St. 84.— 1915. Unterhaltungsblatt öes Vorwärts Der heimgekehrte. ?�och kann ich's nicht fassen! Gehe wie ein Traumwandler durch die Gassen. Sehe Häuser und Menschen, Kinder. Schöne Frauengesichter, Leben und Licht— Und mag meinen Augen nicht trauen. Ist nirgends ein Feind? Lauert der Tod hier nirgends in tausend Verstecken? Blüht wirklich hier das Leben so rot Und leuchtend, Ohne Arglist und ohne Schrecken...? Soll ich meine Arme nicht ausbreiten Und selig singen von Wiederkehr In das wunderschöne purpurne Leben? Soll ich die Welt nicht umschlingen? Sticht andächtig, jubelnd niedersinken: „Welt, Leben, hier hast du mich wieder!"? O könnte ich doch! So aber umkrampfen Krallen mein Herz... T rauhen stehen noch Tausende Brüder, �teyen und fallen... Karl Bürger. Die Humanität auf öem Schlachtfelöe. Tor russische Schriftsteller Wladimir Korolenko, der zur- zeit in Frankreich weilt, ergreift in dem Moskauer Blatte „R u ß k i j a W e d o m o st i" das Wort, um für die Humanitären Ideen einzutreten, die seit Jahrzehnten den Gegenstand seines dichterischen und publizistischen Schaffens bilden. In seinem Ar- tikel, betitelt„Eine eroberte Position", erinnert Korolenko an die von allen Zeitungen gemeldete Tatsache, wie ein russischer Soldat, den ein Arzt vom Verbandsplätze auf dun Schlachtfelde nach neuem Verbandsmaterial ausgeschickt hatte, ein weißes Tuch an einen Stab heftete und sich durch den Kugelregen hindurch zur feind- lichen Linie begab, wo ein Arzt ihn mit dem erforderlichen Verbandmaterial ausrüstete.„Wenn es"— schreibt Korolenko—„etwas gibt, worin selbst in dieser grauenhasten Zeit die europäische Kultur, die Wissenschaft und das Körnchen menschlicher Solidarität zum Ausdruck gekommen sind, so ist es das Genfer Rote Kreuz, das sich über den heutiger? Schlachtfeldern erhebt. Es scheint mir zuweilen, daß da? Rote Kreuz, noch bevor die Mensch- beit sich von den Schrecknissen des Krieges befreit, wahrscheinlich eine selbständige Evolution durchmachen' wird. Wozu die Trennung in diesem schweren gemeinsmnen Werk? Tie Deutschen pflegen die russischen und französischen Verwundeten, die französischen und russischen Aerztc pflegen die Deutschen. Aus dem Felde des Todes könnte gleich nach der Schlacht die weiße Flagge gehißt werden, unter deren Schutz die verbündeten Aerzte aller Nationen, auch der kriegführenden, nach einem gemeinsamen Plane unter- schiedsloS allen Leidenden Hilfe bringen könnten. Dann würde der Krieg sicherlich weniger unmenschliche Züge tragen. Jeden- falls gäbe c? dann nicht die schmachvollen Anschuldigungen über die Tötung Verwundeter und Gefangener. Vielleicht ist mein Vorschlag eine Uwpie, jedenfalls aber weist die mitgeteilte Episode von dem Soldaten darauf hin, daß sogar das Rote Kreuz der„feindlichen Nationen" die Gefühle der Solidarität und des gegenseitigen Vertrauens zueinander bewahrt. Die europäische Wissenschast, ohne Unterschied der Lage, kann auf diese ehrenvolle Tatsache stolz sein. Sie ragt wie eine Art moralische Reimscr Kathedrale über die übrigen Erscheinungen des Krieges empor. Hätte der jetzige Krieg die Bedeutung dieser Tat- fache untergraben oder vernichtet, so wäre das für den sittlichen Fortschritt ein weit größeres Unglück gewesen als die Katastrophe von Reims und Löwen. Alle diese Gedanken— fährt Korolenko fort— kamen mir in den Sinn, als ich den bekannten Prozeß gegen die deutschen Militärärzte in Frankreich verfolgte." Lss Lkberfluß. Von Martin Andersen Ncxö. „Tos ist ja nicht schlecht," sagte Karl und gab ihm een Brief zurück.„Mer wie kommt man darauf, sich an Dich zu wenden?" „Weil man wohl annimmt, daß ich mich dafür eigne," antwortete Aage selbstbewußt.