erzählt voll Entrüstung, daß man dort nicht nur Schnitzlers.Einiamen Weg", diese„Flut von Fäulnis" aufführt, sondern noch ein Stück, von dem er meint, daß möglicherweise ein Leser de».Maaöbode" es kenne. Er schreibt:.Es ist selbst mög« lick, daß irgend ein Leser über die grotesken Naivitäten, die .Nathan der Weise" der Welt als prima Weisheil auf- drängen will, in Verwunderung geraten ist.... Während der müde Soldat im feuchten Laufgraben das langvergeffene Vaterunser wieder stammelt... beschäftigen sich die ersten Schau'pieler Wiens damit, eine Religion anzupreisen, die in Wirklichkeit kein Recht hat. diesen herrlichen Namen zu tragen und niStS anderes bezweckt, als die halb idiotischen Sentenzen verbummelter Theologen an den Platz der allein seligmachenden Lehre des heiligen Evangelium» zu setzen...." — Die russische Nordpolexpedition. Ein Funken- telegrainm von der Nordpolexpedition des russischen Kapitäns Willitzky meldet, daß die Expedition für ein Jahr Vorräte besitzt. DaS neuentdeckie Nikolaus ll.-Land dehnt sich bis 77 Grad 50 Min. nördlicher Breite und Lg. Grad östlicher Länge auS. Die Expedition hat bei Bennet-Land eine neue Insel, die an Umfang und Aussehen Bennet-Land gleicht, entdeckt. Sie liegt aus 76 Grad 10 Min. nördlicher Breite und 153 Grad östlicher Länge Terwaltnng Berlin. Teb-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Nuugestraße 30, Bezirk Weddinq, Gesundbrunnen, Moabit. Montag, den 1. März, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in Deibels Festsälcn, Kolbergcr Straße Nr. 23. I�icKtdilÄez'-�oHTaA: Em Befueb der Kriegdfcbauplätze in Ostpreußen. Bortragender: Kollege Ahlemeyer. Bezirk Osten 1, 2, 3 und östliche Vororte. Mittwoch, de» 3. März, abends 8 Uhr: Gtliltiiisllmt Mitglicdkr- Ucrsilmmliliig in den Prachtsäle» des Ostens, Frankfurter Allee 48. Ein ßefueb der Kriegascbauplätze in Oftpreußen. Vortragender: Kollege Ablemcycr. 97/9 Zu den Lichtbilder. Borträgen find die Frauen der Kollege» freundlichfi mit eingeladen. Die Verwaltnng. Verband der Sehneider, Sehneiderinnen nnd Väsehearbeiter Deutschlands. Sebaslianslr. 37/38. Filiale Berlin. Tel. Amt Mpl. 9737. Achtunq! itstir nur Zlemaltungsstelle Kerlin. N 54, Flllieilstr. 83—85. Seiephon: Aml Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Sonntag, de« S8. Februar Ivis, vormittags 11» Uhr: Versammlung sämtl. mit Granatenzündern beschäftigten Zink-, Zinn- u. Bleigießer, Former, Metallgießer usw. im Lokal von Müller, Alexandrinenstraße 32. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtigen Lohnverhältnifle in unserer Branche und deren Abhilfe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Pünktliches und zahlreiches Ecscheiucu aller Kollege» erwartet 132/17 BSe Orteiverwaltung. Hmkil-Koilsrlitm. Achtung Sattler auf Sonnabend, den 27. Februar, abends S1/] Uhr: Mitglieder- Uersammiung bei Schulz, Königsgraben 2. Tagesordnung: 166/2 1. Wie stellen wir uns zu dem Autrag des Arbeitgeber- Verbandes,„allen Firmeu sämtliche Tarisserien zuzugestehen". Referent Kollege Ivuare. 2. Mitteilungen. 3. Verschiedenes. Kollegen I Da es(Ich um sehr wichtige Tarifangelegenheiten handelt. ersuchen wir um vollzähliges Erscheinen. Hie Kommission. Geschirre, Kummete, Sättel, Zanmzeuge sowie lkcdlige ed?Monmen perfekte Zuselmeider und Zurlebter (nur gelernte Sattler) bei guten Attordfäuen und Löhneu gesucht. tteeresQusrusUinKs-Qes. m. b. H. Berlin, Potsdamer Straße 27a. 16/3* Qewerksehaffshaus Größtes und vornehmstes Etablisfemenl von Berlin. � In sämtlichen Sälen: K O 11 2 C 1* t* Im Hochparterre von 4 Uhr ab: Kaffee»«. pi'omena