Nr. 396.- MZ. vö9 fl�OtüDOt�A Nonnerstag.?3. Nebelnder fitf dem Truppenverbandplatz. Ein Berliner Parteigenosse, der als Sanitätssoldat im Osten steyr, sendet nns� folgende Schilderung: Seit deni Grauen des Tages tobt unaufhörlicher Kanonen- donner, es galt, die� stark verschanzten Russen aus ihren Erdhöhlen zu vertreiben und sich der verlassenen Graben zu bemächtigen. Ein solcher Kamps kostet oft große Verluste, und es fällt uns Krankenträgern die Aufgabe zu, die verwundeten Kameraden so schnell als irgend möglich von: Kampsplatz zu schcrifen, um das wertvolle Leben eines jeden Kamer«den zu retten. _ Die... te Korporalschaft unserer Sanitätskompagnie erhält Befehl, sich dicht an das Schlachtfeld heranzuschieben. Wir mar- schieren also— Ig Krankenträger unter Führung eines Ge- freiten—, so früh aus unferm Quartier ab, daß wir zur fest- gesetzten Zeit an Ort und Stelle sind. Vorbei geht's an Täler und Wälder, über morastige Wege und Sümpfe. Leichte und schwere Munitionsiolonnen begegnen uns; die Pferde inerden zur äußersten Kraftanstrengung— viel öfter aber mit selbstgefertigten Peitschen— angetrieben. Wir sind am Ausgang eines Wäldchens angelangt: Bor uns liegt eine Talmulde; darin hat eine Batterie unserer 21er Auf- stellung genommen. Von zwei Artilleristen wird das Geschoß auf einer Eisentrage in den Schlund des Rohres gestoßen, um einige Sekunden später seinem todbringenden Ziel entgegenzufliegen. Doch wir haben keine Zeit zu verlieren, und so geht es vor- wärts zum� neuen Truppenverbandplatz. Ein kleines Bauernhaus mit zwei Stuben, dazu ein Pferdestall mit sehr luftiger und ge- räuuriger Scheune sind unser neuer Wirkungskreis. Sofort werden die zwei Stirben für unsere Verwundeten dicht mit Stroh belegt, denn schon haben unsere Truppen den Besch! zum Sturmangriff erhalten, und die ersten Verwundeten treffen ein. Sie sind bereits notdürftig von ihren Kameraden, teilweise auch von den Sanitätern im Schützengraben verbrinden. Ihre Wunden werden nachgesehen und vorschriftsmäßig verbunden. Die Leichtverwundeten legen die kurze Entsernnng vom Kanrpfplatz zu unserem Verbandplatz zu Fuß zurück, die Schwer- verwundeten kommen auf kleine Russenkarren gebettet, oft über und über mit Sand oder Blut bedeckt, an. Unsere Räume sind zu klein, es muß sofort mit dem Abtransport in ein Feldlazarett bc° gönnen werden. Wir Krankenträger haben alle Hände voll zu tun,, schleppen Tragen heran, laden ab, verbinden und sind so be- schäftigt, daß wir das Klirren der Fensterscheiben kaum vernehmen. Plötzlich schlagen dicht hinter den Raum, in dem sich noch viele verwundete Kameraden aufhalten, einige schwere Granaten ein. Ich sehe, wo wir hingeraten sind: rechts und links von unS stehen unsere 10,5 Feldhaubitzen und setzen den Russen arg zu. Diese scheinen die Stellung der Batterie entdeckt zu haben und besunken sie... Verwundete kommen und werden gleich in die bereitstehenden großen Lazarettwagen geschoben; es sind meist Bauch- und Kopf- schüsse, die Verwundeten liegen in den letzten Zügen, können aber vielleicht noch gerettet werden, wenn sie sofort zu den Aerzten geschafft werden, die mit großer Aufopferung ihren schweren Beruf er- füllen. Wie viele von den Schwerverivundeten mögen den morgigen Tag noch erleben? Es sind vollbärtige Landsturmmänner, durch- weg Familienväter, die vor mir auf der Tragbahre liegen. Viele verbeißen sich ihexn Schmerz, viele sind besinnungslos, ich merke, daß das Leben enfflieht. Sie nehmen die Zukunft ihrer Familien mir... Wieder stauen sich die Wagen mit Verwundeten, einer von ihnen übertönt mit seinen herzzerreißenden Schmerzen alle übrigen. Wir laden ihn zuerst ab, es ist mein.Ausbildungsunter- offizier aus K,: er holte uns im April aus Sböneberg ab und brachte mich nach der Garnison; er war damals nur garnison- dienstfähig. Fünf Tags nach seiner Verwundung Hab« ich ihn beerdigt. Er war ein prächtiger und humaner Vorgesetzter, der Beliebteste vom Ausbildungspersonal. Die Nacht bricht herein. Zloch immer sind wir in voller Tätigkeit: ringsum tiefe Stille, friedlich schlummert die Natur. Ich frage einen: „Kamerad, was hast Du für eine Verletzung?'