Nr. 69. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1900 unter Dr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. $ 4 Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcbition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Hmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das Ende des Bergarbeiterstreiks. beugen. " -st- Wien, 21. März. " Freitag, den 23. März 1900. möglicher machen. Diese armen Arbeiter werden von den Gewerken den " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " W Bajonette in Bewegung; die Streifenden wurden wie Barbaren be- der Regierung, wußten keine sachlichen Gründe gegen den Unsere Postabonnenten wollen Baibelt, bie in die Grube unter allen Umständen zurückzutreiben ein Antrag vorzubringen, dessen Tendenz Herr Dr. Oertel zum umgehend das Abonnement erneuern, Gebot staatlicher Ordnung fei. Welch eine gewaltige Aenderung hat Beispiel ausdrücklich billigte; sie behalfen sich, um ihre ablehnende fich da vollzogen! Die Regierung hat ins Streifrevier Special- Abstimmung notdürftig zu motivieren, mit allgemeinen Redensdamit in der Zustellung keine Unter- gefandte geschickt, die zu Einschüchterungen so bereiten politischen arten, wie, daß die Zeit noch nicht gekommen sei, daß die Behörden hat man gründlich Mores gelehrt, das Parlament Patentanwalte noch kein Stand seien", daß sie, wie man brechung eintritt. wurde zur Intervention getrieben, die Sympathien der ge sich am Bundesratstische geschmackvoll ausdrückte, eine gefamten unbeeinflußten Meinung standen auf feite der mischte Gesellschaft" darstellen usw. Den Diktaten Streifenden. Der mißachtete, unwissende und von der Welt ab der Regierung gehorsam folgend, stimmten Stonservative, getrennte Arbeiter wurde eine Macht, die sich überall Achtung und Centirm und Nationalliberale den Antrag Heine nieder. Respekt erzwang! Diese Wendung, die auf das unmittelbare Ver§ 2 des Gesetzes regelt die Eintragung in die hältnis zwischen den Bergarbeitern und ihren Ausbeutern zurück isten der Patentanwalte. Unfre Partei beantragte die Der gewaltige Ausstand der östreichischen Bergarbeiter neigt sich wirken muß und einwirken wird, ist vornehmlich der Energie der stets Hinzufügung eines Sages, der ausdrücklich bestimmen soll, daß seinem Ende zu. In den Braunkohlenrevieren in West- und Nord- Kampfbereiten und von keiner Rücksicht angetränkelten ö streichischen politische, wissenschaftliche, religiöse und künstlerische Handlungen westböhmen haben die Arbeiter die Arbeit bereits aufgenommen und Socialdemokratie zu verdanken. Was wir auf politischem und Anschauungen, keinen Grund zur Verweigerung der Einin Mährisch- Ostrau wird nach der Auflösung des Streitfomitees, die Gebiet wahrnehmen: daß die socialdemokratische Fraktion auf die tragung bilden soll. Die antisemiten dagegen beantragten gestern erfolgte, der Streit trotz des Widerstands der radikalen Ele- Gestaltungen im Barlament einen zu ihrer Größe ganz un- einen Zusaß, wonach nur Inländer als Patentanwalte mente bald beendigt sein. Nur in Kladno ist auch nicht das verhältnismäßigen Einfluß übt, das wirkt auch auf die gewerk zugelassen werden sollen. Ueber den antisemitischen Antrag, leiseste Anzeichen einer Aenderung wahrzunehmen. Dort steht noch schaftlichen Kämpfe zurück und führt ihnen die ganze politische Macht der mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, ward nur ganz immer mehr als drei Viertel der Arbeiterschaft im Streik; trotz der der östreichischen Arbeiterschaft zu. nebenher verhandelt, während unser Abänderungsantrag zu langen Dauer des Ausstands ist es da auch nicht zu den geringsten Freilich, einer Organisation fann keine gewerkschaftliche einer ausgedehnten Debatte Anlaß gab. Heine und Verhandlungen gekommen. Die Protzen von der Prager Eisen- Bewegung auf die Dauer entraten, wenn nicht schwere und unheil- Singer wiefen auf die fortgefeßten Maßregelungen industrie- Gesellschaft haben das Begehren, mit den Arbeitern in volle Schädigungen eintreten sollen. Gewisse Erscheinungen, nament- von Beamten wegen ihrer politischen GeBerhandlungen zu zu treten, treten, bis jetzt konsequent abgewiesen; lich in Mährisch- Ostran, wären nicht möglich, wenn die Arbeiterschaft sinnung hin; die Fälle Stadthagen, Kapen fie wollen fogar den Ausstand zu einem schmutzigen durch den entsetzlichen Drud, unter dem sie ihr Leben verbringt, von it e in, Arons und Delbrück, die Maßregelung Raubzuge auf die Bruderlade ausnügen, indem sie die der Erkenntnis der ökonomischen Zusammenhänge nicht vollständig der fanalgegnerischen Landräte spielten eine streikenden Arbeiter als entlassen" und und somit ihrer Rechte abgeschnitten wäre. Es liegt natürlich außerhalb jeder Möglichkeit, große Rolle in der Erörterung; auch Mirbachs auf die Bruderlade für verlustig erklären! Herr v. Körber ist zwar eine Organisation aus der Erde zu stampfen, und so haben die nach Staatsstreichs Reden und v. Boguslawskys durch eine feierliche Resolution des Abgeordnetenhauses zur Jnter- Ausbruch des Kriegs von den Socialdemokraten notdürftig errichteten Staatsstreichs Broschüren fanden die gebührende vention extra aufgefordert worden, aber die schwache, jedes Selbst Verschanzungen nicht bis zum Schluß vorgehalten. Eine Organisation Beleuchtung. Auf feiten der Rechten that sich als Hauptvertrauens bare Regierung hat gegenüber den Gewerten alle Courage ist die Frucht unendlicher, langwieriger und namentlich raftloser fämpe Herr Dr. Oertel, Iyrischer Dichter im Nebenamt verloren, so daß die meisten der Kohlenbarone die völlige Unter- Arbeit, und bevor die verelendeten, den Gewerken hervor; seine persönlichen Anrempeleien prallten an Heines werfung der Arbeiter zu fordern sich vermessen. Der Plan der absichtlich in Verzweiflung und Unwissenheit gehaltenen Ostrauer vornehmer Ruhe wirkungslos ab. Herren von Kladno wird aber daran scheitern, daß mit dem Aufhören Arbeiter eine Gewerkschaft bilden werden, wird noch viel Arbeit Staatssekretär Graf Posadowsky fegte die harmdes Streits in den andren Revieren die gesamte Straft auf diesem und Mühe gethan werden müssen. Aber die Erkenntnis, das Be- loseste Miene auf; bestritt die Absicht, oppofitionelle PatentPunkt konzentriert werden wird, so daß es wohl noch gelingen greifen der socialen Erscheinungen ihnen beizubringen, ist immerhin anwalte maßregeln zu wollen; in seltsamem Widerspruch wird, den frevlerischen Hochmut der Ausbeuter von Kladno zu möglich, und die Verbesserung ihrer materiellen Lage wird es noch zu dieser tröstlichen Versicherung stand der Feuereifer, an unfren Antrag er gegen den Tag legte. Die Beendigung dieses für Oestreich größten, durch seinen Um feit jeher betrogen, jeder einzelne fühlt sich immer übervorteilt Nebenher ließ er eine Vorlesung gegen den Ton in fang wie durch seine lange Dauer gleichermaßen hervorragenden und gegen das Netz von Listen, das ihn umgiebt, ohnmächtig. politifchen Kämpfen einfließen, die sich hoffentlich die Lohnkampfes vollzieht sich zwar ohne jedes dramatische Pathos, aber Was Wunder, daß er den Glauben an Treu und Redlichkeit im Saale und auf den Tribünen anwesenden Redacteure, der ungeordnete Abbruch kann die Empfindung nicht verkümmern, verloren hat und selbst bei denen, die gekommen sind, ihm Hintermänner und Mitarbeiter der Staatsbürger-", der daß der Streit mit einem sicheren Erfolg der zu helfen, immer„ Berrat" wittert! Hier sind„ die Lafter der Deutschen", der„ Deutschen Tages-" und der Kreuz- Zeitung" Arbeiterschaft abschließt. Den Kern des Streits bildete unterdrückten" nur die traurige Folge des ökonomischen Elends und hinters Ohr geschrieben haben. Die Debatte endete mit die Forderung nach Einführung der Achtstundenschicht, und nur mit der Besserung der wirtschaftlichen Lage wird das Licht der der Annahme eines Centrum santrags, der mit dem hier ist es gelungen, einen gewichtigen Fortschritt zu erreichen. Erkenntnis auch in die düstern Hütten dringen, in denen die Berg- unfern fast gleichlautend ist, nur, daß das Wörtchen künstle Welcher Unterschied zwischen der lächerlich verschwommenen Erarbeiter ihr trauriges Leben verbringen. Daß es ein gesunder, rische" in ihm fehlt. Ohne erhebliche Diskussion wurde der flärung", die Herr v. Körber am 6. Februar vor dem Einigungsamt träftiger und dem Fortschritt zugänglicher Menschenschlag ist, das hat Rest des Gesezes erledigt. Die dritte Lesung soll morgen in Teschen abgeben abgeben ließ, und dem Gesezentwurf des der bewunderungswürdige Verlauf des grandiosen Kampfs über- vorgenommen werden; ferner steht die dritte Beratung des socialpolitischen Ausschusses! Damals meinte die Regierung zeugungsvoll geoffenbart. Das Aufwärtssteigen einer Arbeiterschicht Gesetzes über die Entziehung elektrischer Arbeit die Arbeiter mit der vagen Vertröstung abspeisen zu können, vollzieht sich immer und überall unter schweren Stämpfen; ein Schritt auf der Tagesordnung. daß sie im März eine Kommission einsetzen werde, mit der Auf- und wahrlich kein kleiner für die östreichische Bergarbeiterschaft war gabe, die Bedingungen festzustellen, unter denen die Erhebungen dieser Streit, der bei den Enterbten der Gesellschaft so viel Das preußische Abgeordnetenhaus gepflogen werden sollen, um ein Gesetz über die Verkürzung der Opfermut und Hingebung, so viel ethische Kraft und sittlichen Helden- stimmte am Donnerstag in dritter Beratung den Entwürfen über Arbeitszeit im Bergbau vorzubereiten". Wenn nun heute ein Gesetz- mut gezeitigt hat! die Aenderung der Grenzen der Stadtkreise Posen und Halle debatteentwurf vorliegt, der trotz aller Klauseln und Vorbehalte dennoch los zu. Dann wurden Petitionen erledigt. Die Mehrzahl war die Neunstundenschicht principiell festlegt, und rein persönlicher Natur. Am längsten hielt die Petition einiger wenn die fast sichere Gewißheit vorliegt, daß dieser Entwurf im Mai Landgerichtsräte aus Allenstein auf, die ihre Versetzung in den RuheGesez werden wird, so ist dieser große Fortschritt ledig= stand und die Gewährung der Wohlthaten der mit Rücksicht auf das lich der Standhaftigkeit der kämpfenden Arbeiter Jukrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches getroffenen Bestimmungen an alle über 65 Jahr alten Richter zu danken. Statt eines nebelhaften Versprechens liegt nun ein ist heute mit der Aufarbeitung der Reste fertig ge- vom 18. Juli 1899 Der Justizminister Schönstedt drückte seine Vergeschlossener Gesetzentwurf vor, und nie wäre es gelungen, den worden und hat die zweite Lesung des Etats bewünschten. wunderung über diese Petition aus und sagte es dem Hause ins Stumpffinn der parlamentarischen Koterien zu überwinden, wenn endet, doch nicht, ohne daß es noch einige recht lebhafte Gesicht, daß er es im Interesse des Ansehens des Beamtenstandes die Festigkeit der Streifenden das Parlament nicht vorwärts gepeitscht Erörterungen ſegte. nicht für richtig halte, wenn höhere Beamte an den Landtag hätte. Es ist menschlich ganz begreiflich, daß ein Gefühl des Unmuts Die Regierung hatte beantragt, die Ueberschüsse petitionierten. Das Haus ließ sich das ruhig fagen. Der Petition nicht abzuwehren ist, wenn die Arbeiter nach wochenlangen Kämpfen der Reichseinnahmen zur Verstärkung der wurde übrigens feine Folge gegeben, sie wurde gegen den Widerspruch wieder in die Grube zurückkehren, der unmittelbare Erfolg Betriebsmittel der Reichstasse zu verwenden; einiger Centrumsabgeordneter durch llebergang zur Tagesordnung ihrem Kampfe aber fehlen bleibt. Aber es wäre dennoch uns die Kommission dagegen will sie zur Schuldentilgung befeitigt. Nur Civilrich tern und nicht Strafrichtern ist die Wohlthat verständlich, sich der Erkenntnis zu verschließen, daß mehr als jener verwandt wissen. Die Diskussion über diesen Punkt war in der frühzeitigen Pensionierung und zwar auch nur bis zum 1. Januar Eine Petition des Berliner FrauenReferentenentwurf des socialpolitischen Ausschusses eben nicht zu er- sofern bedeutungsvoll, als die Rechte sich mit Händen und d. I. cingeräumt worden. So wirkjam kann die Macht der Bergarbeiter wohl Füßen gegen den Gedanken sträubte, dem Zustande ein Ende vereins auf Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium wurde vertagt, da Herr Rickert, der sich der Petition gerne annehmen nie werden, um heute die Rothschild, Guttmann, den Erzherzog zu machen, daß die Berufsgenossenschaften, wollte, erfrault ist. Am Freitag steht die Regulierung der Friedrich oder die in ihrem Fett erstickende Prager Eisenindustrie- also Unternehmerorganisationen, zinslosen schlesischen Gebirgsflüsse auf der Tagesordnung. Gesellschaft wirtschaftlich auszuhungern. Sie war aber groß genug, Vorschuß von der Reichs post empfangen. Hauptum das so verrottete östreichische Abgeordnetenhaus zu einem gesetz- wortführer der Unternehmerschaft war Herr v. Kardorff, geberischen Akte für die Arbeiter anzutreiben, und wenn auch ein der von Singer die gebührende Abfertigung erhielt. Die Uebersicht über die Einnahmen und unmittelbarer Erfolg des Streits größere Genugthuung hervor gerufen hätte, so ist jene Wirkung vielleicht noch wertvoller, denn sie Ausgaben des Rechnungsjahrs 1898 wurde auf zeigt uns den wachsenden Einfluß der von der Socialdemokratie ge- Antrag Singer an die Rechnungskommission zurüd leiteten Arbeiterklasse auf die öffenliche Meinung. berwiesen. Genosse Singer hob hervor, daß die Die Arbeiter haben wohl auf keinem Bunft einen vollen Er- Palästinareise des Kaisers, an der der Staatssekretär folg errungen, aber jede ihrer Forderungen hat ein gewisses Zu- des Auswärtigen Amts teilgenommen hat, zu einer Etatsgeständnis, eine wenigstens teilweise Befriedigung erlangt. Was sich überschreitung seitens des genannten Amts geführt habe, als Summe der erreichten Konzessionen darstellt, ist eine unzweifel- über die keine genügende Aufklärung gegeben sei. Für den hafte Berbesserung der traurigen Lage der östreichischen Berg- Antrag auf Rückverweisung an die Kommission erhoben sich arbeiterschaft. Nicht nur in materieller Hinsicht obwohl die be- Socialdemokraten, Freisinnige und ein Teil des Centrums; treffenden Zugeständnisse der Gewerke oft sehr bedeutend sind, noch da die Rechte außerordentlich schwach besetzt war, so war weit mehr fällt die moralische Eroberung ins Gewicht, die in ihrem damit der Antrag angenommen. Arbeitsverhältnisse den Arbeitern der Streik bringt. Wenn Nunmehr schritt das Haus zur zweiten Beratung des man an den Streit im Jahre 1896 zurüddenft, wo die Unter Gesezes über die Patentanwalte. 3u§ 1 lag nehmer mit den Arbeitern überhaupt nicht verhandelt haben, weil ein Antrag von unsrer Seite vor, der die Errichtung fie mit dem„ Arbeitsvieh" nicht alt einem Tisch sißen einer Patentanwalts Rammer fordert. Genosse wollten, oder wenn man sich gar der früheren Aufstände erinnert, eine begründete den Antrag mit der Notwendigkeit, die die von der Staatsgewalt einfach mit Blutvergießen erledigt" bureaukratische Bevornundung der Patentanwalte zu verDie Frei worden sind; dann ermißt man den enormen Fortschritt, den die hindern, die sonst unfehlbar eintreten werde. östreichische Arbeiterschaft binnen einem Jahrzehnt errungen hat! sinnigen Träger, Hoffmeister, Schrader stimmten Wenn sich's früher unter den Bergarbeitern rührte, tamen sofort die zu; die Redner der andern Parteien, sowie die Vertreter Politische Webericht. Berlin, den 22. März. Der Reichstag # Krisen- Furcht. " Einen Mahnruf an die Industriellen Deutschlands" entfendet die Norddeutsche AIIHaltet Maß! ruft das gemeine Beitung". offiziöse Blatt den Industriekreisen zu, wenn nicht ein Rückfchlag der wirtschaftlichen Prosperitätsperiode ein Ende mit Schrecken bereiten soll. Schon seit längerer Zeit mahnen die großkapitalistischen Zeitungen vor übermäßigen Preistreibereien; auch wir wiesen wiederholt auf allerlei Anzeichen einer sich allmählich entwickelnden wirtschaftlichen Krisengefahr hin. Es ist höchst auffällig, daß jetzt das Regierungsorgan entgegen bisherigen Gepflogenheiten die Stimme des Warners vor wirtschaftlicher Die„ Norddeutsche Allgemeine Gefahrenbildung erhebt. Beitung" fagt u. a.: Woran Tag es, daß die früheren Perioden wirtschaftlichen Aufschwungs ein so schnelles Ende nahmen? Wesentlich an der ungesunden Preis und Kurstreiberei jener Zeiten. Die große Nachfrage nach Rohstoffen, insbesondere Kohlen und Eisen, verführte die Produzenten zu einer mißbräuch= lichen Ausnutzung der dadurch entstandenen NotLage und riß alle andren Industrien mit in diesen Strudel hinein, so daß das Ende nur ein großer Zusammen bruch sein fonnte. In den damaligen kritischen Beiten fehlte es an der Erfahrung und guten Führung: allgemein galt die Losung des Zugreifens. hören die Herren aktiven Offiziere, die Damen und Gymnasiaften, auch der Oberklaffen, nicht". Eine Nummer später aber sah das Kruppsche Blatt ein, daß es Wir stehen jetzt wieder an einem solchen kritischen mit dieser offenherzigen Bitte eine Dummheit begangen und m Wendepunkt. leber alles Erwarten glänzend hat sich die flunkerte es, daß die Beteiligung an den Unterschriften tief in die industrielle Entwicklung in Deutschland gestaltet. Trotz der fort- ländlichen und die Arbeiterkreise" hineinreiche. beiter und Beamte. gerichte betrieben. Wem es Ernst mit der Vertretung der Arbeiterinteressen ist, muß das Verhalten der socialdemokratischen Fraktion billigen und unterstügen. Früher erhob die„ Kreuz- Zeitung" den Vorwurf der zu geringen Mitarbeit gegen uns. Heute ist ihr unsre Mitarbeit unbequem. Deshalb die andre Form der Demagogie.se gesezt steigenden Kohlen und Eisenproduktion kann die Nachfrage Damit übertraf das Blatt noch seine erste Dummheit; denn doch nicht befriedigt werden. Im Gegenteil: je mehr auf diesen jedermann weiß, daß die„ Berl. Neuesten Nachr." weder in länd Agrarische Ausfuhr. Während die Agrarier die Grenzen Gebieten geschafft wird, desto größer wird die Nachfrage. Wie lichen noch in Arbeiterkreisen gelesen werden. Allerdings hat Echivein- gegen die Einfuhr von Lebensmitteln möglichst versperren wollen, Schweinführen sie in steigendem Maße ihre Produkte aus. Im Jamar und der Eisenbahnminister jüngst im Landtag ausgesprochen hat, und burg in seinen Bettelbriefen es wiederholt den Unternehmern ans führen fie in steigendem Maße ihre Produkte aus. Im Januar und auch wir annehmen, werden sich diese Verhältnisse noch weiter Herz gelegt, für ihre Beamten und Arbeiter Exemplare des Blatts Februar ist die Getreideeinfuhr um 40 606 Tonnen gesunken, dagegen verschärfen. Mit der Bermehrung der Nachfrage wächst aber zu abonnieren, und es ist schon möglich, daß einer oder der andre landes läßt also nicht nur nach, sondern die Agrarier beginnen selbst die Ausfuhr um 17 797 Tonnen gestiegen. Die Konkurrenz des Ausauch die Gefahr, daß die Produzenten ihre Preise ins Industrielle feine" Arbeiter hat unterschreiben laffen. Jedoch wäre landes läßt also nicht nur nach, sondern die Agrarier beginnen selbst Ungemeffene steigern, und dann sind wir wieder an der in diesem Fall das winzige Ergebnis unverständlich: 389 Listen mit als Konkurrenten auf dem Weltmarkt aufzutreten. Klippe angelangt, die für Produzenten wie Konsumenten gleich 1619 Unterschriften. Der eine Strupp beschäftigt ja faft 45 000 Ar- Die Verlegenheitspause. Die Nat. 8tg." schreibt:„ Die verderblich ist. Verhandlungen über das Fleischbeschaugesez zwischen der Regierung Sollte die weitere Entwidlung der Dinge auf diesen tragischen Ausgang hintreiben, dann würden die Schäden diesmal Weinerliche Betrachtungen stellt neuerdings die ministerielle überhaupt, als ob für die gespannte innere Politik die Parole: und der Mehrheit der zweiten Lesung ruhen vollständig; es scheint schwerer fein denn je." ,, Berl. Korresp." über die Protestbewegung gegen die lex Heinze an. Ob man aber Die" Nordd. Allg. 8tg." schildert alsdann die Gefahren, testierenden, welche sich von dem politischen Parteitreiben gefliffentlich nach Ostern den Faden gefunden haben wird, der aus dem Labyrinth Sie wiederholt ihre jammernde Mahmung, daß diejenigen Pro- Bertagung bis nach Ostern, ausgegeben wäre." welche besonders dem Staat, dem größten Betriebs- ferngehalten haben, Gefahr laufen, bei der Geltendmachung ihrer des sammelnden Zickzackkurſes hinausführt? Unternehmer, aus einem Zusammenschrumpfen des Eisenbahn- fachlichen Bedenken gegen die lex Heinze in das Kielwasser Keine Bestrafung des Kontraktbruchs. Die Braun1= verkehrs erwachsen würden. Herr Miquel hat offenbar der radikalen Opposition zu geraten". biefe Gou starke Besorgnis für seine größtenteils auf unsichere Einfchweiger Regierung hatte dem Landtag eine Vorlage unterDie Künstler und Gelehrten können sich füglich diese Gouber- breitet, die den Kontraktbruch ländlicher Arbeiter unter nahmen aufbauende Finanzwirtschaft. Ob nicht auch die Be- nanten- Anmaßung des ministeriellen Organs verbitten, das sich Strafe stellte. fürchtung mitspielt, daß die Frage der Kostendeckung für die wegen der Sympathien ängstigt, die sich die Socialdemokratie durch Wie jetzt zuverlässig verlautet, beabsichtigt die Regierung, diesen große Flotte ungeheuer erschwert werden wird, wenn die ihren lex Heinze- Feldzug überall erworben. Das„ Kielwasser" Entwurf eines Ausnahmegejeges für Landarbeiter zurückzuziehen. nächste Vierteljahrs Abrechnung der Staats- und Reichs- schreckt nicht, in dem überdies auch die Regierung schon geschwommen Bielleicht hat man eingesehen, daß dadurch nur die Leutenot verder Staats- und Reichs hat; in Sachen des Fleischbeschau- Gesezes war die Socialdemokratie schärft werden würde. Einnahmen sich noch weit ungünstiger gestalten wird die einzige Regierungspartei. als die Abrechnungen der vorherigen Quartale, die bereits recht bedenklich und zwar in einem von Quartal zu Quartal zunehmendem Maße bedenklich waren? 