Nr. 75.- 1915. Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Dirnstag, 39. MSy. vom Volkslied einst und jetzt. In älteiÄN BoWliederiamuilungen wird man stets das Liebes- üed vorangestellt finden. Bei Herder intb Brentano füllt eS sogar nahezu die ganze Samurlung au«. Seitdem sind die Bedürfnisse der Zeit andere geworden, und mit ihnen hat nck auch der Gesichts- puntt gewandcTt, der bei der Herausgabe von Bollstiedern als maß- gebeird auftritt. Sahen noch die Romantiker in jeglicher, noch fo primitiven Regung der Volksseele ein das Rationalempfhideii stärkendes und förderndes Moment, so find die neueren Bearbeiter durchgehsnds über dieses feinere Fühlen hinaus und greisen mit un- gleich gröberen Organen nach den? Siede, das sich von vornherein als patriotisches Sied präsentiert. Mit anderen Worten: sie suchen ini Volksliede die patriotisch-nationalrstische Tendenz aus und lassen bewußt das Prinzip der Zweckmäßigkeit walten. Nun ist freilich auch das Volkslied zu seiner Zeit nicht voraussetzungslos gewesen; es ig vielmehr ganz bestimmten gesellschaftlichen Verhältmssen entsprungen und bat ganz bestimmte, so individualistische wie so- ziale Bedürfnisse befriedigt. Nur, daß diese Bedürfnisse in den allerscllensten Fällen nationalistisch-patriottscher Natur waren. Und so bat denn das Volkslied weit eher einen kosmopolitischen als nationalen Zug, woraus sich ja auch gerade Herders Begeisterung für das Volkslied leicht erklärt. Es ist aber ebenso leicht verband- lich, daß neuere Bearbeiter aus der Suche nach vaterländischer Ten- de>tz beim Volksliede nicht aus ihre'Rechnung kommen. Sie umchen daher aus ihrer Not eine Tugend und erweitern den Begriff„Volkslied" so'ehr, daß alle Grenzcn zwischen Volkslied und Kunstlied entfernt werden und nur der Begriff„Lied" übrig bleibt. So schreibt auch der Herausgeber einer soeben erscheinenden neuen Sammlung'') einleitend:„Tabei sei sveilich gleich darauf hingewiesen. daß ich den in den letzten Jahren von gewisser Seite bcrvorgekehrten Standpunkt, daß nur das alte deutsche Volks- Ikb eigentlich nur das wahre Volkslied sei, als durchaus einseitig verwerfe.... Aber warum nicht gerade neuere Volkslieder dem Empfinden und Gefühlsleben unserer neueren Zeit und Kultur gerecht werden sollen, ja vielmehr als ältere gerecht werden können, das kann eben nur von einseitigen Fanatikern geleugnet werden. So hat der Herausgeber versucht, das Beste aus alter und neuer Zeit auszuwählen, um nicht bloß alle Saiten der deutschen Volksseele erklingen, sondern auch die verschiedenen Zeiten des Ge- fühlslebenS unseres Volkes sprechen zu lassen." Es ist hier nicht Ort und Zeit, über„alle Saiten der deutschen Volksseele" zu handeln; nur soviel sei bemerkt, daß der Herausgeber febr richtige Sailen der Seele einer sehr wichtigen Volksschicht gar nicht berührt bat. weil ihm diese sehr wichtigen Saiten und diese sehr wichtige Volksschicht völlig unbekannt sind. So kann der Herausgeber zwar wobl behaupten, daß seiirc Sammlung nicht einseitig ist, nicht aber auch, daß sie allseitig ist. Das ist verzeihlich, weil die entümrdene Lücke bereits vor mehr als Jahresfrist durch die Herausgabc von „Volksliedern", die ein Bremer Lahrer im Auftrage der„Zentral- stelle für die arbeitende Jugend Deutschlands" besorgte, ausgefüllt wurde, ganz einfach aus dem Grunde, weil besagte Lücke seit Jahr und Tag eine ständige Erscheinung gerade in den besseren und besten Volkslicdersammlungen bürgerlicher Veranstalter ist. Durch die oben gekeimzeichnetc sehr weitherzige Auffassung de» Begriffes„Volkslied" i>t nun in erster Linie dem deutschen Lieder- tasel- und Gcsangvcreinslicd der Weg in die VolkSltedersaunnluugen geebnet, und das ist wohl auch die Absicht. Dieses Lied nämlich hat einen ganz eigentümlichen Eharakter, einen Charakter, der ganz ziveisellos dein„Empfinden und Gefühlsleben unserer neueren Zeit und Kultur" weit mehr gerecht wird, als das alte Volkslied. Denn dieses alte Volkslied ijt in seinem Wesen ganz und gar nicht jenes„deutsche Lied", hingegen total nationalistisch. Es entstand, nachdem Nägeti und Zelter mit der Gründung der Liedertafeln vorangegangen waren, in der Zeit erwachenden blutioiialbcwußt. seins. Tie Geschichte des deutschen Liedes ist wie die Geschichte der deutschen Gesangvereine von der Geschichte der deutschen Ein- heitSbestrebungen nicht zu trennen. Deutsches Lied und deutsche Gesangvereine kultivierten jenen Patriotismus, von dem Heine sagte, daß er das Herz der Menschen enger mache, so daß es sich zusammenziehe wie Lcder in der Kälte und nichts so sehr hasse, wie das Fremdländische. Die damals entstandene Männcrchorliteratur ist denn auch folgerichtig nur zu einem ganz geringen Teile ins „Volk" gedrungen, sondern vielmehr Besitzstand einzelner Stände *)„Deutsches Laute nlied" von Dr. W a l t h c r Werkmeister. Verlag:?ldolf Köster, Berlin-Pankow. Oktavband. 718 Seiten. 