Nr. 64.- 1945. Unterhaltungsblatt öes vorwärts MiMch, 17. Prj. ms E. 2. G. schreibt der„Münchcricc Hoft": EL War kein schlechter„Einfall", den drei Sohne bc« heiligen Ruffffchen Reiches, ein Untervsfizier und zwei Soldaten, hatten, als sie vor� kurzem, an einem Sonntag vormittag, von Hallorn aus dem„Landl" einen abenteuerlichen Befuck abstatteten. Die uwSko- i A/i/vwvcti*rtf*») Si rrf+r»>• ßilltrf TT zu überschreiten, völlig mittellos sich 20 Stnirdcn auf dem LerclueS- gadener Boden zu belvegcn und sich viermal gründlich satt zu essen, ohne einen Pfennig zu bezahlen und dabei noch achtungsvoll be- handelt zu werden. DaZ war entschieden ein Äunststück gegenüber der armen Bevölkerung, die sie heimsuchten, und die als Grenz- bewohner unter dem Druck der gegenwärtigen harten Zeit besonders leidet. Der„Rottenpinzger", ein hobcr Sechziger, Acsiber und Allein- bcwohner des.Scheffau« HäuSlS" an der Steche Berchtesgaden— Salle in auf der Reckensbsrghöhe, macchte auf der Ofenbank eben sein Mittagsschiäschen. Als er erwachte, sah er zu seinem Er- staunen drei hochgewachsene Soldaten m graubraunen Mnrteln vor sich, die eine fremde Sprache redete» und, da er sie deshalb nicht verstand, mit den Fingern auf den weitgeösfneten Mund deuteten. Ter bestürzte Alte wies aus den Rest seines Mittagessens, der in Gestalt von einem halben Dutzend Knödeln schioeren Kalibers auf dem Tische stand. Tie drei offenbar ganz ausgehungerten Ge- sellen stürzten gierig aus das einfache Gericht los und verzehrten es schleunigst„aus freier Hand". Der gemütliche Bauer merkte alsbakd, dasi die Knödel von den Eindringlingen nur als„Bo-ressen" betrachtet wuroen, erhob sich von seinem Lager und holte aus der Kammer einen Laib Brot mW st>n Sonirtags-Abendbier, einen Liter Berchtesgadener„Hofbräu". Das setzte er ihnen als Rachtisch" vor und betrachtete mit Staunen, wie alles nach und nach in den unergründlichen Mägen der sclt- sauren Besucher verschwand. Mslitärisch grüsieud und die Bcagcn- gegend behaglich streichend, verließen sie mit frmindlichein Grinsen die armselige Hütte. Trotz der Nahe der beiden Grenzhäuser hatren sie nahezu eine Stunde darin verrveilt. Nach mehrstündigem Umherirreri in den Wäldern trafen sie um 4 Uhr nachmitiags im abseits gelegenen Sieinhauslehen in der unteren Au ein. Die dortigen KleinhäuSlersleutc stärkten sie zlvar reichlich mit Milch und Brot, faßten aber Verdacht und schrckten ihre beiden ältesten Kinder, ein acht- und ein zehnjähriges Mädchen, zu der in der oberen An gelegenen Wirtschast mit dem Ersuchen, an die Berchtesgadener Gendarmeric zu telenhonicren, daß Russen in ihrem Häusl angekommen seien. Tic Wirtin jedoch hielt die Mitteilung für einen verspäteten Faschingsscherz, und die Meldung nntcrblied. So entgingen die Flüchtlinge vorerst ihren: Schicksal nnd setzten um 5Jj Uhr abends neugestärkt ihre venoegenc Wan- dcrung bergaustväris fort Wie die drei Glückspilze bei den denkbar schlimmsten Weg- nnd Witte rungöverhälti rissen des Sonntagal'ends bis zum letzten'Leben der über 1000 Meter hoch gelegenen Gnotschaft„Resten" am Göll vordringen konnten, war selbst für die Einheimischen ein„Ziatzl". Allerhand Gefahren bedrohten sie; allen entgingen sie unbeschadet. Im kleinen Wagnerlehen, dem höchsten der„Resten", war das alte Ehepaar Kraiß nachts 11 Ubr durch Lärm im Stall geweckt worden. Die Frau sah nach. Als sie in den Hansgang zurückkehrte, wäre ihr vor Entsetzen beinahe die Laterne ciüsallen; denn da standen im Dunkeln„drei schiach große Loder mit sauwatschlnassn (■'wandln" und deuteten eifrig ans ihre„großen Mäuler. Die gute Me verstand sofort den Wink uiit dem Zaunpfahl, rief ihren Mann herbei und beide taten trotz der späten Stunde alles, um die„gauz ertrigen Mandl»" zu bcfriodigcu. Der Manu beizte ein, um die Kleider und Mäntel der„armen Teifin zu trocknen; die Frau labte sie mit Butterbrot und Milch. eo war es 1 Uhr nacht S geworden. Die Russen machten keine Miene, zu gehen. In dem kleinen Häuschen aber konnte man ihnen kein Nachtlager gewähren; zudem schöpften die Leute allmählich Verdacht. Die Frau schlich sich zu einem Nachbarn, der über eine „Birn" verfügte und bat ihn. mit dieser zu kommen, weil drei fiemde Soldaten, wahrscheinlich