„Für so was muß man tüchtige Kräfte haben. Tu! Uebrigens kennt mich der zweite Korn- mandicreude, er Mar Kapitän auf der Barke, mit der ich vor zwei Iahren fuhr. Er hat mich ausgesucht." „Und das ziehst Tu der Ausbildung als Athlet vor?" „Das kann ich ja später immer noch werden. Hier gibt eS doch mal was zu erleben— mit Eisbergen, Beschwerlichkeit, strenger Arbeit und unsichtbaren Spalten, wo man hinab- plumpst, wenn man mit dem Schlitten losfährt. Mich juckt geradezu die Haut, mal so einen richtigen Winter aus- zuprobieren." „Und von einein Eisbären gefressen zu werden?" fragte Karl. „Ach was, ohne Bauchgrimnien soll er jedenfalls nicht davonkommen.— Wollen wir nun gehen, Else?-- Wenn ich fertig werden kann, mache ich mich morgen abend nach Kopenhagen ans dem Staube. Aber ich lasse mich natürlich erst noch sehen." Er und Eise gingen. Von seinem Fenster ans sah Karl sie über die Wiesen wandern und ein Boot besteigen, Ein Ende weit vom Lande drehte Aage in den Wind, dann hißten sie die Segel und steuerten schräg hinüber nach der äußersten Landspitze des „Nordwaldcs". Und dort legten sie an und verschwanden. Aber hinter ihnen lag das Kielwasser in blankem, ge- wundenem Streifen ans dem geköperten Wasser und fuhr fort, leuchtend hinüberzuzeige», glanzvoll. Stunde auf Stunde: tote eine quälende Erinnerung an etwas, das Karl längst abgeschüttelt zu haben meinte: und die letzten Spuren verweilten noch auf dem Wasser als leuchtende Fasern, als die Dunkelheit hereinbrach. Und in seinem Innern! Dieser Ausflug, der ihn nicht das geringste anging, nahm seinen Weg durch ihn in Ge- sichten und Mutmaßungen, so daß er nichts tun und auch kaum einschlafen konnte. Und spät in der Nacht erwachte er wieder. bei dem schwachen Laut des PförtchenS, das sich öffnete, und dem gedämpften Abschiednehmen der beiden jungen Leute. Den Sachverhalt, der dem Prozeß zugrunde gelegt wird, faßt Korolenko in folgenden Sätzen zusa?mnen:„Die Deutschen hatten die Gegend an der Marne besetzt. Dann zogen sie sich zurück. Die Aerzte erachteten es aber nicht als möglich, das Lazarett zu verlassen, in dem deutsche und französische Verwundete ihrer Pflege anvertraut waren. Sie pflegten auch die Kinder und Frauen des feindlichen Landes und erwarben sich, inmitten der Schrecknisse und der Gewalttaten des Krieges, die allgemeine Dankbarkeit und Sympathie. Als aber die Armee sich zurückzog und sie dablieben, Machten die vom Gefühl der Rache verblendeten französischen Militärbehörden die deutschen Aerzte zu Sündenböcken für die Deutschen überhaupt, obwohl die Untersuchung des Obersten(und jetzigen Generals) Klein die Korrektheit ihrer Handlungsweise festgestellt hatte. Die Militärjustiz, die überall ziemlich sorglos und expansiv ist, scheute sich nicht, ein ungerechtes Urteil zu fällen, wohl aus der Erwägung heraus, daß dies von den Jnter- essen des Kampfes gegen die„deutsche Nation" gefordert werde. Aber in der französischen Gesellschaft war das Gerechtigkeits- gefühl nicht erstorben: französische Offiziere, Aerzte, Damen vom Roten Kreuz, Grundbesitzer traten vor Gericht auf, um den Be- hauptungen der Anklage ihre lobenden und anerkennenden Worte für die Angehörigen des deutschen Roten Kreuzes entgegenzusetzen. Und die deutschen Aerzte verließen den Gerichtssaal nicht nur formell gerechtfertigt, sondern auch moralisch erhöht. Leider"— so schließt Korolenko seine bemerkenswerten Aus- führungen—„kamen nur zwei, drei französische Zeitungen, und auch die nur kurz, auf diesen Prozeß zu sprechen, wobei ein Teil von ihnen noch geneigt war, diese Tat der Gerechtigkeit vom Standpunkt der spezifischen französischen Großmut zu betrachten... Sofort aber wurde dieser jedenfalls erfreuliche Abschluß von dem Donner der Geschütze und dem Lärm der wahnsinnigen Zeitungs- kanonade in den kriegführenden Staaten übertönt.... Ich glaube indes, daß die Aerzte der ganzen Welt und alle, die nicht die Fähigkeit eingebüßt haben, menschlich zu denken und zu empfinden, mit