670 Lieder. Preis 4 M. In zwei Bänden 4,60 M. und Intelligenzler geblieben. Heute ist mcm bemüht, dem deutschen Liede in den Massen des Volkes einen breiteren Boden zu ver- schassen. Es taucht deshalb in allcn�sogenanirten Volksliedersamm- lungen auf. Auch die vorliegende Saunulung gewährt ihm einen weiten Raum und setzt es an die erste Stelle. Eröffneten in ältc- reit Sammlungen die LicbeSliedcr den Reigen, so sind heute die Vaterlmtdslieder so weit au Bedeutung gestiegen, daß sie regelmäßig den Ansang macheu. DaS ist kein Zufall, sondern ein Zeichen der Wandlung, die das ästhetische Eurpfinden dcS Bürger- tumS durchgemacht bat. So finden wir bei Dr. Werkmeister das deutsche Lied in seinen bekannten Komponisten: Nägeli. Stuntz. Fesca, Zöllner. Kreutzer und Methfefsel vertreten: dazwischen para- dieren einige Volksweisen jüngeren Datums. Sobald aber von Her, Liebe Lust und Leid gesungen werden soll, gräbt der Verfasser emsig am Schatz des alten Volksliedes, und was er davon hebt, ist dar �bei weitem wertvollste Tcil_ seiner Sammlung. Daneben kommen nur noch die Rubriken„�schnurren" und„Aus verschölle- neu Zeiten" auf. Diese drei Abteilungen machen zugleich— froh sei'S verkündet— den umfangrctchstcu Teil des Büches aus. Co präsentiert sich diese Sammlung inhaltlich als ein Versuch zur Förderung des Nationalbewußtseins, ein Versuch, der zum Teil mit tauglichen, zum Teil mit untauglichen Mitteln unternommeii tvurdc, dessen Sinn übrigens durch eine urspriuigliche uat urschwärmerische Einleitung einigermaßen verdunkelt, durch einen nachträglich vorangesetzten Kriegs ruf aber in um so helleres Licht gerückt wurde. Nun der musikalische Teil des Buches. Die Laute ist beule recht in Mode gekommen. Aber sie eignet sich durchaus nicht als Begleitinsiruurent für jedes Lied. Auch sie hat ihr kullur- historischen Wurzeln und, um im Bilde zu blekbe», verdorrt, toeun sie in ungeeignete« Boden komuit. ES wäre gerade so, als wenn man die Lieder Hugo Wolfs mit dem altenglischen Virginal be- wältigen wollte. TaS geht nicht. So versagt die Laute, wenn mau sie zum modernen Kunstlied, auch nur zum viersliminigen Lied zupft. Das Volkslied hat schon durch den Satz Sikchers seine eigentliche Bedeutung und seinen ursprünglichen Eharakter verloren. Es ist höchst individualistisch temperiert uno verträgt die Schwere des vierstimmigen Satzes nur schlecht. Dagegen bekommt es blühende Wangen, sobald die ckaralteristischeii Farben der Laute ihm das Relief geben. Beim Kuustliede ist es gerade umgekehrt. ES ist aus dam Akkordgefühl des vierstimmigen Satzes entstanden und kann nur auf dem Grunde der Harmonie leben. Es schrumpst zu- sainmen, wenn es aus die dünnen Klampseneckkorde gesetzt wird. Darum ist es verfehlt, wenn man vierstumnigen Ehorsatz durch Lautenbegleitung ersetzen null. Schließlich läßt sich ja auch eine Shmphonie nicht durch ein Arrangement für Violine und Klavier lviedergebcn, und ein Klavierstück Schumanns geht in die� Brüche, wenn mau es fürs Orchcsicr bearbeitet. Ich erblicke also einen Mangel des vorliegenden Buches darin, daß es die Lautenbeglci- tuug um jeden Preis anbringt. Dieses Prinzip des Herausgebers muß natürlich der Laute in vielen Fällen Gewalt antun, lind so ist denn das Instrument selir oft weniger als Laute, denn als Klavier behandelt worden. Die Begleitung besteht meistens aus vollen Akkordgriffen. Das einspricht aber gar nicht dem Charakter der Laute.„Die Begleitung soll dem Geist des Liedes angepaßt sein"— ganz recht, und dazu eignet sich, wenn nur das Lied danach ist, die Laute ganz besonders. Aber das Buch ist für Wandervögel bearbeitet worden, die die Laute meist als Nkarschinstruincnt benutzen. Hier verliert sie aber ganz ihren Charakter. Kaum ein Instrument ist als Musseniilsuiunciit so uirgectgiiet wie die Laure. Wird sie dennoch als solches veuvendet, so kann ibr Klang nur stark vergröbert werden. Man verfällt in das leidige Schrumien, das im Spieler allen Sinn für Feinheiten, an denen gerade die Laute so ungemein reich ist, ertötet. Man nehme sich die Mühe, einmal die Begleitung irgendeines der Lieder mit der Begleitung zu ver- gleichen, die Kothe, Sckiolander, Somfen oder Scherrcr zu dem- selben Liede fanden, und man wird aus den ersten Blick erkennen, daß in Werkmeisters Sammlung nur wenig von Lautenbegleituiig, desto mehr aber von Klavierbegleitung die Rode ist. Es soll zu- gegeben werden, daß die Verwendung der Lernte als Marschinstru- ment, wie sie die Wanoervögcl lieben, keine andere als diese ver- gröberte Form der Begleitung zuläßt. Schließlich stumpft es den Sinn für Feinheiten im Charakterisieren ab. wenn die Begleitung die Dominantseptimenaktoroe allzusehr häuft. _ Trotz dieser offenkundige» Mängel ist die Sammlung Werk- meistero als gebrauchsfähig zu crnpfehlen. Sie bietet zu Verhältnis- mäßig geringem Preise eine reiche Fülle von Material. Tarin be- steht ihr Hauptvorzug. Selbst wenn man die für Arbeiter gar nickst in Betracht kommenden Lieder abzieht, bleibt immer noch ein beträchtlicher Rest, der die Anschaffung des Buches rechtfertigt. Tic Ausstattung ist zweckentsprechend und gefällig. Der Umfang von über 700 Seiten verhindert das Mitschleppen aus Wanderungen und fördert dadurch das Auswendiglernen der Lieder. _____ Hugin. Neue Untersuchungen über die gejchlechtsbestimmenöen Ursachen. Jedermann ist bekamst, daß