Russen, bei ihnen feien, mit denen sie sich nicht mehr länger zusammen zu sein getrautem Dieser, der (regen eines im Stalle zu erwartenden freudigen EreiauisseS nicht abkommen konnte, traf unter diesen Umstünden das Richtige uitd schickte seinen 17sährigcn Sohn mit besagter Meldung zum Förster nach Vordereck hinunter. Um 3 Uhr schon war der wackere Mann mit sein« KSixn" zur Stelle, und es war ihm ei» leichtes, die drei nordischen Söhne zu verhaften. Gutlvillig, zerNveise unter sich scherzend und lachend, folgten sie ihm durch Stacht und Gsstäber im kisscn Schnee. Um 6 Uhr morgens langte die kleine Gesellschaft im LRrishinls Hintercck an, wo die Ausreißer mit Kaffee und Butterbrot reichlich bedacht lvue- den, was ihren Humor noch sichtlich erhöhte. Einer sah dort ein dreijechriacs' Kino, nahm es aus seinen Arm und tußte es lebhaft, wobei ihm Tränen in den Augen glänzten. AuS seinen Geslkku- lationen louicke man entnehmen, daß er Fannlienbater sei und zu Hause ein ährlliches Kleinod besitze. Ihre wiederholten Ausrufe: A Rumanie! lassen darauf schließen, daß sie nach Rumänien cnt- fliehen lvolltcn.— Bald erschienen zwei Gendarmen und lieferten die„drei Glück- lichen" in jenes villcnartigc Gebäude an der Berchtesgadener Maxi- miliansstraße ein, wo zwar nicht vermietet wird, Besucher aber trnßdcm Frei quartier und ausreicheiwe Verpflegung erhalten. ?m LaZarettöiimst. In der„SaniiätLwartc", der Beilage zun: Osgau des Ver- bandeS der Gemeinde- und Staastsarbeiter, losen wir: Aus Ingolstadt schreibt uns Kollege Holke-Nürnberg unterm 18. Februar 191ö: L. E.l Jetzt sind es bereits sechs Monate, daß ich von meiner Tätigkeit weg Ii rußte und hier in I. in einem großen Reserve- lazarett Dienst als Sanitätsunterosffzicr tue. Das Lazarett ist eine Eiscnbahnzcniiralwerkstättc. Wir haben 1700 Betten für Patienten. Das Lazarett ist in 10 Stationen geteilt; davon ist eine mit 180 Betten. Den Saal für Schwervorwundeie habe ich mit vier Wärtern übernoonnen. Der erste Monat war für das Lazarett und das Personal ein schwerer, aber nach und nach ist in alles, auch in unseren Dienst, Ordnimg gekommen. Das Pflegepersonal ist jetzt langsam aus W Unteroffiziere, Gefreite und Wärter gestiegen, so daß wir auch bei vollbelegicn Betten gut aus- komme«! allerdings machen davon etwa 40 keinen Krankenpflege- dienst, solweru werden zu anderen Zwecken gebraucht, als Bade- Wärter, Polizeiaufsicht, zur Ronngung, in Borbandräunnm, in der Küche, aks Ordonnanzen, im Operationssaal, zur Sterikisation, in der Wersche. Verwaltung usw. Die Acrzte teilen sich in drei rlb- teilunge::, die jede alle Arten Verwundete oder Kranke Hai. Jeder Abteilung steht ein Stabsarzt vor; der eure ist Spezialist für Kopf. operativnei: yred Verwundungen, der andere für:nnere Medizin, der dritte für innere Ot>eratro:rcn: Blinddarm, Blase, Mörcr: usw. Ter Ebefarzt ist ein Berliner. Jede Abteilung hat noch drei U:cker- oder Assisteirzärzte. Ein Raum ist zu einer großen Küche hergerichtet, wo für sämtliche Patienten und das Personal gekocht wird. Bier große, gewaltige Kessel zun: Suppen- und KafseÄochen, vier kleinere zun: Kochen von Kartoffeln imd Schaffung von heißen: Wasser sind den ganzen Tag in Betrieb. Dalleben aber noch ein großer Kochbord, wie er in den großen Hotelküchen üblich ist, für die besondere Schwerkraitleniost. Es mutet einem manchesmal sonderbar an, wem: man Vergleiche zwischen seiner Küche zu Hause und hier macht. Allst Zentner Rindfleisch werden an einem Tage gekocht, oft drei Zentner Erbsen od« andere Hülscnfrüllitc.?luch wurde einmal ein Versuch mit Schellfisch gemacht; da sind für die eine Mahlzeit für 520 M. Fische gekocht worden. Soweit d:e Patienten e° wegen iheer Krankheit oder Verwundung vertragen, erhalten sie täglich% Liter Bier. Die Kost ist reichlich und gut, nur sind incht alle zufrieden, weil verschiedene Gegenden auch verschiedene Kost haben. Zmn Beispiel wollen die Franzosen kein Kraut, wäh- rend unseren Bayern Kraut mit Schweinefleisch recht gut schmeckt. Dabei haben wir schon zu gleich« Zeit hier gehabt: Franzosen, Ungarn, Elsaß-Lothringer, Ostpreußen, Süddeutsche, Hamburger und so weiter. Die Heizung ist Danchfhetgung, die nur provisorisch ein- gerichtet wurde. Zwei