—„Schenkelschuß," gab er zur Antwort. Ich fordere ihn auf, mich fest um den Hals zu fassen, und trage ihn in den Verwundetenraum. Er bittet mich, ihm doch den Mantel auszuziehen. Ich erschrecke; es ist ein Leutnant vom Jägerregiment, den ich im Dunkel der Nacht mit „Du" ansprach. Das Effcrne Kreuz erster und zweiter Klasse Die Schicksalsmaus. EineErzählungvonTierenund Menschen. Lös Von Harald Tandrup. „Doch was wollen Sie dann?" fragte der andere matt. .Haben Sie noch nicht begriffen, Sie verstockter Sünder, Sie, daß Ihnen der himmlische Vater mehr als einmal die Frage vorgelegt haben, die ich jetzt an Sie richtete: Geld oder Leben! Sie hätten eine Frau bekommen können, die zu Ihnen gepaßt hätte, Sie glücklich gemacht haben würde — �att dessen wählten Sie ein altes Weib, das Sie zwanzig Jahre gequält und geplagt hat. Sehen Sie, Lars Larsen, Sie wählten das Geld und entsagten dem Leben I— Vor ein paar Tagen wurden Sie Witwer und bekamen freie Hände. Sie konnten abermals wählen, hatten Geld, um sich und Ihrer Tochter das Leben angenehm zu gestalten. Auch diesmal standen Sie vor der Wahl zwischen Geld oder Leben— und wieder siegte das Geld!" Lars Larsen fuhr sich mit seinem rotkarierten Taschentuch über die Stirn. Endlich begann ihm ein Licht aufzugehen. „Das ist ja entsetzlich, was Sie da sagen, Ehristensen,' murmelte er. „Was Sie getan haben, ist schlimmer, Lars Larsen,' entgegnete der Philosoph unbarmherzig.„Heut' trat zum drittenmal die Frage an Sie heran: Geld oder Leben? Und erst jetzt, mit einem verrosteten Stück Eisen unter der Nase, verstanden Sie zu wählen. Sie sind schwer von Begriffen, mein Lieber!" Der kleine Mann war ganz fassungslos; er konnte nichts erwidern. Er hatte bisher wenig von Nerven gespürt, aber jetzt bebten sie so. daß seine Gedanken fast gelähmt wurden. „Sie denken mit dem Rückenmark wie die kleineren Tiere," fuhr Christensen fort.„Hätten Sie eine Ahnung von der Tragweite jedes einzelnen Erlebnisses, so würden Sie diese Wahl schon beim erstenmal, als die Frage an Sie herantrat, getroffen haben I" „Ja, so habe ich es allerdings nie aufgefaßt," sagte Lars Larsen entschuldigend,„aber jetzt, wo Sie es sagen, verstehe ich es ganz gut. Nur diese schreckliche Art— die Bombe—." „War es wirklich so schrecklich?" fragte der Philosoph. „Stellen Sie sich vor, ich wäre tatsächlich ein verrückter Mensch gewesen, der Ihnen nach dem Leben getrachtet hätte. Was zierte� seine Brust. Ich entschuldige mich. Ter Leutnant aber ab lächelnd zur Antwort:„Sanitärer, haben Sie etwas zn essen a?" Ich erfülle ihm diesen Wunsch. So geht es zwei Tage und zwei Nächte ohne Ruhe und Schlaf, und man hat kaum Zeit, einen kleinen Imbiß zu sich zu nehmen. Wir merken, wie auch unsere Kräfte nachzulassen beginnen. Es ist mir kaum noch möglich, einen Verwundeten in den Wagen zu heben. Ich frage den Gefreiten, ob wir denn nicht bald abgelöst werden. Am andern Tage mittags endlich kriegen wir Befehl, abzu- rücken. Eine andere Korporalschaft, 14 Krankenträger stark, löst uns ab. Auch sie müssen gleich tüchtig ans Werk; die feindliche» Stellungen erweisen sich als schier uneinnehmbar. Wieder wird zum Sturmangriff vorgegangen. Neue Opfer treffen ein. Ich zähle von 8 bis 1412 Uhr 213 Verwundete; einige gefangene Russen sind darunter. Wir kommen wieder bei der Kompagnie an, reinigen und stärken uns. Am andern Morgen haben wir Kirchhofsdienst. In Gedanken versunken verrichte ich meinen Dienst.... Mein Blick fällt auf et» Holzkreuz, das ich aus das frische Grab stecke.