0 〃 Die Leda mit der Tunika. Der Abg. Müller- Meiningen erwähnte bei den lex Heinze Debatten, daß sich eine Leda mit dem Schwane", die Herrn Nörens Schamgefühl so besonders start verUm die Gefahr einer Krisis abzuwenden, giebt es, so legt hat, auch auf einem Thorflügel der Peterskirche zu Rom befährt das offiziöse Organ fort, zur Zeit nur ein Mittel, findet. das ist Maßhalten auf allen wirtschaftlichen Gebieten. Noch Triumphierend stellt jetzt die Köln. Volksztg." fest, daß thatist es Beit! Es ist daher die erste Pflicht aller Beteiligten, fächlich zwar eine Leda mit dem Schwane spielend dargestellt sei. gemeinsam dieses Losungswort auszugeben." Die„ Nord- Aber die Figur ist mit einer Art Tunika bekleidet, die bis deutsche" stimmt weiter ein Loblied auf die Syndikate sum alie vollständig geschloffen ist." an:" Ganz zweifellos befänden wir uns jetzt schon wieder Sonst erscheint das heidnische Spiel", das, wie bekannt, tros der Also nur das Nad te wäre für das katholische Blatt anstößig! in der Gewitterschwüle wilder fieberhafter Ueberspekulation unita nicht ohne Folgen blieb, bem fromm- katholischen Organ und Ueberproduktion, wenn den Industrien in ihren auch auf Stirchenthüren einwandsfrei. Im so schlimmer! Syndikaten nicht eine gute Führung zur Seite stände." Aber sollte die Köln. Boltsztg." nicht das Opfer eines ScherzDagegen seien die 8 wischenhändler anzuflagen, welche boldes geworden sein, der das Blatt für seinen Konfektions- Fanatis„ keine Grenze in Grenze in der Preisstellung" kennen." Ihnen mus strafen wollte? Der Allarmartikel der„ Nordd. Allg. 8tg." schließt mit nochmaliger eindringlicher Mahnung an die industriellen und tommerziellen Streife, mäßig zu fein, auf daß nicht dem starken Rausche ein starker Satzenjammer folge. meinwohl. " Wangenheim in Afrika. Die Landwirtschafts- und Handelskammer für Britisch- Central afrifa hat, wie wir der„ Socialen Bragis" entnehmen, dem Foreign Office eine Petition überreicht, die ein grelles Streiflicht auf die Arbeitsverhältnisse der Eingebornen und ihre civilisatorische" Beeinflussung wirft. Die Arbeitgeber( vorwiegend Kaffeepflanzer) beflagen fich über die Stonkurrenz, die ihnen von den Minendistrikten auf dem heimischen Arbeitsmarkt gemacht wird und verlangen von der Regierung Arbeiterschuh- Maßnahmen", die es verhindern Protektorats fich nach Beira oder Rhodesia verdingen. Die Pflanzer sollen, daß die Neger aus dem Gebiete des britisch- centralafrikanischen wollen die Freizügigkeit einschränken, um billigere Arbeitsfräfte zur Disposition zu haben, wobei sie angeblich nur das Interesse der Eingeborenen vor Augen haben, da diefe in den Minendistrikten viel rascher mit dem europäischen Lafter bekannt würden; in Centralafrifa hätten sie wenig Gelegen heiten zum Alkoholgennß, während ihnen in Beira Spirituosen sogar auf Stredit liefere und auch in Rhodesia feien ihnen solche trotz des herrschenden Verbotes 811 gänglich. Trotz der höheren Löhne dortselbst kehrten die Eingebornen doch immer ohne Ersparnisse nach Hause zurück und fattisch fämen sie besser mit den niedrigen Löhnen im Protektorat, man gegenüber werden in erster Linie die Syndikate selbst strenge Herr Rören geht nicht nach München zur Abhaltung einer Maßregeln ergreifen und bei Abgabe von Kohlen geeignete lex Heinze- Versammlung, die er zugefagt hatte. Die Beratung des Bedingungen zum Schuß gegen Uebervorteilung des Publikums Flottengejezes in der Budgetkommission bietet ihm eine bequeme stellen müssen. Wir glauben, daß bei zielbewußtem Vorgehen Ausrede, un der Fahrt in die bayrische Kunststadt zu entgehen. An hier viel zu erreichen ist." der Versammlung hätte er sicherlich keine Frende erlebt. Bürgermeisteramtliche Flotteuagitation. Aus Elsaßwo fie billiger lebten, weg. 2othringen schreibt man uns: In dem Städtchen Waffeln Man sicht: die afrikanischen Agrarier reden genau wie unfre heim erließ vor furzem der Bürgermeister Robinet auf Ranitz, Wangenheim und Oertel. Aus rührender Sorge um ihre amtlichem Wege die folgende Einladung an die Einwohnerschaft: Moral soll den Arbeitern in Deutschland wie in Afrika die FreiWenn die Befürchtungen der„ Nordd. Allg. Ztg." berechtigt " Ich beehre mich, Ihnen die Anzeige zu machen, daß am zügigkeit entzogen werden, damit sie für die Pflanzer arbeiten und Sonntag, den 11. März, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft während der Ruhe in den Schnitterhäusern Sittlichkeit lernen. find, so dürften die Mäßigkeitsmahnungen faum großen Erfolg haben, denn sie fallen auf den unfruchtbaren Boden " Zum Stern" Herr Dr. Oberwinder aus Berlin einen Vortrag über das Thema„ Arbeiter und Flotte" halten wird, zi leber Bismarcks Entlassung teilt jetzt Häuschen Blum einige der kapitalistischen Planlosigkeit. Die„ Losung des Zugreifens", dem ich Sie ergebenst einlade. Fabrikbesizer bitte ich bisher unbekannt gebliebenen Einzelheiten mit: von der das Regierungsorgan spricht, galt nicht nur in höflichst, ihren Arbeitern davon Kenntnis zu geben und bei- Als Herr v. Lucanus am Abend des 17. März 1890 bei dem früheren tritischen Zeiten, sondern ist die Losung des Kapitalis- folgende Einladungen in den Arbeitsräumen an- Fürsten Bismarck erschien und ihm mitteilte, der Kaiser beabsichtige, mus überhaupt, der auf dem wirtschaftlichen Grundfaß beruht, fchlagen zu lassen." ihn zum Herzog von Lauenburg zu machen, erwiderte Fürst daß jeder sehe, wie er es treibe, jeder nur feinem persönlichen freilich aus. Denn unter den etwa 60 zum Oberwinderschen Flotten-, Der Erfolg der bürgermeisteramtlichen Fabrikpropaganda blieb Bismard etwa:" Das hätte ich schon lange haben Vorteil in wilder Haft nachjage, unbekümmert um das Ge- sermon Erschienenen war nicht ein einziger Arbeiter. vent mein Streben danach gestanden hätte." Weiterhin berichtet Blum über Aeußerungen Bismarcks folgendes:" Darauf glaubte mir glaubte mir der Chef des kaiserlichen Charakteristisch ist die heilsame Rolle, die das Regierungsblatt Konferenz von Fabrikinspektoren. Unter dem Vorsitz des Civilkabinetts auch noch die weitere Versicherung geben den Syndikaten zuweist, in denen gerade eine erste teber- Handelsministers Brefeld tagt gegenwärtig in Berlin eine Konferenz zu können: Seine Majestät mache sich verbindlich dafür, daß mir windung des individualistischen Wirtschaftsprincips, wenn auch Tage berechnete Konferenz hat seit dem Jahre 1894 alljährlich und-Ranges eine Dotation bewilligt werde." Ich wies auch der preußischen Regierungs- und Gewerberäte. Diefe für drei zur Ermöglichung der standesgemäßen Führung des Herzogtitels noch nicht in einer wahrhaft gemeinnüßigen Gestalt, hervor stattgefunden und wurde am Donnerstag früh durch den Minister das bestimmt zurück, indem ich etwa äußerte:" Ich hätte doch eine tritt. Und gegen dasselbe preissteigernde Zwischen- cröffnet. händlertum, das die preußische Regierung auf andren solche Laufbahn hinter mir, daß man mir nicht zumuten könne, dieKrenzzeitungs- Geflunker. Nachträglich fucht die Kreuz- 3tg." felbe damit zu beschließen, daß ich einer Gratifitation, Wirtschaftsgebieten durch kümmerliche Warenhaus Gesetze die Verhandlungen der Gewerbe- Ordnungs- Kommission wie sie eifrigen Postbeamten zu Neujahr au teil künstlich schüßen will, wird Anklage erhoben, weil es die des Reichstags vom 14. d. M. in demagogischer Weise gegen unsre werde, nachlaufe". Warenpreise übermäßig cmportreibe. Das Regierungsorgan Partei auszuschlachten. Sie vermengt wahres mit Falichem, bezw. Er war doch sonst nicht so spröde, Gratifikationen anzunehmen! muß also notgedrungen anerkennen, daß diejenigen Wirt- verschweigt Vorgänge, um die Haltung der socialdemokratischen Mit- Bremen, 21. März. Eins der in der letzten Bürgerschaftsschaftsbildungen, in welchen eine planmäßige Regelung der glieder der Kommission verdächtigen zu können, diefelben hätten mit Produktion sich zeigt, krisenhindernd wirken, während die ihrer Taktik und Abstimmung gegen die Juteressen der Arbeiterklasse wahl gewonnenen Mandate war beanstandet worden, weil einige wegen Armienunterstügung nicht zur Wahl berechtigte Personen gewählt hatten. wirtschaftliche Form des ungeordneten, jeder höheren Kontrolle gehandelt. Demgegenüber stellen wir folgendes fest: Die noch vor der ver- Genosse Voigt, der mit nur 4 Stimmen Majorität gewählt war, ermangelnden zwischenhandels die Krise verursacht und ihr jährigen Bertagung des Reichstags auf 28 Mitglieder verstärkte hatte daraufhin ſein Mandat niedergelegt. In der heute stattgehabten Hereinbrechen fördert. So weit die„ Nordd. Allgem. Gewerbe- Ordnungs- Kommission, deren Vorsitzender der Vicepräsident a chwahl wurde er indessen glänzend wiedergewählt. Er Zeitung" in ihren Bemerkungen auch noch von einer durch- des Reichstags Herr v. Frege ist, war die Vorberatung der An- erhielt 310 Stimmen, somit 78 Stimmen mehr als im bildeten socialistischen Erkenntnis entfernt ist, es freut uns, träge Nr. 46„ Arbeitskammern", Nr. 61 Reichsarbeitsami", Nr. 144, November. Die liberalen Gegner blieben mit 232 Stimmen, ihrer die ersten Keime solcher Erkenntnis in ihr sprießen zu sehen. betreffend a) Vertretung der Arbeiter, b) Arbeitslosen- Unterstützung, damals erzielten Stimmenzahl ziemlich gleich. Die Wahlbeteiligung Vielleicht lernt sie mit der Zeit noch verstehen, daß wirt- Abgabe von Gutachten und Ausbau der im Gewerbegerichts- war sehr start. Der Wahlbezirk dürfte in Zukunft fester Besitz schaftliche Krisen nicht durch Mäßigkeitsmahnungen an die Gesez vorgesehenen Einigungsämter bei Streitigkeiten zwischen den unsrer Partei bleiben. Kapitalisten, sondern nur durch organisatorische Regelung von Arbeitgebern und den Arbeitern; und endlich Mr. 197, die StechtsGütererzeugung und Gütervermittlung beseitigt werden können. fähigkeit der Berufsvereine betreffend, übertragen. Deutsches Reich. Konservativer Fleischschau- Hader. In Sachen des Fleischschau- Gesetzes wird hinter den Coulissen nicht nur anscheinend eifrig gehandelt, sondern die Agrarier scheinen auch einzusehen, daß ihnen vorläufig nichts weiter übrig bleiben wird, als etwas einzulenken. Auseinandersetzungen, welche Mittwoch in der Plenarsizung der Landwirtschaftskammer für die Proving Ostpreußen stattfanden, lassen das erkennen. Auf der Tagesordnung stand ein Referat des Grafen Klin do wström über das Fleischschau- Gesez. Nach Eröffnung der Sigung teilte der Vorsitzende mit, daß der Vorstand beschlossen habe, im Einverständnis mit dem Minister und den Abgeordneten der Provinz, das Referat von der Tagesordnung abzufeten. Aus deutschen Gefängnissen. Der Nedacteur der Rheinisch Westfälischen Arbeiterzeitung", Genoffe Lebius in Dortmund, hatte Am 14. November v. 3. hat der Reichstag feine Verhandlungen wegen Breßvergehens eine Gefängnisstrafe von drei Wochen im wieder aufgenommen. Bis zum 14. März d. 3., also während voller bortigen Amtsgerichtsgefängnis zu verbüßen. Das Gefängnis ist vier Monate ist es weder Herrn v. Frege eingefallen, die Stommission alt und hat deswegen keine Centralheizung. Die Belle, in der zur Förderung der ihr übertragenen Arbeiten einzuberufen, noch Lebins feine 21 Tage verbringen mußte, wurde in dieser Zeit haben die Mehrheitsparteien ein Bedürfnis zur Beschleunigung der vom 22. Februar bis 15. März unr fünfmal geheizt. Beratungen befundet. Die socialdemokratische Fraktion war um Seit dem 1. März gab es fein Licht mehr; zu dieser Zeit geht die deswillen an einer Beschleunigung unintereffiert, als der von ihr Sonne schon gegen 1/26 ihr unter und dann ist es in solcher am 27. November v. I, eingebrachte Arbeiterschuß- Gesez- Gefängniszelle auch sofort finster, an trüben Tagen noch früher. entwurf noch der ersten Lesung im Plenum und damit der Ver- Bahnbürste und Klosettpapier wird une als besondere Vergünftigung gewährt. Lebins beschwert sich außerdem derüber, daß weisung an die Gewerbekommiſſion harrte. Anfangs dieses Monats war im Seniorenkonvent vereinbart, er die Querleisten der eisernen Betistelle des Nachts am Rücken gedaß zum nächsten Schwerinstag unser Arbeiterschutz- Gesetzentwurf fühlt habe. die Priorität haben sollte. Nun mit einem Mal wurde die Gewerbekommission mobil gemacht. Ohne unsre Partei zu unter- Auslieferungsvertrag. Zwischen Oestreich und Deutschrichten, vereinbarten die Mehrheitsparteien die Resolution Freiherr land wurde über die Auslieferung von Verbrechern eine rene Heyl und Dr. Hize. Einem solchen Verhalten der Mehrheitsparteien Vereinbarung getroffen, weil die alte in einigen Punkten zu Zweifeln gegenüber wäre es unsrerseits Pflichtverletzung gewesen, hätten wir Anlaß gab. den Versuch unterlassen, die Vertegung der Beratungen auf so lange Graf Kanit stellte die Frage, welche Gründe den Vorstand passiert hatte. herbeizuführen, bis unser Arbeiterschutz- Gesetzentwurf die erste Lesung zur Absetzung des Referats veranlaßt hätten. Graf Iindow= Unfer Antrag anf Bertagung wurde gegen unfre und die freiström antwortete, daß der gegenwärtige Stand der Angelegenheit sinnige Stimme abgelehnt und damit war unsere Stellungso diskreter Natur sei, daß es sich nicht empfehle, dieselben zur nahme, die von den Genossen Segit und Pfannkuch beBeit in der Oeffentlichkeit zu verhandeln. Graf saniz widersprach gründet wurde, gegeben. Für den ersten Abschnitt der dem und erklärte des weiteren, daß die konservative Partei am tesolution Heyl betr. die Vertretung der Arbeiter" haben wir geletzten Donnerstag in ihrer Fraktionssigung mit allen gegen eine stimmt. Gegen den 2. Abschnitt mußten wir stimmen, weil mit der Stimme beschlossen habe, an dem Verbot der Einführung von Annahme desselben das eintreten wird und muß, was die KreuzBökelfleisch festzuhalten. Graf Iindowström bestritt, daß geitung" uns zum Vorwurf macht die Verzögerung der Andieser Beschluß mit allen gegen eine Stimme gefaßt fei. Die gelegenheit. Für denjenigen, der in die parlamentarische SprechPartei werde sich vielmehr mit dieser Frage noch weise eingeweiht ist, bedarf es feines weiteren Beweises für die eingehender zu beschäftigen haben. Richtigkeit dieser Behauptung als die Anführung des einleitenden Sazzes des 2. Abschnitte: Die Beratung der Flottenvorlage soll nun doch, da Abg. Müller Fulda wieder gesund ist, am Dienstag in der Budgetfommission begonnen werden. Doch werden die Beratungen jedenfalls nach einigen Tagen abgebrochen werden, da die Kommission nicht. länger tagen soll als das Plenum. Die verbündeten Regierungen sollen erfucht werden, in Erwägung darüber einzutreten, in welcher Weise durch gefeßliche Ausgestaltung der Gewerbegerichte der unter a erstrebte Zwed erreicht wird. In„ flares Deutsch" übersetzt bedeutet das nichts andres, als ein auf die lange Bank Schieben der Sache. Aber was thut's, die Unmündige Flottenschwärmerei. Die Flottenpresse verbreitet Mehrheitsparteien haben ihr Gewiffen falviert und der Negegenwärtig Petitionsbogen zur Hebung der sanft eingeschlafenen gierung die Verantwortung aufgehalst. Demgegenüber betonen Marine- Agitation. Sie scheint aber damit üble Erfahrungen zu wir nochmals: Von unsrem Arbeiterschutzgesetz Entwurf wird machen. Wenigstens erklärten die Berliner Neuesten Nachr." Krupps, die Arbeitervertretung und die Einführung der Einigungsämter aus„ daß die Unterzeichnung nur seitens solcher Persönlichkeiten erwünscht drücklich gefordert. Der gleiche Verfuch ist und wird des weiteren ist, denen das attive Reichswahlrecht zusteht. Dazu ges! von uns mit den Anträgen bezüglich des Ausbaues der Gewerbes " M " Ein ergöhlicher Bruderstreit tobt gegenwärtig zwischen dem„ Kleinen( Hof-) Journal" des Dr. Leipziger und dem großen Hof und Regierungs- Journal, der Norddeutschen Allgem. 8tg." Das fleine Hof- Journal hatte dieser Tage eine Sensationsmeldung verbreitet, wonach trotz der ablehnenden Antwort der deutschen Regierung Verhandlungen seitens Deutschlands und Nordamerikas mit England stattfänden, um den Frieben zu vermitteln. Hierzu schrieb die„ Norddeutsche": Das Auswärtige Amt fam nicht je den Unsinn widerlegen, der da oder dort auftaucht, und besonders in den vorliegenden Fällen bedurfte es für ernsthafte und unbefangene Politiker feines feierlichen Dementis. Die ersichtlich tendenziöse Sensationsmeldung des„ Kleinen Journals" aber, an der fein wahres Wort war, ist mit Recht von feiner namhaften Zeitung, soviel wir sehen, ernst genommen worden. Darauf das Kleine Journal", das im übrigen seine Meldung aufrecht erhält: Es intereifiert vielleicht die offiziöse„ Nordd. Allg. Stg.", daß wir diese Mitteilung von einer Stelle des Auswärtigen Amts, und zwar keiner subalternen, erhalten haben. Wir verbitten uns, und zwar energisch. Ausdrücke tie: lufinn" und" tendenziöse Eensationsmeldung" Wenn wir auch, Gott sei Dank, nicht genötigt find, wie herrlauser, unsre Nachrichten durch mühseliges Warten in den Borzimmern der Ministerien zu erfämpfen, so hat die Richtigkeit unfrer Meldungen darunter bisher nicht gelitten. Und nun wieder das offiziöse norddeutsche" Blatt: Das„ Kleine Journal" erdreistet sich. gegenüber den in später die Andeutung, sein Rüdtritt werde erst nach Schluß der Princip an, trotzdem hat aber feiner derselben in seinem Geschäft unirer legten Nummer gegebenen authentischen Aufflärungen Reichstagsfeiiion stattfinden. Der Führer der Linken, Madsen diese Forderung bewilligt. Sollten die Unternehmer auf ihrem ab die falsche Behauptung weiter zu vertreten, daß über die Frage Mygdal, sprach den Wunsch aus, es möge einmal eine Regierung lehitenden Standpunkt beharren, danır dürfte die Situation eine ernste des Friedensschlusses in Südafrika„ thatsächlich Verhandlungen tommen, welche nicht im Gegenfaz zu der öffentlichen und der Kampf ein hartnäckiger werden. znischen Berlin, Washington und London" schweben. Das Meinung regiere. Von der Berliner Unionsbrauerei erhalten wir folgende „ Kleine Journal" beruft sich für diesen Unsinn auf eine Stelle Berichtigung: Amerika. des Auswärtigen Amts und zwar keine subalterne". Wir stellen Zu den neuesten Unruhen. Das Kanonenboot der Ver= Ju der Nummer 68 Ihrer Zeitung befindet sich ein Artikel, nochmals fest, daß Verhandlungen der von dem„ Seleinen Journal" einigten Staaten„ Wheeling" geht nach Tafu, um alle An- welcher unsre Brauerei betrifft und worin behauptet wird, daß die erfundenen Art weder amtlich, noch in Gestalt" halboffizieller gehörigen der taukasischen Raffe zu schüßen. Die Vereinigten Staaten bei uns beschäftigt gewesenen Arbeiter der Flaschenkellerei sämtlich Fühler der Diplomatie" eingeleitet sind, und daß keine handeln bei Entsendung des Schiffes unabhängig, nicht in Teilnahme entlassen seien, weil sie einen im Handelshilfsarbeiter" erschienenen Stelle des Auswärtigen Amts" in der Lage sein konnte, an einer internationalen Demonstration. Artikel nicht widerrufen wollten. über gar nicht egistierende Dinge dem Kleinen Journal" Mitteilung zu machen. Wie sich zwei so patriotische, staatserhaltende und königstreue Blätter gegenseitig so schlecht zu behandeln vermögen! Ein überbürdeter Patriot. ſtellen: Partei- Nachrichten. Erklärung sofort zu erfüllen." Wir bemerken hierauf, daß die Arbeiter von uns nicht entlaffent find, sondern daß sie sämtlich die Arbeit niedergelegt haben, weil wir sie wegen jenes Artikels zur Rede gestellt hatten. Sie behaupten Das Reichstagsmandat für Mülhausen. Zu der Angelegen- allerdings das Gegenteil, um einen Grund für die unmotivierte Die Leute haben allerdings mit heit des Genossen Bueb wird jetzt in der Freien Preffe für Elsaß- Arbeitsniederlegung anzugeben. In gewissen Kreisen, so schreibt die„ Wiener Arbeiter- Zeitung", Lothringen", unserm Straßburger Parteiblatt, folgende Erklärung durchschnittlich 21, Ueberstunden neben 10 stündiger Arbeitszeit geveröffentlicht: arbeitet, aber dafür auch die abgemachte Lohnentschädigung erhalten, gilt es feit einiger Zeit für besonders chic, das Herrenhaus und feine Genosse F. Bueb in Mülhausen veröffentlicht in der Nummer sodaß sie wöchentlich nicht, wie behauptet wird, 18, 19 und 21 M., Mitglieder in möglichst geringschätziger Weise zu behandeln. Das ist aber ein großes Unrecht, denn unter den Mitgliedern des des Mülhanser Tageblatts" vom 13. März und in den Nummern sondern 25 bis 29,50 m. verdienten. Es wurde auch von ihnen angegeben, daß die Arbeit in dem Herrenhauses befindet sich so manches, das nicht nur früher einmal des dortigen„ Expreß“ vom 16. und 19. März Zuſchriften, in welchen etwas geleistet hat, sondern auch heute noch in einem fort etwas leistet. er sich zu den Erörterungen in der bürgerlichen Presse über seine Flaschenkeller wegen der Feuchtigkeit ungesund sei nud ihnen darauf Rücktrittsabsicht als Reichstags Abgeordneter äußert. Die letzte erividert, daß dagegen nichts zu machen wäre, weil solche Arbeiten, Da haben wir zum Beispiel den Fürsten Fürstenberg. Es ist einfach dieser Veröffentlichungen nötigt uns, das folgende öffentlich festzu- die mit Wasserverbrauch in Verbindung ständen, nicht anders einunglaublich, was der Mann alles zusammen leisten muß. Man fann zurichten seien und, falls einzelnen von ihnen diese Arbeit nicht ohne Hebertreibung zu sagen, daß es wohl nicht viele Menschen auf Erden giebt, die ein ebenso großes Arbeitspenjum zu bewältigen Streistonferenz, auf welcher das unterzeichnete Stomitee vertreten war, zu suchen. Auf der am 26. Dezember v. J. in Mülhausen abgehaltenen passen sollte, es jedem überlassen bleiben müßte, sich andre Arbeit haben, wie er. Er ist nämlich seines Beichens Patriot, und zwar wurde nach umfassender Erörterung der Beschluß gefaßt: Wir fügen hinzu, daß die Leute in Krankheitsfällen zu ihrem ein vier bis fünffacher, also gewiß ein sehr fiberhäufter Patriot. Gr „ Die Kreiskonferenz nimmt das Mandat des Reichstags- Stranfenfassen- Geld noch 1 M. Zuschuß von uns täglich erhalten. jist im öst reichischen, im preußischen, im württem= Abgeordneten Bueb zurück und ersucht den Abgeordneten Bueb, vergischen und im badischen Herrenhaus. Er ist von Amts die nötigen Formalitäten mit einer diesbezüglichen öffentlichen zu berichten, daß derselbe für die Arbeiter äußerst günstig steht. Zum Streik der Rohrer Berlins und der Umgegend ist wegen östreichischer, preußischer, württembergischer, badischer und natürlich auch deutscher Patriot. Er hat fünf Landesväter: Von 11 Firmen haben 8 bedingungslos bewilligt, 2 Firmen In der Diskussion, welche dieser Beschlußfassung vorauf ging.(. Echrödter und Krunich) haben noch nicht bewilligt, die Firma zivci Kaiser, zwei Könige und einen Großherzog. wurde daran erinnert, daß der Genosse Bueb in einer am 24. Sep- Kranse beschäftigt zur Zeit teine Leute. 58 Stoflegen sind zu den Ind mun stelle man sich, wenn man fan, einmal vor, was fürtember desselben Jahres in Anschluß an die Landestonferenz zu neuen Bedingungen mit Arbeitsberechtigungsscheinen in Arbeit ge ungeheuren Forderungen der Mann entsprechen muß. Er muß fünf sich Waterländer lieben und fünferlei dynastische Gefühle hegen. Daß Straßburg abgehaltenen engeren Besprechung, deren Teilnehmer jih treten, 15 Stollegen find noch im Ausstand. Außerdem find zusammenfezten aus den Delegierten des Streifes Mülhansen, den 4 Arbeitswillige vorhanden. Unser Verkehrslokal ist bei Franz der deutsche Kaiser augleich preußischer König ist, vereinfacht die Mitgliedern des Landeskomitees und den zwei Vertretern des Bor- Schmidt, Namferstr. 28. Sache zwar ein bißchen, aber sie bleibt noch immer schwierig genug standes der Gesamtpartei, den zuvor der Mülhauser Parteileitung Die Lohnkommission. J. A.: W. Wernau, Namlerstr. 22. llud es ist sehr zu verwundern, daß der Fürst Fürstenberg noch mitgeteilten Entschluß bestätigt hatte, als Reichstags- Abgeordneter nicht au Hypertrophie seiner patriotischen seiner patriotischen und dynastischen zurückzutreten. Es wurde in der Diskussion ferner bedauert, Deutsches Reich. Gefühle gestorben ist. Noch sonderbarer ist es aber, ლიკ daß der Genosse Bueb eincsteils dem in Straßburg ver= Anständig. Wie unser Zwidauer Parteiblatt berichtet, hat die er fich in dieser Gefühlskonfufion auskennt, daß er sich die einbarten Termin zur Erklärung des Rücktritts- nach Beendigung Direktion des Helenenschacht in Hohndorf- Lichtenstein fünf Baterländer und Landesväter überhaupt merken kann und sie der auf Witte Oftober angesetzten Mülhauser Gemeinderats- Ersatz-( Sachsen) ihren Arbeitern vom 1. April an 20 Pf. Schichtlohnjederzeit, ohne erst lange nachdenken zu müssen, aufzählen und streng wahl nicht treu geblieben war, andernteils aber auch seit Wieder zulage bewilligt und wird die Ansstandszeit als Urlaub behandelt, zu sondern und auseinander zu halten weiß. Am unbegreiflichsten aber ist es, wie er zu gleicher Zeit an den Gesetzgebungsarbeiten in eröffnung des Reichstags die Verhandlungen, bei welchen unter damit den Arbeitern die Rechte an die Pensionskasse erhalten bleiben. vier verschiedenen Staaten teilnehmen kann. Daß ihm da nie eine anderm die Zuchthausvorlage zur Berabschiedung kam, nicht mehr besucht hatte. Verivechslung passiert! Ist es zum Beispiel nicht sonderbar, daß er Berliner Partei- Angelegenheiten. sich im öftreichischen Herrenhaus, das jest jo lange nicht getagt hat, fofort zurechtfand, fich sofort daran erinnerte, daß in Destreich gegen wärtig die Sprachenfrage diskutiert wird und nicht die Hundesteuer oder die Leichenverbrennung? Der Mann muß ein phänomenales Gedächtnis haben!. abzusetzen. Die Genoffen wollen hiervon Notiz nehmen. Mittels Schreiben vom 25. Janmar d. J. wurde, als bis dahin nichts erfolgt war, durch den Schriftführer des unterzeichneten Stomitees der Genosse Bueb gefragt, ob ihm der Beschluß der Männerchor im Restaurant Belvedere sein erstes Stiftungsfest Zur Lefallife. Am 2. Osterfeiertag feiert der Lenhofsche Kreiskonferenz eina nicht zugegangen fei. In dem Schreiben dieses Lokal steht den Arbeitern zu Versammlungen, wie bekannt, wurde der Beschluß int bem oben mitgeteilten Wort nicht zur Verfügung. Es wird versucht, in Arbeiterkreisen Billets laute angeführt mit dem Zujaze, daß die Annahme des Interessant wäre es zu wissen, wie Fürst Fürstenberg sich be- Beschlufies mit einstimmigkeit erfolgt sei. Durch Brief vom folgenden nehmen( würde, wenn die fünf Patrioten in ihm mit einander zu Tage bestätigte der Genofie Bieb den Empfang dieses Schreibens, Die Lokalkommission. streiten anfingen. Wie würde er sich zum Beispiel benchmen, wenn abermals seine Bereitwilligkeit betonend, das Mandat je eher, desto Charlottenburg. Den Parteigenossinnen und Genossen zur zwischen Deutschland und Destreich ein Krieg ausbräche? Würde lieber, los zu werden" und nur hinzusetzend, daß er sich beim Kenntnis, daß am Sonntag, morgens 7/2 Uhr, ein Flugblatt er fich für den öftreichischen oder für den deutsch- preußisch Parteivorstand in Berlin noch vorstellen möchte, um dessen Entscheid verteilt wird. Ausgabe desselben: im I. Bezirk bei Paſche. Potswürttembergisch- badischen Patriotismus entscheiden? Die Si damerstraße 44; im II. Bezirk bei Leder, Bismarckstr. 74; in tuation wäre geradezu tragisch, wenn Fürst Fürstenberg einu erhalten. ebenso überzeugter Deutscher wie Oestreicher wäre. Es wäre ein Juwieweit Berhandlungen zwischen dem Vorstand der Gesamt 111. Begirt bei Dörre, Wallstr. 90, und Gimpel. Osnabrüderstr. 4; gefundenes Fressen für unsre erfindungsarmen, stets auf der Jagd partei und dem Genossen Bueb in der Sache seither geschwebt haben im IV. Bezirk bei Kant. Pestalozzistr. 65; im V. Bezirk bei Wilke, nach einem Stoff begriffenen Dramatiker. Man ficht, es ist nicht so tion fönnen wir uns aber keinesfalls einverstanden erflären mit dem VII. Bezirk bei Bredlow, Ansbacherstr. 31. Es ist Pflicht eines jeden mögen, entgeht unsrer Kenntnis. Als Vertreter der Landesorganija Bismarckstr. 35 im VI. Bezirk bei Brill', Goethestr. 78; int leicht, ein vaterlandsvoller Mensch zu sein. Man kann in unlösbare i Der Vertrauensmann. Sonflikte mit sich selber geraten. Freilich, die vaterlandslose Rotte Regenwärtigen Verhalten des Abgeordneten Buch, der in der bürger Genesien, sich daran zu beteiligen. Sonflikte mit sich selber geraten. Freilich, die vaterlandslose Rotte lichen Presse seines Wahlkreises sich in Betrachtungen ergeht über hat keine Ahnung davon, welcher hohe ſittliche Ernst dazu gehört, den Mangel wichtiger Beratungsgegenstände und namentlicher Ab fünf Baterländern zu dienen. Sie ist zwar international, aber fie hat absolut kein Verständnis für den internationalen Patrio- timmungen zu einer Zeit, wo die vereinigte Linke des Reichs tags sc.... Unfre Auffassung von parlamentarischer Pflichterfüllung tismus. Berichtigung. In dem gestrigen Artikel„ Die Sittlichkeit auf dem Lande" muß es auf der zweiten Seite, erste Spalte, 3eile 68 heißen:„ anderswo werden 3 und 4 Quadratmeter Bodenfläche und 10 bis 14 Rubikmeter Luftraum verlangt." Ausland. Ueber die rnffischen Bahnban- Konzeffionen in der Türkei berlautet immer noch nichts Zuverlässiges, und die Angelegenheit scheint auch noch nicht ganz abgeschlossen zu sein. Heute kommt aus Stonstantinopel folgende etwas mysteriöse Mitteilung: Die russische Botschaft erhielt vorgestern die durch ein Irade fanttionierte Antwort, betreffend die Eisenbahn- Angelegenheit. lleber dieselbe verlautet mir, daß die Türkei sich dazu verpflichtet, russischen Konzessionären den alleinigen Vorzug zu geben, wenn die Türkei die Eisenbahn- Bauten zur russischen Grenze und auch zur Küste des Schwarzen Meeres nicht mit eignem Kapital baut und felbft exploitiert. Bezüglich der Eisenbahnbauten an der persischen Grenze bleibt Rußland die Verständigung mit der Türkei vor behalten. Die Vereinbarungen scheinen jedoch mit der vorstehenden türkischen Erklärung nicht völlig abgeschlossen. Wie verlautet, weigerte sich der Justizminister Abdurrahman den im Ministerrat gefaßten Beschluß zu unterzeichnen und reichte seine Entlassung ein. Die russischen Eisenbahnvorrechte sollen sich auf die Vilajets Kanstamuni, Siwas, Trapezunt, Erzerum und Wan beziehen.England. reine Erfindung.