ausgediente Lokomotiven sind die Heiz- kessel für das ganze Lazarett; 0 Heizer(Soldatei:) bedienen sie in allststündigcr Wechselschicht. Die Abortanlagen sind in einer großen Holzhalle untergebracht: Wasierilosetts mit Latrinen. Außerdem werden die Abortanlagen, die in der Werkstatt schon mit eingebaut waren, mit benutzt. Ein großes Brausebad mit 6 Wannen steht schon von: Bau her zur Verfügung, da müssen die Patienten aber über den Hof, uird da hat man für die, die das nicht können sechs weitere Wannen im Lazarett selber eingerichtet. Der erste Anblick der vielen gräßlichen Verwundungen war auch für unch fürchterlich, und noch heute haben wir Wärter, die keinen Schwerkranken, Sterbenden od« Toten anfassen können. Aber mit der Zeit habe ich mich an alles gewöhnt. Einmal traf es zufällig zusammen, daß während meiner Jour drei gestorben sind: zwei Franzose:: und ein Bayer. Da ist es eine harte Pflicht, wenn mau sie ins Toteuhaus schafft und man weiß, daß Frau und Kind« trauern, und bei den Franzosen trifft die Todesnachricht erst nach Wochen oder vielleicht gar nicht ein. Sie werden alle mit militärischen Ehren bestattet, Freund und Feind. Aver eins wundert mich, und das ist gut so: fast alle V c r w un d u n g c u, und wenn sie noch so schwer waren, heilen wieder. Und nicht nur bellen sie, sondern die Verwundeten werden meistens Wied« vollständig gesund und haben ihre geraden Glieder. Es muß natürlich berücksichtigt werden, daß von den allerschlversten Verivundeten wenig in das Innere des Landes kommen, weil diese höchstens die Lazarcttzüge befördern können. Hier hat ein Arzt einmal einen Vortrag gehalten; da waren von unseren LS Pa- tientcn, die Gchirnvcrletzungen hatten, nur 4 gestorben, und nur bei einzelnen sind Lähmungen zurückgeblieben. Leute mit Ge- wehrschussen durchs Gehirn sind als diensttauglich wieder entlassen worden. Ebenso ist es bei Oberschcnkekschüffen mit Knochenzer- trüimnerungen. Mehrere Patienten si:ii> diensttauglich entlaycn worden, ohne daß der Fuß kürzer wurde. Ebenso ist eS bei anderen V«wundungem Mit Hilfe der großartigen Rmrtgenapparate wird die Art der Knochenverletzung und die Lage der Kugeln und GranellfplUi« leicht genau festgestellt und die Behandlung danach eingerichtet. Durch die Verpackungen der neuen Aufnahmeplatten ist für einen geschickten Arzt eine öiontgenphowgraplsie schneller hergestellt als irgendeine gewöhnliche andere Aufnahme. So wurden an einen: Tage in einem Aerbandzimmer allein 27 Kugeln ohne Narkose entfernt, nur mit örtlicher Betäubung. Es werden sogar Kopfoperationen vorgenommen mit nur örtlicher Betäubung. Bei einer Älinddarnioperation bei einem Franzofen war der Fremdkörper nicht in: Blinddarm, sondern außerhalb desselben. Es war eine Schrapncllkugcl, von deren Amveseubeit der Patient und der Arzt nichts wußten. Bei einem anderen Frangoscn, der einen Bauchschuß hatte, ist die Gewchrkugel mit dem Stuhl fortgegangen. Ein paar schwere Verbrennungen waren auch hier. Bei drei Artilleristen ivaron Kopf, Hände und Rücken teillveise fast ver- kohlt. Tie Leute sind aber gehellt und werden dienstfähig; nur ist die junge Haut noch cttvaS rotbraun. Bei diesen drei waren im 'iuterstande durch Einschlagen einer Granate Geschosse explodiert. Bei den Patienten, die von Starrkranrps befallen tvaren, haben tvir sehr gute Erfolge erzielt. Von 11 Erkrankte:: sind 9 geheilt und imr zwei gestorben. Auch einen Vertrauensmann unseres Verbandes habe ich lange in meinem Saal gehabt, von Jsmamng. Er hat beim Sturm als Pionier einen Schutz seitlich durch den rechten Fußknöchel erhalten, und zwar so, daß man hindurchsehen konnte. Ich babe ihm immer die ,, Gewerkschaft" gebracht; auch das letzte Protokoll hat er hier ackssen. Jetzt ist er in einem Verbandolazarett seiner Heimat; das Jußgelmck wird wohl steif blcibcm In den Verbandräumen und:m Operationssaal, teillveise auch auf den Stationen helfen Ordei«schwastcrn mit. Außerdem belsc» curcb freiwillige Pflege- rinnen vom Roten Kreuz bei der Pflege der Verwundeten in den Stationen. Alle haben ja den guten Willen, unseren Kameraden zu helfen ulw ilsinm ihr Los zu erleichtern. Sic sind auch schon Mvnatc hier, müssen vieles entbehren und arbeiten ohne jede Eni- schWigmsig. Leider nmsscn auch so viele u:rserer Kollegen in diesem Kriege ihr Leben lassen und mancher wird nicht mehr voll arbeits- kräfreg sein. Das muß aber für uns um so mehr ein Ansporn sein, alles auszubieten, die Schäden des Krieges von der Organ:- fcckion möglichst fernzubakten und nach dem Kriege mit doppelter Kraft nicht nur das Alte wiedcrherzuftellcn, sondern Neues zu schaffen, zun: Wohle unser« Kollegen. Grüße mir die Kollegen alle freundlichst und sei Du bestens gegrüßt von Deinem _ O. H. kleines Jemileton. Der LebensreLer. Die„Köln. Vottsztg."