Nr. 116.- 1915. UnterhaZtungsb!att öes Vorwärts Dounersiag, 29. Mai. Mai. Die Wälder rauschen glanzumflofsen! Von fernen Bergen braust ihr Lustchoral aufjubelnd in das Wiesental— das stöhnt von sausenden Geschossen... Das Äerz dein Lobgesang verbunden, der selbst die Steine singen macht, steh'n wir gerüstet für die Schlacht und brennen schon in Weh und Wunden. Ein Bächlein springt mit silberhellem Geplätscher flink an uns vorbei und freut sich, daß im schönen Mai des Leoens Säfte reicher quellen. Da liegen wir in den Verstecken und glühen so voll Frühlingslust, daß heimlich sich, tief in der Brust, die roten ödeimwehblumen recken. Da sinnen wir tief in Gedanken und sind mit aller Welt versöhnt-- bis eine Mordgranate dröhnt und nach uns spreizet ihre Pranken... Max Barthel, Musketier. Das Trentino. Der von den Italienern bewohnte Teil von Tirol, den Oester- reich-Ungarn an Italien abtreten will, das sogenannte Trentino, hat eine Ausdehnung von etwa 6330 Quadratkilometer und liegt wie ein Keil zwiscfien den italienischen Provinzen Brcscia, Berona, Vicenza und Belluno. In einer gewundenen Linie sührt die poli- tische Grenze durch Alpen und Alpentäler von dein gros;- artigen Gebirgsstock des Cevedale nach Süden bis zum romantischen Lago d'Jdro und zum Beuaco; dann schneidet sie das Etichtal zwischen dem Monte Baldo und der Lessini-Kette; ein paar Kilometer nördlich von der„Chiusa Beronese"; nun geht sie im Zickzack in nordöstlicher Richtung weiter bis zum Fedajapatz, der be« sonders bei Schmugglern und Fahnenflüchtigen beliebt ist, und bis zur Marmolada, dem Reich der Alpinisten, der Bergkletterer, der Falken und der Adler. Es sind im ganzen 316 Kilometer Grenze, von welchen 138 lombardisches Gebiet(Provinz Brescia) berühren und 178 venetischen Boden(Provinzen Berona, Vicenza und Bellnno). Aach Tirol hin sällt die Grenze des Trentino(oder der Bezirks- hanptmannschasten. die das italienische Südtirol bilden) fast überall mit der Sprachgrenze zusammen; sie solgt hier dem Gebirgskamm, der die Täler Val di Sole, Bal di Ron und Valli dellÄvisio scheidet. Das Trentino ist ein vollständig gebirgiges Land: es ist das Paradies des Alpenjägers, des Hirten, des Holzfällers und des Geologen. Die wichtigsten Alpengruppen sind die Cevedalo-Gruppe, die Adamello-Gruppe, Presanella, die Gruppe der Primiero-Dolo- miten und die Marmolada-Gruppe. Der höchste Berggipfel ist der des Cevedale in den Ortler-Alpen(3774 Meter über dem Meeres- spiegel). Nicht ganz so hoch sind die Bondone-Berge, die Gipfel des Baldo, des Pasulio, die Bergkette von Bal di Ledro und der Cadria- Gipfel. Zwischen den hohen Bergen liegen gegen Winde geschützte tiefe Täler, in welchen süße Trauben reifen und Zitronen- und Oelbäume gedeihen. Das Sarcn-Tal z. B. ist ein ewiger Garten. Die Zahl der Fahrstraßen deS Trentino, die zwischen präch- tigen Wäldern und Felsen zu den hochgelegenen Bergtälern ansteigen, ist nicht groß, aber sie sind vorzüglich instand gehalten und den Touristen und Automobilisten, den Fußgängern und Radfahrern wegen ihrer Schönheit bekannt. Wenig zahlreich sind auch die Eisen- bahn- und Straßenbahnstrecken des Landes. Außer der Brenner- bahn(Südbahn), die durch den trientinischen Teil des Etschtales sährt, sind zu nennen die Linien der Balsugana-Bahn, die Babn von Mori nach Riva und die elektrischen Straßenbahnen Trient—-Mezzo- lombardo— Cles— Male, Dermullo— Mendel und Mendel— Bozen. Alles in allem betragen die Eisenbahn- und Straßenbahnstrecken deS Trentino nicht mehr als 300 Kilometer. Die Bevölkerung des Trentino beläuft sich nach den Ergebnissen d er Zählung von 1910 auf 385 000 Einwohner; von diesen sind 373 000 Italiener und nur 12 000 Deutsche. Von den Deutschen stammen etwa zwei Drittel nicht aus dem Lande selbst; es sind zum größten Teil Beamte und Militärs, die nur zufällig ins Land kommen und nicht für die Dauer dort wohnen bleiben. In An- betracht der Größe des Gebiets ist die Dichtigkeit der trientinischen Bevölkerung nicht sehr groß; sie schwankt zwischen 65 und 60 Seelen für den Quadratkilometer. Es gibt im Trentino nur wenig Städte mit mehreren tausend Einwohnern. Trient, die größte Stadt, hat— mit der Garnison— wenig mehr als 30 000 Einwohner; Rovereto hat etwa 12 000. Wenn man, wie es in Italien üblich ist, Ortschaften mit mehr als 600 Einwohnern zu den Stadtgemeinden rechnet, hat das Trentino im ganzen nur 50 000„Städler" gegen 335 000„Dörfler". Amtlich gehört das Trentino zu Tirol. Es ist in neun Bezirlshaupimannschaflen eingeteilt: Trient, Mezzolom- bardo, Cavalese, Primero, Borgo, Rovereto, Riva, Tione und Cles. Trient und Rovereto fallen nicht ganz unter die Gerichtsbarkeit des Bezirkshauptmanns. Sie haben das Vorrecht eines eigenen „Statuts", und der Bürgermeister(Podesta) ist eine poli- tische Behörde erster Instanz. Bis zum Jahre 1899 war Trient Sitz einer Slatthalterei- Abteilung. Gegenwärtig gibt es in Trient und in Rovereto Kreisgerichte, deren Urteilen das ganze Trentino unterworfen ist. Die Amtssprache, sowohl der Verwaltungs- wie der Gerichtsbehörden, ist die italienische Sprache. Im Verkehr mit der Zentralbehörde in ? Innsbruck und mit der Regierung in Wien ist aber für die Bezirks- auptleute nur die deutsche Sprache zulässig. Die Stadt Trient ist Sitz einer Jnsanteriebrigade und eines Festungskommandos. Das Divisionskommando befindet sich in Bozen. Als Kirchensprengel bildet das Trentino eine Diözese mit dem Fürstbischof von Trient an der Spitze. Bis 1785 gehörten die Valsugana und der Bezirk Primiero zur Diözese von Feltre. Dafür gehörten zum Bistum Trient auch einige Ortschaften in der Provinz Brescia, wie Tremosine, Tignale u. a. Die Zahl der trientinischen Gemsinden, von denen diele nur zwei- bis dreihundert Einwohner haben, beträgt 368. Im Tiroler Provinziallandtage ist das Trentino durch 25 Ab- geordnete vertreten; in den' Reichsrat entsendet es neun Ab- geordnete. Die berühmten deutschen Sprachinseln im italienischen Trentino haben zusammen etwa 5000 Einwohner. Es sind dies in Balle di Ron die Ortschaften Proves, Lauregno, San Feiice und Senale (1400 Einwohner), in Bai di Fiemme die Gemeinden Trodcna und Anterivo(900 Einwohner), iin Balle del Fersina die vier Flecken Palu, Fierozzo, Roveda und Frassilongo(1400 Einwohner) und end- lich die Gemeinde Luserna(900 Einwohner). Das Deutsch, das in allen diesen Gemeinden gesprochen wird, weist zahlreiche Anklänge an den trientinischen Dialekt auf. In Luserna wird eine alemannische Mundart(Slambrot) gesprochen. Von einer einheitlichen trienti- nischen Mundart kann nicht die Rede sein. Die Teile des Trentino, die an Brescia grenzen, haben Mundarten von niehr oder minder lombardischem Typus, während anderswo venetische Mund- arten gesprochen werden. Im mittleren Etschtale haben der venetische und der lombardische Dialekt eine ursprüngliche ladinische Mundart verdrängt und den typischen trientinischen Dialekt von Trient und seiner Umgebung gebildet. Im nördlichen Teile des Landes weisen die Mundarten noch die meisten Anklänge an das Ladinische auf. Die einen wirklich guten landwirtschaftlichen Ertrag liefernden Ländereien des Trentino belaufen sich auf nur 1314 Quadratkilometer. Zwischen 1870und 1890machte das Land eine schwere wirtschaftliche KrisiS durch, so daß ein verhältnismäßig großer Teil der Bevölkerung nach Amerika auswanderte. In den letzten fünfzehn Jahren aber haben sich die agrarischen Zustände bedeutend gebessert, zumal seit- dem man die Rebenkultur, nachdem man alle Weinschädlinge erfolg- reich bekämpft hatte, zu neuer Blüte zu bringen suchte. Wesentlich zum Aufschwung des Landes trug auch die Förderung der Seiden- raupen- und der Obstzucht bei. Nicht besonders gut geht es den Leuten, die in den hochgelegenen Bergtälern wohnen und zum größten Teil vom Holzhandel und von der Viehzucht leben. Da es an einer eigentlichen Industrie fehlt, wird hier die zeitweilige Aus- Wanderung von Arbeitsuchenden zu einer Notwendigkeit.... Es gibt im Trentino 481 öffentliche und 16 private Elementar- schulen, die von etwa 62 000 Schülern beider Geschlechter besucht werden. Fast alle Schulen<468 mit etwa 60 000 Schülern) sind italienisch. Die mittleren Schulen mit italienischer Unterrichtssprache sind: ein staatliches Gymnasium in Trient. ein bischöfliches Gym- nasium in Trient, ein Gymnasium in Rovereto, ein Privatgym- nasium in Ala, eine Mädchenschule in Trient, die Handelsakademie in Trient, das Technikum und das Mädchengymnasium zu Rovereto. In Trient gibt es auch ein deutsches Gymnasium, und außerdem gibt es in St. Michael eine zweisprachige landwirtschaftliche Schule.... Die Entstehung öes Menschenhirns. Anläßlich der Jahresfeier der Senckenbergischen Natursorschenden Gesellschaft in Frankfurt hielt � der hervorragende Gehirnforscher Prof. Dr. L. Edinger einen Vortrag: Die Entstehung des Menschenhirnes, dem die„Franks. Ztg." folgendes entnimmt. Das Großhirn, dessen enorme EntWickelung den Menschen charakterisiert, ist nur ganz allmählich entstanden, es war nicht immer da. Die Fische kommen ganz ohne ein solches aus und auch bei den Amphibien bedingt das experimentell oft erzeugte Wegfallen der Gehirnspuren keinen nennenswerte» Verlust im Gehaben. Für alle diese Tiere reicht der übrige Teil des Nerven- systems völlig aus, die Reizaufnahmen und Bewegungen zu leisten. Bei den Reptilien, deren riesenhafte Formen einst die Welt be- völkerten, tritt zuerst in Spuren die Hirnrinde auf, das Organ, das es ermöglicht, daß vielerlei Einzelaufnahmen zu Gesamtbildern, daß vielerlei Bewegungen zu Handlungen vereint lverden können. Damit erst bilden sich ordentliche Großhirnhemisphären aus. Bon den drei Rindenplatten, die alle diese Tiere besitzen, nehmen zwei nur Fasern aus dem Geruch und dem Schnauzen- apparat auf, dienen also diesen Sinnen. Die dritte, hier noch ganz kleine ist es, die dereinst sich vergrößernd das Säugergehirn schuf. Nur durch die Vergrößerung dieser Platte war es möglich, daß aus einem Eidechsengehirn das eines Helmholtz hervorgehen konnte. Als sich in der Eozänzeit etwa die Säuger aus uns noch ganz unbekannten Ahnen entwickelten, da wuchs diese seitliche Platte so an, daß sie bei allen heute lebenden die ganze Außen- seite des Gehirns, oft viel gefaltet, einnimmt und den ältesten Teil — er heißt Ammonshorn beim Menschen— ganz medial geschoben hat, wo er nur ein unbedeutendes Anhängsel der Hauptmasse bildet. Wir wissen a-üs zahlreichen experimentellen und anatomischen Untersuchungen, daß dieses Neuhirn nicht ein einheitliches Organ ist, sondern zu verschiedenen Teilen seiner Rinde verschiedene Sinnesbahnen gelangen. Diese Teile nennt man Sinnesfelder. Sie sind bei den verschiedenen Säugern ganz verschieden ausgc- bildet. So wie es solche gibt, bei denen etwa die für das Hören oder Riechen bestimmten Rindenteile besonders entwickelt sind, so sind wieder bei anderen die Rindenfelder für die Handlungen ver- schieden entwickelt. Und ganz gewiß sind viele Tiere für einen oder den anderen Sinn, für eine oder die andere Handlungsform dem Menschen weit überlegen. Man braucht nur an das Riechen der Hunde, das Hören des Wildes oder etwa an die Rnsselbewgun- gen des Elefanten zu denken. Diese Dinge sind gut studiert, und wir wissen z. B., daß, während beim Menschen so ziemlich alle Bahnen aus den sogenannten motorischen Sinnesfeldern dem Rückenmarke zustreben, das Hand und Bein innerviert, beim Elefanten für die dicken, plumpen Beine nur%, für den Rüsselapparat im verlängerten Marke% aller dieser Fasern bestimmt sind. Es ist die borherrschende, bis jetzt allgemein vertretene An- ficht, daß durch EntWickelung der SincSfclder sich aus dem Tier- gehirn das Menschenhirn herausgebildet habe. Man weiß, daß dieses sich in seinen Gesamtformen direkt an das der Menschen- äffen anschließt, die sich wieder nur graduell von anderen Affen im Gehirnbau unterscheiden. Das Affengehirn wieder läßt sich von dem der Halbaffen, der Lgmuridcn, ableiten. Eine Art dieser letzteren ist uralt, die Art Tarsius. Sie bietet merkwürdige Aehn- lichkeiten mit einer unseren Maulwürfen und Igeln nahestehenden Tiergesellschaft von etwa wie die Eichhörnchen lebenden Tierchen, den Tupaiden. Knochen von solchen sind auch schon mit solchen von fossilen Tarsiusartcn zusammen in eozänen Lagern gefunden worden. Hier also, so weit unten in der Tiereihe, hätte man an- zuknüpsen, wenn man die Frage beantworten will, wie das Aken- schenhirn entstanden ist. Man dachte daran, daß der Uebergang vom Bodenlebcn zum Bauinleben die verschiedenen Sinnesfelder verändert habe, indem er einzelne, die Riechgebiete etwa, zurückgehen ließ, andere, das Seh- und Bewegungsgebiet vielleicht zu besserer Ausbildung zwang. Solche Neuanfordernngen sind gewiß beim Uebergang zum Bauinleben eingetreten, aber sie haben nicht den Weg zum Men- schenhirn eröffnet, denn wir kennen, bei den Nagern etwa, erb- und baumlebende Arten genug, deren Gehirn keinen so großen Unter- schied zeigt. Das kann man sehen, wenn man z. B. das Gehirn des Kaninchens mit dem des Eichhörnchens vergleicht. Stellt man Die Erweckung öer Maria Earmsn. 7s Von Ludwig Brinkmann. Im Wagen selbst ist die Hitze nicht mehr auszuhalten. Ich sitze, nur mit Hemd, Hose und dem breitrandigen Panama- Hute bekleidet, auf der Hinteren Plattforin des Pulman- Wagens und sehe mit einer Art von Grausen in die Trost- losigkeit der Wüste hinein, die mich umgibt. In welche Trostlosigkeiten und Wüsten wird mich diese Reise noch führen? Und hier sprach sie zum ersten Male mit mir-- Eine seltsame Laune des Schicksals hatte es so gewollt, daß der Gegenstand meiner stummen Bewunderung aus der Entfernung, die Diana von Chapult6pec, wie ich sie nannte, ineine Amerikanerin, in dem gleichen Zuge zum Süden des Landes fuhr. Schon in Puebla hatte ich sie auf dem Bahnsteige auf und ab wandern sehen, der Abfahrt des Zuges harrend. Und ich hatte es so einzurichten verstanden, daß ich meinen Sitz im Wogen in ihrer Nähe fand. Aber es war mir alles nichts nütze. Tie schöne Frau vertiefte sich in ein paar amerikanische Zeitschriften, und mir blieb nichts als, starker Empfindungen Poll, die Landschaft durch das Fenster zu betrachten. Ich hoffte auf die Mittagspause; sie aber rührte sich nicht von ihreni Platze. Sie ließ sich durch das Fenster des Wagens einen Korb mit Früchten reichen und vertiefte sich nun in diesen, wie vorher iit die abscheulichen Wochen- und Monats- schriften. So wurde mir allmähiich die Hoffnungslosigkeit meiner Wünsche bewußt, und ich zog mich auf die hintere Plattform des Wagens zurück. Während ich die so wechselvollen Bilder der Landschaft vorüberziehen ließ, beschäftigten sich meine Ge- danken natürlich auch sehr lebhaft mit meiner Reisegefährtin. Wer mochte sie sein? Was führte die schöne, elegante Frau in diese Wildnis hinaus? Was bezweckte das Schicksal, das uns zusammen die Reise machen ließ? Auf alle solche Fragen fürchtete ich niemals Antwort zu erhalten. Denn sie war ja keine Kastilianerin, sondern eine Amerikanerin, und nach dem seltsamen Ehrenkodex der Staaten ist es deni Manne nicht gestattet, die fremde Frau anzureden, wenn man sie nicht tödlich beleidigen will. Für- wahr ein starker Schutz des Weibes in jungen Ländern, wo zweifelhafte Existenzen noch prädominieren. Und es erschien mir eine so seltsame, schöne Fügung, daß ich mit dieser Gefährtin gerade meine zukunstsbange, zu kunftsreiche Reise antreten sollte... Da hörte ich plötzlich neben mir ein Kleid rauschen — siel „Hier draußen ist wohl Platz für zwei", meinte sie lächelnd, und ich beeilte mich, ihr einen Sessel zurechtzn rücken. Nun durfte ich ja sprechen, und ich sprach unaufhörlich von der Hitze, von den Eindrücken der Reise— ich sei ja ein solcher Neuling hier und von vielem anderen Ober flächlichen mehr. Sie hörte aber augenscheinlich kaum mit halber Aufmerksamkeit zu; einmal bemerkte sie nur, daß ihr selbstverständlich das alles nichts Ueberraschendes sei; sie wäre ja schon so oft diese„langweilige, endlose" Strecke, wie sie sie nannte, gefahren. Ich wagte eine direkte Frage— die nach ihrem Ziele. Und ich erhielt die Auskunft, daß sie bereits seit Jahren in Oaxaca oder genauer, in der Nähe davon, auf dem Lande, lebe. Dos war alles, was ich erfuhr. So blieb mir denn bald nichts anderes übrig, als zu schweigen, und träumend verfolgte ich die blauen Wölklein meiner Zigarre. Was bis jetzt mehr eine gefühlsleere Bewunderung gc- Wesen, vertiefte sich nun zu einem starken, menschlichen Jnter- esse. Ich glaubte aus einigen hingestreuten Worten, Be- merknngen, zu empfinden, daß die schöne Frau mit einem Ausdruck des Schreckens in die Wildnis schaute, die uns um- gab und in die uns die Lokomotive immer tiefer hineinführte. Es klang aus ihren Worten heraus, als erwarte sie da in der Ferne, im Süden, irgendeine Widerwärtigkeit, ein voraus- gefühltes Grausen: und mir selbst fing fast für mein Schicksal zu bangen an.— Unterdessen biegt die Bahn in ein Seitental ein; es geht nun wieder ein oder zwei Stunden bergan. Tie Landschaft wird wieder fruchtbarer und schöner, und kleine Dörfer lehnen sich an die Berge an. Endlich sind wir auf dem Kamme des Gebirges angelangt. Ter Zug hält eine Weile, um Wasser für den Kessel einzunehmen: alle Reisenden verlassen die glühenden Wagen, um gierig die frische Luft einzuatmen, die um den Grat des Hochgebirges webt. Ein herrlicher Ausblick öffnet sich vor uns: das Gebirge flacht sich allmählich ab, zum Stillen Ozean hin; stufenweise abspringend reiht sich hier Hügelkette an Hügelkette: sie schließen das berühmte Tal von Oaxaca ein, das Cortez, der sich auf die Bewertung seiner Eroberungen verstand, in einer Ausdehnung von etwa fünfhundert Quadratkilometern frucht- barsten Landes samt dreißigtausend Leibeigenen als Spezial- siegcsbeute für sich mit Beschlag belegt hat: danach nannte er sich auch; Marques de la Valley(de Oaxaca ist zu ergänzen). Ein Gewitter begleitete ums vom Kamme des Gebirges bis nach Oaxaca, wo wir bei isonnenuntcrgang eintrafen.— Meine Reisegefährtin, die schon vor längerer Zeit sich wieder in das Innere des Wagen zurückgezogen hatte, wurde auf der Station von einem großen, stattlichen Herrn erwartet, dem Gatten, wie ich aus dem flüchtigen Kusse schloß, und ehe ich mich's versah, war der kleine hochrädrige Jagdwagen hinter einer Biegung des Weges verschwunden. Ich blickte mich nach irgendeinem Eingeborenen um, die gewöhnlich in diesem Lande auf den Bahnhöfen bei Ankunft und Abfahrt der Züge gaffend herumlungern: aber keiner schien mir Vertrauens- würdig oder kundig genug, ihn nach Namen und Verhältnissen der Entschwundenen zu fragen. Allerdings hege ich dennoch die zuversichtliche Hoffnung, irgendwo einmal ineine unbekannte Freundin zu entdecken. Das Schicksal hat es ja so wundersam gefügt, daß es, wenn es mich auch in eine Wüste verschlug, mir darin doch eine Oase. mit einein köstlichen Quell gezeigt hat. Ob ich ihn wohl finden werde?— Am Abend bin ich natürlich zur Alameda hinausgegangen, der lieben Gewohnheit von der Stadt Mexiko folgend. Eine Militärkapelle gab ein nettes Konzert, und alle männlichen und weiblichen Schönheiten der Stadt wandelten lachend und plaudernd durch die schattigen Gänge des Parkes. Man kommt sich da als Fremdling recht einsam vor. * Die Kultur liegt nun weit hinter mir. Schon beim Frühstück, bevor der Tag graute, ein etwas ungewohnter Anblick: ich saß am selben Tische mit einigen Amerikanern, die mächtige Revolver um den Leib geschnallt trugen. Das macht einen fürchterlich verwegenen Eindruck. Mir fällt die kleine Geschichte von dem Brahmanen ein, der sich bei dem reichen Manne für die Juwelen bedankt. Als dieser ihn erstaunt fragt, was er damit meine, da die Steine doch sein Eigentum seien, sagt jener:„Gerade daß sie D e i n Eigentum sind, dafür danke ich Dir. Du hast die Sorge, sie gegen Räuber zu schützen— ich aber erfreue mich ihres Glanzes ohne jeglicbc Furcht!" (Forts, folgt.) sind das vjorlaufige Ergebnis unseres Preis-Äusschreibens von �<100 Mark für die beste Ver« deuffchung von 5 Fremdwörtern. Allen, die zum Gelingen unseres Ausschreibens durch ihre(Zin- sendungen beigetragen haben, sprechen wir hierdurch unseren besten Dank aus. Insbesondere auch all den wackeren Feldgrauen, die sich in so überraschend großer Zahl be- teiligt haben. Natürlich ist die zur Sichtung und Prüfung der Lösungen zu bewältigende Arbeit schwierig und gewaltig.(Zs wird also noch einige Zeit vergehen, ehe die ganze Arbeit geleistet ist und bis die Preisrichter ihren Spruch gefällt haben. Immerhin darf man damit rechnen, daß Ergebnis und Preisverteilung gegen Ende des Monats veröffentlicht werden. Königstraße 33 am Bahnhos Alexanderplatz Chausseestraße 113 beim©lettiner Bahnhof . Sonntags geschlossen. 3u Pfingsten empfehlen wir Ihnen eins dieser hübschen Kleidungsstücke! Schleierstoff'Äluse oanz entzückend gemustert ty zn (waschecht) sehr statte Form JL Der beliebte blaue Faltenrock mit dem modernen Sattel- Q50 schnitt und schönem, glockigen Fall � Popeline-Paletot aus gutem Stoff und reizend garniert, mit mod. Kragen, el. lltückenwirkung und schönen seidenen Aermel- Aufschlägen 2125 Verantwortlicher BÄglteui! Nlsretz Wclepp, Seu&ttD. Lux des Inseratenteil beranto.; Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag-iLorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt.Paul Singer Li Co, Berlin SVU nun die Gehirne auA der borettoafmten Entwickelungsrerhe: 2cmu« rifen, Affen, Mensch, nebeneinander, so erkennt man aber mit einem Schlage, das) nicht etwa die Entwickelung der Sinnesfetdcr, sondern die ganz anderer Gehirnpartien den Fortschritt bedingte. Um die Siiincsfelder herum liegen, bei den niederen Tieren mir in ganz kleinen Anfängen, aber bei vielen Säugern. schon beträcht- kich ausgebildet, Rindcnfelder, die nicht mit den Sinne spuipfnidun- gen zu tun haben, und sich'— beim Äien scheu sicher— erst lange nach diesen, erst in den ersten Lebensjahren, ganz ausbilden. Weil sie die letzten find, die fertig Merden, nennt man sie Terminäl- felder. Ihre Ausdehnung niinmt etwa in dem Maszc zu, wie wir Jntelligenzäußerungoil beobachten. Sie sind z. B. gering entwickelt bei der Ziege, ziemlich gros? beim Hund, noch größer beim Fuchs; aber erst bei den Affen entwickeln sie eine besondere Größe. Bei dem Menschen sind sie so groß und so weit über das ganze Gehirn verbreitet, daß die«inncsfetder dagegen fast verschwinden, daß sich ein eigener mächtiger Lappen vorn, der Stirnlappeu, und hinten ein sehr großer Scheitellappeii entivickelt. Bei Ausfällen gerade dieser Lappen treten schlverße Intelligenzstörungen auf. Mit dein Einsetzen der Termiiialgebiete gesellt sich zu den oft recht geschickten, aver nicht mit Intelligenz ausgeführten Handlungen der Tiere mehr und mehr das Moment des iiUellcctus. Beobachtungen, die der Vortragende, namentlich am Hund vorgenommen hat, lassen das im Detail erkennen. Auch die Entwickelung dieser Felder lxit wie alle Entwickelung in der Tiereihe, da liind dort Halt gemacht, so bei vielen Affen, bei anderen ist sie weiter fortgeschritten, wie bei den nienschenälmlichen Affen. Bei einem diesen ähnlichen Tier muß sie gegen Ende der Terticirzeit einen wichtigen Fortschritt gc- macht haben. Damals entwickelte sich die Unterseite des Stirn- lappens weiter; der Apparat, mit dem gesprochen werden kann, ent- stand hier allmählich. Jetzt erst ist der Typus des Mensckienhirns da, der sich offenbar dann schnell entmickc-U hat, denn mit der Sprache erst ivar die Möglichkeit gegeben zu der gewaltigen Aus- büdiing, die das menschliche Verstehen so hoch über alle Tiere erhob. An den Schädclausgüfsen aus dein Frirbdiluvimn, die der Vortragende vorlegen konnte, sab man, daß die Sprach- und sprach- Verständnisgegend des Gehirns noch nicht so entwickelt ist, wie bei dem Sch-idetausguß eines heutigen Frankfurters. Mit der spräche war die Fähigkeit zu gemeinsamem Fort- fchrilt, später der Schrift, der gemein säuren Bekehrung gc- geben und nun entwickelte sich das menschliche Gehirn weiter zu den Typen, die wir jetzt kennen. Es wäre, meinte der Vortragende, verlockend, einzugehen auf die Entwickelung der einzelnen Typen, zu untersuchen, worauf gewisse Formen der einseitigen Begabung und auch der Genialität beruhen. Aber diese Untersuchungen können erst dem Abschluß näher geführt werden, wenn das bisher noch zu geringe Material an Gehiriren einseitig herborragend de- gabter Menschen reicher geworden ist. Kleines Feuilleton. Cine Zirkusvorstellung im 5elüe. Unser Leipziger Pärteiblatt bringt folgenden Feldpostbrief: St. S.. den 18. 4. ISIS. Lieber Vater! Schon seit länsgerer Zeit hatten wir av und zu musikalische Vorträge, die von einer eigens dazu gevildeten Kapelle veranstaltet wurden. Doch sollte nun einmal auch etwas Besseres mit abwechslungsreichem Programm geboten werden. Zu diesem Zweck hatten sich Genies ganz verschiedener Art zusammen- gefunden und eine sehr gediegene„Vortragsordnung" zusammen- gestellt. Schon einige Tage vor der Hauptvorführimg tvaren die „Künstler" von Dienst und Schernzarveiten befreit. Sie mußten alles durchsuchen, nm ihre Kostüinv zu vervollständigen. Am Tage. vor der Aufführung fand nun ein großer Umzug statt, bei welcher Gelegenheit den„verehrlichen Herrfchasten" das Programm kundgegeben wurde. Nachdem die nnbedstigl nötigen. Proben zur Zufriedenheit des Herrn„Direktors" stcrttgefimden. konnte die Vorstellung dann am heutigen Sonntage vor sich gehen._ Punkt 4 Uhr am Nachmittag war der Beginn. Schon geraume Zeit vorher hatte sich das zahlreiche Publikum eingefunden: unsere dienstfreien Mannschaften und verschiedene Offiziere. Die Bor- krage unserer Kapelle waren gediegen. Dann traten aus: Sänger, Zauberkünstler, Damendarsteller usw.; auch die Elowns fehlten nicht, ohne die eine Zirkusvorstellung ja gar nicht mehr möglich ist. Die aufgeführten wilden Apacheutäuze sprachen sehr an, ebenso Kunststücke mit einem Kamel. Dann folgten Gesäiige in erz- gedirgifcher Mundart, humoristische Vorträge und die Tarstellung der neuzeitlichen Tänze, die man ja nicht auf jedem Saale in der Heimat sehen konnte. Kurzum, nur Novitäten allerersten Ranges, wie sie die Leipziger Messe nicht besser zu bieten vermag. Das Publikum war aber auch dankbar für all das Gebotene und spendete immer wieder Beifall, so daß die„Künstler" sich zu mancher Zugabe verstehen mutzten. Die desicu Darbietungen wurden durch uiise.ru„Hofphotographcn" im Bilde festgehalten, und mancher von Euch in der Heimat wird ein solches Bild in irgendeiner Zeit- schrift zu sehen bekommen und sich darüber amüsieren. Das Wetter war während der Aufführungeii wunderbar schön. Und auch in der Luft hatten sich Zuschauer eingefunden: einige Flieger kreuzten über der Arena. Da es ober keine feindlichen waren, war unser Zirkusdirektor sicher, daß ihm von dieser Seite das Geschäft nicht gestört würde. Ja, ja, wir müssen eben auch mit der feindlichen Konkurrcnz rechnen. Wir haben seit langer Zeit nicht so herzlich gelacht wie au diesem herrlichen Sonntagiiachmittag. Und auch die als Zuschauer anwesenden Offiziere waren in Stimmung gekommen, Ivos man ihren Gesichtern ansah. Es war eben einmal eine geistige Ab- lenkung, die nötig war und jedenfalls allen wohl bekoiiiiiicn wird. Wenn auch so mancher in der Heimat vielleicht denken mag, unsere Feldgrauen draußen haben es gar nicht so schlecht. Sie sollten nur bedenken, was es heißt, seit September v. I. im Schützengraben und zerschossenen Dörfern jich herumsielen und nichts als immer das Geheule und Getöse der Granaten, Flintenkugeln usw. zu ver- nehmen. Stein, icki bin überzeugt, daß der heutige Nachmittag für uns alle eine großartige Erfrischung unserer erschtafftcn Nerven gebracht hat. deren Wirkung nicht ausbleiben wird. Und auch Du wirst sicherlich die ganze Sache von dieser Seite aus auffassen und mir in meiner Ansicht beistimmen.— Auf recht baldiges Wieder- sehen und herzliche Grüße an Euch alle in der Heimat ____ Dein Sohn O. I. O'�nnunzio. Aus Rom wird uns geschrieben: Es ist wirklich ein Hohn des Schicksals, daß gerade ein Gabriele D'Annuncio heute den kriegsstrebenden Teil des italienischen Volkes verkörpern und versinnbild- lichen soll. Wir denken nicht so niedrig von den Verfechtern des Krieges, ja, kaum so niedrig von den Kriegsschreiern, daß wir sagen können, sie seien dieses Nationalhcldcn würdig. Ist doch an diesem Manne mit dem geilen Gesicht und dem glatten Wüstlingsichädel nichts, aber auch gar nicht» italienisch; beschimpft er doch durch seine ganz moralische Erscheinung jene» iiiaimhafte und markige Abruzzen- volk, von dem er sich artfremd, im wahrsten Wortsinn; entartet, abzweigt. In diesem Sinne wird der Patriotismus zur Phrase und dann zu Geld, wie ihm seit seinen jungen Jahren das Weib zur Phrase ward und zu klingender Münze. Er ist ein Worlkünstter, wie wenige vor ihm. Aber alles ist ihm nur Material für seine Wortfiligrane: er fühlt für da» Vaterland nichts, das er besingt, so wenig er für die Frauen gefühlt hat, die er in seinen Romanen der Gier des Publikum» nackt preisgibt. D'Annunzio ist international im schlechtesten Sinne, vaterlandslös, wie die Hefe der Großstadt, wie das Schmarotzergeschmeiß der Lebewelt. Er kann kein Volk ver- körpern, das sich, sei es auch in einem Irrwahn, zum Kriege drängt: er verkörpert den Krebsschaden aller Völker, den alle abstoßen müssen, den sterilen Egoismus der Genußsucht und Ausbeutung. Oer �ngftruf üer Lokomotiven. Ein G r 0 ß f e u e r hat am Somiabendnachmiitag in Königs- berg weniger durch seinen Umfang als durch die Begleitumstände großes Aussehen gemacht. In der Nähe des niedergelegten Eisen« bahntore» geriet bei stürmischer Witterung ein Lokomolivschiippcn von 60 Meter Länge in Brand. Der herrschende Sturm veranlaßle, daß das Feuer sehr rasch um sich griff und einen geradezu unHeim- lichen Funkenregen enttvicketle, der einen schaurig-schönen Anblick gc- währte, aber doch eine nicht unbeträchtliche Gefahr für den um- liegenden Stadtteil bildete. Der Schuppen war trotz der hingebenden Arbeit der Feuerwehr nicht zu hallen, da» Dach brannte an allen Stellen lichterloh. Nun geschah aber etwa» ganz Eigentümliches. In dem'Schuppen befanden sich noch etwa zehn Lokomotiven, deren mit Wasser gefüllte Kessel sich naturgemäß in der umgehenden Glut erhitzten und die Dampfpfeifen in Bewegung setzten. Es er- tönte ein unaufhörliches Heulen und Pfeifen, als ob die im feurigen Ofen sitzenden Riesen Angst- und Hilferufe ausstießen. Zu helfen war ihnen zunächst nicht, obwohl die Feuerwehr unter Mitwirkung von Militär u. a. mit vier Dampfspritzen und mehreren Lokomotiven, an die Schläuche angeschraubt waren, den Brandherd von allen Seiten einkreiste. Erst nach Ablvschung der Brandstelle konnten die Maschinen an» Tageslicht gebracht werden— verbeult und angebrannt, aber doch noch so weit intalt. daß sie in einiger Zeit wieder Dienst werden tun können. Der Schaden ist beträchtlich, wenn auch der Gesamtbetrieb des Bahnhof» keine Einbuße erlitten hat. Waffen für öen �liegenkrieg. Die Engländer rüsten sich mit großem Eifer zu einem Ver- nichtuiigsknege gegen die Fliege, da sie von deren Ueberhandnehmen große Gefahren für die Ausbreitung von Seuchen befürchten. In dem Londoner Zoologischen Garten wurde nun dieser Tage eine Ausstellung eröffnet, die alle Vorkehrungen zeigen will, durch die man ein Haus frei von Fliegen halten kann. Die neuesten Modelle von„Fliegenfallen", die verschiedensten Arten von Ködern und alle möglichen Gifte zu ihrer Vernichtung, Modelle von Fliegennetzen und Fliegenklappen, kurz das ganze Rüstzeug im Kampfe gegen das lästige Insekt wurde hier vorgeführt.„Die Ausstellung dient keineswegs. nur zur Aufklärung de» Publikums", sagte der Veranstalter, Prof. Lefroy,„sondern vor allem auch für die wissen- schaftliche Ausbildung der Gesundheitsbehörden, denen hier die Mittel zu einem planmäßigen Feldzuge gegen den gefährlichen Feind gezeigt werden sollen. Vom Festland wird bereiis gemeldet, daß im Kriegsgebiet die Fliegen außerordentlich zahlreich werden. Sollte nun an einer Stelle der Kämpfe eine KriegSseuche wie die Cholera ausbrechen, so würde sie gerade durch die Fliege leicht aus« gebreitet werden. Es haben sich bereits eine größere Zahl von Mililärärzten an uns gewandt, um Mittel zur Vernichtung der Fliegen von uns zu erhalten." Notize«. — Ein General st abs werk der Technik. Der Verein deutscher Ingenieure Hai in einer seiner letzten VorstandSsitzungen beschlossen, ein Generalstabswerk herauszugeben, das die großen Leistungen der Technik in diesem Krieg darstellen soll. Malerial wird gesammelt. Eingehend soll auch darin zur Darstellung kommen, welchen Einfluß das Schaffen de» Technikers auf die Kriegssührung gewinnen konnte. — Panama-Marken. Zur Erinnerung an die Eröffnung der Panmna-WeltauSstelluiig in San Francisco und der Jnbetrieb- nähme de» Panama-Kanal» hat die amerikanische Regierung eine Serie künstlerisch ausgeführter Briefmarken in den Werten von 1. L, S und 10 Cents herausgegeben. Die l-Eent-Marke zeigt eine topographische Darstellung der Landenge: auf der L-Eent-Marke sieht man Balboa, den Entdecker des Stillen Ozeans, wie er in der einen Hand die spanische Flagge, in der anderen sein Schwert, bis an die Knie im Wasser stehend, Besitz vom Stillen Ozean nimmt. Die 5-Cent-Marke trägt eine bildliche Darstellung der Schleusen von Gatun, und auf der 10-Eeiit-Marke sieht man die Hängebrücke über den Eulebra-Durchslich. Für die Verwendung in der Kanalzone ist ein kleiner Teil der Markenserie mit dem Wort„Kanalzmie" überdruckt.