„... er starb den Heldentod fürs Vaterland," lese ich. Ich grabe weiter. Es sind meine Kameraden, die ich hier zur letzten Ruhe bette.__ G. F. kleines Feuilleton. „Det Kennswolf.� Der Fenriswolf, eine Fi iiattz Novelle. Aus der Quadriga �Verlag von Eugen Diederichs, Jena. Preis drosch. 2,50 M., geb. 3,80 M. 5; enes„Ungeheuer, das nicht lieben und hassen, das nur schlin- ann in grauenvoller Selbstzweckheit", dieser„Fenriswolf" ist das moderne Kapital— das Kapital der großen Banken, das sich die Industrie, die Kräfte der Natur, das ganze wirtschaftliche Leben unterjocht und damit zum Herrscher wird über die Zukunft eines ganzen Volkes. Ein kühnes Unternehmen, dies Kapital zum Mittelpunkt eines Romans zu nehmen,' und zwar dies Kapital, losgelöst von allem Nichtgeschästlichen, von allem Beiwerk rühr- seliger Liebesgeschichten, phantastischer Ausmachung, bunter Abenteuerlichkeit; aber wer wollte leugnen, daß die Macht nitd das Wirken dieses Kapitals in seiner weltgesialtenden, schicksalbestimmen- den Bsdcutsam!»it wert und würdig wäre, die künstlerische Kraft der Besten und Höchststrebenden in Anspruch zu nehmen?! Aas der Autor des„Fenriswolf"— er verschweigt seinen Kernen— gibt, ist nichts eis eine Reihe von Telegremmen, Briefen, Protokollen, geschäftsmäßigsn Berichten; alles knapp, ohne Drum nud Dren, auf wenig über hundert Seiten Druck zu- scunmengedrängt.„Aar aber," rechtfertigt sich der Versager in einem kurzen Borwort,„fsinsre Ohren hat, der hört den brau- senden Pulsschlag stahlhart und leidenschaftlich miteinander rin- gemder Menschen auch aus dem scheinbar Unpersönlichen, Rein- Geschäftlichen heraus,„der sieht die Kultur seiner Zeit in vibrie- render, jagender, allumfassender Bewegung". Es mag dahingestellt bleiben, ob die hier gewählte Art der Darstellung, diese Beschränkung auf das Rein-Sachliche, diese bis zur letzten Konsequenz durchgeführte Anpassung der Form an den Stoff, die beste Lösung der Aufgabe bedeutet, das Zerstören und Erschaffen einer solchen Kraft, wie sie das moderne Großkapital bildet, zu eindringlicher Wirkung zu bringen. Ob nicht zum min- besten der Pulsschlag unserer Zeit noch fühlbarer, überzeugender unser Ohr berühren würde, wenn die Zahl der Berichte und Prote- kolle besonders gegen den Schluß hin, wo das Kapital in den poli- tischen Kampf eingreift, etwas reichhaltiger geworden wäre. Aber das soll kein Einwand dagegen sein, daß aus diesem Werkchen in all feiner Nüchternheit doch ein Gluthauch strömt, daß Eindrücke von stärkster Kraft durch seine Lektüre vermittelt werden. Los- gelöst von allen herkömmlichen romanhaften Floskeln spricht die Wahrhaftigkeit dessen, was zur Wiedergabe gelangt, um so be- redter. Und es ist Wahrhaftigkeit, ja, mehr noch: ist brutale Wirklichkeit, was diese Seiten geben: ein ungeschminktes Bild von dem Wesen des modernen Finanzkapitals, seinen Zielen und seinen Wegen— wie es Ansprüche erhebt, Einfluß gewinnt, Widerstrebende hier gewinnt, dort zu Boden wirft, mit List und Bestechung, mit Drohungen und Gewalt arbeitet, die Oeffentlichkeit beeinflußt, die Staatsleitungen bestimmt, das politische Leben kor- dann? Ich hätte Sie töten können, ja— aber