«zählt aus dem Feldpostbrief eines 24 Jahre alten Soldaten, der seit drei Monaten wegen Typhus- Verdachts im Lazarett liegt, sich aber auf dem Wege der Besserung bcsindet und an seine Eltern schreibt:.. Gestern kamen viele Verwundete hier. Leicht- und Schwerverletzte. Einer hatte einen Schuß in das Bem bekouimen und hatte soviel Blut verloren, daß er nur durch Bluinbsrtragung«halten werden konnte. Als der Oberarzt fragte, wer sich freiwillig dazu melden wolle, habe ich mich gemeldet. Zuerst wurde ich untersucht und für völlig gesund befunden. Tann schnitt er mir in die Pulsader mW steckte ein 64J Uebersiuß. Von Martin Andersen Nexö. Aber er tauchte nicht auf, und jetzt waren auf der ganzen Strecke biZ zur Wassermühle keine Hecken mehr,— so weit konnte er nicht gehen. Sic blieb stehen und blickte mit dem Ausdruck stummer Klage um sich, dann ging sie etwas weiter und bog in den Weg ein, der übers Feld nach dem kleinen Eichengebüsch führte. Der Pfad erstreckte sich in einen tiefen Graben hinab, der mit gefrorncm Schnee gefüllt war, und von da über einen hohen Teich und ins Gehölz hinein; der Stamm einer alten Eiche lag horizontal über den: Eingang, so daß man sich tief bücken oder darüber wcgklcttcrn mußte. Drinnen gab es nackte, knorrige Eichen und offne Rodungen, wo kleine Tannen und Buchen wuchsen. Karl saß zusanunengekanert hinter einem großen Stapel Brennholz: als er Else erblickte, stand er auf und lief davon. Aber sie verfolgte ihn, die allerzärtlichsten kttamen rufend, die ihr einfiel«:, und endlich warf er sich ächzend auf einen Fleck von sieifgefrvrncn: Waldszras hin.„Geh Teincr Wegcl" zischte er und starrte feindselig auf ihr gesundes, rotwangiges Gesicht. Doch sie schritt auf ihn zu und ließ sich neben ihm aus den Boden fallen.„Ich muß doch da sein, wo Du bist." sagte sie und lächelte ihm unsicher zu. Und plötzlich schlang sie die Arme heftig un: ihn:„Ich bin ja Dein, nicht wahr?" Mit schmerzlichem Jucken inachte er sich frei. „Ach, Du Lieber, hat es weh getan?" Aengstlich starrte sie ihn an, Er öffnete dei: Mund an der einen Seite— boshaft, schloß ihn aber wieder. „Tut es da drinnen sehr weh?" fragte sie und ließ ihre Hand über seinen Rücken gleiten. „Ach, verschon mich doch mit Temen: Mitteid," sagte er hart. „Nein— ich hasse Dich." Mit vorwurfsvollem Lächeln sah sie ihn an: „Aber mein lieber Junge, wie kannst Du das übers Herz bringen?" „Ja. ich hasse alles Gesunde! Gern söge ich Dir das Blut und auch das Leben aus, wenn das mir selber helfen könnte,— mehr mach ich mir nicht aus Tir." „Aber es gehört ja Dir— alles," sagte sie mit glänzendem Blick.„Nimm es doch! Auch wenn es Dir nichts nützen kann, sollst Du es nehmen,— um zu sehen, wie lieb ich Dich habe. Demi ich bin Dein— nur Dein!" Große Tränen traten chr in die Augen. „Was soll ich mit Deinen: Leben?" fragte er höhnisch. „Du kannst es mir nicht einmal geben, sondern es höchstens für Dich zerstören. Niemand kann dem andern etwas geben," fuhr er, sie übertöuMd fort, als er sah, daß sie den Mund öffnete.„Man kann nur nehmen, und nur wem: man der Stärkere ist. Der Starke beraubt den Schwachen— stets. Tu beraubst mich,— ohne es zu wollen," fügte er milder hinzu,„Du bringst mich dazu, daß ich leide, mich schäme und mir gemein vorkomme, weil ich Beschlag auf Dich lege und Deine Jugend stehle, ohne Dir etwas dafür zu geben." „Du legst nicht Beschlag auf mich," sagte sie ernst;„ich, ich hänge an Dir, weil ich Dich nicht entbehren kann. Teim ich vermag ja nicht ohne Dich zu leben!" „Doch, Du kannst, das Gegeilteil wäre unnatürlich," sagte er mit eisiger Ruhe.