die GeschlechtSverschiedcnheit bm Tieren gleicher Art nickt nur im Bau der Fortpslanzungswcrk» zeuge und durch die Art der produzierten Keimzelle» zum Ausdruck kommt, sondern sich auch häutig schon äußerlick in gewissen stiörper- bildungen oder Funktionen, die sogenannten sekundären Geschlechts- ntcrfiiuilc, anzeigt. Tie männlichen ÜÄvc.n,£cx Sporn des männlichen Huhns, das Geweih des männlichen Hirsches sind die bekanntesten Beispiele dafür. ES gibt nun aber niedere Diere aller Art. bei denen die Verschiedenheit zwischen Maunckcn und Weibchen auch im Aeußerlichen noch auffälliger sich ausdruckt als bei den höheren Tieren. DaS Tier, bei dem sie die markanteste Form erreicht hat, dürfte aber der grüne Rüsselwurnt(Lonellm viridis) fein, der im Mittelmeer unter Felsen nttd in Steinhöhlcn lebt. Während das Weibchen aus einem zirka 6— 8 Zentimeter langen Sack und einem außerordentlich dehnbaren Kopf läppen{htm sogenannten Rüssel) besteht, der an seinem Ende gegabelt ist und in ausgestrecktem Zustande eine Länge von über einen halben Meter erreicht, ist das Männchen nur 1—2 Millimeter groß und unter- scheidet sich auch in seinem Aeußern und Innern wesentlich vom Weibchen. ES ähnelt etwa einem Strudelwurm. Es fehlen ihm das Mutgefäßsystem, die Äugen und außerdem die grüne Farbe des Weibchens. Da» Bauchmark und der Darm, dem Schlund und After fehlen, sind stark zurückgcbtldct; hingegen ist das Geschlechtsorgan, der sogenannte Samenschlauch, sehr kräftig entwickelt, er ehr sonderbar ist nun die Lebensweise dieses Männchens. E» schmarotzt näm- lich zunächst ans dem Rüssel des Weibchens, dann wandert cS in dm Uterus fdie Gebärmutter), um dort die Eier zu befruchte, t. Bei einer kürzlich angestellten Untersuchung darüber, inwieweit die am Rüssel des Weibchens sich enttoicksluden mämilichen Larven vom Rüssel überhaupt abhängig sind, hat der betreffende Forscher— C. Baltzer in Neapel— nun festgestellt, daß die parasitische Lebens- weise der Larven für die Geschlechtsbestimmung von wesentlicher Bedeutung ist. Ja. cS hat sich dabei ein höchst eigenartiger Modus der Geschlechtsbestimmung herausgestellt. Was nun zunächst die Beziehungen zwischen der männlichen Larve und dem weiblichen Rüssel anbetrifft, haben die Experimente ztvcifelloS ergeben, daß die Larve aus dem Rüssel Stoffe aufnimmt, Nahrungsstoffe dürsten es aber nicht sein, denn jede Larve besitzt solche in Gestalt von Oeltropfen selbst in genügender Menge. Mau muß vielmehr annehmen, daß die aus dem Rüssel in die Larve über- tretenden Stoffe g e s ck I e ch t b e st i in m e n d e Substanzen sind, die bewirken, daß die bis dahin geschlechtlich indifferente Larve zu einem Männchen wird. Daß letztere Annahme richtig ist, dafür sprechen die Experimente. Ter Gelehrte teilte nämlich die von einem einzigen Weibchen stammenden Eier in mehrere Portionen von je 100 Eiern. Den Larven nun, die aus einer solchen Portion stammten, wurden euvachsenc Weibchen sofort beigesellt, an deren Rüssel sie sich festsetzen konnten. Die aus einer anderen Portion entstandenen Larven wurden hingegen in Glassä>alett ohne Weibchen weitergezüchiet. Da stellte sich nun schließlich heraus, daß die Larven, die Gelegenheit hatten, sich an die Rüssel der veigegebenen Weibchen zu setzen, ausnahmslos zu Mannchen wurden, während aus den Larven, die diese Möglichkeit nicht be- saßen, fast ausschließlich zu Weibchen sich entwickelten, und zwar in der Weise, daß sie erst eine Zeitlang beim geschlechtlich lndiffe- reuten Stadium verwetltcn und danach erst die EntWickelung zum Weibchen einschlugen. Daß für die Entstehung der Wannchen nickt unbedingt die parasitäre Lebensweise auf dem weiblichen Rüssel notwendig ist, zeigt die Tatsache, daß auch unter den isoliert gehal- tenen Larven einige(wenn auch nur zirka 2— 6) sich zu Männchen entwickelten. In dieser isoliert entwickelten Eierportion entstanden übrigens auch einige Zwrtter, d. h. Tiere, die zugleich männliche und weibliche Eigenschaften besaßen. Solche Jwttterformen erhält man auch— und zwar in größerer Zahl—, wenn man solche Larven, die nicht länger als höchstens 2 Tage auf Weibchenrüssel schmarotzt haben, von diesen entfernt und sie dann isoliert weiter- züchtet. Bei Tieren, die länger als 2 Tage auf dem Weibchenrüssel lebten, bildet sich auch bei isolierter Weiterzüchtung der reine Männchencharakter. Die Tendenz zu männlicher Enttvickelung ist also hier schon vorherrschend geworden. Durch diese Tatsachen sieht sich Baltzer zu der Annahme ver- anlaßt, daß beim Rüsselwurm das befruchtete Ei sowohl wie auch 75] Ueberfluß. Von Martin Andersen Nexö. Aage hatte dies alles mit einem Blick aufgefangen, schnell ssirang er hin, hob den Kandidaten in die Höhe und löste die allzu dicke Schlinge von seinem Halse: schlaff und leblos fiel der Kandidat ihm über die Schulter herab. Aage legte ihn vorsichtig auf eine alte Matratze nieder, die er mit dem Fuß unterm Tach hervorholte, und begann, ihm unermüdlich die Schläfe zu reiben, um doch etwas zu tun. Und als das nicht wirkte, legte er ihn mit dem Kopf über den Rand der Matratze und mackstc sich daran, ihn mit Schütteln und Atem- bewegungen zu behandeln, wie die Anweisung für die Wiederbelebung von Ertrunkenen es verlangt. Eine Ver- mntung sagte ihm, daß Rask gar nicht so tot sei, lote er sich stelle, und den Trang fühle, sich aus den Schreck hin einen kleinen Spaß zu machen. Nach und nach kam der Kandidat wieder zu sich: er bewegte die Lider, öffnete sie endlich und sah sich mit ver- störtein Blick um.