Erleichterung aufatmen können. Die moralische Reimscr Kathedrale der zivilisierten Mensch- h e i t ist bislang unangetastet geblieben. Es ist schwer, die Folgen sich auszumalen, die eine Verurteilung des „feindlichen" Roten Kreuzes nach sich gezogen hätte. Ihre Wirkung wäre in der Tat der einer explodierenden Bombe gleichgekommen...." kleines Feuilleton. Mann kommt öas erste kinü! Dlc Tage der Mobilmachung haben in allen Gauen Deut;ck>- lands eine große IM von KriegStrauimgen gebracht. Allein irt der Reichshauptstadt fanden im vergangenen August 5782 Eheschließungen statt, über viermal soviel, als dem Durchschnitt frühe- rer Jahre entspricht. Mit aufrichtiger Teilnahme erfüllt uns das Geschick all der jungen Eheleute, die der Krieg so grausam trennte. In großer Besorgnis dürste heute mancher der im Felde stehenden jungen Gatten seines Weibes gedenken, das zum ersten Male der Mutterschaft entgegensieht. Unter diesen Umständen erscheint eine kürzlich vom Zensusbureau des australischen Bundes ueröfsent- lichte Untersuchung über die Zeit, die zwischen der Eheschließung nnd der Geburt des ersten KindeS vergeht, von großem Interesse. Nach den Ergebnissen dieser in ihrer Art einzig dastehenden Sta- listit, die zwar nur die australischen Verhältnisse berücksichtigt, immerhin jedoch die staitlicbe Zahl von 86 218 Erstgeburten umsaßt, fällt ziemlich genau die Hälfte aller Erstgeburten, nämlich 42 876 oder 50,8 Proz. der Gesamtzahl, in das letzte Viertel des ersten Jahres oder in das zweite Jahr der Ehe. In 10238 Fällen erschien dagegen der erste Sprößling erst im 3. bis 5. Jahre nach der Hoch- zeit. Noch länger gedulden mußten sich noch weitere 1297 Ehe- paare, denen ein Nachkomme erst im 6. bis 10. Jahre bescbieden wurde, und die Hoffnuug auf Kindersegen ganz aufgegeben hatten wohl schon jeire 301 Ehevaarc, denen das erste Kind erst im 11. bis 20. Jahre nach der Hochzeit beschert wurde. Besonders groß war aber sicher die Freude bei jenen 9 glücklichen jungen Vätern, denen noch zwischen dem 21. und 25. Jahre, also gewissermatzen schon während der Vorbereitungen zur Feier der Silbernen Hoch- zeit, von der Gattin das erste Kind geboren wurde. Am nächsten Tage kam Aage nicht, und am Tage darauf hörte Karl, daß er im Bett liege. Da ging er zu ihm. Er fand ihn bei einer Fischerfamilic, in einem kleinen Giebelzimmer, dessen Fenster nach der See hinausgingen. Aage mar soeben im Begriff, aufzustehen, als Karl kam. „Was ist denn das?' fragte Karl.„Nennst Du das eine Polarerpedition machen?" „Ja, das darfst Tu wohl sagen," erwiderte Aage lächelnd und hielt sich am Bettpfoslen fest, um nicht umzufallen.„Mir ist wie einer Landratte auf einem schlingernden Schiffsdeck. Und ich habe verfluchte Kopfschmerzen: gestern morgen hat es angefangen, als ich aufstehen wollte. Ich bin buchstäblich umgefallen nnd konnte mich nicht wieder erheben. Aber nun soll's ein Ende mit den Narrenstreichen haben,— heute abend reise ich ab." „Wäre es nicht vernünftiger, ein paar Tage zu warfen?" „Nein, ich habe bestimmt versprochen zu kommen!" „Gegen Krankheit kann niemand an!" „Mir fehlt nichts," sagte Aage abweisend und begann, die Schuhe anzuziehen. Während der Arbeit fiel er vornüber, und mit erschrockenem Ausdruck richtete er sich auf.„Gott weiß, was das sein kann?" murmelte er und saß eine Weile mit geschlossenen Augen da. „Geh wieder ins Bett!" sagte Karl eindringlich.„Dann werd ich den Arzt holen." Doch bei diesem Wort stand Aage hastig auf.„Sollen wir einen flotten Spaziergang machen?" fragte er.