Sie haben etwas viel Schlimmeres getan—! Sie haben sich selbst lebendig begraben. Sie haben sich unter Gottes freiem Himmel an einen Pfahl festgebunden, haben sich zu einem Geizhals, zu einem Sklaven des Geldes gemacht, das Ihr Diener sein sollte!" „Das tue nicht nur ich, Christensen, Sic urteilen zu hart! Es gibt viele außer mir, die am Geld hängen— das müssen Sie selbst zugeben. Erst ivenn man es zwischen den Händen hat, versteht man richtig, was Geld heißt." „Wie wollen Sie von Geld reden", sagte Christensen. „Sie haben doch nie eins gehabt." „Na, hören Sie—" „Weiß Gott, es ist so! Etwas haben, heißt das Recht haben, es zu benützen; Sie aber haben Ihr Geld nie be- nützen dürfen. Zuerst war's Ihre Frau, die vor der Kasse stand, jetzt, wo diese in Ihre eigenen Hände kam, saß ein kleiner Teufel in Ihnen und predigte: Ansehen— ja; aber nicht berühren! Ob Sie achtzigtausend Kronen oder achtzig- tausend faule Aepfel auf der Bank haben, bedeutet ziemlich dasselbe, wenn Sie nur noch mehr dadurch zusammen- scharren wollen. Der Bettler, der nur einen Groschen hat, ihn aber auszugeben wagt, ist reicher als der Geizkragen, der über zweihunderttausend Kronen verfügt und sie nicht an- zugreifen wagt. Ein Geizhals ist nicht der Herr, sondern der Sklave seines Geldes. „Ja, Sie haben recht," stieß Lars Larsen seufzend her- vor.„es ist, wie Sie sagen. Ich bin tatsächlich ein Narr gegen mich selbst gewesen." „Und," fügte Christensen gelassen hinzu,„ein Schurke Ihrer Tachter gegenüber. Ihr eigenes, erbärmliches, vcr- pfuschtes Leben ist nicht mehr zu ändern, aber das Recht Ihres Kindes auf bessere Tage müssen Sie anerkennen. Jetzt ist es Zeit, daß Maren einen Gewinn von euren Einkünften hat; lassen Sie in Gottes Namen das Kapital stehen, wenn es nicht anders sein kann— aber glauben Sie ja nicht, daß Sie jemand dadurch nützen, wenn Sie Zins auf Zins häufen. Sollte es wirklich so viel zu bedeuten haben, ob ein paar tausend Kronen mehr oder weniger auf der Bank stehen, wenn Sie sich zuletzt doch von dem Geld trennen müssen?" „Das ist vollkommen richtig," antwortete Lars Larsen. „Wir sind wohlhabende Leute, und es ist eine Schande, wenn wir nicht dementsprechend leben. Aber es ist über mich ge- kominen wie eine ansteckende Krankheit— meine selige Frau sagte immer, man könne nie genug Geld haben." rumpiert, der Tyrann der ganzen EntWickelung einer Volksgemeinschaft wird. Es sind die Wasserkräfte Norwegens, der berrlichste schätz des Landes, sein Reichtum und seine Macht, die das. Kapital hier im Kampf mit den Vertretern der Volksinteressen, den Semo- kratischen Parteien, den Sozialisten voran, der Ausnutzung durch die Gemeinschaft und zum Besten der Gemeinschaft entzieht und dem Prositinteresse einer kleinen Schicht, von Bcsilzeudeu dienstbar macht. Beileibe kein Tendenzroinan, der hier geschrieben wurde! Aber wie aus ihm mit wuchtiger Klarheit das eigentliche Wesen und Wirken des Kapitals heraustritt, so muß sich dem Sinkenden auch die Konsequenz aufdrängen, die daraus erwächst: Die Not- wendigkeit, um einer gesunden Zulünst der Völker willen den Fenriswolf des Kapitalismus zu bekämpfen und zu vernichten mit den Waffen des Sozialismus. So viel anspruchsloser dieses Büchlein auftritt als etwa Kellcrmanns großer phantastischer„Tunnet"-Roman jzu dem es sich tu bewußten Gegensatz stellt), so viel deutlicher und unvsr- fälschtcr sind die Einblicke, die es in das moderne Wirtschaftsleben gestattet. Spannend vielleicht nicht im üblichen Sinuc, aber doch fesselnd durch die eherne Folgerichtigkeit und Wahrhaftigkeit des Dargestellten, entbehrt es auch nicht— aller scheinbaren Geschäfts- Mäßigkeit und Nüchternheit des Stils zum Trotz— wahrhaft dichterische Qualüäten.