„Bin— bin— Hab— wie?" stammelte er. „Nix verblüfft sein," sagte Aage gemütlich,„natürlich bist Tu lebendig, wenn Tu danach fragen wolltest. Du bist wahrhastig zu lang, Dich erhängen zu können." Das Gesicht des Kandidaten nahm bei diesem Wort einen mißbilligenden Ausdruck an. „Wenn Du das nächstemal so weit bist, dann probier es mit dem Wasser." fuhr Aage fort.„Aber dann möcht ich Dir raten. Dich hinzulegen." „Es war die Selbsthilfe der Vcrzivcislung," sagte Rask finster,„aber unglücklicherweise— bin ich zu laug, wie Tu sagst. Glaubst Du. meine langen Beine könnten mir nach Amerika helfen, bevor der Verdacht auf mich fällt? Wenn ich ordentlich ausschritte?" Er versuchte zu lächeln, aber es wollte nicht recht gelingen. „Aber Herrgott, der Berg ist ja überwunden, Hab ich's Dir nicht gesagt? Ich habe dem Schulzen erzählt, es wäre einer von den Matrosen, die vorigen Sommer bei uns ge- wohnt haben, und da sagte er, er möchte die Geschichte nicht weiter aufwühlen." Das Gesicht des Kandidaten nahm einen seltsamen Aus- druck an, er hob die Arme, und seine Augen leuchteten.„Jetzt fällt er mir noch um den Hals," dachte Aage und zog sich ein wenig zurück. Aver Rask faltete die Hände und starrte austnärts, die Tränen quollen ihm aus den Augen, und er wiederholte schluchzend:„Mein Glaube war nicht stark genug, nein! Ich habe Dich ja angerufen, tmd trotzdem zweifelte ich und wollte es selbst tmi l Vergib mir!" Dann erhob er sich und wankte mit Aages Hilfe die Treppe hinunter. An der Kuchentür reichte er Aage die Hand.„Ich will Dich nicht bitten, mit hineinzukomnien," sagte er mit Grabes- stimme,„aber ich verlasse mich auf Dein Schweigen." Damit ging er in die Wohnung. Aage sisrnd einen Augenblick da und sammelte sich: er hatte eigentlich erwartet, daß der Kandidat ihn zum Donk zum Frühstück einladen würde.?lls er wußte, daß RaSk wohlbehalten in seinem Zimmer angelangt war, öffnete er die Küchentür und trat ein. „Richtig," sagte er mit schelmischem Ausdruck,„ich sollte von Deiner Frau einen Gruß bestellen, ob Du mir nicht ein Stück Lwrbonade mit einem Glase Rotwein dazu geben würdest. Aber Du dürftest ihr keine Silbe davon sagen." Das Mädchen lachte über seinen Einfall, lauschte ins Entree hinein und gab ihm dann das Verlangte: er ver- schlang es förmlich. Dann wischte er sich den Mund ab und hielt ihn ihr hin. Und als sie keine Miene machte, von selbst der Aufforderung nachzukommen, sondern bloß dastand und vor Lachen gluckste, faßte er sie um beide Schultern, küßte sie und lief davon. 30. Karl saß ausgerichtet im Bett, dicht von Kissen umgeben, und starrte über die weitausgedehnte Schneclandschaft hin. Drüben sah er den bläulichen Widerschein des reinen Himmels: in der Märzsonne schmolz der Schnee auf dem Dach, so daß die Tropfe» zur Mittagszeit unaufhörlich— tropf, tropf!— vom Dachrande fielen, im Schein der niedrigen Sonne wie Diamanten erstrahlend: aber schon gegen zwei Uhr blieb der eine am andern hängen, und an den beiden kleinen Fenslern vorbei wuchsen lange, knorrige Stoßzähne von dem dunkeln Dachrandc herab. Ueber den Fjord, der von dem umliegenden Lande nicht zu unterscheiden war, führte ein dunkler Streifen von der Stadt zum„Nordwald" aus der anderen Seite hinüber. Alle die südlichen Kirchspiele hatten es nicht weit zum Städtchen, und die Bauern benutzten das fleißig: über die feste Eisdecke ihn bewegten sich zahlreiche Schlitten und Fußgänger, und hier und da sah man auch einen Wagen oder Reüer. Alt einigen Stellen gab ein Strohwisch auf einer Stange an, daß oie Fischer oder ein Jager dort Waken gehauen hatten, und vor oer Stadt hatte die Jugend daS Eis im großen Kreise vom Schnee gesäubert: dort schössen die Schlittschuhläufer zloischeneinander dahin wie Schwalben über einem Teich. Von Zeit zu Zeit kam ein Trupp Schlittschuhläufer auch herüber, stolperte über das schlechte Eis im Innern des Fjords und lief weiter den Bach entlang bis zur Wasser- mühte. Auf dem langen Schneehügel, der sich vom Hause weit über die abfallenden Felder erstreckte, hatte sich ein Schwärm von armen Jungen eine Rutschbahn eingerichtet. Geduldig zogen sie ihre selbstverfertigren Handschlitten die lange Strecke über die Felder bis zum obersten Rande des Schneehügels hinauf, warfen sich dort auf den Bauch und sausten hinab, mit der Spitze deS Holzschuhs steuernd: einige konnten fast ganz bis zu dem andern Weg an der Fjordfeite entlang i kommen. Tann arbeiteten sie sich mühsam wieder hinauf und fuhren zum zweitenmal, zum dritten-, vierten-, fünften- mal hinunter— den ganzen Tag. Nach Hause gingen sie nicht: einige von ihnen hatten Essen mit, an dem sie nagten, während sie die Schlitten bergauf schleppten, andre mutzten sich damit begnügen, ihren bessergestellten