„Du kannst mich entbehren und zugleich Deinen Nutzen aus mir ziehen. Sieh die beiden Bäumchen dort an— Du findest, sie stehen so schön aneinandcrgesch'.nicgt wie zwei, die sich recht lieb haben! Aber sie führen Krieg, Du! Das schwächere muß absterben, es hat schon angefangen, und dann wird es dem andern als Dünger dienen. Du kannst mich nicht nur entbehren, sondern ich werde eine unheimliche Erinnerung für Dich sein— an zu nahe Berührung mit den: fahlen Knochenmann— und werde Deine Lebensgenüsse würzen. Der Starke kann alles gebrauchen, selbst den Tod." Seine Stimme klang, als bereitete seine Logik ihm Genuß. Sie schüttelte den Kopf, die Tränen hingen wie Perlen an ihren gesenkten Wimpern:„Ich werde leine Verwendung für Erinnermuzen habeiu" Er lachte höhnisch:„Du willst wieder mit mir sterben, nicht? Willst aus msinmn Grabe verhungern wie die treuen Huirde in den Lesebüchern? Oder Dich über meiner Leicke erdolchen, so daß die Haiden Liebenden rn schwarzer Erde bei- sammcn ruhen können, während der Mond die triste Nacht erhellt.— Vergiß nur nicht. Ernst daraus zu machen!" Sie sal, ihn an und fuhr fort zu starren, weiß, mit einem Blick, der alles gerinnen ließ; es war, als gefröre ihr ganzes Innere in diesem Blick zu einem"Nichts. Ohne zu zucken, saß sie so da, nur die Bindehaut des Auges wurde immer trockner und glanzloser, als ob alle Lichter in Else, eins nach dem an- dern, erloschen: dann fiel sie vornüber, mit der Stirn auf seme Knie. „Genau so muß der sich verhalten, den eine Kugel ins Herz getroffen hat," dachte Kail und starrte sie entsetzt an. Dann legte er ferne Hand aus ihren Rücken und begann, ruhig, fast weicks zu sprechen: er sei brutal in seinem Hohn gewesen, doch in der Sache selbst habe er recht. Sic solle ihn aus ihrem Dasein sortschieben, wie der gesunde Körper einen kranken Besten wkeil ausscheide; denn er sei zum Tode ver- urteilt, ein UnglMlicher, der nur Mitleid erregen könne, aber keine gesund«: Gefühle. Und das Mitleid habe kein Recht zu beanspruchen im Verhältnis zwischen Mann und Weib; es sei erlernt und gehöre zur Religion der Schwach- ringe; sobald sie sich selber erst gefunden habe, werde es so- wieso damit aus sein.— Sie solle ihn abschütteln und sich dahin wenden, wo das Leben gelebt»verde— und ihm viel- leicht einen kleinen fre::»:dlichen Platz in ihrer Erinnerung anlveisen.„Du kannst ja Deinen Erstgeborenen nach mir benennen, dann»vird mir reichlich zuteil, was mir zukommt/' sagte er lächelild. Doch da begann sie zu schluchzen. Es tat ihm»vohl, die kleinen Stöße durch seine Hand zu spüren, die iwch auf ihrem Rücken lag. Diese Tränen galten hauptsächlich ihm und gewährten ihm Linderung. Sie sollte sich ausweinen, und daim»volltc er selbst ai:s ihrem Dasein scheiden und hoffte, möglichst»vcnigc und geringe Spuren zu hinterlassen. Würde sie seinem Andenken überhaupt einen Gedanken widmen,»nenn sie erst an: Tische des Lebens säße? Wieviel von ihm»vürde in ihr lebendig bleiben, der einzige»:, in der er überhaupt eii:e Spur zu hinterlassen hoffen komite? Und »vas»vürde aus dieser Spur»vohl»Verden? Vielleicht ein bittrer Jug iintten in einem üppigen Lächcl»:? Eiiteit Augenblick durchfuhr es ihi: klagend, daß er dieses junge Weib>:icht besessen hatte in den wenige»: Tage»:, als das Lebe»: ihm zulachÄte. Daun hätte sie vielleicht etwas von ihm mit sich» ins Lebe»: binjibergenonnueu— ein Kind mit fem«» Jiigei: und einem Teil feines Wesens, wenn auch nur seinen Untugenden. Das hätte ihm die Leere erträglicher gemacht; ein Tropfen der Ewigkeit, schien ihm, wäre cs ge- Wesen. Aber dann ivar er»viedcr froh darüber, daß cS nicht so war— um ihretwillen. „Denk daran, daß es nur dieses crnzige, einzige Leben gibt," sagte er langsam,„das wird Dir helfen, es so gut wie möglich zu ertragen,".(Forts, folgt.). pTBerttfS At3hrchen tn bie Oeffnung und' verband dasselbe mit dem Puls des Verlvundeten. Etwa 15 Minuten muhte ich in der Stellung verharren, dann wurde die Verbindung gelöst und der Schnitt verbunden. Während der ganzen Zeit war der Verwundete ohne Besinnung. Heute morgen besuchte ich ihn und er war bei klarem Bewußtsein. Wie der Arzt mir sagte, hat er jetzt die volle Gewißheit, daß er genesen wird. Es war ein Schlesicr vom 23. Regiment, 32 Jahre alt und verheiratet,., Durch öas Minenfelü. Ein Mitarbeiter von„Politiken" berichtet über eine Schiffs- fahrt, die er einige Tage nach dem 18. Februar über das als KriegSgebiet erklärte Wasser der Nordsee gemacht hatte. Die Abfahrt, schreibt er, war recht dramatisch.