____ n. Vas Epstem§orü— ein Hluff. Man soll keinem smarten Amerikaner trauen, auch wenn er seinen Arbeitern 5 Dollar für 8 Stunden Arbeit bezahlt und— als Friedensengel austritt.._ Die amerikani'chc Arbeiterpresse, die auch«ufänglich auf. Fords Reformen hereingefallen war, hat inzwischen festgestellt, daß das gerühmte System Ford mit seinen hohen Löhnen ans einer bisher unerhörten Ausnutzung der Arbeitskraft beruht. Diese war so er- giebig, daß der Neingewinn sich von 28 Mill. Doll. auf 48 Mill. Dollar erhöhte, ohne daß neues Kapital angelegt wurde. Ferner werden nur die geschicktesten und„zuverlässigsten" Arbeiter aus- gewählt, nud sie müssen sich dann eine völlige Sklaverei auch in ihrer privaten Lebensführung gefallen lassen, um zu den Gran« fikationen zugelassen zu werden. Kurzum, das System Ford ist, wie die„Metallarbeiter-Zcituug" aus amerikanischen Zeitungen feststellte, eine Reklame, ein Bluff und ein vorzügliches Geschäft für den Wohltäter. Notize». — K u n st a b e n d e. Der dänische Märchenerzähler Jakob Texten: wird am 1. Aoihnschtsfeicrtag in Kliudworth-Scharwcnka- Saale neue Märchen van Andersen erzählen. — Eine Stiftung für Schriftsteller freier GeisteSrichtung. Die August Specht-Slistung in Gotha, die u.«. den Zweck perfalgk, Schrislsteller, deren Werke von freiem Geiste getragen sind, durch emen Preis auszuzeichnen, hat den diesjährigen Preis in Höbe von 2000 M. John Henry M a ck a y in Charlotten- bürg für seine„Gesemmeltcn Werke" zuerkannt. Ferner erhielt Borngräber in Uebersce, der Dichter der Dramen„König Fried- mahn",„Die ersten Menschen",„Giordano Bruno" eine literarische Ehrengabe. Desgleichen Dr. Heinrich Schmidt in Jena, der durch volkstümliche Darstellungen philosophischen und Naturwissenschaft- lichen Inhalts sich hervorgeten hat. — D i e feindlichen Tanzbeine, Die Primabelleriua der Hofoper in Wien, Frl. Cerri, ist wie die allerineisten Ballett« königinnen Italienerin, weitn euch nur auS Mailand. Als der Krieg zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn ausbraw, ließ man Frl. Cerri nicht mehr auftreten— wenn dieses harte Wort für ihre anmutige Kunst erlaubt ist. Jetzt aber hat man den Vertrag ntit ihr erneuert und ihr sogar ein Jahresgehalt von 16 000 Kronen zu- gestanden. Aber die bodenständigen Tänzerinnen sind erbitterft und in einem Wiener Blatt nimmt sich das sogenannte Tbeater-Tinterl der beleidigten heimischen Tanzbeine an. Ein aller Couplelrefrain lautet:„Sehn'S, so heiter ist das Leben in Wien!" — Plomben ans Pappe. Ter Krieg mit seinen mannig- fachen llmwälzungcn hat verschiedentlich dem Papier und der Pappe neue Anwendungsgebiete erschlossen, und vielfach haben diese ans der Not der Zeit geborenen Auwendungssormeii zu der Erkenntnis gefübrt, daß man unbewußt bisher Berschweitdung trieb. An Stelle der Bleiverschluhplombe sind nun im Betriebe der österreichischen Slaatsbahnen Pappeplomben zum Verschluß von Güterwagen an- gewandt worden. Diese Pappeplomben haben Nietverschluß und ctgtieit sich durch ihre Handlichkeit und ihren niedrigen Preis für diesen Zweck so gut, daß ihnen wohl auch nach dein Kriege der Vorzug vor den Bleiplomben gegeben werden dürfte. „O, es gibt eine ganze Menge derartig törichter Redens- arten," enviderte Christensen.