Kameraden aus- gehungerte Blicke zuzuwerfen. Karl waren zwei solcher Bürschchen im Alter von zwölf Jahren aufgefallen. Sie waren lang aufgeschossen, dünn und blaugesroren, ärmlich gekleidet, aber ungeheuer keck: in Gedanken nannte er sie die beiden Proletarier. Jeden Tag stellten sie sich ein und hielten bis zum Abend aus; dabei bekamen sie in den ersten Tage nur zu essen, was sie kaperten, indem sie hin und wieder für die andern Knaben die Schlitten bergan schleppten. Sie handelten gemeinschaftlich und traten mit einer brutalen Rücksichtslosigkeit aus, die dem Kranken wohltat. Er hatte von Anfang an Partei für sie ergriffen und freute sich, wenn sie suchheiend und jauchzend hinab- sausten auf ihrem elenden Schlitten, den sie gemeinsam bc- saßen, und unbarmherzig jeden verprügelten, der ihnen in den Weg kam. In den letzten Tagen zogen sie nicht mehr die Schlitten der andern hinauf, sie brandschatzten einfach wie zwei richtige Marodeure. Die Knaben, die ihr Essen mit ihnen teilten, wurden von ihnen in Ruhe gelassen, die andern auf alle mög- lichen Artenjzepufft und belästigt. Besonders heute, wo aus Anlaß des Sonntags vcrschiednc Kinder besserer Leute dabei waren, fühlten sich die beiden Tyrannen so recht in ihrem Element. Sie nahmen die Gymnanasten, die sich sonst mit den Kindern aus dem Volke mchr vertrugen, unter ihre Fittiche und wurden mit Zigaretten und kkmgl belohnt. mgender Münze (Forts, folgt.) die funge Sarve z« NWunq emcS MännihenS tote enteS Weibchens fähig ist. Erst bestimmte äußere Faktoren, ninnlich die srbmarotzcnde Lebenslvcise allf dem Weibchenrüssel, lassen in der weiteren EntWickelung die eine(männliches Tendenz über die andere siegen. Er bezeichnet diese Art von Gcschlechtsdestimmung als metagam, im Unterschied von der shngamcn Geschlechtsbestim- mung, wie sie bei den meisten Tieren zu finden ist, wo das Äeschlecht schon mit der Befruchtung festgelegt wird. Es gibt schließlich noch eine dritte Art von Geschlechtsbestimmung, die bei einem anderen Wurm mit Zwergmännchen, dem Dinophilus, konstatiert werden konnte. Hier findet man bereits im Eierstock— also vor der Be- fruchtung— sowohl„männliche" wie„weibliche" Eier. Beide Sorten werden zwar auch befruchtet, aber die Befruchtung hat nicht den geringsten Einfluß mehr auf den Geschlcchtscharakter des zu- künftigen Tieres. Die Tatsache übrigens, daß auch aus den isoliert gezüchteten Eiern des Rüssclwurms ein geringer Prozentsatz von Männchen sich entwickelt hat, trotzdem sie keine Gelegenheit hatten, auf Weibchen- rüsseln zu� schmarotzen und dadurch geschlechtsbestimmende Sub- stanzen aufzunehmen, versucht Baltzer mit der Annahme zu erklären, daß die junge Larve des Rüsselwurms zwar ein Zwitter sei. aber ein solcher, bei dem die männliche Tendenz vorherrscht. Dr. B. Theater. NletneS Theater:„P h il o t a s". Trauerspiel von L e s s i n g. Musik von Berneker.—„D e r politische K a n n e n g i e tz e r." Lustspiel von H o l b e r g. Deutsche Ueber- setzung von 1742. Lessings einaktiges, in antikem Kostüm einherschreitcndes Philotasstück, kurz vor der„Minna von Barnhelm" entstanden, das wohl im Hinblick auf den Krieg gewählt war, blieb nicht ohne Ein- druck; der Autor, der später in der„Hamburgischen Dramaturgie" gegen den abstrakten Idealismus und die gradlinige Rhetorik der klassischen französischen Tragödie daS Recht des bürgcrlich-reali- stischen Schauspiels vertrat, welches uns die handelnden Personen und Umstände in unmittelbare Nähe rückt und so den Grad des Mitempfindens steigere, bewegt sich hier wesentlich noch in den Bahnen jener klassischen Tradition. Zwar ersetzt er den Vers durch Prosa, eine Prosa, deren gedrungene Kraft und Dialektik zum großen Teile schon eckt Lessingsches Gepräge aufweist, aber die Distanz wird darum nicht geringer. Wie in seiner sonst so wunder- bar geschlossen durchgeführten farbenreichen„Emilia Galotti" der Entschluß der Heldin, wenn der Vater zögere, sich selbst den Tod zu geben, in einen abstrakten, wenig überzeugenden Heroismus uin- schlägt, so haftet dem Räsonnement, mit dem sich hier Philotas der Jüngling die Notwendigkeit seines Opfertodes suggeriert, etwas akademisch Konstruiertes an, ein Zug von Spartanertugcnd, die mehr verblüfft als menschlich rührt. Als der im Kampf gefallene Königssohn von dem feindlichen Herrscher erfährt, daß dessen Sproß das gleiche Los getroffen und man gewillt sei, die beiden gegeneinander auszutauschen, vergräbt er sich in den Gedanken, um wieviel günstiger die Lage seines Vaters wäre, wenn dieser, ohne Rücksichtnahme auf ihn, den Prinzen der Gegenpartei als Geisel zurückbehalten und damit seinen Forderungen dem Feinde gegenüber stärkeren Nachdruck geben könnte. Die Ueberlegung wird zum Vorsatz, freiwillig aus dem Weg zu treten. Der Entwaffnete erlistet ein Schwert und stößt es sich, triumphierend den Ruhm der Tat vorausgenießend, in die Brust. Ein verstandesmäßig er- sonnenes Exempel des gleichsam bis zur höchsten denkbaren Potenz gesteigerten kriegerischen Pflicht- und Ehrbegriffes, das aber in dieser seiner Starrheit und Losgelöstheit von allen weiteren Perspektiven dem