gr. 258.— 1915. Ültt C Itllltggbltttt flgg �OttPOttg Mich. Als iie Tür?en noch im Besitze von Nisch waren, priesen sie seine Lage uns Umgebung, die sie in ihrer bilderreichen„so Herr» sich wie reines Silber" nannten. Und in der Tat ist die Lage der Stadt überraschend schön. Sie nimmt den östlichen Winkel der große». Mischer Ebene ein, die rings von stattlichen, schönen Berge» umkränzt ist. Die Nischatva fließt durch diese Ebene, um etwa IS Kilometer abwärts von Nisch in die bulgarische Morawa zu fallen. Ostwinde vom Balkan reinigen das Weichbild der zu beioen Seiten des Flusses sich malerisch ausbreitenden Stadt und zugleich die ganze wcitc�Nischawa-Ebcne von üblen Dünsten. Diese Ebene ist von großer Fruchtbarkeit, eine lvahre Kornkammer; die Winter aber sind infolge der über die Berge im-Nordwesten herstrcichen- den Stürme rauh. Kälte und Schnee dauern lange. Dann sinkt die Temperatur oft auf 20 bis 26 Grad Celsius, während sie im Juli wiederum 28 bis 3S Grad erreicht. So ist Nisch eine Stadt des Südens mit eineur nordischen Winter. Die tiefeingeschnittenen hochromantischcn Täler der Rischawa und der Morawa bildeten von je die natürlichen Wege, um aus Bulgarien und �Mazedonien nach Serbien und Ungarn zu ge- langen, und so ist Nisch, das die Vereinigung dieser beiden Straßen beherrscht, von je eine geschichtlich im höchsten Grade bedeutsame Stadt gewesen. Die Nourer haben ihre Ansiedlung NaissuS. die ja int heutigen Stadtnamen noch deutlich fortklingt, bereits zu einer starken Festung ausgebaut, von deren Fortgürtcl Kanitz nicht weniger als achtzehn dicht hintereinander gereihte Kastelle fest- gestellt hat. Man übertreibt kaum, wenn man behauptet, daß an der Geschichte von Nisch sich das ganze geschichtliche Schicksal der Balkanhalbinsel ablesen läßt. Hier rettete in einer großen Schlacht der Imperator Claudius ll. das römische Reich durch einen entscheidenden Sieg über die Goten. Hier crblükte Kon- stantin der Große das Licht der Welt, und er hat feine Geburts- Acöt später zum Danke mit prachtvollen Bauten geschmückt. Hier «npfing JulianuS Äpostaia die Nachricht vom Tode seines Gegner« Konstantins. Nisch galt damals als eine uneinnehmbare Festung, aber die Hunnen gingen gegen die Stadt mit riesigen Sturm. Maschinen vor. während sie mit unausgesetztem Pfeilhagel die Verteidiger von den Wällen scheuchten; so gelang es ihnen, die Stadt zu stürmen, und sie zerstörten sie darauf so gründlich, daß nur noch Trümmer von ihr zurückblieben. Vergeblich hat dann Kaiser Justianian sie von � neuem hergestellt; jeder der unermeßlichen Heeres» und Völkcrzüge, die der großen Straße von Konjtantinopel nach Belgrad folgten, ließ Nisch seine Gewalt fühlen. Nach den Avare» kamen die Slawen, und nun begann das Ringe» der Byzantiner mit den Slawen um den Besitz von Nisch. 1197 ward Nisch bulgarisch und damit wieder ein Zankapfel zwischen Serben unh Bulgaren. Die Schlacht auf dem Amselfelde besiegelte das Schicksal der Stadt an der Nischawa wie der Balkanläuder über- Haupt: f»rtab regierte der Halbmond in Nisch, und von 144» an sah die Feste volle 245 Jahre keinen christlichen Feind mehr. Das änderte sich erst gegen den Ausgang des 17. Jahrhunderts. Da be- gannen die Vorstöße der Oesterreichcr ins Tal der Rischawa, und mehr als einmal haben die kaiserlichen Waffen hier gesiegt und Nisch in ihre Gewalt gebracht. Zur serbischen Stadt ist dann Nisch erst im Jahrv 1878 geworden. Am 1ö. Januar dieses Jahres konnte Fürst Milan seinen feierlichen Einzug in die von den Serben so lange erstrebte Feste an der Nischawa halten. Bis zu dieser Zeit hatte Nisch in dem vielhundcrtjährigcn tür- krschen Stilleben sich ganz den Charakter einer alttürkischcn Stadt lrwahrt. Sah man sie im Glänze ihrer starken Sonne, so erschien sie mit ihren bunten Linien und Farben und ihren tausend orien» talischen Vizarrerien bestrickend; 13 Moscheen erhoben ihre zier- licheu, weißen Minaretsäulen über da« Gewimmel der niedrigen Dächer; die Häuser lagen in zahllosen prächtigen grünen Gärten, öffentliche Brunnen spendeten plätschernd ihr Wasser, und auch dem Aermsten waren die Bäder von Nisch zugänglich. Hinter dieser lustigen Außenseite aber barg sich eine völlige Vernachlässigung aller�Kulturbedürfnisse. Das Pflaster war furchtbar, nicht minder der Schmutz; es gab weder Straßenbeleucktung noch Ordnung, noch anständige Herbergen, und bei der Wanderung durch die Stadt wurde der Frenidc nahezu zur Verzweiflung gebracht durch zahl- reiche Sackgasse», die ihn immer wieder zum Umkehren nötigten. DaS hat sich in NischS Soebcnzcit vmi Grund aus geändert. Letzten Endes verdankt die Stadt ihren glänzenden neuen Aufschwung Lsterrcichischom UnternehinungSgeiste, denn er ist eS getvesen, der dir sj Morrek, na! Von Richard Skowronnek. l Schluß.) So lag der arme Bursch in seinem Jammer und grübelte und merkte es gar nicht, daß die Sonne längst untergegangen war und die Herde sich allein auf den gewohnten Heimweg gemacht hatte. Erst die Stimme des«chulzen, der sich mit dem Knecht aufgemacht hatte, nach dem Hirten und der fehlenden Stute zu suchen, weckte ihn aus seinem Brüten. Da drückte er sich aber nur fester in den Haselstcauch, neben den, er gelegen hatte, denn eine Aussprache hätte in diesem Augenblick doch keinen andern Ausgang genommen, als daß ihn der Bauer halb kreuzlahm geschlagen hätte. Nur einmal zuckte eS ihm in den Gliedern, hervorzuspringen und dazwischenzufahrcn, als nämlich der Bauer zu dem Knecht sprach, daß er dem hergelaufenen Beugel nie recht getraut hätte. Der hätte die Stute sicherlich an vorbeiziehende Roßtäuscher verhandelt und wäre mit dem Geld jetzt schon längst auf und davon über die Grenze oder nach Westfalen. Da biß der Abel Orzecha nur die Zähne aufeinander und schivur sich im stillen einen Eid, iprach aber kein Wort, das ihn verraten hätte. Wozu auch, die gestohlene Stute brachte es ja doch nicht wieder. Und als am Abend beim Nachtessen der Dorfschulze den nämlichen Verdacht aussprach, da schlich sich still eine vom Tisch und weinte in der Bodenkammer ihre Kissen naß. Sie hätte den Vater leicht eines andern belehren können, aber sie durfte ja nicht die Lippen auseinandermachen, sonst brach mit einem Schlag zusammen, was sie sich von der Zukunft erwartete und erhoffte. Am andern Morgen aber, ganz in der Herrgottsfrühe, als sie im Garten stand, um Kraut für die Schweine zu pflücken, da hob ein blasses, vermachtes Gesicht sich über die Stakeln des Zauns. Sie wollte aufschreien, eine kurze Handbewegung aber hieß sie schweigen. „Rasch, Malka, spring ins Armenhaus und bring mir au« meiner Lade mein Messer und die zwei Taler. Da hast Du den Schlüssel." Uird als Malka wiederkam, da nahm er hastig das Gebrachte und raunte ihr nur ein paar Worte zu, die sie in ihrer Aufregung kaum verstand. Wenn sie sich'» aber später in den langes»"ifpinen Stunden überdachte, dann hatten sie gelautet: ,Ohn-> Stute komm' ich nicht wieder." ** -st In Stuczin, einer polnisthen Kreisstadt halbwegs zwischen dem Grenzort Graswvo und Suwalki, war Jahrmarkt. Zwischen den Buden mit allerhand buntem Tandelkram drängt« sich eine lärmende Menge, und draußen auf einem freien Platz vor der Stadt waren wohl ein paar hundert Wagen angefahren, alle in langen Reihen nebeneinander, und dahinter, an hänfene Halfter gebunden, die zum Verkauf gestellten Pferde. Dazwischen feil- Bahnverbindung nach Konstantinopel ins Werk gesetzt hat, auf der NischS heutige Blüte beruht. Die Stadt trägt heut ein ganz�modernes Gepräge; aussällig breit und gut gepflastert sind ihre Straßen, deren launische Will- kür durch eine rücksichtslos durchgreifende Stadtregulierung ge» ordnet worden ist. An die Stelle der weggeräumten Moscheen und Minarette und schieflinigen Gäßchen sind überall ansehnliche Plätze und Straßen entstanden, gesäumt von europäischen Wohn- gebäude», meistens kleineren Häusern für«ine oder nur wenige Familien. Auch das Handelslcben hat europäische Formen ange» nommen, und nur die altbcrühmte Silberfiligranschmiede von Nisch und ein paar andere Handwerke halten noch an der alten Vereint- gung von Wcrkstätie und Verkaufsraum fest. In das bedeutend eintöniger gewordene Bild des modernen Nisch bringen nur etwa die bunten Trachten der Bauern eine originelle Rote; namentlich ist die Tracht der Mädchen und Frauen aus dem nahen Jelasnica reich und geschmackvoll,«nd den Männern leiht das über die Kappe geschlungene weiß« Kopftuch einen eigentümlichen Reiz. Von dem alten Nisch, das den Wandel so vieler Jahrhunderte erlebt hat, steht eigentlich, kann man sagen, kein Stein mehr auf dem anderen; an die lange LSmanenzeit erinnert nur noch eine einfache Moschee, die in einer breiten sonnigen Straße steht, und allenfalls ein wackeliges Türkenviertel, das an die alte Zitadelle angeklebt ist. Den freundlichsten Ueberrest der Türkcnzeit bildet der einstige Konak des türkischen Gouverneurs, der zu einem Palaste für die Serben- fürsten umgestaltet worden ist und den Typus eines vornehmen und heiteren moslimischen Edelsitzcs darstellt.... Der an den Konak sich anschließend« Garten ist noch in schönem maurischen Stile angelegt. Bei aller modernen Entwickdung aber hat Nisch in seiner weitläufigen Anlage, wie c§ sich bequem in die reiche Ebene hinausstreckt und sich in seine Gärten hinein schmiegt, noch immer viel vom alten Dorfcharaktcr behalten; und gerade darin liegt in Verbindung mit der Schönheit seiner landschaftlichen Umgebung der Reiz der altncuen Stadt an der Nischatva. kleines Feuilleton. kammerspiele:»Oer Liebestranr. Dieser Wedrlindsche Schwank, vor vielen Jahren geschrieben, enthält im Keime bereit« fast alle die Ingredienzien, die seine« Autor« Art und Weise typisch charakterisieren. Die Fabel entnahm er einer allen Anekdote. Ein Zirkuskünstler, dem«in dummverliebter, brutaler russischer Magnat geheimes Zauberwissen zutraut, wird von diesem mit Gewalt gezwungen, einen LiebcStrank zu brauen, der Durchlaucht unwiderstehlich machen soll. Sich vor der Rache des Trottels zu schützen, erklärt der Bedrohte bei Ueberreichung de« GcsössS, eS wirke zwar unfehlbar, doch nur, wenn man beim Schlucken nicht an einen Bären denke, tlnd nun verfolgt die Angst vor diesem Einfall den Wülcrich natürlich unablässig, er wird die Suggestion nicht lo« und schiebt, als er nach dem Trank der Dame seines Herzen« genau so unausstehlich bleibt wie früher, auf den verdammtcnBären alle Schuld. Das gibt dankbaren Stoff für ausgelassene Theoter- mimik. Um diesen Ulk gruppiert sich eine Reihe phantastisch parodistischcr Extravaganzen spezifisch Wcdetindscher Prägung. Unter anderem läutt da ein Kammerdiener herum, der im Bewußtsein, ein unübertrefflicher Lakai zu sein, eine tiefere Befriedigung der Seele findet als in dem Amte eines mittelmäßigen Schauspielers an der Pariser klassischen Bühne. Der zum Hauslehrer für die Knaben engagierte Trapezvirtuos figuriert zugleich als Wedekindscher Pro» grammverkünder und Kenner aller Höhen und Tiefen. Er kann nicht ein paar Sätze fließend lesen, spricht dafür aber alle europäi» scheu Sprachen und glänzt als Meister jeder körperlichen Kultur. Nur im Zirkus kann sich Leib und Seele zum höchsten Menschentum entfalten. Da« Risiko, in jedem Augenblicke den Hals zu brecheil. und die Dressur von edlen Tieren sind die hohe Schule des Lebens und geben einem erst daS Zeug zum Jugendbildner. Seine ZirtuSphUosophie steckt auch die wilde Katze Katharina. die Angebetete de» Fürsten, an, und sie entschließt sich, mit ihm durchzugehen. Am schwankhaft drolligsten wirkt in dem seltsamen Durcheinander neben den Aengsten beim Einnehmen des Liebes- tranks die persiflierende Melodramatik, als der Fremde in der stolz phlegmatischen Dame des Hauses seine eigene erste Frau und weiland berühmte Kollegin wieder erkennt. Die Aufnahme des früher bereits einmal im Kleinen Theater gespielten Stückchens war ziemlich lühl, das Spiel indessen aus« gezeichnet. Die elegante Geschmeidigkeit und kaltblütige Unverschämt» schende Händler, die den Bestand dcS Marktes erst einer oberfläch- lichen Musterung unterzogen, ehe sie die ins Auge gofaßteu Gäulc sich zur nähereu Prüfung vorführen ließen, allerhand fahrendes Volk und Gesindel, das einen Zwischcnhändlergetvinn zu erraffen boffic, und ruhig drcinblickende polnische Bauern, die neben ihren Pferden warteten, bis ihnen ein annehmbares Gebot gemacht wurde. Diesmal aber war das Geschäft ein besonders lebhaftes, denn bis aus Riga lvareu Pfcrdcankäufer gekommc», mid das Gerücht hatte sich verbreitet, sie kauften für die englische Regie- rung. In der sich stoßenden und drängenden Menge strich auch ein schwarzhaariger Bursch herum, der an jedem Wagen stehen blieb und die zum Barkauf gestellten Pferde lange und aufmerksam ßnustertc. Den gewerbsmäßigen Händlern war er schon aus- gefallen, denn er zog gleich ihnen von Markt zu Markt, ohne aber wie die andern Burschen seiner Sorte, sich zu einem Verdienst zu drängen. Immer nur dieses Herumstreichen, Suchen, Prüfen und Mustern. Und da sie den Betrieb kannten, wußten sie, mit wem sie'S zu tun hatten: ein Bengcl von jenseits der Grenze, der hinter einem gestohlene» Pferd her war. Da, jetzt leuchtete es rn den Augen des Burschen auf, er hatte gefunden, was er suchte. Acht Wochen war er unterwegs, von Markt zu Markt, die Kleider hingen ihm schon in Fetzen vom Leib, die Füße trugen ihm kaum»och den von Entbehrungen ge- schwächten Körper, aber wie Feuer rann es ihm durch die Adern, und ein höhnisches Lächeln hob ihm die schmale Oberlippe über den Zähnen. Die Dummköpfe, die da glaubten, sie könnten ihn täuschen, wenn sie der Stute Schweif und Aiähuc stutzten und mit einer ätzenden Beize ihr und dem Füllen die braunen Haare fuchsig färbten! Auf den ersten Blick hatte er sie erkannt, allein schon an dem Ansatz des Halses und dem feingeschnittenen Gesicht mit den rosigen Nüstern, ganz zu schweigen davon, daß sie ans den halblauten Ruf„Morvek, nal" den Kopf nach ihm gedreht und leise gewiehert hatte. Der Händler neben dem Wagen fuhr ihn scheltend an und fragte ihn, was das Herumspionieren bedeuten sollte. Cr aber /Nickte nur mit den Achseln, murmelte«in paar entschuldigende Worte und verschwand in der Menge, die durch die engen Gassen drängte. Dann schlich er sich an den freien Platz, ans dem die Käufer sich die Pferde in allen Gangarten vorführen ließen, stellte sich auf die Spitze des kleinen Hügels und wartete geduldig, bi» seine Zeit kommen würde. Stunden- und stundenlang. Der Hevbsiwind pfiff durch die Löcher in seinen Kleidern, der Hunger schnitt ihm in die Eingoweidc, aber er achtete dessen nicht, seine Augen nur bohrten sich in das Gewühl von Menschen und Pferden auf dun weiten Platz da unten, und so oft uner der Händler musternd an die Stute trat, ballten sich ihm die Fäuste, und da» Herz pochte so laut, daß er'S bis in die fest aufeinandergebissenen Shne hinein spürte. Und jetzt, endlich kam der entscheidende ugenblick. Die Stute war losgebunden, ein halbwüchsiger Bursch« nahm sie beim Halfter, um sie nach dem Laufplatz zu führen, hinter ihr aber trabte das Füllen uird versuchte, ihr den Kopf unter heit des ZirkuS-Uebermenschen fand in Herrn Abel einen be- stechenden Repräsentanten. Mit feiner, die Ilebertreibungen der Rolle mäßigender Diskretion gab Frau Konstantin die wild« Katharina. JanningS lieh der Figur des Fürsten eine Fülle jovial charakterisierenden Humors. Höchst drollig tvirkn autd die Fürstin Marga Kuhns, und Werner K r a u ß bot eine echt Wedc- kindsch gefärbte famose Kammerdiener-Karikatur. dt. Das Wachstum des vonauöelta. Die Donau spaltet sich in ihrem Unterlaufe schon hinter Wilistria, wo sie sich nach Norden wendet, in zahlreiche Arme, die bei Gallaz die östliche Richtung zu mehr einschlagen und ein ausgedehntes Delta mit zahlreichen Lagunen bilden, die zum TeU untereinander zusammenhängen, zum Teil selbständige Wasserstraßen darstellen. Diese Lagunen sind dadurch entstanden, daß der Bodensatz d«S Stromes das Meer allmählich zurückgedrängt hat. Die einzelnen Etappen dieses Vorgange» lassen sich deutlich an den Erderhebungen läng« den Hauptannen de» Stromes verfolgen. Das Wach»- tum des Delta geht vorzugsweise in nordöstlicher Richtung vor sich und ist in dem nördlichen Kilia- Arme am stärksten. Dort sind die Erdstauungen in den Jahren 182�, 1884 und 1002 genau gemessen worden. In diesen 73 Jahren hat sich dieser Teil des Delta um 5250 Meter gegen das Meer vor- geschoben, somit beträgt der Weg in einem Jahre 72llt Meter, während im südlicheren Julina-Arm der Jahres, uwachs nur 4 Meter beträgt. ES ist jedoch zu bemerken, daß die Deltabildung des Kilia-ArmeS nicht in regelmäßiger Weise fortschreitet. In der ersten 55 Jahre umfassenden Periode der Beobachtungscpoche von 1829 b'.S 1884 betrug sie 42S0 Meter, da» heißt 77 Meter jährlich, und dieser Betrag ist m de» 18 folgende» Jahren auf 55 bis 00 Meter gesunken, ein Betrag, oer etwa dem für das Rhonedeita beobachteten gleichkommt. Such iunerhalb des Delta dcS Kilia» Armes selbst zeigen nicht alle Teile gleiche WachStumSschnrlligkeit. Die östliche Front breitet sich ziemlich regelmäßig weiter nach Osten aus. während in der Nord- und Südecke die Neigung zu zeitweiser Bildung voil Aestuarien besteht, das sind sogenannte negative Delta oder offene Weitungen, die dann wieder durch die Ablagerungen dc§ Stromes angefüllt werden. Im Jahre 1884 war sowohl an der nördlichen wie an der südlichen Ecke ein solches Arstuarium vor- Händen. Im Jahre 1902 war nur da» nördlich« noch übrig ge- blieben. Man sieht, daß Rumänien hier mit der Zeit auf friedlichem Wege nicht nnbeträchtlichen Landzuwachs erhält. Rottze». — Vorträge. Im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht(Potsdamer Straße 120) spricht am Mittwoch, 10. November, Prof. Hactzoldt über.Deutsche Wortkunst und deutsche Bildkunst". Eintritt frei. — Die öffentlichen Vorträge des Instituts für Meereskunde werden am Dienstag, den 0. November, abends 8 Uhr, im Hörsaal des Museums, Georgenstr. 34—30, durch einen Vortrag de« Direktors Pen ck über die Politisch-geographischcu Lehren des Krieges eröffnet. Karten zu 25 Pf. und das Verzeichnis der Borträge im Museum. — Ueber Philosophie des Ziel! hält Kurt Hiller am Montag, den 8. November, im Harmoniumsaal(Steglitzer Straße 53) eine Vorlesung. — Orientalische Studien in Wien. Die österreichische UnterrichtSvcrwaltung beabsichtigt in nächster Zeit dem Unterricht in orientalischen Sprachen und namentlich in der türkischen sowie der bulgarischen Sprache erhöhte Fürsorge zu widmen. An der Wiener Universität sollen regelmäßige Vor- träge über Sprache, Literatur und Geschichte der türkisch-tatarischen Völker sichergestellt werden. --Die Mittelmächte. Wenn man Rußland zu Europa rechnet, so liegen Deutschland und Oestcrreich-Ungarn in seiner Mitte. Daher wurden sie immer die Zrntralnmchte genannt. Da kam daS Satyrspiel zur Tagödie de? Weltkrieges: die Verdeutschung— und wir setzten uns selbst Zu„Mittelmächten" herab, als ob wir keine Groß mächte wären, aber doch noch die Grenze zwischen uns und den Kleinstaaten ziehen wollten. Da ist Major a. D. Moraht vom„Berliner Tageblatt" schon fem- sequentcr, wenn et uns„die R i t t c m ä ch t e" nennt. Wem aber diese richtige Verdeutschung zu häßlich vorkommt, der sage getrost auch weiter:„Zentralmächte.___ den Leib zu stecken, denn es war von dem langen Stehen hungrig geworden. Ein paar Kerle jedoch warfen sich dazwischen, schlangen ihm einen Halfter um den Hals und hielten es fest, denn die Stute sollte dem Käufer allein gezeigt werden. Händler und Käufer »vaven an den Abhang des Hügels getreten, der führende Bursche setzte sich in Laufschritt und bieb der Stute mit einer Gerte gegen die Beine, um sie zunächst im schlanken Trab zu zeigen. Abel Orzecha aber reckte sich heraus, schob zwei Finger der Linken zwischen die Zähne und ließ einen tveithin gellenden Pfiff ertönen. Und als darauf die Stute den Kopf hob, legte er beide Hände an den Mund und rief:„Morrek, nal", daß eS nur so lurllt« und schmetterte. Die Stute warf sich zur Seite, riß dem Führer den Halfter aus der Hand und jagte in langen Sätzen den Hügel hin- auf. Dort aber stand einer mit leuchtenden Augen, faßte in die Mähne und schwang sich auf den Rücken. Ein helles Lachen kam aus seiner Brust, und höhnisch grüßend schwenkte er nach dem Platz die Mütze. Jetzt hatte er gewonnen, denn mit den Beinen seiner Stute konnte sich keiner von all den Krümperu dort unlc» messen. Als er aber nach dem Halfter griff und ihr die Hacken seiner bloßen Füße in die Flanken jagte, da blieb sie tvie ange- wurzelt stehen und tat nicht einen Smritt vom Fleck. Zwischen all dem Schreic» und Rufen war ein leises Wiehern an ihr Ohr gedrungen, ihr Füllen, das man festgehalten hatte, rief nach ihr. Und da blieb sie stehen und Ivar weder durch Zuruf noch durch Schläge vooivärts zu bringen, denn die Mutterliebe war stärker als der Gehorsam. Zehn, zwanzig Hände griffen zu. um den frechen Räuber von dem geitohlcnen Pferd zu zerren. Er zog das Messer, mit sich zu wehren, ein Stockhieb aber schlug es ihm aus der Hand, dann fühlte er einen stechenden Schmerz am Hals, und es wuooe ihm dunkel vor den Augen. AI« ein Polizeidiener den sich tvälzenden Knäuel auseinandertrieb, stand alles aufrecht auf den Beine», nur einer lag am Boden, mit dem Gesicht zur Erde, und war trotz aller Mahnungen nicht zum Ausstehen zu bewegen. Da drehte man ihn herum und sah, daß er in der linken Seite des Halses einen Stich hatte, der die Ader getroffen. Wer diesen Stich aber geführt und wie der braune Bursch da heißen mochte, der auf dem bloßen Erdboden lag, das war nicht zu ermitteln. Einer hätte es vielleicht sagen können, der Bauer, Pferdehändler und Schmuggler Abcamczyk aus Sokolowen. Aber der hatte sich gleich»ach dem Zwischenfall, der auf polnischen Pferdemärkicn just nicht zum Ungewöhnlichen gehörte, auf den Heiniweg gemacht... So kam eS, daß in dem Dorf Tlugossen niemand erfuhr, wo der Abel Orzecha eigentlich geblieben sein mochte, der eines Tages mit der Stute des Dorfschulzen verschivunden war. A»ck> die Malka wußte es nicht oder vermochte sich später an den Morgen, da sie ihm das Geld und dnS Messer aus dem Armenhaus geholt hatte, nicht mehr recht zu erinnern S.ie hatte einen Besitzerssohn aus dem Kirchdorf geheiratet; und er? Vielleicht loar er doch nach Westfalen gezogen und kam nur deshalb nicht wieder, tveil er zu HauS za eine Strafe zu erwarten hatte. fit RhrmMtr md Nkwenttidelldt.* Ging auf Krücken lind fährt jetzt wiederRad. .Damit auch andere Leidende von ihren Schmerzen befreit werden, gebe ich össenilich das Mittel bekannt welches mich von meinen chronischen Glieder- schmerzen befreite, und durch das ich meine Gesundheit wieder erlangte. Zwei Monate habe ich wegen der qualvollsten ischmerzen zu Seit gelegen, dann bin ich auf Krücken gegangen und jetzt bin ich durch den Gebrauch von Togal soweit hergestellt, dafj ich wieder radfahren kann. Togal ist das Wunderbarste, was ich je verfucht babe und das einzige, was mir half. Ich hätte nie geslaubt, Heilung von ineinen furchtbaren Leiden auf so einfache Weise zu linden.* Joseph Bu s ch f eld, Erkelenz. Dieses Attest ist eines von den zahlreichen Dmikschreiben über die hervorragende Wirkung des Togal bei Rheumatismus, Ischias, Hexenschuß, Gicht, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern u nd allen Arten von Nerven- und Kopsschmerzen. Es gibt nichts Besseres. Aerztlich glänzend begutachtet. Zu niedrigem Preise in jed. Apotheke crhältl. Katalog sos. franko M«zTgr.°A.: Gardinenhaus Spezialfirma» Ksrrilnonliau» 0«rnl>or«j! Schwarlz Berlin C, W allste. 13(Spindlershof). Die vorjähr. 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