„Bergenhus" war der erste Dampfer, den die betreffende Reederei nach der deutschen Erklärung des Unterscebootskrieges über die Nordsee schickte, und wir lagen drei Tage im Hafen, weil es nicht möglich war, die Schiffsmannschaft zur Abfahrt zu überreden. Ihre Furcht wirkte auch auf uns deprimierend. Als wir die Leute endlich an Bord bekommen hatten, mußten wir uns beeilen, sofort loszufahren, damit sie nicht nochmals an Land sprangen. So ganz ungefähr- lich war die Fahrt ja auch nicht. Zwar begegneten wir in diesem nördlichen Teil der Nordsee keinem deutschen Unterseeboot, aber in Minengefahr befanden wir uns beständig, und der Kapitän war unablässig auf der Hut. Am Tage stand der Mastwächter am Vordersteven und spähte nach Minen aus, um die Offiziere auf der Brücke zur rechten Zeit zu warnen. In der Nacht aber wurde die Wache eingezogen, da es nicht gestattet ist, Licht zu benutzen, um nach Minen zu suchen. So blieb einem also nichts anderes übrig, als die Dinge ihren Gang gehen zu lassen und sich seinem Schicksal anzuvertrauen. Der Danebrog am Hinter- steven wurde mit einer elektrischen Sonne beleuchtet, um deutsche Unterseeboote über die Nationalität des Schisfes zu unterrichten. Der Kapitän blieb während der ganzen Nacht auf der Brücke. Niemand von der Besatzung legte die Kleider ab, und wer die Frei- wache hatte, schlief nur mit einem Auge. Die Rettungsboote waren losgemacht und standen für alle Eventualitäten bereit. Der fürsorg- liche Steward hatte einen wasserdichten Segeltuchsack mit Lebens- mittein für mehrere Tage gefüllt. Wenn dann olnmem die See auch noch hoch geht, der Wind pfeift und die Luft dick ist von Schnee, klettert man nicht gerade niit angenehmen Gefühlen in seine Koje. In der dunkeln Nacht über ein unruhiges Meer voller Minen zu gleiten und darauf zu warten, daß das Schiff auf Grund geht, das ist ein merkwürdiges Gefühl, mit keinem anderen vergleichbar. In einein solchen Augenblick bespricht sich wohl jeder mit seinem Gott.(!?) Am nächsten Tage aber lächelt man über seine Furcht und sucht sich selbst zu beruhigen für die kommende Nacht. Das Manövrieren an der englischen Küste ist unter den jetzigen Verhältnissen außerordentlich schwierig, weil alle Leuchttürme ge- löscht sind. Der Kurs geht von Hanstholmene direkt hinüber nach Longstone, aber erst unten am Tyne sieht man zivci flimmernde Lichter und den flackernden Feuerschein von den Schmelzöfen der Gießereien. An der Küste von Scarborough liegen augenblicklich zwei Dampfer, die im Dunkel der Nacht auf die Klippen aufgefahren sind. Nur der Tüchtigkeit der dänischen Seeleute ist es zu danken, daß keines unserer Schiffe auf oieser gefährlichen Strecke verloren- gegangen ist._ Sei Dixmuiöen. Ein Berichterstatter des„Algemeen Handelsblad" schreibt: Bei Dixmuiden hatte seit einiger Zeit Ruhe geherrscht, die An- griffe waren auf andere Stellen gerichtet, und so begab ich mich nach den Schützengräben dort, um das Leben in diesen eine Weile ohne Störung mitmachen zu können. Zunächst sah ich mich in Bc- gleitung meines militärischen Gefährten— denn ohne einen solchen kommt man nirgends hin— noch ein wenig in der Gegend um, nachdem wir etwa 2 Kilometer von den Gräben entfernt das Auto verlassen hatten. Einen trostloseren Anblick kann man sich nicht borsteklen. Ringsum nichts a?S Trümmer. Trümmer auf der Erde und im Wasser. Hier und da außerhalb des eigentlichen Dorfes ein vereinzeltes Haus, oder vielmehr Ueberbleibsel eines solchen, die Zeugen eines früheren Hauses. Hier und da ein Mauerrest oder Hausgeräte, die aus Trümmern aufragen. Dort die Reste einer Wiege inmitten einer Steinmasse, natürlich war es ein eisernes Gestell, Holz wäre längst ein Raub des Feuers in den Schiitzengräben geworden. Und wie traurig ist es anzusehen, was hier alles vom Wasser angetrieben wird. Auf diesem ganzen Gebiet reißt sich nach und nach immer mehr von dem schweren Marschboden los. Er gibt allmählich Dinge frei, und sofern sie schwimmen können, kommen sie an die Oberfläche. Die Belgier haben