humanen Sinne des Dichters selbst bedenklich scheinen mochte. Wenn er auch Bewunderung für den jungen Helden heischt, wird andererseits die Enge dieser jugendlichen Leidenschaft, die alle Größe nur in kriegerischer Größe und in Taten, die dem Kriegszweck dienen, sucht, vernehmlich angedeutet, auf das Wider- streben des einfach menschlichen Gefühles hingewiesen. Der durch Philotas Tod in seinen Plänen gestürzte Fürst will nur den eigenen Sohn zurückerhalten, um dann dem blutigen Königs- Handwerk für alle Zeiten zu entsagen:„Glaubt ihr Menschen, daß man es nicht satt hat?" Herrn Bildt gelang in seiner Darstellung der Hauptfigur das Schwärmerisch-Verzückte, Jünglingshafte überraschend gut. Bot diese literarhistorische Reminiszenz, bei aller Fremdartig- keit des Gegenstandes, Interesse, so läßt sich gleiches von Holbergs, des vielgerühmten dänischen Lustspieldichters, aus dem ersten Drittel des achtzehnten Jahrhunderts stammendem„Politischen Kannen- gießer" nicht behaupten. Gewiß, das Kannengießern selbstzufrie- dener Philister am Stammtisch begleitet treulich alle politischen Erscheinungen und treibt beim Kriege heute wieder ganz be- sondere Blüten. Aber die Holbergschen Typen sind so veraltet, daß uns jede engere Fühlung mit den närrischen Gesellen fehlt. So grobschlächtig muten die Karikaturen an, daß man sogar bezweifelt, ob sie auch dazumal lebendigen Menschen nachgezeichnet waren. Und die Verspottung der Philister bewegt sich selbst im Rahmen allerengsten Philistersinns. Der gute Bürgersmann— das ist Holbergs Moral-—, soll sick nicht nur des kannegießernden Gc- schwätzeS, sondern jeglichen Politisierens überhaupt enthalten, die- weil sonst der beschränkte Untertanenverstand mit der fürsorgenden erleuchteten Weisheit der Behörden in Widerstreit geraten könnte. Der brave Meister Hermann Breme, der zum Kummer seiner reso luten Frau Bücher liest, mit anderen 5Mlegeii Ratschläge zur Vcr bessernng des Staates diskutiert und seinen Größenwahn bis zu dem Punkt getrieben hat, daß er sich Bürgermeisterfähigkciten zu- traut, wird durch eine mehr als plumpe Intrige von seiner Ein bildung kuriert. Er glaubt den beiden Herren, die ihm zum Spaß> einreden, man habe ihn gewählt, aufs Wort. Doch seine Freude hat ein rasches Ende, als man ihm Aktenbündel zuschleppt und Entscheidungen verlangt. Heilfroh, daß er zu seinen Kannen, auf die er sich versteht, zurückkehren darf, hat er in einer Schlußrede das werte Publikum nochmals dringend zu ermahnen, es solle jeder Schuster nur ja bei seinem Leisten bleiben. Auch das flotte Spiel vermochte die gähnende Leere der Szenen nur wenig zu beleben. Alice Torning brachte es in der Verwandlung aus der Frau Meisterin zur Bürgermeistermadam durch drastische Sckwankkomik zu Heitcrkeitscrfolgen; Emil Jan- nings stattete den Kürschner im Kreise der Erleuchteten mit einem höchst drollig-majestätischen Phlegma aus, und Lupu Pick stimmte den Kannengießerhelden auf einen melancholisch verträumten Grundton, der dem verrückten Sonderling des Stückes etwas wie eine psychologische Note gab. ckt. kleines Ieuillston. Deutsches Musikfest in Lonöon. «Die drei B' bestreiken, wie die englischen Blätter hervorheben, das große Mnsikfest, daS am IS. April in London in der Queens Hall seinen Anfang nehmen soll. Es ist nämlich ein Back- Beethove n-BrahmS-Musikfest, und es soll eine ganze Woche dauern. Das Eröffnungskonzert ist Orchester-, Instrumental- und Vokalwcrken Bachs gewidmet; ihm folgt die Aufführung von Bachs H-Moll-McjTe. Das dritte Konzert enthält ein Programm, das nur Werke Beethovens für Orchester, Klavier und Singstimme aufweist; der vierte Abend ist Beethovens Missa, solemnis geweiht. Im fünften Konzert kommt Brahms mit verschiedenen Werken zu Worte; das letzte, das sechste Konzert, weist Brahms' Deutsches Requiem und Beethovens Neunte Sinfonie auf. Das Londoner Sinfonie-Orchesier vereinigt sich zu diesen Festaufführungen mit einem ausgewählten Festchor von 200 Stimmen, der von der Philharmonischen Gesellschaft und dem Sängerchor von Leeds ge» stellt wird. Der Reinertrag dieser Musikwoche soll notleidenden französischen, belgischen und britischen Musikansialten zugute kommen. Zu dieser erfreulichen Nachricht bemerken gewisse Blätter hämisch: «Die Engländer haben ja immer das Gute genommen, woher sie eS bekamen; deshalb werden sie auch auf die Musik der„Barbaren" nicht verzichten." Tieselben Blätter waren natürlich ebenso unzu- frieden mit den Engländern, als vor kurzem die falsche Nachricht kolportiert wurde, die Engländer boykottierten die deutsche Musiki_ Notizen. — Tbeaterchronik In den Kammerspieleu des Deutschen Theaters gelangt Karl Schönherrs neues Drama«Der Weibsteufel" am nächsten Dienstag zur Uraufführung. — M u s i k ch r o n i k. Im Pala st«Theater am Zoo findet am Karsreitagabend ein großes Konzert unter Leitung des Herrn Hoskapellmeisters Edmund von Strauß statt. — Grünewald und Schon gauer bombensicher. Bei den deutschen Kunstfreunden ist infolge der Belegung der Stadt Colmar mit französischen Bomben die besorgte Frage auigeiaucht, wo sich denn zurzeit der sonst im Colmarer Museum