( Beifall.) ist eine andre. Der Genosse Breb besitzt sein Abgeordnetenmandat auf Grund seiner Ernennung als Kandidat zunächst durch die organisierte Partei im skreise, dann durch die organisierte Partei im Lande. Nachdem beide Faltoren sein Rücktrittsangebot angenommen haben, ist sein Mandat für uns erloschen. Straßburg, 19. März 1900. Das Landeskomitee der socialdemokratischen Partei Elsaß- Lothringens. Bernh. Böhle. Charles Find. Gustav Hoffmann. Jean Martin. Charles Scott. abends spricht Genosse Fritz Zubeil in der öffentlichen Versammlung Schmargendorf. Am Sonnabend, den 24. März 71/2 Uhr in„ Sanssouci" über die Flottenvorlage. Den Parteigenossen von Steglit hiermit zur Kenntnis, daß am Sonntag, den 25. d. W., nachmittags 2,2 11hr, bei Schellhase, Ahornstr. 15a cine Protestveriamintung gegen das Unfallversicherungsgesez stattfindet. Zur Agitation für die Bersammlung findet Sonntagvormittag eine Flugblatt- Verbreitung statt. Treffpunkt 8 Uhr in befannten Lokalen. Stralan- Rummelsburg. Die Mitglieder des hiesigen Socialdemokratischen Vereins werden auf die am Sonntag, den 20. b. W., vormittags 10 Uhr, stattfindenden Besichtigung der Näume des Berliner Gewertschaftshanjes, Engel11fer 15, hierdurch noch besonders aufmerksam gemacht. Nichtmitglieder fönnen an der Besichtigung teilnehmen. Treffpunkt: Stralaune bummelsburger Bahnhof 1410 il 6 r. Gerichts- Beitung. Frankfurt a. M., 22. März. Der Frankfurter Zeitung" wird aus Straßburg telegraphiert: Der Reichstags- Abgeordnete Withansen veröffentlicht eine Erklärung, daß er demmächst sein Reichstags- Mandat niederlegen werde. Die Landesversammlung der Parteigenossen im Großherzogtum Sachsen- Weimar wird auf den 16. April( 2. Ostertag) nach Erfurt Im Militärbefreiungs Prozeß zu Elberfeld wurde am einberufen. Auf der Tagesordnung sichen die vier Bunkte: Geschäfts- Mittwoch der Fall des Grenadiers Friedrichs, der im gestrigen bericht vom Landesausschuß, Ünire Taktik unterm neuen Sturs, Bericht erwähnt wurde, weiter erörtert. Die vernommenen Beugen, Stellung zur nächsten Landtagswahl, Organisation. Es ist recht unter denen sich Angehörige der Potsdamer Garnison befinden, be tennzeichnend für die Zustände in Weimar, daß sich eine Bartei nach ftätigen im wesentlichen den gestern geschilderten Thatbestand. Breußen flüchten muß, um ihre Partei- Angelegenheiten in voller Deffentlichkeit beraten zu können. Polizeiliches, Gerichtliches uri. = Gin Wusketier Drees vom 173. Infanterie- Regiment zu St. Avold hat sich durch einen unbekannten Mann gleichfalls verleiten lassen, fich für 500 m. bei Strudsberg in Behandlung zu begeben. Ins folge eines anonymen Briefs ist in der Kaserne bei ihm eine erfolg Durch große Gewissenhaftigkeit zeichnet sich auch das an reiche Haussuchung nach Billen abgehalten worden, worauf StabsHaltische Staatsministerium ans. Ans Anlaß des Kampfs, den die er mit neun Monaten Gefängnis beftraft wurde. anhaltischen Parteigenoffen gegen die bisherige handhabung des arzt Dr. Ebeling St. Arolb belimbet, daß der Musketier Versammlungsrechts geführt haben, hatte das dortige Staats- Drees an Gelbsucht und starkem Herzklopfen gelitten habe. NachLondon, 22. März. Unterhaus. Nicoll fragt an, ob es ministerium die Absicht ausgesprochen, die bisherige Verwaltungs- dem jedoch dem Drees die Billen fortgenommen waren, habe das wahr sei, daß die Mannschaft des deutschen Kriegsschiffs„ Dentich pragis einer Revision zu unterziehen, falls ein obergericht Herzflopfen nachgefaffen und auch die Gelbfucht sei wieder verfollte. Nachdem schwunden. Er habe alsdann festgestellt, daß Drees vollständig ge= land" in der Höhe von Portsmouth ein dreimaliges Hoch auf die liches Erkenntnis dazu Veranlassung geben nun das Oberlandesgericht Namburg die bon its schon fund sei. Oberstabsarzt Dr. Kunze vom 173. Jnfanterie- ReBoeren in Anwesenheit ihrer Offiziere ausgebracht hätten. Parlamentssekretär Macartney erwidert, der Erste Lord der erwähnte Entscheidung gefällt hat, daß die Ausweisung der giment zu Et. Avold: Die gelben Billen enthalten Bifrinsäure von Admiralität Goschen sei auf die betreffende Zeitungsmeldung auf Frauen und Minderjährigen aus den öffentlichen politischen Ver- 0.087 Gramm, also nicht ganz ein Dezigramm im Durchschnitt. jammlungen dem flaren Wortlaut des Gesetzes widerspricht, richtete Bifriniäure ist startes Blutgift. Diese Pillen erzeitgen Erbrechen, merkjam gemacht worden. Auf Grund von Nachforschungen, welche ein Parteigenoffe ein Schreiben an das Staatsministerium, worin er Mattigkeit und Gelbsucht. Die Pikrinsäure kann, wenn sie längere in Portsmouth angestellt worden seien, halte er die Wieldung für unter Berufung auf das Urteil und die früher ausgesprochene Abficht Zeit oder in großen Dosen genommen wird, die Gesundheit in eruitdes Ministeriums um Ausführung dieser Abficht ersuchte. Darauf bafter Weise gefährden. Die andren Billen enthalten Digitalis. Parlamentsunterfekretär Brodrick erklärt, er sei nicht im stande, erhielt der Betreffende von dem Minifterium zur Antwort, daß es Es ist dies ein starkes Herzgift, das in starken Dosen, oder Mitteilungen zu machen über die Interhandlungen zwischen Rußland und der Türkei, welche bekanntlich vertraulicher Natur seien, es in die beabsichtigte Revision der die Handhabung des Vereins in kleinen Dosen längere Zeit genommen, zum Tode führen gelees betreffenden Verwaltungspraxis erst dann eintreten werde, fam. Es erzeugt jedenfalls starkes Herzklopfen. Anfänglich würde auch nicht passend sein, über die bezüglich jener Unter- wenn ihm die Entscheidung des königlichen Oberlandesgerichts in wird der Pulsschlag durch Digitalis verlangsamt schließlich handlungen einzuschlagende Politik eine Erklärung abzugeben.Naumburg auf amtlichem Wege zugegangen fein wird, was bisher aber bis 120 Pulsschläge in einer Minute beschleunigt. noch nicht geschehen ist". Es folgt der Fall Hils. Oberstabsarzt Dr. Saarbourg vom 5. Jus Gewissenhaftigkeit ist eine gute Sache, namentlich bei Behörden, fanterie- Regiment zu Köln bekundet auf Befragen des Präsidenten: es wäre aber weit wünschenswerter, wenn sie sich in der Weise Eines Tages sei Dr. Ziel in seiner Abwesenheit bei ihm gewesen, äußerte, daß von vornherein auf richtige Handhabung der Gesetze babe seine Starte abgegeben und ihn, zwecks Erneuerung früherer gesehen wird. Es ist nämlich gar fein Gerichtsurteil nötig, um zu Freundschaft- fie haben in Bonn gemeinschaftlich einen militärärzterkennen, daß die Polizei das Gesetz bisher falsch handhabte und lichen Kursus durchgemacht in ein Restaurant eingeladen. Er habe daher der Mangel eines solchen gar fein zulässiger Grund, an der dieser Einladung Folge gegeben. Bei dieser Gelegenheit habe sonnentlar falschen Handhabung des Gejezes zum Schaden der Dr. Ziel in einer nicht üblichen, ja geradezu auffallenden Weise, trozz Staatsbürger festzuhalten. seines Protestes, die Zeche, die 1,20 M. betrug, für ihn bezahlt. Er sei alsdann nochmals mit Dr. Ziel in einem Restaurant zusammengekommen, um sich zu revanchieren, allein Dr. Ziel sei ihm zuvor gekommen und habe wiederum die Zeche, die allerdings auch nur eine minimale war, für ihn bezahlt. Er( Dr. Saarbourg) habe An dem Streit der Schneider in der Damenkostüm- infolgedessen den Beschluß gefaßt, nicht mehr mit Dr. Ziel zusammen Ministerkrisis in Dänemark. Kopenhagen, 22. März. Bei Brauche sind zur Zeit 120 Arbeiter und 180 Arbeiterinnen bes zulommen. Bei ter zweiten Zusammenkunft habe Dr. Ziel ihm ersten Beratung des Budgets im Landsthing erklärte teiligt. Die in der Branche maßgebenden Firmen haben zwar die mitgeteilt, daß er den Redacteur Hüls untersucht und bei diesem Ministerpräsident Hörring, das Ministerium sei geneigt, die Forderungen der Arbeiterschaft größtenteils bewilligt, dagegen find es einen Herzfehler entdeckt habe. Hüls werde in nächster Zeit vor ihm Annahme des Budgets nach den Beschlüssen des Folkethings hauptsächlich die billiger arbeitenden Geschäfte, welche sich hartnäckig( Bengen) zur Musterung erscheinen. Er( Dr. Ziel) habe dem Hüls zu empfehlen. Infolge der vom Follething bezüglich der Stener: fträuben, Zugeständnisse zu machen. Einzelne Firmen, die sich bereits ein Atteft ausgestellt. Darauf habe er( Beuge) erwidert: Das borlagen eingenommenen Haltung der Regierung gegenüber mit ihren Arbeitern geeinigt haben, haben die Bewilligungen wieder Attest tönne ihn wenig nügen, er müsse den Musterungspflichtigen habe die Regierung den Wunsch gehegt, zurück zutreten, und zurückgezogen, angeblich auf Betreiben des Vereins der Damen- selbst untersuchen. Er habe nun einen Herzfehler bei Hüls nicht habe diesen Wunsch dem Könige mitgeteilt. Der Kriegsminister Kostüm und Mäntel- Fabrikanten. In einer Sizung, die Bertreter entdecken können, auch ein Geräusch am Herzen nicht wahrgenommen. führte aus, er könne in Anbetracht der politischen Situation die An- der Arbeiter mit Vertretern dieses Vereins am Montag hatten, er- Eine erhöhte Herzthätigkeit sei bei fast allen Gestellungspflichtigen nahme des Kriegsbudgets empfehlen. Der Ministerpräsident machte kannten die Arbeitgeber die geforderte neunstündige Arbeitszeit im zu beobachten. Italien. Die Ostruktion, welche von der gesamten Linfen ausgeführt wird und die sich gegen die verfassungswidrigen Maßnahmen der Regierung, die„ decreto legge richtet, soll durch die Abänderung der Geschäftsordnung seitens der Mehrheit lahm gelegt werden. Am Donnerstag wurde die Diskussion über den Antrag Cambray Digny in der Deputiertenkammer eröffnet. Zucca beantragt unter Hinweis auf die bestehende Geschäftsordnung, den Antrag Cambray Diguy der Geschäftsordnungs- Kommission zu überweisen.( Schr lebhafte Zwischenrufe.) Nach erregter Debatte wird der Antrag Lucca in namentlicher Abstimmung mit 208 gegen 134 Stimmcit abgelehnt. der Dänemark. Gewerkschaftliches. Berlin und lingegend. Die Aussperrung in der Berliner Holzindustrie. Ein interessanter Fall von Zwangs- Etatisierung beschäftigte dieser Tage das Ober- Verwaltungsgericht. Am Gymnasium in Eberswalde fungiert der konservative ReichstagsAbgeordnete Pauly als Professor der Mathematik und Physik. Während der Verhandlungen des Reichstags hält sich Herr Pauly Die Holzarbeiter nahmen gestern abend in drei öffentlichen in Berlin auf. Als er 1898 wieder nach Berlin übersiedelt war, Versammlungen Stellung zu den Einigungsbedin an Die Stadt Eberswalde habe freiwillig die Einrichtung und den Betrieb des Gymnasiums übernommen und die Konzession vom ProvinzialSchulkollegium unter der selbstverständlichen Voraussetzung erhalten, daß der Betrieb in der genehmigten Weise aufrechterhalten werde. Wenn also ein Lehrer längere Zeit verhindert sei, den Unterricht zu erteilen, dann müsse die Stadt für einen Stellvertreter sorgen. Es handele sich hier nicht um eine erhöhte neue Leistung, sondern es solle mur der Betrieb aufrechterhalten werden, wie es genehmigt sei. Die Frage, ob die Stadt Herrn Pauly erjagpflichtig machen könne, habe nicht der Verwaltungsrichter, sondern der Civilrichter zu entscheiden. Das Provinzial- Schulfollegium fei befugt gewesen, einen Vertreter für den abwesenden ReichstagsAbgeordneten zu stellen, denn als der Aufsichtsbehörde liege es ihm ob, dafür zu sorgen, daß der Schulbetrieb gehörig fortgesetzt werde. Die Zwangsetatisierung sei zu Recht erfolgt. bon Jau prüfen und eventuell als gerechtfertigt festzustellen ist lediglich Sache der noch zu bildenden Achtzehner Kom mission, und in letter Linie des Einigungsamts. Gewerbegericht als Einigungsamt. Der Vorsitzende v. Schulz." Versammlungen. = den Sitzungen des Reichstags teilzunehmen, sollte guugen. die Stadt für einen Stellvertreter jorgen. Nach vergeb Der Saal der Brauerei Friedrichshain war dicht gefüllt und lichen Aufforderungen schickte das Provinzial- Schulfollegium wurde, bald nach 8 Uhr polizeilich abgesperrt. Nachdem Glode Der Wahlvercin des dritten Berliner Reichstags- Wahleinen Lehramts- Standidaten zur Vertretung Baulys nach Eberswalde. ein Referat über die Einigungsverhandlungen gegeben hatte, kreises hielt am Dienstagabend eine gut besuchte Versammlung ab. daß er, Die Stadt lehnte die Erstattung der Kosten ab, worauf der betonte einer bedingungslosen Aufnahme der Reichstags Abgeordneter Rosenow hielt einen beifällig aufin den Werkstellen, Regierungspräsident im Wege der Zwangs- Etatisierung gegen sie vor- Arbeit der Mindestlohn von genommenen Vortrag:„ Die Lohnarbeiter im Mittelalter und im Die Zeitalter der Reformation." Eine Diskussion über den gehörten ging und die Einstellung der Kosten in den Etat verfügte. Die 24 Mart nicht erreicht wird, gar keine Rede sein könne. Stadt focht die Verfügung durch die Klage an, das Ober- Ver- Streilleitung werde am Freitag beim Einigungsamt anfragen, ob Vortrag fand nicht statt. Im Punkt Vereinsangelegenheiten teilte waltungsgericht erkannte jedoch zu Gunsten der Regierung es der Auslegung zustimine, welche die Meisterversammlung diesem der Vorsitzende mit, daß am nächsten Sonntag im Märkischen Hof", und führte aus: Bassus giebt. Sei dies der Fall, dann könne natürlich der Einigungs- Admiralstraße 18c, ein gemütliches Beisammensein, verbunden mit vertrag nicht angenommen werden. Auch die von der Meister Gesangsvorträgen, Tanz usw. stattfindet. Nach einigen internen Anversammlung angenommene Resolution, welche den Nachweis ordnungs- gelegenheiten wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. mäßiger Entlaffung fordert, sei kein Beweis loyaler Auslegung Der focialdemokratische Wahlverein für den 4. Wahlkreis der Ginigungsbedingungen seitens der Arbeitgeber. Mit wenig Ausnahmen sprachen die Diskussionsredner gegen die Annahme der( Südost) hielt am Dienstag bei Graumann, Naunynstraße, eine von Genosse Dr. Leo Einigungsvorschläge und die Versammlung gab durch lebhaften Beifall etwa 500 Personen besuchte Versammlung ab. ihre Zustimmung zu diesen Ausführungen zu erkennen. Allgemein ging Arous referierte über die Konsumgenossenschaften und ihre Bedeutung für die Arbeiterklasse. die Ansicht dahin, daß mit Rücksicht auf die Haltung, welche die Meister in deutung für die Arbeiterklasse. Seine interessanten Ausführungen ihrer Versammlung eingenommen haben, der Streit noch nicht beigelegt gipfelten darin, daß Konsumgenossenschaften zwar nicht die Befreiung werden könne. Durch die Abstimmung erklärte sich die Versammi- aus der kapitalistischen Wirtschaftsordnung herbeiführen könnten, daß lung fast einstimmig gegen die Einigungsvorschläge und be- fie aber sehr wohl im stande seien, in gewiffem Maße zur Bessefchloß, die Arbeit nicht eher aufzunehmen, bis die am 19. Februar ung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Arbeiterfamilie zu gestellten Forderungen soweit bewilligt find, daß der fünfwöchige dienen und das Solidaritätsgefühl in sonst sehr schwer zugänglichen Kreisen des Proletariats zu fördern. Ferner könnten die KonsumStreit gerechtfertigt erscheint. genossenschaften nach Sicherung eines genügenden Absatzgebiets mit Die Versammlung im Böhmischen Brauhaus nahm Erfolg an die Produktion gewisser Waren der Lebensmittel- und einen ähnlichen Verlauf; das Lokal war bereis 81/4 Uhr abgesperrt. Bekleidungsindustrie gehen und gerade in diesen die Ausbeutung beTischler Maas erläuterte hier die Einigungsvorschläge unter großer fonders begünstigenden Industrien, die zum Teil Hausinduſtrie Unruhe der Anwesenden. Stürmische Zwischenrufe bei den Ausfeien, Musterwerkstätten einrichten. Redner wandte sich zum entschieden Schluß führungen der Redner, die sich zumeist gegen die Vorschläge aussprachen und die nachfolgende Abstimmung zeigte, daß der größte den vermeintlichen Ersparnissen ihrer Mitglieder könne man Teil mit den Einigungsvorschlägen nicht einverstanden ist. geradezu sagen, daß sie in die Tasche hineingelogen seien. Der Von der dritten Versammlung steht bei Schluß der Vortrag fand lebhaften Beifall. Genosse Müller teilte mit, daß der von Parteigenossen gegründete Konsumverein Berlin- Nixdorf in Redaktion das Resultat noch aus. Arbeiter, die gestern Donnerstag bei Fiebig, Frankfurterstraße, nossen stehe dem Konsumverein sympathisch gegenüber. Da aber Die an den Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten der Bücklerstraße eine Verkaufsstelle habe, wo jederzeit Mitglieder aufgenommen würden. Donner meinte, die Mehrzahl der Geeine sehr stark besuchte Versammlung abhielten, in der der Vertrauensmann über die Verhandlungen vor dem Einigungsamt auch im Rabatt- Sparverein Südost fast dieselben Parteigenossen man nicht, wohin der Spize ständen, berichtete, beschlossen die Beteiligung an der geplanten Achtjolle. Dr. Arons stimmite dem zu. Er Jm übrigen erklärten fich wenden würde eine reinliche Scheidung je eher je lieber sehen. zehner- Kommission abzulehnen. mit dem Verhalten ihrer Versich die Versammelten aber Kunze vom Vorstand des Rabatt- Sparvereins erklärte auch Der Prozeß wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften, Der Prozeß wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften, welcher vorgestern vor der VIII. Straffammer gegen die Verlags: Buchhändler Schuster und Löffler, den Referendar Ernst Schuhr und die Schriftsteller Dr. phil. Richard Dehmel und Theodor Kabelig begann, ist erst gestern nachmittag beendet worden. Das Urteil lautete für die Angeklagten Schuster und Löffler wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften in je zwei Fällen, für die Angeklagten Schuhr und Kabelig in je einem Fall, für jeden Fall auf 30 M. Geldstrafe event. 6 Tage Haft. Im übrigen wurde auf Freisprechung erkannt. 19 717. Industriegruppen: Sociales. Gruppen Baugewerbe Holz und Schnigstoffe Textilindustrie. Metallverarbeitung Steine und Erden • Maschinen 2c. Bekleidung und Reinigung Nahrungs- und Genußmittel Zahl der beendeten Streifs Zahl der betroffenen Betriebe Höchstzahl лад Streifenden 4968 1600 2558 4050 2149 68 750 38 290 27 60 26 102 24 60 22 28 1427 19 60 1041 14 56 402 Lederindustrie 11 11 472 Polygraphische Gewerbe 10 269 • Handelsgewerbe. 5 5 97 Bergbau, Hüttenwesen ze. 3 3 268 Papierindustrie 2 Künstlerische Gewerbe 2 9 119 Gärtnerei 1 1 4 Chemische Industrie 1 1 27 1 1 212 Verkehrsgewerbe. 28 eines Redners, wenn sich die Arbeiter den Beschlüssen ihrer eignen Organisation nicht fügen, jo werde auch der Arbeitsnachweis des olzarbeiter- Berbands nicht mehr funktionieren und die Arbeit geber würden sich einen eignen Arbeitsnachweis einrichten, der die jenigen Arbeiter zurückweist, welche sich den Einigungsbedingungen nicht fügen. an gegen die wüßte Rabatt Sparvereine. Bon man Hauptsache sei, daß der Rabatt- Sparverein mit seinen 24.000 Mitgliedern doch nicht sojeder für den Konjumverein agitiere. bald fallen gelassen werden könne und dürfe. Der Vorsitzende stellte fest, daß der Vereinsvorstand mit den Vortrage des Genossen Arons nicht etwa bezweckt habe, für den Beitritt zum Konsumverein zu agitieren. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die Verjammlung geschlossen. Die Textilarbeiter beschäftigten sich in ihrer Versammlung am Dienstag mit dem zu Ostern stattfindenden Kongreß zu Gößniz. Als wichtigste Frage, die dem Kongreß zur Beratung vorliegt, ist, wie der Referent tote ausführte, die des Behnstundentags zu be trachten. Im Interesse der Kultur sei es erforderlich, daß der Kongreß zur Durchführung dieser für die Textilarbeiter geradezu brennenden Frage die geeigneten Mittel und Wege prüfe und wähle. In trefflicher Weise verstand es der Referent, den Versammelten die Norwendigkeit einer Verkürzung der Arbeitszeit vor Augen zu führen, erörterte sodann Der Krieg. Lord Roberts meldet vom 21. aus Bloemfontein: Da eine große Anzahl Burghers den Wunsch ausgesprochen haben, sich unter den Bedingungen der letzten Proklamation zu ergeben, habe er kleine Kolonnen nach verschiedenen Richtungen entsandt, um die Waffen der Burghers entgegenzunehmen. Deutsche Streifftatistik im vierten Quartal 1899, Nach den Veröffentlichungen des kaiserlichen statistischen Amts wurden im vierten Quartal des vorigen Jahres im ganzen 238 Streits be- treter vor dem Einigungsamt einverstanden. In der Diskussion wurde den Konsumverein für das richtigere, er war aber der Meinung, daß gounen und 272 beendigt. Die beendeten Streits erstreckten sich auf in den Streit getreten sind und feine Forderungen gestellt haben, und Die Höchstzahl der gleichzeitig streifenden Arbeiter belief sich auf tomten. Sie sind ohne Ursache von den Unternehmern brutal aufs 1453 Betriebe, in denen zuſammen 61 638 Arbeiter beschäftigt waren. folgedessen bei den Einigungsbedingungen gar nicht in Betracht Die beendeten Streiks verteilten sich auf nachstehende Pflaster geworfen worden, sie haben demzufolge teine Veranlassung, sich an der Kommission zu beteiligen, um dadurch ohne jewede Vorteile auf längere Zeit in ihrem Vorgehen behindert zu sein. I Die Tischlermeister nahmen in einer start besuchten Ver sammlung, die gestern nachmittag im Konkordia- Saal tagte, Stellung zu den Vorschlägen des Einigungsamts. Zunächst teilte Direktor Lorenz mit, daß jetzt die Gesellen in einzelnen Werkstellen von den Einigungsbedingungen abweichende Specialforderungen gestellt haben. Herr Lorenz verlas ein Schreiben des Gewerberichters v. Schulz, worin dieser die Stellung von Specialforderungen nach Annahme der Einigungsbedingungen für unstatthaft erklärt, denn es sei Sache der Achtzehner- Kommission, über derartige Forderungen zu entscheiden. Hierauf erläuterte Herr Bry die Einigungsvorschläge. Er eriuchte die Tischlermeister, daß fie nichts zugestehen, wozu sie die ablehnende Haltung weitester Unternehmerkreise zu dieser zur Ueberwindung dieses Widerstands nach dem Einigungsprototoll nicht verpflichtet sind. Wo die Accord- Forderung und betonte löhne so niedrig sind, daß nicht 24 m. verdient werden, die Notwendigkeit einer wohldisciplinierten und wohlorganisierten da könne es me es nur im Interesse der Berliner Holzindustrie Arbeiterschaft. Die Diskussion ergab das Einverständnis der VerSollte der sammelten mit den gehörten Ausführungen. liegen, wenn solche Accordlöhne erhöht werden. Als Delegierte zum Kongreß wurden Gosemärker und Minderverdienst aber darauf zurückzuführen sein, daß die Gesellen die Arbeitszeit nicht inne halten oder sonst nachlässig sind, da sei Boigt gewählt. Eine Resolution, die ausgesperrten Holzarbeiter eine Lohnerhöhung nicht zuzubilligen. Die Untersuchung derartiger moralisch und finanziell zu unterstützen, fand einstimmige Annahme. Gosemärker schilderte in anschaulicher Weise die geradezu haarVerhältnisse jei Aufgabe der Achtzehner Kommission. Die Ents scheidung der Kommission resp. des als Berufungsinstanz fungie- fträubenden Zustände in einigen Färbereien, in denen beispielsweise ohne jede Pause von früh 6 bis abends 1/26 Uhr gearbeitet werde, renden Einigungsamts müsse von beiden Parteien unbedingt nicht fügen, wie überhaupt in diesen Giftbuden von einer Nachachtung der befolgt werden. Arbeitgeber, die sich dem würden von der Freien Vereinigung nicht unterstützt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Schuße der Arbeiterschaft wenig zu verspüren sei. Achtzehner- Kommission sei das Fundament eines dauernden Friedens, Sind kaiserlich deutsche Beamte Sklaven? Die General ihre Thätigkeit solle den Erfolg haben, daß die particllen Streifs direktion der Reichs- Eisenbahnen in Elsaß- Lothringen hat eine Ver- aus der Welt geschafft werden. Da heute verschiedene Arbeiter erfügung erlassen, die diese Frage rechtfertigt. Sie verweist darin auf flärt hätten, sie seien mit den Einigungsbedingungen nicht zufrieden, Die Operationen scheinen thatsächlich für einige Zeit zu ruhen. die jetzt vermehrten Ruhetage und auf die vielfach erhebliche Ab- und deshalb für ihre Werkstellen Specialforderungen gestellt haben. Nachrichten über kriegerische Ereignisse laufen nicht ein und der Türzung der Dienstdauer der Betriebsbeamten. Leider benutzten so seien die Tischlermeister heut nicht in der Lage, den Streik als aber die Beamten vielfach ihre dienstfreie Zeit in einer beendet zu erklären. Erst müsse in der Mehrzahl der Betriebe die Korrespondent der„ Daily Mail" in Bloemfontein meldet, er habe Weise, die eine wirtschaftliche Erholung und die Erreichung größerer Arbeit aufgenonunen werden. Ueber die endgültige Beilegung des in Bloemfontein erfahren, daß auf drei Wochen hinaus Frische und Leistungsfähigkeit für den Dienst ausschlösse. Anstatt Streits folle eine am Sonnabend stattfindende Bersammlung ent- feine weitere Bewegung wahrscheinlich fei, da Unterhandlungen im fich der Ruhe hinzugeben und nur mit leichteren Berrichtungen in Haus scheiden. Später erklärte Bry als Entgegnung auf die Ausführungen Gange feien. und Garten zu beschäftigen, unterzögen sich einzelne Beamte während ihrer freien Zeit teils im eigenen, teils im fremden Haushalt ans strengenden und ermüdenden Arbeiten, andre dagegen benutzten die vermehrte freie Zeit zu vermehrtem Wirtshausbesuch. Infolgedessen seien fie, insbesondere nach ihren Ruhetagen, weniger frisch und leistungsfähig, als fie es sein würden, wenn sie ohne Nuhetag in ihrem regelmäßigen Dienste berblieben wären; sie schädigten dadurch aber nicht nur ihre Gesundheit, sondern gefährdeten auch die Sicherheit des Betriebsdienstes. Die Verfügung schließt dann mit einer entsprechenden, an die Beamten gerichteten Mahmung, und einer Aufforderung an die Vorsteher, ihre nachgeordneten Beamten auch in dieser Hinsicht Hierauf nahm Holzarbeiter Maß das Wort. Er meinte, die zu überwachen und, wenn Ermahnungen fruchtlos bleiben, an Ausführungen des Herrn Bry tönnten zu Irrtümern und neuen zuzeigen. Differenzen Veranlassung geben. Er wolle deshalb feststellen, daß Die reichsländische Eisenbahnverwaltung scheint zu glauben, daß nach dem Einigungsprotokoll den Arbeitern derjenigen Werkstellen, sie für die Bezahlung, die sie gewährt und die gewiß nicht glänzend wo nicht 24 D. verdient werden, das Recht zustehe, mit den beist, den ganzen Menschen in ihren Beamten gepachtet hat. Sie kann treffenden Arbeitgebern wegen Erhöhung der Accordlöhne in Ver- de Wet ist heute hier eingetroffen. wohl verlangen, daß jeder Beamte seinen ihm zugemessenen Dienst handlung zu treten, ohne daß es von vornherein der Anrufung der vorschriftsmäßig leistet und sich dabei feiner Nachlässigkeit schuldig Achtzehner Kommission bedürfe. Es sei vielmehr zu wünschen und macht, aber den Angestellten vorzuschreiben, wie sie ihre freie Zeit liege ja auch im Intereffe der Arbeitgeber, daß sie sich ohne Dazwischen- Tehke Nachrichten und Depelthen. nügen sollen, wohl gar zu überwachen, wie sich diese in ihrem treten der Kommission mit ihren Arbeitern einigen. Weiter erflärte Krupps Flottenprofit. Haushalt beschäftigen, das ist wirklich eine Anniaßung, die alle der Redner, daß der Holzarbeiter- Verband für eine loyale Durchführung Köln, 22. März.( B. H.) Die Köln. Volfstg." fordert Grenzen überschreitet. der Einigungsbedingungen jorgen werde. Bry bemerkte darauf, den Reichstag und insbesondere die Budgetkommission auf, allen Erustes Bemerkenswert ist dabei noch, daß der Bahnverwaltung bei daß er der von Maß gegebenen Auslegung des Vertrags beipflichte, in eine Prüfung der vielfach besprochenen Angaben einzutreten. dieser Gelegenheit flar geworden ist, daß übermäßige Anstrengung jedoch dürfe die Wiederaufnahme der Arbeit, wo Verhandlungen er upp verdiene allein bei dem Flottenprojekt an den Nickelstahlplatten der Beamten die Betriebssicherheit gefährdet. Es ist doch notorisch, wegen des Lohns stattfinden, nicht von einer vorherigen Einigung 176 millionen Mart. The die Sache nicht völlig klargestellt daß effektive 16stündige Arbeitszeit noch massenhaft auf deutschen abhängig gemacht werden. Selbst wenn eine Einigung nicht erzielt Bahnen vorkommt, das heißt also eine Arbeitszeit, nach deren Ab- wird, müßten die Gesellen die Arbeit aufnehmen, sie könnten dann sei, könne nicht ein einziges Schiff bewilligt werden. Mit unLeistung es keinem Menschen mehr möglich ist, noch irgend eine andre eben die Achtzehner- Kommission anrufen. Maß blieb demgegenüber bestimmten Redensarten dürfe der Reichstag von der MarineArbeit zu leisten. Man wird sich nun mit der Behauptung, daß bei seiner Auffassung, daß, wo 24 M. nicht verdient werden, erst verwaltung sich nicht abspeiſen laſſen. verlangen. Es tomme nicht in Betracht, ob die Marincverwaltung durch die den Eisenbahn Beamten zugemutete Arbeitsanstrengung eine Einigung erzielt und dann die Arbeit aufgenommen werde. die Betriebssicherheit gefährdet wird, auf die eignen Erklärungen der An diese Ausführungen fnüpfte fich eine längere Debatte, in der die Redner beider Seiten auf ihrem Standpunkt verharrten. Schließlich Frankfurt a. M., 22. März.( B. H.) Die Franff. 3tg." erklärte Maß, wenn die Meister den betreffenden Paffus loyal auslegen, dann werde es auch zu einer Einigung kommen.( Allseitige meldet aus New York: In San Francisto find neue Fälle von Bustimmung.) Bubonenpest vorgekommen. Die Behörden suchen sie zu vertuschen. Zum Schluß wurde noch folgende Resolution angenommen: Samme( Ostflandern), 22. März.( W. T. B.) Von den Arbeitern Um eine richtige Durchführung des auf dem Einigungsamt des einer Anzahl Spinnereien, die feit legtem Freitag ausständig sind, Eine sehr mangelhafte Kinderschuh: Verordnung hat die verpflichten sich alle Arbeitgeber der Berliner Holzinduſtrie, während 2000 Arbeiter brangen in verschiedene Bäckereien und plünderten Berliner Gewerbegerichts gefchloffenen Vergleichs zu ermöglichen, wurden gestern abend schwere Ausschreitungen begangen. Etwa Polizeibehörde in Hannover erlassen. Danach ist die Beschäftigung der nächsten 14 Tage neue Arbeiter nur dann einzustellen, wenn dieselben. Die Gendarmerie war den Ausschreitungen gegenüber schulpflichtiger Kinder unter 12 Jahren in Gaft- und Schankwirt dieie ihre ordnungsmäßige Entlassung durch schriftliche Bescheinigung machtlos; zwei Gendarmen wurden durch Steinwürfe schwer verletzt. schaften verboten. Sie kann aber für Knaben schon von 10 Jahren Auf heute morgen hatte der Bürgermeister die Fabrikanten zu an gestattet werden, ein Amtsarzt bescheinigt, daß einer Besprechung zur Beilegung des Ausstands eingeladen. feine Nachteile für die Gesundheit eines solchen Knaben zu befürchten sind. Hoffentlich findet sich kein Arzt, der eine solche Be- In Sachen des Tischlerstreiks ist zur Beseitigung von Miß- Da mehrere Fabrikanten dieser Einladung nicht gefolgt waren, fcheinigung ausstellt. Schulkinder über 12 Jahre dürfen bis 11 Uhr verständnissen folgendes Schreiben an die Beteiligten erlassen zogen die Ausständigen nach den Wohnungen dieser Fabrikanten und schlugen dort die Thüren und Fenster ein. Es sind drei abends in Wirtschaften beschäftigt werden, dann aber nicht mehr worden: früh vor Beginn der Schule. Auf die eigenen Kinder der Wirte ,, Wir teilen mit, daß nach dem Zustandekommen des Vergleichs Bataillone Infanterie eingetroffen, welche die Gendarmerie bei der findet die Verordnung keine Amvendung. Auf andre gewerbliche Specia I forderungen einzelner oder aller Arbeiter in den einzelnen Aufrechterhaltung der Ordnung unterstügen sollen. Auch in den Beschäftigung der Schulkinder bezieht sie sich nicht. Werkstellen nicht erhoben werden dürfen. Derartige Forderungen benachbarten Gemeinden fam es zu Ruheſtörungen. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. reichsländischen Eisenbahn- Berwaltung berufen können. Zur Förderung des Bauarbeiterschutzes ist durch Beschluß einer Stonferenz, die am Sonntag in Lübeck tagte, für Mecklenburg, Lübed 2c. eine Landeskommission gebildet worden, deren Aufgabe es ist, die Thätigkeit der örtlichen Kommissionen zu regulieren und zusammenzufajjen. wenn Die Vorschläge des Einigungsamts wurden von der Versammlung einstimmig angenommen und weiter erklärt, daß der Streit mit Rücksicht auf die bezeichnete Haltung einer Anzahl von Arbeitern noch nicht beendet sei. nachweisen. V * Im Vocrenlager ist man dagegen, wie aus den gestern vers öffentlichten Nachrichten aus Kronstadt ersichtlich, noch unentmutigt. Letzte Meldungen. London, 22. März. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Stroonstad vom 20. d. Mts.: Die Boeren unter Olivier haben die brittischen Truppen unter Gatacre in der Nähe von Bethulie in ein Gefecht verwickelt. Die brittischen Truppen wurden geschlagen und erlitten schwere Verlufte. Die Boeren machten viele Gefangene. Die Boeren ziehen eine starke Streitmacht zusammen. Kommandant Er müsse volle Klarheit am liebsten mit gewissen Firmen arbeite, sondern nur, ob andre es billiger machen können. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. " Nr. 69. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 174. Sigung. Donnerstag, den 22. März, 1 Uhr. Am Bundesratstisch: Frhr. v. Thielmann. Zunächst wird der Rest des Etats in zweiter 2esung ohne Debatte erledigt Ebenso das Etatsgesez und das Anleihegefe.. Weiter wird folgende Resolution angenommen: Den Herrn Reichstargler zu ersuchen, dem Reichstag mit dem nächsten Etatentwurf der Grundsätze der Reichsverwaltung über Dedung von Ausgaben des Neichs durch Aufnahme von Anleihen mitzuteilen. Bon den vorliegenden Petitionen wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt eine Petition des Allgemeinen deutschen Steno- Tachygraphen Verbands betreffend Einführung der StenoTachygraphie als Unterrichtsgegenstand an den Kapitulantenschulen. Es müßten erst Erfahrungen gesammelt werden über die praktische Brauchbarkeit der verschiedenen Systeme, Stolze, Steno- Tachy graphie usw. Es folgt die zweite Beratung des Entwurfs eines Gesetzes wegen Verwendung überschüssiger Reichseinnahmen aus dem Rechnungsjahr 1900. Nach§ 1 der Regienmgsvorlage ist der Ueberschuß an den den Bundesstaaten zu überweisenden Beiträgen zu kürzen und zur VerStärkung der Betriebsmittel der Reichskasse zurück zu halten. Nach den Kommissionsbeschlüssen dagegen sind drei Vierteile des Ueberschusses an den den Bundesstaaten zu überweisenden Be trägen zu fürzen und zur Verminderung der Reich schuld zurück zu halten. Die Kommission hat dem§ 1 noch folgenden Zusatz gegeben: Die Verminderung der Reichsschuld erfolgt durch entsprechende Absetzung vom Anleihesoll. Soweit geeignete Anleihekredite nicht inehr offen stehen, wird über die Art der Schuldentilgung durch den Reichshaushalts- Etat Bestimmung getroffen. Staatssekretär Frhr. v. Thielmann verteist auf die Notwendigkeit einer Verstärkung der Betriebsmittel des Reichs und bittet das Haus, den Paragraphen in der Fassung der Regierungsvorlage anzunehmen. Abg. v. Kardorff( Np.) Abg. Singer( Soc.): sekretärs nach Jerusalem, angefochten werden muß. Nach meinem Freitag, 23. März 1900. Abg. Heine( Soc.): Wissen sind die Reisen, welche der Staiser macht, Privatreisen, und Ich muß die Analogie mit den Landwirtschaftskammern und wenn er hohe Beamte, gleichviel welcher Art, zu seiner Begleitung einladet. Handwerkerkammern aufrecht erhalten, denn diese Korporationen so ergiebt sich von selbst, daß dann auch die Kosten dieser Reisen haben noch mehr Befugnisse als die Patentanwaltskanumern bekommen durch den Kaiser selbst zu tragen sind. Handelte es sich hier um follen. Den Bureaukratismus sehe ich in der Ausführung des Reifen im dienstlichen Interesse, so wäre doch eine Gelegenheit ge- Gesetzes. Der Herr Unterstaatssekretär sprach von einer ,, gemischten wesen, den Herrn Staatssekretär über die Resultate seiner Dienst: Gesellschaft". Sollte er damit eine moralisch gemischte Gesellschaft reise zu interpellieren. Aber ich darf doch behaupten, daß ganz gemeint haben, so wäre das eine sehr unglückliche Bezeichnung, denn allgemein diese Reise als aus der Privatinitiative des Kaisers ent- bie faulen Elemente werden ja jetzt schon nicht zugelassen, wenn standen angesehen wird. Man wird sehr erstaunt sein, nunmehr das Gesetz in Kraft fritt. Die Patentanwalte haben zu vernehmen, daß ein Teil dieser Neise auf Reichskosten nicht alle studiert, deshalb glaubte sich der Unterstaatsgemacht worden ist. Ich bitte Sie, den Etat zur noch sekretär berechtigt, von einer gemischten Gesellschaft zu reden. Da sehen maligen Berichterstattung an die Kommission zurück zu ver- wir den alten bureaukratischen Zopf. Der Stand der Patentweisen. Es wird von principieller Bedeutung sein, wenn wir anwalte soll gehoben werden. Es ist richtig, daß die Patentanwalte dann auf Grund dieses Berichts in die Lage kommen, die Ansicht selbst nach Standeserhöhung verlangen. Solchem Verlagen stehe ich des Reichstags über derartige Ueberschreitungen auszusprechen. aber steptisch gegenüber. In einer Patentanwalts- Bersammlung habe Wenn derartige Ueberschreitungen ohne weiteres von dem Reichstag ich gehört, die Standeshebung müsse nicht so sehr im Intereſſe genehmigt würden, so würde das gerade unter den gegenwärtigen des Publikums erfolgen, als vielmehr im Interesse der Berhältnissen ein großes Feld von Mehrausgaben für uns eröffnen. Batentanwalte felbst, denn es sei doch schrecklich, daß es Demgegenüber ist es wichtig, daran festzuhalten, daß solche Reisen unter den Patentanwalten Leute giebt, die nicht einmal ein aus der Privat- Schatulle des Kaisers bestritten werden. Also die Examen gemacht haben.( Heiterkeit.) Das ist der alte Amtstrick Frage eignet sich zur eingehenden Erörterung und ich bitte Sie, und Titelfang, die wir bekämpfen. meinen Antrag anzunehmen. Der Antrag Singer wird darauf angenommen. Dafür stimmten die Socialdemokraten, Freisinnigen und ein Teil des Centrums. Es folgt die zweite Beratung des Gesezentivurfs über die Patentanwalte. Unterstaatssekretär Rothe erwidert, er habe mit dem Ausdruc gemischte Gesellschaft" nicht den Patentanwalten einen moralischen Mafel anheften wollen. Der Ausdruck stammt übrigens aus den Kreisen der Patentanwalte selber. Abg. Schrader( frs. Vg.): Herr Heine hat ganz recht. Die § 1 lautet: Bei dem kaiserlichen Patentamt wird eine Lifte der faulen Elemente sollen ja schon beim Inkrafttreten des Gesetzes Patentanwalte geführt. In die Liste werden Personen, welche ausgeschieden werden. Deshalb sehe ich aber auch gar keinen Grund andre in Angelegenheiten, die zum Geschäftskreise des Patentamis ein, den Batentanwälten die Organisation der Kammern, die sie gehören, vor demselben für eigne Rechnung berufsmäßig vertreten wünschen, noch vorzuenthalten. Auch die Ehrengerichte werden mehr Autorität haben, wenn sie ganz aus eigner Wahl der Patentwollen, auf ihren Antrag eingetragen. anwälte hervorgehen. Nach einer furzen Bemerkung des Abg. Dertel schließt die Diskussion. Der Antrag Heine wird gegen die Stinnen der Socialdemo traten und Freisimmigen abgelehnt und§ 1 in der Kommiſſionsfassung augenommen. Der Abg. Heine beantragt, dem§ 1 folgenden Absatz 2 zu geben: Sämtliche eingetragenen Patentanwalte bilden eine Patentanwaltskammer mit dem Size in Berlin, die aus ihrer Mitte einen Vorstand erwählt. Die Sagungen der Patentanwaltskammer unterliegen der Genehmigung des Reichskanzlers. Abg. Heine( Soc.): Wenn man § 2 lautet: Die Eintragung ist nur zulässig, wenn der Antragsteller gemäß der§§ 3-5 seine technische Befähigung und den Besitz der erforderlichen Rechtskenntnisse nachweist. Im übrigen ist die Eintragung zu versagen: 1. wenn der Antragsteller nicht im Julande wohnt, 2. wenn er das 25. Lebensjahr nicht vollendet hat, 3. wenn er in der Verfügung über sein Vermögen durch gerichts liche Anordnung beschränkt ist, 4. wenn er fich eines unwürdigen Verhaltens schuldig gemacht hat. bemerkt gegenüber den Ausführungen des Referenten, der betont Unfre Stellung im allgemeinen zu diesem Gesetz behalten wir hatte, daß dem Reiche voraussichtlich ein Mehr an Betriebsmitteln uns vor. Wir haben sehr wichtige Bedenken dagegen, daß überverbleiben würde, wenn seine Verpflichtung aufhöre, den Berufs- haupt hier wieder ein neuer Berufsstand eingeschaltet werden soll Senoffenschaften langfristige Vorschüsse zu gewähren, er müsse es, in eins der Fächer der Bureaukratie, und abhängig gemacht werden joweit er die Stimmung des Hauses fenne, für ausgeschlossen halten, soll von den Staatsbehörden. Diese Stellung werden wir bei der daß das Haus an den Beschlüssen der Unfallversicherungs- Kommission Generaldebatte in dritter Lesung näher präcifieren. etwas ändern werde, somit das Reich auch fernerhin 75 bis aber das Princip annimmt, von dem das Gesetz ausgeht, daß man 80 Millionen aus seinen Betriebsmitteln für die Berufsgenossen- den Stand der Patentanwalte nach der Art der Rechtsanwalte regeln will, so muß man eine andre Lösung inchen, als hier gefunden ist. Wird die Eintragung gemäß Absatz 2 Nr. 4 versagt, so ist ausschaften festlegen müssen. Die einzige felbständige Organisation, die den Patentanwalten schließlich eine Beschwerde nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen durch das Gesetz gewährt wird, ist das Ehrengericht. Aber auch zulässig. Die Beschwerde ist innerhalb eines Monats nach der ZuIch lasse es ganz dahingestellt, ob die Auffassung des Herrn dazu wählen sie die Mitglieder nicht selbst, sondern diese stellung der Entscheidung schriftlich bei dem Patentamt anzumelden. b. Kardorff die richtige ist, daß das Haus den Beschlüssen der ufall- werden vom Reichskanzler ernannt. Die Patentanwalte haben das Ucber die Beschwerde entscheidet das Ehrengericht. versicherungs- Kommission beitreten wird. Ich möchte mich aber von vornherein als Mißtrauensvotum empfunden und petitioniert, Ein Antrag Heine besagt: dagegen verwahren, daß die Vorschußleistung der Boft an und man möge ihnen Anwaltskammern und korporative Organisationen Absatz 2 giffer 4 erhält folgende Fassung: wenn er sich durch für sich und das Verlangen der Unfall- Berufsgenossenschaften that geben. Der einzige Gegengrund von Belang, der dagegen erhoben fein Verhalten der Achtung unwürdig gezeigt hat, welche sein Beruf fächlich berechtigt wären. worden ist, war, der Stand der Patentanwalte wäre noch zu jung erfordert. Politische, wissenschaftliche, künstlerische und religiöse Das Gesetz, welches die Sache regelt, iegt der Post die Ber- und böte keine Gewähr dafür, daß er seine Angelegenheiten Aufichten oder Handlungen als solche können nicht als ein Verpflichtung auf, die Vorschüsse zu leisten. Aber abgesehen davon, daß selbständig ordnen könne. Dies Argument ist aber doch zu halten angesehen werden, welches dieser Achtung unwürdig macht". es auch nicht ganz richtig ist, daß der Staat nichts andres zur Un einer Zeit, wo Abg. Liebermann v. Sonnenberg( futis.) beantragt, man jedem Schuster und Schneider, jedem fallversicherung beiträgt als diese Vorschußleistung, ich erinnere Bäcker und Baner das Recht giebt, fich korporativ zu organisieren, die Ziffer 1 wie folgt zu faffen: wenn der Antragsteller nicht die nur an die großen Ausgaben für das Reichs- Versicherungsamt, die durchaus unangebracht. Ich vermag den lebhaften Widerstand, den deutsche Staatsangehörigkeit besißt und nicht im Juland wohut". doch sehr erheblich von der Unfallversicherung herrühren kann ich die Reichsregierung diesem Vorschlage entgegenstellt, nur zu ver Abg. Heine( Soc.): doch nur feststellen, daß das Verlangen der Unternehmer, die stehen, indem ich annehme, sie will auch diesen neuen Berufsstand Unser Antrag entspricht einem Zeitbedürfnis und ist, wie der ihnen gesetzlich auferlegten Stoften 4 Jahre lang durch das Reich sich unter ihre Fittiche nehmen, um ihren Machtbestand so viel wie Referent schon angedeutet hat, auch in der Kommission verhandelt vorschießen zu lassen, durchaus unberechtigt ist. Wenn man die möglich zu erweitern. Auf Zukunftsvertröftungen können sich die worden. Es handelt sich dort zunächst um eine große Majorität Unfallversicherung als eine Laft der Unternehmer auffaffen will, fo Patentanwalte nicht einlassen. Wo einmal die Bureautratie für den Antrag. Selbst ein konservativer Mann, der Abg. Dertel, liegt doch hier kein Grund vor, nun das Reich d. h. die übrigen ihre Tage aufgelegt hat, da nimmt sie sie nicht so leicht hat für ihn gestimmt mit dem Bemerken, daß er mit dieser AbSteuerzahler mit einem Teil der Last zu belasten zu Gunsten der wieder herunter. Lehnen Sie unfren Antrag jezt ab, so werden stimmung seine Partei nicht binden wolle. Später sind die nationalIndustrie und der Berufsgenossenschaften. Ich lasse mir an diesen die Patentanwalte später nicht mehr aus der Bevormundung liberalen und konservativen Mitglieder der Kommission durch andre Ausführungen genügen. Jedenfalls werden die Anschauungen des herauskommen, denn dazu gehört dann die Zustimmung der Reichs- ersetzt worden, und diese haben dagegen gestimmt, so daß der Vorredners nicht auf allen Seiten des Hauses geteilt. regierung, nnd diese wird, wie die Erfahrung lehrt, nicht erteilt Antrag schließlich gefallen ist. Diese Aenderung der Stimmung Abg. Büfing( natl.): Ich wollte nur dem Wunsche Ausdruck werden. Ich bitte Sie, unsern Antrag anzunehmen und zu den ist zurückzuführen auf den energischen Widerspruch, den die geben, daß ich lieber gefchen hätte, wenn die Fassung der ver- Patentantvalten das Vertrauen zu haben, daß sie ihre Angelegen- Regierung, namentlich der Unterstaatssekretär Rothe, gegen den bündeten Regierungen und nicht die Kommissionsfaffung an- beiten mit Würde und zum Besten des Standes, den sie vertreten. Antrag erhoben hat. Auch hier wieder ist der einzige Grund das zu regeln im stande sind.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Bestreben der Bureaukratie, ihre Macht und ihren Einfluß zu er Abg. Singer( Soc.): Unterstaatssekretär Rothe: weitern.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Herr UnterPatentanwalten zu nahe zu treten. Warum sträubt er sich dann aber staatssekretär Rothe hat ja ausdrücklich erklärt, daß die Regierung nicht die Absicht habe, politischen, religiösen oder sonstigen Handlungen von mit solchem Eifer, das gesetzlich festzulegen? Das erinnert mich an das Treiben gewisser Geschäftsleute, die bei geschäftlichen Abmachungen alles versprechen, wenn man es aber schriftlich verlangt. nicht ein. Wer mit den Gerichten zu thun hat, weiß, was man erklären, nein, das geht gegen meine Ehre, darauf laffe ich mich mit solchen Leuten für Erfahrungen macht. Die gute Absicht, von genommen würde. werden. Ich will nur noch wiederholen und nachweisen, daß die Behauptung des Herrn von Kardorff, daß die Unternehmer die Unkosten der anwalte sind noch ein zu junger Stand. Sie sollen ein solcher erst Ich bitte Sie, den Antrag Heine abzulehnen. Die PatentUnfallversicherung allein zu tragen hätten, um deswillen nicht richtig ist, weil ein außerordentlich großer Teil sämtlicher Unfalllaften Seiterkeit bei den Socialdemokraten.) Einstweilen find sie noch eine gemischte Gesellschaft. Es gehören zu ihnen Invon den Krankenkaffen getragen werden müssen, die bekanntlich bis zur 13. Woche mit den Kosten der auch durch Unfall entstandenen genieure, Chemiker und Kaufleute. Der Hinweis auf die RechtsSchäden belastet sind. Es ist ja ganz charakteristisch, daß dieselbe anwalte ist nicht angebracht, denn wir haben 5000 Rechtsanwalte, Seite, die die Lasten der Unfallversicherung als von den Unter- während die Zahl der Patentanwalte auf etwa 300 geschätzt wird. nehmern allein getragen ansieht und dagegen protestiert, daß die ihr von Reichswegen zukommit. Abg. v. Kardorff( Rp.): Es handelt sich hier nicht nur um die Industrie, sondern auch um die ganze Landwirtschaft. Gerade diese trägt an den Lasten der Unfallversicherung sehr schwer. Abg. v. Richthofen( f.): Seit langer Zeit hat das Reich gewisse Zuschüsse gegeben, jest fragt es sich, ob die Betriebsunternehmer belastet werden sollen, damit das Reich zu Geld käme. lehnen. des Antrags Heine. Abg. Dr. Dertel( f.): Gerade die Kammer werde den Hauptzweck der Vorlage, die FernAbg. Hoffmeister( frf. Vg.) tritt für den Antrag Heine ein. haltung unlauterer Elemente von dem Stande, erreichen. Reichsverwaltung von den Vorschüssen entlastet wird, gerade wieder Wir halten die Einrichtung einer Patentanwaltskammer für der der Herr Unterstaatssekretär gesprochen hat, glaube ich ihm diejenige ist, die dem Bestreben, die Karenzzeit von 13 Wochen auf nützlich, nur zur Zeit noch nicht durchführbar. Erst muß ein für seine Berson sehr gern, die Regierung des präsidierenden Bundes4 Wochen herabzusehen, gegnerisch gegenübersteht. Ich glaube, Stand der Patentanwalte gebildet werden. Das ganze vorliegende staats hat aber die ganze Tradition gegen sich. Ihre ganze Geschichte daß wenn das Haus erst in die Beratung dieser Materie eintritt, Gesetz ist ein Uebergangsgesetz. Bei der nächsten Revision wird beweist, daß sie die Gewohnheit befizt, Wachtbefugnisse, die ihr dann zur Evidenz klar werden wird, daß die Ansicht, als ob die sich die Sache verwirklichen lassen. Wie lange haben die Nechts- übertragen worden sind, um bei Beamten gegen sittliche Ver Arbeiter zur Unfallversicherung gar nichts zu leisten haben, durchaus anwalte und Aerzte auf ihre Kammern warten müssen. Die Land- fehlungen einzuschreiten, mißbraucht zur Nuterdrückung der irrig ist, und ich hoffe, daß das Haus einschen wird, daß gar kein Grund wirtschaftskammern und Handwerkskammern sind zum Bergleich Freiheit der Ueberzeugung.