jetzt hier an der Bahn Stellungen ein- nehmen können, die es ihnen ermöglichen, schwerere Geschütze heranzuführen, wodurch sie das nicht überschwemmte Gebiet besser beherrschen. Ich erhielt hier den Eindruck, daß eine gut vorbereitete und verteidigte Wasserlinie ein besseres Schutzmittel ist als Forts. Und ganz gewiß besser als solche Forts, die über den Boden auf- ragen. Diese sind ein zu sicheres Schußziel für den Gegner. Gut angelegte Erdwerke aber sind besser und billiger als bewaffnete Betonforts. Der zähe Boden ist ein besseres Verteidigungsmittel als das härteste Zement oder Eisen. Völkerrecht im Altertum. Der Krieg war in alten Zeiten völlige Vernichiung des besiegten Feindes. Die Kriegsführung Israels wird im Buch Jostia in den wenigen furchtbaren Worten gekennzeichnet, die über den Fall Jerichos berichten:„Und verbannten alles, was in der Stadt war. mit der Schärfe des Schwertes, beide, Mann und Weib, jung und alt, Ochsen, Schafe und Esel." Nur die Hure Rahab, nebst ihrer Familie, wurde verschont, weil sie den Kundschaftern Josuas ge- Holsen. Nicht viel anders war es in Hellas. Dem Feinde soviel Schaden wie möglich zuzufügen wurde sogar im Soldateneid geschworen. Zu den wenigen Einschränkungen der Kriegs- führung gehörte die Schonung der Tempel, was nicht hinderte— offenbar das Schicksal allen Völkerrechts— daß auch diese Bestimmung übertreten wurde. Im Pelöponnesischeir Krieg hatten sich die Athener im Tempel zu Delion verschanzt und das heilige Opfcrwasser schändend zu gemeinem Gebrauch benutzt. Des- halb beschwerten sich die Bvotier unter Berufung auf die gekränkte Gottheit, daß die Athener bei ihren Unternehmungen alle bei den Griechen eingeführten Gewohnheiten mißachteten. Die Athener aber antlvorteten— höchst modern: Das Wasser anzurühren hätte sie die Not gezwungen; und auch diese Not hätten sie sich nicht mutwilligerweise zugezogen, sondern in der Gegenwehr gegen einen Feind, der zuerst ins Land gefallen. Bei solchen Zwangslagen des Krieges werde man sich selbst von der Gottheit Nachsicht ver- sprechen können. Nur die alten Jndier haben wenigstens theoretisch Menschlichkeit auch im Kriege gelehrt. Im Gesetzbuch des Manu(um 1500 vor Christi) wird das Gebot erlassen:„Ein Krieger darf nicht den Feind töten, der um Gnade bittet, noch den, der sich als Kriegsgefangener ergibt, noch den Schlafenden, noch den Wehr- und Waffenlosen, noch den ruhigen Zuschauer, noch den, der mit einem anderen kämpft." Tierverlufte im Kriege. Es ist kaum möglich, sich eine genaue Vorstellung von den Tierverlustcn zu machen, die der Weltkrieg fordert. Die„Animal World" zieht bei der Erörterung dieser Frage Vergleiche aus andern Kriegen heran, um wenigstens ungefähre Angaben machen zu können. Im letzten Jahre des mnerikanischen Bürgerkrieges besaß die Unionsarmee mehr als 200 000 Pferde, von denen etwa! 000 täglich verloren wurden. Ter Gesamtverlust betrug über 20 000 Pferde. Im Burenkricg verlor England mehr als 15 000 Pferde und Maulesel in einem Jahr. Ein wichtiger Faktor für den Verlust von Pferden sind die durch Schrapnells hervorgerufenen Wunden. Kein Tier erliegt einer Infektion so schnell wie gerade das Pferd; solch infizierte Tiere verlieren immer mehr an Kräften, bis sie unbrauchbar werden und erschossen werden müssen. Die Unbilden der Witterung, die schlechte und unregelmäßige Ernährung rufen viele Krankheiten unter den Pferden hervor. Eine vorsichtige Schätzung, die eher zu hoch als zu niedrig greift, dürfte die sein, daß 5000 Pferde jeden Tag, solange der Krieg dauert, für militä- rische Zwecke unbrauchbar gemacht werden. Gegen die Verluste, die Pferde und Maulesel im Kriege zu erleiden haben, sind die Opfer an Hunden und Brieftauben, die durch die Kriegführung verursacht werden, nur geringfügig._ Neue Frauenberufe in EnglanS. Der Krieg, der so viele Schranken des englischen Lebens nieder» gerissen hat, bat auch auf dem Gebiete der Frauenarbeit größere Fortschritte gebracht, als sie das in dieser Hinsicht recht rückständige Albion durch viele Jahrzehnte hin aufzuweisen halte. In der „Times" werden die Berufszweige aufgeführt, in denen Frauen jetzt zum ersten Male in größerem Umfange tätig sind, und zwar sind dies: der Acrztestand, Eisenbahnwesen, der Jngenieurberuf, Bank- Wesen, dann Beschäftigung als Chauffeure, Steuereinnehmer, Archi» tekten, in kaufmännischen und Fabrikbetrieben. Die Frau im Ko- lonialwarengeschäft, die die Künden bedient, ist für englische Ver- Hältnisse eine ganz neue Erscheinung. Man ist aber mit ihr sehr zufrieden, und bedeutende Kausleute haben sich dahin ausgesprochen, daß man auch nach dem Kriege in viel größerem Umfange als bisher weibliche Angestellte in den Läden verwenden könne. Es handelle sich vor allem um ein Vorurteil des Publikums, und nachdem der Krieg dieses überwunden hat, werden sich die Frauen sehr gut in diese taufinännischcn Betriebe einarbeiten. In den Bankgeschäflen stellt man Frauen als Bureaubeamte an und ebenso haben auch ver- schiedene große Baufirmen Frauen zum Zeichnen und Entwerfen von Bauplänen engagiert. Die Frau als Chauffeur, ein früher für den Engländer ganz unvorstellbarer Anblick, die die Stelle von Droschlen- kutschern einnehmen möchten, um diesen jede Ausrede zu nehmen, daß sie sich nicht anwerben lassen können. Verschiedene Fabriken, die früher keine Frauen anstellten, beschäftigen sie nun, so eine Elektrizitätsgesellschaft in Rugby; in größerem Maßstabe werden die Frauen bei der Verfertigung von Spielwaren verwendet. In Schottland sind Frauen als Wagenreiniger angestellt, und die Nestau- rants suchen Frauen als Kellner zu verwenden, obgleich dies bis jetzt noch einem gewissen Widerstand des Pubiikums begegnet. Notizen. — Theaterchronik. In den Kammerspielen gelangt am Donnerstag zur Feier von Eduard StuckenS 50. Geburtstag sein fünfaktigeS Mysterium„ G a w ü n" zur Darstellung. — Vorträge. In dem vom Kartell Jüdischer Verbindungen veranstalteten Vortragszyklus zugunsten des Roten Halbmonds spricht Mittwoch, den 17. März, um 8 Uhr, Dr. Ernst Jaeckh im Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses über„Deutsche Weltpolitik und türkische Entwicklung". -�-Eiir Blick hinter die Kulissen. Der„Neue Weg", das Organ der Bühnengenossenschaft, bringt folgendes Inserat: „Welcher Schriftsteller oder Schauspieler mit Einfluß auf Direktion guter Bühnen wäre befähigt und bereit, einem Schwankschlager voll toller Situationskomik Originallichter aufzusetzen? Bis 25 Prozent Beteiligung. An- geböte unter H. O. 5450 an..."— So wird die Wiedergeburt des deutschen Dramas vorbereitet. — Der drohende F i l m t r u st. Der Verein der Licht- bildertheatcrbcsitzer in Groß-Berlin und der Provinz Brandenburg will versuchen, den drohenden Filmtrust zu bekämpfen. Ob er etwas ausrichtet, ist fraglich. Interessant ist es, daß der iuter- nationale Filmtrust mitten im Kriege zustande kommen soll und daß die deutschen Filmfabrikanten mit französischen in VerHand» langen stehen. öerlinef Landpacht- Genossenschaft Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Bilanz für das GcschäjtSjahr vom 1. Juli täl3 bis 3t>. Juni 1914. ötlrtivi» Mark «n Saldo von 1912/13. 1 378.50 „ Pacht...... 30 152.56 „ Einschreibegeldern.. 65.50 „ Zinsen...... 4.85 , Anteilen..... 1310.— Passiva Per Pacht...... „ Mitglicdergulbaben. „ Handlungsunkosten. „ Zlntcil retour... „ bis 30. 6. eingegangene u. am 1.7. zu zahlende Pacht...... , Ueberschuß.... Mark 20 605.55 1 300.— 610.47 10.— 9880.— 505.19 Summa 32 911.21 Mitgliederbewegung: Mitgliederstand am 30. Juni 1913: 98 Personen Summa 32 911.21 Neu eingetreten..... 131 Ausgeschieden..... 4,___ Bestand am 30. Juni 1914......... Haslsumme der Genossen: 4660.— Mark. — 229 4 Personen 225 Personen dpi Eingetragene Gcnossenschast mit beschränkter Hastpslicht. Der Aufsichtsrat: Erani Steinweg. Spezialarzt Dr. med. Wockenfnß, Friedrichstr. 125,(Oranienb. Tor). für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Bfutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Hellung ohne Berufsstörung. Teilzahlung.* Sprechstunden ll'f2— 2 u. 5'/2— 8 r Haben Sie bloft' iA/tttittdavcn Anzug od. Paletot I noA Mass, sAiA. dauerh. Zutaton I von 25 Mark an. Moritz Labend, f . Heue Promenado81Ii.(Stadlb. Bon.) J Praktisches ametikanisch. Journal für Zeitungsverlag, bereits von vielen Druckereien mit grossem Vorteil eingeführt. Ainsterbogrn und Referenzen gern zn Dienste». 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