„Jetzt kannst Du's wohl vertragen, ein bißchen auszufchreiten?" Er nahm fein blaues Wams, das an der Türangel hing: aber als er darin war und etwas Erde von dem einen Ellbogen bürstete, bekmn er einen heftigen Anfall von Erbrechen. Es kam ihm aus Nase und Mund, der Kopf wurde blau, und der Schweiß trat ihm auf die Stirn. „Ach ja, ja," stöhnte er, als es überstanden war,„es ist, als würde man gerädert. Wenn mir nur die Stirn nicht ge- spalten wird!" Er war vollständig erschöpft, und die Augen waren voller Wasser, so heftig war der Anfall gewesen: er brach ganz zusammen, hielt sich den Kopf mit beiden Händen und fuhr fort zu stöhnen. „Na. na!" sagte Karl beruhigend.„Man merkt, Tu bist es nicht gewohnt, daß Dir was fehlt." „Ich pfeife auf die Schmerzen, Du." sagte Aage und hob den Kopf,„aber es ist widerwärtig, wenn einem was fehlt, Den Nachzüglern, die erst im dritten Jahre der Ehe oder später geboren wurden und die zusammen etwa den 7. Teil aller Erstgeburten ausmachten, siebt eine fast dreimal so hohe Zahl von jungen Erdenbürgern gegenüber, die bereits vor Ablauf der ersten 9 Monate der Ehe das Licht der Welt erblickten. Die offenbar sehr eifrige australische Spielart des Storches konnte es sich nämlich nicht versagen, der stattlichen Zahl von 30 797 Neuvermählten schon während der ersten acht Monate der Ehe ihren Besuch abzu- statte»; dabei fiel die Geburt in 8787 Fällen bereits in das erste Ouarial des ehelichen Glückes, ivährend sie 1518mal sogar schon im ersten Atonät erfolgte, so daß noch während der Flitterwochen die Wiege in Tätigkeit treten durfte. � O. K,. Der Krieg und Sie technische?öee. Vou der„Ständigen Delegation des österreichischen Jngeiüeur- und Architekten-Tages" veröffentlicht das„Magazin für Technik und Industrie" folgendes Schreiben:„Als einer der bemerkens- wertesten Effekte unserer wasfenklirrenden Zeit kann schon heute das wachsende Verständnis der breiten Masse für die technische Idee unserer Gegenwart erkannt werden. � Es mag sich darin das Aufleben eines Geistes offenbaren, der späterhin die grauenvollen Opfer der Schlachten doch wieder fruchtbar zu machen vermag. Tie kolossale Gelvalt der Technik des Krieges, der im übrigen nicht zuletzt auch ein Krieg der Eisenbahnen geworden ist, die ja der taktischen Ueberlegenheit erst btaum und Zeil zu schaffen haben. weckt ein Begreifen, das auf künftige Entwickelungml im sozialen, pulttischen und kulturellen Sinne rncht ohne Einfluß bleiben kann. Bezeichnend für die Richtigkeit dieser Erwägung mag es sein, daß plötzlich in England, der Heimat der schreienden Selbstgefälligkeit, gerade jetzt sich die Erkenntnis durchsetzt, daß die Herrschaft des siegesgewissen Kapitals sehr zum eigenen Unheil über die wissen- schaftlichen Fortschritte der technischen Produktwn hinweggeschritteu ist, ohne vordem zu ahnen, daß damit der Abstieg von der erreichten wirtschaftlichen Hohe unauflialtsam geworden isr. So sprach Lord Moutton vor der„Rohal Societh of Arts" ganz aus der Stimmung heraus über den nicht gutzumachenden Fehler, daß England„mit- weder aus zu großer Wohlhabenheit oder aus getsiiger Trägheit. oder infolge der Tatsache, daß das Kapital des Landes in den Händen von Leuten ist, die nicht lernen noch denken wollen", verzichtet habe, sich mit der Emwickelung der technischen Cbemie zu befassend Diesem Umstand schrieb Lord Moulton den Stillstand der eualischen chemischen Industrie zu. Wir sollen daraus lernen, Unwissenheit und Unfähigkeit, Idee und Wissenschaft unserer Zeit nach Gebühr zu toerten, mit allen Mitteln zu bekämpfen. Unsere Zeit ward durch die Technik groß, und wir können ihr Größer- werden nur erleben, wenn wir die technischen Wissenschastcu nach allen Kiüfierr und Möglichleiten fördern und die Allgemeinheit zum Verstehen der Bedeutung der technischen Produktion zielbewußt erziehen. Nottze». — Tbeatorchwo utk. Im Charlottenburger Schiller- Theater geht am Freitag, den 16. d. M.. zum erstenmal»Der blinde Passagier" in Szene. — Musilch ronik. Im Deutschen vpernhgusa findet am Freitag, den 16. d. M„ die Erstaufführung von, L e Traviata" statt. — Vortrag. Ueber.die Dardanellen und das SchwarzeMeer" wird am Dienstag und Donnerstag Dr. Al- brecht Wirt aus München einen Vortrag mit Lichtbildern m der Urania halten. — Die Vorlesungen der Freien Hochschule bc- ginnen Montag, den 12. April. Vou den Vorträgen, die m den Abendstunden stattfinden, seien hervorgehoben: Gemüse- und Obst- bau im Hausgarten; Samariter-Kursus; Kunst Astens; Kunststädte Belgiens; photographische Anleitungen mit Ausflügen, sowie zahlreiche Sprachkurse. — Nordensljölds Expedition. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Stockholm: Während nach einer früheren Diel- dung die Sammlungen der letzten Nordenskjöldfchen Expedition in Südamerika sich aus der von der„Karlsruhe" torpedierten„La France" befunden haben sollten, ist jetzt beim hiesigen Auswärtigen Amt die Nachricht eingelaufen, daß das gesamte Wertpolle Dtalerml in Amerika zurückgehalten und gerettet ist. Nordeuskjold begibt sich nach Deutschland, um auf Einladung der geographischen und ettpio- logischen Vereine in Berlin, Stuttgart und Wie» Vortrage über seine letzten Iorsümngsreiseu zu hatten.__ man wird sich Uber zum Ekel.— Glaubst Du, daß es ge- fahrlnl) ist?" Karl lächelte:„Lebensgefährlich wohl nicht, aber ,ch glaube doch. Du solltest Dich hinlegen." Diesmal erhob Aage keine Einwände, sondern kroch ins Bett. Er fühlte stch sofort lvohler, und die �tunuuulg besserte sich etwas: er hatte jedoch andauernd Brechgefühle, und der Unterleib war sehr empfindlich. Karl saß den ganzen Nachmittag bei ihm und unterhielt ihn. Unter anderem erzählte er von der Begegnung mit Aages Vater nnd davon, wie betrübt dieser gewesen sei: und Aage versprach, schon am nächsten Tage nach Hause über� zusiedeln. Er bereute jetzt selbst, von ihnen iartgezogen zu sein, er hatte jedoch keine Lust gehabt, den ersten Schritt zu tun. Gegen Abend war Aage ganz miuiter, aber der Unterleid war hart nnd schmerzte, sobald er sich rührte. Karl suchte einige Wolljacken hervor, wärmte sie am Ofen imd legte sie dem Patienten auf den Bauch: Aage lag still da und ließ ihn gewähren, sein Gesicht zeigte einen Ausdruck von Ueberdruß. „Wenn Du ganz still liegen bleibst, dann verteilen sich die Schmerzen gewiß," sagte Karl mit der Stimme einer barmherzigen Schtvester. Taun ging er hinunter, steckte im Vorbeigehen den Kopf zu Aages Wirtin hinein und bat sie, ein Auge auf den Kranken zu haben: er suchte nun den Arzt auf, doch der war augenblicklich nicht zu Hause. Aage lag still da und lauschte, bis der Freund sich ent- fernt hatte: dann zwang er sich, aufrecht zu sitzen. Aber er konnte sich vor Schmerzen in dieser Stellung nicht halten und fiel wieder hintemiber. Sein Gesicht verzerrte sich vor Wut gegen diesen Schmerz, er stemmte Nacken und Absätze gegen das Bett und schob zwei-, dreimal den Unterleib nnl Gewalt M die Lust, mu den Schmerz zu brechen. Einen Augenblick ließ er nach, stellte sich dann aber wieder mit großer Hestigkeit ein— diesmal an neuen Punkten—, biß sich in den Muskel selbst fest und zehrte an den Krafteil. Unruhig drehte Aage den Kovf hin und her, sein Blick fiel auf den Tisch, er packte ihn und hob ihn mit steifem Arm vom Boden— der ganze Körper war in spielender Bewegung. Dann lag er wieder still, mit zufriedenem Ausdruck. Aber plötzlich fühlte er, wie seine Beine gelähmt wurden: er fuhr auf, entsetzt, und floh auf die Tür zu. Doch mitten im Zimmer stürzte er um und blieb als Klumpen liMen. Knie und Arme gegen den Unterleib gepreßt; und so fand ihn der Arzt etwas später.(Forts, folgt.) /P Jackenkleider 36r 52r 64r Jackenkleid„Gertrud' aus reinwollenem, marine Kammgarn, iesdae Blusenform mif weißem Seiden- Kragen, auf Halbseide gefufferf.... H. Jackenkleid.Agnes' aus prima marine Kammgarn, elegante Blusenform, mif Piqu6- Kragen, auf Halbseide gefufferf........... M. 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