( Sehr richtig! bei den Socialvorhanden ist, die Reichspost Borschuß leisten zu lassen und dadurch nicht heranzuziehen. Man sagt, man wolle nicht gegen Gesinnungen, Ich bitte Sie, den Antrag Heine abzu- demokraten.) die erheblichen Zinsen von diesem Borschuß zu vermehren, um damit der sondern mur gegen Handlungen vorgehen. Eine Gesinnung Unternehmerschaft, der Industrie, die sich in einem ungeahnten Aufschwung befindet, möglichst noch weniger Lasten aufzubürden, als Gefeßentwurfs nach den Kommissionsbeschliffen unter Ablehnung spricht, liegt eine politische Handlung vor und dann fühlen sich die Abg. Dr. Pauli( Oberbarnim, Rp.) empfiehlt die Annahme des aber, die nicht bethätigt wird, ist feine Gesinnung mehr. In dem Augenblic aber, wo ein Beamter feine Gefimmung aus Behörden berufen, einzuschreiten. Es ist in diesen Tagen in den es sich gefallen lassen mußte, von jemand, der troh der MarmorBeitungen daran erinnert worden, daß schon 1794 der große Kant Standbilder, die ihm gesetzt sind, zu den Schandflecken in der Abg. Träger( frs. Vp.): Wir stimmen dem Antrag Heine preußischen Geschichte gehört, sich vorschreiben zu lassen, was er zu. Wir halten ihn für notwendig und für durchführbar. Der lehren oder nicht lehren solle. Im Jahr 1864 wurde Professor Abg. Singer( Soc.): Ich möchte dem gegenüber richtig stellen, natürliche Boden für das Ehrengericht ist die Patentanwalts- Müller in Stönigsberg als umwürdig feiner Stellung gemaßregelt, daß es sich nicht darum handelt, daß das Reich begünstigt werden Kammer. Wenn wir die Kammer beschließen und die Regierung weil er auf den Landtags- Präsidenten v. Bockum- Dolffs ein Hoch soll zu Lasten der Betriebsunternehmer. Was verlangt wird, ist nichts geht auf den Beschluß nicht ein, so mag sie die Verantwortung ausgebracht und eine fortschrittliche Versammlung einberufen hatte.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ein Amtsandres, als daß die Betriebsunternehmer das, was ihnen durch die tragen. vorsteher erklärt, wurde seiner Stellung unwürdig. Iveil Versicherungs- Gesetzgebung zu zahlen auferlegt ist, nicht erst 5/4 Jahre einem Socialdemokraten beim Abschied die Hand ge später zahlen sollen. Wir haben keine Ursache, dem Unternehmer er und erklärt hatte:„ Es hat mich sehr gefreut". cinen zinelosen Kredit in dieser Höhe zu gewähren. drückt Ein Schulze wurde ( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) gemaßregelt, weil er es ablehnte, kontraktbrüchig zu werden und einen socialdemokratischen Mieter aus dem Hause zu werfen.( Hört!: hört! bei den Socialdemokraten.) Ich erinnere Sie an den Fall des Professor Delbrück und die Maßregelung der Landräte, über die Denten Sie an Kein Vorwurf ist ungerechter, als der des Bureaukratismus, den Sie( nach rechts) mit gutem Recht geschrien haben. Abg. Heine erhoben hat. Die Anregung zu dem Gesetzentwurf ist den Postbeamten, der vor furzem gemaßregelt wurde, weil er durch aus dem Publikum und den Kreisen der Beteiligten selbst gekommen. fein Auftreten den Verdacht erregt hatte, er intereffiere sich für Das Patentamt ist bereits start überlastet und hatte gar feine Ver- die Socialdemokratie. Ich rate also den Herren, die hier im anlassung, sich die Aufsicht über die Batentanwalte noch Hause fizen und das Unglück haben, Beamte zu sein, wenn sie einem aufzuladen. Die Regierung hegt auch kein Mißtrauen gegen von uns in den Korridoren begegnen, mur ja eine faure Miene aufdie Patentanwalte, eine große Zahl verdient Vertrauen. Ein zusetzen und ein bischen die Stirne zu runzeln, um zu zeigen, daß andrer Teil hat freilich dieses Vertrauen nicht gerechtfertigt. fie sich für keinen von uns interessieren, es könnte ihnen sonst an Ich bedauere fehr, daß der Herr Berichterstatter auf das Wort Später wird die Errichtung einer Kammer möglich und nützlich sein. den Stragen gehen.( Heiterkeit.) Der Fall des Dr. Arons hat uns berzichtet hat. Ich hatte geglaubt, daß er eine Frage berühren Momentan fehlt das Material für die Bildung einer Kammer noch. nun ja gezeigt, daß auch gegen Nicht- Beamte wegen derer politischen würde, auf die ich nunmehr kommen will. In dem vorliegenden Vorläufig besteht noch kein geschloffener Patentanwaltsstand. Es Ueberzeugung vorgegangen werden kann. Man hat bei ihm einen beamten Etat findet sich beim Auswärtigen Amt eine Ueberschreitung, die bestehen sehr schwere Bedeuten bei uns gegen den Antrag Heine. ähnlichen Charakter fonstruiert, dasselbe kann auch bei den Patentanwalten motiviert ist durch Dienstreisen und die Reise des Herrn Staats- Abg. Kirsch( C.) schließt sich den Ausführungen der Abgg. Dertel geschehen. Man hat gesagt, Arons benutze die Hörsäle der Unisekretärs nach Jerusalem. Ich meine aber, daß der Teil der und Möller an und erklärt sich gegen die Errichtung einer versität, ebenso kann man von den Batentanwalten sagen, fie benutzen Ueberschreitung, der verursacht ist durch die Reise des Herrn Staats- Patentanwaltskammer. die Terminszimmer, die Bibliothek usw. des kaiserl. Patentamts. AllerAbg. v. Richthofen( f.): Wenn dem Unternehmer der zinslose Kredit entzogen wird, so werden ihm neue Lasten auferlegt, die seit her das Reich gehabt hat. Damit schließt die Diskussion.§ 1 wird angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes. Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß die Regierung auf die Vorlegung der Ergänzungs- Etate für den Augenblick verzichtet und sich vorbehalte, sie nach der Osterpause als Nachtrags: Etats dem Haufe wieder vorzulegen. Es folgt die zweite Beratung der Uebersicht der Reichsausgaben und Einnahmen für 1898. Abg. Singer( Soc.): Abg. Möller- Duisburg( natl.): Der Vorredner hat den Umstand nicht genügend gewürdigt, daß heute die Patentanwalte noch eine gemischte Gesellschaft bilden und die Vorlage ja erst eine Sanierung dieser Verhältnisse bezweckt. Vorerst halte ich deshalb die Errichtung einer Patentanwaltstammer nicht für geboten und werde gegen den Antrag Heine stimmen. Geh. Rat Hauk: " dings stellte Dr. Arons Vorlesungsatteste aus, das thun die Patent- Wir benüßen die Gelegenheit, um gegenüber den Vorkommnissen der dem Rechtsanwaltstande ausgestoßen wird, weil er Social anwalte nicht, dafür aber stellen Hebammen und Schornsteinfeger derartige legten Beit Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Ich habe mich gefreut demokrat ist und seine politische Ueberzeugung bethätigt. Diese Atteste aus, vielleicht kommen diese also auch einmal unter die vom Staatssekretär zu hören, daß auch er der Meinung ist, daß Beitungsausschnitte stammen in der Mehrzahl aus Blättern, die Disciplin der Bureaukratie.( Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) man mit Unrecht die Ansicht eines Andersdenkenden ohne weiteres dem Herrn Kollegen Oertel nicht so fern stehen. Ich will nur die Ich sehe in dieser Tendenz, die Amtspflicht auszudehnen bis als ehrlose Gesinnung bezeichnet. Ich hätte mir gewünscht, Staatsbürger Zeitung" nennen. Und selbst die Deutsche Tageszum Verzicht auf jede freie Meinungsäußerung, eine ganz daß diese Auffassung des Staatssekretärs auch innerhalb der Regierung zeitung" trifft doch nicht immer von Duldsamkeit. Sie hat ja erst immense politische Gefahr und es ist zu befürchten, daß auch die zum Ausdruck käme.( Sehr richtig! links.) Die Regierung ist immer legtens dem unglücklichen Prinzen wegen seiner Rede gegen die freien Berufe von dieser Gefahr nicht verschont werden. Natürlich zu leicht geneigt, Leute, die anders denken als sie selbst, mit den lex Heinze den Nat gegeben, sich einen Platz anderswo, auf der halte ich aber ein solches Vorgehen Beamten gegenüber für genau so Reichsfeinden in einen Topf zu werfen. Es ist ja noch nicht lange andern Seite des Hauses zu suchen. Herr Dertel meinte, beim unmoralisch wie in andren Fällen. Man spricht davon, die Ehre, die Achtung her, da bestand die Majorität dieses Hauses aus Reichs- Fall Arons sei er sei ein Lehrer etwas andres, des Beamten leide, wenn er sich politisch bethätige. Wie soll aber feinden". Der Vorwurf, den uns der Herr Staatssekretär bei dieser der Jugend gewesen. Aber niemand hat bisher behauptet, daß diese Ehre dadurch verletzt werden, daß der Beamte etwas thut, was Gelegenheit gemacht hat, war durchaus unberechtigt. Wir Arons die Politik in die Höriäle getragen hat. Er ist gemaßregelt man von jedem anständigen Menschen verlangt, nämlich seiner betrachten keineswegs jeden Menschen, der andre Auffassungen worden, weil er außerhalb seines Berufs seine politische UeberUeberzeugung Ausdruck zu geben. Natürlich kommt es nicht hat wie wir, als ehrlos.( Zuruf vom Bundesratstisch: Wer anders zeugung bethätigt hat, und das heißt, einen Mann wegen seiner darauf an, ob die Verfolgung sich gegen Socialdemokraten, denft, fliegt doch hinaus!) Um auf diesen Zuruf vom Bundesrats- politischen Gesinnung für ehrlos erklären. Das ist das punctum Freisinnige oder Konservative richtet." Es ist ja eine schöne tisch einzugehen, bemerke ich, daß die Verhältnisse in einer politischen saliens. Es heißt immer, die Socialdemokratie ist gegen Gepflogenheit gewisser Streise, jeden, der abweichender politischer Partei doch noch anders beurteilt werden müssen, als die allgemeinen die Verfassung. Wer von Ihnen ist denn nicht gegen die Ueberzeugung ist als Reichsfeind zu bezeichnen. Wenn das Staats- Verhältnisse. Eine politische Partei fordert ein bestimmtes Pro- Verfassung? Gerade auf der Rechten will man doch die Grundtvejen nicht rettungslos zum Spielball der Parteiwillkür werden gramm. Wer in die Partei eintritt, darf nicht gegen das Pro- lage der Verfassung, das allgemeine gleiche Wahlrecht, ändern, soll, dann muß jederzeit allen Staatsbürgern das Recht der freien gramm handeln. Will er gegen das Programm handeln, so muß er sich die preußischen Minister würden sagen, umstürzen.( Heiterkeit.) Was Ueberzeugung garantiert werden. Deshalb haben wir unsren Antrag eben einen andren Platz fuchen. Und gerade in unsrer Partei, der wir intendieren, wollen wir auf gefeglichem Wege erreichen. Aus gestellt. Für Leute von gesunder Moral müßte unsre Forderung ja doch so viel Hindernisse entgegengestellt werden, daß nicht noch in Ihrer Mitte find aber schon Vorschläge für den Staatsstreich eigentlich selbstverständlich sein, sie ist aber freilich nicht selbst den eignen Steihen uns Schwierigkeiten gemacht werden.( Sehr gemacht worden. Ich erinnere an die Rede des Herrn v. Mirbad) verständlich für Verfolgungsfanatiker, die nicht den ehrlichen richtig! lints.) Den Vorwurf, den uns der Staatssekretär machte, im Herrenhause und an die Broschüre des Generallieutenants Wettstreit der Ueberzeugungen wünschen, sondern sich der bequemeren halten wir also für unberechtigt. Wir sagen allerdings, daß die- v. Boguslavsky. Der Staatssekretär Graf Bojadowsky hat gesagt, Stampfmittel bedienen, ihre Gegner einfach als ehrlos und minderen jenigen Parteien, die in Bezug auf die sociale Lage und die poli- wir möchten in Bezug auf die Jutoleranz sozusagen einmal Rechts zu erklären.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Estischen Rechte der Arbeiter andrer Meinung sind wie wir, nicht an der eignen Naje ziehen. Gewiß, bei uns herrscht Mißtrauen giebt keine geistlosere, teine billigere Polemik als die, jeden Anders: arbeiterfreundlich find. Indes ich will hierauf nicht näher eingehen. gegen die Ersprießlichkeit von Plänen, mit denen man uns kommt, denkenden einfach als Lumpen zu bezeichnen.( Sehr richtig! bei Was den Antrag Heine betrifft, so möchte ich das Material, das oder auch einmal gegen die guten Absichten dieses oder jenes. Dieses den Socialdemokraten.) Selbst der preußische Landtag hat sich über die Notwendigkeit eines solchen Beschlusses angeführt ist, noch Mißtrauen ist durch den dreißigjährigen Kampf, in dem die Partei dazu aufgerafft, der preußischen Regierung die Zähne zu zeigen etivas vermehren. Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß die steht, gezeitigt worden, aber niemals ist von uns jemand, der eine andre und festzuhalten an dieser Bestimmung in dem Gesetz über die preußische Regierung ihre Beamten wohl anzufenen versteht, politische Meinung hat, für minder ehrenwert und minder ärztlichen Ehrengerichte. Der Reichstag würde sich ein Nuhmes- politische Agitatoren zu werden, wenn das zur Durchführung ihrer tüchtig für eine Amtsfunttion gehalten worden. Daß es bei denkmal setzen, wenn er auf diesem Gebiet des Schutzes der poli- Pläne notwendig erscheint. Sie brauchen ja nur an die Flotten- unfren Gegnern anders ist, darin steckt der moralische Defekt. tischen Ueberzeugung zurückbliebe selbst hinter dem preußischen Land- agitation zu denken. Da wird mit hoher obrigkeitlicher Genehmi Was nun meinen Antrag anbelangt, so hat Kollege Träger schon tage.( Lebhaftes Bravo! bei den Socialdemokraten.) gung die Agitation gefördert. Ich kann mitteilen, daß der Staatssekretär gang richtig gesagt: Das Gesetz stellt den Begriff der„ Unwürdigkeit" Staatssekretär Graf Posadowsky: Es wird niemand außer des Reichs- Marineamts für einen Magistratsbeamten um Arbeit auf und er muß deshalb einigermaßen erklärt werden. Herr Möller halb des Hauses überraschen, daß bei der Debatte über ein Gesetz, eingekommen ist, um ihn als Hilfsarbeiter bei der Flottenagitation meinte, bei den Maßregelungen handelte es sich immer um Beamte, welches eine so nüchterne Materie behandelt, eine derartig ins Land zu schicken. 1m wieder auf die Maßregelungen zu für die Patentanwalte, die Gewerbetreibende seien, läge keine Gefahr hochpolitische Rede gehalten wird. Der Herr Vorredner hat tommen, vill ich daran erinnern, daß ein Rechtsanwalt im vor. Diese Gefahr liegt aber doch nahe. Die Stellung eines den Fall Aions erwähnt. Zwischen einem Mann, sich damals der zum Jahre 1863, öffentlich erklärte, Patentanwalts ist ebenso beamtenähnlich, wie die eines Lehrer der Jugend berufen ist, und einem Patentanwalt besteht Beiträge zum Nationalfonds anzunehmen, gemaßregelt ist. Privatdocenten und was haben wir z. B. auf dem Gebiet doch ein erheblicher Unterschied. Ich müßte mir erst fünstlich As seiner geit Professor Delbrück gentaßregelt wurde, der kommunalen Selbstverwaltung erlebt. Kollege Singer einen Fall konstruieren, in dem ein Patentanwalt in Verhältnisse ging eine interessante Notiz durch die Presse, wonach früher der ist wegen der seiner politischen Gesinnung als Mitglied ein andrer Parteitommen könnte, auf Grund deren gegen ihn wegen seiner politischen württembergische Professor Heinrich Pauli feines Amtes entsetzt Schuldeputation nicht bestätigt worden, Gesinnung ein Disciplinarverfahren eingeleitet werden könnte. Die Ten- wurde, weil er Sympathie für Preußen hatte. Dieser Professor genosse, Paul Hug in Bant, der 6 volle Jahre ein kommunales denz muß nicht präsumiert werden bei der Regierung, sondern die Tendenz Bauli wurde dann von der preußischen Regierung als Geschichts- Ehrenamt bekleidet hat, ist eben wegen dieser Gesinnung nicht wiederwürde darin liegen, wenn in ein derartiges, eine ganz objektive professor in Marburg, später in Göttingen angestellt. Der Minister, bestätigt. Noch eins möchte ich hervorheben. Die Stegierung hat Materie behandelndes Gesetz eine solche Bestimmung aufgenommen der das gethan hat, war natürlich nicht Bosse, sondern der bisher nur erklärt, sie beabsichtige sich nicht gegen die politische würde. Aus diesem Grunde muß ich Sie dringend bitten, den Kultusminister v. Mühler. Doch ich verweise nur auf Stadthagen. Ueberzeugung zu wenden, politische Handlungen hat sie immer noch Antrag Heine nicht anzunehmen. Der Herr Vorredner sprach Ich verweise auf das Urteil des Kammergerichts, das gegen ihn ge- ausgenommen. Herr Kollege Dertel meinte, die socialdemokratischen von den Leuten, die jeden als ehrlos bezeichnen, der nicht ihrer poli- fällt wurde. Da heißt es: Durch das Hochlebenlassen der Social- Rechtsanwalte würden ja auch nicht an der Bethätigung ihrer politischen Gesinnung ist. Auch ich halte das für eine ziemlich geist- demokratie, derjenigen Partei, die auf den Umsturz der bestehenden tischen Ueberzeugung verhindert. An Versuchen solcher Art hat es lose und unwürdige Behandlung politischer Fragen, aber ich Staats- und Gesellschaftsordnung ansgeht, hat er begründeten Anlaß durchaus nicht gefehlt und wenn sie bisher noch stets mißglückt sind, möchte daraus für ihn den Schluß ziehen, daß die Socialdemokraten zu der Annahme gegeben, daß er sich diesen Bestrebungen anschließt; so liegt das daran, daß eben die Anwalte ihre eigne haben und niemand aus andren Berufen nicht jeden für einen Feind der Arbeiter erklären mögen, der nicht ein solches Verhalten erscheint unvereinbar mit den Pflichten des Anwaltskammer Hätten die Batentanwalte ihre ihrer Meinung ist. Diesem Einwand gegenüber den bürgerlichen Rechtsanwalts.( Hört! hört! links.) Aber nicht nur in Preußen da hinein zu reden hat. Barteien und der Regierung bin ich aber häufig begegnet. Ich bitte wird so gemaßregelt. Unser Gesinnungsgenosse Sagenstein mußte Anwaltskammer, so würde mein Antrag vielleicht entbehrlich sein. Sie also, den Antrag, weil er einen so hochtendenziösen Charakter ja auch den Justizdienst in Hessen- Darmstadt verlaffen, ohne daß Der Antrag des Kollegen Schmidt- Warburg ist dem unfren ziem hat, abzulehnen.( Bravo! rechts.) er agitatorisch thätig gewesen wäre. 1890 erhielt ein Amtsgerichts- lich gleich, wir sind bereit, dem seinigen den Vorzug zu geben und Abg. Dr. Oertel( f.): Ich will dem Herrn Abg. Heine nicht auf der Fortschrittspartei mitunterzeichnet hatte. Ich weiß allerdings dadurch von unferm, daß in ihm das Wort„ künstlerisch" fehlt. Wir Abg. Dr. Oertel( 1.): Ich will dem Herrn Abg. Heine nicht auf rat Alexander deswegen einen Verweis, weil er einen Aufruf den unsrigen zurückzuziehen. Er unterscheidet sich ja eigentlich mur allen seinen viel verschlungenen Pfaden folgen.( Heiterfeit.) Ich will nur nicht, ob der Aufruf aufforderte, im ersten Wahlgang einen Frei- haben das Wort eingefügt, weil wir uns fagten, es könnte dieser auf die Beamtenmaßregelungen und den Fall Arons eingehen. Von Fa= natikern, die jeden politischen Gegner als Lumpen bezeichnen, ist mir sinnigen zu wählen, oder ob es sich um die Stichwahl, um die Wahl oder jener Patentanwalt einmal auf den Gedanken kommen, zu eines Socialdemokraten, handelte. Auch das Centrum hat früher malen oder zu dichten, wie wir es ja auch von Reichstags- Kollegen übrigens nichts bekannt. Wenn Herr Heine solche Leute kennt, so hat ähnliches erfahren, als es noch Opposition gegen die Regierung trieb. erlebt haben, daß sie dichten, obwohl sie für die lex Heinze ſtimmen. Die Maßregelung der Landräte erscheint auch uns verfassungswidrig, Alle diese Fälle beweisen, daß unser Antrag nichts weiter ist.( Große Heiterkeit.) Aber so viel Gewicht legen wir darauf nicht. ebenso verfassungswidrig, wie die Maßregelung eines kaiserlichen als eine Vorsichtsmaßregel gegen gewiffe Strömungen der Re-( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Kommt bei gierung. einem Beamten ein bürgerliches Ver Bezirkspräsidenten wegen seiner Abstimmung gegen ein gewisses Abg. Dr. Oertel( dt.); Gejez( Heiterkeit) sein würde. Es liegt aber absolut kein Grund vor, diese gehen vor, dann wird das oft mit dem Mantel der christlichen Liebe zugedeckt. Aber dem Beamten wird das Recht Beamtenmaßregelungen hier heranzuziehen. Patentanwalte dürfen bestritten, seiner politischen Ueberzeugung Ausdruck zu geben nicht mit Beamten auf eine Stufe gestellt werden. Der Beamte hat wird das Gesez ohne unsren Antrag angenommen, dann ist die Geganz andre Pflichten gegen die Regierung und wenn er agitatorisch politische Ansichten vertritt, die mit dem monarchischen Bestand des fahr, daß fünftig mißliebige Beamte von der Regierung gemaß Staats unvereinbar sind, dann hat er die Fähigkeit verloren, fein regelt werden, nur noch größer. Ich kann Sie deshalb mir bitten, Amt zu verwalten. Die Disciplinierung des Privatdocenten unfren Antrag anzunehmen.( Bravo! bei den Socialdemokraten.) Dr. Abg. Schmidt- Warburg( C.) beantragt, dem§ 2 folgenden Arons billigen wir durchaus.( Burufe links.) Haben Zusatz zu geben:„ Als ein unwürdiges Verhalten find politische, Sie das etwa bezweifelt?( Rufe: Nein! nein!) Nun, was sollen denn Ihre erstaunten zurufe, wollen Sie etwa wiſſenſchaftliche und religiöse Ansichten und Handlungen des Antrag der stellers nicht anzusehen. Staatssekretär Graf Posadowsky: bereit Wir sind natürlich auch gegen den Antrag Schmidt- Warburg Sticheleien des Abg. Heine auf meine befcheidene dichterische dagegen werden wir für den Antrag Liebermann stimmen. Auf die Thätigkeit will ich nicht eingehen.( Rufe links: Sie waren gar nicht gemeint!) Daß die„ Deutsche Tageszeitung" dem Abg. Prinzen Hohenlohe ben Rat gegeben hat, seinen Platz bei der Linken zu suchen, ist doch nicht unduldsam. Meine Partei steht auf dem Boden des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts. Wenn einmal etwas anders gehaltene Wengerungen auf unsrer Seite gefallen sind, so haben die Betreffenden die Verantwortung dafür zu tragen. Für Herrn v. Boguslavski tönnen wir doch wahrhaftig nicht verant wortlich gemacht werden. Auch möchte ich behaupten, daß Graf Mirbach niemals im Herrenhause den Staatsstreich empfohlen die Taktik vom letzten Sonnabend wieder aufnehmen.( Lachen bei den Socialdemokraten.) Ein Lehrer der Jugend darf nicht Mitglied einer Partei sein, die zugestandenermaßen nicht mehr auf ver- Ich halte es auch für eine ziemlich platte politische Auffassung, fassungsmäßigem Boden steht. Daß es bei den Rechtsovvolten jemand deshalb für ehrlos zu betrachten, weil er eine andre hat. Das hätte schon der Präsident gewiß nicht zugelassen. anders liegt, beweist das Beispiel des Herrn Abg. Heine selbst. Und politische Anschauung hat. Das steht aber in gar keinem Zusammen- Herr Singer hatte die Güte, mich zu fragen, ob ich nicht etwa mein ebenso verhält es sich mit den Patentanwalten. Herr Heine hat hang mit der Frage, ob Beamte und Hochschullehrer Socialdemo- Lehramt aufgegeben habe, weil ich besorgt gewesen wäre, meine übrigens wohl übersehen, daß in den zuletzt entscheidenden Ehren- fraten sein dürfen. Den Ausdruck„ Reichsfeind" habe ich nicht in vorgesetzte Behörde könnte mir wegen meiner politischen Agitation gerichten und dem Ehrengerichtshof die Patentanwalte die den Mund genommen. Ich habe nur dagegen protestiert, daß die etwas in den Weg legen. Ich kann Herrn Singer nur erwidern, Mehrheit haben. Ich habe zwar in der ersten Lesing Herren Socialdemokraten ihre Gegner als Arbeiterfeinde bezeichnen. daß mich meine vorgesetzte Behörde, der in der Wolle gefärbte für diesen Antrag gestimmt, habe mich aber jetzt davon überzeugt, Alle Ausführungen des Herrn Abg. Singer beruhten darauf, daß er die nationalliberale Magistrat von Leipzig, niemals an der agitatorischen daß das Vorhandensein eines solchen Antrags in einem rein tech Batentanwalte für Beamte hielt. Das ist aber eine ganz ungerechtigte Bethätigung meiner agrarisch- konservativen Gesinnung gehindert hat. nischen Gesetze für den gefunden Menschenverstand unverantwortlich Beurteilung der ganzen Bestimmung. Die Patentanwalte sind keine Die Aeußerung des Herrn Singer legt mir aber eine Retourfutsche sehr wäre. Es darf nicht in das Gesetz hineingetüftelt werden, was doch Beamten, sie sind Gewerbetreibende. Auf sie können unter keinen nahe. Ich könnte Herrn Singer fragen, ob er nicht vielleicht seinen früheren vollkommen ausgeschlossen ist.( Bravo! rechts.) Umständen Bestimmungen, die für Beamte gelten, Anwendung finden. Beruf aufgegeben hat, weil er befürchtete, infolge der Eigenart dieses Wenn der Mantel christlicher Liebe über bürgerliche Vergehen Berufs mit seiner arbeiterfreundlichen Thätigkeit in Konflikt zu von Beamten gebreitet wird, dann kann auch ich das nur bedauern. kommen. In der Sache selbst möchte ich noch hervorheben, Herr Ich bin der Ansicht, daß unter allen Umständen gegen einen Beamten, Kollege Heine irrt sich, wenn er sagte, Anwalte würden ehrengerichtder sich disciplinarisch strafbar gemacht hat, vorgegangen werden lich nur von Anwalten abgeurteilt. In letzter Instanz sizzen für muß. Der beantragte Zusatz ist deshalb auch überflüssig, weil Sie Anwalte drei Anwalte und vier Richter vom Reichsgericht im Ehrenden Ehrengerichtshof ja so gebildet haben, daß die Patentanwalte gerichtshof. darin die Mehrheit haben. Damit sind alle Befürchtungen hinfällig. Abg. Möller Duisburg( natl.): Abg. Liebermann v. Sonnenberg( Antis.) bittet aus nationalen Gründen um Annahme seines Antrags. Abg. Träger( fri. Vp.) verweist auf den schwankenden Begriff in§ 6, fich der Achtung, die der Stand des Patentanwalts fordert, würdig zu zeigen, und bittet, den Antrag Heine anzunehmen. Geheimrat Hank: Die Thatsache, daß die östreichisch- ungrische Gesetzgebung Ausbetrachten. Abg. Schrader( frs. Vg.): Der von den Abg. Heine und Schmidt Warburg beantragte länder vom Stande der Patentanwalte ausschließt, ist wohl daraus Ich kann nicht recht begreifen, weshalb bei dieser Gelegenheit Busas müßte eigentlich überflüssig sein. Am besten schriebe man ihn zu erklären, daß in Oestreich der Patentanwalt mehr als Beamter so hochpolitische Verhandlungen von den Herren angeschnitten in die Grundrechte der Verfassung. Wie die Dinge aber einmal angesehen wird, während wir diesen Beruf als freien Beruf worden sind? In der Kommission ist zunächst zum Schutz liegen, müssen wir ihn in das Gesetz hineinbringen. Wir werden der politischen Meinungsfreiheit der Patentanwalte eine für den Antrag Schmidt- Warburg stimmen. Abg. Singer( Soc.): Bestimmung angenommen worden, wie ste int analog Abg. Schmidt- Warburg: Der Abg. Dr. Oertel hatte ganz recht, wenn er die Analogie Aerztekammer Gesetz vorhanden ist. Dort ist ein entsprechender Mein Antrag entspricht genau dem Wortlaut der Bestimmung mit den preußischen Landräten zurückwies. Denn die Herren sind Baffus auf Veranlassung meiner politischen Freunde hineingebracht wie sie sich im Gesetz für die preußischen Aerztekammern findet. Ich ja schließlich befördert worden.( Sehr richtig! links.) Der Herr worden. Später haben wir uns jedoch überzeugt, daß eine solche Ana- bitte Sie um feine Annahme. Staatssekretär des Innern hat bemängelt, daß der Kollege logie in Wirklichkeit nicht vorliegt. Die Patentanwalte sind Gewerbe- Abg. Werner( Antisem.) befürwortet den Antrag Liebermann. Heine den an sich nicht politischen Stoff zu einer hochpolitischen treibende und haben keine Aehnlichkeit mit Beamten und auch nicht einmal Abg. Heine( Soc.): Rede benutzt hat. Die Schuld daran liegt aber auf feiten mit Rechtsanwalten. Die Argumentierung des Herrn Singer war Herr Dertel hat wieder einmal gefragt, wie es in unferm der Regierung, die es versteht, Dinge, die mit der Aus- also falsch, weil er immer auf Beamte hinwies. Daß ein Rechtsführung des Amtes absolut nichts zu thun haben, als anwalt dauernd Socialdemokrat sein kann, sein kann, beweist ja ja Bukunftsstaat aussehen wird. Von Ihnen wird ja so viel danach geGrund für Maßregelungen anzusehen und dadurch selbst der Kollege Heine, Ich kann aber nicht so viel beantworten, wie hundert der mit größtem Erfolg als An- fragt. verständlich den Born aller objektiv denkenden Leute herausfordert. walt Das eine aber will ich ihm ( Heiterkeit.) Den Socialdemokrat thätig ist. Antrag fragen können. Wegen dieses Verhaltens der Regierung haben wir alle Ursache, Liebermann bitte ich abzulehnen. Wir wünschen die gleichmäßige verraten, wenn ich den Zukunftsstaat erlebe und es nach mir geht, so bei gesetzgeberischen Maßregeln vorsichtig zu sein. Nehmen Sie doch Behandlung unfrer Gewerbetreibenden in den Ländern, mit denen soll auch Herr Kollege Dertel eine feinen Fähigkeiten entsprechende blos an, Dr. Arons hätte den Wunsch, Patentanwalt zu werden. wir Verträge abgeschlossen haben.( Beifall bei den National- Stellung bekommen.( Heiterkeit.) Nachdem ich aber jetzt erfahren Würde er socialdemokratische Ansichten äußern, so wäre er deswegen liberalen.) habe, daß auch er in Arkadien geboren ist und Ihrische Gedichte verdoch sicherlich der Stellung des Patentanivalts unwürdig Präsident Graf Ballestrem teilt mit, daß der Abg. Schmidt faßt, fo tönnte er ja vielleicht bei uns die Stellung eines Voltscr würde wieder gemaßregelt. Ich weiß nicht, Warburg seinem Antrage jegt folgende Fassung gegeben habe: Als einfängers bekommen.( Große Heiterfeit.) Als ich vorhin von einem ob Dr. Dertel seinen früheren Beruf deswegen auf unwürdiges Verhalten find politische, visienschaftliche und religiöse Dichter sprach, der für die lex Heinze gestimmt hat, meinte ich aber gegeben hat, weil er befürchtete, er würde sich durch seine Ansichten oder Handlungen des Antragstellers als solche nicht an- nicht ihn, sondern Herrn Liebermann v. Sonnenberg. agitatorische Thätigkeit das Mißfallen der Regierung zuziehen und zusehen." dann gemaßregelt werden.( Heiterkeit links.) Herr Dertel könnte und wvie als Abg. Heine( Soc.): doch z. B. nicht für das Fleischbeschau- Gesetz und gegen den Kanal Herr Kollege Oertel sprach von den Unduldsamkeiten, die meine agitieren, ohne der Gefahr der Maßregelung ausgesezt zu sein. Was Freunde erst in den Sigungen der letzten Wochen bewiesen hätten. der Herr Staatssekretär über die Tendenz unsres Antrags Auf diese denkwürdigen Sizungen am Freitag und Sonnabend will gesagt hat, trifft nicht zu. Diese Tendenz ist doch ganz ich nicht des näheren eingehen. Ich will nur feststellen, daß die sehr flar. Wir wünschen nicht, daß die Regierung ihr Disciplinar- unduldsamen Zurufe:„ Maul halten!" und„ Harlekin" von der rechten recht mißbraucht, das sie es gebraucht, um einen Beamten wegen Seite ausgegangen sind. Auf die Worte, die mich selbst angingen, will ich einer Handlung außerhalb seines Anits vor ihr Forum zu ziehen. nicht erst zurückkommen. Ich habe dem Herrn damals nicht geantwortet Der Beamte soll nicht das willenlose Werkzeug der Regierung und werde es auch heute nicht thun, wie ich überhaupt niemanden fcin. Der Beamte soll die gleichen Rechte haben wie die antworte, der mich anpöbelt. Was den Fall Arons anlangt, so habe brigen Staatsbürger. Er soll seine Ansichten unverblümt ich zu Hause eine Menge Zeitungsausschnitte, in denen verlangt wird, aussprechen dürfen. Das iſt die Tendenz unfres Antrags. daß nicht nur Arons, sondern auch der Rechtsanwalt Heine aus Abg. Dr. Müller: Sagan( fri. Vp.): Herr Abg. Oertel sagte vorhin, er möchte behaupten, daß Graf Mirbach im Herrenhaus niemals den Staatsstreich empfohlen habe. Graf Mirbach hat in der Sigung vom 28. März 1895 nach dent stenographischen Bericht gejagt: Mit Jubel würde es begrüßt werden, wenn die verbündeten Fürsten einen neuen Reichstag auf der Basis eines neuen Wahlrechts erstehen lassen würden ( hört, hört! links) und zwar unverzüglich.( Hört, hört! links.) Die Aufgabe sei schwierig, aber Alexander der Große habe noch eine schwierigere Aufgabe ohne Zögern gelöst. Was hatte Graf Mirbach dabei im Sinn. Doch nichts andres als die Lösung des gordischen Knotens. Den gordischen Knoten aber hat Allegander der Große mit dem Schwerte gelöst.( Sehr richtio! links.) Was bedeuten also die Worte des Grafen Mirbach anders als die Empfehlung des Patentamte berufsmäßig betreiben, von dem Vertretungsgeschäft Staatsstreiches.( Lebhafter Beifall links.) auszuschließen. Auf Rechtsanwälte und Vorsteher der Patentbureaus industrieller Firmen findet diese Vorschrift keine Anwendung. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Liebermann von Sonnenberg wird gegen die Stimmen der Konservativen und Antisemiten abgelehnt. Der Antrag Schmidt- Warburg wird gegen die Stimmen der Rechten und eines Teils der Nationalliberalen angenommen und mit diesem Zusa§ 2. Die§§ 3 und 4 werden debattelos angenommen.§ 5 wird nach dem Kommissionsantrag gestrichen. § 6 wird auf Antrag des Abg. Heine( Soc.) mit demselben Zusatz versehen, den§ 2 erhalten hat. Die folgenden§§ 7-17 werden debattelos angenommen. § 18 lautet: Der Präsident des Patentamts ist befugt, Personen, die ohne in die Liste eingetragen zu sein, die Vertretung vor dem Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 23. März. Opernhaus. Aida. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Die Tochter des Erasmus. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Hans. Hierauf: Der grüne Kakadu. Anfang 7 Uhr. Leijing. Als ich wiederkam Anfang 72 Uhr. Berliner. Freilicht. Anfang 71/2 Uhr. Nenes. Ein Ateliergeheimnis. Anfang 712 Uhr. Schiller. Gebildete Menschen. Anfang 8 Uhr. Westen. Fidelio. Anfang 72 Uhr. Thalia. Im Himmelhof. 72 Uhr. Anfang Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7 Uhr. Luisen. Der Millionenbauer. Aufang 8 Uhr. Central. 72 Uhr. Die Puppe. Anfang Carl Weiß. Der Minenkönig von Transvaal. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Cigarettenmädchen. Hierauf: Ein Studentenstreich. Anfang 8 Uhr. Victoria. Dichter und Bauer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Maria Stuart. Anfang S Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Die verkehrte Welt. 8 Uhr. Anfang Apollo. Specialitäten Vorstellung. Im Reiche des Indra. Anfang 7 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Die neue Herrin. 72 Uhr. 4 Anfang Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Urania. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Sternwarte. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv". Der Antrag Hoffmeister wird angenommen. Der Antrag Kirsch ist damit hinfällig geworden. Der so veränderte§ 18 wird angenommen, ebenso die übrigen Baragraphen des Gesetzes. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes betreffend die Be> strafung der Entziehung elektrischer Kraft. Das Gesez wird debattelos angenommen. Abg. Hoffmeister( frs. Vg.) beantragt die gesperrt gesetzten Worte, die die Kommission hinzugesezt hat, zu streichen. Unterstaatssekretär Rothe tritt für den Antrag Hoffmeister ein. Abg. Kirsch( C.) beantragt hinter die gesperrt gesezten Worte Schließlich wird der Initiativantrag der Elsaß- Lothringer auf einzufügen: soweit diese die Firmen vor dem Patentamt vertreten." Ne u regulierung der Wahlen zum Landesausschu Abg. Müller- Sagan( frs. Bp.): Die von der Kommission hinzu-| von Elsaß- Lothringen in dritter Lesung unverändert angefügten Worte ermöglichen eine Umgehung der ganzen Ordnung, genommen. die wir geschaffen haben. Die nicht in der Liste eingetragenen Nächste Sizung Freitag 1 1hr: Dritte Beratung der GePersonen brauchen ja blos Kellerfirmen zu errichten, um dann als feze über die Patentanwälte und den Diebstahl elektrischer Kraft; Vertreter dieser Firmen mit vollem Rechte als Patentanwalt zu Petitionen. fungieren. Ich bitte deshalb um Annahme des Antrags Hoffmeister. Schluß 634 Uhr. Urania Metropol- Theater. Taubenstrasse 48/19. Im Theater abends 8 Uhr: ,, Von den Alpen zum Vesuv:" Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Von Sonnabend, d. 24. d. M. ab: 35 Togo- Neger ( 28 Mädchen, 5 Männer, 2 Kinder.) Vorstellung um 11, 12, 312, 42, 51/2, 6/2, 7/2, 9 Uhr. CASTANS PANOPTICUM 165. Friedrichstr. 165. Im glänzend restaurierten Theatersaal: Vorführung lebender Photographien in Lebensgrösse. Der englische Riese nur noch kurze Zeit. In der Schreckenskammer Heinze, der Mörder. Thalia- Theater. Tel. Amt IVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. Täglich: Riefenlacherfolg! Im Himmelhof. Helmerding, Juntermann, Paulmüller. Anfang 7 Uhr. Morgen und folgende Tage: Im Himmelhof. Thomas, Thielscher, Sonnabend, den 24. März: Benefiz für Emil Thomas: Im Himmelhof. Schiller Theater Carl Weiss- Theater ( Wallner Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Gebildete Menschen. Boltsstück in 3 Aufz. v. Victor Léon. Sonnabend, abends 8 Uhr: Gebildete Menschen. Sonntag, nachmittags 3 Uhr Die Räuber. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Probepfeil. Gr. Frankfurterstraße 132. Täglich: 8 Uhr: Der Minentönig von Transvaal. Morgen und folgende Tage: Der Minenfönig von Transvaal. Vorzugsbillets haben Gültigkeit. Täglich um 9 Uhr 30 min.: Verkehrte Welt! mit der Hochoriginellen Weiber- Parade. Vorher: Das große März Specialitäten- Programm: Die 8 Diamants, Deltorelli-Trio, Fred Gillet, Sandor- Trio, Les Rissots, The Daytons, Mary Wolf etc. Anfang an Wochentagen um 8, an Sonntagen um 7½½ Uhr. Montag, den 26. März, abends 8 Uhr, bei Ballschmieder, Badstraße 16: Volksversammlung. Dr. L. Arons. 2. Disfussion. Tages Ordnung: 1. Die Bedeutung der Konsum- Genossenschaften für die arbeitende Klasse. Referent Genoffe [ 266/ 14*] Der Einberufer. Die Mitglieder werden gebeten, ant Sonntag, den 25. März, vormittags 8 Uhr, bet Gassmann, Grünthalerstr. 65 und bei Lietzke, Brunnenstraße 85 zur Flugblatt- Verteilung zahlreich zu erscheinen. Nehme die Beleidigung gegen Herrn Paul Schult hierdurch zurück. 626 Frau Winter. W. Noacks Theater, Brunnenstraße 16. Mutter und Sohn. chauſpiel in 4 Atten( 5 Bildern) von Charlotte Birch- Pfeiffer. Jeden Sonntag, Dienstag und nnerstag nach der Borstellung: Tanzkränzchen. Cirkus Busch. Sanssouci Nur noch furze Zeit! Heute Freitag, den 23. März 1900, abds. 71/ Uhr: Gala- Klown- Vorstellung. Zum 134. Male: Die Camorra. Außerdem: Equestrischer Karnevalszug. Amateur Konkurrenz Reiten. い 50 Mart Prämie. Abone& Campton, Kottbuserstr. 4 a. Freitag und Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag, den 25. März: Hoffmanns fonische Redturner. Die Grigory: Norddeutsche Sänger Troupe. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang: Wochentags 8 1hr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorverkauf 40 Pf. Wir von der Kavallerie. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Apollo- Theater. Im Reiche des Indra und 8 erstklassige Specialitäten. Beginn der Vorstellung 712 Uhr. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Sonntag, den 25. März, abends 6 Uhr, im Kolberger Am Oeffentl. Derlammlung Salon", Kolbergerstraße Nr. 23: " für Männer und Frauen. Tages Ordnung: aufgaben leiden nicht". 2. Distuſſion. 1. Vortrag des Genossen Dr. Frendenberg über: Die KulturNach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein 219/ 14* Der Vertrauensmann. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Sonnabend, den 24. März 1900, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner- Konferenzen: Für den Norden bei Dieke, Ackerstraße 123. Für den stent bei Wiedemann, 3orndorferstr. 53. Alle noch ausstehenden Bücher der Bibliothek sind sofort abzu: liefern. 111/18 Die Ortsverwaltung. Achtung! Achtung! Maurer Charlottenburgs. Sonntag, 25. März, nachm. 4%, 1hr, in der Gambrinus: Brauerei: Oeffentliche Versammlung Vorverkauf von 10-2 Uhr im der Maurer Charlottenburgs mit Frauen. Theater sowie beim„ Invalidendank" und„ Künstlerdank". Charlottenburg. Holzarbeiter! Hente, Freitag, den 23. März 1900, abends 8%, 1hr, in der ,, Gambrinus- Brauerei", Wallstr. 94: Versammlung. Tages Ordnung: Die Vorschläge des Einigungsamts. 81/15 Der Einberufer. Tilchler- Derein. Morgen Sonnabend nachmittags Sonnabend, den 24. März, abends 8 1hr, Melchiorstraße 15: 4 Uhr: Rübezahl und die geraubte Prinzessin. Kleine Preise. Cirkus Versammlung. Tages- Ordnung: Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. 198/6 い Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen B. Jahn. 2. Diskussion." Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Unter Mitwirkung des Maurergesellen- Gejangvereins„ Geselligkeit“ ( M. d. A.-S.-B.). 131/7 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. Centralverband der Zimmerer. Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 25. März, vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Agster über: Arbeiter- Krankheiten. 2. Bericht der Delegierten von der 4. Provinzialfonferenz. 3. Verschiedenes. Uut zahlreiches Erscheinen ersicht 254 8 Der Vorstand. Die Kameraden aus den Vororten werden zu dieser Versammlung eingeladen. Central- Theater Schumann. Teppich- u. Linoleumleger. Möbelpolierer. Die Puppe. ( La Poupée). in 3 Heute Freitag, den 23. März, abends präc. 71/2 Uhr: Hente, Freitag, den 23. d. Mts., abends 81/2 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, ſpiel von Dedonneau und Sturges Gr. außerord. Gala- Vorstellg. Deffentliche außerordentliche Mufit von Ed. Audran. Morgen und folgende Tage: Die Puppe( La Poupée). Sonntagnachmittag 3 Uhr zu halben Breisen: Die Fledermaus von Joh. Strauß. Belle- Alliance- Theater. 3. Gastspiel des Wiener Operetten: Ganz hervorragendes Programit. Auftreten sämtlicher nen engagierter Kunstkräfte sowie Auftreten jämtt. Klowns und Auguste mit ihren neuesten Entrees und Intermezzos. Neu! Nen: Ein musikalisches Entree von 60 Damen. Direktor Albert Schumann mit Dreſſuren. Theaters( Bühne ohne Männer). feinen anerkannt unerreicht dastehenden Zum 3. Male: Zum Schluß: Zunt 49. Male: Cigarettenmädchen. Dr. Faust. Operette in 1 Aft v. Gothon- Grüneke. Hierauf zum 3. Male: Versammlung. Tages Ordnung: Bericht über die Antwort der Firmen auf die Forderungen der Leger. Es ist Pflicht eines jeden, zu erscheinen. 676 Der Vorstand. Möbel- Offerte! Wegen Aufgabe werden Krausnickstr. 22, bei der Oranienburger: große Vorräte von strasse, Sof Fabritspeicher, Zimmer- Einrichtungen, sowie einzelne Stücke Spiegel und Botterwaren bedeutend unter dem Selbstkostenpreis verkauft! Frühstücks- Suppen Eine romantisch- phantastische Handlung Gemüse und Kraftsuppen Ein Studentenfreid. in drei Abteilungen vom HofballettOperette in 1 Att v. Gothov- Grünefe. Anfang 8 Uhr. meister A. Siems. Sonntag: 2 gr. Vorstell. Nachm. Bouillon- Kapseln Suppen- Würze MAGGI 31 lthr: Im Weihnachtsbazar, abds. stets vorrätig bei Georg Wernick, Friedrichsberg, Frankfurter Uhr: Dr. Faust. Jn beiden Bor: Allee 198. 7 Wilhelm- Theater. itellungen: Ein musikal. Entree Dresdenerstr. 96. Eröffnung: Sonnabend, den 24. März 1900: Die Cirkus- Fee. Operette in 2 Aften von E. Flesch. Musik von H. Scheidenhofer. Billetverkauf von hente ab im Theater: bureau. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Wiederholung der am Mittwoch mit großem Erfolg aufgenommenen Benefiz- Vorstellung. Auftreten der erstklassigen Kunst- Specialitäten. In Berlin noch nie dagewesen Clare Schäffer mit ihren 12 dressierten Ziegen. Um 8 Uhr: Direktor Wilhelm Fröbel in der Berliner Volts Operette Anf. 7 Uhr. Vorverf. v. 11-1 Uhr. Sonnabend: Frühlings- Jubel= fest. Frei Tanz Breisverteilung. Die neue Herrin. von 60 Damen. Nachm. 1 Kind frei. Reichshallen- Restaurant. Täglich: Rangert des Reichshallen- Orchesters. Mittwoch, 28. März: BenefizKonzert für den Kapellmeister Herrn Courths. Großartiges Novitäten Programm! 1. a.: ,, Reichshallen- Geister", neuestes Potpourri von Meyfel. ,, KicherZähne 2 M. Uhren 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen M. Plomben 1,50 M. Teilz. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf. Leipzigerstr. 130. Sprechst. 9-7. Aug. Stein Gold- u. Silberwaren Ringe Berlin SO., 177 Oranienstraße 177, Gde Adalbertstr. Einsegnungs- Schmucks mit Opalen, Türkisen, Perlen 2c. Lottchen"," Dumoreste.„ Benefizodzeits- Geldrenke [ 38902** in Alfenide vom billigsten bis feinsten Genre. 3. Wir beehren uns, ergebenst zur Anzeige zu bringen, dass sich vom 24. d. M. ab unser 12/ 6* Bureau in dem eigenen neu erbauten Hause der Gesellschaft Polka" von Courths 2c. Berlin W., Jägerstrasse 24 befindet. Postamt 56, Fernsprecher I. 2874, Hamburg- Bremer Feuerversicherungs- Gesellschaft. Die Verwaltung für die Provinz Brandenburg. Wilh. v. Feilitzsch. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, bei Breuer, Gr. Frankfurters straße Nr. 117: Große Versammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zu den Vergleichsvorschlägen des Einigungsamts. 146/3 Die Streifkommission. Verband der Sattler, Tapezierer und verw. Berufsgenossen. Sonnabend, den 24. d. Mis., abends 8½ Uhr, im Engliſchen Filiale Berlin I. Hof, Neue Noßstraße 3, Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Unfre Generalversammlung. 2. Berschiedenes. Filiale II. Treibriemen- Sattler. Sonnabend, den 24. d. M., abends 9 1hr, bei Buske, Grenadierstraße 33, Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Unfre Generalversammlung und Verbandsangelegenheiten. 2. Ver= schiedenes. Filiale III. Koffermacher und Täschner. Dienstag, den 27. d. M., abends 9 Uhr, bei Roll, Adalbertstraße Nr. 21, Regelmäßige Versammlung. Filiale IV. Militär- Effekten- Branche. Sonnabend, den 24. d. M., abends 9 1hr, Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Ratkowski über Prostitution. 2. Diskussion. Verschiebenes. 156/19 Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bitten Die Vorstände. Achtung! Sattler! Sonntag, den 15. April( ersten Osterfeiertag): Grosses StreichKonzert, ausgeführt von einer 20 Mann starken Kapelle unter Leitung ihres Dirigenten Herrn W. Guttmann, veranstaltet zu Ehren der anläßlich der Generalversammlung in Berlin anwesenden Delegierten des Verbands, abgehalten im grossen Saale des neuen Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Sestrede, gehalten vom Reichstags: Abgeordneten Herrn J. Auer, sowie Auftreten des Gesangvereins der Sattler Berlins. Nach dem Konzert großer Ball. Eintritt 30 Bf. Herren, welche am Tanz ilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 5 Uhr. Anfang des Konzerts 6 11or. Programm an der Kontrolle gratis. Billets sind in affen Zahlstellen Das Komitee. 31 yaben. Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. XII. Stiftungsfest am Sonnabend, den 24. März, im Lonisenstädtischen Konzert: haus, Alte Jakobftraße 37, BALL. Gesangsvorträge des Gesangvereins Nord",( M. d. Arb.- Sängerb). Freunde und Gönner des Kursus sind hiermit eingeladen. Billets sind bei den Unterzeichneten zu haben. Anfang 8% Uhr. Eintritt Herren 50 Pf., Damen 30 Pf. Voranzeige. Am zweiten Osterfeiertag, mittags 12 nhr, findet zum Besten der Arbeiter: Samariterfolonne eine Matinee im Palast Theater statt. Auftreten des gesamten Künstlerpersonals. Entree 25 Pf. Billets find bei den Unterzeichneten und an der Kaffe zu haben Programm gratis. 155/3 G. Hellmuth, Kassierer. Berlin O., Langestr. 22. E. Stein, Borsitzender, Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 40, Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Leder- Galanteriewaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Morgen, Sonnabend, den 24. März 1900 in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29: Feier des XIII. Stiftungsfestes Großes Vokal: n. Instrumental- Konzert ( Reues Berliner Konzert Orchester), Dirigent: Herr Ties, unter Mitwirkung des„ Buchbinder- Männerchors". Auftreten des ,, Berliner Ulk- Trio". Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten RosenowChemniz. Nach dem Konzert: Großer Ball in beiden Sälen. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Im großen Saat: Ballmusik von 2 Orchestern. Abendkasse findet nicht statt. Anfang 8 Uhr. Billet 20 Pr. Sämtliche Zahlstellen sowie das Bureau und die Bibliothek bleiben morgen abend geschlossen. Billets sind noch in unsrem Bureau bis morgen abend 6 Uhr zu haben. Bom Sonnabend, den 31. März 1900, befinden sich unser Bureau sowie Arbeitsnachweis und Bibliothek tut, Gewerkschaftshaus", Engel. Ilfer 15, II. Stage, Simmter 22. 21–22. Wegen des Umzugs bleiben die Bureauräume am Freitag, den 30. März, geschlossen. Die Ortsverwaltung. 23/15 Centralverband der Elektromonteure u. Berufsgen. Deutschlands( Sektion Berlin II). Sonnabend, den 24. März, in den ,, Flora- Sälen", Weberstrasse 17: Gr. Wiener Masken- Ball. Uhr. Um recht zahlreich Anfang 8½ U Der Vorstand. Billets sind im Vereinslokal Sophienstrasse 5 bei Hummel zu haben. 266/ 13* Für Dampferpartien und Ausflüge! Zum Sportshaus" in Ziegenhals bei Zeuthen. Neu eröffnet! ( Vorort- Station d. Görlitzer- u. Stadtbahn.) Gänzlich renoviert! Herrlich am Wald und Wasser gelegen, Dampfersteg. Bereine und Gesellschaften bitte recht zeitig anzumelden. Jede Auskunft, auch per Telephon, bereitwilligst. 38139* Hugo Engel, Berlin O., Tilsiterstr. 87. Tel.: Amt VII, 3242. Oscar Arnold, Hut- Engroslager nur Dresdenerstr. 116. Herrenhüte, weich • 1,50 steif ff. Haarfilz do. dd. Cylinderkite Chapeaux claques Kinderhüte Herren Mützen Kinder Mützen 2,50 3,3,50 4,- Mk. 2,50 3- 3,50 4, 5,- 5,50 6,-7, 4,6,8,- 10,- 12, 8,-10,- 12, 1,25 1.50 1.75 2. 0,40 0,50 0.60 0,75 bis 3 0,30 0,40 0.50 0.75 bis 3 198/ 01Lodenhüte, Jagdhüte, Turnerhüte etc. Billigste Dezugsquelle für Wiederverkäufer! 2,50 Bitte genau auf die Adresse zu achten, da ich keine Filialen nabe. Jedes Pfennig. 39 ,, Seeterrasse" Lichtenberg Röder- Strasse No. 6. Vergnügungs- Etablissement ersten Ranges( circa 14 000 Personen fassend). 91690 its Now y 4130* Eröffnung am 1. Osterfeiertag! 1228 Die breite Röder- Strasse verbindet das Steuerhäuschen an der Landsberger Allee mit Dorf Lichtenberg.- Von den Ringbahnstationen Friedrichsberg und Landsberger Allee, sowie den Haltestellen der Elektrischen Strassenbahnen ist das Etablissement ,, Seeterrasse" Lichtenberg zu Fuss in 10 Minuten bequem zu erreichen. Spielen SIE Omode Dann verlangen Sie gratis ufance den euesten Theater Kalaloo SED Der Kelzing enthalt: Leder Couples Deklan meninga Singeh oder deklamiren SIE? Charlottenburg. Die Spedition des„ Borwärts" und Buchhandlung befindet sich vom 19. b. M. an Sefenheimerstr. 1, Ecke Goethestraße, vorn 1 Treppe. G. Scharnberg. 23776* Charlottenburg. M. Schmerberg[ 3407 Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren und Goldwaren zu äußerst billigen Breifen. Optische Artikel. Shrlöcher werden schmerzlos gestochen. Anzüge ind Paletots von 30 M. an, liefert elegant sigend[ 39422* Reinhold Werner, Gr. Frankfurterstr. 70. Kl. Andreasstr. 12. Natur- Heilverfahren. Sant, Sarnn. Blasenteiden. Francu- Krankheit., heilt sicher ohne Berufsstäring.[ 39789 Walstraße 23. R. Wagner, 9-2,5-9,31.9-2 5 Kleine Anzeigen. Nur das erste Wort: Wort fett. Worte mit mehr als 25 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Basch Plättaustait billig zn ver faufen Alexanderstraße 12. ( 51 Gardinenhaus Große Frankfurter: Steppbeden am billigsten Fabrik straße 9, parterre. +119 Große Frankfurterstraße 9, parterre. Teppiche. Gardinen spottbillig Drebrolle zu verkaufen bei Grassow, Pfandleihe Neanderstraße 6. * Dunderstraße 6. +124 Betten, Steppdeden spottbillig Styriarad und Musilautomat Bfandleihe Neanderstraße 6.[ 11/9( großer) dringend verkäuflich). Restau Borjährige elegante Herren: Remontoiruhren, Regulatoren ration Wilhelmshavenerstraße 14. paletois und Anzüge aus feinsten spottbillig Pfandleihe Neanderstraße 6. Stoffen 25-40 Mart. Bertauf Sonn Fahrräder, zu folossal billigen abend und Sonntag. Berjandhaus Preisen, auch Teilzahlung, Fabrit Germania, Unter den Linden 21 II. Oranienstraße 33. Nusbaummöbel, ganze Wirtschaft, Fahrrad verkauft Graß, Rückert auch einzeln, spottbillig 3offenerstraße 12, Charlottenburg.+87 Straße 38, vorit II. rechts. 101K 59K* Fahrräder. Teilzahlung, mäßige Fahr Federwagen, zweirädrig, noch neu, preiswert zu verkaufen. Geltner, Rirdorf, Prinz Handjerystraße 11. 586 Fahrrad, billig, gut erhalten, Demminerstraße 13. Graumann. Nujzbaummöbel, gauze Wirtſchaft, Anzahlung. Lager vierhundert Bar Vermischte Anzeigen. spottbillig, auch einzeln, Gartenräder, einjährige Garantie, liefern straße 32a, I links. 77 dirett Privaten. Gebrauchte Fahrräder Deutscher Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes Anzeige. # Montag, den 19. März, starb an der Schwindsucht unser langjähriges Mitglied, der Schlosser Hans Simon. 111/17 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitags nachmittag, von der Leichenhalle des Emmans- Kirchhofs aus statt. Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlichster Liebe und Teilnahme, sowie für die zahlreichen Stranzspenden bei der Be erdigung meiner geliebten Frau und guten Mutter Augufte Schulz geb. Dietrich fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unfren innigsten Dank. Frit Schulz nebst Tochter. Möbel Spiegel u. Polsterwaren reell, zu soliden Preisen, empfiehlt H. Strelow, Tischlermeister Rixdorf, Richardstr. 116, am Dential. Schultze, Wasserthor- Str. 1/2. Behandlung aller Haut, Blajen und Harnleiden ohne Berufs störung. 3973L* Sprechstunden 9-2, 5-9. Bei Vorzeigung der Verbandskarten 10 Proz. Falbe, 44. Elsasserstr. 44. Behandlung aller Hant: n. Sarnleiden ohne Berufsstörung. Sprechst. 9 morg. bis 9 abends, Sonntag u. Donnerstag 9-3. Bei Vorzeigung der Verbands: tarten 10 roz. 39709 ! Fuselrein! muß es fein, was Ihr trintt. Unbedingt erfüllt diese Anforderung im höchsten Grade der Stralsunder Korn von Carl Sass, Getreidebrennerei, Stralsund. Vorrätig i. all. größ. Destillationen. Generaldepot Usedomstr. 31. Amit III 401.[ 39379 Hutlager 2 J.45A.Rosenblum 0,45 Gröffnung der 8. Filiale Spandauer Brücke 6 am Hackeschen Markt. Erite hiesige Filiale: Friedrichstraße 91/92. Haut- und Harn- Leiden heilt 39669 ohne schädliche Mittel E. Herrmann, Apotheker, Georgenkirch Platz Nr. 21. Sprechst. 10-12 1. 5-8. fur die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. 56b +145 Buchbinder- Arbeit jeder Art! Giu tüchtiger Schleifer( nuver Mamsells auf Staubmäntel. Bork fertigt Ferdinand Kleinert, W. Bülow heiratet) auf Fahrradteile wird sofort winkel, Demminerstraße 31. 23876 verlangt. Gefällige Offerten unter ftraße 56, 2. Hof parterre. 12 Vereine finden schöne nen Bruunshaab, Nytjobing Falster, Dan renovierte Vereinszimmer in Wernaus mart. Polierer auf Bettstellen verlangt. Restaurant, Schwedterstraße 23/24. Saal und Garten zu Sommer- Weißensee, Kronprinzenstraße 2 part. festlichkeiten, 500-1500 Personen Tüchtige Schriftmaler suchen Otto fassend, zu vergeben. +123 Grund u. Co., Firmenschilder- Fabrik, Waffergasse 3. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Jm Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen tosten 40 Pf. pro Zeile Achtung! Suche fleißige, redegewandte Herren 606 Gold: Farbigmacher verlangt leiftenfabrit Wolff, Dieffenbachstr. 33. Lehrlinge verlangt Goldleisten für den Verkauf eines leidt absetzbaren Artifels gegen gute Provision. fabrit Wolff, Dieffenbachstraße 33. Offerten unter F. K. 1000 an Suche für meine Metallgießerei Hiaasenstein& Vogler A. C., einen Werkführer unter B. M. Boft: Berlin W. S, Leipzigerstr. 31/32.[ 101/ Bis 10 M. Nebenverdienst Unterröcke, amt 18. Geübte Arbeiterin, [ 958* faffen. 496 Pfandscheine kanft Pfandleihe Maschinensticker, geübte, für so: Brinzenstraße 63. 90* fort bei hohem Accordlohn gesucht, Möbel, alte, Schlafsofas kauft Carl Birn, Dresdenerstraße 88/89. [ 107St Lazarus, Anklamerstraße 20. Ein tüchtiger Werkzeugmacher findet Vereinszimmer empfiehlt Lier, sofort dauernde Arbeit. Neu- Ruppiner зи vergeben u. Haupt. A 466 706 feb. Standes, auch Frauen. Patentbuser Ufer 63. verwertungs Gesellschaft Wolfftein Stepperin auf Singer Ring- A. 6.( Rückmarke beifügen.)[ 101/7 schiffchen- Maschine verlangt Filzschuh 596 geschäft, Ruppinerstraße 36. und dauernde Franen finden Augustabad. Röpniderstraße 60. Farbigmacher und FarbigmacheMöbel, bar und Teilzahlung, stets vorrätig. Imperial Fahrrad Bäder jeder Art für sämtliche Stranten: rinnen verlangt Rosenow, Schmid: Säumchen verlangt. Krüger, Soft tägl. Leicht u. anständig für Personen billigst. Frankfurter Allee 110, I. Ete werke, Dieffenbachstraße 33. 778* Straße 6. Königsbergerstraße. 2878 Quittungs- Marten und Kautschut Zeppiche mit Farbenfehlern, Stempel liefert seit 22 Jahren für Fabriklager Große Frankfurter tausende Stassen und Bereine Jean firaße 9, parterre. +119 Holze, Hamburg, Drehbahn 45. Verlag socialistischer Bilder. Illustrierte Bettstellen mit Matraßen, SchlafPreislisten gratis und franco. sichtisch, Spiegelspindchen, Spiegel, Partei 1898. Speisetisch 8,- Bertifow, Säulen trumeaux, Muschelbetten, Stühle, sofa, Muscheltleiderspind 20,- Aus: Fraktionsbild der socialdemokratischen Alte Jakobstraße 119.( 288K Fahrrad Fabrit„ Hermes", Bartel Vereinszimmer Nähmaschinen sämtlicher Systeme Görlizer Ufer 4. 1098 austragen. Meldungen vormittags rechts. Die Weißarbeiter der Firma lohnende Beschäftigung durch Zeitungs: Achtung! Stuccateure! 576 Lehrling verlangt Glasermeister 8-12 Jerusalemerstraße 48/49 parterre Hauer, Berlin, befinden sich im 12/5 Ausstand. Regulator, Nähmaschine, Teppich, ohne Anzahlung, wöchentlich 1 Mart, Elektrotechnik. 2. April praktischer Schäfer, Kantstraße 139. Fahrgeld: Betten, Gastrone, Pianino, Küchen 5jährige Garantie. Postkarte genügt. Abendkursus; 4. April theoretischer vergütigung. Plätterinnen im Hause verlangen Zuzug ist fernzuhalten! fachen umständehalber sofort spottbillig Landsberger, Landsbergerstraße 35. Abendkursus. Jackson, Alte Jakob: Farbigmacher gesucht. F. Wehner, bei hohem Wochenlohn Fischbein& Alle arbeiterfreundlichen Blätter verkäuflich Waldemarstraße 27, vorn I. Unterricht gratis.- Kein Laden.[ 686 straße 24. 616 Stallschreiberstraße 58. 656 Mendel, Leipzigerstraße 82.[ 216* werden um Abdruckt gebeten! Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Bading in Berlin. 666 Ur. 69. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 12. Sigung vom Donnerstag, den 22. März, = nachmittags 5 Uhr. Die Beratung des Stadthaushalts- Etats für 1900 wird an der Hand der Berichte des Etatsausschusses fortgesetzt. Ueber die Special Etats der Wasserwerke, Markthallen und der Hauptkasse der städtischen Werke referiert Stadtv. Michelet. Beanstandungen sind nicht erfolgt, dagegen wird folgende Rejo Iution vom Ausschuß vorgeschlagen: Den Magistrat zu ersuchen, die in Aussicht gestellte Borlage bezüglich der Pensionskasse der städtischen Arbeiter möglichst bald an die Versammlung gelangen zu lassen. Kämmerer Maaß teilt mit, daß die nach Abschluß des Etats veranstalteten Kohlensubmissionen ungünstige Resultate ergeben haben, und stellt anheim, den Etat der Wasserwerke mit 110 000 m. für Kohlenbedarf mehr zu dotieren. Stadtv. Dinse führt aus, daß die Verivaltung trotz der augenblicklichen Kohlennot in Deutschland keine Veranlassung habe, am Etat etwas zu ändern. Die Werke würden auch dies Jahr Ueberschüsse liefern. Freitag, 23. März 1900. sachlich hinwegzusehen bestrebt sind, hätten allen Grund, die Vor- findet sich im Besitz des Fiskus; hätten wir die Krone als Tage glatt anzunehmen. Sachliche Bedenken sind nicht erhoben Kontrahenten, so wäre diese Frage in einem der Stadt günstigeren worden. Ob wir der Krone einen Gefallen thun, weiß ich nicht, ist Sinne crledigt worden. mir auch gleichgültig.( Ruf: Na, na!) Je weniger wir öffentliche Debatte darüber machen, desto besser.( Aha!) Wir werden für Ausschußberatung nicht stimmen, da sachliche Einwendungen nicht erhoben sind. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag auf Ausschußberatung mit 65 gegen 58 Stimmen angenommen. Von der neuen Fraktion der Linken, Stadtvv. Dinse und Ges noffen, ist am 6. März folgender Antrag eingebracht: Die Versammlung ersucht den Magistrat, mit ihr in gemischter Deputation über die Lage beziv. Neuregelung des höheren und mittleren Schulwesens zu beraten, namentlich auch zunächst über die Einrichtung von Reformgymnasien, höheren Mädchenschulen, einer technischen Mittelschule usw. Stadtv. Dinse als Antragsteller stellt anheim, die Verhandlung darüber bis zum April zu vertagen. Die Versammlung ist damit einverstanden. In betreff der Urania Säulen und der Vermehrung der öffentlichen Uhren hat der Magistrat Vorschläge an die Ver= sammlung gelangen lassen. Stadtv. Singer: Herr Mommsen spricht von kleinlichen Eifersüchteleien; ich weiß mich davon frei, mir ist es auch gleichgültig, ob es sich um den Schloßplaß handelt, aber wir haben als Versammlung kein Recht, den Verkehr auf diesem Blaz erheblich einzuschränken.( Widerspruch.) Mir ist aus der Vorlage nicht flar geworden, weswegen der Magistrat die Vorgartenanlage auf dem Schloßplay machen will. Es scheint fast, als ob der Magistrat föniglicher ist als die königliche Hofverwaltung. Ich weiß nicht, ob Verhandlungen geführt sind, von denen wir keine Kenntnis haben; aus den uns bekannt gewordenen Verhandlungen geht nicht hervor, daß mit der vernünftigen Pflasterung des Es verbunden sein muß. Plages eine Gartenanlage ist Die Borlage geht auf Antrag Schwalbe an einen Ausschuß nicht unsre Sache 11113 über das Bestreben, das Schloß von zehn Mitgliedern. Hiernach wird wiederum burgartig abzuschließen, zu äußern; aber der Straßenraum, der in der Etatberatung fort Der heute für den öffentlichen Verkehr freigegeben ist, geht verloren, gefahren. Referent ist zunächst Stadtv. Dr. Preuß. der Kanalisationswerke und Rieselfelder ist wenn wir der Vorlage zustimmen. Für den Wagenverkehr ist Etat gerade dieser Streifen nicht zu entbehren. Kompensationen zu vom Ausschuß mit 13 641 282 M. in Einnahme und Ausgabe festfordern, sei der städtischen Verwaltung nicht angemessen, meint Herr gestellt worden. Auch hier ist bemängelt, daß in das Verzeichnis Mommien. Da haben wir doch glänzende Beispiele des Gegenteils der unterstützten Personen 3 Neubewilligungen eingestellt sind. an dem Fiskus; der rührt nicht den kleinen Finger für die Stadt Es soll dagegen durch folgende Resolution Stellung genommen ohne Stompensationen.( Sehr richtig!) Und welche großen Summen hat die Stadtverwaltung nicht schon in die Königstraße hineingesteckt! Auch der Abbruch der Häuser am Schloßplatz war ein Entgegenkommen gegen die Krone. Der ernste Wille des Fiskus ist es dagegen, den Berlinern den Botanischen Garten zu rauben. Und welche Summe hat der Fiskus s. 3. für das Haus am Molkenmarkt vont der Stadt gefordert! Num heißt es, man wolle Stadtv. Borgmann: Bei früheren Gelegenheiten hat der uns beweisen:" Der Schloßbezirk ist ein eigner Gutsbezirk, und Kämmerer gerade solchen Wünschen auf Aenderung der Etatssäße Ihr habt auf dem Schloßplaz gar nichts zu jagen!" Das feine Zustimmung versagt, da der Etat schon im September auf- werden wir abwarten. Thatsächlich soll auf einem der belebtesten gestellt sei und die heutigen Zahlen nur zu einem Durcheinander, Plätze Berlins der Verkehr beeinträchtigt werden. Der Schloßplatz zu einer Verwirrung führen könnten. Man hat auch auf den soll gepflastert, auch die Schloßfreiheit hergerichtet werden, aber böhmischen Kohlenstreit Bezug genommen. Die Löhne der Berg- weiterzugehen halten wir nicht für nötig. arbeiter haben den Kohlenpreis nicht in die Höhe getrieben, denn für die Arbeiter ist der Streik völlig verloren gegangen. Binnen furzem wird zweifellos eine Herabfegung und die Rückkehr zu einem normalen Preisniveau eintreten. Es sollte also an dem Statsansatz nichts geändert werden. Stadtvv. Liben und Jacobi empfehlen den Antrag des Kämmerers. Man müsse doch die Zahlen in den Etat segen, die der Wahrheit entsprechen. Stadtv. Bruns: Der Kämmerer hat sonst andre Ansichten bertreten. Wenn die Lebensmittelpreise fanken und wir entsprechende Ermäßigungen im Etat beantragten, hat er sich stets dagegen ausgesprochen. Wir können mit dem Etatsansatz auskommen. Kämmerer Ma a ß: Das angeführte Beispiel paßt nicht, da wir uns in jenem Falle an den mehrjährigen Durchschnitt halten. Stadtv. Dinse: Wenn jetzt Submissionen ausgeschrieben werden, so find die hohen Forderungen kein Wunder; nach vier Wochen werden sie wesentlich niedriger sein. Nach kurzer weiterer Debatte wird die Ausgabeposition für Kohlen dem Antrage des Kämmerers gemäß um 110 000 m. erhöht, die Resolution angenommen. Auch der Etat der Markthallen und der Hauptkasse der städtischen Werke wird genehmigt. Aus Anlaß der Anrampungen zur Victoria- Brüde follen auch den Eigentümern der Grundstücke Victoriastr. 19 und Königin Auguftaftr. 18 für die aus der Straßenanhöhung erwachsenden Nachteile Entschädigungen von 20 000 beziv. 27 000 Mart gezahlt werden. Die nicht fest angestellten technischen Lehrerinnen im Gemeindeschuldienst unterliegen nach dem neuen InvalidenversicherungsGesez der Versicherungspflicht; diejenigen Lehrerinnen jedoch. welchen die Anwartschaft auf eine Pension von mindestens 116 M. jährlich gewährleistet wird, bleiben bon der Versicherungspflicht frei. Der Magistrat will, um die Beiträge und die aus der Beitragspflicht erwachsende Arbeit zu sparen, den betreffenden 171 Lehrerinnen diesen Anspruch zusichern. Es liegt ein Antrag auf Ausschußberatung vor. Stadtv. Dr. Preuß: Der Antrag bezweckt augenscheinlich, das Minimum von 116 M. in 300 m. zu verwandeln, welcher Betrag schon jest in minimo an die nicht angestellten technischen Lehrerinnen gezahlt wird. Der Magistrat wird gewiß nicht anstehen, sich damit einverstanden zu erklären, daß wir ohne Ausschußberatung die Vorlage dahin verändern. Stadtv. Freudenberg: Für die unveränderte Vorlage werden wir keinesfalls stimmen, da wir den Lehrerinnen zwar einen Rechtsanspruch gewähren, aber sie thatsächlich schlechter stellen, ihnen den Anspruch auf die Rente nach einer höheren Lohnklasse rauben würden. Das Richtigste wäre Ausschußberatung. Oberbürgermeister Stirschner: Einen Rechtsanspruch haben die Damen nicht; es soll ihnen jetzt aus Anlaß des Invalidengefezes ein solcher gewährt werden. Zur Erhöhung des Minimums liegt fein Anlaß vor. Der Magistrat muß ja immer bedenklicher werden, folche Vorlagen zu machen, wenn jede Gelegenheit benutzt wird, eine Erhöhung herbeizuführen. Stadtv. Preuß schließt sich, nachdem seine Anregung auf so unerwarteten Widerspruch gestoßen, dem Antrage auf Ausschuß beratung an. erfahren. Die Kosten belaufen sich auf ca. 113 000 M. Stadtbaurat Krause: Herr Singer hat technische Bedenken gegen das Projekt erhoben. Bei der Schloßfreiheit- Regulierung konnte der Schloßplay noch nicht berücksichtigt werden. An den Bor besprechungen ist auch die Schloß- Bauverivaltung, vertreten durch Herrn Baurat Jhne, beteiligt gewesen, und dieser hat ausdrücklich auf die Fortführung des Vorgartens längs der Südfront als notwendig verwiesen. Die Bürgersteig- Sante braucht mur um drei Meter herausgerückt zu werden; es bleibt dann immer noch eine Breite für den Wagenverkehr, größer als die der Leipzigerstraße. Stadtv. Walla ch: Ich unterstütze den Antrag auf Ausschuß beratung aus den fachlichen Gründen. Wie steht es mit dem Grund und Boden? Sollen wir den abtreten oder bleibt er unser? Und wie steht es mit den Kosten der Einrichtung? Das muß alles aufgeklärt werden, und dazu ist ein Ausschuß notwendig. Ober- Bürgermeister Sirschner: Beurteilen Sie diese Vorlage gerade jo wie jede andre, lediglich aus, rein sachlichen Gründen.( Sehr gut!) Die Unterhaltung der Streifen liegt der Schloßverwaltung ob; die Ueberlassung der Streifen ändert an dem Eigentumsrecht der Stadt, soweit es besteht, nichts. Wenn es nötig ist, den Schloßplatz besser zu gestalten, so ist es nicht richtig, zuvor Stompensationen an andrer Stelle zu fordern. Wenn der Fiskus uns nicht entgegenkommt, so ist das leider richtig; aber der Fiskus ist ein ganz andres Rechtssubjekt als dasjenige, welches beim Schloßplatz in Betracht kommt. Von dem Inhaber der Krone kamn niemand behaupten, daß der Stadt in nicht angemessener Weise gegenübergetreten worden wäre; ich brauche nur auf die Aufwendungen von dieser Stelle für die Verschönerung Berlins zu verweisen, welche mit freigebiger Hand gegeben worden sind. Sehen Sie sich die Siegesallee an( 8wischenrufe), sehen Sie die Marstallfront an, jedem geht das Herz dabei auf.( Buruf: Dafür haben wir Millionen gegeben!) Nicht bloß im Interesse der Krone, sondern auch im Juteresse des Verkehrs ist das geschehen in der Königstraße. Stadtv. Dinse: Eine elektrische Bahn über die Linden ist für mich keine Kleinlichkeit. Es sind auch sonst noch zahlreiche fachliche Bedenken vorhanden, die eine Ausschußberatung rechtfertigen. Stadtv. Kyllmann protestiert gegen die Kompensationsforderungen. Als der Kaiser der Stadt das große Geschent der Ueberführung der Pferdebahn über die Linden machte( Stürmische Burufe) nun, doch jedenfalls eine Gabe ist teine Stompensation von jener Seite gefordert worden. werden: Die Versammlung ersucht den Magistrat, Neubewilligungen von Unterstügungen durch besondere Vorlagen zu beantragen. Ohne Debatte wird der Resolution zugestimmt und der Etat genehmigt. Bei den Etats für das höhere und mittlere Schulwesen hat man sich im Ausschuß auch über Herrn Jrmer unterhalten, der nach seiner Abstimmung gegen die Kanalvorlage gemaßregelt wurde, indem er seiner Hilfsarbeiterstelle im Kultusministerium verlustig ging, aber in sein Oberlehreramt nicht wieder eingetreten ist, vielmehr seine Pensionierung nachgesucht hat und sich zur Zeit gegen Erstattung der Vertretungskosten auf Urlaub befindet. Von der Wiederholung der vorjährigen Resolution betr. die Besserstellung der Zeichenlehrer hat man im Ausschuß Abstand ge nommen, da der Magistrat eine generelle Vorlage ankündigt, welche die zahlreich vorliegenden Anträge wegen Gehaltsaufbesserungen zum Gegenstand haben wird. Dasselbe ist hinsichtliche der TurnLehrer beschlossen worden. Stadty. Ist ein fragt, ob Herr Irmer auch in der Zeit von September bis Januar sein Gehalt als Oberlehrer bezogen hat, wo er Redacteur bei der Kreuz- Zeitung" war. Stadtschulrat Fürstenau giebt dahin Auskunft, daß Herr Irmer als Landtags- Abgeordneter selbst darüber zu entscheiden gehabt habe, ob er seine Lehrthätigkeit aufnehmen wollte oder nicht. Stadtv. IIIst ein: Jn der von mir erwähnten Zeit war der Die erteilte Auskunft ist also ganz Landtag nicht zusammen. ungenügend. Stadtv. Rosenow: Es scheint also, daß er in dieser Zeit sein Gehalt bezogen hat.( Stadtschulrat Fürstenau: Er hat Bertretungskosten bezahlt!) Stadtv. Dinse: Die Verhältnisse find anßerordentlich verworren. Jetzt hat der Herr seine Pensionierung nachgesucht, obwohl er vollständig gesund ist. In solchem Falle tritt man doch sonst ohne Pension aus. Stadtv. Stadthagen: Der Magistrat hat vielleicht Bedenken getragen, Herrn Irmer wieder den Unterricht der Kinder anzuvertrauen.( Heiterfeit.) Stadtv. Dinie beantragt die Annahme einer Resolution, wonach die Versammlung ihr Bedauern darüber ausspricht, daß Herr Irmer auch außerhalb der Session ohne zureichenden Grund unter Fortzahlung des Gehalts beurlaubt worden ist. Die Resolution wird abgelehnt, dagegen im Gegensatz zu dem Ausschußantrag die vorjährige Resolution betreffend die Erhöhung der Pflichtstunden der Zeichenlehrer auf Antrag Schwalbe wiederum angenommen. Beim Etat der Turnhallen kommt Stadtv. Borgmann auf die Anregung zurück, den Schulkindern die Schulhöfe mehr als bisher zum Spielen freizugeben, und ersucht, diese Frage nicht wie bisher der Entscheidung der einzelnen Rektoren zu überlassen. Stadtbaurat Bertram bemüht sich, darzuthun, daß auch bei dem heutigen System Erhebliches erreicht sei. Die Etats werden genehmigt. Ueber die Etats für die Gemeindeschulen und für den Hoch ban referiert Stadtv. Brun 3. verboten Bei der Besprechung des Gemeindeschul- Etats im Ausschuß ist mitgeteilt worden, daß, die rechtzeitige Genehmigung der abStadtv. Borgmann: Mit dieser Behauptung ist es nicht geänderten Lehrpläne durch das Provinzial- Schulkollegium vorausDieser Antrag wird jedoch abgelehnt und die Vorlage un- gethan. An der Südwestecke des Schlosses wird eine Verengung gesetzt, das sieben bezw. achtklassige Schulsystem verändert angenommen. geschaffen, die den Verkehr notwendig beeinträchtigen muß. zu Michaelis d. J. in die Erscheinung treten werde. Ueber die Der Schloßplatz joll umgepflastert und umgestaltet Bei der Verhandlung über die Schloßfreiheit hat auch der Petition der Schuldiener um Gleichstellung mit denen der höheren werden. Als Umgestaltung ist vom Magistrat die Anlage zweier er- Baurat Ihne einen Streifen verlangt, der drei Meter Lehranstalten ist der Ausschuß zur Tagesordnung übergegangen. höhter Schußinseln für die bequemere Betrachtung und Würdigung über das Eofandersche Portal hinausreichen sollte! Als die Stadtv. Kreitling beantragt, die Summe von 10 000 M. des Schloßbrunnens, dann aber die Herumführung des vor Universitätsstraße durchgelegt wurde, hat die Hofverwaltung für die Schulärzte zu verdoppeln; nur auf diese Weise der Westfront des Schlosses bereits durch Gemeindebeschluß von 1896 sich zur Ausdehnung des Opernhauses ein bedeutendes Terrain werde man den Beschluß der Versammlung gerecht. Es habe sich in einer Breite von 6 Meter festgelegten Vorgartens längs unentgeltlich abtreten lassen; so steht es mit der Behauptung, um 20 Schulärzte gehandelt, nicht um 10; wie viel Schulen jeder der Südfront des Schlosses geplant; es scheint der daß die Krone keine Kompenfationsforderungen erhebt.( Sehr gut!) zugewiefen erhalten solle, sei eine Sache für sich. Baudeputation und dem Magistratskollegium aus ästhetischen Und ein Gefchent soll die Genehmigung der Ueberführung über den Stadtschulrat Bertram: Der Magistrat hat nicht mit Gründen nicht empfehlenswert, diese Schmuckanlage an der Opernplay sein? Man konnte doch höchstens verwundert sein, daß 20 Schulärzten, sondern mit 20 Schulen den Versuch machen wollen. Südwestecke des Schlosses aufhören zu lassen. Die Verkehrs- im Zeichen des Verkehrs" diese Ueberführung so lange verhindert Nach einer Erwiderung des Stadtv. Kreitling wird sein erfordernisse auf dem Schloßplage werden durch eine solche Um- worden war! Antrag angenommen. gestaltung nach der Vorlage nicht die geringste Beeinträchtigung Oberbürgermeister ſeine Erklärung über die Frage des Prügelpädagogik zur Sprache und fordert energisch Abhilfe von Auf nochmalige Anfrage des Stadtv. Wallach wiederholt der Stadtv. Stadthagen bringt die Klagen über die Fortdauer der Stadtv. Dinse erinnert an den früheren Wunsch der Versamm- Eigentums an dem Vorgartenstreifen und fügt hinzu, daß, falls die der Schuldeputation. In der 155. Schule habe ein Lehrer den des Taschentuchs lung, an der Westseite des Schlosses eine Geleisbahn vorbeizuführen. Vorlage angenommen wird, auch die Schloßfreiheit- Anlage nach dem Kindern der Ober- I Klasse den Gebrauch Davon sei noch immer keine Rede. Auch die Besitzverhältnisse der Wünschen der Versammlung ausgeführt werden wird. sie direkt ( Heiterkeit!), zur Lüge und Heuchelei Schloßinsel seien nicht geklärt. Deshalb sei Ausschußberatung nötig. Stadtv. Rosenow fritt unter Bezugnahme auf die mit dem angehalten, ihnen mitgeteilt, wenn man viel Bier trinkt, so t- t Stadtv. Borgmann: Für Ausschußberatung bin ich fauch. Botanischen Garten gemachten Erfahrungen für Ausschußberatung ein. man; oder das ist so klar wie Sch- dreck". Auf die Klagen der Ohne weiteres ist zuzugeben, daß die Zustände am Schloßplaß einer Stadtv. Singer: Der Oberbürgermeister glaubt wohl, daß das Eltern sagte der Rektor, der Mann sei aus Ostpreußen, er werde ( Große Verbesserung bedürfen. Sehen wir uns aber den Plazz selbst an, Terrain der Stadt als Eigentum verbleiben wird, aber Genaueres fich diese Ausdrücke mit der Zeit schon abgewöhnen. Redner so müssen uns recht trübe Erinnerungen kommen. Entgegen der wissen wir darüber nicht und in der Vorlage ist nichts darüber gefagt. Heiterfeit.) führt noch weitere Aeußerungen dieses Mehrheit aller Sachverständigen und der Bürgerschaft ist das Terrain Die Façade am Marstall ist eine hervorragende Veranstaltung, welche Lehrers an. Die Schuldeputation habe das Benehmen des an der Schloßfreiheit in einer Weise bebaut, welche in teiner Weise der Krone auch kosten gemacht hat, aber der Stadt kostet sie 31/2 Mill.! Lehrers nicht gebilligt, aber auch den Knaben nicht umgeschult. den Erwartungen entsprach.( Unruhe.) Die Niederreißung der Der Oberbürgermeister hat auf das Geschenk in der Siegesallee hin- Gegen folche Lehrer müsse disciplinarisch vorgegangen werden, und Häuser am Schloßplat kostete die Stadt 1 700 000 M. und zwar blos gewiesen. Hat die Stadt Berlin bei der Ausschmückung mitreden dürfen? die Umschulung müsse in solchen Fällen erfolgen. Schon um ihres deshalb, weil die Achse der Kurfürstenbrücke nach Süden verlegt wurde ich weiß nicht, ob sie nicht andre Gegenstände gewählt hätte, als die eignen Ansehens willen müsse die Schuldeputation einschreiten, jedenim Gegensag zu einem früheren Gemeindebeschluß. Die Folge Berherrlichung von Markgrafen und Surfürsten. Wir halten daran falls werde das Provinzial- Schulkollegium energischer vorgehen. war die Niederreißung der Häuser in der Königstraße; im ganzen fest, daß der Verkehr ungebührlich durch die beabsichtigte Umgestaltung Stadtschulrat Bertram: Der betreffende Lehrer ist erst kurze haben wir 6 Millionen zu zahlen gehabt. Für diese Munifizenz, beeinträchtigt wird. Wäre bloß die Pflasterung vorgeschlagen, so geit hier; wir haben auch einmal einen Lehrer aus jener Gegend welche dem Marstall die Möglichkeit einer großartigen Façade gab, wäre von feiner Seite ein Ausschuß für notwendig erklärt worden. genommen.( Heiterkeit.) Das Recht, daß jeder Vater die fönnen ohne daß ein Pfennig für das Bauterrain gezahlt wurde, vermögen Die erfreuliche Mitteilung, daß die Forderungen der Krone schulung verlangen wir im Interesse der wir in der Behandlung der städtischen Behörden von der andern auf nicht mehr aufrecht der der aus Schloßfreiheitseite erhalten Disciplin nicht zugestehen. Ob die Quelle, Seite in den letzten Jahren keinen Gegenwert zu erkennen.( Sehr werden follen, venit diese Vorlage durchgeht, beweist Vorredner schöpft, ganz rein ist, läßt sich hier nicht feststellen. richtig!) Wenn solche Wünsche an uns herantreten, dann bieten sie doch nur, daß auch diese Vorlage auf Kompensationen beruht. In der In Bezug auf die Disciplinierungsbefugnis gegen die Lehrer sind die einzige Möglichkeit, Wünsche, welche die Bürgerschaft seit Vorlage steht auch davon nichts. uns die Hände sehr gebunden. Es ist ein gerichtliches Verfahren langen Jahren hegt, z. B. die Durchlegung der Straßenbahn durch Oberbürgermeister Kirschner: Nicht für die Marstallfaçade, eingeleitet, dessen Ausgang müssen wir abwarten. die Charlottenstraße über die Linden oder die Beseitigung des Reit- sondern für den bessern Verkehr sind die Aufwendungen der Stadt Stadtv. Stadthagen: Dieser Lehrer hat den Eltern abweges, vorzubringen. Diese Dinge müssen im Ausschuß eingehend gemacht worden. leber die Auffassung des Herrn Singer bezüglich gebeten und um Zurückziehung des Strafantrags ersucht. Auf die beraten werden. der Siegesallee wundre ich mich nicht, aber wir können dem Ablehnung hat er dem Knaben in der Klasse erklärt, er werde sich Stadtv. Mommsen: Wir begrüßen unsrerseits die Vorlage Geschenkgeber feine Vorschriften über die Ausführung des Geschenks nicht wieder soweit erniedrigen, sich zu Lenten, die im Keller wohnen, mit Freude und sehen darin eine glückliche Lösung der bestehenden machen. Die große Mehrheit ist dem Kaiser außerordentlich dankbar herabzulassen.( hört! hört!) Roheit der Lehrer muß aus der Schwierigkeiten. Es ist durchaus angemessen, daß die Stadt für das Geschenk auch in der Gestalt, wie er es uns gemacht Schule verbannt werden. der fann, inRücksicht darauf nimmt, daß der Schloßplaz am Schloß liegt, daß hat.( Bravo!) Ich hoffe, daß diejenigen, die an der Aus- Stadtschulrat Bertram zieht sich abermals auf die Zwangsdas Schloß in der Weise hervorgehoben und vom Stadtverkehr führung Anstoß nehmen, vereinzelt sind. Ueber die Verkehrs- lage zurück, in welcher sich die Schulverwaltung bezüglich der Schulgetrennt wird, wie es sich gehört. Diejenigen Mitglieder der Ver- verhältnisse auf dem Schloßplatz bin ich vollständig beruhigt. Der disciplin angesichts der wechselnden Stimmungen im Unterrichtsjammlung, welche über solche kleinliche Eifersüchteleien sich Botanische Garten hat mit der Krone gar nichts zu thun, er be- I ministerium befinde. Stadtb. Borgmann beschwert sich über den Mißstand, daß plans die Beschlüsse der Kommunalverwaltung betreffend die würdige 158 Stimmen zum Gemeindevertreter gewählt. So geht es aller immer noch gemischte Klassen bestehen, welche zwei Abteilungen Herstellung der Gräber der Märggefallenen vorzubereiten. orten vorwärts! mit verschiedenem Pensum haben. Ein solches System sei völlig sei vorzulegen. rückschrittlicher Natur. Eine Nachweisung über die Zahl dieser Klassen Stadtschulrat Bertram: Die Jufinuation, als ob die Volksschule, weil sie Voltsschule sei, schlecht behandelt werde, muß ich entschieden abweisen. Solche gemischte Klassen kommen auch in den höheren Schulen vor. Stadtv. Borgmann: In den letzteren sind sie längst beseitigt. In den sechsten Klassen kann ein Lehrer oder Lehrerin nicht 70 Kinder in zwei Bensen mit irgend welchem Erfolg unterrichten. Gegen 10 Uhr wird die Etatsberatung abgebrochen. Tokales. mittag der Verkehr auf der Stadt- und Ringbahn zwischen unser Kandidat Genosse Müller mit 68 gegen 278 Stimmen. Durch einen Brand in einem Stadtbahnbogen wurde gestern In Tempelhof unterlag bei der Gemeinderatswahl den Stationen Lehrter Bahnhof und Bellevue Fünfviertel Stunden Es war dies der erste Versuch, der von unsrer Seite gemacht wurde. lang unterbrochen. In dem Bogen Nr. 380, der von der Glas-, Schöneberg. In der zu Mittwoch auberaumten ExtraPorzellan- und Steingutfabrit von Heim n. Herzfeld benutzt wird, sigung der Stadverordneten Versammlung ge lagerten zahlreiche Packfiften, die mit Stroh gefüllt waren. Diese gelangte der Gesamtetat mit 4 036 139 2. in Einnahme und rieten gestern mittag um 1134 Uhr aus noch nicht aufgeklärter Ausgabe zur einstimmigen Annahme. Die Versammlung nahm soUrsache in Brand. Die Flammen loderten, von einem ziemlich dann Kenntnis von der Magistratsvorlage, betreffend die Einstarken Winde angefacht, bald hoch empor und schlugen über den längerer gemeindungs- Angelegenheit von Friedenau. Nach Erörterung wurde folgende Resolution fast cinBahnkörper hinweg. Ein von der Stadt herkommender Zug kehrte stimmig angenommen: „ Judem die Stadtverordnetent= Bervor den Flammen sofort um, ein andrer, der vom Tiergarten her fammlung die Eingemeindung von Friedenau in Schöneberg fam, versuchte zunächst, hindurch zu fahren, gab aber den Verfuch im öffentlichen Interesse und angesichts der thatsächlichen Vers bald auf und fuhr ebenfalls zurück. Die Feuerwehr löschte die hältnisse auf dem Gebiet der" Gemeindeverwaltung, Vom socialen Pflichtbewußtsein des Unternehmertums. Flammen mit Handdruckspritzen und verhinderte ein Uebergreifen des der Sanalisation, der Schulen, der Verkehrs- Ein Das königl. Polizeipräsidium teilt mit: Gemäß§ 120a it. ff. der Brandes auf die an den Bahnkörper angrenzenden Schuppen. Um richtungen, der Polizei usw. für dringend geboten hält, Gewerbe- Ordnung, find die Gewerbeunternehmer verpflichtet, die 1 Uhr wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Der ausgebrannte Staatsbehörden schon im Hinblick auf die von diesen früher gemachten Arbeitsräume, Betriebseinrichtungen, Maschinen und Gerätschaften Bogen scheint demnach unter der Hize nicht allzu stark gelitten zu Zusagen nötigenfalls durch persönliche Vorstellungen weiter zu vers so einzurichten und zu unterhalten, daß die Arbeiter haben. folgen." Eine recht lebhafte Debattezeitigte ferner die Anfrage der Stadtvv. gegen Gefahren für Leben und Gesundheit Von einem Passagier der Stadtbahn, der in der kritischen Beit Haase und Genossen über die Ausübung der Fleischbeschau soweit geschützt sind, wie es die Natur des Betriebs die Strecke befuhr, wird dem B. T." folgendes mitgeteilt: Unser feitens der Stadt und die Erbauung eines Schlachthauses. gestattet. Insbesondere iſt für genügendes Licht, aus Bug, der von Bellevue nach Station Lehrter Bahnhof unterwegs Der Bürgermeister erklärte, daß der Magistrat nach passenden reichenden Luftraum und Luftwechsel, Beseitigung des bei war, hielt plöglich an der Paulstraße. Als ich an das Fenster trat, Terrains Ilmschau gehalten, jedoch nichts gefunden habe. Außerdem dem Betriebe entstehenden Staubs, der der dabei entwickelten um nach der Ursache des plöglichen Haltens außerhalb der Station sei die Stadt augenblicklich mit so wichtigen Projekten, Dämpfe und Gafe, sowie der dabei entstehenden Abfälle Sorge zu zu sehen, schlugen mir die hellen Flammen entgegen. Unser Zug Krankenhaus ze. beschäftigt, daß sich die Hinausschiebung des Banes tragen. Ebenso find diejenigen Vorrichtungen herzustellen, welche sowie zwei andre, die vor ihm an der Brandstelle hielten, erhielten empfehle. Zur Frage der Fleischbeschau benerfte er, daß diese zum Schutze der Arbeiter gegen gefährliche Berührungen mit fofort Konterdampf und fuhren nach Station Bellevue anrüd. nur durch den Bau eines Schlachthauses und Erlaß eines ent Maschinen oder Maschinenteilen oder gegen andre in der Natur Die Rauchentwicklung war so kolossal, daß man innerhalb sprechenden Ortsstatuts in städtische Verwaltung kommen könnte. oder Betriebsstätte oder des Betriebs liegende Gefahren, des Bahnhofs Bellevue kaimi atmen fonnte. Um 11 Uhr techt bezeichnend für den engherzigen Unternehmerstandpunkt mancher namentlich auch gegen die Gefahren, welche aus Fabrik 51 Minuten mußte der gesanite Bahnverkehr, sowohl Stadtbahn wie Herren war eine allen Ernstes gethanene Aeußerung des Stadtv. bränden erwachsen können, erforderlich find. In Anlagen, Vorort- und Fernbahn, unterbrochen werden. Das Publikum, das in den Bal. Fröhlich:„ Die Errichtung eines Kranten deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiter sich gefährdeten Stadtbahnzügen fuhr, verhielt sich ganz musterhaft ruhig. hauses bringt Nichts ein!" umtleiden und nach der Arbeit sich reinigen, müssen ausreichende, rozdem aus dem brennenden Stadtbahubogen die Flammen hoch nach Geschlechtern getrennte Ankleide- und Waschräume vor über den Oberbau emporschlugen, war von feiner Panik die Nede, handen sein. Die Bedürfnisanstalten müssen so eingerichtet fondern in vollster Ruhe vollzog sich die Entleerung der Züge am sein, daß sie für die Zahl der Arbeiter ausreichen, daß den An- Bahnhof Bellevue. forderungen der Gesundheitspflege entsprochen wird und daß ihre Benutzung ohne Verlegung von Sitte und Anstand erfolgen kann. Ein Opfer des Straßenbahndienstes. Traurige Folgen hat ein Zusammenstoß zwischen einem elektrischen Ringbahnwagen und Diesen Anordnungen wird in vielen, namentlich älteren gewerb einem Brauerwagen gehabt, der sich Mittwochnachmittag am Straus lichen Anlagen noch nicht hinreichend entsprochen. Das berger Platz zutrug. Der Kutscher Wilhelm Müller, ein braver und Polizeipräsidium, dem die Pflicht obliegt, auf die Durchführung der pflichttreuer Mann, war seit neun Jahren bei der Großen Pferdegesetzlichen Bestimmungen hinzuarbeiten und namentlich dafür zu bahugesellschaft angestellt und zuletzt mit der Führung eines forgen, daß die verlangten Forderungen in neu zu errichtenden An- elektrischen Ringbahnwagens betraut. Am Mittwoch hatte er das lagen berücksichtigt werden, bringt deshalb die gefeßlichen Be- unglück, mit einem Lichtenberger Brauerwagen zusammenzustoßen. stimmungen in öffentliche Erinnerung. Da nachträglich bauliche. Aenderungen in Es ging dabei verhältnismäßig gut ab, nur einige Scheiben des schon im Betriebe befindlichen ge- Straßenbahnwagens wurden zertrümmert. Obwohl Müller keine werblichen Anlagen in der Regel unliebſame Betriebs störungen und größeren Kostenaufwand verursachen, jo liegt wiederholt Spuren von Nervofität gezeigt hatte, wegen seines Miß Schuld trifft, so geriet er, nachdem er in der letzten Zeit schon es in Interesse der Gewerbe Unternehmer, die gesetzlichen geschicks dennoch in eine sehr große Aufregung. Seit vorgestern Forderungen von vornherein zu berücksichtigen. Diejenigen Gewerbe- abend vermißte man ihn. In der Nacht hat er sich erhängt. unternehmer, die über das Maß dieser Forderungen nicht genügend Auch dieser traurige Fall wird dazu beitragen, daß die Stadtunterrichtet find, seien darauf hingewiefen, daß die zuständigen verordneten- Versammlung die Arbeitsverhältniffe bei der als rüdsichtsGewerbe- Aufsichtsbeamten bereitwillig eingehende Auslos und hartherzig verrufenen Gesellschaft erträglicher zu gestalten funft geben. Zu diesem Zwecke, sowie zur Auskunft über andre die omd Gewerbe- Aufsicht oder die Dampffesselprüfung betreffende Angelegen beiten sind die Beamten der ersten Gewerbe- Inspektion, Mariannenplazz 21, der zweiten Gewerbe- Inspektion, Georgenkirchplatz 21, und der dritten Gewerbe- Inspektion, Calvinstr. 24, in ihren Diensträumen am Dienstag und Freitag jeder Woche von 12/2 bis 1/2 Uhr bestimmit anwesend. Friedrich Wilhelm II. Gestern sind vier Statuen auf einmal in der Siegesallee enthüllt worden. Eine stellt einen Fürsten dar, der Heinrich das Kind betitelt ist. Ueber die Feierlichkeit bei diesem Bildwerk berichtet das„ Berl. Tgbl.": trachtet. haben die Hausbefizer bekanntlich beschlossen, an ausständige Vom Uebermut der Handagrarier. In Nüdersdorf Maurer feine Wohnungen zu vermieten. Dazu äußern sich die Maurer in einem„ Eingesandt" im„ Lokalbl.":" Wenn wir keine Wohnung mehr bekommen, so wohnen wir eben im Freien, denn es geht zum Sommer, und zum Winter faufen wir uns Schloß Secbad, bauen es aus( denn wir haben ja Zeit genug und gründen eine Maurerkolonie. Wir haben also durchaus keinen Grund zu Befürchtungen und wünschen den Hausbefizern viel Glüď zu ihrem Boykott." Die Wahl des Stadtrats Lautenschläger zum Beigeordneten ist Die starke Regierung. Aus Eberswalde wird berichtet: von der Regierung nicht bestätigt worden. Herr Lauten schläger ist seit längerer Zeit Stadtrat und seit dem vorigen Jahr der freisinnigen Volkspartei eine führende Rolle gespielt. Ehrenbürger der Stadt. Er hat unter den hiesigen Mitgliedern Vermischtes. Zum Koniger Morde. Die Staatsanwaltschaft hat auf die Ermittelung des Mörders eine Belohnung von 700 m. aus Der Hund der flüchtigen Maffense Fischer hat wie uns gefeßt und die Polizeiverwaltung hat die zuerst ausgefegte auf ein Berichterstatter gegenüber andren Mitteilungen schreibt die 1000 M. erhöht. Die Haussuchungen werden fortgefeßt, so fand am Reichshauptstadt noch gar nicht verlassen. Die F. hatte vor Antritt 21. März eine solche bei dem Kantor der jüdischen Gemeinde statt. ihrer Flucht den Hund dem deutschen Tierschutzverein zur Pflege über Nach einer dem Grandenzer Geselligen" zugegangenen telegraphischen geben und sodann von New York aus einmal Unterhaltungskosten Meldung ist im Mönchsee, in dem der erste Fund von Leichenteilen trag wie auch den Wert des Hundes überstiegen, ist das Tier, eine gefunden worden. gefandt. Nachdem aber die Verpflegungsgebühren den gesamten Be- gemacht wurde, ein Oberschenkel in der Nähe der Synagoge prächtige deutsche Dogge, verkauft worden. Die Behörde wird, falls Feuersbrünste. Aus Lemberg wird gemeldet: In sie das Angebot" der Fischer acceptiert, das Geld für die Reise nicht Kolbuszowa brach auf dem Ringplatz ein Brand aus, ant diese selbst aushändigen, sondern die Kosten durch das deutsche welcher infolge des herrschenden Sturmwinds rasch um sich Der Liebreiz in den zarten Zügen des jungen Markgrafen bewog Konsulat in New Yort erlegen lassen. Hierdurch wird jedenfalls ver- griff und etwa 200 Gebäude, darunter die Schule, das den Kaiser zu der lächelnden Aeußerung:" Na, da werden ja unsre hindert, daß die F., wie es vielleicht ihre Absicht ist, die hiesigen Be- Vikariat und das Katasterbureau einäscherte. Die Aften dieses Mädchenpensionate wieder schwärmen und dichten können." hörden um den geforderten Betrag prellt. Bureaus wurden gerettet. Es sind 600 Familien brots und obdachlos Weiter heißt es im Berl. Tgbl.": Die letzte Gruppe, die eingeweiht wurde, war die von Professor Brütt. Vor den Angen seiner Braut versuchte sich Donnerstag der geworden. In Cieszanow brach, während die Feuerwehr in Sie hat ihren 23 Jahr alte, aus Danzig gebürtige Buchhalter May Maslowsti zu einem Nachbarort beschäftigt war, ein Brand aus, welcher zehn Standort jenseits der Straße und den König Friedrich erschießen, der bei der Allgemeinen Elektricitätsgesellschaft be- Häuser, darunter das Postgebäude und die Apotheke zerstörte. Bei Wilhelm II. zum Mittelpunkt. Kaiser besonderes Wohlgefallen und drückte dem Künstler hatte mit einem Mädchen aus der Usedomstraße ein Verhältnis, das bei den Rettungsarbeiten. An dieser Statue fand der schäftigt war und in der Ackerstr. 124 wohnt. Der junge Mann beiden Bränden beteiligte sich das Militär in hervorragender Weise immer wieder seinen Beifall aus. Bei der Besichtigung der nicht ohne Folgen blieb. Da er sich nun des Mädchens zu entAdelaide und Sidney find, wie aus Melbourne teleBüste des Großkanzlers v. Carmer berief der Kaiser den anwesenden ledigen suchte, machte dasselbe ihm häufig Scenen. Bevor er sich aber graphiert wird, als pestverseucht erklärt worden. Nachkommen, Majoratsherrn Carmer auf das Plateau und sprach mit mit ihr entgültig auseinandergeiezt hatte, ging Maslowsli bereits ihm über seinen Urgroßvater. Und als sich der Kaiser dann zur mit einem Fräulein S. aus Köpenick, der Tochter eines Wäschereizweiten Büste, zu Immanuel Kant, wandte, ließ er sich mit befizers, cin Verlöbnis ein. dem Kultusminister in ein längeres Gespräch über den Königsberger Philosophen ein. Das Verhältnis des bedenkmalten Königs Friedrich Wilhelm II. und seines frommen Kultusministers Wöllner zu dem Königsberger Philosophen ist in Nr. 65 vom Dienstag dieser Woche an der Hand des in Betracht kommenden Aktenstücks von uns in Erinnerung gebracht worden. Eine Nebenfigur. Man schreibt uns: Die beste und marfanteste Nebenfigur, der hervorragendste Beitgenosse und ein würdiger Vertreter der Wöllnerschen Zeit, wäre doch eigentlich nicht G. 3. Kant, sondern der Kammerdiener Niez! Rich war der Heinze des achtzehnten Jahrhunderts. Warum schuf der Bildhauer für diesen Mann keine Statue? Sie braucht ja nicht nackt zu sein! der Als aber seine Braut von seinen Marktpreise von Berlin am 21. März 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Str. 15,10 14.-| Schweinefleisch 1 kg 1,60 1,10 Moggen Futter- Gerste Hafer gut AL früheren Beziehungen Kenntnis erhielt, war sie sehr aufgebracht und de lobung schriftlich rückgängig. Maslowski geriet über den Absagebrief wollte nichts mehr von ihm wissen. Vorgestern machte sie die Berin große Aufregung. Gestern ging er nicht ins Comptoir, sondern fuhr nach Köpenick. Aber alle seine Versuche, Fräulein S. zu einer Sinnesänderung zu bewegen, scheiterten. Stun griff der Berschmähte vor ihren Augen zum Revolver und schoß sich in der Herzgegend eine Kugel in die Brust. Ein Arzt legte dem Schwerverletzten einen Verband an und ein Wäschereikutscher brachte ihn dann mit dem Köpenicker Krankentransportwagen nach Berlin in eine Anstalt. # 14,20 13,70 Stalbfleisch 14,- 13, Hammelfleisch 14,30 Butter 1,60 1, " " 1,60 1, 15, 2,60 " mittel gering Nichtstroh 14,20 13,50 Gier 60 Sind " 4, 2,50 13,40 12,80 Karpfen " 1 kg 2,20 1,20 # 4,50 4,- Aale 3, " 7, 4,10 Bander " " 2,50 40, 25,- Hechte " " 1,80 45, 25, Varsche " " 1,80 0,80 70, 30, Schleie 2,80 1,20 " " Kartoffeln, neue 7, 5, Bleie 1,20 0,80 Hel †) Erbsen †) Speisebohnen †) inien 1,60 1,20 Krebse per Schod 12,- 4, Rindfleisch), Kente 1 kg do. Bauch 1,20 1, *) Ermittelt pro Tonne von der Centralftelle der Breuß. Landwirtschaftskammern Notierungsstelle und ungerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppelcentner. +) Kleinhandelspreise. in criter Reihe das Belle Alliance Theater, das im Zu den Theatern, die das Mitleid Herausfordern, gehört wohl Schatten der großen Dragonerfaserne dies Jahr besonders siech Die Ausstandsklausel scheint trotz allem noch in unternehmer- dahinfümmert." Bayrische und plattdeutsche Dialektspieler haben sich freundlichen kommunalen Streisen herumzuspuken. Zur Stellung der neuerdings bemüht, die achtlos Vorübergehenden zu bannen vers städtischen Bandeputation in Sachen der sog. Ausstandsklausel wird geblich. Was solchen Künstlern nicht gelungen, wird, wie wir Produktenmarkt vom 22. März. Getreide. Die Tendenz Bosi. 8tg." noch geschrieben: Die Baudeputation des fürchten, auch der neuen weiblichen Truppe nicht möglich sein, die des heutigen Getreidemarkts war im allgemeinen unentschieden. Am FrühMagistrats hat deshalb die Ausstandsklausel nicht ohne weiteres in unter der Leitung des Direktors Grünefe als Wiener Ope- markt neigte Weizen zur Abfchwächung auf schwächere Preisnotierungen in die Submissionsbedingungen aufnehmen können, weil ihr Wortlaut retten Theater mimt. Die von diesem Herrn komponierte New York und Chikago, während Roggen unter dem Einfluß des einge der Korrektur bedarf. Ohne Zusammenhang mit den Musik ist bei weitem nicht das schlechteste an den beiden am Mitt- tretenen Ostwinds und der Meldungen über Nachtfröste eher eine Kleinigkeit Statuten ist es leicht möglich, sie mißzuverstehen. Damit der Wortwoch aufgeführten Operetten. Sie sprudelt zwar nicht von fester war. Das Angebot in effektiver Ware trat etwas weniger dringlich Der Mittagsmarkt verlief lant der Klansel festgesetzt werde, hat die Baudeputation eine Originalität über, ist aber flott zusammengestellt. Aber die Damen, sehr ruhig bei behaupteten Lieferungspreisen. Durchschnittlich war Weizen hervor, auch war mehr Nachfrage vorhanden. Kommission gewählt, die mit den Delegierten des Verbands der welche die Musik fingen, setzen so bescheidene Ansprüche bein unverändert, Roggen eine Kleinigkeit fester. Am Mehlmarkt war das GeBaugeschäfte von Berlin und den Vororten hierüber beraten wird." Publikum voraus, daß sie ernsthaft leider nicht gut in Betracht schäft sehr fein. Weizenmehl war überhaupt nicht gefragt; Roggenmeht Wie stimmt das zu der von uns kürzlich berichteten Erklärung des fommen können. Einiges Interesse erweckte ihres Juhalts wegen wurde 0,05 m. besser bezahlt, Safer verkehrte in schwacher Saltung. Rüből Stadtbaurats Hoffmann? die erste der Operetten Cigaretten Mädchen". Gegenstand behauptete seine gestrigen hohen Preise. Spiritus loco 70er 48,60 m. Umfaz circa 10 000 Liter. O, jerum! Verschiedene Blätter bringen folgende Zuschrift: der Handlung ist ein Streit in einer t. t. öftreichischen CigarettenKartoffelfabritate. Feuchte Kartoffelstärke 10,50 M. Ia rcine Auf die Nachricht verschiedener Zeitungen von der Niederlegung fabrik, bei dem die staatlichen Vertreter der gottgewollten Ordnung Kartoffelstärke disponibel und März 19.75 M., April Mai 20-20,25 M. Abeiner großartigen Blumenspende mit der Aufschrift:„ Den Kämpfern wenigstens nach preußischen Begriffen despektierlich schlecht davon- fallende prima Qualitäten Stärke und Mehl bisponibel 17,50-18,50 m. per für Freiheit, Ehre, Waterland" am Grabe der März- gekommen. Der Streit der Arbeiterinnen entsteht, weil sie vor den 100 Kilogramm. gefallenen erklärt Unterzeichneter im Auftrage der im Berliner Nachstellungen des f. 1. Fabrikdirektors keine Ruhe mehr haben und Eier Bericht vom 22. März. Normale Gier je nach Qualität von D. C. vereinigten Burschenschaften und des Verbandes der endet damit, daß die Forderung der Ausständigen auf 2,70-3,10 mt. per Schock. Aussortierte fleine Ware je nach Qualität von alten Herren der Ortsgruppe Berlin, daß beide Verbände diesem Entlassung des Lüstlings von der t. t. Regierung bewilligt 2,50 bis 2,55 M. per Schock. Kalfeier je nach Qualität von 0,00 bis 0,00 Vorgang durchaus fern stehen. stud. Harry Vilmow." wird. Eine Kleine Liebesgeschichte, deren Held, der f. f. per Schock. Tendenz: Ziemlich fest. Uns scheint, daß den in Betracht kommenden Herren auch ohne Inspektor der Fabrit, allen Ordnungsbegriffen zum Hohn mit den dies niemand zugetraut hätten, sie würden des ruhmreichsten natio- Ausständigen fraternisiert, fehlt nicht; das Entsetzlichste erleben wir nalen Erinnerungstages durch eine Blumenspende gedenken. aber zum Schluß darin, daß dieser Beamte seines Bütteltums ganz und gar vergißt und mit der Rädelsführerin der trimphierenden Ausständigen rechtschaffen Verlobung feiert. Wie umstürzlerisch ist das alles, wenn man sich die Mühe macht, es vom Standpunkt des Stumm- Podbielskischen Preußentus aus zu betrachten! Die zweite Operette, Studentenstreiche" ist eine bunte Maskerade, im übrigen aber ohne Inhalt. In Sachen der Kochanstalt auf dem städtischen Schlacht: hof ist jetzt die Voruntersuchung geschlossen worden. Wie es heißt, wird die Staatsanwaltschaft nur gegen den Arbeiter Schmulinsky und den Abnehmer Lange Anklage erheben. Briefkasten der Redaktion. M. 2. Die preußischen Landtags: Abgeordneten beziehen Diäten in Höhe von 15 M. pro Tag während der ganzen Dauer der Seffion, auch wenn sie den Sigungen nicht beiwohnen. Witterungsübersicht vom 22. März 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Vom Schülerprügeln. Die Zurücknahme des Brügelerlaffes vom 19. Januar 1900 ist seitens der städtischen Schuldeputation den Theater. Jut Schiller Theater ist die erste Aufführung der Reftoren der Berliner Gemeindeschulen mit dem Auftrage, denselben Novität, Hinrich 2ornsen", bürgerliches Trauerspiel in 3 Aufzügen in der nächsten Konferenz zum Vortrag zu bringen, zugegangen. von Erich Sch laitier für Freitag, den 30. März, angesetzt. Bis einNach der Verfügung des Ministers der geistlichen Angelegenheiten schließlich Donnerstag finden Wiederholungen des Victor Léonichen Volks: find alle Strafen in ein Buch einzutragen, welches vom Vorsteher flicks Gebildete Menschen" statt. Der nächste in der Reihe der Dichterder Schule allwöchentlich nachgesehen werden soll. Das vor und Tondichter- Abende, die das Schiller- Theater im Bürgersaale des Nat geschriebene Strafverzeichnis muß auf den letzten zehn Blättern hauses veranstaltet, wird Adalbert von Chamisso gewidmet fein. Den gesang Berlin lichen Teil hat Jeanne Golz übernommen. des Lehrberichts für jede Klasse der Berliner Gemeindeschulen angelegt werden. Barometer stand mm richtung WindWindstärke Wetter 5 heiter Temp. n. C. 5° G. 4° 9. Stailonen Barometers stand mm ristung Wind Windstärke Wetter Zemp. n. 6. 15° C.= 4° R. 1 paparanda 776 SO 2bebedt-17 7579 765 7485 Swinemde. 764 O Hamburg 760 ONO 4 heiter 4 Petersburg 760 O 5 wolfig 2 Cort 4 bedeckt 8 Aberdeen 3 heiter 5 Paris Wien B 5 wolfig 6 bedeat 2 bedeckt 485 Wiesbaden 751 NO München 750 SO Aus den Nachbarorten. 759 O 3 wolfig Bom Friedrichshain. Die städtische Park- Deputation hat am Wetter Prognose für Freitag, den 23. März 1900. Mittwoch unter Vorsiz des Stadtrats Struve beschlossen, am nächsten Einen neuen Sieg hat die Socialdemokratie gestern bei den Ein wenig fälter, teils heiter, teils wolfig bei ziemlich frischen östlichen Mittwoch nachmittage 41/2 Uhr eine 2otalbesichtigung im Gemeinderatswahlen in Mariendorf Südende errungen. Winden; teine erheblichen Niederschläge. Friedrichshain vorzunehmen, um an der Hand eines Situations- Dort wurde unser Parteigenosse Schüttekop mit 181 gegen Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Max Bading in Berlin.