Ilnterlinden bewahrte Altar des Matthias Grunewald aus Jfcnheim bei Colmar, dies Wunderwerk altdeutscher Malerei, befinde. Der Colmarer Alrar ist aber erfreulicherweise schon vor dem letzten französischen Flieger- angriff in Sicherheit gebracht worden. Dasselbe geschah mit der Maria im Rosenhag. dem einzigen beglaubigten Gemälde des Martin Schongauer. das Colmar, der Wohnort des Malers, in seiner schönen Marienkirche bewahrt. — Dokumente der Menschenliebe wollen Otto und Erna Grauloff in drei Sprachen am Tage der Friedenserklärnng herausgeben. Die Sammlung soll durch Aussprüche lyrischer, epischer und aphoristischer Art von Dichtern und Denkern aller Völker eingeleitet werden. Im wesentlichen sollen aber in dem Werk Zeugnisse der Menschenliebe aus den Reihen der Krieger und aus der Mitte der Völker, die sich heule befehden, zusammengetragen Ivcrden und am Friedenstage der europäischen Menschheit zeigen, daß unter dem Kanonengebrüll und dem Brandgeruch von Dörfern und Städten die Menschenliebe nicht erstickt wurde. — A l k o h o l i§ m u s und Irrsinn. Zu diesem traurigen Kapitel bringt der. letzte Bericht der Deputation für die Jrrenpflege der Stadt Berlin wiederum ziffernmäßige Belege. Danach waren unter den in die Anstalt für Epileptische in Wuhlgarlen auf- genommenen 443 Kranken 316(— 70 Proz.) Säufer, unter 29 an Hysterie Leidenden 14, unter 31 an Hyslerie-Epilepsie Leidenden 21 Säufer. Ter Zugang ail Kranken in den vier Irrenanstalten Berlins: Dalldorf, Herzberge, Buch und Wuhlgarlen betrug in dem Berichtsjahre vom 1. April 1913 bis I. April 1914 insgesamt 3201 Personen. Von diesen litten 479— 15 Prozent an chronischem Alkoholismus. — Deutsche Gelehrte in Japan. Wie da?«Lite- rarische Echo" meldet, habe» zwei Lehrer der unter deutscher Leitung stehenden Hochschule der Jesuiten in Tokio, die Patres Hoffmann und Dahlmann, Berufungen als Professoren für deutsche Liieralur an die kaiserliche Universität in Tokio erhallen. Kommentar nicht überflüssig, aber znrzeit nicht möglich. DeutscKes Theater Direktion: Max Keinliartlt. 7't, Uhr: Schlack nnd Jan. Mittwoch: Schlack and Jaa. Kammerspiele 8 Uhr: Die deutschen Kleinstädter. Mhtw.: Die deutschen Kleinstädter. Theater Ilir Diecstag, 30. März: Berliner Theater 8 Ulir: Extrablätter! Deutsches Künstler-Theater VI, U.: Egmont. Deutsches Opernhaus, Cbarlottenb. 8 Uhr Jose!. FricdrJch-Wilhelmstädf. Theater. 8 Jhr: Die Fledermaus. Gebr. Herrnfeld-Tlieater 8 Uhr: Familie I'laschek. «eidring contra«eidring. Kleines Theater 8 Uhr: Der politische Kannengießer. Vorher; Philotas. Komische Oper 8 10U-: Gold gab ich für Eisen. Komtfdlenbaus zSiUw.: Biedermeier. laistspiclhaus 8,/< u-: Die Kinder der Exzellenz. Kessln« Theater 8 Uhr: Jjjj �jßeu RgSS'J Jletropol-Thcatcr 8 Uhr: yyQfg,, wjr jjgnkg,,| Gründonnerstag, d. I.April,'/jSUhr: Große liohitätigkeitsyorsteiimig. Montls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumanu. 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer. Ilesidcnz-Theater 8 � Die Schöne vom Strand. Kose Theater 8� Das Kätheheovieilhronn. Schiller-Theater O. 8 Uhr: Alt-Beidelberg. Schiller Th. Charlottcnbg. 8 Uhr: Beiligenwald. Thalia-Theater "� Kam'rad fflänne. Theater am Xollcndorfpl. 8,/' U: Immer feste druff! Theater des Westens 8 uhr. poienbjQf, Theater in der Königgratrer Straße 8 Uhr Bedda Gabler. Trianon-Theater vu u.; Mfßbaten. VoIksböhnc.Theaferam Bülowplafe S'LU.:"" Walhalla-Theater 8 irhi: Die Jagd nach dem GM. URANIA Taubenstraße 48/49. 4 Uhr(halbe Preise): Iii! d. Schlachtfeldern Ostpreußens 8 Uhr: Die Ifogesen und ihre Kampfstätten. Zirkus Aib. Scbumann Dienstag, 30 März, Anf. T'/gUhr: Sport- Vorstellang. Um 91/, Uhr; Um B/, Uhr MT" Ost and West. Großes patriotisoh.Schauscück aus der Gegenwart in 4 Akten Neue Einlage. Neue Einlage. U-Boot bei der Arbeit� J0rpe(Jjgren eines Hsndoizdsinptm und die übrigen 5 Akte. Große Schlußapotheose. Lictzte Vorstelinnffcn mit Fritzi Massary Olga Desmond und dem �liinzendcn März- Spielplan I Donnerstag, 1. April: Yollsthndlg neuer Spielplan! Casino- Theater. Lothringer©trage 37. Täglich 8 Uhr. Der Herr Kommerxlenrat. Dazu crftfl. Spezialit. Kriegsbilder. Donnerstag. L, Sonnabend, 3. April: 8 Uhr. Osterglocken. 8 Uhr. An allen Feiertagen abends 8 Uhr: Der Herr Kommcrzlonrat. Nachm. 4 Uhr: Osterglocken. SARRASANI Sonnabend 3 s w nachmittags 3 Uhr, abends 71/, Uhr. de Tel. Nr. Norden 10408 Voigt-Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Murgen Mittwoch, den 31. März: Das Enlenhaus. Schauspiel in 5 Alten neblt einem Vorspiel nach dem gleichnamigen Roman von E. Marlitt. Kassenerössnung 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Theater Felics Capiicc 8Vt Possen-Theater 8� ueute: Premiere. Onkel Adl! Kinodraraa. Die Sprechstunde. Uartin Kettner a. G. Reicbsbalten-Tbeater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Weihnaditssbend im Schützengraben Ansang 8 Uhr. Militärpersonen und deren An» gehörigen voll- kommen sreier Zutritt zu den Sielt. Sängern. H.