„Sagt man nicht auch, der Rajah von Brahmaputra habe sechstausend Frauen? Dort drunten heißt es, man könne nie genug Frauen haben; und hier sind>vir so genügsam, daß manche meinen, es sei schon eine zuviel—! Alles mit Maß und Ziel, auch die Sparsamkeit. Man darf seine Seele nicht hungern lassen, um sein Sparkassenbuch zn mästen. Glauben Sie nicht, daß Ihre Tochter, wenn es Ihnen einmal behagte, zu sterben und das Geld freizugeben, von dem Joch der Armut erdrückt sein würde, das Sie ihr auferlegen wollten? Es ist vorgekommen, daß Zuchthäusler so lange im Gefängnis gesessen haben, daß sie iveinten, als sie ihre Zelle verlassen sollten. Danken Sie Gott, daß er Ihnen Geld gegeben hat, und bitten Sie ihn darum, Ihnen die Fähigkeit zn verleihen, es auf die rechte Weise zn verwenden, so lange es Zeit dazu ist l"~ Lars Larsen verstand nicht alles. Es dauerte bei ihm imnier etwas länger, bis er niit seinen Gedanken ins reine kam. Aber der erste handgreifliche Eindruck hatte seine Wirkung getan. Christensens Ausspruch: Geld oder Leben i war wie ein Blitzstrahl in das nächtliche Dunkel seiner Seele gefallen. Und er schämte sich, daß er stets das Falsche ge- wählt hatte, so oft er vor die Frage gestellt worden war. „Ich habe das Leben nie so gesehen wie jetzt," sagte er nachdenklich,„habe mich selbst verkauft, wie Sie sagen. Ja, das ist wahr. Ich war in meiner Jugend ein hiidscher, lustiger Bursch, müssen Sie wissen, hätte ein Mädchen haben können, das brav und sauber war— aber da kam das verfluchte Geld— und jetzt ist es für ein neues Leben zu spät!" „Für etwas Vernünftiges ist es nie zu spät," ent- gegnete Christensen.„Ziehen Sie wieder auf's Land, wo Sie hergekommen sind, lassen Sie Ihre Tochter einen braven Mann heiraten— sie ist doch in Andersen verliebt, soviel ich weiß." „Schweigen Sie mir von dem!' rief LarS Larsen. „Sie haben mir die Augen darüber geöffnet, was ich der Zukunft meines Kindes schuldig bin. Und darum können Sie nicht meinen, daß ich sie einem Verbrecher geben soll I" „Sind Sie so überzeugt, daß Andersen das Geld genommen hat?" (Forts, folgt.) SMes deines Heniets ••••••«•••••••••«•••••••••••! 3n je drei geschmackvollen Bänden erhält der Arbeiter all das, was unsere großen Dichter und Denker an Anvergänglichem und Wertvollem geschaffen haben, und diese unversiegbare Quelle geistiger Erquickung, Erhebung und Bildung sollte in keiner Arbeilerwohnung fehlen. Was früher� nur dem Besitzenden zu erlangen möglich war, kann sich hier auch der Arbeiter erwerben. And schon mit Rücksicht auf die heranwachsende Zugend sollte auf keinem Weihnachtstisch wenigstens eines der hier aufgeführten Werke fehlen. Dem Wunsch, billige Klassiker- ausgaben für die Arbeiter zu schaffen, ist unser Partei- Verlag im Einverständnis mit dem Parteivorstand nach- gekommen. Arbeiter, macht hiervon auSgiebigen Gebrauch. j Jedes Werk kostet 4Mk.- und ist einzeln zu haben! 3u beziehen durch die Buchhandlung Borwäris, Q'ndeastr. S, Laden s «s � i O B & L « 5 tÜ. a-. o£ N| •& = w Is f 5 le ■ s SJ «=. CJ K -L L || g © C-K k- « O Z K OsRnr tours 56 u. 57 Brunnenstrasse 56 u. 57 zu allerbilligsten Preisen. Tetchcr Palotoft in blau, prrfln ond braun 16.75. Durch Selbstfabrikation grBssten Stils sind meine Preise and Answahi ohne Konkurrenz. teppdecken Spezialhaus Emil Letevre nes.Un Opanienslr. 158 einfarbig und bunt 415-675 SimiMseifie, allo Färb. 4.35— 8.35 Mormal-Sonimerfl q c qnn nyc Scblafdeckenl iuu viele 1000 Schlafdecken von der Heereslieferung erübrigt weil unter Preis! «ecrtadot lOM, waren ca gro» SlnzelverKsni wi« alljlhrlicb n biiliosUa Prtltea Repan laiti prsnizi cid mier S. Schlesinger Neue Königstr. 21 kein l�adea« IL flloek. Sonntag geöffnet 12«8 Uhr. iM Bitte nenau«.Firma Of und Hausnummer"�-achten! V Mr>» cWto 36�- 2� S�y. Pelzwaren Groß». 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