& P. Uder. Iteriin SO. IC, � eii<*cl-Clfcr 5, Tabak-KroUliandlnng und Tabaktabrik� Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverküufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche be- 3«f.aMn44nM zu Originalpreisen. filyareilG lt Amt Mpl.. 3014. kannten Marken # tropfen. mit Hustenanfüllen und starker Vet- schleimung findet wirk- same Hilfe durch Beiobols Echte Astbma- bcrübmt durch ihre Wirkung. ZahlreicheErsoIgsberichte. El. 2.30. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. H.Pfau, Baudapt ®c"" Direksenstraße 20 zwischen Bahnhof Alepanderploh und Polizeipräsidium.— Amt Kst. 3208. 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Geöfinel von 9- 2 und von 4—7 Uhr. 5. D nhlkrels: Leo Zucht. Fmmanueltirchstr. 12(Hof). Geöffnet von 11— Ist- und von Ist,— 7 Ubr. «. Wahlkreis(ITUiahlt): Solomon Joseph, Wilhelmshavener Sit atze 48. Geöffnet von 9— 2 und oon 4— 7 Uhr. W eddlng: I. Hön Uch. Müllerstr. 34a Ecke Uirechter£tr„ Laden Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. itoscnthaler und tlranionburger Vorstadt: A. Wolgast Kaltstrahe 9. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. <-esnndhrnn«en: F i i ch e r, Basiianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. dtcliönhauscr Vorstadt: Karl M a r S, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. a dlcrsbol: Karl Echwarzlose, Bismarckstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-f-llenickc: Wilhelm Dürre, Köpenicker Str. 6. Ilaanischalen« eg: H. Hornig, Marienlhaler Skr. 13, I. Dernau, Itöntgental, Zepernick, Schönow, Schön- brück und Knch: Heinrich Brote, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdorf, Ealkcnbcrg und Eulkenhorst: Paul©cnfch, BodnSdori, GenossenichastShaus„Paradies". Eharlottcnharg: Gustav S ch arnb erg, Sesenhekmer Str. 1. Ge- öffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr. Elchwaldc, Schmöckwitz: DStor Mahle, Bismarckstr. 4. Erkner, Ken-Zlttan: E m i t I w a n g, Scharnweberstr. 10. Ercdcrsdorl-Ectcrshagcn, Eggersdorf: U f j e n w a s f e r, Peiershagen. Ericdenua, Steglitz, Südende, Grcß- Eichterfelde, Eankwltz:H. B e r n i e e, Msenstr. 5 in Sieglitz. Geöffnet von 11— Ist, und von Ist,— 7 Uhr. Ericdrlchshagcu, Eichtcnau, Kahnsdorf, Schönciche, Kl.-Schönebeck: Ernst Säertmann, Friedrichshagen, Köpenicker Straße 18. Krünan: Kranz Klein, Friedrichstr. ID. Johannisthal, Uadow: Max® onschar, Parkstr. 28 Karlshorst: Oskar Schaars ch midt, Auguste-Vsktorla-Sk. 18. Könlgs-W nsterhansen, Wildau, Nlederlebnie: Friedrich Baum n n n, Bahnhosstr. 2, Eingang BeeSkoiver Straße. Köpenick: Enui Wißt er. Kietzerstr. S, Ladeil. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. l.lchtenherg I Frledrlclisfclde. HohcnschOnhaascn: Cito Seite!, Wartenbergiwaße 1(Laden). Geöffnet von 5st,— 2 und von Ist,— 7 Ubr. Eichtenberg II, Knmmelsburg, Stralau: A. Rosen- kränz,'All-Borhagen 56. Geöffnet von 11— Ist, und von 4'/,— 7 Uhr. fiahlsdorf. Kanlsdorf, Diesdorf: P. Heßberg, Kauls- dors, Ferdinandstroße 17. Ifarlendorf: August Leih. Gtauffecitr. 29. Darlenfeldc: Emil SS e inert, Berliner Str. 114 IL �cuenhagcn, Hoppegarten: Gustav Bergmann, KönigSallee Ecke Gartenstraße. Aieakölln: M. Heinrich, Recfarftr. 2, im Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr; Neukölln. Britz: Rohr, Siegsriedswaße 28/29. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Kiedcr-Schöncwcidc: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 19, IL X o wawes: Karl Krähnberg, Friedrichkirchplatz 27. Dhcr-Schöncweide: Allred Bader, Wilhelminenhosstr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, Pankow,>ioderschönhunsun, Nordend, Erz.-Unch- holz, Klankenburg: Riß mann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11— Ist, und oon Ist,— 7 Uhr. Iteinickcndort- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. G u r 1 ch, Provinzitr. 56, Laden, Geöffnet v. 11— Ist, u. Ist,— 7 Uhr Schcnkendort d.Königs-Wusterhaulen: Chr. Hönisch t c, Soifftr. lü Schöiicberg: Wilhelm Säitmicr, Marlin Lniherslr. 69, im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. Spandau, Xouneudamm, Staaken, Seegefeld und Ealkcnhagcn: Stöppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Tegel, Korslgwaldc, Wittenau, Waidmannslust, Dermsdorf, Hohen• Xeucmlorf, Uirkcnwerder, Ereie Scholle u. Keinickendorf- West: Baut ttiena st, Borsigwalde, Räuichstraße 19. Geöffnet von 11— Ist, u, von Ist,— 7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Lindenstr, 17, Tempelhol: JoH. K r o h n. Borussiastr. 62. Treptow: Rod. Gramenz, Kiesholzswaße 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, Welüeusee, Deiuersdorf: 5t. g uhr mann, Sedanstr. 195, parb Geöffnet von 11— Ist, und von Ist,— 7 Uhr. Wilmersdorf, llalcnsce, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. ILeuthen, Illcradort: Ernst Hütttg, Zeuthen, Miersdorfer Str. 14. Bossen: M a tus ch e k, Marktstr. 6. Sämtliche Parteiliteratur lomie all« ivtffenschaftltchen Werte werden geliefert Sonntag» find die Ausgabestellen gefchtaffe«._ Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielevv, Neukölln. Für de» Inseratenteil verantw.! Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag:Porwärt» Buchdruckeret u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW.